Arrêté du 25 mars 1914, portant fixation du plan d'études pour les écoles primaires du Grand- Duché.
Table des dispositions (6)
Texte législatif (6 Articles)
Mémorial
du
Grand-Duché de Luxembourg.
Memorial
des
Großherzogtums Luxembourg.
Jeudi, 16 avril 1914.
N° 20.
Arrêté du 25 mars 1914, portant fixation du plan
d'études pour les écoles primaires du Grand-
Duché.
LE DIRETEUR GÉNÉRAL DE L'INTÉRIEUR;
Vu l'art. 24 de la loi du 10 août 1912, con-
cernant l'organisation de l'enseignement pri-
maire;
Arrête
A partir de l'année scolaire 1914-
1915 le plan d'études faisant annexe au présent
arrêté, sera introduit et suivi dans les écoles
primaires du Grand-Duché.
Der gegenwärtigem Beschluß beilie-
gende Lehrplan wird vom Schuljahr 1914/1915
ab in den Primärschulen des Großherzogtums
eingeführt und befolgt.
Le présent arrêté sera inséré au
Mémorial et au Courrier des écoles.
Luxembourg, le 25 mars 1914.
Le Directeur général de l'intérieur,
BRAUN.
Beschluß vom 25. März 1914, die Festlegung eines
Lehrplanes für die Primarschulen des Groß-
herzogtums betreffend.
Der General-Direktor des,
Innern;
Nach Einsicht des Art. 24 des Gesetzes vom
10. August 1912, über die Organisation des
Primärunterrichtes ;
Beschließt
Gegenwärtiger Beschluß soll im
„Memorial" und im „Schulbote" veröffentlicht
werden.
Luxemburg, den 25. März 1914.
Der General-Direktor des Innern,
Braun.
des Schulgesetzes vom 10. August 1912
sieht für jede Schulgattung einen Musterlehr-
plan vor, worin die Verteilung der Lehrgegen-
stände auf die verschiedenen Schuljahre, die
jedem Unterrichtszweig in den verschiedenen
Klassen zugeteilte Stundenzahl, sowie die aus-
führlichen Programme der einzelnen Fächer
geregelt werden.
Der vorliegende Lehrplan verwirklicht diese
Forderungen. Er ist in erster Linie für die
einklassige
Primärschule
bestimmt.
Die
mehrklassige
Primärschule
(zwei- und dreiklassige) hat denselben Unterrichts-
stoff nach Maßgabe der geringeren Klassenzahl
und der besonderen Verhältnisse im Sinne der
bei den einzelnen Fächern gegebenen Winke zu
vertiefen und zu erweitern.
Die Verteilung des Unterrichtsstoffes inner-
halb der einzelnen Stufen bezw. Jahrgänge wird
vor Beginn des Schuljahres durch das Lehrper-
sonal, aufgestellt und dem Bezirksinspektor bei
seinen Besuchen vorgelegt. Auf diese Weise wird
Donnerstag, 16. April 1914.
Lehrplan für die Primärschulen des Großherzogtums Luxemburg.
auch vermieden, daß Kinder, welche im Laufe
des Schuljahres die Schule wechseln müssen,
zurückgesetzt und im Steigen behindert werden.
A.
Unterrichts
Prinzipien
Der Primärunterricht bezweckt, den Kindern
die zum Fortkommen im Leben unentbehrlichen
Kenntnisse und Fertigkeiten zu vermitteln.
Zugleich soll derselbe die Entwicklung der
geistigen, sittlichen und religiösen Anlagen der
Kinder nach Kräften fördern.
Der Zweck der Schule wird nur dann erreicht,
wenn die Schüler zur Freude am Lernen, zur
Selbsttätigkeit und zu möglichst selbständiger
Arbeit erzogen werden.
Deshalb muß der Lehrer nach Kräften bestrebt
sein, einen anschaulichen und anregenden Un-
terricht zu erteilen und seine Lehrweise den päda-
gogischen Erfahrungen der Gegenwart, sowie
dem geistigen Standpunkt seiner Schüler anzu-
passen.
Ein wichtiges Mittel, um die Schüler zu
selbständigem Denken anzuregen, ist zweifellos
die Fragestellung des Lehrers; deshalb soll
letzterer nicht müde werden, sich in der Kunst der
richtigen Fragestellung immer mehr auszubilden.
Doch muß vor dem ausschließlichen Wechsel
von Frage und Antwort gewarnt werden, weil
derselbe trotz des regelmäßigen Fortschreitens
des Unterrichtes ein selbständiges, zusammen-
fassendes Verständnis des Lehrstoffs seitens der
Kinder allzusehr' beeinträchtigt. Letztere müssen
hingegen daran gewöhnt werden, durch sich
selbst zu denken und ihre eigenen Gedanken ohne
Scheu zum Ausdruck zu bringen, sowie gegebe-
nenfalls dem Lehrer über unklare und mangel-
haft erfaßte Punkte Frag en zu stellen.
Den Schülern muß ferner möglichst oft und
in allen Unterrichtsfächern die Gelegenheit ge-
boten werden, sich in zusammenhängender Rede
auszudrücken. Nichts ist der persönlichen Mit-
arbeit des Kindes förderlicher ; auch lehrt die
Erfahrung, daß sich für den Aufsatzunterricht aus
der fortgesetzten Übung in der zusammenhan-
genden freien mündlichen Darstellung die gün-
stigsten Resultate ergeben.
Recht oft mögen die Lehrpersonen die Kinder
aller Schulstufen dazu anhalten, die beobachteten
und besprochenen Gegenstände Zeichnerisch wie-
derzugeben.
Für Schüler und Lehrer bilden
diese Versuche, abgesehen von dem übrigen
Nutzen, den sie bieten, ein ausgezeichnetes Mitel
sich Rechenschaft über den Grad der Erfassung
des durchgenommenen Lehrstoffs zu geben.
Reichen Stoff zu solchen Skizzen bieten der
erste Anschaungsunterricht, die Heimatkunde, die
Naturkunde, die Lesestücke usw. Sehr anregend
und lehrreich ist auch das Formen in Ton oder
Plastilin, mit welchem in günstigen Verhältnissen
Versuche unternommen werden können.
Neben den unterrichtlichen Maßnahmen, welche
der Darbietung und Aneignung des Lehrstoffes
dienen, dürfen aber jene nicht außer acht gelassen
werden, welche die Verknüpfung und Befestigung
des erworbenen Wissens bezwecken. Darum hat
die Schule für regelmäßige Wiederholungen des
behandelten Stoffes auf allen Stufen und Jahr-
gangen in ausreichender Weise Sorge zu tragen.
Die Schule soll in ihrem ganzen Betrieb und
mit allen ihren Einrichtungen, Tag für Tag, den
Eindruck gewissenhafter Ordnung auf den Schüler
machen und so dessen Ordnungssinn fördern.
Pünktlichkeit in allen Dingen muß das gesamte
Schulleben charakterisieren. Nur
wenn das
Kind täglich an Pünktlichkeit gewöhnt wird,
kaun ihm diese als unverlierbares Eigentum für
sein ganzes Leben verbleiben.
B.
Unterrichtsgegenstände.
Folgende Lehrfächer sind gemäß Art. 23 des
Gesetzes vom 10. August 1912 für unsere Primar-
schulen obligatorisch
1. Religion und Moral;
2. Deutsche Sprache;
3. Französische Sprache;
4. Rechnen;
5. Anfangsgründe der Naturwissenschaften;
6. Anfangsgründe der Landesgeschichte und
Luxemburgisch;
7. Anfangsgründe der Geographie;
8. Zeichnen;
9. Gesang;
10. Turnen und Schulspiele.
Für die Mädchenschulen kommen hinzu
11. Handarbeit und
12. Anfangsgründe der Haushaltungskunde.
Außerdem steht es dem Gemeinderat mit Ge-
nehmigung der Regierung frei, unter besonderer
Berücksichtigung der örtlichen Bedürfnisse noch
andere Lehrfächer in dieses Programm aufzu-
nehmen.
Religionsunterricht.
(Art. 24—27 des Schulgesetzes vom 10. August
1912.)
Deutsche Sprache.
Der deutsche Sprachunterricht soll die Schüler
befähigen, das in Wort und Schrift in der deut-
schen Sprache Ausgedrückte, soweit dessen In-
halt ihrem Gedankenkreise entspricht, zu ver-
stehen
(Sprachverständnis)
und
sich
in dieser Sprache sowohl mündlich als schriftlich
mit möglichst großer Selbständigkeit auszu-
drücken
(Sprachvertigkeit).
Zugleich soll
er auf Gemüt und Willen anregend und bildend
einwirken und mit Hilfe des im Lesebuch ent-
haltenen Stoffes dem Kinde praktische Kennt-
nisse für das spatere Leben beibringen.
Alle Unterrichtsfächer müssen in den Dienst
der Sprachpflege gestellt werden. Neu auftre-
tende Wörter und Wendungen sind in allen
Fächern durch Veranschaulichung ihres Begriffs-
inhaltes dem Verständnis zu erschließen.
Behufs Förderung der Sprachfertigkeit sind
die Schüler möglichst früh anzuhalten, in ganzen
Sätzen auf die Fragen des Lehrers zu antworten.
Eine ausgezeichnete Übung besteht für alle
Stufen in der zusammenhängenden freien münd-
lichen Wiedergabe der behandelten Lehrstoffe.
Der deutsche Sprachunterricht umfaßt
1. Anschauungsunterricht und Heimatkunde;
2. Leseübungen und die Behandlung der
Lesestücke;
3. Orthographische und grammatische Übungen;
4. Sprech- und Aufsatzübungen.
1. Anschauungsunterricht und Heimatkunde.
A. Der
Anschauungsunterricht
auf der Unterstufe.
Ziel.
— Der Anschauungsunterricht soll die
Kinder in den Schulunterricht einführen, die
Beobachtungsgabe wecken und die Sinne schärfen,
die vorhandenen Anschauungen berichtigen, ord-
nen und erweitern und die Kinder zum sprach-
richtigen Ausdruck der Gedanken anleiten und
befähigen.
In der Regel sind die beiden ersten Schuljahre
für diesen Unterricht kombiniert. Wenn die Ver-
hältnisse es wünschenswert erscheinen lassen, wie
z. B. in mehrklassigen Schulen, kann auch eine
Trennung eintreten.
Stoff.
— Der Anschauungsunterricht nimmt
seinen Stoff aus der nächsten Umgebung des
Kindes.
Zur Besprechung gelangen folgende Gruppen
1. Die Schule; 2. Die Wohnung; 3. Die Familie;
4. Der menschliche Körper; 5. Nahrung und Klei-
dung; 6. Die Haustiere; 7. Der Wohnort (Kirche
und Kirchhof); 8. Die nächste Umgebung des
Wohnortes: Garten, Wiese, Feld und Wald; 9.
Die Gewässer und Verkehrswege; 10. Himmels-
erscheinungen und Zeiteinteilung.
Die Jahreszeiten, wichtige Ereignisse aus dem
Menschen- und Naturleben, gute Bilder, Mär-
chen und Erzählungen werden zu geeigneter
Zeit behandelt und mit den andern Gruppen
verpflochten. Als Märchen sind zur Auswahl
empfohlen : Der Wolf und die sieben jungen
Geißlein, Rotkäppchen, Fundevogel, Frau Holle,
Hähnchen und Hühnchen, Der Wolf und der
Fuchs, Die Breiner Stadtmusikanten, Schnee-
weißchen und Rosenrot, Der süße Brei, Der
Arme und der Reiche.
In
den
mehrklassingen
S c h u l e n
werden die einzelnen Stoffgruppen eingehender
behandelt und weitere Gegenstände und Hand-
lungen, die im Interessenkreise des Kindes liegen,
zur Besprechung herangezogen. Auch muß hier
dem malenden Zeichnen größere Sorgfalt ge-
widmet werden und sind einfache Versuche im
Formen der besprochenen Gegenstände erwünscht.
Behandlung.
— Die Gegenstände wer-
den, wo möglich, in Wirklichkeit vorgezeigt und
nur, wo das nicht ratsam oder nicht tunlich ist,
treten Modelle, Abbildungen, farbige Kreide-
zeichnungen, sowie die auf Schulspaziergängen
oder durch Beobachtungsaufgaben gewonnenen
Vorstellungen an ihre Stelle. Namentlich kön-
nen bei der Besprechung von Gruppen, die ein
Stück wirklichen Lebens vorführen, sowie bei
Wiederholungen die in den Schulen vorhandenen
Anschauungsbilder mit Erfolg benutzt werden.
Der Unterricht wird in Form einer freien
Unterredung erteilt.
Durch geschickte Fragen
veranlaßt der Lehrer die Kinder Zu beobachten
und sich über das Angeschaute richtig auszu-
drücken. Die Schüler müssen in der Regel mehr
sprechen als der Lehrer, der den Gang des Un-
terrichts nur zu leiten hat. Die Antworten wer-
den in vollständigen Sätzen, langsam, deutlich,
laut und lautrichtig gegeben. Mangelhafte Ant-
worten werden verbessert und in der richtigen
Fassung wiederholt. Einzelne Sätze von beson-
derer Bedeutung werden durch wiederholtes
Chor- und Einzelsprechen eingeprägt. Die Über-
leitung aus dem Dialekt ins Hochdeutsche muß
sich allmählich vollziehen.
Sind beide Schuljahre der Unterstufe kom-
biniert, so ist der Unterricht so zu erteilen, daß er
für jede der beiden Abteilungen interessant und
bildend ist. An die Anfänger werden die leich-
teren Fragen gerichtet, die Schüler des zweiten
Schuljahres hingegen beantworten die relativ
schwierigeren Fragen. Auch fassen letztere den
Inhalt der einzelnen Abschnitte sowie der ganzen
Besprechung in kurzen kindlichen Sätzen zusaw-
inen und schreiben nach Erörterung der Schreib-
weise einige Sätze aus den Unterrichtsergebnissen
auf.
Zur Pflege und Förderung der bildlichen Dar-
stellungskraft soll den Schülern beider Abtei-
lungen häufig Gelegenheit geboten werden, sich
im malenden Zeichnen zu üben oder die Wand-
tafelskizzen des Lehrers nachzubilden. In gün-
stigen Verhältnissen, speziell in geteilten Schulen,
können sie auch im Formen der besprochenen
Gegenstände oder einzelner Teile derselben unter-
wiesen werden.
Damit bei dem beschreibenden Anschauungs-
unterricht die Gemütsbildung der Kinder nicht
zu kurz komme, müssen Erzählungen, Märchen,
Fabeln, Gedichte, Lieder, Rätsel, Sprüche und
Sprichwörter an geeigneter Stelle eingeflochten
werden. Ratsam ist es auch, den Anschauungs-
unterricht durch den in der zweiten Fibel gebo-
tenen Lesestoff zu unterstützen und zu beleben.
Bekanntlich bringt das Kind der bloßen Be-
schreibung des ruhenden Gegenstandes nur ge-
ringes Interesse entgegen, während die Lebens-
äußerungen des Anschauungsobjektes, und bei
leblosen Dingen, die Erfahrung des Kindes mit
ihnen seine ganze Teilnahme gefangen halten.
Es soll die Beschreibung darum auch, wo es
nur angeht, in ein Geschehen, ein Erlebnis, eine
Erzählung umgewandelt werden.
Die sittliche Belehrung, die man an einzelne
Lektionen anknüpft, muß sich ganz natürlich aus
der Besprechung ergeben und in einzelnen Kern-
sätzen zum Ausdruck gelangen.
Dem gemessenen, stetigen Fortschreiten der
Anschauungsübungen müssen sich in gewissen
Zwischenräumen Wiederholungen anschließen.
Während anfangs die Antworten in der ein-
fachsten Form erfolgten, sucht der Lehrer hier
durch seine Fragestellung mehr Wechsel und Zu-
sammenhang in die Ausdrucksweise des Kindes
zu bringen, damit dessen Sprachgefühl durch die
richtige Anwendung der hochdeutschen Sprach-
formen allmählich geläutert und weiter gebildet
werde.
B. Die
Heimatkunde auf
d e r
Mittelstufe.
Ziel.
— Der heimatkundliche Unterricht soll
die Schüler mit der engern Heimat und den hei-
matlichen Verhältnissen bekannt machen, um die
Liebe zur Heimat in ihren Herzen zu wecken und
Zu pflegen; er soll ihnen außerdem die geogra-
phischen Grundbegriffe vermitteln und die Ein-
führung in das Kartenverständnis vorbereiten.
Der Unterricht in der Heimatkunde wird in
den für Heimat- und. Naturkunde festgesetzten
Stunden erteilt.
Das dritte und das vierte
Schuljahr bilden eine Abteilung; der Lehrgang
ist zweijährig.
Stoff.
1.
Das
Schulhaus
Die
Himmelsgegenden, Orientieren im Schulzimmer.
Lage der übrigen Teile des Schulhaufes. Der
Zchulhof. Der Schulgarten. Das Schulviertel.
2. Der Wohnort : Das Vaterhaus. Lage
des Wohnortes, Straften und öffentliche Plätze,
Hauptgebäude, Verkehrseinrichtungen, Beschäfti-
gung der Bewohner. Orientieren. Merkwürdig-
keiten.
3.
Die
Umgebung
d e s
Wohn-
ortes
Die Gemarkung, Bodengestaltung,
Bewässerung, Verkehrswege, Erzeugnisse und
gewerbliche Tätigkeit innerhalb der Gemarkung.
Orientieren. Merkwürdigkeiten.
4.
Die
heimatliche
Gemeinde
Ortschaften, die zur Gemeinde gehören. Ein-
fache Belehrungen über die Gemeindeverwaltung.
Erwerbsleben innerhalb der Gemeinde. Orien-
tieren. Heimatliche Gebräuche, Sagen und Ge-
schichten. Merkwürdigkeiten.
5.
Einfache
Beobachtungen
in-
nerhalb
des
Horizonts
Orientieren.
Horizont.
Tageszeiten, Jahreszeiten.
Wind
Wetter. Beobachtungen am Mond.
In
den
mehrklassingen
Schulen
sind die vorgenannten Gruppen den Verhält-
nissen der Heimatgemeinde entsprechend zu er-
weitern.
Behandlung.
— Wie der Anschauungs-
unterricht auf der Unterstufe, so ist die Heimat-
kunde auf der Mittelstufe der Inbegriff aller
sachlichen Fächer.
Die Scheidung in „Heimatkunde im engern
Sinn" und „Naturkunde", die aus praktischen
Gründen vorgenommen werden muß, ist nur
rein äußerlich zu verstehen. Unterrichtlich und
inhaltlich müssen sich beide zu einein harmonischen
Ganzen, der Heimatkunde im weiteren Sinn, ver-
einigen.
Da die Heimatkunde ihrem Wesen nach nur
ein erweiterter oder heimatlicher Anschauungs-
unterricht ist, so muß sie auch stets von der un-
mittelbaren Anschauung ausgehen.
Diese kann bei Stoffen, welche innerhalb des
täglichen Gesichtskreises der Schüler liegen, auf
Grund von Beobachtungsäufgaben, bei solchen,
welche außerhalb desselben in der Umgebung des
Wohnortes sich befinden, durch gemeinsame
Spaziergänge erworben werden. Wo die Kinder
durch die tägliche Erfahrung bereits lebendige
Anschauungen gewonnen haben, kann der Lehrer
auch an diese anknüpfen.
Die Besprechung des Gegenstandes erfolgt in
der Weise, daß die Schüler unter Leitung des
Lehrers nach bestimmten Gesichtspunkten über
das Angeschaute berichten.
Sehr oft aber genügt das beschreibende Wort
zur Wiedergabe nicht. Dann muß der Lehrer
zur farbigen Kreide greifen und unter Mithilfe
der Klasse in einfachen Zügen (Fanstzeichnung)
das Charakteristische des Geschauten an der (erst
wagerecht liegenden) Wandtafel verkleinert er-
stehen lassen. Am Schlusse der Besprechung wird
die Wandtafelzeichnung von den Schillern ge-
deutet, d. h. die entsprechenden Kartenzeichen
wieder in die wirklichen Gegenstände umgesetzt.
In mehrklassigen Schulen kann sie auch von den
Schülern des 4. Schuljahres nachgebildet werden.
Die gewonnenen Grundbegriffe werden zur
Klärung und Befestigung unter sich und mit
früher erworbenen verglichen und zu Reihen
geordnet, wie z. B. Anhöhe, Hügel, Berg, Ge-
birge, usw. Das Ergebnis wird in einfachen
Sätzen, mündlich und schriftlich, festgestellt und
eingeprägt.
Soweit die Fassungskraft der Schüler dieser
Stufe es zuläßt, ist auch der ursächliche Zusam-
menhang der heimatlichen Erscheinungen auf-
zudecken, wie z. B. der Unterschied im Pflanzen-
Wuchs an der Nord- und an der Südseite eines
Berges, die Einwirkung langer Dürre oder Regen-
zeit auf den Wasserstand der Bäche und Flüsse,
Wiesenreichtum und Viehzucht, Erzgehalt der
Berge, Bergbau und Industrie, u. m. a.
Heimatliche, der Fassungskraft der Schüler
angemessene Sagen, Geschichten, Legenden,
Lieder und Sprichwörter wie sie der heimat-
kundliche Teil des Lesebuches bietet, sichern dem
Unterricht das Interesse der Kinder und die
gemütbildende Wirkung.
2.
Lesen und Behandlung der Lesestücke.
Richtiges, sinngemäßes, gefälliges Lesen und
Sprechen, gründliches Verständnis des Lese-
stoffes ist das Ziel, das hier erreicht werden soll.
1. Schuljahr.
Schreiblesen.
a)
Ziel
des
Schribens.
— Sicheres
Schreiben der Lautzeichen des deutschen Klein-
und Großlphabetes. Richtiges Abschreiben aus
der Fibel. Übungen im Schreiben von leichten,
bekannten Wörtern und Sätzchen nach Diktat.
Es werden nur solche Wörter und Sätze ge-
schrieben, deren Aussprache und Schreibung genau
übereinstimmen.
b) Ziel des L e s e n s . — Richtiges Lau-
tieren und Lesen der Schreib- und Druckschrift
der ersten Fibel. Anstreben des Lesens mit rich-
tiger Betonung der Haupt- und Nebensilben.
Beobachtung der Satzzeichen.
Stoff
u n d
Behandlung.
A.
Vorübungen.
1.
Vorübungen
zum
Schreiben
zur Schulung von Auge und Hand und zwar
a)
Mündliche
: Haltung des Körpers, Lage
der Tafel, Arm- und Handstellung, Griffelhal-
tung, Hervornehmen und Weglegen des Schreib'
Materials.
Die Ausdrücke: Oben, unten, rechts, links,
mitten, rechtsoben, usw., senkrecht, wagerecht,
gerade, schief, gebogen, krumm, dick, dünn, Auf-
und Abstrich, Haar- und Grundstrich werdenden
Kindern auf anschauliche Weise zum Verständnis
gebracht.
b)
Schriftliche
Nach diesen Merkmalen
werden zunächst Punkte, Striche, wage- und
senkrechte, schiefe und gebogene Linien, Haar-
und Grundstriche geübt, welche sodann zu kleinen
Figuren wie Stock, Kreuz, Peitsche, Tisch, Bank,
Stuhl, Leiter, Fenster, Seil, Säge, Reif, Ball,
Sonne, Ei usw. zusammengesetzt werden.
2.
Vorübungenzum
L e s e n zur Schu-
lung von Gehör und Sprachwerkzeugen und
zwar
a)
Kopfanalyse
: Auflösen einfacher
Sätze in, Wörter, der Wörter in Silben, der Sil-
ben in Laute. Von Anfang an soll der Lehrer
die etwa in der Mundart wurzelnde, falsche Aus-
spräche einzelner Laute zu bekämpfen suchen.
b)
Kopfsynthese
Anleitung, die ein-
zelnen Laute zu Silben, die Silben zu Wörtern
zusammenzufassen.
Die Schreib- und Lesevorübungen werden
vom ersten Schultag au nebeneinander betrieben
und dauern in der Regel 4 Wochen. Erst nach
Durchnahme der Vorübungen erhält das Kind
die Fibel.
B.
Eigentliches
Schreiblesen.
Einüben der kleinen Buchstaben nach der Fibel.
Verbindung derselben zu Silben, Wörtern und
Sätzen, Einüben der großen Buchstaben. Ver-
bindung.
Bei diesen Übungen leisten. Lesetabellen, Lese-
Maschinen und Lesekästchen gute Dienste. Da-
neben fleißiges Benutzen der Wandtafel.
Auf dieser Stufe wird das Verständnis des
Gelesenen schon angebahnt, aber nur durch die
einfachste Erklärung, meistens durch den Hinweis
auf den mundartlichen Ausdruck.
Die Methode ist die Schreiblesemethode. Das
Buchstabieren ist im ganzen ersten Schuljahr
streng ausgeschlossen.
Die Schüler werden angehalten, beim Schrei-
ben und beim Lesen richtig nach Silben Zu tren-
nen und auf die Satzzeichen zu merken. Beim
Silbenlesen selbst ist darauf zu achten, daß sie,
ohne mit der Stimme abzusetzen, die einzelnen
Laute zueinander hinüberziehen.
Der Leseton sei weder zu hoch noch zu niedrig;
die Kinder sollen langsam, deutlich, laut und laut-
richtig lesen. Vor dem Leierton kann nicht genug
gewarnt werden. Das Chorlesen ist fleißig zu
üben.
In der Zweiten Hälfte des Schuljahres werden
einige leichte, gut verstandene Lesestückchen er-
zählenden Inhalts unter Anleitung des Lehrers
memoriert und hergesagt.
2. Schuljahr.
Ziel.
— Die Kinder sind zu befähigen, die
Lesestücke der zweiten Fibel mit Sicherheit und
genauer Beachtung der Satzzeichen zu lesen.
Auch ist bereits das sinngemäße Lesen, sowie die
freie, mündliche Wiedergabe des erfaßten
In-
halts anzustreben. Kenntnis der lateinischen Buch-
staben, sowie Lesen von Stücken in dieser Schrift.
Stoff.
— Den Stoff bieten die für das 2.
Schuljahr bestimmte Fibel sowie die übrigen
Lehrmittel.
Behandlung.
— Die Behandlung, be-
ginnt in der Regel mit der
Zielangabe.
Ihr folgt die
Vorbereitung,
die bei
manchen Stücken in Wegfall kommen kann, in
jedem Fall aber möglichst wenig Zeit in Anspruch
nehmen darf, damit das Lesen als Hauptsache
nicht zu kurz komme.
Lesestücke erzählenden Inhaltes werden vom
Lehrer auf anschauliche Weise
vorerzählt,
solche beschreibenden Inhaltes durch
fragend-
entwickelnde
Lehrweise dem Verständnis
der Kinder erschlossen. Alle schwierigen Wörter
und Ausdrücke des Textes werden bei beiden
Arten der Darbietung vom Lehrer durch Um-
schreibung erläutert.
Der Vermittlung des Inhaltes folgt das
Vor-
lesen
des Stückes durch den Lehrer. Dieses
muß scharf artikuliert, wohlbetont und langsam
sein, so daß auch die schwächsten Kinder folgen
können.
Das
Einlesen
geschieht satzweise.
Korrekturen werden hier wie im ersten Schul-
jahr sofort vorgenommen.
Nach wiederholter
Durcharbeitung der einzelnen Sätze folgt das
Lesen im Zusammenhang, zunächst von Einzelnen,
dann im Chor.
An das Einlesen schließt sich bei Lesestücken
erzählender Art noch eine
kurze
Bespre-
chungan,
bei welcher jedoch der Inhalt nicht
Satz für Satz zum Abfragen, kommt, sondern
mehr Ursache und Wirkung, Grund, Zweck und
Folge unter reger Mitarbeit der Kinder klarge-
stellt werden sollen.
Die
sittliche
Verwertung
für das
Leben der Kinder wird nur dann aus den Lese-
stücken gefolgert, wenn sie sich ungezwungen
ergibt.
Die
sprachliche
Verwertung
geschieht durch das Einlesen, das gebundene oder
fteie Nacherzählen, das Abschreiben, das Auf-
schreiben aus dem Gedächtnis, das Diktatschrei-
ben und das Anfertigen kleiner Aufsätze.
In den zwei, ersten Schuljahren ist die Pflege
der Sicherheit und Geläufigkeit die Hauptsache
beim Leseunterricht.
Die Herbeiführung des
Verständnisses muß durch Mittel bewirkt werden,
welche der Leseübung wenig Zeit entziehen.
Kleine, gut verstandene Lesestücke von bilden-
dem Inhalt und musterhafter Sprache, etwa
monatlich je 1—2, werden unter Anleitung des
Lehrers memoriert und hergesagt.
3. und 4. Schuljahr.
Ziel.
— Auf dieser Stufe ist das geläufige,
satzrichtige und sinngemäße Lesen in deutscher
und lateinischer Druckschrift in höherem Grade
anzustreben.
Zur Erreichung dieses Zweckes
wird das musterhafte Vorlesen besonders ge-
eigneter Stücke von feiten des Lehrers, sowie das
abschnitt- resp. strophenweise Einlesen von feiten
der Schüler eines der wirksamsten Mittel sein.
Fleißig zu üben ist auch die freie, mündliche
Wiedergabe der behandelten Stoffe.
Stoff.
— Den Stoff bietet das Lesebuch
Einfache Beschreibungen ans der Heinrat- und
Naturkunde, Märchen, Sagen, Fabeln, gemütbil-
dende Erzählungen in prosaischer und poetischer
Form, einfache lyrische Gedichte.
5. und 6. Schuljahr.
Ziel.
— Das richtige und geläufige Lesen soll
mit Sicherheit erreicht, das sinngemäße und
ausdrucksvolle Lesen in deutscher und lateinischer
Druckschrift durch fortgefetzte Übung möglichst
gefördert werden. Zu diesem Zwecke muß der
Inhalt der Lesestücke in bezug auf Gedanken und
sprachlichen Ausdruck ins rechte Licht gestellt und
die zusammenhängende, freie, mündliche Wieder-
gabe verstandener Stoffe eifrig gepflegt werden.
Stoff.
— Den Stoff bilden Erzählungen,
Beschreibungen, Schilderungen, Bilder aus der
Natur, der Erdkunde und Geschichte, Gedichte,
Rätsel und Sprichwörter, wie das Lesebuch für
diese Stufe sie bietet.
7. Schuljahr.
Ziel.
— Weiterführung des sinngemäßen
und ausdrucksvollen Lesens. Auch solche Sprach-
ftücke, welche zuvor nicht behandelt worden sind,
sollen die Schüler fließend und schön lesen können.
Feststellen des Gedankenganges von Lesestücken
und Gedichten.
Zusammenhängende Wieder-
gabe der behandelten Stoffe.
Stoff.
— Prosaische und Poetische Sprach-
stücke schwierigeren Inhalts und größeren Um-
fanges, wie das Lesebuch der Oberstufe sie bietet.
Behandlung.
— Die
Auswahl
der
Lesestücke ist im allgemeinen so zu treffen
daß sie inhaltlich zu der Jahreszeit oder den im
gleichzeitigen Sachunterricht behandelten Stoffen
in Beziehung stehen. Doch sind zur allseitigen
Ansnutzung des Lesebuchs auch solche Stücke
vorzunehmen, die einen nicht unterrichtlich be-
handelten Stoff enthalten.
Der
Gang
d e r
Behandlung
ist im
allgemeinen der der formalen Stufen : Zielangabe.
Vorbereitung, Darbietung, Verknüpfung und
Zusammenfassung, sittliche und sprachliche Ver-
wertung.
Auf die
Zielangabe
folgt die V o r -
bereitung,
die sich nur auf das Zum Ver-
ständnis des nachfolgenden Neuen unumgänglich
Notwendige erstrecken soll. Bei manchen Stücken
darf sie ganz in Wegfall kommen.
Die
Darbietung
erfolgt
nach einer der
vier Darbietungsformen: Lesen, Erzählen, fra-
gend-entwickelnde, entwickelud-darstellende Lehr-
weise.
Die
Form
der
Darbietung
richtet
sich nach dem geistigen Stand der Schüler und
der Beschaffenheit des Lesestoffes.
Kleinere Lesestücke werden
g a n z ,
solche
größeren Umfanges
abschnittweise
dar-
geboten (behandelt).
Am Schlusse jedes Ab-
schnittes wird dessen Inhalt von den Schülern
im Zusammenhang wiedergegeben und in einer
Überschrift zusammengefaßt. Nach der Behand-
lung des Ganzen geben sie an Hand der aufge-
stellten Gliederungspunkte eine zusammenhän-
gende Wiedergabe des Gesamtinhaltes.
Die
Erklärungen
sind Wort- und
Sacherklärungen; sie beschränken sich auf allen
Stufen auf das zum Verständnis absolut Not-
wendige.
Die Benutzung geeigneter Veran-
schaulichungsmittel kann im Interesse eines
lebendigen und fesselnden Unterrichtes nicht
genug empfohlen werden.
Gedichte sind als Kunstwerke Zu behandeln;
die Schüler sollen sie als Ganzes verstehen, er-
fassen und nachempfinden lernen. Die Stufen
der Behandlung sind: Sachlich-sprachliche Vor-
bereitung, Einstimmung, Vortrag, ev. Bespre-
chung (nach Inhalt und Form), Vortragsübung
und ev. Verwertung.
Die
Vergleichung
oder
Ver-
knüpfung
des Neuen unter sich oder mit
verwandten älteren Stoffen führt zur zusam-
menfassenden
Betrachtung
des
Ganzen und zur Erarbeitung des
Grund-
gedankens.
Dieser Grundgedanke wird als Lebens- oder
Klugheitsregel gegeben und auf das sittliche Ver-
halten der Kinder angewandt, wenn diese
An-
wendung
sich ungezwungen ergibt.
Die
sprachliche Verwertung kann eine mündliche und
schriftliche sein.
Neben
der
verweilenden
Behand-
lung
ist
eine
verkürzte
da
am
Platze,
wo der
Lesestoff
kursorischen
Lesezwecken
dienen soll.
Da in den für das kursorische Lesen festge-
etzten Stunden
die
Ausbildung
der
Lesefertigkeit
die
Hauptsache ist, so
dürfen die sachlich-sprachlichen Erörterungen nur
wenig Zeit in Anspruch nehmen. Jedoch ist der
Gebrauch des kursorischen, Lesens auf ein weises
Maß zu beschränken, weil eine allzuhäufige An-
wendung desselben die Schüler an eine mechanische
Arbeitsleistung zu gewöhnen pflegt.
Das
Einlesen
wird
abschnittweise vor-
genommen. Die Schüler lesen immer ein Ge-
daukenganzes im Anschluß au die Gliederung
des Stückes; die Aufgabe dazu wird .vom Lehrer
oder abwechselnd auch von einem, Schüler ge-
stellt. Korrekturen werden erst nach Beendigung
des Satzes vorgenommen. Dem Einlesen folgt
das Lesen
im
Zusammenhang,
wobei
Einzel-, Gruppen- und Chorlesen mit dem Lesen
bei verteilten Rollen abwechseln kann.
Im Anschluß an die Behandlung können
kurze,
biographische
Notizen
über
die hervorragendsten Autoren gegeben werden.
Einzelne, hinreichend erläuterte Stücke in
Prosa oder Poesie, jährlich etwa 6—8 für die
einklassigen und 12—15 für die mehrklassigen
Schulen, werden memoriert und hergesagt.
3. Orthographie und Grammatik
Ziel.
A.
Orthographie.
Der
Unterricht in der Rechtschreibung hat den Zweck,
die Schüler zu befähigen, die in einfachen Lebens-
verhältnissen vorkommenden schriftlichen Mit-
teilungen ohne Verstöße gegen die Hauptregeln
der Orthographie ausführen zu können.
B. Grammatik. — Der Unterricht in der
Sprachlehre soll die Schüler so weit fördern,
daß sie am Schlusse der Schulzeit die zum rich-
tigen mündlichen und schriftlichen Gebrauch der
deutschen Sprache unbedingt erforderlichen gram-
matischen Kenntnisse besitzen.
In den einklassigen Schulen wird der Unter-
richt in Orthographie und Grammatik wegen
der beschränkten Übungszeit im engen Anschluß
an die übrigen Sprachfächer, in den mehrklas-
sigen jedoch in besonderen Unterrichtsstunden
erteilt.
Stoff.
1. Schuljahr.
1. Kenntnis der Laute und Schriftzeichen.
Fleißige Übung im Lautieren.
2. Vlbschreiben von Wörtern und Sätzen aus
der Fibel, von der Lesemaschine, usw.
3. Niederschreiben zuvor lautierter Wörter
und Sätzchen der Gleichschreibung.
2. Schuljahr.
1. Kenntnis der Namen der Buchstaben: Das
Alphabet.
Die Selbst- und Mitlaute.
Mehr-
facher An- und Auslaut. Das Nötigste über den
Gebrauch des Umlautes. Die leichteren Fälle
20 a
der Silbentrennung, der Dehnung und Schär-
fung. Der Punkt.
Gebrauch der großen An-
fangsbuchstaben beim Dingwort und nach dem
Punkt.
2. Fleißige Übung im Buchstabieren und Bil-
den von Wörtergruppen.
3. Genaues Abschreiben aus der Fibel von
Wörtern, Sätzen und geeigneten Stücken, welche
vorher zum Verständnis gebracht und gelesen
worden sind.
4. Aufschreiben aus dem Gedächtnis von me-
morierten Lesestücken.
5. Leichte Diktate mit vorangehender Behand-
lung des Inhaltes und der Rechtschreibung.
6. Übungen im Erkennen und Gebrauch des
Dingworts in Verbindung mit dem bestimmten
und unbestimmten Geschlechtswort, mündlich
und schriftlich, in Einzahl und Mehrzahl.
3. und 4. Schuljahr.
A. Orthographie.
1. Fortgesetzte Übung im Buchstabieren und
Bilden von Wörtergruppen.
2. Die Andersschreibung.
3. Dehnung und Schürfung.
4. Die gebräuchlichsten Fälle der Großschrei-
bung.
5. Die Silbentrennung.
B. Wortlehre.
1. Das Dingwort (Substantiv).
Geschlecht
und Mehrzahlbildung mit besonderer Berück-
sichtigung der
mundartlichen Abweichungen.
Deklination.
2. Das Eigenschaftswort (Adjektiv).
Regel-
mäßige Steigerung.
3. Das Zeitwort (Verb). Alle Zeiten des In-
dikativs, sowie der Imperativ der Hilfsverben
und der gebräuchlicheren andern Verben in der
aktiven Form.
4. Das persönliche Fürwort (Personalprono-
men) in Verbindung mit dem Verb. Das besitz-
anzeigende Adjektiv und das besitzanzeigende
Pronomen. Das hindeutende Adjektiv und das
hindeutende Pronomen.
5. Das Zahlwort: Grund- und Ordnungs-
zahlwort-
C. Wortbildung mit Ableitung.
1. Bildung von Substantiven mit chen-
lein, heit, ung, er, in.
2. Bildung von Adjektiven mit haft, ig,
lich, bar, sam.
3. Bildung von Verben mit Vorsilben: be,
ge, ver, zer, emp, ent, miß.
D.
Die
vier
Formen
des
ein-
fachen
S a t z e s mit den darauf bezüglichen
Satzzeichen: Erzähl-, Frage-, Wunsch-, und
Befehlsatz. Das Komma bei Auszählungen und
vor den Wörtchen daß, aber, weil u. a.
Der Punkt nach den Ordnungszahlen.
5. und 6. Schuljahr.
A. Orthographie.
1. Hervorhebung (Angabe) der charakteristi-
schen Buchstaben von Wörtern und Wörter-
gruppen (tritt an die Stelle des Buchstabierens).
2. Gleich- und ähnlichlautende Wörter.
3. Gebrauch von f, v, pf, ph — d, t, dt —
t, th — x, gs, ks, cks, chs — qu — s, s, ss, ß.
4. Die häufiger vorkommenden Fremdwörter.
5. die verschiedenen Fälle der Groß- und
Kleinschreibung.
B.
Wortlehre
Wiederholung und Er«
weiterung des Pensums des 3. und 4. Schul-
jahres.
Auf das Abhängigkeitsverhältnis der
Wörter ist beständig aufmerksam zu machen.
1. Die gebräuchlichsten Substantive mit dop-
peltem Geschlecht und doppelter Mehrzahlbil-
düng.
2. Deklination des Substantivs in Verbindung
mit dem Adjektiv (mit und ohne Artikel oder
Pronominaladjektiv).
3. Unregelmäßige Steigerung der Adjektive.
4. Vollständige
Konjugation des Verbs.
5. Adjektive und Verben mit dem Kasus, den
sie regieren.
6. Die Pronomina.
7. Die Adverbien.
8. Die Präpositionen. Kasus, den sie regieren.
Abweichungen vom Dialekt.
9. Konjunktion und Interjektion.
C. Wortbildung.
1. Ableitung mit Hilfe der gebräuchlichsten
Vor- und Nachsilben.
a) Substantive mittels der Vorsilbe ge und
der Endsilben ei, schaft, t u m , el, nis,
e, sal, sel.
b) Adjektive mit en, ern, isch, icht.
c) Verben mit den Nachsilben ern, eln,
ieren und igen.
2. Zusammensetzung.
a) Zusammengesetzte Dingwörter; Geschlecht,
Mehrzahlbildung und Betonung.
b) Zusammengesetzte Adjektive.
c) Zusammengesetzte Verben. Trennbare und
untrennbare Zusammensetzungen.
3. Bildung von Wortfamilien.
D. Satzlehre.
1. Der einfache nackte Satz.
2. Der einfache erweiterte Satz.
3. Direkte und indirekte Rede.
4. Die wichtigsten Regeln der Interpunktion.
7. Schuljahr.
A. Orthographie.
1. Befestigung der bisher gelernten Regeln
durch häufige und planmäßige Wiederholung im
Anschluß an die Lesestücke, Aufsatzkorrekturen
und Diktate.
2. Fortgesetzte Übungen in der Wortbildung.
3. Diktate über Wortfamilien.
4. Umänderung von Lesestücken.
5. Aufschreiben memorierten Lesestoffes mit
steter Berücksichtigung der Interpunktion.
B. G r a m m a t i k .
1. Wiederholung und Befestigung des durch-
genommenen Stoffes.
2. Schwierigere Flexionsformen mit beson-
derer Berücksichtigung der Konjugation.
3. Behandlung des zusammengesetzten Satzes
mit Berücksichtigung der Interpunktion.
In
den
m e h r k l a s s i g e n
Schulen
wird auf die Unterschiede zwischen Dialekt und
hochdeutscher Sprache, den Zusammengesetzten
Satz und die Zeichensetzung, sowie ans die Wort»
bildung näher eingegangen.
Behandlung.
A.
Orthographie.
Während der ganzen Unterrichtszeit ist der Ortho-
graphie die größte Aufmerksamkeit zu schenken.
Auf
der
Unterstufe
wird
der
Grund
gelegt durch die Gewöhnung an genaues An-
schauen, scharfes Hören und launtreines Sprechen.
Lautieren, Abschreiben und Niederschreiben
bilden die ersten orthographischen Übungen.
Das Lautieren ist im 1. Schuljahr bis zur
Geläufigkeit zu üben. Die Buchstabennamen
bleiben ausgeschlossen.
Das Abschreiben geschieht nicht buchstaben-,
sondern silben- und wortweise.
Bei dem Niederschreiben nach Diktat müssen
die Sätzchen zuvor in Wörter, die Wörter in
Silben und diese in Laute zerlegt werden.
Diktatschreiben und Lesen schreiten von der ersten
Leseübung an gleichzeitig voran.
Auch auf den übrigen Stufen ist mit
Peinlichkeit auf laugsames, deutliches und lautes
Sprechen, Antworten, Lesen und Hersagen zu
halten, denn für das gesamte Gebiet der Gleich-
schreibung bildet die lautreine Aussprache
die sichere Grundlage.
Wesentlich unterstützt und gefördert wird das
Rechtschreiben durch die Gewöhnung an das
verständige Erfassen des Gehörten, die Einsicht
in die Wortbedeutung und die Wortentstehung,
denn aus beiden beruht die Andersschrei-
bung.
Das Bilden von Wörtergruppen und
Wortfamilien ist darum mit Fleiß zu üben.
An die Stelle des Lautierens tritt vom 2.
Schuljahr
an
das
Buchstabieren,
das
nach den oberen Stufen hin durch die Angabe
der den Wörtern und Wortfamilien eigentüm-
lichen Schreibschwierigkeiten ersetzt wird.
Das
Abschreiben
geschieht
von
der
Mittelstufe an satzglied- oder satzweise.
Dem Aufschreiben aus dem Gedächtnis,
sowie dem Umformen der Lesestücke muß
die Behandlung voraufgegangen sein.
Wird
für
das
Diktat
ein
Sprachgames
verwandt, so muß auch dieses zunächst sachlich
und sprachlich vorbereitet werden. Im übrigen
ist der Verlauf des Diktates folgender
Der
Lehrer liest das Ganze vor, damit die Schüler
den Inhalt richtig auffassen können.
Dann
spricht er den ersten Satz einmal langsam und
deutlich vor, läßt ihn von einem Schüler oder
von der ganzen Klasse zur Einprägung wieder-
holen, und auf ein gegebenes Zeichen schreiben
die Schüler ihn nieder. Längere Sätze werden
zuerst ganz vorgelesen und dann in Teilen dik-
tiert. Fragen über Schreibweise der Wörter u.
dgl. dürfen während des Schreibens nicht mehr
gestellt werden. Die Korrektur geschieht ent-
weder durch den Schüler selbst oder durch den
Lehrer.
Um der Flüchtigkeit bei diesen Übungen zu
wehren, müssen alle zu langen und zu schwierigen
Arbeiten vermieden werden.
Auf die richtige Zeichensetzung ist streng zu
achten; häufig wiederkehrende Fehler sind durch
stetige Übung zu bekämpfen.
B.
Grammatik.
Der grammatische Un-
terricht ist auf keiner Stufe Selbstzweck, sondern
nur Mittel zum Zweck. Er soll nicht eine syste-
matische Vollständigkeit anstreben, sondern sich
vielmehr auf das beschränken, was den Kindern
faßlich, notwendig und förderlich ist.
Dabei
kommt es keineswegs auf Definitionen und
Einteilungen an, sondern nur auf dasjenige,
was den mündlichen und schriftlichen Gedanken-
ausdruck fördern kann.
Bei der Auswahl des grammatischen Übungs-
stoffes wird besonders aus die abweichenden For-
men der Mundart Rücksicht genommen. Außer-
dem sollen die Schiller die zum erfolgreichen Be-
trieb des französischen Sprachunterrichtes not-
wendigen grammatischen Kenntnisse erwerben.
Darum ist auch von der Mittelstufe an neben der
deutschen die lateinische Benennung zu ge-
brauchen.
Die orthographischen und grammatischen Re-
geln werden den Schülern nicht von vornherein
gegeben, sondern von ihnen unter Anleitung des
Lehrers ans Sätzen und behandelten Lesestücken
gefunden. Die so erkannten Regeln werden in
eine kurze, leichtfaßliche Form gebracht und durch
mündliche und schriftliche Anwendung bis zur
Sicherheit geübt.
Für die ganze Behandlung ist zu beachten,
daß nicht die Regel, sondern die Anwendung und
Übung die Hauptsache ist.
Auf alleu Stufen muß für ausreichende Wie-
derholung des früher behandelten Stoffes Sorge
getragen werden.
4. Aufsatz.
Ziel. — Der Aufsatzunterricht soll das Kind
anleiten und befähigen, seine Gedanken in ein-
facher, gefälliger und sprachrichtiger Form münd-
lich und schriftlich auszudrücken.
Stoff.
1. und 2. Schuljahr.
A.
Indirekte
Schulung
zum
Aus-
satz.
1. Langsames, vorstellendes Lesen.
2. Auschauliches Vorerzählen durch den
Lehrer.
3. Viele Übungen im zusammeuhän-
genden, natürlichen Erzählen durch
die Kinder.
4. Besprechung einfacher Gegenstände aus
dem Anschauungsunterricht und z u s a m m e n -
hängende
Wiedergabe
des
Bespro-
chenen.
B.
Übungen
im
schriftlichen
Ge-
dankenaus druck (2. Schuljahr).
1.
Berständiges
Abschreiben
von
Lesestücken.
2.
Aufsatzdiktate
zum
Erlernen
des
Satzschreibens.
3.
Miederschreiben
leichter,
durch
den
Anschauungsunterricht gewonnener zusammen-
hängender Sätze und Erzählungen.
3. und 4. Schuljahr.
A.Indirekte Schulung zum Auf-
satz.
1. Langsames, vorstellendes Le-
senneben geläufigerem Lesen. Lesen nach
der Gliederung des Lesestückes.
2. Ausmalen der Situationen des Lese-
stückes und Bereichern abstrakter Ausdrücke
mit konkretein Inhalt.
3. Umformungen von hierzu geeig-
neten Lesestücken (Geschlecht, Person, Zahl,
Zeit).
4. Schlichtes, natürliches Vorer-
zählen durch den Lehrer. Viele Übungen
im natürlichen,
schlichten
Erzählen
durch die Schüler.
5. Natürliches Vortragen von
auswendig gelernten Lesestücken und Gedichten.
6. Beschreibung von Tieren und Pflan-
zen nach feststehendem Musterplan.
B.
Übungen
im
schriftlichen
Ge-
dankenausdruck.
1. Verständiges Abschreiben von
Lesestücken (an Hand von Fragen, welche bei der
Behandlung des Stückes gestellt und hernach
an die Wandtafel geschrieben worden sind).
2. Aufsatzdiktate zum Erlernen des
Satzschreibens und als Musteraufsatz.
3. Umformung von Lesestücken.
4. Abschreiben von Erzählungen, ge-
meinsam gebildeten Beschreibungen und Briefen
mit Auswahl des besten Ausdrucks; in den
Briefen ist Zunächst die Anrede „du" anzuwenden.
5. Aufschreiben von langbekannten (aber
nicht memorierten) Erzählungen.
6. Wiedergabe von neuen Erzählungen.
7. Darstellung von Ergebnissen aus dem
Sachunterricht, bei Tieren und Pflanzen nach
feststehendem Musterplan.
8. Anleitung zu selbständigen schrift-
lichen Berichten.
5. und 6. Schuljahr.
A. Indirekte Schulung Zum Auf-
satz.
1. Lesen nach der Gliederung des Inhalts.
Aufsuchen der Gliederung.
2. Ausmalen der Situationen des Lese-
stückes und Bereichern des Ausdrucks mit
Inhalt.
3. Umformungen von hierzu geeig-
neten Lesestücken; Übertragung in die
Gesprächs- und Briefform.
4. Schlichtes, natürliches
Vorerzählen
durch den Lehrer.
5. Zusammenhängendes Erzählen und
Beschreiben, letzteres nach feststehender Dispo-
sition, durch den Schüler.
6. Natürliches Vortragen von auswen-
dig gelernten Lesestücken und Gedichten, ev.
mit verteilten Rollen.
7. Lektüre von Iugendschriften in Schule
und Haus.
B. Übungen im schriftlichen Ge-
dankenausdruck.
1. Verkürzte und erweiterte Wiedergabe
bekannter Inhalte.
2. Aufsatzdiktate als Musteraufsätze.
3. Aufschreiben längst bekannter (aber
nicht memorierter) Erzählungen.
4. Reproduktion von neuen Erzäh-
lungen.
5. Umformungen von Lesestücken, be-
sonders Übertragung in die Gesprächs-
und Briefform.
6. Beschreibung von Gegenständen und
Ereignissen nach Natur, nach vorangegangener
Anschauung und feststehender Disposition (Na-
turkunde).
7. Darstellungen ans Geographie und
Geschichte.
8. Mitteilungen in Briefform mit der
Anrede „Sie".
9. Aufsätze
mit vorangehender münd-
licher Angabe der Disposition.
10. Aufsätze mit selbständiger Darstellung
eigener Beobachtungen und Erlebnisse.
7. Schuljahr.
Die Übungen der vorhergehenden Stufe. Au-
leitung zum Auffinden und Disponieren der
Gedanken über unvorbereitete Stoffe und freie
Ausarbeitung derselben. Fortgesetzte Übung im
Briefschreiben. Anfertigen einer gewissen An-
zahl postfertiger Briefe und Postkarten.
Die für die einzelnen Stufen aufgestellten
Übungsreihen im mündlichen und schriftlichen
Gedankenausdruck sind in ihrer Zahl und Folge
nicht als bindend zu betrachten. Sie sollen viel-
mehr als Wegweiser dienen und den Lehr-
personen die Erteilung eines Planmäßigen, ziel-
bewußten Aufsatzunterrichtes erleichtern.
Behandlung.
Die
beste
Vor-
bereitung
auf
den
Aufsatzunterricht
be-
steht darin, daß der gesamte Unterricht stets da-
rauf hinzielt, das Kind an selbständiges Denken
und Beobachten, sowie an freies Erzählen zu
gewöhnen. Wird dieses Ziel nicht ununter-
brochen im Auge behalten, so sind alle auf den
Aufsatzunterricht bezüglichen Ratschlage sozu-
sagen zwecklos.
Der Aufsatzstoff ist dem Anschauungs-,
Erfahrungs- und Umgangskreis des Kindes zu
entnehmen und lehnt sich an die verschiedenen
Unterrichtsfächer, speziell an den Sprach- und
Sachunterricht an. Möglichst früh ist auf Wie-
dergabe von persönlich Erlebtem und Beobach-
tetem zu halten; daher es ist angezeigt, die Schüler
öfters im Schreiben kurzer Aufsätze, Berichte
und Briefe, deren Inhalt dem kindlichen Ge-
dankenkreis entlehnt ist, zu üben.
Die
Auswahl
der
Themata
ist
dem
Lehrer anheimgestellt. Nur eng begrenzte The-
men sind zu stellen, damit sie vom Kinde erschöpft
werden können.
Es ist nicht zu verkennen, daß die Vorbereitimg
des Aufsatzes in der Klasse bei der verschiedenen
Veranlagung und Begabung der Schüler eine
der schwierigsten Aufgaben des Lehrers darstellt.
Dieser muß einerseits, besonders auf der Unter-
und Mittelstufe, den Schülern den Aufsatzstof in
klarer und übersichtlicher Weise vermitteln, ander-
seits muß er sich hüten, die Selbstbetätigung der
Kinder zu beeinträchtigen. Am Lehrer ist es,
hierin die richtige Mitte zu treffen.
Im allgemeinen muß hervorgehoben werden,
daß der Lehrer eine allzu eingehende Vorbe-
reitung des Aufsatzes in der Klasse vermeiden
muß, namentlich auf der Oberstufe, weil er sonst
Gefahr läuft, Schülerarbeiten zu erhalten, die
vielleicht gute Schön- oder Rechtschreibeübungen
sind, den Namen Aufsatz aber nicht verdienen.
Die Aufsätze sind auf der Mittelstufe stets und
auf der Oberstufe vorwiegend in der Schule an-
zufertigen.
Der
Gang
der
Behandlung
bei
einem vorbereiteten Aufsatz ist im allgemeinen
folgender
1. Stellung des Themas.
2. Besprechung zur Sammlung und Klärung
der Gedanken.
3. Anordnung der Hauptpunkte, die auf der
Unter- und Mittelstufe in der Form von Fragen
oder Stichwörtern, auf der Oberstufe meist in
der Form von Dispositionssätzen an die Wand-
tafel geschrieben werden.
4. Mündliche Darstellung, die in den unteren
Schuljahren meist wörtlich und übereinstimmend
Langue française.
But — L'enseignement du français a pour
but de procurer aux enfants des connaissances
suffisantes dans cette langue pour leur permettre
de lire couramment, de comprendre des textes
faciles et de s'exprimer correctement, tant ora-
lement que par écrit, sur les objets qui les envi-
ronnent et sur les faits de la vie journalière.
Dans cet ordre d'idées, l'enseignement du
français comprend les exercices suivants
1° Exercices de langage et de rédaction;
2° Exercices de lecture, de récitation et d'ex-
plication;
3° Exercices d'orthographe et de grammaire.
A aucune condition, l'enseignement du fran-
çais ne peut commencer avant la troisième année
d'études,
Les élèves sont répartis en autant de divisions
qu'il y a d'années d'études. Toutefois, deux
années consécutives peuvent être réunies pour
différents exercices, qui alors seront gradués de
sorte que les élèves puissent, dans la seconde
année, revoir, approfondir et compléter ce qu'ils
ont appris dans la précédente.
Matière.
1. Exercices de langage et de rédaction.
3e et 4e années d'études.
On traitera des sujets tels que les suivants
1° Le matériel scolaire; 2° Le mobilier scolaire;
3° La salle de classe; 4° Le corps humain; 5° Les
vêtements; 6° La maison et ses parties; 7° Les
meubles; 8° La famille.
5e et 6e années d'études.
Les matières traitées dans les deux années
précédentes sont reprises et développées davan-
tage, en tenant compte, à un plus haut degré,
de l'action exprimée par le verbe. A ces sujets
viennent s'ajouter les suivants: 1° Les dépen-
dances de la maison; 2° Les animaux domes
tiques; 3° Le jardin; 4° La prairie ; 5° Les champs ;
6° La forêt; 7° La division du temps; 8° Les
saisons.
e année d'études.
1° Le village, la ville; 2° La nourriture;
3° Métiers et professions; 4° Notions d'hygiène;
5° Moyens de communication; 6° Conversations
usuelles.
A la fin de chaque entretien, les élèves en
reproduisent le résumé d'abord oralement, puis
par écrit.
Dans les écoles à un maître, les élèves de la
5e, 6e et 7e année sont réunis pour les exercices
de langage ; les matières énumérées ci-dessus
sont partagées en trois séries.
Dans les écoles à plusieurs maîtres, une partie
du temps consacré aux exercices de langage et
de rédaction doit être réservée exclusivement
à la 4e, resp. à la 6e année qui reprendront la
même matière avec plus d'extension et de
développement.
sein kann, in den Oberklassen jedoch mehr selb-
ständig und individuell gefärbt sein muß.
5. Niederschrift und Korrektur.
Bei
der
Korrektur
des
Aufsatzes
ver-
bessert der Lehrer die stilistischen Fehler mit roter
Tinte oder Korrekturbleistift, während er die
orthographischen und grammatikalischen nur un-
terstreicht. Letztere werden, nachdem sie in der
Schule besprochen worden sind, von den Schülern
selbst verbessert. Um den Schüler nicht einzu-
schüchtern, ist es ratsam, an den stilistischen Feh-
lern schonende Kritik zu üben. Bei besonders
nachlässigen Aufsätzen ist darauf zu halten, daß
sie von den betreffenden Schülern noch einmal
sauber abgeschrieben werden.
Der Wert der im zweckmäßigen Aufsatzunter-
richtsich bekundenden Selbstbetätigung der Schüler
kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Es
ist daher
angezeigt, daß in
einklassigen
Schulen
wöchentlich
je
1,
in
mehrklas-
sigen
Schulen
alle
Tage
wenigstens
3 schriftliche Aufsätze ins Heft eingetragen werden.
2. Exercices de lecture, de récitation et d'explication.
3e et 4e années d'études.
Eléments de lecture. Lecture courante de
morceaux simples et faciles. Exercices de lan-
gage sur le sujet de la leçon.
5e et 6e années d'études.
Lecture expressive. Explication de morceaux
choisis. Exercices de traduction et de rédaction
sur le sujet de la leçon.
7e année d'études.
Aux exercices des années précédentes vient
s'ajouter la reproduction orale de récits faciles
faits de vive voix par le maître ou lus par les
élèves.
Un certain nombre des morceaux expliqués,
6 à 8 par an, dans les écoles à un maître, et
8 à 10 dans celles à plusieurs maîtres seront
appris par cœur et récités.
3. Exercices d'orthographe et de grammaire.
3e année d'études.
I . — Le substantif. 1° Genre du substantif
article défini, article indéfini, usage pratique
de l'article partitif.
2° Pluriel du substantif: substantifs qui restent
invariables au pluriel; substantifs qui prennent
s au pluriel.
3° Substantifs employés au génitif et au datif.
IL — L'adjectif qualificatif. 1° Féminin des
adjectifs: adjectifs qui restent invariables; ad-
jectifs qui prennent e au féminin; adjectifs qui
changent f en ve, x en se.
2° Pluriel des adjectifs: adjectifs qui restent
invariables; adjectifs qui prennent s au pluriel.
III. — L'adjectif déterminatif. 1° Les adjectifs
possessifs mon, ton, son, etc. et les adjectifs
démonstratifs ce, cet, cette, ces.
2° Les adjectifs numéraux cardinaux jusqu'à 20.
IV. — Le verbe. Le présent de l'indicatif des
verbes auxiliaires avoir et être dans la forme
affirmative, négative et interrogative.
4e année d'études.
Répétition des matières de Tannée précé-
dente.
I . — Le substantif. 1° Emploi le plus usuel
de la préposition de au lieu de l'article après les
adverbes de quantité, après les substantifs dé-
signant le nombre, la mesure et le poids et après
la négation.
2° Formation du pluriel des substantifs
substantifs qui prennent x au pluriel; substan-
tifs en al, les exceptions non comprises.
II — L'adjectif qualificatif. 1° Formation du
féminin des adjectifs en er.
2° Formation du pluriel des adjectifs en eau.
3° Degrés de comparaison.
III. — L'adjectif déterminatif. 1° L'adjectif
possessif mon, ton, son, au lieu de ma ,ta, sa.
Traduction de l'allemand ihr, ihre, ihr, par
son, sa, ses.
2° Les adjectifs numéraux cardinaux et ordi-
naux jusqu'à 60.
IV. — Le verbe. Les verbes auxiliaires avoir
et être et les verbes de la première, de la deu-
xième et de la quatrième conjugaison à l'indi-
catif présent, au passé indéfini, à l'imparfait,
au futur présent et à l'impératif, forme affir-
mative, négative et interrogative.
5e année d'études.
Répétition et développement du programme
des deux premières années. On y ajoutera: '
I. — Le substantif. 1° Emploi de la prépo-
sition de au lieu de l'article a) après les noms
collectifs, b) devant les substantifs précédés
d'un adjectif.
2° Pluriel des substantifs en al, ail, ou, y
compris les exceptions usitées. Le pluriel des
substantifs aïeul, ciel, œil est indiqué par le
vocabulaire.
II — L'adjectif qualificatif. 1° Féminin des
adjectifs en et avec les exceptions.
2° Pluriel des adjectifs en eu, ou, al.
3° Degrés de comparaison: les
exceptions
bon, petit, mauvais.
III. — L'adjectif déterminatif. 1° Adjectif
interrogatifs quel, quelle, quels, quelles.
2° Adjectifs indéfinis; signification de ces
adjectifs; emploi de nul, aucun, avec la négation.
3° Adjectifs numéraux cardinaux et ordinaux
jusqu'à 10G; orthographe de vingt et cent.
IV. — Le pronom. 1° Le pronom personnel
employé comme sujet et comme régime (un
seul pronom comme régime); sa place.
2° Le pronom possessif, le pronom démonstratif,
le pronom relatif et le pronom interrogatif ;
nombre et genre.
3° Le pronom indéfini: emploi de personne,
rien avec la négation.
V. — Le verbe. 1° Les verbes auxiliaires et
les verbes de la 1re, 2e et 4e conjugaison régu-
lière; temps primitifs et temps dérivés.
2° Verbes en ger, cer, yer, eler, eter; verbes
ayant un e muet ou e fermé à l'avant-dernière
syllabe.
6° année d'études.
Répétition occasionnelle du programme de
la 5e année.
I. — Le substantif. 1° Noms propres et noms
communs; noms propres employés avec article;
noms propres employés sans article.
2° Les substantifs les plus usités employés
feulement au pluriel; les substantifs composés
d'un usage journalier.
3° Formation régulière et irrégulière du féminin
des substantifs.
II. — L'adjectif qualificatif. 1° Féminin des
adjectifs: les exceptions les plus usitées: blanc,
bref, frais, public, turc, grec, doux, franc, sec,
long, beau, malin, favori. Les adjectifs en eur ;
demi.
2° Remarque sur les adjectifs: beau, nouveau,
fou, mou, vieux.
III. — L'adjectif déterminatif. Adjectifs numé-
raux : orthographe de mille; emploi des noms
de nombre cardinaux au lieu des noms de nom-
bre ordinaux.
IV. — Le pronom. Pronoms personnels: deux
pronoms employés comme régime.
V. — Le verbe. 1° Forme passive des verbes.
2° Les verbes réfléchis.
3° Les verbes 'irréguliers. Première conjugaison
aller, envoyer (renvoyer).
Deuxième conjugaison: mourir, courir (ac-
courir, secourir); cueillir, couvrir, offrir, ouvrir,
souffrir; dormir, (s'endormir); mentir, partir
(repartir), sentir (consentir), servir, sortir;
tenir (appartenir, contenir, retenir, soutenir);
venir (devenir, revenir).
Troisième conjugaison: recevoir, apercevoir,
devoir; falloir, pleuvoir; pouvoir; savoir; voir
(revoir); s'asseoir; vouloir.
Quatrième conjugaison: battre; rompre (inter-
rompre); coudre; moudre, craindre, plaindre,
atteindre; cuire, conduire, produire, traduire,
détruire, instruire, construire; connaître (re-
connaître); dire (redire); rire (sourire) lire (re-
lire); écrire; mettre (permettre, promettre, re-
mettre); prendre
(apprendre,
comprendre);
faire; se taire; boire, croire; suivre (poursuivre)
vivre.
Remarque: En 5e et 6e années, il conviendra
d'expliquer, sans entrer dans d'autres détails,
les cas qui s'y présentent sur l'emploi du sub-
jonctif et l'accord du participe passé.
7e année d'études.
Répétition générale, mais occasionnelle de
la matière des années précédentes.
1° Verbes composés se conjuguant sur les
verbes simples qui forment le programme de
la 6e année: parcourir; accueillir, recueillir;
découvrir; se repentir; entretenir, obtenir,
s'abstenir; parvenir, se souvenir. — s'apercevoir;
prévoir. — abattre, combattre; introduire, re-
produire, reconstruire; paraître,
disparaître;
contredire, interdire, prédire, maudire; décrire,
prescrire, souscrire; admettre, commettre, sou-
20 b
mettre; entreprendre, surprendre; satisfaire;
survivre.
2° En outre les verbes suivants: s'en aller. —
acquérir, conquérir; bénir, fleurir; haïr; fuir,
s'enfuir; bouillir; vêtir. — mouvoir, émouvoir;
valoir. — peindre, teindre, éteindre; nuire
naître, croître, décroître; suffire; vaincre.
3° Accord du participe passé, employé seul
ou avec l'auxiliaire être et avoir (règle générale).
4° Emploi du subjonctif après les verbes, ex-
pressions et conjonctions les plus usitées.
5° L'adverbe. Signification; formation régu-
lière; adverbes de bon, mauvais, petit; degrés
de comparaison.
6° Les principales prépositions, conjonctions
et interjections s'apprennent par l'usage.
Remarque: La nouvelle nomenclature gram-
maticale n'étant pas encore généralement ad-
mise, il n'en est pas tenu compte dans le présent
plan d'études.
Dans les écoles à plusieurs maîtres, la matière
des exercices d'orthographe et de grammaire
devra être traitée d'une manière plus appro-
fondie et plus détaillée.
Directions pédagogiques. — Le français est
une langue vivante, c'est-à-dire un moyen d'ex-
primer ses pensées non seulement par l'écriture,
mais encore et surtout par la parole. Cette der-
nière faculté, qui est certainement la plus avan-
tageuse dans la vie pratique, ne peut s'acquérir
que par l'emploi fréquent de la langue parlée,
tout comme la langue maternelle s'apprend
avant tout par l'usage.
Contrairement à la langue écrite, qui tire
presque uniquement parti de la vue, la langue
parlée réclame le concours de l'ouie, comme fa-
culté perceptive et régulatrice de la parole.
Cette considération nous trace la marche à
suivre pour le premier apprentissage de la
langue française.
L'enseignement du français commence par
des exercices d'élocution, qui dureront environ
les six premières semaines. Le but de ces exer-
cices est d'habituer l'oreille de l'enfant aux
sons de la nouvelle langue et d'adapter ses
organes vocaux à la prononciation des mots
français.
On choisira comme sujets de ces leçons des
mots, de petites phrases très simples prononcées
par le maître d'abord et répétées ensuite par les
élèves collectivement, puis individuellement.
Ces expressions-types devront être de telle sorte
qu'elles puissent exprimer des idées générales
se rapportant à une foule d'objets.
Le rôle de l'instituteur sera de surveiller avec
soin la prononciation qui devra être correcte et
bien articulée.
Une fois le terrain ainsi préparé, on pourra
entamer avec succès la première lecture, qui
marchera de pair avec les exercices de langage
proprement dits.
Pour ces derniers, les sujets sont pris dans
l'entourage immédiat et dans la sphère d'ob-
servation de l'enfant.
Les objets sont mis, clans la mesure du pos-
sible, sous les yeux des enfants.
A défaut
d'objets réels, des tableaux d'enseignement
intuitif sont indispensables. Le maître donne le
nom de l'objet, en dénomme les parties etc. et
invite alors les élèves à faire la même chose en
leur posant des questions.
Dès que l'intelligence des enfants le permettra,
on fera bien de se servir dans ces exercices et
les suivants exclusivement de la langue fran-
çaise. Néanmoins, rien ne s'oppose à ce que le
terme luxembourgeois ou allemand soit inter-
calé toutes les fois qu'on peut par ce moyen
favoriser la compréhension et réaliser une éco-
nomie de temps.
Il importe de faire remarquer que, les exer-
cices de langage ne doivent pas être répétés au
point que les réponses des élèves soient à la fin
machinalement récitées par cœur. L'instituteur
veillera à ce que le juste milieu soit observé à
cet égard, afin que les exercices en question com-
portent en tout moment un effort intellectuel
pour les enfants.
En général, pour tous les exercices de lan-
gage, deux années consécutives sont réunies en
une seule section.
A ce propos, il y a lieu de faire une différence
entre les écoles à plusieurs maîtres et celles à
un maître. Dans les écoles à un seul maître,
les élèves de la 4e année d'études resp. ceux de
la 6e et 7e, tout en répétant la matière de l'année
précédente, seront mis davantage à contribu-
tion en ce sens qu'on exigera d'eux des réponses
plus correctes et mieux exprimées, et qu'on
fera appel à leur mémoire en les engageant à
rééditer ce qu'ils ont retenu de la leçon apprise
l'an passé. Cette coopération des classes supé-
rieures à l'enseignement facilitera de beaucoup
la tâche du maître et contribuera dans une large
mesure à hâter les progrès des classes inférieures.
Quant aux écoles à plusieurs maîtres, tout
en combinant deux années consécutives, il
faudra cependant consacrer encore des leçons
spéciales aux classes supérieures de chaque
section, dans lesquelles on traitera le même
sujet crime façon plus approfondie et plus dé-
taillée. Pour les 6e et 7e années, on pourra rem-
placer la description de l'objet par un procédé
plutôt narratif, en exprimant les rapports de
relève à la chose par l'emploi du verbe actif.
Il est fort recommandable d'habituer les
élèves à fixer par écrit les résultats de la leçon
dès qu'ils seront à même de faire cet exercice.
La lecture élémentaire est préparée par les
premiers exercices de langage, les exercices
d'élocution. Pour les commençants, elle consiste
dans l'étude des lettres, elle apprend à les pro-
noncer et à réunir les sons représentés par ces
éléments pour en former des syllabes, des mots
et des phrases. L'essence de la lecture étant
déjà connue de l'élève par suite de renseigne-
ment de la lecture allemande, l'instituteur aura
à s'occuper tout spécialement de l'étude des
sons étrangers à la langue allemande. Ceci
s'applique surtout aux sons nasaux et mouillés.
Il va sans dire que le maître attachera une im-
portance capitale à une bonne prononciation,
et qu'il relèvera et corrigera immédiatement
toutes les fautes de ce genre. Ici surtout, c'est
l'exemple du maître qui fera obtenir de bons
résultats. La lecture collective peut être em-
ployée avec profit.
La lecture courante fait suite à la lecture élé-
mentaire. Comme son nom l'indique, elle doit
rendre les élèves aptes à lire d'une manière
assez rapide sans plus se heurter aux difficultés
de prononciation, sans estropier ni répéter les
mots. On observera les repos et les liaisons, et
l'on tiendra compte des différences d'intonation
réclamées par le sens de la phrase. Pour répondre
à ces exigences, les morceaux de lecture devront
former un tout et ne pas renfermer de simples
phrases détachées qui n'ont aucun rapport entre
elles.
La lecture expressive et expliquée se fait d'après
la méthode suivante
Avant la leçon, on écrit au tableau tous les
mots et toutes les expressions qui présentent
des particularités grammaticales ou orthogra-
phiques et dont le sens est inconnu aux enfants.
Ces mots et ces expressions sont expliquées, les
règles grammaticales qui s'y rapportent sont
rappelées à la mémoire ou, s'il y a lieu, fraîche-
ment enseignées. À cet exercice s'en rattachent
d'autres, tels que recherche de synonymes
simples et de familles de mots, formation de
petites phrases à l'aide des expressions et des
mots nouveaux, citation d'exemples où les
règles reconnues se trouvent appliquées.
Là-dessus, le maître lit le morceau avec une
prononciation correcte et en ayant soin de bien
articuler et de manquer justement l'accentuation
et les variations de la voix.
La lecture par les élèves vient ensuite.
La compréhension du texte étant suffisam-
ment assurée par les exercices préparatoires, on
peut omettre la traduction et aborder immédia-
tement une petite conversation ayant pour but
d'affermir les tournures nouvellement apprises,
de faire saisir aux enfants ce qui pourrait leur
être encore obscur et de formuler, le cas échéant,
la conclusion qui ressort de l'idée générale du
morceau.
La matière ainsi traitée peut être l'objet de
nombreux exercices oraux et par écrit, tels que
permutation, transformation, reproduction, ré-
daction, dictée, devoir de grammaire, d'ortho-
graphe et de dérivation.
Dans certains cas. où le morceau le comporte,
il peut être appris par cœur et récité.
L'enseignement de la grammaire doit être in-
ductif, c'est-à-dire
procéder du concret à
l'abstrait, de l'exemple à la règle. Le maître
écrit au tableau noir des phrases dans lesquelles
la règle à apprendre se trouve appliquée. Par
analogie, les élèves sont amenés à reconnaître
la règle, à la formuler d'une façon claire et pré-
cise et à la graver dans la mémoire par de nom-
breux exercices d'application. Outre la dictée,
la traduction peut rendre ici d'excellents ser-
vices. Seulement, on devra choisir autant que
possible des textes suivis, composés de phrases
simples, empruntées au langage usuel de la vie
journalière.
L'orthographe est cultivée dans les classes
inférieures par la copie des textes de lecture.
Plus tard, on peut faire transcrire de mémoire
ou épeler par cœur et recourir à la dictée.
Celle-ci doit être préparée comme un morceau
de lecture expliquée, naturellement d'une façon
bien plus succincte. Après cette préparation,
le texte entier est lu par le maître, puis dicté par
fragments, relu à la fin et corrigé soit par le
maître, soit en commun.
Pour les 6e et 7e années, les exercices de rédac-
tion se rattachent surtout aux leçons de langage
et de lecture. Ils consistent dans la transfor-
mation de morceaux déjà lus ou dans la repro-
duction de sujets faciles, à la portée de l'intel-
ligence enfantine et dûment préparés. À cela
Rechnen.
Ziel. — Durch den Rechennnterricht sollen
die Schüler befähigt werden, die im gewöhn-
lichen Leben vorkommenden Rechenaufgaben
sowohl mündlich als auch schriftlich zu lösen.
Außerdem bildet der Recheunnterricht auf allen
Stufen
eine ausgezeichnete
Gymnastik des
Geistes, da durch ihn die Schüler an logisches
Denken und an richtiges Sprechen gewöhnt
werden.
Für den Rechenunterricht bilden die Kinder
soviel Abteilungen als Schuljahre vorhanden
sind. Im Interesse der Wiederholung ist es jedoch
ratsam, gelegentlich die zwei Schuljahre der-
selben Stufe zu kombinieren.
Unterstufe.
Ziel. — Es handelt sich auf dieser Stufe da-
rum, den Kindern einen klaren Begriff über die
Zahlen von 1—50 und eine gewisse Gewandtheit
in den 4 Operationen innerhalb dieses Kreises,
und zwar sowohl im Kopf- als im Tafel-
rechnen, zu
verschaffen. Außerdem wird das
Schreiben und Lesen der Zahlen von 1—100 ge-
übt.
1. Schuljahr.
Stoff. — Die 4 Operationen innerhalb des
Zahlenkreises von 1—10 in benannten, reinen
und angewandten Zahlen
1. Entstehen der Zahlen von 1—5 einschließ-
lich.
2. Vor- und Rückwärtszählen. Stellung der
Zahlen.
3. Einüben der Ziffern.
4. Addition, zuerst mündlich, dann schriftlich,
Darstellung mit den Fingern, mit Kugeln, Stäb-
chen, Strichen usw., dann mit Ziffern. Anwen-
düng in Aufgaben.
peuvent s'ajouter de petites lettres familières
et des descriptions très simples d'après un
questionnaire ou un canevas donné par le
maître.
5. Subtraktion. Verfahren wie bei der Ad-
dition. Addition und Subtraktion in Verbindung.
6. Zerlegen der Zahlen an der Rechenmaschine.
Zahlenbilder.
7. Erweiterung des Zahlenkreises bis 10 ein-
schließlich. Dasselbe Verfahren wie bei 1-5.
8. Zahlenreihen auf- und abwärts.
9. Zerfällen der Zahlen als Vorbereitung auf
die Multiplikation.
10. Multiplikation und Division, zuerst münd-
lich, dann schriftlich.
11. Diesen
Übungen
entsprechende, kleine
Aufgaben aus dein Leben.
2. Schilljahr.
Das Rechnen mit benannten, reinen und au-
gerwandten Zahlen im Zahleuraum von 1—50.
Numeration bis 100.
1. Wiederholung des Pensums des 1. Schul-
jahres.
2. Der Zehner im Verhältnis zum Einer.
3. Erweiterung des Zahlenkreises von 10—20,
von 20—50. Dasselbe Verfahren wie im 1.
Schuljahr.
4. Die 4 Operationen einzeln und in Verbin-
dung.
5. Kleine Aufgaden ans dem Leben.
Mittelstufe.
Ziel. — Fertigkeit im Rechnen in den vier
Grundrechnungsarten, in jedem Zahleuraum
mit benannten, reinen und angewandten Zahlen.
3. Schuljahr.
Stoff. — Zahlenkreis von 1—1000.
1. Wiederholung des Zahlenraumes von 1 —
50 und Behandlung des Zahlenraumes von 50
— 100; von 100—1000.
2. Auffassen, Schreiben und Lesen der Zahlen.
Zählen der Hunderter, der Hunderter und Zehner,
der Hunderter, Zehner und Einer.
3. Die 4 Operationen.
Geläufiges
Kopf-
rechnen im ersten Hunderter. Sichere Einprä-
gung des Einmaleins bis 100. Tafelrechuen bis
1000.
4. Aufgaben über die 4 Operationen.
4. Schuljahr.
1. Auffassen, Schreiben und Lesen der Zahlen
in jedem gebräuchlichen Zahlenkreise.
2. Die 4 Operationen.
Kopf- und Tafel-
rechnen. Aufgaben über die 4 Operationen in
Kopf- und Tafelrechnen.
3. Die römischen Ziffern bis XII.
4. Außerdem werden die Kinder auf auschauli-
chem Wege bekannt gemacht mit Meter, Franken,
Mark, Liter und Gramm, sowie mit den ge-
bräuchlichsten Über- und Unterabteilungen der-
selben.
Oberstufe.
Ziel. — Auf dieser Stufe sollen die Schüler
eine große Fertigkeit im Operieren mit ganzen
und gebrochenen
Zahlen erhalten, sowie die
verschiedenen praktischen Rechenaufgaben mit
Einsicht und Verständnis lösen lernen.
5. Schuljahr.
Stoff.
1.
Zusammenfassende Wieder-
holung der ganzen Zahlen.
2. Die Dezimalzahlen: a) Teilung des Meters,
des Liters, der Münzen und Gewichte. Wesen,
Schreiben und Lesen der Dezimalzahlen ; b)
Gleichnamigmachen und Abkürzen; c) Die 4
Operationen; d) Praktische Aufgaben.
3. Eingehende Behandlung des metrischen
Maß- und Gewichtssystems. Längen-, Flächen-,
Körper- und Hohlmaße,
Gewichte, Münzen.
Die Begriffe werden den Schülern nicht durch
Definition oder an Hand von bildlichen Darstel-
lungen gegeben; sie müssen sich dieselben viel-
mehr selbst durch die Betätigung mit den wirk-
lichen Dingen erarbeiten.
Geeignete Veran-
schaulichungsmittel sind darum unbedingt er-
forderlich.
4. Einfache Belehrung über die gewöhnlichen
Brüche; Operieren mit gleichnamigen Brüchen,
meistens als Kopfrechnen.
Das Entstehen der Brüche ist an wirklichen
Gegenständen durch Teilung derselben zu ver-
anschaulichen.
5. Die gebräuchlichsten römischen Ziffern.
6. Schuljahr.
1. Behandlung der Bruchlehre: Entstehen,
Schreiben und Lesen der Brüche. Verwandlung
ganzer und gemischter Zahlen in Brüche und
umgekehrt; Erweitern, Kürzen und Gleichua-
migmachen der Brüche; Verwandlung der ge-
meinen Brüche in Dezimalzahlen; die 4 Ope-
rationen; Anwendung in Aufgaben.
Das Operieren mit großen oder unbequemen
Nennern, insbesondere das Gleichnamigmachen
mehrerer Brüche, deren Hauptnenner eine große
Zahl und nicht ohne weiteres erkennbar ist, bleibt
ausgeschlossen.
2. Die bürgerlichen Rechnungsarten in ihren
einfachen Fällen: Die Dreisatzrechnung; Pro-
zentrechnungen. Es werden nur Gewinn, Ver-
lust, Rabatt, Skonto, Zins gesucht. Zinseszins-
rechnungen werden nach Art einfacher Zinsrech-
nungen gelöst.
Sparkasse;
einfache Gesell-
schafts- und Teilungsrechmungen.
Anwendung
in Aufgaben.
3. Einführung in die geometrische Formen-
lehre: Linie, Winkel, Flächen. Aufsuchen und
Erkennen derselben au wirklichen Gegenständen.
Berechnung von Quadrat, Rechteck, Trapez, Drei-
eck. Körper: Würfel, Prisma. Anfertigung der
vorgenannten Flächen und Körper aus Pappe
u. dgl. durch die Kinder. Zeichneu derselben.
Es werden in erster Linie wirkliche Flächen
und Körper, wie Fußböden, Schulhof, Schul-
garten, Schulzimmer, Steine usw. gemessen und
berechnet. Dabei lernen die Kinder auch die
Meßinstrumente handhaben.
7. Schuljahr.
Weitere Aufgaben über den Stoff des 6.
Schuljahres mit besonderer Berücksichtigung der
Bedürfnisse des praktischen Lebens.
In
mehrklassigen
Knabenschu-
len kommen außerdem zur Behandlung: 1.
Prozentrechnungen, bei welchen der Ankauft»
preis, bezw. das Kapital und der Zinsfuß ge-
sucht werden; 2. Einfache Berechnungen über
Versicherungswesen und Krankenkasse; 3. Wie-
derholung und Weiterführung der Flächen- und
Körperberechnungen
Vieleck, Kreis;
Walze,
Kegel und Kegelstumpf, Pyramide und Pyra-
midenstumpf.
Behandlung.
Beim
Rechnen kommt
es vorzugsweise auf klares Verständnis an. Dieses
wird aber in der Primärschule nur auf den: Weg
der Anschauung gewonnen. Daher ist vor allem
für geeignete Veranschaulichung der Zahlenbe-
griffe, Zahlenverhältnisse und Zahlenopera-
tionen Zu sorgen.
Als Verauschaulichungsmittel sind zu em-
pfehlen: Rechenmaschine, Stäbchen, Zahlen-
bilder, zeichnerische Darstellung von Gegenstän-
den, Maße, Gewichte, geometrische Flächen und
Körper, von den Unterrichtsbehörden empfoh-
lene Sammlungen.
Das Kopfrechnen ist auf allen Stufen mit
größter Sorgfalt zu pflegen. Jede neue Rech-
nungsart wird durch Kopfrechnen eingeleitet. Ist
genügendes Verständnis erzielt, so tritt das
Schriftrechnen neben das Kopfrechnen und wird
mit gleicher Sorgfalt behandelt.
Eine sanbere, übersichtliche Darstellung der
Operationen ist allenthalben geboten. Bei den
grundlegenden Operationen ist bis zur völligen
Beherrschung zu verweilen.
Aus der richtigen Auffassung und der münd-
lichen Lösung einzelner Beispiele sollen die Re-
geln von den Schülern selbsttätig erkannt, unter
Beihilfe des Lehrers in eine kurze Form ge-
bracht und dem Gedächtnis eingeprägt werden.
Die so erkannte Regel wird hierauf durch viel-
fache Übung dem dauernden geistigen Besitz der
Schüler vermittelt.
Das Rechnen mit benannten Zahlen geht dem
Rechnen mit reinen Zahlen, und dieses dem an-
gewandten Rechnen stets vorher. Zur Erzie-
lung größerer Rechenfertigkeit ist das Takt-
rechnen Zu empfehlen.
Aufgaben mit mehreren Operationen kommen
auf allen Stufen vor.
Das Entstehen und Anschreiben der Dezimalen
wird im Anschluß an die Numeration der ganzen
Zahlen und am Meter geübt, sowie an Münzen
und Gewichten veranschaulicht.
Beim Tafelrechnen ist dafür zu sorgen, daß
die Schüler die Operationen mit unbenannten
Zahlen nicht bloß mechanisch, sondern mit Ein-
sicht und Verständnis vornehmen und bei der
Lösung von Aufgaben die Such- und Zahlenver-
hältnisse klar erfassen. Beim schriftlichen Rechnen
ist auf allen Stufen auf saubere und formenrich-
tige Ausführung der Ziffern zu halten.
Bei jeder Aufgabe muß das Erkennen der
Zach- und Zahlenverhältnisse der Auflösung und
diese der Zinsrechnung vorhergehen. Die Auf-
gabe darf mithin außer dem zu lösenden Zahlen-
verhältuis nichts Unbekanntes enthalten. Sind
zum Verständnis sachliche Erklärungen nötig,
so werden sie vor der Lösung der Aufgabe ge-
geben. Auch die wichtigsten Begriffe über Maß,
Gewichte und Münzen müssen dort, wo sie
zum ersten Mal auftreten, in leicht faßlicher Form
vorbereitend erklärt werden.
Auf allen Stufen werden die Kinder mit den
Rechenvorteilen bekannt gemacht. Zunächst ist
nur das Normalverfahren zu zeigen und zu üben;
erst später gehe man auf Kürzungen und Neben-
verfahren ein.
Die Auswahl der Aufgaben ist so zu treffen,
daß sie die Fassungskraft der Kinder nicht über-
steigen und den Bedürfnissen des praktischen
Lebens Rechnung tragen. Sie sind darum in
Landschulen mehr den landwirtschaftlichen, in
Stadtschulen mehr den gewerblichen und in
Mädchenklassen mehr den hauswirtschaftlichen
Verhältnissen anzupassen. Dabei sollen die An-
gaben über Preise, Maße u. dgl. möglichst genau
der Wirklichkeit entsprechen.
Auch sollen die
Kinder möglichst früh zur Selbstbildung von Auf-
gaben angeleitet werden. Bei der Niederschrift
der Lösungen hat die übersichtliche Aufstellung
der Operationen stets der sprachlichen Darstel-
lung der Lösung voranzugehen.
Für den französischen Sprachunterricht ist es
von großem Vorteil, wenn auf der Oberstufe
einzelne Rechenaufgaben bei der Wiederholung
in französischer Sprache gelöst werden.
Sparsamkeit und haushälterischer Sinn sollen
durch den Rechenunterricht gepflegt werden.
Anfangsgründe der Naturwissen-
schaften.
A. Naturgeschichte.
Ziel.
Der
naturgeschichtliche Unterricht
hat einen doppelten Zweck. Er soll die Kinder
mit den, wichtigsten Lebenserscheinungen der
Tier- und Pflanzenwelt, speziell der Heimat,
sowie mit dem Bau und der Pflege des mensch-
lichen Körpers bekannt machen. Zugleich soll
durch denselben der Beobachtungsfinn geweckt
und geschärft und das Kind zu selbständigem
Denken und zu sinniger Betrachtung der Natur
angeleitet werden.
Auf
der
Mittelstufe
der
ein- und mehr-
klassigen Schulen wird der naturgeschichtliche
Unterricht abwechselnd und in enger Verbindung
mit der Heimatkunde erteilt. Auf der
Ober-
stufe
müssen das 5. und 6. Schuljahr sich mit
dem siebenten in die für Naturkunde festgesetzte
Zeit teilen.
Der Lehrgang ist Zweijährig.
Stoff.
3. und 4. Schuljahr.
Erste
Serie.
— Pferd, Rind, Ziege,
Schwein.
Zaushuhn.
Bedeutung der Haus-
tiere; Tierschutz. Hase. Star, Kuck d, Lerche,
Saatkrähe. — Schneeglöckchen, Schlüsselblume,
Maiglöckchen, Kirschbaum.
Zweite
Serie.
— Hund, Katze, Hans-
maus. Ente und Gans, Taube. Eichhörnchen.
Schwalbe, Buchfink, Rotschwänzchen, Sperling.
Bedeutung der Singvögel, Vogelschutz. — Tulpe,
Veilchen, Klatschmohn, Apfelbaum.
5. und 6. Schuljahr.
Erste
Serie.
— Fuchs, Reh. Specht,
Nachtigall. Eidechse, Ringelnatter.
Maikäfer,
Kohlweißling, Biene, Stubenfliege, Heuschrecke.
Flußkrebs.
Einige ausländische Tiere, wie
Löwe, Bär, Elefant, Kamel, Renntier, Walfisch.
Hagerose, Herbstzeitlose.
Bohne, Weißkohl,
Möhre. Frühlingsarbeiten im Obst- und Gemü-
segarten. Flachs. Unsere Getreidearten (Roggen
und Weizen). Arzneipflanzen (Linde, Holunder,
Kamille, Minze).
Unsere Obstbäume, Obst-
baumpflege. Laub- und Nadelbäume. Eßbare
und giftige Beeren im Wald. Einige ausländische
Kulturpflanzen (Kaffee, Tee, Reis, Baumwolle,
Tabak).
Zweite
Serie.
— Wiesel, Fledermaus,
Maulwurf, Igel. Habicht, Kohlmeise. Frosch.
Forelle,
Laufkäfer, Seidenspinner, Ameise.
Kreuzspinne.
Schnecke. Regenwurm.
Einige
Produkte aus dem Mineralreich (Schiefer, Sand-
stein, Kalk und Gips, Eisen, Steinkohle, Kochsalz,
Petroleum).
Taubnessel. Erbse, Kartoffel, Rübe.
Früh-
jahrsarbeiten auf dem Feld.
Futterkräuter
(Klee, Wicke).
Getreideunkräuter (Kornrade,
Ackerwinde).
Die
bekanntesten
Giftpflanzen
(Nachtschatten, Hundspetersilie usw.). Beeren-
sträucher im Garten. Weinstock. Einige Hecken-
und Waldsträucher (Haselstrauch, Weide usw.).
Einige Spurenpflanzen (Pilze, Moose, Farne).
Aus dem vorstehenden Stoffverzeichnis ist
eine Auswahl zu treffen. In ein-
klassigen Schulen müssen auf jeder
Stuft jährlich mindestens 10,
in
mehrklas-
sigen
mindestens 15 naturkundliche Gegen-
stände zur Besprechung gelangen. Überall ist
den Ortsverhältnissen Rechnung zu tragen. In
mehrklassigen Schulen tritt darum mehr die
Behandlung der für das gewerbliche Leben wich-
tigen Gegenstände, in Landschulen mehr der
Anban der Kulturpflanzen und die Obstbaum-
zucht in den Vordergrund. In Mädchenschulen
sind die für Küche und Haushaltung wichtigen
Objekte besonders zu berücksichtigen.
7. Schuljahr.
1. Der menschliche Körper : Ein-
fache Belehrungen über die Bewegungs-, Er-
nährungs- und Empfindungsorgane, sowie über
die fünf Sinne.
Pflege dieser Körperteile.
Hygiene der Nahrung, Kleidung und Wohnung.
Üble Folgen der Unmäßigkeit. Alkoholismus.
Tuberkulose.
2. Das Wichtigste vom Bau und vom
Leben der Pflanzen: die Wurzel, der
Stamm, das Blatt, die Blüte, die Frucht, der
Same.
Zweck und Hauptverrichtungen dieser
Organe.
3. Die Bodenarten der Gemarkung.
In den einklassigen Schulen, welche
von
Lehrern
geleitet
sind,
werden
die
hauptsächlichsten Belehrungen aus der
Natur-
lehre, in solchen, welche von Lehrerinnen
geleitet werden, die wichtigsten Unterweisungen
in
der
Haushaltungskunde
im
engen
Anschluß an die vorgenannten Stoffgrupften ge-
geben.
Behandlung.
Bei
der
Auswahl
des Stoffes kommen vor allem die Natur-
gegenstände der Heimat in Betracht. Auslän-
dische Tiere und Pflanzen werden nur vergleichs-
weise zur Besprechung herangezogen; dabei treten
diejenigen in den Vordergrund, deren Produkte
bei uns im täglichen Gebrauch sind.
Bei dein Bau und den Lebenserscheinungen
des menschlichen Körpers ist das Hauptgewicht
auf die Gesundheitslehre zu legen. Auf die
Gefahren, welche der
Menschheit
von dem
Alkohol und der Tuberkulose drohen, kann nicht
früh genng hingewiesen werden.
Die
Anordnung
des
Stoffes
er-
folgt nach natürlichen Gruppen, sog. Naturbildern
oder Lebensgemeinschaften, die im Wechsel der
Jahreszeiten wiederholt an das Kind herantreten.
Die Behandlung geht von der An-
schauung aus. Diese wird durch Lehrspazier-
gänge, Lösung von Beobachtungsaufgaben, Vor-
führung'des Naturgegenstandes und — erst in
Ermangelung desselben — durch Modell, Ab-
bildung und Zeichnung vermittelt.
Jede.
Lebensgemeinschaft
wird
zu-
nächst als Ganzes betrachtet. Dann erfolgt die
Besprechung
einzelner
wichtiger
Glieder der Gemeinschaft, wobei folgender
Gang einzuhalten ist.
Im
Anschluß
an
das
Unterrichtsziel
sagen die Schüler ans, was ihnen über den
Gegenstand schon bekannt ist oder was sie infolge
der Beobachtungsaufgaben des Lehrers daran
wahrgenommen haben.
Dann
wird
der
Gegenstand
oder
sein
Abbild vor die Augen der Schüler gestellt. Diese
betrachten ihn eine Weile aufmerksam und
sprechen sich in einer bestimmten Ordnung (z. B.
in Form von Beschreibung) über das Wahrge-
nommene aus. Dabei sorgt der Lehrer, daß sie
keine wesentlichen Merkmale übergehen und gibt
bei falschen Ausdrücken die richtige Benennung.
Nun erfolgt die eigentliche Bespre-
chung, bei welcher der Lehrer sich der fragend-
entwickelnden Lehrweise bedient. Sie vollzieht
sich
in
Einzelabschnitten,
deren
Glie-
derung durch die Eigenart des Naturgegenstandes
bestimmt wird.
Der
ursächliche
Zusammenhang
zwischen Aufenthalt, Bau und Lebensweise wird
nachgewiesen und die Kinder zur Gewinnung
leichter biologischer Gesetze angeleitet. Auch wird
ihre Aufmerksamkeit auf die Bedeutung des
besprochenen Geaenstandes für den Menschen,
seine Verwertung im Haushalte, in der Heil-
kunde usw gelenkt.
Die
Ergebnisse
des
Unterrichtes
werden am Schlusse eines jeden Abschnittes,
sowie zu Ende der ganzen Betrachtung Zusam-
mengefaßt und eingeprägt. Die mündliche und
schriftliche Wiedergabe ist, soweit dies möglich,
durch einfache Umrißreichnungen zu unterstützen.
Auf die Besprechung der Hauptvertreter der
Lebensgemeinschaft folgt ein Rückblick
a u f
die
Gruppe
als Ganzes. Dabei sind die
Beziehungen der Lebewesen zueinander, ihre
Stellung in der Lebensgemeinschaft, ihre Ähn-
lichkeiten und Verschiedenheiten aufzudecken und
einzelne nach bestimmten Gesichtspunkten zu
ordnen, ohne jedoch ein vollständiges System
anstreben zu wollen.
Wesentlich
unterstützt
wird
der
Un-
terricht durch den Schulgarten, kleine Ver-
suche einfacher Art, naturkundliche Sammlungen
und Wandtafelzeichnungen; belebt und ergänzt
wird er durch die Erzählungen, Schilderungen,
Gedichte, Lieder und Rätsel des naturkundlichen
Teiles des Lesebuches.
Ferner soll nicht vergessen werden, daß dem
naturgeschichtlichen Unterricht die hohe sittliche
Aufgabe zufällt, in den Herzen der Kinder das
Gefühl des Mitleides mit den schwächeren Ver-
tretern der Tier- und Pflanzenwelt zu wecken.
Dem oft unüberlegten Grausamkeits- und Zer-
störungssinn der Jugend kann am besten durch
liebevolle Behandlung des betreffenden Lehr-
stoffes seitens des Lehrers gesteuert werden.
B. Naturlehre.
Mehrklassige Knabenschulen.
Ziel.
Aufgabe
des Unterrichtes in der
Naturlehre ist, den Kindern die Kenntnis der
wichtigsten Naturerscheinungen, die der Mensch
täglich beobachten kann und die für das praktische
Leben von Bedeutung sind, zu vermitteln.
Der Lehrgang ist einjährig.
c
7. Schuljahr.
Stoff.
Hebel
und Wage, Waffer und
Wasserleitung. Luft und Luftdruck, Barometer,
Heber, Pumpe. Der Schall. Das Licht, Einfluß
auf Tier- und Pflanzenwelt. Die Wanne und
ihre Wirkungen. Thermometer. Wässerige Luft-
erscheimungen. Wind. Leuchtgas und Elektri-
zität. Gewitter, Verhaltungsmaßregeln. Blitz-
ableiter.
Behandlung.
Die induktive Methode,
die allerdings eine gründliche Vorbereitung des
Lehrers und einen anregenden Unterricht voraus-
setzt, ist die einzig richtige auf dem Gebiete der
Naturlehre.
Der Lehrer muß darum von den alltäglichen
Vorgängen und Erscheinungen, oder von Dingen
resp. Werkzeugen des gewöhnlichen Lebens aus-
gehen.
Einfache Versuche fchließen sich an. Ihnen
folgt die Besprechung der beobachteten Vorgänge
und die Ableitung des Gesetzes, sowie dessen
Anwendung auf die Verhältnisse des praktischen
Lebens.
Die Lehrweise ist die fragend-entwickelnde. Die
Schüler müssen beobachten und aus ihren Beo-
bachtungen Schlüsse ziehen, wodurch ihr Trieb
zur Selbsttätigkeit in hohem Maße gefördert wird.
Zu dem Ende sind sie auch anzuhalten, verwandte
Erscheinungen selbst aufzusuchen, Beobachtungs-
aufgaben zu lösen, den Versuch mündlich und
schriftlich darzustellen und diese Darstellung durch
einfache Zeichnungen zu unterstützen.
C. Haushaltungskunde.
Mehrklassige Mädchenschulen.
Ziel.
Der Unterricht in der Haushaltungs-
kunde bezweckt, den Schülerinnen die Prinzipien
der Gesundheitslehre und der Ernährung näher-
zubringen, ihren haushälterischen Sinn zu wecken
und sie an Reinlichkeit und Ordnung in der Ver-
richtung der täglichen Haushaltungsarbeiten zu
gewöhnen, in einem Wort, die Erziehung des
heranwachsenden Mädchens zur Hansfrau anzu-
bahnen.
Die Hanshaltungskunde tritt in
Mädchen-
schulen an die Stelle der Naturlehre.
Der Lehrgang ist einjährig.
7. Schuljahr.
Stoff.—
1.
Das
Wohnhaus
a)
Die
Wohnung.
Anforderungen,
innere
Einrich-
tung,
Reinhaltung
und
Lüftung, Zimmer-
pflanzen,
b)
Die
Küche.
Küchengeräte und
Kochgeschirr, Behandlung derselben, Spülen und
Putzen,
c)
Die
Heizung.
Der
Ofen,
Brennmaterial,
Vorsichtsmaßregeln. d) Die
Beleuchtung.
Behandlung der Lampe,
Leuchlstoffe. Vorsichtsmaßregeln.
2. Die Kleidung: Zweck, Beschaffenheit,
Reinlichhalten der Kleidungsstücke und der Wäsche,
Entflecken, Ausbessern.
3. Die Ernährung: Nährstoffe, Nah-
rungsmittel, Gewürze, Getränke, Aufbewahrung
der Nahrungs-
und Genußmittel, schädliche
Stoffe in den Nahrungs- und Genußmitteln,
Zubereiten der
Nahrungsmittel, Tischdecken,
Auftragen der Speisen, Verhalten bei Tisch.
4. Gesundheits - und Kranken-
pflege: Behandlung der Kranken, Verhütung
von ansteckenden Krankheiten, erste Hilfeleistung
bei Erkrankungen und Unglücksfällen.
5. Über den Beruf des Mäd-
chens : Häusliche Tugenden, Sparsamkeit im
Haushalt, Führung des Hanshaltungsbuches.
Behandlung.
Die
Behandlung
ge-
staltet sich im großen ganzen wie bei den Stoffeil
der Naturgeschichte oder der Naturlehre, je nach-
dem der Gegenstand mehr dem einen oder dem
anderen Gebiete angehört.
Zandesgeschichte und Luxemburgisch.
Ziel. — A. Geschichte. Der Geschichts
Unterricht hat die Aufgabe, die Schüler mit den
hervorragendsten
Persönlichkeiten
und wich-
tigsten Ereignissen unserer Geschichte, owie mit
den Kulturzuständen der Vergangenheit bekannt
zu machen und in ihren Herzen Liebe zum Vater-
land und zum Herrscherhanse zu wecken. Bis zu
einen: gewissen Grade soll derselbe den Kindern
auch das Verständnis unseres heutigen Staatswe-
sens vermitteln.
B.
Luxemburgisch.
Ziel
dieses
Unter-
richtszweiges ist, die Kinder mit einigen hervor-
ragenden, Erzengnissen unserer Nationalliteratur
bekannt zu machen, ihnen Liebe zur Heimat-
spräche einzuflößen und Verständnis für unsere
nationale Eigenart zu vermitteln.
Der Stoff wird durch das Lesebuch geboten.
Der
Lehrgang
für den Geschichtsunter-
richt ist zweijährig. Die drei oberen Jahrgänge
werden in einer Abteilung unterrichtet; jedoch
muß gleichzeitig mit dem 7. Schuljahr eine zu-
sammenfassende Wiederholung des vorjährigen
Stoffes vorgenommen werden.
Stoff.
5.— 7. Schuljahr.
Erste
Serie.
1.
Alteste
Zeit
Die früheren Bewohner des Landes, Kelten,
Römer, Franken. Die Einführung des Christen-
tums, St. Willibrord. Karl der Große.
2.. Das Land, eine Grafschaft
Ursprung der Grafschaft, Siegfried. Ermesinde.
Heinrich VII. Johann der Blinde.
3. Das Land, ein Herzogtum
Karl IV. Wenzeslaus.
Sigismund.
Luxem-
burger auf dem deutschen Kaiserthron.
4. Die burgundische und diespa-
nische Herrschaft.
Zweite
Serie.
5.
Die
öster-
reichische Herrschaft : Karl VI. Maria
Theresia. Joseph II.
6. Die französische Herrschaft
Die französische Revolution.
Napoleon I.
7. Das Land, ein Großherzog-
tum: A. Das Land in Personal-
union mit Holland. Der Wiener Kon-
greß. Wilhelm I., Wilhelm II., Wilhelm III.
Der Statthalter Prinz Hennich, Neutralitäts-
erklärung, Selbständigkeit des Landes. B. D a s
Land
unter
eigenen
Fürsten
Groß-
herzog Adolf. Großherzog Wilhelm. Die Re-
gentschaft.
Grußherzogin Maria Adelheid.
In
den
mehrklassigen
Schulen
wird auf die innere Verknüpfung der geschicht-
lichen Ereignisse, auf das „Warum und Weil",
näher eingegangen und länger bei jenen Ge-
schichtsbildern verweilt, welche Gelegenheit bie-
ten, die gleichzeitigen wichtigsten Begebenheiten
der allgemeinen. Geschichte im Zusammenhang
zu behandeln.
Behandlung.
Die heimatlichen Sagen
und leichten geschichtlichen Erzählungen der Mit-
telstufe bilden die Vorstufe zum eigentlichen Ge-
schichtsunterricht.
Jede Geschichtsstunde beginnt mit der zusam-
menhängenden Wiederholung des in der letzten
Stunde behandelten Stoffes.
Die Überleitung zu dem neuen Stoff geschieht
mit wenigen Sätzen; oft genügt die bloße Ziel-
angabe.
Das Neue selbst wird abschnittweise darge-
boten und zwar durch freies, anschauliches und
lebendiges Vorerzählen.
Wirksam unterstützt
wird der Vortrag des Lehrers durch den Ge-
brauch von Karten, Bildern und Wandtafel-
skizzen.
Jeder Abschnitt wird vom Lehrer abgefragt,
von den Schülern zusammenhängend wiederge-
geben und mit einer Überschrift versehen. Eine
gesamte Wiedergabe und Einprägung findet am
Schlusse der Behandlung nach den aufgestellten
Gliederungsunkten statt.
Der Lehrer wird darauf achten, daß die Wie-
dergabe des durchgenommenen geschichtlichen
Stoffes seitens der Schüler nicht zu einem me-
chanischen Hersagen ausarte. Die Kinder sollen
vielmehr angehalten werden, sich in den geschicht-
lichen Erzählungen und Beschreibungen, so weit
es angeht, in freier, natürlicher Weise auszu-
drücken.
Umfassendere Wiederholungen sind zur Er-
zielung bleibender Ergebnisse unerläßlich. Sie
finden regelmäßig nach der Behandlung eines
größeren Stoffganzen statt. Bei dieser Gelegen-
heit wird auch auf die allmähliche Entwicklung
der Kulturzustände der besprochenen Zeitperiode
hingewiesen. Nur muß dies in einer der Fas-
sungskraft und dem Interesse der Schüler ent-
sprechenden Weise geschehen.
Wertvolle An-
eigungshilfen dazu sind: die Anknüpfung an
Altertümer, Denkmäler, Bauten, Volksbräuche
und Volkssagen, sowie bildliche Darstellungen.
Geschichtszahlen sind auf das Nötigste zu be-
schränken. Die im Geschichtsunterricht vorkom-
menden Ortlichkeiten werden auf der Karte fest-
gestellt und eingeprägt.
Die Hauptereignisse der allgemeinen Geschichte
finden nur in dem Maße Berücksichtigung, als
sie mit der vaterländischen in Verbindung stehen.
Zur Belebung und Ergänzung des Unterrichtes
sind die Schilderungen, Erzählungen und Ge-
dichte geschichtlichen Inhalts, sowie verwandte
Stoffe der einheimischen Mundart an der rich-
tigen Stelle zu verwerten.
Geographie.
Ziel. — Durch den geographischen Unter-
richt sollen die Kinder mit unserm Vaterland,
namentlich mit seiner natürlichen Beschaffenheit,
seinen Einrichtungen, der Tätigkeit seiner Be-
wohner und seinen Erzeugnissen bekannt ge-
macht werden. Außerdem soll ihnen das Wissens-
werteste über die übrigen Länder Europas und
die fremden Erdteile, sowie über das Verhältnis
der Erde zum Weltall vermittelt werden.
Der Unterricht beginnt mit dem 5. Schuljahr.
Die Schüler der Oberstufe werden in zwei Ab-
teilungen unterrichtet. Für die 1. Abteilung, das
5. Schuljahr, ist der Lehrgang einjährig, für die
2. Abteilung, das 6. und 7. Schuljahr, aber zwei-
jährig.
Stoff.
5. Schuljahr.
1. Einführung in das Karten-
verständnis : Schulsaal, Schulhaus, Schul-
viertel, Wohnort und Gemarkung werden in
verjüngtem Maßstab gezeichnet und die Zeich-
inungen gedeutet.
2.
Die
heimatliche
G e m e i n d e
Eingehendere Behandlung des in der Heimat-
künde durchgenommenen Stoffes.
Plan der
Gemeinde.
3. Der heimatliche Kanton: Lage,
Grenzen,
Bodenbeschaffenheit,
Bewässerung,
Budenerzeugnifse, Industrie und Handel, Märkte,
Verkehrswege. Gemeinschaftliche Einrichtungen.
Gemeinden.
Sehenswürdigkeiten.
Karte des
Kantons.
4. Der heimatliche Distrikt. Die
benachbarten Kantone. Der heimatliche Distrikt
als Ganzes. Verwaltung desselben. Karte des
Distriktes.
5. Die übrigen Distrikte: Behand-
lung der einzelnen Kantone. Kartenzeichnung.
6. Das Heimatland: Lage, Grenzen,
Ausdehnung, Bodenbeschaffenheit, Bewässerung,
Klima, Bodenschätze und Bodenprodukte, Acker-
bau und Viehzucht, Weinbau, Gewerbe, In-
dustrie und Handel, Ein- und Ausfuhr, Verkehrs-
wege, Bevölkerung.
6. und 7. Schuljahr.
Erste
Serie.
1.
Das
Luxem-
burger
Land
Kurzer
Überblick
über
die
geschichtliche Entwicklung des Landes. Bürger-
liche, gerichtliche und kirchliche Einteilung. Die
notwendigsten Belehrungen über die verschie-
denen Verwaltungszweige und die staatlichen
Fürsorgeeinrichtungen. Die Verfassung des Lan-
des: Großherzog, Kammer, Regierung, Staatsrat,
2. Europa : Eingehendere Belandlung un-
serer Nachbarländer.
Die einzelnen Staaten
Europas. Das Allgemeine über Europa.
Zweite
Serie.
1.
Kurze
Be-
trachtung
des
Globus
Gestalt
der
Erde. Verteilung von Land und Wasser, Erdteile
und Ozeane, Erdachse und Pule, Längen- und
Breitegrade. Die mitteleuropäische Zeit.
Die
Zonen. Drehungen der Erde. Tages- und Jah-
reszeiten. Die Mondphasen. Mond- und Son-
nenfinsternisse.
2.
Das
Wichtigste
über
die
au-
ßereuropäischen Erdteile.
3.
Gedrängte
Wiederholung
der
Geographie des Luxemburger Landes.
In
den
mehrklassigen
Schulen,
werden die einzelnen Stoffgruppen eingehender
behandelt.
Behandlung.
Der
heimatkundliche
Unterricht der Mittelstufe bereitet den eigentlichen
Geographieunterricht vor.
Dieser beginnt auf der Oberstufe mit der Ein-
führung der Schüler in das Kartenverständnis
und das verständige Kartenlesen. Beiden Übun-
gen ist von Anfang an die größte Bedeutung bei-
zulegen.
Die Behandlung der Gemeinde und des Kan-
tons muß von der direkten-Anschauung ausgehen.
Die Vorführung der entfernteren Gebiete des
Heimatslandes geschieht am besten durch Schil-
derung in Gestalt lebensvoller
Reisebeschrei-
bungen, welche mit leichter Mühe mittels gut-
gewählter photographischer
Bilder
(Ansichts-
karten) veranschaulicht
werden
können.
Für die Behandlung der einzelnen Länder ist
deren Zugehörigkeit zu den natürlichen Land-
schaftsgebieten maßgebend.
Sie
erfolgt nach
einer feststehenden Gliederung wie: Lage, Größe,
Bodengestaltung, Bewässerung, Klima, Erzeug-
nisse, Bewohner, wichtige Städte, Staatsver-
hältnisse.
Jeder dieser Punkte wird wie eine kleine Lek-
tion für sich behandelt: der Inhalt wird entwickelt,
am Schlusse zusammeul ängend wiedergegeben
und in einer Überschrift zusammengefaßt.
Der Entwicklung liegt die Karte zugrunde und
zwar die physikalische Karte. Alles, was die
Schüler von ihr ablesen und durch eigenes Nach-
denken selbständig und selbsttätig finden können,
wird nicht gegeben. Nur da, wo die Karte keinen
Aufschluß gibt, tritt das Wort des Lehrers er-
gänzend ein und läßt bei Gelegenheit die Ferne
vor dein geistigen Auge der Schüler erstehen
durch auschauliche Schilderungen und Vergleiche,
wo möglich auch durch bildliche Darstellungen,
Wandtafelskizzen und durch Vorzeigen von Roh-
stoffen und gewerblichen Erzeugnissen.
Äuch für den Unterricht in der Himmelskunde
muß die Lehrweise anschaulich-entwickelud sein.
Al
Ausgangspunkt dienen die Beobachtungen,
der Schüler, welche durch Wandtafelzeichnungen
oder Abbildungen berichtigt und ergänzt und
zum geläuterten Verständnis gebracht werden.
Die Unterrichtsergebnisse sind am Schlusse
einer jeden methodischen Einheit durch geordnete
Wiederholungen einzuprägen.
Ratsam ist es,
einzelne auch schriftlich niederzulegen und von
einfachen Kartenskizzen zu begleiten.
Um den Unterricht interessant und lebendig zu
gestalten, sind die geographischen Charakterbilder
des Buches, sowie Geschichte und Sage in Poesie
und Prosa an geeigneter Stelle, zu verwerten.
Zeichnen.
Ziel. — Durch den Zeichenunterricht sollen
Auge und Hand der Schüler in der Weise ge-
bildet werden, daß sie einfache Gegenstände ihrer
Hingebung und Gebilde der Natur beobachten und
nach Form und Farbe selbständig darstellen
lernen. Er soll zugleich die Weckung und Pflege
des Schönheitssinnes anstreben und durch Wie-
dergabe aus dem Gedächtnis ein klares Bild der
beobachteten Formen im Geiste zurücklassen, so
daß dieselben zum bleibenden Eigentim werden.
Die
zwei
ersten
Schuljahre
bilden
die Vorschale zum eigentlichen Zeichenunterrichte.
Spezielle Unterrichtsstunden werden lier nicht
augesetzt. Das „malende Zeichnen" wird in den
für den Anschauungsunterricht bestimmten Stun-
hen erteilt.
In der einklässigen Schule werden
die fünf Jahrgänge gleichzeitig in zwei Abtei-
lungen unterrichtet. Der 1. Abteilung gehören
das 3. und 4. Schuljahr, der 2. das 5., 6. und 7.
Schuljahr au, bei welcher Kombination dem 7.
Schuljahr jedoch erweiterte Aufgaben zu stellen
sind. Der Lehrgang ist für beide Abtei-
lungen zweijährig.
In der mehrklassigen Schule wer-
den die Schüler der Mittelstufe in einer Abteilung,
die der Oberstufe in Zwei Abteilungen unter-
richtet, wobei die Schüler des 5. und 6. Schul-
jahres die erste, die des 7. die 2. Abteilung bilden.
Der Lehrgang ist zweijährig nur für die Mittel-
stufe, sowie die 1. Abteilung der Oberstufe.
In Mädchenschulen ist vom 5. Schul-
jahr au den, besondern Bedürfnissen, des Hand-
arbeitsunterrichtes Rechnung zu tragen.
Der Unterricht ist in allen Abteilungen Massen-
unterricht.
Das nachstehende Stoffverzeichnis ist weder
seinem Juhalt noch der Reihenfolge der ange-
führten Gegenstände nach als bindend zu be-
trachten. Es will vielmehr einen Anhalt für die
Auswahl der Lehrmittel geben und zeigen, wie
die nächste Umgebung des Schülers sich für den
Zeichenunterricht verwerten läßt, namentlich
wie die neue Unterrichtsweise ohne besonderen
Kostenaufwand durchgeführt werden kann. Um
auch die Schüler dabei Zu interessieren, lade man
sie ein, von Hause geeignete Gegenstände leih-
weise mitzubringen.'
Stoff.
Unterstufe.
1. Serie. — Aus der Spielstube
Papierhelm, Fahne, Dominosteine, Flinte, Kegel
usw.
In der Schule: Schiefertafel, Buch-
decket, Türe, Reißschiene, Winkelmesser, Rechen-
maschine u. a.
Gebrauchsgegenstände
Briefum-
schlag, Börse, Vorhängeschloß, Trichter, Brot-
messer, Gurkenhobel, Schlüssel, Schneeklopfer,
Hackmesser u. a.
Beim
Handwerker
Axt,
Hammer,
Meißel, Pflanzholz, Senkblei u. a.
2.
Serie.
Aus
der
Schulstube
Schultafel, Bilderrahmen, Fenster, Winkeldreieck,
Zirkel, Pult (Vorderanficht) n. a.
G e b r a u c h s g e g e n s t ä n d e
Kaffee-
mühte, Brille, Faßhahn, Gießkanne, Handspiegel,
Schlüsselschilder, Wäfcheklopfer, Löffel, Huf-
eisen u. a.
Beim
Handwerker
Beil,
Hobel,
Spaten, Wagenrad, Dachgiebel u. a.
Mittelstufe.
Die auf der Unterstufe verzeichneten Aufgaben
werden zum Teil wiederholt und weiter durchge-
bildet.
1. Serie.— Gebrauchsgegenstände
Schlachtmesser, Fuchsschwanzsäge, Krummhane,
Blasebalg, Schusterhammer, Sanduhr, Ziffer-
blatt, Schmtzeltischchen, Fahnenspitze u. a.
Beim
Handwerker
Schlichthobel,
Schieferdeckerhammer,
Gartenmesser, Bügel»
eisen, Wagnerbeil, Zuschlaghammer u. a.
Einfache
Blattformen
Wegerich,
Oleander, Flieder, Mairöschen u. a.
Blüten
im
Profil
Rosenknospe,
Tulpe, Schneeglöckchen u. a.
Früchte : Pflaume, Apfel, Stachelbeere,
Walnuß u. a.
2. Serie. — Gebrauchsgegen-
stände
Brotmesser, Baumsäge, Sense, Kneif-
zange, Heckenschere, Teigrolle, Rasiermesser, Rei-
sestock, Bierabschäumer, Uhrpendel, Lanze u. a.
Beim
Handwerker
Maurerhammer,
Fleischersäge, Ahle, Schraubstock, Stichsäge, Feile,
Glaserspachtel u. a.
Einfache Blattformen: Lorbeer,
Schwertlilie, Pappel, Weide u. a.
Blüten
im
Profil
Lilie,
Mairöschen,
Frauenherz u. a.
Früchte: Birne, Kirsche, Bohne, Zwiebel u. a.
Zusammenstellen vorgenannter Ge-
genstände zu natürlichen Gruppen.
Oberstufe.
1.
Serie.
Gebrauchsgegen-
stände: Blasebalg, Nußknacker, ovaler Hand-
spiegel, Eierbecher, Hufeisenmagnet, Schälmesser,
Schubkarren (Seitenansicht), Briefkasten, Wege-
brett, Tabakpfeife, Gemüsehobel, Käsemesser,
Rührspachtel u. a.
Beim Handwerker: Gradsäge, Gar-
tenschere, Bohrer, Reißzange, Schusterzange u. a.
Pflanzenblätter : Klee, Erdbeere,
Akazie, Eiche, Weißdorn u. a.
Blumen: Märzglöckchen, Feldmohn, Aron-
stab, Schlüsselblume u. a.
Früchte: Möhre, Breitlauch, Gurke, Me-
lone, Bohnenschote u. a.
2.
Serie.
Gebrauchsgegen-
stände: Kleiderbügel, Teppichklopfer, Sichel,
Wegemesser, Stuhl (Seitenansicht), Kamm, Kon-
servenbüchsenöffner, Schere (geöffnet und ge-
schlossen), Feuerzange, Salatbesteck, Teigrad,
Feuerhaken u. a.
Beim Handwerker: Kelle, Knopf-
lochschere, Gärtnerhippe, Schraubenschlüssel,
Maurerkelle u. a.
Pflanzellblätter: Leberblümchen,
Efeu, Winde, Hopfen, Pfeilkraut u. a.
Blumen: Stiefmütterchen, Narzisse, Kalbs-
zunge, Flockenblume u. a.
Früchte: Rübe, Pfirsich, Eichel, Kürbis,
Ahre u. a.
Zusammenstellen
vorgenannter
Ge-
genstände zu natürlichen Gruppen.
Behandlung.— Der erste Zei-
chenunterricht
entlehnt
den
Stoff
aus-
schließlich dam Anschauungskreise des Kindes ;
nur solche Gegenstände werden ausgewählt, die
das Kind lebhaft interessieren und seinen Schön-
heitssiun zu bilden imstande sind.
Die denkbar einfachste Darstellung dieser Ge-
genstände ist Haupterfordernis; größere Schwie-
rigkeiten erlahmen den Eifer. Wie überall im
Unterricht, so schreite man auch hier vom Leichten
zum Schweren, vom Einfachen zum Zusammen-
gesetzten; durch methodisch geordnete Stufenfolge
soll das Formgefühl geweckt und gebildet werden.
Nachdem der darzustellende Gegenstand im
Anschauungsunterricht beobachtet und besprochen
worden, läßt der Lehrer ihn aus dem Gedächtnis
auf die Schiefertafel zeichnen, um zu sehen, ob
das Wesentlichste der Form aufgefaßt ist. Als-
dann werden die ersten Entwürfe vorgezeigt und
deren hauptsächlichsten Fehler unter Mittätigkeit
der Schüler erörtert. Nun bespricht der Lehrer
aufs neue den Gegenstand nach seinen Haupt-
merkmalen und zeichnet dabei den besprochenen
Teil in sicheren, sauberen Strichen an die Wand-
tafel, so daß allmählich eine mustergültige Zeich-
nung des Ganzen vor den Augen der Schüler
entsteht. Hierauf Zeigt er den Kindern den Ge-
genstand in Wirklichkeit noch einmal vor und läßt
ihn mit dem Tafelbild vergleichen. Dann werden
Gegenstand und Wandtafelzeichnung beseitigt
und die Schüler wiederholen aus dem Gedächtnis
die Zeichnung auf ihrer Schiefertafel so oft, bis
das Richtige getroffen ist. Dabei beaufsichtigt der
Lehrer die Schüler und sucht Fehler in der Dar-
stellung des Gegenstandes wie in der Behandlung
des Zeichenmaterials zu verhüten und zu besei-
tigen.
Die zu zeichnende Form ist möglichst rasch in
einem Zuge auszuführen. Man lasse das Ver-
fehlte so lange stehen, bis durch Wiederholung der
Übung das Nichtige getroffen ist. Die Schüler
des 2. Schuljahres tragen sodann die Zeichnung
mit Bleistift in ein Zeichenheft mit abgetöntem
Papier. Befähigtere Schüler dürfen sich auch
wohl an der Wandtafel versuchen.
Vorlagen jedweder Art sind hier wie überall
streng ausgeschlossen.
Als
planmäßiges
Unterrichts-
fach
tritt
das
Zeichnen
erst
mit
Begiun
des
3.
Schuljahres
in
allen
Schulen
auf.
Der
Unterricht
geht
vom Zeichnen aus dem Gedächtnis zum Zeichnen
nach dem Gegenstande über.
Als
Vorbilder
dienen flache Gegenstände, insbesondere Natur-
formen und im 7. Schuljahre leichter darzustel-
lende Körperfonnen. Die in den zwei ersten
Schuljahren behandelten Gegenstände können
zum Teil wiederholt werden, tragen aber durch
weitere Durchbildung den gesteigerten Anfor-
derungen Rechnung.
Der Zeichenunterricht muß vor allem anschan-
lich sein. Das zu zeichnende Objekt wird in
Natur
vorgezeigt.
Durch geeignete Fragen
wird die Beobachtung der Kinder geleitet, die
Grundform aufgefaßt, die Größenverhältnisse
der Gesamtform in freier Weise oder mittels
Visierens abgeschätzt, die Lage der einzelnen
Teile zueinander erkannt und auf die Benutzung
von Hilf-linien und etwa zu berücksichtigende
Vorteile in der Darstellung hingewiesen. Hier-
auf läßt der Lehrer unter furtgesetzten Erläute-
rungen vor den Augen der Schüler das Gebilde
als Skizze an der Wandtafel entstehen. Nachdem
dieselbe ausgelöscht ist, beginnt der zeichnerische
Entwurf seitens der Schüler, wobei der Gegen-
stand vor ihren Augen aufgestellt bleibt. Die
Aufgabe wird von der ganzen Klasse ziemlich
groß — im allgemeinen 16—29 cm — in gleichem
Maßstabe, der auch bei alleu folgenden Zeich-
nungen derselbe ist, ausgeführt, was besonders
in großen Abteilungen dem Lehrer die Korrek-
tur ungemein erleichtert und bei Bewertung der
Zeichnung durch Punkte ihm einen wesentlichen
Anhaltspunkt zur Vergleichung gibt. Kleinere
Gegenstände werden in natürlicher Größe dar-
gestellt.
Alle Zeichnungen beginnen mit dem Achsen-
kreuz, das, wie auch die Feststellung der jedes-
maligen Größe der Zeichnung, mit dem Maßstäbe
gemacht werden darf. Im übrigen sind alle
mechanischen Hilfsmittel streng ausgeschlossen.
Die Entwurfslinien sind möglichst schwach zu
zeichnen. Falsche Linien lasse man stehen; sie
dienen gleichsam als Hilfsmittel für die daneben
anzubringenden richtigen Linien. Der Stift soll
lange und lose gefaßt werden; nur der kleine
Finger darf die Zeichenfläche berühren, damit
die Hand frei bleibe. Der Arm darf, um der
Steifheit vorzubeugen, nicht fest aufliegen. Die
Linien sollen, nachdem Ausgangs- und Endpunkt
markiert sind, möglichst in einem Zuge herge-
stellt werden. Das Vorbild soll zwar mit ge-
ringen Mitteln, aber getreu und wahr wiederge-
geben werden, namentlich ist ans die charakte-
ristischen Merkmale der Form ein Hauptaugen-
merk zu richten.
Die Schüler sind anzuleiten, ihre Fehler selbst
zu erkennen. Sie sollen daher angehalten wer-
den, die Zeichnung oft mit dem Gegenstand zu
vergleichen, wobei sie dieselbe in einiger Entfer-
nung vor sich senkrecht aufstellen. Fehler, die
nicht so zum Bewußtsem kommen, werden unter
Anleitung des Lehrers festgestellt und verbessert.
Die Korrektur ist Massenkorrektur und Einzel-
korrektur.
Fehler, die bei mehrere
Schulen
vorkommen, werden an der Wandtafel besprochen,
Einzelkorrektur tritt meistens bei schwächeren
Schülern ein. Nach vollendetem Entwurf und
erneuter Korrektur erfolgt die Reinzeichnung.
Dieselbe geschieht in der Weise, daß Zuerst die
Zeichenfläche mit Gummi sorgfältig gereinigt,
alle Hilfslinien entfernt und die noch schwach
sichtbaren Entwurfslinien unter mäßigem Druck
mit kurzgefaßtem Stifte bestimmt und gleich-
mäßig nachgezogen werden. Größtnwglichste San-
berkeit und peinliche Genauigkeit sind Haupter-
fordernisse. Jede Zeichnung trage unten rechts
den Namen des Schülers und das Datum und
links oben die laufende Nummer.
Im 5. Schuljahr kann der Gebrauch des Far-
benstiftes, im 6. und 7. der Gebrauch der Wasser-
falben hinzutreten. Dadurch wird der Unter-
richt lebendiger und interessanter gestaltet und
die Geschmacksbildung gefördert.
Nur
bessere
Zeichnungen dürfen mit einen: natürlichen lichten
Farbton überlegt werden, so daß erst allmählich
allen Schülern der Gebrauch der Farben —
gleichsam als Triebfeder zu freudigem Schaffen
— zu gestatten ist.
Neben den Hauptaufgaben können auf allen
Unterrichtsstufen noch in Betracht kommen
1. Übungen im Gedächtniszeichnen; sie gehen
entweder der Lösung der Hauptaufgabe voran,
über folgen ihr zur Prüfung nach.
2. Übungen im Skizzieren;
sie bezwecken,
verwandte Aufgaben zu schon behandelten in
kurz bemessener Zeit zu lösen.
3. Illustrieren von Aufgaben und Aufsätzen
aus dem Sach- und Sprachunterricht; sie fördern
die Erfmdungs- und Gestaltungskraft der Kinder
und sind in besonders günstigen Verhältnissen
anzustreben.
Gesang.
Ziel.—
Aufgabe des Gesangunterrichtes ist,
das musikalische Gehör und die Stimme zu üben,
das Gemüt zu veredeln, das religiöse und das
patriotische Gefühl zu beleben, die Freude an der
Natur und edler Geselligkeit Zu Pflegen und dein
Kinde einen Schatz der besten Lieder als blei-
bendes Eigentum ins Leben mitzugeben.
Stoff. — A. Theorie.
Unter- u. Mittelstufe.
Bildung des Gehörs und der Stimme durch
autreines Nachsingen von langen und kurzen,
chwachen und starken Tönen (anfangs von re—la,
päter von re—Re); Belehrungen über richtige
Wund- und Körperstellung; Einübung leichter
kinderlieber.
Oberstufe.
Liniensystem, SoI-Schlüssel, Gestalt, Wert und
Namen der Noten, Pausen, Takt und Taktschlagen,
ßedeutung der Erhöhungs. Erniedrigungs- und
Auflösungszeichen, Singen der leichteren Inter-
valle und des Dreiklangs der ersten Tonart (c dur)
und Absingen leichter Notenübungen ohne Vor-
zeichen.
Der für die Oberstufe angeführte Stoff ist nur
für
die
mehrklassigen
Schulen
be-
stimmt.
B. Lieder.
Unterstufe.
Erste
Serie
Nikolauslied;
Winterlied
Kuckuck ruft aus dem Wald; Ward ein Blümlein
mir geschenket; Summ, summ, summ, Bieuchen
summ; Lauerkätzchen; Fuchs, du hast die Gans
gestohlen; Wollt ihr wissen, wie der Bauer;
Hopp, hopp, hopp, Pferdchen lauf Galopp; Aus
den: Himmel ferne.
Zweite
Serie
Müde bin ich, geh zur
Ruh ; Winter ade; Alles neu macht der Mai;
Wer hat die Blumen nur erdacht; Wer hat die
schönsten Schäfchen; Auf dem grünen Rasen;
Gestern abend ging ich aus; Es klappert die Mühle
am rauschenden Bach; Ein scheckiges Pferd, ein
blankes Gewehr; Weißt du wieviel Sterne?
Mittelstufe.
Erste Serie: Bei einem Wirte wunder-
mild; O Tannenbaum; Alle Vögel sind schon da ;
Nachtigall, Nachtigall; Goldene Abendsonne;
Mit dem Pfeil, dem Bogen; Wo's Dörflein dort
zu Ende geht;
Stille Nacht;
D'Uolzecht ;
O Mamm, lef Mamm do nowen.
Zweite
Serie
Fort,
fort
und
fort
an
einen andern Ort; O, wie ist es kalt geworden;
Komm, lieber Mai und mache; Wie lieblich
schallt; Dort unten in der Mühle; Heidenröslein;
In der Heimat ist es schön; Es geht durch alle
Lande; De Feierwôn ; Aus der Kanerzeit.
Oberstufe.
Erste Serie: Seht, wie die Sonne dort
sinket; Freut euch des Lebens; Freund, ich bin
zufrieden; Kennt ihr das Land so wunderschön;
Nun ade, du mein lieb Heimatland; Preisend mit
20 d
viel schönen Neben; Ich hatt einen Kameraden;
Quand tout renaît à l'espérance; D'Letzburger
Land; D'Sonn blenkt rot.
Zweite
Serie
Guter
Mond;
Ein
Herz, das sich mit Sorgen quält; Zufriedenheit
ist mein Vergnügen; Es ist ein Ländchen mir
bekannt; Von meiner Heimat muß ich scheiden;
Ich weiß nicht, was soll es bedeuten; Morgenrot ;
Ah,que mon pays est beau; Mir si gleicklech,
mir si frei ; D'Mamm d mech gel ert b den.
In
der
ein
klassigen
Schule
werden
jährlich mindestens 4—6, in der mehrklas-
sigen 8—10 neue Lieder (teils religiösen, teils
weltlichen Inhalts) geübt. Die religiösen Lieder
sind dem Diözesangesangbuch zu entnehmen, die
weltlichen werden aus dem vorstehenden Ver-
zeichnis ausgewählt.
Eine Erweiterung des Stoffes, besonders in
mehrklassigen
Schulen
ist
nicht
aus-
geschlossen. Die Auswahl der übrigen Lieder
geschieht durch den Lehrer in den von der Unter-
richtskommission genehmigten Büchern.
Behandlung.
Auf
der
Unterstufe
wird der Gesangunterricht im engen Anschluß an
den Anschauungsunterricht erteilt. Leichte Lieder,
die zu den behandelten Stoffen in Beziehung
stehen, werden eingeübt und gesungen.
Auf den übrigen Stufen werden dem Gesang-
unterricht besondere Stunden eingeräumt. — In
der einklassigen Schule jedoch sind Mittel- und
Oberstufe sowohl für die Behandlung des Textes
als auch der Melodie zu einer Abteilung zu ver-
einigen. Der Kürze der Zeit wegen kann hier die
Behandlung des Textes in die für den Sprach-
unterricht angesetzten Stunden verlegt werden.
Die Einübung der Melodie darf erst geschehen,
nachdem sämtliche Strophen des Textes erläutert
worden und sie von allen Schülern mit richtiger
Aussprache und Betonung auswendig vorgetra-
gen werden können.
Die Melodie wird zuerst vom Lehrer ganz vor-
getragen, dann in sinngemäßen Abschnitten und
zuletzt im Zusammenhang unter Benutzung der
Violine eingeübt.
Neben dem Chorsingen ist das Einzelsingen zu
Pflegen.
Das eingeübte Lied ist nicht nur stückweise, son-
dern stets ganz auswendig zu singen nach dem
Taktschlag oder mit Violinbegleitung des Lehrers.
Die Benutzung der Violine soll in der Ober-
klasse bisweilen zurücktreten, damit sich die Kinder
auch daran gewöhnen, Lieder selbständig anzu-
fangen.
Nur durch tüchtige Übung und öftere Wieder-
holung werden die Lieder dauernd eingeprägt.
Es ist notwendig, auf früher Eingeübtes zurück
zukommen und von Zeit zu Zeit Planmäßige
Wiederholungen zu veranstalten.
Durch alle Klassen hindurch ist auf angemessene
Körperhaltung, richtige Mundstellung, deutliche
Textaussprache, rechtzeitiges Atemholen, reine
Tonbildung, genaue Beobachtung des Taktes und
guten Vortrag zu achten und von Anfang an
darauf zu halten, daß das Singen nicht in ge-
schmacklose Herbheit ausarte. Die Tonhöhe muß
dein Stimmumfang der Kinder entsprechen. Die
Weckung des Taktgefühles ist zu Pflegen.
Bei den theoretischen Gesangübungen wird nur
dann etwas erzielt, wenn ein geordneter Klassen-
unterricht an der Wandtafel erteilt wird.
Beim Singen sollen die Kinder stehen oder
tadellos gerade sitzen.
Die in der Gesangstunde eingeübten Lieder
werden auch öfters zu Anfang oder am Schluß
der Schulstunden und bei andern passenden Ge-
legenheiten z. B. bei Festlichkeiten, Jugend-
spielen, Turnübungen, Spaziergängen usw. ge-
sungen.
Wenn die Verhältnisse es erlauben, können
mitunter auch Zweistimmige Lieder gesungen
werden. Doch müssen alle Kinder zuvor die
Melodie sicher einüben.
Turnen und Schulspiele.
Ziel.— Die Aufgaben des Turnunterrichtes
sind: Förderung der Gesundheit, Entwicklung von
Kraft und Gewandtheit, Gewöhnung an gute
Körperhaltung, Erziehung zu Mut und Ausdauer,
Besonnenheit und Selbständigkeit, Pflege des
Gemeinsinnes und Weckung von Lust und Freude
an Leibesübungen.
Stoff.
Unterstufe.
In den einklassigen Schulen genügen
Lauf-, Ball-, Sing- und Nachahmungsspiele.
In mehrklassigen Schulen werden außer-
dem einfache Ordunngs-und Freiübungen vor-
genommen.
Letztere treten anfangs in zwangloser Form
von Nachamungsübungen (Tätigkeiten von
Handarbeitern) auf. Später kommen einfache
Formen der eigentlichen Freiübungen hinzu wie
Armschwingen, Armbeugen und Armstrecken,
Hüftstützen, Zehenstand, Beinspreizen, Hüpfen
und Hinken, Rumpfbeugen und Rumpfdrehen.
Mittelstufe.
1. Ordnungsübungen: Aufstellung
in Stirn- und Flankenreihe; Abzählen; Drehun-
gen und Schwenkungen, einfache Reihungen;
Öffnen und Schließen der Reihen; Aufstellen zu
den Freiübungen. Ziehen der Flankenreihen;
Leichte Aufmärsche.
2. Gang-, Lauf- und Hüpfübungen.
Einige der bekanntesten Gangarten. Gehen mit
Armtätigkeiten, mit Gesang.
Freier Lauf.
Wechsel von Gang und Lauf ; Dauer- und Schnell-
lauf. — Für Mädchen besondere Hüpfarten und
Übungen am Schwingseil.
3.
Freiübungen
Armhaltungen
und
Armübungen. Stellungen, Bein- und Fuß-
übungen. Einfache Verbindungen von Arm- und
Beinbewegungen; einige leichte Sprung Übungen;
Kopf- und Schulterübungen; Rumpfübungen.
4. Volkstümliche Ü b u n g e n : Wett-
laufen; Wetthüpfen und Wetthinken; Wett-
springen; Wurf- und Fangübungen mit dem
kleinen Ball.
5. Spiele. Verschiedene, den Ortsver-
hältnissen, der Schülerzahl und der Jahreszeit
entsprechende Lauf- und Ballspiele. Für Mäd-
chen auch einige Singspiele.
Oberstufe.
1. Ordnungsübungen: Drehungen
während des Gehens an Ort; Schwenken der
Viererreihen, auch im Wechsel mit Gehen an
Ort; aus der Flankenlinie Nebenreihen bilden mit
gleichzeitigem Offnen der Reihen; leichte Rei-
hungen während des Gehens von Ort; Schrägzug
und Ziehen zum Stern; das Viereck gehen; Front-
und Flankenmarsch; Drehungen und Schwen-
kungen im Marsch; einige Aufmärsche und Reigen.
2.. Gang-, Lauf- und Hüpfübungen,
Wie auf der Mittelstufe, aber mit Steigerung der
Schwierigkeit, Dauer und Schnelligkeit.
3. Freiübungen: Schwierigere Arm-
haltungen, Arm-, Bein-, Kopf,- Schulter- und
Rumpfübungen. Andere Haltungsübungen wie
Auslage u. Ausfall; Liegestützübungen u. Stand-
Wage; besondere Gewandtheitsübungen. Verbin-
dungen der vorbezeichneten Übungen. Atmungs-
übungen. Übungsgruppen, leichtere auch mit
Gesang.
4. Stabübungen : Stabhaltungen ;
Fassung, Vor- und Annehmen des Stabes, Stab-
Heben, Stabschwingen, Stabwiegen; Armstrecken;
Stabunterlegen, Stabsenken, Stabüberheben;
Anknieen an den Stab; Steigen auf und über
den Stab; Stabübungsgruppen.
5. Volkstümliche Übungen: Die
Lauf-, Hüpf- und Springübungen der Mittel-
stufe auf größere Entfernungen; Dreisprung; Hink-
kämpf; Wettkämpfe im Ziehen und Schieben.
Wurf- und Fangübungen mit den: kleinen und
mit dem großen Ball.
6. Spiele: Wie auf der Mittelstufe mit
Berücksichtigung des Alters und Geschlechtes der
Kinder.
Der sür die Oberstufe bezeichnete Stoff ist
nur für mehrklassige Schulen be-
stimmt.
In
einklassigen
Schulen
ge-
nügt der Stoff der Mittelstufe auch für die Ober-
stufe und ist demgemäß auf die fünf Jahre zu
verteilen. — Alle mit + bezeichneten Übungen
fallen beim Mädchenturnen aus.
Behandlung.
Der
Turnstoff
ist
für
Knaben und Mädchen in der Hauptsache derselbe.
Im Interesse einer gründlichen Ausbildung des
Körpers ist eine Durcharbeitung für beide Ge-
schechter erstrebenswert; doch sind Abweichungen
geboten, wo Körperentwickelung und Kleidung
es verlangen.
Der Lehrplan beschränkt sich, darauf, die Ziele
für die einzelnen Stufen festzulegen. Die Aus-
wahl und Zusammenstellung der Übungen ist
Sache des Lehrers. Sie muß getroffen werden
mit Rücksicht auf den Übungsraum, die Jahres-
zeit, das Geschlecht und die Übungs- resp. Spiel-
fertigkeit des Kindes.
Neben der Einübung des Neuen geht die Wie-
derholung und Durcharbeitung der für die be-
treffenden Klassen geeigneten Übungen aus dem
früher durchgenommenen Stoffe her. Die Zeit
ist ziemlich gleichmäßig auf Ordnungsübungen,
Freiübungen, Spiele und volkstümliche Übungen
zu verteil n. Daß von dieser Anordnung auch
abgewichen werden kann und zuweilen muß, ist
selbstverständlich, besonders im Anfang, wo die
Bewegungen erst eingeübt werden müssen.
Der Unterricht dauert das ganze Schuljahr und
ist soviel als möglich im Freien zu erteilen. Nur
bei ganz unpassender Witterung dürfen die
Übungen auch im gelüfteten Schulfaal vorge-
nommen werden.
Das Vorturnen ist in vollkommener Weife aus-
zuführen; es geschieht entweder durch den Lehrer
oder durch einen geschickten Schüler. Die Ver-
besserung der Fehler darf nicht übersehen, aber
auch nicht in einer Weise ausgeübt werden, daß
dadurch den Kindern die Freude am Turnen
verdorben wird.
Bei allen Übungen ist auf Schönheit der Hal-
tung und genaue, kraftvolle Darstellung der ein-
zelnen Bewegungen zu halten. Keine Übung
aber darf bis zur Erschöpfung durchgeführt wer-
den.
Der Gang für die Behandlung einer einzelnen
turnerischen Übung ist kurz folgender
Die neue Übung wird zunächst genannt. Frü-
here Übungen oder Teilbewegungen derselben
die zu der neuen Übung in Beziehung stehen,
werden wiederholt. Dann wird die neue Übung
durch den Lehrer oder durch den Vorturner lang-
sam und deutlich ausgeführt; darauf unter Mit-
hilfe der Schüler vom Lehrer in ihrer Gesamtheit,
sowie in ihren einzelnen Teilen besprochen, hier-
auf das Ganze zuerst durch Worte und dann
durch erneutes Vormachen zusammengefaßt.
Nun erfolgt die Einübung der Bewegung, die
so lang betrieben wird, bis die Mehrzahl der
Schüler sie genau und leicht ausführen kann. Die
Verbesserungen geschehen kurz und bestimmt und
richten sich in der Regel an die Klasse. Die voll-
endete Übung wird mit andern zu einer Übungs-
folge oder Übungsgruppe verbunden.
Schönschreiben.
Ziel. — Der Schönschreibunterricht be-
zweckt, bei den Kindern eine deutliche, feste, ge-
fällige und fließende Handschrift zu erzielen und
den Sinn für Sauberkeit und Ordnung zu
pflegen.
1. Schuljahr.
Stoff. — Das Schönschreiben tritt nicht
selbständig auf; die vorzunehmenden Übungen
sind durch den Schreibleseunterricht vorge-
zeichnet.
2. Schuljahr.
Die Schrift muß allmählich nicht nur eine rich-
tigere, sondern auch eine gefälligere Form an-
nehmen.
Die deutschen und lateinischen Buchstaben
werden in genetischer Reihenfolge eingeübt,
ebenso die arabischen Ziffern und die Satzzeichen.
Auch in dieser Klasse fällt das Schönschreiben mit
den übrigen Schreibübungen zusammen.
3. und 4. Schuljahr.
Die deutsche Schönschrift muß an Festigkeit,
Regelmäßigkeit und Gefälligkeit bedeutend zu-
nehmen und die lateinische bis zu einer gewissen
Fertigkeit geübt werden.
Beide Schuljahre werden kombiniert. Stoff
Wiederholung der deutschen und lateinischen
Schreibschrift, der arabischen Ziffern und der
Satzzeichen.
5. bis 7. Schuljahr.
Die Anforderungen an die Gefälligkeit und
Geläufigkeit beider Schriftarten sind möglichst
zu steigern.
Ein eigener Kalligraphieunterricht wird auf
dieser Stufe nicht erteilt. Die einzelnen Buch-
staben und Buchstabengruppen werden gelegent-
lich wiederholt.
Behandlung. — Aus allen Stufen muß
bei dem Betrieb des Schönschreibunterrichtes
auf die richtige Haltung des Körpers, insbesonders
der Hand, sowie auf zweckentsprechende Lage der
Schiefertafel und des Papiers gehalten werden.
Der Lehrer lasse die Buchstaben in genetischer
Reihenfolge vor den Augen der Schüler ent-
stehen und gebe die notwendigen Erklärungen
über Gestalt, Lage, Höhe, Breite und Entfernung
der einzelnen Teile. Diese Vorschrift wird von
den Schülern so lange nachgebildet, bis sie eine
gewisse Fertigkeit erreicht haben. Jeder Buch-
stabe wird zuerst allein, dann in Verbindung mit
den vorhergehenden, also in Wörtern und end-
lich in Sätzen geübt. Das Taktschreiben kann bei
Wiederholungen in Anwendung kommen.
Von besonderer Wichtigkeit für den Erfolg
des Schreibunterrichtes ist eine sorgfältige Kor-
rektur des Geschriebenen. Der Lehrer läßt die
Schüler ihre Arbeit mit der Vorschrift vergleichen,
macht sie auf etwaige Fehler aufmerksam und
sucht durch wiederholtes Vorschreiben das Nich-
tige zu erzielen. So ist der Unterricht zu Beginn
der Stunde Klassen-, im Verlauf derselben, Ein-
zelunterricht.
Dem Schönschreiben können Vorlagen oder
Schönschreibhefte mit eingedruckten Vorschriften
zugrunde gelegt werden.
Zur Erreichung größerer Sicherheit und Ge-
läufigkeit in der lateinischen Schrift empfiehlt
es sich, dieselbe beim Aufgaben-, Aufsatz- und
Diktatschreiben abwechselnd mit der deutschen
zu gebrauchen.
Auf jeder Stuse gilt der Grundsatz: Alles
Schreiben sei Schönschreiben.
Weibliche Handarbeit.
Ziel. — Der Unterricht in den weiblichen
Handarbeiten soll die Schülerinnen befähigen, die
notwendigsten Wäschegegenstände selbständig und
richtig anzufertigen und ihnen eine gewisse Fer-
tigkeit in den unentbehrlichsten Flickarbeiten
vermitteln.
Er bezweckt, ihren Sinn für Ordnung und
Reinlichkeit zu stärken und ihr Schöuheitsgefühl
zu bilden, so daß sie Freude an einer gediegenen
und nett ausgeführten Arbeit finden.
Der Unterricht beginnt mit dem zweiten Schul-
jahr; es sind soviele Abteilungen zu bilden als
Schuljahre vorhanden sind.
2. Schuljahr.
Stoff. — a) Strickband: die Grund-, Rechts-
und Randmasche, die Linksmasche getrennt und
in Verbindung mit der Rechtsmasche, das Engen,
das Abketten; b) ein Paar Socken.
3. Schuljahr.
a) Ein Paar gerippt gestrickte Kinderstrümpfe
mit Erlernung der Strumpfregel; b) ein Paar
gerippt gestrickte Frauenstrümpfe. Anwendung
der Strumpfregel mit Berücksichtigung etwaiger
individueller Forderungen.
4. Schuljahr.
a) Ein Paar glatt gestrickte Strümpfe für Er-
wachsene, b) Das Wäschezeichen auf Stramin
Unterstiche, Deckstiche, Kreuzstiche, versetzte Kreuz-
stiche, Kettenmuster, Blättchenmuster, Bogen-
muster, das große lateinische Alphabet, die Zif-
fernreihe, das kleine französische Alphabet, der
Name der Schülerin, die Jahreszahl.
5. Schuljahr.
a) Das Nähtuch: Vorstich, Hinterstich, Stepp-
stich, Seitenstich, Saumstich, Feston-, Knopfloch-
und Flanellstich, einfacher Saum und Hohlsaum,
Üerwendlingsnaht,
Doppelnaht und Musselin-
naht; das große lateinische Druckschriftalphabet
sowie die Nameninitialen und die Jahreszahl in
Kreuzstich; b) ein Kissenüberzug.
6. Schuljahr.
a) Anfertigen und Zuschneiden eines Hemdes
mit angeschnittenen Keilen; b) Leinwandstopfen
auf Stramin: Stopfen dünner Stellen und
Löcher in gewöhnlicher Leinwand; c) Stücke-
aufsäumen an: Nähtuch;
d)
Annähen von
Knöpfen, Haken, Haften, Schnüren und Auf-
hängern;
e)
Anfertigen von Knopflöchern,
Schnürlöchern, Zwirnschleifen und Hangösen.
7. Schuljahr.
a) Zuschneiden und Anfertigen eines Bündchen-
hemdes mit kurzen Keilen; b) Das Strumpf-
slicken an einem besondern, dazu bestimmten
Maschengewebe: Stopfen dünn
gewordener
Stellen, Stopfen von Löchern; c) praktische An-
wendung des Gelernten an Strümpfen; d) Lein-
wandflicken und Stückeaufsäumen an Gebrauchs-
gegenständen.
Der Stoff ist derselbe für die einklassigen und
mehrklassigen Schulen. Jedoch dürfen bei gün-
stigen Verhältnissen im 5., 6. und 7. Schuljahr
die oben genannten Gegenstände durch ein von
den Schülerinnen gehäkeltes Spitzchen, eventuell
durch einen kleinen Feston verschönert werden.
Behandlung.
Der Handarbeitsunter-
richt ist Klassenunterricht. Alle Kinder einer Ab-
teilung machen dieselbe Arbeit und bedienen sich
desselben Materials. Sie erhalten gemeinschaft-
liche Unterweisung und schreiten in den Haupt-
zügen zusammen for.
Jede neue Übung wird durch Vorzeigenoder Vo-
machen an entsprechenden Veranschaulichungs-
mitteln zum Verständnis gebracht.
Zum Veranschaulichen der Strickübungen die.
nen zwei dicke hölzerne Stricknadeln von ver-
schiedener Farbe, dicke Baumwolle oder leicht
gedrehte Kordel. — Das Leinwandzeichnen, die
verschiedenen Nähstiche und die Stopfen können
an sogenannten Nährahmen und Stopfrahmen
erlernt werden. — Das Zuschneiden der Hemden
wird durch Kreidezeichnungen an der Wandtafel
veranschaulicht und darnach von den Schülerinnen
nach den Angaben der Lehrerin in Papier und in
natürlichem Maßstab eingeübt.
Wohl ist der Handarbeitsunterricht als Klassen-
unterricht Zu erteilen, aber der Einzelunterricht
darf nicht ausgeschlossen werden. Gleich nach den
ersten Versuchen, muß kontrolliert werden, ob
das Vorgezeigte und Vorgemachte richtig erfaßt
ist.
Auf das Fehlerhafte und Unpünktliche in
ihren Leistungen werden die einzelnen Schüle-
rinnen aufmerksam gemacht. Oft ist auch die
ganze Klasse aufzufordern, die vorgekommenen
Fehler zu erkennen und zu berichtigen.
Die Theorie hält gleichen Schritt mit der
Praxis. Zur Auffindung der Regeln und Ge-
setze, wie überhaupt bei allem, was durch Nach-
denken gefunden werden kann, kommt die fra-
gend-entwickelnde Lehrform Zur Anwendung;
bei dem Tatsächlichen bedient man sich der vor-
tragenden, bei der Wiederholung der fragenden
Form.
Damit der Ausführungsmodus der verschie-
denen Arbeiten und die richtige Benennung,
resp. Ausdrucksweise sich dem Gedächtnis der
Schülerinnen besser einprägen, sollen bei jedem
neuen Teil einer Arbeit die betreffenden Grund-
regeln, eventuell Benennungen an die Wand-
tafel geschrieben werden. Desgleichen wird zu
Anfang des Unterrichts die Arbeit einer jeden
Abteilung von der Lehrerin oder einer Schülerin
an der Tafel angegeben.
Zu demselben Zweck sind in jeder Handarbeits-
stunde einige Minuten der Wiederholung der
Theorie zu widmen.
Jede Nebenbeschäftigung der Lehrerin und
der Schülerinnen ist untersagt. Auch beschränkt
sich der Handarbeitsunterricht
während
der
Schulzeit ausschließlich auf die für dieses Fach
festgesetzten Stunden. In allen Klassen ist auf
gute Körperhaltung der Schülerinnen zu achten.
C. Lehrmittel.
A.
Notwendige
Lehrmittel.
1. Zwei schwarze Wandtafeln, wovon die eine
auf einer Seite für den ersten Unterricht im
schreiben limüert, die andere auf einer Seite
mit Quadraten versehen ist.
2. Eine Lesemaschine mit mehreren Alphabeten
oder Lesewandtafeln.
3. Bilder für den Anschauungsunterricht.
4. Eine Rechenmaschine.
5. Eine Auswahl der metrischen Maße und
Gewichte.
6. Eine Sammlung Naturalien; Wandbilder
zur Naturkunde.
7. Ein Globus.
8. Geographische Karten: Plankarte der Ge-
meinde; Karte des Kantons; Karte des Luxem-
burger Landes; Physikalische Karte von Europa;
Die Planigloben.
B.
Wünschenswerte
Lehrmittel.
— 1. Künstlerischer Wandschmuck; einige
Illu-
strationen zu Märchen, Fabeln oder Gedichten.
2. Vollständige Sammlung metrischer Maße
und Gewichte.
3. Naturkundliche Lehrmittel
Ein kleiner
physikalischer und ein chemischer Apparat.
4. Geographische Lehrmittel: Eine Wandtafel
zur Veranschaulichung geographischer Grund-
begriffe; eine Karte von Deutschland, Frankreich,
den Niederlanden (Holland, Belgien, Luxem-
burg); geographische Wandbilder; erdkundliche
Produktensammlung.
5. Geschichtliche Wandbilder.
6. Ein Projektionsapparat.
7. Eine Wandtafel mit Notentinien, resp.
Solfeggientafeln.
8. Zirkel, Winkelmaß und Reißschiene; eine
Auswahl von Modellen für den Zeichenunter-
richt; Modellierton oder Plastilin.
9. Turnstäbe; Spielbälle.
10. Lehrmittel für weibliche Handarbeiten.
D. Lernmittel.
Jeder Schüler muß außer den vorgeschriebenen
Schulbüchern folgende Lehrmittel besitzen.
Im
1. Schuljahr
Eine Schiefertafel mit Schwamm und Griffel
und vom Beginn des Sommerfemesters ab ein
Heft mit 8 Doppelzeilen, Bleistift und Lineal.
Es ist ratsam, das Schreiben ins Heft mit dem
Bleistift zu beginnen, um so den Übergang vom
Griffel Zur Feder leichter zu gestalten.
2. Schuljahr
Neben der Schiefertafel ein Heft mit 10 Dop-
pelzeilen für die deutsche und ein Heft mit
8 Doppelzeilen für die lateinische Schrift, dazu
Feder und Tinte.
3. Schuljahr
Außer der Schiefertafel zwei Aufgabenhefte
mit 10 Doppelzeilen, daneben ein eigenes Kalli-
graphieheft mit Doppelzeilen.
4. Schuljahr
Neben der Schiefertafel und dem Kalligraphie-
Heft zwei Aufgabenhefte mit 16 Einzelzeilen. Ein
Rechenheft mit ziemlich großen Quadratlinien
ist erwünscht. .
5. bis 7. Schuljahr
Zwei Aufgabenhefte mit 19 Einzelzeilen (im
7. Schuljahr sind Hefte mit 21 Zeilen zulässig),
ein Vorbereitungsheft, ein Rechenheft mit mög-
lichst großen Quadratlinien. In diesen 3 Schul-
jahren darf die Schiefertafel in Wegfall kommen.
Empfehlenswert
sind Zeichenhefte, welche
eine Zeichenfläche von 20:16 bis 22:18 cm haben.
Auf der Unterstufe können dieselben mit
Quadratnetz versehen sein; von der Mittelstufe
an sind nur mehr unkarierte Hefte, an: besten mit
Zentimeterrahmen eingefaßt, oder Zeichenblöcke,
zulässig.
E. Schul- und Hausaufgaben.
Von dem Zeitpunkt ab, wo zwei Aufgaben-
hefte im Gebrauche sind, wird wechselweise in
beide geschrieben, ohne Rücksicht auf die ver-
schiedenen Fächer. Eines der Hefte behalt der
Lehrer abwechselnd zur Korrektur, während die
Schüler das andere benutzen.
Vom 2. Schuljahr an muß jede Aufgabe mit
dem Datum ihrer Anfertigung versehen sein.
In der Regel muß jeden Tag auf allen Stufen
wenigstens eine Aufgabe ins Heft eingetragen
werden.
Weder Schul- noch Hausaufgaben werden auf
lose Blätter, sondern in die dazu bestimmten
Hefte geschrieben.
Es ist jedoch ratsam, auf der Mittel- und Ober-
stufe von Zeit zu Zeit Prüfungen auf lose Blätter
anfertigen zu lassen, um die Schüler anzuleiten,
beranderen Gelegenheiten ähnliche Prüfungs-
anfgaben gut zu besorgen.
Die Prüfungen sowie die vollgeschriebenen
Hefte sollen, nachdem die Eltern Einsicht davon
genommen haben, im Schulschrank aufbewahrt
und den Kindern am Ende des Schuljahres aus-
gehändigt werden.
Bei Anfertigung von Briefen ist besonders
Gewicht auf die äußere Form zu legen, und es
sind die Schüler darauf aufmerksam zu machen,
daß der Name des Absenders auf der Rückseite
des Briefumschlages zu vermerken ist.
Die Zeit für die häuslichen Arbeiten beträgt
aus der Unterstufe ¼ bis ½ Stunde, für die
Mittelstufe ½ bis ¾ Stunde und für die Ober-
stufe eine ganze Stunde.
Vom Vormittag aus den Nachmittag werden
keine schriftlichen und eine neuen mündlichen
Aufgaben gegeben.
An den schulfreien Tagen dürfen den Schülern
von Zeit zu Zeit schriftliche Arbeiten gegeben
werden.
Alle Hausaufgaben müssen durch den ganzen
Unterricht oder speziell so vorbereitet sein, daß sie
ohne fremde Beihilfe ausgeführt werden können-
jedoch darf die Vorbereitung nicht derart sein, daß
sie die Selbsttätigkeit der Kinder ausschließt. Die
Hilfeleistung der Eltern sollsich daraus beschränken
die Kinder zur regelmäßigen und sauberen Aus-
führung der Arbeiten anzuhalten.
Die häuslichen Aufgaben, wie alle schriftlichen
Arbeiten überhaupt, müssen regelmäßig und sorg-
fältig verbessert werden.
Die Verbesserung soll maßvoll sein. Alle ma-
teriellen Fehler müssen selbstverständlich ange-
strichen werden, doch ist in dem Hervorheben der
formellen Fehler weises Maß zu halten, damit
die Schüler nicht entmutigt und verwirrt
werden.
Die Verbesserung sei sauber. Das Kind em-
pfindet es bitter, wenn ihm seine Arbeit vom
Lehrer, der die größte Sauberkeit von ihm ver-
langt, durch die Verbesserung verunstaltet wird.
Das Fehlerhafte muß mit roter Tinte oder Kor-
rekturstift angestrichen werden. Die Fehler gegen
die Interpunktion können durch besondere Zeichen
angedeutet werden.
Die materiellen Fehler
werden nie vom Lehrer verbessert, die formellen
hingegen müssen von ihm verbessert werden, aber
nur in den Fällen wo dies nicht durch den Schüler
geschehen kann.
Jede Arbeit ist mit einer Zensur zu versehen.
Diese erstreckt sich auf den Inhalt, die Form und
die äußere Ausstattung und kann in Gestalt eines
Bruches ihren Ausdruck finden, bei welchem der
Zähler, je nach der Art der Aufgabe, die Punkte
angibt für Inhalt und Form, resp. Form (Maxi-
mum 60 Punkte), der Nenner hingegen die
Punkte für Schrift und Ausstattung (Maximum
10 Punkte). Im allgemeinen werden für jeden
Fehler gegen die Orthographie und Grammatik 2
Punkte, für jeden Fehler gegen die Interpunk-
tion ½ Punkt in Abzug gebracht. Derselbe Fehler
zâht nur einmal.
Die Fehler der verschiedenen Arbeiten stellt
der Lehrer gruppenweise zusammen, um sie bei
der Rückgabe der Hefte in nutzbringender Weise
vor der ganzen Klasse zu besprechen. Fehler, die
öfter wiederkehren, geben Veranlassung zu be-
sonderen orthographischen und grammatischen
Übungen in der betreffenden Stunde.
Die von dem Schüler vorgenommene Ver-
besserung wird zugleich mit der nächsten Arbeit
vom Lehrer durchgesehen.
F. Wochenplan
oder Verteilung der wöchentlichen Unterrichts-
stunden auf die verschiedenen Fächer.
Vorbemerkung
Jede
Lehrperson
ist
gehalten, mit Beginn des Schuljahres, auf Grund
der nachstehenden Wochenpläne, für ihre Schule
einen
Stundenplan
aufzustellen.
Die tägliche Unterrichtszeit ist auf 6 Stunden
festgesetzt. Die Kinder des 1. Schuljahres dürfen
während des Wintersemesters vor- und nachmit-
tags bei Beginn der Pause entlassen wer-
den.
20 e
Einklassige Knabenschule.
k. — kombiniert.
getr. — getrennt.
1) = gelegentlich kombiniert mit III resp. V.
2) = abwechselnd dem III. und IV. k. für Heimat- resp. Naturkunde — und dem V.—VII.
k. für Naturgeschichte resp. Naturlehre zuzuteilen.
3) = im V.—VII. gelegentlich Wiederholung der Schreibgruppen.
k = kombiniert.
1) = gelegentlich kombiniert mit dem III. resp. V.
2)= abwechselnd mit dem III. u. lV.k. für Heimat- resp. Naturkunde und dem V., VI. n. VII. k.
für Natur- resp. Saushaltungskunde zuzuweisen.
2) — nur für Mädchen. In den Ortschaften, wo ein geeignetes Lokal zur Erteilung des Handarbeits-
unterrichtes vorhanden ist, erhalten an gemischten Schulen die Knaben während dieser Zeit
Unterricht im Flächen- u. Körperrechnen, Zeichnen und deutschem Aufsatz. Wo dies nicht der
Fall ist, unternimmt der Lehrer, so oft die Witterung es erlaubt, mit den Knaben Lehr-
spaziergänge, die teils im Dienst der Zeimat- u. Naturkunde, teils im Dienst des Flächen»
u. Körperrechnens stehen.
4) = im V. bis VII. bloß gelegentlich Wiederholung der Echreibgruppen.
Zweiklassige Schule,
a) Untergrad für Knaben.
k. = kombiniert.
1) = gleichmäßig auf Heimat- und Naturkunde zu verteilen.
Einklassige Mädchenschule oder gemischte Schute.
Schuljahr
I
I I
III
IV
V
VI
VII
Total
Religion
Deutsch
3/2
3/2
3/2K
5/2 k.
Französisch
2/2
3/2 ½
3/2
3/2 ½
½
Rechnen
2/2
2/2
3/2
2/2
)
3/2
2/2K1
schanungs-
unterricht
2/2 k.
Heimat- u
Naturkunde
12)
Geschichte
1k.
Geographie
½
½K
Weibliche
Handarbeit
2K3
Zeichnen
½ k.
½
Schön-
schreiben
½K.4
½
Gesang
½K
½
Turnen
½ k.
½
Total der
wöchent-
lichen
Unterrichts-
stunden
Schuljahre
I
I I
III
Total
Religion
Deutsch
6/2
5/2
5/2
Französtsch
41/2
Rechnen
5/2
5/2
5/2
71/2
An-
schaunngs-
unterricht
6/2 k.
Heimat-
und
Naturkunde
21)
Zeichnen
2/2
Schön-
schreiben
2/2
Gesang
2/2 k.
Turnen
2/2 k.
Total
8er wöchentlichen
Unterrichts-
stunden
Zweiklassige Schule.
b) Untergrad für Mädchen oder gemischte Schulen.
k. = kombiniert.
1) = Für gemischte Schulen dieselbe Bemerkung wie unter 3 bei einklassig-gemischten Schulen.
Zweitklassige Schule,
a) Obergrad für Knaben.
k. = kombiniert.
1) = V. und VI. je 4/2 getrennt in grammaire und lecture expliquée und ½ k. in langage.
2) = teilweise kombiniert mit V.
3) = Naturlehre und Naturgeschichte.
4) = V.— VII. gelegentliche Wiederholung der Schreibgruppen.
Schuljahre
I
II
III
Total
Religion
Deutsch
6/2
5/2
5/2
Französisch
8/2
Rechnen
5/2
5/2
5/2
11/2
Anschauungs-
unterricht
5/2 k.
21/2
Heimat-
und
Naturkunde
3/2
11/2
Weibliche
Handarbeit
2K1
Zeichnen
2/2
Schön-
schreiben
2/2
Gelang
Turnen
2/2k. 1/2 k.
1/2
Total
der wöchentlichen
Unterrichts-
stunden
Schuljahr
IV
V
VI
VII
Total
Religion
Deutsch
5/2
5/2k.
4/2
Französisch
5/2
4/2
4/2
4/2
Rechnen
3/2
4/2
3/2
2/2
Heimal-
und
Naturkunde
1/2
1/2
3)
Geschichte
1k.
Geographie
1/2
1K
11/2
Zeichnen
1k.
Schön-
schreiben
1/2
1/2
Gesang
1/2 k.
1/2
Turnen
1/2k.
1/2
Total
der
wöchentlichen
Unterrichts»
stunden
Zweiklassige Schule,
b) Obeigrad für Mädchen oder gemischte Schule.
Schuljahr
IV
V
VI
VII
Total
Religion
Deutsch
5/2
4/2
Französisch
5/2
2/2
Rechnen
3/2
4/2
3/2
2)
2/2
Heimat- u.
Naturkunde
½
1½
Geschichte
1k.
Geographie
½
Weibliche
Handarbeit
Zeichnen
1 k
Schön-
schreiben
½5)
½
Gesang
½ k.
½
½ k.
½
Lichen Unters
k= kombiniert.
1)= V u. VI je
4/2
Std. getrennt in grammaire u. lecture expliquée und ½ kombiniert für langage.
2)= gelegentlich mit V kombiniert
3) = Haushaltungskunde und Naturgeschichte.
4)= Für gemischte Schulen dieselbe Bemerkung wie unter 3 bei einklassig-gemischten Schulen.
5)= V — VII gelegentliche Wiederholung der Schreibgruppen.
Dreiklastige S c h u l e ,
a) Untergrad für Knaben.
Schuljahr
I
II
Total
Religion
Deutsch
12/2
16/2
Rechnen
6/2
8/2
An-
schauungs-
unterricht
8/2 k
Weibliche
Handarbeit
Schön-
schreiben
3/2 k.
1½
Gesang
3/2 k.
1½
Turnen
2/2 k
Total
der wöchentlichen
Unterricht«»
stunden
b) Unterqrad für Mädchen 1)
I
II
Total
12/2
16/2
8/2
6/2
k
2 2)
3/2 k.
1½
2/2 k
k. = kombiniert.
1) = oder für gemischte Schule.
2) = 1. Schuljahr still beschäftigt.
Dreiklassige Schule
a) Mittelgrad für Knaben.
Schuljahr
III
IV
Total
III
IV
Total
Religion
Deutsch
8 k.
7½
k.
7½
Französisch
3½
7½
Rechnen
31)
Heimat-
ünd
Naturkunde
2½ k.
2½
Weibliche
Handarbeit
Zeichnen
1½k
1½
b) Mittelgrad für Mädchen.2)
31)
2 k.
2k3
2/2 k.
Schön-
schreiben
2/2 k.
2/2 k.
Gesang
2/2k
2/2 k.
Turnen
2/2 k.
2/2 k.
Total
der wöchentlichen
Unterrichts-
stunden
k. = kombiniert.
1) = teilweise mit III. kombiniert.
2) = oder für gemischte Schule.
3) = Für gemischte Schulen s. Bemerkung 3 bei einklassig-gemischten Schulen.
Dreiklassige Schule.
a) Obergrad für Knaben.
Schuljahr
V
VI
VII
Total
Religion
Deutsch
4K.
Französisch,
2 ½ ½k1
2 ½
Rechnen
2 ½
2 2 )
1½
Naturkunde
1k.
Geschichte
1k.
Geographie
½
1k.
1½
Weibliche
Handarbeit
Zeichnen
1k.
Schön-
schreiben
gelegentliche
Wiederholung
der Schän-
schreib-
gruppen
Gesang
1k.
Turnen
½ k.
½
Total der
wochent-
lichen Unter-
lichtstunder
b) Obergrad für Mädchen.
V
VI
VII
Total
4k.
2 ½ +2½k1
2 ½
2 ½
1½
1k.
13)
1k.
½
1k.
1½
2 k.
1 k. wie oben
1k.
½ k.
½
k = kombiniert.
1)= V u. VI je 2½ Std. getrennt in grammaire u. lecture expliquée und ½ Std. kombiniert in langage.
2) = teilweise mit V kombiniert
3)= Naturlehre resp Haushaltungskunde und Naturgeschichte.
Vu et approuvé,
Luxembourg, le 25 mars 1914.
Le Directeur général de l'intérieur
BRAUN.
Instruction du 7 avril 1914, concernant l'exé-
cution de l'arrêté du 25 mars 1914, portant
publication du plan général d'études pour les
écoles primaires.
Mon arrêté du 25 mars 1914, portant publi-
cation du plan général d'études pour les écoles
primaires est mis en vigueur provisoirement
pour une durée de cinq ans à partir du com-
mencement de l'année scolaire 1914-1915.
Pendant cette période quinquennale les
membres du personnel enseignant s'en tien-
dront à l'observation stricte des prescriptions
du plan d'études pour autant qu'elles ont trait
aux écoles dont la direction leur est confiée.
Je les engage vivement à communiquer à
l'inspecteur d'arrondissement les observations
que leur suggérera l'application du plan d'é-
tudes.
A leur tour, les inspecteurs d'écoles trans-
mettront à l'inspecteur principal toutes ces
propositions qui seront examinées et, le cas
échéant, prises en considération lors du travail
de revision éventuelle du plan général d'études
après la période, susindiquée de cinq années.
Luxembourg, le 7 avril 1914.
Le Directeur général de l'intérieur,
BRAUN.
Rundschreiben vom 7. April 1914, über die Aus-
führung des Beschlusses vom 25. März 1914, be-
treffend die Veröffentlichung des allgemeinen
Lehrplans für die Primärschulen.
Mein Beschluß vom 25. März 1914 betreffend
die Veröffentlichung des allgemeinen Lehrplans
für die Primarschulen tritt mit Beginn des
Schuljahres 1914—1915 provisorisch für einen
Zeitraum von fünf Jahren in Kraft.
Während dieser fünfjährigen Periode haben
die Lehrpersonen sich streng an die im Lehrplan
festgelegten Vorschriften zu halten, insoweit die-
selben sich auf, die von ihnen geleiteten Schulen
beziehen. Die Bemerkungen, zu denen die Aus-
führung des Lehrplanes Anlaß geben wird,
mögen sie ihrem Bezirksschulinspektor mitteilen.
Die Schulinspektoren, ihrerseits, werden dem
Oberschulinspektor alle diesbezüglichen Vorschläge
des Lehrpersonals übermitteln. Gelegentlich der
nach obengenanntem Zeitraum von fünf Jahren
eventuell stattfindenden Durchsicht des allge-
meinen Lehrplans
werden dieselben studiert
und gegebenenfalls in Betracht gezogen werden.
Luxemburg, den 7. April 1914.
Der General-Direktor des Innern,
B r a u n .
Avis. — Expropriations pour cause d'utilité publique.
D'un exploit de l'huissier Schadeck de Diekirch, du 11 avril 1914, il résulte qu'à la requête de l'admi-
nistration communale de Mertzig, représentée par son conseil échevinal, composé de MM. 1° Jean-Pierre
Kass, cultivateur, demeurant à Niedermertzig, premier échevin,-faisant fonctions de bourgmestre, le titu-
laire étant décédé; 2° Nicolas Weyland, cultivateur, demeurant à Niedermertzig, échevin; 3° Jean-Baptiste
Schmitz, cultivateur, demeurant à Obermertzig, conseiller le plus ancien en rang, faisant fonction d'échevin,
pour laquelle domicile est élu à Diekirch, en l'étude de M e Pierre Pemmers, avocat-avoué, y demeurant,
qui est constitué et occupera pour elle;
•Assignation a été donnée à: 1° le sieur Emile Elsen, cultivateur, demeurant à Bürden, en sa qualité de
propriétaire-, 2° la demoiselle Céline Colette, rentière, demeurant à Mertzig, en sa qualité d'usufruitière;
A comparaître le 28' avril 1914, à 9½ heures du matin, devant le tribunal d'arrondissement de Diekirch,
siégeant en matière d'expropriation pour cause d'utilité publique, au palais de justice à Diekirch, pour,
attendu qu'au nombre des parcelles à exproprier, indiquées aux dits plans et arrêtés, figurent: les suivantes,
appartenant aux assignés, savoir, à Emile Elsen comme nu-propriétaire et à Céline Colette comme usufrui-
tière, savoir: I . un labour, situé commune de Mertzig, ban de Niedermertzig, lieu dit « im Grosfeld », section A
entre Marso et Stoffel, portant le n° 1145/2802 du cadastre; II. une parcelle, autrefois champs, aujourd'hui
pré, située commune de Mertzig, ban de Niedermertzig, lieu dit « im Grosfeld », section A entre Colette et
Ries et le chemin communal, portant les nos 1144/2321 et 1144/1009 du cadastre; voir dire que les formalités
prescrites par la loi pour parvenir à l'expropriation des terrains à emprendre, ont été remplies; voir donner
acte à la requérante qu'elle offre aux assignés pour indemnité du chef de l'expropriation pour cause d'utilité
publique des parcelles en question, la somme de cinquante centimes par mètre carré et un franc par mètre
courant de haie de clôture à emprendre, faisant: 1° dans la parcelle sub I ci-dessus a) pour une emprise de
un are trente-six centiares, soixante-huit francs; b) pour la suppression d'une haie de clôture sur une lon-
gueur de 95 mètres, nonante-cinq francs; 2° dans la parcelle sub II ci-dessus: a) pour une emprise de deux
ares cinquante-cinq centiares, cent vingt-sept francs cinquante centimes; b) pour la suppression d'un
haie de clôture sur une longueur de 145 mètres, cent quarante-cinq francs, ensemble la somme de quatre
cent trente-cinq francs cinquante centimes, avec les intérêts depuis le jour de la prise de possession.
Pour extrait: Schadeck.
D'un exploit de mon ministère, en date du 11 avril 1914, il résulte qu'à la requête de l'Etat du Grand-
Duché de Luxembourg, représenté par son Directeur général des travaux publics, M. Charles de Waha,
domicilié à Luxembourg, pour lequel est constitué et occupera M e Joseph Neuman, avocat-avoué, demeurant
à Luxembourg;
Assignation à été donnée à: A. Jean-Pierre Wagner, hôtelier, et à son épouse Elise Muller, sans état,
domiciliés ensemble à Luxembourg-gare; B. 1° Suzanne Beck, propriétaire et marchande, veuve de Petit
Clement, domiciliée à Bonnevoie, Dernier Sol; 2° les enfants issus de l'union qui a existé entre Clement
Petit et sa veuve prérappelée, à savoir: a) Nicolas Petit, marchand, demeurant à Bonnevoie; b) Anne
Petit, sans état, épouse de c) Guillaume Meyer, boucher, domiciliés ensemble à Luxembourg; d) Marie
Petit, sans état, épouse de e.) Jean-Pierre Metzdorf, marchand, domiciliés ensemble à Bonnevoie; f) Egide
Petit, garçon de café, présentement à New-York (Amérique du Nord), domicilié chez sa mère, la dame
Suzanne Beck, veuve Petit à Bonnevoie; g) Elise Petit, sans état, épouse de h) Pierre Lampesch, employé
du chemin de fer, demeurant ensemble à Bettembourg; i) Thérèse Petit, sans état, épouse de j) Jacques
Meyrath, employé du chemin de fer, demeurant ensemble à Bonnevoie; k) Emile Petit, marchand, domi-
cilié à Bonnevoie; C. Michel Linster, menuisier, domicilié à Bonnevoie;
A comparaître mercredi, le 29 avril prochain, à 9½ heures du matin, devant le tribunal d'arrondissement
de Luxembourg, siégeant en matière d'expropriation pour cause d'utilité publique, au palais, de justice
à Luxembourg, pour: attendu que l'arrêté grand-ducal du 4 mars 1914 a déclaré d'utilité publique les
travaux de construction des rampes d'accès au passage supérieur de la route de Luxembourg à Thionville,
à Bonnevoie, sur le territoire de la commune de Hollerich, d'après les plans dressés et présentés par l'admi-
nistration des travaux publics; attendu qu'il a été déposé au greffe du tribunal civil de l'arrondissement
de Luxembourg, où les intéressés peuvent en prendre communication: 1° l'arrêté de cessibilité pris par
M. le Directeur général des travaux publics M. Charles de Waha, le 10 mars 1914, par lequel les parcelles
de terrain nécessaires à la construction des rampes d'accès au passage supérieur de la route de Luxembourg
à Thionville, à Bonnevoie, sur le territoire ce la commune de Hollerich, indiquées aux plans parcellaires et
tableau des emprises annexés au dit arrêté, sont déclarées cessibles pour cause d'utilité publique; 2°les pièces
de l'instruction administrative qui a précédé l'arrêté prérappelé; 3° les plans des travaux à exécuter avec
plans terriers et tableaux d'emprises indicatifs des parcelles à emprendre pour cette construction et à expro-
prier pour cause d'utilité publique; attendu qu'au nombre de ces parcelles à emprendre indiquées aux plans
et tableaux précités figurent les parcelles ci-après désignées: 1° une partie d'une parcelle de jardin de 4 ares
51 centiares, formant le n° 5 du plan des emprises, dont 4 ares 9 centiares pour la route et 42 centiares,
formant excédent à droite à emprendre dans un jardin d'une contenance totale de 12 ares 10 centiares,
figurant au cadastre de la commune de Hollerich, section B, sous le n° 24/1885 au lieu dit « route de Thion-
ville», appartenant aux époux Wagner-Muller repris sub A; 2° une partie d'une parcelle de 25 centiares.
formant le n° 8 du plan des emprises, dont toute l'emprise pour la route, à emprendre dans une place d'une
contenance totale de 3 ares 35 centiares, figurant au cadastre de la commune de Hollerich, section B, sous
le n° 26/3261, au lieu dit « route de Thionville», appartenant à la veuve Petit-Beck et aux enfants Petit-
Beck repris sub B; 3° une partie d'une place de 1 are 21 centiares formant le n° 9 du plan des emprises, dont
toute l'emprise pour la route, à emprendre dans une place d'une contenance totale de 3 ares 45 centiares
figurant au cadastre de la commune de Hollerich, section B, sous le n° 26/3262 au lieu dit « route de Thion-
ville», appartenant à la veuve Petit-Beck et aux enfants Petit-Beck, repris sub B; 4° un pré de 8 ares 90
centiares, formant le n° 10 du plan des emprises, figurant au cadastre de la commune de Hollerich, section B,
sous le n° 26/3182, au lieu dit « route de Thionville», pour la dite contenance de 8 ares 90 centiares, appar-
tenant à Linster Michel, repris sub C et à la veuve Petit-Beck et aux enfants Petit-Beck repris sub B;
attendu que le requérant offre pour indemnité du chef de l'expropriation pour cause d'utilité publique
A. aux époux Wagner-Muller, la somme de 750 fr. par are de la parcelle de jardin à emprendre, soit pour
les 4 ares 51 centiares, la somme globale de 3382 fr. 50; B. à la veuve Petit-Beck et aux enfants Petit-Beck
1° la somme de 2000 fr. par are de la partie de la place figurant au cadastre sous le n° 26/3262, soit pour les
1 are 21 centiares, la somme globale de 2420 fr.; 2° la somme de 2000 fr. par are de la partie de la place
figurant au cadastre sous le n° 26/3261, soit pour les 25 centiares, la somme globale de 500 fr.; C. à Linker
Michel et à la veuve Petit-Beck et aux enfants Petit-Beck, la somme de 2000 fr par are du pré figurant
au cadastre sous le n° 26/3182, soit pour les 8 ares 90 centiares, la somme globale de 17.800 fr.; attendu
que les assignés refusent ces offres et que, dans ces circonstances, le requérant est contraint de faire pro-
céder, conformément à la loi du 17 décembre 1859.au règlement des indemnités; attendu que les indemnités
offertes sont suffisantes. En conséquence les assignés voir dire, a) que les formalités prescrites par la loi
du 17 décembre 1859, pour parvenir à l'expropriation pour cause d'utilité publique des parcelles en question
ont été remplies; b) voir donner acte au requérant qu'il offre aux assignés pour indemnité du chef de l'ex-
propriation: l°aux époux Wagner-Muller la somme de 3382,50 fr. pour les 4 ares 51 centiares du n° 24/1885;
2° à la veuve Petit-Beck et aux enfants Petit-Beck, tous préqualifiés, la somme de 500 fr. pour les 25 cen-
tiares du n° 26/3261, et celle de 2421 fr. pour les 121 mètres carrés du n° 26/3262; 3° à Linster Michel et à là
veuve Petit-Beck et aux enfants Petit-Beck, tous préqualifiés, la somme de 17.800 fr. pour le pré n° 26/3182;
c) en cas de refus d'accepter les dites offres, voir procéder conformément à la loi au règlement des indem-
nités auxquelles les assignés ont droit; d) voir ordonner la mise en possession de mon requérant des parcelles
ci-dessus indiquées à charge par lui de consigner préalablement les sommes ci-dessus offertes ; e) les époux
Wagner. Meyer, Metzdorf, Pampesch, "Meyrath, tous préqualifiés, autoriser leurs épouses respectives à
ester en justice, sinon y voir suppléer par le tribunal; f) s'entendre en cas de contestation, les assignés con-
damner aux dépens; sous la réserve expresse de pouvoir changer les présentes conclusions suivant les cir-
constances; sommant les assignés de réclamer devant le tribunal les sommes qu'ils réclament à titre d'in-
demnités.
Pour extrait conforme: J. N. Geib, huissier à Luxembourg.