Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
200 2024 796 • VG BE 200 2024 796 KI-generiert

Unemployment Insurance Sanction Judicial Review vs. Mandatory Objection Prerequisite

Geschäftsnummer 200 2024 796
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Kanton Bern (CH-BE)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)
Kostenauflage keine Kosten erhoben

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

A person sought judicial review by the Cantonal Administrative Court against a decision by the Unemployment Insurance Office, which had suspended their eligibility for unemployment benefits for 36 days due to self-induced unemployment, implicitly requesting the annulment of the administrative decision. The Administrative Court ruled that it lacked functional jurisdiction because, under Swiss social insurance law (Art. 52 para. 1 ATSG), an objection (Einsprache) must first be filed with the issuing administrative body before an appeal can be brought before the court, making the objection decision a mandatory prerequisite for administrative judicial review. Consequently, the court deemed the filing to be a timely objection and ordered its immediate transmittal to the Unemployment Insurance Office for the mandatory objection procedure (Art. 58 para. 3 ATSG), resulting in the establishment of the court's functional incompetence and the conclusion of the court proceedings without costs.

Legislator-Regeste

KI-generiert

Art. 52 Abs. 1 ATSG, Art. 58 Abs. 3 ATSG, Art. 4 Abs. 1 VRPG, Art. 83 i.V.m, Art. 69 Abs. 1 VRPG, Art. 61 Ingress ATSG; Unemployment Insurance Sanction Judicial Review vs. Mandatory Objection Prerequisite: The Administrative Court ruled that it lacked functional jurisdiction because, under Swiss social insurance law (Art. 52 para. 1 ATSG), an objection (Einsprache) must first be filed with the issuing administrative body before an appeal can be brought before the court, making the objection decision a mandatory prerequisite for administrative judicial review. Consequently, the court deemed the filing to be a timely objection and ordered its immediate transmittal to the Unemployment Insurance Office for the mandatory objection procedure (Art. 58 para. 3 ATSG), resulting in the establishment of the court's functional incompetence and the conclusion of the court proceedings without costs.

Schlagwörter

KI-generiert
Arbeitslosenversicherungsorgan Normenkontrolle Sozialversicherungsverfahren Pflichtleistung Arbeitslosenversicherung Verwaltungssanktion Eingabe vom 27. November 2024

Zitierte Gesetzesbestimmungen

KI-generiert
KI-generiert

Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

KI-generiert
Art. 52 Abs. 1 ATSG

The input was qualified as an appeal (Einsprache) according to this provision, which then led to the referral.

Art. 58 Abs. 3 ATSG

Cited as the legal basis for forwarding the submission to the competent authority for handling as an appeal.

Art. 61 Ingress ATSG

Cited in conjunction with cantonal law for the forwarding of the submission.

Art. 4 Abs. 1 VRPG

Cited as the cantonal legal basis for forwarding the submission to the competent authority.

Art. 57 Abs. 1 GSOG

Cited as the basis for the single judge's competence to issue the decision.

Art. 83 i.V.m. Art. 69 Abs. 1 VRPG

Cited to justify the waiver of a written exchange of arguments (Schriftenwechsel).

Fragen Sie sich, wie dieser Entscheid auf Ihren Fall anwendbar ist?

Prüfen Sie diesen Entscheid zusammen mit Bundesrecht, kantonalen Erlassen, Kommentaren und Folgeentscheiden in Legislator AI.

Fall in Legislator öffnen →

Volltext

200 24 796 ALV KNB/COC/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 29. November 2024

Verwaltungsrichter Knapp Gerichtsschreiberin Collatz

A.________ Beschwerdeführer

gegen

Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern Rechtsdienst, Lagerhausweg 10, 3018 Bern Beschwerdegegner

betreffend Eingabe vom 27. November 2024 Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Nov. 2024, ALV/24/796, Seite 2

Der Einzelrichter zieht in Erwägung:

 Mit Verfügung vom 12. November 2024 stellte die Arbeitslosenkasse des Amts für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern (AVA bzw.

Beschwerdegegner) A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer)

ab dem 1. August 2024 wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit für

36 Tage in seiner Anspruchsberechtigung ein.

 Damit zeigte sich der Versicherte nicht einverstanden und wandte sich mit Eingabe vom 27. November 2024 an das Verwaltungsgericht des Kantons Bern. Dabei beantragte er zumindest implizit die Aufhebung der angefochtenen Verfügung.

 Gegen Verfügungen kann innerhalb von 30 Tagen bei der verfügenden Stelle Einsprache erhoben werden (Art. 52 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]; vgl. auch die korrekte Rechtsmittelbelehrung in der Verfügung vom 12. November 2024).

 Das Einspracheverfahren ist zwingender Natur und der Einspracheentscheid formelles Gültigkeitserfordernis für das nachgelagerte verwaltungsgerichtliche Beschwerdeverfahren. Das Einspracheverfahren ist formell dadurch gekennzeichnet, dass die selbe verfügende Instanz nochmals in der gleichen Sache zu entscheiden hat (Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute Bundesgericht] vom 30. September 2005, C 279/03, E. 2.2.2; vgl. auch BVR 2020

S. 155 ff.).

 Da kein anfechtbarer Einspracheentscheid vorliegt, ist das Verwaltungsgericht zur Behandlung der Eingabe vom 27. November 2024 funktionell nicht zuständig.

 Die am 27. November 2024 beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern eingegangene Eingabe ist als (fristgerecht erhobene) Einsprache im Sinne von Art. 52 Abs. 1 ATSG gegen die Verfügung vom 12. November 2024 zu qualifizieren und die Sache demnach ohne Verzug an den Beschwerdegegner zur Durchführung des Einspracheverfahrens wei- Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Nov. 2024, ALV/24/796, Seite 3

terzuleiten (Art. 58 Abs. 3 ATSG; Art. 61 Ingress ATSG i.V.m. Art. 4 Abs. 1 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]).

 Wegen der Weiterleitungspflicht gemäss Art. 58 Abs. 3 ATSG bzw.

Art. 4 Abs. 1 VRPG hat nicht ein Nichteintretensentscheid zu erfolgen, sondern eine Zwischenverfügung, mit welcher die funktionelle Unzuständigkeit des angerufenen Gerichts festgestellt wird (vgl. MICHEL DAUM in HERZOG/DAUM [Hrsg.], Kommentar zum Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege im Kanton Bern, 2. Aufl. 2020, Art. 61 N. 19).

 Unter den gegebenen Umständen erübrigt sich die Durchführung eines Schriftenwechsels (Art. 83 i.V.m. Art. 69 Abs. 1 VRPG).

 Mit diesem Zwischenentscheid ist das Verfahren vom Geschäftsverzeichnis des Verwaltungsgerichts abzuschreiben.

 Es sind weder Verfahrenskosten zu erheben noch ist eine Parteientschädigung zuzusprechen.

 Für diesen Entscheid ist der Einzelrichter zuständig (Art. 57 Abs. 1 des kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]).

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Es wird festgestellt, dass das Verwaltungsgericht zur Behandlung der Eingabe vom 27. November 2024 funktionell nicht zuständig ist.

2. Die Eingabe vom 27. November 2024 wird an das Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern zur Behandlung als Einsprache weitergeleitet. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Nov. 2024, ALV/24/796, Seite 4

3. Das Verfahren ALV/2024/796 wird vom Geschäftsverzeichnis des Verwaltungsgerichts abgeschrieben.

4. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Zu eröffnen (R):

- A.________

- Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern, Rechtsdienst (samt Eingabe des Beschwerdeführers vom 27. November 2024 inkl.

Beilagen)

- Staatssekretariat für Wirtschaft – SECO

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.