Großherzogthums Luxemburg.
Table des dispositions (15)
Texte législatif (15 Articles)
Memorial
Großherzogthums Luxemburg.
DU
GRAND-DUCHÉ DE LUXEMBOURG.
Montag, 2. August 1880.
Königl.-Großh. Beschluß Vom 28. Juli 1880,
wodurch verschiedene Abänderungen des Be-
triebs-Reglements der Wilhelm-Luxemburg-
Eisenbahnen veröffentlicht werden.
Wir Wilhelm III, von Gottes Gnaden König
der Niederlande, Prinz von Oranien Nassau,
Großherzog von Luxemburg, u., u., u.;
Nach Einsicht des Art. 7 des Vertrages vom
11. Juni 1872, den Betrieb der Wilhelm-Luxem-
burg-Eisenbahnen betreffend, und Unseres Be-
schlusses vom 14. Juli 1874, wodurch das Be-
triebs-Reglement benannter Eisenbahnen veröffent-
licht wird;
Nach Anhörung Unseres Staatsrathes;
Auf den Bericht Unseres Staatsministers, Prä-
sidenten der Regierung, und nach Berathung der
Regierung im Conseil;
Haben beschlossen und beschließen
Nachstehende Abänderungen an dem
in Nr. 21, 1. Theil des „Memorials" von 1874
veröffentlichten Betriebs-Reglement der Wilhelm,
Luxemburg-Eisenbahnen sind, unter Beachtung des
in Unserm angezogenen Beschlusse enthaltenen
Vorbehaltes, genehmigt und sollen durch's „Me-
morial" zur öffentlichen Kenntniß gebracht werden.
Arrêté royal grand-ducal du 28 juillet 1880, por-
tant publication de différentes modifications au
règlement d'exploitation des chemins de fer
Guillaume-Luxembourg.
Nous GUILLAUME III, par la grâce de Dieu,
Roi des Pays-Bas,
Prince
d'Orange-Nassau,
Grand-Duc de Luxembourg, etc., etc., etc. ;
Vu l'art. 7 de la convention du 11 juin 1872,
concernant l'exploitation des chemins de fer Guil-
laume-Luxembourg, et Notre arrêté du 14 juillet
1874, portant publication du nouveau règlement
d'exploitation des dits chemins de fer ;
Notre Conseil d'État entendu ;
Sur le rapport de Notre Ministre d'État, Pré-
sident du Gouvernement, et après délibération de
Gouvernement en conseil ;
Avons arrêté et arrêtons
Sont approuvées, sous le mérite de
la réserve insérée dans Notre arrêté susvisé, les
modifications ci-après relatées à introduire au
règlement d'exploitation des chemins de fer Guil-
laume-Luxembourg, publié au n° 21, 1er partie
du Mémorial de 1874; elles seront portées à la
connaissance du public par la même voie.
I. An die Stelle des § 48 und des ersten Absatzes in Nr. 1 des § 50 des Betriebs Regle-
ments treten folgende Bestimmungen
§ 48. — Von der Beförderung ausgeschlossene oder nur bedingungsweise zugelassene Gegenstände.
A.. Von der Beförderung sind ausgeschlossen
des
Nr.
52.
LUNDI, 2 août 1880.
1. alle solche Güter, die — wegen ihres Gewichts oder Umfangs, ihrer Form oder sonstigen
Eigenschaft — nach den Einrichtungen und der Benutzungsweise der Bahn sich zum Transport
nicht eignen;
2. die postzwangspflichtigen Gegenstände;
3. alle der Selbstentzündung oder Explosion unterworfenen Gegenstände, soweit nicht die Be-
stimmungen in Anlage D Anwendung finden, insbesondere
a) Nitroglycerin (Sprengöl) als solches, abtropfbare Gemische von Nitroglycerin sowie Ge-
mische von Nitroglycerin mit an sich explosiven Stoffen, als nitrirter Cellulose, Pulversätzen pp.;
b) nicht abtropfbare Gemische von Nitroglycerin mit pulverförmigen, an sich nicht explosiven
Stoffen (Dynamit und ähnliche Präparate) in loser Masse (wegen Dynamitpatronen vergleiche
Anlage D Nr. I);
c) unreine Pikrinsäure (vergleiche Anlage D Nr. XV), pikrinsäure Salze sowie explosive Ge-
mische, welche pikrinsäure und chlorsaure Salze enthalten;
d) Knallquecksilber (wegen Zündungen und Zündhütchen vergleiche Anlage D Nr. I und III),
Knallsilber und Knallgold, sowie die damit dargestellten Präparate;
e) solche Präparate, welche Phosphor in Substanz beigemischt enthalten, namentlich Zünd-
blättchen (amorces);
f) geladene Schußwaffen;
B. Bedingungsweise werden zur Beförderung zugelassen
1. Die in Anlage D verzeichneten Gegenstände.
Für deren Annahme und Beförderung sind die daselbst getroffenen näheren Bestimmungen
matzgebend.
2. Gold- und Silberbarren, Platina, gemünztes und Papiergeld, geldwerthe Papiere, Doku-
mente, ferner Pretiosen, wie Edelsteine, ächte Perlen und dergleichen.
Unter welchen Bedingungen diese Gegenstände zur Beförderung angenommen werden, be-
stimmen die besonderen Vorschriften jeder Eisenbahn.
3. Gemälde und andere Kunstgegenstände.
Zur Uebernahme der Beförderung ist die Eisenbahnverwaltung nur dann verpflichtet, wenn
in den Frachtbriefen keine Werthangabe enthalten ist.
4. Diejenigen Gegenstände, deren Verladung oder Transport nach dem Ermessen der über-
nehmenden Verwaltung außergewöhnliche Schwierigkeit verursacht.
Die Beförderung solcher Gegenstände kann von jedesmal zu vereinbarenden besonderen Be-
dingungen abhängig gemacht werden.
C. Wer Gegenstände der unter Lit. A Nr. 3 dieses Paragraphen oder der in Anlage D
erwähnten Art unter unrichtiger oder ungenauer Deklaration zur Beförderung aufgibt oder die
als Bedingung für deren Annahme vorgeschriebenen Sicherheitsmaßregeln außer Acht läßt, hat
neben den durch Polizeiverordnungen oder durch das Strafgesetzbuch festgesetzten Strafen, auch
wenn ein Schaden nicht geschehen ist, für jedes Kilogramm des Bruttogewichts solcher Versand-
stücks eine schon durch die Auflieferung verwirkte Konventionalstrafe von 12 Mark zu erlegen
und haftet außerdem für allen etwa entstehenden Schaden.
§ 50, Nr. 1, erster Absatz.
Für die laut § 48 Lit. B nur bedingungsweise zur Beförderung zugelassenen Gegenstände
owie für die vom Versender und Empfänger auf- und abzuladenden Güter und für die unter
Zoll und Steuerkontrole stehenden Maaren sind besondere, andere Gegenstände nicht umfassende
Frachtbriefe beizugeben.
II. Auf Sendungen der Militärverwaltung finden die Bestimmungen insoweit Anwendung,
als sie gegenüber den dafür bestehenden besonderen Vorschriften erleichternde Transportbe-
dingungen enthalten.
Die in Handelssachen Recht sprechen-
den Gerichte haben zu Gunsten der obsiegenden
Parthei, außer den Auslagen, die Kosten des
Stempels und der Einregistrirung der Vollmachten
zu liquidiren.
Les tribunaux siégeant en matière
commerciale liquideront en faveur de la partie
qui a obtenu gain de cause, outre les déboursés,
le coût du timbre et de l'enregistrement des pro-
curations.
Unser Staatsminister, Präsident der
Regierung, ist mit der Ausführung dieses Be-
schlusses beauftragt.
Im Loo den 28. Juli 1880.
Der Staatsminister,
Präsident der Regierung,
F. de BIochausen.
Wilhelm.
Königl.-Großh. Beschluß vom 28. Juli 1880,
wodurch ein Tarif für Handelsgerichts-
sachen eingeführt wird.
Wir Wilhelm III, von Gottes Gnaden König
der Niederlande, Prinz von Oranien-Nassau, Groß-
herzog von Luxemburg, u., u., u.;
Nach Einsicht des Art. 44 des Gesetzes vom
21. Januar 1864 über die Organisation des Ge-
richtswesens ;
Nach Anhörung Unseres Staatsrathes;
Auf den Bericht Unseres General-Directors der
Justiz und nach Berathung der Regierung im
Conseil;
Haben beschlossen und beschließen
Sie haben ebenfalls eine Vertretungs-
gebühr zu liquidiren und zwar
für jede Verurteilung
Notre Ministre d'État, Président du
Gouvernement, est chargé de l'exécution du pré-
sent arrêté.
GUILLAUME.
Au Loo, le 28 juillet 1880.
Le Ministre d'Etat, Prés,
du Gouvernement,
F. DE BLOCHAUSEN.
Arrêté royal grand-ducal du 28 juillet 1880, in-
troductif d'un tarif en matière commerciale.
Nous
GUILLAUME III, par la grâce de Dieu,
Roi des Pays-Bas, Prince d'Orange-Nassau, Grand-
Duc de Luxembourg, etc, etc., etc. ;
Vu l'art. 44 de la loi du 21 janvier 1864, sur
l'organisation judiciaire ;
Notre Conseil d'Etat entendu ;
Sur le rapport de Notre Directeur général de
la justice et vu la délibération du Gouvernement
réuni en conseil ;
Avons arrêté et arrêtons
Ils liquideront également un droit de
représentation, savoir
pour toute condamnation
inférieure à 200 fr ......... fr. 7,50 ;
de 200 à
500 fr.
10,00 ;
de 500 à 1000 fr.
12,50;
de 1000 à 10000 fr.
20,00 ;
au-dessus de 10000 fr.
30 à 60.
unter 200
Fr.....
Fr.
7,50;
von
200 bis
500 Fr.
10,00;
von
500 bis 1000 Fr.
12,50;
von 1000 bis 10000 Fr.
20,00;
über 10000 Fr.........Fr. 30 bis 60,00.
Diese Gebühr wird nur einmal für jedes End-
urtheil bewilligt. Handelt es sich um ein Ver-
säumnißurtheil, so wird nur die Hälfte der Ge-
bühr zuerkannt, ohne daß jedoch deren Betrag
unter 5 Franken gehen dürfe.
Das Gericht ist befugt, für Anträge,
welche zweckentsprechend in den zu ernsthaften
Debatten anlaßgebenden Streitsachen angefertigt
worden und welche die Verhandlungen aufklären
und vereinfachen, eine Gebühr zu liquidiren.
Diese Liquidirung, welche in das ausschließliche
Ermessen des Richters gestellt ist, darf sechs Rollen
in Höhe des Art. 72 § 1 der Gebührenordnung
für Civilgerichtssachen nicht übersteigen.
Le tribunal pourra liquider un droit
pour des conclusions utilement fournies dans les
affaires qui donnent lieu à un débat sérieux et qui
l'éclairent ou le simplifient.
Cette liquidation, abandonnée à l'appréciation
exclusive du juge, n'excédera pas six rôles au
taux de l'art. 72, § 1er du tarif en matière civile.
Die durch vorstehende Artikel vorge-
sehenen Gebühren sind in dem Urtheil und von
Amtswegen zu liquidiren.
Les droits prévus par les articles qui
précèdent seront liquidés dans le jugement et
d'office.
Unser General-Director der Justiz ist
mit der Ausführung des gegenwärtigen Beschlusses
beauftragt.
I m Loo den 28. Juli 1880.
Der General-Director
der Justiz,
Paul Eyschen.
Wilhelm.
Bekanntmachung. — Gemeindeverwaltung.
Durch Beschluß des Unterzeichneten vom heu-
tigen Tage ist Hr. Johann Nikolaus
Origer,
Ackerer zu Küntzig, in Ersetzung des Hrn. Joh.
Pet.
Hemmer, dem Entlassung bewilligt, zum
Schöffen der Gemeinde Küntzig ernannt worden.
Luxemburg den 31. Juli 1880.
Der General-Director des Innern,
H. Kirpach.
Ce droit n'est alloué qu'une fois pour chaque
jugement définitif. Si le jugement est par défaut,
le droit ne sera que de moitié, sauf que le chiffre
ne pourra être inférieur à 5 francs.
Notre Directeur général de la justice
est chargé de l'exécution du présent arrêté.
Au Loo, le 28 juillet 1880.
Le Directeur général
de la justice,
Paul EYSCHEN.
GUILLAUME.
Avis. — Administration communale.
Par arrêté du soussigné en date de ce jour, M.
Jean-Nicolas Origer, cultivateur à Clemency, a
été nommé échevin de la commune de Clemency,
en remplacement de M. Jean-Pierre Hemmer, dé-
missionnaire.
Luxembourg, le 31 juillet 1880.
Le Directeur général de l'intérieur,
H. KlRPACH.
Regulativ betreffend die Kreditirung der Tabackgewichtssteuer.
Zur Ausführung des § 20 des deutschen Reichsgesetzes, die Tabacksteuer betreffend, vom 16
Juli 1879 (Memorial 1879, SS. 541 und 558 ff.) sind folgende Bestimmungen getroffen
worden
§ 1 . Dem Tabackpflanzer (§ 3 des Gesetzes), sowie dem Käufer oder sonstigen Erwerber von
Taback (§19 des Gesetzes) kann auf Antrag gestattet werden, die Tabackgewichtssteuer, falls
dieselbe 100 Mark oder mehr beträgt, statt an dem im § 16 Absatz 2 des Gesetzes bestimmten
Zeitpunkte der Fälligkeit, bis zum 15. Oktober des auf das Erntejahr folgenden Jahres zu zahlen.
Ferner kann demjenigen, welcher inländischen Taback aus Niederlagen (§ 16 Absatz 2 des
Gesetzes) zur Versteuerung abmeldet, auf Antrag gestattet werden, die Tabackgewichtssteuer, falls
dieselbe 100 Mark oder mehr beträgt, statt an dem im § 17 Absatz 1 des Gesetzes bestimmten
Zeitpunkte der Fälligkeit, bis zum 25. des dritten darauf folgenden Monats zu entrichten.
§ 2. Der Antrag auf Ertheilung eines Tabacksteuerkredits (§ 1) ist bei dem Hauptamt schrift-
lich zu stellen; dabei ist anzugeben, in welcher Weise (§ 3) Sicherheit geleistet werden soll.
Der Kredit muß so zeitig nachgesucht werden, daß die Bewilligung desselben vor dem Zeit-
punkte der Fälligkeit der Steuer geschehen kann.
Wer es einmal versäumt, die Zahlung der gestundeten Beträge mit dem Ablauf der bestimmten
Kreditfrist zu leisten, oder sonst die ihm aus der Kreditbewilligung erwachsenden Verpflichtungen
nicht erfüllt, hat auf fernere Kreditbewilligung keinen Anspruch.
§. 3. Für den bewilligten Kredit muß Sicherheit nach den von den obersten Landes-Finanz-
behörden zu erlassenden Vorschriften bestellt werden.
§ 4. Um den Uebergang der Steuerpflicht (§ 19 des Gesetzes) auf solche Käufer oder sonstige
Erwerber des Tabacks, welche in anderen Steuerbezirken domizilirt find, zu erleichtern, kann die
Sicherheit für den Kredit auch durch Tabacksteuer Kredit-Certifikate desjenigen Hauptamtes, in
dessen Bezirk der Zahlungspflichtige seinen Wohnsitz hat, beschafft werden.
Der Antrag auf Ertheilung solcher Certifikate ist bei dem zuständigen Hauptamte schriftlich
einzureichen. Die Kredit-Certifikate werden für je ein Taback-Erntejahr ausgestellt.
Im Fall das Certifikat durch einen mit Prokura versehenen oder zum Zwecke des Ankaufs
von Taback besonders bevollmächtigten Vertreter benutzt werden soll, muß der Name des Pro-
kuristen oder sonstigen Vertreters unter Uebergabe eines Exemplars seiner eigenhändigen Unter-
schrift dem Ausfertigungsamte angemeldet werden.
Für den Gesammtbetrag, auf welchen die von einem Kreditnehmer beantragten Certifikate
lauten sollen, ist Sicherheit nach § 3 zu leisten.
Nach Genehmigung des Antrags händigt das Hauptamt dem Antragsteller gegen Empfangs-
bescheinigung das nach Muster a auszufertigende Kredit-Certifikat ein, nachdem zuvor der An-
tragsteller durch seine Unterschrift sich zur Einhaltung der Vorschriften des Kredit-Regulativs
verpflichtet und der bevollmächtigte Vertreter des Kreditnehmers, falls das Certifikat für einen
solchen bestimmt ist, durch Beisetzung seiner Unterschrift angegeben hat, wie er unterzeichnen wird.
Zu den Kredit-Certifikaten sind die amtlich gelieferten Formulare zu verwenden.
Empfängt der Kreditnehmer über den ihm bewilligten Kredit mehrere Kredit-Certifikate, so
haben diese zwar dieselbe Nummer zu tragen, werden aber durch einen neben die Nummer ge-
setzten Buchstaben von einander unterschieden.
Ueber die ertheilten Kredit-Certifikate führt das Ausftellungsamt ein Ausfertigungs-Register
nach Muster b.
§ 5. Für den Gebrauch der Kredit-Certifikate gelten folgende Vorschriften
1. Auf Grund des Certifikats kann demjenigen, auf welchen es ausgestellt ist, von der Steuer
hebestelle für gekauften oder sonst erworbenen, in eine Niederlage noch nicht aufgenommenen
Taback bis zu dem in dem Certifikat angegebenen Bettage Kredit gewährt werden. Nach dem
15. Juli des auf das Taback-Erntejahr folgenden Jahres kann Kredit auf Grund des für jenes
Erntejahr ausgestellten Kredit-Certifikats nicht mehr bewilligt werden.
2. Derjenige, auf welchen das Certifikat lautet, haftet der Steuerbehörde für jeden Mißbrauch,
welcher mit dem Certifikat, auch ohne sein Verschulden, getrieben wird. Im Fall der Zurück-
nahme einer Prokura oder sonstigen Vollmacht haftet der Kreditnehmer für die von seinem bis-
herigen Vertreter mit dem Kredit Certifikat etwa getriebenen Mißbrauche selbst dann, wenn die
Aufhebung des Vertretungsverhältnisses zu dem Handelsregister angemeldet und von dem Ge-
richte bekannt gemacht worden ist.
3. Die Steuerhebestellen, bei welchen ein Kredit auf Grund eines Certifikats in Anspruch ge-
nommen wird, sind befugt, aber nicht verpflichtet, die Legitimation des Inhabers des Certifikats
zu prüfen.
4. Die dem Ausfertigungsamte bestellte Sicherheit kann erst nach Rückgabe des Certifikats
aufgehoben werden, sofern alsdann die ordnungsmäßige Abwickelung der auf Grund des Certi-
fikats gewährten Steuerkredite nachgewiesen ist.
5. Kann das Certifikat nicht zurückgeliefert werden, so bedarf es zur Rückgabe der Sicherheit
der Genehmigung der Direktivbehörde.
§ 6. Die Steuerhebestelle, welche auf Grund eines Kredit-Certifikats Steuerkredit gewährt, trägt
das Kredit-Certifikat in das betreffende Kredit-Handbuch (Manual, Konto) mit Angabe des Aus-
fertigungsamtes, der Nummer, des Datums, der Summe, über welche es überhaupt lautet, des
etwa bereits vorher und des neu angeschriebenen Betrages ein, schreibt den kreditirten Betrag
nach Maßgabe des Vordrucks im Kredit Certifikat an und gibt dasselbe dem Kreditnehmer zurück.
Ueber die erfolgte Anschreibung läßt die Steuerhebestelle dem Certifikat-Ausfertigungsamte eine
Benachrichtigung nach Muster c zugehen. Das Ausfertigungsamt vermerkt die Abschreibung im
Ausfertigungsregister.
§ 7. Die kreditirten Tabacksteuerbeträge werden im Tabacksteuer-Einnahme-Journal gebucht. Der
Kreditnehmer hat über jeden einzelnen Betrag ein schriftliches Anerkenntniß nach dem anliegen-
den Muster d auszustellen und der Steuerhebestelle zu übergeben.
Die gestundeten Beträge sind mit dem Ablauf der bestimmten Kreditfrist, sofern nicht die
Kreditabzahlung bei dem Hauptamt vorgeschrieben wird, bei der Steuerhebestelle, bei welcher der
Kredit angeschrieben ist, einzuzahlen.
Unter welchen Voraussetzungen die kreditirten Steuerbeträge vor Ablauf der Kreditfrist ein-
gezogen werden können, bestimmen die obersten Landes-Finanzbehörden.
Nach erfolgter Einzahlung des kreditirten Betrages hat die Steuerhebestelle das mit Quittung
versehene Anerkenntniß an den Aussteller zurückzugeben. Ist der Steuerkredit auf Grund eines
Kredit-Certifikats ertheilt worden, so benachrichtigt die Steuerhebestelle, bei welcher die Einzah-
lung bewirkt worden ist, das Hauptamt, welches das Kredit-Certifikat ausgestellt hat, von der
erfolgten Kreditabzahlung. Das Hauptamt vermerkt den Eingang der Benachrichtigung in dem
Certifikat-Ausfertigungsregister.
Der nach § 5 Ziffer 4 erforderliche Nachweis ist durch Vorlegung der mit Quittung ver-
sehenen Anerkenntnisse zu führen.
§ 8. Wird ein auf Grund eines Kredit-Certifikats kreditirter Steuerbetrag bei der zuständigen
Steuerhebestelle nicht rechtzeitig eingezahlt, so hat dieselbe bis spätestens zum 1. November das
Certifikat-Ausfertigungsamt um Einsendung des rückständigen Betrages zu ersuchen. Das letztere
sendet den geforderten Betrag sofort an das requirirende Amt ein und erhält von diesem das
mit Quittung versehene Kredit-Anerkenntniß. Das Amt, welches das Kredit-Certifikat ausgestellt
hat, zieht nach erfolgter Absendung des Betrages denselben nebst den entstandenen Kosten,
nöthigenfalls unter Rückgriff auf die gestellte
Sicherheit,
von dem Kreditnehmer ein.
Von den in vorstehendem Regulativ erwähnten Formularen kann bei den Zollstellen des
Großherzogthums Einsicht genommen werden.
Luxemburg, den 29. Juli 1880.
Der General-Direktor der Finanzen,
V. v.
Roebe.
Bekanntmachung. — Centralhospiz.
Durch Königl.-Großh. Beschluß vom 28. Juli
1880 find die HH. Gustav de
Marie, Bür
germeister zu Ettelbrück, Heinrich
Kimmer und
Joseph
Rischard,
beide Richter beim Bezirks-
gerichte zu Diekirch, Emil
Salentiny,
Notar,
und Gustav Herr, Arzt, beide zu Ettelbrück, zu
Mitgliedern der Aufsichts-Commission des Central-
hospizes auf die Dauer von drei Jahren ernannt
worden.
Durch einen andern Beschluß vom selben
Tage ist Hr. Joseph Rischard, Richter beim
Bezirksgericht zu Diekirch, Mitglied der Auffichts-
Commission des Centralhospizes von Ettelbrück,
in Gemäßheit des Gesetzes vom 7. Juli 1880,
auf ein Jahr mit der Controle der Aufnahmen
in besagte Anstalt, sowie auch der Fortdauer der
Sequestrirung der in derselben untergebrachten
Irren betraut worden.
Luxemburg den 30. Juli 1880.
Der General-Director der Justiz,
Paul Eyschen.
Avis. — Hospice central.
Par arrêté royal grand-ducal du 28 juillet 1880,
MM. Gustave de Marie, bourgmestre à Ettelbruck,
Henri Kimmer et Joseph Rischard, juges au tri-
bunal d'arrondissement de Diekirch, Emile Sa-
lentiny, notaire, et Gustave Herr, médecin, tous
deux à Ettelbruck, ont été nommés membres du
comité de surveillance de l'hospice central d'Et-
telbruck pour la durée de trois ans.
Par un autre arrêté de même date, M. Joseph
Rischard, juge au tribunal d'arrondissement de
Diekirch, membre du comité de surveillance de
l'hospice central d'Ettelbruck, a été commis pour
exercer, au vœu de la loi de 7 juillet 1880, pen-
dant la durée d'un an les fonctions de juge chargé
de contrôler les admissions au dit établissement
ainsi que le maintien en état de séquestration des
aliénés y reçus.
Luxembourg, le 30 juillet 1880.
Le Directeur général de la justice,
Paul EYSCHEN.
Avis. — Société des chemins de fer Prince-Henri.
MM. les actionnaires, obligataires et créanciers de l'ancienne Compagnie R. Gr. D. des Chemins de fer Prince-
Henri, en liquidation, sont invités à se réunir en assemblée générale, le mercredi, 23 août prochain, à 3 heures
de l'après-midi, dans la grande salle du restaurant Faber à Luxembourg.
ORDRE DU JOUR
1° Rapport des liquidateurs sur l'état et le résultat actuels de la liquidation ;
2° Éventuellement, clôture de la liquidation.
Dix jours avant l'assemblée, les porteurs d'actions et d'obligations doivent faire connaître à la liquidation, dont
le siège est à Luxembourg, le nombre et les numéros de leurs titres.
Ils seront admis à l'assemblée sur la production de ces titres ou d'un certificat de dépôt à la Banque Nationale
du Grand-Duché de Luxembourg ou à la Banque de Bruxelles, 22 rue Royale, à Bruxelles.
Les autres intéressés qui voudront assister à l'assemblée générale, devront eu informer la liquidation avant le
15 août.
Luxembourg, 24 juillet 1880.
La Liquidation.
Chemins de fer Guillaume-Luxembourg. — Recettes des lignes du Grand-Duché : 170 kilom.
RECETTES.
Du 1er au 30 juin
Du 1er janvier au 31 mai
Du 1er janvier au 30 juin
Différence en faveur de
Voyageurs
71,250 00
362,000 00
433,250 00
418,150 00
15,100 00
Marchandises.
338,750 00
1,775,125 00
2,133,875 00
2,093,712 50
40,162 50
Recettes diverses.
39,375 00
189,000 00
228,375 00
224,237 50
4,137 50
RECETTES.
totales.
469,375 00
2,326,125 00
2,795,500 00
2,736,100 00
59,400 00
Produit kilométrique correspondant à
fr. 33,014 50.
fr. 32,410 50.
Luxemburg. — Druck von V. Bück.