98. Kundmachung: Wiederverlautbarung der Österreichischen Strafprozeßordnung 1945.
Gesetzestext (1 Artikel)
Artikel I.
Auf Grund des § 1 des Wiederverlautbarungsgesetzes,
BGBl. Nr. 114/1947, wird die Österreichische
Strafprozeßordnung 1945, ASlg. Nr. 1,
in der Anlage neu Verlautbart.
Artikel II. .
(1) Bei der Wiederverlautbarung sind die Änderungen
und Ergänzungen berücksichtigt worden,
die sich aus den nachstehenden Rechtsvorschriften
ergeben
1. der Strafprozeßnovelle 1947, BGBl. Nr. 192;
2. der II. Strafgesetznovelle 1947, BGBl.
Nr. 243;
3. dem Gerichtlichen Einbringungsgesetz 1948,
BGBl. Nr. 109;
4. der. Strafprozeßnovelle vom Jahre 1949,
BGBl. Nr. 100;
5. dem Geschwornengerichtsgesetz, BGBl.
Nr. 240/1950;
6. dem Geschwornen- und Schöffenlistengesetz,
BGBl. Nr. 135/1946, in der Fassung des Art. IV
des Geschwornengerichtsgesetzes, BGBl. Nr. 240/
1950;
7. der II. Strafgesetznovelle 1952, BGBl.
Nr. 160;
8. der Strafprozeßnovelle 1952, BGBL Nr. 161;
9. dem Einführungsgesetz zur Exekutionsordnung,
BGBl. Nr. 6/1953;
10. dem Bundesgesetze vom 23. Jänner 1957,
BGBL Nr. 31, über Änderungen und Ergänzungen
des gerichtlichen Strafverfahrensrechtes
und des Geschwornen- und Schöffenlistengesetzes;
11. dem Gebührenanspruchsgesetz, BGBl.
Nr. 2/1958.
(2) Die Österreichische Strafprozeßordnung
1945 ist am 15. August 1945 in Kraft getreten.
(3) Die Änderungen und Ergänzungen der
Österreichischen Strafprozeßordnung 1945 durch
die im ersten Absatz bezeichneten Rechtsvorschriften
sind in Kraft getreten
1. am 6. September 1947 die durch die Strafprozeßnovelle
1947,
2. am 16. Dezember 1947 die durch die
II. Strafgesetznovelle 1947,
3. am 1. Jänner 1949 die durch das Gerichtliche
Einbringungsgesetz 1948,
4. am 7. Juni 1949 die durch die Strafprozeßnovelle
vom Jahre 1949,
5. am 1. Jänner 1951 die durch das Geschwornengerichtsgesetz,
6. am 1. Jänner 1951 die durch das Geschwornen-
und Schöffenlistengesetz in der Fassung des
Geschwornengerichtsgesetzes,
7. am 14. September 1952 die durch die
II. Strafgesetznovelle 1952,
8. am 31. August 1952 die durch die Strafprozeßnovelle
1952,
9. am 18. Jänner 1953 die durch das Einführungsgesetz
zur Exekutionsordnung,
10. am 4. Februar 1957 die durch das Bundesgesetz
vom 23. Jänner 1957, BGBl. Nr. 31,
11. am 1. März 1958 die durch das Gebührenanspruchsgesetz
bewirkten Änderungen und Ergänzungen.
Artikel III.
(1) Nachstehende Rechtsvorschriften sind in
die Österreichische Strafprozeßordnung 1945 eingebaut
worden
1. aus dem Gesetze vom 23. Mai 1873, RGBl.
Nr. 119, ASlg. 1945 Nr. 1, betreffend die Einführung
einer Strafprozeßordnung,
a) Art. VI in der Fassung des Art. I des Geschwornengerichtsgesetzes
als § 14 a Abs. 1,
b) Art. VIII in den § 9 Abs. 1 Z. 1 ;
2. aus dem Gesetze vom 31. Dezember 1877,
RGBl. Nr. 3/1878, womit die Bestimmungen der
Strafprozeßordnung über Nichtigkeitsbeschwerden
ergänzt und abgeändert werden,
a) § 1 in der Fassung des Art. III Abs. 1 des
Geschwornengerichtsgesetzes und des Art. IV
Abs. 2 Z. 8 des Bundesgesetzes BGBL
Nr. 31/1957 als § 285 a und in den § 344,
b) § 2 in der Fassung des Art. IV Abs. 1 des
Bundesgesetzes BGBl. Nr. 31/1957 als
§ 285 b,
c) § 3 als § 285 c,
d) § 4 in der Fassung des Art. III Abs. 1 des
Geschwornengerichtsgesetzes als § 285 d und
in den § 344,
e) § 5 als § 285 e,
f) § 6 in der Fassung des Art. III Abs. 1 des
Geschwornengerichtsgesetzes als § 285 f und
in den § 344,
g) § 7 als § 285 g,
h) § 8 Abs. 1 als § 281 a,
i) § 8 Abs. 2 als § 288 a,
j) § 8 Abs. 3 als § 285 h,
k) § 9 in der Fassung des Art. I Abs. 1 Z. 3
der II. Strafgesetznovelle 1947 und des
Art. II Abs. 1 Z. 2 der II. Strafgesetznovelle
1952 als § 285 i;
3. Art. VI der Strafprozeßnovelle vom Jahre
1918, StGBl Nr. 93, in der Fassung des § 52
Abs. 2 des Jugendgerichtsgesetzes, BGBl. Nr. 234/
1928, als § 265 c;
4. § 17 des Gerichtlichen Einbringungsgesetzes
1948, soweit er sich auf die Pauschalkosten bezieht,
als § 381 Abs. 3;
5. aus der Strafprozeßnovelle vom Jahre 1949
a) Art. II als § 491 a,
b) Art. V als § 491 b.
(2) Die eingebauten Rechtsvorschriften sind in
Kraft oder wieder in Kraft getreten
1. aus dem Gesetze betreffend die Einführung
einer Strafprozeßordnung, und zwar
a) Art. VI in der Fassung des Geschwornengerichtsgesetzes
am 1. Jänner 1951,
b) Art. VIII in der Fassung der Wiederverlautbarung
1945 am 15. August 1945;
2. aus dem Gesetze vom 31. Dezember 1877
a) die Vorschriften, die durch Rechtsvorschriften
aus der Zeit zwischen dem 13. März
1938 und 27. April 1945 unwirksam geworden
waren, in der Fassung vom
13. März 1938 am 24. Juni 1945,
b) § 1 in der Fassung des Geschwornengerichtsgesetzes
am 1. Jänner 1951, in der
Fassung des Bundesgesetzes BGBl. Nr. 31/
1957 am 4. Februar 1957,
c) § 2 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl.
Nr. 31/1957 am 4. Februar 1957,
d) §§ 4 und 6 in der Fassung des Geschwornengerichtsgesetzes
am 1. Jänner 1951,
e) § 9 in der Fassung der II. Strafgesetznovelle
1947 am 6. September 1947, in der Fassung
der II. Strafgesetznovelle 1952 am 14. September
1952;
3. Art. VI der Strafprozeßnovelle vom Jahre
1918 in der Fassung des Jugendgerichtsgesetzes am
1. Jänner 1929;
4. § 17 des Gerichtlichen Einbringungsgesetzes
1948 am 29. Juni 1948;
5. Art. II und V der Strafprozeßnovelle vom
Jahre 1949 am 7. Juni 1949.
Artikel IV.
In der Wiederverlautbarung ist die Aufhebung
der Todesstrafe im ordentlichen Verfahren vor
den Strafgerichten durch das Bundesgesetz vom
21. Juni 1950, BGBl. Nr. 130, im Wortlaute des
§ 175 Abs. 2, des § 180 Abs. 2, des § 192, des
§ 264 Abs. 1, des § 356 Z. 1, des § 403 und des
§ 442 Abs. 2 berücksichtigt. Soweit Bestimmungen
über die Todesstrafe weiterhin, und zwar
für das standgerichtliche Verfahren Bedeutung
haben (§§ 398, 403 Abs. 2 und 3 und § 404 der
Österreichischen Strafprozeßordnung 1945), sind
sie in die Wiederverlautbarung aufgenommen
worden; die hiernach aufgenommenen Absätze 2
und 3 des § 403 haben die Absatzbezeichnungen
(1) und (2) erhalten.
Artikel V.
Im Hinblick auf § 15 des Behörden-Überleitungsgesetzes,
StGBl. Nr. 94/1945, sind die Aufgaben,
die nach den §§ 407, 429 und 446 des
wiederverlautbarten Gesetzes dem Landeshauptmann
zukommen, bis zum Inkrafttreten des im
§ 1 des Bundesverfassungsgesetzes BGBl. Nr. 142/
1946 angekündigten Bundesverfassungsgesetzes
von den Sicherheitsdirektionen zu besorgen.
Artikel VI.
Das Österreichische Strafgesetz 1945, ASlg.
Nr. 2, wird im wiederverlautbarten Gesetz als
„Strafgesetz" zitiert.
Artikel VII.
Das wiederverlautbarte Gesetz ist als „Strafprozeßordnung
1960" zu zitieren.
Artikel VIII.
Als Tag der Herausgabe der Wiederverlautbarung
wird der Tag der Kundmachung im Bundesgesetzblatt
festgestellt.