LÉGISLATIF ET ADMINISTRATIF
Table des dispositions (150)
Texte législatif (150 Articles)
Nummer 54.
(
477 )
Jahr 1841
LÉGISLATIF ET ADMINISTRATIF
DU GRAND-DUCHÉ DE LUXEMBOURG.
Königl.-Großherzogl. Verordnung
vom 12. October 1841, Nr. 16,
über die Organisation des Medicinalwesens.
(N° 10376. —
RP.)
Wir Wilhelm II, von Gottes Gnaden. König
der Niederlande, Prinz von Oranien-Nas-
sau, Großherzog von Luxemburg, u., u., u.,
Haben gut gefunden, Folgendes zu verordnen
Erster Abschnitt.
Von den Medizinal-Behörden.
Die obere Leitung der gesammten Medizinal-
Verwaltung ist der Landesregierung übertragen.
Es ist erlaubt, die verschiedenen Zweige der
Heilkunde, zu welchen man berechtigt ist, ver-
eint auszuüben.
Die Geburtshelfer müssen Chirurgen sein.
In den Orten, wo keine Apotheke ist, müssen
die Aerzte, Chirurgen und Thierärzte die von
der Landesregierung für ihre respectiven Heil-
zweige vorgeschriebenen Arzneimittel halten, bei
Vermeidung einer Geldbuße von 2 Gulden für
jedes fehlende Stück.
Für jedes verdorbene oder verfälschte Stück
verfallen sie in eine Geldbuße von 3 Gulden,
außer der Confiskation der Waare.
Sie haben sich bei dem Verkauf ihrer Arznei-
mittel an die gesetzliche Taxe zu halten, bei
III. RÉGLEMENT
sur les devoirs spéciaux des personnes
autorisées à exercer l'art de guérir.
A R T . 1 e r .
Dans les localités où il n'existe pas de pharmacie,
les médecins, chirurgiens et vétérinaires doivent
tenir les médicamens prescrits pour leurs branches
respectives par la Régence du pays, sous peine d'une
amende de 2 florins pour chaque objet manquant.
Pour chaque substance altérée ou sophistiquée ils
encourront une amende de 3 florins, et en outre sa
confiscation.
Ils devront, lors de la vente de leurs médicamens,
suivre la taxe légale, sous peine d'une amende de
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498 )
( 499 )
Vermeidung einer Geldbuße von 2 Gulden für
jede Ueberschreitung, die in Wiederholungs-
fällen bis auf 10 Gulden erhöht werden kann.
Sie sind für die Haltung der Gifte an die
im Art. 26 des Reglements, N° IV, für die
Apotheker vorgeschrieben Vorsichtsmaßregeln bei
Vermeidung einer Geldbuße von 10 Gulden
gebunden.
Die Apotheker haben sich der preußischen
Pharmakopöa nachzuachten.
Alle Väter und Mütter, Vormünder und
Vormünderinnen, Familien-Chefs, Aufseher oder
Directoren von Hospizien, Wohlthätigkeits-
und Armen-Anstalten, sind verbunden die ihnen
anvertrauten Kinder impfen zu lassen.
Sobald sich eine bösartige Krankheit epide-
mischer oder ansteckender Art in einer Gemeinde
zeigt, hat der Kunstverständige, welcher zuerst
Gelegenheit hat die Erscheinung zu bemerken,
davon auf der Stelle dem Bürgermeister der
Gemeinde und dem Kantonalarzt Anzeige zu
machen.
Zu derselben Anzeige an den Kantonalarzt ist
der Bürgermeister verpflichtet, wenn er zuerst
von der Krankheit Kenntniß erhält.
Die Gemeinden sind verpflichtet für die Pflege
ihrer armen Kranken zu sorgen.
Sie können zu diesem Zwecke sich mit einem
Arzte verständigen, welchem sie entweder eine
fixe Summe oder eine für jeden einzelnen Be-
such zu bestimmende Vergütung bewilligen. Die
desfallsigen Uebereinkommen sind der Genehmi-
gung der Landesregierung unterworfen.
Die unmittelbare Leitung sieht dem Oberme-
dizinal-Rathe zu.
Den Kantonalärzten stehen für den Umfang
ihres Kantons dieselben Attributionen zu, wie
die im vorigen Artikel dem Medizinal-Collegium
für den Umfang des Großherzogthums einge-
räumten.
Sie korrespondiren mit dem Medizinal-Colle-
gium, an welches sie ihre Anzeigen und etwaige
Vorschlage richten.
Die Prüfung der Aerzte erstreckt sich schrift-
lich und mündlich über folgende Gegenstände
Anatomie,
Physiologie,
Physik, Chemie, Geognosie und vorzüglich
Oryktognosie,
Botanik,
Zoologie,
Heilmittellehre und Recepturkunst,
Innere Pathologie,
Therapeutik,
Gerichtliche Medizin und öffentliche. Gesund-
heitspflege.
Sie haben außerdem in einem praktischen Exa-
men die Diagnostik der ihnen angewiesenen
Krankheiten und deren Prognostik anzuzeigen
und über die Behandlung dieser Krankheiten sich
zu verbreiten, so wie auch ihre anatomischen
Kenntnisse zu bewahren.
Die Chirurgen, Geburtshelfer, Hebammen
und Thierärzte müssen beständig im Besitz der
Instrumente sein, deren Haltung für einen jeden
dieser Heilzweige in einer durch die Landesre-
gierung festzustellenden und alle fünf Jahre zu
revidirenden Liste vorgeschrieben ist.
Sie verfallen in eine Geldbuße von 5 Gulden
für jedes fehlende oder in schlechtem Zustand
befindliche Instrument.
Für den Dienst der Armen, die Wohlthätig-
keitsanstalten und Hospizien soll durch die Lan-
desregierung eine alle fünf Jahre zu revidirende
Armenpharmakopöa aufgestellt werden.
Die Kinder, welche nicht die Beweise der mit
ihnen geschehenen Impfung aufweisen können,
sind von den öffentlichen Schulen ausgeschlossen.
Der Bürgermeister der Gemeinde hat weiter
auf der Stelle dem Bistrikts-Commissär und
der Landesregierung Anzeige zu machen.
(
)
Die Ernennung der Aerzte, Wundärzte und
anderer Beamten der Heilanstalten steht den
Gemeinderäthen zu.
Zu diesem Behufe haben die verschiedenen
Anstalten für jede Stelle zwei Kandidaten zu
präsentiren.
Die specielle Aufsicht und Leitung des Ge-
ORDONNANCE ROYALE GRAND-DUCALE
du 12 octobre 1841, N° 16,
portant organisation du service médical
(N° 10376.—R. P.)
Nous GUILLAUME II, PAR LA GRACE DE DIEU,
Roi DES PAYS-BAS, PRINCE D'ORANGE-NASSAU,
GRAND-DUC DE LUXEMBOURG , etc., etc., etc. ,
Avons trouvé bon d'ordonner ce qui suit
SECTION PREMIÈRE.
Des fonctionnaires
médicaux.
ART. 1er.
La Régence du pays est chargée de la direction
supérieure de toute l'administration médicale.
ART. 2.
La direction immédiate appartient au Conseiller
médical supérieur.
ART. 3.
La surveillance et la direction spéciale du service
Verordnungs-und Verwaltungsblatt
des Großherzogthums Luxemburg.
Akte der Gesetzgebung.
Actes Législatifs.
sundheits-Dienstes ist dem Medizinal-Kollegium
übertragen.
Dasselbe besteht aus dem Ober-Medizinalrath,
als Präsidenten., aus vier Aerzten und zwei
Apothekern.
Von den Aerzten müssen wenigstens zwei
gleichzeitig Doktoren der Chirurgie und der
Entbindungskunde sein.
Einer von ihnen muß in dem Distrikt Die-
kirch, ein zweiter in dem von Grevenmacher,
und die beiden andern, so wie die zwei Apo-
theker in Luxemburg ihren Wohnsitz haben.
Die Mitglieder des Medizinalkollegiums wer-
den von Uns ernannt und genießen keinen Ge-
halt.
Bei Erledigung einer Stelle schlägt das Kol-
legium zwei Kandidaten im Fach des zu erse-
tzenden Mitgliedes vor.
Die Landesregierung kann diesen zwei neue
Kandidaten hinzufügen, und die Gesammtliste
wird Uns zur Ernennung vorgelegt.
Das Medizinal-Collegium richtet alljährlich an
die Landesregierung einen allgemeinen Bericht
über seine Verrichtungen und Beobachtungen
im verflossenen Jahre, über die wichtigsten me-
dizinalpolizeilichen Ereignisse, so wie über die
Verwendung der ihm vom Staate bewilligten
Gelder.
Diesem Berichte werden die allgemeinen Be-
richte der Kanonalärzte beigegefügt.
Die schriftliche und mündliche Prüfung der
Wundärzte erstreckt sich über folgende Gegen-
stände
Anatomie,
Physiologie,
Arzneimittellehre, so weit sie in die Chirurgie
einschlägt,
Pathologie,
Aeußere Therapeutik,
Gerichtliche Medizin.
Der Kandidat hat außerdem in einem prak-
tischen Examen die Diagnostik, die Prognostik
lors des assemblées trimestrielles du collége mé-
dical.
ART. 2.
L'examen par écrit et oral des médecins s'éten-
dra sur les objets suivans
L'anatomie,
La physiologie,
La physique, la chimie, la géognosie et par-
ticulièrement l'oryctognosie,
La botanique,
La zoologie,
La matière médicale et l'art de formuler,
La pathologie interne,
La thérapeutique,
La médecine légale et l'hygiène publique.
Ils auront en outre à établir, dans un examen
pratique, le diagnostic et le pronostic des maladies
qui leur seront soumises, et à s'expliquer sur le trai-
tement de ces maladies, comme aussi de donner la
preuve de leurs connaissances anatomiques.
ART. 3.
L'examen écrit et oral des chirurgiens s'étendra
sur les objets suivans
L'anatomie,
La physiologie,
La matière médicale pour autant qu'elle re-
garde la chirurgie,
La pathologie,
La thérapeutique chirurgicale,
La médecine légale.
Le candidat aura en outre à établir Ie diagnostic,
( 495 )
und die Behandlung der ihm angewiesenen Ue-
bel zu zeigen.
Die Aerzte sollen leserlich mit Tinte ihre Re-
zepte in lateinischen, deutscher oder französischer
Sprache schreiben, und dabei ohne Abkürzungen
die Arzneien und ihre Quantitäten angeben,
unter Hinzufügung des Tages, Monates und
Jahres der Ueberlieferung, des Namens des
Kranken, oder (im Falle die Verheimlichung ge-
wünscht wird), eines unterscheidenden Kennzei-
chens, sodann der Art, wie das Mittel ange-
wendet werden soll, und endlich ihres eigenen
Namens oder ihrer Paraphe.
Wenn sie Magistralpräparate vorschreiben,
welche nicht in der angenommenen Pharmakopöa
aufgeführt sind, so sollen sie das Dispensar
oder die Pharmakopöa angeben, welche diese
Mittel begreifen.
Die Apotheker müssen mit allen in den Phar-
makopöa verzeichneten Heilmitteln versehen sein,
und dieselben in gutem Stande halten, bei
Strafe von 2 Gulden Geldbuße für jedes feh-
lende oder verdorbene Stück, außer der Con-
fiscation der verdorbenen Waare.
Diese Kinder und ihre Eltern und Vormünder
sind ausgeschlossen von allen Vottheilen der
Wohlthätigkeits- und Armen-Anstalten.
Der Kantonsarzt und der Distriktscommissär
werden sich alsbald an Ort und Stelle begeben,
um in Gemeinschaft mit der Ortsbehörde und
bis zur Ankunft der Instructionen der Landes-
regierung oder des durch sie abgeordneten Com-
missärs die nötigsten Sicherheitsmaßregeln zu
treffen.
Die Absetzung dieser Beamten steht auf den
motivirten Antrag der Gemeinderäthe der Lan-
desregierung zu.
Es ist dem Medizinal-Kollegium eine jährliche
Summe von 300 Gulden für Büreaukosten und
eine weitere Summe von 600 Gulden zur Be-
streitung seiner weitern Ausgaben, als Anschaf-
fung der für die Prüfungen nöthigen Gegen-
stände, Reisekosten für die Untersuchung der
Apotheken, u. s. w., und Reise-und Aufent-
haltskosten für die außerhalb Luxemburg woh-
nenden Mitglieder bewilligt.
Die im Art. 38 des Gesetzes vorgeschriebenen
Visitationen der Apotheken, Arznei-und Ma-
terialien-Vorräthe und Instrumente, sollen in
allen Fällen durch ein' von dem Medizinal-Col-
legium bezeichnetes Mitglied desselben, welches
ein Arzt sein muß, vorgenommen werden. Die
Visitation kann nicht zweimal hintereinander
durch dasselbe Mitglied vorgenommen werden.
Das visitirende Mitglied muß immer von einem
Beamten der gerichtlichen Polizei begleitet sein.
Er soll außerdem bei der Visitation der Apo-
theken, der Arzneivorrâthe der zur Haltung des-
selben berechtigten Personen und Anstalten, so
wie der Laden der Droguisten, von einem Apo-
theker, welcher Mitglied des Collegiums ist,
Dances relatives à la police médicale.
Il est chargé en général des intérêts du service sa-
nitaire, et propose à la Régence du pays toutes les
mesures et améliorations qu'il croira nécessaires.
ART.
2.
Les médecins de canton ont dans l'étendue de
leur canton les mêmes attributions qui sont données
dans l'article précédent au collége médical pour tout
le Grand-Duché.
Ils correspondent avec le collége médical auquel
ils transmettront tous leurs avis et les propositions
qu'ils jugeront convenables.
ART. 3.
Le collége médical transmettra annuellement à la
Régence du pays un rapport général sur ses travaux
et observations dans l'année écoulée, sur les événe-
mens principaux concernant la police médicale, ainsi
que sur l'emploi des fonds qui lui sont alloués par
l'État.
A ce rapport seront joints les rapports généraux
des médecins de cantons.
ART. 4.
La visite des pharmacies, des dépôts de médi-
camens et de drogues et des instrumens, prescrite
par l'art. 38 de la loi, doit toujours être faite par
un membre du collége médical, délégué à cet effet ;
ce membre devra être médecin. La visite ne pourra
être faite deux fois de suite par le même membre. Le
membre visitant devra toujours être accompagné
par un officier de la police judiciaire.
Il sera en outre accompagné, lors de la visite des
pharmacies, des approvisionnemens de medicamens
des personnes ou des établissemens autorisés à les tenir,
ainsi que des boutiques de droguiste , par un phar-
macien ; membre du collége. Ce pharmacien pourra
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begleitet sein. Dieser Apotheker kann in drin-
genden Fällen durch einen andern adjungirten
Apotheker ersetzt werden.
Das schriftliche und mündliche Examen der
Geburtshelfer erstreckt sich über folgende Ge-
genstände
Pathologie der schwangern Frauen, der Wöch-
nerinnen und der Neugebornen,
Lehre von den Entbindungs-Operationen, ge-
richtliche Medizin in Beziehung auf Zeit der
Schwangerschaft und auf Entbindung.
Der Kandidat hat außerdem eine praktische
Prüfung zu bestehen.
Die Geburtshelfer
und Hebammen können
weibliche Lehrlinge annehmen, nachdem solche
vorher bei dem Kantonalarzte eine Prüfung im
Lesen und Schreiben und über ihre körperliche
Qualifikation bestanden haben.
2 florins pour chaque contravention ; en cas de ré-
cidive l'amende pourra être élevée jusqu'à 10 florins.
Ils sont tenus pour la conservation des poisons
aux précautions déterminées par l'art. 26 du régle-
ment n° IV pour les pharmaciens, sous peine d'une
amende de 10 florins.
ART. 2.
Les chirurgiens, accoucheurs, sages-femmes et vété-
rinaires doivent toujours être munis des instrumens
désignés pour chacune de ces branches de l'art de
guérir dans une liste à établir par la Régence du
pays ; cette liste sera révisée tous les cinq ans.
Ils encourrront une amende de 5 florins pour cha-
que instrument manquant ou en mauvais état.
ART. 3.
Les médecins écriront lisiblement et à l'encre leurs
recettes, soit en latin, soit en allemand ou en fran-
çais ; ils indiqueront sans abréviations les medica-
mens et leurs quantités, et ajouteront la date du jour,
mois et an de la remise, le nom du malade (ou en
cas qu'on désire le secret, un signe caractéristique),
puis la manière dont le médicament devra être em-
ployé, enfin leur nom ou paraphe.
S'ils prescrivent des préparations magistrales qui
ne sont pas indiquées dans la pharmacopée légale,
ils devront indiquer le dispensaire ou la pharmaco-
pée qui contiennent ce médicament.
ART. 4.
Les accoucheurs et sages-femmes peuvent ad-
mettre des élèves, aprés qu'ils auront subi devant
le médecin du canton un examen sur la lecture et
l'écriture, ainsi que sur leurs qualifications corpo-
relles.
Diese Lehrlinge werden bei dem Medizinal-
Collegium eingeschrieben.
Sie können dieselben unter ihren Augen Ge-
burten vornehmen lassen, wenn sie finden, daß
sie hinlängliche Kenntniße besitzen. Sie können
sich jedoch nie durch dieselben vertreten lassen.
(Gehört zum Königl. Beschluß vom 12.
Oktober 1841, N° 17.)
Der Geheimerath für die Luxemburger
Angelegenheiten,
Stifft.
IV.
Reglement
über die besonderu Verpflichtungen der Apo-
theker und Droguisten.
I. Zubereitung der Arzneimittel. Rezeptur.
Die Apotheker haben sich genau an die gesetz-
liche Taxe zu halten.
Es ist ihnen verboten mehr oder weniger zu
nehmen, bei Vermeidung einer Geldbuße von
Ces élèves seront inscrits par le collége médical
Ils pourront leur permettre d'opérer sous leurs
yeux des accouchemens, s'ils trouvent qu'ils possè-
dent des connaissances suffisantes. Dans aucun cas
cependant ils ne pourront se faire remplacer par
eux.
(Annexe à l'arrêté royal du 12
octobre 1841, n° 17.)
Le Conseiller intime pour les affaires
Luxembourgeoises,
STIFFT.
IV. RÈGLEMENT
sur les devoirs spéciaux des pharmaciens
et droguistes.
I . Préparations des mèdicamens et des recettes.
ART.
1er.
Les pharmaciens suivront la pharmacopée prus-
sienne.
ART. 2.
Pour le service des pauvres, des établissemens
de bienfaisance et des hospices , la Régence du pays
publiera une pharmacopée des pauvres, qui sera ré-
visée tous les cinq ans.
ART. 3.
Les pharmaciens devront être pourvus de tous les
médicamens désignés dans ,la pharmacopée, elles
conserveront en bon état, sous peine d'une amende
de 2 florins pour chaque objet manquant et altéré,
outre la confiscation des substances altérées.
ART. 4.
Les pharmaciens se tiendront exactement à la taxe
légale.
-Il leur est défendu de prendre plas ou moins, sous
peine d'une amende de 2 florins, qui pourra être
(
)
( 501 )
zwei Gulden, die in Wiederholungsfällen bis
auf 10 Gulden erhöht werden kann, außer der
Wiedererstattung des zu viel bezogenen.
Die Milizpflichtigen, welche nicht beweisen, daß
sie geimpft sind, sollen vor der Ziehung auf die
Liste der Einzustellenden eingeschrieben werden.
Die Landesregierung wird alsbald nach er-
haltener Anzeige die geeigneten Maaßregeln
verordnen.
Unsere Landesregierung wird dafür Sorge
tragen, daß eine den Bedürfnissen der Gemeinden
entsprechende Anzahl von Hebammen im Groß-
herzogthum vertheilt sei.
VII.
RÉGLEMENT
sur le service sanitaire des pauvres.
A R T . 1er.
Les communes sont obligées de prendre soin de
leurs malades indigens.
Elles pourront s'entendre à cet effet avec un mé-
decin auquel elles accorderont une somme fixe ou
une indemnité à fixer pour chaque visite. Les con-
ventions de cette espèce seront soumises à l'appro-
bation de la Régence du pays.
A R T . 2.
La nomination des médecins, chirurgiens et au-
tres employés des établissement de santé appartient
aux conseils communaux. ,
Les différens établissemens proposeront à cet effet
une liste de deux candidats.
A R T . 3.
La révocation de ces employés appartient à la
Régence du pays, sur la demande motivée des con-
seils communaux.
ART. 4.
La Régence du pays aura soin qu'un nombre de
sages-femmes approprié aux besoin des communes
soit répandu dans le Grand-Duché.
(
)
cher Aerzte, Reise- und Aufenthaltskosten der
Beamten, Entschädigung für die Eigenthümer
der auf Anordnung der Behörden getödteten
Thiere, Arzneimittel und dergleichen, beauftragt.
(Gehört zum König!. Beschlusse vom 12. October
1841, Nr. 17.)
Der Geheimerath für die Luxemburger
Angelegenheiten,
Stifft.
honoraires des vétérinaires, les frais de route et de
séjour des fonctionnaires, indemnités pour les pro-
priétaires des animaux abattus par ordre des auto-
rités, médicamens et autres dépenses semblables.
(Annexé à l'arrêté royal du 12
octobre 1841, n° 17.)
Le Conseiller intime pour les affaires
Luxembourgeoises,
STIFFT.
( 513
)
Sie hat diejenigen Hebammen zu bezeichnen,
welche besonders mit der Pflege der Armen
beauftragt sind. Die Gemeinden haben, je nach
dem Verhältniß ihrer Bedürfnisse, zur Bezah-
lung dieser Hebammen beizutragen. Diese Be-
zahlung geschieht, unter Genehmigung der Lan-
desregierung , entweder vermittelst eines fixen
Gehaltes oder einer für jede einzelne Behand-
lung zu bewilligenden Gebühr.
Die spezielle Aufsicht und Leitung des Ge-
sundheitsdienstes in einem jeden Kanton kann
einem Kantonsarzt übertragen werden.
Die Kantonalärzte werden von Unserer Lan-
desregierung aus einer von dem Medizinal-
Kollegium aufgestellten Liste von drei Kandidaten
für jede vakante Stelle ausgewählt. Sie müs-
( 478 )
sanitaire est confiée au collège médical.
Ce collège est composé du Conseiller médical
supérieur, comme président, de quatre médecins et
de deux pharmaciens.
Parmi les médecins, deux au moins doivent être
docteurs en chirurgie et accouchemens.
L'un d'eux doit être domicilié dans le district de
Diekirch, un autre dans celui de Grevenmacher, et
les deux derniers, ainsi que les deux pharmaciens
à Luxembourg.
Les membres du collége médical sont nommés
par Nous. Ils ne jouissent d'aucun traitement.
Pour pourvoir aux places devenues vacantes, le
collége proposera deux candidats exerçant la même
spécialité que le membre à remplacer.
La Régence du pays peut ajouter à cette liste
deux autres candidats, et Nous la présentera à l'effet
de faire un choix.
ART. 4.
Il est alloué au collège médical une somme an-
nuelle de 300 fls. pour frais de bureau et une autre
somme de 600 fls., pour faire face à ses autres dé-
penses, telles que l'acquisition des objets nécessaires
pour les examens, frais de déplacement pour la
visite des pharmacies, etc., frais de voyage et de
séjour pour les membres non domiciliés à Luxem-
bourg,
ART. 5.
La surveillance et la direction du service sanitaire
peuvent être confiées, dans chaque canton, à un
médecin de canton.
Les médecins de canton sont choisis par la Régence
du pays, sur là proposition du Collége médical qui
présentera à cet effet une liste de trois canditats pour
( 479 )
sen Doktoren der Medizin, der Chirurgie und
der Entbindungskunde sein.
Sie beziehen keinen Gehalt aus der Staats-
kasse.
Das Medizinal-Collegium versammelt sich re-
gelmäßig viermal im Jahr. Diese Versammlun-
gen sollen einen Monat vorher zur Kenntniß des
Publikums gebracht werden.
Der Präsident kann das Kollegium auch au-
ßerordentlich zusammenrufen.
Die Prüfung der Apotheker oder Provisoren
erstreckt sich mündlich und schriftlich über fol-
gende Gegenstände
Botanik,
Mineralogie,
Naturgeschichte der Thiere,
Physik,
Chemie,
Erkennung und Aufbewahrung der Droguen
und Gifte,
Pharmazeutische Kunst im engeren Sinne,
Anwendung der pharmazeutischen Kenntnisse
in der gerichtlichen Medizin und der allgemei-
nen Gesundheitspflege.
Der Kandidat hat ferner zur praktischen Prü-
fung verschiedene, ihm bezeichnete pharmazeu-
tische Zubereitungen und eine chemische Analyse
zu machen.
Die Apotheker sollen genau die Verordnungen
der anerkannten Kunstverständigen befolgen und
dürfen daran niemals etwas ändern, namentlich
nicht einen Stoff dem andern substituiren, selbst
wenn dieses unschädlich sein sollte, bei Vermei-
dung einer Geldbuße von 10 Gulden für jeden
Betretungsfall.
Die Impfungen geschehen überall wo es ver-
amende de 30 fls., qui pourra s'élever jusqu'à 100
florins en cas de récidive.
ART. 29.
Chaque aide ou élève pharmacien qui délivrera
clandestinement du poison, sera condamné, outre la
pénalité comminée par l'article 45 de la loi, à une
exclusion de la pharmacie pendant 6 mois à 2 ans.
(Annexé à l'arrété royal du
12 octobre 1841, n° 17.)
Le Conseiller intime pour les affaires du
Luxembourg,
STIFFT.
V. RÈGLEMENT
SUR LA VACCINE.
ART. 1er.
Tous pères et mères, tuteurs et tutrices, chefs de
famille, surveillans ou directeurs d'hospices, d'éta-
blissemens de bienfaisance ou de pauvres, sont obli-
gés de faire vacciner les enfans qui leur sont confiés.
ART. 2.
Les enfans qui ne pourront fournir la preuve
d'avoir été vaccinés seront exclus des écoles publi-
ques.
ART. 3.
Ces enfans, ainsi que leurs parens et tuteurs, se-
ront privés de tous les avantages des établissemens
de bienfaisance et de pauvres.
ART. 4.
Les miliciens qui ne pourront prouver qu'ils sont
vaccinés, seront inscrits, avant le tirage, en tête de
la liste des miliciens désignés pour le service.
ART. 5.
Les vaccinations ont lieu sans frais pour les vac-
( 508 )
langt wird, ohne Kosten für die zu Impfenden.
Diese unentgeltlichen Impfungen geschehen
durch die Kantonal-Aerzte, oder die von denselben
unter ihrer Verantwortlichkeit delegirten Wund-
ärzte.
Wo kein Kantonal-Arzt besteht, ernennt die
Landesregierung den Wundarzt, welchem dieser
Dienstzweig übertragen wird.
Ist die herrschende Krankheit der Art, daß
sie die Grenzen des Großherzogthums überschrei-
ten kann, so soll die Landesregierung den Be-
hörden der benachbarten Länder davon Nach-
richten geben.
Die Armenhebammen stehen unter dem be-
sondern Schütze der Regierung, und erhalten
Unterstützung und Belohnung für treue Dienste.
Zum Zweck der besondern Aufsicht auf den
Gesundheitsdienst der Thiere sollen im Groß-
herzogthum vier aus der Staatskasse zu besol-
dende Bezirksthierärzte bestehen.
Die Ernennung und Entlassung derselben geht
von der Landesregierung aus.
Sie müssen aus den Thierärzten erster Klasse
gewählt werden.
Sie beziehen einen jährlichen Gehalt von 200
bis 300 Gulden.
chaque place vacante. Ils doivent être docteurs en
médecine, chirurgie et accouchemens.
Ils ne reçoivent aucun traitement du trésor public.
ART. 6.
La surveillance particulière du service sanitaire
du bétail sera exercée par quatre vétérinaires de
district soldés par l'Etat.
Leur nomination et révocation appartiennent à
la Régence du pays.
Ils seront choisis parmi les vétérinaires de pre-
mière classe.
Ils jouiront d'un traitement annuel de 200 à 300
florins.
Zweiter Abschnitt.
Von der Ausübung der Heilkunde.
Erstes Kapitel.
Berechtigung zur Ausübung.
Die allgemeinen Versammlungen dienen haupt-
sächlich zur Vornahme der Prüfungen und zur
Berathung der Gegenstände von allgemeinerem
Interesse.
Außer denselben werden die Attributionen des
Medizinal-Kollegiums durch die in Luxemburg
anwesenden Mitglieder desselben versehen, welche
sich nach den Erfordernissen des Dienstes regel-
mäßig oder auf Convokation des Präsidenten
vereinigen.
Dieselben haben in der nächsten allgemeinen
Versammlung Bericht zu erstatten über ihre
Thätigkeit und über alle in der Zwischenzeit
vorgefallenen Ereignisse und Arbeiten von eini-
ger Erheblichkeit.
(Gehört zum Königl. Beschlüsse vom 12. October
1841, Nr. 17.)
Der Geheimerath für die Luxemburger
Angelegenheiten,
Stifft.
n cas d'urgence, être remplacé par un autre phar-
macien.
ART. 5.
Le collége médical se réunira régulièrement quatre
fois par an ; les réunions seront portées à la connais-
sance du public un mois d'avance. Le président
pourra aussi convoquer le collége extraordinaire-
ment.
ART. 6.
Les assemblées générales serviront principalement
aux examens et aux délibérations sur des objets
d'un intérêt général.
Dans les intervalles les attributions du collége
médical s'exerceront par les membres résidant à
Luxembourg, qui s'assembleront régulièrement, ou
sur convocation du président, d'après les exigeances
du service.
Ils auront à faire rapport, dans la première as-
semblée générale, sur leurs opérations et sur tous
les événemens et travaux un peu importans surve-
nus dans l'intervalle.
(Annexé à l'arrêté royal du
12 octobre 1841 n° 17.)
Le Conseiller intime pour les affaires
du Luxembourg ,
STIFFT.
II. Reglement
über die Prüfungen.
Art.
1.
Die Prüfungen in allen Zweigen der Heil-
kunde und der auf die Heilkunde bezüglichen
II. RÉGLEMENT
SUR
LES
EXAMENS.
ART. 1er.
Les examens dans toutes les branches de l'art de
guérir et des professions qui s'y rapportent, ont lieu
2te Beilage zur Nr. 54.
(494 )
Professionen finden statt zur Zeit der viertel-
jährigen Versammlungen des Medizinal-Colle-
giums.
Die Prüfung der Droguisten geschieht schrift-
lich und mündlich und erstreckt sich über die ersten
Elemente der Naturgeschichte und die Kenntniß
der Droguen.
le pronostic et le traitement des infirmités qui lui
seront présentées.
ART. 4.
L'examen par écrit et oral des accoucheurs s'é-
tendra sur les objets suivans
La pathologie des femmes enceintes, des accou-
chées et des enfans nouveau-nés,
La doctrine des opérations obstétricales , la mé-
decine légale par rapport au tems de la grossesse et
à l'accouchement.
Le candidat subira également un examen pra-
tique.
ART. 5.
L'examen des pharmaciens ou proviseurs s'éten-
dra par écrit et de vive voix sur les objets suivans
La botanique,
La minéralogie,
La zoologie,
La physique,
La chimie,
La connaissance et la conservation des drogues
et poisons,
L'art pharmaceutique proprement dit,
L'application des connaissances pharmaceutiques
à la médecine légale et à l'hygiène publique.
Le candidat, pour son examen pratique, aura à
faire plusieurs préparations pharmaceutiques et une
analyse chimique.
ART. 6.
Les droguistes subiront un examen par écrit et
oral, qui s'étendra sur les élémens d'histoire natu-
relle et la connaissance des drogues.
Wenn sie jedoch einen Irrthum in der Ver-
ordnung des Kunstverständigen entdecken oder
vermuthen, so sollen sie sich persönlich zu dem-
selben begeben, um seine Meinung zu erfahren.
Wenn sie nicht alsbald denjenigen Kunstverstän-
digen, welcher die Verordnung gegeben hat,
auffinden, so können sie die Verabfolgung der
Arznei bis zur weitern Aufklärung aufschieben,
in eiligen Fällen aber einen anderen Kunstver-
ständigen zu Nathe ziehen.
Die Vaccinatoren erhalten für jedes unent-
geltlich vaccinirte Kind ein Honorar von fünfzig
Cents, welches ihnen am Ende des Rechnungs-
jahrs aus den Gemeindefonds ausgezahlt wird,
nachdem die Etats von der Laudesregierung ge-
nehmigt sind.
Wenn in einer Gemeinde sich Spuren einer
ansteckenden oder epizootischen Krankheit unter
dem Vieh zeigen, so ist hiervon sofort dem
Bürgermeister Anzeige zu machen, welcher sei-
nerseits alsbald den Distriktscommissär und die
Landesregierung in Kenntniß setzte.
Sie werden aus diesem besondern Dienstver-
verhältniß durch die Landesregierung entlassen
wegen üblen Betragens oder Mangels an Eifer.
Die Personen, welche befugt sind, die ver-
schiedenen Zweige der Heilkunde in Unserem
Großherzogthume auszuüben, sind
a) Die Aerzte,
b) Die Chirurgen und Geburtshelfer,
c) Die Hebammen,
d) Die Thierärzte.
Die Prüfung der Hebammen ist mündlich und
praktisch.
Die mündliche Prüfung erstreckt sich
1° Auf alle Kenntnisse, welche zur Behand-
lung einer Schwangeren erforderlich sind ;
2° Das Studium des Beckens und der Ge-
burtstheile;
3° Die Lage des Kindes ;
4° Die Theorie und die Einteilung der Ge-
burten ;
5° Die Geburtswehen und das dabei zu be-
obachtende Verhalten der Hebamme ;
6° Die Operationen der Entbindung;
7° Die Pflege der Wöchnerinnen und Neu-
gebornen ;
8° Das Verhalten und die Operationen bei
dringenden Fällen,
9° Den Umfang und die Grenzen der Pflichten
einer Hebamme.
In der praktischen Prüfung hat die Candida-
tin am Phantom mehrere natürliche und schwie-
lige Entbindungen, auch die Operation des
Katheterism und der Anwendung von Schröpf-
köpfen vorzunehmen.
Die Apotheker sollen nur Verordnungen von
Kunstverständigen, welche die Regierung aner-
kannt hat, ausführen. Verordnungen fremder
Aerzte dürfen sie nur befolgen, wenn sie mit
leserlicher Namensunterschrift versehen sind und
kein gefährliches Medikament enthalten. I m ent-
gegengesetzten Falle müssen sie die Verordnungen
durch einen anerkannten Arzt visiren lassen.
Die Vaccinatoren der Landgemeinden haben
sich zweimal jährlich in jede Gemeinde zu be-
geben, um ihre Operationen daselbst vorzunehmen,
und sind in einem eingerichteten Hause, z. B.
der Schule, auf Veranstaltung des Bürger-
meisters und durch Vermittlung der Ortspolizei-
Beamten, alle während des Semesters gebo-
renen und nicht im vergangenen Semester ge-
impften Kinder zu versammeln.
In der Stadt Luxemburg werden die Impfun-
gen, welche unentgeldlich geschehen, an einem
bestimmten Tage jeden Monats im Stadthause
vorgenommen.
Der Distrikts - Thierarzt und eintretenden
Falls der Diftrikts-Commissär werden sich sofort
an Ort und Stelle begeben, um gemeinschaft-
lich mit der Ortsbehörde die nöthigsten Maaß-
regeln zur Unterdrückung der Krankheit zu er-
greifen.
Die Distrikts-Thierärzte sind verbunden, auf
ein Zeugniß der Ortsbehörde den dürftigen
Ei-
genthümern unentgeltlich zu Hülfe zu kommen,
wenn sie krankes Vieh haben.
Sie haben nur Recht auf die Entschädigung
für Reisekosten und Aufenhalt.
Diese Entschädigung, so wie die Kosten für
die verordneten Heilmittel fallen für ein Drittel
zu Lasten der Betheiligten, und für die beiden
andern Drittel zu Lasten des Ackerbaufonds,
welcher dieselben auf das Visa des Bürger-
meisters der Gemeinde zahlt.
Nur diejenigen Personen sind zur Ausübung
eines Zweiges der Heilkunde berechtigt, welche
nach vorher überstandener Prüfung, hiezu die
vorschriftsmäßige Ermächtigung erhalten haben,
und eben so dürfen die Berechtigten nur die
Zweige der Heilkunde ausüben, zu welchen sie
speziell ermächtigt sind.
DEUXIÈME SECTION.
De l'exercice de l'art de guérir.
CHAPITRE
Ier.
Autorisation d'exercer.
ART. 7.
Les personnes autorisées à exercer les différentes
branches de l'art de guérir, dans Notre Grand-
Duché, sont
a) Les médecins,
b) Les chirurgiens et accoucheurs,
c) Les sages-femmes,
d) Les vétérinaires.
ART. 8.
Nul ne pourra exercer une branche quelconque
de l'art de guérir, s'il n'a reçu, après un examen
préalable, l'autorisation prescrite, et de même on,
ne pourra exercer que les branches de l'art de gué-
rir pour lesquelles on aura reçu une autorisation
spéciale.
( 480 )
Die Prüfung der Thierärzte erstreckt sich
schriftlich und mündlich über folgende Gegen-
stände
1° Anatonne der verschiedenen Hausthiere ;
2° Physiologie;
3° Innere und äußere Pathologie ;
4° Therapeutik ;
5° Physik und Chemie;
6° Die Grundsätze eines guten Ackerbaues;
7° Naturgeschichte, besonders Botanik ;
ART. 7.
L'examen des sages-femmes est oral et pratique.
L'examen oral s'étendra ,
1° Sur toutes les connaissances nécessaires au
traitement d'une femme enceinte ;
2° Sur l'étude du bassin et des parties génitales ;
3° Sur les positions de l'enfant ;
4° Sur la théorie et les divisions des acoouche-
mens ;
5° Sur les maux et la conduite à suivre par la
sage-femme;
6° Les opérations de l'accouchement ;
7° Le traitement des femmes en couches et du
nouveau-né ;
8° La conduite à tenir et les opérations dans des
cas urgens ;
9° L'étendue et les limites des devoirs d'une sage-
femme.
Dans l'examen pratique elle opérera, sur le phan-
tôme, plusieurs accouchemens naturels et difficiles;
elle fera l'opération du cathétérisme et l'application
de ventouses,
ART. 8.
L'examen écrit et oral des vétérinaires s'étendra
sur les objets suivans
1° L'anatomie des différens animaux domesti-
ques ;
2° La physiologie ;
3° La pathologie interne et externe ;
4° La thérapeutique ;
5° La physique et la chimie;
6° Les élémens d'une bonne agriculture ;
7° L'histoire naturelle, particulièrement la bota-
nique ;
( 496 )
8° Allgemeine Gesundheitspflege;
9° Gerichtliche Thierheilkunde.
Zum Zwecke der praktischen Prüfung haben
die Kandidaten an einem Pferde verschiedene
chirurgische und hufschmiedliche Operationen
vorzunehmen.
Die Apotheker sollen leserlich auf die Etikette
der Arzneimittel, welche sie bereitet haben, den
Namen dessen, für welchen sie bestimmt sind,
oder das auf der Verordnung stehende Zeichen,
ferner das Datum, den Preis und die Gebrauchs-
anweisung schreiben, und selbst die Etikette un-
terzeichnen, oder durch einen Gehülfen unter-
zeichnen lassen, bei Vermeidung einer Geldbuße
von 2 Gulden für jeden Betretungsfall.
élevée jusqu'à 10 florins, en cas de récidive ; ils res-
titueront en outre ce qu'ils auront perçu en trop.
ART. 5.
Les pharmaciens exécuteront exactement les pres-
criptions des gens de l'art, et ne pourront jamais
rien y changer, par exemple, substituer une subs-
tance à une autre, même lorsque cela ne serait pas
nuisible, sous peine d'une amende de 10 fl. pour
chaque contravention.
ART. 6.
Si cependant ils découvraient ou supposaient une
erreur dans la prescription de l'homme de l'art, ils
se rendront en personne chez lui pour avoir son avis.
S'ils ne parvenaient pas à trouver de suite l'homme
de l'art qui a fait la prescription, ils pourront diffé-
rer la remise de la médecine jusqu'à ce qu'ils aient
obtenu les explications nécessaires ; dans des cas
d'urgence ils pourront cependant demander l'avis
d'un autre homme de l'art.
ART. 7.
Les pharmaciens ne devront exécuter que les
prescriptions d'hommes de l'art reconnus par le gou-
vernement. Ils ne pourront exécuter les ordonnan-
ces de médecins étrangers que lorsqu'elles seront si-
gnées lisiblement et ne contiendront aucun médica-
ment dangereux. Dans le cas contraire ils devront
faire viser les recettes par un médecin légalement
admis.
ART. 8.
Les pharmaciens écriront lisiblement sur l'éti-
quette du médicament qu'ils auront préparé, le nom
de celui auquel il est destiné, ou le signe qui se
trouve sur la recette, en outre la date, le prix et la
manière de l'employer, et signeront eux-mêmes l'é-
tiquette, ou la feront signer par un aide, sous peine
d'une amende de 2 fl. pour chaque contravention.
3te Beilage zur Nr. 54.
Die Vaccinatoren haben ihre Operationen in
Gegenwart des Bürgermeisters oder eines Ab-
geordneten desselben an den Kindern, welche
auf Kosten der Gemeinde geimpft werden, vor-
zunehmen.
Unsere Landesregierung ist mit der Erlassung
einer allgemeinen Verordnung über die Gesund-
heitspolizei der Thiere und mit der Einrichtung
eines besondern Fonds zur Bestreitung aller im
Interesse der thierarzneilichen Polizei
verur-
sachten Kosten und namentlich der Honorare
A R T . 3.
Le médecin de canton et le Commissaire de dis-
trict se rendront aussitôt sur les lieux, pour pren-
dre, conjointement avec l'autorité locale, les me-
sures de précaution nécessaires, en attendant l'ar-
rivée des instructions de la Régence du pays ou du
commissaire délégué par elle.
ART. 4.
La Régence du pays prescrira les mesures appro-
priées , aussitôt qu'elle aura reçu l'avis prérappelé.
A R T . 5.
Lorsque la maladie régnante est de nature à
pouvoir franchir les limites du Grand-Duché , la
Régence en donnera avis aux autorités des pays
circonvoisins.
ART. 6,
Lorsque dans une commune se montrent des
traces d'une épizootie ou maladie contagieuse dans
le bétail, il en sera donné de suite avis au bourg-
mestre , qui en donnera aussitôt connaissance au
Commissaire de district et à la Régence du pays.
ART. 7.
Le vétérinaire de district et, le cas échéant, le
Commissaire de district, se rendront aussitôt sur les
lieux, pour prendre avec l'autorité locale les me-
sures nécessaires pour arrêter la marche de la ma-
ladie.
A R T . 8.
Notre Régence du pays est chargée de la publi-
cation d'une ordonnance générale sur la police sa-
nitaire du bétail et de la création d'un fonds spécial
destiné à couvrir toutes les dépenses occasionnées
par la police sanitaire du bétail, entr'autres, les
VII. Reglement
über die Gesundheitspflege der Armen.
Sämmtliche Personen des Fachs,welche einen
Armen zu behandeln haben, können nur zwei
Drittel der Reise und Aufenhaltskosten und des
Honorars , welche der Tarif bewilligt, in An-
spruch nehmen.
Wir behalten Uns vor, fremden Aerzten, Chi-
rurgen und Thierärzten, welche sich durch ihre
Verdienste hierauf besondere Ansprüche erworben
haben, die Ermächtigung ohne vorgängige Prü-
fung zu ertheilen.
Nous Nous réservons d'accorder l'autorisation
sans examen préalable, à des médecins, chirurgiens
ou vétérinaires étrangers, qui, par leur mérite, se
seront acquis des droits particuliers à cette faveur.
In den Zulassungsdekreten ist der Grad, in
welchem der Kandidat die Prüfung bestanden
hat, anzugeben.
Bei Thierärzten wird der Grad durch die
Worte «Erster Gasse, Zweiter Classe " be-
zeichnet.
Les permis d'exercer indiqueront le degré d'après
lequel le candidat a soutenu l'examen.
Pour les vétérinaires ce grade est désigné par les
mots de première, de seconde classe.
Art.
10.
Les frais d'examen sont
a) Pour un médecin , 60 florins.
b) Pour un chirurgien, 60 fl.
c) Pour un pharmacien, 100 fl.
d) Pour un proviseur, 45 fl.
e) Pour un droguiste, 30 fl.
f) Pour un vétérinaire, 50 fl.
g) Pour une sage-femme, 15 fl.
Celui qui passera en même tems l'examen de mé-
decin, chirurgien et accoucheur, s'il est docteur
dans ces trois branches, paiera en tout 60 fis.
Le chirurgien qui passera en même tems l'exa-
men comme accoucheur ne paiera que la simple
taxe.
Sie sollen die Rezepte im Original zurückbe-
halten und wahrend 5 Jahren aufbewahren,
bei Vermeidung einer Geldstrafe von 1 Gulden
für jedes fehlende Rezept. Sie haben davon,
auf Verlangen demjenigen, welcher sie verordnet
hat, oder für welchen sie verordnet sind, Ab-
schriften zu geben. Sie müssen die Originale auf
Requisition den Verwaltungs- und Gerichtsbe-
hörden aufweisen.
Der Bürgermeister oder sein Abgeordneter
hat alle Kinder namentlich aufzurufen. Fehlt
eines oder mehrere, so hat er sich mit dem Impf-
arzte in die Wohnung der Eltern oder Vor-
münder zu begeben, um die Ursache der Abwesen-
heit zu erfahren, und im Falle diese Ursache nicht
cinés, partout où on le demandera.
Ces vaccinations gratuites seront opérées par les
médecins de canton, ou sous leur responsabilité, par
les chirurgiens qu'ils auront délégués à cet effet.
Partout où il n'y aura pas de médecin de canton,
la Régence du pays nommera le chirurgien auquel
celte branche du service sera confiée.
ART. 6.
Les vaccinateurs recevront pour chaque enfant
vacciné sans frais, une rétribution de 50 cents, qui
leur sera payée à la fin de l'année financière, sur
les fonds communaux, après que les états auront été
approuvés par la Régence du pays.
ART. 7.
Les vaccinateurs des communes rurales se ren-
dront deux fois par an dans toutes les communes,
pour y pratiquer leurs opérations ; tous les enfans
nés pendant le semestre, et ceux qui n'auraient pas
été vaccinés pendant le semestre précédent, seront
réunis sur les ordres du bourgmestre et par les soins
des agens de la police locale , dans une maison ap-
propriée, p. ex., la maison d'école.
Dans la ville de Luxembourg les vaccinations
gratuites auront lieu à jour fixe, tous les mois,
dans l'Hôtel-de-ville.
ART. 8.
Les vaccinateurs feront leurs opérations sur les
enfans vaccinés au compte de la commune, en pré-
sence du bourgmestre ou de son délégué.
ART. 9.
Le bourgmestre ou son délégué fera l'appel no-
minal de tous les enfans. En cas d'absence de l'un
ou de plusieurs d'entr'eux, il se rendra avec le vac-
cinateur dans la demeure des papens ou tuteurs,
afin d'apprendre la raison de leur absence, et dans
(
)
begründet ist, sie mit allen zulässigen Mitteln zu
überreden, daß sie die Wohlthat der Impfung
annehmen.
Alle Arzneimittel, welche für Arme verordnet
werden, sind nach der Armenpharmakopöa zu-
zubereiten. Bei der Berechnung dieser Arznei-
Elle désignera les sages-femmes spécialement char-
gées du traitement des pauvres. Les communes con-
tribueront en proportion de leurs besoins, au traite-
ment de ces sages femmes. Le paiement aura lieu
ou au moyen d'un traitement fixe ou par une in-
demnité à accorder pour chaque accouchement ; le
tout sous l'approbation de la Régence du pays.
ART. 5.
Les sages-femmes des pauvres seront sous la pro- -
tection spéciale du gouvernement, qui leur accor-
dera subside et récompense pour loyaux services.
ART. 6.
Elles seront démissionnées de ce service spécial
par la Régence du pays pour mauvaise conduite ou
manque de zéle.
ART. 7.
Les vétérinaires de districts, sur un certificat de
l'autorité communale, sont tenus de venir gratuite-
ment au secours des pauvres, lorsqu'ils ont du bé-
tail malade.
Ils n'ont droit qu'à une indemnité pour frais de
route et de séjour.
Cette indemnité, ainsi que les frais pour médica-
mens prescrits, tombent pour un tiers à la charge
de la partie intéressée, pour les deux autres tiers sur
le fonds d'agriculture, qui le paiera sur visa du
bourgmestre.
ART. 8.
Tous les gens de l'art qui auront à traiter un pau-
vre , n'ont droit qu'aux deux tiers des frais de roule,
de séjour et d'honoraires que le tarif leur accorde.
ART. 9.
Tous les médicamens prescrits pour des pauvres,
seront préparés d'après la pharmacopée des pauvres.
Dans la taxation de ces medicamens il ne sera rien
Mittel ist nichts für die Arbeit, als Dekoktionen,
Infusionen, Lieferung von Gefäßen, Kästchen,
Paketen, u., anzusetzen, und außerdem 20
Prozent Rabatt von der Taxe zu bewilligen.
(Gehört zum Königl. Beschluß vom 12.
Oktober 1841, N° 17.)
Der Geheimerath für die Luxemburger
Angelegenheiten,
Stifft.
Eingerückt in das Verordnungs- u. Verwaltungs-
blatt am 17. November 1841.
Der Secretär der Königl.-Großherzl.
Landesregierung,
Koch.
Luxemburg. — Gedruckt bei J. Lamort.
( 514 )
compté pour le travail, tel que décoction, infusion,
fourniture de vase, boîtes , paquets, et en outre un
rabais de 20 pour cent sur la taxe sera établi.
(Annexé à l'arrêté royal du 12
octobre 1841, n°17.)
Le Conseiller intime pour les affaires
du Luxembourg,
STIFFT.
Inséré au Mémorial législatif et administratif
le 17 novembre 1841.
Le Secrétaire de la Régence du pays,
royale grand-ducale,
KOCH.
Il est permis d'exercer simultanément les diffé-
rentes branches de l'art de guérir pour lesquelles
on est autorisé.
Les accoucheurs doivent être chirurgiens.
Die Prüfungsgebühren betragen
a)
Für einen Arzt fl 60.
d) Für einen Chirurgen fl. 60.
c) Für einen Apotheker fl. 100.
6) Für einen Provisor fl. 45.
e) Für einen Droguisten fl. 30.
f) Für einen Thierarzt fl. 50.
g) Für eine Hebamme fl. 15.
Wer gleichzeitig die Prüfung als Arzt, Chi-
rurg und Geburtshelfer besteht, wenn er Dok-
tor in diesen drei Zweigen der Heilkunde ist,
bezahlt in Allem 60 Gulden.
Der Chirurg, welcher gleichzeitig die Prüfung
als Geburtshelfer besteht, bezahlt nur die ein-
fache Taxe.
Sie dürfen nicht ohne Einwilligung dessen,
durch welchen oder für welchen das Rezept aus-
gestellt ist, dasselbe einem dritten mittheilen,
ausgenommen den im vorigen Artikel genannten
Behörden, bei Vermeidung einer Geldbuße von
10 Gulden für jeden Betretungsfall.
II. Haltung der Apotheken.
Bleiben diese Ueberzeugungsmittel fruchtlos,
so hat er dem Distrikts-Commissär die Namen
der Widerspenstigen anzuzeigen.
Der Verlust der Eigenschaft eines Luxembur-
gers und die gerichtliche Interdiction hat die
Entziehung der Berechtigung zur Ausübung
der Heilkunde zur Folge.
Diese Entziehung wird durch das Bezirksge-
richt auf den Antrag des öffentlichen Ministe-
riums ausgesprochen.
Zweites Kapitel.
Von den Bedingungen der Zulassung zur Prüfung.
La perte de la qualité de Luxembourgeois, ainsi
que l'interdiction judiciaire entraînent la révocation
de l'autorisation d'exercer l'art de guérir.
Cette révocation est prononcée par le tribunal
d'arrondissement, sur la réquisition du ministère
public.
CHAPITRE
II.
Des conditions d'admission à l'examen.
Diejenigen, welche bereits zur Ausübung ei-
nes Zweiges der Heilkunde ermächtigt sind und
die Ermächtigung für einen andern Zweig be-
gehren, bezahlen eine Ergänzungsgebühr nach
folgendem Tarif
2) Der Arzt, welcher Chirurg werden will,
b) Der Arzt oder Chirurg, welcher die Prü-
fung des Geburtshelfers bestehen will, fl. 25.
8° L'hygiène générale ;
9° La médecine légale vétérinaire.
Pour l'examen pratique les candidats feront sur
un cheval plusieurs opérations chirurgicales et de
maréchallerie.
Ceux qui étant déjà autorisés à exercer une bran-
che de l'art de guérir demanderont l'autorisation
pour une autre branche, paieront un supplément de
taxe d'après le tarif suivant
c) Le médecin qui voudra devenir chirurgien,
25 fls.
b) Le médecin ou chirurgien qui voudra subir
l'examen d'accoucheur, 25 fls.
( 497 )
Die Apotheker müssen zu jeder Zeit zum Dienst
des Publikums bereit sein, und sie haben des-
halb an ihrer Apotheke eine Vorkehrung zu de-
ren schneller Oeffnung bei Nachtszeit zu treffen.
Innerhalb zehn Tagen haben die Vaccinatoren
einen zweiten Besuch in den Gemeinden zu machen,
um sich von dem Erfolg ihrer Operationen zu
versichern.
Niemand wird zur Prüfung für einen Zweig
der Heilkunde zugelassen, wenn er nicht beweist,
daß er
1° Im Großherzogthum geboren oder darin
naturalisirt ist,
2° Das Alter der Großjährigkeit erreicht,
3° Immer ein vorwurfsfreies Betragen ge-
zeigt hat, und
4° An keinem Gebrechen leidet, welches sich
mit dem Berufe, den er sich vorgesetzt, hat,
nicht verträgt.
Nul n'est admis à l'examen pour une branche de
l'art de guérir, s'il ne prouve,
1° Qu'il est né ou naturalisé dans le Grand-Duché,
2° Qu'il a atteint l'âge de majorité,
3° Qu'il a toujours eu une conduite irréprochable
et
4° Qu'il n'a aucune infirmité incompatible avec
l'état qu'il se propose d'exercer.
Die Prüfungsgebühren sind vor der Prüfung
bei dem Sekretär des Medezinal-Kollegiums
niederzulegen.
Die Apotheker sollen ein eigenes Exemplar der
gesetzlichen Pharmakopöa, die in derselben be-
zeichneten Maaße und Gewichte und sämmtliche
pharmazeutische Utensilien besitzen, und alles
stets in gutem Zustande halten.
Die Vaccinatoren sind gehalten, nach dem
zweiten Besuche, wenn die Vaccine ihre regel-
mäßige Wirkung vollendet hat, darüber ein
schriftliches Zeugniß der betheiligten Person aus-
zufertigen, nach dem vorgeschriebenen Model,
welches ihnen unentgeldlich überliefert werden
wird.
Die Zeugnisse sind von dem Bürgermeister
der Gemeinde zu visiren.
Les vaccinateurs sont tenus, après la 2me visite,
si la vaccine a parcouru régulièrement ses pério-
des, de délivrer à la personne intéressée, un certi-
ficat par écrit, d'après le modèle prescrit, qui leur
sera délivré gratuitement.
Ces certificats seront visés par le Bourgmestre de
la commune.
Um zur Prüfung als Arzt zu gelangen, hat
der Kandidat nachzuweisen, daß er die medizi-
nische Doktorwürde erlangt hat.
Vorbehalt-
Pour être admis à l'examen de médecin, le can-
didat doit prouver qu'il a acquis le grade de doc-
teur en médecine. Sauf les dispositions on défenses
( 481 )
lich
der besondern Anordnungen oder Verbote,
die
Wir in Zukunft zu treffen für gut finden
könnten, soll es den Medizinstudirenden Luxem-
burgern frei stehen, die akademischen Grade auf
einer Universität nach ihrer Wahl zu erwerben.
Von diesen Gebühren sind zunächst die für die
Prüfung aufgelaufenen Kosten abzuziehen.
Das Uebrige wird unter die Mitglieder des
Kollegiums dergestalt vertheilt, daß der Präsi-
dent und der Sekretär drei auf zwei Theile er-
halten.
Es ist ihnen verboten, im Innern der Apo-
theke andere Einrichtungen als die der Apotheke
zu haben, oder in dieser eigentlichen Apotheke
etwas anders als Arzneien zu verkaufen.
Alle Droguen (worunter hier auch die Farben
begriffen sind), welche nicht lediglich in der
Apotheke angewendet werden, haben sie von
den Arzneimitteln getrennt zu halten.
Sie dürfen chirurgische Instrumente, Banda-
ART. 9.
Ils garderont les recettes originales et les conser-
veront pendant cinq ans, sous peine d'une amende
de 1 fl. pour chaque recette manquante. Ils en don-
neront copie sur leur demande, tant à celui qui l'a
prescrite, qu'à celui pour lequel elle est ordonnée.
Ils exhiberont les originaux aux autorités adminis-
tratives et judiciaires sur leur réquisition.
ART. 10.
Il leur est défendu de communiquer à on tiers la
recette, sans l'autorisation de celui qui l'a prescrite
ou auquel elle est prescrite, excepté aux autorités
désignées dans l'article précédent, sons peine d'une
amende de 10 fl. pour chaque contravention.
II. Tenue des pharmacies.
ART. 1 1.
Les pharmaciens devront être prêts en tout tems
pour le service du public , et auront à prendre les
mesures nécessaires pour l'ouverture prompte de
leurs officines pendant la nuit.
ART. 12.
Les pharmaciens seront pourvus d'un exemplaire
de la pharmacopée légale, des poids et mesures y
désignés, ainsi que de tous les ustensiles pharmaceu-
tiques, et tenir le tout en bon état.
ART.
13.
Il leur est défendu d'avoir dans l'intérieur de la
pharmacie d'autres arrangemens que ceux de la
pharmacie, ou de vendre dans cette pharmacie pro-
prement dite, autre chose que des médicamens.
Toutes les drogues ( parmi lesquelles se rangent
aussi les couleurs) qui ne sont pas employées uni-
quement dans la pharmacie, devront être séparées
des médicamens.
Ils peuvent vendre des instrument de chirurgie,
(
)
gen, Sonden und alle Gegenstände verkaufen,
welche dazu dienen, bei Gebrechen und Krank-
heiten Erleichterung zu geben.
Aber diese Gegenstände müssen in besonderen
Schränken aufbewahrt und dürfen niemals ficht-
bar aufgestellt werden.
Die Vaccinatoren haben über alle durch sie
bewirkten Impfungen ein Register zu führen,
welches ihnen unentgeldlich von der Landesre-
gierung wird zugefertigt werden.
Les vaccinateurs inscriront toutes les vaccinations
opérées par eux, dans un registre qui leur sera dé-
livré gratuitement par la Régence du pays.
Um zur Prüfung als Chirurg und Geburts-
helfer zugelassen zu werden, muß der Kandidat
beweisen, daß er während drei Jahren auf ei-
ner chirurgischen und geburtshülflichen Anstalt
ftudirt
hat.
Pour être admis à l'examen, de chirurgien et
d'accoucheur, le candidat doit prouver qu'il a étu-
dié pendant trois ans dans une école de chirurgie et
d'accouchemens.
Im Falle der Kandidat die Prüfung nicht be-
steht, werden ihm zwei Drittheile der Gebühren
nach Abzug der Kosten, zurückerstattet, und das
Uebrigbleibende wie im vorstehenden Artikel be-
stimmt ist, vertheilt.
(Gehört zum Königl. Beschlusse vom 12. October
1841, Nr. 17.)
Der Geheimerath für die Luxemburger
Angelegenheiten,
Stifft.
ART. 12.
Les droits d'examen seront déposés avant l'exa-
men entre les mains du secrétaire du collége mé-
dical.
ART.
13.
Sur ces fonds seront prélevés d'abord les frais oc-
casionnés par l'examen.
Le reste sera partagé entre les membres du col-
lège , de manière à ce que le président et le secré-
taire reçoivent trois sur deux.
ART.
14.
En cas que le candidat ne soutienne pas l'exa-
men, les deux tiers des droits d'examen , après en
avoir défalqué les frais, lui seront restitués et le res-
tant sera partagé ainsi qu'il est déterminé dans l'ar-
ticle précédent.
(Annexé à l'arrêté royal du 12
octobre 1841, n° 17.)
Le Conseiller intime pour les affaires
Luxembourgeoises,
STIFFT.
III. Reglement
über die besondern Pflichten der zur Aus-
übung der Heilkunde berechtigten Personen.
Alle Contraventionen gegen die in den beiden
vorstehenden Artikeln enthaltenen Vorschriften
sollen mit einer Geldbuße von 2 Gulden bestraft
werden, die in Wiederholungsfällen bis zu 10
Gulden gesteigert werden kann.
III. Von den Lehrlingen und Gehülfen der Apo-
theker und Droguisten.
Der Distriktscommissär wird dieses Register
olle drei Monate nachsehen und abschließen.
Le Commissaire de district vérifiera et clôturera
ce registre tous les trois mois.
Um zur Prüfung als Hebamme zu gelangen,
hat die Kandidatin nachzuweisen
1° Daß sie wenigstens sechs Monate auf ei-
ner
Hebammenschule oder bei einem Geburts-
helfer oder einer Hebamme in der Lehre gewe-
sen ist;
2° Daß sie wenigstens zwölf, durch einen
Eingeweihten vorgenommenen Entbindungen bei-
gewohnt hat.
La personne désirant être admise à l'examen de
sage-femme devra prouver
1° Qu'elle a suivi pendant au moins six mois des
leçons d'accouchemens, soit dans une école, soit
chez un accoucheur ou une sage-femme,
2° Qu'elle a assisté au moins à douze accouche-
mens opérés par une personne autorisée.
ART. 16.
Pour être admis à l'examen de vétérinaire, le
candidat devra prouver qu'il a étudié pendant trois
ans dans une école vétérinaire spéciale.
TROISIÈME SECTION.
De l'exercice des professions qui se rattachent
à l'art de guérir.
CHAPITRE I e r .
De la vente des médicamens, drogues et substances
médicinales.
ART. 17.
Les drogues et substances médicinales ne peuvent
être vendues que par les pharmaciens et les dro-
guistes.
Cependant, dans des circonstances particulières,
la Régence du pays peut autoriser la vente publique
( 482 )
welche das Recht hat ihre Einwilligung an die
Erfüllung besonderer Bedingungen zu knüpfen.
Art. ,9.
Arzneimittel können nur in den Apotheken
bereitet und verkauft werden.
Die Apotheker und Apothekerprovisoren können
Lehrlinge aufnehmen, nachdem solche zuvor bei
dem Kantonalarzt eine unentgeldliche Prüfung
im Lesen und Schreiben, im Lateinischen und
in der Arithmetik bestanden haben.
Sie können Gehülfen annehmen, nachdem
solche vorher vor dem Präsidenten des Medi-
zinal-Kollegiums, welcher sich ein Mitglied des
Kollegiums, welches Apotheker ist, adjungiren
kann, eine unentgeldliche Prüfung über die ver-
schiedenen Zweige der Apothekerprüfung bestan-
den haben.
Um zur Prüfung als Gehülfe zugelassen zu
werden, muß der Kandidat nachweisen, daß er
wenigstens 3 Jahre in einer oder höchstens zwei
Apotheken Lehrling gewesen ist, und Atteste über
seine Führung und Geschicklichkeit aufzeigen.
Die Zeit, welche man als Lehrling in einer an-
dern Apotheke zugebracht hat, wird nicht gezählt.
Die Apotheker-Lehrlinge und Gehülfen müssen
bei dem Medizinal-Kollegium eingeschrieben
werden.
Die Distriktscommissäre haben am Ende je-
des Trimesters an die Landesregierung einen
Bericht über den Stand der Impfungen, mit
den Tabellen der ausgeführten Operationen
einzusenden.
Les Commissaires de district transmettront à la
Régence du pays, à la fin de chaque trimestre, un
rapport sur l'état des vaccinations ; ils y joindront
les tableaux des opérations pratiqués.
ART. 16.
Les modèles seront déterminés par la Régence
du pays et communiqués à ces fonctionnaires.
4te Beilage zur Nr. 54.
VI. RÈGLEMENT
sur les mesures à prendre lors de mala-
dies épidémiques et d'épizooties.
ART. 1er.
Aussitôt qu'une maladie maligne de nature épi-
démique ou contagieuse paraîtra dans une com-
mune, l'homme de l'art qui, le premier, aura l'oc-
casion d'en observer les symptômes, en donnera de
suite connaissance au bourgmestre de la commune
et au médecin de canton.
Le bourgmestre, s'il a le premier connaissance
de la maladie, est tenu de faire la. même notification
au médecin de canton.
ART.
2.
Le bourgmestre de la commune en donnera en
outre avis, immédiatement, au Commissaire de dis-
trict et à la Régence du pays.
( 510 )
Um zur Prüfung als Thierarzt zugelassen zu
werden,
hat der Kandidat nachzuweisen, daß
er
drei Jahre lang in einer besondern Thier-
arzneischule studirt hat.
Dritter Abschnitt.
Wom der Ausübung der Auf die Heilkunde
bezüglichen Professionnen.
Erstes Kapitel.
Won dem Verkauf der Medikamente, Droguen
und Materialien.
Wenn ein Lehrling oder ein Gehülfe eine Apo-
theke verläßt, so muß ihm sein Prinzipal ein
ART. 14.
Toutes les contraventions aux deux articles précé-
dens seront punies d'une amende de 2 florins, qui,
en cas de récidive, pourra être élevée jusqu'à 10 fl.
III. Des élevés et des aides des pharmaciens
et droguistes.
ART. 15.
Les pharmaciens et proviseurs pourront admettre
des élèves qui auront subi près du médecin de can-
ton un examen sur la lecture, l'écriture, le latin et
l'arithmétique ; cet examen est gratuit.
Ils peuvent admettre des aides qui auront préala-
blement subi devant le président du collége médical,
lequel pourra s'adjoindre un pharmacien , membre
de ce collége, un examen sans frais sur les différentes
branches de l'examen des pharmaciens.
Four être admis à l'examen d'aide, le candidat
devra prouver qu'il est resté comme élève pendant
trois années au moins dans une ou au plus deux phar-
macies et produire des certificats de sa conduite et
de son habileté. Le tems passé comme élève dans
une autre pharmacie ne sera pas compté.
Les élèves et aides-pharmaciens seront inscrits par
le collége médical.
ART. 16.
Lorsqu'un élève ou aide quittera une pharmacie,
( 503 )
des bandages, des sondes et tous les objets qui ser-
vent à alléger des infirmités ou des maladies, mais
ces objets devront être renfermés dans des armoires
spéciales, et ne pourront jamais être exposés en vue.
( 504 )
le chef devra lui donner un certificat constatent son
application et sa conduite.
En cas de refus de ce certificat, ou lorsque la
partie intéressée croira pouvoir réclamer contre son
contenu, il pourra en appeler au collége médical,
qui, le cas échéant, délivrera le certificat néces-
saire.
ART. 17.
Les pharmaciens et proviseurs seront responsables
de tous les actes de leurs aides et élèves. Ils peuvent
charger un aide inscrit de la confection des recettes
mais ne la permettront jamais à un élève hors de
leur présence.
Lorsqu'aucun aide inscrit ne se trouve dans une
pharmacie, le pharmacien ou proviseur ne pourra
jamais s'absenter au-delà de 24 heures, sans se faire
remplacer par un collégue et en avoir donné avis au
préalable au médecin du canton.
ART. 18.
Les droguistes peuvent admettre des élèves qui
auront subi devant le médecin du canton un exa-
men gratuit sur la lecture, l'écriture et l'arithmé-
tique.
Les élèves devront être inscrits par le collége mé-
dical.
Les droguistes resterent responsables de toutes
les actions de leurs élèves.
IV. Vente de médicament, substances médicinales
et drogues.
ART. 19.
Les pharmaciens peuvent librement vendre tous
les médicamens de leur pharmacie, à l'exception de
ceux désignés dans la liste à arrêter par la Régence
du Pays. Cette liste sera révisée tous les cinq ans.
Ils encourront une amende de 3 florins pour chaque
médicament de l'espèce qu'ils vendront sans pres-
cription médicale.
Zeugniß über seine Lehre und seine Aufführung
geben.
Verweigert derselbe dieses Zeugniß, oder
glaubt der Betheiligte gegen dessen Inhalt re-
clamiren zu können, so kann er den Recurs an
das Medizinal-Kollegium ergreifen, welches be-
treffenden Falles das erforderliche Zeugniß aus-
stellt.
Die Modele werden von der Landesregierung
aufgestellt und jenen Beamten mitgetheilt.
le cas où cette cause ne serait pas fondée, les con-
vaincre , par tous les moyens possibles, d'accepter
les bienfaits de la vaccine.
ART. 10.
Si ces moyens de persuasion restaient sans résul-
tat, il transmettra les noms des récalcitrans au Com-
missaire de district.
ART. 11.
Dans l'intervalle de dix jours, les vaccinateurs
feront une seconde visite dans les communes, afin
de s'assurer du résultat de leurs opérations.
Droguen und Materialien dürfen nur von
Alpothekern und Droguisten verkauft werden.
Gleichwohl kann unter besondern Umständen
ein
öffentlicher Verkauf von diesen Gegenständen'
durch die Landesregierung gestattet werden,
particulières que Nous pourrions trouver bon de
faire par la suite, il sera libre aux Luxembourgeois
étudiant en médecine, de prendre les grades acadé-
méques dans une université à leur choix.
Die Apotheker und Provisoren bleiben ver-
antwortlich für alle Handlungen ihrer Gehülsen
und Lehrlinge. Sie können die Rezeptur durch
einen eingeschriebenen Gehülfen besorgen lassen,
einem Lehrling aber niemals anders, als unter
ihren Augen gestatten.
Wenn in einer Apotheke kein eingeschriebener
Gehülfe ist, darf der Apotheker oder Provisor
sich nicht über 24 Stunden entfernen, ohne sich
durch einen Kollegen vertreten zu lassen, und
vorgängig den Kantonalarzt zu benachrichtigen.
In
Luxemburg soll im Geschäftslokale des
Medizinal-Kollegiums ein Vorrath von Vaccine
eingerichtet werden, damit davon zu allen Zei-
ten den Vaccinatoren, wenn sie solcher bedür-
fen, mitgerheilt werden könne.
Die Droguisten dürfen Lehrlinge annehmen,
nachdem solche vor dem Kantonalarzt eine un-
entgeldliche Prüfung im Lesen, Schreiben und
der Arithmetik bestanden haben.
Die Lehrlinge müssen bei dem Medizinalkol-
legium eingeschrieben werden.
Die Droguisten bleiben verantwortlich für
olle Handlungen ihrer Lehrlinge.
IV. Verkauf von Arzneimitteln, Materialien und
Droguen.
Die Landes-Regierung wird Uns diejenigen
Vaccinatoren, welche sich durch Eifer und Er-
gebenheit auszeichnen, nahmhaft machen und
Belohnungen für sie vorschlagen.
(Gehört zum Königl. Beschlusse vom 12. October
1841, Nr. 17.)
Der Geheimerath für die Luxemburger
Angelegenheiten,
Stifft.
ART.
17.
Il sera établi à Luxembourg, dans les bureaux
du collége médical, un dépôt de vaccine, afin d'en
pouvoir communiquer en tous tems aux vaccina-
teurs qui en auraient besoin.
ART.
18.
La Régence du pays Nous fera connaître les vac-
cinateurs qui se seront distingués par leur zèle et
leur dévouement, et proposera pour eux des récom-
penses.
(Annexe' à l'arrêté royal du
la octobre 1841, n°
17)
Le Conseiller intime pour les affaires
du Luxembourg,
STIFFT.
VI.
Reglement
über die im Falle von epidemischen Krank-
heiten und Seuchen zu ergreifenden Maaß-
regeln.
Jedoch können im Innern der Hospitien und
öffentlichen Anstalten Arzneivorräthe gehalten
werden, die aber nur für die Kranken dieser
Anstalten, so wie für die der öffentlichen Mild-
thätigkeit anheimfallenden Kranken verwendet
werden dürfen. Dieselben müssen bei einem im
Großherzogthum seßhaften Apotheker oder Dro-
guisten angekauft werden.
Die Apotheker dürfen alle Medikamente ihrer
Apotheke frei verkaufen, mit Ausnahme derer,
welche in der durch die Landesregierung festzu-
stellenden und alle, fünf Jahre zu revidirenden
Lifte verzeichnet sind. Sie verfallen in eine Geld-
strafe von 3 Gulden für jedes Medikament die-
ser Art, welches sie ohne ärztliche Verordnung
verkaufen.
( 505 )
Sie dürfen auch Materialien verkaufen, vor-
behaltlich der besonderen Bestimmungen für den
Verkauf von Giften.
Ferner sind die Aerzte, Chirurgen und Thier-
ärzte, welche an Orten wohnen, wo kein Apo-
theker ist, berechtigt und verpflichtet, einen
Borrath der nöthigsten ihren Heilzweig betref-
fenden Arzneimittel zu halten.
Sie können diese Arzneimittel nur den Kranken
dispensiren, welche von ihnen behandelt werden.
Sie sind verbunden dieselben bei einem im
Großherzogthum seßhaften Apotheker oder Dro-
guisten anzukaufen.
Es ist ihnen verboten, Geheimmittel zu ver-
kaufen, ohne vorher von der Landesregierung
hierzu ermächtigt zu sein, bei Vermeidung einer
Geldstrafe von 20 Gulden.
An allen Orten, wo eine oder mehrere Apo-
theken bestehen, ist es den Aerzten, Chirurgen
und Thierärzten untersagt, Apotheke zu halten.
Die nach dem vorstehenden Artikel zur Hal-
tung von Arzneivorräthen verpflichteten Per-
sonen müssen diese besondere Apotheke aufheben,
wenn in dem Orte ihres Wohnsitzes eine Apo-
theke errichtet wird. Der Apotheker ist verpflichtet
ihre Vorräthe gegen eine, durch Experten con-
tradiktorisch festzustellende Entschädigung
zu
übernehmen.
Ein gleiches findet bei den jetzt bestehenden
und eingehenden Apotheken statt.
de ces objets, et elle a le droit d'imposer pour cette
autorisation des conditions particulières.
ART. 18.
Les médicamens ne peuvent être préparés et ven-
dus que dans les pharmacies.
ART. 19.
Cependant des dépôts de médicamens pourront
être établis dans l'intérieur des hospices et établis-
semens publics, mais ils ne devront servir que pour
les malades de ces établissemens et pour les person-
nes secourues par la bienfaisance publique. Leurs
approvisionnerions doivent se faire chez un phar-
macien ou droguiste établi dans le Grand-Duché.
ART. 20.
En outre les médecins, chirurgiens et droguistes
qui habitent des localités où il n'y a pas de phar-
macie, sont autorisés et tenus d'avoir un approvi-
sionnement des médicamens les plus nécessaires
concernant la branche de l'art de guérir qu'ils
exercent.
Ils ne peuvent dispenser ces médicamens qu'aux
malades qui sont traités par eux. Ils sont tenus de
les acheter chez un pharmacien ou droguiste établi
dans le Grand-Duché.
ART.
21.
Dans toutes les localités où il existe une ou plu-
sieurs pharmacies, il est défendu aux médecins, chi-
rurgiens et vétérinaires de tenir pharmacie.
Les personnes obligées par l'article précédent de
tenir un dépôt de médicamens, devront fermer ces
officines particulières aussitôt qu'une pharmacie sera
érigée dans le lieu de leur domicile. Le pharmacien
est obligé d'acquérir leurs approvisionnemens contre
une indemnité à fixer contradictoirement par ex-
perts.
On agira d'une manière analogue lorsqu'une des
pharmacies existant actuellement sera supprimée.
( 483 )
Zweites Kapitel.
Von den Apotheken.
Die Droguisten dürfen nur die Droguen und
Materialien, welche auf der besondern, durch
die Landesregierung aufzustellenden und alle 5
Jahre zu revidirenden Liste verzeichnet sind,
und sie dürfen dieselben nur in den durch die
Liste angegebenen Quantitäten verkaufen.
Sie verfallen in eine Geldstrafe von drei
Gulden für jede Drogue oder Medikament,
welches sie verkaufen, ohne dazu ermächtigt zu
sein. Sie verfallen in dieselbe Strafe, wenn sie
die Droguen und Materialien, zu deren Debit
sie ermächtigt sind, anders als in den vorge-
schriebenen Quantitäten verkaufen.
V. Insbesondere Verkauf von Giften.
Keine Apotheke kann im Großherzogthum
errichtet werden ohne Genehmigung der Landes-
gierung, welche vorher das Gutachten des Me-
dizinal-Kollegiums und der Ortsbehörde ein-
holen wird.
Die Landesregierung soll eine alle fünf Jahre
zu revidirende Liste von den als Gift geltenden
Substanzen aufstellen, welche zugleich angibt,
in welcher Quantität die Droguisten dieselben
verkaufen dürfen.
Die Droguisten, welche unter der in der Liste
angegebenen Quantität verkaufen, verfallen in
eine Geldbuße von 10 Gulden.
Die Landesregierung hat das Recht, die Zahl
der Apotheken überhaupt oder an einzelnen
Orten einzuschränken. Dies kann jedoch nur in
Folge des Aussterbens der Eigenthümer statt
finden, d. h. wenn die Apotheke nicht mehr
von dem Eigenthümer, oder dessen männlichen
Descendenten oder für dessen Wittwe oder un-
mündige Kinder von einem Provisor geführt
wird.
Der Verkauf von Giften zum Bedürfniß des
Gewerbfleißes darf nur an bekannte und in
gutem Ruf stehende Personen, und nur auf
schriftliches Verlangen statt finden.
In Zukunft, wenn die Zahl der Apotheken für
jeden Ort festgestellt ist, gehört im Falle des
Aussterbens das Recht, die Apotheke zu halten,
den Erben, welche es abtreten oder verkaufen
können.
Der Detailverkauf von Gift zur Tödtung
Ils peuvent aussi vendre des drogues médicinales,
sauf les dispositions particulières pour la vente des
poisons.
ART. 20.
Il leur est défendu de vendre des médicamens
secrets, sans en avoir obtenu au préalable l'autori-
sation de la Régence du pays, sous peine d'une
amende de 20 florins.
ART. 21.
Les droguistes ne peuvent vendre que les drogues
et substances médicinales contenues dans la liste à
dresser par la Régence du pays, et ne pourront en
vendre que les quantités désignées dans cette liste,
laquelle sera révisée tous les cinq ans.
Ils encourront une amende de 3 fls. pour chaque
drogue ou médicament qu'ils vendent sans y être
autorisés. Ils encourent la même amende pour cha-
que drogue ou substance médicinale qu'ils sont au-
torisés à débiter, lorsqu'ils la vendent en quantité
différente de celle qui est prescrite.
V. De la vente des poisons en particulier.
ART. 22.
La Régence du pays arrêtera une liste des sub-
stances à considérer comme poisons ; cette liste sera
révisée tous les cinq ans, et indiquera en même tems
les quantités que les droguistes sont autorisés à ven-
dre.
Les droguistes qui vendront au-dessous de la quan-
tité indiquée dans la liste , encourront une amende
de 10 fls.
ART. 23.
La vente de poisons pour les besoins de l'indus-
trie , ne pourra se faire qu'à des personnes connues
et bien famées, et seulement sur une demande par
écrit.
ART. 24.
La vente en détail de poisons pour la destruction
( 506 )
schädlicher Thiere kann nur durch die Apotheker
geschehen. Sie dürfen solche Gifte nur
auf
Verordnung eines admittirten praktischen Arztes
oder an solche Personen, die mit einem Zeugniß
des Polizeibeamten versehen sind, verabfolgen.
Nur die Apotheken, welche Wittwen oder
Mündeln angehören, können durch Provisoren
geführt werden.
Drittes Kapitel.
Von den Apothekern und Droguisten.
Die Apotheker und Droguisten haben über
den Verkauf der im Art. 22 erwähnten Sub-
stanzen ein spezielles Register zu führen, in
welches sie unter fortlaufender Nummer die
Namen der Käufer, die Quantität der verkauften
Substanzen, das Datum des Verkaufs und die
angegebene Ursache des Kaufes eintragen. Die
in dem Art. 23 und 24 erwähnten schriftlichen
Forderungen, die ärztliche Verordnung und die
Scheine der Polizeibeamten müßen diesem Re-
gister angeheftet bleiben.
Bei unregelmäßiger Führung dieses Registers
oder bei Nachläßigkeit in der Aufbewahrung der
vorerwähnten Ausweisen, verfallen die Apo-
theker und Droguisten in eine Geldstrafe von
10 Gulden.
Niemand darf den Beruf einen Apothekers
oder Droguisten ausüben, wenn er nicht nach
vorgängiger Prüfung hierzu die vorschrifts-
mäßige Ermächtigung erhalten hat.
Die als Gift bezeichneten Substanzen müßen
an einem besondern und verschlossenen Orte auf-
bewahrt und zu deren Verkauf besondere Wagen,
Gewichte, Maaße und Geschirre, die mit einem
besondern Zeichen zu versehen sind, gehalten
werden.
Jedes Paket oder Gefäß, welches giftige
Substanzen enthält, muß mit einem besondern
Zeichen versehen sein.
Alles bei Strafe einer Geldbuße von 10 G.
Der Verlust der Eigenschaft eines Luxem-
burgers und die gerichtliche Interdiction hat die
Entziehung der Berechtigung zur Folge.
CHAPITRE
II.
Des pharmacies.
ART. 22.
Aucune pharmacie ne peut être établie dans le
Grand-Duché sans l'autorisation de la Régence da
pays, qui prendra au préalable l'avis du collège
médical et de l'autorité locale.
ART. 23.
La Régence du pays a le droit de limiter le nom-
bre des pharmacies en général ou dans des localités
particulières. Cependant cela ne pourra avoir lieu que
lors du décès du propriétaire, c'est-à-dire si la phar-
macie n'est plus tenue par le propriétaire, ni par ses
descendans mâles, ni par un proviseur pour le
compte de sa veuve ou de ses enfans mineurs.
ART. 24.
Par la suite lorsque le nombre des pharmacies
sera fixé pour toutes les localités, le droit de tenir
la pharmacie appartiendra aux héritiers, qui pour-
ront le céder ou le vendre.
ART. 25.
Les pharmacies appartenant à des veuves ou des
mineurs, peuvent seules être desservies par des pro-
viseurs.
CHAPITRE
III.
Des pharmaciens et droguistes.
ART. 26.
Nul ne peut exercer la profession de pharmacien
on de droguiste, s'il n'en a obtenu l'autorisation
après un examen préalable.
ART. 27.
La perte de la qualité de Luxembourgeois, ainsi
que l'interdiction judiciaire entraîne la révocation
de cette autorisation.
( 484 )
Diese Entziehung wird durch das Bezirks-
gericht auf den Antrag des öffentlichen Mini-
steriums ausgesprochen.
Der Verkauf von Giften oder die Zubereitung
von Arzneimitteln in welchen Gift enthalten ist,
darf nie durch einen Lehrling geschehen.
Um zur Prüfung als Apotheker, Apotheker-
Provisor oder Droguist zugelassen zu werden,
muß der Kandidat nachweisen, daß er die im
Art. 12 vorgeschriebenen Bedingungen erfüllt.
Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen
der Art. 23, 24 und 27 werden mit einer Geld-
d'animaux nuisibles, ne pourra avoir lieu que par
les pharmaciens. Ils ne pourront délivrer ces poisons
que sur la prescription d'un médecin admis, ou à
des personnes qui leur présenteront un certificat
d'un officier de la police.
ART. 25.
Les pharmaciens et droguistes tiendront, pour la
vente des substances désignées dans l'article 22, un
registre spécial, dans lequel ils inscriront, par nu-
méro d'ordre, les noms des acheteurs, la quantité
des substances vendues, la date de la vente et la
cause indiquée pour l'achat. Les demandes écrites,
mentionnées dans les art. 23 et 24, et les certificats
des officiers de la police, devront être annexés à ce
registre.
Lors d'une tenue irrégulière de ce registre, ou
de négligence dans la conservation des pièces à
l'appui susmentionnées, les pharmaciens et droguis-
tes encourront une amende de 10 fls.
ART. 26.
Les substances désignées comme poison devront
être conservées dans un endroit séparé et sous clef ;
et pour leur vente il y aura des balances, des poids,
mesures et vases particuliers, munis d'un signe dis-
tinctif.
Chaque paquet ou vase, contenant des poisons,
devra être muni d'un signe particulier.
Le tout sous peine d'une amende de 10 fls.
ART. 27.
La vente de poisons ou la préparation de médi-
camens qui contiennent du poison, ne pourront ja-
mais être faites par un élève.
ART. 28.
Les contraventions aux dispositions contenues
dans les articles 23, 24 et 27, seront punies d'une
( 507 )
buße von 30 Gulden bestraft, die in Wieder-
holungsfällen bis auf 100 Gulden erhöht werden
kann.
Um zur Prüfung als Apotheker oder Apo-
thekerprovisor zugelassen zu werden, muß der
Kandidat nachweisen
1. Daß er wenigstens drei Jahre als Lehr-
ling in einer oder höchstens zwei Apotheken
gearbeitet hat, und daß er
2. Hierauf wenigstens ein Jahr einen phar-
mazeutischen Kursus auf einer Universität oder
pharmazeutischen Schule mitgemacht hat.
Jeder Gehülfe oder Apothekerlehrling, welcher
heimlich Gift verabfolgt, wird außer der im
Art. 45 des Gesetzes angedrohten Strafe, zu
sechsmonatlichem bis zweijährigen Verlassen der
Apotheke verurtheilt.
(Gehört zum Königl. Beschluße vom 12.
Oktober 1841, N° 17.)
Der Geheimerath für die Luxemburger
Angelegenheiten,
Stifft.
V . Reglement
über das Impfwesen.
Um zur Prüfung als Droguist zugelassen zu
werden, muß der Kandidat nachweisen, daß er
während drei Jahren als Lehrling bei einem,
oder höchstens zwei gesetzlich aufgenommenen
Droguisten gearbeitet hat.
Cette révocation sera prononcée par le tribunal
d'arrondissement, sur la réquisition du ministère
public.
ART. 28.
Pour être admis à l'examen de pharmacien, pro-
viseur de pharmacie ou droguiste , le candidat de-
vra prouver qu'il a rempli les conditions prescrites
par l'art. 12.
ART. 29.
Pour être admis à l'examen de pharmacien ou de
proviseur, le candidat devra prouver
1° Qu'il a travaillé pendant trois ans ans au moins
comme élève dans une ou au plus dans deux phar-
macies, et
2° Qu'ensuite il a suivi pendant au moins un an,
un cours de pharmacie à une université ou une école
de pharmacie.
ART. 30
Pour être admis à l'examen de droguiste, le can-
didat devra prouver qu'il a travaillé comme élève
pendant trois ans chez un ou au plus deux droguistes
légalement admis.
Vierter Abschnitt.
Allgemeine Vorschriften über die Prüfungen.
Die Landesregierung hat über die Zulassung
der Kandidaten für die verschiedenen Zweige
der Heilkunde und für die auf die Heilkunde
bezüglichen Professionen, zur Prüfung zu ent-
scheiden.
Die Prüfung erfolgt vor dem Medizinal-
Kollegium, welchem bei Prüfungen in der Thier-
heilkunde durch die Landesregierung ein oder
zwei Distriktsthierärzte adjungirt werden.
QUATRIÈME SECTION.
Prescriptions générales sur les examens.
ART. 3 1 .
La Régence du pays prononce sur l'admission à
l'examen des candidats pour les différentes bran-
ches de l'art de guérir et pour les professions qui s'y
rattachent.
ART. 32.
L'examen a lieu devant le collége médical, au-
quel la Régence du pays adjoint un ou deux vétéri-
naires de district pour les examens des vétérinaires.
ART. 36.
Les tarifs d'honoraires pour visites, rapports,
opérations, frais de route et de séjour des personnes
autorisées à exercer l'art de guérir ou l'art vétéri-
naire, ainsi que la taxe des médicamens, seront ar-
rêtés cl publiés dans le Mémorial législatif et admi-
nistratif par notre Régence du pays, qui devra de-
mander sur cet objet l'avis du collége médical.
Les tarifs d'honoraires des médecins et vétérinai-
( 485 )
Das Kollegium entscheidet ohne Berufung
über das Resultat der Prüfung.
Die Kandidaten, welche die Prüfung nicht
bestehen, haben immer das Recht, sich nach 6
Monaten zu einer neuen Prüfung zu melden.
Das Medizinal-Kollegium hat alsbald von
d e m Resultat der Prüfung der Landesregierung
Anzeige zu machen. Die Zulassungsdekrete wer-
d e n durch die Landesregierung ertheilt; die
Ausfertigung derselben wird im Verordnungs-
und
Verwaltungsblatt bekannt gemacht.
Die Ermächtigung zur Ausübung beginnt mit
dieser Bekanntmachung.
Im Anfange eines jeden Jahres soll eine all-
gemeine Liste aller zur Ausübung eines Zweiges
d e r Heilkunde oder einer auf die Heilkunde be-
züglichen Profession ermächtigten Personen im
Verordnungs-
und Verwaltungsblatt durch Un-
sere Landesregierung bekannt gemacht werden.
Fünfter Abschnitt.
Won
den
Tarifen
der
ärztlichen
und
thieräztlichen
Honorare,
so
wie
der
Heilmittel.
Die Tarife der Honorare für Besuche, Gut-
achten, Operationen, Reise-und Aufenthalts-
kosten der zur Ausübung der Heilkunde bei
Menschen
und Thieren berechtigten Personen, so
wie
die Tarife der Arzneimittel werden durch
Unsere Landesregierung nach eingeholtem Gut-
achten des Medizinal-Kollegiums festgestellt und
im
Verordnungs-
und Verwaltungsblatt be-
kannt gemacht.
Die Tarife der ärztlichen und thierärztlichen
Honorare sollen alle fünf Jahre einer Revision
CINQUIÈME SECTION.
Des tarifs d'honoraires des médecins et vétéri-
naires, ainsi que de la taxe des médicamens.
ART. 33.
Le collége décide, sans appel , sur le résultat de
l'examen.
Les candidats qui n'ont pas soutenu l'examen au-
ront toujours le droit de se représenter après six
mois.
ART. 34.
Le collége médical transmettra de suite le ré-
sultat de l'examen à la Régence du pays.
Les
permissions d'exercer seront délivrées par la Ré-
gence du pays et publiées par la voie du Mémorial
législatif et administratif.
L'autorisation d'exercer commence avec cette
publication.
ART. 35.
Au commencement de chaque année la Régence
du pays publiera dans le Mémorial législatif et ad-
ministratif une liste générale de toutes les person-
nes autorisées à exercer une branche quelconque de
l'art de guérir ou une profession qui s'y rattache.
1ste Beilage zur Nr. 54.
( 486 )
unterworfen und die Abänderungen auf dieselbe
Art festgestellt und bekannt gemacht werden.
Die Abänderungen in der Taxe der Heil-
mittel sollen jedes Jahr bekannt gemacht werden.
res seront revus tous les cinq ans, et les modifica-
tions arrêtées et publiées de la même manière.
Les modifications de la taxe des médicamens se-
ront publiées chaque année.
Sechster Abschnitt.
Von dem Verfahren zur
Feststellung
medizinisch-polizeilicher Übertretun-
gen und von den Strafen.
Erstes Kapitel.
Von dem Verfahren.
SIXIÈME SECTION.
De la manière de constater les délits de police
médicale et des pénalités.
CHAPITRE I e r .
DE LA PROCÉDURE.
Die Beamten und Agenten der gerichtlichen
Polizei sind in Gemaßheit der gesetzlichen Be-
stimmungen mit der Konstatirung der Uebertre-
tungen der auf das Medizinal-Wesen bezügli-
chen Vorschriften beauftragt.
Die Officinen, Magazine und Laboratorien
der Apotheker, die Lager und Laden der Dro-
guisten, die Arzneivorräthe der zur Haltung
derselben berechtigten oder verpflichteten Per-
sonen und Anstalten, die Instrumente, zu deren
Haltung die Chirurgen, Geburtshelfer, He-
bammen und Thierärzte reglementsmäßig ver-
pflichtet sind, sollen wenigstens einmal im Jahre
einer Visitation unterworfen werden.
Das Medizinalkollegium hat zu diesem Zwecke
eines oder mehrere seiner Mitglieder zu delegi-
ren.
Diese Delegirten müssen durch einen Beamten
der gerichtlichen Polizei begleitet sein, welcher
nöthigen Falls die Uebertretungen zu konstati-
ren hat.
Sämmtliche Uebertretungen sollen nach Maß-
gabe der bestehenden Gesetze vor den Zuchtpo-
lizeigerichten verfolgt werden.
Von den in dieser Hinsicht ergehenden Ur-
ART.
37.
Les officiers et agens de la police judiciaire sont
chargés, en conformité des dispositions légales, de
constater les délits relatifs au service médical.
ART.
38.
Lés officines, magasins et laboratoires des phar-
maciens, les dépôts et boutiques des droguistes, les
approvisionnemens de médicamens des personnes
et des établissemens autorisés ou obligés à les tenir,
les instrumens que les réglemens prescrivent pour
les chirurgiens, accoucheurs, sages-femmes et vété-
rinaires, seront visités au moins une fois par an.
Le collége médical déléguera à cet effet un ou
plusieurs de ses membres.
Ces délégués devront être accompagnés par un
agent de la police judiciaire, chargé de constater,
le cas échéant, les délits.
ART.
39.
Tous les délits seront poursuivis en police correc-
tionnelle, d'après les lois existantes.
Les jugemens de ce chef seront immédiatement
theilen ist alsbald der Landesregierung Anzeige
zu machen.
Zweites Kapitel.
Strafen.
I. Bei Ausübung der Heilkunde.
We rohne dazu ermächtigt zu sein, einen Zweig
der Heilkunde bei Menschen ausübt, verfällt zum
ersten Male in eine Geldstrafe von 15 bis 60
Gulden.
I m Wiederholungsfalle beträgt die Geldbuße
wenigstens das Doppelte der für das erste Mal
ausgesprochenen, und höchstens 120 Gulden.
I m dritten Falle tritt außer einer Geldbuße
vom doppelten Betrage der für das zweite Mal
ausgesprochenen, eine Gefängnißstrafe von 14
Tagen bis zu vier Monaten, für jeden weitern
Fall aber dieselbe Geldbuße und eine Gefäng-
nißstrafe von 6 Monaten ein.
Wird die Kontravention von einem Apothe-
ker begangen, so soll im dritten Falle, statt der
Gefängnißstrafe, eine Entziehung der Ermäch-
tigung zur Führung der Apotheke für einen
Zeitraum von 6 Wochen bis zu einem Jahre
eintreten. Bei weiteren Betretungsfällen kann
gänzliche Entziehung des Rechtes die Apotheke
zu halten, ausgesprochen werden.
Wer ohne dazu ermächtigt zu sein, die Thier-
heilkunde als Gewerb ausübt, verfällt in eine
Geldbuße von 10 Gulden, welche sich für jeden
Wiederholungsfall verdoppelt.
Diese Bestimmung ist auf die Thierbeschneider
nicht anwendbar.
Jeder Kunstverständige, welcher einen Zweig
der Heilkunde ausübt, für welchen er nicht er-
mächtigt ist, verfällt zum ersten Mal in eine
CHAPITRE II.
PÉNALITÉS.
I . Pour exercice de l'art de guérir.
ART. 40.
Quiconque exercera, sans y être autorisé, une
branche quelconque de l'art de guérir, est passible,
pour la première fois, d'une amende de 15 à 60
florins.
En cas de récidive l'amende sera au moins dou-
blée, mais n'excédera pas 120 fls.
Pour la troisième fois le délinquant sera passible,
outre une amende double de celle prononcée pour
la seconde fois, d'un emprisonnement de 14 jours
à 4 mois ; pour toute contravention ultérieure, de la
même amende et d'un emprisonnement de 6 mois.
Si la contravention est commise par un pharma-
cien, l'emprisonnement sera remplacé, la troisiè-
me fois , par une suspension de l'autorisation de
desservir son officine pendant 6 semaines à un an.
Pour contraventions ultérieures on pourra pronon-
cer une révocation complète du droit de tenir phar-
macie.
ART. 41.
Quiconque exercera l'art vétérinaire pour en tirer
profit, sans y être autorisé, sera passible d'une
amende de 10 fls.; celte amende sera doublée pour
chaque récidive.
Cette disposition n'est pas applicable aux châ-
treurs.
ART. 42.
Toute personne de l'art qui exercera une bran-
che de l'art de guérir pour laquelle elle n'est pas
autorisée, sera passible, la première fois, d'une
( 487 )
transmis à la Régence du pays.
amende de 15 fls.; en cas de récidive, de 30 fls. La
troisième fois, outre l'amende de 30 fls., elle sera
passible d'une suspension de six semaines à un an,
de l'autorisation qui lui est accordée.
En cas de contravention ultérieure, cette autori-
sation pourra être définitivement révoquée.
II. Pour exercice des professions de pharmacien
et droguiste.
ART. 43.
Quiconque vendra, sans y être autorisé, des mé-
dicamens ou drogues médicinales, sera passible,
outre la confiscation des objets exposés en vente,
d'une amende de 25 florins, qui sera doublée pour
chaque récidive.
ART. 44.
Quiconque annonce ou exécute une vente pu-
blique de drogues ou de préparations chimiques
qui servent uniquement en médecine, sans avoir
obtenu l'autorisation prévue par l'art. 17, ou sans
remplir les .conditions prescrites en vertu du même
article, est passible d'une amende de 50 fls., qui
sera doublée pour chaque récidive.
ART. 45.
Toute personne non autorisée, qui vendra des
substances connues comme poisons, encourt, outre
la confiscation des substances, une amende de 50
florins, qui sera doublée en cas de récidive.
Pour contraventions ultérieures elle sera passible,
outre l'amende de 100 fls., d'un emprisonnement
de 14 jours à 6 mois.
III. Dispositions particulières concernant les
médecins et les pharmaciens.
ART. 46.
Toute personne de l'art, convaincue d'avoir fait
( 488 )
Geldbuße von 15 Gulden, und das zweite Mal
von 30 Gulden. Im dritten Falle erleidet er
außer der Geldbuße von 30 Gulden eine Sus-
pension von der ihm ertheilten Befugniß für
einen Zeitraum von 6 Wochen bis zu einem
Jahre.
Bei weitern Betretungsfällen kann ihm diese
Befugniß gänzlich entzogen werden.
II. Bei Ausübung der Apotheker- oder Droguisten-
Profession.
Wer ohne dazu ermächtigt zu sein, Arznei-
mittel oder Droguen verkauft, welche zu Arz-
neimitteln dienen, verfallt außer der Konfiska-
tion der Waare, in eine, in jedem Wiederho-
lungsfalle zu verdoppelnde Geldbuße von 25
Gulden.
Wer ohne die durch den Art. 17 vorgeschrie-
bene Ermächtigung oder ohne die in demselben
Artikel erwähnten Bedingungen zu erfüllen, den
öffentlichen Berkauf von Droguen oder chemischen
Zubereitungen, die nur zu Arzneien gebraucht
werden, ankündigt oder vollzieht, verfallt in
eine Geldbuße von 50 Gulden, die sich in jedem
Wiederholungsfalle verdoppelt.
Jede nicht ermächtigte Person, welche als
Gift bekannte Substanzen verkauft, erleidet,
außer der Konfiskation der Substanzen, zum
ersten Male eine Geldbuße von 50 Gulden, die
sich im Wiederholungsfalle verdoppelt.
Bei weitem Betretungsfällen kann, außer
der Geldbuße von 100 Gulden eine Gefängniß-
strafe von 14 Tagen bis 6 Monaten eintreten.
III. Besondere Bestimmungen für Ärzte und
Apotheker.
Jeder Kunstverständige, welcher überwiesen
( 489 )
ist, mit einem Apotheker eine Verabredung ge-
troffen zu haben, um sich irgend einen Nutzen
oder Gewinn von den Arzneimitteln, welche er
Kranken vorgeschrieben hat, zu verschaffen, ver-
fällt in eine Geldstrafe von 100 Gulden.
I n
Wiederholungsfällen wird, diese Geldstrafe ver-
doppelt und dem Betheiligten kann seine Be-
rechtigung für einen Zeitraum von 6 Monaten
bis zu 2 Jahren entzogen werden.
Dieselbe Strafe erleidet der Apotheker, welcher
einen solche Verabredung trifft.
Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen
der Art. 19 und 20 sollen mit einer Geldbuße
von 20 Gulden, und für jeden Wiederholungs-
fall von 42 Gulden bestraft werden.
Jede zur Ausübung eines Zweiges der Heil-
kunde bei Menschen oder Thieren berechtigte Per-
son, jeder Apotheker oder Droguist, welcher sich
weigert, seine Arzneivorräthe, Instrumente,
Offizinen, Lager, Laden und Bücher, der im
Art. 38 vorgeschriebenen Visitation zu unter-
werfen, verfallt in eine, in jedem Wiederholungs-
fall zu verdoppelnde Geldstrafe von 25 Gulden.
IV.
Disciplinar-Strafen.
Wenn eine zur Ausübung eines Zweiges der
Heilkunde, oder einer auf die Heilkunde bezüglichen
Profession ermächtigte Person schwerer Pflicht-
widrigkeiten oder unmoralischer Handlungen sich
schuldig macht, so kann das Medizinal-Kolle-
gium als Disciplinar-Kammer dieselbe vor sich
laden und sie ermahnen oder verweisen.
In
schwereren Fällen kann durch die Gerichte eine
zeitliche Suspension oder nach den Umständen
auch gänzliche Entziehung der Berechtigung aus-
gesprochen werden.
Vorübergehende Bestimmungen.
Die in Gemäßheit der jetzt bestehenden Ge-
une convention avec un pharmacien, afin de retirer
gain ou profit des médicamens qu'elle prescrit à des
malades, encourt une amende de 100 fls. En cas
de récidive cette amende sera doublée et l'exercice
de son art pourra être interdit au délinquant pour
un espace de tems de 6 mois à 2 ans.
Les mêmes peines seront appliquées au pharma-
cien coupable d'une pareille convention.
ART. 47.
Les contraventions aux dispositions des art. 19 et
20. seront punies d'une amende de 20 florins, et
pour chaque récidive de 40 florins.
ART. 48.
Toute personne autorisée à exercer l'art de guérir
ou la médecine vétérinaire, tout pharmacien au
droguiste qui s'opposera à la visite de ses médica-
mens, instrumens, officines, magasins, boutiques et
livres, prescrite par l'art. 38, encourt une amende
de 25 florins, qui sera doublée pour chaque réci-
dive.
IV. Peines disciplinaires.
ART. 49.
Lorsqu'une personne autorisée à exercer une.
branche quelconque de l'art de guérir, ou une des
professions qui s'y rattachent, se rendra coupable
de fautes graves ou d'actions immorales, le collége
médical réuni en chambre de discipline, a le droit
de la citer devant lui pour l'admonester ou la répri-
mander. Dans des cas graves les tribunaux pourront
prononcer une suspension provisoire, ou même se-
lon les circonstances une révocation définitive.
Dispositions transitoires.
ART. 50.
Les personnes autorisées en conformité des lois
Königl. Großherzl. Beschluß,
vom 12. October 1841, N° 17,
in Betreff der näheren Regulirung des Me-
dizinalwesens.
(Nr. 10376. — 1841. — R.P.)
W i r Wilhelm II. von Gottes Gnaden. König-
der Niederlande, Prinz von Oranien-Nas-
sau, Großherzog von Luxemburg, u.,u,.u.,
Nach Einsicht Unserer Verordnung vom heu-
tigen Tage, N° 16,
Und in Erwägung, daß es nöthig erscheint,
die Thätigkeit der Medizinalbehörden im einzelnen
zu reguliren, so wie auch für die verschiedenen
Zweige der Medezinal-Polizei bestimmte Vor-
schriften zu erlassen,
Haben gutgefunden, die gegenwärtiger Wer-
ordnung anliegenden Reglements
1° Ueber die besonderen Attributionen des
Medizinal-Collegiums und der Kantonal-Aerzte;
existantes, à exercer l'art de guérir ou une des pro-
fessions qui s'y rattachent, pourront continuer d'ex-
ercer à l'avenir avec les prérogatives qui leur sont
accordées par les lois et réglemens existant actuel-
lement.
ART. 51 .
La présente ordonnance entrera en vigueur au
1er janvier 1841. Notre Régence du pays est char-
gée de son exécution. Elle sera insérée dans le Mé-
morial législatif et administratif.
La Haye, le 12 octobre 1841.
Signé, GUILLAUME.
Pour expédition conforme
Le Conseiller intime pour lés affaires
du Luxembourg,
STIFFT.
ARRÊTÉ ROYAL
GRAND-DUCAL,
Du
12 OCTOBRE 1841 ,
N°
17,
portant Réglement du service médical.
(N° 10376. — R.P.)
Nous GUILLAUME II, par la grâce de Dieu,
Roi DES PAYS-BAS, PRINCE D'ORANGE-NASSAU,
GRAND-DUC DE LUXEMBOURG , etc., etc.,
etc.,
Vu Notre ordonnance en date de ce jour, n° 16 ;
Considérant qu'il est nécessaire de régler plus spécia-
lement l'action des différens fonctionnaires médicaux,
comme aussi d'établir des dispositions spéciales pour
les différentes branches de la police médicale ;
Avons trouvé bon d'arrêter les réglemens annexés
à la présente, et concernant
1° Les attributions spéciales du collége médical et
des médecins de canton ;
( 490 )
setze zur Ausübung der Heilkunde oder einer
auf die Heilkunde bezüglichen Profession er-
mächtigten Personen können auch in Zukunft
die ihnen nach den jetzt bestehenden Gesetzen und
Verordnungen zustehenden Berechtigungen aus-
üben.
Gegenwärtige Verordnung tritt mit dem 1sten
Januar 1842 in Wirksamkeit. Unsere Landesre-
gierung ist mit deren Vollziehung beauftragt,
und es soll dieselbe in das Verordnungs-und
Verwaltungsblatt eingerückt werden.
Haag, den 12. October 1841.
(Unterz.)
Wilhelm.
Für gleichlautende Ausfertigung.
Der Geheimerath für die Luxemburger
Angelegenheiten,
Stifft.
I.
Reglement
über die besondern Attributionen des Medi-
zinal-Kollegiums und der Kantonalärzte.
Art.
1.
Das Medizinal-Collegium hat außer den ihm
durch das Gesetz und die Reglements übertra-
genen besondern Attributionen, die Aufsicht über
die regelmäßige und würdige Ausübung der
verschiedenen Zweige der Heilkunde und der auf
dieselbe bezüglichen Professionen.
Es überwacht die genaue Erfüllung der auf die
2° Les examens;
3° Les devoirs spéciaux des personnes autorisées
à exercer l'art de guérir ;
4° Les obligations spéciales des pharmaciens et
droguistes ;
5° La vaccine;
6° La conduite à tenir lors de maladies épidemi-
ques, contagieuses et d'épizooties;
7° Le service sanitaire des pauvres ;
Et d'ordonner qu'ils soient exécutés en même
tems que notre ordonnance de ce jour, n°16.
Notre Régence du pays est chargée de l'exécution
du présent arrêté, ainsi que des réglemens y an-
nexés , qui seront insérés dans le Mémorial législatif
et administratif.
La Haye, le 12 octobre 1841.
(Signé) GUILLAUME.
Pour expédition conforme
Le Conseiller intime pour les affaires du
Luxembourg,
STIFFT.
1. RÈGLEMENT
sur les attributions spéciales du collége
médical et des médecins de canton.
ART. 1er.
Le collége a1 outre les attributions spéciales qui
lui sont conférées par la loi et les réglemens, la
surveillance sur l'exercice régulier et convenable des
différentes branches de l'art de guérir et des profes-
sions qui s'y rattachent.
Il surveille l'exécution exacte des lois et ordon-
( 491 )
2° Ueber die Prüfungen ;
3° Ueber die besondern Pflichten der zur Aus-
übung der Heilkunde berechtigten Personen ;
4° Ueber die besonderen Verpflichtungen der
Apotheker und Droguisten ;
5° Ueber das Impfwesen;
6° Ueber die im Falle von epidemischen und
ansteckenden Krankheiten und bei Seuchen zu er-
greifenden Maaßregeln ;
7° Ueber die Gesundheitspflege der Armen ;
Festzustellen und zu verordnen, daß dieselben
gleichzeitig mit Unserer Verordnung vom heu-
tigen Tage,
N°16,
in Vollziehung gesetzt
werden sollen.
Unsere Landesregierung ist mit der Vollzie-
hung gegenwärtiger Verordnung, so wie der
derselben anliegenden Reglements, welche in
das Verordnungs- und Verwaltungsblatt ein-
gerückt werden sollen, beauftragt.
Haag, den 12. Oktober 1841.
Unterz., Wilhelm.
Für gleichlautende Ausfertigung,
Der Geheimerath für die Luxemburger
Angelegenheiten,
Stifft.
Medizinalpolizei bezüglichen Gesetze und Vor-
schriften.
Es vertritt im Allgemeinen die Interessen der
Gesundheitspflege und beauftragt bei der Landes-
regierung alle nöthig erscheinenden Maaßregeln
und Verbesserungen.