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Großherzogthums Luxemburg.

15 Articles / Dispositions · Luxembourg
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Table des dispositions (15)

Texte législatif (15 Articles)

Großherzogthums Luxemburg.

Memorial

Großherzogthums Luxemburg.

DU

GRAND-DUCHÉ DE LUXEMBOURG.

Montag, 2. August 1880.

Königl.-Großh. Beschluß Vom 28. Juli 1880,

wodurch verschiedene Abänderungen des Be-

triebs-Reglements der Wilhelm-Luxemburg-

Eisenbahnen veröffentlicht werden.

Wir Wilhelm III, von Gottes Gnaden König

der Niederlande, Prinz von Oranien Nassau,

Großherzog von Luxemburg, u., u., u.;

Nach Einsicht des Art. 7 des Vertrages vom

11. Juni 1872, den Betrieb der Wilhelm-Luxem-

burg-Eisenbahnen betreffend, und Unseres Be-

schlusses vom 14. Juli 1874, wodurch das Be-

triebs-Reglement benannter Eisenbahnen veröffent-

licht wird;

Nach Anhörung Unseres Staatsrathes;

Auf den Bericht Unseres Staatsministers, Prä-

sidenten der Regierung, und nach Berathung der

Regierung im Conseil;

Haben beschlossen und beschließen

Großherzogthums Luxemburg.

Nachstehende Abänderungen an dem

in Nr. 21, 1. Theil des „Memorials" von 1874

veröffentlichten Betriebs-Reglement der Wilhelm,

Luxemburg-Eisenbahnen sind, unter Beachtung des

in Unserm angezogenen Beschlusse enthaltenen

Vorbehaltes, genehmigt und sollen durch's „Me-

morial" zur öffentlichen Kenntniß gebracht werden.

Arrêté royal grand-ducal du 28 juillet 1880, por-

tant publication de différentes modifications au

règlement d'exploitation des chemins de fer

Guillaume-Luxembourg.

Nous GUILLAUME III, par la grâce de Dieu,

Roi des Pays-Bas,

Prince

d'Orange-Nassau,

Grand-Duc de Luxembourg, etc., etc., etc. ;

Vu l'art. 7 de la convention du 11 juin 1872,

concernant l'exploitation des chemins de fer Guil-

laume-Luxembourg, et Notre arrêté du 14 juillet

1874, portant publication du nouveau règlement

d'exploitation des dits chemins de fer ;

Notre Conseil d'État entendu ;

Sur le rapport de Notre Ministre d'État, Pré-

sident du Gouvernement, et après délibération de

Gouvernement en conseil ;

Avons arrêté et arrêtons

règlement d'exploitation des chemins de fer Guillaume-Luxembourg.

Sont approuvées, sous le mérite de

la réserve insérée dans Notre arrêté susvisé, les

modifications ci-après relatées à introduire au

règlement d'exploitation des chemins de fer Guil-

laume-Luxembourg, publié au n° 21, 1er partie

du Mémorial de 1874; elles seront portées à la

connaissance du public par la même voie.

I. An die Stelle des § 48 und des ersten Absatzes in Nr. 1 des § 50 des Betriebs Regle-

ments treten folgende Bestimmungen

§ 48. — Von der Beförderung ausgeschlossene oder nur bedingungsweise zugelassene Gegenstände.

A.. Von der Beförderung sind ausgeschlossen

des

Nr.

52.

LUNDI, 2 août 1880.

1. alle solche Güter, die — wegen ihres Gewichts oder Umfangs, ihrer Form oder sonstigen

Eigenschaft — nach den Einrichtungen und der Benutzungsweise der Bahn sich zum Transport

nicht eignen;

2. die postzwangspflichtigen Gegenstände;

3. alle der Selbstentzündung oder Explosion unterworfenen Gegenstände, soweit nicht die Be-

stimmungen in Anlage D Anwendung finden, insbesondere

a) Nitroglycerin (Sprengöl) als solches, abtropfbare Gemische von Nitroglycerin sowie Ge-

mische von Nitroglycerin mit an sich explosiven Stoffen, als nitrirter Cellulose, Pulversätzen pp.;

b) nicht abtropfbare Gemische von Nitroglycerin mit pulverförmigen, an sich nicht explosiven

Stoffen (Dynamit und ähnliche Präparate) in loser Masse (wegen Dynamitpatronen vergleiche

Anlage D Nr. I);

c) unreine Pikrinsäure (vergleiche Anlage D Nr. XV), pikrinsäure Salze sowie explosive Ge-

mische, welche pikrinsäure und chlorsaure Salze enthalten;

d) Knallquecksilber (wegen Zündungen und Zündhütchen vergleiche Anlage D Nr. I und III),

Knallsilber und Knallgold, sowie die damit dargestellten Präparate;

e) solche Präparate, welche Phosphor in Substanz beigemischt enthalten, namentlich Zünd-

blättchen (amorces);

f) geladene Schußwaffen;

B. Bedingungsweise werden zur Beförderung zugelassen

1. Die in Anlage D verzeichneten Gegenstände.

Für deren Annahme und Beförderung sind die daselbst getroffenen näheren Bestimmungen

matzgebend.

2. Gold- und Silberbarren, Platina, gemünztes und Papiergeld, geldwerthe Papiere, Doku-

mente, ferner Pretiosen, wie Edelsteine, ächte Perlen und dergleichen.

Unter welchen Bedingungen diese Gegenstände zur Beförderung angenommen werden, be-

stimmen die besonderen Vorschriften jeder Eisenbahn.

3. Gemälde und andere Kunstgegenstände.

Zur Uebernahme der Beförderung ist die Eisenbahnverwaltung nur dann verpflichtet, wenn

in den Frachtbriefen keine Werthangabe enthalten ist.

4. Diejenigen Gegenstände, deren Verladung oder Transport nach dem Ermessen der über-

nehmenden Verwaltung außergewöhnliche Schwierigkeit verursacht.

Die Beförderung solcher Gegenstände kann von jedesmal zu vereinbarenden besonderen Be-

dingungen abhängig gemacht werden.

C. Wer Gegenstände der unter Lit. A Nr. 3 dieses Paragraphen oder der in Anlage D

erwähnten Art unter unrichtiger oder ungenauer Deklaration zur Beförderung aufgibt oder die

als Bedingung für deren Annahme vorgeschriebenen Sicherheitsmaßregeln außer Acht läßt, hat

neben den durch Polizeiverordnungen oder durch das Strafgesetzbuch festgesetzten Strafen, auch

wenn ein Schaden nicht geschehen ist, für jedes Kilogramm des Bruttogewichts solcher Versand-

stücks eine schon durch die Auflieferung verwirkte Konventionalstrafe von 12 Mark zu erlegen

und haftet außerdem für allen etwa entstehenden Schaden.

§ 50, Nr. 1, erster Absatz.

Für die laut § 48 Lit. B nur bedingungsweise zur Beförderung zugelassenen Gegenstände

owie für die vom Versender und Empfänger auf- und abzuladenden Güter und für die unter

Zoll und Steuerkontrole stehenden Maaren sind besondere, andere Gegenstände nicht umfassende

Frachtbriefe beizugeben.

II. Auf Sendungen der Militärverwaltung finden die Bestimmungen insoweit Anwendung,

als sie gegenüber den dafür bestehenden besonderen Vorschriften erleichternde Transportbe-

dingungen enthalten.

règlement d'exploitation des chemins de fer Guil- laume-Luxembourg, publié au n° 21, 1er partie du Mémorial de 1874; elles seront portées à la connaissance du public par la même voie.

Die in Handelssachen Recht sprechen-

den Gerichte haben zu Gunsten der obsiegenden

Parthei, außer den Auslagen, die Kosten des

Stempels und der Einregistrirung der Vollmachten

zu liquidiren.

Arrêté royal grand-ducal du 28 juillet 1880, in- troductif d'un tarif en matière commerciale.

Les tribunaux siégeant en matière

commerciale liquideront en faveur de la partie

qui a obtenu gain de cause, outre les déboursés,

le coût du timbre et de l'enregistrement des pro-

curations.

règlement d'exploitation des chemins de fer Guil- laume-Luxembourg, publié au n° 21, 1er partie du Mémorial de 1874; elles seront portées à la connaissance du public par la même voie.

Unser Staatsminister, Präsident der

Regierung, ist mit der Ausführung dieses Be-

schlusses beauftragt.

Im Loo den 28. Juli 1880.

Der Staatsminister,

Präsident der Regierung,

F. de BIochausen.

Wilhelm.

Königl.-Großh. Beschluß vom 28. Juli 1880,

wodurch ein Tarif für Handelsgerichts-

sachen eingeführt wird.

Wir Wilhelm III, von Gottes Gnaden König

der Niederlande, Prinz von Oranien-Nassau, Groß-

herzog von Luxemburg, u., u., u.;

Nach Einsicht des Art. 44 des Gesetzes vom

21. Januar 1864 über die Organisation des Ge-

richtswesens ;

Nach Anhörung Unseres Staatsrathes;

Auf den Bericht Unseres General-Directors der

Justiz und nach Berathung der Regierung im

Conseil;

Haben beschlossen und beschließen

règlement d'exploitation des chemins de fer Guil- laume-Luxembourg, publié au n° 21, 1er partie du Mémorial de 1874; elles seront portées à la connaissance du public par la même voie.

Sie haben ebenfalls eine Vertretungs-

gebühr zu liquidiren und zwar

für jede Verurteilung

règlement d'exploitation des chemins de fer Guil- laume-Luxembourg, publié au n° 21, 1er partie du Mémorial de 1874; elles seront portées à la connaissance du public par la même voie.

Notre Ministre d'État, Président du

Gouvernement, est chargé de l'exécution du pré-

sent arrêté.

GUILLAUME.

Au Loo, le 28 juillet 1880.

Le Ministre d'Etat, Prés,

du Gouvernement,

F. DE BLOCHAUSEN.

Arrêté royal grand-ducal du 28 juillet 1880, in-

troductif d'un tarif en matière commerciale.

Nous

GUILLAUME III, par la grâce de Dieu,

Roi des Pays-Bas, Prince d'Orange-Nassau, Grand-

Duc de Luxembourg, etc, etc., etc. ;

Vu l'art. 44 de la loi du 21 janvier 1864, sur

l'organisation judiciaire ;

Notre Conseil d'Etat entendu ;

Sur le rapport de Notre Directeur général de

la justice et vu la délibération du Gouvernement

réuni en conseil ;

Avons arrêté et arrêtons

Arrêté royal grand-ducal du 28 juillet 1880, in- troductif d'un tarif en matière commerciale.

Ils liquideront également un droit de

représentation, savoir

pour toute condamnation

inférieure à 200 fr ......... fr. 7,50 ;

de 200 à

500 fr.

10,00 ;

de 500 à 1000 fr.

12,50;

de 1000 à 10000 fr.

20,00 ;

au-dessus de 10000 fr.

30 à 60.

unter 200

Fr.....

Fr.

7,50;

von

200 bis

500 Fr.

10,00;

von

500 bis 1000 Fr.

12,50;

von 1000 bis 10000 Fr.

20,00;

über 10000 Fr.........Fr. 30 bis 60,00.

Diese Gebühr wird nur einmal für jedes End-

urtheil bewilligt. Handelt es sich um ein Ver-

säumnißurtheil, so wird nur die Hälfte der Ge-

bühr zuerkannt, ohne daß jedoch deren Betrag

unter 5 Franken gehen dürfe.

Arrêté royal grand-ducal du 28 juillet 1880, in- troductif d'un tarif en matière commerciale.

Das Gericht ist befugt, für Anträge,

welche zweckentsprechend in den zu ernsthaften

Debatten anlaßgebenden Streitsachen angefertigt

worden und welche die Verhandlungen aufklären

und vereinfachen, eine Gebühr zu liquidiren.

Diese Liquidirung, welche in das ausschließliche

Ermessen des Richters gestellt ist, darf sechs Rollen

in Höhe des Art. 72 § 1 der Gebührenordnung

für Civilgerichtssachen nicht übersteigen.

Arrêté royal grand-ducal du 28 juillet 1880, in- troductif d'un tarif en matière commerciale.

Le tribunal pourra liquider un droit

pour des conclusions utilement fournies dans les

affaires qui donnent lieu à un débat sérieux et qui

l'éclairent ou le simplifient.

Cette liquidation, abandonnée à l'appréciation

exclusive du juge, n'excédera pas six rôles au

taux de l'art. 72, § 1er du tarif en matière civile.

Arrêté royal grand-ducal du 28 juillet 1880, in- troductif d'un tarif en matière commerciale.

Die durch vorstehende Artikel vorge-

sehenen Gebühren sind in dem Urtheil und von

Amtswegen zu liquidiren.

Arrêté royal grand-ducal du 28 juillet 1880, in- troductif d'un tarif en matière commerciale.

Les droits prévus par les articles qui

précèdent seront liquidés dans le jugement et

d'office.

Arrêté royal grand-ducal du 28 juillet 1880, in- troductif d'un tarif en matière commerciale.

Unser General-Director der Justiz ist

mit der Ausführung des gegenwärtigen Beschlusses

beauftragt.

I m Loo den 28. Juli 1880.

Der General-Director

der Justiz,

Paul Eyschen.

Wilhelm.

Bekanntmachung. — Gemeindeverwaltung.

Durch Beschluß des Unterzeichneten vom heu-

tigen Tage ist Hr. Johann Nikolaus

Origer,

Ackerer zu Küntzig, in Ersetzung des Hrn. Joh.

Pet.

Hemmer, dem Entlassung bewilligt, zum

Schöffen der Gemeinde Küntzig ernannt worden.

Luxemburg den 31. Juli 1880.

Der General-Director des Innern,

H. Kirpach.

Ce droit n'est alloué qu'une fois pour chaque

jugement définitif. Si le jugement est par défaut,

le droit ne sera que de moitié, sauf que le chiffre

ne pourra être inférieur à 5 francs.

Arrêté royal grand-ducal du 28 juillet 1880, in- troductif d'un tarif en matière commerciale.

Notre Directeur général de la justice

est chargé de l'exécution du présent arrêté.

Au Loo, le 28 juillet 1880.

Le Directeur général

de la justice,

Paul EYSCHEN.

GUILLAUME.

Avis. — Administration communale.

Par arrêté du soussigné en date de ce jour, M.

Jean-Nicolas Origer, cultivateur à Clemency, a

été nommé échevin de la commune de Clemency,

en remplacement de M. Jean-Pierre Hemmer, dé-

missionnaire.

Luxembourg, le 31 juillet 1880.

Le Directeur général de l'intérieur,

H. KlRPACH.

Regulativ betreffend die Kreditirung der Tabackgewichtssteuer.

Zur Ausführung des § 20 des deutschen Reichsgesetzes, die Tabacksteuer betreffend, vom 16

Juli 1879 (Memorial 1879, SS. 541 und 558 ff.) sind folgende Bestimmungen getroffen

worden

§ 1 . Dem Tabackpflanzer (§ 3 des Gesetzes), sowie dem Käufer oder sonstigen Erwerber von

Taback (§19 des Gesetzes) kann auf Antrag gestattet werden, die Tabackgewichtssteuer, falls

dieselbe 100 Mark oder mehr beträgt, statt an dem im § 16 Absatz 2 des Gesetzes bestimmten

Zeitpunkte der Fälligkeit, bis zum 15. Oktober des auf das Erntejahr folgenden Jahres zu zahlen.

Ferner kann demjenigen, welcher inländischen Taback aus Niederlagen (§ 16 Absatz 2 des

Gesetzes) zur Versteuerung abmeldet, auf Antrag gestattet werden, die Tabackgewichtssteuer, falls

dieselbe 100 Mark oder mehr beträgt, statt an dem im § 17 Absatz 1 des Gesetzes bestimmten

Zeitpunkte der Fälligkeit, bis zum 25. des dritten darauf folgenden Monats zu entrichten.

§ 2. Der Antrag auf Ertheilung eines Tabacksteuerkredits (§ 1) ist bei dem Hauptamt schrift-

lich zu stellen; dabei ist anzugeben, in welcher Weise (§ 3) Sicherheit geleistet werden soll.

Der Kredit muß so zeitig nachgesucht werden, daß die Bewilligung desselben vor dem Zeit-

punkte der Fälligkeit der Steuer geschehen kann.

Wer es einmal versäumt, die Zahlung der gestundeten Beträge mit dem Ablauf der bestimmten

Kreditfrist zu leisten, oder sonst die ihm aus der Kreditbewilligung erwachsenden Verpflichtungen

nicht erfüllt, hat auf fernere Kreditbewilligung keinen Anspruch.

§. 3. Für den bewilligten Kredit muß Sicherheit nach den von den obersten Landes-Finanz-

behörden zu erlassenden Vorschriften bestellt werden.

§ 4. Um den Uebergang der Steuerpflicht (§ 19 des Gesetzes) auf solche Käufer oder sonstige

Erwerber des Tabacks, welche in anderen Steuerbezirken domizilirt find, zu erleichtern, kann die

Sicherheit für den Kredit auch durch Tabacksteuer Kredit-Certifikate desjenigen Hauptamtes, in

dessen Bezirk der Zahlungspflichtige seinen Wohnsitz hat, beschafft werden.

Der Antrag auf Ertheilung solcher Certifikate ist bei dem zuständigen Hauptamte schriftlich

einzureichen. Die Kredit-Certifikate werden für je ein Taback-Erntejahr ausgestellt.

Im Fall das Certifikat durch einen mit Prokura versehenen oder zum Zwecke des Ankaufs

von Taback besonders bevollmächtigten Vertreter benutzt werden soll, muß der Name des Pro-

kuristen oder sonstigen Vertreters unter Uebergabe eines Exemplars seiner eigenhändigen Unter-

schrift dem Ausfertigungsamte angemeldet werden.

Für den Gesammtbetrag, auf welchen die von einem Kreditnehmer beantragten Certifikate

lauten sollen, ist Sicherheit nach § 3 zu leisten.

Nach Genehmigung des Antrags händigt das Hauptamt dem Antragsteller gegen Empfangs-

bescheinigung das nach Muster a auszufertigende Kredit-Certifikat ein, nachdem zuvor der An-

tragsteller durch seine Unterschrift sich zur Einhaltung der Vorschriften des Kredit-Regulativs

verpflichtet und der bevollmächtigte Vertreter des Kreditnehmers, falls das Certifikat für einen

solchen bestimmt ist, durch Beisetzung seiner Unterschrift angegeben hat, wie er unterzeichnen wird.

Zu den Kredit-Certifikaten sind die amtlich gelieferten Formulare zu verwenden.

Empfängt der Kreditnehmer über den ihm bewilligten Kredit mehrere Kredit-Certifikate, so

haben diese zwar dieselbe Nummer zu tragen, werden aber durch einen neben die Nummer ge-

setzten Buchstaben von einander unterschieden.

Ueber die ertheilten Kredit-Certifikate führt das Ausftellungsamt ein Ausfertigungs-Register

nach Muster b.

§ 5. Für den Gebrauch der Kredit-Certifikate gelten folgende Vorschriften

1. Auf Grund des Certifikats kann demjenigen, auf welchen es ausgestellt ist, von der Steuer

hebestelle für gekauften oder sonst erworbenen, in eine Niederlage noch nicht aufgenommenen

Taback bis zu dem in dem Certifikat angegebenen Bettage Kredit gewährt werden. Nach dem

15. Juli des auf das Taback-Erntejahr folgenden Jahres kann Kredit auf Grund des für jenes

Erntejahr ausgestellten Kredit-Certifikats nicht mehr bewilligt werden.

2. Derjenige, auf welchen das Certifikat lautet, haftet der Steuerbehörde für jeden Mißbrauch,

welcher mit dem Certifikat, auch ohne sein Verschulden, getrieben wird. Im Fall der Zurück-

nahme einer Prokura oder sonstigen Vollmacht haftet der Kreditnehmer für die von seinem bis-

herigen Vertreter mit dem Kredit Certifikat etwa getriebenen Mißbrauche selbst dann, wenn die

Aufhebung des Vertretungsverhältnisses zu dem Handelsregister angemeldet und von dem Ge-

richte bekannt gemacht worden ist.

3. Die Steuerhebestellen, bei welchen ein Kredit auf Grund eines Certifikats in Anspruch ge-

nommen wird, sind befugt, aber nicht verpflichtet, die Legitimation des Inhabers des Certifikats

zu prüfen.

4. Die dem Ausfertigungsamte bestellte Sicherheit kann erst nach Rückgabe des Certifikats

aufgehoben werden, sofern alsdann die ordnungsmäßige Abwickelung der auf Grund des Certi-

fikats gewährten Steuerkredite nachgewiesen ist.

5. Kann das Certifikat nicht zurückgeliefert werden, so bedarf es zur Rückgabe der Sicherheit

der Genehmigung der Direktivbehörde.

§ 6. Die Steuerhebestelle, welche auf Grund eines Kredit-Certifikats Steuerkredit gewährt, trägt

das Kredit-Certifikat in das betreffende Kredit-Handbuch (Manual, Konto) mit Angabe des Aus-

fertigungsamtes, der Nummer, des Datums, der Summe, über welche es überhaupt lautet, des

etwa bereits vorher und des neu angeschriebenen Betrages ein, schreibt den kreditirten Betrag

nach Maßgabe des Vordrucks im Kredit Certifikat an und gibt dasselbe dem Kreditnehmer zurück.

Ueber die erfolgte Anschreibung läßt die Steuerhebestelle dem Certifikat-Ausfertigungsamte eine

Benachrichtigung nach Muster c zugehen. Das Ausfertigungsamt vermerkt die Abschreibung im

Ausfertigungsregister.

§ 7. Die kreditirten Tabacksteuerbeträge werden im Tabacksteuer-Einnahme-Journal gebucht. Der

Kreditnehmer hat über jeden einzelnen Betrag ein schriftliches Anerkenntniß nach dem anliegen-

den Muster d auszustellen und der Steuerhebestelle zu übergeben.

Die gestundeten Beträge sind mit dem Ablauf der bestimmten Kreditfrist, sofern nicht die

Kreditabzahlung bei dem Hauptamt vorgeschrieben wird, bei der Steuerhebestelle, bei welcher der

Kredit angeschrieben ist, einzuzahlen.

Unter welchen Voraussetzungen die kreditirten Steuerbeträge vor Ablauf der Kreditfrist ein-

gezogen werden können, bestimmen die obersten Landes-Finanzbehörden.

Nach erfolgter Einzahlung des kreditirten Betrages hat die Steuerhebestelle das mit Quittung

versehene Anerkenntniß an den Aussteller zurückzugeben. Ist der Steuerkredit auf Grund eines

Kredit-Certifikats ertheilt worden, so benachrichtigt die Steuerhebestelle, bei welcher die Einzah-

lung bewirkt worden ist, das Hauptamt, welches das Kredit-Certifikat ausgestellt hat, von der

erfolgten Kreditabzahlung. Das Hauptamt vermerkt den Eingang der Benachrichtigung in dem

Certifikat-Ausfertigungsregister.

Der nach § 5 Ziffer 4 erforderliche Nachweis ist durch Vorlegung der mit Quittung ver-

sehenen Anerkenntnisse zu führen.

§ 8. Wird ein auf Grund eines Kredit-Certifikats kreditirter Steuerbetrag bei der zuständigen

Steuerhebestelle nicht rechtzeitig eingezahlt, so hat dieselbe bis spätestens zum 1. November das

Certifikat-Ausfertigungsamt um Einsendung des rückständigen Betrages zu ersuchen. Das letztere

sendet den geforderten Betrag sofort an das requirirende Amt ein und erhält von diesem das

mit Quittung versehene Kredit-Anerkenntniß. Das Amt, welches das Kredit-Certifikat ausgestellt

hat, zieht nach erfolgter Absendung des Betrages denselben nebst den entstandenen Kosten,

nöthigenfalls unter Rückgriff auf die gestellte

Sicherheit,

von dem Kreditnehmer ein.

Von den in vorstehendem Regulativ erwähnten Formularen kann bei den Zollstellen des

Großherzogthums Einsicht genommen werden.

Luxemburg, den 29. Juli 1880.

Der General-Direktor der Finanzen,

V. v.

Roebe.

Bekanntmachung. — Centralhospiz.

Durch Königl.-Großh. Beschluß vom 28. Juli

1880 find die HH. Gustav de

Marie, Bür

germeister zu Ettelbrück, Heinrich

Kimmer und

Joseph

Rischard,

beide Richter beim Bezirks-

gerichte zu Diekirch, Emil

Salentiny,

Notar,

und Gustav Herr, Arzt, beide zu Ettelbrück, zu

Mitgliedern der Aufsichts-Commission des Central-

hospizes auf die Dauer von drei Jahren ernannt

worden.

Durch einen andern Beschluß vom selben

Tage ist Hr. Joseph Rischard, Richter beim

Bezirksgericht zu Diekirch, Mitglied der Auffichts-

Commission des Centralhospizes von Ettelbrück,

in Gemäßheit des Gesetzes vom 7. Juli 1880,

auf ein Jahr mit der Controle der Aufnahmen

in besagte Anstalt, sowie auch der Fortdauer der

Sequestrirung der in derselben untergebrachten

Irren betraut worden.

Luxemburg den 30. Juli 1880.

Der General-Director der Justiz,

Paul Eyschen.

Avis. — Hospice central.

Par arrêté royal grand-ducal du 28 juillet 1880,

MM. Gustave de Marie, bourgmestre à Ettelbruck,

Henri Kimmer et Joseph Rischard, juges au tri-

bunal d'arrondissement de Diekirch, Emile Sa-

lentiny, notaire, et Gustave Herr, médecin, tous

deux à Ettelbruck, ont été nommés membres du

comité de surveillance de l'hospice central d'Et-

telbruck pour la durée de trois ans.

Par un autre arrêté de même date, M. Joseph

Rischard, juge au tribunal d'arrondissement de

Diekirch, membre du comité de surveillance de

l'hospice central d'Ettelbruck, a été commis pour

exercer, au vœu de la loi de 7 juillet 1880, pen-

dant la durée d'un an les fonctions de juge chargé

de contrôler les admissions au dit établissement

ainsi que le maintien en état de séquestration des

aliénés y reçus.

Luxembourg, le 30 juillet 1880.

Le Directeur général de la justice,

Paul EYSCHEN.

Avis. — Société des chemins de fer Prince-Henri.

MM. les actionnaires, obligataires et créanciers de l'ancienne Compagnie R. Gr. D. des Chemins de fer Prince-

Henri, en liquidation, sont invités à se réunir en assemblée générale, le mercredi, 23 août prochain, à 3 heures

de l'après-midi, dans la grande salle du restaurant Faber à Luxembourg.

ORDRE DU JOUR

1° Rapport des liquidateurs sur l'état et le résultat actuels de la liquidation ;

2° Éventuellement, clôture de la liquidation.

Dix jours avant l'assemblée, les porteurs d'actions et d'obligations doivent faire connaître à la liquidation, dont

le siège est à Luxembourg, le nombre et les numéros de leurs titres.

Ils seront admis à l'assemblée sur la production de ces titres ou d'un certificat de dépôt à la Banque Nationale

du Grand-Duché de Luxembourg ou à la Banque de Bruxelles, 22 rue Royale, à Bruxelles.

Les autres intéressés qui voudront assister à l'assemblée générale, devront eu informer la liquidation avant le

15 août.

Luxembourg, 24 juillet 1880.

La Liquidation.

Chemins de fer Guillaume-Luxembourg. — Recettes des lignes du Grand-Duché : 170 kilom.

RECETTES.

Du 1er au 30 juin

Du 1er janvier au 31 mai

Du 1er janvier au 30 juin

Différence en faveur de

Voyageurs

71,250 00

362,000 00

433,250 00

418,150 00

15,100 00

Marchandises.

338,750 00

1,775,125 00

2,133,875 00

2,093,712 50

40,162 50

Recettes diverses.

39,375 00

189,000 00

228,375 00

224,237 50

4,137 50

RECETTES.

totales.

469,375 00

2,326,125 00

2,795,500 00

2,736,100 00

59,400 00

Produit kilométrique correspondant à

fr. 33,014 50.

fr. 32,410 50.

Luxemburg. — Druck von V. Bück.

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