Arrêté du 19 septembre 1916, portant fixation du plan d'études général pour les écoles primaires supérieures du Grand-Duché.
Table des dispositions (9)
Texte législatif (9 Articles)
Mémorial
du
Memorial
des
Grand-Duché de Luxembourg.
Lundi, 25 septembre 1916.
N° 76.
Arrêté du 19 septembre 1916, portant fixation
du plan d'études général pour les écoles
primaires supérieures du Grand-Duché.
LE
DIRECTEUR
GÉNÉRAL
DE
L'INTÉRIEUR
ET
DE
L'INSTRUCTION
PUBLIQUE;
Vu l'art. 2 de la loi du 23 avril 1878, concer-
nant l'organisation de l'enseignement primaire
supérieur;
Arrête
A partir de l'année scolaire 1916-1917,
le plan d'études faisant annexe au présent
arrêté, sera introduit et suivi, pendant une
période provisoire de cinq années scolaires,
dans les écoles primaires supérieures du Grand-
Duché.
Der gegenwärtigen: Beschluß bei-
liegende Lehrplan wird provisorisch für die Dauer
von 5 Jahren, vom Schuljahr 1916—1917 ab,
in den Oberprimärschulen des Großherzogtums
eingeführt und befolgt.
A partir du 1er octobre prochain
et conformément à la loi susvisée du 10 mai
1916, l'heure légale du Grand-Duché sera celle
dite « d'Europe centrale », laquelle retarde de
60 minutes sur l'heure estivale actuellement en
vigueur.
La transition se fera pendant la nuit du 30
septembre au 1er octobre de telle manière que
le 30 septembre finira une heure après minuit.
A 1 heure de la nuit, les horloges seront retar-
dées d'une heure, et c'est à partir de ce mo-
ment que commencera le 1er octobre.
Ausführungsmodus werden sowohl systematisch
als gelegentlich wiederholt.
Der erste Unterricht im Maschinennähen be-
steht im Vorzeigen und Anschauen der Maschine
und in einem kurzen Überblick über die Geschichte
derselben. Darnach werden die Teile und nach
und nach auch die Hilfsapparate vorgezeigt,
deren Zweck erklärt und praktisch nachgewiesen.
Außerdem werden Belehrungen über die Eigen-
schaften der Nadel und Fäden, ferner über die
Behandlung und das Instandhalten der Maschine
gegeben.
Das eigentliche Einführen ins Maschinennähen
geschieht durch Vormachen durch die Lehrerin und
Nachmachen durch die Schülerinnen an einem
Stoffabschnitte. Die ersten Versuche werden
ohne Faden gemacht. Die Fertigkeit im Ma-
schinennähen wird wie in allem Können durch
fleißiges Üben erzielt.
Ministerialbeschluß vom 23. September 1916,
die Bezeichnung der gesetzlichen Zeit betreffend.
Der
Staatsminister,
Präsident
der
Regierung
;
Nach Einsicht des Gesetzes vom 10. Mai 1916,
betreffend die Vereinheitlichung der gesetzlichen
Zeit während der Sommerzeit;
Beschließt
Vom 1. Oktober künftig ab wird in
Gemäßheit des vorerwähnten Gesetzes vom 10.
Mai 1916 im Großherzogtum als gesetzliche
Zeit die sogenannte „mitteleuropäische Zeit"
gelten, die der zur Zeit in Anwendung stehenden
Sommerzeit um 60 Minuten nachgeht.
Die Überleitung geschieht in der Nacht vom
30. September zum 1. Oktober in der Weise,
daß der 80. September eine Stunde nach Mitter-
nacht endigt. Um 1 Uhr nachts werden die Uhren
um eine Stunde zurückgestellt und nun beginnt
der 1. Oktober.
A l'effet d'éviter toute confusion, la 1re heure
entre minuit et 1 heure du matin, celle qui
appartient encore au 30 septembre, sera dé-
signée par 12 h. ., min. (A) et la seconde, celle
qui appartient déjà au 1er octobre, par 12 h.
. .min. (B).
Le présent arrêté sera inséré au
Mémorial et au Courrier des écoles.
Luxembourg, le 19 septembre 1916.
Le, Directeur général de l'intérieur
et de l'instruction publique,
L.
MOUTRIER.
Beschluß vom 19. September 1916, die Fest-
legung eines Lehrplanes für die Oberpri-
märschulen des Großherzogtums betreffend.
Der General-Direktor des Innern
und
des
öffentlichen
Unterrichts
;
Nach Einsicht des Art. 2 des Gesetzes vom 23.
April 1878, über die Organisation des Oberpri-
märunterrichts;
Beschließt
Gegenwärtiger Beschluß soll im „Me-
morial" und im „Schulbote" veröffentlicht werden.
Luxemburg, den 19. September 1916.
Der General-Direktor des Innern
und des öffentlichen Unterrichts.
L.
Moutrier
Lehrplan für die Oberprimärschulen des Großherzogtums Luxemburg.
(8. und 9. Schuljahr.)
A.
Unterrichtsprinzipien
Die Oberprimärschule ist die Fortsetzung der
Primärschule; sie steht wie diese im Dienste der
allgemeinen Bildung und bereitet weder auf eine
besondere Unterrichtsanstalt noch auf einen
bestimmten Beruf vor.
Ihre Aufgabe ist es, den Schüler für das
praktische Leben tüchtig zu machen.
Sie hat ihm darum das zu geben, was als
Grundlage für das spätere Leben in Staat und
Beruf an Wissen und Können erforderlich ist
und zwar in einer Weise, daß dadurch seine
geistigen Kräfte und Anlagen ihre weitere Aus-
bildung erfahren.
Den lokalen Verhältnissen und Bedürfnissen
trägt die Oberprimärschule insofern Rechnung
Großherzogtums Luxemburg.
Montag, 25. September 1916.
als in den einzelnen Zentren und Gegenden
jene Stoffe, und Stoffgruppen ausführlicher
behandelt werden, welche die Erwerbstätigkeit
der Bewohner dieser Orte bedingen.
Es liegt in der Zielrichtung der Oberprimär-
schule für Knaben, daß bei Anstalten, deren
Schüler sich vorwiegend handwerklichen Berufen
widmen, Schülerwerkstätten errichtet und For-
men, leichtere Holz- und Metallarbeiten in den
Unterrichtsplan aufgenommen werden.
In der Oberprimärschule für Mädchen muß
in Rücksicht auf das soziale Wohl der Familie der
Handarbeits- und haushaltungsunterricht eine
besondere Pflege finden.
Die Schülerinnen
sollen aber mehr auf dem Wege der unmittelbaren
Anweisung als dem der bloßen Belehrung in die
hauswirtschaftlichen Vorgänge und Verrichtungen
eingeführt werden, lucshalb der Unterricht in
der Schulküche die Grundlage des hauswirt-
schaftlichen Unterrichtes bilden muß. Die Errich-
tung von Schulküchen wird damit zur unabweis-
baren Forderung, und dieses um so mehr als
unsere Mädchen-Oberprimärschulen nur durch
eine praktischere Orientierung ihres gesamten
Unterrichts das Elternhaus dauernd gewinnen
können.
Die Behandlung des Stoffes hat in eiller
Weise zu erfolgen, daß zugleich mit dem Erwerb
eines gründlichen Wissens und der Entwicklung
der Kräfte im Schüler ein gleichschwebendes,
vielseitiges Interesse erzeugt wird, durch das er
Lust und Geschmack erlangt, sich selbständig im
Leben weiter zu bilden.
In allen Fächern ist darum der Selbstbe-
tätigung der Schüler der größte Raum zu schaffen.
An Stelle des untätigen Hörens muß werktätiges
Schaffen treten, der abstrakte Wortunterricht
durch konkretes Erleben, die gedächtnismäßige
Wissensschulung durch schaffendes Lernen ersetzt
werden. Die Schülerübungen und Schülerver-
suche sollen überall, wo es nur möglich und vor-
teilhaft ist, das Lernen unterstützen. Alle metho-
dischen Maßnahmen
müssen von dem Prinzip
ausgeben, daß die Arbeit, heute mehr denn je,
ein allgemeines Erziehungsmittel ist, das den
gesinnten Schulunterricht durchdringen muß.
Um das erworbene Wissen zu befestigen und
ihm einen größern Grad von Beweglichkeit zu
geben, sind planmäßige Wiederholungen am
Schluße größerer methodischer Einheiten umun-
gänglich notwendig. Sie bringen Einheit in den
Gedankenkreis und sichern dem Wissen eine
um so festere Grundlage als sie mehr Bedacht
auf die Zusammenfassung der Stoffe nach be-
stimmten Gesichtspunkten nehmen. Indem sie
gleichzeitig das in den verschiedenen Fächern
erworbene Wissen vielseitig untereinander ver-
knüpfen und in lebendige Gedankenverbin-
dungen übersühren, werden sie zu einer bedent-
sanien Konzentration der verwandten Unter-
richtvstoffe.
Hand in Hand mit der selbsttätigen Aneignung
und Befestigung des Wissens hat die Pflege der
Ausdrucksfähigkeit der Schuler zu gehen. Lang-
sames, deutliches Lesen und Sprechen, natür-
liches Vortragen und Deklamieren, zusammen-
hängende Wiedergabe und wiederholende Zu-
sammenfassung in allen Fächern, mündliche und
schriftliche Darstellungen mit Hilfe zeichnerischer
Skizzen sind sorgfaltig zu pflegen. Neben der
Sprache ist auch dem Auge und dem Ohr, na-
mentlich aber der Hund die gebührende Bedeutung
als Bildungs- und Ausdrucksmittel beizumessen.
Alle Arbeiten müssen mit der grüßten Sauber-
keit ausgeführt werden. Nicht nur ist auf eine
deutliche und gewandte Schrift in allen, auch
in schnellen Schriftsätzen zu halten, auch in der
Anlage und Ausführung der Zeichen- und Hand-
arbeiten muß sich der Sinn für Reinlichkeit, Regel-
mäßigkeit, Ordnung und Schönheit bekunden.
Überhaupt soll die Schule in ihrem ganzen
Betrieb und mit allen ihren Einrichtungen, Tag
für Tag, den Eindruck gewissenhafter Ordnung
auf den Schüler machen und so dessen Ordnungs-
sinn fördern. Regelmäßigkeit, Pünktlichkeit und
Sauberkeit in allen Dingen muß das gesamte
Schulleben
charakterisieren.
Nur
wenn der
Schüler täglich an diese Tugenden gewöhnt wird,
können sie ihm als unverlierbares Eigentum für
sein ganzes Leben verbleiben.
Der vorliegende Lehrplan baut auf das 7.
Schilljahr der Primarschule auf. Er fetzt voraus,
daß die wirkliche Oberprimärschule aus zwei
aufeinander folgenden Jahrgängen, dem 8. und
9. Schuljahr besteht, und bildet in diesem Sinn
ein Ganzes.
Die methodischen Anweisungen, welche die ein-
zelnen Unterrichtsfächer begleiten, sollen keines-
wegs die 'Freiheit der Lehrerpersönlichkeit ein-
schränken; sie wollen vielmehr zur Sicherung
eines zeitgemäßen und einheitlichen Lehrver-
fahrens auf jene erprobten Unterrichtsgrundsätze
hinweisen, welche aus dem heutigen Stand der
pädagogischen Wissenschaft und Erfahrung her-
ansgewachsen sind. Wenn bei einzelnen Fächern
dieselben eine größere Ausdehnung
erhalten
haben, so rührt das daher, weil in diesen Fächern
einerseits die Methode neue Wege geht, ander-
seits einschlägige methodische Anweisungen gar
nicht oder doch nicht in einwandfreier Form zur
Hand stehen.
Da der Stoff in verschiedenen Fächern auf
zwei Serien verteilt werden mußte, so ist es im
Interesse der Vereinheitlichung des Unterrrichtes
empfehlenswert, wenn in den Schuljahren, deren
erste Jahreszahl mit einer ungeraden Ziffer
endigt, die 1. Serie und in jenen, deren erste
Jahreszahl mit einer geradelt Ziffer endigt, die
2. Serie behandelt wird. Dementsprechend soll
für das Schuljahr 1916—1917 die 2. Serie, für
das Schuljahr 1917—1918 aber die 1. Serie zur
Behandlung kommen.
B. Unterrichtsgegenstände.
Der Unterricht in den Oberprimärschulen
begreift folgende Lehrfächer
Gemäß Art. 2 des Gesetzes vom 23. April 1678,
die Organisation des
Oberprimärunterrichtes
betreffend, steht es dem Gemeinderat mit Ge-
nehmigung der Regierung frei, unter besonderer
Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse und
Bedürfnisse, noch andere Lehrfächer in dieses
Programm aufzunehmen.
Religion.
Knaben
und
Mädchen.
(2 Stunden wöchentlich.)
1. Katechismus. — Vertiefung verschiedener
schwieriger Kapitel
des
Diözesankatechismus.
Liturgik und Kirchengeschichte.
Handbuch
: Katholischer Katechismus für
das Bistum Luxemburg. Druck und Verlag der
St. -Paulusgesellschaft.
2. Biblische Geschichte. — Eingehende Be-
handlung jener Bibelstücke, die besanders ge-
eignet sind, den Schülern einen Überblick über
die verschiedenen Perioden der Erlösungsge-
1. Religion und Moral
2. Deutsche Sprache
3. Langue française
4. Rechnen
5. Naturwissenschaften
6. Haushaltungskunde
7. Zeichnen
8. Geschichte
9. Geographie
10. Bürgerkunde
11. Comptabilité et docu-
ments
commerciaux.
12. Kalligraphie und Ge-
schäftsaufsätze
13. Gesang
14. Turnen und Spiele
15. Weibliche Handarbeit.
Total
Wöchentliche Unterricht-
stunden für
Knaben.
Mädchen.
schichte des Alten und Neuen Testamentes zu
vermitteln.
Hand
buch: Biblische Geschichte fur Schule
und Hans von Schuster-May-Knecht. Herdersche
Verlagsbuchhandlung in Freiburg-Breisgan.
Die
Behandlung
des Lesestoffes paßt
sich dem besonderen Inhalt jedes Stuckes an.
Bei der Besprechung der
Prosastücke
ist
vor allem auf Herausarbeiten der Gedanken-
gange und Einsicht in Aufbau und Gliederung
des Stoffes Gewicht zu legen. Das freudige
Interesse an guter Lekture soll geweckt, die Lese-
Iust in richtige Bahnen gelenkt werden. Die
Schulbucherei ist fur die Anleitung zum selb-
ständigen Lesen nach der Schulzeit nutzbar zu
machen.
Gedichte
sind als Kunstwerte zu behandeln,
die Schuler sollen sie als Ganzes verstehen, er-
fassen und nachempfinden fernen. Erklärungen,
Gliederungen und Entwicklung von Grundge-
danken sind auf das fur die Vertiefung des
künstlerischen Eindrucks Notwenorge zu beschrän-
ken. Kinze Belehrungen über die Dichtungs-
formen
weiden im Auschluß an Lesestücke
dargeboten.
Mitteilungen aus dem Leben der
Dich-
ter sind nur in der Ausdehnung zu geben, die
das Verständnis der Dichtungen erfordert. Ge-
legentlich können die den Schulein bis dahin
bekannt
gewordenen
Stucke
hervorragender
Dichter zusammengestellt und mit den nötigen
Ergänzungen und biographischen Angaben zu
einem Leben bild vereinigt werden.
Auswendig
gelernte
Stucke
wer-
dern naturlich, ohne falsches Pathos, vorge-
tragen.
Lieder
sind, wenn moglich, mit der Melodie
darzubieten.
2. Sprachlehre und Rechtschreibung.
a)
Sprachlehre.
Ziel.
Entwicklung des Gefühls sin Sprach-
richtigkeit und Befähigung zum bewußten rich-
tigen Sprechen und Schreiben. Einfuhrung in
Bildung und Abstammung der gebräuchlichen
Wörter.
Stoff.
Wortlehre
Verlieste Wiever-
holung des Stoffes der Oberstufe der Primär-
Deutsch.
Knaben
und
Mädchen.
(4 Stunden wöchentlich.)
Ziel. — Der Unterricht in der deutschen Sprache
soll die Schüler zur Fertigkeit im sprachrichtigen
und sicheren mündlichen und schriftlichen Ge-
dankenausdruck hinleiten und sie mit gehaltvollen,
dem jugendlichen Verständnis zugänglichen Er-
zeugnissen der deutschen Literatur
bekannt
machen. Er soll aus Gemüt und Willen bildend
und anregend wirken und die Freude am schönen
fördern.
Die beiden Schuljahre werden in der Regel
in
einer
Abteilung
unterrichtet; bei
schwierigen. Lesestücken und Gedichten soll jedoch
Trennung eintreten. Der
Lehrgang
ist
einjährig.
1. Lesen.
Ziel. — Erzielung des sinngemäßen und aus-
drucksvollen Lesens von Prosastücken und Ge-
dichten, Erweiterung des Gedankenkreises der
Schüler, Förderung der Gemüts- und Geschmacks-
bildung.
Stoss. — Lesen und Erklären von Prosa-
stücken und Gedichten des Lesebuches: epischen
und lyrischen Gedichten, Märchen, Fabeln, Er
zählungen, Darstellungen aus Sage, Geschichte,
Natur- und Erdkunde, leichten Abhandlungen
und Briefen. In besonders günstigen Verhält-
nissen soll ein Schriftwerk von mäßigem Umfang
unter Benutzung einer billigen Volksausgabe
ganz oder teilweise gelesen werden.
Behandlung. -
Natürliches, deutliches und
lautreines
Sprechen
und
Lesen
ist
sorgfältig zu pflegen.
schule. Starke und schwache
Deklination.
Schwierigere Formen der Deklination (Dekli-
nation der Eigennamen und Fremdwörter).
Starke und schwache
Konjugation
. Un-
regelmäßige Verben, Schwankungen in der
Konjugation. Zusammengesetzte Verben.
S a t z l e h r e . — Wiederholung der Lehre vom
einfachen Satz.
Der zusammengesetzte
Satz
und
seine Interpunktion (Satzverbindung, Satzgefüge,
verkürzte Nebensätze). Analyse von schwierigeren
Satzgebilden des Lesebuches.
Wortbildung
. — Arten der Wortbildung.
Bildung der Personen-, Familien- und Orts-
namen mit Bezugnahme auf die heimische Mund-
art.
Wortfamilien mit Berücksichtigung des Bilde-
gehaltes der Sprache und des Form- und Be-
deutungswandels.
Behandlung. — Wie in der Primarschule ist
der Unterricht in der Sprachlehre nicht Selbst-
zweck, sondern Mittel zum Zweck. Er wird erteilt
im Anschluß an Musterbeispiele und mit beson-
derer Berücksichtigung der in den Aufsätzen und
mündlichen Übungen vorkommenden Verstöße
gegen die Sprachrichtigkeit. Doch ist in Wort-
und Satzlehre der Überblick über das Ganze zu
sichern. Satzlehre und Wortkunde sind für die
Bildung des Stils fruchtbar zu machen.
b) Rechtschreibung.
Ziel. — Sicherheit in der richtigen Schreibung
des für die Lebens- und Berufsverhältnisse der
Schüler nötigen Wortschatzes.
Stoff. — Wiederholung des Stoffes der Ober-
stufe der Primärschule, soweit es notwendig ist.
Schreibung schwierigerer Wörter und der ge-
bräuchlichsten Fremdwörter.
Groß- und Kleinschreibung.
Zeichensetzung.
Behandlung. — Der Unterricht erfolgt im
Anschluß an die Verbesserung schriftlicher Arbei-
ten und durch Diktate vorwiegend zusammen-
hängender Stücke.
3. Sprechen und Aufsatz.
Ziel. — Befähigung zur klaren, geordneten
und sprachrichtigen Darstellung von Stoffen
des jugendlichen Beobachtungs- und Gedanken-
kreises.
Stoff. — Darstellung eigener Erlebnisse und
Beobachtungen innerhalb und außerhalb der
Schule.
Darstellung von Stoffen aus dem Schulunter-
richt und der Lektüre (Erzählungen, Beschrei-
bungen, Schilderungen, Zusammenfassungen,
Begleichungen, Umformungen).
Übungen im Briefschreiben und in der Ab-
fassung von Geschäftsaufsätzen.
Behandlung. — Sprechen. — Die zu-
sammenhängende mündliche Wiedergabe von
Erlebnissen, Beobachtungen und Unterrichtser-
gebnissen soll die Entwicklung der Ausdrucks-
fähigkeit fördern.
Aufsatz. — Die Klassen sind nicht kombiniert.
In der Regel behandeln die beiden Klassen be-
sondere Themen.
In den Aufsätzen ist Selbständigkeit
in Auffassung und Darstellung zu erstreben.
Die
Vorbereitung
soll die Schüler zum
Sammeln und Ordnen der Gedanken anleiten;
sie tritt allmählich zurück und fällt später ganz
fort.
Die
Ausführung
soll kurz und klar, die
Sprache natürlich sein.
Die
Verbesserung
geschieht nach Inhalt
und Form.
Jede Woche eine schriftliche Arbeit.
Langue française.
Garçons et filles.
(6 heures par semaine.)
But. — L'enseignement, de la langue fran-
çaise à l'école primaire supérieure a pour but
de faire acquérir aux élèves une connaissance
vraiment pratique et effective de la langue
française écrite et parlée, tout en tenant compte
de l'éducation intellectuelle et morale.
Pour arriver à ce but, l'enseignement du
français comprendra les exercices suivants
a) Exercices oraux: 1° Exercices de lecture
et de récitation; 2° Exercices de conversation,
b) Exercices écrits: 1° Exercices d'ortho-
graphe et de grammaire; 2° Exercices de com-
position.
Matière. — 1. Exercices de lecture et de récitation.
(2 heures par semaine.)
Le maître établira une table des matières
à traiter durant deux années consécutives dans
les deux classes réunies. Ces matières sont à
grouper en deux séries, comme le montre p, ex,
le programme-type qui suit
I Fables.
1re série. — L'ourse et le petit ours; le
grillon; le loup et le jeune mouton; le cor-
beau et le renard; l'abeille et la mouche; le
moineau et les poulets.
2e série. — Les deux renards; le loup et le
chien; l'aigle et le soleil; la carpe et les car-
pillons ; le loup et l'agneau; le coq et le renard.
II. — L'homme et la société.
1re série. — L'étude (lettre d'une mère à son
fils); la rentrée des classes; le fils prétentieux;
le forgeron; l'ivresse; le cœur d'une mère;
les orphelins recueillis; une leçon de politesse;
un héros de quinze ans; un petit tyran; amour
du foyer; l'Angélus de Millet; le premier des
devoirs; division du travail; la barque de
l'émigré; nécessité de l'attention; si j'étais
riche; la fileuse de Folgoat.
2e série. — L'école (lettre d'un père à son
fils); bienfaits de l'instruction; la jeunesse;
un songe; trait de franchise; ce que c'est qu'une
mère; l'écriture du mort: piété filiale; un héros
sans le savoir; je suis un enfant trouvé; qu'est-
ce que la patrie? le meilleur fils; le travail;
l'économie;
le champ d'orge;
de l'ordre;
l'ordre formation des villages au moyen-âge; les
travaux dans les mines.
III. — L'homme et la nature.
1re série. — La nature; les quatre saisons;
variétés des travaux des champs; la neige;
une basse-cour; la fauvette; la fourmi; la
fête de Pâques des oiseaux en Russie; les
hirondelles; nos amis parmi les animaux;
une forêt au printemps.
2e série. — Aux paysans; la terre; un paysan
à sa charrue; le vent d'hiver; la poule qui a
couvé des canards; le moineau; les choux; les
dénicheurs; trait d'amour maternel chez les
oiseaux; le crapaud; les chardonnerets,
IV. — L'homme et ses devoirs,
1re série. — La conscience; le véritable bon-
heur; le mensonge; piété filiale; devoirs en
vers Dieu.
2e série. — Les vrais plaisirs; le casseur de
pierres; savoir dire non; lettre d'un père à sa
fille; devoirs de l'enfant envers lui-même.
(Ces morceaux sont tirés des ouvrages sui-
vants; Cours de langue française par Maquet
et Mot, Méthode de langue française par Brunot
et. Bony, Cours complet de langue française
par Kayser et Weiller; Lehrbuch der franzö-
sischen Sprache von Jul. Bierbaum.)
2. Exercices de conversaition.
(1 heure par semaine.)
Dans les leçons de choses, il importe de tenir
compte des circonstances de temps et de lieu.
Cependant, il est préférable qu'il y ait pour
toutes les écoles un programme-type de leçons
de choses, qui serait à compléter suivant les
besoins des régions scolaires, et pour l'établis-
sement du quel le personnel enseignant conser-
vera néanmoins toute liberté d'action.
Les deux classes étant réunies pour la couver-
sation, le maître fera bien d'établir sa table des
matières pour deux années consécutives, comme
le montre le programme-type qui suit
L'homme et la nature; l'industrie et les métiers ;
les voies de communication; le sport.
I . — Automne. — La rentrée; la classe; la
famille; la maison; le village; la ville; le maçon;
l'agriculteur; le vin; le cidre; le verre; le liège;
le boulanger; le batteur en grange — la récolte;
la vendange; la cueillette des fruits; les se-
mailles d'automne; les brouillards — la pêche;
la chasse.
II. — Hiver. — Le chauffage; la houille; le
mineur; le thermomètre; l'éclairage; le gaz;
le battage; le forgeron; le fer; le menuisier;
les vêtements; le linge — la forêt en hiver; le
bûcheron; le garde forestier; le pauvre — la
glace; la neige.
III. — Printemps. — L'homme et les ani-
maux; l'apiculteur — les semailles de prin-
temps; le jardin; les oiseaux — promenades;
véhicules sur la route.
IV. — Eté. — Le faucheur; le moissonneur;
la faucheuse et la moissonneuse mécanique; —
l'orage; la vapeur; la pluie; le baromètre; l'eau;
le cours d'eau; les pâturages — voyages; la
gare; en chemin de fer; la rue; la poste; les
bains; les forces motrices.
3. Exercices d'orthographe et de grammaire.
(2 heures par semaine.)
Pour renseignement de l'orthographe et de
la grammaire, les élèves forment deux divisions,
et la matière est répartie sur deux années consé-
cutives.
Le nom.
I . — Genre.
(Division inférieure.)
1° Répétition, des règles générales. 2° Prin-
cipaux noms, terminés au masculin par e, qui
font esse au féminin: traître, maître, comte,
prince, hôte, tigre, âne, nègre. 3° Noms en er.
4° Noms en ien, on. 5° Noms en eur. 6° Noms
en teur. 7° Noms les plus usités dont le féminin
diffère entièrement du masculin: père, fils,
frère, oncle, neveu, époux, parrain, roi, grand
père, compère, serviteur, coq, loup, cerf,
dindon.
(Division supérieure.)
1° Noms dont le féminin offre quelques diffi-
cultés, p. ex: avocat, chasseur, chanteur, en-
chanteur, pécheur, vengeur. 2° Noms princi-
paux dont le sens varie avec le genre: aide, aune,
couple, crêpe, enfant, foudre, garde, greffe,
guide, hymne, livre, mouche, manœuvre, mode,
moule, mousse, page, pendule, poêle, poste,
somme, tour, vase. 3° Règles sur les mots
Pâques, gens, amour, délice, orgue.
II. — Nombre. (Division inférieure.)
1° Répétition des règles principales avec les
exceptions. 2° Noms qui ont deux formes pour
le pluriel: aïeul, ciel, œil, travail.
(Division supérieure.)
1° Règle générale
des noms composés.
2° Principaux noms qui ne s'emploient qu'au
pluriel ou bien qui changent de signification
les aguets, les alentours, les annales, les archives,
les lunettes, les broussailles, les ciseaux, les
décombres, les dépens, les entrailles, les envi-
rons, les fiançailles, les frais, les funérailles,
les matériaux, les mœurs, les ténèbres, les
vêpres, les vivres. 3° Règle générale sur le
pluriel des noms propres.
L'article. (Division inférieure.)
1° Article partitif remplacé par la préposi-
tion de. 2° Article défini employé contraire-
ment à l'allemand.
(Division supérieure.)
1° Répétition des règles générales sur l'ar-
ticle. 2° Répétition et suppression de l'article.
L'Adjectif.
(Division inférieure.)
1° Répétition des règles générales sur le
féminin et le pluriel des adjectifs. 2° Répétition
des règles sur les degrés de qualification avec
les exceptions: bon, petit, mauvais. 3° Emploi
de la négation ne dans le second membre de la
comparaison.
4° Principales règles sur l'ad-
jectif déterminatif, surtout sur les adjectifs
numéraux.
(Division supérieure.)
1° Place de l'adjectif. 2° Principaux adjectifs
qui changent de signification selon qu'ils pré-
cèdent ou qu'ils suivent certains substantifs
un bon homme, un homme bon; un honnête
homme, un homme honnête; un pauvre homme,
un homme pauvre; un gentilhomme, un homme
gentil; une grande dame, une dame grande;
un brave homme, un homme brave; une fausse
clef, une clef fausse; une certaine chose, une
chose certaine; le nouveau vin, le vin nouveau;
un triste livre, un livre triste. 3° Accord de
l'adjectif avec le substantif.
Le Verbe.
(Division inférieure.)
1° Répétition de la conjugaison des verbes
auxiliaires, réguliers et irréguliers avec leurs
composés énumérés au
plan d'études des
écoles primaires. 2° Emploi du passé défini
et de l'imparfait. 3° Emploi du mode indi-
catif et du mode subjonctif; règles principa-
les. 4° Règles sur le participe passé; a)
sans auxiliaire, b) employé avec l'auxiliaire
être. 5° Principales règles sur le participe passé ;
a) des verbes réfléchis, b) employé avec l'au-
xiliaire avoir.
(Division supérieure,)
1° Participe présent
et adjectif
verbal.
2° Participe passé: a) Répétition approfondie
des règles de l'année précédente; b) le participe
passé suivi d'un infinitif; c) le participe passé
des verbes impersonnels et des verbes neutres.
3° Accord du verbe avec son sujet. 4° Répétition
des règles sur les modes indicatif et subjonctif.
5° Emploi de la négation ne.
Le Pronom,
(Division inférieure.)
1° Pronoms personnels: a) place des pro-
noms personnels; b) répétition des pronoms
personnels. 2° Pronoms relatifs: a) les inva-
riables qui, que, dont, où, quoi; b) le variable
lequel. 8° Pronoms indéfinis: a) les pronoms
indéfinis on et chacun, b) règles sur tout et
même.
(Division supérieure.)
1° Pronoms personnels: a) orthographe de
leur; b) règles sur l'emploi de certains pronoms
personnels: 1. le pronom il, 2. le pronom le,
3. emploi de en, 4. emploi de y, 5. emploi de soi.
2° Pronoms relatifs: place du pronom relatif,
3° Pronoms indéfinis: les pronoms indéfinis
aucun, nul, personne, l'un et l'autre, l'un l'autre,
L'Adverbe.
(Division inférieure.)
1° Formation régulière, du féminin de l'ad-
jectif. 2° Adverbes qui prennent un é, 3° Ad-
verbes qui sont formés des adjectifs en ant et
ent. 4° Degrés de comparaison: a) formes régu-
lières; b) formes irrégulières; bien, mal, peu,
beaucoup.
(Division supérieure)
1° Répétition des règles sur
l'adverbe.
2° Principaux adjectifs qui ont la fonction
d'adverbes: sentir bon, mauvais, fort; monter
haut; demeurer court; parler bas, haut (parler
bassement, hautement); chanter juste, faux;
acheter, vendre cher; frapper fort ; pleuvoir
fort; faire exprès; marcher droit à; tenir bon,
ferme; voir clair; tomber dru.
Les principales prépositions, conjonctions et
interjonctions s'apprennent par l'usage.
4. Exercices de conjonction.
(1 heure par semaine.)
Les exercices de conjonction comprennent
les quatre groupes suivants: 1° traduction de
vers en prose; 2° contes et récits; 3° descriptions
et portraits; 4° lettres.
En général, les deux années sont réunies pour
les exercices de composition, cependant le
maître tâchera à graduer les exercices de sorte
que les élèves de la division supérieure traitent
le même sujet avec plus d'extension et de déve-
loppement ou reçoivent un sujet plus difficile
à traiter sur la même matière.
DIRECTIONS PÉDAGOGIQUES.
a) Exercices oraux.
1. Lecture et récitation. — À l'école primaire
supérieure, la lecture a surtout pour but de
cultiver l'intelligence des élèves, d'enrichir leur
esprit de notions variées et de leur inculquer le
goût de la bonne lecture; mais encore ne faut-il
pas négliger la lecture matérielle.
Les exercices de lecture sont de trois sortes,
savoir: la lecture cursive, la lecture expliquée
et la lecture libre ou spontanée.
a) La lecture cursive. — Elle consiste dans la
lecture rapide d'un texte dont on veut surtout
comprendre le sens général, sans entrer dans
de trop longs détails.
Comme tout enseignement, cet exercice doit
élargir les connaissances de l'élève, mais ce
n'est pas là son rôle. principal ou propre. Celui-ci
est plutôt matériel. Il consiste à faire acquérir
à l'élève les qualités de la lecture expressive,
telles que: l'articulation, l'enchaînement des
mois, l'accentuation, les liaisons harmonieuses
etc. A cet effet, le maître choisira des textes
faciles à comprendre quant, au fond et quant
aux termes, afin que les explications du texte
ne détournent pas l'attention de l'élève de
l'objet de la leçon, qui est la lecture elle-même.
Le maître commencera la leçon par indiquer
en quelques mots le sujet développé dans le
texte. Puis, il lira lentement le morceau choisi,
en donnant à sa lecture les qualités qu'il se
propose d'exiger de celle des élèves. Lorsque
ceux-ci auront lu le texte à leur tour, on aura
soin de le faire reproduire de vive voix par
plusieurs d'entre eux. De cette façon, le maître
pourra contrôler si ses élèves ont compris le
récit et s'ils sont à même de s'exprimer libre-
ment en français.
b) La lecture expliquée. — La lecture expliquée
a surtout pour but d'enrichir l'esprit de l'élève
et de lui apprendre à réfléchir sur le sens de
ce qu'il lit. Il va de soi qu'on ne doit pas choisir
comme sujet des textes trop simples, n'offrant
rien de nouveau. Les morceaux qui convien-
nent à ce genre de lecture doivent éveiller l'in-
telligence des élèves et les porter à la réflexion.
Un texte qui s'abaisse trop complaisamment
jusqu'au niveau de l'enfant peut amuser au
commencement, mais il n'instruira pas. Cela
étant, il faudra donc dresser un plan de lecture
expliquée et choisir avec soin une série de sujets
intéressants et instructifs.
L'étude de fond d'un morceau, devant pré-
céder celle de la forme, on fera bien de suivre,
pour l'explication des textes, les directions du
plan d'études des écoles primaires proprement
dites.
Une fois les termes nouveaux expliqués, le
maître lira lui-même le texte à haute voix.
Là-dessus, il en demandera à quelques élèves
le compte-rendu oral, puis un résumé succinct.
Le maître procédera ensuite à l'étude analytique
du sujet. Il en décomposera soigneusement
chaque phrase en ses propositions pour en faire
saisir le sens et la structure. Il fera rechercher
les idées principales et celles des pensées secon-
daires qui servent de développement aux pre-
mières. On pourra aussi transformer certaines
phrases en substituant aux termes du texte des
équivalents, destinés à en faire mieux cem-
prendre la signification. On ne négligera pas de
faire aussi des remarques sur l'enchaînement
des idées, sur les raisons de tel. détail ou de telle
pensée, voire quelquefois sur les qualités du
style.
Quant aux mots en particulier, ils se prêtent
à une multitude d'exercices à la fois faciles et
intéressants. Citons entre autres la recherche
76 a
de la racine et des diverses significations d'un
mot, de même que l'indication de ses dérivés,
antonymes, synonymes, homonymes etc.
L'étude analytique d'un texte se termine par
des questions relatives aux règles grammati-
cales précédemment étudiées. On procédera par
voie d'induction; c'est-à-dire qu'on fera décou-
vrir les règles par la comparaison d'une série
d'exemples appropriés, de sorte qu'elles no
seront plus que la constatation d'un fait sou-
vent noté, suivant une jolie formule: « La règle
ne sera plus que l'expression consciente d'une
habitude inconsciente».
De la sorte, chaque leçon de grammaire occa-
sionnelle contribue à une meilleure compréhen-
sion du texte, en associant intimement la
forme et le fond dans l'esprit des élèves, Enfin,
il importe de rattacher à la leçon de lecture
quelques exercices de conjugaison ou de trans-
position tirés du texte. La conjugaison est
une des parties importantes de la grammaire,
On peut dire sans exagération qu'elle ont à cette
matière, ce que les tables de calcul sont à
l'arithmétique, et que l'élève ne sait parler
correctement, qu'à la condition de savoir très
bien conjuger.
Or, autant l'étude de la conjugaison est fasti-
dieuse et ennuyante, quand elle fait l'objet
d'une leçon séparée, autant elle paraît facile
et intéressante, lorsqu' elle se fait occasionnelle-
ment dans des expressions vivantes.
L'orthographe et la composition peuvent éga-
lement tirer parti de la lecture expliquée, qui
sera alors comme le point de concentration,
l'idée pivot des différentes parties qui consti-
tuent l'enseignement du français.
Les élèves apprendront par cœur les morceaux
expliqués (un morceau par quinzaine),
c) La lecture spontanée ou libre. — Le but de
la lecture expliquée est d'obliger l'élève à ré-
fléchir sur la lecture. Mais ce but n'est pas le
seul. Le principal, c'est que reniant prenne le
goût des bons livres et s'habitue dès maintenant
à consacrer à la lecture une partie de ses loisirs.
Le manuel de classe, la bibliothèque scolaire
concourent efficacement à la réalisation de cette
fin. Il est Tort recommandable aussi de consacrer
par exemple une demi-heure par semaine à lire
on classe les extraits d'un certain nombre
d'œuvres recommandables. On parviendra de
la sorte à faire naître chez les élèves le désir de
lire des œuvres entières et on les accoutumera
par le fait à choisir comme lecture des œuvres
naines, instructives et profitables. L'instituteur
n'oubliera pan qu'il importe moins de lire beau-
coup (Se livres que d'en lire très bien quelques-
uns seulement. Un volume par mois suffit,
Chaque élève pourra de la sorte s'assimiler la
matière d'une dizaine d'ouvrages par année.
Cette pratique ornera l'esprit des enfants, con-
tribuera à former leur goût et à leur inculquer
des sentiments délicats et pourra devenir ainsi
un puissant moyen d'éducation morale. Il va
de soi que I'instituteur devra contrôler régu-
lièrement si les élèves profitent de la lecture et
qu'il devra à cet effet leur demander un compte-
rendu
oral ou écrit, lequel fournira matière à
un excellent exercice de conversation ou même
de composition française.
2. Leçons de choses et conversation. — La
lecture nous fournit déjà fréquemment l'occa-
sion de faire de la conversation. Mais réciter
des réponses correspondant à des questions
immuables, ce n'est pas causer. Une leçon de
lecture, même bien dirigée, n'amènera que rare-
ment l'enfant à savoir s'exprimer en français.
Il faut pour cela un exercice complétif: la con-
versation. Celle-ci est le plus souvent un entre-
tien familier sur des objets en nature ou repré-
sentés en images. Cet exercice, qui est un excel-
lent moyen d'apprendre l'usage de la langue
parlée, intéressera vivement les élèves et les
armera de nombreuses connaissances pratiques
d'une utilité incontestable. Les leçons de choses
demandent au maître une préparation sérieuse.
Non seulement il doit posséder le sujet qu'il
veut traiter, mais il en faut encore déterminer
à l'avance ce qu'il est à propos d'en dire, cir-
conscrire la question, en éliminer tout ce qui
est inutile ou trop connu des élèves, c'est le
moyen d'être clair, intéressant et pratique.
Le choix des leçons doit être fait avec discer-
nement et s'inspirer des besoins locaux et des
circonstances du temps. Chaque leçon en par-
ticulier doit faire en quelque sorte partie d'un
cycle, régi par une idée dominante ou idée pivot.
Celle-ci serait non seulement à la base des exer-
cices de conversation, mais aussi des leçons de
lecture et de récitation pour une huitaine ou
une quinzaine de jours. Un exemple fera mieux
comprendre la pensée exprimée.
LE BLÉ
Lecture.
a) Le laboureur et ses enfants.
b) Un laboureur à sa charrue.
— OU —
a) Variété des travaux des
champs.
b) Un songe.
Leçons de choses.
Le labour.
La charrue.
Les semailles.
Le battage.
— ou —
Instruments aratoires.
Le fer.
Le pain.
Le meunier.
Le boulanger.
Rédactions.
Histoire d'une bouchée de
pain.
Notre voisin bat le blé.
— ou —
Chez le boulanger.
La boutique du boulanger.
Lettres: a) Un jeune laboureur
fait la commande de deux
herses et d'un rouleau;
b) L'élève raconte à son
frère absent qu'ils ont
vendu le blé à bon prix et
lui expose le plan de la
culture pour l'année pro-
chaine.
— ou —
— ou —
— ou —
a) L'intempérance.
b) Le forgeron.
Fabrication de la bière.
Fabrication de l'eau-de-vie.
Alcoolisme.
A l'atelier du forgeron.
Portrait de l'ivrogne.
Lettre à un ami où il raconte
un accident causé par
l'ivrognerie.
Portrait du forgeron.
En ce qui concerne le choix des cycles, le
maître trouvera dans la table des matières les
indications qui pourront servir à rétablissement
d'un programme distinct pour chaque école,
programme adapté aux besoins régionaux de
chaque lieu.
Voici en général la marche d'une leçon de
choses: au début de la leçon, le maître interroge
sur le. sujet traité la fois précédente. Puis, il
énonce le nouveau sujet et place l'objet ou
l'image sous les yeux des élèves. Ceux-ci sont
invités alors à faire leurs observations. Ils en
nomment les parties, en indiquent la nature et
les usages. L'attention étant ainsi excitée, le
maître donne la leçon sous forme de courte
exposition et suivant un plan qu'il a préparé.
Cela fait, la matière traitée est reprise sous
forme d'interrogations variées, précises et bien
ordonnées. On finit par un résumé succint de
la leçon, suivi d'une dictée ou d'un devoir à
rédiger.
b) Exercices écrits.
1. Orthographe et grammaire. — L'ortho-
graphe est la manière d'écrire correctement les
mots d'une langue selon l'usage établi. On dis-
tingue l'orthographe absolue ou usuelle, c'est-
à-dire celle qu'ont les mots dans le dictionnaire,
et l'orthographe de règles, c'est-à-dire les mo-
difications qu'adoptent les mots en raison de
leurs rapports réciproques dans une même
phrase. Cette dernière a pour base l'étude de
la grammaire. L'orthographe usuelle est surtout
affaire de mémoire.
La dictée est un exercice orthographique par
excellence. Elle peut se rattacher directement
aux leçons de lecture ou de conversation, ou
bien le texte en est entièrement nouveau. Dans
ce dernier cas surtout, la dictée a besoin d'être
préparée avec soin. D'abord, le texte sera lu
lentement et à voix haute par le maître. Les
mots difficiles ou inconnus seront expliqués,
épelés et même écrits au tableau. Les règles
dont il s'agit de faire l'application seront répé-
tées; bref, on devra mettre l'élève à même
d'éviter toute faute possible, attendu que la
dictée n'a pas pour but de constater l'ignorance
des élèves, mais bien de contrôler ce qu'ils ont
appris et retenu.
Le plus souvent, on dictera un texte suivi, à
la fois simple et intéressant, Si celui-ci n'offrait
pas assez d'applications relatives à certaines
règles importantes, on le ferait suivre de quel-
ques phrases détachées, naturelles et non tour-
mentées à plaisir pour y multiplier les difficultés.
En donnant la dictée, le maître aura, soin de
bien articuler chaque mot, tout en prenant
garde cependant de ne pas les dénaturer par
une prononciation contraire à l'usage. On dic-
tera lentement, par membre de phrase; un
élève reprendra, et tous écriront en silence.
La correction de la dictée peut se faire par
le maître ou par les élèves. Ce dernier procédé
présente de réels avantages. Le texte est lu et
épelé à haute voix; chaque élève souligne au
crayon ses fautes et en indique le nombre en
marge. Voici un autre procédé; un élève écrit la
dictée sur le tableau tourné, pendant que ses
condisciples la l'ont sur leur cahier, Ensuite, on
corrige d'abord au tableau, puis les élèves recti-
fient leur texte. Si le texte de la dictée se trouve
dans le manuel de classe, la correction pourra
se faire au moyen du livre. En tout cas, le
maître devra s'assurer personnellement que la
correction a été bien faite, en vérifiant réguliè-
rement les devoirs corrigés et en y apposant non
visa. C'est ainsi qu'il se rend compte des progrès
de ses élèves; de plus, la nature des fautes qu'il
constate doit le guider dans les moyens
à
prendre pour les l'aire éviter. Voici encore quel-
ques moyens que l'on pourra employer avec
avantage pour l'élude de l'orthographe;
1° Le maître dresse une liste des mots d'usage
dans lesquels les élèves font ordinairement des
fautes et il en indique quelques-uns après chaque
dictée.
2° Pendant la lecture, on attire. l'attention
des élèves sur l'orthographe de certains mots.
3° On fait apprendre une liste des racines,
choisies parmi celles qui concourent à la forma-
tion des mots d'un usage courant.
4° L'élève écrit dans un carnet d'Orthographe
les mots qu'il a mal orthographiés ou qui pré-
sentent quelques difficultés. C'est là un procédé
très recommandable et qui ne manquera pas de
produire des effets heureux,
La grammaire, qui apprend à parler et à
écrire correctement, doit être le guide constant
du maître dans tous les exercices que comporte
l'enseignement du français. Mais cette gram-
maire occasionnelle ne suffit pas. Il faut un
cours de grammaire spécial qui est d'ailleurs
un admirable instrument pour former des esprits
justes.
La méthode à suivre sera celle indiquée au
programme des écoles primaires.
Quant à la matière, elle sera au fond la même,
mais l'instituteur tâchera de la présenter sous
un nouvel aspect plus étendu, pour éveiller
l'intérêt de l'élève et approfondir et élargir ses
connaissances grammaticales. Afin d'assurer la
compréhension des règles, on ne saurait en
aucune façon se passer dans les écoles du
Grand-Duché des exercices de traduction qui
ont toujours donné des résultats fort appré-
ciables. Ces thèmes écrits ne doivent pas se
composer uniquement de phrases détachées,
mais ils formeront autant que possible un mor-
ceau suivi, s'appliquant à un paragraphe de la
grammaire.
2. Composition française. — La composition
française a pour but d'apprendre à l'élève à
exprimer ses idées on français d'une façon cor-
recte et avec une certaine aisance. Les exercices
de composition sont pour ainsi dire le couronne-
ment des divers exercices que comporte l'en-
seignement du français. Ils sont en quelque sorte
la mise en application des connaissances ac-
quises, des remarques faites au cours des leçons
de lecture et de conversation.
La pédagogie actuelle veut qu'on mette
l'élève autant que possible en face des choses
qu'il doit étudier. D'après ce principe, on em-
pruntera les sujets de composition française
au milieu et aux objets familiers à l'élève, aux
événements qui s'accomplissent sous ses yeux,
aux scènes de la vie qui l'intéressent. Mais la
lecture expliquée sera un auxiliaire indispensable
puisqu'elle est le guide et l'inspiratrice de l'ob-
servation, les auteurs nous apprenant à ob-
server, à sentir et nous donnant des formes
d'expression, auxquelles la pensée de l'élève
s'adapte facilement. De cette manière, la lec-
ture, pivot de l'enseignement du français, est
également rapprochée de la composition fran-
çaise.
Les sujets de composition se divisent en
quatre groupes, où l'on part du plus facile pour
arriver au plus difficile.
1. Traduction de vers en prose. — Dans ces
sortes de devoirs, l'élève ne traduira pas sim-
plement le mot à mot, mais il tâchera de ne
rien laisser subsister de ce qui peut rappeler le
vers, comme la rime, la césure et les expressions
qui ne conviennent qu'à la poésie.
Il est recommandable de commencer par des
fables faciles, parce que la fable est le sujet qui
reste le mieux gravé dans la mémoire des élèves.
C'est un récit simple qui, après avoir été expli-
qué en classe par le maître, offre la matière la
plus favorable à une reproduction. Cet exercice,
en forçant l'élève à méditer l'œuvre d'un écri-
vain, lui donne une grande facilité d'élocution
et l'initie quelque peu aux secrets de la langue.
2. Contes et récits. — Le conte en prose est la
suite logique de la fable. Il est l'exposé d'un
fait, réel ou imaginaire, depuis le moment où
il commence jusqu'à celui où il s'achève. Il doit
être clair, court, vif d'allure et intéressant.
3. Descriptions et portraits. — La description,
consistant à composer une sorte de tableau dont
la lecture représente aux yeux la chose ou
l'objet que l'on s'est proposé de taire connaître,
empruntera logiquement les sujets aux leçons
de choses. La description des traits distinctifs
d'un homme ou d'un animal s'appelle portrait.
La description portera donc tantôt sur un
objet, sur une scène de la nature ou sur une
gravure, tantôt sur un animal ou une plante,
sur une personne ou un personnage en action.
En tous cas, elle doit être fidèle et vraie, sans
se perdre dans des détails inutiles.
4. Lettres. — Comme tous les élèves auront
plus tard à exprimer leurs pensées sous forme
de lettre, le maître fera fréquemment de ces
exercices. Ce genre embrassant tous les sujets,
il sera facile de multiplier et de varier le canevas
de lettres. Tout peut servir à cette fin
a) une fête ou un deuil de famille;
b) un événement ou un fait particulier, arri-
vés dans le pays ou à l'école;
c) le compte-rendu des leçons apprises, des
progrès obtenus, des récompenses, des prome-
nades;
d) des conseils à demander ou à donner;
e) un compliment ou un reproche;
f) une commande, une réclamation ou une
demande d'emploi;
g) une invitation avec les réponses qui ac-
ceptent ou qui refusent.
Le style doit toujours être très simple.
La composition française en général sera le
résultat d'un triple effort
1° En premier lieu, on recherchera les idées
que le sujet comporte; c'est ce qu'on appelle
l'invention ;
2° En second lieu, on choisira parmi ces ma-
tériaux ceux dont on veut faire emploi, et on
les présentera d'après un plan réfléchi: c'est
la disposition ;
3° Enfin, on utilisera chacun des éléments du
plan à la construction d'une proposition, d'une
phrase ou d'une suite de phrases : c'est l'élocu-
tion ou le style.
Comme il convient que la jeunesse ne marche
pas toujours en lisière, l'élève traitera de
temps à autre un sujet sans plan établi par le
maître.
La correction des rédactions comprend: la
correction individuelle, le compte-rendu et la
correction collective.
La correction individuelle consiste à examiner
chaque devoir en particulier. Elle exige beau-
coup de temps. On pourra cependant simplifier
ce travail en préparant en commun le sujet à
traiter, en faisant porter principalement la
correction sur deux ou trois défauts, que l'on
poursuit dans toutes les copies durant plusieurs
semaines, et enfin en recourant souvent à la
correction générale
Le compte-rendu des devoirs est l'ait par le
maître, lorsqu'il remet, aux élèves leurs copies
vues et corrigées. A cette occasion, on fera des
remarques sur les fautes les plus fréquentes, on
appréciera certains passages que l'on fera lire
au besoin, soit que ces citations puissent servir
de modèles, soit qu'elles se prêtent à des remar-
ques utiles à l'ensemble des élèves.
La correction générale se l'ait de la manière
suivante: en examinant les devoirs des élèves,
le maître a relevé quelques phrases défectueuses
qu'il fait écrire au tableau. Puis, il invite les
élèves à rechercher les incorrections qui s'y
trouvent et à les remplacer par des formes
correctes,
Rechnen.
Ziel. — Der Rechemmterricht bezweckt ver-
ständnisvolles und gewandtes Operieren mit
ganzen Zahlen, Dezimal- und Bruchzahlen und
zwar unter steter Bezugnahme auf die Umgebung
des Schülers und die Gebiete des praktischen
Lebens.
Der geometrische Unterricht soll die Schüler
zur klaren Auffassung der Raumformen und zur
Erkenntnis der Gesetzmäßigkeit der räumlichen
Verhältnisse führen; er soll sie befähigen, die
Raumgebilde zeichnend
darzustellen,
auszu-
messen und zu berechnen.
Die zwei Schuljahre werden in 2 Abteilungen
getrennt
unterrichtet;
der
Lehrgang
für jede Abteilung ist einjährig.
Stoff.
A.
Knaben.
(5 Stunden wöchentlich.)
1. Schuljahr.
I. — Arithmetik.
1. Dezimalzahlen und Brüche, Wiederholung.
Verwandlung von Brüchen in Dezimalzahlen
und umgekehrt.
2. Teilbarkeit der Zahleil durch 10, durch 2 und
5, durch 4 und 25, durch 8 und 125, durch 9 und 3,
durch 11. Primfaktoren. Größter gemeinschaft-
licher Teiler. Kleinstes gemeinschaftliches Viel-
fache.
3. Quadratwurzel von ganzen Zahlen, Dezi-
malzahlen und Brüchen.
4. Eingehende Wiederholung der Längen-,
Flächen- und Körpermaße, sowie der bei uns
gebräuchlichen Münzen und Gewichte.
5. Vielfaches Üben im Kopfrechnen in ganzen
Zahlen, Dezimalzahlen und Brüchen, mit spe-
zieller. Berücksichtigung der Abkürzungen und
Rechenvorteile.
6. Regel-de-tri bei Preisberechnung, Durch-
schnitts- und Zeitrechnung.
7. Prozentrechnen bei Zinsen, Gewinn und
Verlust, Tara und Rabatt.
8. Die Sparkasse.
9. Gesellschafts- und Mischungsrechnen.
II. — Geometrie.
1. Folgende geometrische Körper sind zu be-
sprechen: Würfel, vierseitige Säule, dreiseitige
Säule, vierseitige und dreiseitige Pyramide,
Pyramidenstumpf, die Walze, der Kegel, der
Kegelstumpf, die Kugel.
2. Berechnung der von obigen Körpern abge-
leiteten Flächen: Parallelogramm, Dreieck, Tra-
pez, Vieleck, Kreis und Ellipse.
3. Volumen der Körper: Würfel, Prisma und
Walze, Pyramide, Kegel, Kugel, Pyramiden-
und Kegelstumpf.
4. Pythagoräischer Lehrsatz und seine prak-
tische Verwertung.
2. Schuljahr.
I. — Arithmetik.
1. Erweiterung der
Prozentbestimmungen
durch Promille. Der Feingehalt.
2. Die Verhätnisbestimmung durch die Pro-
portion.
3. Zins- und Zinseszins.
4. Der Praxis entnommene Aufgaben über
direkte Steuern, Erbschaftssteuer, Einregistrie-
rungs- und Hypothekengebühren, Sparkasse und
Grundkreditanstalt, Krankenkasse und Unfallver-
sicherung. Lebens-, Feuer-
und Hagelversiche-
rung.
5. Renten, Aktien und Obligationen.
II. — Geometrie.
1. Messen und Berechnen der gewöhnlichen
geometrischen Körper; Oberfläche und Inhalt.
2. Kubierung von Mauerwerken, Getreide-
feimen, Baumstämmen, Bütten und Fässern.
3. Volumenberechnung unregelmäßiger Körper
a) durch Verdrängen des Wassers in regel-
mäßigen Gefäßen;
b) durch Abwägen im Wasser (Prinzip von
Archimedes);
c) durch Abwägen und mit Hilfe, des spezi-
fischen Gewichtes.
4. Die einfachen Nivelierinstrumente und
deren Gebrauch.
B. Mädchen.
(4 Stunden wöchentlich.)
1. Schuljahr.
I. — Arithmetik.
1. Dezimalzahlen und Brüche, Wiederholung.
Verwandlung von Brüchen in Dezimalzahlen
und umgekehrt.
2. Teilbarkeit der Zahlen durch 10, durch 2 und
5, durch 4 und 25, durch 9 und 3.
3. Eingehende Wiederholung der Längen-,
Flächen- und Körpermaße, sowie der bei uns
gebräuchlichen Münzen und Gewichte.
4. Vielfaches Üben im Kopfrechnen in ganzen
Zahlen, Dezimalzahlen und Brüchen, mit spe-
zieller Berücksichtigung der Abkürzungen und
Rechenvorteile.
5. Regel-de-tri bei Preisberechnung, Durch-
schnitts- und Zeitrechnung.
6. Prozentrechnung bei Zinsen, Gewinn und
Verlust, Tara und Rabatt.
7. Praktische Aufgaben aus der Hauswirt-
schaft: Wohnung und Hausgeräte;
Nahrung,
Kleidung und Wäsche; Feuerung und Licht.
II. — Geometrie.
1. Folgende geometrische Körper sind zu be-
sprechen: Würfel, vierseitige Säule, dreiseitige
Säule, vierseitige und dreiseitige Pyramide,
Walze und Kegel.
2. Berechnung der von obigen Körpern abge-
leiteten Flächen: Parallelogramm, Dreieck, Tra-
pez, Vieleck und Kreis.
3. Volumen folgender Körper: Würfel, Prisma
und Walze.
2. Schuljahr.
I. — Arithmetik.
1. Erweiterungen der Prozentbestimmungen
durch Promille. Der Feingehalt.
2. Zins und Zinseszins.
3. Gesellschafts- und Mischungsrechnen.
4. Der Praxis entnommene Aufgaben über
direkte Steuern, Erbschaftssteuern, Einregistrie-
rungs- und Hypothekengebühren, Sparkasse und
Grundkreditanstalt, Krankenkasse und Unfallver-
sicherung, Lebens-, Feuer- und Hagelversiche-
rung.
II. — Geometrie.
Messen und Berechnen von Wohnräumen
a.) Flächeninhalt von Fußboden, Decke und
Wänden;
b) Raur(…) versewen.
Behandlung. — Der Rechenunterricht schöpft
seinen Stoff ans dem praktischen Leben; er soll
also hinübergreifen in Heimat- und Erdkunde,
Naturwissenschaften, Kultur- und Wirtschafts-
geschichte. Er muß im Dienste von Ackerbau und
Gewerbe, von Handel und Industrie stehen. Ir
der Mädchenoberprimärschule soll er vorzüglich
die Hauswirtschaft berücksichtigen. Es gilt als
schätzenswertes Ziel, die Schiller anzuleiten, aus
besprochenen und bekannten Sachgebieten selb
ständig Rechenprobleme zu bilden.
Der logische Aufbali, der dem Geometrie-
Unterricht eigen ist, sichert ihm in seinem Fort
schreiten eine gewisse Selbständigkeit und Unab-
hängigkeit von andern Unterrichtsgegenständen,
Dennoch hat er Anknüpfungspunkte, die ihm
andere Unterrichtsgebiete, wie Heimat- und
Naturkunde, dann auch Schülerexkursionen usw.
ungesucht bieten, gebührend zu beachten und zu
benutzen. Im geometrischen Unterricht müssen
Wissen und Tun eng verbunden sein. Die Schuler
müssen anschauen und zeigen, abschätzen, messen
und berechnen, zeichnen, falten und ausschneiden,
wenn tunlich kleben und formen.
Auf Klarheit und Richtigkeit im sprachlichen
Ausdruck, sowie auf Fertigkeit im Ausführen
der Rechenoperationen ist besondere Sorgfalt
zu verlegen.
Im Rechenunterricht bedienen sich beide Klas-
sen der deutschen Sprache; jedoch werden alle
technischen Ausdrücke in beiden Sprachen ge-
geben. Leichtere Probleme werden zuweilen in
französischer Sprache behandelt. Wöchentlich sind
zwei Ausgaben
mit
Räsonnement
schriftlich
anzufertigen.
Naturkunde.
Ziel. — Der naturkundliche Unterricht macht
die Schüler mit den wichtigsten Naturgegen-
ständen und Naturereignissen bekannt; er lehrt
sie dieselben beobachten, verstehen und die in
ihnen wirkenden Gesetze auf ihre praktische und
sittliche Lebensführung anwenden; zugleich ler-
nen die Schüler die Natur als eine weise Rat-
geberin und als eine Quelle edler Genüsse schätzen
und lieben.
In Knaben- und Mädchenschulen werden die
zwei Schuljahre bei der Behandlung der 1. und
2. Serie
Kombiniert
; hier ist der
L e h r -
gang
zweijährig
In Knabenschulen erhalten die Schiller des 2.
Schuljahres außerdem wöchentlich 1 Stunde
getrennten
Unterricht;
für diese Stoff-
reihe ist der
Lehrgang
einjährig.
Stoff.
A.
Für
Knaben
1. und 2. Schuljahr, kombiniert.
(2 Stunden wöchentlich.)
Erste
Serie
I. — Naturgeschichte.
Aus dem Tierreich.*) — Die H a u s k a t z e .
Der
Haushund
(die Raubtiere). Die Fle-
dermaus
(der Winterschlaf). Der Maul-
wurf
(Insektenfresser). Merkmale der Säuge-
tiere.
Die
Schleiereule
(Raubvögel).
Der
Buntspecht
(Klettervögel).
Der B u c h -
fink
(Singvögel; Nützen der Singvögel; Vogel-
schutz).
Die
Haustaube
(Tauben).
Das
Haushuhn
(Hühner).
Die Hausente
(Schwimmvögel).
Bedeutung und Pflege der
Hausvögel.
Allgemeine Merkmale der Vögel.
Das Vogelei. Der
Maikäfer
(Käfer). Der
Kohlweißling
(Schmetterlinge). Die Ho-
nigbiene (Haut
flügler).
Die Stuben-
fliege
(Zweiflügler). Merkmale der Infekten,
Die Insekten im Haushalt der Natur.
Der Mensch. — Die Hauptteile des mensch-
lichen Körpers. Die Knochen; die Muskeln; die
Nerven; die Sinneswerkzeuge: Gau, Tätigkeit
und Pflege dieser Organe. Arbeit und Erholung.
Vorsichtsmaßregeln bei ansteckenden Krankheiten.
Erste Hilfe bei Unglücksfällen.
Anforderungen
an eine gesunde Kleidung und Wohnung.
*) Die durch gesperrten Druck bezeichneten
Tiere uns Pflanzen der ersten und zweiten Serie
sind eingehend zu behandeln; andere Vertreter sind
im Anschluß an die Einzelbehandlung einfach zusam-
menzustellen, wobei das eine oder andere Indivi-
duum zum Vergleich herausgegriffen und als Still-
beschäftigung aufgegeben werden kann.
Aus dem Pflanzenreich. — Studium ein-
zelner Pflanzen unter besonderer Berücksich-
tigung der Anpassungserscheinungen: Der Birn-
baum
(Unsere
Obstbäume;
Freunde und
Feinde derselben; Pflanzen, Pflege und Ver-
edeln der Obstbäume; Verwertung des Obstes).
Die
Hundsrose
(Beerensträucher).
Der
Weinstock (Weinbereitung).
Der Weiß-
k o h l (Veränderung der Pflanze durch Garteu-
zucht; das Gemüse). Die Erbse (Bedeutung
der Hülsenfrüchte).
Der
Roggen
(Getreide
und Gräser; Getreideschädlinge). Die Tulpe
(Zwiebelgewächse;
die Blumenzucht).
Der
Wurmfarn
. Das
goldene
Frauen-
haar
(Bedeutung der Moose). Kaffee,
Tee und Kakao.
Die Pflanze. — Die Keimung; Bedingungen
des Keimens.
Das Wachstum der Pflanzen;
Einfluß von Wärme, Licht, Boden, Luft und
Wasser auf das Wachstuni. Pflege der Pflanzen
während des Wachstunis.
Das Versetzen der
Pflanzen. Die Vermehrung der Pflanzen durch
Ausläufer, Zwiebel, Wurzelstock, Knollen und
Stecklinge.
II. — Naturlehre.
Von der Wärme. — Wärmequellen. Wärme-
fortpflanzung: Leitung und Strahlung;
die
Wirkung der Sonnenstrahlen. Ausdehnung der
Körper durch die Wärme; Verhalten des Was-
sers. Das Thermometer.
Schmelzen und Er-
starren. Siedeil und Verdampfen des Wassers;
Dampfspannung; Dampfmaschine. Verdunsten
des Wassers; Feuchtigkeit der Luft; Atmosphä-
rische Niederschläge.
Strömung der Luft: die
Winde;
Meeresströmungen.
Aus der Mechanik. — Schwertraft;
Lot;
Setzwage; Gewichte; Schwerpunkt. Beharrung.
Reibung.
Der zweiarmige Hebel (gleicharmig
und
ungleicharmig): Krämerwage;
Schnell-
wage; feste Rolle; Der einarmige Hebel: Brech-
eisen;
bewegliche
Rolle;
Flaschenzug.
Die
Brückenwage.
Die Oberfläche der Flüssigkeiten. Verbundene
76 b
Röhren: Wasserwage; Springbrunnen; Wasser-
leitung. Der Druck der Flüssigkeiten: Hydrau-
lische Presse. Der Gewichtsverlust eingetauchter
Körper: das spezifische Gewicht; die Senkwage.
Die Luft, ein Körper. Der Druck der Luft.
Die Spannkraft der Luft. Der Blasebalg; der
Stech- und Saugheber; die Saug- und Druck-
pumpe; der Windkessel und die Feuerspritze;
das Barometer. Der Auftrieb der Luft; der
Luftballon.
Vom Schalle. — Entstehung, Leitung und
Geschwindigkeit des Schalles.
Zurückwerfung
des Schalles: das Echo; der Phonograph.
Zweite
Serie.
I. — Naturgeschichte.
Aus dem Tierreich. — Das Wildschwein
(Vergleich mit dem Hausschwein). Das Haus-
rind
(Wiederkäuer). Das
Pferd
(UnPaar-
zeher). Bedeutung und Pflege der Haustiere;
Tierschutz. Der Hase (Nagetiere). Die Zaun -
eidechse.
Die
Ringelnatter
(giftige
und ungiftige Schlangen;
Kriechtiere).
Der
grüne
Wasserfrosch
(Lurche). Die Fo-
relle
(Fische;
Bedeutung der Fischzucht).
Merkmale der Wirbeltiere.
Die Krenz-
spinne
(Spinnentiere). Der Flußkrebs
(Krebse). Die Gliederfüßler. Die Weinberg-
schnecke (Weichtiere). Der
Regenwurm;
die
Trichine ;
der
Bandwurm.
Der Mensch. — Die Atmung und die Atmungs-
werkzeuge; Erkrankungen und Pflege der Atem-
werkzeuge; Verhaltungsmaßregeln. Das Blut
und der Blutkreislauf. Die Verdauung und die
Verdauungswerkzeuge.
Die Ernährung;
die
wichtigsten Nahrungs- und Genußmittel; die
Nährstoffe; Nährwert der einzelnen Nahrungs-
Mittel; der Alkoholismus. Die Ausscheidungs-
Werkzeuge. Das Waschen und Baden.
Aus dem Pflanzenreiche. — Studium ein-
zelner Pflanzen unter besonderer Berücksich-
tigung der Anpassungserscheinungen: Die
Sal-
oder
Palmweide
(Weidenkultur). Der Ha-
selnußstrauch
(Waldbäume
und Wald-
sträucher;
Waldschütz und Waldpflege;
die
Bedeutung des Waldes). Die
Kiefer
(Laub-
und Nadelhölzer).
Der F l a c h s
(Gespinst-
pflanzen).
Die
Möhre
(Doldenblütler als
Arznei- und Giftpflanzen; die Kultur der Wurzel).
Die
Kartoffel
(Nachtschattengewächse als
Giftpflanzen;
Künstliche Zucht neuer Arten;
Geschichte des Kartoffelbaues). Der Löwen-
zahn
(Korbblütler als Zier- und Arzneipflan-
zen). Der
Feld-
Champignon
(Eßbare
und giftige
Pilze;
Schmarotzerpilze).
Die
Spaltpilze.
Reis,
Zuckerrohr und Baum-
wolle.
Die Pflanze. — Vom Bau und Leben der
Zelle. Die Nährstoffe der Pflanze. Das Blatt
als Werkzeug zur Aneignung der Nährstoffe; das
Blatt als Werkzeug der Wasserverdunstung.
Bau und Leben der Wurzel, des Stammes, der
Blüte, der Frucht und des Samens.
II. — Naturlehre.
Vom Lichte. — Lichtquellen. Selbstleuchtende
und dunkle Körper. Ausbreitung und Geschwin-
digkeit des Lichtes; der Schatten. Zurückwer-
fung des Lichtes; die Dämmerung. Brechung
des Lichtes; die Sammel- und Zerstreuungs-
linsen. (Das Mikroskop; das Fernruhr;
der
photographische Apparat). Das Auge und die
Brillen. Zerlegung des Lichtes; der Regen-
bogen.
Vom Magnetismus. — Magnetische Anzie-
hung; Pole des Magneten; Magnetnadel und
Kompaß. Wechselwirkung zweier Magnete; das
magnetische Verhalten der Erde.
Von der Elektrizität. -
Entstehung, Arten
und Leitung der Elektrizität. Elektrische Ver-
teilung; gute und schlechte Leiter. Elektroskop.
Leidener Flasche. Elektrisiermaschine. Gewitter
und Blitzableiter. — Das galvanische Element
und die Entstehung des elektrischen Stromes.
Elektrische Maßeinheiten. Wirkungen des elek-
trischen Stromes; Wärmewirkung. Elektrisches
Licht. Chemische Wirkung. — Magnetische Wir-
kring. Elektromagnet; Elektrische Klingel. Tele-
graph. Wirkung der Elektrizität auf den mensch-
lichen Körper. — Induktionsströme: Entstehung
und Anwendung. Telephon. Dynamomaschine
und Elektromotor. Elektrische Bahn.
Anhang.
A. Für Oberprimärschulen aus Gegenden mit
Weinbau treibender Bevölkerung.
D e r W e i n b a u .
Erste Serie. — Die bekanntesten einheimischen
Weinbergstrauben; der Weinstock, seine Teile
und deren Bedeutung; die Vermehrung des
Weinstockes; Neuanlage von Weinbergen; Ar-
beiten im Weinberg; die pflanzlichen Schäd-
linge der Reben und deren Bekämpfung.
Zweite Serie. — Die tierischen Rebschädlinge
und deren Bekämpfung; die Weinlese; die
Weinbereitung; die Kellerwirtschaft; Reblaus-
gesetz und Weingesetz; Geschichtliches über den
Weinbau.
B. Für Oberprimärschulen ans Gegenden mit
Hochofenbetrieb.
D a s
Eisenerz
und die Eisen-
gewinnung.
Erste Serie. — Geschichtliches
und
Wirtschaftliches
: Das Bohnen- und Nie-
renerz im Luxemburger Lande; die Auffindung
der Minette; das gesetzlich geregelte Eigentums-
recht und die Einteilung in zwei Zonen; die
Verdinggabe unserer Erzfelder; die Wirtschaft-
liche Bedeutung des Eisengewerbes.
Zweite Serie. — Die Rohstoffe: Die
Gewinnung des Eisenerzes im Tage- und Gru-
benbau; der Koks; die Zuschläge. D e r Hoch-
ofen und der Hochofenprozeß. Die E r z e u g -
nisse: Das Gichtgas und seine Verwendung;
die Hochofenschlacke und ihre Verwendung; das
Roheisen; das Schmiedeeisen; der Stahl; die
Thomasschlacke.
2. Schuljahr getrennt.
(1 Stunde wöchentlich.)
Rückblick auf die Tier- und Pflanzenwelt. —
Zusammenstellung der wichtigeren Tiergruppen
in ihrer aufsteigenden Reihenfolge, mit je einem
Beispiel (keine vertiefende Einzelbehandlung
mehr). Zusammenstellung der wichtigeren Pflan-
zengruppen in ihrer aufsteigenden Reihenfolge,
mit je einem Beispiel. Wiederholende Zusam-
menstellung der biologischen Besonderheiten der
früher behandelten Tiere und Pflanzen.
Aus der Chemie und Mineralogie. — Die
Luft
: Eigenschaften und Bestandteile der Luft;
Physikalische und chemische Vorgänge;
der
Stickstoff; der Sauerstoff (Darstellung, Eigen-
schaften, Vorkommen, Bedeutung); Mechani-
sches Gemenge; chemische Verbindung; Ele-
ment.
Das
Wasser
Vorkommen und Eigen-
schaften; hartes und weiches Wasser;
das
Trinkwasser;
Zusammensetzung des Wassers;
der Wasserstoff.
Stickstoff
verbindungen
: Vorzeigen
und Anwendung von Ammoniak,
Salmiak,
Chilisalpeter, Kalisalpeter, Salpetersäure.
Die Heiz-
und Beleuchtugs-
stoffe
Entzündungswärme; die Flamme; der
Ofen. Der Kohlenstoff; die Holzkohle; das Ver-
kohlen der Pflanzenstoffe in der Natur;
der
Torf, die Braunkohle, die Steinkohle; die Koh-
lensäure; das Kohlenoxyd; das Petroleum; das
Leuchtgas.
S c h w e f e l
und
P h o s p h o r
Der
Schwefel; schweflige Säure; Vorzeigen und
Anwendungen der Schwefelsäure. Der Phos-
phor; die Phosphorsäure; der phosphorsäure
Kalk.
D a s Kochsalz und a n d e r e Salze.
Das Kochsalz; die, Soda; die Pottasche; Vor-
zeigen und Anwendungen der Salzsäure.
V o n den
Metallen
das Gold; das
Silber. Das Kupfer; das Eisen.
Sonstige
w i c h t i g e Mineralar-
ten
Der Ton (Töpferei, Porzellan, Steingut,
Ziegelbrennerei); der Tonschiefer; der Quarz
(Glasbereitung); der Sandstein; der Kalk; der
Gips.
D i e
Ackererde
Die Entstehung des
Bodens, die verschiedenen Bodenarten, Bodenbe-
arbeitung, Bodenverbesserung, die Düngung,
natürliche und künstliche Dünger, die Brache
und die Wechselwirtschaft.
Einige
wichtige
Gewerbe
Die
geistige Gärung, die Spiritusbereitung, die Bier-
branerei, die Weinbereitung, die Essigbereitung,
die Brotbereitung. — Die Papierbereitung, die
Seifenbereitung; die Lederbereitung.
B.Für
Mädchen.
1. und 2. Schuljahr, kombiniert.
(2 Stunden wöchentlich.)
Erste
Serie.
I. — Naturgeschichte.
Derselbe Stoff wie für Knaben, erste Serie,
mit Ausnahme der Abteilung: der Mensch.
II. — Naturlehre.
Von der Wärme. — Wärmequellen. Leitung
und Strahlung der Wärme. Ausdehnung der
Körper durch die Wärme; Verhalten des Was-
sers. Das Thermometer. Schmelzen und Er-
starren. Sieden und Verdampfen des Wassers.
Verdunsten des Wassers; Feuchtigkeit der Luft;
Atmosphärische Niederschläge. Strömung der
Luft.
Aus der Mechanik. — Schwerkraft; Schwer-
punkt. Beharrung. Reibung. Hebel: gleich-
armige, ungleicharmige, einarmige; Krämer-
wage, Schnellwage.
Die Oberfläche der Flüssigkeiten. Verbundene.
Röhren: Wasserwage; Springbrunnen; Wasser-
leitung. Der Druck der Flüssigkeiten, Gewichts-
verlust eingetauchter Körper: das spezifische Ge-
wicht; die Senkwage.
Die Luft, ein Körper. Der Druck der Luft.
Die Spannkraft der Luft: der Blasebalg; der
Stech- und Saugheber; die Sang- und Druck-
pumpe;
die Feuerspritze;
das Barometer.
Der Auftrieb der Luft: der Luftballon.
Vom Schalle. — Entstehung, Leitung und
Geschwindigkeit des Schalles.
Zurückwerfung
des Schalles: das Echo, der Phonograph.
Zweite
Serie.
I. — Naturgeschichte.
Derselbe Stoff wir für Knaben, zweite
Serie, mit Ausnahme der Abteilung: der Mensch.
II. — Naturlehre.
Vom Lichte. — Lichtquellen.
Ausbreitung
und Geschwindigkeit des Lichtes; der Schatten.
Zurückwerfung des Lichtes; die Dämmerung.
Brechung des Lichtes. Die Linsen. Die Brillen.
Zerlegung des Lichtes; der Regenbogen.
Vom Magnetismus. — Magnetische Anziehung.
Pole des Magneten; Magnetnadel und Kom-
paß.
Von der Elektrizität.
Entstehung, Arten
und Leitung der Elektrizität. Elektroskop. Elek-
trisiermaschine. Gewitter und Blitzableiter. Gal-
vanismus. Elektrische Klingel. Telegraph. Tele-
phon.
Wichtige Stoffe für die Haushaltung. — Die
atmosphärische Luft. Das Wasser. Die Beleuch-
tungsstoffe. Das Leuchtgas. Die Gärung. Die
Destillation. Die Brotbereitung.
Die Fette.
Die Seifenbereitung.
Behandlung. — Der Unterricht geht überall
von den Erfahrungen und Beobachtungen der
Schiller aus. Diese werden durch den Versuch
ergänzt und berichtigt. Zu den Versuchen ver-
wende man einfache Apparate, da an den ein-
fachsten Apparaten, sich der Vorgang am dent-
lichsten beobachten läßt. Der Lehrer begleitet
den Vorgang mit erläuternden Worten; seine
Fragen veranlassen die Schüler, die einzelnen
Veränderungen wahrzunehmen und die Gründe
derselben denkend zu erfassen, Über den Ver-
lauf des Versuches und ihre Beobachtungen
sprechen die Schiller sich im Zusammenhange
aus.
Aus der Wiederholung des Versuchs und
der Vergleichung des Vorganges mit ähnlichen
Erscheinungen aus dem vorausgegangenen Un-
terricht oder aus dem Leben wird das Gesetz
gefunden. Die Anwendung erfolgt, indem durch
das erarbeitete Gesetz verwandte Erscheinungen
erklärt, die Verwertung desselben bei Werk-
zeugen und Maschinen nachgewiesen, Apparate
oder Modelle durch einfache Zeichnungen oder
in Wirklichkeit nachgebildet, einfache Versuche
von den Schülern wiederholt, einschlägige Rechen-
aufgaben gelöst und die Ergebnisse mündlich oder
schriftlich wiedergegeben werden.
In der
Tier-
und Pflazenkunde
wird der Stoff, der in der Primärschule nach
Lebensgemeinschaften gegliedert und durchge-
arbeitet worden, nach Verwandtschaftsgruppen
geordnet. Ein Typus wird eingehend untersucht;
an demselben werden die für die ganze Gruppe
charakteristischen Mierkinale festgestellt und im
Anschluß daran die hervorragendsten Vertreter
dieser Gruppe mit ihren Eigentümlichkeiten
betrachtet. In allen Einzelbetrachtungen suche
man, soweit das ungezwungen möglich ist, den
ursächlichen Zusammenhang zwischen Bau, Le-
bensweise, Stand- oder Aufenthaltsort klarzu-
legen. Dabei arbeite man sorgfältig jene Tat-
sachen der Zweckmäßigkeit, der Ordnung, der
Sparsamkeit, des Maßes, der Einfachheit, der
Arbeitsteilung, der Unter- und Einordnung, der
Gesetzmäßigkeit heraus, die nicht nur das Leben
der Pflanzen und Tiere, sondern auch das des
einzelnen Menschen wie des gesamten Volkes
gestaltend beherrschen. Ferner nehme der Un-
terricht Veranlassung, das Zusammenleben von
Tieren und Pflanzen, ihr gegenseitiges Abhäigig-
keitsverhältnis den Schülern recht klar vor Augen
zu führen, damit diesen allmählich auch ein Ver-
ständnis aufgehe für die gegenseitigen Bezie-
hungen
der Menschen, der
gesellschaftlichen
Stände und Klassen untereinander, wodurch das
soziale Interesse in wirksamster und vorteil-
haftester Weife beeinflußt wird.
Im Unterricht in der Gesundheitslehre
soll der Schüler seinen eigenen Leib und die
Gesetze der Entwicklung, Pflege und Übung des-
selben kennen lernen, damit er ihn richtig be-
hüten, üben und benutzen lerne.
In Knabenoberprimärschulen werden die zwei
Jahrgänge in zwei Abteilungen unterrichtet.
Für die 1.
Abteilung,
das 1. und 2. Schul-
jahr kombiniert, ist der Lehrgang zwei-
jährig
,
für die 2.
Abteilung,
das
zweite Schuljahr allein, aber
einjährig.
Während die Schüler des oberen Jahrganges
getrennt unterrichtet werden, erhalten die des
untern Jahrganges einen der unter Tier- und
Pflanzenreich in der 1. und 2. Serie im gewöhn-
liehen Druck angeführten Stoffe zur schrift-
lichen Bearbeitung.
In
Oberprimärschulen aus Gegenden mit
Weinbau treibender Bevölkerung oder in solchen
aus Gegenden mit Hochofenbetrieb sind die als
Anhang gegebenen Stoffreihen in der 1. Abtei-
lung zu geeigneter Zeit zu behandeln.
In
Mädchenoberprimärschulen werden die
2 Jahrgänge in
einer
Abteilung
unter-
richtet. Der Lehrgang ist
zweijährig,
Haushaltungskunde.
M ä d c h e n .
(1 Stunde wöchentlich.)
Ziel. — Der Unterricht in der Haushaltungs-
künde vermittelt den Mädchen die notwendigsten
Kenntnisse über den Bau und die Lebensver-
richtungen des menschlichen Körpers, die Ge-
sundhaltung und die Ernährung, die Kleidung
und die Wohnung; er weckt ihr Interesse und
Verständnis für die Vorgänge und Verrich-
tungen im häuslichen Leben und sucht sie auf den
Beruf als Hausfrau und Mutter vorzubereiten.
Beide Schuljahre werden
kombiniert;
der
Lehrgang
ist
zweijährig.
Stoff.
1. S e r i e .
Gesundheitslehre. — Wiederholende Be-
handlung des im 7. Schuljahr durchgemachten
Stoffes bezüglich des Baues und der Pflege der
Knochen, Zähne, Muskeln, Nerven, Sinnesor-
gane, der Atmungs-, Blutumlaufs-, Verdanungs-
und Ausscheidungswerkzeuge.
Krankenpflege. — Die Krankenpflege im all-
gemeinen; Krankenzimmer; Krankenbett; Kör-
perpflege des Kranken; Krankenkost; Umge-
bung des Kranken.
Ansteckende Krankheiten: Tuberkulose; Ty-
phus; Dyphterie; Keuchhusten, Scharlach und
Masern.
Vorsichtsmaßregeln zur Verhütung von An-
steckung; Hilfeleistung bei plötzlichen Unglücks-
fällen und Erkrankungen; Ohmnacht; Krämpfe;
Blutungen;
Verbrennungen;
Knochenbruch;
Verenkung und Verstauchung; Schlaganfall;
Erfrieren; Ertrinken; Ersticken.
Wohnung. — Hygienische Vorschriften bezüg-
lich der Wohnung; Reinigung der Wohnung;
Beleuchtung: Petroleum, Kohlenleuchtgas, Aze-
tylengas, elektrisches Licht.
Zinnnerheizung
Feuerungsanlagen, Brennmaterialien, Ankauf
und Aufbewahrung derselben; Zimmerpflanzen
und ihre Pflege.
Kleidung. — Beschaffenheit der verschiedenen
Kleidungsstoffe; Instandhaltung, Reinigung und
Aufbewahrung der Kleider; Behandlung der
Wäsche: Hartes und weiches Wasser, Soda,
Bleichen, Entflecken der Leinwand und der Klei-
dungsstücke, Desinfektion.
2. S e r i e .
Ernährungslehre. — Zusammensetzung der
Nahrungsmittel; Bestimmung des Nährwertes
der gebräuchlichsten Nahrungsmittel; Konser-
vierung der Nahrungsmittel. Die Milch: Ernäh-
rung kleiner Kinder durch Milch; Milchflasche;
Brüter; Käse. Die Eier: das Konservieren der
Eier. Das Fleisch: Nährwert, Qualität der ver-
schiedenen Fleischstücke; Schädliche Fleischspeisen;
Finne; Trichine; Konservieren des Fleisches;
Pökeln; Räuchern. Das Mehl: Nährwert;
Eigenschaften; wertlose und gesundheitsschädliche
Zusätze; Mehlspeisen. Das Brot: Herstellung
desselben; Hefe und Sauerteig. Die Hülsen-
früchte: Nährwert; Behandlung derselben. Die
Kartoffeln.
Die Gemüse: Wurzel-, Stengel-
und Blattgemüse, Frucht- und Samengemüse;
Aufbewahren der Gemüse;
Einmachen des
Weißkohls, der Bohnen, der Gurken; die eßbaren,
und giftigen Pilze; Speisezusätze: Fett; Koch-
salz; Zucker; die Gewürze: Pfeffer; Muskat-
nuß;
Gewürznelken.
Das Obst: Aufbewahren
des frischen Obstes; Dörren und Einmachen des
Obstes; Marmelade und Konfekt. Die Getränke
Branntwein; Wein; Bier; Obstwein; Folgen
des Alkoholismus.
Wirtschaftslehre. — Belehrungen in bezug auf
die Einrichtungen der Küche; Kochhero; Koch-
geschirre. Allgemeines über die Zubereitung der
Speisen. Behandlung der Milch. Butterberei-
tung.
Käsebereitung. Molkereiwesen; Hans-
garten. Geflügelzucht.
Behandlung. — Der Unterricht in der Haus-
haltungskunde geht von den Beobachtungen und
Erfahrungen aus, welche die Schülerinnen durch
ihre Betätigung in der Hauswirtschaft bereits
gewonnen haben. Die Beobachtung ist daher
durch fortlaufende Beobachtungsaufgaben sorg-
fältig zu pflegen. Aber sie reicht allein nicht aus,
denn Mißverständnis oder Täuschung mischt
sich gar zu oft in dieselbe ein. Der Versuch muß
deshalb als Ergänzung und Berichtigung der
schon bekannten Erscheinung eintreten. Für den
Versuch bildet aber, bei einem, großen Teil der
hauswirtschaftlichen Stoffe, die Schulküche die
natürliche Grundlage, weshalb die Errichtung
von Schulküchen überall anzustreben ist.
Der Unterricht verfährt, der Natur des Gegen-
standes entsprechend, fragend —
entwickelnd
oder
vortragend und zieht die im naturkundlichen
Unterricht erarbeiteten Gesetze, gute Modelle,
Abbildungen und Tafelzeichnungen zur Ver-
mittlung des Verständnisses an geeigneter Stelle
heran. Dabei muß die Selbstätigkeit der Schüle-
rinnen in weitgehendem Maße in Anspruch ge-
nommen werden.
Bei den einzelnen Gebieten ist so lange zu
verweilen, bis die Schillerinnen den Stoff in
den gezogenen Grenzen beherrschen.
Der hauswirtschaftliche Unterricht greift mit
seinem umfangreichen Lehrstoff auch in die
Naturkunde, in den Rechen-, Sprach-, Zeichen-
und Handarbeitsunterricht ein; diese Fächer
sind daher stets in engster Fühlung mit demselben
zu behandeln.
Der gesamte Unterricht hat sich in den Dienst
der Gesundheitslehre zu stellen.
Zeichnen.
Ziel. — Das Zeichnen erzieht zum bewußten
Sehen und zwingt zu selbständiger und aufmerk-
samer Beobachtung; es wirkt in vorzüglicher
Weise auf die Phantasie ein, bildet den Geschmack
und das ästhetische Gefühl; es weckt und fördert
die Selbsttätigkeit des Schülers und leitet ihn
zur Ordnung und Reinlichkeit an.
In rein praktischer Hinsicht befähigt der Zeichen-
Unterricht die Schüler, die Natur und die Gegen-
stände ihrer Umgebung nach Form und Farbe
zu beobachten und das Beobachtete einfach und
klar darzustellen.
In Mädchenoberprimärschulen hat der Zei-
chenunterricht außerdem den besonderen Be-
dürfnissen des Handarbeitsunterrichtes Rechnung
zu tragen.
In Knaben- und Mädchenschulen werden die
zwei Schuljahre
gleichzeitig
, aber in 2
Abteilungen
unterrichtet;
der Lehr-
gang
ist
zweijährig.
I. — Freihandzeichnen.
A. K n a b e n .
(1 Stunde wöchentlich.)
1. Schuljahr.
Stoff. — Zur
Auswahl
gelte folgender
Lehrstoff
1.
Blätter
. — Schöllkraut, Akelei, Ahorn,
Kastanie, Winde, Akazie, Storchschnabel, Aron-
stab, Löwenzahn, Pfeilkraut, Platane, Dotter-
blume, Brombeere, Stechpalme, Rosenblatt,
Eiche und Weinrebe.
2. Blüten in der Draufsicht (zu Rosetten).
— Ehrenpreis, Kornrade, Sonnenblume, Ver-
gißmeinnicht, Mohn, Wucherblume, Blaue Korn-
blume, Primel.
3. Blüten i m
Profil.—
Glockenblume,
Veilchen, Mairöschen, Winde, Fingerhut, Fuchsie,
Schmetterlingsblütler, Tulpe, Herbstzeitlose, Kür-
bisblüte, Kornrade, Kapuzinernelke, Schnee-
glöckchen, Haselnußkätzchen.
4. Früchte . — Birne, Traube, Erdbeere,
Aprikose, Pilze, Eichel, Brombeere, Gurke,
Tannenzapfen, Roggenähre, Hafer.
5. Tiere . — Schmetterlinge, Libellen, Käfer,
Vögel im Profil nach ausgestopften Mustern,
Muscheln, Schneckengehäuse, Vogelfedern und
präparierte Vogelflügel.
Verwenden leichterer Formen aus den vor-
stehenden Gruppen als
Ornamen
6. Gebrauchsegegenstände (in ein-
facher perspektivischer Darstellung). — Zigarren-
kiste, Fußbank, Stuhl, Schubkarren, Kaffee-
mühle, Blasebalg, Papierkorb, Flasche und
Glas.
Ferner folgende geometrische Körper: Kubus,
Prisma, Walze, Pyramide, Kegel, Pyramiden-
und Kegelstumpf.
Behandlung. — Der Lehrstoff baut sich un-
mittelbar auf das Programm der Primärschule
auf. Der Unterricht wird in der Regel als Massen-
oder Gruppenunterricht, in Ausnahmefällen,
mit Rücksicht auf die Begabung, als Einzelunter-
richt erteilt. Der Schüler muß vor allein ange-
leitet werden, selbständig zu beobachten und das
richtig Erfaßte wiederzugeben. Dadurch prägt
sich auch ein möglichst klares Bild des gezeich-
neten Gegenstandes in sein Gedächtnis ein. Bei
der perspektivischen Darstellung von Gegenstän-
ständen und deren Beleuchtung und Farbe ist
von jeder theoretischen Erörterung und Konstruk-
tion abzusehen. Es genügt die praktische Übung
im Beobachten und Nachbilden des Gegenstandes.
Um die Schüler an rasches und sicheres Er-
fassen der charakteristischen Form eines Gegen-
standes zu gewöhnen, werden Übungen im
Skizzieren
mit Bleistift, bei begabteren
Schülern mit Feder oder Pinsel, angestellt.
Sehr zu empfehlen ist das Wandtafelzeichnen
sowie das Gedächtniszeichnen.
Letzteres hat
zum Gegenstand den vorhergehenden Stoff des
Naturzeichnens und bezweckt, dem Geiste die
geschaute und schon gezeichnete Naturform tiefer
einzuprägen. Die pedantische Wiedergabe von
Einzelheiten wird dabei vermieden.
Als Hausarbeit gestatte man den Schülern
das Illustrieren von Aufgaben und Aufsätzen
aus dem Sprach- und Sachunterricht, weil da-
durch Empfindungs- und Gestaltungskraft der
Kinder geweckt und gefördert werden.
2. Schuljahr.
Das Ornamentzeichnen als Ergänzung des
Zeichnens nach Natur
a) Mosaikfliesen, Tapetenmuster und Stoff-
muster;
b) Gipsmodelle;
c) Zierformen in Holz, Eisen und Stein, z. B.
Fragmente an Bildenahmen, Möbelskulpturen,
Möbelfüße, Portalbeschläge, Schlüsselschilder;
Nachbilden von leichten Porzellanverzierungen,
schöne Schildformen, Skizzieren von Steinor-
namenten an Fassaden und Grabmonumenten.
Dabei soll der modernen Linienführung im
Kunstgewerbe Rechnung getragen werden;
d) Anordnung von gegebenen Motiven im
Quadrat, Rechteck, Dreieck, Kreis und in der
Ellipse;
fortlaufende
Ornamente.
e) Übung im freien Bilden und Erfinden von
Ornamenten mit Zugrundelegung der Formen
von Blättern, Blüten und Früchten, welche eben
in der untern blasse gezeichnet werden.
f) einige Belehrungen über Farbenzusammen-
stellung;
g) Anfertigung von Kunstschriften.
Behandlung. — Der Lehrer leite die Schüler
an, an der Natur nicht nur Form und Farbe,
Licht und Schatten, sondern auch das Organisch»
Gesetzliche zu erkennen. Dies wird zum Leit-
motiv des Ornamentes, das ein Entfernen von
allen Zufälligkeiten verlangt und zu selbstän-
digem Schaffen und phantasievollem Bilden
erzieht. Dann steht auch das Zeichnen im direkten
Dienste des Handwerks und der Knust.
B. M ä d c h e n ,
(1 Stunde wöchentlich.)
l. Schuljahr.
Derselbe Stoff wie bei den Knaben.
2. Schuljahr.
a.) die in der Unterklasse eingeübten Formen
werden zu einfachen, geschmackvollen Mustern
zusammengesetzt, welche als Vorlage für weib-
liche Handarbeiten Verwertung finden können,
nämlich: Anordnung von gegebenen Motiven
zur Verzierung von Deckchen, Dischläufern,
Kissen usw.; Sternmuster;
Eckornamente;
un-
begrenzte Ornamente; Motive für Weißstickerei,
Festons, Richelieu- und Lochstickerei in gege-
benem Maßstab.
b) Kunstschriften.
Das Zeichenmaterial für das Freihandzeichnen
in beiden Klassen der Knaben und Mädchen-
oberprimärschulen ist
folgendes: Zeichenblock
mit weißem oder getöntem Papier, weicher
Bleistift, Kreide und Pastellstift, Wasserfarbe
und Pinsel.
II. — Linearzeichnen.
N u r für K n a b e n .
(2 Stunden wöchentlich.)
Ziel. — Der Unterricht im Linearzeichnen soll
das räumliche Vorstellungsvermögen der Schiller
entwickeln, sie im Gebrauch von Zirkel, Lineal,
Reißschiene, Winkel und Reißfeder üben und sie
zu verständnisvoller Anfertigung sauberer und
korrekter Zeichnungen anleiten. In der Ober-
klasse sollen die Schüler soweit gebracht werden,
daß sie vorgelegte Fachzeichenpläne verstehen,
lesen und erklären können. Ferner sollen sie so-
viel Übung im Fachzeichnen erlangen, daß sie
einfache Möbel und Gebäude nach angegebenem
Maßstabe in Grund- und Aufriß zu zeichnen ver-
mögen.
1. Schuljahr.
Stoff. — a) Verjüngter Maßstab; seine Kon-
struktion.
b) Linien gegebener Größe und Lage. Hal-
bieren, Drei- und Vierteilung der geraden
Linie;
Fällen von Senkrechten in einen gegebenen
Punkt;
Fällen von Senkrechten
von
einem ge-
gebenen Punkt;
Parallele Linien.
c) Konstruieren eines Winkels von 45°, 22½°,
60°, 30°, usw.;
Halbieren eines gegebenen Winkels;
Dreiteilung des rechten Winkels.
d) Arten der Parallelogramme. Übungen im
Messen derselben, an den vorhandenen geome-
trischen Körpern und Auftragen in verjüngtem
Maße;
Netz des Würfels und der vierseitigen, Säule.
e) Dreieck (Arten), Sechseck, Achteck, Trapez;
Netz der drei-, vier-, sechs- und achtseitigen
Säule bezw. Pyramide und des Pyramiden-
stumpfes.
f) Der Kreis; Linien und Winkel im Kreis;
die Sehne des Kreises; Kreisring;
Netz der Walze, des Kegels und des Kegel-
stumpfes.
g) Dreipaß, Vierpaß und Schneckenlinie.
h) Konstruktion des Ovals, der Ellipse und
des Korbbogens.
Ausschneiden, Messen und
Berechnen dieser Figuren.
i) Aufnahme leichter Flächen. Solche bieten
z. B. Wandtafel, Türe, Reißschiene, Winkel,
Parkettboden, Bilderrahmen,, Tischplatte, Schul-
tisch von vorne und von der Seite gesehen,
Fenster, Zummerwand, mit Fensteröffnungen,
Grundriß des Schulzimmers, des Schulhofes,
des Schulgartens, des Schulhauses, usw.
Behandlung. — Das Linearzeichnen tritt in
enger Verbindung auf mit der Besprechung der
im geometrischen Unterricht erwähnten Flächen
und Körper. Da aber die vorhandenen geome-
trischen Lehrmittel
nur nach der Theorie ge-
formte und abstrahierte Anschauungsgegenstände
sind, so sollen die Schüler alle oben erwähnten
Figuren erst an wirklichen Dingen, Werk- und
Kunstgegenständen aufsuchen und betrachten und
auf das Modell in der Schulstube übertragen.
Der Schüler stellt zunächst die Fläche in einer
Freihandskizze dar, die er mit den von dem
Gegenstande entlehnten Maßen versieht. Hier-
auf zeichnet er die Fläche im verjüngten Maße,
das der Lehrer den einzelnen Schülern oder
Schülergruppen in verschiedener Größe angibt.
Dann folgt Größen- ev. Preisberechnung.
Diese Übungen eignen sich auch vorzüglich
zu Hausaufgaben.
Der Unterricht im Linearzeichnen erfordert
stets eine gewisse materielle Vorbereitung durch
Herbeischaffung der geeigneten Lehrmittel und
der Zeichenutensilien; deshalb sollen die zwei
wöchentlichen Lehrstunden zu einer Lektion
vereinigt werden.
2. Schuljahr.
Stoff. — a) Ebenflächig begrenzte Körper
Grundriß, Aufriß, Kreuzriß: Abwicklima des
Körpermantels;
76 c
Schnittebene im Körper; Ermittlung derer
Wirklichen Größe; isometrische Darstellung (per-
spective cavalière).
Beispiele: Prisma mit schräg durchgelegtem
Schnitt; Abwicklung; isometrische Darstellung
der beiden Teile.
Drei-, sechs- und achtseitiges Prisma; zwei-
und dreistufige Treppe; Tisch in einfacher Form;
Fußschemel; Stützpfeiler; Dachgiebel; Keil.
Pyramide (Schnitt 1. wagerecht, 2. schräg).
b) Körper mit einseitig gekrümmter Ober-
fläche: Grundriß, Aufriß, Abwicklung des Man-
tels;
Schnittebene im Körper; Ermittlung ihrer
Größe; isometrische Darstellung.
Beispiele: Zylinder, Litermaß, Kochtopf; Ge-
rader Kegel, Becher, Eimer, (Schnitt 1. Pa-
rallel zur Grundfläche, 2. parallel zur Seiten-
linie, 3. unter gegebenem Winkel z. B. 45°).
c) Anleitung zum Fachzeichnen
1. Holzarbeiten: Holzverbindungen, Türe,
Bank, Tisch, Kenntnis der wichtigsten Rundstäbe
(moulures).
2. Steinarbeiten: Einfache Tür- und Fenster-
deckung; Ziegelverbände.
3. Metallarbeiten: Nietnagel; Rundstab; die
gebräuchlichsten T, I und U- Formen.
d) Einfache mündliche Belehrungen über die
gebräuchlichen, Stilarten in der Architektur, auf
Grund passender Kunstvorlagen.
Der griechische, der romanische, der gothische
Stil, der Renaissance-Stil, die neuern Stilarten.
Behandlung. — Folgender Lehrgang ist
einzuhalten
1. Anschauen und Besprechen der zu zeichnenden
Körper;
2. Messen und Skizzieren mit Eintragung der
Maße;
3. Zeichnen des Körpers nach angegebenem
Maße. Die Zeichnungen sind mit Reißfeder und
Tusche auszuführen und mit einem ruhigen,
lichten Farbenton, der dem Stoff des Körpers
entspricht, zu überlegen.
4. Berechnen des Volumens ev. des Preises
des behandelten Körpers (Kostenanschlag).
Die Belehrungen über die Stilarten beschrän-
ken sich auf einfache Unterhaltungen über Cha-
rakteristik und Zweckdienlichkeit dieser Architek-
turformen und haben zum Zweck, den Schillern
einigermaßen Verständnis und Geschmack zu
diesen Formen zu geben und ihr ästhetisches
Gefühl zu bilden.
Lehrmittel. — Sammlung geometrischer Kör-
per. Der zu zeichnende Körper muß stets vor-
handen sein. Die Schüler haben ein Zeichenbrett
(80 x 60), eine Reißschiene, eine Reißkiste, einen
Holzwinkel, einen m/m-Stab von 30 cm Länge,
einen halbweichen Bleistift, Gummi, schwarze
und rote Tusche, einen Farbenkasten mit Pinsel.
Geschichte.
Knaben und
M ä d c h e n .
(1 Stunde wöchentlich.)
Ziel. —- Der Unterricht in der Geschichte er-
strebt Weckung des geschichtlichen Sinnes sowie
Verständnis für die heutigen staatlichen und
gesellschaftlichen Einrichtungen und die Ver-
dienste der Fürsten und hervorragenden Männer
des Vaterlandes.
Die beiden Schuljahre werden in einer
Abteilung
unterrichtet; der Lehrgag
ist
zweijährig
Stoff.
Erste
Serie.
I. — Die wichtigsten Ereignisse
der griechischen und römischen Ge-
schichte von der Zeit der Perserkriege bis
Alexander d. Gr., bezw. von den punischen
Kriegen bis Augustus unter besonderer Hervor-
hebung des kulturgeschichtlichen Stoffes.
Kelten, Römer, Germanen.
II. — Die wichtigsten Ereignisse
der Geschichte
des
Mittelalters.
Die Völkerwanderung.
Das Frankenreich
(Chlodwig).
Karl
der
Große.
Teilung
des Frankenreiches. Haupttatsachen der Landes-
geschichte im 10. und 11. Jahrhundert (Graf
Siegfried).
Die
Kreuzzüge.
(Ursachen und Veran-
lassung, der erste Kreuzzug. Ausgang und Folgen
der Kreuzzüge).
Das
Rittertum
(Ermesinde.
Heinrich
VII.
Johann der Blinde. — Entstehung des
Ritterstandes, Erziehung und Ausbildung des
Ritters, Wohnung, Kampfspiele, Leben, Verfall).
Dorf und
Stadt
im Mittelalter (Ent-
stehung der Städte, Freiheitsbriefe, Inneres,
die Bürger, Verwaltung, Gewerbe, Handel.
Stände
, Lehnswesen).
Das kirchliche
Leben
(Kirchenbauten,
Klöster, Kreuzzüge, das Wichtigste über den
Investiturstreit).
Die deutschen Kaiser aus dem Hause
Luxemburg.
Deutschland am Ende des
Mittelalters.
Vergleichung mit der entgegen-
gesetzten politischen Entwicklung in Frankreich.
Luxemburg unter der burgundischen Herr-
schaft.
Die wichtigsten
Erfindungen
des Mittel-
alters. Kompaß. Schießpulver.
Buchdrucker-
kunst.
Die wichtigsten geographischen
Entdek-
k u n g e n und ihre Folgen.
Künste und Wissenschaften zur Zeit der Re-
naissance.
Die
Reformation
. Karl V. Die Gegen-
reformation. Der Jesuitenorden. Philipp II.
Der Dreißigjährige Krieg.
Nach größeren Zeitabschnitten vertiefende
Wiederholung.
Zweite
Serie.
I. — Das 17. und 18.
Jarhundert
Ludwig
XIV. Hauptkriege mit besonderer
Berücksichtigung der vaterländischen Geschichte.
Politische und geistige Vorherrschaft Frankreichs.
Friedrich
II.
Maria-Theresia.
Joseph
II. Hauptkriege mit besonderer Be-
rücksichtigung der vaterländischen Geschichte. Ver-
waltung. Wirtschaftliche Entwicklung. Geistige
Strömungen.
Die französische
Revolution
. Ur-
sachen. Haupttatsachen. Einwirkung auf unser
Land.
Napoleon I.
Hauptkriege.
Einrichtungen.
Fall. Der Wiener Kongreß.
II. — D a s
19.
Jahrhundert
mit
besonderer Hervorhebung der politischen und
wirtschaftlichen Entwicklung unseres Landes.
Frankreich
vom Sturze Napoleons bis
zum zweiten Kaiserreich. D e u t s c h l a n d bis
nach der Februarrevolution. — Nationalitäts-
prinzip, Konstitutionalismus.
Das Königreich der
Vereinigten Nieder-
lande. Wilhelm I. Die belgische Revolution.
Das Königreich Belgien. Das Großher-
zogtum Luxemburg.
Wilhelm II. Der
deutsche Zollverein.
Haupttatsachen der Wirtschafts- und Geistes-
geschichte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Deutschland
und
Frankreich
in
der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Der
deutsch-französische Krieg von 1870—71.
Die politische, soziale und wirtschaftliche Ent-
wicklung
unseres
Landes
in der zweiten
Hälfte des 19. und zu Beginn des 20. Jahr-
hunderts. Wilhelm III. Prinz Heinrich. Der
Londoner
Kongreß
von
1867. Das
Großherzogtum unter
eignen
F ü r s t e n .
Großherzog Adolf. Großherzog Wilhelm. Groß-
herzogin Marie Adelheid.
Die wichtigsten Ereignisse der neuesten
Zeit.
Haupttatsachen der Wirtschafts- und
Geistesgeschichte.
Nach größeren Zeitabschnitten vertiefende
Wiederholung.
Behandlung. — Das Hauptgewicht
fällt auf die Geschichte der neuen und neuesten
Zeit. Der Unterricht lehnt, wenn möglich, an
hervorragende
Persönlichketten
an und
erstrebt die Zusammenfassung einer Zeitperiode
zu einem geschlossenen Ganzen.
Ursachen
und
Wirkungen
der ge-
schichtlichen Ereignisse, vertiefende Besprechung
ihrer inneren Beziehnilgen, sowie sozial poli-
tische und wirtschaftliche Belehrungen sind in
einer der Fassungskraft des Schillers zugäng-
lichen Weise darzulegen.
Vergleiche
mit andern Zeinten, und Völ-
kern sind zu empfehlen. An Bekanntes aus
andern Wissensgebieten ist anzuknüpfen.
Namen
u n d
Zahlen
sind auf das
Notwendigste zu beschränken und durch Wieder-
holungen fest einzuprägen.
Zur
Anknüpfung
und
Veranschau-
lichung
sind die Geschichte der engeren Hei-
mat und die vaterländische Geschichte, zur Wek-
kung lebendiger Vorstellungen heimische Denk-
mäler aller Art so oft als möglich heranzuziehen.
Die
Lehrformen
sind die erzählende
und die entwickelnde.
Am Schluß größerer Zeitabschnitte sind
Wie-
derholungen
anzustellen, in denen der
Stoff in neuer Gruppierung vorzunehmen ist.
Charakteristische Auszüge ans Quellenschriften,
historische Karten, Bilder
(Wand- und Licht-
bilder, Ansichtskarten), Gedichte und Erzäh-
lungen sind als Anschanungsmittel
zu verwenden.
Geographie.
Knaben
und
M ä d c h e n .
(1 Stunde wöchentlich).
Ziel. — Der erdkundliche Unterricht hat die
Aufgabe, die Schüler mit den wichtigsten Grund-
lehren der mathematischen Geographie bekannt
zu machen, besonders aber soll er ihnen, eine
übersichtliche Kenntnis der europäischen und
außereuropäischen Länderkunde vermitteln.
Beide Schuljahre werden zu
einer
Ab-
teilung
vereinigt; der
Lehrgang
ist
zweijährig.
Stoff.
I. — Mathematische Geographie und Himmels-
kunde.
1. Serie. — Die Erde als Himmelskörper. —
Kugelgestalt und Achsendrehung der Erde. —
Erdachse, Äquator, Meridiane, Parallelkreise,
geographische Länge und Breite, Wende- und
Polarkreise, Zonen. — Bewegung der Erde. —
Tages- und Jahreszeiten, Zeitunterschied. —
Erdinneres und Erdwärme, Erdbeben.
2. Serie. — Die verschiedenen Arten von
Sternen. — Mond und Mondphasen. — Sonnen-
und Mondfinsternis. — Dier- und Pflanzenwelt
in ihrer Beziehung zu den klimatischen Verhält-
nissen. — Einfluß des Klimas auf den Menschen.
— Die Menschenrassen. — Die Weltmeere. —
Die Lufthülle.
II. — Unsere Nachbarstaaten.
1. Serie.— 1. Belgien. 2. Frankreich.
2. Serie. —1. Deutschland, speziell Rhein-
preußen und Elsaß-Lothringen. 2 Holland.
Diese Länder erfordern eine eingehendere
Behandlung, besonders in
industrieller
und
kommerzieller Hinsicht und in ihrer Beziehung
zu unsern Lande.
Die Hauptkolonien dieser
Staaten sind anzugeben.
III. — Die andern europäischen Länder.
nach folgendem Überblick
Lage, Grenzen, Größe, Bevölkerung, Boden-
gestaltung, Bewässerung, Klima, Erwerbszweige,
hauptsächlichste Schenswürdigkeiten, wichtigste
Städte, Staatsverhältnisse, geschichtliche Erinne-
rungen.
1. Serie. — Die Alpen, Die Schweiz, Öster-
reich-Ungarn, Spanien und Portugal, Italien.
2. Serie. — Großbritannien und Irland,
Dänemark, Schweden und Norwegen, Rußland,
Die Balkanstaaten.
IV. — Die außereuropäischen Weltteile
nach folgenden Gesichtspunkten
Lage, Gliederung, Bodengestaltung, Bewäs-
erung, Klima, Erwerbszweige, Hauptstaaten und
ihre Beziehungen zu Europa, Einblick in die
Hauptverkehrswege mit Europa.
1. Serie. — Amerika und Australien.
2. Serie. — Asien und Afrika.
Behandlung. — Im geographischen Unterricht
ist der innere Zusammenhang nach Grund und
Folge, Ursache und Wirkung festzustellen.
Die Aneignung des Stoffes geschieht nach den
Gesetzen der Seelenlehre und charakterisiert sich
durch die drei Tätigkeiten des Anschauens,
Denkens und Übens.
a) Die Anschauung wird gefördert durch Heran-
ziehung bekannter und verwandter Erscheinungen,
besonders ans der Heimat; richtige Karten, gute
Bilder, Wandtafelskizzen, sowie Produkten-
sammlungen verschiedener Länder erleichtern die
Auffassung des Neuen. Projektionsserien sind
zur Belebung des Unterrichtes wann zu emp-
fehlen.
b) Die denkende Betrachtung ergibt sich bei
Feststellung von Ursache und Wirkung, Grund
und Folge, wobei durch lebensvolle Bilder, am
besten Projektionsbilder, das Interesse zu wecken
und wach zu erhalten ist. Die strenge Denkar-
beit und der Genuß einer Schilderung sollen mit
einander abwechseln.
c) Die Übung wird bewirkt durch stetige Wieder-
holungen; dabei werden gleichartige Erschei-
nungen zusammengestellt, Skizzen und Bilder
entworfen.
Bürgerkunde.
Kaben
und
M ä d c h e n .
(1 Stunde wöchentlich.)
Ziel. — Die Bürgerkunde soll die Schüler mit
den wichtigsten Tatsachen der Gesetzes- und Ver-
fassungskunde, sowie mit den Elementen der
Volkswirtschaftslehre bekannt inachen und das
Verständnis für die bürgerlichen und sozialen
Pflichten und Rechte des Staatsbürgers an-
bahnen.
Der Unterricht ist für beide Schuljahre kom-
biniert
; der
Lehrgang
ist zwei-
jährig.
Stoff.
Erste
Serie.
a)
Allgemeines
: Familie, Gemeinde,
Staat.
Gesetz und Recht.
b)
Öffentliches
R e c h t
Die wich-
tigsten Bestimmungen unserer Verfassung
(die staatsbürgerlichen Rechte der Luxemburger,
Großherzog, Kanuner, Regierung, Staatsrat,
Justiz).
Das Wesentliche über die Verfassung der Ge-
meinde
(Selbstverwaltung, Behörden, Fi-
nanzen, Wahlen. Interkommunale Syndikate).
Die
Staatsfinanzen
. -— Direkte Steu-
ern (Grund- und Mobiliarsteuer).
Indirekte
Steuern
(Einregistrierungsgebühren,
Hypo-
thekeneinschreibungsgebühren,
Erbschaftssteiler,
Zölle).
Die
Rechtspflege
. — Gerichtswesen.
Zivilprozeß.
Strafprozeß.
Schiedsgericht.
Der
öffentliche
Unterricht
c)
Privatrecht
: Die Familie . Fa-
Géographie nationale.
Le cours de géographie nationale se fait en
français, puisqu'il ne représente au fond qu'une
répétition des matières apprises à l'école pri-
maire proprement dite.
Matière.
1re série. — Situation et superficie, — Relief
naturel du sol. — Climat. — Cours d'eaux. —
Productions naturelles. — Industrie et com-
merce.
2e série. — Population. — Voies de commu-
nication. — Cultes. — Les administrations.
Remarque. — La méthode à suivre pour
l'enseignement de la géographie nationale est
la même que celle indiquée au programme de
la géographie en général.
milienrecht, Vormundschaft.
Erbfolge, Testa-
ment, Schenkung.
Das
Eigentum
. — Nießbrauch. Servi-
tuten.
Die
Verträge
. — Gläubiger und Schuld-
ner. Kaufvertrag. Dienstvertrag, Miete, Pacht.
Hypothek.
Die
Verjährung
Zweite
Serie.
Elemente
der
Volkswirtschafts-
lehre.
Überblick über die Hauptwirtschaftsstufen.
Die Erzeugung der Güter (Natur, Arbeit,
Kapital).
Die Hauptformen der Unternehmung.
Die Arbeit (Arbeitsteilung, Arbeitslohn, Ar-
beitsnachweis).
Verteilung und Verbrauch der Güter (Lohn,
Zins, Unternehmergewinn, Krisen).
Der Umlauf der Güter (Geld — Münzen,
Ersatzmittel — Kredit, Banken).
Landwirtschaft, Handel und Industrie und
ihre Organisation. Handel und Verkehr (Post,
Eisenbahnen).
Wichtige Bestimmungen aus der sozialen
Gesetzgebung: Versicherungsgesetzgebung (Kran-
ken-, Unfall-, Alters- und Invalidenversicherung;
Gewerbeaufsicht; Sonntagsruhe).
Behandlung. — Der Unterricht in der Bürger-
kunde wird in enger Anlehnung an die Geschichte
erteilt. Die Entwicklung der staatlichen und
wirtschaftlichen Einrichtungen wird im Zusam-
menhang mit der gesamten geschichtlichen Ent-
wicklung dargestellt.
Nur das wirklich Wesentliche wird eingehender
behandelt.
Die Darstellung muß vor allem anschaulich
sein und so oft als möglich an eigene Erfahrungen
der Schüler und Beispiele des täglichen Lebens
anknüpfen.
Bei der Entwicklung volkswirtschaftlicher Be-
griffe ist auf konkrete Verhältnisse Bezug zu
nehmen.
Comptabilité et documents commerciaux.
Garçons et filles.
(1 heure par semaine.)
But. — Cet enseignement tend à familiariser
les élèves avec les documents commerciaux les
plus usuels et quelques actes de la vie pratique
de chaque jour, ainsi qu'à leur apprendre les
éléments de la tenue des livres commerciale.
Il est de plus destiné à former l'esprit et à
inspirer le goût de la promptitude et de l'exac-
titude.
Les deux années sont réunies on une seule
section, et la matière à traiter est répartie sur
deux années consécutives.
Le cours de comptabilité peut être donné en
langue française ou en langue allemande,
Matière.
Série 1.
I. — Documents commerciaux et actes
usuels;
Quittance, acquit, reçu à souche.
Recon-
naissance. Mandat de poste. Recouvrement.
Bulletin d'expédition, Lettre de voiture, Dé-
claration de douane. Note, facture simple et
facture d'expédition. Les principaux contrats
contrat d'achat et de vente, contrat de louage
et le contrat d'apprentissage.
Remarque, — Le nombre des contrats ne
doit pas être étendu, et encore est-il indiqué à
recommander aux élèves de ne jamais rédiger
un acte compliqué ou portant sur un objet im-
portant à moins d'avoir recours aux conseils
d'un homme compétent.
Quelques notions sur l'enregistrement des
actes. — Billet simple. Billet à ordre. Lettre
de change. Chèque (généralités et formes).
L'endossement, l'échéance, le protêt, l'accep-
tation de la lettre de change.
II. — Tenue des livres d'un artisan ou d'un
agriculteur. (Le système doit être préparatoire
à la tenue des livres commerciale).
III. — Correspondance commerciale. Règles
générales. Les lettres les plus usuelles seule-
ment: avis, circulaire, lettre de commande,
accusé de réception et demande de renseigne-
ments.
Remarque. — Dans les écoles de filles, la tenue
des livres d'un artisan respectivement d'un
agriculteur est réduite à quelques applications
et précédée de la tenue du livre des frais de
ménage, d'après le même système.
Série II.
1. — La tenue des livres en partie simple
1° Méthodes et principe général de la tenue
des livres. Le compte. Prescriptions légales
sur les livres. Disposition de ces livres et leur
division. A. Livres obligatoires: le livre des
inventaires, le copie de lettres et le journal.
B. Livres facultatifs: a) livres indispensables
Mémorial, grand-livre et le livre des frais de
ménage; b) livres auxiliaires: carnet d'échéances
passives et le livre des effets à recevoir.
2° Exercices d'application. Comptabilisation
d'opérations habituelles d'une maison de com-
merce en demi-gros réparties sur les jours d'un
mois.
3° Travail de fin d'exercice. Balance de vé-
rification, balance générale, clôture et réouver-
ture des comptes, écritures d'inventaire, le
bilan.
II. — Quelques notions sur la cessation de
payement, la faillite et le concordat préventif.
Directions pédagogiques. — La théorie et la
pratique doivent marcher partout de pair.
L'instituteur, dans des entretiens avec les élèves
sur des faits de la vie pratique ou de commerce,
les conduit à voir que, pour fixer par écrit les
rapports existant entre les personnes ayant
joué un rôle dans les choses discutées, il faut
des écrits de qualités spéciales, des documents.
Les formules de ces écrits seront arrêtées par
l'instituteur et les élèves. Ces modèles de docu-
ments seront écrits au tableau noir, et le maître,
par ses questions, amènera les élèves à fixer
les énonciations que les pièces contiennent. Il
leur fera connaître les dispositions légales sur
la matière et leur apprendra à distinguer entre
les énonciations qui sont essentielles et celles
qui ne font que modifier les effets ordinaires.
Il rendra ainsi les élèves aptes à rédiger en
connaissance de cause les pièces d'écriture trai-
tées de la façon indiquée.
Pour faciliter la compréhension des rapports
existant entre les contractants et l'objet du
contrat, et pour rendre l'enseignement plus
fructueux, les contractants seront choisis parmi
les élèves ou parmi les personnes figurant dans
les propositions pour les applications de la tenue
des livres. Les documents et les lettres à rédiger
par les élèves, les formules postales et les autres
formules à remplir et la tenue des livres forme-
ront un ensemble. Cet enchaînement donnera
au cours un caractère pratique.
Après avoir expliqué les principes de la tenue
des livres, à l'aide de quelques propositions
comptabilisées et après avoir ainsi montré aux
élèves la façon de procéder, le maître fera rédiger
au tableau noir les écritures qui devront servir
d'exemples.
Les règles fondamentales déduites par les
élèves des exemples seront transcrites dans un
cahier pour être apprises par cœur.
Un certain nombre de documents commer-
ciaux et d'actes usuels est rédigé dans les deux
langues.
Kalligraphie
und Geschäftsaussätze.
Knaben
und
M ä d c h e n .
(1 Stunde wöchentlich.)
Ziel. — Aufgabe des Schreibunterrichtes ist
es, den Schülern nicht nur eine deutliche und
gefällige, sondern auch eine fließende Handschrift
anzueignen, fo daß die Buchstabenformen auch
bei schneller Ausführung die Eigenschaften einer
guten Schrift erhalten, und der Sinn für Rein-
lichkeit, Ordnung und Schönheit gefördert wird.
Beide Schuljahre werden in einer Abteilung
unterrichtet;
der
Lehrgang
ist
einjäh-
rig.
Stoff. — Außer der deutschem und lateinischen
Schrift sowie dem Zifferschreiben, soll auch die
Rundschrift in beiden Klassen gepflegt werden.
Behandlung. — Der besondere Unterricht in
der gewöhnlichen Schrift beschränkt sich auf eine
Wiederholung der Buchstabenformen nach Grup-
pen.
Die Buchstabenformen der Rundschrift
werden in genetischer Folge eingeübt.
Die Erreichung des eigentlichen Zieles, d. h.
die Aneignung einer deutlichen, gefälligen, flie-
ßenden Handschrift in deutscher und lateinischer
Schrift sowie der Fertigkeit in der Rundschrift,
geschieht durch nette Ausführung aller schrift-
lichen Arbeiten, vorzüglich der im Buchführungs-
unterricht notwendigen Schreibungen und der
zu diesem Unterrichtsfache gehörenden Geschäfts-
aufsätze.
Die theoretischen Belehrungen über die Ge-
schäftsaufsätze werden mit der praktischen Aus-
führung der Schriftstücke verbunden.
Gesang.
Knaben
und
M ä d c h e n .
(1 Stunde wöchentlich.)
Ziel. — Der Gesang bezweckt, das musikalische
Gehör und die Stimme zu üben, den Schön-
heitssinn zu bilden, das Gemüt zu veredeln, den
Willen zum Guten anzuregen, das religiöse und
patriotische Gefühl zu beleben, die Freude au der
Natur zu fördern und die Schüler mit einem
Schatze trefflicher Lieder zur Pflege heiterer
Geselligkeit auszustatten.
Beide Schuljahre werden
kombiniert;
der
Lehrgang
ist einjährig;
Stoff.
1. Theorie.
Liniensystem; Sol- Schlüssel; Gestalt; Wert
und Namen der Noten (bis Achtel einschließlich);
Pausen; Takt und Taktschlagen; gerade und
ungerade einfache Taktarten; Auftakt und Takt-
gewicht; Versetzungszeichen, Kreuz, Bemol und
Auflösungszeichen; Verlängerung der Noten;
Tempo und die gebräuchlichsten Bezeichnungen;
Intervalle: Sekunde, Terz, Quart, Quint, Ok-
tav; Triolen. Dur- und Molldreiklang; Bilden
von Durtonarten mit 1 und 2 Vorzeichen. Kör-
perhaltung beim Singen; Atmung; Tonausatz;
Mundstellung. Richtige Aussprache der Buch-
staben und Silben. Die gebräuchlichsten dyna-
mischen Zeichen.
2. Lieder.
Die Auswahl der ein-, zwei und dreistimmigen
Lieder geschieht durch den Lehrer. Es werden
jährlich wenigstens 10 Lieder eingeübt.
Dar-
unter befindet sich das eine oder andere in
luxemburger Mundart
und in französischer
Sprache.
Behandlung. — Beide Klassen sind zu kom-
binieren. Das Notensingen mit Taktschlagen ist
fleißig zu üben. Das Verfahren zur Einübung
eines Liedes ist folgendes
Die Schüler sprechen sich über die Notenschrift
ans, wobei das in den Solfège-Übungen Vorge-
nommene, nämlich Takt, Vorzeichen, Wieder-
holungszeichen, Namen und Wert der Noten,
berücksichtigt wird.
Alle Schiller müssen die
Noten des Gesangstückes geläufig lesen können.
Das Lied wird einmal ganz vom Lehrer vor-
gesungen oder mit der Geige vorgespielt. Dann
wird es satzweise eingeübt, wobei, die Schüler
die einzelnen Intervalle tunlichst selbst treffen
sollen;
schwierigere Intervalle werden vom
Lehrer wiederholt vorgesungen oder vorgespielt,
und die Schüler singen sie so ost nach, bis die-
selben sich dem Gehör eingeprägt haben.
Zunächst wird ans den Rhythmus keine Rücksicht
genommen; dann wird der Rhythmus mit der
Melodie verbunden und zuletzt auch die Dynamik
beachtet. Der so auf den Notennamen und der
Silbe „la" erlernten Melodie wird der Text
unterlegt und der Aussprache, dem Atemholen,
der richtigen Mundstellung, der reinen Tonbil-
dung, dem guten Vortrag und dem Takte die
verdiente Aufmerksamkeit gewidmet.
Es empfiehlt sich, daß einzelne Sätze auch noch
vom Lehrer mustergiltig vorgetragen oder ge-
spielt werden.
Die Übung wird fortgesetzt, bis ein fehlerfreier
Vortrag des Liedes erzielt ist.
Als Instrument zur Einübung und Begleitung
dient am besten die Violine. Beim Vortrag soll
jedoch die Begleitung der Violine zuweilen
zurücktreten, damit die Schüler sich daran ge-
wöhnen, die Lieder auch selbständig anzufangen
und zu singen.
Die Schüler sollen alle einstimmigen und die
einfachsten zweistimmigen Lieder ganz aus-
wendig zu singen wissen.
Alle Schüler müssen bei mehrstimmigen Lie-
dern zuvor die Melodie sicher einüben. Dabei
muß, da bei Oberprimärschülern die Zeit der
Mutation herannaht, auf den Tonumfang der
Melodie Rücksicht genommen werden, und die
Lieder sind tiefer zu intonieren.
Turnen und Spiele.
K n a b e n u n d Mädchen.
(1 Stunde wöchentlich.)
Ziel. — Das Turnen soll Gesundheit, Kraft,
Gewandtheit und Anmut fördern, Frohsinn,
Selbstvertrauen, Mut und Ausdauer stärken, an
Pünktlichkeit und Unterordnung des Einzelnen
unter die Gesamtheit gewöhnen und Freude an
Leibesübungen nach der Schulentlassung wecken.
Die beiden Schuljahre werden
kombi-
niert
unterrichtet; der
Lehrgang
ist
einjährig.
Stoff. — a)
Ordnungsübungen
zur
Erzielung einer schnellen und richtigen Auf-
stellung der Schüler. Vgl. den Stoff für die
Primärschulen.
b)
Freiübungen
: Kopf- und Glieder-
übungen; Rumpfübungen; Haltungsübungen (die
Spannbeuge, Übungen mit Unterstützung); Ge-
wandtheitsübungen; Verbindung und Wieder-
holung der Übungen.
c)
Handgerätübungen
: Stabübun-
gen. Erweiterung des Stoffes für die Primär-
schulen.
Hantelübungen. Ausführung von Freiübun-
gen als Hantelübungen. Besondere Hantelübun-
gen: die Schulterprobe, der Sägemann, das
Hantelverlegen.
d) Gang-, Lauf - und
Hüpfübungen
e)
Volkstümliche
Ü b u n g e n
u n d
Wettkämpfe
(Wettlaufen, Wettspringen,
Ziehen und Schieben).
f) Spiele , Lauf- und Ballspiele.
Behandlung. — Auswahl und Zusammen-
stellung der
Übungen geschehen durch den
Lehrer.
Der Unterricht wird, wenn nur möglich, im
Freien erteilt.
Turnhallen müssen gut gelüftet und staubfrei
sein.
In Ermangelung einer Turnhalle ist es zu-
lässig, bei unpassender Witterung die zweckent-
sprechende Ausführung schwierigerer Übungen
in Anlehnung an konkrete Fälle im Schulfaal
zu erklären.
I m Turnunterricht soll Frische und Fröhlich-
jeit herrschen, damit die Schüler sich auch nach
der Schulentlassung mit Lust an gesunden Leibes-
übungen betätigen.
In jeder Turnstunde soll der Körper gründlich
durchgearbeitet werden; die Stunde ist deshalb
nach Möglichkeit auszunutzen. Doch ist jede
Überanstrengung zu vermeiden.
Die Stunde beginne mit frischen Bewegungs-
übungen; die anstrengendsten Übungen treten
in der Mitte auf; den Schluß bilden beruhigende
Übungen.
Jede Gruppe ist aus erzieherischen und turne-
rischen Gründen so lange zu üben, bis sie genau
und in vollendester Forin, ausgeführt wird.
Bei einfachen Aufmärschen dürfen gelegent-
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lich passende Marsch- und Wanderlieder gesungen
werden.
Weibliche Handarbeit.
Mädchen.
(3 Stunden wöchentlich.)
Ziel. — Durch den Handarbeitsunterricht soll
das in der Primärschule erworbene Wissen und
Können so befestigt, vervollkommnet und erwei-
tert werden, daß das junge Mädchen eine be-
wußte Gewandtheit im selbständigen Anfertigen
und Ausbessern der im Familienleben notwen-
digen Wäschegegenstände und der einfachsten
Kleidungsstücke sowie die zu einer weitern eigenen
Fortbildung notwendige Anregung und Be-
fähigung erhält.
Außerdem soll durch diesen Unterricht nicht
nur die Erziehung in den weiblichen Tugenden,
in Ordnung, Genauigkeit, Arbeitsamkeit und
Sparsamkeit, sondern auch die Lust und Liebe an
einem geordneten Hauswesen und das richtige
Schönheitsgefühl gefördert werden.
Beide Schuljahre werden
gleichzeitig
,
aber in
zwei
Abteilungen
unterrichtet;
der
Lehrgang
ist
zweijährig
Stoff.
1. Schuljahr.
1. Stricken. Ein Paar Frauenstrümpfe. Fersen
mit Beigarn, resp. Garnieren derselben.
2. Flicken des Gestrickten an einein dazu be-
stimmten Maschengewebe. A. Waschenstichüber-
fahren an dünngewordener Stelle der Strick-
fläche. B. Einstricken neuer Teile. C. Stopfen
durch Gitter- und Maschenstichstopfe. a.) Rechts-
masche, b) Linksmasche, c) Rechts- und Links-
masche in Verbindung.
3. Flicken des Gewebten. A. Wieseln oder
Einziehen neuer Fäden an dünngewordenen
Stellen in verschiedenen Stoffarten. B. Ein-
setzen von Stücken a) in Leinwand, b) in ge-
mustertem Zeug, c) in Flanell. C. Anfertigen
von Riß- und Gitterstopfen.
4. Zuschneiden und Anfertigen eines Frauen-
hemdes (Fassonhemd) und einer Unterhose.
(Hand- und Maschinennähen).
2. Schuljahr.
1. Wiederholen der verschiedenen Ausbesse-
rungsarbeiten an Gebrauchsgegenständen.
2. Zuschneiden und Anfertigen von Schürze,
Knabenhemd oder Arbeiterhemd, Nachtjacke oder
Nachthemd. (Hand- und Maschinennähen.)
3. Festonnieren, Weißzeugsticken und Häkeln.
4. Sogenannte Luxusarbeiten in mäßigem
Umfange erst dann, wenn das vorgeschriebene
Pensum erreicht ist.
Behandlung. — Der Handarbeitsunterricht
ist Klassenunterricht.
Jeder neuen Arbeit geht das Vorzeigen der-
selben und eine Besprechung über ihren Wert
und ihre Bedeutung sowie über die Gewinnung,
Herstellung, Verwendung, die Eigenschaften,
Behandlung, Vor- resp. Nachteils, die Güte und
den Preis des Materials und Werkzeugs vorher.
Daran schließen sich Vorübungen mit einer
kurzen, klaren Unterweisung über den Ausfüh-
rungsmodus der Arbeit an. Diese Vorübungen
werden von Lehrerin und Schülerinnen mit
eigens dazu bestimmten
Veranschaulichungs-
mitteln und mit starkem Material vorgenommen.
Zu diesen Belehrungelt und Unterweisungen
tritt helfend das Zeichnen an der Wandtafel. So
wird das Flicken des Gestrickten und Gewebten
nicht nur durch Vormachen am Stopf- resp.
Nährahmen, sondern auch durch Zeichnen an
der Wandtafel zum Verständnis gebracht. Beim
Zuschneideunterricht wird durch genaue Berech-
nung auf eine haushälterische Verwendung des
Stoffes besonders hingewiesen. Das Zeichnen
und Anfertigen der Schnittmuster in natürlichem
Maßstab kann ergänzt werden durch zeichnerische
Darstellungen im verjüngten Maßstabe nebst den
einschlägigen Angaben im Hefte; auch kann vor
dem eigentlichen Zuschneiden der Gebrauch der
Schere an Papier sowie des Zentimeters und
damit das eigentliche Zuschneiden angebahnt
werden.
Bei den praktischen Ausführungen muß neben
dem Klassenunterrichte der Einzelunterricht ein-
setzen, wobei den schwachen Schülerinnen be-
sondere Aufmerksamkeit geschenkt wird. Ge-
wandte Schülerinnen füllen den etwaigen Zeit-
vorsprung mit Nebenarbeiten aus. Bei allen
Schülerinnen ist auf eine stetige gute Körper-
haltung die größte Sorgfalt zu verwenden.
Nebenbeschäftigung der Lehrerin während des
Unterrichtes, und das Hereinziehen anderer
Schulfächer sind nicht gestattet. Die Lehrform
paßt sich dem Lehrstoffe an, und Theorie und
Praxis stützen sich gegenseitig und schreiten mit-
einander fort. Die Benennungen der verschiede-
nen Arbeiten und die Grundregeln über den
Arrêté ministériel du 23 septembre 1916, con-
cernant la fixation de l'heure légale.
LE MINISTRE D'ÉTAT,
PRÉSIDENT DU GOUVERNEMENT,
Vu la loi du 10 mai 1916, concernant l'unifi-
cation de l'heure légale de la saison d'été;
Arrête
Le présent arrêté sera publié au
Mémorial.
Luxembourg, le 23 septembre 1946.
Le Ministre d'État,
Président du Gouvernement,
V. THORN.
Avis.
A partir du 1er octobre prochain, les adminis-
trations de chemins de fer ainsi que les entre-
preneurs des services publics d'autobus adop-
teront l'heure de l'Europe centrale, laquelle
retarde de 60 minutes sur celle actuellement
en vigueur. La transition se fera pendant la
nuit du 30 septembre au 1er octobre de telle
manière que le 30 septembre finira 1 heure
après minuit. A 1 heure de la nuit les horloges
seront retardées d'une heure, et c'est à partir
de ce moment que commencera le 1er octobre.
Um jeder Verwechselung vorzubeugen, wird
die 1. Stunde zwischen Mitternacht und ,1 Uhr
morgens, die also noch zum 30. September ge-
hoch mit 12 Uhr. .. Min. (A), und die 2., die
also schon zum 1. Oktober gehört, mit .12 Uhr
.. Min. (B) bezeichnet.
Dieser Beschluß soll ins „Memorial"
eingerückt werden.
Luxemburg, den 23. September 1916.
Der Staatsminister,
Präsident der Regierung,
V.
Thorn.
Bekanntmachung.
Vom 1. Oktober dieses Jahres ab werden die
Gisenbahnverwaltungen sowie die Unternehmer
der öffentlichen Autobusdienste in ihren Be-
trieben wieder die mitteleuropäische Zeit ein-
führen, die der zur Zeit gültigen um 1 Stunde
nachgeht. Der Übergang geschieht in der Nacht
vom 30. September auf den 1. Oktober derart,
daß der 30. September um 1 Uhr nach Mitter-
nacht endigt. Um 1 Uhr des Nachts werden
demnach die Uhren um 1 Stunde zurückgestellt
und beginnt von diesem Augenblick an der
1. Oktober.
Luxemburg, den 23. September 1916.
Der General-Direktor
der öffentlichen Arbeiter,
A. Lefort.
VICTOR BÜCK, LUXEMBOURG
Luxembourg, le 23 septembre 1916,
Le Directeur général
des travaux publics,
A. LEFORT.