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Arrêté du 25 mars 1914, portant fixation du plan d'études pour les écoles primaires du Grand- Duché.

6 Articles / Dispositions · Luxembourg
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Table des dispositions (6)

Texte législatif (6 Articles)

Arrêté du 25 mars 1914, portant fixation du plan d'études pour les écoles primaires du Grand- Duché.

Mémorial

du

Grand-Duché de Luxembourg.

Memorial

des

Großherzogtums Luxembourg.

Jeudi, 16 avril 1914.

N° 20.

Arrêté du 25 mars 1914, portant fixation du plan

d'études pour les écoles primaires du Grand-

Duché.

LE DIRETEUR GÉNÉRAL DE L'INTÉRIEUR;

Vu l'art. 24 de la loi du 10 août 1912, con-

cernant l'organisation de l'enseignement pri-

maire;

Arrête

Arrêté du 25 mars 1914, portant fixation du plan d'études pour les écoles primaires du Grand- Duché.

A partir de l'année scolaire 1914-

1915 le plan d'études faisant annexe au présent

arrêté, sera introduit et suivi dans les écoles

primaires du Grand-Duché.

arrêté, sera introduit et suivi dans les écoles primaires du Grand-Duché.

Der gegenwärtigem Beschluß beilie-

gende Lehrplan wird vom Schuljahr 1914/1915

ab in den Primärschulen des Großherzogtums

eingeführt und befolgt.

arrêté, sera introduit et suivi dans les écoles primaires du Grand-Duché.

Le présent arrêté sera inséré au

Mémorial et au Courrier des écoles.

Luxembourg, le 25 mars 1914.

Le Directeur général de l'intérieur,

BRAUN.

Beschluß vom 25. März 1914, die Festlegung eines

Lehrplanes für die Primarschulen des Groß-

herzogtums betreffend.

Der General-Direktor des,

Innern;

Nach Einsicht des Art. 24 des Gesetzes vom

10. August 1912, über die Organisation des

Primärunterrichtes ;

Beschließt

arrêté, sera introduit et suivi dans les écoles primaires du Grand-Duché.

Gegenwärtiger Beschluß soll im

„Memorial" und im „Schulbote" veröffentlicht

werden.

Luxemburg, den 25. März 1914.

Der General-Direktor des Innern,

Braun.

arrêté, sera introduit et suivi dans les écoles primaires du Grand-Duché.

des Schulgesetzes vom 10. August 1912

sieht für jede Schulgattung einen Musterlehr-

plan vor, worin die Verteilung der Lehrgegen-

stände auf die verschiedenen Schuljahre, die

jedem Unterrichtszweig in den verschiedenen

Klassen zugeteilte Stundenzahl, sowie die aus-

führlichen Programme der einzelnen Fächer

geregelt werden.

Der vorliegende Lehrplan verwirklicht diese

Forderungen. Er ist in erster Linie für die

einklassige

Primärschule

bestimmt.

Die

mehrklassige

Primärschule

(zwei- und dreiklassige) hat denselben Unterrichts-

stoff nach Maßgabe der geringeren Klassenzahl

und der besonderen Verhältnisse im Sinne der

bei den einzelnen Fächern gegebenen Winke zu

vertiefen und zu erweitern.

Die Verteilung des Unterrichtsstoffes inner-

halb der einzelnen Stufen bezw. Jahrgänge wird

vor Beginn des Schuljahres durch das Lehrper-

sonal, aufgestellt und dem Bezirksinspektor bei

seinen Besuchen vorgelegt. Auf diese Weise wird

Donnerstag, 16. April 1914.

Lehrplan für die Primärschulen des Großherzogtums Luxemburg.

auch vermieden, daß Kinder, welche im Laufe

des Schuljahres die Schule wechseln müssen,

zurückgesetzt und im Steigen behindert werden.

A.

Unterrichts

Prinzipien

Der Primärunterricht bezweckt, den Kindern

die zum Fortkommen im Leben unentbehrlichen

Kenntnisse und Fertigkeiten zu vermitteln.

Zugleich soll derselbe die Entwicklung der

geistigen, sittlichen und religiösen Anlagen der

Kinder nach Kräften fördern.

Der Zweck der Schule wird nur dann erreicht,

wenn die Schüler zur Freude am Lernen, zur

Selbsttätigkeit und zu möglichst selbständiger

Arbeit erzogen werden.

Deshalb muß der Lehrer nach Kräften bestrebt

sein, einen anschaulichen und anregenden Un-

terricht zu erteilen und seine Lehrweise den päda-

gogischen Erfahrungen der Gegenwart, sowie

dem geistigen Standpunkt seiner Schüler anzu-

passen.

Ein wichtiges Mittel, um die Schüler zu

selbständigem Denken anzuregen, ist zweifellos

die Fragestellung des Lehrers; deshalb soll

letzterer nicht müde werden, sich in der Kunst der

richtigen Fragestellung immer mehr auszubilden.

Doch muß vor dem ausschließlichen Wechsel

von Frage und Antwort gewarnt werden, weil

derselbe trotz des regelmäßigen Fortschreitens

des Unterrichtes ein selbständiges, zusammen-

fassendes Verständnis des Lehrstoffs seitens der

Kinder allzusehr' beeinträchtigt. Letztere müssen

hingegen daran gewöhnt werden, durch sich

selbst zu denken und ihre eigenen Gedanken ohne

Scheu zum Ausdruck zu bringen, sowie gegebe-

nenfalls dem Lehrer über unklare und mangel-

haft erfaßte Punkte Frag en zu stellen.

Den Schülern muß ferner möglichst oft und

in allen Unterrichtsfächern die Gelegenheit ge-

boten werden, sich in zusammenhängender Rede

auszudrücken. Nichts ist der persönlichen Mit-

arbeit des Kindes förderlicher ; auch lehrt die

Erfahrung, daß sich für den Aufsatzunterricht aus

der fortgesetzten Übung in der zusammenhan-

genden freien mündlichen Darstellung die gün-

stigsten Resultate ergeben.

Recht oft mögen die Lehrpersonen die Kinder

aller Schulstufen dazu anhalten, die beobachteten

und besprochenen Gegenstände Zeichnerisch wie-

derzugeben.

Für Schüler und Lehrer bilden

diese Versuche, abgesehen von dem übrigen

Nutzen, den sie bieten, ein ausgezeichnetes Mitel

sich Rechenschaft über den Grad der Erfassung

des durchgenommenen Lehrstoffs zu geben.

Reichen Stoff zu solchen Skizzen bieten der

erste Anschaungsunterricht, die Heimatkunde, die

Naturkunde, die Lesestücke usw. Sehr anregend

und lehrreich ist auch das Formen in Ton oder

Plastilin, mit welchem in günstigen Verhältnissen

Versuche unternommen werden können.

Neben den unterrichtlichen Maßnahmen, welche

der Darbietung und Aneignung des Lehrstoffes

dienen, dürfen aber jene nicht außer acht gelassen

werden, welche die Verknüpfung und Befestigung

des erworbenen Wissens bezwecken. Darum hat

die Schule für regelmäßige Wiederholungen des

behandelten Stoffes auf allen Stufen und Jahr-

gangen in ausreichender Weise Sorge zu tragen.

Die Schule soll in ihrem ganzen Betrieb und

mit allen ihren Einrichtungen, Tag für Tag, den

Eindruck gewissenhafter Ordnung auf den Schüler

machen und so dessen Ordnungssinn fördern.

Pünktlichkeit in allen Dingen muß das gesamte

Schulleben charakterisieren. Nur

wenn das

Kind täglich an Pünktlichkeit gewöhnt wird,

kaun ihm diese als unverlierbares Eigentum für

sein ganzes Leben verbleiben.

B.

Unterrichtsgegenstände.

Folgende Lehrfächer sind gemäß Art. 23 des

Gesetzes vom 10. August 1912 für unsere Primar-

schulen obligatorisch

1. Religion und Moral;

2. Deutsche Sprache;

3. Französische Sprache;

4. Rechnen;

5. Anfangsgründe der Naturwissenschaften;

6. Anfangsgründe der Landesgeschichte und

Luxemburgisch;

7. Anfangsgründe der Geographie;

8. Zeichnen;

9. Gesang;

10. Turnen und Schulspiele.

Für die Mädchenschulen kommen hinzu

11. Handarbeit und

12. Anfangsgründe der Haushaltungskunde.

Außerdem steht es dem Gemeinderat mit Ge-

nehmigung der Regierung frei, unter besonderer

Berücksichtigung der örtlichen Bedürfnisse noch

andere Lehrfächer in dieses Programm aufzu-

nehmen.

Religionsunterricht.

(Art. 24—27 des Schulgesetzes vom 10. August

1912.)

Deutsche Sprache.

Der deutsche Sprachunterricht soll die Schüler

befähigen, das in Wort und Schrift in der deut-

schen Sprache Ausgedrückte, soweit dessen In-

halt ihrem Gedankenkreise entspricht, zu ver-

stehen

(Sprachverständnis)

und

sich

in dieser Sprache sowohl mündlich als schriftlich

mit möglichst großer Selbständigkeit auszu-

drücken

(Sprachvertigkeit).

Zugleich soll

er auf Gemüt und Willen anregend und bildend

einwirken und mit Hilfe des im Lesebuch ent-

haltenen Stoffes dem Kinde praktische Kennt-

nisse für das spatere Leben beibringen.

Alle Unterrichtsfächer müssen in den Dienst

der Sprachpflege gestellt werden. Neu auftre-

tende Wörter und Wendungen sind in allen

Fächern durch Veranschaulichung ihres Begriffs-

inhaltes dem Verständnis zu erschließen.

Behufs Förderung der Sprachfertigkeit sind

die Schüler möglichst früh anzuhalten, in ganzen

Sätzen auf die Fragen des Lehrers zu antworten.

Eine ausgezeichnete Übung besteht für alle

Stufen in der zusammenhängenden freien münd-

lichen Wiedergabe der behandelten Lehrstoffe.

Der deutsche Sprachunterricht umfaßt

1. Anschauungsunterricht und Heimatkunde;

2. Leseübungen und die Behandlung der

Lesestücke;

3. Orthographische und grammatische Übungen;

4. Sprech- und Aufsatzübungen.

1. Anschauungsunterricht und Heimatkunde.

A. Der

Anschauungsunterricht

auf der Unterstufe.

Ziel.

— Der Anschauungsunterricht soll die

Kinder in den Schulunterricht einführen, die

Beobachtungsgabe wecken und die Sinne schärfen,

die vorhandenen Anschauungen berichtigen, ord-

nen und erweitern und die Kinder zum sprach-

richtigen Ausdruck der Gedanken anleiten und

befähigen.

In der Regel sind die beiden ersten Schuljahre

für diesen Unterricht kombiniert. Wenn die Ver-

hältnisse es wünschenswert erscheinen lassen, wie

z. B. in mehrklassigen Schulen, kann auch eine

Trennung eintreten.

Stoff.

— Der Anschauungsunterricht nimmt

seinen Stoff aus der nächsten Umgebung des

Kindes.

Zur Besprechung gelangen folgende Gruppen

1. Die Schule; 2. Die Wohnung; 3. Die Familie;

4. Der menschliche Körper; 5. Nahrung und Klei-

dung; 6. Die Haustiere; 7. Der Wohnort (Kirche

und Kirchhof); 8. Die nächste Umgebung des

Wohnortes: Garten, Wiese, Feld und Wald; 9.

Die Gewässer und Verkehrswege; 10. Himmels-

erscheinungen und Zeiteinteilung.

Die Jahreszeiten, wichtige Ereignisse aus dem

Menschen- und Naturleben, gute Bilder, Mär-

chen und Erzählungen werden zu geeigneter

Zeit behandelt und mit den andern Gruppen

verpflochten. Als Märchen sind zur Auswahl

empfohlen : Der Wolf und die sieben jungen

Geißlein, Rotkäppchen, Fundevogel, Frau Holle,

Hähnchen und Hühnchen, Der Wolf und der

Fuchs, Die Breiner Stadtmusikanten, Schnee-

weißchen und Rosenrot, Der süße Brei, Der

Arme und der Reiche.

In

den

mehrklassingen

S c h u l e n

werden die einzelnen Stoffgruppen eingehender

behandelt und weitere Gegenstände und Hand-

lungen, die im Interessenkreise des Kindes liegen,

zur Besprechung herangezogen. Auch muß hier

dem malenden Zeichnen größere Sorgfalt ge-

widmet werden und sind einfache Versuche im

Formen der besprochenen Gegenstände erwünscht.

Behandlung.

— Die Gegenstände wer-

den, wo möglich, in Wirklichkeit vorgezeigt und

nur, wo das nicht ratsam oder nicht tunlich ist,

treten Modelle, Abbildungen, farbige Kreide-

zeichnungen, sowie die auf Schulspaziergängen

oder durch Beobachtungsaufgaben gewonnenen

Vorstellungen an ihre Stelle. Namentlich kön-

nen bei der Besprechung von Gruppen, die ein

Stück wirklichen Lebens vorführen, sowie bei

Wiederholungen die in den Schulen vorhandenen

Anschauungsbilder mit Erfolg benutzt werden.

Der Unterricht wird in Form einer freien

Unterredung erteilt.

Durch geschickte Fragen

veranlaßt der Lehrer die Kinder Zu beobachten

und sich über das Angeschaute richtig auszu-

drücken. Die Schüler müssen in der Regel mehr

sprechen als der Lehrer, der den Gang des Un-

terrichts nur zu leiten hat. Die Antworten wer-

den in vollständigen Sätzen, langsam, deutlich,

laut und lautrichtig gegeben. Mangelhafte Ant-

worten werden verbessert und in der richtigen

Fassung wiederholt. Einzelne Sätze von beson-

derer Bedeutung werden durch wiederholtes

Chor- und Einzelsprechen eingeprägt. Die Über-

leitung aus dem Dialekt ins Hochdeutsche muß

sich allmählich vollziehen.

Sind beide Schuljahre der Unterstufe kom-

biniert, so ist der Unterricht so zu erteilen, daß er

für jede der beiden Abteilungen interessant und

bildend ist. An die Anfänger werden die leich-

teren Fragen gerichtet, die Schüler des zweiten

Schuljahres hingegen beantworten die relativ

schwierigeren Fragen. Auch fassen letztere den

Inhalt der einzelnen Abschnitte sowie der ganzen

Besprechung in kurzen kindlichen Sätzen zusaw-

inen und schreiben nach Erörterung der Schreib-

weise einige Sätze aus den Unterrichtsergebnissen

auf.

Zur Pflege und Förderung der bildlichen Dar-

stellungskraft soll den Schülern beider Abtei-

lungen häufig Gelegenheit geboten werden, sich

im malenden Zeichnen zu üben oder die Wand-

tafelskizzen des Lehrers nachzubilden. In gün-

stigen Verhältnissen, speziell in geteilten Schulen,

können sie auch im Formen der besprochenen

Gegenstände oder einzelner Teile derselben unter-

wiesen werden.

Damit bei dem beschreibenden Anschauungs-

unterricht die Gemütsbildung der Kinder nicht

zu kurz komme, müssen Erzählungen, Märchen,

Fabeln, Gedichte, Lieder, Rätsel, Sprüche und

Sprichwörter an geeigneter Stelle eingeflochten

werden. Ratsam ist es auch, den Anschauungs-

unterricht durch den in der zweiten Fibel gebo-

tenen Lesestoff zu unterstützen und zu beleben.

Bekanntlich bringt das Kind der bloßen Be-

schreibung des ruhenden Gegenstandes nur ge-

ringes Interesse entgegen, während die Lebens-

äußerungen des Anschauungsobjektes, und bei

leblosen Dingen, die Erfahrung des Kindes mit

ihnen seine ganze Teilnahme gefangen halten.

Es soll die Beschreibung darum auch, wo es

nur angeht, in ein Geschehen, ein Erlebnis, eine

Erzählung umgewandelt werden.

Die sittliche Belehrung, die man an einzelne

Lektionen anknüpft, muß sich ganz natürlich aus

der Besprechung ergeben und in einzelnen Kern-

sätzen zum Ausdruck gelangen.

Dem gemessenen, stetigen Fortschreiten der

Anschauungsübungen müssen sich in gewissen

Zwischenräumen Wiederholungen anschließen.

Während anfangs die Antworten in der ein-

fachsten Form erfolgten, sucht der Lehrer hier

durch seine Fragestellung mehr Wechsel und Zu-

sammenhang in die Ausdrucksweise des Kindes

zu bringen, damit dessen Sprachgefühl durch die

richtige Anwendung der hochdeutschen Sprach-

formen allmählich geläutert und weiter gebildet

werde.

B. Die

Heimatkunde auf

d e r

Mittelstufe.

Ziel.

— Der heimatkundliche Unterricht soll

die Schüler mit der engern Heimat und den hei-

matlichen Verhältnissen bekannt machen, um die

Liebe zur Heimat in ihren Herzen zu wecken und

Zu pflegen; er soll ihnen außerdem die geogra-

phischen Grundbegriffe vermitteln und die Ein-

führung in das Kartenverständnis vorbereiten.

Der Unterricht in der Heimatkunde wird in

den für Heimat- und. Naturkunde festgesetzten

Stunden erteilt.

Das dritte und das vierte

Schuljahr bilden eine Abteilung; der Lehrgang

ist zweijährig.

Stoff.

1.

Das

Schulhaus

Die

Himmelsgegenden, Orientieren im Schulzimmer.

Lage der übrigen Teile des Schulhaufes. Der

Zchulhof. Der Schulgarten. Das Schulviertel.

2. Der Wohnort : Das Vaterhaus. Lage

des Wohnortes, Straften und öffentliche Plätze,

Hauptgebäude, Verkehrseinrichtungen, Beschäfti-

gung der Bewohner. Orientieren. Merkwürdig-

keiten.

3.

Die

Umgebung

d e s

Wohn-

ortes

Die Gemarkung, Bodengestaltung,

Bewässerung, Verkehrswege, Erzeugnisse und

gewerbliche Tätigkeit innerhalb der Gemarkung.

Orientieren. Merkwürdigkeiten.

4.

Die

heimatliche

Gemeinde

Ortschaften, die zur Gemeinde gehören. Ein-

fache Belehrungen über die Gemeindeverwaltung.

Erwerbsleben innerhalb der Gemeinde. Orien-

tieren. Heimatliche Gebräuche, Sagen und Ge-

schichten. Merkwürdigkeiten.

5.

Einfache

Beobachtungen

in-

nerhalb

des

Horizonts

Orientieren.

Horizont.

Tageszeiten, Jahreszeiten.

Wind

Wetter. Beobachtungen am Mond.

In

den

mehrklassingen

Schulen

sind die vorgenannten Gruppen den Verhält-

nissen der Heimatgemeinde entsprechend zu er-

weitern.

Behandlung.

— Wie der Anschauungs-

unterricht auf der Unterstufe, so ist die Heimat-

kunde auf der Mittelstufe der Inbegriff aller

sachlichen Fächer.

Die Scheidung in „Heimatkunde im engern

Sinn" und „Naturkunde", die aus praktischen

Gründen vorgenommen werden muß, ist nur

rein äußerlich zu verstehen. Unterrichtlich und

inhaltlich müssen sich beide zu einein harmonischen

Ganzen, der Heimatkunde im weiteren Sinn, ver-

einigen.

Da die Heimatkunde ihrem Wesen nach nur

ein erweiterter oder heimatlicher Anschauungs-

unterricht ist, so muß sie auch stets von der un-

mittelbaren Anschauung ausgehen.

Diese kann bei Stoffen, welche innerhalb des

täglichen Gesichtskreises der Schüler liegen, auf

Grund von Beobachtungsäufgaben, bei solchen,

welche außerhalb desselben in der Umgebung des

Wohnortes sich befinden, durch gemeinsame

Spaziergänge erworben werden. Wo die Kinder

durch die tägliche Erfahrung bereits lebendige

Anschauungen gewonnen haben, kann der Lehrer

auch an diese anknüpfen.

Die Besprechung des Gegenstandes erfolgt in

der Weise, daß die Schüler unter Leitung des

Lehrers nach bestimmten Gesichtspunkten über

das Angeschaute berichten.

Sehr oft aber genügt das beschreibende Wort

zur Wiedergabe nicht. Dann muß der Lehrer

zur farbigen Kreide greifen und unter Mithilfe

der Klasse in einfachen Zügen (Fanstzeichnung)

das Charakteristische des Geschauten an der (erst

wagerecht liegenden) Wandtafel verkleinert er-

stehen lassen. Am Schlusse der Besprechung wird

die Wandtafelzeichnung von den Schillern ge-

deutet, d. h. die entsprechenden Kartenzeichen

wieder in die wirklichen Gegenstände umgesetzt.

In mehrklassigen Schulen kann sie auch von den

Schülern des 4. Schuljahres nachgebildet werden.

Die gewonnenen Grundbegriffe werden zur

Klärung und Befestigung unter sich und mit

früher erworbenen verglichen und zu Reihen

geordnet, wie z. B. Anhöhe, Hügel, Berg, Ge-

birge, usw. Das Ergebnis wird in einfachen

Sätzen, mündlich und schriftlich, festgestellt und

eingeprägt.

Soweit die Fassungskraft der Schüler dieser

Stufe es zuläßt, ist auch der ursächliche Zusam-

menhang der heimatlichen Erscheinungen auf-

zudecken, wie z. B. der Unterschied im Pflanzen-

Wuchs an der Nord- und an der Südseite eines

Berges, die Einwirkung langer Dürre oder Regen-

zeit auf den Wasserstand der Bäche und Flüsse,

Wiesenreichtum und Viehzucht, Erzgehalt der

Berge, Bergbau und Industrie, u. m. a.

Heimatliche, der Fassungskraft der Schüler

angemessene Sagen, Geschichten, Legenden,

Lieder und Sprichwörter wie sie der heimat-

kundliche Teil des Lesebuches bietet, sichern dem

Unterricht das Interesse der Kinder und die

gemütbildende Wirkung.

2.

Lesen und Behandlung der Lesestücke.

Richtiges, sinngemäßes, gefälliges Lesen und

Sprechen, gründliches Verständnis des Lese-

stoffes ist das Ziel, das hier erreicht werden soll.

1. Schuljahr.

Schreiblesen.

a)

Ziel

des

Schribens.

— Sicheres

Schreiben der Lautzeichen des deutschen Klein-

und Großlphabetes. Richtiges Abschreiben aus

der Fibel. Übungen im Schreiben von leichten,

bekannten Wörtern und Sätzchen nach Diktat.

Es werden nur solche Wörter und Sätze ge-

schrieben, deren Aussprache und Schreibung genau

übereinstimmen.

b) Ziel des L e s e n s . — Richtiges Lau-

tieren und Lesen der Schreib- und Druckschrift

der ersten Fibel. Anstreben des Lesens mit rich-

tiger Betonung der Haupt- und Nebensilben.

Beobachtung der Satzzeichen.

Stoff

u n d

Behandlung.

A.

Vorübungen.

1.

Vorübungen

zum

Schreiben

zur Schulung von Auge und Hand und zwar

a)

Mündliche

: Haltung des Körpers, Lage

der Tafel, Arm- und Handstellung, Griffelhal-

tung, Hervornehmen und Weglegen des Schreib'

Materials.

Die Ausdrücke: Oben, unten, rechts, links,

mitten, rechtsoben, usw., senkrecht, wagerecht,

gerade, schief, gebogen, krumm, dick, dünn, Auf-

und Abstrich, Haar- und Grundstrich werdenden

Kindern auf anschauliche Weise zum Verständnis

gebracht.

b)

Schriftliche

Nach diesen Merkmalen

werden zunächst Punkte, Striche, wage- und

senkrechte, schiefe und gebogene Linien, Haar-

und Grundstriche geübt, welche sodann zu kleinen

Figuren wie Stock, Kreuz, Peitsche, Tisch, Bank,

Stuhl, Leiter, Fenster, Seil, Säge, Reif, Ball,

Sonne, Ei usw. zusammengesetzt werden.

2.

Vorübungenzum

L e s e n zur Schu-

lung von Gehör und Sprachwerkzeugen und

zwar

a)

Kopfanalyse

: Auflösen einfacher

Sätze in, Wörter, der Wörter in Silben, der Sil-

ben in Laute. Von Anfang an soll der Lehrer

die etwa in der Mundart wurzelnde, falsche Aus-

spräche einzelner Laute zu bekämpfen suchen.

b)

Kopfsynthese

Anleitung, die ein-

zelnen Laute zu Silben, die Silben zu Wörtern

zusammenzufassen.

Die Schreib- und Lesevorübungen werden

vom ersten Schultag au nebeneinander betrieben

und dauern in der Regel 4 Wochen. Erst nach

Durchnahme der Vorübungen erhält das Kind

die Fibel.

B.

Eigentliches

Schreiblesen.

Einüben der kleinen Buchstaben nach der Fibel.

Verbindung derselben zu Silben, Wörtern und

Sätzen, Einüben der großen Buchstaben. Ver-

bindung.

Bei diesen Übungen leisten. Lesetabellen, Lese-

Maschinen und Lesekästchen gute Dienste. Da-

neben fleißiges Benutzen der Wandtafel.

Auf dieser Stufe wird das Verständnis des

Gelesenen schon angebahnt, aber nur durch die

einfachste Erklärung, meistens durch den Hinweis

auf den mundartlichen Ausdruck.

Die Methode ist die Schreiblesemethode. Das

Buchstabieren ist im ganzen ersten Schuljahr

streng ausgeschlossen.

Die Schüler werden angehalten, beim Schrei-

ben und beim Lesen richtig nach Silben Zu tren-

nen und auf die Satzzeichen zu merken. Beim

Silbenlesen selbst ist darauf zu achten, daß sie,

ohne mit der Stimme abzusetzen, die einzelnen

Laute zueinander hinüberziehen.

Der Leseton sei weder zu hoch noch zu niedrig;

die Kinder sollen langsam, deutlich, laut und laut-

richtig lesen. Vor dem Leierton kann nicht genug

gewarnt werden. Das Chorlesen ist fleißig zu

üben.

In der Zweiten Hälfte des Schuljahres werden

einige leichte, gut verstandene Lesestückchen er-

zählenden Inhalts unter Anleitung des Lehrers

memoriert und hergesagt.

2. Schuljahr.

Ziel.

— Die Kinder sind zu befähigen, die

Lesestücke der zweiten Fibel mit Sicherheit und

genauer Beachtung der Satzzeichen zu lesen.

Auch ist bereits das sinngemäße Lesen, sowie die

freie, mündliche Wiedergabe des erfaßten

In-

halts anzustreben. Kenntnis der lateinischen Buch-

staben, sowie Lesen von Stücken in dieser Schrift.

Stoff.

— Den Stoff bieten die für das 2.

Schuljahr bestimmte Fibel sowie die übrigen

Lehrmittel.

Behandlung.

— Die Behandlung, be-

ginnt in der Regel mit der

Zielangabe.

Ihr folgt die

Vorbereitung,

die bei

manchen Stücken in Wegfall kommen kann, in

jedem Fall aber möglichst wenig Zeit in Anspruch

nehmen darf, damit das Lesen als Hauptsache

nicht zu kurz komme.

Lesestücke erzählenden Inhaltes werden vom

Lehrer auf anschauliche Weise

vorerzählt,

solche beschreibenden Inhaltes durch

fragend-

entwickelnde

Lehrweise dem Verständnis

der Kinder erschlossen. Alle schwierigen Wörter

und Ausdrücke des Textes werden bei beiden

Arten der Darbietung vom Lehrer durch Um-

schreibung erläutert.

Der Vermittlung des Inhaltes folgt das

Vor-

lesen

des Stückes durch den Lehrer. Dieses

muß scharf artikuliert, wohlbetont und langsam

sein, so daß auch die schwächsten Kinder folgen

können.

Das

Einlesen

geschieht satzweise.

Korrekturen werden hier wie im ersten Schul-

jahr sofort vorgenommen.

Nach wiederholter

Durcharbeitung der einzelnen Sätze folgt das

Lesen im Zusammenhang, zunächst von Einzelnen,

dann im Chor.

An das Einlesen schließt sich bei Lesestücken

erzählender Art noch eine

kurze

Bespre-

chungan,

bei welcher jedoch der Inhalt nicht

Satz für Satz zum Abfragen, kommt, sondern

mehr Ursache und Wirkung, Grund, Zweck und

Folge unter reger Mitarbeit der Kinder klarge-

stellt werden sollen.

Die

sittliche

Verwertung

für das

Leben der Kinder wird nur dann aus den Lese-

stücken gefolgert, wenn sie sich ungezwungen

ergibt.

Die

sprachliche

Verwertung

geschieht durch das Einlesen, das gebundene oder

fteie Nacherzählen, das Abschreiben, das Auf-

schreiben aus dem Gedächtnis, das Diktatschrei-

ben und das Anfertigen kleiner Aufsätze.

In den zwei, ersten Schuljahren ist die Pflege

der Sicherheit und Geläufigkeit die Hauptsache

beim Leseunterricht.

Die Herbeiführung des

Verständnisses muß durch Mittel bewirkt werden,

welche der Leseübung wenig Zeit entziehen.

Kleine, gut verstandene Lesestücke von bilden-

dem Inhalt und musterhafter Sprache, etwa

monatlich je 1—2, werden unter Anleitung des

Lehrers memoriert und hergesagt.

3. und 4. Schuljahr.

Ziel.

— Auf dieser Stufe ist das geläufige,

satzrichtige und sinngemäße Lesen in deutscher

und lateinischer Druckschrift in höherem Grade

anzustreben.

Zur Erreichung dieses Zweckes

wird das musterhafte Vorlesen besonders ge-

eigneter Stücke von feiten des Lehrers, sowie das

abschnitt- resp. strophenweise Einlesen von feiten

der Schüler eines der wirksamsten Mittel sein.

Fleißig zu üben ist auch die freie, mündliche

Wiedergabe der behandelten Stoffe.

Stoff.

— Den Stoff bietet das Lesebuch

Einfache Beschreibungen ans der Heinrat- und

Naturkunde, Märchen, Sagen, Fabeln, gemütbil-

dende Erzählungen in prosaischer und poetischer

Form, einfache lyrische Gedichte.

5. und 6. Schuljahr.

Ziel.

— Das richtige und geläufige Lesen soll

mit Sicherheit erreicht, das sinngemäße und

ausdrucksvolle Lesen in deutscher und lateinischer

Druckschrift durch fortgefetzte Übung möglichst

gefördert werden. Zu diesem Zwecke muß der

Inhalt der Lesestücke in bezug auf Gedanken und

sprachlichen Ausdruck ins rechte Licht gestellt und

die zusammenhängende, freie, mündliche Wieder-

gabe verstandener Stoffe eifrig gepflegt werden.

Stoff.

— Den Stoff bilden Erzählungen,

Beschreibungen, Schilderungen, Bilder aus der

Natur, der Erdkunde und Geschichte, Gedichte,

Rätsel und Sprichwörter, wie das Lesebuch für

diese Stufe sie bietet.

7. Schuljahr.

Ziel.

— Weiterführung des sinngemäßen

und ausdrucksvollen Lesens. Auch solche Sprach-

ftücke, welche zuvor nicht behandelt worden sind,

sollen die Schüler fließend und schön lesen können.

Feststellen des Gedankenganges von Lesestücken

und Gedichten.

Zusammenhängende Wieder-

gabe der behandelten Stoffe.

Stoff.

— Prosaische und Poetische Sprach-

stücke schwierigeren Inhalts und größeren Um-

fanges, wie das Lesebuch der Oberstufe sie bietet.

Behandlung.

— Die

Auswahl

der

Lesestücke ist im allgemeinen so zu treffen

daß sie inhaltlich zu der Jahreszeit oder den im

gleichzeitigen Sachunterricht behandelten Stoffen

in Beziehung stehen. Doch sind zur allseitigen

Ansnutzung des Lesebuchs auch solche Stücke

vorzunehmen, die einen nicht unterrichtlich be-

handelten Stoff enthalten.

Der

Gang

d e r

Behandlung

ist im

allgemeinen der der formalen Stufen : Zielangabe.

Vorbereitung, Darbietung, Verknüpfung und

Zusammenfassung, sittliche und sprachliche Ver-

wertung.

Auf die

Zielangabe

folgt die V o r -

bereitung,

die sich nur auf das Zum Ver-

ständnis des nachfolgenden Neuen unumgänglich

Notwendige erstrecken soll. Bei manchen Stücken

darf sie ganz in Wegfall kommen.

Die

Darbietung

erfolgt

nach einer der

vier Darbietungsformen: Lesen, Erzählen, fra-

gend-entwickelnde, entwickelud-darstellende Lehr-

weise.

Die

Form

der

Darbietung

richtet

sich nach dem geistigen Stand der Schüler und

der Beschaffenheit des Lesestoffes.

Kleinere Lesestücke werden

g a n z ,

solche

größeren Umfanges

abschnittweise

dar-

geboten (behandelt).

Am Schlusse jedes Ab-

schnittes wird dessen Inhalt von den Schülern

im Zusammenhang wiedergegeben und in einer

Überschrift zusammengefaßt. Nach der Behand-

lung des Ganzen geben sie an Hand der aufge-

stellten Gliederungspunkte eine zusammenhän-

gende Wiedergabe des Gesamtinhaltes.

Die

Erklärungen

sind Wort- und

Sacherklärungen; sie beschränken sich auf allen

Stufen auf das zum Verständnis absolut Not-

wendige.

Die Benutzung geeigneter Veran-

schaulichungsmittel kann im Interesse eines

lebendigen und fesselnden Unterrichtes nicht

genug empfohlen werden.

Gedichte sind als Kunstwerke Zu behandeln;

die Schüler sollen sie als Ganzes verstehen, er-

fassen und nachempfinden lernen. Die Stufen

der Behandlung sind: Sachlich-sprachliche Vor-

bereitung, Einstimmung, Vortrag, ev. Bespre-

chung (nach Inhalt und Form), Vortragsübung

und ev. Verwertung.

Die

Vergleichung

oder

Ver-

knüpfung

des Neuen unter sich oder mit

verwandten älteren Stoffen führt zur zusam-

menfassenden

Betrachtung

des

Ganzen und zur Erarbeitung des

Grund-

gedankens.

Dieser Grundgedanke wird als Lebens- oder

Klugheitsregel gegeben und auf das sittliche Ver-

halten der Kinder angewandt, wenn diese

An-

wendung

sich ungezwungen ergibt.

Die

sprachliche Verwertung kann eine mündliche und

schriftliche sein.

Neben

der

verweilenden

Behand-

lung

ist

eine

verkürzte

da

am

Platze,

wo der

Lesestoff

kursorischen

Lesezwecken

dienen soll.

Da in den für das kursorische Lesen festge-

etzten Stunden

die

Ausbildung

der

Lesefertigkeit

die

Hauptsache ist, so

dürfen die sachlich-sprachlichen Erörterungen nur

wenig Zeit in Anspruch nehmen. Jedoch ist der

Gebrauch des kursorischen, Lesens auf ein weises

Maß zu beschränken, weil eine allzuhäufige An-

wendung desselben die Schüler an eine mechanische

Arbeitsleistung zu gewöhnen pflegt.

Das

Einlesen

wird

abschnittweise vor-

genommen. Die Schüler lesen immer ein Ge-

daukenganzes im Anschluß au die Gliederung

des Stückes; die Aufgabe dazu wird .vom Lehrer

oder abwechselnd auch von einem, Schüler ge-

stellt. Korrekturen werden erst nach Beendigung

des Satzes vorgenommen. Dem Einlesen folgt

das Lesen

im

Zusammenhang,

wobei

Einzel-, Gruppen- und Chorlesen mit dem Lesen

bei verteilten Rollen abwechseln kann.

Im Anschluß an die Behandlung können

kurze,

biographische

Notizen

über

die hervorragendsten Autoren gegeben werden.

Einzelne, hinreichend erläuterte Stücke in

Prosa oder Poesie, jährlich etwa 6—8 für die

einklassigen und 12—15 für die mehrklassigen

Schulen, werden memoriert und hergesagt.

3. Orthographie und Grammatik

Ziel.

A.

Orthographie.

Der

Unterricht in der Rechtschreibung hat den Zweck,

die Schüler zu befähigen, die in einfachen Lebens-

verhältnissen vorkommenden schriftlichen Mit-

teilungen ohne Verstöße gegen die Hauptregeln

der Orthographie ausführen zu können.

B. Grammatik. — Der Unterricht in der

Sprachlehre soll die Schüler so weit fördern,

daß sie am Schlusse der Schulzeit die zum rich-

tigen mündlichen und schriftlichen Gebrauch der

deutschen Sprache unbedingt erforderlichen gram-

matischen Kenntnisse besitzen.

In den einklassigen Schulen wird der Unter-

richt in Orthographie und Grammatik wegen

der beschränkten Übungszeit im engen Anschluß

an die übrigen Sprachfächer, in den mehrklas-

sigen jedoch in besonderen Unterrichtsstunden

erteilt.

Stoff.

1. Schuljahr.

1. Kenntnis der Laute und Schriftzeichen.

Fleißige Übung im Lautieren.

2. Vlbschreiben von Wörtern und Sätzen aus

der Fibel, von der Lesemaschine, usw.

3. Niederschreiben zuvor lautierter Wörter

und Sätzchen der Gleichschreibung.

2. Schuljahr.

1. Kenntnis der Namen der Buchstaben: Das

Alphabet.

Die Selbst- und Mitlaute.

Mehr-

facher An- und Auslaut. Das Nötigste über den

Gebrauch des Umlautes. Die leichteren Fälle

20 a

der Silbentrennung, der Dehnung und Schär-

fung. Der Punkt.

Gebrauch der großen An-

fangsbuchstaben beim Dingwort und nach dem

Punkt.

2. Fleißige Übung im Buchstabieren und Bil-

den von Wörtergruppen.

3. Genaues Abschreiben aus der Fibel von

Wörtern, Sätzen und geeigneten Stücken, welche

vorher zum Verständnis gebracht und gelesen

worden sind.

4. Aufschreiben aus dem Gedächtnis von me-

morierten Lesestücken.

5. Leichte Diktate mit vorangehender Behand-

lung des Inhaltes und der Rechtschreibung.

6. Übungen im Erkennen und Gebrauch des

Dingworts in Verbindung mit dem bestimmten

und unbestimmten Geschlechtswort, mündlich

und schriftlich, in Einzahl und Mehrzahl.

3. und 4. Schuljahr.

A. Orthographie.

1. Fortgesetzte Übung im Buchstabieren und

Bilden von Wörtergruppen.

2. Die Andersschreibung.

3. Dehnung und Schürfung.

4. Die gebräuchlichsten Fälle der Großschrei-

bung.

5. Die Silbentrennung.

B. Wortlehre.

1. Das Dingwort (Substantiv).

Geschlecht

und Mehrzahlbildung mit besonderer Berück-

sichtigung der

mundartlichen Abweichungen.

Deklination.

2. Das Eigenschaftswort (Adjektiv).

Regel-

mäßige Steigerung.

3. Das Zeitwort (Verb). Alle Zeiten des In-

dikativs, sowie der Imperativ der Hilfsverben

und der gebräuchlicheren andern Verben in der

aktiven Form.

4. Das persönliche Fürwort (Personalprono-

men) in Verbindung mit dem Verb. Das besitz-

anzeigende Adjektiv und das besitzanzeigende

Pronomen. Das hindeutende Adjektiv und das

hindeutende Pronomen.

5. Das Zahlwort: Grund- und Ordnungs-

zahlwort-

C. Wortbildung mit Ableitung.

1. Bildung von Substantiven mit chen-

lein, heit, ung, er, in.

2. Bildung von Adjektiven mit haft, ig,

lich, bar, sam.

3. Bildung von Verben mit Vorsilben: be,

ge, ver, zer, emp, ent, miß.

D.

Die

vier

Formen

des

ein-

fachen

S a t z e s mit den darauf bezüglichen

Satzzeichen: Erzähl-, Frage-, Wunsch-, und

Befehlsatz. Das Komma bei Auszählungen und

vor den Wörtchen daß, aber, weil u. a.

Der Punkt nach den Ordnungszahlen.

5. und 6. Schuljahr.

A. Orthographie.

1. Hervorhebung (Angabe) der charakteristi-

schen Buchstaben von Wörtern und Wörter-

gruppen (tritt an die Stelle des Buchstabierens).

2. Gleich- und ähnlichlautende Wörter.

3. Gebrauch von f, v, pf, ph — d, t, dt —

t, th — x, gs, ks, cks, chs — qu — s, s, ss, ß.

4. Die häufiger vorkommenden Fremdwörter.

5. die verschiedenen Fälle der Groß- und

Kleinschreibung.

B.

Wortlehre

Wiederholung und Er«

weiterung des Pensums des 3. und 4. Schul-

jahres.

Auf das Abhängigkeitsverhältnis der

Wörter ist beständig aufmerksam zu machen.

1. Die gebräuchlichsten Substantive mit dop-

peltem Geschlecht und doppelter Mehrzahlbil-

düng.

2. Deklination des Substantivs in Verbindung

mit dem Adjektiv (mit und ohne Artikel oder

Pronominaladjektiv).

3. Unregelmäßige Steigerung der Adjektive.

4. Vollständige

Konjugation des Verbs.

5. Adjektive und Verben mit dem Kasus, den

sie regieren.

6. Die Pronomina.

7. Die Adverbien.

8. Die Präpositionen. Kasus, den sie regieren.

Abweichungen vom Dialekt.

9. Konjunktion und Interjektion.

C. Wortbildung.

1. Ableitung mit Hilfe der gebräuchlichsten

Vor- und Nachsilben.

a) Substantive mittels der Vorsilbe ge und

der Endsilben ei, schaft, t u m , el, nis,

e, sal, sel.

b) Adjektive mit en, ern, isch, icht.

c) Verben mit den Nachsilben ern, eln,

ieren und igen.

2. Zusammensetzung.

a) Zusammengesetzte Dingwörter; Geschlecht,

Mehrzahlbildung und Betonung.

b) Zusammengesetzte Adjektive.

c) Zusammengesetzte Verben. Trennbare und

untrennbare Zusammensetzungen.

3. Bildung von Wortfamilien.

D. Satzlehre.

1. Der einfache nackte Satz.

2. Der einfache erweiterte Satz.

3. Direkte und indirekte Rede.

4. Die wichtigsten Regeln der Interpunktion.

7. Schuljahr.

A. Orthographie.

1. Befestigung der bisher gelernten Regeln

durch häufige und planmäßige Wiederholung im

Anschluß an die Lesestücke, Aufsatzkorrekturen

und Diktate.

2. Fortgesetzte Übungen in der Wortbildung.

3. Diktate über Wortfamilien.

4. Umänderung von Lesestücken.

5. Aufschreiben memorierten Lesestoffes mit

steter Berücksichtigung der Interpunktion.

B. G r a m m a t i k .

1. Wiederholung und Befestigung des durch-

genommenen Stoffes.

2. Schwierigere Flexionsformen mit beson-

derer Berücksichtigung der Konjugation.

3. Behandlung des zusammengesetzten Satzes

mit Berücksichtigung der Interpunktion.

In

den

m e h r k l a s s i g e n

Schulen

wird auf die Unterschiede zwischen Dialekt und

hochdeutscher Sprache, den Zusammengesetzten

Satz und die Zeichensetzung, sowie ans die Wort»

bildung näher eingegangen.

Behandlung.

A.

Orthographie.

Während der ganzen Unterrichtszeit ist der Ortho-

graphie die größte Aufmerksamkeit zu schenken.

Auf

der

Unterstufe

wird

der

Grund

gelegt durch die Gewöhnung an genaues An-

schauen, scharfes Hören und launtreines Sprechen.

Lautieren, Abschreiben und Niederschreiben

bilden die ersten orthographischen Übungen.

Das Lautieren ist im 1. Schuljahr bis zur

Geläufigkeit zu üben. Die Buchstabennamen

bleiben ausgeschlossen.

Das Abschreiben geschieht nicht buchstaben-,

sondern silben- und wortweise.

Bei dem Niederschreiben nach Diktat müssen

die Sätzchen zuvor in Wörter, die Wörter in

Silben und diese in Laute zerlegt werden.

Diktatschreiben und Lesen schreiten von der ersten

Leseübung an gleichzeitig voran.

Auch auf den übrigen Stufen ist mit

Peinlichkeit auf laugsames, deutliches und lautes

Sprechen, Antworten, Lesen und Hersagen zu

halten, denn für das gesamte Gebiet der Gleich-

schreibung bildet die lautreine Aussprache

die sichere Grundlage.

Wesentlich unterstützt und gefördert wird das

Rechtschreiben durch die Gewöhnung an das

verständige Erfassen des Gehörten, die Einsicht

in die Wortbedeutung und die Wortentstehung,

denn aus beiden beruht die Andersschrei-

bung.

Das Bilden von Wörtergruppen und

Wortfamilien ist darum mit Fleiß zu üben.

An die Stelle des Lautierens tritt vom 2.

Schuljahr

an

das

Buchstabieren,

das

nach den oberen Stufen hin durch die Angabe

der den Wörtern und Wortfamilien eigentüm-

lichen Schreibschwierigkeiten ersetzt wird.

Das

Abschreiben

geschieht

von

der

Mittelstufe an satzglied- oder satzweise.

Dem Aufschreiben aus dem Gedächtnis,

sowie dem Umformen der Lesestücke muß

die Behandlung voraufgegangen sein.

Wird

für

das

Diktat

ein

Sprachgames

verwandt, so muß auch dieses zunächst sachlich

und sprachlich vorbereitet werden. Im übrigen

ist der Verlauf des Diktates folgender

Der

Lehrer liest das Ganze vor, damit die Schüler

den Inhalt richtig auffassen können.

Dann

spricht er den ersten Satz einmal langsam und

deutlich vor, läßt ihn von einem Schüler oder

von der ganzen Klasse zur Einprägung wieder-

holen, und auf ein gegebenes Zeichen schreiben

die Schüler ihn nieder. Längere Sätze werden

zuerst ganz vorgelesen und dann in Teilen dik-

tiert. Fragen über Schreibweise der Wörter u.

dgl. dürfen während des Schreibens nicht mehr

gestellt werden. Die Korrektur geschieht ent-

weder durch den Schüler selbst oder durch den

Lehrer.

Um der Flüchtigkeit bei diesen Übungen zu

wehren, müssen alle zu langen und zu schwierigen

Arbeiten vermieden werden.

Auf die richtige Zeichensetzung ist streng zu

achten; häufig wiederkehrende Fehler sind durch

stetige Übung zu bekämpfen.

B.

Grammatik.

Der grammatische Un-

terricht ist auf keiner Stufe Selbstzweck, sondern

nur Mittel zum Zweck. Er soll nicht eine syste-

matische Vollständigkeit anstreben, sondern sich

vielmehr auf das beschränken, was den Kindern

faßlich, notwendig und förderlich ist.

Dabei

kommt es keineswegs auf Definitionen und

Einteilungen an, sondern nur auf dasjenige,

was den mündlichen und schriftlichen Gedanken-

ausdruck fördern kann.

Bei der Auswahl des grammatischen Übungs-

stoffes wird besonders aus die abweichenden For-

men der Mundart Rücksicht genommen. Außer-

dem sollen die Schiller die zum erfolgreichen Be-

trieb des französischen Sprachunterrichtes not-

wendigen grammatischen Kenntnisse erwerben.

Darum ist auch von der Mittelstufe an neben der

deutschen die lateinische Benennung zu ge-

brauchen.

Die orthographischen und grammatischen Re-

geln werden den Schülern nicht von vornherein

gegeben, sondern von ihnen unter Anleitung des

Lehrers ans Sätzen und behandelten Lesestücken

gefunden. Die so erkannten Regeln werden in

eine kurze, leichtfaßliche Form gebracht und durch

mündliche und schriftliche Anwendung bis zur

Sicherheit geübt.

Für die ganze Behandlung ist zu beachten,

daß nicht die Regel, sondern die Anwendung und

Übung die Hauptsache ist.

Auf alleu Stufen muß für ausreichende Wie-

derholung des früher behandelten Stoffes Sorge

getragen werden.

4. Aufsatz.

Ziel. — Der Aufsatzunterricht soll das Kind

anleiten und befähigen, seine Gedanken in ein-

facher, gefälliger und sprachrichtiger Form münd-

lich und schriftlich auszudrücken.

Stoff.

1. und 2. Schuljahr.

A.

Indirekte

Schulung

zum

Aus-

satz.

1. Langsames, vorstellendes Lesen.

2. Auschauliches Vorerzählen durch den

Lehrer.

3. Viele Übungen im zusammeuhän-

genden, natürlichen Erzählen durch

die Kinder.

4. Besprechung einfacher Gegenstände aus

dem Anschauungsunterricht und z u s a m m e n -

hängende

Wiedergabe

des

Bespro-

chenen.

B.

Übungen

im

schriftlichen

Ge-

dankenaus druck (2. Schuljahr).

1.

Berständiges

Abschreiben

von

Lesestücken.

2.

Aufsatzdiktate

zum

Erlernen

des

Satzschreibens.

3.

Miederschreiben

leichter,

durch

den

Anschauungsunterricht gewonnener zusammen-

hängender Sätze und Erzählungen.

3. und 4. Schuljahr.

A.Indirekte Schulung zum Auf-

satz.

1. Langsames, vorstellendes Le-

senneben geläufigerem Lesen. Lesen nach

der Gliederung des Lesestückes.

2. Ausmalen der Situationen des Lese-

stückes und Bereichern abstrakter Ausdrücke

mit konkretein Inhalt.

3. Umformungen von hierzu geeig-

neten Lesestücken (Geschlecht, Person, Zahl,

Zeit).

4. Schlichtes, natürliches Vorer-

zählen durch den Lehrer. Viele Übungen

im natürlichen,

schlichten

Erzählen

durch die Schüler.

5. Natürliches Vortragen von

auswendig gelernten Lesestücken und Gedichten.

6. Beschreibung von Tieren und Pflan-

zen nach feststehendem Musterplan.

B.

Übungen

im

schriftlichen

Ge-

dankenausdruck.

1. Verständiges Abschreiben von

Lesestücken (an Hand von Fragen, welche bei der

Behandlung des Stückes gestellt und hernach

an die Wandtafel geschrieben worden sind).

2. Aufsatzdiktate zum Erlernen des

Satzschreibens und als Musteraufsatz.

3. Umformung von Lesestücken.

4. Abschreiben von Erzählungen, ge-

meinsam gebildeten Beschreibungen und Briefen

mit Auswahl des besten Ausdrucks; in den

Briefen ist Zunächst die Anrede „du" anzuwenden.

5. Aufschreiben von langbekannten (aber

nicht memorierten) Erzählungen.

6. Wiedergabe von neuen Erzählungen.

7. Darstellung von Ergebnissen aus dem

Sachunterricht, bei Tieren und Pflanzen nach

feststehendem Musterplan.

8. Anleitung zu selbständigen schrift-

lichen Berichten.

5. und 6. Schuljahr.

A. Indirekte Schulung Zum Auf-

satz.

1. Lesen nach der Gliederung des Inhalts.

Aufsuchen der Gliederung.

2. Ausmalen der Situationen des Lese-

stückes und Bereichern des Ausdrucks mit

Inhalt.

3. Umformungen von hierzu geeig-

neten Lesestücken; Übertragung in die

Gesprächs- und Briefform.

4. Schlichtes, natürliches

Vorerzählen

durch den Lehrer.

5. Zusammenhängendes Erzählen und

Beschreiben, letzteres nach feststehender Dispo-

sition, durch den Schüler.

6. Natürliches Vortragen von auswen-

dig gelernten Lesestücken und Gedichten, ev.

mit verteilten Rollen.

7. Lektüre von Iugendschriften in Schule

und Haus.

B. Übungen im schriftlichen Ge-

dankenausdruck.

1. Verkürzte und erweiterte Wiedergabe

bekannter Inhalte.

2. Aufsatzdiktate als Musteraufsätze.

3. Aufschreiben längst bekannter (aber

nicht memorierter) Erzählungen.

4. Reproduktion von neuen Erzäh-

lungen.

5. Umformungen von Lesestücken, be-

sonders Übertragung in die Gesprächs-

und Briefform.

6. Beschreibung von Gegenständen und

Ereignissen nach Natur, nach vorangegangener

Anschauung und feststehender Disposition (Na-

turkunde).

7. Darstellungen ans Geographie und

Geschichte.

8. Mitteilungen in Briefform mit der

Anrede „Sie".

9. Aufsätze

mit vorangehender münd-

licher Angabe der Disposition.

10. Aufsätze mit selbständiger Darstellung

eigener Beobachtungen und Erlebnisse.

7. Schuljahr.

Die Übungen der vorhergehenden Stufe. Au-

leitung zum Auffinden und Disponieren der

Gedanken über unvorbereitete Stoffe und freie

Ausarbeitung derselben. Fortgesetzte Übung im

Briefschreiben. Anfertigen einer gewissen An-

zahl postfertiger Briefe und Postkarten.

Die für die einzelnen Stufen aufgestellten

Übungsreihen im mündlichen und schriftlichen

Gedankenausdruck sind in ihrer Zahl und Folge

nicht als bindend zu betrachten. Sie sollen viel-

mehr als Wegweiser dienen und den Lehr-

personen die Erteilung eines Planmäßigen, ziel-

bewußten Aufsatzunterrichtes erleichtern.

Behandlung.

Die

beste

Vor-

bereitung

auf

den

Aufsatzunterricht

be-

steht darin, daß der gesamte Unterricht stets da-

rauf hinzielt, das Kind an selbständiges Denken

und Beobachten, sowie an freies Erzählen zu

gewöhnen. Wird dieses Ziel nicht ununter-

brochen im Auge behalten, so sind alle auf den

Aufsatzunterricht bezüglichen Ratschlage sozu-

sagen zwecklos.

Der Aufsatzstoff ist dem Anschauungs-,

Erfahrungs- und Umgangskreis des Kindes zu

entnehmen und lehnt sich an die verschiedenen

Unterrichtsfächer, speziell an den Sprach- und

Sachunterricht an. Möglichst früh ist auf Wie-

dergabe von persönlich Erlebtem und Beobach-

tetem zu halten; daher es ist angezeigt, die Schüler

öfters im Schreiben kurzer Aufsätze, Berichte

und Briefe, deren Inhalt dem kindlichen Ge-

dankenkreis entlehnt ist, zu üben.

Die

Auswahl

der

Themata

ist

dem

Lehrer anheimgestellt. Nur eng begrenzte The-

men sind zu stellen, damit sie vom Kinde erschöpft

werden können.

Es ist nicht zu verkennen, daß die Vorbereitimg

des Aufsatzes in der Klasse bei der verschiedenen

Veranlagung und Begabung der Schüler eine

der schwierigsten Aufgaben des Lehrers darstellt.

Dieser muß einerseits, besonders auf der Unter-

und Mittelstufe, den Schülern den Aufsatzstof in

klarer und übersichtlicher Weise vermitteln, ander-

seits muß er sich hüten, die Selbstbetätigung der

Kinder zu beeinträchtigen. Am Lehrer ist es,

hierin die richtige Mitte zu treffen.

Im allgemeinen muß hervorgehoben werden,

daß der Lehrer eine allzu eingehende Vorbe-

reitung des Aufsatzes in der Klasse vermeiden

muß, namentlich auf der Oberstufe, weil er sonst

Gefahr läuft, Schülerarbeiten zu erhalten, die

vielleicht gute Schön- oder Rechtschreibeübungen

sind, den Namen Aufsatz aber nicht verdienen.

Die Aufsätze sind auf der Mittelstufe stets und

auf der Oberstufe vorwiegend in der Schule an-

zufertigen.

Der

Gang

der

Behandlung

bei

einem vorbereiteten Aufsatz ist im allgemeinen

folgender

1. Stellung des Themas.

2. Besprechung zur Sammlung und Klärung

der Gedanken.

3. Anordnung der Hauptpunkte, die auf der

Unter- und Mittelstufe in der Form von Fragen

oder Stichwörtern, auf der Oberstufe meist in

der Form von Dispositionssätzen an die Wand-

tafel geschrieben werden.

4. Mündliche Darstellung, die in den unteren

Schuljahren meist wörtlich und übereinstimmend

Langue française.

But — L'enseignement du français a pour

but de procurer aux enfants des connaissances

suffisantes dans cette langue pour leur permettre

de lire couramment, de comprendre des textes

faciles et de s'exprimer correctement, tant ora-

lement que par écrit, sur les objets qui les envi-

ronnent et sur les faits de la vie journalière.

Dans cet ordre d'idées, l'enseignement du

français comprend les exercices suivants

1° Exercices de langage et de rédaction;

2° Exercices de lecture, de récitation et d'ex-

plication;

3° Exercices d'orthographe et de grammaire.

A aucune condition, l'enseignement du fran-

çais ne peut commencer avant la troisième année

d'études,

Les élèves sont répartis en autant de divisions

qu'il y a d'années d'études. Toutefois, deux

années consécutives peuvent être réunies pour

différents exercices, qui alors seront gradués de

sorte que les élèves puissent, dans la seconde

année, revoir, approfondir et compléter ce qu'ils

ont appris dans la précédente.

Matière.

1. Exercices de langage et de rédaction.

3e et 4e années d'études.

On traitera des sujets tels que les suivants

1° Le matériel scolaire; 2° Le mobilier scolaire;

3° La salle de classe; 4° Le corps humain; 5° Les

vêtements; 6° La maison et ses parties; 7° Les

meubles; 8° La famille.

5e et 6e années d'études.

Les matières traitées dans les deux années

précédentes sont reprises et développées davan-

tage, en tenant compte, à un plus haut degré,

de l'action exprimée par le verbe. A ces sujets

viennent s'ajouter les suivants: 1° Les dépen-

dances de la maison; 2° Les animaux domes

tiques; 3° Le jardin; 4° La prairie ; 5° Les champs ;

6° La forêt; 7° La division du temps; 8° Les

saisons.

e année d'études.

1° Le village, la ville; 2° La nourriture;

3° Métiers et professions; 4° Notions d'hygiène;

5° Moyens de communication; 6° Conversations

usuelles.

A la fin de chaque entretien, les élèves en

reproduisent le résumé d'abord oralement, puis

par écrit.

Dans les écoles à un maître, les élèves de la

5e, 6e et 7e année sont réunis pour les exercices

de langage ; les matières énumérées ci-dessus

sont partagées en trois séries.

Dans les écoles à plusieurs maîtres, une partie

du temps consacré aux exercices de langage et

de rédaction doit être réservée exclusivement

à la 4e, resp. à la 6e année qui reprendront la

même matière avec plus d'extension et de

développement.

sein kann, in den Oberklassen jedoch mehr selb-

ständig und individuell gefärbt sein muß.

5. Niederschrift und Korrektur.

Bei

der

Korrektur

des

Aufsatzes

ver-

bessert der Lehrer die stilistischen Fehler mit roter

Tinte oder Korrekturbleistift, während er die

orthographischen und grammatikalischen nur un-

terstreicht. Letztere werden, nachdem sie in der

Schule besprochen worden sind, von den Schülern

selbst verbessert. Um den Schüler nicht einzu-

schüchtern, ist es ratsam, an den stilistischen Feh-

lern schonende Kritik zu üben. Bei besonders

nachlässigen Aufsätzen ist darauf zu halten, daß

sie von den betreffenden Schülern noch einmal

sauber abgeschrieben werden.

Der Wert der im zweckmäßigen Aufsatzunter-

richtsich bekundenden Selbstbetätigung der Schüler

kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Es

ist daher

angezeigt, daß in

einklassigen

Schulen

wöchentlich

je

1,

in

mehrklas-

sigen

Schulen

alle

Tage

wenigstens

3 schriftliche Aufsätze ins Heft eingetragen werden.

2. Exercices de lecture, de récitation et d'explication.

3e et 4e années d'études.

Eléments de lecture. Lecture courante de

morceaux simples et faciles. Exercices de lan-

gage sur le sujet de la leçon.

5e et 6e années d'études.

Lecture expressive. Explication de morceaux

choisis. Exercices de traduction et de rédaction

sur le sujet de la leçon.

7e année d'études.

Aux exercices des années précédentes vient

s'ajouter la reproduction orale de récits faciles

faits de vive voix par le maître ou lus par les

élèves.

Un certain nombre des morceaux expliqués,

6 à 8 par an, dans les écoles à un maître, et

8 à 10 dans celles à plusieurs maîtres seront

appris par cœur et récités.

3. Exercices d'orthographe et de grammaire.

3e année d'études.

I . — Le substantif. 1° Genre du substantif

article défini, article indéfini, usage pratique

de l'article partitif.

2° Pluriel du substantif: substantifs qui restent

invariables au pluriel; substantifs qui prennent

s au pluriel.

3° Substantifs employés au génitif et au datif.

IL — L'adjectif qualificatif. 1° Féminin des

adjectifs: adjectifs qui restent invariables; ad-

jectifs qui prennent e au féminin; adjectifs qui

changent f en ve, x en se.

2° Pluriel des adjectifs: adjectifs qui restent

invariables; adjectifs qui prennent s au pluriel.

III. — L'adjectif déterminatif. 1° Les adjectifs

possessifs mon, ton, son, etc. et les adjectifs

démonstratifs ce, cet, cette, ces.

2° Les adjectifs numéraux cardinaux jusqu'à 20.

IV. — Le verbe. Le présent de l'indicatif des

verbes auxiliaires avoir et être dans la forme

affirmative, négative et interrogative.

4e année d'études.

Répétition des matières de Tannée précé-

dente.

I . — Le substantif. 1° Emploi le plus usuel

de la préposition de au lieu de l'article après les

adverbes de quantité, après les substantifs dé-

signant le nombre, la mesure et le poids et après

la négation.

2° Formation du pluriel des substantifs

substantifs qui prennent x au pluriel; substan-

tifs en al, les exceptions non comprises.

II — L'adjectif qualificatif. 1° Formation du

féminin des adjectifs en er.

2° Formation du pluriel des adjectifs en eau.

3° Degrés de comparaison.

III. — L'adjectif déterminatif. 1° L'adjectif

possessif mon, ton, son, au lieu de ma ,ta, sa.

Traduction de l'allemand ihr, ihre, ihr, par

son, sa, ses.

2° Les adjectifs numéraux cardinaux et ordi-

naux jusqu'à 60.

IV. — Le verbe. Les verbes auxiliaires avoir

et être et les verbes de la première, de la deu-

xième et de la quatrième conjugaison à l'indi-

catif présent, au passé indéfini, à l'imparfait,

au futur présent et à l'impératif, forme affir-

mative, négative et interrogative.

5e année d'études.

Répétition et développement du programme

des deux premières années. On y ajoutera: '

I. — Le substantif. 1° Emploi de la prépo-

sition de au lieu de l'article a) après les noms

collectifs, b) devant les substantifs précédés

d'un adjectif.

2° Pluriel des substantifs en al, ail, ou, y

compris les exceptions usitées. Le pluriel des

substantifs aïeul, ciel, œil est indiqué par le

vocabulaire.

II — L'adjectif qualificatif. 1° Féminin des

adjectifs en et avec les exceptions.

2° Pluriel des adjectifs en eu, ou, al.

3° Degrés de comparaison: les

exceptions

bon, petit, mauvais.

III. — L'adjectif déterminatif. 1° Adjectif

interrogatifs quel, quelle, quels, quelles.

2° Adjectifs indéfinis; signification de ces

adjectifs; emploi de nul, aucun, avec la négation.

3° Adjectifs numéraux cardinaux et ordinaux

jusqu'à 10G; orthographe de vingt et cent.

IV. — Le pronom. 1° Le pronom personnel

employé comme sujet et comme régime (un

seul pronom comme régime); sa place.

2° Le pronom possessif, le pronom démonstratif,

le pronom relatif et le pronom interrogatif ;

nombre et genre.

3° Le pronom indéfini: emploi de personne,

rien avec la négation.

V. — Le verbe. 1° Les verbes auxiliaires et

les verbes de la 1re, 2e et 4e conjugaison régu-

lière; temps primitifs et temps dérivés.

2° Verbes en ger, cer, yer, eler, eter; verbes

ayant un e muet ou e fermé à l'avant-dernière

syllabe.

6° année d'études.

Répétition occasionnelle du programme de

la 5e année.

I. — Le substantif. 1° Noms propres et noms

communs; noms propres employés avec article;

noms propres employés sans article.

2° Les substantifs les plus usités employés

feulement au pluriel; les substantifs composés

d'un usage journalier.

3° Formation régulière et irrégulière du féminin

des substantifs.

II. — L'adjectif qualificatif. 1° Féminin des

adjectifs: les exceptions les plus usitées: blanc,

bref, frais, public, turc, grec, doux, franc, sec,

long, beau, malin, favori. Les adjectifs en eur ;

demi.

2° Remarque sur les adjectifs: beau, nouveau,

fou, mou, vieux.

III. — L'adjectif déterminatif. Adjectifs numé-

raux : orthographe de mille; emploi des noms

de nombre cardinaux au lieu des noms de nom-

bre ordinaux.

IV. — Le pronom. Pronoms personnels: deux

pronoms employés comme régime.

V. — Le verbe. 1° Forme passive des verbes.

2° Les verbes réfléchis.

3° Les verbes 'irréguliers. Première conjugaison

aller, envoyer (renvoyer).

Deuxième conjugaison: mourir, courir (ac-

courir, secourir); cueillir, couvrir, offrir, ouvrir,

souffrir; dormir, (s'endormir); mentir, partir

(repartir), sentir (consentir), servir, sortir;

tenir (appartenir, contenir, retenir, soutenir);

venir (devenir, revenir).

Troisième conjugaison: recevoir, apercevoir,

devoir; falloir, pleuvoir; pouvoir; savoir; voir

(revoir); s'asseoir; vouloir.

Quatrième conjugaison: battre; rompre (inter-

rompre); coudre; moudre, craindre, plaindre,

atteindre; cuire, conduire, produire, traduire,

détruire, instruire, construire; connaître (re-

connaître); dire (redire); rire (sourire) lire (re-

lire); écrire; mettre (permettre, promettre, re-

mettre); prendre

(apprendre,

comprendre);

faire; se taire; boire, croire; suivre (poursuivre)

vivre.

Remarque: En 5e et 6e années, il conviendra

d'expliquer, sans entrer dans d'autres détails,

les cas qui s'y présentent sur l'emploi du sub-

jonctif et l'accord du participe passé.

7e année d'études.

Répétition générale, mais occasionnelle de

la matière des années précédentes.

1° Verbes composés se conjuguant sur les

verbes simples qui forment le programme de

la 6e année: parcourir; accueillir, recueillir;

découvrir; se repentir; entretenir, obtenir,

s'abstenir; parvenir, se souvenir. — s'apercevoir;

prévoir. — abattre, combattre; introduire, re-

produire, reconstruire; paraître,

disparaître;

contredire, interdire, prédire, maudire; décrire,

prescrire, souscrire; admettre, commettre, sou-

20 b

mettre; entreprendre, surprendre; satisfaire;

survivre.

2° En outre les verbes suivants: s'en aller. —

acquérir, conquérir; bénir, fleurir; haïr; fuir,

s'enfuir; bouillir; vêtir. — mouvoir, émouvoir;

valoir. — peindre, teindre, éteindre; nuire

naître, croître, décroître; suffire; vaincre.

3° Accord du participe passé, employé seul

ou avec l'auxiliaire être et avoir (règle générale).

4° Emploi du subjonctif après les verbes, ex-

pressions et conjonctions les plus usitées.

5° L'adverbe. Signification; formation régu-

lière; adverbes de bon, mauvais, petit; degrés

de comparaison.

6° Les principales prépositions, conjonctions

et interjections s'apprennent par l'usage.

Remarque: La nouvelle nomenclature gram-

maticale n'étant pas encore généralement ad-

mise, il n'en est pas tenu compte dans le présent

plan d'études.

Dans les écoles à plusieurs maîtres, la matière

des exercices d'orthographe et de grammaire

devra être traitée d'une manière plus appro-

fondie et plus détaillée.

Directions pédagogiques. — Le français est

une langue vivante, c'est-à-dire un moyen d'ex-

primer ses pensées non seulement par l'écriture,

mais encore et surtout par la parole. Cette der-

nière faculté, qui est certainement la plus avan-

tageuse dans la vie pratique, ne peut s'acquérir

que par l'emploi fréquent de la langue parlée,

tout comme la langue maternelle s'apprend

avant tout par l'usage.

Contrairement à la langue écrite, qui tire

presque uniquement parti de la vue, la langue

parlée réclame le concours de l'ouie, comme fa-

culté perceptive et régulatrice de la parole.

Cette considération nous trace la marche à

suivre pour le premier apprentissage de la

langue française.

L'enseignement du français commence par

des exercices d'élocution, qui dureront environ

les six premières semaines. Le but de ces exer-

cices est d'habituer l'oreille de l'enfant aux

sons de la nouvelle langue et d'adapter ses

organes vocaux à la prononciation des mots

français.

On choisira comme sujets de ces leçons des

mots, de petites phrases très simples prononcées

par le maître d'abord et répétées ensuite par les

élèves collectivement, puis individuellement.

Ces expressions-types devront être de telle sorte

qu'elles puissent exprimer des idées générales

se rapportant à une foule d'objets.

Le rôle de l'instituteur sera de surveiller avec

soin la prononciation qui devra être correcte et

bien articulée.

Une fois le terrain ainsi préparé, on pourra

entamer avec succès la première lecture, qui

marchera de pair avec les exercices de langage

proprement dits.

Pour ces derniers, les sujets sont pris dans

l'entourage immédiat et dans la sphère d'ob-

servation de l'enfant.

Les objets sont mis, clans la mesure du pos-

sible, sous les yeux des enfants.

A défaut

d'objets réels, des tableaux d'enseignement

intuitif sont indispensables. Le maître donne le

nom de l'objet, en dénomme les parties etc. et

invite alors les élèves à faire la même chose en

leur posant des questions.

Dès que l'intelligence des enfants le permettra,

on fera bien de se servir dans ces exercices et

les suivants exclusivement de la langue fran-

çaise. Néanmoins, rien ne s'oppose à ce que le

terme luxembourgeois ou allemand soit inter-

calé toutes les fois qu'on peut par ce moyen

favoriser la compréhension et réaliser une éco-

nomie de temps.

Il importe de faire remarquer que, les exer-

cices de langage ne doivent pas être répétés au

point que les réponses des élèves soient à la fin

machinalement récitées par cœur. L'instituteur

veillera à ce que le juste milieu soit observé à

cet égard, afin que les exercices en question com-

portent en tout moment un effort intellectuel

pour les enfants.

En général, pour tous les exercices de lan-

gage, deux années consécutives sont réunies en

une seule section.

A ce propos, il y a lieu de faire une différence

entre les écoles à plusieurs maîtres et celles à

un maître. Dans les écoles à un seul maître,

les élèves de la 4e année d'études resp. ceux de

la 6e et 7e, tout en répétant la matière de l'année

précédente, seront mis davantage à contribu-

tion en ce sens qu'on exigera d'eux des réponses

plus correctes et mieux exprimées, et qu'on

fera appel à leur mémoire en les engageant à

rééditer ce qu'ils ont retenu de la leçon apprise

l'an passé. Cette coopération des classes supé-

rieures à l'enseignement facilitera de beaucoup

la tâche du maître et contribuera dans une large

mesure à hâter les progrès des classes inférieures.

Quant aux écoles à plusieurs maîtres, tout

en combinant deux années consécutives, il

faudra cependant consacrer encore des leçons

spéciales aux classes supérieures de chaque

section, dans lesquelles on traitera le même

sujet crime façon plus approfondie et plus dé-

taillée. Pour les 6e et 7e années, on pourra rem-

placer la description de l'objet par un procédé

plutôt narratif, en exprimant les rapports de

relève à la chose par l'emploi du verbe actif.

Il est fort recommandable d'habituer les

élèves à fixer par écrit les résultats de la leçon

dès qu'ils seront à même de faire cet exercice.

La lecture élémentaire est préparée par les

premiers exercices de langage, les exercices

d'élocution. Pour les commençants, elle consiste

dans l'étude des lettres, elle apprend à les pro-

noncer et à réunir les sons représentés par ces

éléments pour en former des syllabes, des mots

et des phrases. L'essence de la lecture étant

déjà connue de l'élève par suite de renseigne-

ment de la lecture allemande, l'instituteur aura

à s'occuper tout spécialement de l'étude des

sons étrangers à la langue allemande. Ceci

s'applique surtout aux sons nasaux et mouillés.

Il va sans dire que le maître attachera une im-

portance capitale à une bonne prononciation,

et qu'il relèvera et corrigera immédiatement

toutes les fautes de ce genre. Ici surtout, c'est

l'exemple du maître qui fera obtenir de bons

résultats. La lecture collective peut être em-

ployée avec profit.

La lecture courante fait suite à la lecture élé-

mentaire. Comme son nom l'indique, elle doit

rendre les élèves aptes à lire d'une manière

assez rapide sans plus se heurter aux difficultés

de prononciation, sans estropier ni répéter les

mots. On observera les repos et les liaisons, et

l'on tiendra compte des différences d'intonation

réclamées par le sens de la phrase. Pour répondre

à ces exigences, les morceaux de lecture devront

former un tout et ne pas renfermer de simples

phrases détachées qui n'ont aucun rapport entre

elles.

La lecture expressive et expliquée se fait d'après

la méthode suivante

Avant la leçon, on écrit au tableau tous les

mots et toutes les expressions qui présentent

des particularités grammaticales ou orthogra-

phiques et dont le sens est inconnu aux enfants.

Ces mots et ces expressions sont expliquées, les

règles grammaticales qui s'y rapportent sont

rappelées à la mémoire ou, s'il y a lieu, fraîche-

ment enseignées. À cet exercice s'en rattachent

d'autres, tels que recherche de synonymes

simples et de familles de mots, formation de

petites phrases à l'aide des expressions et des

mots nouveaux, citation d'exemples où les

règles reconnues se trouvent appliquées.

Là-dessus, le maître lit le morceau avec une

prononciation correcte et en ayant soin de bien

articuler et de manquer justement l'accentuation

et les variations de la voix.

La lecture par les élèves vient ensuite.

La compréhension du texte étant suffisam-

ment assurée par les exercices préparatoires, on

peut omettre la traduction et aborder immédia-

tement une petite conversation ayant pour but

d'affermir les tournures nouvellement apprises,

de faire saisir aux enfants ce qui pourrait leur

être encore obscur et de formuler, le cas échéant,

la conclusion qui ressort de l'idée générale du

morceau.

La matière ainsi traitée peut être l'objet de

nombreux exercices oraux et par écrit, tels que

permutation, transformation, reproduction, ré-

daction, dictée, devoir de grammaire, d'ortho-

graphe et de dérivation.

Dans certains cas. où le morceau le comporte,

il peut être appris par cœur et récité.

L'enseignement de la grammaire doit être in-

ductif, c'est-à-dire

procéder du concret à

l'abstrait, de l'exemple à la règle. Le maître

écrit au tableau noir des phrases dans lesquelles

la règle à apprendre se trouve appliquée. Par

analogie, les élèves sont amenés à reconnaître

la règle, à la formuler d'une façon claire et pré-

cise et à la graver dans la mémoire par de nom-

breux exercices d'application. Outre la dictée,

la traduction peut rendre ici d'excellents ser-

vices. Seulement, on devra choisir autant que

possible des textes suivis, composés de phrases

simples, empruntées au langage usuel de la vie

journalière.

L'orthographe est cultivée dans les classes

inférieures par la copie des textes de lecture.

Plus tard, on peut faire transcrire de mémoire

ou épeler par cœur et recourir à la dictée.

Celle-ci doit être préparée comme un morceau

de lecture expliquée, naturellement d'une façon

bien plus succincte. Après cette préparation,

le texte entier est lu par le maître, puis dicté par

fragments, relu à la fin et corrigé soit par le

maître, soit en commun.

Pour les 6e et 7e années, les exercices de rédac-

tion se rattachent surtout aux leçons de langage

et de lecture. Ils consistent dans la transfor-

mation de morceaux déjà lus ou dans la repro-

duction de sujets faciles, à la portée de l'intel-

ligence enfantine et dûment préparés. À cela

Rechnen.

Ziel. — Durch den Rechennnterricht sollen

die Schüler befähigt werden, die im gewöhn-

lichen Leben vorkommenden Rechenaufgaben

sowohl mündlich als auch schriftlich zu lösen.

Außerdem bildet der Recheunnterricht auf allen

Stufen

eine ausgezeichnete

Gymnastik des

Geistes, da durch ihn die Schüler an logisches

Denken und an richtiges Sprechen gewöhnt

werden.

Für den Rechenunterricht bilden die Kinder

soviel Abteilungen als Schuljahre vorhanden

sind. Im Interesse der Wiederholung ist es jedoch

ratsam, gelegentlich die zwei Schuljahre der-

selben Stufe zu kombinieren.

Unterstufe.

Ziel. — Es handelt sich auf dieser Stufe da-

rum, den Kindern einen klaren Begriff über die

Zahlen von 1—50 und eine gewisse Gewandtheit

in den 4 Operationen innerhalb dieses Kreises,

und zwar sowohl im Kopf- als im Tafel-

rechnen, zu

verschaffen. Außerdem wird das

Schreiben und Lesen der Zahlen von 1—100 ge-

übt.

1. Schuljahr.

Stoff. — Die 4 Operationen innerhalb des

Zahlenkreises von 1—10 in benannten, reinen

und angewandten Zahlen

1. Entstehen der Zahlen von 1—5 einschließ-

lich.

2. Vor- und Rückwärtszählen. Stellung der

Zahlen.

3. Einüben der Ziffern.

4. Addition, zuerst mündlich, dann schriftlich,

Darstellung mit den Fingern, mit Kugeln, Stäb-

chen, Strichen usw., dann mit Ziffern. Anwen-

düng in Aufgaben.

peuvent s'ajouter de petites lettres familières

et des descriptions très simples d'après un

questionnaire ou un canevas donné par le

maître.

5. Subtraktion. Verfahren wie bei der Ad-

dition. Addition und Subtraktion in Verbindung.

6. Zerlegen der Zahlen an der Rechenmaschine.

Zahlenbilder.

7. Erweiterung des Zahlenkreises bis 10 ein-

schließlich. Dasselbe Verfahren wie bei 1-5.

8. Zahlenreihen auf- und abwärts.

9. Zerfällen der Zahlen als Vorbereitung auf

die Multiplikation.

10. Multiplikation und Division, zuerst münd-

lich, dann schriftlich.

11. Diesen

Übungen

entsprechende, kleine

Aufgaben aus dein Leben.

2. Schilljahr.

Das Rechnen mit benannten, reinen und au-

gerwandten Zahlen im Zahleuraum von 1—50.

Numeration bis 100.

1. Wiederholung des Pensums des 1. Schul-

jahres.

2. Der Zehner im Verhältnis zum Einer.

3. Erweiterung des Zahlenkreises von 10—20,

von 20—50. Dasselbe Verfahren wie im 1.

Schuljahr.

4. Die 4 Operationen einzeln und in Verbin-

dung.

5. Kleine Aufgaden ans dem Leben.

Mittelstufe.

Ziel. — Fertigkeit im Rechnen in den vier

Grundrechnungsarten, in jedem Zahleuraum

mit benannten, reinen und angewandten Zahlen.

3. Schuljahr.

Stoff. — Zahlenkreis von 1—1000.

1. Wiederholung des Zahlenraumes von 1 —

50 und Behandlung des Zahlenraumes von 50

— 100; von 100—1000.

2. Auffassen, Schreiben und Lesen der Zahlen.

Zählen der Hunderter, der Hunderter und Zehner,

der Hunderter, Zehner und Einer.

3. Die 4 Operationen.

Geläufiges

Kopf-

rechnen im ersten Hunderter. Sichere Einprä-

gung des Einmaleins bis 100. Tafelrechuen bis

1000.

4. Aufgaben über die 4 Operationen.

4. Schuljahr.

1. Auffassen, Schreiben und Lesen der Zahlen

in jedem gebräuchlichen Zahlenkreise.

2. Die 4 Operationen.

Kopf- und Tafel-

rechnen. Aufgaben über die 4 Operationen in

Kopf- und Tafelrechnen.

3. Die römischen Ziffern bis XII.

4. Außerdem werden die Kinder auf auschauli-

chem Wege bekannt gemacht mit Meter, Franken,

Mark, Liter und Gramm, sowie mit den ge-

bräuchlichsten Über- und Unterabteilungen der-

selben.

Oberstufe.

Ziel. — Auf dieser Stufe sollen die Schüler

eine große Fertigkeit im Operieren mit ganzen

und gebrochenen

Zahlen erhalten, sowie die

verschiedenen praktischen Rechenaufgaben mit

Einsicht und Verständnis lösen lernen.

5. Schuljahr.

Stoff.

1.

Zusammenfassende Wieder-

holung der ganzen Zahlen.

2. Die Dezimalzahlen: a) Teilung des Meters,

des Liters, der Münzen und Gewichte. Wesen,

Schreiben und Lesen der Dezimalzahlen ; b)

Gleichnamigmachen und Abkürzen; c) Die 4

Operationen; d) Praktische Aufgaben.

3. Eingehende Behandlung des metrischen

Maß- und Gewichtssystems. Längen-, Flächen-,

Körper- und Hohlmaße,

Gewichte, Münzen.

Die Begriffe werden den Schülern nicht durch

Definition oder an Hand von bildlichen Darstel-

lungen gegeben; sie müssen sich dieselben viel-

mehr selbst durch die Betätigung mit den wirk-

lichen Dingen erarbeiten.

Geeignete Veran-

schaulichungsmittel sind darum unbedingt er-

forderlich.

4. Einfache Belehrung über die gewöhnlichen

Brüche; Operieren mit gleichnamigen Brüchen,

meistens als Kopfrechnen.

Das Entstehen der Brüche ist an wirklichen

Gegenständen durch Teilung derselben zu ver-

anschaulichen.

5. Die gebräuchlichsten römischen Ziffern.

6. Schuljahr.

1. Behandlung der Bruchlehre: Entstehen,

Schreiben und Lesen der Brüche. Verwandlung

ganzer und gemischter Zahlen in Brüche und

umgekehrt; Erweitern, Kürzen und Gleichua-

migmachen der Brüche; Verwandlung der ge-

meinen Brüche in Dezimalzahlen; die 4 Ope-

rationen; Anwendung in Aufgaben.

Das Operieren mit großen oder unbequemen

Nennern, insbesondere das Gleichnamigmachen

mehrerer Brüche, deren Hauptnenner eine große

Zahl und nicht ohne weiteres erkennbar ist, bleibt

ausgeschlossen.

2. Die bürgerlichen Rechnungsarten in ihren

einfachen Fällen: Die Dreisatzrechnung; Pro-

zentrechnungen. Es werden nur Gewinn, Ver-

lust, Rabatt, Skonto, Zins gesucht. Zinseszins-

rechnungen werden nach Art einfacher Zinsrech-

nungen gelöst.

Sparkasse;

einfache Gesell-

schafts- und Teilungsrechmungen.

Anwendung

in Aufgaben.

3. Einführung in die geometrische Formen-

lehre: Linie, Winkel, Flächen. Aufsuchen und

Erkennen derselben au wirklichen Gegenständen.

Berechnung von Quadrat, Rechteck, Trapez, Drei-

eck. Körper: Würfel, Prisma. Anfertigung der

vorgenannten Flächen und Körper aus Pappe

u. dgl. durch die Kinder. Zeichneu derselben.

Es werden in erster Linie wirkliche Flächen

und Körper, wie Fußböden, Schulhof, Schul-

garten, Schulzimmer, Steine usw. gemessen und

berechnet. Dabei lernen die Kinder auch die

Meßinstrumente handhaben.

7. Schuljahr.

Weitere Aufgaben über den Stoff des 6.

Schuljahres mit besonderer Berücksichtigung der

Bedürfnisse des praktischen Lebens.

In

mehrklassigen

Knabenschu-

len kommen außerdem zur Behandlung: 1.

Prozentrechnungen, bei welchen der Ankauft»

preis, bezw. das Kapital und der Zinsfuß ge-

sucht werden; 2. Einfache Berechnungen über

Versicherungswesen und Krankenkasse; 3. Wie-

derholung und Weiterführung der Flächen- und

Körperberechnungen

Vieleck, Kreis;

Walze,

Kegel und Kegelstumpf, Pyramide und Pyra-

midenstumpf.

Behandlung.

Beim

Rechnen kommt

es vorzugsweise auf klares Verständnis an. Dieses

wird aber in der Primärschule nur auf den: Weg

der Anschauung gewonnen. Daher ist vor allem

für geeignete Veranschaulichung der Zahlenbe-

griffe, Zahlenverhältnisse und Zahlenopera-

tionen Zu sorgen.

Als Verauschaulichungsmittel sind zu em-

pfehlen: Rechenmaschine, Stäbchen, Zahlen-

bilder, zeichnerische Darstellung von Gegenstän-

den, Maße, Gewichte, geometrische Flächen und

Körper, von den Unterrichtsbehörden empfoh-

lene Sammlungen.

Das Kopfrechnen ist auf allen Stufen mit

größter Sorgfalt zu pflegen. Jede neue Rech-

nungsart wird durch Kopfrechnen eingeleitet. Ist

genügendes Verständnis erzielt, so tritt das

Schriftrechnen neben das Kopfrechnen und wird

mit gleicher Sorgfalt behandelt.

Eine sanbere, übersichtliche Darstellung der

Operationen ist allenthalben geboten. Bei den

grundlegenden Operationen ist bis zur völligen

Beherrschung zu verweilen.

Aus der richtigen Auffassung und der münd-

lichen Lösung einzelner Beispiele sollen die Re-

geln von den Schülern selbsttätig erkannt, unter

Beihilfe des Lehrers in eine kurze Form ge-

bracht und dem Gedächtnis eingeprägt werden.

Die so erkannte Regel wird hierauf durch viel-

fache Übung dem dauernden geistigen Besitz der

Schüler vermittelt.

Das Rechnen mit benannten Zahlen geht dem

Rechnen mit reinen Zahlen, und dieses dem an-

gewandten Rechnen stets vorher. Zur Erzie-

lung größerer Rechenfertigkeit ist das Takt-

rechnen Zu empfehlen.

Aufgaben mit mehreren Operationen kommen

auf allen Stufen vor.

Das Entstehen und Anschreiben der Dezimalen

wird im Anschluß an die Numeration der ganzen

Zahlen und am Meter geübt, sowie an Münzen

und Gewichten veranschaulicht.

Beim Tafelrechnen ist dafür zu sorgen, daß

die Schüler die Operationen mit unbenannten

Zahlen nicht bloß mechanisch, sondern mit Ein-

sicht und Verständnis vornehmen und bei der

Lösung von Aufgaben die Such- und Zahlenver-

hältnisse klar erfassen. Beim schriftlichen Rechnen

ist auf allen Stufen auf saubere und formenrich-

tige Ausführung der Ziffern zu halten.

Bei jeder Aufgabe muß das Erkennen der

Zach- und Zahlenverhältnisse der Auflösung und

diese der Zinsrechnung vorhergehen. Die Auf-

gabe darf mithin außer dem zu lösenden Zahlen-

verhältuis nichts Unbekanntes enthalten. Sind

zum Verständnis sachliche Erklärungen nötig,

so werden sie vor der Lösung der Aufgabe ge-

geben. Auch die wichtigsten Begriffe über Maß,

Gewichte und Münzen müssen dort, wo sie

zum ersten Mal auftreten, in leicht faßlicher Form

vorbereitend erklärt werden.

Auf allen Stufen werden die Kinder mit den

Rechenvorteilen bekannt gemacht. Zunächst ist

nur das Normalverfahren zu zeigen und zu üben;

erst später gehe man auf Kürzungen und Neben-

verfahren ein.

Die Auswahl der Aufgaben ist so zu treffen,

daß sie die Fassungskraft der Kinder nicht über-

steigen und den Bedürfnissen des praktischen

Lebens Rechnung tragen. Sie sind darum in

Landschulen mehr den landwirtschaftlichen, in

Stadtschulen mehr den gewerblichen und in

Mädchenklassen mehr den hauswirtschaftlichen

Verhältnissen anzupassen. Dabei sollen die An-

gaben über Preise, Maße u. dgl. möglichst genau

der Wirklichkeit entsprechen.

Auch sollen die

Kinder möglichst früh zur Selbstbildung von Auf-

gaben angeleitet werden. Bei der Niederschrift

der Lösungen hat die übersichtliche Aufstellung

der Operationen stets der sprachlichen Darstel-

lung der Lösung voranzugehen.

Für den französischen Sprachunterricht ist es

von großem Vorteil, wenn auf der Oberstufe

einzelne Rechenaufgaben bei der Wiederholung

in französischer Sprache gelöst werden.

Sparsamkeit und haushälterischer Sinn sollen

durch den Rechenunterricht gepflegt werden.

Anfangsgründe der Naturwissen-

schaften.

A. Naturgeschichte.

Ziel.

Der

naturgeschichtliche Unterricht

hat einen doppelten Zweck. Er soll die Kinder

mit den, wichtigsten Lebenserscheinungen der

Tier- und Pflanzenwelt, speziell der Heimat,

sowie mit dem Bau und der Pflege des mensch-

lichen Körpers bekannt machen. Zugleich soll

durch denselben der Beobachtungsfinn geweckt

und geschärft und das Kind zu selbständigem

Denken und zu sinniger Betrachtung der Natur

angeleitet werden.

Auf

der

Mittelstufe

der

ein- und mehr-

klassigen Schulen wird der naturgeschichtliche

Unterricht abwechselnd und in enger Verbindung

mit der Heimatkunde erteilt. Auf der

Ober-

stufe

müssen das 5. und 6. Schuljahr sich mit

dem siebenten in die für Naturkunde festgesetzte

Zeit teilen.

Der Lehrgang ist Zweijährig.

Stoff.

3. und 4. Schuljahr.

Erste

Serie.

— Pferd, Rind, Ziege,

Schwein.

Zaushuhn.

Bedeutung der Haus-

tiere; Tierschutz. Hase. Star, Kuck d, Lerche,

Saatkrähe. — Schneeglöckchen, Schlüsselblume,

Maiglöckchen, Kirschbaum.

Zweite

Serie.

— Hund, Katze, Hans-

maus. Ente und Gans, Taube. Eichhörnchen.

Schwalbe, Buchfink, Rotschwänzchen, Sperling.

Bedeutung der Singvögel, Vogelschutz. — Tulpe,

Veilchen, Klatschmohn, Apfelbaum.

5. und 6. Schuljahr.

Erste

Serie.

— Fuchs, Reh. Specht,

Nachtigall. Eidechse, Ringelnatter.

Maikäfer,

Kohlweißling, Biene, Stubenfliege, Heuschrecke.

Flußkrebs.

Einige ausländische Tiere, wie

Löwe, Bär, Elefant, Kamel, Renntier, Walfisch.

Hagerose, Herbstzeitlose.

Bohne, Weißkohl,

Möhre. Frühlingsarbeiten im Obst- und Gemü-

segarten. Flachs. Unsere Getreidearten (Roggen

und Weizen). Arzneipflanzen (Linde, Holunder,

Kamille, Minze).

Unsere Obstbäume, Obst-

baumpflege. Laub- und Nadelbäume. Eßbare

und giftige Beeren im Wald. Einige ausländische

Kulturpflanzen (Kaffee, Tee, Reis, Baumwolle,

Tabak).

Zweite

Serie.

— Wiesel, Fledermaus,

Maulwurf, Igel. Habicht, Kohlmeise. Frosch.

Forelle,

Laufkäfer, Seidenspinner, Ameise.

Kreuzspinne.

Schnecke. Regenwurm.

Einige

Produkte aus dem Mineralreich (Schiefer, Sand-

stein, Kalk und Gips, Eisen, Steinkohle, Kochsalz,

Petroleum).

Taubnessel. Erbse, Kartoffel, Rübe.

Früh-

jahrsarbeiten auf dem Feld.

Futterkräuter

(Klee, Wicke).

Getreideunkräuter (Kornrade,

Ackerwinde).

Die

bekanntesten

Giftpflanzen

(Nachtschatten, Hundspetersilie usw.). Beeren-

sträucher im Garten. Weinstock. Einige Hecken-

und Waldsträucher (Haselstrauch, Weide usw.).

Einige Spurenpflanzen (Pilze, Moose, Farne).

Aus dem vorstehenden Stoffverzeichnis ist

eine Auswahl zu treffen. In ein-

klassigen Schulen müssen auf jeder

Stuft jährlich mindestens 10,

in

mehrklas-

sigen

mindestens 15 naturkundliche Gegen-

stände zur Besprechung gelangen. Überall ist

den Ortsverhältnissen Rechnung zu tragen. In

mehrklassigen Schulen tritt darum mehr die

Behandlung der für das gewerbliche Leben wich-

tigen Gegenstände, in Landschulen mehr der

Anban der Kulturpflanzen und die Obstbaum-

zucht in den Vordergrund. In Mädchenschulen

sind die für Küche und Haushaltung wichtigen

Objekte besonders zu berücksichtigen.

7. Schuljahr.

1. Der menschliche Körper : Ein-

fache Belehrungen über die Bewegungs-, Er-

nährungs- und Empfindungsorgane, sowie über

die fünf Sinne.

Pflege dieser Körperteile.

Hygiene der Nahrung, Kleidung und Wohnung.

Üble Folgen der Unmäßigkeit. Alkoholismus.

Tuberkulose.

2. Das Wichtigste vom Bau und vom

Leben der Pflanzen: die Wurzel, der

Stamm, das Blatt, die Blüte, die Frucht, der

Same.

Zweck und Hauptverrichtungen dieser

Organe.

3. Die Bodenarten der Gemarkung.

In den einklassigen Schulen, welche

von

Lehrern

geleitet

sind,

werden

die

hauptsächlichsten Belehrungen aus der

Natur-

lehre, in solchen, welche von Lehrerinnen

geleitet werden, die wichtigsten Unterweisungen

in

der

Haushaltungskunde

im

engen

Anschluß an die vorgenannten Stoffgrupften ge-

geben.

Behandlung.

Bei

der

Auswahl

des Stoffes kommen vor allem die Natur-

gegenstände der Heimat in Betracht. Auslän-

dische Tiere und Pflanzen werden nur vergleichs-

weise zur Besprechung herangezogen; dabei treten

diejenigen in den Vordergrund, deren Produkte

bei uns im täglichen Gebrauch sind.

Bei dein Bau und den Lebenserscheinungen

des menschlichen Körpers ist das Hauptgewicht

auf die Gesundheitslehre zu legen. Auf die

Gefahren, welche der

Menschheit

von dem

Alkohol und der Tuberkulose drohen, kann nicht

früh genng hingewiesen werden.

Die

Anordnung

des

Stoffes

er-

folgt nach natürlichen Gruppen, sog. Naturbildern

oder Lebensgemeinschaften, die im Wechsel der

Jahreszeiten wiederholt an das Kind herantreten.

Die Behandlung geht von der An-

schauung aus. Diese wird durch Lehrspazier-

gänge, Lösung von Beobachtungsaufgaben, Vor-

führung'des Naturgegenstandes und — erst in

Ermangelung desselben — durch Modell, Ab-

bildung und Zeichnung vermittelt.

Jede.

Lebensgemeinschaft

wird

zu-

nächst als Ganzes betrachtet. Dann erfolgt die

Besprechung

einzelner

wichtiger

Glieder der Gemeinschaft, wobei folgender

Gang einzuhalten ist.

Im

Anschluß

an

das

Unterrichtsziel

sagen die Schüler ans, was ihnen über den

Gegenstand schon bekannt ist oder was sie infolge

der Beobachtungsaufgaben des Lehrers daran

wahrgenommen haben.

Dann

wird

der

Gegenstand

oder

sein

Abbild vor die Augen der Schüler gestellt. Diese

betrachten ihn eine Weile aufmerksam und

sprechen sich in einer bestimmten Ordnung (z. B.

in Form von Beschreibung) über das Wahrge-

nommene aus. Dabei sorgt der Lehrer, daß sie

keine wesentlichen Merkmale übergehen und gibt

bei falschen Ausdrücken die richtige Benennung.

Nun erfolgt die eigentliche Bespre-

chung, bei welcher der Lehrer sich der fragend-

entwickelnden Lehrweise bedient. Sie vollzieht

sich

in

Einzelabschnitten,

deren

Glie-

derung durch die Eigenart des Naturgegenstandes

bestimmt wird.

Der

ursächliche

Zusammenhang

zwischen Aufenthalt, Bau und Lebensweise wird

nachgewiesen und die Kinder zur Gewinnung

leichter biologischer Gesetze angeleitet. Auch wird

ihre Aufmerksamkeit auf die Bedeutung des

besprochenen Geaenstandes für den Menschen,

seine Verwertung im Haushalte, in der Heil-

kunde usw gelenkt.

Die

Ergebnisse

des

Unterrichtes

werden am Schlusse eines jeden Abschnittes,

sowie zu Ende der ganzen Betrachtung Zusam-

mengefaßt und eingeprägt. Die mündliche und

schriftliche Wiedergabe ist, soweit dies möglich,

durch einfache Umrißreichnungen zu unterstützen.

Auf die Besprechung der Hauptvertreter der

Lebensgemeinschaft folgt ein Rückblick

a u f

die

Gruppe

als Ganzes. Dabei sind die

Beziehungen der Lebewesen zueinander, ihre

Stellung in der Lebensgemeinschaft, ihre Ähn-

lichkeiten und Verschiedenheiten aufzudecken und

einzelne nach bestimmten Gesichtspunkten zu

ordnen, ohne jedoch ein vollständiges System

anstreben zu wollen.

Wesentlich

unterstützt

wird

der

Un-

terricht durch den Schulgarten, kleine Ver-

suche einfacher Art, naturkundliche Sammlungen

und Wandtafelzeichnungen; belebt und ergänzt

wird er durch die Erzählungen, Schilderungen,

Gedichte, Lieder und Rätsel des naturkundlichen

Teiles des Lesebuches.

Ferner soll nicht vergessen werden, daß dem

naturgeschichtlichen Unterricht die hohe sittliche

Aufgabe zufällt, in den Herzen der Kinder das

Gefühl des Mitleides mit den schwächeren Ver-

tretern der Tier- und Pflanzenwelt zu wecken.

Dem oft unüberlegten Grausamkeits- und Zer-

störungssinn der Jugend kann am besten durch

liebevolle Behandlung des betreffenden Lehr-

stoffes seitens des Lehrers gesteuert werden.

B. Naturlehre.

Mehrklassige Knabenschulen.

Ziel.

Aufgabe

des Unterrichtes in der

Naturlehre ist, den Kindern die Kenntnis der

wichtigsten Naturerscheinungen, die der Mensch

täglich beobachten kann und die für das praktische

Leben von Bedeutung sind, zu vermitteln.

Der Lehrgang ist einjährig.

c

7. Schuljahr.

Stoff.

Hebel

und Wage, Waffer und

Wasserleitung. Luft und Luftdruck, Barometer,

Heber, Pumpe. Der Schall. Das Licht, Einfluß

auf Tier- und Pflanzenwelt. Die Wanne und

ihre Wirkungen. Thermometer. Wässerige Luft-

erscheimungen. Wind. Leuchtgas und Elektri-

zität. Gewitter, Verhaltungsmaßregeln. Blitz-

ableiter.

Behandlung.

Die induktive Methode,

die allerdings eine gründliche Vorbereitung des

Lehrers und einen anregenden Unterricht voraus-

setzt, ist die einzig richtige auf dem Gebiete der

Naturlehre.

Der Lehrer muß darum von den alltäglichen

Vorgängen und Erscheinungen, oder von Dingen

resp. Werkzeugen des gewöhnlichen Lebens aus-

gehen.

Einfache Versuche fchließen sich an. Ihnen

folgt die Besprechung der beobachteten Vorgänge

und die Ableitung des Gesetzes, sowie dessen

Anwendung auf die Verhältnisse des praktischen

Lebens.

Die Lehrweise ist die fragend-entwickelnde. Die

Schüler müssen beobachten und aus ihren Beo-

bachtungen Schlüsse ziehen, wodurch ihr Trieb

zur Selbsttätigkeit in hohem Maße gefördert wird.

Zu dem Ende sind sie auch anzuhalten, verwandte

Erscheinungen selbst aufzusuchen, Beobachtungs-

aufgaben zu lösen, den Versuch mündlich und

schriftlich darzustellen und diese Darstellung durch

einfache Zeichnungen zu unterstützen.

C. Haushaltungskunde.

Mehrklassige Mädchenschulen.

Ziel.

Der Unterricht in der Haushaltungs-

kunde bezweckt, den Schülerinnen die Prinzipien

der Gesundheitslehre und der Ernährung näher-

zubringen, ihren haushälterischen Sinn zu wecken

und sie an Reinlichkeit und Ordnung in der Ver-

richtung der täglichen Haushaltungsarbeiten zu

gewöhnen, in einem Wort, die Erziehung des

heranwachsenden Mädchens zur Hansfrau anzu-

bahnen.

Die Hanshaltungskunde tritt in

Mädchen-

schulen an die Stelle der Naturlehre.

Der Lehrgang ist einjährig.

7. Schuljahr.

Stoff.—

1.

Das

Wohnhaus

a)

Die

Wohnung.

Anforderungen,

innere

Einrich-

tung,

Reinhaltung

und

Lüftung, Zimmer-

pflanzen,

b)

Die

Küche.

Küchengeräte und

Kochgeschirr, Behandlung derselben, Spülen und

Putzen,

c)

Die

Heizung.

Der

Ofen,

Brennmaterial,

Vorsichtsmaßregeln. d) Die

Beleuchtung.

Behandlung der Lampe,

Leuchlstoffe. Vorsichtsmaßregeln.

2. Die Kleidung: Zweck, Beschaffenheit,

Reinlichhalten der Kleidungsstücke und der Wäsche,

Entflecken, Ausbessern.

3. Die Ernährung: Nährstoffe, Nah-

rungsmittel, Gewürze, Getränke, Aufbewahrung

der Nahrungs-

und Genußmittel, schädliche

Stoffe in den Nahrungs- und Genußmitteln,

Zubereiten der

Nahrungsmittel, Tischdecken,

Auftragen der Speisen, Verhalten bei Tisch.

4. Gesundheits - und Kranken-

pflege: Behandlung der Kranken, Verhütung

von ansteckenden Krankheiten, erste Hilfeleistung

bei Erkrankungen und Unglücksfällen.

5. Über den Beruf des Mäd-

chens : Häusliche Tugenden, Sparsamkeit im

Haushalt, Führung des Hanshaltungsbuches.

Behandlung.

Die

Behandlung

ge-

staltet sich im großen ganzen wie bei den Stoffeil

der Naturgeschichte oder der Naturlehre, je nach-

dem der Gegenstand mehr dem einen oder dem

anderen Gebiete angehört.

Zandesgeschichte und Luxemburgisch.

Ziel. — A. Geschichte. Der Geschichts

Unterricht hat die Aufgabe, die Schüler mit den

hervorragendsten

Persönlichkeiten

und wich-

tigsten Ereignissen unserer Geschichte, owie mit

den Kulturzuständen der Vergangenheit bekannt

zu machen und in ihren Herzen Liebe zum Vater-

land und zum Herrscherhanse zu wecken. Bis zu

einen: gewissen Grade soll derselbe den Kindern

auch das Verständnis unseres heutigen Staatswe-

sens vermitteln.

B.

Luxemburgisch.

Ziel

dieses

Unter-

richtszweiges ist, die Kinder mit einigen hervor-

ragenden, Erzengnissen unserer Nationalliteratur

bekannt zu machen, ihnen Liebe zur Heimat-

spräche einzuflößen und Verständnis für unsere

nationale Eigenart zu vermitteln.

Der Stoff wird durch das Lesebuch geboten.

Der

Lehrgang

für den Geschichtsunter-

richt ist zweijährig. Die drei oberen Jahrgänge

werden in einer Abteilung unterrichtet; jedoch

muß gleichzeitig mit dem 7. Schuljahr eine zu-

sammenfassende Wiederholung des vorjährigen

Stoffes vorgenommen werden.

Stoff.

5.— 7. Schuljahr.

Erste

Serie.

1.

Alteste

Zeit

Die früheren Bewohner des Landes, Kelten,

Römer, Franken. Die Einführung des Christen-

tums, St. Willibrord. Karl der Große.

2.. Das Land, eine Grafschaft

Ursprung der Grafschaft, Siegfried. Ermesinde.

Heinrich VII. Johann der Blinde.

3. Das Land, ein Herzogtum

Karl IV. Wenzeslaus.

Sigismund.

Luxem-

burger auf dem deutschen Kaiserthron.

4. Die burgundische und diespa-

nische Herrschaft.

Zweite

Serie.

5.

Die

öster-

reichische Herrschaft : Karl VI. Maria

Theresia. Joseph II.

6. Die französische Herrschaft

Die französische Revolution.

Napoleon I.

7. Das Land, ein Großherzog-

tum: A. Das Land in Personal-

union mit Holland. Der Wiener Kon-

greß. Wilhelm I., Wilhelm II., Wilhelm III.

Der Statthalter Prinz Hennich, Neutralitäts-

erklärung, Selbständigkeit des Landes. B. D a s

Land

unter

eigenen

Fürsten

Groß-

herzog Adolf. Großherzog Wilhelm. Die Re-

gentschaft.

Grußherzogin Maria Adelheid.

In

den

mehrklassigen

Schulen

wird auf die innere Verknüpfung der geschicht-

lichen Ereignisse, auf das „Warum und Weil",

näher eingegangen und länger bei jenen Ge-

schichtsbildern verweilt, welche Gelegenheit bie-

ten, die gleichzeitigen wichtigsten Begebenheiten

der allgemeinen. Geschichte im Zusammenhang

zu behandeln.

Behandlung.

Die heimatlichen Sagen

und leichten geschichtlichen Erzählungen der Mit-

telstufe bilden die Vorstufe zum eigentlichen Ge-

schichtsunterricht.

Jede Geschichtsstunde beginnt mit der zusam-

menhängenden Wiederholung des in der letzten

Stunde behandelten Stoffes.

Die Überleitung zu dem neuen Stoff geschieht

mit wenigen Sätzen; oft genügt die bloße Ziel-

angabe.

Das Neue selbst wird abschnittweise darge-

boten und zwar durch freies, anschauliches und

lebendiges Vorerzählen.

Wirksam unterstützt

wird der Vortrag des Lehrers durch den Ge-

brauch von Karten, Bildern und Wandtafel-

skizzen.

Jeder Abschnitt wird vom Lehrer abgefragt,

von den Schülern zusammenhängend wiederge-

geben und mit einer Überschrift versehen. Eine

gesamte Wiedergabe und Einprägung findet am

Schlusse der Behandlung nach den aufgestellten

Gliederungsunkten statt.

Der Lehrer wird darauf achten, daß die Wie-

dergabe des durchgenommenen geschichtlichen

Stoffes seitens der Schüler nicht zu einem me-

chanischen Hersagen ausarte. Die Kinder sollen

vielmehr angehalten werden, sich in den geschicht-

lichen Erzählungen und Beschreibungen, so weit

es angeht, in freier, natürlicher Weise auszu-

drücken.

Umfassendere Wiederholungen sind zur Er-

zielung bleibender Ergebnisse unerläßlich. Sie

finden regelmäßig nach der Behandlung eines

größeren Stoffganzen statt. Bei dieser Gelegen-

heit wird auch auf die allmähliche Entwicklung

der Kulturzustände der besprochenen Zeitperiode

hingewiesen. Nur muß dies in einer der Fas-

sungskraft und dem Interesse der Schüler ent-

sprechenden Weise geschehen.

Wertvolle An-

eigungshilfen dazu sind: die Anknüpfung an

Altertümer, Denkmäler, Bauten, Volksbräuche

und Volkssagen, sowie bildliche Darstellungen.

Geschichtszahlen sind auf das Nötigste zu be-

schränken. Die im Geschichtsunterricht vorkom-

menden Ortlichkeiten werden auf der Karte fest-

gestellt und eingeprägt.

Die Hauptereignisse der allgemeinen Geschichte

finden nur in dem Maße Berücksichtigung, als

sie mit der vaterländischen in Verbindung stehen.

Zur Belebung und Ergänzung des Unterrichtes

sind die Schilderungen, Erzählungen und Ge-

dichte geschichtlichen Inhalts, sowie verwandte

Stoffe der einheimischen Mundart an der rich-

tigen Stelle zu verwerten.

Geographie.

Ziel. — Durch den geographischen Unter-

richt sollen die Kinder mit unserm Vaterland,

namentlich mit seiner natürlichen Beschaffenheit,

seinen Einrichtungen, der Tätigkeit seiner Be-

wohner und seinen Erzeugnissen bekannt ge-

macht werden. Außerdem soll ihnen das Wissens-

werteste über die übrigen Länder Europas und

die fremden Erdteile, sowie über das Verhältnis

der Erde zum Weltall vermittelt werden.

Der Unterricht beginnt mit dem 5. Schuljahr.

Die Schüler der Oberstufe werden in zwei Ab-

teilungen unterrichtet. Für die 1. Abteilung, das

5. Schuljahr, ist der Lehrgang einjährig, für die

2. Abteilung, das 6. und 7. Schuljahr, aber zwei-

jährig.

Stoff.

5. Schuljahr.

1. Einführung in das Karten-

verständnis : Schulsaal, Schulhaus, Schul-

viertel, Wohnort und Gemarkung werden in

verjüngtem Maßstab gezeichnet und die Zeich-

inungen gedeutet.

2.

Die

heimatliche

G e m e i n d e

Eingehendere Behandlung des in der Heimat-

künde durchgenommenen Stoffes.

Plan der

Gemeinde.

3. Der heimatliche Kanton: Lage,

Grenzen,

Bodenbeschaffenheit,

Bewässerung,

Budenerzeugnifse, Industrie und Handel, Märkte,

Verkehrswege. Gemeinschaftliche Einrichtungen.

Gemeinden.

Sehenswürdigkeiten.

Karte des

Kantons.

4. Der heimatliche Distrikt. Die

benachbarten Kantone. Der heimatliche Distrikt

als Ganzes. Verwaltung desselben. Karte des

Distriktes.

5. Die übrigen Distrikte: Behand-

lung der einzelnen Kantone. Kartenzeichnung.

6. Das Heimatland: Lage, Grenzen,

Ausdehnung, Bodenbeschaffenheit, Bewässerung,

Klima, Bodenschätze und Bodenprodukte, Acker-

bau und Viehzucht, Weinbau, Gewerbe, In-

dustrie und Handel, Ein- und Ausfuhr, Verkehrs-

wege, Bevölkerung.

6. und 7. Schuljahr.

Erste

Serie.

1.

Das

Luxem-

burger

Land

Kurzer

Überblick

über

die

geschichtliche Entwicklung des Landes. Bürger-

liche, gerichtliche und kirchliche Einteilung. Die

notwendigsten Belehrungen über die verschie-

denen Verwaltungszweige und die staatlichen

Fürsorgeeinrichtungen. Die Verfassung des Lan-

des: Großherzog, Kammer, Regierung, Staatsrat,

2. Europa : Eingehendere Belandlung un-

serer Nachbarländer.

Die einzelnen Staaten

Europas. Das Allgemeine über Europa.

Zweite

Serie.

1.

Kurze

Be-

trachtung

des

Globus

Gestalt

der

Erde. Verteilung von Land und Wasser, Erdteile

und Ozeane, Erdachse und Pule, Längen- und

Breitegrade. Die mitteleuropäische Zeit.

Die

Zonen. Drehungen der Erde. Tages- und Jah-

reszeiten. Die Mondphasen. Mond- und Son-

nenfinsternisse.

2.

Das

Wichtigste

über

die

au-

ßereuropäischen Erdteile.

3.

Gedrängte

Wiederholung

der

Geographie des Luxemburger Landes.

In

den

mehrklassigen

Schulen,

werden die einzelnen Stoffgruppen eingehender

behandelt.

Behandlung.

Der

heimatkundliche

Unterricht der Mittelstufe bereitet den eigentlichen

Geographieunterricht vor.

Dieser beginnt auf der Oberstufe mit der Ein-

führung der Schüler in das Kartenverständnis

und das verständige Kartenlesen. Beiden Übun-

gen ist von Anfang an die größte Bedeutung bei-

zulegen.

Die Behandlung der Gemeinde und des Kan-

tons muß von der direkten-Anschauung ausgehen.

Die Vorführung der entfernteren Gebiete des

Heimatslandes geschieht am besten durch Schil-

derung in Gestalt lebensvoller

Reisebeschrei-

bungen, welche mit leichter Mühe mittels gut-

gewählter photographischer

Bilder

(Ansichts-

karten) veranschaulicht

werden

können.

Für die Behandlung der einzelnen Länder ist

deren Zugehörigkeit zu den natürlichen Land-

schaftsgebieten maßgebend.

Sie

erfolgt nach

einer feststehenden Gliederung wie: Lage, Größe,

Bodengestaltung, Bewässerung, Klima, Erzeug-

nisse, Bewohner, wichtige Städte, Staatsver-

hältnisse.

Jeder dieser Punkte wird wie eine kleine Lek-

tion für sich behandelt: der Inhalt wird entwickelt,

am Schlusse zusammeul ängend wiedergegeben

und in einer Überschrift zusammengefaßt.

Der Entwicklung liegt die Karte zugrunde und

zwar die physikalische Karte. Alles, was die

Schüler von ihr ablesen und durch eigenes Nach-

denken selbständig und selbsttätig finden können,

wird nicht gegeben. Nur da, wo die Karte keinen

Aufschluß gibt, tritt das Wort des Lehrers er-

gänzend ein und läßt bei Gelegenheit die Ferne

vor dein geistigen Auge der Schüler erstehen

durch auschauliche Schilderungen und Vergleiche,

wo möglich auch durch bildliche Darstellungen,

Wandtafelskizzen und durch Vorzeigen von Roh-

stoffen und gewerblichen Erzeugnissen.

Äuch für den Unterricht in der Himmelskunde

muß die Lehrweise anschaulich-entwickelud sein.

Al

Ausgangspunkt dienen die Beobachtungen,

der Schüler, welche durch Wandtafelzeichnungen

oder Abbildungen berichtigt und ergänzt und

zum geläuterten Verständnis gebracht werden.

Die Unterrichtsergebnisse sind am Schlusse

einer jeden methodischen Einheit durch geordnete

Wiederholungen einzuprägen.

Ratsam ist es,

einzelne auch schriftlich niederzulegen und von

einfachen Kartenskizzen zu begleiten.

Um den Unterricht interessant und lebendig zu

gestalten, sind die geographischen Charakterbilder

des Buches, sowie Geschichte und Sage in Poesie

und Prosa an geeigneter Stelle, zu verwerten.

Zeichnen.

Ziel. — Durch den Zeichenunterricht sollen

Auge und Hand der Schüler in der Weise ge-

bildet werden, daß sie einfache Gegenstände ihrer

Hingebung und Gebilde der Natur beobachten und

nach Form und Farbe selbständig darstellen

lernen. Er soll zugleich die Weckung und Pflege

des Schönheitssinnes anstreben und durch Wie-

dergabe aus dem Gedächtnis ein klares Bild der

beobachteten Formen im Geiste zurücklassen, so

daß dieselben zum bleibenden Eigentim werden.

Die

zwei

ersten

Schuljahre

bilden

die Vorschale zum eigentlichen Zeichenunterrichte.

Spezielle Unterrichtsstunden werden lier nicht

augesetzt. Das „malende Zeichnen" wird in den

für den Anschauungsunterricht bestimmten Stun-

hen erteilt.

In der einklässigen Schule werden

die fünf Jahrgänge gleichzeitig in zwei Abtei-

lungen unterrichtet. Der 1. Abteilung gehören

das 3. und 4. Schuljahr, der 2. das 5., 6. und 7.

Schuljahr au, bei welcher Kombination dem 7.

Schuljahr jedoch erweiterte Aufgaben zu stellen

sind. Der Lehrgang ist für beide Abtei-

lungen zweijährig.

In der mehrklassigen Schule wer-

den die Schüler der Mittelstufe in einer Abteilung,

die der Oberstufe in Zwei Abteilungen unter-

richtet, wobei die Schüler des 5. und 6. Schul-

jahres die erste, die des 7. die 2. Abteilung bilden.

Der Lehrgang ist zweijährig nur für die Mittel-

stufe, sowie die 1. Abteilung der Oberstufe.

In Mädchenschulen ist vom 5. Schul-

jahr au den, besondern Bedürfnissen, des Hand-

arbeitsunterrichtes Rechnung zu tragen.

Der Unterricht ist in allen Abteilungen Massen-

unterricht.

Das nachstehende Stoffverzeichnis ist weder

seinem Juhalt noch der Reihenfolge der ange-

führten Gegenstände nach als bindend zu be-

trachten. Es will vielmehr einen Anhalt für die

Auswahl der Lehrmittel geben und zeigen, wie

die nächste Umgebung des Schülers sich für den

Zeichenunterricht verwerten läßt, namentlich

wie die neue Unterrichtsweise ohne besonderen

Kostenaufwand durchgeführt werden kann. Um

auch die Schüler dabei Zu interessieren, lade man

sie ein, von Hause geeignete Gegenstände leih-

weise mitzubringen.'

Stoff.

Unterstufe.

1. Serie. — Aus der Spielstube

Papierhelm, Fahne, Dominosteine, Flinte, Kegel

usw.

In der Schule: Schiefertafel, Buch-

decket, Türe, Reißschiene, Winkelmesser, Rechen-

maschine u. a.

Gebrauchsgegenstände

Briefum-

schlag, Börse, Vorhängeschloß, Trichter, Brot-

messer, Gurkenhobel, Schlüssel, Schneeklopfer,

Hackmesser u. a.

Beim

Handwerker

Axt,

Hammer,

Meißel, Pflanzholz, Senkblei u. a.

2.

Serie.

Aus

der

Schulstube

Schultafel, Bilderrahmen, Fenster, Winkeldreieck,

Zirkel, Pult (Vorderanficht) n. a.

G e b r a u c h s g e g e n s t ä n d e

Kaffee-

mühte, Brille, Faßhahn, Gießkanne, Handspiegel,

Schlüsselschilder, Wäfcheklopfer, Löffel, Huf-

eisen u. a.

Beim

Handwerker

Beil,

Hobel,

Spaten, Wagenrad, Dachgiebel u. a.

Mittelstufe.

Die auf der Unterstufe verzeichneten Aufgaben

werden zum Teil wiederholt und weiter durchge-

bildet.

1. Serie.— Gebrauchsgegenstände

Schlachtmesser, Fuchsschwanzsäge, Krummhane,

Blasebalg, Schusterhammer, Sanduhr, Ziffer-

blatt, Schmtzeltischchen, Fahnenspitze u. a.

Beim

Handwerker

Schlichthobel,

Schieferdeckerhammer,

Gartenmesser, Bügel»

eisen, Wagnerbeil, Zuschlaghammer u. a.

Einfache

Blattformen

Wegerich,

Oleander, Flieder, Mairöschen u. a.

Blüten

im

Profil

Rosenknospe,

Tulpe, Schneeglöckchen u. a.

Früchte : Pflaume, Apfel, Stachelbeere,

Walnuß u. a.

2. Serie. — Gebrauchsgegen-

stände

Brotmesser, Baumsäge, Sense, Kneif-

zange, Heckenschere, Teigrolle, Rasiermesser, Rei-

sestock, Bierabschäumer, Uhrpendel, Lanze u. a.

Beim

Handwerker

Maurerhammer,

Fleischersäge, Ahle, Schraubstock, Stichsäge, Feile,

Glaserspachtel u. a.

Einfache Blattformen: Lorbeer,

Schwertlilie, Pappel, Weide u. a.

Blüten

im

Profil

Lilie,

Mairöschen,

Frauenherz u. a.

Früchte: Birne, Kirsche, Bohne, Zwiebel u. a.

Zusammenstellen vorgenannter Ge-

genstände zu natürlichen Gruppen.

Oberstufe.

1.

Serie.

Gebrauchsgegen-

stände: Blasebalg, Nußknacker, ovaler Hand-

spiegel, Eierbecher, Hufeisenmagnet, Schälmesser,

Schubkarren (Seitenansicht), Briefkasten, Wege-

brett, Tabakpfeife, Gemüsehobel, Käsemesser,

Rührspachtel u. a.

Beim Handwerker: Gradsäge, Gar-

tenschere, Bohrer, Reißzange, Schusterzange u. a.

Pflanzenblätter : Klee, Erdbeere,

Akazie, Eiche, Weißdorn u. a.

Blumen: Märzglöckchen, Feldmohn, Aron-

stab, Schlüsselblume u. a.

Früchte: Möhre, Breitlauch, Gurke, Me-

lone, Bohnenschote u. a.

2.

Serie.

Gebrauchsgegen-

stände: Kleiderbügel, Teppichklopfer, Sichel,

Wegemesser, Stuhl (Seitenansicht), Kamm, Kon-

servenbüchsenöffner, Schere (geöffnet und ge-

schlossen), Feuerzange, Salatbesteck, Teigrad,

Feuerhaken u. a.

Beim Handwerker: Kelle, Knopf-

lochschere, Gärtnerhippe, Schraubenschlüssel,

Maurerkelle u. a.

Pflanzellblätter: Leberblümchen,

Efeu, Winde, Hopfen, Pfeilkraut u. a.

Blumen: Stiefmütterchen, Narzisse, Kalbs-

zunge, Flockenblume u. a.

Früchte: Rübe, Pfirsich, Eichel, Kürbis,

Ahre u. a.

Zusammenstellen

vorgenannter

Ge-

genstände zu natürlichen Gruppen.

Behandlung.— Der erste Zei-

chenunterricht

entlehnt

den

Stoff

aus-

schließlich dam Anschauungskreise des Kindes ;

nur solche Gegenstände werden ausgewählt, die

das Kind lebhaft interessieren und seinen Schön-

heitssiun zu bilden imstande sind.

Die denkbar einfachste Darstellung dieser Ge-

genstände ist Haupterfordernis; größere Schwie-

rigkeiten erlahmen den Eifer. Wie überall im

Unterricht, so schreite man auch hier vom Leichten

zum Schweren, vom Einfachen zum Zusammen-

gesetzten; durch methodisch geordnete Stufenfolge

soll das Formgefühl geweckt und gebildet werden.

Nachdem der darzustellende Gegenstand im

Anschauungsunterricht beobachtet und besprochen

worden, läßt der Lehrer ihn aus dem Gedächtnis

auf die Schiefertafel zeichnen, um zu sehen, ob

das Wesentlichste der Form aufgefaßt ist. Als-

dann werden die ersten Entwürfe vorgezeigt und

deren hauptsächlichsten Fehler unter Mittätigkeit

der Schüler erörtert. Nun bespricht der Lehrer

aufs neue den Gegenstand nach seinen Haupt-

merkmalen und zeichnet dabei den besprochenen

Teil in sicheren, sauberen Strichen an die Wand-

tafel, so daß allmählich eine mustergültige Zeich-

nung des Ganzen vor den Augen der Schüler

entsteht. Hierauf Zeigt er den Kindern den Ge-

genstand in Wirklichkeit noch einmal vor und läßt

ihn mit dem Tafelbild vergleichen. Dann werden

Gegenstand und Wandtafelzeichnung beseitigt

und die Schüler wiederholen aus dem Gedächtnis

die Zeichnung auf ihrer Schiefertafel so oft, bis

das Richtige getroffen ist. Dabei beaufsichtigt der

Lehrer die Schüler und sucht Fehler in der Dar-

stellung des Gegenstandes wie in der Behandlung

des Zeichenmaterials zu verhüten und zu besei-

tigen.

Die zu zeichnende Form ist möglichst rasch in

einem Zuge auszuführen. Man lasse das Ver-

fehlte so lange stehen, bis durch Wiederholung der

Übung das Nichtige getroffen ist. Die Schüler

des 2. Schuljahres tragen sodann die Zeichnung

mit Bleistift in ein Zeichenheft mit abgetöntem

Papier. Befähigtere Schüler dürfen sich auch

wohl an der Wandtafel versuchen.

Vorlagen jedweder Art sind hier wie überall

streng ausgeschlossen.

Als

planmäßiges

Unterrichts-

fach

tritt

das

Zeichnen

erst

mit

Begiun

des

3.

Schuljahres

in

allen

Schulen

auf.

Der

Unterricht

geht

vom Zeichnen aus dem Gedächtnis zum Zeichnen

nach dem Gegenstande über.

Als

Vorbilder

dienen flache Gegenstände, insbesondere Natur-

formen und im 7. Schuljahre leichter darzustel-

lende Körperfonnen. Die in den zwei ersten

Schuljahren behandelten Gegenstände können

zum Teil wiederholt werden, tragen aber durch

weitere Durchbildung den gesteigerten Anfor-

derungen Rechnung.

Der Zeichenunterricht muß vor allem anschan-

lich sein. Das zu zeichnende Objekt wird in

Natur

vorgezeigt.

Durch geeignete Fragen

wird die Beobachtung der Kinder geleitet, die

Grundform aufgefaßt, die Größenverhältnisse

der Gesamtform in freier Weise oder mittels

Visierens abgeschätzt, die Lage der einzelnen

Teile zueinander erkannt und auf die Benutzung

von Hilf-linien und etwa zu berücksichtigende

Vorteile in der Darstellung hingewiesen. Hier-

auf läßt der Lehrer unter furtgesetzten Erläute-

rungen vor den Augen der Schüler das Gebilde

als Skizze an der Wandtafel entstehen. Nachdem

dieselbe ausgelöscht ist, beginnt der zeichnerische

Entwurf seitens der Schüler, wobei der Gegen-

stand vor ihren Augen aufgestellt bleibt. Die

Aufgabe wird von der ganzen Klasse ziemlich

groß — im allgemeinen 16—29 cm — in gleichem

Maßstabe, der auch bei alleu folgenden Zeich-

nungen derselbe ist, ausgeführt, was besonders

in großen Abteilungen dem Lehrer die Korrek-

tur ungemein erleichtert und bei Bewertung der

Zeichnung durch Punkte ihm einen wesentlichen

Anhaltspunkt zur Vergleichung gibt. Kleinere

Gegenstände werden in natürlicher Größe dar-

gestellt.

Alle Zeichnungen beginnen mit dem Achsen-

kreuz, das, wie auch die Feststellung der jedes-

maligen Größe der Zeichnung, mit dem Maßstäbe

gemacht werden darf. Im übrigen sind alle

mechanischen Hilfsmittel streng ausgeschlossen.

Die Entwurfslinien sind möglichst schwach zu

zeichnen. Falsche Linien lasse man stehen; sie

dienen gleichsam als Hilfsmittel für die daneben

anzubringenden richtigen Linien. Der Stift soll

lange und lose gefaßt werden; nur der kleine

Finger darf die Zeichenfläche berühren, damit

die Hand frei bleibe. Der Arm darf, um der

Steifheit vorzubeugen, nicht fest aufliegen. Die

Linien sollen, nachdem Ausgangs- und Endpunkt

markiert sind, möglichst in einem Zuge herge-

stellt werden. Das Vorbild soll zwar mit ge-

ringen Mitteln, aber getreu und wahr wiederge-

geben werden, namentlich ist ans die charakte-

ristischen Merkmale der Form ein Hauptaugen-

merk zu richten.

Die Schüler sind anzuleiten, ihre Fehler selbst

zu erkennen. Sie sollen daher angehalten wer-

den, die Zeichnung oft mit dem Gegenstand zu

vergleichen, wobei sie dieselbe in einiger Entfer-

nung vor sich senkrecht aufstellen. Fehler, die

nicht so zum Bewußtsem kommen, werden unter

Anleitung des Lehrers festgestellt und verbessert.

Die Korrektur ist Massenkorrektur und Einzel-

korrektur.

Fehler, die bei mehrere

Schulen

vorkommen, werden an der Wandtafel besprochen,

Einzelkorrektur tritt meistens bei schwächeren

Schülern ein. Nach vollendetem Entwurf und

erneuter Korrektur erfolgt die Reinzeichnung.

Dieselbe geschieht in der Weise, daß Zuerst die

Zeichenfläche mit Gummi sorgfältig gereinigt,

alle Hilfslinien entfernt und die noch schwach

sichtbaren Entwurfslinien unter mäßigem Druck

mit kurzgefaßtem Stifte bestimmt und gleich-

mäßig nachgezogen werden. Größtnwglichste San-

berkeit und peinliche Genauigkeit sind Haupter-

fordernisse. Jede Zeichnung trage unten rechts

den Namen des Schülers und das Datum und

links oben die laufende Nummer.

Im 5. Schuljahr kann der Gebrauch des Far-

benstiftes, im 6. und 7. der Gebrauch der Wasser-

falben hinzutreten. Dadurch wird der Unter-

richt lebendiger und interessanter gestaltet und

die Geschmacksbildung gefördert.

Nur

bessere

Zeichnungen dürfen mit einen: natürlichen lichten

Farbton überlegt werden, so daß erst allmählich

allen Schülern der Gebrauch der Farben —

gleichsam als Triebfeder zu freudigem Schaffen

— zu gestatten ist.

Neben den Hauptaufgaben können auf allen

Unterrichtsstufen noch in Betracht kommen

1. Übungen im Gedächtniszeichnen; sie gehen

entweder der Lösung der Hauptaufgabe voran,

über folgen ihr zur Prüfung nach.

2. Übungen im Skizzieren;

sie bezwecken,

verwandte Aufgaben zu schon behandelten in

kurz bemessener Zeit zu lösen.

3. Illustrieren von Aufgaben und Aufsätzen

aus dem Sach- und Sprachunterricht; sie fördern

die Erfmdungs- und Gestaltungskraft der Kinder

und sind in besonders günstigen Verhältnissen

anzustreben.

Gesang.

Ziel.—

Aufgabe des Gesangunterrichtes ist,

das musikalische Gehör und die Stimme zu üben,

das Gemüt zu veredeln, das religiöse und das

patriotische Gefühl zu beleben, die Freude an der

Natur und edler Geselligkeit Zu Pflegen und dein

Kinde einen Schatz der besten Lieder als blei-

bendes Eigentum ins Leben mitzugeben.

Stoff. — A. Theorie.

Unter- u. Mittelstufe.

Bildung des Gehörs und der Stimme durch

autreines Nachsingen von langen und kurzen,

chwachen und starken Tönen (anfangs von re—la,

päter von re—Re); Belehrungen über richtige

Wund- und Körperstellung; Einübung leichter

kinderlieber.

Oberstufe.

Liniensystem, SoI-Schlüssel, Gestalt, Wert und

Namen der Noten, Pausen, Takt und Taktschlagen,

ßedeutung der Erhöhungs. Erniedrigungs- und

Auflösungszeichen, Singen der leichteren Inter-

valle und des Dreiklangs der ersten Tonart (c dur)

und Absingen leichter Notenübungen ohne Vor-

zeichen.

Der für die Oberstufe angeführte Stoff ist nur

für

die

mehrklassigen

Schulen

be-

stimmt.

B. Lieder.

Unterstufe.

Erste

Serie

Nikolauslied;

Winterlied

Kuckuck ruft aus dem Wald; Ward ein Blümlein

mir geschenket; Summ, summ, summ, Bieuchen

summ; Lauerkätzchen; Fuchs, du hast die Gans

gestohlen; Wollt ihr wissen, wie der Bauer;

Hopp, hopp, hopp, Pferdchen lauf Galopp; Aus

den: Himmel ferne.

Zweite

Serie

Müde bin ich, geh zur

Ruh ; Winter ade; Alles neu macht der Mai;

Wer hat die Blumen nur erdacht; Wer hat die

schönsten Schäfchen; Auf dem grünen Rasen;

Gestern abend ging ich aus; Es klappert die Mühle

am rauschenden Bach; Ein scheckiges Pferd, ein

blankes Gewehr; Weißt du wieviel Sterne?

Mittelstufe.

Erste Serie: Bei einem Wirte wunder-

mild; O Tannenbaum; Alle Vögel sind schon da ;

Nachtigall, Nachtigall; Goldene Abendsonne;

Mit dem Pfeil, dem Bogen; Wo's Dörflein dort

zu Ende geht;

Stille Nacht;

D'Uolzecht ;

O Mamm, lef Mamm do nowen.

Zweite

Serie

Fort,

fort

und

fort

an

einen andern Ort; O, wie ist es kalt geworden;

Komm, lieber Mai und mache; Wie lieblich

schallt; Dort unten in der Mühle; Heidenröslein;

In der Heimat ist es schön; Es geht durch alle

Lande; De Feierwôn ; Aus der Kanerzeit.

Oberstufe.

Erste Serie: Seht, wie die Sonne dort

sinket; Freut euch des Lebens; Freund, ich bin

zufrieden; Kennt ihr das Land so wunderschön;

Nun ade, du mein lieb Heimatland; Preisend mit

20 d

viel schönen Neben; Ich hatt einen Kameraden;

Quand tout renaît à l'espérance; D'Letzburger

Land; D'Sonn blenkt rot.

Zweite

Serie

Guter

Mond;

Ein

Herz, das sich mit Sorgen quält; Zufriedenheit

ist mein Vergnügen; Es ist ein Ländchen mir

bekannt; Von meiner Heimat muß ich scheiden;

Ich weiß nicht, was soll es bedeuten; Morgenrot ;

Ah,que mon pays est beau; Mir si gleicklech,

mir si frei ; D'Mamm d mech gel ert b den.

In

der

ein

klassigen

Schule

werden

jährlich mindestens 4—6, in der mehrklas-

sigen 8—10 neue Lieder (teils religiösen, teils

weltlichen Inhalts) geübt. Die religiösen Lieder

sind dem Diözesangesangbuch zu entnehmen, die

weltlichen werden aus dem vorstehenden Ver-

zeichnis ausgewählt.

Eine Erweiterung des Stoffes, besonders in

mehrklassigen

Schulen

ist

nicht

aus-

geschlossen. Die Auswahl der übrigen Lieder

geschieht durch den Lehrer in den von der Unter-

richtskommission genehmigten Büchern.

Behandlung.

Auf

der

Unterstufe

wird der Gesangunterricht im engen Anschluß an

den Anschauungsunterricht erteilt. Leichte Lieder,

die zu den behandelten Stoffen in Beziehung

stehen, werden eingeübt und gesungen.

Auf den übrigen Stufen werden dem Gesang-

unterricht besondere Stunden eingeräumt. — In

der einklassigen Schule jedoch sind Mittel- und

Oberstufe sowohl für die Behandlung des Textes

als auch der Melodie zu einer Abteilung zu ver-

einigen. Der Kürze der Zeit wegen kann hier die

Behandlung des Textes in die für den Sprach-

unterricht angesetzten Stunden verlegt werden.

Die Einübung der Melodie darf erst geschehen,

nachdem sämtliche Strophen des Textes erläutert

worden und sie von allen Schülern mit richtiger

Aussprache und Betonung auswendig vorgetra-

gen werden können.

Die Melodie wird zuerst vom Lehrer ganz vor-

getragen, dann in sinngemäßen Abschnitten und

zuletzt im Zusammenhang unter Benutzung der

Violine eingeübt.

Neben dem Chorsingen ist das Einzelsingen zu

Pflegen.

Das eingeübte Lied ist nicht nur stückweise, son-

dern stets ganz auswendig zu singen nach dem

Taktschlag oder mit Violinbegleitung des Lehrers.

Die Benutzung der Violine soll in der Ober-

klasse bisweilen zurücktreten, damit sich die Kinder

auch daran gewöhnen, Lieder selbständig anzu-

fangen.

Nur durch tüchtige Übung und öftere Wieder-

holung werden die Lieder dauernd eingeprägt.

Es ist notwendig, auf früher Eingeübtes zurück

zukommen und von Zeit zu Zeit Planmäßige

Wiederholungen zu veranstalten.

Durch alle Klassen hindurch ist auf angemessene

Körperhaltung, richtige Mundstellung, deutliche

Textaussprache, rechtzeitiges Atemholen, reine

Tonbildung, genaue Beobachtung des Taktes und

guten Vortrag zu achten und von Anfang an

darauf zu halten, daß das Singen nicht in ge-

schmacklose Herbheit ausarte. Die Tonhöhe muß

dein Stimmumfang der Kinder entsprechen. Die

Weckung des Taktgefühles ist zu Pflegen.

Bei den theoretischen Gesangübungen wird nur

dann etwas erzielt, wenn ein geordneter Klassen-

unterricht an der Wandtafel erteilt wird.

Beim Singen sollen die Kinder stehen oder

tadellos gerade sitzen.

Die in der Gesangstunde eingeübten Lieder

werden auch öfters zu Anfang oder am Schluß

der Schulstunden und bei andern passenden Ge-

legenheiten z. B. bei Festlichkeiten, Jugend-

spielen, Turnübungen, Spaziergängen usw. ge-

sungen.

Wenn die Verhältnisse es erlauben, können

mitunter auch Zweistimmige Lieder gesungen

werden. Doch müssen alle Kinder zuvor die

Melodie sicher einüben.

Turnen und Schulspiele.

Ziel.— Die Aufgaben des Turnunterrichtes

sind: Förderung der Gesundheit, Entwicklung von

Kraft und Gewandtheit, Gewöhnung an gute

Körperhaltung, Erziehung zu Mut und Ausdauer,

Besonnenheit und Selbständigkeit, Pflege des

Gemeinsinnes und Weckung von Lust und Freude

an Leibesübungen.

Stoff.

Unterstufe.

In den einklassigen Schulen genügen

Lauf-, Ball-, Sing- und Nachahmungsspiele.

In mehrklassigen Schulen werden außer-

dem einfache Ordunngs-und Freiübungen vor-

genommen.

Letztere treten anfangs in zwangloser Form

von Nachamungsübungen (Tätigkeiten von

Handarbeitern) auf. Später kommen einfache

Formen der eigentlichen Freiübungen hinzu wie

Armschwingen, Armbeugen und Armstrecken,

Hüftstützen, Zehenstand, Beinspreizen, Hüpfen

und Hinken, Rumpfbeugen und Rumpfdrehen.

Mittelstufe.

1. Ordnungsübungen: Aufstellung

in Stirn- und Flankenreihe; Abzählen; Drehun-

gen und Schwenkungen, einfache Reihungen;

Öffnen und Schließen der Reihen; Aufstellen zu

den Freiübungen. Ziehen der Flankenreihen;

Leichte Aufmärsche.

2. Gang-, Lauf- und Hüpfübungen.

Einige der bekanntesten Gangarten. Gehen mit

Armtätigkeiten, mit Gesang.

Freier Lauf.

Wechsel von Gang und Lauf ; Dauer- und Schnell-

lauf. — Für Mädchen besondere Hüpfarten und

Übungen am Schwingseil.

3.

Freiübungen

Armhaltungen

und

Armübungen. Stellungen, Bein- und Fuß-

übungen. Einfache Verbindungen von Arm- und

Beinbewegungen; einige leichte Sprung Übungen;

Kopf- und Schulterübungen; Rumpfübungen.

4. Volkstümliche Ü b u n g e n : Wett-

laufen; Wetthüpfen und Wetthinken; Wett-

springen; Wurf- und Fangübungen mit dem

kleinen Ball.

5. Spiele. Verschiedene, den Ortsver-

hältnissen, der Schülerzahl und der Jahreszeit

entsprechende Lauf- und Ballspiele. Für Mäd-

chen auch einige Singspiele.

Oberstufe.

1. Ordnungsübungen: Drehungen

während des Gehens an Ort; Schwenken der

Viererreihen, auch im Wechsel mit Gehen an

Ort; aus der Flankenlinie Nebenreihen bilden mit

gleichzeitigem Offnen der Reihen; leichte Rei-

hungen während des Gehens von Ort; Schrägzug

und Ziehen zum Stern; das Viereck gehen; Front-

und Flankenmarsch; Drehungen und Schwen-

kungen im Marsch; einige Aufmärsche und Reigen.

2.. Gang-, Lauf- und Hüpfübungen,

Wie auf der Mittelstufe, aber mit Steigerung der

Schwierigkeit, Dauer und Schnelligkeit.

3. Freiübungen: Schwierigere Arm-

haltungen, Arm-, Bein-, Kopf,- Schulter- und

Rumpfübungen. Andere Haltungsübungen wie

Auslage u. Ausfall; Liegestützübungen u. Stand-

Wage; besondere Gewandtheitsübungen. Verbin-

dungen der vorbezeichneten Übungen. Atmungs-

übungen. Übungsgruppen, leichtere auch mit

Gesang.

4. Stabübungen : Stabhaltungen ;

Fassung, Vor- und Annehmen des Stabes, Stab-

Heben, Stabschwingen, Stabwiegen; Armstrecken;

Stabunterlegen, Stabsenken, Stabüberheben;

Anknieen an den Stab; Steigen auf und über

den Stab; Stabübungsgruppen.

5. Volkstümliche Übungen: Die

Lauf-, Hüpf- und Springübungen der Mittel-

stufe auf größere Entfernungen; Dreisprung; Hink-

kämpf; Wettkämpfe im Ziehen und Schieben.

Wurf- und Fangübungen mit den: kleinen und

mit dem großen Ball.

6. Spiele: Wie auf der Mittelstufe mit

Berücksichtigung des Alters und Geschlechtes der

Kinder.

Der sür die Oberstufe bezeichnete Stoff ist

nur für mehrklassige Schulen be-

stimmt.

In

einklassigen

Schulen

ge-

nügt der Stoff der Mittelstufe auch für die Ober-

stufe und ist demgemäß auf die fünf Jahre zu

verteilen. — Alle mit + bezeichneten Übungen

fallen beim Mädchenturnen aus.

Behandlung.

Der

Turnstoff

ist

für

Knaben und Mädchen in der Hauptsache derselbe.

Im Interesse einer gründlichen Ausbildung des

Körpers ist eine Durcharbeitung für beide Ge-

schechter erstrebenswert; doch sind Abweichungen

geboten, wo Körperentwickelung und Kleidung

es verlangen.

Der Lehrplan beschränkt sich, darauf, die Ziele

für die einzelnen Stufen festzulegen. Die Aus-

wahl und Zusammenstellung der Übungen ist

Sache des Lehrers. Sie muß getroffen werden

mit Rücksicht auf den Übungsraum, die Jahres-

zeit, das Geschlecht und die Übungs- resp. Spiel-

fertigkeit des Kindes.

Neben der Einübung des Neuen geht die Wie-

derholung und Durcharbeitung der für die be-

treffenden Klassen geeigneten Übungen aus dem

früher durchgenommenen Stoffe her. Die Zeit

ist ziemlich gleichmäßig auf Ordnungsübungen,

Freiübungen, Spiele und volkstümliche Übungen

zu verteil n. Daß von dieser Anordnung auch

abgewichen werden kann und zuweilen muß, ist

selbstverständlich, besonders im Anfang, wo die

Bewegungen erst eingeübt werden müssen.

Der Unterricht dauert das ganze Schuljahr und

ist soviel als möglich im Freien zu erteilen. Nur

bei ganz unpassender Witterung dürfen die

Übungen auch im gelüfteten Schulfaal vorge-

nommen werden.

Das Vorturnen ist in vollkommener Weife aus-

zuführen; es geschieht entweder durch den Lehrer

oder durch einen geschickten Schüler. Die Ver-

besserung der Fehler darf nicht übersehen, aber

auch nicht in einer Weise ausgeübt werden, daß

dadurch den Kindern die Freude am Turnen

verdorben wird.

Bei allen Übungen ist auf Schönheit der Hal-

tung und genaue, kraftvolle Darstellung der ein-

zelnen Bewegungen zu halten. Keine Übung

aber darf bis zur Erschöpfung durchgeführt wer-

den.

Der Gang für die Behandlung einer einzelnen

turnerischen Übung ist kurz folgender

Die neue Übung wird zunächst genannt. Frü-

here Übungen oder Teilbewegungen derselben

die zu der neuen Übung in Beziehung stehen,

werden wiederholt. Dann wird die neue Übung

durch den Lehrer oder durch den Vorturner lang-

sam und deutlich ausgeführt; darauf unter Mit-

hilfe der Schüler vom Lehrer in ihrer Gesamtheit,

sowie in ihren einzelnen Teilen besprochen, hier-

auf das Ganze zuerst durch Worte und dann

durch erneutes Vormachen zusammengefaßt.

Nun erfolgt die Einübung der Bewegung, die

so lang betrieben wird, bis die Mehrzahl der

Schüler sie genau und leicht ausführen kann. Die

Verbesserungen geschehen kurz und bestimmt und

richten sich in der Regel an die Klasse. Die voll-

endete Übung wird mit andern zu einer Übungs-

folge oder Übungsgruppe verbunden.

Schönschreiben.

Ziel. — Der Schönschreibunterricht be-

zweckt, bei den Kindern eine deutliche, feste, ge-

fällige und fließende Handschrift zu erzielen und

den Sinn für Sauberkeit und Ordnung zu

pflegen.

1. Schuljahr.

Stoff. — Das Schönschreiben tritt nicht

selbständig auf; die vorzunehmenden Übungen

sind durch den Schreibleseunterricht vorge-

zeichnet.

2. Schuljahr.

Die Schrift muß allmählich nicht nur eine rich-

tigere, sondern auch eine gefälligere Form an-

nehmen.

Die deutschen und lateinischen Buchstaben

werden in genetischer Reihenfolge eingeübt,

ebenso die arabischen Ziffern und die Satzzeichen.

Auch in dieser Klasse fällt das Schönschreiben mit

den übrigen Schreibübungen zusammen.

3. und 4. Schuljahr.

Die deutsche Schönschrift muß an Festigkeit,

Regelmäßigkeit und Gefälligkeit bedeutend zu-

nehmen und die lateinische bis zu einer gewissen

Fertigkeit geübt werden.

Beide Schuljahre werden kombiniert. Stoff

Wiederholung der deutschen und lateinischen

Schreibschrift, der arabischen Ziffern und der

Satzzeichen.

5. bis 7. Schuljahr.

Die Anforderungen an die Gefälligkeit und

Geläufigkeit beider Schriftarten sind möglichst

zu steigern.

Ein eigener Kalligraphieunterricht wird auf

dieser Stufe nicht erteilt. Die einzelnen Buch-

staben und Buchstabengruppen werden gelegent-

lich wiederholt.

Behandlung. — Aus allen Stufen muß

bei dem Betrieb des Schönschreibunterrichtes

auf die richtige Haltung des Körpers, insbesonders

der Hand, sowie auf zweckentsprechende Lage der

Schiefertafel und des Papiers gehalten werden.

Der Lehrer lasse die Buchstaben in genetischer

Reihenfolge vor den Augen der Schüler ent-

stehen und gebe die notwendigen Erklärungen

über Gestalt, Lage, Höhe, Breite und Entfernung

der einzelnen Teile. Diese Vorschrift wird von

den Schülern so lange nachgebildet, bis sie eine

gewisse Fertigkeit erreicht haben. Jeder Buch-

stabe wird zuerst allein, dann in Verbindung mit

den vorhergehenden, also in Wörtern und end-

lich in Sätzen geübt. Das Taktschreiben kann bei

Wiederholungen in Anwendung kommen.

Von besonderer Wichtigkeit für den Erfolg

des Schreibunterrichtes ist eine sorgfältige Kor-

rektur des Geschriebenen. Der Lehrer läßt die

Schüler ihre Arbeit mit der Vorschrift vergleichen,

macht sie auf etwaige Fehler aufmerksam und

sucht durch wiederholtes Vorschreiben das Nich-

tige zu erzielen. So ist der Unterricht zu Beginn

der Stunde Klassen-, im Verlauf derselben, Ein-

zelunterricht.

Dem Schönschreiben können Vorlagen oder

Schönschreibhefte mit eingedruckten Vorschriften

zugrunde gelegt werden.

Zur Erreichung größerer Sicherheit und Ge-

läufigkeit in der lateinischen Schrift empfiehlt

es sich, dieselbe beim Aufgaben-, Aufsatz- und

Diktatschreiben abwechselnd mit der deutschen

zu gebrauchen.

Auf jeder Stuse gilt der Grundsatz: Alles

Schreiben sei Schönschreiben.

Weibliche Handarbeit.

Ziel. — Der Unterricht in den weiblichen

Handarbeiten soll die Schülerinnen befähigen, die

notwendigsten Wäschegegenstände selbständig und

richtig anzufertigen und ihnen eine gewisse Fer-

tigkeit in den unentbehrlichsten Flickarbeiten

vermitteln.

Er bezweckt, ihren Sinn für Ordnung und

Reinlichkeit zu stärken und ihr Schöuheitsgefühl

zu bilden, so daß sie Freude an einer gediegenen

und nett ausgeführten Arbeit finden.

Der Unterricht beginnt mit dem zweiten Schul-

jahr; es sind soviele Abteilungen zu bilden als

Schuljahre vorhanden sind.

2. Schuljahr.

Stoff. — a) Strickband: die Grund-, Rechts-

und Randmasche, die Linksmasche getrennt und

in Verbindung mit der Rechtsmasche, das Engen,

das Abketten; b) ein Paar Socken.

3. Schuljahr.

a) Ein Paar gerippt gestrickte Kinderstrümpfe

mit Erlernung der Strumpfregel; b) ein Paar

gerippt gestrickte Frauenstrümpfe. Anwendung

der Strumpfregel mit Berücksichtigung etwaiger

individueller Forderungen.

4. Schuljahr.

a) Ein Paar glatt gestrickte Strümpfe für Er-

wachsene, b) Das Wäschezeichen auf Stramin

Unterstiche, Deckstiche, Kreuzstiche, versetzte Kreuz-

stiche, Kettenmuster, Blättchenmuster, Bogen-

muster, das große lateinische Alphabet, die Zif-

fernreihe, das kleine französische Alphabet, der

Name der Schülerin, die Jahreszahl.

5. Schuljahr.

a) Das Nähtuch: Vorstich, Hinterstich, Stepp-

stich, Seitenstich, Saumstich, Feston-, Knopfloch-

und Flanellstich, einfacher Saum und Hohlsaum,

Üerwendlingsnaht,

Doppelnaht und Musselin-

naht; das große lateinische Druckschriftalphabet

sowie die Nameninitialen und die Jahreszahl in

Kreuzstich; b) ein Kissenüberzug.

6. Schuljahr.

a) Anfertigen und Zuschneiden eines Hemdes

mit angeschnittenen Keilen; b) Leinwandstopfen

auf Stramin: Stopfen dünner Stellen und

Löcher in gewöhnlicher Leinwand; c) Stücke-

aufsäumen an: Nähtuch;

d)

Annähen von

Knöpfen, Haken, Haften, Schnüren und Auf-

hängern;

e)

Anfertigen von Knopflöchern,

Schnürlöchern, Zwirnschleifen und Hangösen.

7. Schuljahr.

a) Zuschneiden und Anfertigen eines Bündchen-

hemdes mit kurzen Keilen; b) Das Strumpf-

slicken an einem besondern, dazu bestimmten

Maschengewebe: Stopfen dünn

gewordener

Stellen, Stopfen von Löchern; c) praktische An-

wendung des Gelernten an Strümpfen; d) Lein-

wandflicken und Stückeaufsäumen an Gebrauchs-

gegenständen.

Der Stoff ist derselbe für die einklassigen und

mehrklassigen Schulen. Jedoch dürfen bei gün-

stigen Verhältnissen im 5., 6. und 7. Schuljahr

die oben genannten Gegenstände durch ein von

den Schülerinnen gehäkeltes Spitzchen, eventuell

durch einen kleinen Feston verschönert werden.

Behandlung.

Der Handarbeitsunter-

richt ist Klassenunterricht. Alle Kinder einer Ab-

teilung machen dieselbe Arbeit und bedienen sich

desselben Materials. Sie erhalten gemeinschaft-

liche Unterweisung und schreiten in den Haupt-

zügen zusammen for.

Jede neue Übung wird durch Vorzeigenoder Vo-

machen an entsprechenden Veranschaulichungs-

mitteln zum Verständnis gebracht.

Zum Veranschaulichen der Strickübungen die.

nen zwei dicke hölzerne Stricknadeln von ver-

schiedener Farbe, dicke Baumwolle oder leicht

gedrehte Kordel. — Das Leinwandzeichnen, die

verschiedenen Nähstiche und die Stopfen können

an sogenannten Nährahmen und Stopfrahmen

erlernt werden. — Das Zuschneiden der Hemden

wird durch Kreidezeichnungen an der Wandtafel

veranschaulicht und darnach von den Schülerinnen

nach den Angaben der Lehrerin in Papier und in

natürlichem Maßstab eingeübt.

Wohl ist der Handarbeitsunterricht als Klassen-

unterricht Zu erteilen, aber der Einzelunterricht

darf nicht ausgeschlossen werden. Gleich nach den

ersten Versuchen, muß kontrolliert werden, ob

das Vorgezeigte und Vorgemachte richtig erfaßt

ist.

Auf das Fehlerhafte und Unpünktliche in

ihren Leistungen werden die einzelnen Schüle-

rinnen aufmerksam gemacht. Oft ist auch die

ganze Klasse aufzufordern, die vorgekommenen

Fehler zu erkennen und zu berichtigen.

Die Theorie hält gleichen Schritt mit der

Praxis. Zur Auffindung der Regeln und Ge-

setze, wie überhaupt bei allem, was durch Nach-

denken gefunden werden kann, kommt die fra-

gend-entwickelnde Lehrform Zur Anwendung;

bei dem Tatsächlichen bedient man sich der vor-

tragenden, bei der Wiederholung der fragenden

Form.

Damit der Ausführungsmodus der verschie-

denen Arbeiten und die richtige Benennung,

resp. Ausdrucksweise sich dem Gedächtnis der

Schülerinnen besser einprägen, sollen bei jedem

neuen Teil einer Arbeit die betreffenden Grund-

regeln, eventuell Benennungen an die Wand-

tafel geschrieben werden. Desgleichen wird zu

Anfang des Unterrichts die Arbeit einer jeden

Abteilung von der Lehrerin oder einer Schülerin

an der Tafel angegeben.

Zu demselben Zweck sind in jeder Handarbeits-

stunde einige Minuten der Wiederholung der

Theorie zu widmen.

Jede Nebenbeschäftigung der Lehrerin und

der Schülerinnen ist untersagt. Auch beschränkt

sich der Handarbeitsunterricht

während

der

Schulzeit ausschließlich auf die für dieses Fach

festgesetzten Stunden. In allen Klassen ist auf

gute Körperhaltung der Schülerinnen zu achten.

C. Lehrmittel.

A.

Notwendige

Lehrmittel.

1. Zwei schwarze Wandtafeln, wovon die eine

auf einer Seite für den ersten Unterricht im

schreiben limüert, die andere auf einer Seite

mit Quadraten versehen ist.

2. Eine Lesemaschine mit mehreren Alphabeten

oder Lesewandtafeln.

3. Bilder für den Anschauungsunterricht.

4. Eine Rechenmaschine.

5. Eine Auswahl der metrischen Maße und

Gewichte.

6. Eine Sammlung Naturalien; Wandbilder

zur Naturkunde.

7. Ein Globus.

8. Geographische Karten: Plankarte der Ge-

meinde; Karte des Kantons; Karte des Luxem-

burger Landes; Physikalische Karte von Europa;

Die Planigloben.

B.

Wünschenswerte

Lehrmittel.

— 1. Künstlerischer Wandschmuck; einige

Illu-

strationen zu Märchen, Fabeln oder Gedichten.

2. Vollständige Sammlung metrischer Maße

und Gewichte.

3. Naturkundliche Lehrmittel

Ein kleiner

physikalischer und ein chemischer Apparat.

4. Geographische Lehrmittel: Eine Wandtafel

zur Veranschaulichung geographischer Grund-

begriffe; eine Karte von Deutschland, Frankreich,

den Niederlanden (Holland, Belgien, Luxem-

burg); geographische Wandbilder; erdkundliche

Produktensammlung.

5. Geschichtliche Wandbilder.

6. Ein Projektionsapparat.

7. Eine Wandtafel mit Notentinien, resp.

Solfeggientafeln.

8. Zirkel, Winkelmaß und Reißschiene; eine

Auswahl von Modellen für den Zeichenunter-

richt; Modellierton oder Plastilin.

9. Turnstäbe; Spielbälle.

10. Lehrmittel für weibliche Handarbeiten.

D. Lernmittel.

Jeder Schüler muß außer den vorgeschriebenen

Schulbüchern folgende Lehrmittel besitzen.

Im

1. Schuljahr

Eine Schiefertafel mit Schwamm und Griffel

und vom Beginn des Sommerfemesters ab ein

Heft mit 8 Doppelzeilen, Bleistift und Lineal.

Es ist ratsam, das Schreiben ins Heft mit dem

Bleistift zu beginnen, um so den Übergang vom

Griffel Zur Feder leichter zu gestalten.

2. Schuljahr

Neben der Schiefertafel ein Heft mit 10 Dop-

pelzeilen für die deutsche und ein Heft mit

8 Doppelzeilen für die lateinische Schrift, dazu

Feder und Tinte.

3. Schuljahr

Außer der Schiefertafel zwei Aufgabenhefte

mit 10 Doppelzeilen, daneben ein eigenes Kalli-

graphieheft mit Doppelzeilen.

4. Schuljahr

Neben der Schiefertafel und dem Kalligraphie-

Heft zwei Aufgabenhefte mit 16 Einzelzeilen. Ein

Rechenheft mit ziemlich großen Quadratlinien

ist erwünscht. .

5. bis 7. Schuljahr

Zwei Aufgabenhefte mit 19 Einzelzeilen (im

7. Schuljahr sind Hefte mit 21 Zeilen zulässig),

ein Vorbereitungsheft, ein Rechenheft mit mög-

lichst großen Quadratlinien. In diesen 3 Schul-

jahren darf die Schiefertafel in Wegfall kommen.

Empfehlenswert

sind Zeichenhefte, welche

eine Zeichenfläche von 20:16 bis 22:18 cm haben.

Auf der Unterstufe können dieselben mit

Quadratnetz versehen sein; von der Mittelstufe

an sind nur mehr unkarierte Hefte, an: besten mit

Zentimeterrahmen eingefaßt, oder Zeichenblöcke,

zulässig.

E. Schul- und Hausaufgaben.

Von dem Zeitpunkt ab, wo zwei Aufgaben-

hefte im Gebrauche sind, wird wechselweise in

beide geschrieben, ohne Rücksicht auf die ver-

schiedenen Fächer. Eines der Hefte behalt der

Lehrer abwechselnd zur Korrektur, während die

Schüler das andere benutzen.

Vom 2. Schuljahr an muß jede Aufgabe mit

dem Datum ihrer Anfertigung versehen sein.

In der Regel muß jeden Tag auf allen Stufen

wenigstens eine Aufgabe ins Heft eingetragen

werden.

Weder Schul- noch Hausaufgaben werden auf

lose Blätter, sondern in die dazu bestimmten

Hefte geschrieben.

Es ist jedoch ratsam, auf der Mittel- und Ober-

stufe von Zeit zu Zeit Prüfungen auf lose Blätter

anfertigen zu lassen, um die Schüler anzuleiten,

beranderen Gelegenheiten ähnliche Prüfungs-

anfgaben gut zu besorgen.

Die Prüfungen sowie die vollgeschriebenen

Hefte sollen, nachdem die Eltern Einsicht davon

genommen haben, im Schulschrank aufbewahrt

und den Kindern am Ende des Schuljahres aus-

gehändigt werden.

Bei Anfertigung von Briefen ist besonders

Gewicht auf die äußere Form zu legen, und es

sind die Schüler darauf aufmerksam zu machen,

daß der Name des Absenders auf der Rückseite

des Briefumschlages zu vermerken ist.

Die Zeit für die häuslichen Arbeiten beträgt

aus der Unterstufe ¼ bis ½ Stunde, für die

Mittelstufe ½ bis ¾ Stunde und für die Ober-

stufe eine ganze Stunde.

Vom Vormittag aus den Nachmittag werden

keine schriftlichen und eine neuen mündlichen

Aufgaben gegeben.

An den schulfreien Tagen dürfen den Schülern

von Zeit zu Zeit schriftliche Arbeiten gegeben

werden.

Alle Hausaufgaben müssen durch den ganzen

Unterricht oder speziell so vorbereitet sein, daß sie

ohne fremde Beihilfe ausgeführt werden können-

jedoch darf die Vorbereitung nicht derart sein, daß

sie die Selbsttätigkeit der Kinder ausschließt. Die

Hilfeleistung der Eltern sollsich daraus beschränken

die Kinder zur regelmäßigen und sauberen Aus-

führung der Arbeiten anzuhalten.

Die häuslichen Aufgaben, wie alle schriftlichen

Arbeiten überhaupt, müssen regelmäßig und sorg-

fältig verbessert werden.

Die Verbesserung soll maßvoll sein. Alle ma-

teriellen Fehler müssen selbstverständlich ange-

strichen werden, doch ist in dem Hervorheben der

formellen Fehler weises Maß zu halten, damit

die Schüler nicht entmutigt und verwirrt

werden.

Die Verbesserung sei sauber. Das Kind em-

pfindet es bitter, wenn ihm seine Arbeit vom

Lehrer, der die größte Sauberkeit von ihm ver-

langt, durch die Verbesserung verunstaltet wird.

Das Fehlerhafte muß mit roter Tinte oder Kor-

rekturstift angestrichen werden. Die Fehler gegen

die Interpunktion können durch besondere Zeichen

angedeutet werden.

Die materiellen Fehler

werden nie vom Lehrer verbessert, die formellen

hingegen müssen von ihm verbessert werden, aber

nur in den Fällen wo dies nicht durch den Schüler

geschehen kann.

Jede Arbeit ist mit einer Zensur zu versehen.

Diese erstreckt sich auf den Inhalt, die Form und

die äußere Ausstattung und kann in Gestalt eines

Bruches ihren Ausdruck finden, bei welchem der

Zähler, je nach der Art der Aufgabe, die Punkte

angibt für Inhalt und Form, resp. Form (Maxi-

mum 60 Punkte), der Nenner hingegen die

Punkte für Schrift und Ausstattung (Maximum

10 Punkte). Im allgemeinen werden für jeden

Fehler gegen die Orthographie und Grammatik 2

Punkte, für jeden Fehler gegen die Interpunk-

tion ½ Punkt in Abzug gebracht. Derselbe Fehler

zâht nur einmal.

Die Fehler der verschiedenen Arbeiten stellt

der Lehrer gruppenweise zusammen, um sie bei

der Rückgabe der Hefte in nutzbringender Weise

vor der ganzen Klasse zu besprechen. Fehler, die

öfter wiederkehren, geben Veranlassung zu be-

sonderen orthographischen und grammatischen

Übungen in der betreffenden Stunde.

Die von dem Schüler vorgenommene Ver-

besserung wird zugleich mit der nächsten Arbeit

vom Lehrer durchgesehen.

F. Wochenplan

oder Verteilung der wöchentlichen Unterrichts-

stunden auf die verschiedenen Fächer.

Vorbemerkung

Jede

Lehrperson

ist

gehalten, mit Beginn des Schuljahres, auf Grund

der nachstehenden Wochenpläne, für ihre Schule

einen

Stundenplan

aufzustellen.

Die tägliche Unterrichtszeit ist auf 6 Stunden

festgesetzt. Die Kinder des 1. Schuljahres dürfen

während des Wintersemesters vor- und nachmit-

tags bei Beginn der Pause entlassen wer-

den.

20 e

Einklassige Knabenschule.

k. — kombiniert.

getr. — getrennt.

1) = gelegentlich kombiniert mit III resp. V.

2) = abwechselnd dem III. und IV. k. für Heimat- resp. Naturkunde — und dem V.—VII.

k. für Naturgeschichte resp. Naturlehre zuzuteilen.

3) = im V.—VII. gelegentlich Wiederholung der Schreibgruppen.

k = kombiniert.

1) = gelegentlich kombiniert mit dem III. resp. V.

2)= abwechselnd mit dem III. u. lV.k. für Heimat- resp. Naturkunde und dem V., VI. n. VII. k.

für Natur- resp. Saushaltungskunde zuzuweisen.

2) — nur für Mädchen. In den Ortschaften, wo ein geeignetes Lokal zur Erteilung des Handarbeits-

unterrichtes vorhanden ist, erhalten an gemischten Schulen die Knaben während dieser Zeit

Unterricht im Flächen- u. Körperrechnen, Zeichnen und deutschem Aufsatz. Wo dies nicht der

Fall ist, unternimmt der Lehrer, so oft die Witterung es erlaubt, mit den Knaben Lehr-

spaziergänge, die teils im Dienst der Zeimat- u. Naturkunde, teils im Dienst des Flächen»

u. Körperrechnens stehen.

4) = im V. bis VII. bloß gelegentlich Wiederholung der Echreibgruppen.

Zweiklassige Schule,

a) Untergrad für Knaben.

k. = kombiniert.

1) = gleichmäßig auf Heimat- und Naturkunde zu verteilen.

Einklassige Mädchenschule oder gemischte Schute.

Schuljahr

I

I I

III

IV

V

VI

VII

Total

Religion

Deutsch

3/2

3/2

3/2K

5/2 k.

Französisch

2/2

3/2 ½

3/2

3/2 ½

½

Rechnen

2/2

2/2

3/2

2/2

)

3/2

2/2K1

schanungs-

unterricht

2/2 k.

Heimat- u

Naturkunde

12)

Geschichte

1k.

Geographie

½

½K

Weibliche

Handarbeit

2K3

Zeichnen

½ k.

½

Schön-

schreiben

½K.4

½

Gesang

½K

½

Turnen

½ k.

½

Total der

wöchent-

lichen

Unterrichts-

stunden

Schuljahre

I

I I

III

Total

Religion

Deutsch

6/2

5/2

5/2

Französtsch

41/2

Rechnen

5/2

5/2

5/2

71/2

An-

schaunngs-

unterricht

6/2 k.

Heimat-

und

Naturkunde

21)

Zeichnen

2/2

Schön-

schreiben

2/2

Gesang

2/2 k.

Turnen

2/2 k.

Total

8er wöchentlichen

Unterrichts-

stunden

Zweiklassige Schule.

b) Untergrad für Mädchen oder gemischte Schulen.

k. = kombiniert.

1) = Für gemischte Schulen dieselbe Bemerkung wie unter 3 bei einklassig-gemischten Schulen.

Zweitklassige Schule,

a) Obergrad für Knaben.

k. = kombiniert.

1) = V. und VI. je 4/2 getrennt in grammaire und lecture expliquée und ½ k. in langage.

2) = teilweise kombiniert mit V.

3) = Naturlehre und Naturgeschichte.

4) = V.— VII. gelegentliche Wiederholung der Schreibgruppen.

Schuljahre

I

II

III

Total

Religion

Deutsch

6/2

5/2

5/2

Französisch

8/2

Rechnen

5/2

5/2

5/2

11/2

Anschauungs-

unterricht

5/2 k.

21/2

Heimat-

und

Naturkunde

3/2

11/2

Weibliche

Handarbeit

2K1

Zeichnen

2/2

Schön-

schreiben

2/2

Gelang

Turnen

2/2k. 1/2 k.

1/2

Total

der wöchentlichen

Unterrichts-

stunden

Schuljahr

IV

V

VI

VII

Total

Religion

Deutsch

5/2

5/2k.

4/2

Französisch

5/2

4/2

4/2

4/2

Rechnen

3/2

4/2

3/2

2/2

Heimal-

und

Naturkunde

1/2

1/2

3)

Geschichte

1k.

Geographie

1/2

1K

11/2

Zeichnen

1k.

Schön-

schreiben

1/2

1/2

Gesang

1/2 k.

1/2

Turnen

1/2k.

1/2

Total

der

wöchentlichen

Unterrichts»

stunden

Zweiklassige Schule,

b) Obeigrad für Mädchen oder gemischte Schule.

Schuljahr

IV

V

VI

VII

Total

Religion

Deutsch

5/2

4/2

Französisch

5/2

2/2

Rechnen

3/2

4/2

3/2

2)

2/2

Heimat- u.

Naturkunde

½

1½

Geschichte

1k.

Geographie

½

Weibliche

Handarbeit

Zeichnen

1 k

Schön-

schreiben

½5)

½

Gesang

½ k.

½

½ k.

½

Lichen Unters

k= kombiniert.

1)= V u. VI je

4/2

Std. getrennt in grammaire u. lecture expliquée und ½ kombiniert für langage.

2)= gelegentlich mit V kombiniert

3) = Haushaltungskunde und Naturgeschichte.

4)= Für gemischte Schulen dieselbe Bemerkung wie unter 3 bei einklassig-gemischten Schulen.

5)= V — VII gelegentliche Wiederholung der Schreibgruppen.

Dreiklastige S c h u l e ,

a) Untergrad für Knaben.

Schuljahr

I

II

Total

Religion

Deutsch

12/2

16/2

Rechnen

6/2

8/2

An-

schauungs-

unterricht

8/2 k

Weibliche

Handarbeit

Schön-

schreiben

3/2 k.

1½

Gesang

3/2 k.

1½

Turnen

2/2 k

Total

der wöchentlichen

Unterricht«»

stunden

b) Unterqrad für Mädchen 1)

I

II

Total

12/2

16/2

8/2

6/2

k

2 2)

3/2 k.

1½

2/2 k

k. = kombiniert.

1) = oder für gemischte Schule.

2) = 1. Schuljahr still beschäftigt.

Dreiklassige Schule

a) Mittelgrad für Knaben.

Schuljahr

III

IV

Total

III

IV

Total

Religion

Deutsch

8 k.

7½

k.

7½

Französisch

3½

7½

Rechnen

31)

Heimat-

ünd

Naturkunde

2½ k.

2½

Weibliche

Handarbeit

Zeichnen

1½k

1½

b) Mittelgrad für Mädchen.2)

31)

2 k.

2k3

2/2 k.

Schön-

schreiben

2/2 k.

2/2 k.

Gesang

2/2k

2/2 k.

Turnen

2/2 k.

2/2 k.

Total

der wöchentlichen

Unterrichts-

stunden

k. = kombiniert.

1) = teilweise mit III. kombiniert.

2) = oder für gemischte Schule.

3) = Für gemischte Schulen s. Bemerkung 3 bei einklassig-gemischten Schulen.

Dreiklassige Schule.

a) Obergrad für Knaben.

Schuljahr

V

VI

VII

Total

Religion

Deutsch

4K.

Französisch,

2 ½ ½k1

2 ½

Rechnen

2 ½

2 2 )

1½

Naturkunde

1k.

Geschichte

1k.

Geographie

½

1k.

1½

Weibliche

Handarbeit

Zeichnen

1k.

Schön-

schreiben

gelegentliche

Wiederholung

der Schän-

schreib-

gruppen

Gesang

1k.

Turnen

½ k.

½

Total der

wochent-

lichen Unter-

lichtstunder

b) Obergrad für Mädchen.

V

VI

VII

Total

4k.

2 ½ +2½k1

2 ½

2 ½

1½

1k.

13)

1k.

½

1k.

1½

2 k.

1 k. wie oben

1k.

½ k.

½

k = kombiniert.

1)= V u. VI je 2½ Std. getrennt in grammaire u. lecture expliquée und ½ Std. kombiniert in langage.

2) = teilweise mit V kombiniert

3)= Naturlehre resp Haushaltungskunde und Naturgeschichte.

Vu et approuvé,

Luxembourg, le 25 mars 1914.

Le Directeur général de l'intérieur

BRAUN.

Instruction du 7 avril 1914, concernant l'exé-

cution de l'arrêté du 25 mars 1914, portant

publication du plan général d'études pour les

écoles primaires.

Mon arrêté du 25 mars 1914, portant publi-

cation du plan général d'études pour les écoles

primaires est mis en vigueur provisoirement

pour une durée de cinq ans à partir du com-

mencement de l'année scolaire 1914-1915.

Pendant cette période quinquennale les

membres du personnel enseignant s'en tien-

dront à l'observation stricte des prescriptions

du plan d'études pour autant qu'elles ont trait

aux écoles dont la direction leur est confiée.

Je les engage vivement à communiquer à

l'inspecteur d'arrondissement les observations

que leur suggérera l'application du plan d'é-

tudes.

A leur tour, les inspecteurs d'écoles trans-

mettront à l'inspecteur principal toutes ces

propositions qui seront examinées et, le cas

échéant, prises en considération lors du travail

de revision éventuelle du plan général d'études

après la période, susindiquée de cinq années.

Luxembourg, le 7 avril 1914.

Le Directeur général de l'intérieur,

BRAUN.

Rundschreiben vom 7. April 1914, über die Aus-

führung des Beschlusses vom 25. März 1914, be-

treffend die Veröffentlichung des allgemeinen

Lehrplans für die Primärschulen.

Mein Beschluß vom 25. März 1914 betreffend

die Veröffentlichung des allgemeinen Lehrplans

für die Primarschulen tritt mit Beginn des

Schuljahres 1914—1915 provisorisch für einen

Zeitraum von fünf Jahren in Kraft.

Während dieser fünfjährigen Periode haben

die Lehrpersonen sich streng an die im Lehrplan

festgelegten Vorschriften zu halten, insoweit die-

selben sich auf, die von ihnen geleiteten Schulen

beziehen. Die Bemerkungen, zu denen die Aus-

führung des Lehrplanes Anlaß geben wird,

mögen sie ihrem Bezirksschulinspektor mitteilen.

Die Schulinspektoren, ihrerseits, werden dem

Oberschulinspektor alle diesbezüglichen Vorschläge

des Lehrpersonals übermitteln. Gelegentlich der

nach obengenanntem Zeitraum von fünf Jahren

eventuell stattfindenden Durchsicht des allge-

meinen Lehrplans

werden dieselben studiert

und gegebenenfalls in Betracht gezogen werden.

Luxemburg, den 7. April 1914.

Der General-Direktor des Innern,

B r a u n .

Avis. — Expropriations pour cause d'utilité publique.

D'un exploit de l'huissier Schadeck de Diekirch, du 11 avril 1914, il résulte qu'à la requête de l'admi-

nistration communale de Mertzig, représentée par son conseil échevinal, composé de MM. 1° Jean-Pierre

Kass, cultivateur, demeurant à Niedermertzig, premier échevin,-faisant fonctions de bourgmestre, le titu-

laire étant décédé; 2° Nicolas Weyland, cultivateur, demeurant à Niedermertzig, échevin; 3° Jean-Baptiste

Schmitz, cultivateur, demeurant à Obermertzig, conseiller le plus ancien en rang, faisant fonction d'échevin,

pour laquelle domicile est élu à Diekirch, en l'étude de M e Pierre Pemmers, avocat-avoué, y demeurant,

qui est constitué et occupera pour elle;

•Assignation a été donnée à: 1° le sieur Emile Elsen, cultivateur, demeurant à Bürden, en sa qualité de

propriétaire-, 2° la demoiselle Céline Colette, rentière, demeurant à Mertzig, en sa qualité d'usufruitière;

A comparaître le 28' avril 1914, à 9½ heures du matin, devant le tribunal d'arrondissement de Diekirch,

siégeant en matière d'expropriation pour cause d'utilité publique, au palais de justice à Diekirch, pour,

attendu qu'au nombre des parcelles à exproprier, indiquées aux dits plans et arrêtés, figurent: les suivantes,

appartenant aux assignés, savoir, à Emile Elsen comme nu-propriétaire et à Céline Colette comme usufrui-

tière, savoir: I . un labour, situé commune de Mertzig, ban de Niedermertzig, lieu dit « im Grosfeld », section A

entre Marso et Stoffel, portant le n° 1145/2802 du cadastre; II. une parcelle, autrefois champs, aujourd'hui

pré, située commune de Mertzig, ban de Niedermertzig, lieu dit « im Grosfeld », section A entre Colette et

Ries et le chemin communal, portant les nos 1144/2321 et 1144/1009 du cadastre; voir dire que les formalités

prescrites par la loi pour parvenir à l'expropriation des terrains à emprendre, ont été remplies; voir donner

acte à la requérante qu'elle offre aux assignés pour indemnité du chef de l'expropriation pour cause d'utilité

publique des parcelles en question, la somme de cinquante centimes par mètre carré et un franc par mètre

courant de haie de clôture à emprendre, faisant: 1° dans la parcelle sub I ci-dessus a) pour une emprise de

un are trente-six centiares, soixante-huit francs; b) pour la suppression d'une haie de clôture sur une lon-

gueur de 95 mètres, nonante-cinq francs; 2° dans la parcelle sub II ci-dessus: a) pour une emprise de deux

ares cinquante-cinq centiares, cent vingt-sept francs cinquante centimes; b) pour la suppression d'un

haie de clôture sur une longueur de 145 mètres, cent quarante-cinq francs, ensemble la somme de quatre

cent trente-cinq francs cinquante centimes, avec les intérêts depuis le jour de la prise de possession.

Pour extrait: Schadeck.

D'un exploit de mon ministère, en date du 11 avril 1914, il résulte qu'à la requête de l'Etat du Grand-

Duché de Luxembourg, représenté par son Directeur général des travaux publics, M. Charles de Waha,

domicilié à Luxembourg, pour lequel est constitué et occupera M e Joseph Neuman, avocat-avoué, demeurant

à Luxembourg;

Assignation à été donnée à: A. Jean-Pierre Wagner, hôtelier, et à son épouse Elise Muller, sans état,

domiciliés ensemble à Luxembourg-gare; B. 1° Suzanne Beck, propriétaire et marchande, veuve de Petit

Clement, domiciliée à Bonnevoie, Dernier Sol; 2° les enfants issus de l'union qui a existé entre Clement

Petit et sa veuve prérappelée, à savoir: a) Nicolas Petit, marchand, demeurant à Bonnevoie; b) Anne

Petit, sans état, épouse de c) Guillaume Meyer, boucher, domiciliés ensemble à Luxembourg; d) Marie

Petit, sans état, épouse de e.) Jean-Pierre Metzdorf, marchand, domiciliés ensemble à Bonnevoie; f) Egide

Petit, garçon de café, présentement à New-York (Amérique du Nord), domicilié chez sa mère, la dame

Suzanne Beck, veuve Petit à Bonnevoie; g) Elise Petit, sans état, épouse de h) Pierre Lampesch, employé

du chemin de fer, demeurant ensemble à Bettembourg; i) Thérèse Petit, sans état, épouse de j) Jacques

Meyrath, employé du chemin de fer, demeurant ensemble à Bonnevoie; k) Emile Petit, marchand, domi-

cilié à Bonnevoie; C. Michel Linster, menuisier, domicilié à Bonnevoie;

A comparaître mercredi, le 29 avril prochain, à 9½ heures du matin, devant le tribunal d'arrondissement

de Luxembourg, siégeant en matière d'expropriation pour cause d'utilité publique, au palais, de justice

à Luxembourg, pour: attendu que l'arrêté grand-ducal du 4 mars 1914 a déclaré d'utilité publique les

travaux de construction des rampes d'accès au passage supérieur de la route de Luxembourg à Thionville,

à Bonnevoie, sur le territoire de la commune de Hollerich, d'après les plans dressés et présentés par l'admi-

nistration des travaux publics; attendu qu'il a été déposé au greffe du tribunal civil de l'arrondissement

de Luxembourg, où les intéressés peuvent en prendre communication: 1° l'arrêté de cessibilité pris par

M. le Directeur général des travaux publics M. Charles de Waha, le 10 mars 1914, par lequel les parcelles

de terrain nécessaires à la construction des rampes d'accès au passage supérieur de la route de Luxembourg

à Thionville, à Bonnevoie, sur le territoire ce la commune de Hollerich, indiquées aux plans parcellaires et

tableau des emprises annexés au dit arrêté, sont déclarées cessibles pour cause d'utilité publique; 2°les pièces

de l'instruction administrative qui a précédé l'arrêté prérappelé; 3° les plans des travaux à exécuter avec

plans terriers et tableaux d'emprises indicatifs des parcelles à emprendre pour cette construction et à expro-

prier pour cause d'utilité publique; attendu qu'au nombre de ces parcelles à emprendre indiquées aux plans

et tableaux précités figurent les parcelles ci-après désignées: 1° une partie d'une parcelle de jardin de 4 ares

51 centiares, formant le n° 5 du plan des emprises, dont 4 ares 9 centiares pour la route et 42 centiares,

formant excédent à droite à emprendre dans un jardin d'une contenance totale de 12 ares 10 centiares,

figurant au cadastre de la commune de Hollerich, section B, sous le n° 24/1885 au lieu dit « route de Thion-

ville», appartenant aux époux Wagner-Muller repris sub A; 2° une partie d'une parcelle de 25 centiares.

formant le n° 8 du plan des emprises, dont toute l'emprise pour la route, à emprendre dans une place d'une

contenance totale de 3 ares 35 centiares, figurant au cadastre de la commune de Hollerich, section B, sous

le n° 26/3261, au lieu dit « route de Thionville», appartenant à la veuve Petit-Beck et aux enfants Petit-

Beck repris sub B; 3° une partie d'une place de 1 are 21 centiares formant le n° 9 du plan des emprises, dont

toute l'emprise pour la route, à emprendre dans une place d'une contenance totale de 3 ares 45 centiares

figurant au cadastre de la commune de Hollerich, section B, sous le n° 26/3262 au lieu dit « route de Thion-

ville», appartenant à la veuve Petit-Beck et aux enfants Petit-Beck, repris sub B; 4° un pré de 8 ares 90

centiares, formant le n° 10 du plan des emprises, figurant au cadastre de la commune de Hollerich, section B,

sous le n° 26/3182, au lieu dit « route de Thionville», pour la dite contenance de 8 ares 90 centiares, appar-

tenant à Linster Michel, repris sub C et à la veuve Petit-Beck et aux enfants Petit-Beck repris sub B;

attendu que le requérant offre pour indemnité du chef de l'expropriation pour cause d'utilité publique

A. aux époux Wagner-Muller, la somme de 750 fr. par are de la parcelle de jardin à emprendre, soit pour

les 4 ares 51 centiares, la somme globale de 3382 fr. 50; B. à la veuve Petit-Beck et aux enfants Petit-Beck

1° la somme de 2000 fr. par are de la partie de la place figurant au cadastre sous le n° 26/3262, soit pour les

1 are 21 centiares, la somme globale de 2420 fr.; 2° la somme de 2000 fr. par are de la partie de la place

figurant au cadastre sous le n° 26/3261, soit pour les 25 centiares, la somme globale de 500 fr.; C. à Linker

Michel et à la veuve Petit-Beck et aux enfants Petit-Beck, la somme de 2000 fr par are du pré figurant

au cadastre sous le n° 26/3182, soit pour les 8 ares 90 centiares, la somme globale de 17.800 fr.; attendu

que les assignés refusent ces offres et que, dans ces circonstances, le requérant est contraint de faire pro-

céder, conformément à la loi du 17 décembre 1859.au règlement des indemnités; attendu que les indemnités

offertes sont suffisantes. En conséquence les assignés voir dire, a) que les formalités prescrites par la loi

du 17 décembre 1859, pour parvenir à l'expropriation pour cause d'utilité publique des parcelles en question

ont été remplies; b) voir donner acte au requérant qu'il offre aux assignés pour indemnité du chef de l'ex-

propriation: l°aux époux Wagner-Muller la somme de 3382,50 fr. pour les 4 ares 51 centiares du n° 24/1885;

2° à la veuve Petit-Beck et aux enfants Petit-Beck, tous préqualifiés, la somme de 500 fr. pour les 25 cen-

tiares du n° 26/3261, et celle de 2421 fr. pour les 121 mètres carrés du n° 26/3262; 3° à Linster Michel et à là

veuve Petit-Beck et aux enfants Petit-Beck, tous préqualifiés, la somme de 17.800 fr. pour le pré n° 26/3182;

c) en cas de refus d'accepter les dites offres, voir procéder conformément à la loi au règlement des indem-

nités auxquelles les assignés ont droit; d) voir ordonner la mise en possession de mon requérant des parcelles

ci-dessus indiquées à charge par lui de consigner préalablement les sommes ci-dessus offertes ; e) les époux

Wagner. Meyer, Metzdorf, Pampesch, "Meyrath, tous préqualifiés, autoriser leurs épouses respectives à

ester en justice, sinon y voir suppléer par le tribunal; f) s'entendre en cas de contestation, les assignés con-

damner aux dépens; sous la réserve expresse de pouvoir changer les présentes conclusions suivant les cir-

constances; sommant les assignés de réclamer devant le tribunal les sommes qu'ils réclament à titre d'in-

demnités.

Pour extrait conforme: J. N. Geib, huissier à Luxembourg.

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