7 Umwelt- und Tierschutz, Jagd und Fischerei, Verkehr » 72 Natur-, Landschafts- und Heimatschutz
Inhaltsübersicht (17)
Gesetzestext (17 Artikel)
Zweck und Schutzziele
1 Diese Verordnung regelt den Schutz und die Nutzung der Hopfräben.
2 Das Gebiet Hopfräben soll als LebeSeensraum einer möglichst vielfältigen
einheimischen Pflanzen- und Tierwelt und in seiner landschaftlichen Eigenart
erhalten, gepflegt und gefördert werden.
3 Es sollen insbesondere
a) Die offene Riedzone, die Umgebungsbereiche und die Flachwasserzone mit
der natürlichen Ufervegetation erhalten und gefördert werden;
b) gestörte Moorbereiche und Seeufervegetation regeneriert werden;
c) Massnahmen zur ökologischen Aufwertung und Vernetzung umgesetzt wer-
den;
d) eine nachhaltige und den Schutzzielen angepasste Erholungsnutzung ge-
währleistet werden.
Zoneneinteilung und Geltungsbereich
1 Das Schutzgebiet wird in folgende Zonen aufgeteilt
Empfindlichkeitsstufe
a) Naturschutzzone II
b) Umgebungszone II
c) Wasserzone 1 II
d) Wasserzone 2 II
2 Die Grenzen des Schutzgebietes und der einzelnen Zonen sind im Nutzungs-
plan Massstab 1:2500 vom 1. Mai 2016 dargestellt. Sie werden, soweit erfor-
derlich, im Gelände markiert.
II. Allgemeine Bestimmungen
Grundsatz
1 Im Schutzgebiet sind alle Vorkehren gestattet, die dem Schutzzweck nicht
entgegenstehen.
2 Die landwirtschaftliche Nutzung ist im Rahmen der nachfolgenden Bestim-
mungen sowie allfälliger Bewirtschaftungs- und Abgeltungsverträge gestattet.
Allgemeine Schutzvorschriften
1 Im Schutzgebiet sind untersagt
a) das Errichten und Ändern von Bauten und Anlagen aller Art, ausser dem im
Nutzungsplan bezeichneten Wanderweg sowie Bauten und Anlagen im Zu-
sammenhang mit Verbesserungen zu Gunsten des Naturschutzes, nament-
lich ökologische Aufwertungen, Informationsstandorte und Naturbeobach-
tungsplätze;
b) Vornahme von Meliorationen (Entwässerungen, Terrainveränderungen etc.)
und Nutzungsintensivierungen;
c) das Lagern und Campieren sowie das Überlassen von Flächen hiezu;
d) das Feuermachen, ausgenommen im Rahmen der zulässigen landwirtschaft-
lichen Nutzung ausserhalb der Naturschutzzone;
e) das freie Laufenlassen von Hunden;
f) das Reiten;
g) das Rad fahren;
h) das Töten, Verletzen, Fangen oder Stören von wildlebenden Tieren ausge-
nommen im Rahmen der bewilligten Jagd und Fischerei;
i) das Pflücken, Ausgraben oder Zerstören von wildwachsenden Pflanzen,
ausgenommen zur Verhinderung der Verbuschung und zur Bekämpfung inva-
siver Neophyten;
j) das Ansiedeln von Tieren und Pflanzen ausgenommen im Rahmen fischerei-
licher Bewirtschaftungsmassnahmen durch das zuständige Amt;
k) das Landen sowie Überfliegen mit Fluggeräten aller Art unterhalb einer Höhe
von 300 m;
l) die Verwendung von Dünger, Giftstoffen und Pflanzenschutzmitteln.
2 Das Betreten und Befahren des Schutzgebietes ist nur zur Pflege und zur
landwirtschaftlichen Nutzung gestattet. Im Übrigen ist der Zugang nur auf dem
markierten und im Nutzungsplan bezeichneten Wanderweg erlaubt.
Wanderweg
1 Das zuständige Departement erstellt den Wanderweg gemäss der im Nutzungs-
plan bezeichneten Linienführung.
2 In der Naturschutzzone ist der Wanderweg auf einem maximal 1.5 m breiten
Prügelweg zu führen und südseitig mit einer mindestens 1.4 m hohen Sicht-
blende zu versehen.
3 Im Bereich der Umgebungszone ist der Wanderweg 1.5 m breit anzulegen und
mit einer Abschrankung von der Naturschutzzone abzugrenzen.
Ökologische Massnahmen
Mit der Erstellung des Wanderweges sind gleichzeitig folgende ökologische
Aufwertungsmassnahmen zu realisieren
a) Ökologische Aufwertung des Seeuferbereiches inklusive Rückbau des beste-
henden Dammes;
b) Erstellung einer Bucht und eines Amphibienlaichgewässers in der östlichen
Umgebungszone;
c) Bauliche Massnahmen zur Vermeidung störender Auswirkungen der Cam-
pingplätze und der Lastwagen-Waschanlage gegenüber dem Naturschutzge-
biet.
III. Zonenvorschriften
Naturschutzzone
1 Die Naturschutzzone bezweckt die Erhaltung und Förderung der Moor- und
Seeufervegetation und der standorttypischen Tierwelt.
2 Neben den allgemeinen Schutzvorschriften gelten für die Naturschutzzone
folgende Nutzungsbeschränkungen
a) Weideverbot;
b) Höchstens einmalige Mahd im Zeitraum vom 15. September bis 15. März;
c) Meldepflicht für Arbeiten zum Gewässer- und Grabenunterhalt ans zustän-
dige Amt.
3 Das zuständige Departement schliesst mit den Bewirtschaftern und Grundei-
gentümern auf der Grundlage der Zonenvorschriften Bewirtschaftungs- oder
Abgeltungsverträge ab. Darin können von den Schutzvorschriften abweichende
Vereinbarungen getroffen werden, sofern dies mit den Schutzzielen vereinbar ist.
Kommt kein Bewirtschaftungs- oder Abgeltungsvertrag zustande, so verfügt das
zuständige Departement.
Umgebungszone
1 Die Umgebungszone bezweckt die Vermeidung störender Einwirkungen auf die
Naturschutz- und Wasserzone.
2 Neben den allgemeinen Verhaltensvorschriften gilt für die Umgebungszone ein
Weideverbot.
3 Bezüglich der Regelung der Bewirtschaftung mittels Verträgen gilt § 7 Abs. 3
sinngemäss.
Wasserzone 1
1 Die Wasserzone 1 bezweckt die Erhaltung und Verbesserung eines natürlichen
Seeuferzustandes und der Flachwasserbereiche.
2 In dieser Zone sind das Baden sowie das Anlegen, Ankern, Stationieren und
Durchfahren mit Wasserfahrzeugen aller Art verboten. Von diesem Verbot sind
die Berufsfischerei, die Seepolizei, die Fischereiaufsicht, das Schiffsinspektorat
und der Seerettungsdienst ausgenommen.
Wasserzone 2
1 Die Wasserzone 2 bezweckt die Erhaltung der natürlichen Flachwasserberei-
che.
2 In dieser Zone ist das Ankern verboten. Von diesem Verbot sind die Berufsfi-
scherei, die Seepolizei, die Fischereiaufsicht, das Schiffsinspektorat und der
Seerettungsdienst ausgenommen.
IV. Schlussbestimmungen
Zuständigkeit und Aufgabenübertragung
1 Das zuständige Departement vollzieht die Bestimmungen dieser Verordnung
und erlässt die erforderlichen Verfügungen. Es arbeitet dabei mit der Gemeinde
und interessierten Organisationen zusammen.
2 Aufgaben gemäss dieser Verordnung können mit einer Leistungsvereinbarung
auch Dritten übertragen werden.
Ersatzvornahme
Wird die zur Pflege notwendige Nutzung unterlassen, kann das zuständige De-
partement die notwendigen Arbeiten auf Kosten des Kantons durchführen las-
sen. Die Grundeigentümer und Bewirtschafter sind vorher zu benachrichtigen.
Wiederherstellung
1 Wer dieser Verordnung zuwiderhandelt oder die mit einer Bewilligung verbun-
denen Auflagen nicht erfüllt, hat auf eigene Kosten den vorschriftswidrigen
Zustand zu beseitigen.
2 Das zuständige Departement kann dem Pflichtigen eine angemessene Frist
ansetzen und nach deren unbenütztem Ablauf die nötigen Arbeiten zur Behe-
bung des vorschriftswidrigen Zustandes durch einen Dritten auf Kosten des
Pflichtigen vornehmen lassen.
Ausnahmen
Das zuständige Departement kann Ausnahmen von den vorstehenden Bestim-
mungen bewilligen, wenn dadurch der Schutzzweck nicht beeinträchtigt wird
oder es der Schutz vor Naturgefahren erfordert.
Rechtsschutz
Verfügungen, die in Anwendung dieser Verordnung erlassen werden, können
nach Massgabe der Verordnung über die Verwaltungsrechtspflege vom 6. Juni
1974 angefochten werden.
Strafbestimmungen
Mit Busse wird bestraft, wer widerrechtlich die in § 4 und §§ 7-10 erlassenen
Schutzvorschriften verletzt.
Inkrafttreten
1 Diese Verordnung wird im Amtsblatt veröffentlicht und nach dem Inkrafttreten
in die Gesetzsammlung aufgenommen.
2 Sie tritt auf den 1. Mai 2016 in Kraft.12
1 GS 24-67.
2 SRSZ 400.100.
3 SRSZ 721.110.
4 SR 451.
5 SR 747.201.
6 SRSZ 784.210.
7 SRSZ 761.110.
8 SRSZ 443.210.
9 SR 451.33.
10 Empfindlichkeitsstufen gemäss der eidgenössischen Lärmschutz-Verordnung vom 15. Dezem-
ber 1986, SR 814.41.
11 SRSZ 234.110.
12 Abl 2016 982.