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702.25 VBNOCPNOCPL CH-ZH

Verordnung über Bewirtschaftungsbeiträge für Naturschutzleistungen (VBN) (VBN)

11 Artikel / Bestimmungen · Schweiz · Kanton Zürich
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Inhaltsübersicht (11)

Gesetzestext (11 Artikel)

Diese Verordnung regelt

a. die Zuständigkeit für die Festlegung der kantonalen Anforderun-

gen an die botanische Qualität und die Vernetzung gemäss Verord-

nung vom 23. Oktober 2013 über die Direktzahlungen an die Land-

wirtschaft (Direktzahlungsverordnung, DZV)3,

b. die Ausrichtung von Beiträgen für die Bewirtschaftung von Natur-

schutzobjekten mit überkommunaler Bedeutung und von ökologi-

schen Ausgleichsflächen.

Gegenstand

Das Amt für Landschaft und Natur (ALN) legt die kantona- Zuständigkeit

len Anforderungen an die Qualitätsstufe II (QII) und die Vernetzung

von Biodiversitätsförderflächen fest.

1 Das ALN richtet Beiträge für die Bewirtschaftung von Natur- Naturschutz-

schutzgebieten von überkommunaler Bedeutung aus.

2 Die Beiträge für Naturschutz- und Regenerationszonen werden

ausgerichtet, wenn

a. der Einsatz von Maschinen nicht zu Land- oder Werkschäden

führt,

b. die Flächen gemäss Pflegeplan gepflegt werden und insbesondere

die vorgeschriebene Anzahl Nutzungen durchgeführt wird,

c. in der Regel 5–10% jeder Fläche pro Schnitt als Nutzungsbrache

stehen bleiben,

d. beim ersten Schnitt das Schnittgut auf der Fläche getrocknet wird,

wobei bei Streue- und Regenerationsflächen Ausnahmen zulässig

sind,

e. das Schnittgut in der Regel innert zweier Wochen sauber zusam-

mengenommen und abgeführt wird,

f. die Flächen von Hand oder mit Messerbalken gemäht werden,

g. keine Laubbläser verwendet werden,

h. der übliche landwirtschaftliche Unterhalt vorgenommen wird.

3 Die Beiträge werden nur in dem Jahr ausbezahlt, in dem die gefor-

derte Leistung erbracht wird.

gebiete

a. Voraus-

setzungen

1.4.25-128

1

702.25

Bewirtschaftungsbeiträge für Naturschutzleistungen (VBN)

b. Beitragshöhe

1 Die Höhe der Beiträge berechnet sich nach dem Anhang.

2 Die Entschädigung für den Ertragsausfall ist auf 20 Jahre befris-

tet.

c. Sonderfälle

Die Beiträge gemäss § 4 können erhöht werden, wenn

a. die Unterschutzstellung Umstellungen in der Betriebsstruktur zur

Folge hat, die zu wesentlichen Mehraufwendungen oder finanziellen

Einbussen führen,

b. die Bewirtschafterin oder der Bewirtschafter nachweist, dass die

Bewirtschaftung aller Naturschutzflächen des Betriebes nicht kosten-

deckend erfolgen kann.

Obstgärten

a. Voraus-

setzungen

1 Das ALN kann für Obstgärten von überkommunaler Be-

deutung Beiträge ausrichten, wenn

a. die Voraussetzungen nach Art. 58, 59 und Anhang 4 Ziff. 12 DZV3

eingehalten werden,

b. die Bäume während der Vertragsdauer erhalten, ersetzt und gepflegt

werden,

c. eine jährliche Feuerbrandkontrolle durchgeführt wird,

d. die Pflegerichtlinien des ALN eingehalten werden.

2 Grössere Neupflanzungen sind nur mit Zustimmung des ALN

beitragsberechtigt.

b. Beitragshöhe

1 Die Beiträge für Obstgärten richten sich nach der Direkt-

zahlungsverordnung.

2 Zusätzlich zu diesem Beitrag kann Fr. 10 pro Baum ausgerichtet

werden, für Obstgärten

a. mit mehr als 150 Bäumen in der Ackerbauzone und der erweiter-

ten Übergangszone,

b. mit mehr als 300 Bäumen in den übrigen landwirtschaftlichen Zo-

nen.

Besondere

Biotoptypen

und Arten

Das ALN kann für die Förderung von besonderen Biotop-

typen und Arten mit hohem Naturschutzwert einen zusätzlichen Bei-

trag ausrichten. Dieser kann auch für Biotoptypen und Arten ausser-

halb der landwirtschaftlichen Nutzfläche geleistet werden.

Vereinbarung

1 Das ALN schliesst mit der Bewirtschafterin oder dem Be-

wirtschafter eine schriftliche Vereinbarung über die Beiträge nach §§ 6

und 8 ab.

2 Die Vereinbarung kann weitere Auflagen über die Bewirtschaf-

tung enthalten.

2

Bewirtschaftungsbeiträge für Naturschutzleistungen (VBN)

702.25

1 Die Beiträge werden der Bewirtschafterin oder dem Be- Beitrags-

wirtschafter ausgerichtet.

2 Die Bewirtschafterin oder der Bewirtschafter einigt sich vor Ver-

tragsabschluss mit der Eigentümerin oder dem Eigentümer über die

beitragsauslösende Bewirtschaftung.

empfänger

Das ALN kann bei rechts- oder vereinbarungswidriger Be- Vertrags-

wirtschaftung den Vertrag vorzeitig auflösen und die Beiträge sinn- auflösung,

gemäss nach Art. 105 DZV3 kürzen oder verweigern.

Beitragskürzung

Übergangsbestimmung zur Änderung vom 3. Juli 2024 (OS 79, 349)

Der Anspruch auf Ausrichtung der geänderten Beiträge für die Be-

wirtschaftung von Naturschutzflächen besteht für die ab dem 1. Januar

2024 erbrachten Leistungen.

1 OS 70, 152; Begründung siehe ABI 2014-05-23.

2 Inkrafttreten: 1. Januar 2014 (ABI 2015-05-29).

3 SR 910.13.

4 Fassung gemäss RRB vom 3. Juli 2024 (OS 79, 349; ABI 2024-07-19). In Kraft

seit 1. Oktober 2024.

5 Fassung gemäss Berichtigung vom 26. März 2025 (OS 80, 70). In Kraft seit

26. März 2025.

1.4.25-128

3

702.25 Bewirtschaftungsbeiträge für Naturschutzleistungen (VBN)

Anhang: Berechnung der Beitragshöhe gemäss § 4

Natur- Nutzung Nutzung Beitrag/Are

schutz- bisher neu

zone

I extensiv extensiv Wiese QI + QII + Z¹ + VZ²

I extensiv Streu QI + QII + Z¹ + VZ²

I extensiv extensiv Weide QI + QII + Z¹ + VZ²

I extensiv extensiv Weide mit

Ausnahmebewilligung QI + Z¹

IR intensiv extensiv Wiese/Streu QI + QII + Z¹ + VZ² + Fr. 20³

IR mittel intensiv extensiv Wiese/Streu QI + QII + Z¹ + VZ² + Fr. 15³

IR wenig intensiv extensiv Wiese/Streu QI + QII + Z¹ + VZ² + Fr. 5³

IIA intensiv extensiv Wiese QI + QII⁴ + Z¹ + VZ² + Fr. 20³

IIA mittel intensiv extensiv Wiese QI + QII⁴ + Z¹ + VZ² + Fr. 15³

IIA wenig intensiv extensiv Wiese QI + QII⁴ + Z¹ + VZ² + Fr. 5³

IIB intensiv Dauerwiese Fr. 10³

IIB mittel intensiv Dauerwiese Fr. 5³

IIB wenig intensiv Dauerwiese Fr. 0

IIC intensiv Dauerwiese Fr. 10³

IIC mittel intensiv Dauerwiese Fr. 0

IIC wenig intensiv Dauerwiese Fr. 0

IID intensiv extensiv Wiese QI + QII⁴ + Z¹ + VZ² + Fr. 20³

IID mittel intensiv extensiv Wiese QI + QII⁴ + Z¹ + VZ² + Fr. 15³

IID wenig intensiv extensiv Wiese QI + QII⁴ + Z¹ + VZ² + Fr. 5³

IID intensiv extensiv Weide QI + QII⁴ + Z¹ + VZ² + Fr. 20³

IID mittel intensiv extensiv Weide QI + QII⁴ + Z¹ + VZ² + Fr. 15³

IID wenig intensiv extensiv Weide QI + QII⁴ + Z¹ + VZ² + Fr. 5³

IID intensiv wenig intensiv Wiese QI + QII⁴ + Z¹ + VZ² + Fr. 20³

IID mittel intensiv wenig intensiv Wiese QI + QII⁴ + Z¹ + VZ² + Fr. 15³

IID wenig intensiv wenig intensiv Wiese QI + QII⁴ + Z¹ + VZ² + Fr. 5³

1 Der Zuschlag (Z) beträgt:4

– für extensiv genutzte Wiesen in der Tal- und Hügelzone Fr. 5/Are,

– für extensiv genutzte Wiesen in der Bergzone I und II Fr. 4/Are,

– für extensiv genutzte Weiden und wenig intensiv genutzte Wiesen und Uferwiesen Fr. 3.505/Are,

– in den übrigen Fällen Fr. 2/Are.

2 Der Vernetzungszuschlag (VZ) wird nur an Direktzahlungsberechtigte ausgerichtet. Er wird nur aus-

gerichtet, wenn der Schutz der überkommunalen Naturschutzgebiete, einschliesslich Pufferzonen,

auf der Betriebsfläche umgesetzt ist. In der Zone I und IR wird der VZ auch ausserhalb von Ver-

netzungsprojekten ausgerichtet.

3 Ertragsausfallanteil.

4 Wenn die Anforderungen gemäss DZV erfüllt sind.

4

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