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62. Gesetz: Wiederherstellung des österreichischen Tilgungsrechtes (Tilgungsgesetz).

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Gesetzestext (1 Artikel)

BGBlPdf 62. Gesetz: Wiederherstellung des österreichischen Tilgungsrechtes (Tilgungsgesetz).

Die Provisorische Staatsregierung hat beschlossen

§ 1. Aufhebung reichsrechtlicher

Vorschriften.

Mit dem Zeitpunkte des Inkrafttretens dieses

Gesetzes treten außer Kraft

1. die Verordnung über die Einführung des

Straftilgungsgesetzes und der Strafregisterverordnung

in den Reichsgauen der Ostmark vom

19. September 1941, Deutsches R. G. Bl. I S. 575;

2. die Durchführungsverordnung zur Verordnung

über die Einführung des Straftilgungsgesetzes

und der Strafregisterverordnung in den Reichsgauen

der Ostmark vom 19. September 1941,

Deutsches R. G. Bl. I S. 576;

3. das Gesetz über beschränkte Auskunft aus

dem Strafregister und die Tilgung von Strafvermerken

vom 9. April 1920, Deutsches R. G. Bl.

S. 507, in der derzeit geltenden Fassung;

4. die Strafregisterverordnung in der Fassung

vom 17. Februar 1934, Deutsches R. G. Bl. I

S. 140, nebst den zu ihrer Änderung, Ergänzung

oder Ausführung erlassenen Vorschriften.

§ 2. Wiederherstellung österreichischer

Vorschriften.

Mit dem Zeitpunkte des Inkrafttretens dieses

Gesetzes werden wieder in Kraft gesetzt

1. das Gesetz vom 21. März 1918, R. G. Bl.

Nr. 108, über die Tilgung der Verurteilung mit

den Änderungen und Ergänzungen, die sich aus

den nachstehenden Gesetzen ergeben

a) Artikel IV des Bundesgesetzes vom 15. Dezember

1920, B. G. Bl. Nr. 5 vom Jahre

1921, über die Erhöhung der Wertgrenzen

und Geldstrafen in den Strafgesetzen

(3. Strafgesetznovelle vom Jahre 1920);

b) Bundesgesetz vom 17. Februar 1922, B. G.

Bl. Nr. 110, betreffend die Abänderung

einiger Bestimmungen des Gesetzes vom

21. März 1918, R. G. Bl. Nr. 108, über die

Tilgung der Verurteilung;

c) § 11, Abs. (1), Nr. 4, und § 44 des Bundesgesetzes

vom 18. Juli 1928, B. G. Bl.

Nr. 234, über die Behandlung junger Rechtsbrecher

(Jugendgerichtsgesetz);

d) Bundesgesetz vom 23. Dezember 1931,

B. G. Bl. Nr. 12 vom Jahre 1932, zur Vereinfachung

der Strafrechtspflege (Strafprozeßnovelle

1931);

e) Art. VI des Bundesgesetzes, betreffend Maßnahmen

zur Verminderung des Aufwandes

für die Rechtspflege (Gerichtskostendeckungsgesetz),

B.G.B1. Nr. 507/1935;

2. die Verordnung des Bundeskanzleramtes und

des bundesministeriums für Justiz vom 23. Juni

1933, B. G. Bl. Nr. 258, betreffend das Strafregister

und andere Vormerke über strafgerichtliche

Verurteilungen (Strafregisterverordnung

1933);

3. die Vorschriften

a) der §§ 6 und 7 des Gesetzes vom 6. November

1919, St. G. Bl. Nr. 513, über die

Einstellung von Untersuchungen, die Nachsicht

von Strafen und die Tilgung von Verurteilungen

aus Anlaß der Beendigung des

Weltkrieges (Friedensamnestie);

b) des § 8 des Gesetzes vom 23. Juli 1920,

St. G. Bl. Nr. 373, über die bedingte Verurteilung;

c) des § 27, Abs. (1), und § 58 des Gesetzes

vom 15. Juli 1920, St. G. Bl. Nr. 321, betreffend

die Ausübung der Strafgerichtsbarkeit

über die Heeresangehörigen im Frieden

(2. Strafprozeßnovelle vom Jahre 1920);

d) des § 10, Abs. (1), des Bundesgesetzes vom

10. Juni 1932, B. G. Bl. Nr. 167, über die

Unterbringung von Rechtsbrechern in Arbeitshäusern.

§ 3. Mit der Vollziehung dieses Gesetzes sind

das Staatsamt für Justiz und das Staatsamt für

Inneres betraut.

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