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200 2019 839 • VG BE 200 2019 839 KI-generiert

Correction of Party Compensation Calculation in Administrative Court Judgment

Geschäftsnummer 200 2019 839
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Kanton Bern (CH-BE)
Entscheiddatum
Ausgang Gutgeheissen (Allowed)
Kostenauflage keine Kosten erhoben

Legislator-Zusammenfassung

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The Bern Cantonal Administrative Court issued a correction to its judgment of September 9, 2020, after the complainant's legal representative pointed out a miscalculation in the awarded party compensation: the initial sum erroneously included only the costs for a supplementary statement ($\text{Fr. 440.35}$), omitting the $\text{Fr. 3,757.05}$ cost for the primary expert opinion dated December 6, 2018. The court determined that both expert reports were objectively necessary evidence, as previously reasoned in the original decision, and found a calculation error warranting correction under the unwritten procedural principle allowing for the informal and timely correction of clerical or computational mistakes in social insurance law decisions. Consequently, the court rectified the third point of the judgment's operative part, increasing the total party compensation owed by the opposing party to $\text{Fr. 7,016.95}$ to reflect the complete expenses for both expert opinions.

Legislator-Regeste

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Art. 100 Abs. 2 VRPG, Art. 100 Abs. 4 VRPG, Art. 59 VRPG, Art. 100 Abs. 1 VRPG, Art. 39 ff. BGG, Art. 82 ff. BGG; Correction of Party Compensation Calculation in Administrative Court Judgment: 440.35}$), omitting the $\text{Fr. 3,757.05}$ cost for the primary expert opinion dated December 6, 2018. The court determined that both expert reports were objectively necessary evidence, as previously reasoned in the original decision, and found a calculation error warranting correction under the unwritten procedural principle allowing for the informal and timely correction of clerical or computational mistakes in social insurance law decisions. Consequently, the court rectified the third point of the judgment's operative part, increasing the total party compensation owed by the opposing party to $\text{Fr. 7,016.95}$ to reflect the complete expenses for both expert opinions.

Schlagwörter

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Rechnungsfehler Urteilsdispositiv Verwaltungskosten Administrativgutachten Erhöhung der Entschädigung Entschädigung für Justizirrtümer Einspracheentscheid vom 3. Oktober 2019

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 100 Abs. 1 VRPG

Cited as the legal basis for the administrative authority to correct errors in a decision upon request.

Art. 100 Abs. 1 VRPG

Cited as the basis for the same deciding authority handling the correction decision.

Art. 39 ff. BGG

Cited as potential legal bases for lodging an appeal against this decision with the Federal Tribunal.

Art. 82 ff. BGG

Cited as potential legal bases for lodging an appeal against this decision with the Federal Tribunal.

Art. 90 ff. BGG

Cited as potential legal bases for lodging an appeal against this decision with the Federal Tribunal.

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Volltext

200 19 839 UV KNB/FRN/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 2. Oktober 2020 Berichtigung des Urteils vom 9. September 2020

Verwaltungsrichter Knapp Gerichtsschreiberin Franzen

A.________ vertreten durch Rechtsanwalt B.________ Beschwerdeführerin

gegen

SWICA Versicherungen AG Rechtsdienst UVG, Römerstrasse 38, 8401 Winterthur Beschwerdegegnerin

Berichtigung des Urteils vom 9. September 2020 Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Okt. 2020,UV/19/839, Seite 2

Erwägungen:

1. Den Parteien wurde am 17. September 2020 ein Urteil der Sozialversicherungsrechtlichen Abteilung des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. September 2020 eröffnet (UV/2019/839).

2. Am 28. September 2020 teilte Rechtsanwalt B.________ mit, dass es bezüglich der Auslagen für das Gutachten vom 6. Dezember 2018 und der ergänzenden Stellungnahme des Spitals C.________ vom 31. Oktober 2019 ein Missverständnis gegeben habe. In der Kostennote vom

28. Februar 2020 sei irrtümlich nur die Zahlung von Fr. 440.35 an das Spital C.________ für die ergänzende Stellungnahme vom 31. Oktober 2019 enthalten. Die Kosten für das Gutachten vom 6. Dezember 2018, welche sich auf Fr. 3'757.05 beliefen, seien darin noch nicht enthalten.

Somit betrage die gesamte Parteientschädigung Fr. 7'016.95.

3. Nach Art. 100 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) nimmt die Verwaltungsjustizbehörde von Amtes wegen oder auf schriftliches Gesuch hin die nötige Erläuterung oder Berichtigung vor, wenn ein Entscheid unter anderem Redaktionsoder Rechnungsfehler enthält (Abs. 1). Das Gesuch um Erläuterung oder Berichtigung ist binnen 30 Tagen seit der Eröffnung des Entscheids zu stellen; zu seiner Erledigung brauchen die anderen Parteien nicht angehört zu werden (Abs. 2). Der erläuterte oder berichtigte Entscheid ersetzt den ursprünglichen (Abs. 4).

Im Bereich des Sozialversicherungsrechts gilt nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung das Gebot der formlosen und jederzeitigen Berichtigung von Entscheiden als ungeschriebener Verfahrensgrundsatz, an den sich die kantonalen Rechtspflegeorgane zu halten haben. Die in Art. 100 Abs. 2 VRPG enthaltene Befristung ist insoweit nicht anwendbar (vgl. MERKLI/AESCHLIMANN/HERZOG, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 100 N. 10).

Art. 100 Abs. 4 VRPG ist im Zusammenhang mit Art. 59 VRPG zu lesen. Daraus erhellt, dass der ursprüngliche Entscheid nur dann ersetzt wird, wenn er erläutert oder berichtigt worden ist. Mit der Eröffnung des Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Okt. 2020, UV/19/839, Seite 3

erläuterten oder berichtigten Entscheids läuft eine neue Rechtsmittelfrist. Allfällige gegen den ursprünglichen Entscheid erhobene Rechtsmittel werden gegenstandslos (vgl. MERKLI/AESCHLIMANN/HERZOG, a.a.O., Art. 100 N. 16).

4. Der von der Beschwerdeführerin am 28. September 2020 eingereichten Rechnung des Spital C.________ (in den Gerichtsakten) ist zu entnehmen, dass die Untersuchung der Beschwerdeführerin samt Erstellung des Gutachtens vom 6. Dezember 2018 Fr. 3'757.05 gekostet hat.

5. Im Entscheid vom 9. September 2020 (UV/2019/839) wurde in E. 5.2 erwogen, dass die Kosten für die beiden Expertisen (Privatgutachten vom 6. Dezember 2018 sowie Stellungnahme vom 31. Oktober 2019)

objektiv notwendige Beweismittel darstellen, weshalb die entsprechenden Kosten der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen sind.

Es ist offensichtlich, dass lediglich der Betrag von Fr. 440.35 an das Spital C.________ für die Stellungnahme vom 31. Oktober 2019 bei der Berechnung der Parteientschädigung berücksichtigt wurde. Richtigerweise sind die Auslagen von Fr. 3'757.05 für das Gutachten vom 6. Dezember 2018 bei der Berechnung der Parteientschädigung ebenfalls zu berücksichtigen. Ziffer 3 des Dispositivs des Urteils UV/2019/839 hat demnach zu lauten:

"Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 7'016.95 (inkl. Auslagen, Mehrwertsteuer und Zahlungen an das Spital C.________) zu ersetzen."

Ziffer 3 des Dispositivs ist somit entsprechend zu berichtigen.

6. Für diesen kostenlosen Entscheid ist dieselbe Spruchbehörde zuständig wie für den ursprünglichen Entscheid (Art. 100 Abs. 1 VRPG).

7. Es wird für die Berichtigung keine Parteientschädigung zugesprochen. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Okt. 2020,UV/19/839, Seite 4

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Ziffer 3 des Dispositivs des am 17. September 2020 eröffneten Urteils vom 9. September 2020 in Sachen A.________ (UV/2019/839) wird wie folgt berichtigt:

"Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 7'016.95 (inkl. Auslagen, Mehrwertsteuer und Zahlungen an das Spital C.________) zu ersetzen."

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteientschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):

- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin

- SWICA Versicherungen AG (inkl. Kopie der Eingabe der Beschwerdeführerin vom 28. September 2020)

- Bundesamt für Gesundheit

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.