Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
200 2015 565 • VG BE 200 2015 565 KI-generiert

Cantonal Administrative Court Declines Jurisdiction Over Interim Health Insurance Practice Measure Appeal

Geschäftsnummer 200 2015 565
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Kanton Bern (CH-BE)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)
Kostenauflage keine Kosten erhoben

Legislator-Zusammenfassung

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The Swiss Cantonal Administrative Court declined jurisdiction over an appeal against an interim procedural decision issued by the Cantonal Department of Health and Welfare concerning preliminary measures in a dispute about a doctor's admission to practice under compulsory health insurance (Art. 55a KVG), which was initially denied by the Cantonal Medical Office. The court reasoned that, under federal law, appeals concerning Art. 55a KVG are subject to direct appeal to the Federal Administrative Court after a decision by the Cantonal Government (or a body with delegated authority), thus bypassing the Cantonal Administrative Court, and since the Cantonal Administrative Court lacked jurisdiction in the main matter, it also lacked jurisdiction over the procedural decision. Furthermore, applying cantonal administrative procedure law for cases not covered by federal law, the court concluded that the correct cantonal authority for appeals against the Department's decision was the Cantonal Government (*Regierungsrat*), and accordingly referred the case to the latter after determining it lacked essential subject-matter jurisdiction.

Legislator-Regeste

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Art. 53 Abs. 1 KVG, Art. 62 Abs. 1 lit. a VRPG, Art. 60 Abs. 1 lit. a VRPG, Art. 62 Abs. 2 VRPG, Art. 55a KVG, Art. 64 VRPG; Cantonal Administrative Court Declines Jurisdiction Over Interim Health Insurance Practice Measure Appeal: 55a KVG), which was initially denied by the Cantonal Medical Office. The court reasoned that, under federal law, appeals concerning Art. 55a KVG are subject to direct appeal to the Federal Administrative Court after a decision by the Cantonal Government (or a body with delegated authority), thus bypassing the Cantonal Administrative Court, and since the Cantonal Administrative Court lacked jurisdiction in the main matter, it also lacked jurisdiction over the procedural decision. Furthermore, applying cantonal administrative procedure law for cases not covered by federal law, the court concluded that the correct cantonal authority for appeals against the Department's decision was the Cantonal Government (*Regierungsrat*), and accordingly referred the case to the latter after determining it lacked essential subject-matter jurisdiction.

Schlagwörter

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sachliche Unzuständigkeit Verwaltungsbehörde vorsorgliche Massnahme Entscheidungen auf medizinischem Gebiet Krankenversicherungsorgan verfahrensrechtliche Fragen Verfügung vom 22. Mai 2015 (GEF.2015-0853 / kr)

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 108 Abs. 1 VRPG

Applied to refrain from levying court costs due to the special circumstances of the case.

Art. 104 Abs. 1 VRPG

Mentioned as the basis for the fact that all cost issues will be clarified before the competent authority.

Art. 64 VRPG

Referred to (by exclusion, 'e contrario') to determine that the appeal was incorrectly lodged with the Cantonal Administrative Court instead of the Government Council.

Art. 4 Abs. 1 VRPG

Applied to determine that the case must be forwarded to the competent authority (Government Council) after the decision becomes legally final.

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Volltext

200 15 565 KV SCI/ABE/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 26. Juni 2015

Verwaltungsrichter Schwegler Gerichtsschreiberin Abenhaim

A.________, Dr. med. vertreten durch Rechtsanwälte Dr. B.________ und C.________ Beschwerdeführer 1

D.________ vertreten durch Rechtsanwälte Dr. B.________ und C.________ Beschwerdeführerin 2

gegen

Kantonsarztamt Rathausgasse 1, 3011 Bern Beschwerdegegner

Gesundheitsund Fürsorgedirektion des Kantons Bern Rechtsamt, Rathausgasse 1, 3011 Bern Vorinstanz

betreffend Verfügung vom 22. Mai 2015 Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Juni 2015, KV/15/565, Seite 2

Der Einzelrichter zieht in Erwägung:

1. Die Beschwerdeführenden haben bei der Gesundheitsund Fürsorgedirektion des Kantons Bern (GEF) Beschwerde gegen eine Verfügung des Kantonsarztamts vom 24. März 2015 erhoben. Die Gesundheitsund Fürsorgedirektion des Kantons Bern hat ihrerseits mit prozessleitender Verfügung vom 22. Mai 2015 über das Gesuch um vorsorgliche Massnahmen im Beschwerdeverfahren entschieden. Gegen letztere Verfügung haben die Beschwerdeführenden am 17. Juni 2015 – entsprechend der Rechtsmittelbelehrung – beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben. In Absprache zwischen den Abteilungspräsidien der Verwaltungsrechtlichen und der Sozialversicherungsrechtlichen Abteilungen wurde der Fall bei der Sozialversicherungsrechtlichen Abteilung registriert (vgl. Art. 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom

11. Juni 2009 [GSOG; BSG 161.1]).

2. Zuständig zur Beurteilung von Beschwerden gegen Beschlüsse der Kantonsregierungen nach Art. 55a des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung vom 18. März 1994 (KVG; SR 832.10) ist das Bundesverwaltungsgericht (Art. 53 Abs. 1 KVG; vgl. zum Ganzen auch den zur Publikation vorgesehenen Entscheid des Bundesgerichts vom 21. Mai 2015, 9C_849/2014). Unter diesen Umständen geht der Rechtsweg in solchen Verfahren von Bundesrechts wegen über den Regierungsrat an das Bundesverwaltungsgericht (vgl. auch Art. 33 lit. i des Bundesgesetzes über das Bundesverwaltungsgericht vom 17. Juni 2005 [VGG; SR 173.32]). Wo entsprechende Kompetenzen vom Regierungsrat an eine kantonale Direktion delegiert sind, ist der Entscheid der Direktion direkt beim Bundesverwaltungsgericht anfechtbar (BGE 134 V 45). Nicht zuständig ist das kantonale Verwaltungsoder Versicherungsgericht (vgl. das im Nachgang zu BGE 134 V 45 ergangene Urteil des Bundesgerichts vom 11. Dezember 2008, 9G_2/2008, wie auch das Urteil vom 26. März 2009, 9C_35/2009).

Die kantonale Verordnung über die Ausnahmen von der Zulassungseinschränkung für Leistungserbringerinnen und Leistungserbringer zur Tätigkeit zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung vom Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Juni 2015, KV/15/565, Seite 3

29. Januar 2014 (ZulaV; BSG 842.111.5) enthält keine Ausnahmeregelung betreffend den innerkantonalen Rechtsweg, womit die allgemeinen Regeln des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 (VRPG; BSG 155.21) zur Anwendung gelangen. Gemäss Art. 62 Abs. 1 lit. a VRPG behandelt die in der Sache zuständige Direktion Beschwerden gegen Verfügungen im Sinne von Art. 60 Abs. 1 lit. a VRPG der ihr untergeordneten Verwaltungseinheiten (Ämter, Abteilungen, Dienststellen), sofern nicht die Gesetzgebung ein Rechtsmittel unmittelbar an eine andere Rechtsmittelinstanz vorsieht. Die Direktion ihrerseits entscheidet als letzte kantonale Instanz, wenn es die Gesetzgebung vorsieht (Art. 62 Abs. 2 VRPG). Da eine solche Regelung hier nicht besteht (vgl. Verordnung vom 29. November 2000 über die Organisation und die Aufgaben der Gesundheitsund Fürsorgedirektion [OrV GEF; BSG 152.221.121]; vgl. auch Markus Müller, Bernische Verwaltungsrechtspflege, 2. Aufl. 2011,

S. 160 f. sowie Vortrag des Regierungsrates an den Grossen Rat betreffend das Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG], Tagblatt 2008 Beilage 11, S. 12, 14), ist kantonsintern ein im Rahmen von Art. 55a KVG getroffener Entscheid der Direktion nach Art. 64 VRPG (erster Satz sowie die Ausnahmen e contrario) beim Regierungsrat anzufechten.

3. Anfechtungsobjekt in der Hauptsache ist vorliegend die Verfügung des Kantonsarztamts vom 24. März 2015. Streitgegenstand ist dabei die Zulassung des Beschwerdeführers 1 zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung abrechnen zu können. Die Zulassung war vom Beschwerdegegner dabei unter Hinweis auf Art. 55a KVG abgelehnt worden. In der Hauptsache ist das Verwaltungsgericht damit nicht zuständig. Ist das Verwaltungsgericht in der Hauptsache sachlich nicht zuständig, so ist es auch nicht zuständig für die Beurteilung allfälliger Beschwerden gegen prozessleitende Verfügungen bzw. Zwischenentscheide (vgl. Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, N. 17 zu Art. 49). Unter diesen Umständen ist auf die Durchführung eines Schriftenwechsels vor dem Verwaltungsgericht zu verzichten (vgl. Art. 83 i.V.m. Art. 69 Abs. 1 VRPG). Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Juni 2015, KV/15/565, Seite 4

4. Gestützt auf Art. 4 Abs. 1 VRPG ist die Sache nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils an die für den Entscheid zuständige Instanz, hier den Regierungsrat des Kantons Bern, weiterzuleiten.

5. Für diesen Entscheid ist der Einzelrichter zuständig (Art. 57 Abs. 1 und 2 GSOG).

6. Gesonderte Kosten sind den Parteien mit dem vor Verwaltungsgericht geführten Verfahren bzw. dessen Entscheid nicht entstanden. Die Beschwerde wird weitergeleitet. Sämtliche Fragen zu den Parteikosten werden im Rahmen des vor der zuständigen Behörde zu führenden Verfahrens zu klären sein (Art. 104 Abs. 1 VRPG).

Auf das Erheben von Verfahrenskosten wird zufolge der besonderen Umstände, insbesondere unter Berücksichtigung des (unzutreffenden) Wortlauts der Rechtsmittelbelehrung der angefochtenen Verfügung, verzichtet (Art. 108 Abs. 1 VRPG).

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Auf die Beschwerde vom 17. Juni 2015 wird nicht eingetreten.

2. Die Beschwerde vom 17. Juni 2015 sowie die entsprechenden Beilagen werden nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils an den Regierungsrat des Kantons Bern weitergeleitet.

3. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch Parteikosten zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Juni 2015, KV/15/565, Seite 5

4. Zu eröffnen (R):

- Rechtsanwälte Dr. B.________ und C.________ z.H. der Beschwerdeführerenden

- Kantonsarztamt

- Rechtsamt der Gesundheitsund Fürsorgedirektion des Kantons Bern

- Bundesamt für Gesundheit

Zur Kenntnisnahme:

- Regierungsrat des Kantons Bern, Staatskanzlei, Postgasse 68, 3000

Bern 8 (die Akten der Beschwerdeführenden werden nach Rechtskraft dieses Urteils weitergeleitet)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.