Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
200 2020 241 • VG BE 200 2020 241 KI-generiert

Non-Consideration of Uncorrected Pleading Due to Procedural Noncompliance

Geschäftsnummer 200 2020 241
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Kanton Bern (CH-BE)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)
Kostenauflage keine Kosten erhoben

Legislator-Zusammenfassung

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The court faced a situation where a complainant submitted a brief containing inappropriate, disparaging remarks against the opposing party and its employees, and was subsequently ordered to revise the submission by a set deadline under threat of non-consideration. Despite multiple phone calls and a request for an extension, claiming difficulty obtaining a typewriter ribbon due to the pandemic, the complainant failed to submit the corrected document by the ultimate deadline, and information showed they had a postal hold order in place, which further delayed the actual receipt of the court's deadlines. The court reasoned that failure to improve the submission as ordered, combined with the fact that private arrangements with the postal service (such as a mail hold order) do not shift the time of official delivery for procedural deadlines, justified the non-consideration of the belated and uncorrected submission as previously warned, and therefore ruled not to enter into the merits of the case.

Legislator-Regeste

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Art. 33 Abs. 2 VRPG, Art. 90 ff. BGG, Art. 39 ff. BGG, Art. 82 ff. BGG; Non-Consideration of Uncorrected Pleading Due to Procedural Noncompliance: Despite multiple phone calls and a request for an extension, claiming difficulty obtaining a typewriter ribbon due to the pandemic, the complainant failed to submit the corrected document by the ultimate deadline, and information showed they had a postal hold order in place, which further delayed the actual receipt of the court's deadlines. The court reasoned that failure to improve the submission as ordered, combined with the fact that private arrangements with the postal service (such as a mail hold order) do not shift the time of official delivery for procedural deadlines, justified the non-consideration of the belated and uncorrected submission as previously warned, and therefore ruled not to enter into the merits of the case.

Schlagwörter

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gesetzliche Verfahrensfrist unleserliche Rechtsschrift verspätete Beweismittel Verletzung der Begründungspflicht Verfahrensrügen Rüge verfassungsmässiger Rechte Einspracheentscheid vom 7. Februar 2020

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 33 Abs. 2 VRPG

Although this provision regarding the threat of non-entry was cited in the reasoning for the procedural reminder, the final order only addresses the non-entry itself.

Art. 90 ff. BGG

Cited in the legal remedies instruction regarding the procedure for filing an appeal to the Federal Tribunal.

Art. 39 ff. BGG

Cited in the legal remedies instruction regarding the procedure for filing an appeal to the Federal Tribunal.

Art. 82 ff. BGG

Cited in the legal remedies instruction regarding the procedure for filing an appeal to the Federal Tribunal.

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Volltext

200 20 241 KV SCP/GET/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 5. Mai 2020

Verwaltungsrichter Schütz Gerichtsschreiber Germann

A.________ Beschwerdeführer

gegen

Easy Sana Krankenversicherung AG Rechtsdienst, Rue des Cèdres 5, Postfach, 1919 Martigny Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 7. Februar 2020 Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Mai 2020, KV/2020/241, Seite 2

Der Einzelrichter zieht in Erwägung,

dass die Eingabe des Beschwerdeführers vom 16. März 2020 Passagen mit herablassenden Äusserungen über die Beschwerdegegnerin und deren Mitarbeitenden enthielt, weshalb A.________ mit Verfügung vom 25. März 2020 aufgefordert wurde, die Eingabe bis 20. April 2020 dahin zu verbessern, dass sie keine den Anstand und die Sitte verletzenden Passagen mehr enthält;

dass diese Aufforderung unter Androhung des Nichteintretens im Unterlassungsfall erfolgte (Art. 33 Abs. 2 VRPG);

dass sich der Beschwerdeführer innerhalb der mit Verfügung vom

25. März 2020 gesetzten Frist beim Instruktionsrichter dreimal telefonisch gemeldet hat (am 3., 17. und 20. April 2020);

dass der Beschwerdeführer anlässlich des Telefonats vom 20. April 2020 um eine Fristverlängerung ersuchte, da es zu Corona-Zeiten schwierig sei, ein neues Farbband für seine Schreibmaschine zu beschaffen;

dass der Instruktionsrichter A.________ mitteilte, er könne die Verbesserung seiner Eingabe vom 16. März 2020 auch in leserlicher Handschrift vornehmen und im Übrigen habe er ein allfälliges Fristverlängerungsgesuch (hand)schriftlich einzureichen (vgl. Telefonnotiz vom 20. April 2020);

dass dem Verwaltungsgericht am 21. April 2020 ein Fristverlängerungsgesuch zuging, welches mit Verfügung vom 21. April 2020 – unter gleichzeitiger Ansetzung einer sog. Notfrist per 30. April 2020 – abgewiesen wurde;

dass dem Verwaltungsgericht am 1. Mai 2020 und damit nach Ablauf der Notfrist gemäss Verfügung vom 21. April 2020 eine Mitteilung der Schweizerischen Post folgenden Inhalts zuging:

« Die erwähnte Sendung konnte noch nicht zugestellt werden und lagert aufgrund eines Auftrages des Empfängers vielleicht noch längere Zeit (höchstens 2 Monate) bei der Post.»;

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Mai 2020, KV/2020/241, Seite 3

dass bei einem Postrückbehaltauftrag eine per Einschreiben versandte gerichtliche Sendung am letzten Tag der Frist von sieben Tagen ab Eingang der Sendung bei der Poststelle am Wohnort des Empfängers als zugestellt gilt (vgl. dazu BGE 141 II 429);

dass somit gesonderte Abmachungen mit der Post den Zeitpunkt der Zustellung nicht zugunsten des Empfängers auf später verschieben können (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts vom 6. Dezember 2018 [8C_586/2018]);

dass ein an die Post erteilter Auftrag zum Rückbehalt der Briefpost keinen Wiedereinsetzungsbzw. Fristwiederherstellungsgrund darzustellen vermag; dass zudem nach den Informationen der Post über den Sendungsverlauf der Beschwerdeführer, nachdem ihm von der Post am

22. April 2020 die Gerichtssendung zur Abholung gemeldet wurde, die Abholfrist am 29. und zuletzt am 30. April 2020 verlängerte;

dass unter den gegebenen Umständen – wie dem Beschwerdeführer angedroht – auf die Eingabe nicht einzutreten ist;

dass umständehalber keine Verfahrenskosten zu erheben sind;

dass für diesen Entscheid der Einzelrichter zuständig ist.

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Auf die Eingabe vom 16. März 2020 wird nicht eingetreten.

2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Mai 2020, KV/2020/241, Seite 4

3. Zu eröffnen (R):

- A.________ (mit Telefonnotizen vom 3., 17. und 20.4.2020 und Ausdruck der Informationen der Post über den Sendungsverlauf)

- Easy Sana Krankenversicherung AG (mit Telefonnotizen vom 3., 17.

und 20.4.2020 und Ausdruck der Informationen der Post über den Sendungsverlauf)

- Bundesamt für Gesundheit

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.