Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
721.110 LSG CH-SZ

7 Umwelt- und Tierschutz, Jagd und Fischerei, Verkehr » 72 Natur-, Landschafts- und Heimatschutz (LSG)

33 Artikel / Bestimmungen · Schweiz · Kanton Schwyz
Originalquelle öffnen Maschinenlesbares Markdown (.md)

Inhaltsübersicht (33)

§ 1 Gesetz über den Landschafts- und Naturschutz (Landschafts- und Naturschutzgesetz, LSG), vom 24. September 1992 § 2 Gesetz über den Landschafts- und Naturschutz (Landschafts- und Naturschutzgesetz, LSG), vom 24. September 1992 § 2A Gesetz über den Landschafts- und Naturschutz (Landschafts- und Naturschutzgesetz, LSG), vom 24. September 1992 § 3 Gesetz über den Landschafts- und Naturschutz (Landschafts- und Naturschutzgesetz, LSG), vom 24. September 1992 § 4 Gesetz über den Landschafts- und Naturschutz (Landschafts- und Naturschutzgesetz, LSG), vom 24. September 1992 § 5 Gesetz über den Landschafts- und Naturschutz (Landschafts- und Naturschutzgesetz, LSG), vom 24. September 1992 § 6 Gesetz über den Landschafts- und Naturschutz (Landschafts- und Naturschutzgesetz, LSG), vom 24. September 1992 § 7 Gesetz über den Landschafts- und Naturschutz (Landschafts- und Naturschutzgesetz, LSG), vom 24. September 1992 § 8 Gesetz über den Landschafts- und Naturschutz (Landschafts- und Naturschutzgesetz, LSG), vom 24. September 1992 § 9 Gesetz über den Landschafts- und Naturschutz (Landschafts- und Naturschutzgesetz, LSG), vom 24. September 1992 § 9A Gesetz über den Landschafts- und Naturschutz (Landschafts- und Naturschutzgesetz, LSG), vom 24. September 1992 § 9B Gesetz über den Landschafts- und Naturschutz (Landschafts- und Naturschutzgesetz, LSG), vom 24. September 1992 § 9C Gesetz über den Landschafts- und Naturschutz (Landschafts- und Naturschutzgesetz, LSG), vom 24. September 1992 § 10 Gesetz über den Landschafts- und Naturschutz (Landschafts- und Naturschutzgesetz, LSG), vom 24. September 1992 § 11 Gesetz über den Landschafts- und Naturschutz (Landschafts- und Naturschutzgesetz, LSG), vom 24. September 1992 § 12 Gesetz über den Landschafts- und Naturschutz (Landschafts- und Naturschutzgesetz, LSG), vom 24. September 1992 § 13 Gesetz über den Landschafts- und Naturschutz (Landschafts- und Naturschutzgesetz, LSG), vom 24. September 1992 § 14 Gesetz über den Landschafts- und Naturschutz (Landschafts- und Naturschutzgesetz, LSG), vom 24. September 1992 § 15 Gesetz über den Landschafts- und Naturschutz (Landschafts- und Naturschutzgesetz, LSG), vom 24. September 1992 § 16 Gesetz über den Landschafts- und Naturschutz (Landschafts- und Naturschutzgesetz, LSG), vom 24. September 1992 § 17 Gesetz über den Landschafts- und Naturschutz (Landschafts- und Naturschutzgesetz, LSG), vom 24. September 1992 § 18 Gesetz über den Landschafts- und Naturschutz (Landschafts- und Naturschutzgesetz, LSG), vom 24. September 1992 § 19 Gesetz über den Landschafts- und Naturschutz (Landschafts- und Naturschutzgesetz, LSG), vom 24. September 1992 § 20 Gesetz über den Landschafts- und Naturschutz (Landschafts- und Naturschutzgesetz, LSG), vom 24. September 1992 § 20A Gesetz über den Landschafts- und Naturschutz (Landschafts- und Naturschutzgesetz, LSG), vom 24. September 1992 § 21 Gesetz über den Landschafts- und Naturschutz (Landschafts- und Naturschutzgesetz, LSG), vom 24. September 1992 § 22 Gesetz über den Landschafts- und Naturschutz (Landschafts- und Naturschutzgesetz, LSG), vom 24. September 1992 § 23 Gesetz über den Landschafts- und Naturschutz (Landschafts- und Naturschutzgesetz, LSG), vom 24. September 1992 § 24 Gesetz über den Landschafts- und Naturschutz (Landschafts- und Naturschutzgesetz, LSG), vom 24. September 1992 § 25 Gesetz über den Landschafts- und Naturschutz (Landschafts- und Naturschutzgesetz, LSG), vom 24. September 1992 § 26 Gesetz über den Landschafts- und Naturschutz (Landschafts- und Naturschutzgesetz, LSG), vom 24. September 1992 § 27 Gesetz über den Landschafts- und Naturschutz (Landschafts- und Naturschutzgesetz, LSG), vom 24. September 1992 § 28 Gesetz über den Landschafts- und Naturschutz (Landschafts- und Naturschutzgesetz, LSG), vom 24. September 1992

Gesetzestext (33 Artikel)

7 Umwelt- und Tierschutz, Jagd und Fischerei, Verkehr » 72 Natur-, Landschafts- und Heimatschutz

1. Zweck

1 Dieses Gesetz bezweckt die Erhaltung der Eigenart und der Schönheit der hei-

mischen Landschaft durch den Schutz charakteristischer Landschaftselemente

sowie den Schutz der einheimischen Tier- und Pflanzenwelt durch Massnahmen,

die dem Erhalt, der Förderung und der Wiederherstellung ihrer Lebensräume (Bio-

tope) dienen, sowie durch Artenschutzmassnahmen.

2 Der ökologische Ausgleich ergänzt inner- und ausserhalb von Siedlungen den

Biotopschutz. Er bezweckt insbesondere die Vernetzung der einzelnen Biotope.

7 Umwelt- und Tierschutz, Jagd und Fischerei, Verkehr » 72 Natur-, Landschafts- und Heimatschutz

2. Schutzwürdige Biotope

Schutzwürdig sind Biotope, die eine ausgleichende Funktion im Naturhaushalt

erfüllen oder besonders günstige Voraussetzungen für seltene und bedrohte Le-

bensgemeinschaften aufweisen, wie insbesondere Uferbereiche, Riedgebiete und

Moore, seltene Waldgesellschaften, Hecken, Feldgehölze, Trockensteinmauern

sowie Trockenwiesen und -weiden.

7 Umwelt- und Tierschutz, Jagd und Fischerei, Verkehr » 72 Natur-, Landschafts- und Heimatschutz

3. Schutzwürdige Landschaftselemente

Schutzwürdige Landschaftselemente sind

a) geologische und geomorphologische Objekte (Geotope), namentlich natur-

kundlich bedeutende geologische Aufschlüsse und Formationen, Moränen,

erratische Blöcke, interessante Felsgruppen, Schluchten, Höhlen, Grotten,

Dolinen, Wasserfälle;

b) prähistorische Stätten;

c) ursprüngliche oder durch traditionelle Nutzung und Besiedlung entstandene

Landschaftsbilder und Aussichtspunkte;

d) Heilquellen.

7 Umwelt- und Tierschutz, Jagd und Fischerei, Verkehr » 72 Natur-, Landschafts- und Heimatschutz

4. Ökologischer Ausgleich

Als ökologische Ausgleichsflächen gelten Landschaftselemente und Lebensräume

mit naturnaher und standortgemässer Vegetation wie beispielsweise Bachläufe,

Kleingewässer, Uferbestockungen, Waldränder, Hecken, Feldgehölze, Feldobst-

bäume, extensiv und wenig intensiv genutzte Wiesen und Weiden sowie andere

seltene oder bedrohte Lebensgemeinschaften.

II. Schutzmassnahmen und Zuständigkeiten

7 Umwelt- und Tierschutz, Jagd und Fischerei, Verkehr » 72 Natur-, Landschafts- und Heimatschutz

1. Kommunale Inventare

1 Die Gemeinden erstellen Inventare der schutzwürdigen Landschaftselemente

und Biotope. Diese enthalten eine Umschreibung, Bewertung und Einstufung der

Schutzobjekte sowie Aussagen über die erforderlichen Schutz- und Unterhalts-

massnahmen.

2 Die Bewertung und Einstufung der Biotope erfolgt in Anwendung von Art. 14

Abs. 3 der Verordnung über den Natur- und Heimatschutz vom 16. Januar 1991.

3 Die Mitwirkung der betroffenen Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer

sowie Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter bei der Inventarisation ist zu ge-

währleisten.

7 Umwelt- und Tierschutz, Jagd und Fischerei, Verkehr » 72 Natur-, Landschafts- und Heimatschutz

2. Schutzmassnahmen

a) Instrumente

Als Schutzmassnahmen fallen in Betracht

a) verwaltungsrechtliche Verträge;

b) Erwerb von dinglichen Rechten durch Abschluss von Dienstbarkeitsverträgen

nach Art. 730 ff. Zivilgesetzbuch;

c) Schutzverordnungen;

d) selbständige Nutzungspläne mit zugehörigen Vorschriften;

e) Ausscheiden von Schutzzonen und Einzelschutzobjekten in den Zonenplänen

mit zugehörigen Vorschriften im Baureglement;

f) Schutzverfügungen;

g) Erwerb und Widmung von Grundstücken.

7 Umwelt- und Tierschutz, Jagd und Fischerei, Verkehr » 72 Natur-, Landschafts- und Heimatschutz

b) Bezeichnung der Schutzobjekte

1 Der Gemeinderat bezeichnet im Rahmen der kommunalen Schutzzonenplanung,

gestützt auf das kommunale Inventar, die zu schützenden Landschaftselemente

und Biotope. Er legt die Schutzziele und die erforderlichen Schutz- und Unter-

haltsmassnahmen fest.

2 Der Regierungsrat genehmigt die kommunale Schutzzonenplanung aufgrund

einer Prüfung der Pläne und Vorschriften auf ihre Rechtmässigkeit und ihre Über-

einstimmung mit den kantonalen Plänen. Gleichzeitig genehmigt er die Einstu-

fung der Objekte und legt die Zuständigkeit für die Schutz- und Unterhaltsmass-

nahmen fest.

3 Landschaftsschutzobjekte und Biotope von nationaler Bedeutung werden in der

Regel als kantonale, solche von regionaler und lokaler Bedeutung in der Regel als

kommunale Schutzobjekte bezeichnet.

7 Umwelt- und Tierschutz, Jagd und Fischerei, Verkehr » 72 Natur-, Landschafts- und Heimatschutz

c) Zuständigkeit für die Schutzmassnahmen

1 Die Festlegung der kantonalen oder kommunalen Zuständigkeit erfolgt aufgrund

der in den Bundesinventaren und in den kommunalen Inventaren vorgenommenen

Einstufung nach nationaler, regionaler oder lokaler Bedeutung.

2 Unter Vorbehalt abweichender Zuständigkeitsvorschriften trifft das vom Regie-

rungsrat bezeichnete Departement die Schutzmassnahmen für die kantonalen

Schutzobjekte und legt die erforderlichen Unterhaltsmassnahmen fest.

3 Die Gemeinden haben für den Schutz und Unterhalt der kommunalen Schutz-

objekte zu sorgen. Sie können zusätzliche Schutzmassnahmen treffen.

7 Umwelt- und Tierschutz, Jagd und Fischerei, Verkehr » 72 Natur-, Landschafts- und Heimatschutz

d) Ersatzvornahme

1 Unterlässt die Gemeinde trotz Mahnung die Anordnung der erforderlichen

Schutz- und Unterhaltsmassnahmen, kann der Regierungsrat das zuständige

Departement ermächtigen, diese ersatzweise zu erlassen. Das Departement ge-

währt dem zuständigen Gemeinderat das rechtliche Gehör.

2 Die Kosten werden der Standortgemeinde übertragen.

7 Umwelt- und Tierschutz, Jagd und Fischerei, Verkehr » 72 Natur-, Landschafts- und Heimatschutz

3. Zuständigkeit für den ökologischen Ausgleich

1 Die Gemeinden sorgen durch Bewirtschaftungsauflagen, Pflege-, Gestaltungs-

und Bepflanzungsmassnahmen für ökologische Ausgleichsflächen. Sie erfüllen

diese Aufgabe durch den Abschluss von Vereinbarungen sowie auf ihren eigenen

Grundstücken.

2 Der Kanton sorgt für den ökologischen Ausgleich auf seinen eigenen Grundstü-

cken sowie bei eigenen oder von ihm massgebend subventionierten Bautätigkei-

ten.

7 Umwelt- und Tierschutz, Jagd und Fischerei, Verkehr » 72 Natur-, Landschafts- und Heimatschutz

4. Artenschutz

1 Das zuständige Departement kann Schutzmassnahmen ergreifen, um seltene

und schützenswerte Pflanzen- und Pilzarten sowie frei lebende Tierarten zu för-

dern.

2 Die im Anhang aufgeführten wild wachsenden Pflanzen- und Pilzarten sowie frei

lebenden Tierarten sind umfassend geschützt. Der Regierungsrat ist ermächtigt,

dieses Verzeichnis bei Bedarf anzupassen.

3 In den im Anhang aufgeführten Pflanzenschutzreservaten dürfen mit Ausnahme

der Neophyten oder Problempflanzen der landwirtschaftlichen Nutzung keine

Pflanzen und Pilze gepflückt, ausgegraben oder ausgerissen werden. Das Campie-

ren ist untersagt. Der Regierungsrat ist ermächtigt, die Pflanzenschutzreservate

bei Bedarf anzupassen.

7 Umwelt- und Tierschutz, Jagd und Fischerei, Verkehr » 72 Natur-, Landschafts- und Heimatschutz

5. Pilzsammeln

1 Organisierte Veranstaltungen zum Sammeln von Pilzen sind untersagt. Für wis-

senschaftliche oder schulische Zwecke kann das zuständige Departement Aus-

nahmen vom Veranstaltungsverbot bewilligen.

2 Eine Person darf pro Tag nicht mehr als 2 kg Pilze sammeln, Morcheln nicht

mehr als 1 kg.

3 Der Regierungsrat kann für bestimmte Gebiete temporäre Schonzeiten festle-

gen, in denen das Pflücken und Sammeln von Pilzen untersagt ist.

7 Umwelt- und Tierschutz, Jagd und Fischerei, Verkehr » 72 Natur-, Landschafts- und Heimatschutz

6. Aufsicht

1 Polizei-, Forst-, Jagd- und Fischereiorgane sowie vom zuständigen Departement

beauftragte oder ernannte Aufsichtspersonen überwachen die Einhaltung der

Schutzbestimmungen in den kantonalen Naturschutzgebieten sowie der Arten-

schutzbestimmungen gemäss § 9a und § 9b.

2 Sie informieren die Besucherinnen und Besucher über die Besonderheiten der

Naturschutzgebiete, die Bedeutung der Artenschutzbestimmungen sowie über die

Verhaltensregeln.

3 Sie zeigen Übertretungen bei der zuständigen Strafverfolgungsbehörde an, so-

fern nicht das Ordnungsbussenverfahren zur Anwendung gelangt.

III. Abgeltungen und Bewirtschaftungsbeiträge

7 Umwelt- und Tierschutz, Jagd und Fischerei, Verkehr » 72 Natur-, Landschafts- und Heimatschutz

1. Kantonale Abgeltungen

a) Grundsatz

1 Der Kanton leistet Abgeltungen, wenn durch eine kantonale Schutzmassnahme

gemäss § 5 die bisher zulässige Nutzung eingeschränkt wird und dadurch eine

nachgewiesene Ertragseinbusse entsteht.

2 Als massgebende Ertragseinbusse gelten der Ertragsrückgang sowie durch die

Schutzmassnahmen begründete Kürzungen des Milchkontingentes oder von flä-

chenabhängigen Beiträgen.

7 Umwelt- und Tierschutz, Jagd und Fischerei, Verkehr » 72 Natur-, Landschafts- und Heimatschutz

b) Berechtigung

1 Die Abgeltung der Ertragseinbusse wird vom zuständigen Departement berech-

net. Sie wird an die Bewirtschafterin oder den Bewirtschafter, in der Regel jährlich

oder gemäss verwaltungsrechtlichem Vertrag, längstens aber für eine Dauer von

25 Jahren ausgerichtet. Für nicht landwirtschaftlich genutzte Flächen kann die

Abgeltung ausnahmsweise der Grundeigentümerin oder dem Grundeigentümer

ausgerichtet werden.

2 Die Grundsätze über die Entschädigung von Eigentumsbeschränkungen, die

einer Enteignung gleichkommen, bleiben vorbehalten.

7 Umwelt- und Tierschutz, Jagd und Fischerei, Verkehr » 72 Natur-, Landschafts- und Heimatschutz

c) Abschluss von verwaltungsrechtlichen Verträgen

Die Abgeltung bildet Gegenstand von verwaltungsrechtlichen Verträgen zwischen

dem zuständigen Departement einerseits sowie der Grundeigentümerin oder dem

Grundeigentümer und der Bewirtschafterin oder dem Bewirtschafter anderseits.

7 Umwelt- und Tierschutz, Jagd und Fischerei, Verkehr » 72 Natur-, Landschafts- und Heimatschutz

2. Periodische kantonale Bewirtschaftungsbeiträge

a) Voraussetzung, Berechtigung

1 Der Kanton richtet den Bewirtschaftern für die angepasste, naturschutzgerechte

Nutzung und Pflege von kantonal geschützten Biotopen jährliche Bewirtschaf-

tungsbeiträge aus.

2 Voraussetzung für die Ausrichtung eines periodischen Bewirtschaftungsbeitra-

ges ist, dass die bewirtschaftete Fläche mit einer Schutzmassnahme gemäss § 5

provisorisch oder definitiv unter Schutz gestellt ist. Als provisorische Schutzmass-

nahme gilt insbesondere der Erlass einer Planungszone.

3 Beitragsberechtigt ist diejenige natürliche oder juristische Person oder Perso-

nengesamtheit, die das Land auf eigene Rechnung und Gefahr bewirtschaftet.

7 Umwelt- und Tierschutz, Jagd und Fischerei, Verkehr » 72 Natur-, Landschafts- und Heimatschutz

b) Beiträge für Streue- und Trockenstandorte

1 Der maximale Bewirtschaftungsbeitrag für Streue- und Trockenstandorte wird

vom Regierungsrat festgelegt und ist periodisch der Teuerung anzupassen.

2 Die Höhe des Bewirtschaftungsbeitrages richtet sich nach der Nutzungsart, den

besonderen Erschwernissen und der naturschützerischen Leistung.

3 Der Bewirtschaftungsbeitrag bildet Gegenstand von verwaltungsrechtlichen Ver-

trägen zwischen dem zuständigen Departement einerseits sowie der Grundeigen-

tümerin oder dem Grundeigentümer und der beitragsberechtigten Bewirtschafte-

rin oder dem beitragsberechtigten Bewirtschafter anderseits.

7 Umwelt- und Tierschutz, Jagd und Fischerei, Verkehr » 72 Natur-, Landschafts- und Heimatschutz

c) Beiträge für die übrigen Objekte

1 Die Bewirtschaftungsbeiträge für die übrigen Objekte des Biotopschutzes und

des ökologischen Ausgleichs werden in der Vollzugsverordnung des Regierungs-

rates festgesetzt.

2 Im Übrigen gilt § 14 sinngemäss.

7 Umwelt- und Tierschutz, Jagd und Fischerei, Verkehr » 72 Natur-, Landschafts- und Heimatschutz

d) Fälligkeit, Kürzung

1 Die Beiträge werden den beitragsberechtigten Bewirtschaftern jährlich Ende De-

zember ausbezahlt.

2 Wurden im Beitragsjahr die massgebenden Nutzungsvorschriften missachtet,

wird der Beitrag gestrichen oder gekürzt.

7 Umwelt- und Tierschutz, Jagd und Fischerei, Verkehr » 72 Natur-, Landschafts- und Heimatschutz

3. Einmalige kantonale Beiträge

1 Für ausserordentliche Pflege-, Aufwertungs- und Vollzugsmassnahmen in kanto-

nalen Schutzgebieten sowie für Artenschutzmassnahmen können einmalige Bei-

träge ausgerichtet werden.

2 Umfang der Massnahmen sowie Beitragshöhe bilden Gegenstand von verwal-

tungsrechtlichen Verträgen zwischen dem zuständigen Departement und den für

die Durchführung der Massnahmen Verantwortlichen.

7 Umwelt- und Tierschutz, Jagd und Fischerei, Verkehr » 72 Natur-, Landschafts- und Heimatschutz

4. Abgrenzung zu den Landwirtschaftsbeiträgen

Bewirtschaftungsbeiträge und Abgeltungen werden für Leistungen ausgerichtet,

welche zusätzlich zu den Mindestanforderungen nach der Landwirtschaftsgesetz-

gebung erbracht werden.

7 Umwelt- und Tierschutz, Jagd und Fischerei, Verkehr » 72 Natur-, Landschafts- und Heimatschutz

5. Kommunale Abgeltungen und Bewirtschaftungsbeiträge

Die Gemeinden richten nach den Grundsätzen der §§ 10 bis 18 dieses Gesetzes

für kommunal geschützte Biotope und Planungszonen gemäss § 14 des Planungs-

und Baugesetzes sowie für Artenschutzmassnahmen Abgeltungen und Bewirt-

schaftungsbeiträge aus. Vorhandene Ansätze und Richtlinien des Kantons sind für

die Festsetzung der Höhe verbindlich.

IV. Finanzierung

7 Umwelt- und Tierschutz, Jagd und Fischerei, Verkehr » 72 Natur-, Landschafts- und Heimatschutz

Kostentragung

1 Der Kanton trägt die Kosten der kantonalen Schutz- und Unterhaltsmassnahmen,

des auf seinen eigenen Grundstücken und bei eigenen Bauvorhaben veranlassten

ökologischen Ausgleichs sowie der von ihm veranlassten Artenschutzmassnahmen.

2 Die Gemeinde trägt die Kosten für die kommunalen Schutz- und Unterhalts-

massnahmen sowie der von ihr veranlassten Artenschutzmassnahmen.

3 Die Gemeinde trägt die Kosten des ökologischen Ausgleichs und kann sie Dritten

übertragen.

7 Umwelt- und Tierschutz, Jagd und Fischerei, Verkehr » 72 Natur-, Landschafts- und Heimatschutz

Programmvereinbarungen

1 Für die Massnahmen im Natur- und Landschaftsschutz kann der Regierungsrat

Programmvereinbarungen mit dem Bund abschliessen.

2 Die Beiträge für die kommunalen Schutz- und Pflegemassnahmen richten sich

nach den Programmvereinbarungen zwischen Bund und Kanton. Die Zuteilung der

Beiträge an die Gemeinden wird in der Vollzugsverordnung des Regierungsrates

festgelegt.

V. Schluss- und Übergangsbestimmungen

7 Umwelt- und Tierschutz, Jagd und Fischerei, Verkehr » 72 Natur-, Landschafts- und Heimatschutz

1. Kantonale Fachstelle für den Naturschutz

1 Der Regierungsrat bezeichnet die für den Naturschutz zuständige kantonale

Fachstelle.

2 Die Fachstelle sorgt für die Beratung der Gemeinden sowie für den Verkehr zwi-

schen den zuständigen Amtsstellen des Bundes, des Kantons und der Gemeinden.

7 Umwelt- und Tierschutz, Jagd und Fischerei, Verkehr » 72 Natur-, Landschafts- und Heimatschutz

2. Ausnahmebewilligungen gemäss Art. 22 NHG

Der Regierungsrat bezeichnet die für die Erteilung von Ausnahmebewilligungen nach

Art. 22 des Bundesgesetzes über den Natur- und Heimatschutz zuständige Behörde.

7 Umwelt- und Tierschutz, Jagd und Fischerei, Verkehr » 72 Natur-, Landschafts- und Heimatschutz

3. Vollzug

1 Der Regierungsrat ist mit dem Vollzug beauftragt.

2 Er erlässt, soweit dieses Gesetz keine Bestimmungen enthält, die erforderlichen

Vollzugsvorschriften.

7 Umwelt- und Tierschutz, Jagd und Fischerei, Verkehr » 72 Natur-, Landschafts- und Heimatschutz

4. Anmerkung öffentlich-rechtlicher Eigentumsbeschränkungen

Die zuständigen Behörden von Kanton und Gemeinden können öffentlich-recht-

liche Eigentumsbeschränkungen, die sich auf dieses Gesetz oder gestützt darauf

erlassene Vollzugsvorschriften abstützen, im Grundbuch anmerken lassen.

7 Umwelt- und Tierschutz, Jagd und Fischerei, Verkehr » 72 Natur-, Landschafts- und Heimatschutz

5. Wiederherstellung

1 Wer ein gemäss § 5 definitiv oder provisorisch geschütztes Objekt beschädigt,

kann unabhängig von einem Strafverfahren verpflichtet werden

a) die widerrechtlich getroffenen Massnahmen rückgängig zu machen;

b) die Kosten zu übernehmen, die aus der Beseitigung des Schadens entstehen;

c) angemessenen Ersatz zu leisten, wenn die Wiederherstellung nicht möglich

ist;

d) zu Unrecht bezogene Leistungen zurückzuerstatten.

2 Die Zuständigkeit zur Anordnung der Wiederherstellung richtet sich nach § 7.

7 Umwelt- und Tierschutz, Jagd und Fischerei, Verkehr » 72 Natur-, Landschafts- und Heimatschutz

6. Strafbestimmungen

Widerhandlungen gegen § 9a und § 9b dieses Gesetzes werden mit Busse be-

straft.

7 Umwelt- und Tierschutz, Jagd und Fischerei, Verkehr » 72 Natur-, Landschafts- und Heimatschutz

7. Änderung bisherigen Rechts

Mit dem Inkrafttreten dieses Gesetzes wird nachstehender Erlass wie folgt geän-

dert

Verordnung betreffend den Natur- und Heimatschutz und die Erhaltung von Alter-

tümern und Kunstdenkmälern vom 29. November 1927

§ 3 wird aufgehoben

§ 10 wird wie folgt geändert

«Widerhandlungen gegen diese Verordnung oder gestützt darauf erlassene Verfü-

gungen werden mit Haft oder Busse bestraft.»

7 Umwelt- und Tierschutz, Jagd und Fischerei, Verkehr » 72 Natur-, Landschafts- und Heimatschutz

8. Referendum, Publikation, Inkrafttreten

1 Dieses Gesetz unterliegt dem Referendum gemäss §§ 34 oder 35 der Kantons-

verfassung.

2 Es wird im Amtsblatt veröffentlicht und nach Inkrafttreten in die Gesetzsamm-

lung aufgenommen.

3 Der Regierungsrat wird mit dem Vollzug beauftragt. Er bestimmt den Zeitpunkt

des Inkrafttretens.

Anhang

I. Liste der kantonal geschützten Pflanzenarten

Folgende wild wachsenden Pflanzenarten dürfen nicht gepflückt, ausgegraben,

ausgerissen, versandt, verkauft oder gekauft werden

Flacher Bärlapp Lycopodium complanatum

Edelweiss Leontopodium alpinum

Siebenstern Trientalis europaea

Zwergbirke Betula nana

alle Seerosen-Arten, die nicht Nymphaeaceae-Arten

bundesrechtlich geschützt sind.

Alpen-Aster Aster alpinus

Alpen-Veilchen Cyclamen purpurascens

Aurikel Primula auricula

alle Enzian-Arten (ausgenommen Gentiana-Arten

Frühlingsenzian und Feldenzian), die

nicht bundesrechtlich geschützt sind.

Moorenzian Swertia perennis

Maiglöckchen Convallaria majalis

alle Rohrkolben-Arten, die nicht Typhaceae-Arten

bundesrechtlich geschützt sind.

alle Seidelbast-Arten Daphne-Arten

alle Steinbrech-Arten Saxifraga-Arten

Steinnelke Dianthus silvester

alle Schwertlilien-Arten, die nicht Iridaceae-Arten

bundesrechtlich geschützt sind

II. Liste der kantonal geschützten Pilzarten

Folgende wild wachsenden Pilzarten dürfen nicht gepflückt, ausgegraben, aus-

gerissen, versandt, verkauft oder gekauft werden

--- ---

III. Liste der kantonal geschützten Tierarten

Folgende frei lebende Tierart darf nicht gefangen, gesammelt, in Gewahrsam ge-

nommen, getötet, mitgeführt oder verkauft werden

Weinbergschnecke Helix pomatia

IV. Liste der kantonalen Pflanzenschutzreservate

In den folgenden Pflanzenschutzreservaten dürfen mit Ausnahme von Neophyten

oder Problempflanzen der landwirtschaftlichen Nutzung keine Pflanzen und Pilze

gepflückt, ausgegraben oder ausgerissen werden

Pflanzenschutzreservat Rossberg (Perimeter gemäss Planbeilage zum Regierungs-

ratsbeschluss Nr. 3014/1965),

Pflanzenschutzreservate im Rigigebiet (Perimeter gemäss Planbeilagen zu den

Regierungsratsbeschlüssen Nr. 3014/1965, 273/1966 und 1519/1971),

Pflanzenschutzreservat Zindlenspitz (Perimeter gemäss Planbeilage zum Regie-

rungsratsbeschluss Nr. 3089/1965),

Pflanzenschutzreservat Mythengebiet (Perimeter gemäss Planbeilage zum Regie-

rungsratsbeschluss Nr. 521/1970),

Pflanzenschutzreservat Hoch-Ybrig (Perimeter gemäss Planbeilage zum Regie-

rungsratsbeschluss Nr. 1303/1971),

Pflanzenschutzreservat Köpfengebiet (Perimeter gemäss Planbeilage zum Regie-

rungsratsbeschluss Nr. 408/1972).

1 Dieses Gesetz wurde als dem fakultativen Referendum unterstehende Verordnung erlassen: GS

18-257 mit Änderungen vom 17. April 2002 (Verordnung zur Öko-Qualitätsverordnung, GS 20-

212), vom 28. März 2007 (Umsetzung NFA, GS 21-115i), vom 18. Februar 2009 (GS 22-59), vom

18. November 2009 (GS 22-81), vom 25. September 2013 (KRB Anpassung an neue Kantons-

verfassung, GS 23-80l), vom 17. Dezember 2013 (RRB Anpassung an neue Kantonsverfassung,

GS 23-97), vom 6. Februar 2019 (Denkmalschutzgesetz, GS 25-46b) und vom 17. November

2021 (KOBG, GS 26-56c).

2 Titel in der Fassung vom 6. Februar 2019.

3 Ingress in der Fassung vom 18. November 2009.

4 SRSZ 210.100.

5 SR 451.

6 Abs. 1 in der Fassung vom 6. Februar 2019.

7 Fassung vom 18. Februar 2009.

8 Neu eingefügt am 6. Februar 2019.

9 Überschrift in der Fassung vom 6. Februar 2019.

10 Fassung vom 18. Februar 2009.

11 Abs. 3 in der Fassung vom 18. Februar 2009; Abs. 1 und 2 in der Fassung vom 6. Februar

2019.

12 SR 451.1.

13 Überschrift in der Fassung vom 18. Februar 2009.

14 Abs. 1 und 3 in der Fassung vom 6. Februar 2019.

15 Neu eingefügt am 18. November 2009; Abs. 3 in der Fassung vom 17. November 2021.

16 Neu eingefügt am 18. November 2009.

17 Neu eingefügt am 18. November 2009.

18 Überschrift und Abs. 1 in der Fassung vom 18. Februar 2009.

19 Fassung vom 18. Februar 2009.

20 Abs. 1 in der Fassung vom 17. April 2002; Überschrift und Abs. 2 und 3 in der Fassung vom

18. Februar 2009.

21 Überschrift in der Fassung vom 18. Februar 2009.

22 Abs. 1 in der Fassung vom 17. April 2002.

23 Fassung vom 18. November 2009.

24 Fassung vom 18. Februar 2009.

25 Satz 1 in der Fassung vom 25. September 2013; Satz 2 in der Fassung vom 18. Februar 2009.

26 Abs. 1 und 2 in der Fassung vom 18. November 2009.

27 Neu eingefügt am 28. März 2007.

28 Fassung vom 18. November 2009.

29 GS 10-372; SRSZ 720.110.

30 Abs. 1 und 2 in der Fassung vom 25. September 2013; Überschrift und Abs. 3 in der Fassung

vom 17. Dezember 2013.

31 15. Dezember 1992 (Abl 1992 1527); Änderungen vom 17. April 2002 am 1. Januar 2002 (Abl

2002 956), vom 28. März 2007 am 1. Januar 2008 (Abl 2007 2398), vom 18. Februar 2009 am

1. Juli 2009 (Abl 2009 1466), vom 18. November 2009 am 1. Januar 2010 (Abl 2010 66), vom

25. September 2013 am 1. Januar 2014 (Abl 2013 2851), vom 17. Dezember 2013 am 1. Januar

2014 (Abl 2013 2974), vom 6. Februar 2019 am 1. Januar 2020 (Abl 2019 2995) und vom

17. November 2021 am 1. April 2022 (Abl 2022 821) in Kraft getreten.

32 Neu eingefügt am 18. November 2009.

Fragen Sie sich, wie diese Gesetzesbestimmung auf Ihren Fall anwendbar ist?

Prüfen Sie diesen Erlass zusammen mit Rechtsprechung, Kommentaren und verwandten Gesetzesbestimmungen in Legislator AI.

Fall in Legislator öffnen →