Jurisdictional Appeal Regarding Health Insurance Billing Rights and Provisional Measures
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertTwo parties lodged an appeal with the Cantonal Administrative Court against an interim decision by the Cantonal Directorate of Health and Welfare concerning a request for provisional measures in an appeal against a Cantonal Medical Office decision regarding the right to bill services to the mandatory health insurance, which had been rejected under Art. 55a of the Federal Health Insurance Act (KVG). The Cantonal Administrative Court determined it lacked subject-matter jurisdiction, finding that in cases concerning Art. 55a KVG, the correct appellate path bypasses the Cantonal Administrative Court (and even the Cantonal Directorate in its non-delegated capacity) and leads directly from the Cantonal Directorate's decision to the Federal Administrative Court; however, since the initial decision was made by a subordinate unit within the canton, and no specific cantonal legislation provided for a direct federal appeal at the cantonal level, the proper intermediate cantonal authority to hear the appeal against the Directorate's decision was the Cantonal Government (Regierungsrat) as per cantonal administrative procedure law. Consequently, the court declined to enter into the appeal against the interim decision, as it lacked primary jurisdiction, and ordered the case documentation forwarded to the competent Cantonal Government office.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 53 Abs. 1 KVG, Art. 62 Abs. 1 lit. a VRPG, Art. 60 Abs. 1 lit. a VRPG, Art. 62 Abs. 2 VRPG, Art. 55a KVG, Art. 64 VRPG; Jurisdictional Appeal Regarding Health Insurance Billing Rights and Provisional Measures: 55a of the Federal Health Insurance Act (KVG). The Cantonal Administrative Court determined it lacked subject-matter jurisdiction, finding that in cases concerning Art. 55a KVG, the correct appellate path bypasses the Cantonal Administrative Court (and even the Cantonal Directorate in its non-delegated capacity) and leads directly from the Cantonal Directorate's decision to the Federal Administrative Court; however, since the initial decision was made by a subordinate unit within the canton, and no specific cantonal legislation provided for a direct federal appeal at the cantonal level, the proper intermediate cantonal authority to hear the appeal against the Directorate's decision was the Cantonal Government (Regierungsrat) as per cantonal administrative procedure law. Consequently, the court declined to enter into the appeal against the interim decision, as it lacked primary jurisdiction, and ordered the case documentation forwarded to the competent Cantonal Government office.
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KI-generiertThe court waived the collection of procedural costs based on this provision due to the special circumstances.
This provision served as the basis for forwarding the case to the competent authority (Government Council of the Canton of Bern) upon legal finality.
This article was cited as the basis for determining the authority competent to rule on the appeal internally, although the court ultimately found itself incompetent.
Volltext
200 15 564 KV publiziert in BVR 2016 S. 366 SCI/ABE/SEE
Verwaltungsgericht des Kantons Bern Sozialversicherungsrechtliche Abteilung
Urteil des Einzelrichters vom 26. Juni 2015
Verwaltungsrichter Schwegler Gerichtsschreiberin Abenhaim
A.________, Dr. med. vertreten durch Rechtsanwälte B.________ und C.________ Beschwerdeführerin 1
D.________ vertreten durch Rechtsanwälte B.________ und C.________ Beschwerdeführerin 2
gegen
Kantonsarztamt Rathausgasse 1, 3011 Bern Beschwerdegegner
Gesundheitsund Fürsorgedirektion des Kantons Bern Rechtsamt, Rathausgasse 1, 3011 Bern Vorinstanz
betreffend Zwischenverfügung vom 22. Mai 2015 Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Juni 2015, KV/15/564, Seite 2
Der Einzelrichter zieht in Erwägung:
1. Die Beschwerdeführenden haben bei der Gesundheitsund Fürsorgedirektion des Kantons Bern (GEF) Beschwerde gegen eine Verfügung des Kantonsarztamts vom 24. März 2015 erhoben. Die Gesundheitsund Fürsorgedirektion des Kantons Bern hat ihrerseits mit prozessleitender Verfügung vom 22. Mai 2015 über das Gesuch um vorsorgliche Massnahmen im Beschwerdeverfahren entschieden. Gegen letztere Verfügung haben die Beschwerdeführenden am 17. Juni 2015 – entsprechend der Rechtsmittelbelehrung – beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben. In Absprache zwischen den Abteilungspräsidien der Verwaltungsrechtlichen und der Sozialversicherungsrechtlichen Abteilungen wurde der Fall bei der Sozialversicherungsrechtlichen Abteilung registriert (vgl. Art. 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom
11. Juni 2009 [GSOG; BSG 161.1]).
2. Zuständig zur Beurteilung von Beschwerden gegen Beschlüsse der Kantonsregierungen nach Art. 55a des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung vom 18. März 1994 (KVG; SR 832.10) ist das Bundesverwaltungsgericht (Art. 53 Abs. 1 KVG; vgl. zum Ganzen auch den zur Publikation vorgesehenen Entscheid des Bundesgerichts vom 21. Mai 2015, 9C_849/2014). Unter diesen Umständen geht der Rechtsweg in solchen Verfahren von Bundesrechts wegen über den Regierungsrat an das Bundesverwaltungsgericht (vgl. auch Art. 33 lit. i des Bundesgesetzes über das Bundesverwaltungsgericht vom 17. Juni 2005 [VGG; SR 173.32]). Wo entsprechende Kompetenzen vom Regierungsrat an eine kantonale Direktion delegiert sind, ist der Entscheid der Direktion direkt beim Bundesverwaltungsgericht anfechtbar (BGE 134 V 45). Nicht zuständig ist das kantonale Verwaltungsoder Versicherungsgericht (vgl. das im Nachgang zu BGE 134 V 45 ergangene Urteil des Bundesgerichts vom 11. Dezember 2008, 9G_2/2008, wie auch das Urteil vom 26. März 2009, 9C_35/2009).
Die kantonale Verordnung über die Ausnahmen von der Zulassungseinschränkung für Leistungserbringerinnen und Leistungserbringer zur Tätigkeit zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung vom Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Juni 2015, KV/15/564, Seite 3
29. Januar 2014 (ZulaV; BSG 842.111.5) enthält keine Ausnahmeregelung betreffend den innerkantonalen Rechtsweg, womit die allgemeinen Regeln des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 (VRPG; BSG 155.21) zur Anwendung gelangen. Gemäss Art. 62 Abs. 1 lit. a VRPG behandelt die in der Sache zuständige Direktion Beschwerden gegen Verfügungen im Sinne von Art. 60 Abs. 1 lit. a VRPG der ihr untergeordneten Verwaltungseinheiten (Ämter, Abteilungen, Dienststellen), sofern nicht die Gesetzgebung ein Rechtsmittel unmittelbar an eine andere Rechtsmittelinstanz vorsieht. Die Direktion ihrerseits entscheidet als letzte kantonale Instanz, wenn es die Gesetzgebung vorsieht (Art. 62 Abs. 2 VRPG). Da eine solche Regelung hier nicht besteht (vgl. Verordnung vom 29. November 2000 über die Organisation und die Aufgaben der Gesundheitsund Fürsorgedirektion [OrV GEF; BSG 152.221.121]; vgl. auch Markus Müller, Bernische Verwaltungsrechtspflege, 2. Aufl. 2011,
S. 160 f. sowie Vortrag des Regierungsrates an den Grossen Rat betreffend das Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG], Tagblatt 2008 Beilage 11, S. 12, 14), ist kantonsintern ein im Rahmen von Art. 55a KVG getroffener Entscheid der Direktion nach Art. 64 VRPG (erster Satz sowie die Ausnahmen e contrario) beim Regierungsrat anzufechten.
3. Anfechtungsobjekt in der Hauptsache ist vorliegend die Verfügung des Kantonsarztamts vom 24. März 2015. Streitgegenstand ist dabei die Zulassung der Beschwerdeführerin 1 zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung abrechnen zu können. Die Zulassung war vom Beschwerdegegner dabei unter Hinweis auf Art. 55a KVG abgelehnt worden. In der Hauptsache ist das Verwaltungsgericht damit nicht zuständig. Ist das Verwaltungsgericht in der Hauptsache sachlich nicht zuständig, so ist es auch nicht zuständig für die Beurteilung allfälliger Beschwerden gegen prozessleitende Verfügungen bzw. Zwischenentscheide (vgl. Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, N. 17 zu Art. 49). Unter diesen Umständen ist auf die Durchführung eines Schriftenwechsels vor dem Verwaltungsgericht zu verzichten (vgl. Art. 83 i.V.m. Art. 69 Abs. 1 VRPG). Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Juni 2015, KV/15/564, Seite 4
4. Gestützt auf Art. 4 Abs. 1 VRPG ist die Sache nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils an die für den Entscheid zuständige Instanz, hier den Regierungsrat des Kantons Bern, weiterzuleiten.
5. Für diesen Entscheid ist der Einzelrichter zuständig (Art. 57 Abs. 1 und 2 GSOG).
6. Gesonderte Kosten sind den Parteien mit dem vor Verwaltungsgericht geführten Verfahren bzw. dessen Entscheid nicht entstanden. Die Beschwerde wird weitergeleitet. Sämtliche Fragen zu den Parteikosten werden im Rahmen des vor der zuständigen Behörde zu führenden Verfahrens zu klären sein (Art. 104 Abs. 1 VRPG).
Auf das Erheben von Verfahrenskosten wird zufolge der besonderen Umstände, insbesondere unter Berücksichtigung des (unzutreffenden) Wortlauts der Rechtsmittelbelehrung der angefochtenen Verfügung, verzichtet (Art. 108 Abs. 1 VRPG).
Demnach entscheidet der Einzelrichter:
1. Auf die Beschwerde vom 17. Juni 2015 wird nicht eingetreten.
2. Die Beschwerde vom 17. Juni 2015 sowie die entsprechenden Beilagen werden nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils an den Regierungsrat des Kantons Bern weitergeleitet.
3. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch Parteikosten zugesprochen.
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Juni 2015, KV/15/564, Seite 5
4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwälte B.________ und C.________ z.H. der Beschwerdeführerenden
- Kantonsarztamt
- Rechtsamt der Gesundheitsund Fürsorgedirektion des Kantons Bern
- Bundesamt für Gesundheit
Zur Kenntnisnahme:
- Regierungsrat des Kantons Bern, Staatskanzlei, Postgasse 68,
3000 Bern 8 (die Akten der Beschwerdeführenden werden nach Rechtskraft dieses Urteils weitergeleitet)
Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:
Rechtsmittelbelehrung Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.