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370.311 KIBEV CH-SZ

3 Volkswirtschaft, Sozialgesetzgebung » 37 Familienschutz (KIBEV)

24 Artikel / Bestimmungen · Schweiz · Kanton Schwyz
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Inhaltsübersicht (24)

§ 1 Kinderbetreuungsverordnung (KiBeV), vom 19. September 2023 § 2 Kinderbetreuungsverordnung (KiBeV), vom 19. September 2023 § 3 Kinderbetreuungsverordnung (KiBeV), vom 19. September 2023 § 4 Kinderbetreuungsverordnung (KiBeV), vom 19. September 2023 § 5 Kinderbetreuungsverordnung (KiBeV), vom 19. September 2023 § 6 Kinderbetreuungsverordnung (KiBeV), vom 19. September 2023 § 7 Kinderbetreuungsverordnung (KiBeV), vom 19. September 2023 § 8 Kinderbetreuungsverordnung (KiBeV), vom 19. September 2023 § 9 Kinderbetreuungsverordnung (KiBeV), vom 19. September 2023 § 10 Kinderbetreuungsverordnung (KiBeV), vom 19. September 2023 § 11 Kinderbetreuungsverordnung (KiBeV), vom 19. September 2023 § 12 Kinderbetreuungsverordnung (KiBeV), vom 19. September 2023 § 13 Kinderbetreuungsverordnung (KiBeV), vom 19. September 2023 § 14 Kinderbetreuungsverordnung (KiBeV), vom 19. September 2023 § 15 Kinderbetreuungsverordnung (KiBeV), vom 19. September 2023 § 16 Kinderbetreuungsverordnung (KiBeV), vom 19. September 2023 § 17 Kinderbetreuungsverordnung (KiBeV), vom 19. September 2023 § 18 Kinderbetreuungsverordnung (KiBeV), vom 19. September 2023 § 19 Kinderbetreuungsverordnung (KiBeV), vom 19. September 2023 § 20 Kinderbetreuungsverordnung (KiBeV), vom 19. September 2023 § 21 Kinderbetreuungsverordnung (KiBeV), vom 19. September 2023 § 22 Kinderbetreuungsverordnung (KiBeV), vom 19. September 2023 § 23 Kinderbetreuungsverordnung (KiBeV), vom 19. September 2023 § 24 Kinderbetreuungsverordnung (KiBeV), vom 19. September 2023

Gesetzestext (24 Artikel)

3 Volkswirtschaft, Sozialgesetzgebung » 37 Familienschutz

Departement und Fachstelle

1 Das Departement des Innern ist das für den Vollzug der Kinderbetreuungsge-

setzgebung zuständige Departement, soweit weder das Bundesrecht noch das

kantonale Recht etwas anderes vorsehen.

2 Die Fachstelle für Kinderbetreuung ist Anlauf-, Koordinations- und Beratungs-

stelle. Sie ist insbesondere zuständig für

a) die Überprüfung der kantonalen Normkosten;

b) die Leitung des Bewilligungs- und Aufsichtsverfahrens für Betreuungseinrich-

tungen, ausgenommen die Angebote der Schulträger;

c) die Fachaufsicht über die Angebote der Schulträger;

d) die Entgegennahme der Daten und Unterlagen der meldepflichtigen Betreu-

ungseinrichtungen;

e) die halbjährliche, stichprobenartige Kontrolle der Anspruchsprüfung und Bei-

tragsabwicklung der Gemeinden;

f) die Auszahlung der Beiträge an die Gemeinden;

g) den Erlass von für den Vollzug ihrer Aufgaben erforderlichen Weisungen.

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Gemeinden

1 Die Gemeinden führen für die Angebote der Tagesfamilien eine Vermittlungs-

stelle oder übertragen diese Aufgabe an Dritte.

2 Die Gemeinden sind für die Anspruchsprüfung und Beitragsabwicklung bei allen

Kinderbetreuungsangeboten gemäss § 2 Abs. 1 KiBeG zuständig.

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Informationssystem

1 Der Kanton errichtet und betreibt für den Vollzug des Gesetzes und die Bearbei-

tung der erforderlichen Personendaten mit den Gemeinden ein gemeinsames In-

formationssystem.

2 Das Departement des Innern erlässt ein Berechtigungsreglement, welches den

Zugang der Gemeinden, anderer Behörden, der Betreuungseinrichtungen sowie

der anspruchsberechtigten Personen regelt.

3 Projektierung, Beschaffung, Implementierung, Betrieb und Finanzierung des In-

formationssystems richten sich im Übrigen nach dem Gesetz über das E-Govern-

ment vom 22. April 2009 und der Verordnung über die Informations- und Kom-

munikations-Technologie vom 1. September 2015 (IKTV).

II. Betreuungseinrichtungen

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Vorgaben und Qualitätsstandards

1 Die kantonalen Vorgaben und Qualitätsstandards für die Betreuungseinrichtun-

gen gemäss § 8 Abs. 1 Bst. b und § 9 Bst. b KiBeG sind im Anhang 1 dieser

Verordnung festgelegt.

2 Die Betreuungseinrichtungen haben der Fachstelle für Kinderbetreuung insbe-

sondere folgende Daten und Unterlagen auf Verlangen zur Verfügung zu stellen

a) Vollkosten und Elterntarif pro Betreuungstag und -form;

b) Auslastung der verfügbaren Betreuungsplätze und Anzahl Kinder auf der War-

teliste nach Alter;

c) Betreuungsumfang der betreuten Kinder nach Alter.

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Bewilligungsverfahren

a) Gesuch

1 Bewilligungspflichtige Betreuungseinrichtungen haben mindestens sechs Mo-

nate vor Aufnahme der Tätigkeit bei der Fachstelle für Kinderbetreuung ein ent-

sprechendes Gesuch einzureichen.

2 Im Gesuch ist nachzuweisen, dass die kantonalen Vorgaben und die Qualitäts-

standards nach Anhang 1 dieser Verordnung erfüllt werden können.

3 Bei Bedarf kann die Fachstelle für Kinderbetreuung weitere Unterlagen einfor-

dern.

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b) Bewilligung

1 Die Bewilligung wird durch das Departement des Innern erteilt und kann an

Auflagen und Bedingungen geknüpft, eingeschränkt, befristet oder entzogen wer-

den, insbesondere wenn

a) die Voraussetzungen nicht oder nicht mehr vollständig erfüllt werden;

b) eine mehrfache oder grobe Verletzung der Pflichten vorliegt;

c) Beiträge unrechtmässig bezogen wurden.

2 In den Fällen von Abs. 1 Bst. a ist vorgängig eine angemessene Frist zur Behe-

bung der festgestellten Mängel anzusetzen.

3 Die Fachstelle für Kinderbetreuung kann die sofortige Schliessung einer Betreu-

ungseinrichtung verfügen, wenn das Kindeswohl wiederholt oder akut gefährdet

ist.

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Mitteilungspflicht

1 Die Betreuungseinrichtung hat der Fachstelle für Kinderbetreuung vorgesehene

wesentliche Änderungen, insbesondere personeller und organisatorischer Art, in-

nert nützlicher Frist mitzuteilen.

2 Eine sofortige Mitteilungspflicht besteht bei

a) besonderen Vorkommnissen, insbesondere schweren Unfällen;

b) strafbaren Handlungen von Mitarbeitenden gegenüber betreuten Kindern;

c) Handlungen von Mitarbeitenden, die Auswirkungen auf den Sonderprivataus-

zug gemäss Art. 42 des Bundesgesetzes über das Strafregister-Informations-

system VOSTRA vom 17. Juni 2016 (StReG) haben;

d) Neuanstellungen;

e) Leitungswechsel.

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Meldepflicht

a) Erfüllung

1 Als meldepflichtige Betreuungseinrichtung gemäss § 9 KiBeG gelten Angebote

a) für betreute schulische Mittagsverpflegung;

b) für betreute private Mittagsverpflegung und Tagesfamilien.

2 Meldepflichtige Betreuungseinrichtungen oder deren stellvertretenden Stellen

haben vor Aufnahme der Betreuungstätigkeit der Fachstelle für Kinderbetreuung

folgende Angaben zu machen

a) bei privater Mittagsverpflegung und Tagesfamilien: die Kontaktdaten der Be-

treuungspersonen sowie ihre weiteren Angaben zur Leumundsüberprüfung;

b) bei privater Mittagsverpflegung und Tagesfamilien: die Kontaktdaten und Pri-

vatauszüge der strafmündigen Personen, die im selben Haushalt wie die Be-

treuungsperson leben.

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b) Massnahmen

1 Das Departement des Innern kann den gemeldeten Betreuungseinrichtungen die

Aufnahme von Kindern oder die Kinderbetreuung untersagen, wenn andere Mass-

nahmen zur Behebung von Mängeln oder Schwierigkeiten erfolglos geblieben sind

oder von vornherein ungenügend erscheinen.

2 Es teilt die angeordneten Massnahmen den unterhaltspflichtigen Personen und

der zuständigen Vermittlungsstelle mit.

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Informationsaustausch

Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde gibt der Fachstelle für Kinderbetreu-

ung auf Anfrage bekannt, ob gegen Personen, welche eine meldepflichtige Be-

treuungseinrichtungen führen, deren Angebot primär im häuslichen Umfeld statt-

findet, laufende Kindesschutzmassnahmen bestehen oder entsprechende Abklä-

rungen stattfinden.

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Normkosten

a) Bewilligungspflichtige Betreuungseinrichtungen

1 Die kantonalen Normkosten für bewilligungspflichtige Betreuungseinrichtungen

werden gemäss § 10 Abs. 1 KiBeG in Tagessätzen berechnet und betragen für

Kinder

von drei bis und mit achtzehn Monaten Fr. 185.--

ab neunzehn Monaten bis Primarstufeneintritt Fr. 130.--

ab Primarstufeneintritt

− während der Schulzeit Fr. 65.--

− während der schulfreien Zeit Fr. 100.--

2 Werden nur einzelne Module pro Tag genutzt, sind die Tagessätze anteilsmässig

auf die genutzten Module aufzuteilen.

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b) Meldepflichtige Betreuungseinrichtungen

1 Die kantonalen Normkosten bei Tagesfamilien werden gemäss § 10 Abs. 2 Ki-

BeG in Tagessätzen von zehn Stunden berechnet und betragen für Kinder

von drei bis und mit achtzehn Monaten Fr. 124.--

ab neunzehn Monaten bis Primarstufeneintritt Fr. 94.--

ab Primarstufeneintritt

− während der Schulzeit Fr. 40.--

− während der schulfreien Zeit Fr. 64.--

2 Wird das Angebot nur für einzelne oder mehrere Stunden pro Tag genutzt, ist

der Tagessatz anteilsmässig auf die genutzten Stunden aufzuteilen.

3 Die Normkosten bei Angeboten für die betreute Mittagsverpflegung betragen

Fr. 17.--.

III. Anspruch und Beiträge

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Anspruchsvoraussetzungen

a) Anspruchsberechtigtes Einkommen

1 Anspruch auf Beiträge an die Kosten für die familienergänzende Kinderbetreu-

ung haben die für die Kinder unterhaltspflichtigen Personen, wenn deren mass-

gebendes Einkommen gemäss § 13 KiBeG nach Abzug der Sozialabzüge gemäss

Art. 35 Abs. 1 Bst. a des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer vom

14. Dezember 1990 pro Kind unter 18 Jahren im Haushalt den Betrag von

Fr. 153 215.-- nicht überschreitet.

2 Zur Ermittlung des anspruchsberechtigten Einkommens ist auf die jeweils letzte

rechtskräftige Steuerveranlagung abzustellen. Wenn keine rechtskräftige Steuer-

veranlagung vorliegt oder bei geänderten Lebens- oder Einkommensverhältnissen

kann auf weitere Unterlagen abgestellt werden.

3 Werden die unterhaltspflichtigen Personen an der Quelle besteuert und erfolgt

keine nachträgliche ordentliche Veranlagung im Sinne von §§ 93 ff. des Steuer-

gesetzes vom 9. Februar 2000, gilt als massgebendes Einkommen das Brutto-

einkommen abzüglich einer Pauschale von 20 %.

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b) Weitere Voraussetzungen

1 Der Anspruch setzt voraus, dass die für die Kinder unterhaltspflichtigen Perso-

nen die Angebote von Betreuungseinrichtungen infolge ausserfamiliärer zeitlicher

Inanspruchnahme wie Erwerbstätigkeit, Arbeitslosigkeit oder einer Aus- oder Wei-

terbildung nutzen. Die zeitliche Inanspruchnahme hat mindestens zu umfassen

a) 120 %, sofern beide unterhaltspflichtige Personen mit dem Kind im selben

Haushalt wohnen;

b) 20 %, sofern eine unterhaltspflichtige Person mehrheitlich allein mit dem

Kind im selben Haushalt wohnt.

2 Der Anspruch setzt weiter voraus, dass das Kind in einer Betreuungseinrichtung

im oder ausserhalb des Kantons betreut wird, welche den kantonalen oder gleich-

wertigen Vorgaben und Qualitätsstandards entspricht.

3 Die zeitliche Inanspruchnahme der Erwerbstätigkeit, Arbeitslosigkeit oder einer

Aus- oder Weiterbildung und die Dauer der ausserfamiliären Betreuung haben in

einem angemessenen Verhältnis zu stehen.

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Höhe der Beiträge

a) Berechnung

1 Die Höhe der zu gewährenden Beiträge (x) wird gemäss § 12 Abs. 2 KiBeG an-

hand folgender Grundformel berechnet

x = Normkosten * (1 - Selbstbehalt).

2 Der elterliche Selbstbehalt (y) wird wie folgt berechnet

y = u + z * (anspruchsberechtigtes Einkommen - Untergrenze)

3 Der Grundbetrag (u) wird wie folgt berechnet

u = Minimaltarif / Normkosten * (1 - g)

4 Der Minimaltarif beträgt Fr. 30.-- pro Betreuungstag und reduziert sich anteils-

mässig bei Inanspruchnahme von einzelnen Modulen.

5 Werden mehrere Kinder der gleichen Familie familienergänzend betreut, so wird

vom Grundbetrag ein Geschwisterrabatt (g) eingerechnet, welcher pro Geschwister

0.1 beträgt.

6 Die Steigung der Elternbeiträge pro Franken zusätzlichem Einkommen (z) wird

wie folgt berechnet

z = (1 - u) / (Obergrenze - Untergrenze)

7 Die Ober- und Untergrenzen werden wie folgt festgelegt

a) Untergrenze = Fr. 47 193.--

b) Obergrenze = Fr. 153 215.—

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b) Geringe Einkommen

1 Liegt das anspruchsberechtigte Einkommen unter der Untergrenze, entspricht

die Beitragshöhe der Differenz zwischen den Normkosten und dem Minimaltarif.

2 Falls der Tagestarif der Betreuungseinrichtung niedriger ist als die Normkosten,

entspricht die Beitragshöhe der Differenz zwischen Tagestarif und Minimaltarif.

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c) Höhere Beiträge

1 Die anspruchsberechtigten Personen können höhere Beiträge gemäss Anhang 2

geltend machen, sofern ihr Kind mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllt

a) diagnostizierte Behinderung;

b) ausgeprägte Entwicklungsverzögerungen;

c) ausgeprägte Verhaltensauffälligkeiten.

2 Die Fachstelle für Kinderbetreuung beurteilt aufgrund des Gesuchs und der vor-

handenen Unterlagen einer Fachperson sowie nach Absprache mit weiteren invol-

vierten Fachstellen, in welcher Bedarfsstufe Beiträge gesprochen werden.

3 Die anspruchsberechtigten Personen haben die höheren Beiträge zur Deckung

des Mehraufwands an die Betreuungseinrichtungen zu entrichten. Vorbehalten

bleibt § 19 Abs. 2.

IV.Verfahren

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Gesuch

1 Die unterhaltspflichtigen Personen, bei welcher das Kind mehrheitlich wohnt,

haben spätestens einen Monat vor Inanspruchnahme der Betreuungsbeiträge für

familienergänzende Kinderbetreuung das Gesuch bei der zuständigen Gemeinde

zu stellen und dabei folgende Unterlagen einzureichen

a) Bestätigung der Betreuungseinrichtung über die Anzahl gebuchter Betreu-

ungsmodule, Mahlzeiten, Tagestarif pro Kind und Betreuungsumfang pro Wo-

che;

b) Angaben über das Arbeits-, Ausbildungs- oder Weiterbildungsverhältnis,

Nachweis der Selbständigkeit oder eine Anmeldebestätigung der Arbeitslo-

senkasse;

c) Bezeichnung der anspruchsberechtigten Personen und deren Kontoangaben

oder Einverständniserklärung zur Beitragsausrichtung an die Betreuungsein-

richtung;

d) die zur Ermittlung des anspruchsberechtigten Einkommens notwendigen Un-

terlagen, sofern die Personen nicht dem ordentlichen Steuerveranlagungsver-

fahren unterliegen.

2 Die gesuchstellenden Personen haben jede wesentliche Änderung der Verhält-

nisse, die eine Anpassung der Beiträge zur Folge haben könnte, umgehend der

zuständigen Gemeinde mitzuteilen.

3 Es besteht kein Anspruch auf rückwirkende Auszahlung der Beiträge. Vorbehal-

ten bleiben höhere Beiträge nach § 17.

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Beitragsabwicklung

1 Sind die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt, verfügt die Gemeinde eine Kosten-

gutsprache für maximal 24 Monate.

2 Die Gemeinde zahlt die Beiträge monatlich im Voraus an die anspruchsberech-

tigten Personen oder an die Betreuungseinrichtung aus.

3 Die Gemeinden stellen dem Kanton dessen Anteil quartalsweise in Rechnung.

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Rückerstattung

1 Fordert die Gemeinde unrechtmässig bezogene Beiträge zurück, ist sie verpflich-

tet, den Kantonsanteil zurückzuerstatten.

2 Mit Einverständnis des Kantons können die zurückerstatteten Beiträge mit noch

ausstehenden Beiträgen des Kantons an die familienergänzende Kinderbetreuung

verrechnet werden.

V.Schlussbestimmungen

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Übergangsbestimmungen

a) Betreuungseinrichtungen und Beiträge

1 Nach Inkrafttreten des Gesetzes und dieser Verordnung haben den kantonalen

Vorgaben und Qualitätsstandards zu entsprechen

a) bestehende bewilligungspflichtige Betreuungseinrichtungen innerhalb von

drei Jahren;

b) meldepflichtige Betreuungseinrichtungen innerhalb von zwei Jahren, wobei

sie sich innerhalb eines Jahres bei der Fachstelle für Kinderbetreuung zu mel-

den haben.

2 Bestehende Betriebsbewilligungen behalten während den ersten drei Jahren

nach Inkrafttreten des Gesetzes und dieser Verordnung ihre Gültigkeit. Die Vo-

raussetzungen gemäss § 14 Abs. 2 gelten als erfüllt.

3 Innert der ersten drei Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes und dieser Verord-

nung können Beiträge auch dann gesprochen werden, wenn die behördlichen Vor-

gaben und Qualitätsstandards noch nicht geprüft wurden.

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b) Gemeinden und Fachstelle

1 Die Gemeinden haben nach Inkrafttreten des Gesetzes und dieser Verordnung

innerhalb von zwei Jahren eine Vermittlungsstelle für Tagesfamilien gemäss § 2

zu führen.

2 Die Fachstelle für Kinderbetreuung führt 18 Monate nach Inkrafttreten des Ge-

setzes und der Verordnung ein erstes Monitoring über die Normkosten durch.

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c) Kostengutsprache und Beiträge

Kostengutsprachen und Beiträge gemäss §§ 15 ff. KiBeG werden erstmals ab dem

1. August 2024 erteilt und ausgerichtet.

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Inkrafttreten

1 Diese Verordnung tritt am 1. Juni 2024 in Kraft.8

2 Sie wird im Amtsblatt veröffentlicht und nach Inkrafttreten in die Gesetzsamm-

lung aufgenommen.

Anhang 1

Qualitätsstandards für familienergänzende Betreuungsangebote (§ 3 Abs. 2 Ki-

BeG)

1. Bewilligungspflichtige Angebote

Als bewilligungspflichtige Angebote gelten Angebote der familienergänzenden

Kinderbetreuung in Kindertagesstätten und Tagesstrukturen (inkl. Rand- und Fe-

rienzeitbetreuung).

1.1 Management und Administration

Die Trägerschaft stellt die Qualität der Betreuungseinrichtung und das Kindes-

wohl sicher.

1.2 Rahmenbedingungen und Pädagogik

Die Betreuungseinrichtungen verfügen über ein betriebliches und ein pädagogi-

sches Konzept. Die verbindlichen Inhalte werden durch die Fachstelle für Kinder-

betreuung festgelegt.

1.3 Sicherheit, Gesundheit und Ausstattung

Die Trägerschaft stellt die Sicherheit, die Hygiene, den Brandschutz sowie den

Schutz vor psychischen und physischen Grenzverletzungen in der Betreuungsein-

richtung sicher.

1.3.1 Notwendige Konzepte und Prüfberichte

a) Die Betreuungseinrichtungen verfügen über ein Sicherheits-, Hygiene-, Un-

fall- und Notfallkonzept. Alle Betreuungspersonen besuchen alle drei Jahre

eine Weiterbildung zur Ersten Hilfe bei Kindern.

b) Bei Bewilligungserteilung und räumlichen Veränderungen wie Anbauten oder

Standortwechsel ist zudem ein Prüfbericht von der Beratungsstelle für Unfall-

verhütung (bfu) einzureichen.

c) Die Betreuungseinrichtung verfügt über eine Betriebshaftpflichtversicherung.

1.3.2 Vorgaben Räumlichkeiten

a) Pro Kind müssen mindestens vier Quadratmeter Nettonutzfläche zur Verfü-

gung stehen. Ist ein Aussenraum unmittelbar an die Betreuungseinrichtung

angegliedert, so entscheidet die Fachstelle für Kinderbetreuung, ob dieser zur

Nettonutzfläche angerechnet werden kann.

b) Es stehen genügend Toiletten für die Kinder zur Verfügung.

c) Für Mitarbeitende muss eine separate Toilette zur Verfügung stehen.

d) Pro Kindergruppe müssen mindestens zwei nutzbare Räume zur Verfügung

stehen.

e) Bei der Betreuung von Kindern unter zwei Jahren müssen separate Räumlich-

keiten für Rückzugs- oder Schlafmöglichkeit vorhanden sein.

f) Für eine angemessene Raumakustik und Luftqualität sowie gute Lichtverhält-

nisse ist gesorgt.

g) Die Ausstattung und die Raumaufteilung sind den Bedürfnissen der Kinder

angepasst.

h) Ein Aussenraum ist vorhanden oder in unmittelbarer Nähe leicht erreichbar.

1.4 Personal

1.4.1 Leitung

Eine Person mit Leitungsverantwortung verfügt entweder über eine anerkannte

Ausbildung gemäss Ziffer 1.4.2 und eine Führungsweiterbildung oder über ein

abgeschlossenes Studium im Bereich Pädagogik (HF, FH, Uni).

1.4.2 Anerkannte Ausbildungen

Die anerkannten Ausbildungen sind in der Liste des Verbandes Kinderbetreuung

Schweiz («kibesuisse») definiert.

1.4.3 Aus- und Weiterbildungskonzept

Die Betreuungseinrichtungen verfügen über ein Aus- und Weiterbildungskonzept.

Sie gewährleisten, dass das Betreuungspersonal mindestens alle zwei Jahre eine

Aus- oder Weiterbildung besuchen kann.

1.4.4 Betreuungsschlüssel

Alter Kind in Monaten (Mt.) und Jahren (J.)

Kleinkind- und Vorschulalter Primarstufen-

alter

Betreuungsqualifikation 3 Mt. bis 1,5 J. bis Zyklus 1

1.5 J. Primarstufeneintritt und 2

Fachpersonen mit anerkann-

ter Ausbildung

Personen im letzten Halb-

2-3 5-7 9-12

jahr der Ausbildung EFZ

Personen im letzten Studi-

2-3 5-7 9-12

enjahr HF / FH

Anzahl Kinder

Volljährige Personen ohne

Ausbildung

Unabhängig vom Betreuungsschlüssel müssen folgende Voraussetzungen beach-

tet werden

a) Eine Kindergruppe im Kleinkind- und Vorschulalter besteht maximal aus 14

Kindern und im Primarstufenalter maximal aus 24 Kindern.

b) Während der gesamten Öffnungszeit tragen Fachpersonen über die Kinder-

gruppe die Verantwortung und sind in den Räumlichkeiten sowie bei Exkursi-

onen (Ausflug oder Spaziergänge) anwesend.

c) Der Anteil an Fachpersonen am gesamten Betreuungspersonal liegt bei min-

destens 50 %.

d) Personen in Ausbildung zur Fachperson Betreuung Fachrichtung Kinder EFZ

können ab dem letzten Halbjahr der Ausbildung als teilausgebildet angerech-

net werden.

e) Personen im Studium HF / FH können ab dem letzten Studienjahr als teilaus-

gebildet angerechnet werden.

f) Personen, welche ein Praktikum absolvieren oder Zivildienst leisten, werden

nicht zum Betreuungsschlüssel gerechnet.

g) Bei Exkursionen ausserhalb der Kinderbetreuungseinrichtung ist die Anzahl

Kinder pro Altersstufe mindestens um ein Kind zu reduzieren.

h) Der erhöhte Betreuungsbedarf eines Kindes gemäss Anhang 2 ist im Betreu-

ungsschlüssel zu berücksichtigen.

2. Meldepflichtige Angebote

2.1 Tagesfamilienbetreuung

Wer sich allgemein anbietet, Kinder unter zwölf Jahren gegen Entgelt regelmässig

zu betreuen, muss dies der Fachstelle für Kinderbetreuung melden und einer Ver-

mittlungsorganisation angehören. Eine Betreuungsperson eines solchen Angebots

darf maximal fünf Kinder, inklusive der eigenen Kinder im Primarstufenalter, pro

Tag betreuen.

2.1.1 Aus- und Weiterbildung

Eine Betreuungsperson, welche Tagesfamilienbetreuung anbietet, verfügt über

den Grundkurs für Tagesfamilienbetreuung und einen Notfallkurs für Kinder.

2.1.2 Räumliche Voraussetzungen

Die Wohnung oder das Haus bietet Rückzugsmöglichkeit für Ruhe, Schlaf oder

Hausaufgaben.

2.2 Vermittlungsorganisationen

a) Die Vermittlungsorganisation stellt die Sicherheit, die Hygiene, den Brand-

schutz und die Prävention von psychischen sowie physischen Grenzverletzun-

gen in der Tagesfamilienbetreuung sicher.

b) Die Vermittlungsperson verfügt über eine anerkannte Ausbildung als pädago-

gische Fachberatungs- und oder Vermittlungsperson von Tagesfamilien.

2.3 Mittagstische

a) Die Trägerschaft oder die Betreuungsperson stellt die Sicherheit, die Hygiene,

den Brandschutz sowie den Schutz vor psychischen und physischen Grenz-

verletzungen am Mittagtischangebot sicher.

b) Mittagstischangebote, welche mehr als acht Stunden pro Woche mindestens

acht Kinder über die Mittagspause betreuen, sind bei der Fachstelle für Kin-

derbetreuung meldepflichtig. Eine Betreuungsperson eines solchen Angebots

darf jedoch maximal zehn Kinder betreuen.

2.3.1 Aus- und Weiterbildung

Die Betreuungspersonen von Mittagstischangeboten müssen einen Notfallkurs für

Kinder absolvieren.

Anhang 2

Höhere Beiträge (§ 17 KiBeV)

1. Höhere Beiträge

Höhere Beiträge können aufgrund der nachfolgenden Kriterien gesprochen wer-

den. Mindestens eines dieser Kriterien muss erfüllt sein.

1.1 Diagnostizierte Behinderung

a) schwere Körperbehinderung oder schwere chronische Krankheiten;

b) Intelligenzminderung (IQ/EQ <70);

c) mehrfache Behinderung (mit körperlicher und geistiger Behinderung oder in

Kombination mit Sinnesbehinderung);

d) Sinnesbehinderung (ausgeprägte Hör- und/oder Sehbehinderung);

e) schwere Spracherwerbsstörung;

f) schwere Verhaltensstörungen (ASS oder schweres ADS/ADHS).

1.2 Ausgeprägte Entwicklungsverzögerungen

a) ausgeprägte motorische Schwierigkeiten;

b) schwere Sprachstörungen;

c) Wahrnehmungsauffälligkeiten (z. B. Kinder mit autistischen Verhaltenswei-

sen).

1.3 Ausgeprägte Verhaltensauffälligkeit

Kinder mit Auffälligkeiten

a) im Spielverhalten;

b) im sozialen Kontakt;

c) im emotionalen Bereich;

d) im Antrieb.

2. Zusatzkosten

Zusatzkosten für die Betreuung von Kindern in einer Betreuungseinrichtung ge-

mäss § 16 werden anhand des zusätzlich notwendigen Personalaufwandes ermit-

telt.

Eine Empfehlung zur Zuordnung einer Bedarfsstufe wird von der Fachstelle für

Kinderbetreuung gemacht. Grundlage für die Einteilung ist die Verfügung des

Amtes für Volksschulen und Sport oder der Bericht der IV-Stelle. Ergänzend kann

Rücksprache mit den involvierten Fachpersonen gehalten werden. Bei der Zutei-

lung kann zwischen den nachfolgenden Bedarfsstufen unterschieden werden.

2.1 Bedarfsstufe 1 (leichte Beeinträchtigung)

Es ist kein spezieller Betreuungsaufwand und es sind somit auch keine zusätzli-

chen Personalressourcen notwendig.

2.2 Bedarfsstufe 2 (mittlere Beeinträchtigung)

Es besteht ein mittlerer Betreuungsaufwand aufgrund einer mässig ausgeprägten

Behinderung, Entwicklungs- oder Verhaltensauffälligkeit. Zusätzliche Personal-

ressourcen sind im Rahmen eines halben Betreuungstages notwendig.

2.3 Bedarfsstufe 3 (ausgeprägte Beeinträchtigung)

Es besteht ein hoher Betreuungsaufwand aufgrund einer schweren oder mehrfa-

chen Behinderung oder ausgeprägten Entwicklungs- oder Verhaltensauffälligkeit.

Zusätzliche Personalressourcen sind im Rahmen eines ganzen Betreuungsplatzes

notwendig.

3. Berechnung der höheren Beiträge

Für die Berechnung der höheren Beiträge ist eine Mischrechnung zwischen der

zugeteilten Bedarfsstufe und dem zu erwartenden Aufwand zu machen.

Beim Aufwand ist zwischen zusätzlichen Personalkosten und einem Koordinati-

onsaufwand für notwendige Rundtisch- oder Austauschgespräche zu unterschei-

den.

Bedarfsstufe / Zusätzlicher Koordinations- Gesamthafte bedarfsbedingte Kosten

Beeinträchti- Personalauf- kosten (in Fr. pro Kind und Monat)

gung des Kin- wand (in Fr. pro

des (in Fr. pro Kind und Mo-

Kind und Tag) nat)

1 / leicht 0.-- 352.--

für alle Be- 352.-- + 66.—

2 / mittel 66.--

darfsstufen (x Anzahl Betreuungstage / Monat)

352.-- 352.-- + 132.—

3 / ausgeprägt 132.-- (x Anzahl Betreuungstage bzw. -mo-

dule / Monat)

1 GS 27-17.

2 SRSZ 370.300.

3 SRSZ 140.600.

4 SRSZ 143.113.

5 SR 330.

6 SR 642.11.

7 SRSZ 172.200.

8 Abl 2023 2184.

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