und der allgemeinen Verwaltung.
Table des dispositions (19)
Texte législatif (19 Articles)
Memorial
des
Großherzogthums
Luxemburg.
Erster Theil.
Acte der Gesetzgebung
und der allgemeinen Verwaltung.
DU
N° 6.
GRAND-DUCHÉ
DE
LUXEMBOURG.
PREMIÈRE PARTIE.
ACTES L É G I S L A T I F S
ET D'ADMINISTRATION GÉNÉRALE.
Samstag, 18. April 1868
Samedi, 18 avril 1868.
Gesetz vom 11. Februar 1868, wodurch die
Corporation der barmherzigen Brüder
zu Luxemburg als Rechtsperson anerkannt
wird.
Wir Wilhelm III, von Gottes Gnaden
König der Niederlande, Prinz von Oranien-
Nassau, Großherzog von Luxemburg, u., u., u.
Nach Einsicht des Art. 26 der Verfassung ;
Nach Anhörung Unseres Staatsrathes ;
Mit Zustimmung der Ständeversammlung;
Haben verordnet und verordnen
Die barmherzigen Brüder zu Luxemburg sind
ermächtigt sich als religiöse Corporation mit
dem Genusse der bürgerlichen Rechte zu consti-
tuieren, unter der Bedingung die Statuten dieser
Genossenschaft durch die Regierung genehmigen
zu lassen.
Les Frères de charité établis à Luxembourg
sont autorisés à se constituer en corporation re-
ligieuse jouissant des droits civils, à condition de
faire approuver les statuts de cette association
par le Gouvernement.
Vorerwähnte Statuten der religiösen Corpo-
Arrêté royal grand-ducal du 15 avril 1868, por-
tant approbation des statuts de la corporation
religieuse des Frères de charité établie à Lu-
xembourg.
Nous GUILLAUME III, par la grâce de Dieu,
Roi des Pays-Bas, Prince d'Orange-Nassau,
Grand-Duc de Luxembourg, etc., etc., etc.;
Vu la loi du 11 février 1868, autorisant les
Frères de charité établis à Luxembourg, à se con-
stituer en corporation religieuse jouissant des
droits civils, à condition de faire approuver les
statuts de cette association par le Gouvernement;
Vu les statuts signés le 27 novembre 1866 par
les Frères Nicolas Schrœder, Chrétien Gromm,
Michel Weirich, Jean Schmit, et par B. Scharff,
commissaire, et approuvés le 30 du même mois
par le Vicaire apostolique du Grand-Duché;
Sur le rapport de Notre Ministre d'État, Prési-
dent du Gouvernement, et vu la délibération prise
par te Gouvernement en conseil ;
Avons arrêté et arrêtons
Les dits statuts de la corporation religieuse des
Der Staatsminister,
Präsident der Regierung,
E. Gervais.
Le Ministre d'État, Pré-
sident du Gouvernement,
E. SERVAIS.
ration der barmherzigen Brüder zu Luxemburg
find genehmigt.
Die Genossenschaft der barmherzigen Brüder hat zum Zwecke, ein vollkommenes Leben zu
führen nach der Regel des hl. Augustinus und den Statuten der Genossenschaft, insbesondere
sich dem Dienste der Kranken zu widmen.
Hinsichtlich des Erwerbs und der Entäußerung
jeglicher Güter ist diese Genossenschaft den An-
stalten öffentlicher Armenpflege gleichgestellt.
Befehlen und verordnen, daß gegenwärtiges
Gesetz ins ''Memorial" eingerückt werde, um von
Loi du 11 février 1868, accordant la personnifi-
cation civile à la corporation des Frères de cha-
rité établie à Luxembourg.
Nous GUILLAUME III, par la grâce de Dieu,
Roi des Pays-Bas, Prince d'Orange-Nassau,
Grand-Duc de Luxembourg, etc., etc., etc.;
Vu l'art. 26 de la Constitution ;
Notre Conseil d'État entendu;
De l'assentiment de l'Assemblée des États ;
Avons ordonné et ordonnons
Cette association est assimilée, quant à l'acqui-
sition et à l'aliénation de tous biens, aux établis-
sements de bienfaisance publique.
Mandons et ordonnons que la présente loi soit
I.
allen, die es betrifft, vollzogen und befolgt zu
werden.
Luxemburg den 11. Februar 1868.
Für den König-Großherzog
Dessen Statthalter im Großherzogthum,
Heinrich,
Prinz der Niederlande.
Durch den Prinzen
Der Secretär,
G. d'Olimart.
insérée au Mémorial, pour être observée et exé-
cutée par tous ceux que la chose concerne.
Luxembourg, le 11 février 1868.
Pour le Roi Grand-Duc
Son Lieutenant-Représentant
dans le Grand-Duché,
HENRI,
PRINCE DES PAYS-BAS.
Par le Prince
Le Secrétaire
G. D'OLIMART.
Königl.-Großh. Beschluß vom 15. April 1868,
wodurch die Statuten der Genossenschaft
der barmherzigen Brüder zu Luxemburg
genehmigt werden.
Wir
Wilhelm
III,
von
Gottes
Gnaden
König der Niederlande, Prinz von Oranien-
Nassau, Großherzog von Luxemburg, u., u., u.
Nach Einsicht des Gesetzes vom 11. Februar
1868, wodurch die barmherzigen Brüder zu Lu-
xemburg ermächtigt werden sich als religiöse Cor-
poration mit dem Genusse der bürgerlichen Rechte
zu constituieren, unter der Bedingung die Sta-
tuten dieser Genoffenschaft durch die Regierung
genehmigen zu lassen;
Nach Einsicht der am 27. November 1866
durch die Brüder Nik. Schröder, Christ. Gromm,
Michel Weirich, Joh. Schmit und den Com-
missar B. Scharff unterzeichneten und am 30.
desselben Monats durch den Apostolischen Vicar
des Großherzogthums genehmigten Statuten;
Auf den Bericht Unseres Staatsministers, Prä-
sidenten der Regierung, und nach Einsicht der
Conseilsberathung der Regierung ;
Haben beschlossen und beschließen
Unser Staatsminister, Präsident der Regie-
rung, ist mit der Vollziehung dieses Beschlusses
beauftragt.
Haag den 15. April 1868.
Für den König-Großherzog
Dessen Statthalter im Großherzogthum,
Heinrich,
Prinz der Niederlande.
Durch den Prinzen
Der Secretär,
G. d'Olimart.
Frères de charité établie à Luxembourg, sont ap-
prouvés.
Notre Ministre d'État, Président du Gouverne-
ment, est chargé de l'exécution du présent arrêté.
La Haye, le 15 avril 1868.
Pour le Roi Grand-Duc
Son Lieutenant-Représentant
dans le Grand-Duché,
HENRI,
PRINCE DES PAYS-BAS.
Par le Prince
Le Secrétaire,
G. D'OLIMART.
Statuten
der Genossenschaft der barmherzigen Brüder zu Luxemburg.
Die barmherzigen Brüder besorgen die Wege der männlichen Kranken ohne Rücksicht des
Standes, des Vermögens und des religiösen Bekenntnisses. Den Armen erweisen sie ihre Liebes-
dienste unentgeltlich; von bemittelten Kranken nehmen sie ein Almosen an, theils zu ihrem eigenen
Unterhalte, theils zur Unterstützung armer Kranken.
Die Genossenschaft steht, was die geistliche Jurisdiktion anbelangt, unter der Autorität des
Diocesan-Oberen, welcher sich durch einen Commissar vertreten läßt. Letzterem liegt es ob, für
das Gedeihen der Genossenschaft väterlich Sorge zu tragen, die kanonische Visitation jährlich
vorzunehmen, über die Beobachtung der Ordensregel zu wachen und die Rechte des Kirchenoberen
bei der Genossenschaft zu vertreten.
Die innere und äußere Verwaltung der Genossenschaft wird durch den Oberen der Brüder
geführt, dessen Wahl jedesmal auf drei Jahre geschieht.
Der Staatsminister,
Präsident der Regierung,
E. Servais.
Le Ministre d'Etat, Prési-
dent du Gouvernement,
E. SERVAIS.
Die Prüfungszeit der Novizen zur Aufnahme als Profeß-Brüder dauert wenigstens zwei Jahre.
Jeder Bruder behält das Eigenthum des Vermögens, das ihm gehört oder durch Schenkung
oder Erbschaft zufällt.
Sollte wider Erwarten ein Bruder sich schlecht betragen, oder den Statuten der Genossenschaft
sich nicht fügen wollen, so kann der Obere denselben unter Zustimmung des Diocesan-Oberen
ausstoßen. Der ausgestoßene Bruder, sowie jeder, welcher die Genossenschaft freiwillig verläßt,
verliert bei seinem Austritt alles Recht, irgend etwas von den Gütern der Anstalt in Anspruch
zu nehmen.
Alles Gut irgend einer Art, welches die Genossenschaft besitzt, oder von derselben angeschafft,
oder derselben geschenkt oder vermacht wird, verbleibt der Genossenschaft als solcher, ohne daß
die Erben der verstorbenen Brüder einen Anspruch darauf machen können.
Der Obere kann mit der erforderlichen Genehmigung und innerhalb der gesetzlichen Grenzen
für die Genossenschaft Verbindlichkeiten eingehen und zu Gunsten derselben Vermächtnisse und
Schenkungen aller Art erwerben und annehmen.
Der Obere hat nach Ablauf eines jeden Jahres Rechnung über die Einnahmen und Ausgaben
der Genossenschaft abzulegen. Diese Rechnung wird vom Commissar geprüft und festgestellt.
Geschehen zu Luxemburg den 27. November 1866.
Nikolas Schröder, Superior. Christian Gromm.
Michel Weirich. Johann Schmitt.
B. Scharff, Commissar.
Gesehen und genehmigt.
Luxemburg den 30. November 1866.
Der Apostolische Vikar,
Nik. Adames, Bischof von Halikarnaß.
Gehört zum Königlich-Großherzoglichen Beschlusse vom 15. April 1866, N°
200/67
Der Cabinets-Secretär für die
Luxemburgischen Angelegenheiten,
G. d'Olimart.
Luxemburg. — Druck von V. Bück.