Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
591_1986 AT

591. Verordnung: Änderung der Lehrpläne der allgemeinbildenden höheren Schulen; Bekanntmachung der Lehrpläne für den Religionsunterricht an diesen Schulen

1 Artikel / Bestimmungen · Österreich
Originalquelle öffnen Maschinenlesbares Markdown (.md)

Gesetzestext (1 Artikel)

BGBlPdf 591. Verordnung: Änderung der Lehrpläne der allgemeinbildenden höheren Schulen; Bekanntmachung der Lehrpläne für den Religionsunterricht an diesen Schulen

Artikel I

Auf Grund des Schulorganisationsgesetzes,

BGBl. Nr. 242/1962, zuletzt geändert durch BGBl.

Nr. 271/1985, insbesondere dessen §§ 6 und 39,

des § 29 des Minderheiten-Schulgesetzes für Kärnten,

BGBl. Nr. 101/1959, sowie hinsichtlich der

Einstufungen in die Lehrverpflichtungsgruppen im

Einvernehmen mit dem Bundeskanzler und dem

Bundesminister für Finanzen auf Grund des § 7

Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Ausmaß der

Lehrverpflichtung der Bundeslehrer, BGBl.

Nr. 244/1965, zuletzt geändert durch das Bundesgesetz

BGBl. Nr. 389/1986, wird verordnet

Die Verordnung des Bundesministers für Unterricht

und Kunst, BGBl. Nr. 88/1985, über die Lehrpläne

der allgemeinbildenden höheren Schulen

wird wie folgt geändert

1. § 2 lautet

„§ 2. Die im § 1 genannten Lehrpläne enthalten

die Allgemeinen Bestimmungen, das Allgemeine

Bildungsziel und die Allgemeinen didaktischen

Grundsätze für die gesamte Unter- und Oberstufe,

die Stundentafeln sowie die Bildungs- und Lehraufgabe,

den Lehrstoff und die Didaktischen Grundsätze

der einzelnen Unterrichtsgegenstände für die

gesamte Unterstufe; sofern Freigegenstände und

unverbindliche Übungen sich im Lehrstoff nicht auf

bestimmte Klassen beziehen, gelten die Lehrplanbestimmungen

für diese Unterrichtsgegenstände entsprechend

der Stundentafel für den Bereich der

Unter- und Oberstufe."

2. In Anlage A (Lehrplan der allgemeinbildenden

höheren Schulen), vierter Teil (Stundentafeln), lautet

der die unverbindlichen Übungen betreffende

Teil der Stundentafeln der Unterstufe des Gymnasiums,

der Unterstufe des Realgymnasiums und der

Unterstufe des Wirtschaftskundlichen Realgymnasiums

für Mädchen

3. In Anlage A, sechster Teil (Lehrpläne der einzelnen

Unterrichtsgegenstände), wird beim Pflichtgegenstand

„Deutsch" dem Unterabschnitt „Lehrstoff"

angefügt

„3. Klasse (4 Wochenstunden)

Sprechen

a) Erweiterung der sprachlichen Fähigkeiten

durch Sprachhandeln in modellhaft ausgewählten

und in realen Situationen

Durch Sprechen gemeinsames Lernen und Handeln

ermöglichen

Überblick über Problembereiche von allgemeiner

Bedeutung gewinnen und in Gesprächen behandeln

(zB Wohnen, Spiel und Sport, Berufs- und Arbeitswelt,

Güterverteilung in der Welt, Krieg und Frieden);

Wünsche und Bedürfnisse thematisieren,

Konflikte erkennen und Lösungswege suchen.

Handlungs- bzw. Lernziele (zB für Projektarbeit)

suchen und auswählen; Zusammenarbeit planen

und steuern (zB Vereinbarungen treffen und

sie geänderten Bedingungen anpassen, auf fördernde

bzw. hemmende Umstände und Verhaltensweisen

reagieren).

Informieren, erzählen und unterhalten

Informationen beschaffen (zB durch Befragen

sachkundiger Personen, durch gezieltes Beobachten,

aus Büchern und Zeitschriften) (siehe Schreiben).

Informationen aufbereiten und weitergeben

(Informationsmaterial gliedern, Schwerpunkte setzen,

Anschauungsmaterial einsetzen).

Schüler, die sich auf ein bestimmtes Thema vorbereitet

haben, interviewen (dazu Fragen ausarbeiten).

Über Ergebnisse von Gruppenarbeiten berichten.

Von Erlebnissen, Erfahrungen und Problemen

erzählen; Geschichten erfinden; Unterschiede beim

Erzählen beachten; die Sprechweise spielerisch verändern

(zB Sprechtempo, Lautstärke, Gestik).

Appellieren

Verschiedene appellative Sprachhandlungen

erproben und ihre Wirkung besprechen (zB zum

Handeln auffordern, für etwas werben); sich/

jemanden/etwas entschuldigen bzw. rechtfertigen,

Rechtfertigung verlangen (verschiedene Formen

erproben, vergleichen und beurteilen).

b) Gesprächs-, Sozial- und Sprachverhalten

Gesprächs- und Redeverhalten weiterentwickeln

und auf Grund von Beobachtungen (zB auch durch

eine Außengruppe) beurteilen; nonverbales Verhalten

besprechen; aktives Zuhören üben; den

Gebrauch der Standardsprache festigen.

Verständlichkeit verbessern durch

Übungen zur deutlichen Artikulation

Variieren des Sprechtempos und der Stimmführung

Erweiterung des Stimmvolumens und der Resonanz

in Verbindung mit Atemübungen.

c) Rede- und Gesprächsformen

Berichterstattung; Interview; Kurzreferat; Diskussion;

Rollenspiel.

Schreiben

a) Verfassen von Texten

Erzählen/Spielen mit Sprache

Schreiben über sich

Von Erlebnissen, Erfahrungen und Problemen

erzählen; besondere Möglichkeiten des Aufbaus

verwenden (zB direkter Einstieg ins Thema).

Erzählen nach Vorgaben

ZB Erzählkerne ausbauen.

Ein Thema in verschiedenen Erzählmustern darstellen.

Bilder/Fotos als Themen benützen.

Die Erzählperspektiven wechseln.

Geschichten erfinden

Geschichten zB phantastischer oder utopischer

Natur schreiben.

Mit Sprache spielen/Freies Schreiben

ZB Parodieren.

Sketches entwerfen.

Reime verfassen.

Mit Sprache experimentieren (Textcollagen,

-montagen und ähnliches).

Schreiben nach Impulsen (Musik, Bilder usw.).

Informieren/Erklären/Argumentieren

Informationen speichern und Inhalte wiedergeben

(siehe Sprechen)

ZB einem Text Informationen nach bestimmten

Gesichtspunkten entnehmen; Sachtexte kürzen.

Anhand von Notizen Verlaufs- und Ergebnisprotokolle

anlegen (ua. im projektorientierten Unterricht).

Den Inhalt dichterischer Texte zusammenfassen

und den persönlichen Eindruck darlegen.

Praktische Mitteilungen aus dem Schüleralltag

adressatengerecht formulieren (ua. Krankmeldung,

Verleihordnung in der Schülerbücherei).

Sachverhalte für sich und andere verständlich

erklären

ZB über Ereignisse berichten.

Spielregeln, Gebrauchsanweisungen, Verlustanzeigen

formulieren, auch mit graphischen Hilfen.

Einfache Begriffe erläutern.

Leitfragen zu Texten schriftlich beantworten

(siehe Lesen und Textbetrachtung).

Begründen und Bewerten

ZB Begründungen formulieren und zu widersprüchlichen

Meinungen Stellung nehmen.

Verantwortlich Stellung beziehen.

Appellieren

Zu Handlungen auffordern

ZB Flugblätter, Aufrufe, Plakate entwerfen;

Ansuchen, Vorschläge schreiben (ua. für ein persönliches

Anliegen).

Anfragen, Anträge, Beschwerden formulieren.

Partnerschaftliche Beziehungen herstellen und fördern

ZB Einladungen schreiben (in Brief- und Plakatform

und ähnliches).

Sich bedanken, entschuldigen.

Eine Bitte, einen Wunsch äußern.

Ermuntern, trösten, Hilfe anbieten und ähnliches.

b) Übungen zur Textgestaltung

Einüben des schriftlichen Sprachgebrauchs im

Sinne von Wortbedeutung, Satzbau, Gliederung

und Verständlichkeit

ZB die Bedeutung von Fachwörtern sichern und

im Textzusammenhang gezielt verwenden.

Wortfolge im Satz, Satzfolge und Verschachtelung

erproben.

Adressatengerechter Einsatz formelhafter Wendungen,

besonders in appellativen Texten (Anrede-

und Grußformeln und ähnliches).

Verschiedene Textanfänge erproben und vergleichen.

Den Text durch Absätze übersichtlicher gliedern.

Sätze und Absätze sinnvoll verknüpfen.

c) Rechtschreiben

Festigung des Rechtschreibbewußtseins

Nach der Schreibweise eines Wortes gezielt fragen.

Die Schreibweise eines Wortes kontrollieren (zB

durch Nachschlagen).

Einsichten in Regelhaftigkeiten der Rechtschreibung

vertiefen.

Orthographische Sicherung des Wortschatzes

Verschiedene Lernhilfen kombiniert verwenden

(optische, akustische, schreib- und sprechmotorische).

Großschreibung

Nominal gebrauchte Wörter, Fürwörter der höflichen

Anrede.

Schärfung/Dehnung

s-Schreibung, das — daß.

Unterschiedliche Schreibung langgesprochener

Vokale.

Harte und weiche Verschlußlaute: b — p, d — t,

g — k im Auslaut.

Gleich oder ähnlich klingende Laute

e — ä, ei — ai, eu — äu, x — chs — ks — cks —

gs.

Schreibung häufiger Fremdwörter

Abteilen von Wörtern

Zeichensetzung (siehe Sprachbetrachtung und

Sprachübung)

Der Beistrich zwischen Teilsätzen (Hauptsatz —

Hauptsatz, Hauptsatz — Gliedsatz).

In verschiedenen Wörterbüchern nachschlagen.

Individuelle Rechtschreibschwächen beheben

Selbständige Fehlerkontrolle (zB Rechtschreibkartei,

Partner- und Zweistufendiktat).

Lesen und Textbetrachtung

a) Lesetechniken

Anwenden der erworbenen Lesetechniken zur

raschen Sinnerfassung und Sinnvermittlung

Stilles sinnerfassendes Lesen

Zusammenhänge in Texten erfassen (Inhalt, Aufbau,

Form).

Sinnvermittelndes Vorlesen

Vorlesen dichterischer- und nichtdichterischer

Texte.

Vortragen dichterischer Texte.

Vorbereitetes Vortragen auch von auswendiggelernten

Texten, zB von Szenen und Gedichten.

b) Texte und Textverständnis

Dichterische Texte erleben, erschließen und gelegentlich

vortragen, besonders Texte österreichischer

Autoren; (eventuell auch Mundarttexte).

Epische Texte, zB Erzählungen (auch Ausschnitte

aus umfangreichen Werken), Kurzgeschichten,

Kalendergeschichten, Kriminal- und Detektivgeschichten.

Lyrische Texte, zB Stimmungsgedichte, engagierte,

experimentelle Lyrik, Erzählgedichte, Balladen,

Lieder und Songs, auf Inhalt und Wirkung untersuchen

(fächerübergreifender Unterricht).

Dramatische Texte, zB kurze Bühnenstücke (auch

auszugsweise), Einzelszenen, Sketches (auch spielen).

Jugendliteratur

Bücher vorstellen (mit Leseproben) und zur eigenen

Lektüre anregen.

Themen mit Hilfe von Leitfragen erarbeiten.

Über Jugendbücher sprechen.

Texte erlebnishafter und sachbezogener Art lesen,

gelegentlich vergleichen sowie ihre Absicht und

Wirkung untersuchen. (Mögliche Themen: Arbeitswelt

und Beruf, Sport, Umwelt, Natur, Technik,

Friede, Gewalt.)

Sachtexte und Sachbücher

Selbständig Informationen entnehmen (zB aus

Lehrbüchern, Sachbüchern und Nachschlagewerken),

auch fächerübergreifend Zusammenhänge

herstellen, zB bei der Ausarbeitung von Projekten

(siehe Sprechen, Schreiben).

c) Medienerziehung

Fernsehen und Hörfunk

Aus dem Programmangebot kritisch auswählen

lernen. Fernseh- und Hörfunksendungen (insbesondere

Jugendprogramm) besprechen. Gestaltungsmittel

von Fernsehen und Hörfunk erkennen

lernen.

Film

Gemeinsam gesehene Filme besprechen.

Zugang zu Büchern

Büchereien benützen, Entscheidungshilfen zum

Erwerb von Büchern gewinnen (zB durch Klappentexte,

Verlagsverzeichnisse, Buchbesprechungen).

Aufmachung eines Buches besprechen.

Jugendzeitschriften

Arten, Inhalte und Ziele besprechen.

Aufmachung und Bildmaterial untersuchen.

Tageszeitungen

Sich in Tageszeitungen zurechtfinden lernen und

einzelne Bereiche unterscheiden (zB Politik, Wirtschaft,

Kultur, Lokales, Werbung, Sport).

d) Literaturkunde

Texte besser verstehen lernen, zB durch Einbettung

in den historischen, politischen, sozialen, kulturellen

und biographischen Zusammenhang, gelegentlich

auch durch Einbeziehung formaler Merkmale

des Werkes.

Merkmale gebundener Sprache (Vers, Reim,

Strophe, Rhythmus, Klanggestalt) und ihre Wirkung

in Texten untersuchen.

Sprachbetrachtung und Sprachübung

a) Sprache im Verwendungszusammenhang

(siehe Sprechen/Schreiben)

Situationsgemäßes sprachliches Verhalten

Nähe und Distanz der Partner (zB familiäres,

freundschaftliches, sachliches, offenes, feindseliges...

Gesprächsklima); Auswirkungen des Verhältnisses

der Kommunikationspartner auf die Wahl

der sprachlichen Mittel (Wortwahl, Satzbau, Aussprache)

beobachten und beschreiben.

Formelhafte Sprache in standardisierten Situationen,

zB beim Telefonieren, Gratulieren, in Wetterberichten,

Kochrezepten, Unfallberichten. Formelhaftigkeit

der verwendeten Sprache erkennen und

ihre Leistung besprechen (ua. Ökonomie; Hilfe bei

der sprachlichen Bewältigung der Situation).

b) Bedeutung sprachlicher Zeichen

Erweiterung des Wortschatzes

Bedeutungsumfang von Wörtern abgrenzen,

Überschneidungen aufzeigen. Wörter mit ähnlicher

und gegensätzlicher Bedeutung ordnen. Bedeutung

von Fremdwörtern klären.

Abstufung von Äußerungen

Aufzeigen, wie zB Gewißheit, Ungewißheit,

Möglichkeit, Wahrscheinlichkeit und Zweifel ausgedrückt

werden.

Wortbildung

Wörter durch Wechsel der Wortart bilden. Möglichkeiten

der Wortbildung mit Hilfe des Ablautes

erkennen.

c) Text-, Satz- und Wortgrammatik

Textgrammatik

Einige sprachliche Mittel erkennen, die in einem

Text den Zusammenhang herstellen (insbesondere

Zeitform, Modus, Verweiswörter).

Erkennen, wie in einem Text die Stellungnahme

des Sprechers/Schreibers deutlich werden kann (zB

mit dem Konjunktiv in der indirekten Rede oder

mit situativ gebrauchten Wörtern).

Feststellen, in welchem Zusammenhang das Passiv

die übliche Darstellungsform ist.

Satzgrammatik

Teilsätze eines Ganzsatzes abgrenzen.

Merkmale von Hauptsatz und eingeleitetem

Gliedsatz erkennen.

Funktion abhängiger Sätze für die Aussage des

Ganzsatzes, besonders im Hinblick auf die Herstellung

und Deutung von Texten, feststellen.

Gliedsätze und Attributsätze durch ihnen entsprechende

Satzglieder bzw. Attribute ersetzen und

dadurch bewirkte inhaltliche und stilistische Veränderungen

erkennen.

Wortgrammatik

Konjunktiv und Passiv erkennen.

Funktion von Konjunktionen und Relativpronomen

als Einleitewörter von abhängigen Sätzen

erkennen (siehe Schreiben).

Interrogativpronomen erkennen; seine Funktion

im Fragesatz und in der Ersatzprobe feststellen.

Demonstrativpronomen erkennen, seine Funktion

als Begleiter, Ersatz- und Verweisform unterscheiden.

Adverbien nach inhaltlichen Gesichtspunkten

unterscheiden (zB Raum, Zeit, Art, Grad).

d) Sprachübung (siehe Sprechen und Schreiben)

Ausdrucksmöglichkeiten erweitern durch

Umformen zB von Satzgliedern in Gliedsätze oder

Nennform- und Mittelwortgruppen oder von

Gliedsätzen in Nennformgruppen.

Sprachliche Mittel zum Ausdruck von Gewißheit,

Zweifel, Wahrscheinlichkeit und ähnlichem

erwerben und erweitern (etwa entsprechende Verben,

situativ gebrauchte Adverbien und Adjektive,

Konjunktiv).

Gebräuchliche Formen des Konjunktivs in der

Standardsprache üben.

Die standardsprachlich richtige Fügung von

mehrteiligen Satzgliedern üben (zB Deklination

von Attributen, Fall der Apposition).

Schriftliche Arbeiten

Schul- und Hausübungen.

Sechs Schularbeiten, je drei im Semester.

4. Klasse (4 Wochenstunden)

Sprechen

a) Erweiterung der sprachlichen Fähigkeiten

durch Sprachhandeln in modellhaft ausgewählten

und in realen Situationen

Durch Sprechen gemeinsames Lernen und Handeln

ermöglichen

Überblick über Problembereiche von allgemeiner

Bedeutung gewinnen.

Problembewußtsein entwickeln durch Darstellen,

Vergleichen und Beurteilen von Sachverhalten

anhand von Themen, wie zB Bildungs- und Berufslaufbahn,

Arbeitswelt, Interessengruppierung, Vorurteile,

Medien, Werbung, Mode, Ernährung und

Gesundheit, Beziehung zwischen den Geschlechtern,

Partnerschaft.

Interessen aussprechen und Klarheit über verschiedene

Interessenslagen erlangen; Interessen

vergleichen, gewichten, bewerten und vertreten.

Interessensausgleich anstreben: Konflikte zwischen

verschiedenen Gesprächspartnern (zB

Erwachsene — Jugendliche, Vorgesetzte — Untergebene,

Produzenten — Konsumenten) thematisieren

und Lösungen suchen.

Informieren, erzählen und unterhalten

ZB Sachverhalte darstellen, über die die Schüler

im Unterricht und außerhalb des Unterrichtes

Erfahrungen gesammelt und Kenntnisse gewonnen

haben (fächerübergreifende Thematik); von Erlebnissen,

Erfahrungen und Problemen erzählen, die

sich in Lern- und Arbeitssituationen ergeben (ua.

auch im Hinblick auf die Schul- und Berufslaufbahn).

Interviews vorbereiten, durchführen und auswerten.

Eindrücke und Erfahrungen in Sprache umsetzen

(Reportage; auch in spielerischer Form).

Argumentieren

Gründe für eigene und fremde Meinungen

anführen; erläuternde Beispiele geben; Widersprüche

aufzeigen; Gegenargumente erwägen und zu

entkräften versuchen.

Appellieren

ZB Wünsche und Interessen einer Gruppe als

deren Sprecher vertreten (auch im Rahmen von

Unterrichtsprojekten).

Informationen, Argumente und Beispiele beim

Appellieren einsetzen.

Die Interessen, Erfahrungen und Erwartungen

der Gesprächspartner bzw. Zuhörer abschätzen

und bei der Gestaltung der Appelle berücksichtigen.

b) Gesprächs-, Sozial- und Sprachverhalten

In verschiedenen Gesprächsformen eigene Meinungen

und Handlungen sowie die anderer

begründen.

Auseinandersetzungen sachlich führen.

Gegensätzliche Positionen erkennen und anerkennen.

Manipulationen für sich und andere durchschaubar

machen.

Standardsprache zweckmäßig einsetzen lernen

und ihren Gebrauch festigen.

c) Rede- und Gesprächsformen

Diskussion und Debatte (auch Leitung eines

Gesprächs); Referat; kurze Reden zu aktuellen

Anlässen; Rollenspiel; Interview und Reportage.

Schreiben

a) Verfassen von Texten

Erzählen/Spielen mit Sprache

Schreiben über sich

Von Erlebnissen und Erfahrungen erzählen;

besondere Berücksichtigung der Darstellungsweise

(Gliederung, sprachliche Formulierung).

Erzählen nach Vorgaben

Kurze Prosatexte umformen.

Geschichten erfinden

Literarische Kleinformen schreiben (zB Fabeln,

Märchen, Schlager, Gedichte, Rätsel).

Mit Sprache spielen/Freies Schreiben

ZB mit Sprache experimentieren.

Parodieren.

Assoziatives Schreiben nach optischen und musikalischen

Impulsen.

Informieren/Erklären/Argumentieren.

Informationen speichern und Inhalte wiedergeben

ZB Stichwortzettel anlegen.

Sachtexte exzerpieren und kürzen.

Fragenkatalog für Meinungsumfragen und Interviews

ausarbeiten.

Verlaufs- und Ergebnisprotokolle anlegen (ua.

im projektorientierten Unterricht).

Lebenslauf abfassen.

Den Inhalt dichterischer Texte zusammenfassen

und den persönlichen Eindruck darlegen (siehe

Lesen und Textbetrachtung).

Sachverhalte für sich und andere verständlich

erklären (siehe Sprechen)

ZB Graphische Darstellungen, Skizzen erläutern,

einfache Begriffe sowie ursächliche Zusammenhänge

und Sachverhalte erklären (ua. im projektorientierten

Unterricht).

Begründen und Bewerten (siehe Sprechen)

ZB Probleme aus dem Erfahrungsbereich der

Schüler darstellen.

Zu unterschiedlichen Meinungen Stellung beziehen.

Begründungen für die eigene Meinung formulieren.

Kurztexte mit argumentierender Stellungnahme

schreiben.

Appellieren

Zu Handlungen auffordern

Mit Argumenten auffordern und werben (zB für

persönliche, schulische und außerschulische Anliegen)

(siehe Sprechen).

Leserbriefe zu aktuellen Anlässen verfassen.

Appellative Textsorten aus dem praktischen Schriftverkehr

verfassen

ZB Inserate, Bestellungen, Stellengesuche

(Bewerbungen), Anträge, Ansuchen, Beschwerden,

Reklamationen schreiben; Formulare ausfüllen.

b) Übungen zur Textgestaltung

Fachausdrücke klären und gezielt verwenden

Verbal- bzw. Nominalstil probieren (zB durch

Umformen) und funktionsgerecht verwenden

Die äußere Form und optische Gestaltung von Texten

des praktischen Schriftverkehrs berücksichtigen

Informierende, erklärende und argumentierende

Texte verständlich gestalten durch

Einfachheit: überschaubare Sätze, bekannte

Wörter, anschauliche Beispiele;

Übersichtlichkeit: geordnete Gedankenfolge,

Hervorheben von Wichtigem;

Kürze: Beschränkung auf das Wesentliche.

c) Rechtschreiben

Sicherung des Rechtschreibbewußtseins

Regeln und Rechtschreibhilfen gezielt anwenden.

Schreibweise eines Wortes kommentieren (im

Sinne des phonematischen, morphematisch-etymologischen

und syntaktischen Prinzips — siehe

Österreichisches Wörterbuch).

Orthographische Sicherung des Wortschatzes

Verschiedene Lernhilfen kombiniert verwenden.

Groß- und Kleinschreibung

Besonderheiten von Nominalisierungen (zB

Eigennamen, verblaßte Nomen, Redewendungen).

Schärfung/Dehnung

Wiederholen und Kommentieren der typischen

Fälle.

Schreibung häufiger Fremdwörter

Abteilen von Wörtern

Sprech- und Sprachsilben unterscheiden.

Getrennt- und Zusammenschreibung

Zusammenfassen der häufigsten Fälle der Zeichensetzung

Im Wörterbuch nachschlagen

Individuelle Rechtschreibschwächen beheben

Selbständige Fehlerkontrolle.

Lesen und Textbetrachtung

a) Lesetechniken

Die erworbenen Lesetechniken zur raschen Sinnentnahme

und zur Sinnvermittlung weiterentwickeln.

b) Texte und Textverständnis

Dichterische Texte (besonders österreichischer

Autoren) erleben, erschließen und gelegentlich vortragen

Epische Texte, zB Kurzgeschichten, Anekdoten;

Erzählungen, Novellen, Romane (auch Ausschnitte);

Inhalt und Form besprechen

Lyrische Texte, unterschiedliche Arten von Gedichten,

zB auch Texte von Liedern und Songs auf

Inhalt und Wirkung untersuchen, Themen, Motive

und kennzeichnende Merkmale besprechen

Dramatische Texte, zB Hörspiele, Szenen und

Bühnenstücke lesen, spielen oder durch Theater

und Medien kennenlernen (siehe Schreiben).

Jugendliteratur

Bücher vorstellen (mit Leseproben), besprechen

und dabei Urteilsvermögen entwickeln.

Berichtende und beschreibende Texte auf ihre

Absicht und Wirkung untersuchen, zB Texte über

künstlerische und wissenschaftliche Leistungen,

wirtschaftliche und politische Fragen, Beruf und

Arbeitswelt, Freizeit, Umweltschutz (mit besonderer

Berücksichtigung Österreichs).

Sachbücher

Informationen sammeln, vergleichen und auswerten

(auch in Projekten) — (siehe Schreiben,

Sprechen).

c) Medienerziehung

Fernsehen/Hörfunk/Film

Sendungen besprechen und den Bereichen der

Unterhaltung, Information und Bildung zuordnen.

Medienkonsum besprechen.

Merkmale und Wirkungen von Sendungen

untersuchen.

Sendungen gegebenenfalls imitieren.

Einige Mittel der Filmgestaltung besprechen (zB

Einstellung, Kameraführung, Schnitt, Trickaufnahme)

und nach Möglichkeit in Eigenproduktionen

erproben.

Zugang zu Büchern

Büchereien benützen.

Buch als Ware besprechen.

Tageszeitungen

Einige tatsachen- und meinungsorientierte journalistische

Stilformen unterscheiden.

Berichte über ein Ereignis in verschiedenen

Tageszeitungen vergleichen und dazu Stellung nehmen.

Gegebenenfalls eine Schülerzeitung, Wandzeitung

oder eine Seite für eine Tageszeitung herstellen

(siehe Schreiben).

d) Literaturkunde

Merkmale epischer, lyrischer und dramatischer

Formen in Texten erkennen

ZB: Ich- und Er-Form in epischen Texten; Strophe

im Gedicht; die Entwicklung der Handlung in

Dramen durch Rede und Gegenrede (Dialog).

Ästhetische Merkmale in Texten erkennen

ZB: Aufbau, Sprachform, sprachliche Bilder;

besondere Wirkungsmöglichkeiten gebundener

Sprache.

Textverständnis vertiefen durch Einbeziehung

der historischen, politischen, sozialen, kulturellen

und biographischen Entstehungsbedingungen.

Sprachbetrachtung und Sprachübung

a) Sprache im Verwendungszusammenhang

Rolle und Sprachgebrauch

Auswirkungen der Kommunikationssituation (zB

symmetrisches und asymmetrisches Verhältnis;

gesprochene und geschriebene Sprache) auf den

Einsatz der sprachlichen Mittel beobachten.

Emotionalität und Sachlichkeit im sprachlichen

Ausdruck (siehe Sprechen)

Inhalts- und Beziehungsaspekt in Gesprächssituationen

unterscheiden lernen.

Verschiedene Sprachformen (siehe Lesen und Textbetrachtung)

Das Auftreten und die Bedeutung verschiedener

Sprachformen (zB Standardsprache, Umgangssprache,

Mundart) besprechen; an ausgewählten Beispielen

Merkmale erkennen.

Sprachliche Besonderheiten, die für bestimmte

Gruppen (zB soziale Gruppen, Alters- und Berufsgruppen,

ethnische Gruppen) kennzeichnend sind,

besprechen.

Verschiedene Ausdrucksweisen (wie etwa gehobene,

saloppe, derbe) unterscheiden und ihre Intentionen

und Wirkungen besprechen. Verschiedene

Stilebenen in der Literatur vergleichen.

b) Bedeutung sprachlicher Zeichen

Erweiterung des Wortschatzes

Wortfelder aufbauen; Bedeutungen mit Hilfe

von Merkmalen unterscheiden; Bedeutung von

Wörtern in verschiedenen Zusammenhängen feststellen.

Ober- und Unterbegriffe erarbeiten.

Bedeutung von Fremdwörtern klären.

Bedeutungsunterschiede

Bedeutung ähnlicher Wörter gegeneinander

abgrenzen; regionale und gruppenspezifische

Besonderheiten im Wortschatz feststellen.

Abstufung von Äußerungen (siehe Sprechen)

Unterschiedliche Wiedergabe von Äußerungen

anderer besprechen (zB indirekte Rede).

Feststellen, ob eine persönliche Deutung in der

Wiedergabe zum Ausdruck gebracht wird.

Übertragene Bedeutung (siehe Lesen und Textbetrachtung)

Sprachliches Bild, Vergleich, Metapher in Texten

feststellen; Wirkung bildhafter Ausdrucksweise

besprechen.

Wortbildung (siehe Schreiben)

Neue und ungewöhnliche Wortzusammensetzungen,

besonders in der Werbung und in den Zeitungen,

feststellen, ihre Bedeutung klären; ähnliche

Möglichkeiten auf spielerische Art erproben.

c) Text-, Satz- und Wortgrammatik

Textgrammatik

Den thematischen Zusammenhang eines Textes

durch die Mittel der Wiederholung und des Ersatzes

feststellen.

Die Modifizierung der Aussage mit Hilfe von

Modalverben, modifizierenden Verben, konjunktivischen,

futurischen Formen und situativ gebrauchten

Adverbien erproben.

Satzgrammatik

Die Verknüpfung von Sätzen und Satzteilen

besprechen: die logischen, räumlichen, zeitlichen

ua. Beziehungen feststellen; Konjunktionen,

Adverbien, Relativpronomen ua. Mittel zur Satzverknüpfung

erkennen.

Möglichkeiten des Ausbaus von Satzgliedern mit

verschiedenen Mitteln (zB nominale und satzwertige

Erweiterungen) erkennen und erproben (siehe

Schreiben).

Wortgrammatik

Die Fügung von mehreren Wörtern zu Gruppen

mit fester Bedeutung unter grammatischen, orthographischen

und semantischen Gesichtspunkten

besprechen (zB auf den Grund gehen — aufgrund

von; an der Hand — anhand von ...).

Adverbien, Konjunktionen und Modalverben

erkennen.

d) Sprachübung

Die standardsprachlich richtige Verwendung von

Konjunktionen und Präpositionen üben.

Den richtigen Fall von Relativpronomen in Satzverknüpfungen

bilden.

Standardsprachliche Formen der Attribuierung

(besonders Genitivattribut, Apposition) üben.

Schriftliche Arbeiten

Schul- und Hausübungen.

Sechs Schularbeiten, je drei im Semester."

4. In Anlage A, sechster. Teil, wird beim Pflichtgegenstand

„Englisch" dem Unterabschnitt „Lehrstoff"

angefügt

„3. Klasse (3 Wochenstunden)

Der Erwerb der Kommunikationsfähigkeit erfordert

die situationsgerechte Integration der im fol-

genden ausgeführten Lernbereiche (siehe Didaktische

Grundsätze).

Hörverstehen

Die Schulung des Hörverstehens wird in der

dritten Klasse systematisch weitergeführt. Die

Schüler sollen in zunehmendem Maße verschiedenartige

Textsorten aus ihrem Interessensbereich

sowie in verstärktem Ausmaß „native speakers"

verstehen können. Die Texte sollen authentisch

sein oder authentischen Vorbildern nahekommen.

Die Schüler sollen

— das Klassengespräch verstehen;

— auch komplexere Lehreräußerungen verstehen;

— touristische Informationen verstehen (zB Bahnhof,

Flugplatz, Kaufhaus, Telefon . . .);

— längere Texte im wesentlichen bzw. im Detail

verstehen; diese sollen auf bekannte Themen

und Situationen bezogen sein und den rezeptiven

Wortschatz der Schüler kaum übersteigen;

— längere fiktionale Texte im wesentlichen verstehen.

Textsorten: siehe Didaktische Grundsätze.

Sprechen

Die Schüler sollen in zunehmendem Maße

imstande sein, die in den ersten beiden Lernjahren

erworbenen Redemittel selbständig anzuwenden;

die vorhandenen Kenntnisse sind zu festigen und

systematisch zu erweitern. Die Sprechanlässe sollen

auf Erfahrungen und Interessen der Schüler abgestimmt

sein bzw. die Schüler auf mögliche Situationen

und Rollen vorbereiten, in denen sie sich der

Fremdsprache bedienen müssen.

Die Schüler sollen

— sich am Gespräch mit dem Lehrer und den Mitschülern

beteiligen und sich zu den behandelten

Themen äußern;

— Kontakte aufnehmen und fortführen;

— über Erlebtes, Beobachtetes, Gehörtes und

Gelesenes zusammenhängend sprechen;

— für sie Wichtiges (Menschen, Tiere, Gegenstände

und Situationen) beschreiben;

— Wünsche, Meinungen, Absichten und Bedürfnisse

erfragen und äußern;

— Informationen erfragen und geben;

— emotionelle Haltungen (Freude, Furcht, Vorliebe

und Abneigung usw.) erfragen und ausdrücken;

— Spielszenen kreativ gestalten.

Leseverstehen

Die Schulung des Leseverstehens wird in der

dritten Klasse systematisch mit dem Ziel weitergeführt,

die Schüler in zunehmendem Maße zu befähigen,

verschiedenartige Textsorten aus ihrem

Interessensbereich zu verstehen sowie ihre Freude

am Lesen zu fördern.

Die Schüler sollen

— persönliche Mitteilungen (Briefe, Notizen, Einladungen,

auch in englischer/amerikanischer

Handschrift) verstehen;

— kurze einfache Sachtexte aus Bereichen des täglichen

Lebens und der Landeskunde, auch mit

Hilfe des Wörterbuchs, verstehen;

— fiktionale Texte, die den rezeptiven Wortschatz

nicht maßgeblich übersteigen, selbständig lesen

und im wesentlichen verstehen;

— Lieder und einfache Gedichte verstehen.

Textsorten: siehe Didaktische Grundsätze.

Schreiben

Der in den ersten beiden Jahren erworbene

Sprachschatz soll zunehmend selbständig angewendet

werden; die Vorkenntnisse sind systematisch zu

festigen und zu erweitern. Die schriftlichen Äußerungen

sollen den Erfahrungen und Interessen der

Schüler entsprechen, wobei die kommunikative

Funktion deutlich erkennbar sein soll.

Die Schüler sollen

— selbständig Mitteilungen und Briefe persönlichen

Inhalts abfassen;

— Personen, Situationen, Gegenstände usw.

beschreiben;

— einfache Texte verfassen, die in unmittelbarem

Zusammenhang mit Erlebtem, Gehörtem, Beobachtetem

und Gelesenem stehen;

— einfache Zusammenfassungen schreiben.

Themen und Wortschatz

Es gelten weiterhin die für die 1. Klasse angeführten

Grundsätze. Bei der Auswahl und der

Behandlung der Themen ist in der 3. Klasse darüber

hinaus der zunehmenden Reife und erweiterten

Interessenslage der Schüler Rechnung zu tragen.

Dabei sind die Gegebenheiten in englischsprachigen

Ländern (Landeskunde) zu berücksichtigen.

Anknüpfend an bisher behandelte Themenbereiche

sind neue Themen mit folgenden Schwerpunkten

zu wählen

— der einzelne in der Gemeinschaft (zB Familie,

Freundeskreis, Jugendliche und Erwachsene,

Klassengemeinschaft, Gruppen . . .) ;

— Alltag (zB Gesundheit, Wohnverhältnisse, Menschen

bei der Arbeit, gefährdete Umwelt. . .),

vgl. Lehrpläne für Deutsch, Biologie und

Umweltkunde, Geographie und Wirtschaftskunde;

— Freizeit (zB Medien, Musik, Lesen, Sport, Reisen

und Tourismus...), vgl. Lehrpläne für

Deutsch, Geographie und Wirtschaftskunde;

— Erlebtes und Erdachtes (zB eigene Erlebnisse,

„detective stories", Abenteuer, Lebensbilder

. . .), vgl. Lehrplan für Deutsch.

Der bisher erworbene Wortschatz ist systematisch

zu festigen und zu erweitern.

In den Gebrauch des Wörterbuches ist einzuführen.

Grammatik

Grammatische Strukturen dienen der Bedeutungserfassung

und Ausdruckssicherung. Daher

richten sich Auswahl und Vermittlung nach den

Erfordernissen der Fertigkeitsbereiche, Themen

und der jeweiligen Unterrichtssituation. Viele

grammatische Besonderheiten, die vorwiegend in

einigen gebräuchlichen Wendungen auftreten, können

im Rahmen der Wortschatzarbeit eingeübt

werden (keep listening, I wish I had, how to

repair. . .).

Der Grammatikstoff der ersten beiden Klassen

ist gezielt zu wiederholen und zu erweitern.

Folgende Schwerpunkte sollen gesetzt werden

Sentence, sentence pattern: Hauptsatzreihen und

einfache Satzgefüge; Satzerweiterungen (zB

durch adverbielle Bestimmungen); einfache Beispiele

der „reported speech"; einfache Formen,

Bedingung und Folge auszudrücken (conditional)

Verb: Past progressive: Beschreibung von Vorgängen

(zB: They were all working hard)

Present perfect („past up to now")

Passiv: im Textzusammenhang verstehen

Past perfect: Zeitbezüge in der Vergangenheit,

zB: in Verbindung mit „reported speech"

Modals: Wiederholung und Festigung des

Gebrauchs der Modalverben, Ergänzungen unter

Berücksichtigung häufig auftretender Situationen,

zB: need not, should, be allowed to

Pronouns: Vertiefung der Kenntnisse, notwendige

Ergänzungen (some, any, every, each; reflexive

pronouns)

Prepositions, prepositional phrases: Erweiterung

der Kenntnisse in Zusammenhang mit dem Ausbau

des Wortschatzes und der Syntax.

Ergänzungsstoffe

Wenn die jeweiligen Schwerpunktstoffe von der

Mehrzahl der Schüler in kommunikativer Anwendung

im wesentlichen beherrscht werden, können

im Laufe des Jahres folgende Ergänzungsstoffe

behandelt werden

Form und Gebrauch des Passivs im „present simple"

und „past simple"; einschränkende Relativsätze

(insbesondere „contact clauses", zB: That's

the book I told you about.)

Sprachfunktionen und Rollen: siehe

1. Klasse

Aussprache: siehe 1. Klasse

Rechtschreibung: siehe 1. Klasse

Schriftliche Arbeiten

Schul- und Hausübungen.

Sechs Schularbeiten, je drei im Semester.

4. Klasse (3 Wochenstunden)

Der Erwerb der Kommunikationsfähigkeit erfordert

die situationsgerechte Integration der im folgenden

ausgeführten Lernbereiche (siehe Didaktische

Grundsätze).

Hörverstehen

Die Schulung des Hörverstehens wird in der

vierten Klasse systematisch weitergeführt und vertieft.

Die Schüler sollen in zunehmendem Maße

verschiedenartige Textsorten aus ihrem Interessensbereich

sowie in verstärktem Ausmaß „native speakers"

verschiedener Herkunft verstehen können.

Die Texte sollen authentisch sein oder authentischen

Vorbildern nahekommen.

Die Schüler sollen

— das Klassengespräch verstehen;

— auch komplexere Lehreräußerungen verstehen;

— touristische Informationen verstehen (zB Bahnhof,

Flugplatz, Kaufhaus, Telefon ...);

— längere Texte im wesentlichen bzw. im Detail

verstehen; diese sollen auf bekannte Themen

und Situationen bezogen sein und den rezeptiven

Wortschatz der Schüler kaum übersteigen;

— längere fiktionale Texte, die auch unbekannte

Elemente in größerem Ausmaß enthalten, im

wesentlichen verstehen.

Textsorten: siehe Didaktische Grundsätze.

Sprechen

Die bisher erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten

sollen gefestigt und erweitert werden. Ihre selbständige

Anwendung soll im Vordergrund stehen.

Die Sprechanlässe sollen weiterhin auf Erfahrungen

und Interessen der Schüler abgestimmt sein

bzw. die Schüler auf mögliche Situationen und Rollen

vorbereiten, in denen sie sich der Fremdsprache

bedienen müssen.

Die Schüler sollen

— sich am Gespräch mit dem Lehrer und den Mitschülern

beteiligen und sich zu den behandelten

Themen äußern;

— Kontakte aufnehmen und fortführen;

— über Erlebtes, Beobachtetes, Gehörtes und

Gelesenes zusammenhängend sprechen;

— für sie Wichtiges (Menschen, Tiere, Gegenstände,

Situationen) beschreiben;

— Wünsche, Meinungen, Absichten und Bedürfnisse

erfragen und äußern;

— Informationen erfragen und geben;

— emotionelle Haltungen (Freude, Furcht, Vorliebe

und Abneigung usw.) erfragen und ausdrücken;

— Spielszenen kreativ gestalten.

Leseverstehen

Die Schulung des Leseverstehens wird in der

vierten Klasse systematisch mit dem Ziel weitergeführt,

die Schüler zu befähigen, mit verschiedenartigen

Textsorten umzugehen, sowie ihre Freude am

Lesen zu fördern.

Die Schüller sollen

— persönliche Mitteilungen (Briefe, Notizen, Einladungen,

auch in englischer/amerikanischer

Handschrift) verstehen;

— einfache Sachtexte aus Bereichen des täglichen

Lebens und der Landeskunde, auch mit Hilfe

des Wörterbuches, verstehen;

— längere fiktionale Texte, die den rezeptiven

Wortschatz nicht maßgeblich übersteigen, selbständig

lesen und im wesentlichen verstehen;

— für die Lösung gestellter Aufgaben selbständig

Informationen im Text finden;

— Liedtexte und einfache Gedichte verstehen.

Textsorten: siehe Didaktische Grundsätze.

Schreiben

Der bisher erworbene Sprachschatz soll systematisch

gefestigt und erweitert werden, um für das

Abfassen verschiedenartiger Texte verfügbar zu

sein. Die schriftlichen Äußerungen sollen den

Erfahrungen und Interessen der Schüler entsprechen,

wobei die kommunikative Funktion deutlich

erkennbar sein soll.

Die Schüler sollen

— selbständig Notizen machen und verwerten;

— selbständig Mitteilungen und Briefe persönlichen

Inhalts abfassen;

— Personen, Situationen, Gegenstände usw.

beschreiben;

— einfache Texte erfassen, die in unmittelbarem

Zusammenhang mit Erlebtem, Gehörtem, Beobachtetem

und Gelesenem stehen und gegebenenfalls

die eigene Meinung dazu wiedergeben;

— eine Erzählung fortsetzen, einen Erzählkern

ausbauen bzw. kurze Szenen verfassen, soweit

dies unter Verwendung sprachlich vertrauten

Materials möglich ist;

— Zusammenfassungen schreiben.

Themen und Wortschatz

Es gelten weiterhin die für die 1. Klasse angeführten

Grundsätze. Bei der Auswahl und Behandlung

der Themen ist in der 4. Klasse darüber hinaus

der zunehmenden Reife und erweiterten Interessenslage

der Schüler Rechnung zu tragen. Dabei

sind die Gegebenheiten in englischsprachigen Ländern

(Landeskunde) zu berücksichtigen. Darüber

hinaus soll bei der Auswahl und Gestaltung der

Themen nach Möglichkeit der weitere Bildungsweg

der Schüler berücksichtigt werden.

Anknüpfend an bisher behandelte Themenbereiche

sind neue Themen mit folgenden Schwerpunkten

zu wählen

— der einzelne in der Gemeinschaft (zB Freundschaften,

Beziehungen, Erwachsenwerden, Rollenverhalten,

Konsumverhalten, Werbung, Freizeit

...), vgl. Lehrpläne für Deutsch, Biologie

und Umweltkunde, Geschichte und Sozialkunde

— Arbeitswelt (zB Berufswünsche, Arbeitssuche,

Berufsmöglichkeiten, Englisch im Beruf . . .),

vgl. Lehrplan für Deutsch

— Reisen (zB Werbung, Fremdenverkehr, Reise

planen, Reisebericht, Sehenswürdigkeiten, sich

im fremden Land zurechtfinden, Englisch als

Weltsprache . . .),

— Aspekte englischsprachiger Länder (zB Einblicke

in die konkrete Lebenswelt der Bewohner,

aktuelle Anlässe, Minderheiten, Probleme

der Dritten Welt. . .), vgl. Lehrpläne für Geographie

und Wirtschaftskunde, Geschichte und

Sozialkunde

— Erlebtes und Erdachtes (zB eigene Erlebnisse,

„detective stories", Science Fiction, Abenteuer,

Lebensbilder. . .).

Der bisher erworbene Wortschatz ist systematisch

zu festigen und zu erweitern.

Die selbständige Arbeit mit dem Wörterbuch ist

zu fördern.

Grammatik

Der Grammatikstoff der ersten, zweiten und

dritten Klasse ist gezielt zu wiederholen und zu

erweitern. Die Anwendung in konkreten Situationen

soll im Vordergrund stehen. Einzelne grammatische

Besonderheiten, deren Beherrschung für die

Unterrichtsarbeit erforderlich ist, können im Rahmen

der Wortschatzarbeit eingeübt werden (zB

He wants me to help him. Stop Talking! I must

remember to tell her).

Folgende Schwerpunkte sollen gesetzt werden

Sentence, sentence pattern: Notwendige Ergänzungen

der Grundmuster; einschränkende Relativsätze

(insbesondere „contact clauses"); gängige

Formen der „reported speech" („Statements",

„commands", „requests", „questions"); gängige

Formen, Bedingung und Folge auszudrücken

(conditional).

Verb: Festigung des situationsgerechten Gebrauchs

der bisher erarbeiteten Zeitwortformen

Erweiterung um etwa folgende Bereiche

gebräuchliche Formen des Passivs („progressive

forms" nur rezeptiv);

-ing-Formen in häufig verwendeten Fügungen

Prepositions, prepositional phrases: Präpositionalverbindungen,

auch mit -ing-Formen (zB He

crossed the street without looking).

Sprachfunktionen und Rollen: siehe

1. Klasse

Aussprache: siehe 1. Klasse

Rechtschreibung: siehe 1. Klasse

Schriftliche Arbeiten

Schul- und Hausübungen.

Sechs Schularbeiten, je drei im Semester."

5. In Anlage A, sechster Teil, lauten die Unterabschnitte

„Lehrstoff" und „Didaktische Grundsätze"

des Pflichtgegenstandes „Französisch"

„Lehrstoff

1. Klasse (5 Wochenstunden)

Teillernziele

Hörverstehen

Der Schüler soll sehr kurze Texte in einfacher

Standardsprache bei annähernd normaler Sprechgeschwindigkeit

und ungestörten Hörbedingungen

verstehen.

Sprechen

Der Schüler soll einfache Gespräche, ausgehend

von erarbeiteten Modellen unter geringfügiger

Änderung einzelner Parameter, führen können

(weitgehendes Überwiegen des imitativen Elements).

Leseverstehen und Lesen

Der Schüler soll einfachste Texte verstehen. In

der ersten Klasse kommt dem Lesen vor allem eine

instrumentale Aufgabe zu (Merkfunktion).

Schreiben und schriftlicher Ausdruck

Der Schüler soll die Grundzüge der französischen

Rechtschreibung beherrschen und kurze, einfache

Mitteilungen (petit mot, Einkaufslisten usw.)

abfassen können. In der ersten Klasse kommt dem

Schreiben vor allem eine instrumentale Aufgabe zu

(Lernhilfe).

Lerninhalte

Kommunikationssituationen und Themenkreise

Der simulierte Rahmen, in dem der Schüler

sprachlich handelt, ist vorwiegend Frankreich und

die französischsprachige Welt. Folgende Kommunikationssituationen

und Themenkreise sind zu

erarbeiten

— die Identität des Kindes, der ihn unmittelbar

umgebende Personenkreis (Familie), seine

Interessen,

— seine Freunde und deren Interessen,

— sein Tagesablauf,

— seine Wünsche und Bedürfnisse,

— seine Reaktionen auf Sachverhalte, Vorschläge,

Meinungen,

— Alltagssituationen, wie zB Einkauf, Post,

Begegnungen, wobei die Sprechakte „Auskunft

erfragen" und „Auskunft geben" sowie einfache

Gefühls- und Meinungsäußerungen im

Vordergrund stehen.

Sprachliche Mittel

Zur Bewältigung der genannten Kommunikationssituationen

und Themenkreise benötigt der

Schüler folgende sprachliche Mittel

Phonetik

— Inventar der französischen Phoneme,

— die wesentlichen französischen Intonationsmuster,

— Rhythmus, annähernd natürliches Sprechtempo,

— satzphonetische Varianten (liaison, [ ] instable

usw.).

Wortschatz

Die Auswahl der einzelnen Wortschatzgebiete

wird von den jeweiligen Kommunikationssituationen

und Themenkreisen her bestimmt. Als Grundlage

dient ein Mindestwortschatz, der die Kriterien

der Häufigkeit und der Verwendbarkeit durch den

Schüler berücksichtigt.

Grammatik

Die Satzarten

— Aussagesatz: gerade Wortfolge; extraposition

du sujet (Jean, il est malade).

— Frage- und Antwortsatz: reine Intonationsfrage,

mit oder ohne Fragewort (vorangestellt

und nachgestellt). Inversionsfrage mit QUE

(Que fais-tu? Que fait papa?) und in formelhaften

Wendungen (Comment vas-tu?). Frage mit

EST-CE QUE (mit und ohne Fragewort,

jedoch nicht Qu'est-ce qui, Qui est-ce qui, Qui

est-ce que). Die wichtigsten Fragewörter.

— Antwortsatz auf Entscheidungs- und Ergänzungsfrage.

— Aufforderungssatz (Imperativ).

Verneinung (aller Satzarten) : ne ... pas, personne,

rien als Antwort auf eine Frage (Qui est

absent? — Personne ... Qu'est-ce que tu fais? —

Rien).

Die Nominalgruppe

— Nomen: Genus, Numerus.

— Begleiter und Stellvertreter des Nomens

Bestimmter und unbestimmter Artikel, adjectif

démonstratif, adjectif possessif,

Grundzahlwörter,

Adjektiv: Genus, Numerus, Übereinstimmung

mit dem Nomen,

Personalpronomina: Subjektspronomen tonique/

atone,

Objektspronomina: y, le la les, me/moi, te/toi,

nous, vous nicht kombiniert, Reflexivpronomen

tonique/atone.

Das Verb

Infinitiv und Konjugation der Verben auf -er

und anderer Verben (auch rückbezügliche und

Modalverben) nach Maßgabe der Kommunikationssituationen

und Themenkreise: Indicatif présent,

futur composé, impératif. Dazu: je voudrais,

J'aimerais (als Einzelformen).

Erweiterungen des einfachen Satzes

— Ergänzungen: Complément d'objet direct, complément

d'objet indirect, complément infinitif

ohne Erweiterungen.

— Attribute: Attribut mit Präposition (la porte de

la salle).

— Adverbiale Bestimmungen: nicht abgeleitete

Adverbien (alors, puis usw.): andere adverbiale

Bestimmungen, wie zB le matin, samedi soir

usw.

— Die häufigsten Präpositionen.

Der zusammengesetzte Satz

— Beiordnung mit den Konjunktionen et, ou,

mais.

— Unterordnung mit den Konjunktionen que, si;

Objektsatz der indirekten Rede; Adverbialsatz

mit den Konjunktionen parce que, quand.

Schriftliche Arbeiten

Schul- und Hausübungen.

Vier Schularbeiten, davon eine im ersten Semester

(nicht vor Ende November).

2. Klasse (4 Wochenstunden)

Teillernziele

Hörverstehen

Wie 1. Klasse, jedoch etwas längere und schwierigere

Texte.

Sprechen

Wie 1. Klasse, jedoch mit zunehmender Loslösung

vom imitativen Sprechen.

Leseverstehen und Lesen

Wie 1. Klasse, jedoch etwas schwierigere Texte,

das kommunikative Lesen tritt gegenüber dem

instrumentalen zunehmend in den Vordergrund.

Schreiben und schriftlicher Ausdruck

Wie 1. Klasse, dazu erste Unterscheidungen zwischen

discours écrit und discours parlé; neue Textsorten

(Postkarten, einfache Briefe, Einladungen

usw.). Das kommunikative Schreiben tritt gegenüber

dem instrumentalen Schreiben zunehmend

hervor.

Lerninhalte

Kommunikationssituationen und Themenkreise

Wie 1. Klasse, jedoch stärkere Zuwendung zu

Umwelt und Mitmenschen unter Einbeziehung

konfliktueller Situationen.

— contacts sociaux, Besuche,

— Beschreibung von Personen,

— Wünsche, Absichten, Pläne,

— Freizeitgestaltung,

— Erzählen von Erlebtem und Erfundenem.

Sprachliche Mittel

Phonetik

Wie 1. Klasse, dazu stärkere Berücksichtigung

der intonation expressive.

Wortschatz

Erweiterung entsprechend den neu hinzugekommenen

Kommunikationssituationen und Themenkreisen

unter Berücksichtigung der in der 1. Klasse

angeführten Kriterien.

Grammatik

Die Satzarten

— Aussagesatz: wie 1. Klasse, dazu extraposition

de l'objet (Jean, tu l'invites?)

— Fragesatz: wie 1. Klasse unter Verwendung von

Präpositionen in Verbindung mit qui und quoi.

Inversionsfrage: wie 1. Klasse, dazu andere Fragewörter

bei einfacher Inversion (Où habite ton

ami? Où vas-tu?). Frage mit QUI EST-CE QUI

und QU'EST-CE QUI.

Verneinung: ne ... jamais, ne ... personne, ne

. . . rien, ne ... plus.

Die Nominalgruppe

Teilungsartikel: bei Mengenangaben (beaucoup

de chocolat/pommes); ohne Mengenangaben (du

chocolat/des pommes); in der Verneinung (je ne

prends pas de chocolat/pommes, aber : C'est un

ami — Ce n'est pas un ami/Ce sont des amis — Ce

ne sont pas des amis).

Ordnungszahlwörter

Adjektiv: Stellung des attributiven Adjektivs,

Vergleichsformen.

Personalpronomina: wie 1. Klasse, dazu

Objektspronomen lui/leur, en; Stellung des einfachen

Objektspronomen beim Infinitiv.

Indefinitpronomen : tout + Begleiter + Nomen.

Das Verb

Wie 1. Klasse, dazu Verben auf -ir mit Stammerweiterung;

Zusammenstellung der Verben, die im

indicatif présent singulier auf -s, -s, -t/d enden.

Passé composé — imparfait.

Übereinstimmung des participe passé der nichtrückbezüglichen

Verben mit être.

Futur simple.

Conditionnel I.

Erweiterungen des einfachen Satzes

— Ergänzungen: erweiterter Infinitiv (j'aime jouer

au football), dire de faire (Dis-lui de venir).

— Attribute: Relativsatz mit où, qui, que.

— Adverbiale Bestimmungen: weitere häufige,

nicht abgeleitete Adverbien; das abgeleitete

Adverb (Bildung, Stellung); Vergleichsformen

des Adverbs.

— pour + infinitif; sans + infinitif.

Der zusammengesetzte Satz

Wie 1. Klasse, dazu Unterordnung mit pendant

que, lorsque, comme.

Schriftliche Arbeiten

Schul- und Hausübungen.

Sechs Schularbeiten, je drei im Semester.

3. Klasse (3 Wochenstunden)

Teillernziele

Hörverstehen

Wie 2. Klasse, dazu Globalverstehen kurzer authentischer

Texte bzw. Herausfiltern von Einzelinformationen

(repérage) aus diesen Texten, auch bei

erschwerten Hörbedingungen (Störgeräusche).

Sprechen

Der Schüler soll imstande sein, die sprachlichen

Mittel in neuen Gesprächssituationen mit größerer

Selbständigkeit einzusetzen und über Gehörtes,

Gelesenes und Erlebtes spontan zu sprechen. Einfaches

Argumentieren unter Bereitstellung der erforderlichen

sprachlichen Mittel.

Leseverstehen und Lesen

Globalverstehen unbekannter Texte mit Hilfestellungen

durch den Lehrer (Leitfragen, Schlüsselwörter

usw.). Dazu Detailverstehen unter Zuhilfenahme

des Wörterbuches.

Schreiben und schriftlicher Ausdruck

Wie 2. Klasse, dazu weitere Unterscheidungen

zwischen discours parlé und discours écrit; Berichten

über Gehörtes, Gelesenes und Erlebtes in möglichst

selbständiger Form. Abfassen von einfachen

begründenden Stellungnahmen.

Lerninhalte

Kommunikationssituationen und Themenkreise

Die Kommunikationssituationen und Themenkreise

bleiben grundsätzlich dieselben wie in den

vorhergehenden Klassen, jedoch treten solche in

den Vordergrund, die den Schüler zu einfachen

Stellungnahmen, Erwägungen und Wertungen veranlassen.

In zunehmendem Maße sind explizite landeskundliche

Informationen einzubeziehen.

Anknüpfend an das bisher Behandelte bieten sich

im Hinblick auf die zunehmende Reife und die

erweiterten Interessen der Schüler folgende Kommunikationssituationen

und Themenkreise an

— Erweiterung des sozialen Umfeldes (zB Menschen

bei der Arbiet, Wohnverhältnisse, Verkehr

. . .).

— Medien (zB Fernsehen, Film, Hörfunk usw.).

— Reisen und Urlaub.

— Spezifisch französische Lebensgewohnheiten.

— Erzählen von Gehörtem, Gesehenem, Gelesenem,

Erfundenem.

Sprachliche Mittel

Phonetik

Wie 2. Klasse, dazu fallweises Heranziehen der

Lautschrift zur Klärung von Ausspracheproblemen

und im Hinblick auf den Gebrauch des Wörterbuches.

Wortschatz

Erweiterung entsprechend den neu hinzugekommenen

Kommunikationssituationen und Themenkreisen

sowie den Lese- und Hörtexten unter

Berücksichtigung der in der 1. Klasse angeführten

Kriterien und der Tatsache, daß nur ein Teil des

Wort- und Phrasenschatzes aktiv beherrscht werden

muß.

Einführung in die Arbeit mit dem zweisprachigen

Wörterbuch.

Grammatik

Die Satzarten : wie 2. Klasse, dazu

— Fragesatz mit komplexer Inversion, mit und

ohne Fragewort;

— Passivsatz.

Nominale Gruppe

Teilungsartikel nach Verben mit de (j'ai besoin

de chocolat/pommes); pronom démonstratif; pronom

possessif; pronom indéfini; adjectif indéfini.

Objektspronomina: kombinierte Formen.

Adjektiv mit Ergänzungen (content du cadeau).

Das Verb

Wie 2. Klasse, dazu plus-que-parfait, participe

présent in adjektivischer Verwendung;

Zeitenfolge.

Passé composé: Übereinstimmung der Verben

mit avoir.

Subjonctif présent nach il faut que sowie den

Ausdrücken des Wollens und gefühlsmäßiger Wertungen.

Erweiterungen des einfachen Satzes

Wie 2. Klasse, dazu

Attribute: Relativsatz mit dont, préposition + qui;

Adverbiale Bestimmungen: weitere Adverbien.

Zusammengesetzter Satz

Adverbialsätze: weitere häufige Konjunktionen

mit dem Indikativ.

Bedingungssatz: si + présent/présent; si + présent/futur simple;

si + imparfait/conditionnel I.

Gérondif.

Schriftliche Arbeiten

Schul- und Hausübungen.

Sechs Schularbeiten, je drei im Semester.

4. Klasse (3 Wochenstunden)

Teillernziele

Hörverstehen

Wie 3. Klasse bei steigendem Schwierigkeitsgrad

(neue Textsorten, Textlänge, Sprechgeschwindigkeit,

höhere Anforderungen an das Verstehen

usw.).

Sprechen

Wie 3. Klasse, dazu differenzierteres Argumentieren.

Leseverstehen und Lesen

Wie 3. Klasse.

Schreiben und schriftlicher Ausdruck

Wie 3. Klasse, dazu Abfassen längerer strukturierter

Texte (Gliederungselemente wie articulateurs

temporels et logiques, Vor- und Rückverweise

usw.).

Elemente der correspondance fonctionelle

(Briefkopf, Einleitungs- und Schlußformeln usw.).

Lerninhalte

Kommunikationssituationen und Themenkreise

Wie 3. Klasse, Erweiterung der Themenkreise

durch zB

— Arbeitswelt (Berufswünsche und -möglichkeiten),

— Technik und Natur,

— Stadt/Land,

— Leben in der Gemeinschaft (Beziehungen, Probleme,

Lösungen).

Lektüre: eine bis zwei Ganzschriften.

Sprachliche Mittel

Phonetik

Wie 3. Klasse, jedoch natürliches Sprechtempo.

Wortschatz

Wie 3. Klasse, dazu Einführung in die Arbeit mit

dem einsprachigen Wörterbuch sowie in die kombinierte

Arbeit mit dem ein- und zweisprachigen

Wörterbuch.

Grammatik

Die Satzarten: wie 3. Klasse, dazu

Verneinung: doppelte Verneinung (ne ... ni ...

ni . . .), Personne ne, Rien ne als Subjekt (Kopfstellung).

Aufforderungssatz: Formen des Aufforderungssatzes

ohne Imperativ (Si vous voulez bien vous

asseoir. Tu viens, enfin! Entrer sans frapper).

Passivsatz: andere Konstruktionen mit passiver

Bedeutung (on, reflexive Verben).

Nominalgruppe

— Teilungsartikel vor Adjektiv + Nomen,

— Plural der zusammengesetzten Nomina,

— Zahlwörter: Bruchzahlen, Sammelzahlen.

Verb

Wie 3. Klasse, dazu passé simple zur Lektüre,

conditionnel II, futur antérieur. Die übrigen häufigen

Verwendungen des Subjonctifs (nach bestimmten

Konjunktionen, nach Ausdrücken des

Fürchtens und des Zweifelns usw.).

Passé composé: Übereinstimmung der rückbezüglichen

Verben.

Der zusammengesetzte Satz

Wie 3. Klasse, dazu

— Adverbialsätze mit avant que, pour que, bien

que, sans que, jusqu'à ce que,

— Satzwertige Infinitivkonstruktionen: Après +

infinitif passé, avant de + infinitif,

— Satzwertige Mittelwortkonstruktionen,

— Bedingungssatz: si + plus-que-parfait/conditionnel

II

Grundregeln der Zeichensetzung.

Schriftliche Arbeiten

Schul- und Hausübungen.

Sechs Schularbeiten, je drei im Semester.

Didaktische Grundsätze

1.Rezeptive und produktive sprachliche

Fertigkeiten

Sprachliche Kompetenz umfaßt sowohl rezeptive

als auch produktive Fertigkeiten (Hören — Lesen/

Sprechen — Schreiben). Wie bei der Muttersprache

ist der Bereich der rezeptiven Kompetenzen um ein

Vielfaches größer als der der produktiven Kompetenzen.

Jeder Sprachbenützer kann mehr verstehen

als schriftlich oder mündlich ausdrücken. Beim

Fremdsprachenerwerb kann vieles, was sprachlich

nicht unmittelbar verstanden wird, durch diverse

Verfahren dank der Erfahrung, dem Wissen und

der muttersprachlichen kommunikativen Kompetenz

erschlossen werden. Diese Tatsache gilt — in

steigendem Maße — auf allen Lernstufen und für

alle sprachlichen Bereiche (Wortschatz, Strukturen,

Sprechintentionen) und bietet eine wertvolle

methodische Hilfe. So brauchen die meisten Textsorten

von den Schülern bloß verstanden, nicht

aber produziert werden. Viele Formen, Strukturen,

Wörter und Wendungen müssen zwar im Zusammenhang

verstanden, vom Schüler selbst aber nicht

verwendet werden (zB passé simple; „avoir beau

faire" usw.). Hingegen ist es in vielen Fällen für das

Verstehen eines Textes nicht erforderlich, den Subjonctif

als solchen zu erkennen, obwohl der Schüler

ab einer gewissen Lernstufe imstande sein muß,

Subjonctifformen zu bilden und zu verwenden.

Sowohl die rezeptiven als auch die produktiven

Fertigkeiten müssen ausreichend erarbeitet und

geübt und bei der Leistungskontrolle in etwa gleichem

Maße berücksichtigt werden.

Zur Erlangung der Fertigkeit im Gebrauch des

Französischen ist die kreative Selbständigkeit des

Schülers unerläßlich und daher in besonderem

Maße anzuregen. Die gerade bei 10- bis 14jährigen

besonders hohe Bereitschaft zu spielerischen Tätigkeiten

ist für den Sprachunterricht zu nützen (Rollenspiel,

Singen, Sprachspiele, Rätsel, Wettbewerbe

usw.).

2. Sprachliche Grundfertigkeiten

Das vom Lehrer und vom Lehrwerk dargebotene

Französisch hat sich an authentischer Gegenwartssprache

zu orientieren. Die zu didaktischen Zwecken

erstellten Texte sollen authentischen Texten

soweit wie möglich angenähert sein und allmählich

durch authentische Texte ersetzt werden. Dabei ist

den Kommunikationsinteressen der betreffenden

Altersstufe Rechnung zu tragen. Die Darbietung

der langue parlée hat von Anfang an in möglichst

hohem Maße durch locuteurs natifs zu erfolgen

(Tonträger, Video, Assistenten).

Im Unterricht sollten sich Lehrer und Schüler

vorwiegend der Fremdsprache bedienen. Der Einsatz

der Muttersprache kann, soweit erforderlich,

erfolgen

— bei Arbeitsanweisungen,

— zur Bedeutungserschließung,

— bei kognitiven Lernprozessen: Klärung von

Kommunikationssituationen und Fragen der

Landeskunde, Darlegung grammatischer und

textgrammatischer Probleme (Aufbau von Texten),

Sprachvergleich usw.,

— durch fallweises Übersetzen zur Sicherung des

Verständnisses schwieriger Sätze und Satzteile

und als Mittel des Sprachvergleichs (unter

Umständen unter Beibehaltung der fremdsprachlichen

Struktur); gelegentlich zur Einübung

bestimmter Strukturen und Idiomatismen,

— durch gelegentliches Rückübersetzen zur

Selbstkontrolle des Schülers und als Mittel des

Sprachvergleichs,

— zur Überprüfung des Globalverstehens.

Hörverstehen

Die Schulung des Hörverstehens dient

— der Entwicklung des phonetisch richtigen

Hörens,

— der Vorbereitung des phonetisch richtigen Sprechens,

— dem Erfassen des Wesentlichen eines Textes

(Globalverstehen),

— dem Erfassen von Einzelinformationen (Detailverstehen).

Das Hörverstehen ist von Anfang an intensiv zu

üben, und zwar unter Verwendung von Texten, die

von locuteurs natifs mit möglichst natürlicher Aussprache

und in normaler Sprechgeschwindigkeit

gesprochen werden. Die Darbietung erfolgt vor

allem mit Hilfe von Tonträgern, da diese die Lautung

stets unverändert wiedergeben.

Folgende Hauptschwierigkeiten sind zu beachten

— Der Schüler, der eine Fremdsprache lernt,

nimmt zunächst die fremdsprachlichen Laute

nicht in ihrer spezifischen Form wahr, sondern

filtert sie durch das Lautsystem seiner Mutter-

sprache. Deshalb hört er gewisse bedeutungsdifferenzierende

Unterschiede zwischen den

einzelnen Lauten nicht.

— Dasselbe gilt für Intonation und Rhythmus, die

gleichfalls von der Muttersprache verschieden

sind.

— Besonderes Augenmerk ist zu richten auf die

„groupes rythmiques", die „liaison", das [d]

instable sowie Kurzformen der gesprochenen

Sprache (zB [Sepa] für ,je ne sais pas' usw.).

Die Unterschiede zwischen Fremdsprache und

Muttersprache hinsichtlich der Artikulation, Intonation

und Rhythmus müssen dem Schüler immer

wieder bewußt gemacht werden.

Zur Schulung des Hörverstehens sind grundsätzlich

Texte heranzuziehen, die tatsächlich zum

Hören (perception auditive) bestimmt sind. Die

Verwendung von Texten, die zur Lektüre konzipiert

sind, ist in diesem Zusammenhang nicht zielführend.

Globalverstehen — Detailverstehen

Da bei natürlichem Sprachgebrauch mündliche

Äußerungen in der Regel nicht wiederholt werden,

kommt der Entwicklung dieser beiden Verstehenstechniken

besondere Bedeutung zu. Ob man beim

Anhören eines Textes Globalverstehen oder Detailverstehen

eines Teils des Textes, gewisser Textmerkmale,

einzelner Informationen (repérage) oder

des ganzen Textes anstrebt, hängt von der Natur

des Textes bzw. den Erwartungen und Bedürfnissen

des Hörers (jeweiliges Teillernziel) ab.

Das Hörverstehen muß im Laufe der Ausbildung

stets verfeinert werden, sodaß der Schüler allmählich

imstande ist, Texte bei verschiedenen Stimmen,

Artikulationsgewohnheiten individueller, sozialer

oder regionaler Natur, bei verschiedenen Sprechtempos,

Sprachregistern sowie unter erschwerten

Hörbedingungen zu verstehen.

Hilfestellungen, Übungs- und Überprüfungsformen

sind ua.

— Aufträge ausführen,

— Zuordnungen treffen,

— Informationen in Raster eintragen,

— Übungen vrai — faux,

— Auswahlantworten,

— Leitfragen,

— Lückentexte,

— Vorgabe der Textstruktur,

— Neuordnung und Umformung eines Textes,

— Wiedergabe der Hauptgedanken oder einzelner

Details in der Muttersprache.

Sprechen

Aussprache

Für den Gebrauch der Sprache in mündlichen

Kommunikationssituationen ist ein intensives Einüben

der richtigen Aussprache unbedingt notwendig

(Tonträger, Sprachlabor, Video, Assistent).

Besonderer Wert ist dabei auf die bedeutungsdifferenzierenden

Unterschiede zwischen den einzelnen

Phonemen zu legen, die dem österreichischen

Schüler Schwierigkeiten bereiten, zB Unterschied

zwischen stimmhaften und stimmlosen Konsonanten,

Unterschied zwischen den drei Nasalen der

Standardsprache; Grundintonationstypen, richtiger

Sprechrhythmus (Gliederung des Lautstromes in

„groupes rythmiques").

Aussprachemodell ist die gesprochene Standardsprache

mit ihren typischen Sprechformen (zB

Varianten des [ ] instable, gewisse Kurzformen

usw.) bei natürlichem Sprechrhythmus.

Sprachliche und außersprachliche Inhalte

Für die Entwicklung der Sprechfertigkeit ist von

Anfang an neben der imitativen Erarbeitung der

Lehrwerktexte den kreativen Fähigkeiten des Schülers

Rechnung zu tragen, damit er nach und nach

befähigt wird, sich seinen eigenen Bedürfnissen

gemäß auszudrücken. Im Vordergrund steht der

Erwerb jener sprachlichen Mittel, die für die

Sprechakte in Alltagssituationen erforderlich sind

(zB Gespräche beginnen, Kontaktaufnahme; Informationen

erfragen und geben; Erlebnisse erzählen

und Vorhaben darstellen).

Der mündliche Ausdruck hat sich an der gesprochenen

Standardsprache zu orientieren. Eine zu

gewählte bzw. zu umgangssprachliche Ausdrucksweise

ist zu vermeiden.

Übungs- und Überprüfungsformen

— Reproduktion und Variation von Auswendiggelerntem

und Erarbeitetem,

— Reaktionen auf Sprechimpulse,

— Situationstransfer (Anwendung des Gelernten

in abgewandelten und neuen Situationen),

— Klassendiskussion,

— Szenisches Spiel,

— Berichte, Beschreibungen, Kommentare, Sprechen

über Bilder, freie Wiedergabe von Gelesenem

und Gehörtem, Stellungnahmen usw.

Lesen und Leseverstehen

Die Aufgaben des Lesens bestehen in der

— Förderung der Freude am Lesen,

— Entwicklung der Lesefähigkeit,

— Entwicklung des Leseverstehens,

— Erweiterung der sprachlichen Kompetenz,

— Vermittlung von Sachinformationen.

Zur Schulung des Leseverstehens sind grundsätzlich

Texte heranzuziehen, die zur Lektüre konzipiert

sind und die den Interessen und der Reife des

Schülers entsprechen. Die Freude am Lesen als

autonome Tätigkeit soll gefördert werden, wozu

sich einfache literarische Texte besonders eignen.

Stilles Lesen — lautes Lesen

Wegen seiner praktischen Verwertbarkeit auch

außerhalb des Unterrichts, seinem bildenden und

erzieherischen Wert kommt dem Lesen, insbesondere

dem stillen Lesen, als autonome Tätigkeit mit

dem Ziel des globalen Verstehens große Bedeutung

zu.

Das stille Lesen als Normalfall des Kontaktes mit

schriftlichen Texten mit dem Ziele des Leseverstehens

ist mit wachsender Häufigkeit etwa ab der

Mitte des ersten Lernjahres, insbesondere aber ab

dem dritten Lernjahr, zu üben.

In den ersten beiden Lernjahren wird der mündliche

Unterricht überwiegen, dem Lesen kommt

dabei eine notwendige Hilfsfunktion zu. Daher

wird während dieses Zeitraumes das laute Lesen

stärker gepflegt werden, als dies später der Fall sein

wird.

Jedoch ist das laute Lesen keine Übung zur Förderung

des Leseverstehens. Es ist daher nur bei

bereits bekannten Texten und nach Anhören eines

Modells (Tonträger, Assistent, Lehrer) vorzusehen

und dient der Aussprache-, Intonations- und

Rhythmusschulung. Den Schwierigkeiten, die bei

der phonetischen Umsetzung des Schriftbildes auftreten

(fälschliche Gleichsetzung der Beziehung

Grapheme — Morpheme zwischen Fremd- und

Muttersprache, [d] instable, groupes rythmiques,

intonation usw.) ist besondere Aufmerksamkeit zu

widmen. Dabei können graphische Hilfestellungen

erfolgen: Kennzeichnung der groupes rythmiques,

Darstellung der Intonationskurven, Streichung der

nicht realisierten [d] instables, Kennzeichnung der

liaisons.

Globalverstehen — Detailverstehen

Nur über die Hinführung zum Globalverstehen

ist es dem Schüler möglich, sich auch unabhängig

vom Unterricht mit französischen Texten auseinanderzusetzen.

Daher ist diese Form des sinnerfassenden

Lesens in besonderem Maße zu üben. Ob man

bei der Lektüre eines Textes Globalverstehen oder

Detailverstehen eines Teiles des Textes, gewisser

Textmerkmale, einzelner Informationen oder des

ganzen Textes anstrebt, hängt von der Natur des

Textes, den Erwartungen und Bedürfnissen des

Lesers (jeweiliges Teillernziel) ab.

Hilfestellungen, Übungs- und Überprüfungsformen

sind ua.

— Zuordnungen treffen,

— Informationen in einen Raster eintragen,

— Übungen vrai — faux,

— Auswahlantworten,

— Leitfragen,

— Lückentexte ausfüllen,

— Vorgabe der Textstruktur;

— Neuordnung eines Textes,

— Erkennen des Aufbaus,

— Erarbeitung des/der Hauptgedanken(s).

Schreiben und schriftlicher Ausdruck

Prinzipiell sind folgende Arten des Schreibens zu

unterscheiden

Schreiben ohne Kommunikationssituation.

Es ist Mittel

— zum schriftlichen Festhalten von im Unterricht

Erarbeitetem,

— zur Festigung des Unterrichtsertrages,

— zur Erlernung der Formen des schriftlichen

Ausdrucks (Umformungen, Beantwortung von

Fragen usw.).

Dem Schreiben ohne Kommunikationssituation

kommt auch eine lernpsychologisch-instrumentale

Rolle zu (motorische Tätigkeit, Änderung der

Unterrichtsstrategie zur Erneuerung der Motivation

usw.).

Schreiben in Kommunikationssituation.

Es dient

— dem Erlernen des Abfassens von Texten zum

Gebrauch in lebensnahen Schreibsituationen

(petit mot, lettres personnelles et fonctionnelles,

cartes postales),

— der Schulung des schriftlichen Ausdrucks und

des allgemeinen Textverständnisses durch

Abfassen von Texten anderer Art.

Die Beherrschung der Rechtschreibung ist Voraussetzung

für jede Form des Schreibens und wird

im Zusammenhang mit jeder Schreibtätigkeit erarbeitet

und gefestigt. Der Unterschied zwischen

„discours parlé" und „discours écrit" ist durch die

Analyse von Texten, die Eigenheiten des „discours

écrit" aufweisen, und durch die Gegenüberstellung

dieser Texte mit „documents sonores" deutlich zu

machen. Auf jene Schreibformen, die der Schüler

unmittelbar zur praktischen Kommunikation verwenden

kann, ist das Hauptaugenmerk zu richten.

Es sind jedoch auch solche Formen zu üben, die im

allgemeinen in dieser Form keine praktische

Anwendung durch den Schüler finden werden (zB

fait divers). Sie ermöglichen einen besseren Einblick

in die Eigenheiten des „discours écrit", fördern

somit auch die Lesefähigkeit, regen die Kreativität

an und tragen zur Schulung des kritischen

Denkens bei.

Übungs- und Überprüfungsformen sind ua.

— Einsetz- und Zuordnungsübungen,

— Diktate (Lückendiktate),

— schriftliche Spiele und Rätsel,

— Fragen stellen und beantworten,

— Notizen machen,

— Sammeln von Aussagen zu einem Thema,

— Abfassen von Briefen und Postkarten mit persönlichem

Inhalt bzw. Anfragen und Bestellungen,

Berichten, Beschreibungen und kurzen

Erzählungen,

— Abfassen kurzer Texte, ausgehend von Bildern,

Impulswörtern und -texten (Erzählung mit

offenem Ende),

wobei im allgemeinen von Modellen auszugehen

ist.

3. Einsichten in das Funktionieren

der Sprache als Mittel der Kommunikat

ion

Die formalen Aspekte der Sprache (Morphologie,

Syntax, Textgrammatik) sind vor allem in Hinblick

auf ihre kommunikative Funktion zu sehen.

Dem Schüler soll anhand des jeweiligen Lernmaterials

bewußt gemacht werden, daß sprachliche

Äußerungen von der Situation, in der sie gemacht

werden, abhängig sind. Er soll erkennen, daß einerseits

jeder Sprechakt durch verschiedenartige

sprachliche Äußerungen verwirklicht werden kann

(zB „dire de fermer la fenêtre" : „Tu peux fermer la

fenêtre?!", „Vous seriez gentil de fermer la

fenêtre", „Il fait froid ici!" usw.), daß andererseits

eine sprachliche Äußerung verschiedenen Sprechintentionen

dienen kann („Ça va" kann zB heißen

„Ça va bien?", „Ce que je fais, ça te plaît?" oder

„Ça suffit!"). Damit lernt der Schüler, Sprechintentionen

zu erkennen und entsprechend darauf zu

reagieren.

Ferner kann das Verständnis für das Funktionieren

von Sprache durch Sprachvergleich vermittelt

werden: Interner Sprachvergleich fördert das Verständnis

dafür, wie Beziehungen innerhalb einer

Sprache zum Ausdruck gebracht werden können

(zB „du lait" — „un peu de lait"; „j'ai besoin d'un

crayon" — „il me faut un crayon"), externer

Sprachvergleich hingegen zeigt, wie verschiedene

Sprachen mit verschiedenen lexikalischen und formalen

Mitteln gleiche oder ähnliche Inhalte ausdrücken.

Grundsätzlich kann auf kognitive Durchdringung

des Sprachaufbaues und des Funktionierens

von Sprache auch bei 10- bis 14jährigen nicht verzichtet

werden. Zu Beginn überwiegt wohl das

imitativ-konditionierte Lernen, mit zunehmender

Reife der Schüler ist der Anteil kognitiver Lernprozesse

am Unterrichtsgeschehen zu steigern. Dabei

ist zu beachten, daß nicht alle Schüler zum selben

Zeitpunkt dasselbe geistige Reifestadium erlangen.

4. Landes- und Kulturkunde, Literatur

Der Aufbau einer sprachlichen Kompetenz soll

in erster Linie anhand von Inhalten erfolgen, die

dem Lebensbereich der französischsprechenden

Länder entnommen sind. Damit ist Sprachunterricht

immer auch landeskundlicher Unterricht. Im

allgemeinen wird von konkreten Kommunikationssituationen

und Texten auszugehen sein; die darin

enthaltenen landeskundlichen Inhalte sind bewußt

zu machen und fallweise mit Bedacht zu ergänzen

und zu erweitern, von umfassenden Darstellungen

auch nur einzelner Bereiche ist jedoch abzusehen.

Auch literarische Texte und Chansons gehören

zu den landes- und kulturkundlichen Inhalten. Sie

tragen zur Sensibilisierung für wesentliche Aspekte

des französischsprachigen Kulturbereiches bei.

Literaturkundliche Darstellungen sind jedoch zu

vermeiden. Vergleiche zwischen Österreich und

den französischsprechenden Ländern wecken das

kritische Verständnis für Gemeinsamkeiten sowie

für das typisch Andersartige. Dabei sollen Klischeevorstellungen

sowohl von der eigenen als auch von

der fremden Kultur korrigiert werden.

5. Arbeitsformen

Die Arbeitsformen im Fremdsprachenunterricht

sind jeweils

— der Erarbeitung neuer Lerninhalte,

— der Sicherung und

— Kontrolle des Unterrichtsertrages,

— dem Erwerb von Techniken zum selbständigen

Spracherwerb

anzupassen. Sie sind so zu wählen, daß jeder Schüler

aktiviert und seine Kreativität gefördert wird.

Sie müssen außerdem im Einklang mit den jeweiligen

Teillernzielen stehen.

Zur Sicherung des Unterrichtsertrages ist den

mündlichen und schriftlichen Übungen und dem

Wiederholen (Automatisierung) breitester Raum zu

widmen. Die laufende Kontrolle des Unterrichtsertrages

ist unerläßlich, und zwar zur Kontrolle und

Selbstkontrolle des Schülers sowie zur Selbstkontrolle

des Lehrers. Der Schüler soll im Rahmen

aller Arbeitsformen zum kritischen und möglichst

selbständigen Gebrauch der Lernhilfen, vor allem

des Wörterbuchs, erzogen werden.

Folgende Arbeitsformen — gegebenenfalls unter

Einsatz audio-visueller Hilfsmittel — bieten sich

an

— Lehrer-Schüler-Gespräch

Die Aufgabe des Lehrers ist es vor allem, die

nötigen Gesprächsanleitungen und Stimuli zu

geben.

— Schülergespräch

Die Gesprächsinitiative ist weitgehend den

Schülern zu überlassen, der Lehrer greift nur

ein, um Anweisungen zu geben, um die erforderlichen

sprachlichen Mittel bereitzustellen

und um zu korrigieren.

— Rollenspiel und szenische Darstellung

Dieser Arbeitsform kommt zur Erlangung einer

kommunikativen Kompetenz große Bedeutung

zu. Außerdem trägt sie der auf dieser Altersstufe

besonders ausgeprägten Spielbereitschaft

Rechnung. Sie reicht von der wörtlichen Wiederverwendung

vorgegebener Dialoge bis zur

spontanen Gesprächserfindung.

— Sprachspiele und Wettbewerbe.

— Partner- und Gruppenarbeit

Sie fördert soziales Verhalten (Teamwork) und

eignet sich insbesondere zur Einübung von

Strukturen (Mikrokonversation), zur Ausarbeitung

von Kurzdialogen, zur Erarbeitung und

Ausarbeitung von Texten usw. Die Gruppengröße

soll im allgemeinen vier Schüler nicht

übersteigen.

— Einzelarbeit des Schülers

Verschiedene schriftliche Übungen, stilles

Lesen, gelegentliches Übersetzen usw.

— Kurze Redeübungen

Aus dem persönlichen Erlebnis- und Interessensbereich

des Schülers (Hobby, Konflikte

usw.) frei oder mit Hilfe eines Stichwortkonzeptes.

Das Vorlesen oder Aufsagen fertig formulierter

Texte widerspricht dem Zweck dieser

Arbeitsform.

— Lehrervortrag

Vor allem zur Darbietung von Lerninhalten, die

durch andere Arbeitsformen nicht auf ökonomische

Weise vermittelt werden können.

Zur Aufrechterhaltung des Interesses sind die

Arbeitsformen zu variieren. Die Arbeitsaufträge

müssen stets klar sein, ihre Durchführung darf den

Schüler weder von der Sprache noch vom Inhalt

her überfordern.

6. Progression

Die Progression im Bereich der sprachlichen

Mittel richtet sich nach der Häufigkeit der sprachlichen

Elemente, nach den Erfordernissen der jeweiligen

Kommunikations- bzw. Unterrichtssituation

und nach lernökonomischen Erwägungen (aufsteigend

vom Leichteren zum Schwierigeren). Neben

der systematischen Progression, wie sie der Lehrplan

vorsieht, kann die Vorwegnahme einzelner

Elemente aus späteren Progressionsstufen erforderlich

sein, ohne daß jedoch diese Elemente in ein

vollständiges System eingeordnet werden müssen

(zB „Je voudrais" ohne die Kategorie „conditionnel";

fallweises gérondif ohne die Kategorie „participe

présent"). Diese vorweggenommenen Elemente

haben jedoch i. a. nicht Gegenstand der

Benotung zu sein.

Mit zunehmenden Kenntnissen tritt das Kriterium

der Häufigkeit immer mehr in den Hintergrund.

Die Grundtypen der Kommunikationssituationen

bleiben im wesentlichen dieselben, doch ergibt

sich eine Steigerung der sprachlichen Kompetenz

der Schüler durch

— komplexere und abstraktere Themenbereiche,

— erhöhte Anforderungen beim Verstehen von

Hör- und Lesetexten (genaueres Verstehen

schwierigerer und/oder längerer Texte, eventuell

erschwerte Hörbedingungen usw.),

— den nuancierteren Ausdruck von Redeabsichten

und Gefühlen,

— die sprachliche Bewältigung einer längeren

zusammenhängenden Gedankenfolge,

— erhöhte Verfügbarkeit und Geläufigkeit im

sprachlichen Ausdruck.

7. Querverbindungen

Querverbindungen vom Französischen sind

grundsätzlich zu allen Gegenständen möglich und

wünschenswert. Sie können sowohl durch Hereinnahme

von Kenntnissen, Fertigkeiten, Erfahrungen

und Informationen aus anderen Gegenständen in

den Französischunterricht als auch durch gemeinsame

Unterrichtsplanung zweier oder mehrerer

Gegenstände verwirklicht werden. Zu den Sprachgegenständen

werden die Querverbindungen vor

allem nach kontrastiven Prinzipien erfolgen, während

die in den anderen Gegenständen erworbenen

Fertigkeiten, Kenntnisse, Erfahrungen und Informationen

zum besseren Verständnis der Hör- und

Lesetexte beitragen und die richtige Anwendung

des Französischen in den verschiedenen Kommunikationssituationen

fördern.

8. Lehrwerke und Lehrmaterialien

Grundlage für den Unterricht ist der Lehrplan

(Lernziele, Lerninhalte, Progression, didaktische

Grundsätze usw.).

Das Lehrwerk („Lehrbuch" mit Ergänzungen,

wie Arbeitsbuch, grammatisches Beiheft, audiovisuelle

Materialien usw.) ist ein Hilfsmittel zur

Erreichung der Bildungs- und Lernziele des Lehrplans.

Von einem Lehrwerk ist einerseits nicht zu

erwarten, daß es alle Bereiche, die der Lehrplan

vorsieht, abdeckt, noch ist der Lehrer verpflichtet,

alles im Unterricht darzubieten, was im Lehrwerk

aufscheint.

Zur besseren Motivation und zur Erfüllung des

Lehrplanes ist die Heranziehung von Zusatzmaterialien

unerläßlich (aktuelle Texte aus den Medien,

literarische Texte, bandes dessinées, Diapositive,

Filme, Tonbandaufnahmen usw.).

Das Lehrwerk kann nach den Bedürfnissen des

Unterrichts abgeändert, ergänzt oder gekürzt werden.

Dabei ist darauf zu achten, daß für den Schüler

keine Unklarheiten hinsichtlich der Anforderungen

entstehen.

Der wohlüberlegte, gezielte Einsatz von audiovisuellen

Hilfsmitteln (Tonband, Kassette, Schallplatte,

Sprachlabor, Bildprojektion, Video, Film)

fördert die Motivation und steigert in vielen Bereichen

den Unterrichtsertrag. Jedoch darf der Einsatz

der audio-visuellen Hilfsmittel nicht Selbstzweck

sein."

6. In der Anlage A, sechster Teil, lautet der die

Pflichtgegenstände „Italienisch" und „Russisch"

betreffende Teil

„Italienisch

Bildungs- und Lehraufgabe

Wichtigstes Ziel des Fremdsprachenunterrichtes

ist der Aufbau einer altersgemäßen Kommunikationsfähigkeit.

Dadurch sollen die Schüler in die

Lage versetzt werden, in der Fremdsprache situationsgerecht

zu handeln, dh. Gehörtes und Gelesenes

zu verstehen und sich mündlich und schriftlich

auszudrücken. Weiters sollen durch den Erwerb

einer Fremdsprache und von Kenntnissen aus Landes-

und Kulturkunde eine aufgeschlossene Haltung

gegenüber Menschen anderer Sprachgemeinschaften

und deren Lebensweise entwickelt und

entfaltet werden.

Eine positive Einstellung zum Fremdsprachenerwerb

wird dadurch erreicht, daß die Schüler die

Möglichkeit vorfinden, einerseits ihre Interessen

und Bedürfnisse auszudrücken, andererseits durch

Zuhören und Gespräch zur Zusammenarbeit in der

Gemeinschaft geführt werden.

Hörverstehen

Die Schüler sollen fähig werden, gesprochene

Sprache in direktem Kontakt über die Medien zu

verstehen. Diese Forderung bezieht sich auf die

Aussprachen mit nur geringen regionalen soziokulturellen

Varianten sowie durchschnittliche Sprechgeschwindigkeit.

Sprechen

Schüler sollen

1. in der Fremdsprache am Unterricht teilnehmen,

2. auftretende Sprachanlässe in der Klassensituation

bewältigen,

3. wichtige Alltagssituationen außerhalb der

Schule sach-, situations- und partnergerecht

ausdrücken.

Leseverstehen

Die Schüler sollen erlernen, den Sinn von für sie

altersadäquaten fremdsprachigen Texten selbständig

zu erfassen, damit die Freude am Umgang mit

altersgemäßer fremdsprachlicher Lektüre geweckt

wird.

Schreiben

Die Schüler sollen lernen, sich in der Fremdsprache

zu altersgemäßen Anliegen vorwiegend in

jenen Formen schriftlich auszudrücken, welche von

kommunikativem Wert sind und/oder die Kreativität

fördern.

Die Schüler sollen das Funktionieren der Sprache

als Mittel der Kommunikation erleben. Sie sollen

die Beziehungen der sprachlichen Äußerungen

zueinander und deren Gebundenheit an bestimmte

Situationen verstehen sowie imstande sein, Sprechintentionen

zu erkennen und darauf entsprechend

zu reagieren.

Lehrstoff

1. Klasse (5 Wochenstunden)

Hörverstehen

Der Schüler soll dazu gebracht werden, sehr

kurze Texte, die jedoch authentischen Vorbildern

bei annähernd normaler Sprechgeschwindigkeit

und ungestörten Hörbedingungen entsprechen, zu

verstehen.

Der Schüler soll

— einfache Äußerungen, wie Anweisungen, Fragen

und Auskünfte des Lehrers, verstehen,

— das Klassengespräch verstehen,

— kurze Texte verstehen, die aus bekannten Elementen

in veränderter Anordnung bestehen,

— Hörtexte über schon behandelte Themen verstehen,

auch wenn einige unbekannte Elemente

mitverstanden werden müssen, die keine Schlüsselfunktion

haben.

Leseverstehen

In der 1. Klasse wird der Schüler zum stillen

sinnerfassenden Lesen hingeführt (Textsorten siehe

Didaktische Grundsätze).

Der Schüler soll

— Aufschriften, Hinweise, kurze Mitteilungen,

Glückwünsche, Anordnungen usw. verstehen,

— kurze Briefe persönlichen Inhalts verstehen,

— dialogische Texte verstehen, welche die Basis

für die Entwicklung der Sprechfertigkeit bilden,

— einfache Erzähltexte, die die passive, kommunikative

Kompetenz der Schüler kaum übersteigen,

auch selbständig lesen und verstehen,

— einfache Lieder und Gedichte verstehen.

Sprechen

Unter Ausnützung der für diese Altersstufe charakteristischen

Sprechfreudigkeit bildet die Schulung

der mündlichen Ausdrucksfähigkeit (einschließlich

der Hinführung zur richtigen Aussprache

und Intonation und Sprechrhythmus) einen

Schwerpunkt des Unterrichts der 1. Klasse. Der

kommunikativen Aktivität ist Vorrang zu geben.

Die Sprechanlässe sollen auf die Erfahrungen und

Interessen der Schüler abgestimmt sein bzw. die

Schüler auf mögliche Situationen und Rollen vorbereiten,

in denen sie sich der Fremdsprache bedienen

müssen.

Der Schüler soll

— sich am Gespräch mit dem Lehrer und den Mitschülern

beteiligen,

— situationsbedingte Sprechinitiativen aufnehmen

und fortführen,

— Gefühle und Wünsche in einfacher Form erfragen

und äußern,

— Informationen im Rahmen erarbeiteter Themen

in einfacher Weise erfragen und geben,

— einfache Reime und Sprüche aufsagen; kurze

Spielszenen planen und realisieren,

— in gelenkter Form kurze zusammenhängende

Äußerungen zu einzelnen erarbeiteten Themen

machen, zB Personen und Tiere beschreiben.

Schreiben

Das Schreiben hat in der 1. Klasse zunächst vorwiegend

die Funktion, das im Gesprochenen

Erworbene zu festigen; es ist allmählich zu einer

eigenständigen Fertigkeit zu entwickeln. Die

schriftlichen Äußerungen sollen den Erfahrungen

und Interessen der Schüler entsprechen, wobei die

kommunikative Funktion am jeweiligen Text

erkennbar sein soll.

Der Schüler soll

— mit Hilfe erarbeiteten Textmaterials kurze, persönliche

Aussagen verfassen,

— kurze schriftliche Äußerungen (Bitten, Aufforderungen,

Hinweise, Einladungen usw.) abfassen,

— einfachste Briefe persönlichen Inhalts verfassen.

Themen und Wortschatz

Die Auseinandersetzung mit den Themen soll

von konkreten Kommunikationsanlässen ausgehen,

die Schüler auf eine vorstellbare Wirklichkeit vorbereiten

und ihnen Freude machen.

Für die 1. Klasse sind Themen aus dem unmittelbaren

Erlebnisbereich der Schüler mit folgenden

Schwerpunkten zu wählen

— das Kind und seine Familie (zB Familienmitglieder,

Beruf, Wohnen, Name, Alter . . .),

— das Kind und sein Freundeskreis (zB Freundschaft

schließen, gemeinsame Beschäftigung

— das Kind und sein Alltag (zB Kalender, Uhrzeit,

Essen, Trinken, Bekleidung . . .),

— das Kind in der Schule (zB Klassenzimmer,

Hausübung, Tagesablauf . . .),

— das Kind, seine Interessen, sein Erleben (zB

Märchen, Fabeln, Spiele, Hobbies, Haustiere

Sprachliche Mittel

Zur Bewältigung der genannten Kommunikationssituationen

und Themenbereiche benötigt der

Schüler folgende sprachliche Mittel

a) Phonetik

— Zusammenstellung jener italienischen Phoneme,

die zur Bewältigung spezifischer Schwierigkeiten

deutschsprachiger Schüler erforderlich

sind (vor allem: Unterschied zwischen

stimmhaften und stimmlosen Konsonanten und

zwischen einfachen und Doppelkonsonanten),

— die wesentlichen italienischen Intonationsmuster,

— Rhythmus, annähernd natürliches Sprechtempo.

b) Wortschatz

Anzustreben ist zunächst ein Basiswortschatz,

der sich aus den behandelten Themen, Situationen,

Sprechfunktionen sowie Rede- und Schreibanlässen

bzw. deren Häufigkeit, Brauchbarkeit und

Erlernbarkeit ergibt.

c) Grammatik

Der Erwerb von Kenntnissen und Fertigkeiten

auf dem Gebiet der Grammatik soll ständig im

Dienste der Kommunikation stehen. Rezeptiv

ermöglicht sie das Lese- und Hörverstehen; produktiv

sichert sie den mündlichen und schriftlichen

Ausdruck. Regelerarbeitung und Grammatikübungen

sollen aus Kommunikationssituationen erwachsen

und auf diese bezogen sein.

Auswahl und Vermittlung der grammatikalischen

Formen und syntaktischen Strukturen richten

sich nach Erfordernissen der Fertigkeitsbereiche

und Themen.

Aussprache

Die Schüler sollen eine Aussprache erwerben, die

dem gebräuchlichen Italienisch möglichst nahekommt.

Dazu ist es notwendig, daß die Schüler lernen

— die der Muttersprache fremden Phoneme auszusprechen

(zB gn, gl, r, Doppelkonsonanten,

stimmhaftes und stimmloses „s" und „z" ...),.

— die bedeutungsunterscheidenden Phoneme zu

erkennen und zu beachten (zB prenderai —

prenderei),

— sinngemäß zu betonen,

— die wichtigsten Intonationsmuster zu erkennen

und zu verwenden.

Sprachfunktionen und Situationen

Sprachfunktionen stehen grundsätzlich im

Zusammenhang mit konkreten Kommunikationssituationen,

die sich im Klassengespräch oder in

Anlehnung an die vorgesehenen Themen ergeben.

Sie können in folgenden Situationen verwirklicht

werden

— Rezeptiv

Die Schüler in ihrer aktiven Rolle als Hörer

und Leser von Textmaterial.

— Produktiv

Die Schüler in der Klassengemeinschaft, in

ihrer Familie und Umwelt.

— Die Schüler in Kontakt mit italienischsprachigen

Menschen im eigenen Land und im Ausland.

— Die Schüler in Situationen, in denen sie ihre

Kreativität und Fantasie einsetzen können.

Schriftliche Arbeiten

Schul- und Hausübungen.

Vier Schularbeiten, davon eine im ersten Semester

(nicht vor Ende November).

2. Klasse (4 Wochenstunden)

Hörverstehen

Die Schulung des Hörverstehens wird in der

2. Klasse systematisch weitergeführt. Art und Funktion

der Hörtexte bedingen die Aufgabenstellung

(Global-, Detailverstehen). Es sind Texte heranzuziehen,

die von kommunikativem Wert sind und

authentischen Vorbildern nahekommen (Textsorten

siehe Didaktische Grundsätze).

Der Schüler soll wie in der 1. Klasse, jedoch in

entsprechend schwieriger Form

— einfache Äußerungen, wie Anweisungen, Fragen

und Auskünfte des Lehrers, verstehen,

— das Klassengespräch verstehen,

— kurze Texte verstehen, die aus bekannten Elementen

in veränderter Anordnung bestehen,

— Hörtexte zu einem zu behandelnden Thema

verstehen, auch wenn einige unbekannte Elemente

mitverstanden werden müssen, die keine

Schlüsselfunktion haben,

— zusätzlich einen längeren Hörtext, der den

rezeptiven Wortschatz der Schüler kaum übersteigt,

im wesentlichen erfassen.

Leseverstehen

Die Schulung des Leseverstehens wird in der

2. Klasse weitergeführt. Der Schwerpunkt innerhalb

dieser Fertigkeit liegt dabei auf dem stillen,

sinnerfassenden Lesen. Im Bereich des Leseverstehens

werden die Anforderungen an die Schüler von

der Textsorte (siehe Didaktische Grundsätze) und

vom Zweck des Lesens (globales Verstehen — Verstehen

von Details) bestimmt.

Der Schüler soll

— Aufschriften, Hinweise, kurze Mitteilungen,

Glückwünsche, Anordnungen usw. verstehen,

die in morphologischer, syntaktischer und

inhaltlicher Hinsicht auf die im ersten Lernjahr

erworbene kommunikative Kompetenz aufbauen,

— kurze Briefe altersbezogenen Inhaltes verstehen,

— einfache Texte, die den rezeptiven Wortschatz

der Schüler nicht wesentlich übersteigen, auch

selbständig lesen und verstehen,

— kurze und einfache Texte verstehen, die ein zu

behandelndes Thema illustrieren,

— einfache Lieder und Gedichte verstehen.

Sprechen

Einen Schwerpunkt im Unterricht bildet die

Schulung der mündlichen Ausdrucksfähigkeit unter

Ausnützung der Sprechfreudigkeit der Schüler. Der

kommunikativen Betätigung ist Vorrang zu geben.

Die Sprechanlässe sollen auf die Erfahrungen und

Interessen der Schüler abgestimmt sein bzw. die

Schüler auf mögliche Situationen und Rollen vorbereiten,

in denen sie sich der Fremdsprache bedienen

müssen.

Die Schüler sollen

— sich am Gespräch mit dem Lehrer und den Mitschülern

beteiligen,

— Kontakte aufnehmen und fortführen,

— Gefühle, Wünsche, Meinungen, Absichten und

Bedürfnisse in einfacher Form erfragen und

äußern,

— Informationen im Rahmen erarbeiteter Themen

in einfacher Weise erfragen und geben,

— kurze Spielszenen planen und realisieren,

— in gelenkter Form kurze, zusammenhängende

Äußerungen über Erlebtes, Beobachtetes oder

Gelesenes machen.

Schreiben

Der Aufbau der schriftlichen Kommunikationsfertigkeit

wird in der 2. Klasse weitergeführt. Die

schriftlichen Äußerungen sollen den Erfahrungen

und Interessen der Schüler entsprechen, wobei die

kommunikative Funktion erkennbar sein soll.

Der kommunikativen Betätigung ist Vorrang zu

geben.

Der Schüler soll

— kurze schriftliche Äußerungen (Bitten, Aufforderungen,

Hinweise, Einladungen usw.) abfassen,

— einfache Briefe altersgemäßen Inhalts verfassen,

— kurze Texte in einfacher Form verfassen, die in

unmittelbarem Zusammenhang mit Erlebtem,

Gehörtem, Beobachtetem und Gelesenem stehen,

— kurze, einfache Zusammenfassungen schreiben.

Themen und Wortschatz

Aufgreifen und fallweise Erweiterung der Themenbereiche

aus der 1. Klasse; es gelten weiterhin

die für die 1. Klasse angeführten Grundsätze.

Themen aus dem Erlebnisbereich der Schüler mit

folgenden Schwerpunkten sind zu wählen

— das Kind, seine Familie (zB Zusammenleben,

Einladen, Feste feiern, Telefonieren, Buchstabieren

. . .),

— das Kind und seine Umwelt (zB Verkehr,

Unfall, Schulweg, Wetter, Natur, gefährdete

Umwelt...),

— das Kind und seine Wünsche (zB Sport, Spiele,

Brieffreundschaften, andere Länder ...),

— das Kind und sein Alltag (zB Schule, Tagesablauf,

Einkaufen, Essen, Trinken ...),

— das Kind und sein Erleben (zB Freundschaften,

Konflikte ...),

— das Kind und seine Phantasiewelt (zB Märchen,

Fabeln, Abenteuer, Träume ...).

Der Aufbau und die Festigung eines grundlegenden,

dem täglichen Leben und der Umwelt der

Schüler entsprechenden Wort- und Phrasenschatzes

ist weiterzuführen.

Grammatik

Grammatische Strukturen dienen der Bedeutungserfassung

und Ausdruckssicherung. Daher

richten sich Auswahl und Vermittlung nach den

Erfordernissen der Fertigkeitsbereiche und Themen.

Der kommunikativ aufbereitete Grammatikstoff

der 1. Klasse ist gezielt zu wiederholen und zu

erweitern.

Sprachfunktionen und Situationen: wie 1. Klasse.

Aussprache: wie 1. Klasse.

Rechtschreibung: wie 1. Klasse.

Schriftliche Arbeiten

Schul- und Hausübungen.

Sechs Schularbeiten, je drei im Semester.

3. Klasse (3 Wochenstunden)

Hörverstehen

Weiterführung der Schulung des Hörverstehens

mit dem Ziel, die Schüler in zunehmendem Maße

zu befähigen, verschiedene Textsorten aus ihrem

Interessensbereich zu verstehen; der rezeptive

Wortschatz soll nicht überschritten werden.

Leseverstehen

Weiterführung des Leseverstehens mit dem Ziel,

die Schüler im zunehmendem Maße zu befähigen,

verschiedene Textsorten aus ihrem Interessensbereich

zu verstehen und ihre Freude am Lesen zu

fördern; Benützung des Wörterbuches.

Sprechen

Erweiterung und Vertiefung der Vorkenntnisse,

Hinführen zu selbständiger Anwendung des in den

ersten beiden Lernjahren Erarbeiteten (zB über

Erlebtes, Beobachtetes oder Gelesenes zusammenhängend

sprechen; Wünsche, Meinungen, Absichten

und Bedürfnisse erfragen und äußern).

Schreiben

Erweiterung und Festigung des erworbenen

Sprachschatzes, Hinführen zur zunehmend selbständigen

Anwendung (zB selbständig Briefe abfassen,

kurze Texte in einfacher Form verfassen, die in

unmittelbarem Zusammenhang mit Erlebtem,

Gehörtem, Beobachtetem und Gelesenem stehen).

Themen und Wortschatz

In der 3. Klasse ist der zunehmenden Reife und

der erweiterten Interessenslage bei der Themenwahl

und ihrer Behandlung Rechnung zu tragen;

landeskundliche Informationen, die für diese

Altersstufe von Interesse sein können (zB Alltag

und Schule, Freizeit, in Italien Erlebtes und

Erdachtes) sollen eingebracht werden können.

Grammatik

Der Grammatikstoff der ersten beiden Klassen

ist, stets kommunikationsbezogen, gezielt zu wiederholen

und zu erweitern.

Sprachfunktionen und Situationen: (siehe Didaktische

Grundsätze).

Schriftliche Arbeiten

Schul- und Hausübungen.

Sechs Schularbeiten, je drei im Semester.

4. Klasse (3 Wochenstunden)

Hörverstehen

Weiterführung der Schulung des Hörverstehens;

die Schüler sollen in zunehmendem Maße befähigt

werden, Hörtexte zu verschiedenen Themen zu

verstehen; es sollen auch längere und komplexere

Texte mit einer größeren Anzahl an unbekannten

Sprachelementen im wesentlichen verstanden werden.

Leseverstehen

Weiterführung der Schulung des Leseverstehens

mit dem Ziel, die Schüler zu befähigen, mit fremdsprachigen

Texten umzugehen und ihre Freude am

Lesen zu fördern (Erzählungen, Sachtexte aus

Bereichen des täglichen Lebens und der Landeskunde,

persönliche Mitteilungen auch in Handschrift);

Benützung des Wörterbuches.

Sprechen

Erweiterung und Vertiefung der Vorkenntnisse

(zB über Erlebtes, Beobachtetes, Gehörtes oder

Gelesenes zusammenhängend berichten, Wichtiges

beschreiben, emotioneile Haltungen ausdrücken,

Spielszenen planen und realisieren).

Schreiben

Der in den vorhergehenden Lernjahren erworbene

Sprachschatz soll gefestigt werden und für das

Abfassen einer Reihe verschiedener Textarten verfügbar

sein (zB selbständig Notizen machen und

verwerten; nach Muster Anfragen an Institutionen

richten, eine Erzählung fortsetzen).

Themen und Wortschatz

Einerseits wird der zunehmenden Reife und

erweiterten Interessenslage Rechnung zu tragen

sein, andererseits ist bei der Themenwahl und ihrer

Behandlung darauf bedacht zu nehmen, daß die

Imaginationsbereitschaft in diesem Alter stark ausgeprägt

ist (zB Tatendrang, Abenteuerlust ...).

Grammatik

Der Grammatikstoff der vorangegangenen Jahre

ist, stets kommunikationsbezogen, zu wiederholen

und zu erweitern.

Sprachfunktionen und Situationen: (siehe Didaktische

Grundsätze).

Schriftliche Arbeiten

Schul- und Hausübungen.

Sechs Schularbeiten, je drei im Semester.

Didaktische Grundsätze

1. Allgemeines

Die Wahl der Unterrichtsmethoden steht dem

Lehrer grundsätzlich frei; auf den neuesten Stand

der Wissenschaft sowie auf die spezifischen Bedürfnisse

der Klassen ist Bedacht zu nehmen. Der

Methodenvielfalt ist gegenüber jeder einseitigen

Vorgangsweise der Vorzug zu geben.

Bei der Erarbeitung des Lehrstoffes sind die

Schüler zu möglichst großer Selbsttätigkeit anzuleiten,

wofür sich soziale Arbeitsformen (zB Partner-

und Gruppenarbeit) besonders eignen.

Von Beginn an ist Italienisch die Unterrichtssprache.

Von diesem Grundsatz kann gelegentlich

abgewichen werden (Erklärungen von Strukturen

usw.).

Der Veranschaulichung kommt in allen Phasen

des Spracherwerbes größte Bedeutung zu. Audiovisuelle

Medien (Tuchtafel, Tafelskizze, Folie,

Gegenstände, Wandbilder, Filme, Dias, Video,

Tonträger, Wort- und Bildkarten) sind möglichst

häufig einzusetzen. Dem Spielerischen und Musischen

kommt Bedeutung zu. Reime, Lieder und

Spiele (Rollenspiele, Ratespiele, Denkspiele usw.)

sind wirkungsvolle Motivationsträger. Sie ermöglichen

es dem Lehrer, sehr viel Abwechslung in das

Unterrichtsgeschehen zu bringen, darüber hinaus

auch grundlegende Redemittel in einer die Schüler

sehr ansprechenden Form zu üben, zu festigen und

anzuwenden. Lehrbuchdialoge sollen möglichst

situativ umgesetzt werden.

Bei der Auswahl der Themen ist innerhalb des

vorgesehenen Rahmens auf die individuellen

Bedürfnisse der Klasse einzugehen.

Die Auseinandersetzung mit Themen soll von

Kommunikationssituationen ausgehen. Landes- und

kulturkundliche Informationen sollen mit den

übrigen Themen sinnvoll verbunden werden. Das

Vermitteln und Abprüfen von isolierten Informationen

ist zu vermeiden.

Bei der Behandlung von Themen sind nach Möglichkeit

Querverbindungen zu anderen Gegenständen

herzustellen.

Einerseits ist das Erreichen von Sprachrichtigkeit

anzustreben. Andererseits ist den Schülern auch

Gelegenheit zu geben, im freien Gebrauch das bisher

Gelernte zu „erproben", auch wenn dabei Fehler

gemacht werden.

Das Hinweisen auf Fehler soll die Schüler zum

richtigen Sprachgebrauch und längerfristig zu einer

Erweiterung ihrer sprachlichen Kompetenz führen.

Korrekturen sind so vorzunehmen, daß das Selbstwertgefühl

der Schüler nicht beeinträchtigt wird.

Beim Sprechen sollen die natürlichen Sprechsituationen

und die Kommunikation durch Korrekturen

möglichst wenig gestört werden. Dies bedingt aber

regelmäßige Diagnose mit zielgerichteten Übungen

in späteren Phasen.

2. Erwerb der vier Fertigkeiten

Die Fertigkeiten können in der Regel nicht isoliert

voneinander unterrichtet werden, da Sprachhandeln

mehrere Fertigkeiten umfaßt und die Fertigkeiten

einander in vielfältiger Weise beeinflussen.

Die Schüler werden mit einer Vielzahl von

Situationen und Texten in verschiedenen thematischen

Zusammenhängen konfrontiert. Sie sollen

sich mit ihnen auseinandersetzen, sie müssen

reagieren und sollen eigene sprachliche Äußerungen

bzw. Texte produzieren.

Grundsätzlich wird zwischen Textsorten unterschieden,

die der Schüler produktiv beherrschen

soll (zB: Brief), und solchen, bei denen das Verstehen

der Hauptzweck ist (zB: Aufschriften,

Gebrauchsanweisungen, längere erzählende Texte).

Übungen sind nur dann sinnvoll, wenn erkennbar

ist, daß sie Voraussetzung für das Gelingen von

Kommunikation sind. Auch beim Üben von Teilfertigkeiten

(zB: Üben sprachlicher Formen) soll

deren Wert für eine spätere kommunikative Aufgabe

ersichtlich sein. Die Wahl der Übungsformen

richtet sich nach den Situationen und Textsorten.

Hören

Regelmäßige Hörübungen sollen das Verstehen

von akustisch wahrgenommenem Italienisch schulen,

und zwar

— das Erfassen des inhaltlich Wesentlichen,

— das Erfassen bestimmter Einzelheiten,

— das Erschließen von unbekanntem Sprachmaterial

aus dem Zusammenhang.

Außerdem leisten sie einen Beitrag

— zur Verbesserung der Aussprache und der Intonation,

— zur Erweiterung und Festigung des Wort- und

Phrasenschatzes und der Strukturen,

— zur Sachinformation,

— zur Gesprächsmotivation.

Als Textsorten kommen vor allem in Frage

— Gespräche, Interviews, kurze Spielszenen,

— einfache Sachtexte, Erzählungen, Fabeln, Märchen,

Beschreibungen, Berichte.

Hörtexte sollen einen Anreiz zum Gespräch bieten.

Wenn nötig, soll sprachliche und situative Vorentlastung

geboten werden.

Als Übungs- und Überprüfungsformen eignen

sich besonders

— Aufträge ausführen (zB: Zeichnungen anfertigen

bzw. vervollständigen),

— Aussagen als richtig oder falsch erkennen,

— Aussagen in eine dem Text entsprechende Reihenfolge

bringen,

— Notizen machen, Zusammenfassungen erstellen,

— Informationen in einen Raster eintragen (Zeit-,

Ortsangaben, Eigenschaften usw.).

Lesen

Der Schwerpunkt des Lesens liegt auf dem stillen,

sinnerfassenden Lesen. Dieses zielt darauf ab

— Freude am Lesen zu fördern,

— einem Text Einzelinformationen zu entnehmen

(intensives Lesen),

— das Wesentliche eines Textes zu erfassen

(extensives Lesen),

— unbekanntes Sprachmaterial aus dem Zusammenhang

zu erschließen.

Außerdem leistet es einen Beitrag

— zur Erweiterung und Festigung des Wort- und

Phrasenschatzes und der Strukturen,

— zur Gesprächsmotivation.

Die Arbeit mit den Texten richtet sich nach der

Textsorte und dem Unterrichtsziel. Beim extensiven

Lesen werden längere Texte mit dem Ziel gelesen,

den Inhalt im allgemeinen zu verstehen und

auch die Freude am Lesen zu wecken (auch als

Anregung zur persönlichen Lektüre). Die dafür

verwendeten Texte sollen die Sprachkenntnis der

Schüler in den sinntragenden Teilen möglichst

nicht übersteigen. Das Verlangen unwesentlicher

Einzelheiten kann diese Zielsetzung zunichte

machen.

Beim intensiven Lesen steht das Detailverstehen

im Vordergrund. An die inhaltliche Auswertung

des Textes kann eine sprachliche angeschlossen

werden (zB: Unterstreichen bestimmter Formen).

Das stille Lesen als Normalfall des Kontaktes mit

schriftlichen Texten mit dem Ziele des Leseverstehens

ist etwa ab der Mitte des ersten Lernjahres,

besonders aber ab dem dritten Lernjahr, mit wachsender

Häufigkeit zu üben.

Als Textsorten kommen vor allem in Frage Informationen

wie

— verschiedene Aufschriften, Briefe, Sachtexte

(Rezepte, Spiel- und Bastelanleitungen, Preislisten,

Stadtpläne, Speisekarten, Veranstaltungsprogramme,

Annoncen, Prospekte, Plakate

usw.),

— erzählende Texte (Märchen, Fabeln, Anekdoten,

Geschichten aus Alltag und Phantasiewelt,

Abenteuergeschichten, Fumetti usw.),

— Berichte und Beschreibungen,

— Gedichte, Lieder.

Als Übungs- und Überprüfungsformen eignen

sich besonders

— Aussagen als richtig oder falsch erkennen,

— Textteile in der richtigen Reihenfolge anordnen,

— Notizen machen,

— Informationen in einen Raster eintragen,

— Zusammenfassungen erstellen,

— in einfacher Form mündlich oder schriftlich

Stellung nehmen.

Lautes Lesen dient zur Schulung der Aussprache

und Intonation, der Mitteilung (Hausübung,

Ergebnis einer Gruppenarbeit usw.) und der Vorbereitung

auf szenische Darstellung. In der Regel sollen

nur vorbereitete Texte von den Schülern laut

gelesen werden. Leseverstehen wird durch lautes

Lesen nicht erreicht.

Sprechen

Im Unterricht soll viel gesprochen werden, wobei

Themenvielfalt und Beteiligung aller Schüler anzustreben

sind. Das natürliche Mitteilungsbedürfnis

und die Sprechfreudigkeit der Schüler sollen

genützt und gefördert werden.

Dafür eignen sich

— Themen, die die Schüler interessieren,

— natürliche Gesprächssituationen in der Klasse,

— spielerisches Simulieren von Situationen,

— Sprechanreize durch Bilder (fumetti usw.) und

Texte,

— Sprechimpulse, die durch den Lehrer gesetzt

werden,

— der Einsatz von Austauschassistenten oder italienischsprachigen

Gästen.

Als Übungs- und Überprüfungsformen des Sprechens

bzw. des Gespräches eignen sich besonders

— Nachsprechen, Wiedergeben von Auswendiggelerntem

(Artikulationsschulung, Transferübung),

— Antworten auf Lehrer- und Schülerfragen,

— kurze Dialoge, Partnergespräche, Rollenspiele,

Interviews,

— Gruppengespräche, Klassengespräche,

— Spiele, Aufführen von Spielszenen, Singen,

Reime, Sprüche,

— Berichte, Beschreibungen, Sprechen über Bilder,

freie Wiedergabe des Inhaltes von Gelesenem

und Gehörtem, Stellungnahmen,

— zusammengefaßte mündliche Wiedergabe eines

schriftlich erarbeiteten Themas.

Innerhalb der Vielfalt der Übungsformen sind

zwei grundlegende Vorgangsweisen zu unterscheiden,

deren Einsatz vom jeweiligen Übungszweck

abhängt

— Redemittel werden erarbeitet bzw. vorgegeben;

davon ausgehend, erbringen die Schüler in

gelenkter Form oder in freiem Transfer eigene

Leistungen;

— die Schüler versuchen eine Sprechsituation

ohne gezielte Vorbereitung zu bewältigen; der

Lehrer hilft unaufdringlich und ohne Zeitdruck

zu erzeugen weiter, damit einerseits das

Gespräch nicht versiegt, andererseits ein Übersetzen

aus der Muttersprache vermieden wird.

Von Beginn an soll ein natürliches Sprechtempo

angestrebt werden. Die dem Deutschen fremden

Laute, die bedeutungsunterscheidenden Phoneme,

die Intonation und der italienische Sprechrhythmus

müssen vor allem imitativ eingeübt und bei Bedarf

wiederholt werden.

Für die Entwicklung der Sprechfertigkeit ist von

Anfang an neben der imitativen Erarbeitung der

Lehrwerkstexte den reaktiven Fähigkeiten des

Schülers Rechnung zu tragen, damit er nach und

nach befähigt wird, sich seinen eigenen Bedürfnissen

gemäß auszudrücken.

Schreiben

Übungen sollen organisch aus dem Unterrichtsgeschehen

erwachsen, in einem zeitlich angemessenen

Verhältnis zu den übrigen Phasen des Lernprozesses

stehen und kontextualisierbar sein. Schriftliche

Übungen sind in der Regel mündlich vorzubereiten;

bei produktiven Übungsformen soll der

Kreativität und Eigenständigkeit der Schüler Spielraum

gegeben werden.

Geeignete Übungs- und Überprüfungsformen,

die der Vorbereitung und Entwicklung schriftlicher

Kommunikation dienen, sind vor allem

— Einsetz- und Zuordnungsübungen,

— Diktate (Lückendiktate),

— schriftliche Spiele und Rätsel,

— Notizenmachen,

— Sammeln von Aussagen zu einem Thema,

— Abfassen von persönlichen Briefen, Berichten,

Beschreibungen, Zusammenfassungen und kurzen

Erzählungen.

Für das Abfassen eigener Texte sind den Schülern

nach Möglichkeit Muster zur Verfügung zu

stellen; mit zunehmendem Lernfortschritt ist die

Unabhängigkeit von vorgegebenen Hilfen anzustreben.

3. Übersetzen

Gelegentlich können Übersetzungen von Texten

praktischen Inhalts (Rezepte, Arbeitsanweisungen,

Annoncen, Dolmetschen einfacher Sachverhalte)

geübt werden. Übersetzungen zur Erarbeitung von

grammatischen und idiomatischen Eigentümlichkeiten

können in Ausnahmefällen als lernunterstützende

Maßnahme eingesetzt werden. Sie dürfen

nicht Gegenstand von Leistungsfeststellungen sein.

4. Grammatik

Der Erwerb von Kenntnissen und Fertigkeiten

auf dem Gebiet der Grammatik soll ständig im

Dienst der Kommunikation stehen. Rezeptiv

ermöglicht sie das Lese- und Hörverstehen; produktiv

sichert sie den mündlichen und schriftlichen

Ausdruck. Regelerarbeitungen und Grammatikübungen

sollen aus Kommunikationssituationen

erwachsen und auf diese bezogen sein.

Auswahl und Vermittlung der grammatikalischen

Formen und syntaktischen Strukturen richten

sich nach den Erfordernissen der Fertigkeitsbereiche

und Themen.

Der Begriff „Schwerpunkt" im Lehrstoff bezieht

sich auf grammatische Fertigkeiten und Kenntnisse,

deren aktive Beherrschung auf der jeweiligen

Schulstufe angestrebt werden soll. Die allfällige

Auswahl weiterer Grammatikstoffe für den vorwiegend

rezeptiven Gebrauch richtet sich nach den

Bedürfnissen, die aus der jeweiligen Lernsituation

entstehen.

Auch im kommunikativen Italienischunterricht

bildet das Üben grammatischer Formen einen wichtigen

Bestandteil des Lernprozesses. Da jedoch die

Beachtung formalgrammatischer Richtigkeit allein

noch keine sinnvolle Äußerung gewährleistet, sollen

grammatische Formen nicht losgelöst von

Redeabsicht und Situationsbezug geübt werden.

Zusammenfassungen und Übersichten dienen der

Verdeutlichung, zum besseren kognitiven Verständnis

und zum Einprägen. Lückenlose Darstellungen

(auch von Teilbereichen) um der systematischen

Vollständigkeit willen sind zu unterlassen.

Zu beachten ist, daß die Grammatik, die der

Schüler beim Sprechen und Schreiben frei verfügbar

hat, nicht identisch ist mit der im Unterricht

erarbeiteten. Die Fähigkeit der Schüler, in einer

Übung eine bestimmte Struktur korrekt einzusetzen,

bedeutet noch nicht, daß diese Struktur jederzeit

frei verfügbar ist.

5. Wortschatz

Im Bereich des Wortschatzes muß zwischen

rezeptiv und produktiv beherrschtem Wortmaterial

unterschieden werden. Der rezeptive Wortschatz

gewinnt vor allem bei der Entwicklung des sinnerfassenden

Hörens und Lesens große Bedeutung.

Wörter sollen in sinnvollen Kontexten vermittelt,

eingeübt und überprüft werden. Entscheidend für

den Unterrichtserfolg ist nicht die Zahl gelernter

Wörter, sondern ihre Verfügbarkeit für die Kommunikation;

unerläßliche Voraussetzung dafür ist

gründliches Einüben, ständiges Wiederholen und

häufiges Anwenden des kommunikationsbezogenen

Materials.

Bei der systematischen Arbeit am Wortschatz im

Unterricht muß das Vokabular so angeordnet werden,

daß begriffliche Zusammenhänge entstehen

(zB durch Gliederung nach Sach- und Handlungszusammenhängen,

Wortfeldern, Wortfamilien,

Erklärung durch Synonyme).

6. Sprachfunktionen und Situationen

Sprachfunktionen können in folgenden Situationen

verwirklicht werden

Soziale Kontakte herstellen und fortführen, zB

— jemanden ansprechen,

— jemanden/sich vorstellen,

— jemanden grüßen,

— jemanden einladen, eine Einladung annehmen/

ablehnen,

— sich entschuldigen,

— sich am Telefon melden,

— Dank ausdrücken;

Beziehungen regeln, zB

— Erlaubnis erbitten, erteilen, verweigern,

— Rat geben,

— nach dem Befinden fragen,

— jemanden warnen,

— jemanden loben,

— eine Bedingung und deren Folgen ausdrücken;

Kommunikation sicherstellen, zB

— um Aufmerksamkeit bitten,

— um Wiederholung und langsameres Sprechen

bitten,

— Nichtverstehen/Nichtwissen äußern,

— Rückfragen äußern;

Stellungnahmen abgeben, zB

— Zustimmung/Ablehnung ausdrücken,

— widersprechen/verneinen,

— eine Begründung geben/ erfragen,

— Vermutung/Zweifel äußern,

— Erwartung ausdrücken,

— Vorliebe ausdrücken,

— Vergleiche anstellen,

— sich über Vorhaben/Absichten äußern;

Wünsche und Bitten äußern bzw. erfragen, zB

— Glückwünsche aussprechen,

— Wünsche und Bitten vorbringen,

— Bitten erfüllen/abschlagen,

— etwas anbieten, annehmen/ablehnen;

Gefühle, Meinungen erfragen bzw. ausdrücken,

zB

— Gefallen, Mißfallen, Interesse, Begeisterung,

— Zuneigung, Abneigung, Freude, Angst;

Handlungen veranlassen bzw. zur Unterlassung

auffordern, zB

— Anordnungen erteilen,

— einen Vorschlag machen, annehmen/ablehnen,

— jemanden ersuchen, etwas (nicht) zu tun,

— Fähigkeit/Unfähigkeit ausdrücken,

— jemandem etwas verbieten,

— um Hilfe bitten/Hilfe ablehnen/Hilfe anbieten;

Informationen geben und erfragen, zB

— berichten, erzählen, erklären,

— benennen, Aussehen beschreiben, Eigenschaften

angeben,

— Zustand beschreiben,

— Verwendungszweck angeben,

— Besitzverhältnisse, Zugehörigkeit angeben,

— etwas einordnen nach Ort, Richtung, Entfernung,

— etwas einordnen nach Zeitpunkt, Dauer, Häufigkeit,

— etwas einordnen nach Zahl, Menge, Grad,

— Meinung (Aussage) eines anderen wiedergeben.

7. Lernunterstützende Maßnahmen

1. Die Schüler sind von Beginn an zu ökonomischem

und selbständigem Lernen anzuleiten. Sie

sollen in fertigkeitsorientierten Arbeits- und Lerntechniken

wiederholt geschult werden: zB Lesetechniken,

Notizenmachen, Wichtiges unterstreichen,

Arten der Wortschatzerarbeitung, Gebrauch

von Wörterbüchern.

2. Schriftliche bzw. mündliche Hausübungen

sind regelmäßig und in pädagogisch vertretbarem

Umfang zu geben, zu verbessern und in die Unterrichtsarbeit

einzubeziehen.

3. Förderunterricht.

8. Einsichten in das Funktionieren

der Sprache als Mittel der Kommunikation

Die formalen Aspekte der Sprache dürfen nicht

zum Selbstzweck werden, sondern müssen immer

in Hinblick auf deren kommunikative Funktion

betrachtet werden.

Das Funktionieren von Sprache ist dem Schüler

gelegentlich anhand des sprachlichen Lernmaterials

zu verdeutlichen. Das kann einerseits durch die

Gegenüberstellung verschiedener Sprachstrukturen

für gleiche oder ähnliche Bedeutungsinhalte im Italienischen

(interner Sprachvergleich: comprami del

pane/un pò' di pane — se me l'avessi detto/se me

lo dicevi), oder für dieselbe Aussage im Italienischen

und Deutschen bzw. in einer anderen dem

Schüler bekannten Sprache erfolgen

zB: Deutsch: einen Kurs besuchen,

Ital.: frequentare un corso,

Franz. : fréquenter un cours,

Engl. : attend a course

oder Deutsch: wenn ich das gewußt hätte .. .

Ital.: se l'avessi saputo . . .

Franz. : si j'avais su ...

Engl. : if I had known .. .

Um zu einem kommunikativen Sprachgebrauch

zu gelangen, sollen Strukturen anhand von Beispielen

eingeübt werden. Erst dann soll der Schüler

dazu angeleitet werden, selbständig aus den Beispielen

eine Regel abzuleiten. Diese induktive

Methode der Spracherlernung gewährleistet, daß

der Schüler die Sprache gebrauchen lernt und nicht

bloß über die Sprache redet.

Kreativität der Sprache

Anhand des Lernmaterials soll dem Schüler

bewußt gemacht werden, daß sprachliche Äußerungen,

von der Situation, in der sie gemacht werden,

abhängig sind, sodaß er schließlich zu einem intentionsgerechten

sprachlichen Reagieren hingeführt

wird.

Dem Schüler ist auch bewußt zu machen, daß

eine Aussage durch verschiedenartige sprachliche

Formulierungen ausgedrückt werden kann (zB

„chiudere la porta": chiudi la porta! chiudi la

porta? potresti chiudere la porta? mi fai il favore di

chiudere la porta? va' a chiudere la porta per piacere

! qui c' è corrente! ... usw.).

9. Landes- und Kulturkunde

Der Aufbau einer sprachlichen Kompetenz hat

anhand von Inhalten zu erfolgen, die dem italienischen

Kulturbereich entnommen sind. Daher ist

Sprachunterricht von Anfang an auch landeskundlicher

Unterricht. Dieser wird sich vor allem an den

jeweiligen Kommunikationssituationen und Texten

orientieren. Die darin enthaltenen Inhalte sind

bewußt zu machen und fallweise mit Bedacht zu

ergänzen und zu erweitern. Von umfassenden Darstellungen

auch nur einzelner Bereiche ist abzusehen.

Russisch

Bildungs- und Lehraufgabe

Wichtigstes Ziel des Fremdsprachenunterrichtes

ist der Aufbau einer altersgemäßen Kommunikationsfähigkeit.

Dadurch sollen die Schüler in die

Lage versetzt werden, in der Fremdsprache situationsgerecht

zu handeln, dh. Gehörtes und Gelesenes

zu verstehen und sich mündlich und schriftlich

richtig auszudrücken. Weiters sollen durch den

Erwerb einer Fremdsprache und von Kenntnissen

aus Landes- und Kulturkunde eine aufgeschlossene

Haltung gegenüber Menschen anderer Sprachgemeinschaften

und deren Lebensweise entwickelt

und das Wertbewußtsein entfaltet werden.

Da der Erwerb und der Gebrauch einer Fremdsprache

eng mit der Gesamtpersönlichkeit und dem

sozialen Verhalten eines Menschen verbunden sind,

sollen die Schüler sowohl ihre Interessen und

Bedürfnisse ausdrücken können als auch in ihrer

Bereitschaft zum Zuhören, zum Gespräch, zur

Zusammenarbeit und zur Verantwortung in der

Gemeinschaft gefördert werden. Schließlich sollen

sie zu einer positiven Einstellung zum Fremdsprachenerwerb

im allgemeinen hingeführt werden. Die

Schüler sollen auch motiviert und angeleitet werden,

die erworbenen Fähigkeiten und Fertigkeiten

selbständig anzuwenden und weiterzuentwickeln,

und so auf die Fortsetzung ihres Bildungsganges an

der Oberstufe (bzw. an einer berufsbildenden

Schule) vorbereitet werden.

Die Schüler sollen auch Einsichten in das Funktionieren

der Sprache als Mittel der Kommunikation

gewinnen. Sie sollen die Beziehungen der

sprachlichen Äußerungen zueinander und deren

Gebundenheit an bestimmte Situationen verstehen

sowie imstande sein, Sprechintentionen zu erkennen

und darauf entsprechend zu reagieren.

Im Rahmen des Unterrichts sind den Schülern

nach Möglichkeit Ziele und Arbeitsweisen einsichtig

zu machen sowie Lerntechniken zu vermitteln,

die den selbständigen Fremdsprachenerwerb unterstützen.

Hörverstehen

Die Schüler sollen unter Berücksichtigung der

vorgesehenen Themen und Sprachmittel imstande

sein, gesprochene Sprache in direktem Kontakt

oder über Medien zu verstehen. Diese Anforderung

bezieht sich auf die Standardaussprache bei durchschnittlicher

Sprechgeschwindigkeit.

Sprechen

Die Schüler sollen imstande sein, in der Fremdsprache

einerseits am Unterrichtsgeschehen teilzunehmen,

andererseits auch in den wichtigsten Alltagssituationen

außerhalb der Schule sich sach-,

situations- und partnergerecht auszudrücken.

Leseverstehen

Die Schüler sollen unter Berücksichtigung der

vorgesehenen Themen und Sprachmittel imstande

sein, den Sinn fremdsprachiger Texte selbständig

zu erfassen. Darüber hinaus soll die Freude am

Umgang mit altersgemäßer fremdsprachiger Lektüre

geweckt werden.

Schreiben

Die Schüler sollen unter Berücksichtigung der

vorgesehenen Themen und Sprachmittel imstande

sein, sich in der Fremdsprache vorwiegend in jenen

Formen schriftlich auszudrücken, welche von kommunikativem

Wert sind bzw. die Kreativität erfordern.

Fachspezifische Bildungs- und Lernziele für Russisch

1. Beherrschung sprachlicher Fertigkeiten (Hörverstehen,

Sprechen, Leseverstehen, Schreiben).

2. Einsichten in das Funktionieren von Sprache

als Mittel der Kommunikation.

3. Kenntnisse aus ausgewählten Bereichen der

Landes- und Kulturkunde der Sowjetunion.

4. Beherrschung grundlegender Lern- und

Arbeitstechniken.

Lehrstoff

1. Klasse (5 Wochenstunden)

1. Teillernziele

1.1. Hörverstehen

Verstehen von sehr kurzen Texten (einfachste

Alltagssituationen) in einfachem, authentischem,

stilistisch neutralem Russisch in mittlerem Sprechtempo

bei ungestörten Hörbedingungen.

1.2. Sprechen

Bewältigung von im Unterricht erarbeiteten einfachsten

Grundsituationen des Alltags (einfache

Gespräche).

1.3. Leseverstehen und Lesen

Verstehen einfachster kurzer Texte, die in cyrillischer

Druckschrift vorliegen; phonetisch weitgehend

richtiges Lesen.

1.4. Schreiben

Beherrschung der cyrillischen Schreibschrift.

Schriftliche Bewältigung der sich aus dem Unterricht

ergebenden Aufgaben und Abfassen von einfachsten

Mitteilungen.

2. Lerninhalte

2.1. Themen und Situationen

— Themen und Situationen aus der unmittelbaren

Umwelt des Schülers, zB Personalia, Familie,

Schulalltag, Tagesablauf, Freizeitbeschäftigung,

Haus und Wohnung, Freunde;

— Themen und Situationen, die sich im Sprachunterricht

ergeben;

— Themen, durch die elementare Kenntnisse über

die Sowjetunion vermittelt werden (zB Moskau,

Leningrad, sowjetisches Geld . . .).

2.2. Sprachliche Mittel

Zur Bewältigung der genannten Kommunikationssituationen

und Themenbereiche benötigt der

Schüler die folgenden sprachlichen Mittel

a) Orthoepie

Grundlagen der russischen Artikulation mit besonderer

Berücksichtigung der dem Deutschen

fremden Laute und der Eigenart der russischen

Aussprache: freier, dynamischer Akzent; regressive

Assimilation; Palatalisation; die Opposition stimmlos — stimmhaft;

von den Intonationskonstruktionen

vor allem die Frageintonationen.

b) Schrift und Orthographie

Möglichst fehlerfreies Schreiben des gelernten

Wort- und Phrasenschatzes. Transkription des

eigenen Namens und der Adresse.

c) Wortschatz

Grundlegender Wort- und Phrasenschatz im

Ausmaß von etwa 600 Einheiten. Die Auswahl der

Lexik beruht auf dem Prinzip der allgemeinen und

der themenbezogenen Häufigkeit.

d) Grammatik

Wesentliche Elemente der Grundgrammatik auf

syntaktischer Ebene (Aussage- und Fragesätze, einfache

Gliedsätze, Verneinung) und auf morphologischer

Ebene, unter anderem die Geschlechtsregeln,

die nominale Deklination und einige Fälle der

pronominalen Deklination (Adjektiv, Demonstrativ-,

Possesiv- und Interrogativpronomen), die

regelmäßige Konjugation im Präsens, das Präteritum

und Futurum einiger unvollendeter Verben,

die Grundzahlwörter bis 60 und ihre Rektion, das

Adverb; die Wiedergabe des deutschen „haben",

„nicht haben".

Manche darüber hinausgehende grammatische

Erscheinungen und Strukturen mit hoher Häufigkeit

werden wohl lexikalisch geboten werden (zB

chotetcommasuperior, moč', kak . . . zovut? . . .).

3. Schriftliche Arbeiten

Schul- und Hausübungen.

Vier Schularbeiten, davon eine im ersten Semester

(nicht vor Ende November).

2. Klasse (4 Wochenstunden)

1. Teillernziele

1.1 Hörverstehen

Wie in der 1. Klasse, jedoch etwas längere Texte.

1.2. Sprechen

Wie in der 1. Klasse, darüber hinaus kurze

Berichte.

1.3. Leseverstehen und Lesen

Verstehen einfacher kurzer Texte.

1.4. Schreiben

Wie in der 1. Klasse, darüber hinaus Abfassen

kurzer persönlicher Briefe.

2. Lerninhalte

2.1. Themen und Situationen

Erweiterung der Themen und Situationen der

1. Klasse.

2.2. Sprachliche Mittel

a) Orthoepie

Wie in der 1. Klasse.

b) Schrift und Orthographie

Wie in der 1. Klasse.

c) Wortschatz

Erweiterung des grundlegenden Wort- und

Phrasenschatzes auf etwa 1200 Einheiten. Die

Auswahl der Lexik beruht auf dem Prinzip der allgemeinen

und der themenbezogenen Häufigkeit.

d) Grammatik

Erweiterung der Grundgrammatik auf syntaktischer

Ebene (zB weitere Gliedsätze) und auf morphologischer

Ebene: nominale Deklination (zB

3. Deklination und häufigste unregelmäßige Formen,

zB: domá, v uglú,. . .); pronominale Deklination

(Adjektive, häufige Pronomen, zB sebja); häufige

modale Strukturen; einige häufige Kurzformen

der Adjektive; Erweiterung der Grundzahlwörter

bis 1000; Deklination der Ordnungszahlwörter;

Alters- und Datumsangabe; häufigste Verben mit

schwieriger Konjugation (zB: bratcommasuperiorvzjatcommasuperior, est',

pitcommasuperior . . .); reflexive Verben; häufige Imperativformen;

Präteritum und Futurum vollendeter und

unvollendeter Verben in typischen sprachlichen

Situationen (Aspekt). Manche darüber hinausgehende

grammatische Erscheinung und Struktur mit

hoher Häufigkeit wird wohl lexikalisch geboten

werden (zB: dvoe detej, obe podrugi,. . .).

3. Schriftliche Arbeiten

Schul- und Hausübungen.

Sechs Schularbeiten, je drei im Semester.

3. Klasse (3 Wochenstunden)

1. Teillernziele

1.1. Hörverstehen

Verstehen von kürzeren Texten (einfache Alltagssituationen)

in authentischem, stilistisch neutralem Russisch

in mittlerem Sprechtempo bei ungestörten

Hörbedingungen.

1.2. Sprechen

Wie in der 1. und 2. Klasse; darüber hinaus

Bewältigung weiterer einfacher Alltagssituationen,

insbesondere in dialogischer Form, die im Unterricht

erarbeitet wurden. Wiedergabe und Zusammenfassung

von Gehörtem und Gelesenem, Berichten

über Erlebtes.

1.3. Leseverstehen und Lesen

Verstehen einfacher, nicht zu langer Texte, auch

solcher, die das Sprachkönnen der Schüler auf lexikalischer

Ebene geringfügig übersteigen (Globalverstehen).

1.4. Schreiben

Wie in der 1. und 2. Klasse; darüber hinaus Wiedergabe

und Zusammenfassung von Gelesenem

und Gehörtem, Berichten über Erlebtes.

2. Lerninhalte

2.1. Themen und Inhalte

— Vertiefung der Themen und Situationen der 1.

und 2. Klasse, weitere Themen und Situationen,

zB Sport, Einkaufen, Reisen, Ferien, Feiertage, . . .

— weitere Themen und Situationen, die Sich im

Unterricht ergeben,

— Themen und Situationen, die in die Kenntnis

von Land und Volk der Sowjetunion einführen.

2.2 Sprachliche Mittel

a) Orthoepie

Wie in der 1. und 2. Klasse.

b) Schrift und Orthographie

Wie in der 1. und 2. Klasse.

c) Wortschatz

Erweiterung des grundlegenden Wort- und

Phrasenschatzes auf etwa 1800 Einheiten. Die

Auswahl der Lexik beruht auf dem Prinzip der allgemeinen

und der themenbezogenen Häufigkeit.

d) Grammatik:.

Besonderheiten in der nominalen Deklination,

zB Deklination der Familiennamen, matcommasuperior, doč',

ljudi, deti, vremja,...

Besonderheiten in der pronominalen Deklination,

zB häufigste Kasus der Negativpronomen und

der Grundzahlwörter (zB bei Zeitangaben);

die Sammelzahlwörter oba, obe, dvce, troe, čet-

vero und ihre Rektion; Adjektive: weiche Adjektive,

Steigerung, weitere Kurzformen; weitere Pronomen.

Verb: der Gebrauch des Verbalaspektes (in Präteritum,

Futurum, Imperativ und Infinitiv) und der

Verben der Fortbewegung in typischen sprachlichen

Situationen; häufige Verben mit vom Deutschen

abweichender Rektion; weitere wichtige

modale Strukturen und unpersönliche Konstruktionen;

Konjunktiv in häufigen Wendungen, zB onotel

by; häufige Verben mit schwieriger Konjugation.

Darüber hinausgehende grammatische

Erscheinungen und Strukturen mit hoher Häufigkeit

werden wohl lexikalisch geboten werden, zB

otkryt, osnovana,...

3. Schriftliche Arbeiten

Schul- und Hausübungen.

Sechs Schularbeiten, je drei im Semester.

4. Klasse (3 Wochenstunden)

1. Teillernziele

1.1. Hörverstehen

Verstehen von nicht zu langen Texten (Alltagssituationen,

Gespräche, Berichte, ...) in authentischem,

stilistisch neutralem Russisch in mittlerem

Tempo bei weitgehend ungestörten Hörbedingungen

(einige Hintergrundgeräusche).

1.2. Sprechen

Wie in der 3. Klasse; darüber hinaus einfache

Stellungnahmen und Wertungen, Darstellung von

einfachen Sachverhalten.

1.3. Leseverstehen und Lesen

Globalverstehen einfachster Originaltexte oder

geringfügig adaptierter Texte.

1.4. Schreiben

Verfassen von persönlichen Briefen, Darstellung

von einfacheren Sachverhalten, Wiedergabe und

Zusammenfassung von Gehörtem und Gelesenem,

Berichten über Erlebtes, einfache Stellungnahmen.

2. Lerninhalte

2.1. Themen und Situationen

— bisher behandelte Themen und Situationen und

ihre Erweiterung (zB Massenmedien, Verkehr,

Wohnverhältnisse, Umwelt, Technik,

Schule,...);

— Themen und Situationen, die die Kenntnis von

Land und Volk der Sowjetunion erweitern.

2.2. Sprachliche Mittel

a) Orthoepie

Wie bisher.

b) Schrift und Orthographie

Wie bisher.

c) Wortschatz

Erweiterung des grundlegenden Wort- und

Phrasenschatzes auf etwa 2400 Einheiten. Die

Auswahl der Lexik beruht auf dem Prinzip der allgemeinen

und der themenbezogenen Häufigkeit.

d) Grammatik

Nominale Deklination: wichtige Ergänzungen

und Ausnahmen (zB angličanin — angličane,

derevo — derev'ja, ucho — uši,...); pronominale

Deklination: wichtige Ergänzungen und Ausnahmen

(zB Deklination der Grundzahlwörter,. . .).

Verwendung der Indefinitpronomen (-to,

-nibudcommasuperior); Verb: Konjunktiv, insbesondere in Strukturen

wie chotetcommasuperior/nužno/nado/važno, čtoby,...

und im Konditionalsatz; Wiedergabe der russischen

Partizipien, einschließlich der Adverbialpartizipien,

im Deutschen; häufige passivische und

unpersönliche Konstruktionen (zB dorn stroitsja;

dorn byl postroen; tam mnogo strojat,... esli voj-

deš'/vojdete v komnatu,...); Besonderheiten im

Gebrauch des Verbalaspekts und der Verben der

Fortbewegung.

3. Schriftliche Arbeiten

Schul- und Hausübungen;

Sechs Schularbeiten, je drei im Semester.

Didaktische Grundsätze

Sprachliche Fertigkeiten

Zur Erreichung des Zieles ist ein ausgewogener

Einsatz aller Unterrichtsträger, das sind Lehrer,

Lehrbücher, Lehrbehelfe und Medien, erforderlich.

Besonders die Tonträger dürfen nicht vernachlässigt

werden, damit eine Vielfalt von muttersprachlichen

Sprechern in den Unterricht eingebracht wird.

Das von diesen Unterrichtsträgern dargebotene

Russisch hat sich an der standardisierten Umgangssprache

zu orientieren und der authentischen russischen

Gegenwartssprache zu entsprechen. Demzu-

folge sind die aus didaktischen Gründen erstellten

Texte bald durch dem Lernfortschritt entsprechend

adaptierte Originaltexte zu ersetzen, die allmählich

zu authentischen Originaltexten hinführen.

Im Unterricht sollen Lehrer und Schüler sich

vorwiegend des Russischen bedienen. Der

Gebrauch der deutschen Muttersprache sollte auf

die folgenden Fälle beschränkt werden

1. Erklärung grammatischer, lexikalischer und

idiomatischer Erscheinungen,

2. Erklärung von Kommunikationssituationen

(besonders im Anfangsunterricht); Arbeitsanweisungen,

3. Gewährleistung des Verständnisses schwieriger

spachlicher Erscheinungen (zB fallweises

Übersetzen),

4. Strukturvergleich beider Sprachen.

Obwohl die vier sprachlichen Fertigkeiten eine

Einheit bilden und nicht isoliert entwickelt werden

sollen, ist ihrer verschiedenen Gewichtung insofern

Rechnung zu tragen, als Hörverstehen, Sprechen

und Leseverstehen dem Schreiben gegenüber Vorrang

haben.

Die schöpferische, über mechanisches Lernen,

Imitation und Automatisation hinausgehende

Tätigkeit des Schülers ist von Anfang an zu fördern.

Die gerade in dieser Altersstufe besonders

hohe Sprechfreudigkeit und Bereitschaft zu spielerischen

Tätigkeiten ist für den Unterricht zu nützen

(Lieder, Reime, Gedichte, Wettbewerbe, Rätsel,

Sprachspiele,...).

Hörverstehen

Dem Hörverstehen ist von allem Anfang an

große Aufmerksamkeit zu widmen. Es soll zu Globalverstehen

hinführen. Damit soll auch die Fähigkeit

entwickelt werden, sprachlich Unbekanntes auf

Grund des Zusammenhangs zu verstehen. Hörverstehen

ist einerseits die Voraussetzung für das

eigene, orthoepisch möglichst richtige Sprechen des

Schülers; andererseits soll es ihn immer mehr befähigen,

verschiedene russischsprechende Personen

(direkt oder über Tonträger) zu verstehen. Von

Anfang an ist auf annähernd mittleres Sprechtempo

zu achten.

Durch regelmäßiges und häufiges Üben des Hörverstehens

und Bewußtmachung des Unterschiedes

zwischen muttersprachlicher und fremdsprachlicher

Lautung soll der Schüler lernen, jene für das Russische

wichtigen lautlichen Erscheinungen zu unterscheiden,

die es in der deutschen Muttersprache

entweder nicht gibt oder die darin keine sinntragende

Funktion haben. Dazu gehören insbesondere

der freie, dynamische Akzent; die Reduktion;

die regressive Assimilation und das dadurch

bedingte Fehlen des Knacklautes; die Palatalisation;

die Opposition stimmlos — stimmhaft; von

den Intonationskonstruktionen vor allem die Frageintonation.

Sprechen

Grundlage für den Gebrauch der Sprache als

Kommunikationsmittel ist eine möglichst richtige

Aussprache und Intonation. Beides muß daher von

allem Anfang an regelmäßig geübt und korrigiert

werden.

Besonderes Augenmerk ist dabei auf jene

Aspekte der russischen Orthoepie zu legen, die

bereits unter dem Punkt Hörverstehen angeführt

wurden. Die Voraussetzung für eine möglichst

richtige Aussprache des Schülers ist regelmäßiges

Training des Hörverstehens. Bei der Vermittlung

von neuem sprachlichem Material soll besonders im

Anfangsunterricht nicht nur das Schriftbild, sondern

die Lautgestalt im Vordergrund stehen. Eine

schwierigere, aber wichtige Aufgabe besteht darin,

den Schüler zur Eigenkontrolle seiner Aussprache

zu bringen.

Ebenso wichtig ist, von allem Anfang an ein mittleres

Sprechtempo anzustreben. Eine über das normale

Maß hinausgehende Verlangsamung der

Sprechgeschwindigkeit führt zu einer Verzerrung

der „sprachlichen Wirklichkeit".

In der Entwicklung der Fertigkeit „Sprechen"

wird naturgemäß zunächst die imitative Phase die

erste Stelle einnehmen (besonders geeignet erscheinen

kurze szenische Darstellungen aus dem Alltagsleben),

es muß ihr aber die gestaltende Phase

folgen, die es dem Schüler gestattet, sich seinen

eigenen Bedürfnissen gemäß auszudrücken. In diesem

Zusammenhang ist besonders darauf zu achten,

daß Übungen, die schwierige grammatische

und lexikalische Probleme betreffen, über „Formalübungen"

hinaus zu kommunikativ orientierten

Übungen hinführen. Ziel ist das Sprachkönnen,

nicht das Wissen über die Sprache.

Ein wichtiges Prinzip bei der Entwicklung der

Fertigkeit „Sprechen" besteht darin, daß der

Gesprächsinhalt den Schüler intellektuell weder

über- noch unterfordert und seinen natürlichen

Interessen entspricht. Dabei ist darauf zu achten,

daß nicht der außersprachliche Inhalt Priorität

genießt, sondern seine sprachliche Realisierung,

worauf insbesondere bei Überprüfungen zu achten

ist.

Leseverstehen

Zur Schulung des Leseverstehens sind Texte heranzuziehen,

die zum Lesen konzipiert sind, die den

Interessen, der Reife und dem sprachlichen Können

der Schüler entsprechen und so die Freude am

Lesen fördern. Ziel sind kurze und einfache Originaltexte,

der Weg dazu führt über erstellte und

adaptierte Texte.

Wegen seiner praktischen Verwertbarkeit auch

außerhalb des Unterrichts kommt dem Lesen, insbesondere

dem stillen Lesen mit dem Ziel des globalen

Verstehens, große Bedeutung zu. Im Unterricht

wird zwischen dem lauten und dem stillen

Lesen zu unterscheiden sein.

391

In der Regel dient das laute Lesen nicht der Entwicklung

des Leseverstehens, sondern der Schulung

und Korrektur der Aussprache und Intonation

sowie der Festigung von Lexik und Grammatik.

Diese Hilfsfunktion kommt dem Lesen insbesondere

in den ersten beiden Lernjahren zu. Im

Anfangsunterricht, wo es auch ein wichtiges Mittel

zum Erwerb der cyrillischen Schrift ist, sollte es nur

an bereits bekannten Texten und nach Anhören

eines Modells (Tonträger, Lehrer, . . .) geübt werden.

Das stille Lesen ist der Normalfall des Kontaktes

mit schriftlichen Texten und muß daher auch im

Unterricht geübt werden.

Ziel des Lesens ist in der Regel Globalverstehen.

Damit soll auch die Fähigkeit entwickelt werden,

sprachlich Unbekanntes aus dem Zusammenhang

zu verstehen. Ein Eingehen auf jedes Detail hemmt

die Motivation und widerspricht einer ökonomischen

Unterrichtsführung. Das schließt jedoch

nicht aus, daß je nach Textsorte und Teillernziel

auch Detailverstehen und Übersetzung gefordert

werden können. Die Überprüfung des Leseverstehens

soll aber im allgemeinen nicht durch Übersetzung

erfolgen, sondern durch Fragen, Inhaltsangaben,

Zusammenfassung, Nacherzählung, Erarbeiten

des Hauptgedankens in mündlicher und schriftlicher

Form. Die Entwicklung der Lesefertigkeit ist

nicht Selbstzweck. Sie ist immer mit der Entwicklung

der anderen sprachlichen Fertigkeiten verbunden

und erweitert dadurch das sprachliche Können.

Das Textverständnis bringt Sachinformation, konfrontiert

den Schüler mit Einstellungen und Haltungen

und kann dadurch zu einem wichtigen Faktor

der Motivation werden.

Schreiben

Der schriftliche Gebrauch des Russischen richtet

sich einerseits nach den Erfordernissen des Unterrichts

(Schreiben ohne Kommunikationssituation)

und andererseits nach möglichen Schreibanlässen

in Kommunikationssituationen.

1. Zu den Erfordernissen des Unterrichts gehören

a) das Erlernen der cyrillischen Schrift unter

Beachtung der Schreibnorm,

b) schriftliche Übungen zur Fixierung des im

Unterricht Erarbeiteten und zur Festigung

und Feststellung des Unterrichtsertrages.

(Dazu können im Anfangsunterricht auch

Diktate herangezogen werden.)

2. Zur Vorbereitung und Erstellung schriftlicher

Kommunikation können herangezogen werden

einfache Briefe, Ausfüllen von Formularen,

Darstellung von einfachen Sachverhalten,

Textwiedergabe und Zusammenfassungen,

einfache Stellungnahmen.

Einsichten in das Funktionieren von Sprache als

Mittel der Kommunikation

a) Die russische Sprache ist im Gegensatz

zum Englischen und Französischen eine

synthetische Sprache, die sich in der

Grammatik durch großen Formenreichtum

auszeichnet. Daher bedeutet die

Beschäftigung mit dem Russischen eine

intensive sprachliche Schulung, wobei die

formalen Aspekte der Sprache aber nie

Selbstzweck sein dürfen, sondern immer

im Hinblick auf deren kommunikative

Funktion zu sehen sind. Das Funktionieren

von Sprache kann dem Schüler einerseits

durch die Gegenüberstellung verschiedener

grammatischer und lexikalischer

Strukturen für dieselbe Aussage im

Russischen und im Deutschen bzw. in

einer anderen, dem Schüler bekannten

Sprache verdeutlicht werden, andererseits

durch die Gegenüberstellung verschiedenartiger

grammatischer und lexikalischer

Strukturen zum Ausdruck gleicher oder

ähnlicher Inhalte im Russischen selbst

(interner Sprachvergleich).

b) Der Formenreichtum des Russischen darf

jedoch nicht zu einem Unterricht verführen,

der vorwiegend aus sprachformalem

Training besteht. Ziel ist die Kommunikationsfähigkeit.

Um den Zusammenhang

zwischen sprachlichen Mitteln und Situation

aufzuzeigen, sind entsprechende

Situationen von allem Anfang an im

Unterricht zu nützen bzw. zu simulieren.

Dabei ist die Kreativität des Schülers

anzuregen.

Kenntnisse aus ausgewählten Bereichen der Landes-

und Kulturkunde der Sowjetunion

Da die Sprache eng mit der Kultur eines Volkes

verbunden ist, darf sie auch nicht losgelöst von dieser

vermittelt werden. Landes- und Kulturkunde

zieht sich daher als integrierendes Prinzip durch

den ganzen Fremdsprachunterricht.

Landes- und Kulturkunde ist ein Unterrichtsprinzip

und kein systematisch zu erarbeitendes

Wissensgebiet. Dem Lehrer bleibt es überlassen,

geeignete Texte, Ton- und Bildmaterial oder sich

sonst bietende Anlässe landeskundlich auszuwerten.

Allfällige Vergleiche zwischen den Verhältnissen

in Österreich und der Sowjetunion wecken das kritische

Verstehen für Gemeinsamkeiten und Unterschiede.

Beherrschung grundlegender Lern- und Arbeitstechniken

Aufgabe des Lehrers wird es sein, im Schüler

nicht nur sprachliche Fertigkeiten zu entwickeln

und ihm Wissen zu vermitteln, sondern auch ihm

zu helfen, seinen eigenen Lerntypus zu erkennen

und individuelle Lernstrategien zu entwickeln.

Besonders wichtig ist es, den Schüler zum richtigen

Gebrauch des Wörterbuches hinzuführen.

Die Gestaltung des Russischunterrichts

Die Gestaltung des Russischunterrichts zielt

1. auf die Erarbeitung und Vermittlung neuer

Lerninhalte,

2. auf die Sicherung und Anwendung dieser

Lerninhalte,

3. auf die Kontrolle des Unterrichtsertrages.

Da es im Fremdsprachenunterricht in besonderer

Weise darauf ankommt, daß der Schüler in der

fremden Sprache selbst aktiv ist, sind aus der großen

Zahl möglicher Unterrichtsformen jene zu

bevorzugen, bei denen die Tätigkeit des Schülers

über bloßes Zuhören und Mitschreiben hinausgeht.

Das Variieren der Lehr- und Lernformen sowie

der Sozialformen im Unterricht ist aus sachlogischen

und psychologischen Gründen erforderlich,

weil nicht jede Unterrichtsform zum Erreichen

eines bestimmten Teillernzieles geeignet ist und

weil das Interesse der Schüler nur durch Abwechslung

aufrechterhalten werden kann; unter anderem

bieten sich an: das Gespräch (Lehrer — Schüler,

Schüler — Schüler), Rollenspiele, szenische Darstellungen,

Wettbewerbe; Partner- und Gruppenarbeit,

Einzelarbeit des Schülers,.. .

Eine richtige Verteilung und zeitliche Begrenzung

der verschiedenen Unterrichtsphasen ist anzustreben.

Die Phase der Erarbeitung und Vermittlung

neuer Lerninhalte soll gut motiviert, klar und

kurz sein und muß in die Phase der Sicherung und

Anwendung einmünden, der im Unterrichtsgeschehen

der zentrale Platz zusteht. Unerläßlich sind

dabei regelmäßige, vom Lehrer (fallweise auch vom

Schüler) zu korrigierende mündliche und schriftliche

Schul- und Hausübungen sowie ständiges Wiederholen,

auch von weiter Zurückliegendem. Die

Arbeitsaufträge müssen stets klar und eindeutig

sein; ihre Erfüllung darf die Schüler weder sprachlich

noch inhaltlich überfordern.

Die ständige Kontrolle des Unterrichtsertrages,

die großteils Hand in Hand mit der Sicherung und

Anwendung geht, ist zur Selbstkontrolle des Schülers

und des Lehrers unentbehrlich."

7. In Anlage A, sechster Teil, wird nach dem

Pflichtgegenstand „Russisch" eingefügt

„Latein (am Gymnasium)

Bildungs- und Lehraufgabe (für die 3. bis

8. Klasse)

1 Die Unterrichtsarbeit hat

1.1 die Vermittlung jener Kenntnisse und Fertigkeiten

zum Ziel, die dem Schüler

1.1.1 durch das Verfügen über einen ausreichenden

Wortschatz und

1.1.2 über ausreichende Grammatikkenntnisse

sowie

1.1.3 über ausreichende Sachkenntnisse die Voraussetzung

bieten,

1.2 Texte lateinischer Autoren

1.2.1 lesen und verstehen,

1.2.2 in ein sprachrichtiges und stilistisch ansprechendes

Deutsch übertragen und

1.2.3 in angemessener Weise interpretieren zu

können.

2 Der Schüler soll Einsicht in Strukturen und

Ausdrucksmöglichkeiten der lateinischen

Sprache

2.1 sowohl im Einzelsatz

2.2 wie im Textzusammenhang gewinnen.

3 Der Schüler soll durch die Beschäftigung

mit Sprachen kontrastierender Strukturen,

3.1 vor allem durch die ständige Konfrontation

mit der Problematik der Übersetzbarkeit,

3.2 zu einem spezifischen und allgemeinen

Sprachverständnis gelangen.

4 Durch das Übersetzen sollen Sprachkompetenz

und Ausdrucksvermögen in der Muttersprache

wesentlich gefördert werden.

5 Lektüre, Interpretation und weiterführende

Erschließung lateinischer Texte sollen den

Schüler befähigen,

5.1 zu deren sprachlich-künstlerischen,

5.2 historischen, gesellschaftsbezogenen, kulturellen

und

5.3 anthropologischen Gehalten Zugang zu finden

und sich mit diesen Aspekten auseinanderzusetzen.

6 Durch die Verstandes- und erlebnismäßige

Auseinandersetzung mit Inhalten, Formen

und Gattungen der lateinischen Literatur

soll der Schüler

6.1.1 wesentliche Bereiche des geistigen und kulturellen

Lebens der Antike sowie

6.1.2 entscheidende Phasen der politisch-gesellschaftlichen

Entwicklung Roms und des

römischen Weltreichs und

6.1.3 das politische Leben und staatstheoretische

Denken der Römer in ihrer historischen

Eigenart sowie

6.1.4 Bedeutung und Fortwirken des römischen

Rechts kennenlernen.

6.2 Der Schüler soll auch die sprach- und kulturschöpferischen

Leistungen der Römer

6.2.1 in ihrer Eigenständigkeit wie

6.2.2 in der Auseinandersetzung mit der griechischen

Kultur erfassen.

6.3 Er soll ferner Kultur und staatliches Leben

der Römer

6.3.1 in ihrer Kontinuität und in ihrem Weiterwirken,

6.3.2 in ihrer grundlegenden Bedeutung für

Europa und unsere Zeit, besonders für

Österreich, sowie

6.3.3 in der Auseinandersetzung mit dem Christentum

verstehen und würdigen lernen.

6.4.1 Schließlich soll der Schüler mit Modellen

menschlichen Verhaltens, ebenso

6.4.2 mit Grundfragen und Deutungen menschlicher

Existenz in der Antike konfrontiert

werden und

6.4.3 sich mit deren zeitunabhängiger Bedeutung

im Zusammenhang mit der Sinnfindung des

eigenen Lebens auseinandersetzen.

7 Auf diese Weise soll der Schüler angeregt

und befähigt werden, sich auch im späteren

Leben mit dem Sprach- und Kulturgut der

Antike zu beschäftigen.

8 Die gesamte Unterrichtsarbeit des Gegenstandes

LATEIN soll den Schüler auch zu

folgenden fachübergreifenden

Zielen hinführen

8.1 Kennen und Anwenden verschiedener

Methoden der Texterschließung,

8.2 Verständnisbereitschaft und Kritikfähigkeit

gegenüber den Inhalten von Texten,

8.3 Einsicht in die Möglichkeiten der Wirkung

und Beeinflussung durch Mittel der Sprache

und Textgestaltung,

8.4 Fähigkeit, Fakten, Leistungen und Probleme

der Antike mit den Lerninhalten und Bildungszielen

anderer Unterrichtsfächer in

Verbindung zu setzen.

9 Im besonderen Maß soll der Unterricht im

Gegenstand LATEIN in Zusammenarbeit

mit anderen Fächern dazu beitragen,

9.1 die Erlebnisfähigkeit und Kreativität des

Schülers zu entwickeln und zu stärken,

9.2 sein Verständnis für geistige Zusammenhänge

und Entwicklungen zu wecken,

9.3 ihn zu einer auf Sachkenntnis beruhenden

eigenständigen und kritischen Einstellung

zu führen,

9.4 die Notwendigkeit einer gesprächsbereiten

und toleranten Haltung bewußt zu machen

und

9.5 im Schüler die Bereitschaft zur Verantwortung

gegenüber sich selbst sowie gegenüber

Gesellschaft und Staat zu fördern.

Im 1. und 2. Lateinlernjahr (3. und 4. Klasse)

müssen im allgemeinen folgende Voraussetzungen

erworben werden

ein auf die spätere Originallektüre ausgerichteter

Grundwortschatz;

Sicherheit im Erkennen und Anwenden der Formen

und ihrer Funktionen;

Sicherheit im Erfassen wichtiger syntaktischer

Erscheinungen;

Vertrautheit mit der Eigentümlichkeit des lateinischen

Satzbaus;

Beherrschung von bestimmten Übersetzungstechniken.

Alle diese Punkte sind nicht als isolierte Einzelerscheinungen,

sondern in. funktionalen Zusammenhängen

zu behandeln.

Schon im Anfangsunterricht hat allmählich der

Aufbau eines entsprechenden Sachwissens über die

römische und auch griechische Antike (Geschichte,

Kultur, Sagenwelt ua.) zu erfolgen.

In den ersten beiden Lernjahren ist auf die spätere

Interpretationsarbeit hinzuführen, wobei Verständnis

für Inhalt und Sinn zu wecken und das

Erfassen sprachlicher Strukturen in ihrem Zusammenhang

mit dem Inhalt vorzubereiten ist.

Beim Übersetzen einer zusammenhängenden

Stelle ist die Einsicht in die Bedeutung des Kontextes

zu schulen.

Vom Beginn des Lateinunterrichts an sind alle

Möglichkeiten zu nützen, Verbindungen zu den

lebenden Fremdsprachen herzustellen und auf

Fremd- und Lehnwörter lateinischen Ursprungs

hinzuweisen.

Lehrstoff

3. Klasse (5 Wochenstunden)

Sprachliche Teillernziele

1. Kenntnis der wichtigsten Grundtatsachen der

lateinischen Formen- und Satzlehre

Formenlehre

Alle Deklinationen der Substantiva.

Alle Deklinationen der Adjektiva.

Steigerung der Adjektiva.

Bildung und Steigerung der Adverbia.

Die wichtigsten Pronomina.

Cardinalia und Ordinalia bis 100.

Konjugation des Verbums (einschließlich esse

und Komposita, allenfalls ferre und ire mit Komposita),

ausgenommen: alle Konjunktive, Formen auf

-urus, Deponentia, velie, nolle, malle und fieri,

Gerundium, Gerundivum und Supinum.

Satzlehre

Die wichtigsten Funktionen der einzelnen Casus

und Tempora.

Die wichtigsten Präpositionen und Konjunktionen.

Einfache Hauptsätze im Indikativ.

Die häufigsten indikativischen Gliedsätze.

Einführung in die Partizipialkonstruktionen

Participium coniunctum.

Allenfalls einfache A.C.I.- und N.C.I.-Konstruktionen.

2. Aneignung und Festigung von Wörtern und

Redewendungen, die für den Beginn der Schriftstellerlektüre

notwendig sind (Grundwortschatz).

3. Einblick in die Regelmäßigkeit und Vielfalt

lateinischer Wortbildungen.

4. Einblick in das Weiterleben lateinischen

Sprachgutes durch einfache vergleichende Sprachbetrachtung.

5. Fähigkeit, einfache Einsetz- und Umformungsübungen

richtig auszuführen und deutsche

Sätze in die lateinische Sprache zu übertragen.

6. Beschäftigung mit sprachlichen Erscheinungen

im Sinne der kontrastiven Sprachbetrachtung: zB

Artikel, Tempus, Wortstellung.

7. Fähigkeit, lateinische Sätze und Texte aus dem

Lese- und Übungsstoff betonungsgerecht und sinngemäß

zu lesen sowie in klares und richtiges

Deutsch zu übertragen.

Inhaltliche Teillernziele

1. Eindrücke vom Alltagsleben der Römer.

2. Kennenlernen einiger mythologischer Erzählungen

der Antike.

3. Kennenlernen einiger Erzählungen aus der

Geschichte der Römer.

4. Kennenlernen einfacher lateinischer Sprichwörter.

Schriftliche Arbeiten

Schul- und Hausübungen.

Fünf Schularbeiten, davon zwei im ersten Semester.

Alle Schularbeiten sollen überwiegend Übersetzungen

aus dem Lateinischen ins Deutsche umfassen,

wobei ein zusammenhängender Text Einzelsätzen

vorzuziehen ist. Außerdem sind deutsch-

lateinische Sätze als Aufgabe zu stellen; ein Teil

dieser deutsch-lateinischen Sätze kann durch

Trefformen oder Einsetzübungen ersetzt werden.

Umfang der Schularbeiten: etwa 50 bis 80 lateinische

Wörter, je nach der durch das verwendete

Lehrbuch vorgegebenen Methode.

4. Klasse (5 Wochenstunden)

Sprachliche Teillernziele

1. Festigung und Vervollständigung der Kenntnisse

der Grundtatsachen der lateinischen Formen-

und Satzlehre.

Formenlehre

Ergänzung der Pronomina.

Ergänzung der Numeralia.

Verbum: alle Konjunktive, Formen auf -urus,

Deponentia, ferre, ire, velie, nolle, malle, fieri,

Gerundium, Gerundivum, Supinum.

Satzlehre

Weitere Funktionen der lateinischen Casus und

Tempora.

Ergänzung der Präpositionen und Konjunktionen.

Relativer Anschluß.

Weitere Gliedsätze im Indikativ.

Ergänzung der Infinitivkonstruktionen.

Konjunktive im Haupt- und Gliedsatz.

Consecutio temporum.

Erweiterung der Partizipialkonstruktionen

Ablativus absolutus.

Verwendung des Gerundiums, Gerundivums und

Supinums.

Verwendung der Formen auf -urus.

Indirekte Rede.

2. Festigung der Sicherheit im Erkennen lateinischer

Endungen und Formen.

3. Planmäßige Festigung und Vervollständigung

des Grundwortschatzes.

4. Verstehen gebräuchlicher lateinischer Fremdwörter

und Fachausdrücke.

5. Erweiterung der Kenntnisse für die kontrastive

Sprachbetrachtung.

6. Fähigkeit, Trefformen, Einsetz- und Umformungsübungen

auszuführen und, deutsche Sätze in

die lateinische Sprache zu übertragen.

7. Fähigkeit, lateinische Sätze und Texte aus

dem Lese- und Übungsstoff — es können auch einfache

originallateinische Prosatexte verwendet werden

— betonungsgerecht und sinngemäß zu lesen

sowie in klares und richtiges Deutsch zu übertragen.

Inhaltliche Teillernziele

1. Einblick in Geschichte und Kultur der Griechen

und Römer.

2. Einblick in den Themenkreis „Die Römer in

Österreich".

3. Kennenlernen lateinischer Sprichwörter, Sentenzen

und Zitate in Prosa und Versform.

Schriftliche Arbeiten

Schul- und Hausübungen.

Sechs Schularbeiten, je drei im Semester.

1. Semester: Alle Schularbeiten sollen überwiegend

Übersetzungen aus dem Lateinischen ins

Deutsche umfassen, wobei ein zusammenhängender

Text Einzelsätzen vorzuziehen ist. Außerdem

sind deutsch-lateinische Sätze oder Trefformen,

Einsetz- bzw. Umformungsübungen als Aufgabe zu

verlangen.

Im 2. Semester sind bei allen Schularbeiten ausschließlich

Übersetzungen aus dem Lateinischen als

Aufgabe zu stellen.

Umfang der Schularbeiten: etwa 70 bis 100 lateinische

Wörter, je nach der durch das verwendete

Lehrbuch vorgegebenen Methode.

Didaktische Grundsätze für die 3. und 4.Klasse

Im Anfangsunterricht ist der Lehrstoff so zu gliedern,

daß planmäßig die Sprachkenntnisse aufgebaut,

das Sprachverständnis entwickelt und

geschärft und die Einsicht in die Eigenart der lateinischen

Sprache gefördert wird. Dem Unterricht ist

ein Lese- und Übungsstoff zugrunde zu legen, der

unter Bedachtnahme auf die Altersadäquatheit

möglichst in zusammenhängenden Stücken Informationen

über Sage, Geschichte und Kultur der

Griechen und Römer bringt.

Einfache originallateinische Prosatexte können

gegen Ende des Anfangsunterrichts einbezogen

werden.

I. Planung und Vorbereitung

1. Jahresplanung

Der Lehrer hat bei der Jahresplanung die tatsächlich

zur Verfügung stehende Stundenzahl

zu berücksichtigen und dementsprechend die

Lerninhalte aufzuteilen.

Dabei ist darauf Bedacht zu nehmen, daß für

die Einübung und systematische Zusammenfassung

der Formen- und Satzlehre genügend

Zeit eingeplant wird.

2. Planung von Unterrichtseinheiten

Im Anschluß an die Jahresplanung hat der

Lehrer die Aufteilung der Lerninhalte in

Unterrichtseinheiten vorzunehmen. Dabei ist

auf eine sinnvolle zeitliche Abfolge dieser

Unterrichtssequenzen sowie auf die sinngemäße

Gestaltung der einzelnen Sequenz zu

achten, die sich über eine oder mehrere Stunden

erstrecken kann.

3. Vorbereitung auf die einzelne Stunde

Der Lehrer hat Überlegungen hinsichtlich folgender

Aspekte anzustellen

a) zeitlicher Ablauf der Stunde,

b) Anknüpfen an die letzte Stunde,

c) die Stunde als geschlossenes Ganzes,

d) Inhalt des Textes,

e) mögliche Schwierigkeiten der Lerninhalte,

f) angemessene Methoden für die Erarbeitung

der Lerninhalte,

g) Motivierung und Aktivierung der Schüler

(zB Fragestellung, Gruppenarbeit),

h) Bereitstellen von Übungsmaterial (zB

Übungssätze, Trefformen),

i) Bereitstellen von Arbeitsmitteln (zB Overheadfolien,

Übersichtstabellen),

j) Bereitstellen von Anschauungsmaterial,

k) Aufbau eines entsprechenden Sachwissens,

1) Sicherung des Unterrichtsertrages (zB

Wiederholung, Zusammenfassung, Gestaltung

und Umfang der Hausübung).

Um die entsprechende Planung für die nächste

Stunde treffen zu können, sind Überlegungen über

den Verlauf der vorangegangenen Unterrichtsstunde

(„Nachbereitung") notwendig.

II. Motivation

Zur Motivation des Schülers bieten sich ua. als

Möglichkeiten an

Anknüpfen an sprachlich Bekanntes sowie Wecken

der Wißbegierde des Schülers und seiner

Freude am Entdecken von Neuem (zB Lateinische

Vornamen, Fremdwörter, Lehnwörter, Hinweis auf

lebende Fremdsprachen).

Ausgehen von aktuellen Anlässen (zB Theateraufführungen,

Kirchenmusik, akademische Feiern,

Übertragungen in Hörfunk und Fernsehen).

III. Formen des Lehrens und Lernens

Lesen

Vorlesen und Lesen lateinischer Texte.

Allmähliche Hinführung zu betonungsgerechtem

Lesen unter Berücksichtigung der syntaktischen

Zusammenhänge.

Erwerbung und Sicherung des Wortschatzes

durch oftmaliges Lesen und Übersetzen,

durch schriftliches Festhalten neuvorkommender

Wörter in einem Vokabelheft oder in einer Wortkartei,

durch Auswendiglernen prägnanter Sätze,

durch Zusammenstellen von Elementen der

Wortbildung, von Wortfamilien, Begriffsfeldern

(Synonyma),

durch Beachtung der Bedeutungsvielfalt einzelner

Wörter,

durch Hinweis auf lebende Sprachen,

durch Anleitung zur Technik des Vokabellernens.

Grammatik

Anknüpfen an die Grammatikterminologie des

Deutschunterrichts.

Erarbeitung von grammatikalischen Einzelerscheinungen

und nachfolgende systematische

Zusammenfassung.

Erkennungs-, Zuordnungs-, Einsetz-, Differenzierungs-,

Mechanisierungsübungen (unter

Umständen Einsatz des Sprachlabors), Umwandlungsübungen.

Zur Sicherung des Lernertrages Übersetzungsübungen

vom Lateinischen ins Deutsche, gelegentlich

auch einfache Übersetzungsübungen vom

Deutschen ins Lateinische (Häufung von grammatikalischen

Schwierigkeiten in einem Satz ist zu

vermeiden!).

Hinweis auf Parallelen und Unterschiede in

anderen Sprachen.

Übersetzung

Bei der Übersetzung von lateinischen Texten

sind vor allem folgende Gesichtspunkte zu berücksichtigen

a) Eigenart und Aufbau des lateinischen Satzes

(Wortstellung, Wortgruppen) ;

b) Zeit, Zeitverhältnis und Aktionsart eines Verbums;

c) satzgliedernde und satzverbindende sprachliche

Mittel;

d) Anwendung verschiedener Übersetzungsmethoden

(zB Konstruktions-, Wortblockmethode);

e) das sinnvolle Ganze eines Satzes an sich und

seine Bedeutung im Kontext.

Förderung der Übersetzungsfähigkeit durch

gemeinsames Erarbeiten der Übersetzung im

Unterricht.

Schrittweises Hinführen zur Fähigkeit, selbständig

zu übersetzen.

Interpretation

Schon im Anfangsunterricht allmählicher Aufbau

eines Sachwissens (im Bereich der Mythologie, der

Geschichte, der Landes- und Kulturkunde) durch

Anknüpfen an Bekanntes und anhand der Texte.

Die Interpretationsarbeit wird sich im Anfangsunterricht

zunächst darauf beschränken, Verständnis

für Inhalt und Aussage der gelesenen Texte zu wecken.

Dazu eignen sich ua. Beantwortung von Fragen

zum Verständnis des Textes, Darlegung des

Sachverhaltes durch den Schüler.

Audio-visuelle Unterrichtsmittel

Audio-visuelle Hilfsmittel sollen vor allem eingesetzt

werden

zur Illustration des Textes,

zur Erweiterung des Sachwissens,

zur Verdeutlichung grammatikalischer Erscheinungen.

Schulveranstaltungen

Erweiterung und Verlebendigung der Kenntnisse

durch Schulveranstaltungen: zB Lehrausgänge

(etwa Lesen und Übersetzen lateinischer Inschriften

auf Denkmälern, Besuch von Ausstellungen,

Museen), Exkursionen zu Römerstätten, Schultheater.

Fachübergreifender Unterricht

Absprache mit den zuständigen Fachprofessoren

bei Durchnahme gleicher oder verwandter Lerninhalte

in verschiedenen Unterrichtsgegenständen auf

der gleichen Schulstufe.

IV. Häusliches Studium

Ständige Übungen zur Sicherung der Kenntnisse

aus der Formenlehre und Syntax.

Dauernde Festigung und Erweiterung der Vokabelkenntnisse,

zB Schreiben der Vokabel, Erkennen

von Wortstämmen, Auswendiglernen prägnanter

lateinischer Sätze.

Mündliche, fallweise schriftliche Wiederholung

des in der Schule erarbeiteten Textes.

Einsetz- und Treffübungen.

Schriftliche Übersetzungsübungen mit neuen

lateinisch-deutschen und deutsch-lateinischen Sätzen.

Jede Aufgabenstellung für das häusliche Studium

ist durch den Lehrer vorzubereiten. Dabei sind

sowohl die zeitliche Belastung des Schülers als auch

der Schwierigkeitsgrad der Aufgabe zu beachten.

V. Sozialformen des Unterrichts

Förderung der Selbsttätigkeit der Schüler durch

Partner- und Gruppenarbeit (zB gemeinsame

Arbeit an leichten kurzen Texten, Erstellen von

Zusammenstellungen, Wiederholungen).

Spielerisch aufgelockerte Formen der Darbietung

und der Wiederholung (zB Vokabelquiz,

Lesen mit verteilten Rollen, szenische Darstellung).

Förderung des Schülergesprächs.

Anregung zu Schülerfragen.

VI. Sicherung und Kontrolle des

Unterrichtsertrages

a) Sicherung des Lernertrages

Wiederholung des in der letzten Stunde erarbeiteten

Stoffes.

Ständiges Wiederholen von Formenlehre, Syntax

und Vokabeln.

Aktivieren der Schüler durch kurze mündliche

und schriftliche Übungen (auch Gruppenarbeit,

Vokabelquiz).

Hinführen des Schülers zu selbständiger Arbeit

(kleinere Arbeitsaufträge).

Anknüpfen an Bekanntes aus anderen Gegenständen.

Wiederholung und Zusammenfassung am Ende

der Stunde.

Zusammenfassung von Stoffeinheiten (zB Partizipialkonstruktionen,

Verwendung des Konjunktivs

im Hauptsatz, cum-Sätze).

Aufzeichnungen einiger wichtiger Sachinformationen

(biographischer, historischer, kultureller

Art).

b) Kontrolle der Lehrarbeit

Der Lehrer soll überprüfen,

ob Aufbau und Gestaltung der einzelnen Stunde

zielführend waren,

ob die Lernziele entsprechend berücksichtigt

wurden,

ob die Darbietung der Lerninhalte genügend

abwechslungsreich war,

ob nicht durch Häufung von Schwierigkeiten

eine Überforderung der Schüler eingetreten ist,

ob Ausmaß und Schwierigkeitsgrad der Hausübung

richtig waren,

ob die entsprechenden Hilfen im Unterricht bzw.

für die Hausübung gegeben worden sind,

ob möglichst viele Schüler motiviert und aktiviert

werden konnten.

c) Kontrolle der Lernarbeit

Die Kontrolle der Lernarbeit dient zur Information

des Lehrers und zur Selbstüberprüfung des

Schülers; sie bildet einen integrierenden Bestandteil

der ständigen Beobachtung der Mitarbeit der Schüler

im Unterricht

Wiederholung der in der letzten Stunde erarbeiteten

Lerninhalte,

Überprüfung der Hausübungen auf Vollständigkeit

und Richtigkeit,

Stellen von kleinen schriftlichen Kontrollfragen

zur Anwendung des Gelernten (zB Formen, Einsetzübungen,

Einzelsätze),

Kontrollfragen zur Überprüfung der Vokabel-

und Grammatikkenntnisse,

Kontrollfragen zur Überprüfung der Aufmerksamkeit

und Mitarbeit der Schüler,

Kontrolle der schriftlichen Aufzeichnungen der

Schüler."

8. In Anlage A, sechster Teil, wird beim Pflichtgegenstand

„Geschichte und Sozialkunde" dem

Unterabschnitt „Lehrstoff" angefügt

„3. Klasse (2 Wochenstunden)

Vom Beginn der Neuzeit bis zum Ende des

Ersten Weltkrieges.

Glaubenskonflikte und Machtpolitik

Lernziele

Erfassen der Aufbruchstimmung am Beginn der

Neuzeit

Erkennen von Ursachen reformatorischer Bestrebungen

Gewinnen von Einblicken in Zusammenhänge

zwischen religiösen Bewegungen, sozialen Konflikten

und Machtpolitik

Lerninhalte

Wirtschaftlicher Wandel und soziale Spannungen

— Bauernkriege, Niedergang des Rittertums

Religiöse Krisen im Spätmittelalter — Schisma,

Primat des Papstes und konziliare Bewegung

Reformation und katholische Erneuerungsbewegung

Machtpolitische Hintergründe der Glaubenskriege

— wirtschaftliche und soziale Folgen

Die Politik des Hauses Habsburg im Spannungsfeld

von Macht und Glauben

Absolutismus und Aufklärung

Lernziele

Erkennen von Wesensmerkmalen des Absolutismus

und des Parlamentarismus

Erkennen grundlegender Ideen der Auflärung

und ihres Weiterwirkens bis in die Gegenwart

Gewinnen von Einblicken in die politische und

kulturelle Entwicklung Österreichs

Lerninhalte

Politische Organisation, gesellschaftliche und

wirtschaftliche Verhältnisse im absolutistischen

Staat

Die Entwicklung des Parlamentarismus in England

Mensch und Gesellschaft in den Ideen der Aufklärung

Die vielfältigen Auswirkungen der Aufklärung

Gottesgnadentum — Volkssouveränität

Österreich: Großmachtpolitik und innerstaatliche

Entwicklung, Aufgeklärter Absolutismus,

Barockkultur

Revolutionen und Gegenbewegungen

Lernziele

Erkennen von Ursachen für Revolutionen und

Freiheitsbewegungen

Erkennen charakteristischer Entwicklungen im

Verlauf von revolutionären Veränderungen

Erfassen von Ursachen und Wirkungen restaurativer

Gegenbewegungen

Lerninhalte

Entstehung der USA — Erklärung der Menschenrechte

Die Französische Revolution und ihre Auswirkungen

Das napoleonische Hegemonialsystem und seine

Überwindung

Liberale und nationale Bewegungen

Wiener Kongreß — Vormärz — Revolution von

1848

Biedermeierkultur

Industrielle Revolution, Kapitalismus,

Sozialismus

Lernziele

Verstehen grundlegender Voraussetzungen für

wirtschaftliche Revolutionen

Gewinnen von Einblicken in den technischen,

wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungsprozeß

im Verlauf der ersten industriellen

Revolution

Erkennen der sich neu ergebenden gesellschaftlichen

Konflikte und der Versuche zu ihrer Bewältigung

Erkennen der Bedeutung und Problematik der

fortschreitenden Industrialisierung und Technisierung

für die Gegenwart

Lerninhalte

Erste industrielle Revolution: wissenschaftliche,

technologische, ökonomische und gesellschaftliche

Grundlagen

Wirtschaftsliberalismus — Kapitalistisches Wirtschaftssystem

Neue Produktionsweisen in Industrie und Landwirtschaft;

Lohnarbeit

Entwicklungen im Bereich von Verkehr, Handel

und Nachrichtenwesen

Bevölkerungswachstum; Veränderungen in

Gesellschaft, Arbeitswelt und Familie

Die soziale Frage und ihre Lösungsversuche

Sozialistische Ideen, christliche Soziallehre

Selbsthilfeorganisationen (gewerkschaftliche,

genossenschaftliche, parteipolitische Interessenverbände,

Unternehmerverbände) und staatliche

Sozialpolitik

Liberalismus und Nationalismus

Lernziele

Erkennen der Wirkungen des Nationalismus in

der europäischen Politik

Erfassen der Bedeutung des Liberalismus für den

Demokratisierungsprozeß

Gewinnen von Einblicken in die besondere

Situation der Donaumonarchie

Lerninhalte

Nationale Ideen — Bildung von Nationalstaaten

Das Rote Kreuz und Friedensbewegungen

Der Liberalismus als politische Kraft

Österreich: Nationalitätenfrage; Demokratisierungsbestrebungen

— Verfassung, Bildung gewerkschaftlicher

Organisationen und politischer Parteien,

Entwicklung des Wahlrechts; Lebensverhältnisse,

Arbeitsbedingungen und kulturelle Leistungen

um die Jahrhundertwende

Imperialismus — Erster Weltkrieg

Lernziele

Gewinnen von Einblicken in die Entwicklung des

europäischen Kolonialismus

Erkennen wirtschaftlicher und machtpolitischer

Interessen als Ursachen imperialistischer Expansion

Erkennen der Ursachen des Ersten Weltkrieges

Erkennen der Bedeutung des Ersten Weltkrieges

für Europa

Lerninhalte

Kolonialismus am Beginn der Neuzeit — merkantilistische

Kolonialpolitik

Ursachen und Formen imperialistischer Kolonialpolitik

Folgen der europäischen Herrschaft für die

Kolonialvölker

Die Europäisierung der Erde

Imperialistische Machtpolitik und nationale

Spannungen als Ursachen des Ersten Weltkrieges

Die Umgestaltung der europäischen Staatenwelt

als Folge des Ersten Weltkrieges

4. Klasse (2 Wochenstunden)

Von 1918 bis zur Gegenwart

Wirtschaftliche und politische Krisen

in der Zwischenkriegszeit

Lernziele

Gewinnen von Einblicken in die geänderten wirtschaftlichen,

gesellschaftlichen, kulturellen und

politischen Verhältnisse

Erkennen des Zusammenhanges zwischen den

geänderten Verhältnissen und den sich daraus ergebenden

Krisen

Erkennen von Kräften und Vorgängen, durch

welche demokratische Systeme gefährdet werden

können

Lerninhalte

Veränderungen in Gesellschaft und Arbeitswelt

Neue Ansätze in der Kunst

Errichtung von Demokratien — Gefahren für

das demokratische System

Inflation, Weltwirtschaftskrise — soziale, ökonomische

und politische Auswirkungen

Österreich von 1918 bis 1938

Lernziele

Erkennen der Probleme eines neu entstandenen

Staates

Gewinnen von Einblicken in den Aufbau einer

demokratischen Ordnung

Erkennen der Folgen ideologischer Polarisierung

und der Radikalisierung des politischen Lebens

Erkennen des Einflusses auswärtiger Mächte auf

die innerstaatliche Entwicklung

Lerninhalte

Gründung der Republik und Konsolidierung des

Staates

Grundzüge der Verfassung

Die politischen Lager

Wirtschaftliche Probleme und soziale Folgen

Krise der Demokratie

Das autoritäre System

Der Verlust der staatlichen Selbständigkeit

Diktatorische Systeme

Lernziele

Erkennen der Unterschiede zwischen demokratischen

und diktatorischen Systemen

Erfassen der Stellung des Menschen in einem

totalitären Staat

Erkennen verschiedener Möglichkeiten und Formen

der Manipulation und Indoktrination

Lerninhalte

Die russische Revolution; Grundlagen und Entwicklung

des Sowjetstaates

Faschismus

Der Nationalsozialismus — Beispiel einer totalitären

Herrschaft

Jugendbewegungen — Wirkung und Mißbrauch

Rassenideologie — Antisemitismus

Propaganda und Terror

Organisierter Massenmord

Unterdrückung und Widerstand, Leben im Exil

Der Zweite Weltkrieg

Lernziele

Erkennen von Entwicklungen, die zum Krieg

führen

Erfassen des Spannungsverhältnisses zwischen

Machtpolitik und dem Eintreten für den Frieden

Erfassen der Auswirkungen eines totalen Krieges

Erkennen der moralischen Verpflichtung für den

einzelnen, an der Lösung von Konflikten aktiv und

verantwortungsbewußt mitzuwirken.

Lerninhalte

Aufrüstung und Expansionspolitik Deutschlands,

Italiens und Japans

Wirtschaftspolitik, Jugenderziehung und Propaganda

im Dienste der Kriegsvorbereitung

Der Ausbruch des Krieges, seine Ausweitung

und Eskalation zum totalen Krieg

Die Schrecken des Krieges

Der organisierte Widerstand

Das Ende des Krieges

Versuche einer künftigen Friedensordnung —

die Vereinten Nationen

Österreich nach dem Zweiten Weltkrieg

bis 1955

Lernziele

Erkennen der Bemühungen zur Wiederherstellung

der Eigenstaatlichkeit Österreichs und zur

Gewinnung der vollen Souveränität

Erfassen der Bedeutung der Zusammenarbeit für

den Wiederaufbau und die politische Stabilität

Lerninhalte

Der österreichische Widerstand gegen das NS-

Regime; die Moskauer Deklaration

Die Neukonstituierung der politischen Parteien;

die Gründung des österreichischen Gewerkschaftsbundes;

die Kammern

Die Wiedererrichtung der österreichischen

Republik

Der Wiederaufbau — wirtschaftliche und politische

Probleme in der Besatzungszeit

Staatsvertrag und Neutralitätserklärung — die

Umfassende Landesverteidigung

Die Welt im Zeitalter des Ost-

West - Konfliktes

Lernziele

Gewinnen von Einblicken in die Entwicklung

zweier Machtblöcke nach dem Zweiten Weltkrieg

Erkennen der wesentlichen wirtschaftlichen,

gesellschaftlichen und politischen Unterschiede der

konkurrierenden Weltmächte

Erkennen der veränderten Stellung Europas

Lerninhalte

Zerfall der Siegerkoalition — Blockbildung

Unterschiedliche Systeme in den USA und der

UdSSR

Kalter Krieg — Koexistenz — Entspannung —

neue Konflikte

Europa: Verlust an, weltpolitischer Bedeutung;

Teilung und Integrationsversuche

Entkolonialisierung und Dritte

Welt

Lernziele

Gewinnen von Einblicken in die Veränderungen

der außereuropäischen Welt

Erwerben eines Verständnisses für die gegenwärtigen

Probleme der Entwicklungsländer

Entwickeln der Bereitschaft, an der Lösung von

Problemen der Dritten Welt mitzuwirken

Lerninhalte

Beispiele für Ursachen, Abläufe und Folgen der

Entkolonialisierung

Charakteristische wirtschaftliche, gesellschaftliche,

politische und kulturelle Unterschiede zwischen

Industrieländern und Ländern der Dritten

Welt

Krisenanfälligkeit der Entwicklungsländer —

weltpolitische Folgen

Formen der gegenseitigen Abhängigkeit von Entwicklungsländern

und Industrieländern

Der Nord-Süd-Konflikt — Lösungsversuche

Österreich von 1955 bis heute

Lernziele

Erkennen der Stellung des neutralen Österreich

in der Welt

Gewinnen von Einblicken in die verfassungsrechtliche

Ordnung und in den tatsächlichen

Ablauf politischer Entscheidungsprozesse

Entwickeln der Bereitschaft zur politischen Mitwirkung

und Mitverantwortung

Lerninhalte

Das Wirken Österreichs in übernationalen

Gemeinschaften — Möglichkeiten eines neutralen

Staates in der internationalen Politik

Politische Willensbildung

Die Rolle von politischen Parteien und von

Interessenvertretungen — Konflikt und Konsens in

der Innenpolitik

Die Sozialpartnerschaft

Staatsbürgerliche Verantwortung: Rechte,

Pflichten, Möglichkeiten

Die Bürger und ihre Gemeinde

Wirtschaftliche und gesellschaftliche

Probleme der Gegenwart

Dieser Themenbereich eignet sich besonders für

einen fächerübergreifenden und projektorientierten

Unterricht. Es wird zielführend sein, diese Lernziele

geeigneten historischen Sachverhalten im Verlauf

der 4. Klasse zuzuordnen. Damit ist eine stärkere

Integration von Geschichte, Sozialkunde und

Politischer Bildung zu erreichen.

Lernziele

Entwickeln der Bereitschaft, Problemen und

Herausforderungen der Zeit in verantwortungsbewußter

und humaner Weise zu begegnen

Gewinnen von Einblicken in die Arbeitswelt der

Industriegesellschaft

Erkennen der Auswirkungen der wirtschaftlichen

und gesellschaftlichen Veränderungen auf den einzelnen

und die Familie

Lerninhalte

Neue Formen politischer Mitbestimmung

Der einzelne und die Gemeinschaft: Konflikt

und Einordnung

Atomares Wettrüsten — Friedensbestrebungen

Gefährdung der Menschenrechte — Bestrebungen

zum Abbau von Gewalt

Flüchtlinge in aller Welt

Diskriminierung und Schutz von Minderheiten

Bildungsgesellschaft und Mobilität

Wechselwirkung zwischen Wirtschaftswachstum,

Erhaltung gesunder Lebensgrundlagen und sozialer

Sicherheit

Emanzipation und Veränderung von Rollenbildern

in Familie und Arbeitswelt

Freizeit: Selbstgestaltung — Fremdbestimmung

— Freizeitindustrie

Ausdrucksformen der Kunst

Jugend einst und heute

9. In Anlage A, sechster Teil, wird beim Pflichtgegenstand

„Geographie und Wirtschaftskunde"

dem Unterabschnitt „Lehrstoff" angefügt

„3. Klasse (2 Wochenstunden)

Vertiefende Kenntnisse und Einsichten über

Österreich unter Berücksichtigung des Raumes, der

Raumordnung, der Wirtschaft, der Arbeitswelt und

des Umweltschutzes. Darstellung in Einzelbildern

und Übersichten. Anbahnung von Bereitschaft und

Fähigkeiten, sich aktuellen politischen, gesellschaftlichen

und wirtschaftlichen Fragen der näheren

Umwelt zuzuwenden. Erweiterung der topographischen

Kenntnisse über Österreich und seine Bundesländer.

Österreichische Landschaften

Anhand von Karten und kartenähnlichen Darstellungen

sowie Luft- und Satellitenbildern die

Eigenart ausgewählter Landschaften erfassen.

Sich mit großmaßstäbigen Karten im Raum

zurechtfinden.

Orientierungsübungen.

Gliederung Österreichs nach Großlandschaften.

Wohnen in Österreich

Die Bevölkerungsverteilung und die Bevölkerungsentwicklung

begründen, sowie einige sich

daraus ergebende Auswirkungen erkennen.

Fähigkeit, die Wohnsituation im ländlichen und

städtischen Lebensraum vergleichend zu erfassen.

Die Notwendigkeit der Raumordnung begreifen.

Dicht und dünn besiedelte Räume, Zentralräume.

Das Dorf und seine Veränderung, Ortsbildschutz.

Die Stadt, Altstadterhaltung, Wohnungsbeschaffung.

Zersiedelung, Raumordnungsmaßnahmen

(Flächenwidmungsplan).

Unterwegs in Österreich

Erkennen, daß Räume unterschiedlich gut

erreichbar sind.

Eine Reise planen.

Verkehrsnetz und Verkehrsknoten.

Lokal-, Regional- und Transitverkehr.

Öffentlicher Verkehr und Individualverkehr

(Verkehrsträger).

Fahrpläne, Liniennetzpläne, Straßenkarten.

Arbeiten in Österreich

Erfassen, daß Landwirtschaft, Industrie und

Fremdenverkehr Räume unterschiedlich prägen.

Erkennen, daß Arbeits- und Berufswelt einem

ständigen Wandel unterliegen.

Räume, in denen Landwirtschaft, Industrie

bzw. Fremdenverkehr vorherrschen.

Berufsvielfalt, Berufsanforderungen, Ausbildungsmöglichkeiten.

Unterschiedliche Arbeitsbedingungen.

Der Jugendliche Und die Frau in der Arbeitswelt.

Arbeitsmarkt.

Die Verflechtung Österreichs mit

dem Ausland

Erkennen, daß Österreich als kleines Land auf

die wirtschaftlichen Beziehungen mit dem Ausland

angewiesen ist.

Einsicht gewinnen, daß wir alle unsere Fähigkeiten

nützen müssen, um bei der harten Konkurrenz

auf dem Weltmarkt bestehen zu können.

Beispiele zur Außenwirtschaft Österreichs

unter Beachtung der Wirtschaftsbündnisse

(EG, RGW,. . .).

Die volkswirtschaftliche Bedeutung des Fremdenverkehrs.

Leistungsbilanz.

Vom Geldausgeben und Geldanlegen

Erkennen der Notwendigkeit, im privaten Haushalt

Ausgaben den finanziellen Möglichkeiten

entsprechend zu planen.

Erfassen, welche Möglichkeiten, Freiheiten,

Rechte und Zwänge sich für den Verbraucher in

der Marktwirtschaft ergeben.

Einkommensbeschaffung und -verwendung.

Konsumentenverhalten, Konsumentenschutz,

Wirkung der Werbung.

Preisbildung (Markt, amtliche Preisregelung,

Verbraucherpreisindex).

Spar- und Kreditformen (Konto, Scheck, Kreditkarte).

Das Ergebnis des gemeinsamen

Wirtschaftens

Erkennen, daß Arbeitgeber und Arbeitnehmer

teils gleiche, teils unterschiedliche Interessen

haben; einsehen, daß ihre Zusammenarbeit für

die österreichische Volkswirtschaft erforderlich

ist.

Erfassen, wie das Sozialprodukt zustande

kommt.

An einfachen und aktuellen Beispielen zeigen,

wie die öffentliche Hand Raum und Wirtschaft

beeinflußt.

Eigentumsverhältnisse, Interessenvertretungen,

Sozialpartnerschaft.

Wertschöpfung, Bruttoinlandsprodukt.

Konjunkturverlauf.

Wirtschaftspolitische Aufgaben und Maßnahmen

(Budget).

Regionale Fallstudie als Projektarbeit

Erfassen räumlicher und wirtschaftlicher

Erscheinungen, Zusammenhänge und Probleme

an einem kleinräumigen Beispiel.

Informationen sammeln, ordnen, bearbeiten, darstellen

und bewerten.

Berücksichtigung zB von

naturräumlichen Gegebenheiten;

Arbeitsmarktsituation ;

Maßnahmen der Regionalpolitik;

örtlicher und überörtlicher Raumplanung;

Natur- und Umweltschutz.

4. Klasse (2 Wochenstunden)

Auseinandersetzung mit grundlegenden Gegenwartsfragen

Österreichs, Europas und der Erde

sowie mögliche Zukunftsperspektiven. Kenntnisse

über bedeutende Staaten und Machtgruppen unter

Berücksichtigung naturräumlicher Ausstattung

sowie der wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und

politischen Ordnungen. Darstellung in Einzelbildern

und vergleichenden Gegenüberstellungen.

Weiterentwicklung topographischer Kenntnisse.

Zusammenarbeit mit anderen Unterrichtsgegenständen

ist verstärkt anzustreben.

Unser Europa

Die geographische Vielfalt Europas anhand von

Bildern und Karten erkennen. Räumliche und

wirtschaftliche Informationen über ausgewählte

Regionen bzw. Staaten sammeln und auswerten.

Offenheit gegenüber europäischen Fragen als

Österreicher und Europäer gewinnen.

Landschaften.

Leben unter unterschiedlichen politischen,

gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Voraussetzungen.

Integrationsbestrebungen.

Wirtschaftlich und politisch einflußreiche

Staaten

Räumliche und wirtschaftliche Informationen

über ausgewählte außereuropäische Staaten sammeln

und auswerten.

Einblicke in unterschiedliche Gesellschaftssysteme

und ihre Auswirkungen auf den Raum, die

Wirtschaft und die Lebensweise der Bevölkerung

insbesondere am Beispiel der USA und der

UdSSR gewinnen.

Bevölkerungsstruktur.

Inwertsetzung des Raumes.

Wirtschaftspotential.

Wirtschaftsordnung.

Die „Dritte Welt"

Entwicklungsunterschiede von Staaten der Erde

wahrnehmen. Einige Erklärungsansätze für die

Ursachen unterschiedlicher Entwicklung vergleichen

und überprüfen.

Die Notwendigkeit und Problematik von Entwicklungshilfe

erkennen.

Bereitschaft anbahnen, Entwicklungshilfemaßnahmen

zu unterstützen.

Hohes Bevölkerungswachstum, unzureichende

Ernährung, geringer Bildungsstand, starke

soziale Unterschiede, geringe Wirtschaftskraft.

Frau und Kind in der „Dritten Welt".

Unterschiedliche Ziele und Maßnahmen von

Entwicklungshilfe und ihre Auswirkungen.

Nord-Süd-Konflikt.

Fragen der Weltwirtschaft

Die zunehmende Verflochtenheit der Weltwirtschaft

und Ungleichgewichte im Welthandel

erkennen.

Internationale Arbeitsteilung, Gastarbeiter.

Preisverhältnisse zwischen Rohstoffen und

Fertigwaren.

Währung, Wechselkurs, Inflation.

Bedeutung und Einfluß multinationaler Unternehmen.

Arbeitslosigkeit als weltweites Problem.

Neue Technologien und ihre Auswirkungen

auf die Arbeitswelt

Wechselbeziehungen zwischen der sozioökonomischen

und der technischen Entwicklung erfassen.

Bereitschaft anbahnen, sich mit dem Einfluß

neuer Technologien kritisch auseinanderzusetzen,

sich fortzubilden und damit berufliche

Mobilität zu gewinnen.

Innovation.

Veränderungen von Arbeitswelt, Güterproduktion,

Lebensweise (Arbeitszeit, Freizeit),

Gesellschaftsstrukturen.

Höhere Qualifikation.

Räumliche und berufliche Mobilität.

Die Erde ist einem stetigen Wandel

unterworfen

Erkennen, daß der in Raum und Wirtschaft

tätige Mensch unter dem Einfluß unterschiedlicher

Werthaltungen handelt.

Erfassen, daß dieses Handeln Raum und Wirtschaft

verändert, zukunftswirksam ist und oft

unerwünschte Folgen nach sich zieht.

Einsehen, daß der Mensch für seine Handlungen

in Raum und Wirtschaft Verantwortung trägt.

Aktuelle Fallstudie bzw. Projekt.

Betrachtung aus geographischer, historischer,

gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Sicht.

Grenzen der Raum-, Rohstoff- und Energienutzung

— Natur- und Umweltschutz."

10. In Anlage A, sechster Teil, werden beim

Pflichtgegenstand „Mathematik" die Unterabschnitte

„Lehrstoff" und „Didaktische Grundsätze"

wie folgt geändert

a) an die Stelle des zweiten Absatzes des Unterabschnittes

„Lehrstoff" treten folgende Absätze

„In manchen Fällen sind diese Tätigkeiten nicht

verpflichtend vorgesehen, was durch das Wort

„allenfalls" aufgezeigt wird; des öfteren haben sie

den Charakter eines Vorschlages, was durch

„etwa" oder „beispielsweise" gekennzeichnet ist.

Beispiele zur Erläuterung von Aktivitäten sind

durch „zB" gekennzeichnet. Im Unterricht können

selbstverständlich auch andere Typen von Beispielen

behandelt werden."

b) dem Unterabschnitt „Lehrstoff" wird angefügt

„3. Klasse (3 Wochenstunden am Gymnasium

und am Wirtschaftskundlichen Realgymnasium für

Mädchen; 4 Wochenstunden am Realgymnasium)

Positive rationale Zahlen, Taschenrechner

Für das Arbeiten in den meisten Stoffgebieten

der Mathematik ist es notwendig, daß die Schüler

Gewandtheit im Umgang mit positiven rationalen

Zahlen (natürliche Zahlen, Bruchzahlen in Dezimal-

und Bruchschreibweise) und Verständnis für

Beziehungen zwischen Zahlen besitzen. Diesbezügliche

Mängel sind durch Wiederholungen und

durch Übungen, vielfach im Rahmen von Anwendungen,

auszugleichen. Auch das Arbeiten mit dem

Taschenrechner, vor allem in Verbindung mit

Kopfrechnen und Abschätzen, kann die Gewandtheit

im Umgang mit Zahlen und das Verständnis

für Beziehungen zwischen Zahlen verstärken.

Dabei soll den Schülern auch bewußt werden, daß

bei einfachen Rechnungen die Verwendung des

Taschenrechners nicht immer zweckmäßig ist. Der

Einsatz des Taschenrechners entlastet bei umfangreicher

Rechenarbeit, sodaß eine Konzentration

auf wesentliche Überlegungen und Beziehungen

erleichtert wird. Eine Behandlung des Taschenrechners

als eigenes Thema wird nicht erforderlich

sein, sein Einsatz in verschiedenen Stoffgebieten ist

wünschenswert. Durch das Arbeiten mit dem

Taschenrechner sollen die Schüler außerdem

Erfahrungen im Umgang mit elektronischen

Rechengeräten gewinnen.

Arbeiten mit dem Taschenrechner in verschiedenen

Stoffgebieten

Bearbeiten von Rechenausdrücken unter Ausnützung

von Möglichkeiten des verwendeten Gerätes,

etwa Benützen von Funktionstasten, von

Speichern, Benützen von Bedienungsanleitungen.

Untersuchen der Auswirkung von Änderungen

einer Rechengröße auf das Rechenergebnis

(Fehlerauswirkungen, Rechengenauigkeit),

Angeben von Schranken; kritisches Betrachten

von Rechenergebnissen auf sinnvolle Genauigkeit.

Ganze und rationale Zahlen

Beim Arbeiten in der Menge der ganzen Zahlen

und der Menge der rationalen Zahlen sollen die

Schüler mit den Gesetzmäßigkeiten des Rechnens

in diesen Bereichen vertraut werden und Fertigkeiten

und Einsichten erwerben, die für die Algebra

von Bedeutung sind. Daher kann das Rechnen auf

einfache, leicht handhabbare Zahlen und Rechenausdrücke

beschränkt werden.

Darstellen, Deuten und Vergleichen von ganzen

und rationalen Zahlen

Beschreiben von Zuständen (etwa Temperatur,

Kontostand) und von Zustandsänderungen. Darstellen

durch Punkte und Pfeile auf der Zahlengeraden.

Erkennen und Beschreiben von Kleiner-Größer-

Beziehungen; Beschreiben von Zahlenmengen

durch Ungleichungen.

Rechnen mit ganzen und rationalen Zahlen

Veranschaulichen des Addierens und Subtrahierens,

insbesondere auf der Zahlengeraden. Deuten

des Subtrahierens als Umkehren des Addierens

und als Addieren des inversen Elements (der

Gegenzahl); Deuten des Dividierens als Umkehren

des Multiplizierens und bei rationalen Zahlen

als Multiplizieren mit dem inversen Element

(dem Kehrwert).

Die vier Grundrechenoperationen mit einfachen

Zahlen sicher durchführen.

Erkennen verschiedener Bedeutungen des

Minuszeichens (zB: 5 — 3; —3; — a, wobei — a

auch eine positive Zahl sein kann).

Zusammenfassendes Betrachten der behandelten

Zahlenmengen

Insbesondere Erkennen der Gültigkeit von

Rechengesetzen in verschiedenen Zahlenmengen;

Untersuchen der Ausführbarkeit von

Rechenoperationen.

Elementare Algebra

Die Schüler sollen auf verschiedene Weisen mit

Variablen arbeiten und dabei mit grundlegenden

mathematischen Arbeitsweisen vertraut werden.

Das Beschreiben von Sachverhalten mit Variablen,

insbesondere das Beschreiben von funktionalen

Beziehungen (also das Aufstellen von Formeln) und

das Arbeiten mit Formeln sollen — wegen ihrer

großen Bedeutung in der Mathematik und bei

deren Anwendungen — von den Schülern in steigendem

Maße beherrscht werden. Ebenso sind das

Umformen von Termen und das Lösen von Gleichungen

für viele mathematische Tätigkeiten unerläßlich;

anzustreben ist ein sicheres und verständnisvolles

Umgehen, das durch Rechenregeln

begründet werden kann. Dazu soll die Komplexität

entsprechender Aufgaben eingeschränkt werden;

diese Komplexität kann in der 4. Klasse etwas

erweitert werden.

Beschreiben von inner- und außermathematischen

Sachverhalten mit Variablen, Aufstellen von Formeln

Beschreiben von Rechenvorschriften, Problemlösungen,

Beziehungen, Gesetzmäßigkeiten mit

Variablen (zB: Beschreiben der Berechnung der

Umsatzsteuer; Aufstellen einer Formel, mit der

man die Masse eines Prismas berechnen kann;

Beschreiben, daß das Quadrat jeder natürlichen

Zahl um 1 größer ist als das Produkt der Nachbarzahlen).

Interpretieren von Formeln

In Formeln Zahlen einsetzen; gegebenenfalls

Veranschaulichen oder Deuten von Formeln in

Sachsituationen (zB Z = X.Y deuten als

Weg = Geschwindigkeit mal Zeit oder als Flächeninhalt

eines Rechtecks = Länge mal Breite).

Untersuchen von Auswirkungen der Änderung

einer Größe auf andere (zB: Wie ändert sich s in

s = v . t, wenn t verdreifacht wird und v konstant

bleibt? Wie ändert sich t, wenn v verdreifacht

wird und s konstant bleibt?).

Untersuchen und zusammenfassendes Betrachten

von direkten und indirekten Proportionalitäten

Lösen von Gleichungen mit einer Variablen

Lösen von linearen Gleichungen und von Gleichungen,

die sich durch einfache Umformungen

auf lineare Gleichungen zurückführen lassen;

Begründen von Umformungsschritten durch

Rechenregeln und durch Umformungsregeln für

Gleichungen (zB: A + B = C <=> B = C—Aoder

A = B<=> A+C = B + C).

Gelegentliches Durchführen von Proben.

Anwenden von Gleichungen in Sachsituationen;

Untersuchen, inwieweit mathematische Beschreibungen

den Sachsituationen entsprechen; kritisches

Betrachten der Ergebnisse.

Gegebenenfalls Deuten von Gleichungen (zB

Formulieren von passenden Texten).

Allenfalls Untersuchen von Lösungsfällen linearer

Gleichungen, Erkennen der Abhängigkeit

der Lösungsmenge von der Grundmenge.

Umformen von Formeln

Insbesondere Ausdrücken einer Variablen durch

die anderen in der Formel enthaltenen Variablen.

Begründen von Umformungsschritten durch

Rechenregeln und durch Umformungsregeln für

Gleichungen.

Substituieren in Formeln (zB: Oberflächeninhalt

eines Prismas: O = 2.G + M; spezialisiere diese

Formel für einen Quader mit den Kantenlängen

a, b, c).

Bearbeiten von Verzinsungsproblemen

Aufstellen von Formeln für einfache Zinsen und

für Zinseszinsen (zB: Ein Betrag k ergibt mit 5%

verzinst in 1 Jahr k + k . 0,05 = k . 1,05), in 2 Jahren

(k. 1,05). 1,05 = k. 1,052); Anwenden solcher

Formeln auf Spar- und Kreditprobleme.

Geometrie

Durch das Arbeiten mit ähnlichen Figuren und

das Berechnen von Flächen- und Rauminhalten soll

das geometrische Grundwissen der Schüler erweitert

werden. Ebenso soll die Fähigkeit im zeichnerischen

Darstellen von ebenen und räumlichen

Objekten — und zwar konstruktiv und skizzenhaft

— ausgebaut werden. Zeichnungen sollen auch

dazu dienen, Längen (vor allem im Hinblick auf

Berechnungen von Flächen- und Rauminhalten)

und Winkelmaße zu ermitteln. Der Ausbildung des

räumlichen Vorstellungsvermögens dienen Untersuchungen

und zeichnerische Darstellungen von

räumlichen Objekten, die durch ebene Flächen

begrenzt sind, sowie Berechnungen an geometrischen

Körpern. Beim Arbeiten mit Flächen- und

Rauminhalten stehen auch algebraische Aspekte im

Vordergrund, wie das Aufstellen und Umformen

von Formeln und das Untersuchen von funktionalen

Beziehungen (Auswirkungen von Längenänderungen

auf Flächen- und Rauminhalte). Sachsituationen

sollen — so wie bisher — sowohl Ausgangspunkt

für die Entwicklung geometrischer Begriffe

und Erkenntnisse als auch ein Feld zum Anwenden

der Geometrie sein.

Darstellen von Punkten und von einfachen geometrischen

Figuren in ebenen rechtwinkeligen Koordinatensystemen

Zeichnen insbesondere von Punkten, Strecken

und Vielecken, gegebenenfalls unter Wahl eines

geeigneten Maßstabes; Ablesen der Koordinaten

von Punkten; allenfalls Anwenden bei Vermessungsaufgaben

(zB ausgehend von einer durch zwei

Punkte gegebenen Strecke und von dazugehörigen

Winkeln die Koordinaten weiterer Punkte bestimmen).

Arbeiten mit Flächeninhalten von Vielecken

Herleiten einer Formel für den Flächeninhalt des

Dreiecks, Anwenden dieser Formel bei der

Berechnung von Vierecken, gegebenenfalls Messen

dazu notwendiger Längen; Darstellen solcher

Berechnungsmöglichkeiten mit Variablen

(Aufstellen von Formeln). Allenfalls Begründen

von Flächeninhaltsformeln durch Vergleichen

von Figuren unter Einbeziehung von Kongruenzbetrachtungen.

Allenfalls Berechnen von

Flächeninhalten von Vielecken mit mehr als vier

Eckpunkten und von Vielecken, deren Eckpunkte

in einem Koordinatensystem gegeben

sind.

Umformen von Formeln, Lösen von Umkehraufgaben.

Untersuchen der Auswirkungen von Längenänderungen

auf den Flächeninhalt (zB

Wie ändert sich A, wenn c verdoppelt

und h verdreifacht wird? Wie kann A verdoppelt

werden?).

Vergrößern und Verkleinern, Untersuchen ähnlicher

Figuren

Vergrößern und Verkleinern von Figuren.

Kennen von Maßbeziehungen zwischen ähnlichen

Figuren (Gleichheit von Winkelmaßen,

Beziehungen zwischen Streckenlängen sowie

Beziehungen zwischen Streckenlängen und Flächeninhalten).

Allenfalls Begründen von Eigenschaften

ähnlicher Figuren.

Erkennen von ähnlichen Figuren; Begründen

von Ähnlichkeiten. Beschreiben von Maßbeziehungen

in ähnlichen Figuren, insbesondere von

Proportionalitäten von Streckenlängen (Strahlensatz);

Anwenden für Berechnungen.

Teilen von Strecken.

Untersuchen und Darstellen von räumlichen, ebenflächig

begrenzten Objekten

Beschreiben von Eigenschaften räumlicher

Objekte, die unmittelbar betrachtet werden oder

durch ein Bild bzw. eine Zeichnung dargestellt

sind; allenfalls Aufzeigen von Ähnlichkeitsbeziehungen.

Zeichnerisches Darstellen (auch skizzenhaft) von

Gegenständen, welche die Gestalt von Prismen

oder Pyramiden haben oder aus solchen Körpern

aufgebaut werden können; insbesondere Zeichnen

von Schrägrissen solcher Gegenstände in

besonderen Lagen (möglichst viele Kanten oder

Flächen sollen parallel oder normal zur Zeichenebene

sein), Zeichnen von charakteristischen

Schnittfiguren. Einzeichnen von Neigungswinkeln

zwischen Kanten und ebenen Flächen,

sowie zwischen zwei ebenen Flächen; Ermitteln

der Größe von Neigungswinkeln aus geeigneten

Schnittfiguren.

Arbeiten mit Oberflächen- und Rauminhalten von

Prismen und Pyramiden

Berechnen von Oberflächen- und Rauminhalten

unter Verwendung bekannter Flächeninhaltsformeln

sowie der Volumsformeln für Prisma und

Pyramide (besondere Berücksichtigung von

Anwendungssituationen); gegebenenfalls Messen

der dazu notwendigen Längen in geeigneten

Zeichnungen.

Aufstellen von Formeln, Umformen von Formeln,

Lösen von Umkehraufgaben.

Allenfalls Untersuchen der Auswirkungen von

Längenänderungen auf Oberflächen- und Rauminhalt.

Statistik

Die Schüler sollen Sachsituationen anhand von

Datenmaterial, das von ihnen selbst gesammelt

wurde oder vorgegeben ist, mit Methoden der

beschreibenden Statistik untersuchen. Dabei können

außer den bereits bekannten auch neue Darstellungsformen

und statistische Kennzahlen, die

der jeweiligen Situation und dem Untersuchungszweck

angepaßt sind, eingeführt bzw. von den

Schülern selbst erarbeitet werden. Es ist nicht notwendig,

solche neuen Darstellungsformen und

Kennzahlen, von denen im folgenden einige beispielhaft

angeführt sind, als eigene Unterrichtsthemen

zu behandeln. Selbst die Verwendung der

unten angeführten Fachausdrücke ist entbehrlich.

Wichtig ist, daß die Schüler erfahren, daß je nach

Sachsituation und Untersuchungszweck unterschiedliche

statistische Beschreibungsformen vorteilhaft

oder sinnvoll sein können.

Untersuchen von Datenmengen, etwa zum Gewinnen

von Vermutungen oder zum Erkennen von

Besonderheiten mit verschiedenen Methoden

Beispielsweise durch Bestimmen des Mittelwertes,

des gewogenen Mittelwertes, des Modus, des

Medians, der Quartile, der Spannweite, der mittleren

Abweichung vom Mittelwert (Mittel der

Beträge der Differenzen), Darstellen der Häufigkeitsverteilungen,

gegebenenfalls unter Variation

von Klasseneinteilungen, durch Darstellen in

Stengel-Blatt-Diagrammen oder in Kastenschaubildern.

Bearbeiten von Sachthemen mit

mathematischen Methoden

Um Unterrichtsprinzipien, vor allem den Prinzipien

„Vorbereitung auf die Arbeits- und Berufswelt",

„Wirtschaftserziehung einschließlich Sparerziehung

und Konsumentenerziehung", „Politische

Bildung" und „Umwelterziehung", gerecht zu werden

und um zu zeigen, wie man mathematische

Methoden in verschiedenen Wirklichkeitsbereichen

einsetzen kann, sollen Probleme etwa aus den

Bereichen der Wirtschaft, der Lebenshaltung (Einkommen,

Konsum, Sparen), des Budgets, der

Gesundheit und Umwelt oder des Schulwesens

bearbeitet werden.

Dies kann entweder im Zusammenhang mit der

Behandlung einzelner mathematischer Stoffgebiete

oder bei der Behandlung vorgegebener Sachthemen

erfolgen. Dabei kann von Erfahrungen der Schüler

ausgegangen werden, oder es können Informationen

durch den Lehrer beigestellt bzw. von den

Schülern eingeholt werden. In diesem Zusammenhang

ist es notwendig, daß die Schüler lernen, sich

aus Texten, Tabellen oder graphischen Darstellungen

Informationen zu beschaffen.

Die Schüler sollen dabei erfahren, daß je nach

Zweck und Interessenlage Fragestellungen und

mathematische Methoden variiert werden können.

Bei der Bearbeitung derartiger Sachthemen sollen

möglichst viele, bereits erworbene mathematische

Fähigkeiten eingesetzt werden, wie zB

Abschätzen von Ergebnissen, Arbeiten mit unterschiedlichen

Darstellungsformen, Verwenden von

statistischen Methoden, kritisches Betrachten von

Voraussetzungen, Daten und Ergebnissen, Feststellen

des Gültigkeitsbereiches funktionaler Zusammenhänge.

Damit soll eine möglichst umfangreiche

Einsicht in die Zusammenhänge der behandelten

Sachgebiete gewonnen werden.

Im Unterricht sollen mehrere der folgenden Themen,

allenfalls auch andere, bearbeitet werden;

dabei sollen Aktualität und Querverbindungen zu

anderen Unterrichtsgegenständen beachtet werden.

Mindestens auf ein Thema soll umfassender in

Form eines Projekts — nach Möglichkeit fächerübergreifend —

eingegangen werden.

Behandeln von Themen, vorwiegend auf Österreich

bezogen

Beispiele für Themen

Österreichs arbeitende Bevölkerung (unselbständig

und selbständig Erwerbstätige), Österreichs

Handel (Export, Import), Landwirtschaft, Energieversorgung,

Fremdenverkehr, industrielle

Erzeugung;

Löhne, Gehälter; Lohn- und Gehaltsänderungen;

Preise, Preisentwicklung;

Verbrauchsausgaben einer Familie;

Bar- und Ratenkauf;

Taschengeld, Familienbudget, Budget von

Gemeinde, Land, Bund;

Konto, Sparen, Kredite, Zinsen (Zinseszinsen);

Deviseneinnahmen und -ausgaben, Devisenbilanz;

Ausgaben des Staates, der Länder, der Gemeinden

für Schulen, Gesundheit, Sport, Freizeit;

Schülerzahlen;

Umweltschutz.

Schriftliche Arbeiten

Schul- und Hausübungen.

Sechs Schularbeiten, je drei im Semester, im

Realgymnasium; fünf Schularbeiten, mindestens

zwei im Semester, im Gymnasium und im Wirtschaftskundlichen

Realgymnasium für Mädchen.

4. Klasse (3 Wochenstunden am Gymnasium

und am Wirtschaftskundlichen Realgymnasium für

Mädchen; 4 Wochenstunden am Realgymnasium)

Reelle Zahlen, Wurzeln

Die Schüler sollen an Beispielen die Zweckmäßigkeit

der Einführung der reellen Zahlen erkennen

und Erfahrungen mit näherungsweisen Berechnungen

gewinnen.

Kennen und Darstellen reeller Zahlen, Arbeiten mit

Näherungswerten

Bearbeiten von Problemen, die in der Menge der

rationalen Zahlen nicht lösbar sind (zB Lösen

der Gleichung x2 = 2, Berechnen des Umfanges

oder Flächeninhaltes eines Kreises mit dem

Radius 1); Berechnen von Näherungswerten

(Schranken) für Lösungen solcher Probleme,

Abschätzen der Genauigkeit; Erkennen, daß solche

Probleme durch Einführung der reellen Zahlen

lösbar werden.

Kennen der Dezimaldarstellung reeller Zahlen.

Kennen der Zuordnung zwischen den reellen

Zahlen und den Punkten einer Zahlengeraden;

Einzeichnen einiger reeller Zahlen auf der Zahlengeraden.

Kennen von Nachteilen des Rechnens mit

Näherungswerten

Arbeiten mit Wurzeln

Definieren des Begriffes der Quadratwurzel,

allenfalls auch der 3. Wurzel.

Schätzen von Wurzeln, Bestimmen von Quadratwurzeln

(Näherungswerten) mit dem Taschenrechner.

Allenfalls Kennen und Anwenden der Regeln

Elementare Algebra

Die Schüler, die durch das Untersuchen funktionaler

Beziehungen, etwa direkter und indirekter

Proportionalitäten, und das Arbeiten mit Formeln

bereits verschiedene Aspekte des Funktionsbegriffes

kennengelernt haben — ohne daß dieser Begriff

definiert wurde —, sollen nun weitere Erfahrungen

im Umgang mit diesem Begriff gewinnen. Dazu

sollen sie mit einzelnen reellen Funktionen (also

mit eindeutigen Zuordnungen von reellen Zahlen

zu reellen Zahlen) in verschiedenen Darstellungsformen,

nämlich in graphischer Darstellung, in

Tabellendarstellung und in Termdarstellung, exemplarisch

arbeiten.

Die Schüler sollen ferner das Umformen von

Termen und Formeln sowie das Lösen von Gleichungen

unter Verwendung bereits bekannter

Rechenregeln festigen; sie sollen bei vorgegebenen

Termen verschiedenartige Strukturen im Hinblick

auf mögliche und zielführende Umformungen

erkennen. Die Komplexität der entsprechenden

Aufgabenstellungen sollte gegenüber der 3. Klasse

nicht allzu sehr gesteigert werden. Durch das

Arbeiten mit linearen Gleichungen mit zwei Variablen

sollen erste Erfahrungen mit einer neuen Problemlösetechnik

gewonnen werden.

Arbeiten mit Formeln

Aufstellen von Formeln (Beschreiben von

Rechenvorschriften, Beziehungen, Gesetzmäßigkeiten)

in verschiedenen Bereichen der Mathematik

und in Anwendungssituationen; gegebenenfalls

Veranschaulichen von Formeln, Deuten

in Sachsituationen.

Einsetzen von Zahlen in Formeln, Berechnen

einer Größe aus einer Formel, wenn die anderen

Größen gegeben sind. Umformen von Formeln;

Begründen von Umformungsschritten durch

Rechenregeln und durch Umformungsregeln für

Gleichungen.

Untersuchen von Auswirkungen der Änderung

einer Größe auf die anderen, Erkennen von Proportionalitäten

(zB: Wie ändert sich F in der Formel

,

wenn r vergrößert wird, wenn r verdreifacht

wird, wenn v verdoppelt wird; wie

ändert sich F, wenn r um 1 vergrößert wird, etwa

für r=1 oder r=1000). Substituieren in Formeln

Arbeiten mit graphischen Darstellungen von funktionalen

Zusammenhängen in Anwendungssituationen

Untersuchen von graphischen Darstellungen (zB

Temperaturkurve, Zeit-Weg-Diagramm, graphische

Darstellung des Preisindex zu verschiedenen

Zeitpunkten), insbesondere Ablesen von

Werten, Beschreiben von Änderungen; Erkennen

von Abweichungen von der Realität (zB: Den

Verbindungsstrecken der Meßpunkte einer Fieberkurve

entsprechen keine gemessenen Temperaturen);

Erkennen von unterschiedlichen Interpretationsmöglichkeiten

(zB: Welche Ursachen

kann eine Ausgabensteigerung haben?).

Graphisches Darstellen von funktionalen Zusammenhängen,

die durch (vorgegebene oder selbst

erarbeitete) Tabellen oder durch Formeln gegeben

sein können; Wählen geeigneter Maßstäbe

auf den Achsen; Wählen geeigneter Abschnitte

(Intervalle) auf den Achsen.

Arbeiten mit verschiedenen Darstellungsformen

einfacher reeller Funktionen

Zu vorgegebenen Funktionstermen

Tabellen

bestimmen und Graphen unter Wahl geeigneter

Maßstäbe zeichnen.

Aus graphischen Darstellungen Werte ablesen

(Tabellen aufstellen), Änderungen beschreiben.

Zu Funktionen, die durch Terme, Tabellen oder

graphische Darstellungen gegeben sind, Beispiele

in Anwendungssituationen angeben. Allenfalls

begründen, warum eine lineare Funktion [zB

f(x) = 2x— 1] durch eine Gerade dargestellt werden

kann.

Arbeiten mit Termen

Umformen von Termen, auch von Bruchtermen,

unter Anwenden unterschiedlicher Rechenregeln,

im allgemeinen eingeschränkt auf wenige

Umformungsschritte.

Analysieren von Termstrukturen, um die

Anwendbarkeit von Rechenregeln zu erkennen

Darstellen solcher Strukturen

Begründen von Umformungen durch Rechenregeln.

Gelegentliches Überprüfen der. Umformungen

durch Einsetzen von einfachen Zahlen.

Allenfalls Untersuchen, welche Zahlen man in

einem Term sinnvoll einsetzen kann.

Lösen von Gleichungen mit einer Variablen

Lösen von Gleichungen, die durch einfache

Umformungen auf lineare Gleichungen zurückgeführt

werden können.

Begründen von, Umformungsschritten durch

Rechenregeln und durch Umformungsregeln für

Gleichungen. Erkennen, daß bei Gleichungsumformungen

die Lösungsmenge verändert werden

kann [zB: Multiplizieren einer Gleichung mit

(x — 3) kann dazu führen, daß auch die Zahl 3

eine Lösung wird].

Gelegentliches Durchführen von Proben.

Anwenden in Sachsituationen; Untersuchen,

inwieweit mathematische Beschreibungen den

Sachsituationen entsprechen, kritisches Betrachten

der Ergebnisse.

Allenfalls Lösen von einfachen Ungleichungen,

vergleichendes Betrachten von Gleichungen und

Ungleichungen, insbesondere Gegenüberstellen

von Umformungsregeln.

Lösen von Systemen von zwei linearen Gleichungen

mit zwei Variablen

Rechnerisches Lösen von Gleichungssystemen.

Allenfalls graphisches Lösen solcher Systeme.

Allenfalls Beschreiben einzelner Probleme durch

Gleichungssysteme und Lösen solcher Probleme.

Geometrie

Das grundlegende geometrische Wissen der

Schüler soll durch die Behandlung des pythagoräischen

Lehrsatzes, durch Berechnungen an Kreisen

und durch Arbeiten mit Drehzylindern, Drehkegeln

und Kugeln erweitert werden. Dabei sollen

auch das räumliche Vorstellungsvermögen verstärkt

und die Fähigkeit im Anwenden algebraischer

Methoden gefestigt und erweitert werden.

Darüber hinaus sollen die Schüler Erfahrungen zur

Problematik der irrationalen Zahlen gewinnen und

erkennen, daß bei Kreisen für die Bestimmung von

Bogenlängen und Flächeninhalten die bisher

bekannten Meßmethoden nicht ausreichen.

Im Geometrieunterricht sollen die Schüler ihre

Fähigkeit im Problemlösen und im Argumentieren

erweitern, wozu gezielte Aufgabenstellungen in

Verbindung mit einer Wiederholung der wichtigsten

grundlegenden Kenntnisse und gegebenenfalls

mit einer Erweiterung dieser Kenntnisse dienen sollen.

Arbeiten mit dem pythagoräischen Lehrsatz

Kennen eines Beweises des pythagoräischen

Lehrsatzes.

Formulieren des pythagoräischen Lehrsatzes für

vorgegebene rechtwinklige Dreiecke in unterschiedlichen

Lagen und unter Verwendung verschiedener

Bezeichnungen.

Anwenden des Satzes für Berechnungen in ebenen

Figuren und in Körpern (bei Pyramiden im

allgemeinen eingeschränkt auf solche mit quadratischer

Grundfläche); Darstellen solcher

Berechnungsmöglichkeiten mit Variablen (Aufstellen

von Formeln); Kennen der Anwendung

des pythagoräischen Lehrsatzes beim Bestimmen

von rechten Winkeln.

Arbeiten mit Umfängen und Flächeninhalten von

Kreisen und Kreisteilen

Näherungsweises Bestimmen des Umfanges und

des Inhaltes von Kreisen, insbesondere Ermitteln

von Schranken; näherungsweises Bestimmen von

π Wissen, daß π eine irrationale Zahl ist.

Erkennen, daß der Umfang eines Kreises zum

Radius und der Flächeninhalt zum Quadrat des

Radius direkt proportional ist (etwa aus den entsprechenden

Proportionalitäten bei Näherungsvielecken

oder aus Formeln).

Anwenden von Formeln für Umfang und Inhalt

des Kreises.

Aufstellen und Anwenden von Formeln für

Kreisteile.

Umformen von Formeln (Umkehraufgaben).

Untersuchen von Drehzylindern, Drehkegeln und

Kugeln; Berechnen von Oberflächen- und Rauminhalten

Beschreiben von Eigenschaften von Körpern, die

unmittelbar betrachtet werden oder durch ein

Bild bzw. eine Zeichnung dargestellt sind; fallweise

Anfertigen von Handskizzen.

Zeichnen charakteristischer Schnittfiguren.

Erkennen von Winkeln, die geographische Längen

und Breiten festlegen.

Untersuchen der Schnitte von Ebenen mit Drehzylindern

und Drehkegeln; allenfalls Konstruieren

von Kegelschnittlinien einer bestimmten Art

(zB von Ellipsen auf Grund der Brennpunktdefinition).

Berechnungen von Drehzylindern, Drehkegeln

und Kugeln; Anwenden von Formeln zur

Berechnung von Oberflächen- und Rauminhalten;

Umformen von Formeln.

Lösen von Problemen und Begründen von geometrischen

Aussagen im Zusammenhang mit einer

Wiederholung, Vertiefung und Erweiterung geometrischer

Kenntnisse

Erkennen von Maß- und Lagebeziehungen in

vorgegebenen Figuren (zB Erkennen kongruenter

oder ähnlicher Dreiecke, auch unter Einbeziehen

von Vorstellungen des Spiegeins, des

Schiebens, des Drehens und Streckens).

Begründen von Maß- und Lagebeziehungen (zB

Die Seitensymmetralen eines Dreiecks schneiden

einander in einem Punkt; Satz von Thales, Satz

vom Peripheriewinkel).

Allenfalls Lösen von Konstruktionsaufgaben

auch unter Verwendung von Ortslinien, Begründen

von Lösungswegen, Untersuchen von

Lösungsfällen.

Berechnen von Winkelgrößen, Längen und Flächeninhalten,

wobei zusätzliche geometrische

Überlegungen erforderlich sind (zB: Berechnen

der Winkel eines regelmäßigen n-Ecks; Berechnen

des Flächeninhaltes eines Quadrates, das

einem Rhombus eingeschrieben ist).

Statistik

Die Schüler sollen Sachsituationen anhand von

Datenmaterial, das von ihnen selbst gesammelt

wurde oder vorgegeben ist, mit Methoden der

beschreibenden Statistik untersuchen. Dabei können

außer den bereits bekannten auch neue Darstellungsformen

und statistische Kennzahlen, die

der jeweiligen Situation und dem Untersuchungszweck

angepaßt sind, eingeführt bzw. von den

Schülern selbst erarbeitet werden. Es ist nicht notwendig,

solche neue Darstellungsformen und

Kennzahlen, von denen im folgenden einige beispielhaft

angeführt sind, als eigene Unterrichtsthemen

zu behandeln. Selbst die Verwendung der

unten angeführten Fachausdrücke ist entbehrlich.

Wichtig ist, daß die Schüler erfahren, daß je nach

Sachsituation und Untersuchungszweck unterschiedliche

statistische Beschreibungsformen vorteilhaft

oder sinnvoll sein können.

Untersuchen von Datenmengen etwa zum Gewinnen

von Vermutungen oder zum Erkennen von

Besonderheiten mit verschiedenen Methoden

Beispielsweise durch Bestimmen von Mittelwerten,

des gewogenen Mittelwerts, des Modus, des

Medians, der Quartile, der Spannweite, der mittleren

Abweichung vom Mittelwert (Mittel der

Beträge der Differenzen), durch Darstellen von

Häufigkeitsverteilungen, gegebenenfalls unter

Variation von Klasseneinteilungen, durch Darstellen

in Stengel-Blatt-Diagrammen oder in

Kastenschaubildern.

Untersuchen der Abhängigkeit zweier Merkmale

Beispielsweise mit Hilfe von Kontingenztafeln

oder mit Hilfe der Darstellung von Paaren von

Merkmalwerten in einem Koordinatensystem.

Bearbeiten von Sachthemen mit

mathematischen Methoden

Um Unterrichtsprinzipien, vor allem den Prinzipien

„Vorbereitung auf die Arbeits- und Berufswelt",

„Wirtschaftserziehung einschließlich Sparerziehung

und Konsumentenerziehung", „Politische

Bildung" und „Umwelterziehung", gerecht zu werden

und um zu zeigen, wie man mathematische

Methoden in verschiedenen Wirklichkeitsbereichen

einsetzen kann, sollen Probleme etwa aus den

Bereichen der Wirtschaft, der Lebenshaltung (Einkommen,

Konsum, Sparen), des Sozialwesens, des

Versicherungswesens, des Budgets oder des

Umweltschutzes bearbeitet werden.

Dies kann entweder im Zusammenhang mit der

Behandlung einzelner mathematischer Stoffgebiete

oder bei der Behandlung vorgegebener Sachthemen

erfolgen. Dabei kann von Erfahrungen der Schüler

ausgegangen werden. In diesem Zusammenhang ist

es notwendig, daß die Schüler lernen, sich aus Texten,

aus Tabellen oder graphischen Darstellungen

Informationen zu beschaffen. Die Schüler sollen

erfahren, daß je nach Zweck und Interessenlage

Fragestellungen und mathematische Methoden

variiert werden können. Bei der Bearbeitung derartiger

Sachthemen sollen möglichst viele, bereits

erworbene mathematische Fähigkeiten eingesetzt

werden. Es soll eine möglichst umfangreiche Einsicht

in die Zusammenhänge der behandelten Sachgebiete

gewonnen werden.

Im-Unterricht sollen mehrere der folgenden Themen,

allenfalls auch andere, bearbeitet werden.

Dabei sollen Aktualität und Querverbindungen

zu anderen Unterrichtsgegenständen beachtet

werden. Mindestens auf ein Thema soll umfassender

in Form eines Projekts — nach Möglichkeit

fächerübergreifend — eingegangen werden.

Behandeln von Themen, bezogen auf Österreich

und andere Länder

Beispiele für Themen

Beschäftigte in den Wirtschaftssektoren Urproduktion,

Industrie und Gewerbe, Dienstleistungen;

Arbeitnehmer, Arbeitgeber, Interessensvertretungen,

Gastarbeiter, Arbeitslosigkeit;

Handel und Fremdenverkehr;

einfache Kalkulation, Umsatzsteuer, Preisgestaltung;

Einkommen, insbesondere Löhne, Lohnarten;

Preisindex;

Sozialabgaben, Steuern;

Lohnnebenkosten ;

Pflichtversicherungen, freiwillige Versicherungen;

Spar- und Kreditwesen, Tilgungspläne;

Sozialstatistiken;

Verteilung von Staatsausgaben etwa für den

Sozialbereich, für Bildung, Umwelt und Rüstung;

Umweltschutz — ein internationales Problem;

Abfallbeseitigung, Abfallverwertung.

Schriftliche Arbeiten

Schul- und Hausübungen.

Sechs Schularbeiten, je drei im Semester, im

Realgymnasium; fünf Schularbeiten, mindestens

zwei im Semester, im Gymnasium und im Wirtschaftskundlichen

Realgymnasium für Mädchen."

c) lautet der Unterabschnitt „Didaktische

Grundsätze" ab der Zwischenüberschrift „Hinweise

zur Behandlung einzelner Themen"

„Hinweise zur Behandlung einzelner

Themen

Umgang mit Zahlen

In allen Schulstufen soll das Kopfrechnen regelmäßig

geübt werden, sodaß die Schüler einfache

Rechnungen im Kopf rascher als mit dem Taschenrechner

ausführen können und auf diesen dabei

verzichten. Ebenso ist das Abschätzen von Rechenergebnissen

sowohl vor als auch bei der Verwendung

des Taschenrechners ständig zu schulen. Der

Taschenrechner selbst bietet die Möglichkeit, Zahlenangaben

(etwa beim Einsetzen in Formeln) zu

variieren und so das Gefühl für Zahlenbeziehungen

weiterzuentwickeln und Probleme der Rechengenauigkeit

und Fehlerauswirkungen zu behandeln.

Er ermöglicht ferner die Bearbeitung von Problemen

mit größerem Rechenaufwand (etwa Aufarbeiten

umfangreicherer statistischer Daten, näherungsweises

Berechnen von irrationalen Zahlen).

Die zweifache Darstellung der Bruchzahlen in

Bruchschreibweise und in endlicher Dezimalschreibweise

— letztere kann vielfach nur eine

näherungsweise sein — hat unterschiedliche Bedeutung

für das Rechnen: Das Rechnen mit Dezimalzahlen

ist für Anwendungen wichtig, das Rechnen

mit Brüchen hat Bedeutung im Hinblick auf die

Algebra und sollte deshalb auf einfache Zahlen

beschränkt bleiben. Bruchzahlen, vor allem in

Bruchschreibweise, können vielfältig zur Beschreibung

von Beziehungen (etwa Größenverhältnissen)

verwendet werden. Die Deutung von Bruchzahlen

als relativer Anteil und ihre Darstellung in Prozentschreibweise

ermöglichen eine einfache Behandlung

der Prozentrechnung. (Beispielsweise: 3 m

sind 3/40 von 40 m, also 7,5%, weil 3/40 = 0,075 = 7,5%

ist; 5% von a ist 5/100 von a, also 5/100 ∙ a = 0,05 ∙ a.)

Beim Rechnen mit Dezimalzahlen sollte das

Bestimmen des Stellenwertes von Rechenergebnissen

auch durch Abschätzen erfolgen.

Da beim Arbeiten mit ganzen und rationalen

Zahlen, insbesondere mit negativen Zahlen, die

Schüler vor allem Fertigkeiten und Einsichten

erwerben sollen, die für die Algebra von Bedeutung

sind, sollte bei diesem Thema der Schwerpunkt auf

innermathematische Beziehungen (Gesetzmäßigkeiten)

gelegt werden. Deutungen der Rechenoperationen

in außermathematischen Bereichen können

wegen der dabei auftretenden Schwierigkeiten

weitgehend entfallen. (Beispielsweise kann die Subtraktion

von negativen Zahlen als Umkehrung der

Addition erklärt werden: ( + 5) —( — 3) = x ist jene

Zahl, für die ( —3) + x = ( + 5) gilt; eine außermathematische

Deutung kann unterbleiben.)

Auch die Behandlung der reellen Zahlen kann

auf einige innermathematische Gesichtspunkte eingeschränkt

werden: Durch die Einführung der reellen

Zahlen ist es möglich, unendlichen Näherungsprozessen,

wie sie bei Berechnungen von Wurzeln

oder bei Kreisberechnungen auftreten, Zahlen als

Ergebnisse zuzuordnen, die man zwar durch rationale

Zahlen nur näherungsweise beschreiben kann,

mit denen man aber nach den gleichen Regeln wie

für rationale Zahlen rechnen kann.

Umgang mit Variablen

Durch vielseitige Verwendung von Buchstaben

zum Beschreiben von Sachverhalten sollen die

Schüler erfahren, daß Variable ein Mittel sind, um

Beziehungen zwischen Größen, Rechenstrukturen,

Rechenregeln ua. übersichtlich darzustellen und

mathematische Zusammenhänge deutlich zu

machen. Solche Beschreibungen, insbesondere das

Aufstellen von Formeln, sollen in allen Schulstufen

von den Schülern durchgeführt werden. Umgekehrt

sollen auch Aufgaben gestellt werden, solche

Darstellungen (Formeln) zu interpretieren, etwa

durch Einsetzen von Zahlen, durch geometrisches

Veranschaulichen oder durch Deuten in Sachsituationen,

sodaß die Schüler mit Variablen Vorstellungen

verbinden.

Das Arbeiten mit solchen Darstellungen, insbesondere

das Umformen von Formeln und das

Lösen von Gleichungen, soll in erster Linie ein

Hilfsmittel sein, um Probleme der Mathematik und

Probleme in Sachsituationen zu lösen. Dazu ist

notwendig, daß die Schüler Sicherheit im Umformen

von einfachen Termen und Formeln bzw.

Gleichungen erlangen. Solche Umformungen können

in besonders einfachen Fällen im Zusammenhang

mit Deutungen erfolgen. (Beispielsweise ist

,

weil die Hälfte einer Zahl a in der Zahl

selbst zweimal enthalten ist; dies kann auch geometrisch

veranschaulicht werden.) Doch sind

Umformungen auch ohne Deutung regelhaft

durchzuführen. Um ein fehlerfreies Arbeiten anzustreben,

sollen die Schüler die den Umformungen

zugrunde liegenden Regeln angeben können.

Der Übergang zur Umformung von komplexeren

Termen und Formeln bzw. Gleichungen ist sehr

behutsam (in Phasen) vorzunehmen. Dabei ist zu

überlegen, welches Maß an Komplexität noch sinnvoll

ist. Zum Arbeiten mit komplexeren Ausdrücken

ist notwendig, daß die Schüler das Erkennen

von Termstrukturen üben, um die jeweils richtigen

Rechen- bzw. Umformungsregeln anwenden zu

können. (Hat man beispielsweise erkannt, daß der

Ausdruck y . (x + l) + 2 . (x + 1) von der Struktur

A . C + B . C ist, dann kann man durch Anwenden

des Rechengesetzes A.C + B.C = (A + B).C diesen

Ausdruck auf die Form (y + 2) . (x+1) bringen.)

Funktionen

Die Schüler sollen ab der 1. Klasse in zunehmendem

Maße mit verschiedenen Aspekten des Funktionsbegriffes

vertraut werden. Dazu dienen verschiedene

beim Lehrstoff angeführte Tätigkeiten

das Untersuchen von funktionalen Beziehungen,

zB von direkten und indirekten Proportionalitäten;

das Bearbeiten entsprechender Probleme in außermathematischen

Sachsituationen oder in der Geometrie;

das Darstellen solcher Beziehungen in

Tabellen oder in verschiedenen graphischen Formen;

das Beschreiben solcher Beziehungen mit

Variablen, insbesondere das Aufstellen von Formeln;

das Untersuchen von Auswirkungen der

Änderung einer Rechengröße auf ein Rechenergebnis;

das Untersuchen von Abhängigkeiten von

Variablen in Formeln, etwa das Erkennen von Auswirkungen

der Änderung einer Größe auf eine

andere oder das Erkennen von Proportionalitäten;

das Untersuchen von graphischen Darstellungen

funktionaler Zusammenhänge in Anwendungssituationen,

insbesondere das Ablesen von Werten und

das Beschreiben von Änderungen. Für diese Schüleraktivitäten

ist es nicht notwendig, den Begriff

der Funktion zu definieren.

Das zusammenfassende Betrachten von direkten

und indirekten Proportionalitäten in der 3. Klasse

und das Arbeiten mit verschiedenen Darstellungsformen

einfacher reeller Funktionen in der

4. Klasse sollen zu bewußtem Umgang mit reellen

Funktionen unter formalen Aspekten führen. Hier

kann auch eine Definition des Begriffs der reellen

Funktion (etwa als eindeutige Zuordnung zwischen

zwei Mengen reeller Zahlen) erfolgen.

Geometrie

Beim Erwerb grundlegender geometrischer

Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten sollen in

allen Schulstufen die folgenden Aspekte beachtet

werden

Geometrie ist ein Mittel zur Umwelterschließung;

geometrische Begriffe und deren Eigenschaften

sowie Maßbeziehungen an geometrischen

Objekten sollen möglichst oft mit Objekten unserer

Umwelt in Beziehung gebracht werden; die Schüler

sollen besonders mit zeichnerischen Darstellungen

von solchen Objekten vertraut werden; ihr räumliches

Vorstellungsvermögen soll geschult werden.

Geometrie ist ein Bereich, in dem beim Konstruieren

zur Sorgfalt und Genauigkeit erzogen werden

kann. Die Schüler sollen aber auch skizzenhaftes

Zeichnen üben.

In der Geometrie sind vielfältige Problemstellungen

möglich, die produktives Denken fördern können;

dafür sind insbesondere Aufgaben nützlich,

die verschiedene Lösungsmöglichkeiten bieten;

auch das selbständige Entwerfen von Zeichnungen

kann dazu dienen. Das Begründen geometrischer

Beziehungen ist eine Gelegenheit, das Argumentieren

zu üben, die häufig genützt werden soll.

Geometrisch-anschauliche Darstellungen und

die Interpretation solcher Darstellungen können

ein wichtiges Mittel zu einem vertieften Verständnis

mathematischer Inhalte sein. Hervorzuheben

sind Veranschaulichungen von Zahlenbeziehungen,

Rechenoperationen und Rechenregeln sowie graphische

Darstellungen von funktionalen Beziehungen

und von statistischen Ergebnissen. Eine Vertiefung

und Erweiterung des Begriffes der direkten

Proportionalität (und des zugehörigen Begriffes

der Proportion) kann im Zusammenhang mit dem

Vergrößern und Verkleinern von Figuren (maßstäbliches

Zeichnen) und dem Untersuchen von

ähnlichen Figuren erfolgen.

Die Geometrie bietet viele Möglichkeiten für das

Arbeiten mit Formeln. Dabei sind nicht nur das

Einsetzen von Zahlen in Formeln und das Umformen

von Formeln wichtig. Ein Schwerpunkt soll

auch das Aufstellen von Formeln sein. (Beispielsweise

kennen die Schüler selbständig Formeln für

Umfänge von Vielecken aufstellen und durch

Betrachten verschiedener Formen von Formeln

Einsichten in Umformungsregeln gewinnen. Flächeninhaltsformeln

für Trapez, Deltoid ua. können

von Schülern durch Zerlegen dieser Figuren in

Teildreiecke aus der Formel für den Flächeninhalt

eines Dreiecks selbständig hergeleitet werden.)

Anwenden von Mathematik in Sachsituationen

Probleme aus verschiedenen Lebens- und Wissensbereichen

können Ausgangspunkt für die Entwicklung

mathematischen Wissens und Könnens

sein; umgekehrt soll dieses Wissen und Können in

solchen Bereichen vielseitig angewendet und damit

vertieft werden.

Dabei sollen die unmittelbare Erlebenswelt des

Schülers (zB Familie, Haushalt, Freizeit, Verkehr,

Sport), Probleme der Umwelt, der Arbeits- und

Berufswelt, Fragen der Wirtschaft und der Landwirtschaft,

aktuelle Probleme auf der Erde (zB

Ernährungsprobleme, Rohstoff- und Energieprobleme),

Fragen aus den Naturwissenschaften, der

Technik und der Geographie Beachtung finden.

Beim Arbeiten in Sachsituationen sollen die

Schüler nicht nur vorgegebene Fragen beantworten,

sondern sie sollen auch selbst versuchen, Fragestellungen

zu finden. Ferner sollen einerseits

mathematische Inhalte Ausgangspunkt für Anwendungen

sein, bei denen diese Inhalte verwendet

werden (zB können im Zusammenhang mit dem

Lösen von Gleichungen passende Anwendungsaufgaben

etwa in Form von Textgleichungen gestellt

werden); andererseits soll auch von Sachsituationen

ausgegangen werden und die Schüler müssen erst

untersuchen, welche mathematischen Inhalte oder

Methoden zu dieser Situation passen.

Um eine Sachsituation erfolgreich bearbeiten zu

können, müssen die Schüler mit der Situation und

passenden mathematischen Strukturen (Modellen)

vertraut werden. Sie sollen deshalb angeleitet werden,

notwendige Informationen einzuholen, etwa

durch Stellen von Fragen oder durch Lesen passender

Texte. Knappe übersichtliche oder anschauliche

Darstellungen können dazu dienen, eine Situation

besser zu erfassen. Überlegungen, welche Folgerungen

aus vorliegenden Daten gezogen werden

können, und ein experimentierendes Umgehen mit

den Angaben (etwa versuchsweise irgendwelche

sinnvolle Berechnungen anstellen) können helfen,

mathematische Strukturen zu erkennen; gegebenenfalls

kann man dabei auch erkennen, daß Daten

überflüssig sind oder fehlen. Das Erfassen einer

mathematischen Struktur durch eine Formel kann

eine weitere Hilfe sein. Beschreibt man etwa eine

direkte oder indirekte Proportionalität durch eine

Formel, dann können Probleme, die man nach der

Methode der „Schlußrechnung" lösen kann, auch

durch Einsetzen von Zahlen in diese Formel und

gegebenenfalls durch Auflösen einer elementaren

Gleichung gelöst werden. (Besteht beispielsweise

zwischen Preis P und Gewicht G einer Ware die

Beziehung P = 7,2 . G, dann kann man daraus zu

jedem Gewicht G den zugehörigen Preis P berechnen

und auch zu einem gegebenen Preis, etwa zu

P=1000, das zugehörige Gewicht bestimmen

1000 = 7,2 . G, also G = 1000 : 7,2.)

Die durch mathematische Verfahren und Überlegungen

gefundenen Ergebnisse sollen kritisch

betrachtet werden, etwa im Hinblick auf ihre

Genauigkeit oder ob sie sinnvoll sind. Ferner kann

untersucht werden, wie genau eine mathematische

Struktur die Wirklichkeit beschreibt, in welchen

Bereichen sie sinnvoll angewendet werden kann

und welche Vernachlässigungen und Vereinfachungen

beim Beschreiben mit mathematischen Mitteln

vorgenommen wurden. Schließlich können auch

die gegebenen Daten kritisch betrachtet und durch

ihre Variation weitere Erkenntnisse gewonnen werden.

Die für die Bearbeitung von Sachsituationen

nötigen Kenntnisse über Maßeinheiten und Beziehungen

von Maßeinheiten werden größtenteils

schon in der Volksschule vermittelt und teilweise

auch im Geometrieunterricht der 1. Klasse behandelt.

Im Bedarfsfall sollen solche Kenntnisse wiederholt

oder entsprechende Informationen gegeben

werden. Bei einem verständnisvollen Anwenden

dieser Kenntnisse werden sie im allgemeinen ausreichen,

um die bei praktischen Aufgaben nötigen

Umrechnungen vornehmen zu können; ein Mechanisieren

des Umrechnens von Maßeinheiten soll

nicht angestrebt werden. Lediglich das Rechnen

mit Zeitunterschieden (etwa beim Arbeiten mit

Fahrplänen) bedarf einiger Übung.

Projektorientierter Unterricht

Es ist dies eine Form des Lernens, bei der eine

intensivere Auseinandersetzung mit praxisbezogenen

Sachverhalten möglich ist.

Projektorientierter Unterricht bedeutet: größere

Schülerzentriertheit des Unterrichts; Verbindung

von Theorie und Praxis; bessere Motivation der

Schüler durch Lernen an realen Handlungsabläufen;

Anwendung mathematischer Modelle an problembezogenen,

realitätsnahen Situationen; Verbindung

von schulischem und außerschulischem

Lernen; Sammlung von Erfahrungen im sozialen

Lernen; Erleben der Grenzen der Anwendbarkeit

von Mathematik.

Projektorientierter Unterricht erfordert sorgfältige

Planung, um eine erfolgreiche Durchführung

sicherzustellen.

Der Organisationsplan eines Projekts kann etwa

folgende Überlegungen beinhalten

Planung, Vorbereitung

—Themenfindung (etwa Schülerbefragung, Eltern-

und Lehrervorschläge, aktuelle Anlässe),

— notwendige Informationen und Materialien,

— Zeitplan,

— Raumbedarf,

— Kostenfrage,

— Zielgruppen.

Durchführung

— Vergabe der Arbeitsaufträge,

— Datenbeschaffung (Kontaktaufnahme mit

Eltern und anderen außerschulischen Informationsträgern),

— Bereitstellen von Medien,

— Auswertung der Daten,

— Aufarbeiten des Themas.

Dokumentation, Präsentation.

Projektorientierter Unterricht sollte nach Möglichkeit

fächerübergreifend betrieben werden, doch

ist auch eine Beschränkung auf das Fach Mathematik

möglich.

In jedem Schuljahr soll mindestens ein Projekt

bearbeitet werden.

Einschränkungen im Gymnasium und im Wirtschaftskundlichen

Realgymnasium für Mädchen

Am Gymnasium und am Wirtschaftskundlichen

Realgymnasium für Mädchen soll in der 3. und

4. Klasse, wegen der geringeren Wochenstundenzahl

gegenüber dem Realgymnasium, eine Einschränkung

der Vielfalt der Aufgabentypen und

der Komplexität der einzelnen Aufgaben erfolgen.

Für Reduzierungen bieten sich die mit „allenfalls"

gekennzeichneten Schüleraktivitäten an. Es sind

jedoch in dieser Schulform alle in der Bildungs- und

Lehraufgabe genannten Ziele gleichmäßig

anzustreben. Keinesfalls soll eine Einschränkung

auf das Lernen von Verfahren zu Lasten von

Anwendungen der Mathematik und von Aufgaben

zu den mathematischen Grundtätigkeiten (produktives

geistiges Arbeiten, Argumentieren und exaktes

Arbeiten, kritisches Denken, Darstellen und Interpretieren)

erfolgen."

11. In Anlage A, sechster Teil, wird nach dem

Pflichtgegenstand „Mathematik" eingefügt

„Geometrisches Zeichnen

Bildungs- und Lehraufgabe

Der Unterrichtsgegenstand Geometrisches

Zeichnen soll zur Erreichung folgender fachübergreifender

Ziele beitragen

— Ausbilden und Schulen der Raumvorstellung,

— Erziehen zu sauberem und genauem Arbeiten

sowie zu präzisem sprachlichen Ausdruck,

— Weiterentwickeln der Konzentrationsfähigkeit

und Ausdauer,

— Fördern der Kreativität.

Insbesondere sind folgende fachspezifische Ziele

anzustreben

— Erlangen von Fertigkeit in der Handhabung

zweckmäßiger Zeichengeräte;

— Erlernen von Zeichentechniken für das Anfertigen

sauberer und genauer Bleistift- und

Tuschezeichnungen mit entsprechender

Beschriftung und gegebenenfalls sinnvoller

Farbgestaltung ;

— zeichnerisches Lösen von Konstruktionsaufgaben

der ebenen Geometrie;

— Erfassen, Analysieren und sprachlich angemessenes

Beschreiben von Eigenschaften geometrischer

ebener Figuren und räumlicher Objekte;

— Darstellen räumlicher Objekte durch geeignete

Abbildungsmethoden;

— Erkennen und Beschreiben von Form, Größe

und Aufstellung eines Objekts aus der zeichnerischen

Darstellung (Diskutieren eines Risses);

— selbständiges Entwerfen einfacher räumlicher

Objekte: Anfertigen von Handskizzen, Erkennen

der für die Festlegung räumlicher Objekte

notwendigen Maße sowie eines passenden

Maßstabs.

Der Unterricht im Geometrischen Zeichnen soll

auch auf das Erkennen und Herstellen von Querverbindungen

abzielen, insbesondere zur Mathematik,

Werkerziehung und Bildnerischen Erziehung.

Weiters sollten Einblicke in die Arbeit des Technischen

Zeichners sowie in das computerunterstützte

Konstruieren geboten werden.

Lehrstoff

Bei den einzelnen Stoffgebieten sind Tätigkeiten

angeführt, die von den Schülern durchgeführt werden

sollen. Diese Schüleraktivitäten beschreiben

Lernrichtungen für die Behandlung der Stoffgebiete

im Unterricht. Sie sind einerseits unmittelbare

Lernziele, andererseits sollen durch sie die in der

Bildungs- und Lehraufgabe formulierten allgemeinen

Lernziele angestrebt werden. Das Ausmaß, in

dem die verschiedenen Tätigkeiten durchgeführt

werden, ist entsprechend ihrem Beitrag zu allgemeinen

Lernzielen und entsprechend den Didaktischen

Grundsätzen des Lehrplans vom Lehrer im

Rahmen des § 17 des Schulunterrichtsgesetzes festzulegen.

In manchen Fällen sind diese Tätigkeiten nicht

verpflichtend vorgesehen, was durch das Wort

„allenfalls" (Erweiterungsstoff) aufgezeigt wird.

Die Reihenfolge, in der die einzelnen Schüleraktivitäten

angegeben sind, entspricht einer gewissen

systematischen Darstellung, ist aber keine methodische

Festlegung und für den Unterricht nicht verbindlich.

Vielmehr ist ein sinnvolles Verbinden verschiedener

Tätigkeiten und verschiedener Aspekte

eines Themenbereiches wünschenswert.

3. Klasse (2 Wochenstunden am Realgymnasium)

Durchführen von einfachen Konstruktionen

(auch von geometrischen Mustern) zur Schulung

im Gebrauch von Zeichengeräten, zur Aneignung

von Zeichentechniken, zur Förderung der Sauberkeit,

Genauigkeit und Ästhetik; Beschriften in

Normschrift.

Lösen von Aufgaben in Verbindung mit Lerninhalten

der Geometrie aus dem Mathematikunterricht

der 1. bis 3. Klasse, gegebenenfalls unter Verwendung

eines ebenen kartesischen Koordinatensystems.

Allenfalls Anfertigen und Lesen statistischer

Schaubilder.

Zeichnen und Diskutieren von Schrägrissen in

horizontalen Bildebenen (Horizontalrisse bzw.

Militärrisse) und von Schrägrissen in frontalen

Bildebenen (Frontalrisse bzw. Kavalierrisse) einfacher

ebenflächig begrenzter Körper (insbesondere

Objekte aus dem Erfahrungsbereich der Schüler) in

besonderer Lage zur Bildebene.

Arbeiten mit einem räumlichen kartesischen

Rechtskoordinatensystem; Zeichnen und Diskutieren

von axonometrisehen Rissen einfacher ebenflächig

begrenzter Körper (insbesondere Objekte aus

dem Erfahrungsbereich der Schüler) in besonderer

Lage zu den Koordinatenebenen durch koordinatenmäßiges

Aufbauen (Konstruieren solcher Risse

unter Verwendung der Achsenbilder mit den zugehörigen

Verzerrungen und den für Parallelrisse

gültigen Eigenschaften).

Allenfalls Anfertigen von Explosionszeichnungen.

Zeichnen und Diskutieren von Grund- und Aufrissen

(als Normalrisse in Koordinatenebenen) einfacher

ebenflächig begrenzter Körper (insbesondere

Objekte aus dem Erfahrungsbereich des Schülers)

in besonderer Lage zu den Koordinatenebenen.

Konstruieren axonometrischer Risse aus

Grund- und Aufriß und umgekehrt.

Konstruieren von Netzen einfacher ebenflächig

begrenzter Körper.

Allenfalls Bestimmen der (wahren) Länge

von Raumstrecken.

4. Klasse (2 Wochenstunden am Realgymnasium)

Lösen von Aufgaben in Verbindung mit Lerninhalten

der Geometrie aus dem Mathematikunterricht.

Allenfalls Anfertigen und Lesen statistischer

Schaubilder.

Konstruieren von Ellipsen, Parabeln und Hyperbeln.

Allenfalls Ermitteln von Tangenten an

Ellipsen, Parabeln und Hyperbeln.

Zeichnen und Diskutieren von axonometrischen

Rissen ebenflächig begrenzter Körper und technischer

Objekte in besonderer Lage zu den Koordinatenebenen

durch koordinatenmäßiges Aufbauen.

Zeichnen und Diskutieren von zugeordneten

Normalrissen (Grund-, Auf-, Seitenrisse) ebenflächig

begrenzter Körper und technischer Objekte in

besonderer Lage zu mindestens einer Koordinatenebene;

Lesen und Anfertigen von Werkzeichnungen.

Zeichnen und Diskutieren zugeordneter Normalrisse

von Prismen und Pyramiden in besonderer

Lage zu mindestens einer Koordinatenebene, die

mit projizierenden Ebenen geschnitten werden;

Zeichnen dieser Schnittfiguren in unverzerrter

Gestalt.

Allenfalls Zeichnen und Diskutieren axonometrischer

Risse von eben geschnittenen Prismen

und Pyramiden.

Zeichnen und Diskutieren zugeordneter Normalrisse

oder besonderer axonometrischer Risse

(Horizontal- bzw. Frontalrisse) von Drehzylindern

und Drehkegeln, deren Basiskreise in Hauptebenen

(parallel zur Bildebene) liegen; Konstruieren von

Netzen (Abwicklungen, Verebnungen).

Allenfalls Zeichnen und Diskutieren zugeordneter

Normalrisse von Drehzylindern, deren

Basiskreise in projizierenden Ebenen liegen.

Allenfalls Zeichnen und Diskutieren zugeordneter

Normalrisse von Drehzylindern und

Drehkegeln, deren Basiskreise in Hauptebenen

(parallel zur Bildebene) liegen und die mit projizierenden

Ebenen geschnitten werden; Zeichnen dieser

Schnittfiguren in unverzerrter Gestalt.

Allenfalls Ermitteln von Kurven, die in der

ebenen Kinematik auftreten.

Didaktische Grundsätze

Eine möglichst saubere und genaue Ausführung

unter Beachtung der Übersichtlichkeit (Platzeinteilung)

und der entsprechenden Beschriftung in

Normschrift (mit oder ohne Schablone) ist laufend

anzustreben. Dies gilt sowohl für Bleistift- als auch

für Tuschearbeiten bei zweckmäßiger und normgerechter

Verwendung verschiedener Linienbreiten

und Linienarten. Das Ausmaß der Zeichnungen,

die mit Tusche ausgeführt werden, ist vom Lehrer

unter Berücksichtigung der zur Verfügung stehenden

Zeichengeräte und der zeitlichen Möglichkeiten

festzulegen. Zur Erhöhung der Bildwirkung

bzw. zur Betonung des Wesentlichen können einzelne

Flächen in sinnvoller Weise auch farbig ausgestaltet

werden. Der Schüler ist zu laufender Kontrolle

der Richtigkeit und Genauigkeit seiner Arbeit

anzuhalten. Die Normschrift ist im wesentlichen

nur für die Beschriftung der Arbeiten einzusetzen.

Das Format A 3 sollte nicht über- und das Format

A 4 nicht unterschritten werden.

Im Unterricht soll den Schülern Gelegenheit zu

selbständigem und produktivem Arbeiten geboten

werden. Damit sollen auch die Freude an der Form

geweckt und das ästhetische Empfinden geschult

werden.

Bei der Körperdarstellung ist von bekannten

räumlichen Objekten auszugehen, wobei außer der

sprachlichen Beschreibung auch andere Hilfsmittel,

wie etwa Modelle, anschauliche Skizzen, Overhead-

Folien, Fotos, Dias, Anaglyphen (3-D-Bilder)

und Körpernetze eingesetzt werden können. Insbesondere

sollen die Schüler selbst zum Anfertigen

anschaulicher Skizzen und zum sprachlich richtigen

Beschreiben der Objekte angeleitet werden.

Zur Erhöhung der Anschaulichkeit bei zugeordneten

Normalrissen können die Objekte um projizierende

Achsen gedreht werden. Unter Rücksichtnahme

auf Anwendungen in der Technik ist die

Darstellung von Voll- und Halbschnitten vor allem

bei Drehzylinder und Drehkegel sinnvoll. Im

Zusammenhang mit Netzkonstruktionen ist die

Herstellung von Modellen zweckmäßig.

Im Hinblick auf die jeweils verwendete Abbildungsmethode

ist auf die Lage der (parallelen) Projektionsstrahlen

zur Bildebene hinzuweisen, wobei

der Unterschied zwischen Projektionsvorgang und

Ergebnis der Projektion (Riß) und somit auch zwischen

Objekt und dessen Bild verständlich gemacht

werden muß.

In diesem Zusammenhang ist auch die Gegenüberstellung

bzw. gegenseitige Ergänzung von axonometrischem

Riß und den zugeordneten Normalrissen

eines Objekts zu pflegen. Das Koordinatensystem

dient hier als wesentliches Orientierungsmittel.

Es gestattet außerdem eine einheitliche

Behandlung des Aufbauverfahrens in den verschiedenen

Abbildungsmethoden. Unter Umständen

können auch geeignete Rasterverfahren herangezogen

werden."

12. In Anlage A, sechster Teil, werden beim

Pflichtgegenstand „Biologie und Umweltkunde"

die Unterabschnitte „Lehrstoff" und „Didaktische

Grundsätze" wie folgt geändert

a) dem Unterabschnitt „Lehrstoff" wird angefügt

„3. Klasse (2 Wochenstunden)

Geologie

Lernziele

Der Schüler soll den geologischen Aufbau und

die Entstehungsgeschichte seiner engeren Heimat

kennen. Er soll die wichtigsten Gesteine und Minerale

sowie den Kreislauf in der Gesteinsbildung

kennen. Er soll erkennen, daß die Gesteinsumwandlungsprozesse

auch zur Bildung des Bodens

führen. Schließlich soll er den geologischen Aufbau

von Österreich in groben Umrissen darstellen und

das Vorkommen von Bodenschätzen daraus erklären

können. Die aus der Gewinnung und Nutzung

von Bodenschätzen erwachsende Umweltproblematik

soll ihm bewußt sein.

Lerninhalte

Gesteine der engeren Heimat und deren mineralische

Zusammensetzung. Exemplarische Beispiele

für Erstarrungs-, Sediment- und Umwandlungsgesteine.

Minerale als Bestandteile der Gesteine.

Kreislauf in der Gesteinsbildung. Bodenbildung.

Überblick über den geologischen Aufbau von

Österreich. Die wichtigsten Bodenschätze Österreichs.

Der Boden

Lernziele

Der Schüler soll verstehen, daß der Boden aus

leblosen und lebenden Anteilen besteht und soll die

zwischen diesen bestehenden Wechselwirkungen

kennen. Er soll die Bedeutung des Bodens kennen,

die Notwendigkeit des Bodens und seiner Pflege

für die Existenz aller Lebewesen einschließlich des

Menschen erkennen und die Notwendigkeit seiner

Pflege verstehen.

Lerninhalte

Zusammensetzung und Aufbau eines Bodens.

Bodenorganismen, ihre Anpassung, ihre Wechselbeziehungen

und ihre Bedeutung für den Boden.

Vegetation in Abhängigkeit vom Boden. Boden als

Grundlage für die Ernährung.

Lebensräume

Lernziele

Der Schüler soll die heimischen und die wichtigsten

fremdländischen Lebensräume und die sie

kennzeichnenden bzw. für sie bedeutsamen Lebewesen

sowie deren Anpassung an die spezifischen

Umweltgegebenheiten kennenlernen und verstehen.

Er soll unter Einbeziehung der in den erarbeiteten

Lebensräumen vorkommenden Lebewesen und aus

einem Verständnis ihrer verwandtschaftlichen

Beziehungen zu einem erweiterten Überblick über

das natürliche System der Organismen gelangen.

Er soll die wichtigsten Kultur-, Nutz- und Wildpflanzen

sowie Tiere der genannten Lebensräume

kennen, vor allem jene, die die heimische Ernährung

sichern. Der Schüler soll am Beispiel ausgewählter

Lebensräume ökologische Systemzusammenhänge

altersgemäß erkennen und erklären können

und um die begrenzte Belastbarkeit ökologischer

Systeme wissen. Der Schüler soll verstehen,

daß Eingriffe in Ökosysteme nur sehr behutsam

vorgenommen werden dürfen, und soll erkennen,

daß es zielführender ist, durch verantwortliche Planung

mögliche Schäden von vornherein zu vermeiden.

Der Schüler soll vom Menschen verursachte

Störungen des ökologischen Gleichgewichtes in

diesen Lebensräumen erkennen und mögliche

Ursachen und Zusammenhänge sowie einfache

Ansätze zu ihrer Sanierung angeben oder entwickeln

können. Er soll auch wissen, daß durch Eingriffe

in Ökosysteme die Lebensgrundlagen vieler

Tier- und Pflanzenarten bedroht sind und daß

besonders bedrohte Arten in „Roten Listen" verzeichnet

sind. Er soll mögliche Schutzmaßnahmen

für Biotope und Arten kennen und für diese nicht

nur Verständnis, sondern auch Bereitschaft zur

Durchführung entwickeln bzw. bekunden.

Lerninhalte

Wohnbereich des Menschen: Tiere und Pflanzen

in Wohnung, Haus und Garten. Gärten als vom

Menschen besonders intensiv beeinflußte Lebensräume.

Dem Gartentyp entsprechend gewünschte

und unerwünschte Pflanzen und Tiere und deren

Anpassungen. Das Gartenjahr, Anlage und Pflegearbeiten.

Möglichkeiten der Hege und Förderung

gefährdeter Tiere und Pflanzen im naturnahen

Garten.

Äcker und Felder als intensiv beeinflußte Lebensräume.

Nutzpflanzen. Probleme der Monokulturen.

Verantwortungsbewußter Pflanzenschutz.

Bodenbearbeitung und Düngung. Formen des

Landbaues.

Feldraine und Hecken. Ihre Bedeutung als Restflächen

naturnaher Lebensräume, als ökologische

Brücken und als Biotope für Schädlingsvertilger.

Biotopschutz.

Wiesen als natürliche und künstliche Ökosysteme.

Anpassungen der Organismen an Mahd und

Beweidung. Biotop- und Artenschutz.

Städtische Lebensräume, wie Parkanlagen, Höfe,

Straßen- und Uferböschungen.

Ruderalflächen als Lebensräume von Arten mit

besonderen Besiedlungsstrategien und Rückzugsgebiete

bestimmter, oft gefährdeter Tiere und Pflanzen.

Lebensräume im Hochgebirge. Vegetationsstufen.

Lebewesen und deren Anpassungen an die

Bedingungen des Hochgebirges. Probleme, die sich

aus der Erschließung und Nutzung der Gebirge

ergeben. Landschaftsschutz.

Lebensräume heimischer Gewässer. Biotope und

Lebensgemeinschaften stehender und fließender

Gewässer. Kennzeichnende Organismen und deren

Anpassungen. Veränderungen und Gefährdungen

des biologischen Gleichgewichts durch menschliche

Eingriffe. Gewässerschutz.

Feuchtbiotope als Beispiele besonders bedrohter

Lebensräume. Naßwiesen, Tümpel, Verlandungen,

Moore, Auen. Trockenlegungen und Flurbereinigungen.

Beispiele für typische Lebewesen und

deren Anpassungen. Biotop- und Artenschutz.

Meer. Seine Kennzeichnung und Gliederung.

Meeresorganismen unter besonderer Berücksichtigung

der Beziehungen zwischen Umweltbedingungen,

Lebensweisen und Körperbau. Bedeutung der

Meere für die Ernährung der Menschheit und für

die Sauerstoffproduktion. Gefahren der Meeresverschmutzung

und Übernutzung.

Fremdländische Lebensräume, ihre typischen

Lebensgemeinschaften, charakteristische Tiere und

Pflanzen und deren Anpassungen. Eingriffe des

Menschen und ihre Auswirkungen auf diese Ökosysteme.

Schutzmaßnahmen.

4. Klasse (2 Wochenstunden)

Entwicklung der Erde und der

Lebewesen

Lernziele

Der Schüler soll einen altersgemäßen Überblick

über die Entwicklungsgeschichte der Erde und

ihrer Lebewesen einschließlich des Menschen sowie

Einblicke in die Evolution geben können.. Er soll

die Vererbungsvorgänge und deren Gesetzmäßigkeiten

in groben Zügen darstellen können.

Lerninhalte

Die Fossilien, ihre Entstehung und ihre Rolle bei

der Erforschung der Entwicklungsgeschichte der

Pflanzen- und Tierwelt sowie des Menschen. Entwicklung

der Lebewesen bis zur Gegenwart.

Grundlagen der Vererbungslehre. Beispiele für

einfache Erbgänge. Vom. Menschen beeinflußte

Entwicklungsprozesse (Nutztiere, Nutzpflanzen).

Zusammenhänge zwischen Umweltbedingungen

und Entwicklung der Lebewesen. Veränderungen

der körperlichen Eigenschaften, Anpassung, Auslese,

Evolution.

Umwelt und Mensch

Lernziele

Der Schüler soll erkennen, daß die Menschen die

Umwelt verändert haben und daß diese Veränderungen

nicht unbegrenzt fortgesetzt werden dürfen,

weil sie auch Folgen haben, die das Gleichgewicht

in der Natur und die Existenz aller Lebewesen

einschließlich der Menschen beeinträchtigen.

Aus diesen Einsichten soll der Schüler die Bereitschaft

zum umweltgerechten Verhalten entwickeln.

Der Schüler soll über Einflüsse der Umwelt und der

Lebensweise auf Gesundheit und Wohlbefinden

Bescheid wissen und darüber, wie der Körper

innerhalb gewisser Grenzen diese Veränderungen

zu kompensieren imstande ist.

Der Schüler soll einen altersgemäßen Überblick

über die Organsysteme des Menschen, deren

Zusammenspiel und deren Schädigungsmöglichkeiten

haben. Er soll die körperlichen und psychischen

Probleme, die sich für ihn im Entwicklungsstadium

der Pubertät ergeben, erkennen und daraus

Ansätze zu ihrer Bewältigung entwickeln können,

im besonderen auch das Phänomen der menschlichen

Sexualität vorurteilslos betrachten und verstehen.

Er soll ethisch positive Werthaltungen für

Partnerschaftsbeziehungen entwickeln und Methoden

der Empfängnisregelung kennen. Er soll um

die verschiedenen Abschnitte der Entwicklung

eines Menschen wissen, sie verstehen und achten

lernen und sein Hineinwachsen in immer bedeutendere

Positionen der Gesellschaft auch als zunehmende

Verantwortung begreifen.

Lerninhalte

Ungestörte, beeinflußte und gestörte Umwelt.

Verantwortungsbewußte Nutzung. Ursachen von

Störungen. Vorsorge, Pflege und Abhilfemaßnahmen.

Bau und Arbeitsweise der Organe und Organsysteme

und deren Koordination durch Nervensystem

und Hormonsystem. Krankheiten und Krankheitsursachen

(zB Krankheitserreger und -überträger,

tierische Schmarotzer, Umwelteinflüsse,

Medikamenten-, Drogen-, Genußmittelmißbrauch,

Fehlernährung, Fehlverhalten). Prophylaxe.

Erste Hilfe, Therapien. Die Arbeitswelt des Menschen.

Fortpflanzung und Entwicklung, körperliche

und geistige Entwicklung des Menschen.

Verhalten des Menschen

Lernziele

Der Schüler soll erkennen, daß das Verhalten

des Menschen auch genetisch bedingt, jedoch weitgehend

durch Einsicht und Lernen veränderbar ist.

Er soll daraus die Bereitschaft zur Korrektur von

Verhaltensweisen entwickeln, wenn diese Korrektur

aus Verantwortung gegenüber sich selbst, den

anderen Menschen oder der Umwelt gegenüber

erforderlich erscheint.

Lerninhalte

Beispiele für ererbtes, erlerntes und einsichtiges

Verhalten von Menschen. Typische Verhaltensweisen

verschiedener Altersstufen der Menschen.

Zusammenhänge zwischen einsichtigem Handeln,

der Sonderstellung der Menschen und der Fähigkeit,

verantwortliche Entscheidungen zu treffen.

Biologie und Gesellschaft

Lernziele

Aufbauend auf die Lernziele aller bisherigen

Schulstufen soll der Schüler altersgemäß die vielfältigen

Verknüpfungen zwischen Umwelt und

Menschheit erfassen. Er soll begreifen, daß die Existenz

des Menschen in ein vielfach vernetztes

System biologischer Vorgänge eingebunden ist. Er

soll daraus erkennen, daß jeder Mensch verantwortungsbewußt

sein muß und daß die Existenz und

das Wohlbefinden aller Menschen diese Gesichtspunkte

zur Voraussetzung haben.

Lerninhalte

Situation der Menschheit in der gegebenen

Umwelt. Zivilisationsgesellschaft, Lage in den Entwicklungsländern.

Weltbevölkerung, Welternährung,

Verantwortlichkeit des einzelnen gegenüber

den Mitmenschen und der Umwelt.

b) dem Unterabschnitt „Didaktische Grundsätze"

wird angefügt

„3. Klasse

Der Bezug zur Geologie sollte mit einer Exkursion

ausgehend vom Schulstandort hergestellt werden.

Anschließend sollte das Wissen durch sorgfältig

ausgewählte Lehrausgänge, Museumsbesuche,

Arbeiten in der Schulsammlung usw. erweitert und

die gewünschten Formenkenntnisse vermittelt werden.

Das Anlegen einer mit dem Schulstandort in

Beziehung stehenden Sammlung von Handstücken

kann besonders motivierend auf die Schüler wirken.

Bestimmungsübungen, Ordnen nach Kriterien,

wie wirtschaftliche Bedeutung, regionale Lage,

Aktualität, ästhetische Gesichtspunkte (Schmucksteine)

usw., werden als Methoden empfohlen.

Unter Verwendung des Atlas und unter besonderer

Berücksichtigung des Schulstandortes ist eine einfache

Beschreibung der Geologie von Österreich zu

erarbeiten. Auch die Besprechung der Gesteine und

Minerale sollte in einfachsten Grundzügen erfolgen.

Auf die aus der Nutzung von Bodenschätzen

entstehende Umweltproblematik (zB Grundwasserverschmutzung,

Abraumhalden, Versturz, Luftverschmutzung)

sollte ebenso hingewiesen werden wie

auf die Möglichkeiten ihrer Vermeidung bzw.

Sanierung.

Das Kapitel Boden schließt an das Kapitel Geologie

an, bietet aber darüber hinaus auch die Basis

zum Verständnis des Beziehungsgefüges der im folgenden

zu besprechenden Lebensräume. Ein

Zugang zum Kapitel Boden wäre zB über die

Untersuchung der oberen belebten Bodenschicht zu

finden. An geeigneten Beispielen soll dem Schüler

der Begriff Bodenstruktur und das Verständnis für

die Anpassungen der Bodenorganismen an ihren

Lebensraum nahegebracht werden.

Der Bedeutung der Ökologie soll durch die

intensivierte Erarbeitung der Lebensräume Rechnung

getragen werden. In sinnvoller Ergänzung

zum in der vorhergegangenen Schulstufe erarbeiteten

Lebensraum Wald sollen aus der Vielfalt der

Lebensräume exemplarisch jene ausgewählt werden,

die schulnah sind, sich zur Erarbeitung ökologischer

Grundbegriffe besonders eignen oder von

sonstiger Bedeutung sind. Sie sind nach Möglichkeit

jahreszeitlich zugeordnet zu besprechen. Bei

der Auswahl ist eine sinnvolle Kombination von

terrestrischen und aquatischen, heimischen und

fremdländischen Lebensräumen anzustellen. Zu

besprechen sind mindestens ein heimisches terrestrisches,

ein heimisches aquatisches System und ein

vom Menschen stark beeinflußtes System. Desgleichen

mindestens ein fremdländisches terrestrisches

und ein fremdländisches aquatisches System.

In Erweiterung und Fortsetzung der Formenkenntnisse

auch aus dem Bereich jener Organismengruppen,

die bereits in vergangenen Klassen

bearbeitet worden sind, sind besonders jene taxonomischen

Gruppen zu berücksichtigen, deren

Bearbeitung bislang noch nicht vorgenommen worden

ist. Lehrausgänge und Exkursionen sind bei der

Erarbeitung der heimischen Lebensräume sowohl

als Einstieg als auch zum Sammeln und Einbringen

von Arbeitsmaterial besonders geeignet. Die geltenden

Naturschutzbestimmungen sind stets zu beachten.

Zur Beschaffung von Arbeitsmaterial bieten

sich auch Schulgärten günstig an.

Bei der Auswahl der Objekte ist auf die Bedürfnisse

weiterführender Schulstufen und Schultypen

und auf die zukünftige Berufswelt Bedacht zu nehmen.

Der Garten bildet für einen erheblichen Teil der

Menschen einen wesentlichen Zugang zur Natur.

Aussaat, Betreuung und Ernte bilden Erlebnisse

von biologischen Abläufen. Formen von naturnahen

Gärten sind ein wesentlicher Beitrag zur Erhaltung

gefährdeter Organismenarten. Aus der

Behandlung der modernen Formen der Landwirtschaft

und der damit verbundenen Veränderungen

in vielen ökologischen Bereichen ergibt sich die

Problematik der Interessenskonflikte.

Bei aller Problematik der Auswirkungen menschlicher

Eingriffe darf nicht übersehen werden, daß

die Existenz der Menschheit von der Nutzung der

Natur abhängig ist. Die Schüler sollten zu eigenen

Schlüssen über Notwendigkeit und Grenzen der

konventionellen und der sogenannten biologischen

Methoden der Landwirtschaft kommen. Diskussionen

über dieses Thema könnten ein Beitrag zur

politischen Bildung sein. Erst durch exakte Kenntnisse

kann an die Problematik sachlich herangegangen

werden, bzw. können Strategien zu ihrer

Lösung gefunden werden. Diese Fähigkeit ist auch

im späteren Berufsleben notwendig.

Beim Thema Feldrain und Hecke können durch

Anschauung Verständnis und Wissen zu folgenden

Problemen vermittelt werden: Rodungen, Flurausräumung,

Erosionsschäden, Windschutz, Schnee-

und Windschäden, Monokulturen, Schädlingsbefall.

Kleine Wiesenflächen sind selbst im Stadtgebiet

in der Nähe der Schule oder im Schulgarten leicht

zu finden. Unterschiedliche Bearbeitung (Mahd,

Weide, Tritt) führt zu unterschiedlicher Vegetationsausbildung

und eröffnet die Möglichkeit vergleichender

Betrachtung auf engstem Raum.

Städtische Lebensräume sind für Schulen in der

Stadt sehr leicht erreichbar und zu beobachten.

Ihre exemplarische Erarbeitung kann das Verständnis

schwerer zugänglicher Biotope erleichtern.

Brachflächen, Wüstungen, Böschungen und ihre

Wiederbesiedlung stellen nicht nur hervorragende

Beispiele für die Anpassungsfähigkeit der Organismen

dar, sie sind auch oft Rückzugs- und Überlebensraum

gefährdeter Lebewesen. Solche Flächen

sind meist auch leicht zugänglich und eignen sich

bestens für Demonstrationszwecke.

Das Hochgebirge ist einer der wenigen Lebensräume,

in denen noch relativ häufig und großflächig

die ursprünglichen Verhältnisse anzutreffen

sind.

Die extremen klimatischen Bedingungen erfordern

typische Anpassungen der Lebewesen und

bewirken eine besondere Empfindlichkeit dieser

Lebensgemeinschaften an den Grenzen der Exi-

stenzbedingungen gegen Eingriffe. Auch hier stehen

ökologische und ästhetische den wirtschaftlichen

Interessen gegenüber. Die Folgen, die sich aus

der Erschließung der Alpenregion für den Massentourismus

und andere Wirtschaftszweige ergeben

haben, bieten Einstiegsmöglichkeiten für die Diskussion

über Interessenskonflikte.

Der Umstand der räumlichen Begrenztheit von

Gewässern und Feuchtbiotopen erleichtert das Verständnis

für ihre Empfindlichkeit gegenüber Eingriffen.

Im Themenkreis Gewässer bieten sich

besonders günstige Möglichkeiten zur Erweiterung

der Formenkenntnisse und der exemplarischen

Erarbeitung ökologischer Zusammenhänge.

Das Meer ist der größte zusammenhängende

und ein vielfältig gegliederter Lebensraum auf der

Erde. Dementsprechend vielfältig sind auch die

Biotope und die ökologischen Wechselbeziehungen;

auch finden sich hier Vertreter fast aller systematischer

Gruppen der Tiere. Bei der Behandlung

der Meeresorganismen bieten sich zur Ergänzung

der Formenkenntnisse neben den Algen die Meeresfische,

die Stachelhäuter, die Weichtiere, Krebse

und Hohltiere des Meeres an.

Ökologie und Umweltbiologie können nicht

mehr isoliert nur im eigenen Land betrachtet werden.

Einige fremdländische Lebensräume sind

wegen ihrer extremen Verhältnisse zur Darstellung

ökologischer Zusammenhänge besonders geeignet

und einer Vielzahl von Schülern durch Film, Fernsehen

und Bücher bekannt. Auch können die weltweiten

Folgen von großräumigen Eingriffen in

Ökosysteme sowie die wirtschaftlichen Verknüpfungen

im Rahmen des Warenaustausches und die

gesellschaftlichen Probleme im Zusammenhang mit

der Dritten Welt ohne Kenntnisse von diesen fremden

Lebensräumen nicht durchschaut werden.

4. Klasse

Durch Darstellung der geologischen Ereignisse

und der dadurch bewirkten Veränderungen der

Lebensbedingungen in den Erdzeitaltern können

die Zusammenhänge zwischen der Entwicklung der

Lebewesen und den jeweiligen Umweltbedingungen

verständlich gemacht werden. Die Übersicht

über die Erdzeitalter könnte in tabellarischer Art

geboten werden. Handstücke von Fossilien, Bildmaterial,

Museumsbesuche, Exkursionen usw.

erleichtern die Zugänge.

Anhand einfacher Erbgänge kann im Schüler

Verständnis für die Bedeutung der Vererbungsregeln

für die Evolution, aber auch für die Pflanzen-

und Tierzüchtung geweckt werden.

In Parallelität zur Reihung Lebensraum/Lebensweise/

Verhalten/Körperbau früherer Schulstufen

steht die vom Menschen selbst geschaffene Umwelt

an erster Stelle, da diese weitgehend seine Lebensweise

und sein Verhalten beeinflußt.

Durch einen Vergleich der Stellung des Menschen

in der Natur während früherer Abschnitte

seiner Entwicklung und in der Jetztzeit kann dem

Schüler die Problematik der kulturellen Evolution

nahegebracht werden. Ausgehend von der Entwicklungsgeschichte,

während der der Mensch aus der

Abhängigkeit von der Natur hinaustrat und sich die

Natur „Untertan" machte, kann aufgezeigt werden,

daß durch Zunahme von Technisierung, Zivilisation

und Bevölkerungswachstum das Gleichgewicht

zuungunsten der Natur verschoben worden ist.

Umwelt ist heute aber nicht nur Lebensraum, sondern

auch wirtschaftlicher Produktionsfaktor als

Voraussetzung für Wohlstand und soziale Sicherheit.

Unter Würdigung der Problemlösungskapazität

industrieller Forschung und Technologie soll

der Schüler zur Erkenntnis gebracht werden, daß

trotz aller Fortschritte der Technik der Mensch ein

Glied der Natur bleibt und von ihr abhängig ist.

Durch Exkursionen zu exemplarisch ausgewählten

Punkten können dem Schüler die Wechselbeziehungen

zwischen Siedlungsstruktur und Lebensqualität

vor Augen geführt werden (Wohnbauten,

Innenhöfe, Verkehrsflächen, Parkanlagen, Erholungsräume

und dergleichen). Hier ist allerdings

nicht mehr an die Einzelbesprechung städtischer

Biotope gedacht, die bereits in der vorherigen

Schulstufe erarbeitet worden sind. Desgleichen

wird der ländliche Siedlungsraum genug Beispiele

liefern, um Auswirkungen der Eingriffe des Menschen

in die Landschaft verdeutlichen zu können.

Schwerwiegende und teilweise bedrohliche Veränderungen

(Abwässer, Müll, Lärm, Luftverschmutzung)

sollten dabei ebenso bewußtgemacht werden

wie Fragen menschlicher Ernährung. Hier geben

Landbau, Tierhaltung und Nahrungsmittelproduktion

reichlich Anregungen. Durch Betriebsbesichtigungen,

Fallstudien, AV-Medien u. a. kann der

Schüler zu einer Auseinandersetzung mit der

Umwelt „Arbeitsplatz" hingeführt und befähigt

werden, die Zusammenhänge zwischen Arbeitssituation

und Gesundheit bzw. Krankheit zu erkennen

und die Bedeutung der Humanisierung des Arbeitsplatzes

sowie der notwendigen Kontroll- und

Schutzmaßnahmen zu erfassen.

Für viele Schüler ist in dieser Schulstufe die

letzte Gelegenheit in ihrem Leben, daß sie umfassend

über die Ansprüche, den Bau und die Arbeitsweise

ihres Körpers informiert werden, da diese

Inhalte in den meisten weiterführenden Ausbildungen

nicht mehr aufscheinen. Unabhängig von der

Reihenfolge' der Erarbeitung der Organsysteme

sollten immer die Wechselwirkungen der Organe

untereinander herausgearbeitet werden. Ausgehend

von der Erfahrung am eigenen Körper und unter

Einsatz verschiedener Unterrichtsmittel (Modelle,

Wandtafeln, tierische Organe, Röntgenbilder, AV-

Medien usw.) soll der Schüler mit Bau, Funktionen

und Wechselwirkungen seiner Organe vertraut

gemacht werden, wobei auf bisher erworbene

Kenntnisse aufgebaut werden soll. Dabei darf nicht

übersehen werden, daß in weiterbildenden Schultypen

diese anatomischen und physiologischen

Kenntnisse eine unabdingbare Basis darstellen.

Bei der Erarbeitung der Organsysteme kann der

Schüler auf mögliche äußere und innere Faktoren

hingewiesen werden, die Störungen verursachen,

aber auch darauf, daß diese Störungen nicht nur

durch Medikamente behoben werden können, sondern

daß dazu auch Umweltverbesserungen und

Verhaltensänderungen (zB Eßgewohnheiten, Freizeitgestaltung,

Fehlhaltungen) beitragen. Im Unterricht

sollte jedenfalls nicht nur ein Hinweis auf die

Notwendigkeit des gezielten Einsatzes von Heilmitteln

und -methoden enthalten sein, sondern

auch auf die Auswirkungen des Medikamenten-,

Drogen- und Genußmittelmißbrauchs (zB durch

Fallstudien, Medienberichte uam.).

Praktische Übungen im Bereich Erste Hilfe,

Anleitungen zur Krankenpflege und Unfallverhütung

bieten sich als Erweiterung des Unterrichts

ebenso an wie Hinweise auf gesunde Lebensführung,

Sport usw.

In Verbindung mit dem Schularzt könnte ein

positives Verhältnis zur Krankheitsprophylaxe und

zum Arzt gefördert werden. Das Entwicklungsalter

der Schüler erfordert ein Eingehen auf die Probleme

der Pubertät. In diesem Zusammenhang

(eventuell unter Mithilfe des Schularztes) sollten

Fragen wie weiblicher Zyklus, Empfängnisregelung,

Befruchtung, Schwangerschaft, Geburt, körperliche

und geistige Entwicklung, Partnerschaftsbeziehungen,

verantwortungsbewußte Familienplanung,

Verantwortung gegenüber sich selbst, dem

Partner und den Nachkommen usw. behandelt

werden.

Bezüglich des Verhaltens des Menschen liefern

die Alltagserfahrung der Schüler, Kenntnisse aus

früheren Schulstufen, Lehrfilme, Beobachtungen an

Tieren, Einzelpersonen und Gruppen, Material und

Motivation zur Erarbeitung der Lernziele. Vergleiche

zwischen tierischem und menschlichem Verhalten

führen zur Erkenntnis, daß dem Menschen auf

Grund seiner Fähigkeit zu einsichtigen Handlungen

eine Sonderstellung zukommt. Diese überträgt

ihm die Verantwortung für sein Handeln gegenüber

sich selbst und damit die Mitverantwortung

für seine Mitmenschen und seine Umwelt.

Hinsichtlich der Frage Biologie und Gesellschaft

sollte der Schüler seinem Alter entsprechend nunmehr

imstande sein, unter Heranziehung aktueller

Ereignisse und unter Einbeziehung des in den vergangenen

vier Schulstufen angestrebten Umweltdenkens

und der nicht nur im Biologieunterricht,

sondern auch in anderen Unterrichtsgegenständen

erworbenen Kenntnisse, die gegenwärtige Situation

des Menschen im Sinne einer umfassenden, auch

andere Aspekte berücksichtigenden Darstellung zu

begreifen. Dabei wird nicht nur die Umweltsituation

in Industrieländern erkannt werden müssen;

ebenso sollten auch die biologischen Gegebenheiten

der Entwicklungsländer (verursacht durch

Übervölkerung, Raubbau, Dürre, Hunger, Naturkatastrophen

ua.) behandelt werden. Bei dieser Gelegenheit

ist auf die wechselseitige Verantwortlichkeit

hinzuweisen.

Die Verwendung aktueller Medien ist empfehlenswert,

doch sollten keine einseitigen Darstellungen

vorgegeben werden. Der Schüler soll lernen,

selbst zu werten. Das Ziel wäre erreicht, wenn der

Schüler in seinem späteren Leben Maßnahmen und

Entscheidungen stets mit Bedacht auf die biologischen

und ökologischen Zusammenhänge treffen

würde."

13. In Anlage A, sechster Teil, wird beim Pflichtgegenstand

„Physik" dem Unterabschnitt „Lehrstoff"

angefügt

„Lehrstoff am Gymnasium und am Realgymnasium

3. Klasse (2 Wochenstunden)

Stoffe kommen in der Natur selten

rein vor

Beschreibung von Stoffen nach physikalischen

Eigenschaften.

Körper — Stoff.

Auswahl von Stoffen aus dem Erfahrungsbereich

des Schülers. Auswahl nach Ordnungsprinzipien,

wie zB Farbe, Zustandsform, Festigkeit, Dichte,

Metall — Nichtmetall und ähnliches.

Zusammenhang zwischen Eigenschaften und

Verwendung des Materials.

Gemenge, Reinstoff.

Beispiele für physikalische Trennverfahren

Lösen, Filtrieren, Zentrifugieren, Destillieren,

Chromatographie (nur als Phänomene).

PRAXISBEZUG: Gewinnung von Rohstoffen

(zB Salzgewinnung, Erdölverarbeitung), Milchverarbeitung,

Untersuchung von Naturstoffen in

Laboratorien, Kläranlagen, Filter zur Abgasreinigung.

Verbindung, Element.

Zerlegung von Verbindungen durch chemische

Reaktionen.

Aus einer Verbindung ist ein Element zu gewinnen.

PRAXISBEZUG: Gewinnung von Metallen aus

Erzen.

Atome als Bausteine der Materie

Atome — Elemente.

Positive und negative elektrische Ladung: Anziehung

und Abstoßung.

Qualitatives Verständnis auf Grund einfacher

Experimente.

Atombau aus Kern (Protonen und Neutronen) und

Hülle (Elektronen).

Unterscheidung der Atome der einzelnen Elemente

nach ihrem inneren Bau: Atomkern als

Träger der Masse.

Hülle als Aufenthaltsbereich der Elektronen.

Symbolschreibweise für Elemente bzw. Atome.

Erste Einführung in das Periodensystem.

Zusammenhang zwischen Anzahl der Valenzelektronen

und der Stellung des Elementes im

Periodensystem.

Verteilung der Metalle und Nichtmetalle im

Periodensystem.

Elektrische Leiter und Isolatoren

Elektronenbewegung: unterschiedliche Leitfähigkeit

von Metallen, Nichtmetallen und Nichtmetallverbindungen.

Vertiefende Wiederholung aus der 6. Schulstufe

Stromkreis, Leiter, Isolator.

Metalle als elektrische Leiter: Verwendung des

Teilchenmodells.

Metallbindung. Einführung des Ionenbegriffes.

Isolatoren: Atombindung — Moleküle.

Bindung durch gemeinsame Elektronen, Beispiele

für einfache Moleküle von Elementen und

Verbindungen.

Summenformeln, Elektronenformeln.

Nach Möglichkeit Veranschaulichung durch

Kugel- oder Kalottenmodelle.

PRAXISBEZUG: Isolationstechnik.

Leitfähigkeit von wäßrigen Salzlösungen, von

Leitungswasser bzw. destilliertem Wasser und

festen Salzen.

Ionenbindung, Ionengitter, Ionenbewegung.

Wiederherstellung des Ionengitters durch Eindampfen

einer Kochsalzlösung.

PRAXISBEZUG: Sicherheits- und Vorsichtsmaßnahmen

in Feuchträumen, Salzgewinnung.

QUERVERBINDUNG: Biologie und Umweltkunde

— Bedeutung von Salzlösungen für den

Organismus.

Durch elektrischen Strom lassen

sich neue Stoffe gewinnen

Elektrolyse einer Salzlösung.

Demonstration an einem Beispiel, bei dem die

Bestandteile des Salzes an den Elektroden in elementarer

Form abgeschieden werden. Reaktionsgleichungen.

Elektronenaufnahme und -abgabe an den Elektroden.

Beschränkung der Elektrolyse auf die Umkehrung

der Ionenbildung aus den Atomen der Elemente.

Technische Bedeutung der Elektrolyse.

Beschränkung auf ausgewählte Beispiele technischer

Prozesse.

PRAXISBEZUG: Galvanisieren, Reinmetallgewinnung,

wirtschaftliche Bedeutung.

QUERVERBINDUNG: Biologie und Umweltkunde

— Abwasserprobleme von Elektrolyseanlagen.

Spannung und Widerstand bestimmen

die Stromstärke

Galvanische Zellen, Batterien, Akkumulatoren.

Elektrische Spannung, Einheit.

Demonstration der Spannung zwischen zwei

Materialien in einem Elektrolyten.

PRAXISBEZUG: Monozelle, Autobatterie,

Abfallprobleme, Netzspannung, Batteriespannungen,

Spannungsprüfer, Unfallverhütung.

Gleichstrom und Wechselstrom.

Beschränkung auf qualitative Behandlung.

Stromstärke, Einheit.

Widerstand, Einheit.

Einführung in die Handhabung von elektrischen

Meßgeräten.

Abhängigkeit des Widerstandes von Material,

Länge, Querschnitt und Temperatur eines Leiters.

Abhängigkeit der Stromstärke von Spannung und

Widerstand.

Ohmsches Gesetz.

Gefährdung des Menschen durch den elektrischen

Strom.

E: Serien- und Parallelschaltung von Verbrauchern.

PRAXISBEZUG: Fernleitungen, Elektrisches

Spielzeug, Elektrotechnische Berufe.

QUERVERBINDUNG: Mathematik — Umformen

von Gleichungen.

Elektrizität und Energie

Wärme- und Lichtwirkung des elektrischen Stromes.

Elektrische Energie (Arbeit), elektrische Leistung,

Einheiten.

Verallgemeinerung des Leistungsbegriffes.

Über den Leistungsbedarf elektrischer Geräte

kann die Verallgemeinerung des Leistungsbegriffes

auch auf die mechanische Leistung erreicht

werden.

PRAXISBEZUG: Leistungsbedarf von Elektrogeräten,

Abschätzung des Energieverbrauches

von Elektrogeräten, Probleme der Stromversorgung

(zB Grundlast, Spitzenbedarf), sinnvolles

Sparen elektrischer Energie, Elektrizität im

Haushalt.

QUERVERBINDUNG: Geographie und Wirtschaftskunde

— Energiewirtschaft.

Wärme als eine Form der Energie

Vorgänge, die zeigen, daß Wärme eine Form der

Energie ist.

Wärme durch elektrischen Strom, durch Reibung

und durch Verbrennung.

Wärmeenergie und Teilchenmodell.

PRAXISBEZUG: Prinzip der Brandbekämpfung,

Sicherheitsbestimmungen.

Wärmekapazität, Heizwert.

Hinweis auf die Energieeinheit.

PRAXISBEZUG: Wärmespeichervermögen im

Bauwesen, Kostenvergleich von Brennstoffen

unter Berücksichtigung des Heizwertes.

Übertragung von Wärmeenergie: Wärmeleitung,

Wärmeströmung, Wärmestrahlung.

PRAXISBEZUG: Wärmedämmung, Heizsysteme,

Kaminwirkung, Thermosflasche, Kleidung.

QUERVERBINDUNG: Biologie und Umweltkunde

— Wärmehaushalt von Lebewesen, Geographie

und Wirtschaftskunde — maritimes und

kontinentales Klima.

Umwandlung von Wärmeenergie in Bewegungsenergie.

Verwendung des Teilchenmodells, Hinweis auf

Wärmekraftmaschinen und deren Wirkungsgrad,

Hinweis auf den Ernegieerhaltungssatz.

Wärmeenergie und Zustandsänderungen

von Stoffen

Bedingungen für die Änderungen der Zustandsformen

(Temperatur und Druck).

Schmelzpunkt, Siedepunkt.

Anomalie des Wassers.

PRAXISBEZUG: Druckkochtopf, Zufrieren von

Seen, Eisberge, Sprengwirkung von gefrierendem

Wasser.

QUERVERBINDUNGEN: Geographie und

Wirtschaftskunde — Klimazonen.

Bedeutung von Schmelz- und Verdampfungswärme.

Anwendung des Teilchenmodells.

PRAXISBEZUG: Wiederverwertung von Materialien

durch Einschmelzen. Herstellung von

Werkstoffen, Berufsfelder: Metall- und Kunststoffverarbeitung,

Wettergeschehen.

Destillation.

PRAXISBEZUG: Erdölverarbeitung, Alkoholdestillation.

E: Sublimationsvorgänge.

Kühlschrank, Wärmepumpe.

Beschränkung auf das Prinzip, daß durch Einsatz

von Arbeit Wärmeenergie gegen ein Temperaturgefälle

transportiert wird.

PRAXISBEZUG: Kühlanlagen, Kühlen und

Gefrieren von Nahrungsmitteln, Wärmepumpe

für Heizzwecke und Warmwasserbereitung.

Die Sonne als Motor für das Wettergeschehen

und als Energiequelle

Aufgenommene Strahlungsenergie als Ursache für

Wasserkreisläufe und Luftströmungen.

Hoch- und Tiefdruckgebiete.

Verdunstungsvorgänge in der Natur, Luftfeuchtigkeit.

Nebel- und Wolkenbildung, Niederschläge.

Die Rolle von Kondensationskernen bei der

Nebelbildung (Smog) und bei der Wolkenbildung.

E: Gewitter.

PRAXISBEZUG: Wasserkraft, Fremdenverkehr,

Landwirtschaft, Wetterprognose, Blitzschutz.

QUERVERBINDUNG: Biologie und Umweltkunde

— Problematik von Eingriffen in die

Natur, Sonne als Energielieferant für biochemische

Prozesse.

Speicherung von Strahlungsenergie in lebenden

Pflanzen und fossilen Brennstoffen.

Wesentlich ist die Betrachtung der Energieumwandlungen.

Probleme der nichtregenerierbaren Energieträger.

Umwandlung von Strahlungsenergie in Nutzenergie.

PRAXISBEZUG: Solartechnik.

4. Klasse (2 Wochenstunden)

Das Magnetfeld.

Das Magnetfeld eines Permanentmagneten, Feldlinien.

Magnetische Influenz.

Das Magnetfeld der Erde.

PRAXISBEZUG: Kompaß, Magnetverschlüsse.

Stromfluß bewirkt Magnetfeld

Das Magnetfeld eines stromdurchflossenen Leiters

und einer Spule.

Elektromagnet — praktische Anwendungen.

E: Elektrische Meßgeräte.

Funktionsprinzip des Elektromotors.

Erklärung der Wirkungsweise am Beispiel des

Gleichstrommotors.

E: Wechselstrommotor.

PRAXISBEZUG: Elektrofahrzeuge, elektrische

Haushaltsgeräte und Werkzeuge, Spielzeug.

Änderung. des Magnetfeldes

bewirkt Spannung

Das Prinzip der Induktion.

Funktionsprinzip des Generators.

Funktionsprinzip und einige Anwendungen des

Transformators.

Gewinnung und Transport elektrischer Energie.

E: Dreiphasen-Wechselstrom.

PRAXISBEZUG: Lichtmaschine (Fahrrad,

Auto), Elektrizitätswerk, Verbundnetz.

QUERVERBINDUNG: Geographie und Wirtschaftskunde

— Wirtschaftliche Gesichtspunkte

der Elektrizitätsversorgung, Biologie und

Umweltkunde — Umweltprobleme.

Sicherheit im Umgang mit Elektrogeräten

Gefahren des elektrischen Stromes.

Sicherheitsvorkehrungen und Verhaltensregeln.

Schukosteckdose und Stecker.

Schutzerdung und Schutzisolation.

Schmelzsicherung, Leitungsschutzschalter.

Funktionsprinzip des Fehlerstromschutzschalters

(FI-Schalter).

Sicherung als Schutzeinrichtung für die Elektroinstallation

und -geräte. FI-Schalter als Schutz

für den Menschen.

PRAXISBEZUG: ÖVE-Prüfzeichen, Produktdeklaration;

Berufsfeld Elektrotechnik.

Übertragung, Verarbeitung und

Speicherung von Information

Halbleiterlelemente.

Die Diode als Gleichrichter. Der Transistor als

Schalter und als Verstärkerelement.

Exemplarische Demonstration an einfachen

Schaltungen.

Grundlagen für Hörfunk und Fernsehen.

Informationsübertragung und Informationsspeicherung.

Auswahl: Telefon, Schallplatte, Magnetband ua.

E: Grundlagen der Computertechnik.

Wesentliche Funktionseinheiten.

Einfache logische Schaltungen und Speicherelemente.

PRAXISBEZUG: Einfluß der elektronischen

Medien auf Beruf und Freizeit, Automatisierung,

neue Technologien.

Planeten — Satelliten

Die Zentripetalkraft bei der Kreisbewegung.

Gravitationskraft. Gravitationsfeld.

Abhängigkeit der Gravitationskraft von den

Massen und ihrem Abstand.

Bahnen von Planeten und Satelliten.

E: Der freie Fall. Die Beschleunigung.

PRAXISBEZUG: Fahrzeuge in Kurven, Kreisbewegungen

im Sport, Zentrifugen, Ringelspiel.

Nutzen der Raumfahrt — Gefahren für den

Frieden.

Lichtausbreitung und Reflexion

Voraussetzungen für die Sichtbarkeit von Körpern.

Lichtgeschwindigkeit.

Geradlinige Lichtausbreitung, Schatten.

Reflexionsgesetz: ebener Spiegel, gekrümmte Spiegel.

Bildentstehung, praktische Anwendungen.

Diffuse Reflexion.

E: Einfache Bildkonstruktionen.

PRAXISBEZUG: Arbeitsplatzbeleuchtung, Tag

und Nacht, Mondphasen, Finsternisse, Scheinwerfer,

Rückspiegel, Landvermessung.

Bildentstehung durch Lichtbrechung

Lichtbrechung.

Qualitative Behandlung.

Totalreflexion.

PRAXISBEZUG: Luftspiegelungen, Licht- und

Bildleiter, optische Prismen.

Bildentstehung bei Linsen.

Das optische System Auge.

E: Einfache Bildkonstruktionen.

E: Korrektur von Sehfehlern durch Brillen.

Funktionsprinzip des Fotoapparates.

E: Entstehung eines Fotos.

E: Mikroskop, Fernrohr.

PRAXISBEZUG: Optische Geräte, Berufsfelder

Augenoptik, optische Industrie, Fotografie.

QUERVERBINDUNG: Biologie und Umweltkunde.

Licht und Farben

Zerlegung des weißen Lichtes: Spektrum.

PRAXISBEZUG: Regenbogen.

Farbmischung, Körperfarben.

PRAXISBEZUG: Farbfernsehen, Farbdruck,

Farbfotografie, Malerei.

QUERVERBINDUNG: Bildnerische Erziehung,

Biologie und Umweltkunde.

Energie aus Atomkernen

Radioaktivität: Alpha-, Beta-, Gammastrahlung.

Hinweis auf Veränderungen im Atomkern als

Ursache für Radioaktivität; Abschirmung, Nachweis.

Nutzen und Gefahren radioaktiver Strahlung.

PRAXISBEZUG: Medizin, Materialuntersuchungen;

Altersbestimmung, Landwirtschaft.

Kernspaltung und Kernverschmelzung.

Grundzüge und Bedeutung, Kernreaktor, Kernwaffen,

Sonne. Bedrohung der Menschheit

durch Kernwaffen, Strahlenschutz.

PRAXISBEZUG: Isotopenherstellung in Reaktoren,

Kernkraftwerke, Probleme der Kernenergie,

Zivilschutz.

QUERVERBINDUNG: Biologie und Umweltkunde,

Geschichte und Sozialkunde, Geographie

und Wirtschaftskunde.

Energieumformung und Energiegewinnung

Zusammenfassender Überblick über die Energiearten

und Beispiele für wichtige Umwandlungsvorgänge.

Energieumformende Maschinen am Beispiel des

Viertakt-Ottomotors.

E: Zweitaktmotor, Dieselmotor, Strahltriebwerk,

Raketenantrieb.

Satz von der Erhaltung der Energie.

Wirkungsgrad bei Energieumformungen.

Energiehaushalt der Erde: Energiequellen und

Energieversorgung.

Alternative Formen der Energiegewinnung.

Einblick in deren Grundlagen und Probleme.

Möglichkeiten sinnvollen Energiesparens.

Energiebewußtes Konsumverhalten, Nutzung

der Abwärme.

PRAXISBEZUG: Antriebstechniken, Kraftfahrzeuge,

Solartechnik, Erdwärme, Windenergie,

Gezeitenenergie, Sonnenkollektoren, Wärmepumpe,

Fernwärme.

E: Abschließende Betrachtungen

über die Physik

Überlegungen zu Zielen, Ergebnissen, Methoden

und Grenzen der Physik sowie deren Bedeutung

für den einzelnen und die Gesellschaft.

Anbahnen einer Bereitschaft zur Auseinandersetzung

mit damit zusammenhängenden Fragen.

Lehrstoff am Wirtschaftskundlichen Realgymnasium

für Mädchen

3. Klasse (2 Wochenstunden)

Körper werden elektrisch geladen

Aufladung durch Berührung. Geladene Körper.

Arten der elektrischen Ladungen. Kraftwirkungen.

Vertiefende Wiederholung der Grunderfahrungen

der 6. Schulstufe.

PRAXISBEZUG: Reibungselektrizität von Haaren,

Kleidungsstücken, Fußböden usw.

Atome als Bausteine der Materie

Atombau aus Kern (Protonen und Neutronen) und

Hülle (Elektronen).

Größenvergleiche. Vergleiche zur Erfassung der

großen Anzahl von Atomen beim Aufbau der

Materie.

Atomkern als Träger der Masse.

Hülle als Aufenthaltsbereich der Elektronen.

Unterscheidung der einzelnen Atomarten nach

ihrem inneren Aufbau.

Elementbegriff.

Hinweis auf das Periodensystem — Ordnung der

Elemente.

Elektrische Leiter und Isolatoren

Lockere Bindung der Elektronen in Metallatomen.

Entfernung von Elektronen aus dem Atomverband

Bildung von geladenen Teilchen.

Aufbau der Metalle — frei bewegliche Elektronen

— Elektronengas.

Elektrische Leitfähigkeit.

Isolatoren haben keine frei beweglichen Elektronen.

PRAXISBEZUG: Hochspannungsleitung. Kabel.

Verteilung der elektrischen Energie. Elektrizität

im Haushalt.

QUERVERBINDUNG: Chemie.

PRAXISBEZUG: Fernleitungen. Elektrisches

Spielzeug. Elektrotechnische Berufe.

Spannung und Widerstand bestimmen

die Stromstärke

Galvanische Zellen, Batterien, Akkumulatoren.

Elektrische Spannung. Einheit.

Demonstration der Spannung zwischen zwei

Materialien in einem Elektrolyten.

PRAXISBEZUG: Monozelle, Autobatterie.

Abfallprobleme. Netzspannung, Batteriespannungen.

Spannungsprüfer. Unfallverhütung.

Gleichstrom und Wechselstrom.

Beschränkung auf qualitative Behandlung.

Stromstärke. Einheit.

Widerstand. Einheit.

Einführung in die Handhabung von elektrischen

Meßgeräten.

Abhängigkeit des Widerstandes von Material,

Länge, Querschnitt und Temperatur eines Leiters.

Abhängigkeit der Stromstärke von Spannung und

Widerstand.

Ohmsches Gesetz.

Gefährdung des Menschen durch den elektrischen

Strom.

E: Serien- und Parallelschaltung von Verbrauchern.

PRAXISBEZUG: Fernleitungen. Elektrisches

Spielzeug. Elektrotechnische Berufe.

QUERVERBINDUNG: Mathematik - Umformen

von Gleichungen.

Elektrizität und Energie

Wärme- und Lichtwirkung des elektrischen Stromes.

Elektrische Energie (Arbeit). Elektrische Leistung.

Einheiten.

Verallgemeinerung des Leistungsbegriffes.

Über den Leistungsbedarf elektrischer Geräte

kann die Verallgemeinerung des Leistungsbegriffes

auch auf die mechanische Leistung erreicht

werden.

PRAXISBEZUG: Leistungsbedarf von Elektrogeräten.

Abschätzung des Energieverbrauches

von Elektrogeräten. Probleme der Stromversorgung

(zB Grundlast, Spitzenbedarf). Sinnvolles

Sparen elektrischer Energie. Elektrizität im

Haushalt.

QUERVERBINDUNG: Geographie und Wirtschaftskunde

— Energiewirtschaft.

Ionen in der Umwelt

Ionen als Ladungsträger.

Vertiefende Wiederholung der Bildung und

Eigenschaften von Ionen unter besonderer

Berücksichtigung des Chemieunterrichtes.

Deutung des Stromflusses als Bewegung von

Ladungsträgern: Elektronen oder Ionen.

Ionen in Flüssigkeiten.

Ionen in Salzlösungen. Ionen in biologischen

Systemen. Grundsätzliche Möglichkeit des

Stromflusses in solchen Systemen.

Ionen in Gasen.

Aus neutralen Gasteilchen können durch Energiezufuhr

Ionen entstehen.

Bei genügend hoher Ionenkonzentration fließt

Strom.

PRAXISBEZUG: Wasserhärte. Meerwasser,

Leitungswasser. Kochsalz im Organismus, Spurenelemente.

Reizleitung in Nerven. Blitz, Reklamebeleuchtungen,

Leuchtstoffröhre, Sparlampen.

QUERVERBINDUNG: Chemie - Eigenschaften

von Nichtmetallen; Bindung zwischen Atomen

der Nichtmetalle.

Sicherheit beim Umgang mit Elektrogeräten

Wirkung des elektrischen Stromflusses durch den

menschlichen Körper.

Beschränkte Isolationswirkung der Haut.

Verbrennungen durch Stromfluß. Stromtod.

Muskelkrampf; Herzflimmern.

Hinweis auf Unfallstatistiken.

QUERVERBINDUNG: Chemie, Biologie und

Umweltkunde.

Sicherheitsmaßnahmen im Umgang mit elektrischen

Geräten im Haushalt und Wirtschaftsbereich,

am Arbeitsplatz.

Hinweis auf Gefahrenquellen anhand wichtiger

Geräte. Berührungsschutz — Isolation durch

Kunststoffgehäuse. Gefahrenquellen: Kabel,

Steckverbindungen; mangelhafte und unsachgemäße

Reparatur; Feuchträume uä.

Information über wesentliche einschlägige gesetzliche

Bestimmungen.

Wärme als eine Form der Energie

Vorgänge, die zeigen, daß Wärme eine Form der

Energie ist.

Wärme durch elektrischen Strom, durch Reibung

und durch Verbrennung.

Wärmeenergie und Teilchenmodell.

PRAXISBEZUG: Prinzip der Brandbekämpfung.

Sicherheitsbestimmungen.

Wärmekapazität, Heizwert.

Hinweis auf die Energieeinheit.

PRAXISBEZUG: Wärmespeichervermögen im

Bauwesen. Kostenvergleich von Brennstoffen

unter Berücksichtigung des Heizwertes.

Übertragung von Wärmeenergie: Wärmeleitung,

Wärmeströmung, Wärmestrahlung.

PRAXISBEZUG: Wärmedämmung, Heizsysteme,

Kaminwirkung, Thermosflasche, Kleidung.

Mikrowellenherd.

QUERVERBINDUNG: Biologie und Umweltkunde

— Wärmehaushalt von Lebewesen.

Geographie und Wirtschaftskunde — maritimes

und kontinentales Klima.

Umwandlung von Wärmeenergie in Bewegungsenergie.

Verwendung des Teilchenmodells. Hinweis auf

Wärmekraftmaschinen und deren Wirkungsgrad.

Hinweis auf den Energieerhaltungssatz.

Wärmeenergie und Zustandsänderungen

von Stoffen

Bedingungen für die Änderungen der Zustandsformen

(Temperatur und Druck).

Schmelzpunkt. Siedepunkt.

Anomalie des Wassers.

PRAXISBEZUG: Druckkochtopf. Zufrieren von

Seen. Eisberge. Sprengwirkung von gefrierendem

Wasser.

QUERVERBINDUNG: Geographie und Wirtschaftskunde

— Klimazonen.

Bedeutung von Schmelz- und Verdampfungswärme.

Anwendung des Teilchenmodells.

PRAXISBEZUG: Wiederverwertung von Materialien

durch Einschmelzen. Herstellung von

Werkstoffen. Berufsfelder: Metall- und Kunststoffverarbeitung.

Wettergeschehen.

Destillation.

PRAXISBEZUG: Erdölverarbeitung. Alkoholdestillation.

E: Sublimationsvorgänge.

Kühlschrank. Wärmepumpe.

Beschränkung auf das Prinzip, daß durch Einsatz

von Arbeit Wärmeenergie gegen ein Temperaturgefälle

transportiert wird.

PRAXISBEZUG: Kühlanlagen. Kühlen und

Gefrieren von Nahrungsmitteln. Wärmepumpe

für Heizzwecke und Warmwasserbereitung.

Die Sonne als Motor für das Wettergeschehen

und als Energiequelle

Aufgenommene Strahlungsenergie als Ursache für

Wasserkreisläufe und Luftströmungen.

Hoch- und Triefdruckgebiete.

Verdunstungsvorgänge in der Natur. Luftfeuchtigkeit.

Nebel- und Wolkenbildung. Niederschläge.

Die Rolle von Kondensationskernen bei der

Nebelbildung (Smog) und bei der Wolkenbildung.

E: Gewitter.

PRAXISBEZUG: Wasserkraft. Fremdenverkehr.

Landwirtschaft. Wetterprognose. Blitzschutz.

QUERVERBINDUNG: Biologie und Umweltkunde

— Problematik von Eingriffen in die

Natur. Sonne als Energielieferant für biochemische

Prozesse.

Speicherung von Strahlungsenergie in lebenden

Pflanzen und fossilen Brennstoffen.

Wesentlich ist die Betrachtung der Energieumwandlungen.

Probleme der nichtregenerierbaren Energieträger.

Umwandlung von Strahlungsenergie in Nutzenergie.

PRAXISBEZUG: Solartechnik.

4. Klasse (2 Wochenstunden)

Das Magnetfeld

Das Magnetfeld eines Permanentmagneten. Feldlinien.

Magnetische Influenz.

Das Magnetfeld der Erde.

PRAXISBEZUG: Kompaß. Magnetverschlüsse.

Stromfluß bewirkt ein Magnetfeld

Das Magnetfeld eines stromdurchflossenen Leiters

und einer Spule.

Elektromagnet — praktische Anwendungen.

E: Elektrische Meßgeräte.

Funktionsprinzip des Elektromotors.

Erklärung der Wirkungsweise am Beispiel des

Gleichstrommotors.

E: Wechselstrommotor.

PRAXISBEZUG: Elektrofahrzeuge. Elektrische

Haushaltsgeräte und Werkzeuge. Spielzeug.

Änderung des Magnetfeldes bewirkt

Spannung

Das Prinzip der Induktion.

Funktionsprinzip eines Generators.

Funktionsprinzip und einige Anwendungen des

Transformators.

Gewinnung und Transport elektrischer Energie.

E: Dreiphasen-Wechselstrom.

PRAXISBEZUG: Lichtmaschine (Fahrrad,

Auto). Elektrizitätswerk, Verbundnetz.

QUERVERBINDUNG: Geographie und Wirtschaftskunde

— Wirtschaftliche Gesichtspunkte

der Elektrizitätsversorgung. Biologie und

Umweltkunde — Umweltprobleme.

Sicherheit im Umgang mit Elektrogeräten

Gefahren des elektrischen Stromes.

Sicherheitsvorkehrungen und Verhaltensregeln.

Vertiefende Wiederholung der Gefahren des

Stromflusses durch den menschlichen Körper

(7. Schulstufe).

Schukosteckdose und Stecker.

Schutzerdung und Schutzisolation.

Schmelzsicherung. Leitungsschutzschalter.

Funktionsprinzip des Fehlerstromschutzschalters

(FI-Schalter).

Sicherung als Schutzeinrichtung für die Elektroinstallation

und -geräte. FI-Schalter als Schutz

für den Menschen.

PRAXISBEZUG: ÖVE-Prüfzeichen. Produktdeklaration.

Berufsfeld Elektrotechnik.

Übertragung, Verarbeitung und

Speicherung von Information

Halbleiterelemente.

Die Diode als Gleichrichter. Der Transistor als

Schalter und als Verstärkerelement.

Exemplarische Demonstration an einfachen

Schaltungen.

Grundlagen für Hörfunk und Fernsehen.

Informationsübertragung und Informationsspeicherung.

Auswahl. Telefon, Schallplatte, Magnetband ua.

E: Grundlagen der Computertechnik.

Wesentliche Funktionseinheiten.

Einfache logische Schaltungen und Speicherelemente.

PRAXISBEZUG: Einfluß der elektronischen

Medien auf Beruf und Freizeit. Automatisierung.

Neue Technologien.

Planeten — Satelliten

Die Zentripetalkraft bei der Kreisbewegung.

Gravitationskraft. Gravitationsfeld.

Abhängigkeit der Gravitationskraft von den

Massen und ihrem Abstand.

Bahnen von Planeten und Satelliten.

E: Der freie Fall. Die Beschleunigung.

PRAXISBEZUG: Fahrzeuge in Kurven. Kreisbewegungen

im Sport. Zentrifugen. Ringelspiel.

Nutzen der Raumfahrt — Gefahren für den

Frieden.

Lichtausbreitung und Reflexion

Voraussetzungen für die Sichtbarkeit von Körpern.

Lichtgeschwindigkeit.

Geradlinige Lichtausbreitung. Schatten.

Reflexionsgesetz: ebener Spiegel, gekrümmte Spiegel.

Bildentstehung, praktische Anwendungen.

Diffuse Reflexion.

E: Einfache Bildkonstruktionen.

PRAXISBEZUG: Arbeitsplatzbeleuchtung. Tag

und Nacht. Mondphasen. Finsternisse. Scheinwerfer,

Rückspiegel. Landvermessung.

Bildentstehung durch Lichtbrechung

Lichtbrechung.

Qualitative Behandlung

Totalreflexion.

PRAXISBEZUG: Luftspiegelungen. Licht- und

Bildleiter. Optische Prismen.

Bildentstehung bei Linsen.

Das optische System Auge.

E: Einfache Bildkonstruktionen.

E: Korrektur von Sehfehlern durch Brillen.

Funktionsprinzip des Fotoapparates.

E: Entstehung eines Fotos.

E: Mikroskop. Fernrohr.

PRAXISBEZUG: Optische Geräte. Berufsfelder

Augenoptik, optische Industrie. Fotografie.

QUERVERBINDUNG: Biologie und Umweltkunde.

Licht und Farben

Zerlegung des weißen Lichtes: Spektrum.

PRAXISBEZUG: Regenbogen.

Farbmischung. Körperfarben.

Aspekte der farblichen Gestaltung eines Arbeitsplatzes.

Farbpsychologische Aspekte im Wohnbereich

und beim Servieren von Speisen.

PRAXISBEZUG: Farbfernsehen. Farbdruck.

Farbfotografie. Malerei.

QUERVERBINDUNG: Bildnerische Erziehung.

Biologie und Umweltkunde.

Energie aus Atomkernen

Radioaktivität: Alpha-, Beta-, Gammastrahlung.

Hinweis auf Veränderungen im Atomkern als

Ursache für Radioaktivität. Abschirmung. Nachweis.

Nutzen und Gefahren radioaktiver Strahlung.

PRAXISBEZUG: Medizin. Materialuntersuchungen.

Altersbestimmung. Landwirtschaft.

Konservieren von Lebensmitteln durch Gammastrahlung.

Hinweis auf die Unterschiede in den gesetzlichen

Bestimmungen in Österreich und im Ausland.

Kernspaltung und Kernverschmelzung.

Grundzüge und Bedeutung. Kernreaktor. Kernwaffen.

Sonne. Bedrohung der Menschheit

durch Kernwaffen. Strahlenschutz.

PRAXISBEZUG: Isotopenherstellung in Reaktoren.

Kernkraftwerke. Probleme der Kernenergie.

Zivilschutz.

QUERVERBINDUNG: Biologie und Umweltkunde,

Geschichte und Sozialkunde, Geographie

und Wirtschaftskunde.

Energieumformung und Energieversorgung

Zusammenfassender Überblick über die Energiearten

und Beispiele für wichtige Umwandlungsvorgänge.

Energieumformende Maschinen am Beispiel des

Viertakt-Ottomotors.

E: Zweitaktmotor. Dieselmotor. Strahltriebwerk.

Raketenantrieb.

Satz von der Erhaltung der Energie.

Wirkungsgrad bei Energieumformungen.

Energiehaushalt der Erde: Energiequellen und

Energieversorgung.

Alternative Formen der Energiegewinnung.

Einblick in deren Grundlagen und Probleme.

Möglichkeiten sinnvollen Energiesparens.

Energiebewußtes Konsumverhalten. Nutzung

der Abwärme.

PRAXISBEZUG: Antriebstechniken. Kraftfahrzeuge.

Solartechnik, Erdwärme, Windenergie,

Gezeitenenergie, Sonnenkollektoren, Wärmepumpe.

Fernwärme.

E: Abschließende Betrachtungen

über die Physik

Überlegungen zu Zielen, Ergebnissen, Methoden

und Grenzen der Physik sowie deren Bedeutung

für den einzelnen und die Gesellschaft.

Anbahnen einer Bereitschaft zur Auseinandersetzung

mit damit zusammenhängenden Fragen."

14. In Anlage A, sechster Teil, wird nach dem

Pflichtgegenstand „Physik" eingefügt

„CHEMIE

Bildungs- und Lehraufgabe

Der Chemieunterricht in der Unterstufe soll dem

Schüler helfen, sich in seiner Umwelt zu orientieren

und entsprechend verantwortungsbewußt zu handeln.

Dazu ist es notwendig, dem Schüler das Verständnis

für Zusammenhänge sowohl innerhalb des

Naturgeschehens als auch zwischen Natur, Technik

und Leben in Alltag, Beruf, Freizeit und

Öffentlichkeit zu vermitteln. Dieses Verständnis

setzt den Erwerb von Kenntnissen und Einsichten,

Fähigkeiten und Fertigkeiten, Einstellungen und

Werthaltungen voraus, wobei Querverbindungen

zur Physik, zu Biologie und Umweltkunde sowie

zu den anderen Naturwissenschaften und Wissensbereichen

herzustellen sind. Es ist die Grundlage

für den naturwissenschaftlichen Unterricht an der

Oberstufe zu liefern.

Ausgehend von einfachen, praxisbezogenen Beispielen

soll der Schüler Kenntnisse über chemische

Gesetzmäßigkeiten erwerben, Modellvorstellungen

entwickeln und durch weitere Beispiele deren

Bedeutung erkennen. Dabei ist der Schüler zu

eigenständigem Denken anzuregen und zu selbständigem

Bildungserwerb anzuleiten.

Der Schüler soll einfache Arbeitsweisen der Chemie

kennen und anwenden können, wie etwa Beobachten,

Beschreiben, Messen, Formulieren von Problemfragen;

Durchführen und Auswerten von Versuchen

und Formulieren von Ergebnissen. Der

Schüler soll befähigt werden, in zunehmendem

Maß die Fachsprache richtig zu verwenden.

Die Gültigkeitsgrenzen von Gesetzen sollen dem

Schüler bewußtgemacht werden.

Der Chemieunterricht soll im Schüler das

Bewußtsein für Umweltfragen wecken und verantwortungsvolles

Verhalten fördern. Dazu gehört das

Verständnis für die Vielschichtigkeit des Umweltbegriffes.

Der Schüler soll die Zusammenhänge

zwischen Ökonomie und Ökologie erkennen, um

Einsicht in Ursachen und Folgen von Umweltschäden

zu erhalten. Der Chemieunterricht soll Kenntnisse

über wichtige Schad- und Abfallstoffe, deren

Quellen und Gefahren vermitteln und im Schüler

die Bereitschaft wecken, als Konsument umweltbewußt

zu handeln. Der Unterricht soll neben der

Vermittlung von Wissen über Energie und Rohstoffe

sowie deren Bereitstellung auch die Bereitschaft

zu ihrem sinnvollen und sparsamen

Gebrauch fördern.

Die ständige Erweiterung des Verständnisses,

der Fähigkeiten und des Erkennens von Zusammenhängen

soll den Schüler immer mehr zu einer

möglichst eigenständigen Meinungsbildung hinführen,

die ihn zu einer bewußten, selbstkritischen, der

jeweiligen Altersstufe entsprechenden Handlungsweise

befähigt.

Der Schüler soll Kenntnisse erwerben über mögliche

Gefahren bei Eingriffen in die Natur durch

Anwendung naturwissenschaftlicher Erkenntnisse

im Umgang mit chemischen Produkten, technischen

Geräten und Einrichtungen im Alltag sowie

über Maßnahmen zur Vermeidung dieser Gefahren

(Unfallverhütung, Strahlenschutz, Zivilschutz, Friedenserziehung).

Dabei soll der Schüler zur Eigenverantwortung

hingeführt werden.

Der Schüler soll einen Einblick in die Bedingungen

der Berufs- und Arbeitswelt gewinnen sowie

die Bedeutung neuer Technologien und Produkte

erkennen.

Auf die Beiträge österreichischer Wissenschafter,

Forscher, Techniker, Entdecker und Erfinder ist

besonders einzugehen.

Lehrstoff am Gymnasium und am Realgymnasium

4. K 1 a s s e (2 Wochenstunden)

Chemie — die Welt der Stoffe

Beschreibung der Merkmale von Stoffen und deren

Veränderungen bei chemischen Vorgängen.

Vertiefende Wiederholung des Atombaues, der

Bindungsarten, des Periodensystems und der

chemischen Vorgänge mit Hilfe des Teilchenmodells.

Unterschied zwischen physikalischen und chemischen

Eigenschaften und Vorgängen.

PRAXISBEZUG: Ernährung. Bekleidung. Kosmetik.

Medizin. Werkstoffe. Bewältigung von

Zukunftsproblemen.

Wasser — chemisch betrachtet

Zusammensetzung des Wassers: Zerlegung, Summenformel,

Elektronenformel.

Wasser als Reinstoff und als Lösungsmittel.

PRAXISBEZUG: Leitungswasser, Mineralwasser,

Meerwasser. Unterschiedliche Wasserqualitäten.

Unterschiedliche Eigenschaften der Verbindung

Wasser und der Elemente Wasserstoff und Sauerstoff.

Reaktion von Wasserstoff mit Sauerstoff.

Oxidation und Reduktion als Aufnahme bzw.

Abgabe von Sauerstoff.

Reaktionsgleichungen — Reaktionsenergie.

Exotherme und endotherme Reaktionen je nach

Reaktionsrichtung.

Sicherheitsaspekte (Knallgasprobe).

PRAXISBEZUG: Wasserstoff als Energieträger.

Raketentreibstoff. Knallgaszelle.

Chemikalien im täglichen Leben —

auf die Dosis kommt es an

Die Dosis als Kriterium für die Schädlichkeit von

Stoffen.

Die Bedeutung von MAK, MIK, ppm und ppb.

Gefahrensymbole für Chemikalien. Aufbewahrungsrichtlinien

für Haushaltschemikalien.

Umgang mit brennbaren Stoffen und Lösungsmitteln.

PRAXISBEZUG: Gebrauchsanweisungen für

Haushaltschemikalien und Medikamente.

Arbeitsplatz. Umweltschutz. Giftinformationszentrum

für Österreich.

QUERVERBINDUNG: Physik - Heizwert,

Biologie und Umweltkunde — Lebensräume,

Atmung, Geographie und Wirtschaftskunde —

Wirtschaft und Umwelt.

Säuren und Basen im Alltag

Nachweis von sauren und basischen Stoffen in

wäßrigen Lösungen mittels Indikatoren.

Untersuchung von Stoffen aus dem Erfahrungsbereich

der Schüler.

pH-Wert als Meßgröße für saure, neutrale und

basische Lösungen.

PRAXISBEZUG: Saure und basische Niederschläge

in der Umwelt. Getränke. Badewasser.

Wasserstoffionen als Kennzeichen von sauren

Lösungen.

Hydroxidionen als Kennzeichen für basische

Lösungen.

Ionennachweis durch Leitfähigkeitsbestimmung.

Menge der Ionen als Kennzeichen für stark oder

schwach saure bzw. basische Lösungen.

Kennzeichen von neutralen Lösungen.

Salzsäure, Schwefelsäure, Salpetersäure, Essigsäure.

Beschränkung auf typische Eigenschaften.

Gefahren im Umgang mit Säuren.

PRAXISBEZUG: Schwefelsäure im Bleiakkumulator.

Düngemittelproduktion. Haushak.

Magensaft.

QUERVERBINDUNG: Biologie und Umweltkunde.

Natronlauge, gelöschter Kalk, Ammoniak.

Beschränkung auf typische Eigenschaften.

Gefahr von Verätzungen.

PRAXISBEZUG: Abflußreiniger. Baumaterialien.

Hinweis auf Ammoniak in Reinigungsmitteln.

QUERVERBINDUNG: Biologie und Umweltkunde.

Neutralisation — wichtige Salze.

Behandlung an wenigen ausgewählten, einfachen

Beispielen.

E: Benennung einiger Salzgruppen.

PRAXISBEZUG: Abwasser. Baustoffe. Düngemittel.

Gesteinsbildende Salze.

Der Lebensraum Luft

Zusammensetzung der Luft.

Rasch und langsam verlaufende Oxidationen.

Verbrennung, Explosion, Rosten, Atmen.

Oxide als Reaktionsprodukte von Elementen mit

Sauerstoff.

E : Reaktionen von Oxiden mit Wasser.

Schadstoffe in der Luft durch Verbrennungsvorgänge.

Kohlendioxid, Kohlenmonoxid, Schwefeldioxid,

Stickoxide.

Behandlung, soweit diese Stoffe zum Verständnis

von Alltags- und Umweltproblemen notwendig

sind.

Beachtung regionaler Probleme. Saure Niederschläge.

Smogbildung.

Wirkungsweise von Katalysatoren.

E: Weitere Schadstoffe.

PRAXISBEZUG: Rauchgasvergiftung. Abgase

von Kraftfahrzeugen; Katalysator. Emissionen

von Hausbrand, kalorischen Kraftwerken. Müllverbrennungsanlagen.

Abgasreinigung.

QUERVERBINDUNG: Physik - Heizwert,

Biologie und Umweltkunde — Lebensräume,

Atmung, Geographie und Wirtschaftskunde —

Wirtschaft und Umwelt.

Naturstoffe und Syntheseprodukte

Die Elemente Natrium und Chlor.

Hinweise auf Eigenschaften der Elemente der

ersten und siebenten Hauptgruppe.

Metall- und Nichtmetalleigenschaften; Reaktionsfähigkeit;

Nachweise.

Kochsalz als Naturstoff: Gewinnung. Verwendung.

Nachweis der Bestandteile.

Kochsalz als Syntheseprodukt.

Die Möglichkeit der Kochsalzsynthese aus den

Elementen oder durch Neutralisation.

Nachweis der Bestandteile des Syntheseproduktes.

Unterschiedliches Verhalten der Atome und

Moleküle von Elementen gegenüber den daraus

gebildeten Ionen.

Vergleich von Naturstoff und Syntheseprodukt.

Gleiche Eigenschaften bei gleicher Zusammensetzung.

E: Kochsalzelektrolyse.

PRAXISBEZUG: Erzeugung von Soda, Farbstoffen,

Medikamenten.

Stoffe in der Arbeitswelt

Wirtschaftlich wichtige Metalle: Aluminium und

Eisen.

PRAXISBEZUG: Berufsfeld Metallindustrie.

Energieaufwand bei der Gewinnung von Aluminium

bzw. Eisen. Recycling.

E: Düngemittel.

E: Mineralische Baustoffe.

PRAXISBEZUG: Landwirtschaft. Chemische

Industrie. Bauen und Wohnen.

Kohle, Erdgas, Erdöl.

Grundzüge der Gewinnung und Verarbeitung

(ohne technologische Einzelheiten).

Bedeutung als Energieträger und Rohstoff.

Verwendung einiger wirtschaftlich wichtiger

Erdölprodukte.

PRAXISBEZUG: Verkehr. Heizung. Berufsfelder

Bergbau und erdölverarbeitende Industrie.

Bauprinzip organischer Verbindungen.

Kohlenwasserstoffe — Ketten und Ringe aus Kohlenstoffatomen.

E: Vergleich dieser Strukturen mit jenen des Diamanten

und des Graphits.

Chemie — Synthesen in Natur und

Industrie

Fotosynthese — Zellulose, ein Riesenmolekül.

Holz: Rohstoff für Zellulose.

Hinweis auf die Gewinnung; Verwendung für

die Papier- und Textilfaserherstellung.

Natürliche und synthetische Fasern.

Polykondensation und Polymerisation.

Einfach- und Mehrfachbindung.

Prinzip der Bildung von Riesenmolekülen.

Grundsätzliche Unterschiede verschiedener

Kunststoffklassen und Synthesefasern.

E : Natürlicher und synthetischer Kautschuk.

PRAXISBEZUG: Vielfältige Verwendbarkeit

von Kunststoffen. Pflegesymbole. Verpackungsindustrie.

Müllprobleme.

QUERVERBINDUNG: Physik — Molekülbau

und Stoffeigenschaften, Biologie und Umweltkunde

— Fotosynthese.

Alkohole und Carbonsäuren

Alkoholische Gärung. Ethanol.

Strukturmerkmal von Alkoholen.

Vergleich zwischen Alkohol und Base.

E: Andere Alkohole; Glycerin.

PRAXISBEZUG: Alkoholische Getränke. Alkotest.

Frostschutzmittel. Kosmetische Produkte.

Medizin.

QUERVERBINDUNG: Biologie und Umweltkunde

— Gesundheitsschäden durch Alkohol.

Essigsaure Gärung. Essigsäure (Ethansäure).

Essigsaure Gärung als Beispiel für einen biotechnologischen

Prozeß.

Strukturmerkmal von Carbonsäuren.

PRAXISBEZUG: Haushaltsessig. Konservierungsmittel.

Fotografie.

E: Andere Carbonsäuren; höhere Fettsäuren.

E: Esterbildung.

Beschränkung auf das Prinzip einer Kondensationsreaktion.

PRAXISBEZUG: Aromastoffe. Lösungsmittel.

Lebensmittel — Nährstoffe

Tierische und pflanzliche Fette.

Vergleich der Eigenschaften. Bedeutung für die

Ernährung.

E; Aufbau der Fette.

Gesättigte und ungesättigte Fettsäuren.

Kohlenhydrate: Traubenzucker; Rohrzucker;

Stärke.

Vergleich der Eigenschaften und der Zusammensetzung.

Nachweis; Bedeutung für die Ernährung.

Proteine und ihr Aufbau aus Aminosäuren.

Vielfalt der Kombinationsmöglichkeiten von

Aminosäuren zu Proteinen.

Nährstoffgehalt wichtiger Lebensmittel.

PRAXISBEZUG: Untersuchung und Haltbarkeit

von Lebensmitteln. Konservierung. Lebensmittelgesetz.

Nährwert. Landwirtschaft, biologischer

Anbau. Nahrungsmittelindustrie.

E: Vitamine, Mineralstoffe.

QUERVERBINDUNG: Biologie und Umweltkunde

— Ernährung, Geographie und 'Wirtschaftskunde

— Welternährungsproblem.

Stoffe für Reinigung und Hygiene

Waschmittel.

Hinweis auf allgemeine Eigenschaften.

Hinweis auf die Belastung der Gewässer.

Hartes und weiches Wasser.

Kalkablagerungen. Wasserenthärtung. Wasserhärteskala.

E: Seifen als Salze höherer Fettsäuren.

Verseifung als Umkehrreaktion der Veresterung.

E: Fleckputzmittel.

Einige charakteristische Beispiele.

Wirkungsweise und Eigenschaften.

PRAXISBEZUG: Wäschereien, Putzereien.

QUERVERBINDUNG: Biologie und Umweltkunde

— Hygiene, Abwässer.

Schadstoffe in Wasser und Boden

und ihre Verminderung

Einige Schadstoffe und ihre Wirkungsketten. Einfache

Nachweisreaktionen.

Auswahl aktueller Beispiele.

Verminderung von Schadstoffen.

Eigenverantwortung des Konsumenten.

Beseitigung von Schadstoffen durch chemische

Methoden.

PRAXISBEZUG: Nahrungsketten. Müll.

Gewässerverschmutzung. Abwasserreinigung.

Salzstreuung. Pflanzenschutz.

QUERVERBINDUNG: Biologie und Umweltkunde.

Sparen von Energie und Rohstoffen

Gewinnung von Energie und Rohstoffen aus

Abfall. Abwärme.

Energiebewußtes und rohstoffbewußtes Konsumentenverhalten.

QUERVERBINDUNG: Physik — Energiesparen,

Geographie und Wirtschaftskunde — Rohstoffprobleme.

Lehrstoff am Wirtschaftskundlichen Realgymnasium

für Mädchen

3. Klasse (2 Wochenstunden)

Materialeigenschaften

Beschreibung von Stoffen nach physikalischen

Eigenschaften. Körper — Stoff.

Auswahl von Stoffen aus dem Erfahrungsbereich

des Schülers. Auswahl nach Ordnungsprinzipien,

wie zB Farbe, Dichte, Festigkeit, Zustandsformen,

Metall — Nichtmetall uä.

Zusammenhang zwischen Eigenschaften und

Verwendung eines Materials.

Chemie — die Welt der Stoffe

Beschreibung der Merkmale von Stoffen und deren

Veränderungen bei chemischen Vorgängen.

Vielfalt der Stoffe und Bedeutung der Chemie.

Naturprodukte. Industriprodukte. Einfache chemische

Versuche (Schülerversuche) mit Stoffen

aus dem Alltag.

PRAXISBEZUG: Ernährung, Bekleidung, Kosmetik,

Medizin. Werkstoffe. Bewältigung von

Zukunftsproblemen.

Stoffe kommen in der Natur selten

rein vor

Gemenge. Reinstoff.

Beispiele für physikalische Trennverfahren

Lösen, Filtrieren, Zentrifugieren, Destillieren,

Chromatographie (nur als Phänomene).

PRAXISBEZUG: Gewinnung von Rohstoffen

(zB Salzgewinnung, Erdölverarbeitung).

Milchverarbeitung. Untersuchung von Naturstoffen

in Laboratorien. Kläranlagen. Filter zur

Abgasreinigung.

Verbindung. Element.

Zerlegung von Verbindungen durch chemische

Reaktionen.

Aus einer Verbindung ist ein Element zu gewinnen.

PRAXISBEZUG: Gewinnung von Metallen aus

Erzen.

Atome als Bausteine der Materie

Atome — Elemente.

Einfache Modellvorstellung: Unterscheidung der

Atome der einzelnen Elemente nach ihrer Masse.

Atomaufbau aus Kern (Protonen und Neutronen)

und Hülle (Elektronen).

Unterscheidung der Atome der einzelnen Elemente

nach ihrem inneren Bau: Atomkern als

Träger der Masse. Hülle als Aufenthaltsbereich

der Elektronen.

QUERVERBINDUNG: Physik - Elektrische

Ladungen.

Symbolschreibweise für Elemente bzw. Atome.

Eigenschaften von Elementen

zB Lithium, Natrium, Chlor, Iod; Schwefel.

Erweiterung durch einige ausgewählte Metalle

möglich.

Erste Einführung in das Periodensystem.

Zusammenhang zwischen Anzahl der Valenzelektronen

und Eigenschaften und der Stellung

des Elementes im Periodensystem.

Verteilung der Metalle und Nichtmetalle im

Periodensystem.

Unterschiedliche Teilchen bauen

unterschiedliche Stoffe auf

Elektronenbewegung: Unterschiedliche Leitfähigkeit

von Metallen, Nichtmetallen und Nichtmetallverbindungen.

Metallbindung.

Vertiefende Wiederholung aus der 6. Schulstufe

Stromkreis, Leiter, Isolator. Einführung des

Ionenbegriffes.

QUERVERBINDUNG: Physik - metallische

Leiter.

Isolatoren: Atombindung — Moleküle.

Bindung durch gemeinsame Elektronen. Beispiele

für einfache Moleküle von Elementen und

Verbindungen. Summenformeln. Elektronenformeln.

Nach Möglichkeit Veranschaulichung

durch Kugel- oder Kalottenmodelle.

PRAXISBEZUG: Isolationstechnik.

Elektrische Leitfähigkeit von wäßrigen Salzlösungen,

von Leitungswasser bzw. destilliertem Wasser

und von festen Salzen.

Ionenbindung, Ionengitter, Ionenbewegung.

Wiederherstellung des Ionengitters durch Eindampfen

einer Kochsalzlösung.

PRAXISBEZUG: Sicherheits- und Vorsichtsmaßnahmen

in Feuchträumen. Salzgewinnung.

QUERVERBINDUNG: Biologie und Umweltkunde

— Bedeutung von Salzlösungen für den

Organismus.

Wasser — chemisch betrachtet

Wasser als Reinstoff: wichtige physikalische Eigenschaften.

Zusammensetzung des Wassers: Zerlegung durch

Elektrolyse.

Summenformel, Elektronenformel, Strukturformel.

Erklärung des Experimentes nach Möglichkeit

durch Verwendung von Kugel- oder Kalottenmodellen.

Wasser als Lösungsmittel für Salze und andere

Stoffe.

Erklärung der Leitfähigkeit von Salzlösungen.

PRAXISBEZUG: Leitungswasser, Mineralwasser,

Meerwasser. Unterschiedliche Wasserqualitäten.

Unterschiedliche Eigenschaften der Verbindung

Wasser und der Elemente Wasserstoff und Sauerstoff.

Reaktion von Wasserstoff mit Sauerstoff. Reaktionsgleichung.

Regeln für das Aufstellen von Reaktionsgleichungen.

Reaktionsenergie.

Exotherme und endotherme Reaktionen je nach

Reaktionsrichtung.

Sicherheitsaspekte (Knallgasreaktion).

PRAXISBEZUG: Wasserstoff als Energieträger.

Raketentreibstoff. Knallgaszelle.

Der Lebensraum Luft

Zusammensetzung der Luft.

Oxidation als Aufnahme von Sauerstoff. Rasch und

langsam ablaufende Oxidationen.

Verbrennung, Explosion, Rosten, Atmen.

Flammpunkt. Sicherheit bei Versuchen im Laboratorium.

Sicherheitsbestimmungen für die Lagerung

von brennbaren Stoffen (Rauchverbot uä.).

Reduktion als Abgabe von Sauerstoff.

Bildung eines Metalls aus seinem Oxid.

Wasserstoff als Reduktionsmittel.

PRAXISBEZUG: Feuerwehr, Brandschutz,

Fluchtweg. Korrosionsschutz. Sauerstoffhaushalt

in der Natur, Bedeutung der Pflanzenwelt für

Tiere und Menschen. Atmungsvorgänge.

Reaktionen von Oxiden mit Wasser.

Hinweis auf Oxide, die nicht mit Wasser reagieren.

Schadstoffe der Luft durch Verbrennungsvorgänge.

Kohlendioxid, Kohlenmonoxid, Schwefeldioxid,

Stickoxide.

Folgen der Verbrennung von Kohlen, Erdölprodukten,

Holz. Hinweis auf weitere Schadstoffe

Stäube, unverbrannte Kohlenwasserstoffe. Ozon.

Smog.

Schadstoffemissionen aus natürlichen Quellen

Vulkanismus, Zersetzung organischer Substanzen.

Beachtung regionaler Probleme.

Wirkungsweise von Katalysatoren.

PRAXISBEZUG: Rauchgasvergiftung. Abgase

von Kraftfahrzeugen, Hausbrand, kalorischen

Kraftwerken. Müllverbrennungsanlagen. Abgasreinigung;

Autokatalysatoren. Niederschläge,

Wettergeschehen.

QUERVERBINDUNG: Physik — Heizwert,

Biologie und Umweltkunde — Lebensräume,

Atmung, Geographie und Wirtschaftskunde —

Wirtschaft und Umwelt.

Chemikalien im täglichen Leben —

auf die Dosis kommt es an

Die Dosis als Kriterium für die Schädlichkeit von

Stoffen.

Beurteilung von Stoffen aus dem Erfahrungsbereich

des Schülers. Deutung des Begriffes „Gift".

Bedeutung von MAK, MIK, ppm und ppb.

Gefahrensymbole und Aufbewahrungsrichtlinien

für Haushaltschemikalien.

PRAXISBEZUG: Gebrauchsanweisungen für

Haushaltschemikalien und Medikamente.

Arbeitsplatz. Umweltschutz. Giftinformationszentrum

für Österreich.

Säuren und Basen im Alltag

Nachweis von sauren und basischen Stoffen in

wäßrigen Lösungen mittels Indikatoren.

Untersuchung von Stoffen aus dem Erfahrungsbereich

des Schülers, wie zB Essig, Obstsaft,

Milch, Getränke, Seifenlösung, Waschlaugen.

pH-Wert als Meßgröße für saure, neutrale und

basische Lösungen.

PRAXISBEZUG: Saure und basische Niederschläge

in der Umwelt. Badewasser, Aquarienwasser.

Getränke.

Wasserstoffionen als Kennzeichen von sauren

Lösungen.

Hydroxidionen als Kennzeichen von basischen

Lösungen.

Neutrale Lösungen.

Ionennachweis durch Leitfähigkeitsbestimmung.

Menge der Ionen als Kennzeichen für stark oder

schwach saure bzw. basische Lösungen.

Salzsäure, Schwefelsäure, Salpetersäure, Essigsäure.

Beschränkung auf typische Eigenschaften.

Gefahren im Umgang mit Säuren.

PRAXISBEZUG: Schwefelsäure im Bleiakkumulator.

Düngemittelproduktion. Haushalt.

Magensaft.

QUERVERBINDUNG: Biologie und Umweltkunde

— pH-Wert von Gewässern, Blut und

Magensaft. Umweltschutz.

Natronlauge, gelöschter Kalk, Ammoniak.

Beschränkung auf typische Eigenschaften.

Gefahr von Verätzungen.

PRAXISBEZUG: Abflußreiniger. Baumaterialien.

Hinweis auf Ammoniak in Reinigungsmitteln.

QUERVERBINDUNG: Biologie und Umweltkunde

— Umweltprobleme.

Neutralisation — wichtige Salze.

Behandlung an wenigen ausgewählten, einfachen

Beispielen.

Die Vielfalt der Salzgruppen soll an einigen Beispielen

gezeigt werden.

PRAXISBEZUG: Abwasser. Baustoffe. Düngemittel.

Gesteinsbildende Salze.

Aus Salzen lassen sich Stoffe

gewinnen

Elektrolyse einer Salzlösung.

Demonstration an einem Beispiel, bei dem die

Bestandteile des Salzes an den Elektroden in elementarer

Form abgeschieden werden.

Elektronenaufnahme und -abgabe an den Elektroden.

Beschränkung der Elektrolyse auf die Umkehrung

der Ionenbildung aus den Atomen der Elemente.

Technische Bedeutung der Elektrolyse.

Beschränkung auf ausgewählte Beispiele technischer

Prozesse.

PRAXISBEZUG: Galvanisieren. Reinmetallgewinnung.

Wirtschaftliche Bedeutung.

QUERVERBINDUNG: Biologie und Umweltkunde

— Abwasserprobleme von Elektrolyseanlagen.

Naturstoffe und Syntheseprodukte

Kochsalz als Naturstoff: Gewinnung. Verwendung.

Technische Kochsalzelektrolyse.

Beschränkung auf wenige wichtige Anwendungsbereiche

für die bei der Elektrolyse gebildeten

Stoffe.

Kochsalz als Syntheseprodukt.

Die Möglichkeiten der Kochsalzsynthese aus

den Elementen oder durch Neutralisation.

Nachweis der Bestandteile des Syntheseproduktes.

Vergleich der Eigenschaften von Atomen, Molekülen

und Ionen.

Vergleich von Naturstoff und Syntheseprodukt.

Gleiche Eigenschaften bei gleicher Zusammensetzung.

PRAXISBEZUG: Bereitstellung erforderlicher

Mengen von Soda, Schwefelsäure, Salzsäure;

Farbstoffen, Medikamenten, Kunststoffen; Nahrungsmitteln.

Beispiele für Stoffe in der Arbeitswelt

Wirtschaftlich wichtige Metalle: Aluminium und

Eisen.

Eigenschaften, Gewinnung, Verwendung. Wiederverwertung.

Hinweis auf Reinigungs- und Pflegemöglichkeiten

von Gegenständen aus diesen beiden Metallen

im Alltag.

PRAXISBEZUG: Berufsfeld Metallindustrie.

Energieaufwand bei der Gewinnung. Energienutzung

bei ihrer Verwendung im Haushalt und

in Großküchen. Recycling von Aluminium und

Eisen.

Übersicht über Eigenschaften und Verwendung

von Düngemitteln als wirtschaftlich wichtige Salze.

Gegebenenfalls exemplarische Behandlung einer

Düngemittelgruppe.

Rolle der Düngemittel im Ökosystem.

Beschränkung auf prinzipielle Zusammenhänge.

E: Übersicht über Eigenschaften und Verwendung

von Baustoffen als wirtschaftlich wichtige Salze.

E: Übersicht über Eigenschaften und Verwendung

von Silikaten als wirtschaftlich wichtige Salze

Glas, Porzellan.

Hinweis auf Geschirrspülmaschinenbeständigkeit

von Porzellanglasuren sowie Verzierungen

PRAXISBEZUG: Landwirtschaft. Ernährung.

Handwerk. Chemische Industrie. Gebrauchsgegenstände

im Alltag und in der Gastronomie.

Bauen und Wohnen.

4. Klasse (2 Wochenstunden)

Wenige Elemente bauen viele organische

Verbindungen auf

Wesen organischer Verbindungen.

Enthaltene Elemente in organischen Verbindungen.

Experimenteller Nachweis. Untersuchungen von

Stoffen aus dem Erfahrungsbereich der Schüler.

Berücksichtigung hauswirtschaftlicher Produkte.

Struktur von Diamant und Graphit.

Technische und wirtschaftliche Bedeutung von

Diamant und Graphit: Industriediamanten,

Schmucksteine. Bleistiftminen, Schmiermittel.

Struktur von Kohlenwasserstoffen.

Einfach- und Mehrfachbindung, aromatische

Kohlenwasserstoffe.

Fossile Rohstoffe

Kohle, Erdöl, Erdgas.

Bedeutung als Energieträger und Rohstoff für

die erdölverarbeitende Industrie.

Verwendung wirtschaftlich wichtiger Produkte.

Grundzüge der Gewinnung und Verarbeitung

(ohne technische Einzelheiten).

PRAXISBEZUG: Berufsfelder Bergbau und erdölverarbeitende

Industrie. Verkehr, Heizung.

Kunststoffe — Riesenmoleküle

Eigenschaften von Einfach- und Mehfachbindungen

in Kohlenwasserstoffen.

Gewinnung von Alkenen.

Polymerisation.

Prinzip der Bildung von Riesenmolekülen am

Beispiel Polyethen.

Polypropen, Polyvinylchlorid, Polystyrol.

Beschränkung auf Anwendungsbereiche im Alltag.

Hinweis auf Verbrennungsprodukte.

PRAXISBEZUG: Vielfältige Verwendbarkeit

von Kunststoffen. Verpackungsindustrie. Müllprobleme.

QUERVERBINDUNG: Physik - Molekülaufbau

und Stoffeigenschaften, Biologie und

Umweltkunde — Umweltprobleme.

Alkohole

Experimenteller Vergleich zwischen Alkohol und

Base im chemischen Verhalten.

Strukturprinzip von Alkoholen.

Methanol: Bedeutung. Hinweis auf die Gesundheitsgefährdung.

Alkoholische Gärung. Ethanol.

Grundprinzip biochemischer Prozesse. Enzyme

als Biokatalysatoren.

Gefährdung durch Alkoholmißbrauch.

Brennspiritus. Lösungsmittel. Desinfektionsmittel.

Konservierung. Energieträger.

Glycerin.

Diabetikersüßstoffe: Sorbit, Mannit.

PRAXISBEZUG: Alkoholische Getränke, Alkotest.

Frostschutzmittel. Kosmetische Produkte.

Medizin.

QUERVERBINDUNG: Biologie und Umweltkunde

— Gesundheitsschäden durch Alkohol.

Organische Säuren in Lebensmitteln

Strukturmerkmal von Carbonsäuren.

Essigsaure Gärung. Essigsäure (Ethansäure).

Essigsaure Gärung als Beispiel für einen biotechnologischen

Prozeß. Hinweis auf den Unterschied

zur alkoholischen Gärung.

Essig im Haushalt. Hinweis auf Gefahr bei Verwendung

von Kupfergefäßen zur Aufbewahrung

essighältiger Speisen. Konservierungsmittel.

Höhere Fettsäuren.

Strukturmerkmal. Wasserunlöslichkeit.

Milchsäure. Zitronensäure.

Milchsaure Gärung.

Bildung und Vorkommen in Nahrungsmitteln.

PRAXISBEZUG: Milchprodukte. Zitrusfrüchte.

Sauerteig. Sauerkraut, Salzgurken. Brausepulver.

Erfrischungsgetränke.

Esterbildung

Beschränkung auf das Prinzip einer Kondensationsreaktion.

Beispiele für natürliche und synthetische

Aromastoffe. Lösungsmittel. Sicherheitshinweis

für Lagerung und Verwendung solcher

Lösungsmittel.

QUERVERBINDUNG: Hauswirtschaft -

Ernährungslehre.

Lebensmittel — Nährstoffe

Unterschied zwischen Lebensmittel und Nährstoff.

Aufbau der Fette.

Tierische und pflanzliche Fette

Vergleich der Eigenschaften.

Gesättigte und ungestättigte Fettsäuren und ihre

Bedeutung für die Ernährung.

Überhitzen von Fetten. Ranzigwerden von Fetten.

Butter und Margarine.

Beschränkung auf grundsätzliche Unterschiede.

PRAXISBEZUG: Fritteuse. Verschiedene Fette

im täglichen Gebrauch und ihre Gewinnung.

Kohlehydrate.

Traubenzucker, Fruchtzucker, Rohrzucker und

Stärke, Dextrin.

Vergleich der Eigenschaften und Zusammensetzung.

Nachweisreaktionen.

Beispiele für den jeweiligen Zuckergehalt von

Früchten und anderen Nahrungsmitteln. Bedeutung

für die Ernährung. Ernährung von Zuckerkranken.

Broteinheiten.

Veränderung beim Erhitzen: Zuckerspinnen,

Karamelisieren, Einbrennen, Brotbacken, Stärkekleister.

Fotosynthese.

Prinzip der Fotosynthese.

Prinzip der Kondensationsreaktion für die Bildung

von Polysacchariden aus Monosacchariden.

Prinzip der Spaltung von Polysacchariden.

Vorratswirtschaft bei Pflanzen.

PRAXISBEZUG: Landwirtschaftliche Produkte.

Backwaren, Konditorwaren.

Proteine.

Hinweis auf den Gehalt an Stickstoff und

Schwefel.

Aufbau aus Aminosäuren.

Vielfalt der Kombinationsmöglichkeiten von

Aminosäuren zu Proteinen.

Nachweis von Proteinen. Gerinnen von Proteinen

durch Erhitzen und durch Säuren.

Wichtige proteinhältige Produkte und deren Zubereitung.

Zubereitung von tierischen Nahrungsmitteln.

Milchprodukte.

PRAXISBEZUG: Landwirtschaftliche Produktion.

Fleischverarbeitende Industrie. Gerberei.

Verdauungsvorgänge im menschlichen Organismus.

Beschränkung auf prinzipielle Vorgänge.

Information über den Nährstoffgehalt wichtiger

Nahrungsmittel.

Information über gesetzliche Bestimmungen über

den Frischezustand von Lebensmitteln (Lebensmittelgesetz).

PRAXISBEZUG: Untersuchung und Haltbarkeit

von Lebensmitteln. Konsumentenschutz.

Landwirtschaft. Nahrungsmittelindustrie. Biologischer

Anbau.

QUERVERBINDUNG: Hauswirtschaft -

Ernährungslehre, Biologie und Umweltkunde —

Verdauung, Geographie und Wirtschaftskunde

— Welternährungsprobleme.

E: Vitamine, Mineralstoffe.

Konservierung von Nahrungsmitteln.

Konservierungsmethoden (Überblick). Hinweis

auf mögliche Nebenwirkungen von Konservierungsmitteln

Stoffe für Reinigung und Hygiene

Seifen. Verseifung.

Seifen als Salze höherer Fettsäuren.

Beschränkung der Esterhydrolyse auf die

Umkehrreaktion der Veresterung.

Zusammensetzung handelsüblicher Seifen: Toilette-,

Kern- und Schmierseifen.

Beschränkung auf grundsätzliche Unterschiede.

Kosmetische Gesichtspunkte.

Wirkungsweise der Seifen.

Emulsionswirkung und Lösungseigenschaften.

Hartes und weiches Wasser.

Beschränkung auf die Wirkung der Calcium-

Ionen.

Waschmittel.

Information über die Zusammensetzung verschiedener

Waschmittel. Wirkungsweise der

Waschmittel.

Fleckputzmittel.

Übersicht über Gruppen von Fleckputzmitteln.

Gefahrenhinweise beim Umgang mit verschiedenen

Produkten.

Art der Verschmutzung und Wahl des Lösungsmittels.

Hinweis auf die Belastung der Gewässer durch

Wasch- und Reinigungsmittel, Entsorgungsprobleme.

PRAXISBEZUG: Wäschereien, Putzereien.

Kalkablagerungen, Wasserenthärtung. Wasserhärteskala.

Werbung. Konsumentenverhalten.

Umweltschutz. Kläranlagen.

QUERVERBINDUNG: Biologie und Umweltkunde

— Umweltschutz, Hygiene, Geographie

und Wirtschaftskunde — Wirtschaftliche Bedeutung

der Waschmittelindustrie, Hauswirtschaft

— Säuglingspflege, Reinigungsprobleme.

Chemie — Synthesen in Natur und

Industrie

Pflanzliche und tierische Naturprodukte als Rohstoffe

für die chemische Industrie.

Holz.

Rohstoff für Zellulose.

Prinzip der Zellulosegewinnung.

Hinweis auf die Verwendung der Zellulose für

Papier und Textilfasern.

Natürliche und synthetische Fasern.

Beschränkung auf die Unterschiede in den

Eigenschaften.

Übersicht über verschiedene Gruppen von

Faserstoffen.

Notwendigkeit vom Synthesefasern zur Lösung

des Bekleidungsproblems.

E: Natürlicher und synthetischer Kautschuk.

PRAXISBEZUG: Landwirtschaftliche Faserproduktion.

Synthesefaserproduktion. Textilverarbeitende

Industrie. Recycling.

Farbstoffe

Textilfarbstoffe.

Beschränkung auf die Eigenschaften Lichtechtheit

und Kochfestigkeit.

Bleichmittel.

Lebensmittelfarben.

Beschränkung auf gesetzliche Bestimmungen

(Lebensmittelgesetz).

PRAXISBEZUG: Bekleidungsindustrie. Färbetechnik.

Kunsthandwerk. Wohnbereich.

QUERVERBINDUNG: Physik - Licht und

Farben, Geographie und Wirtschaftskunde —

Wirtschaftliche Bedeutung der Farbstoffindustrie,

Hauswirtschaft — Farben im Wohnbereich.

Didaktische Grundsätze

Der Chemieunterricht geht von konkreten Beobachtungen

und Erfahrungen der Schüler in ihrem

Lebensbereich aus. Er soll zu übergeordneten

Begriffen und allgemeinen Einsichten führen, die

anhand weiterer Beispiele auf konkrete Sachverhalte

angewendet werden.

Altersgemäße Denkwege und Deutungsversuche

der Schüler sind zu berücksichtigen. An geeigneten

Inhalten ist den Schülern Gelegenheit zu möglichst

selbständigem Suchen, Forschen und Entdecken zu

geben. Dies schließt den Einsatz von Schülerversuchen

ein.

Der Unterricht soll durch entsprechende Lehr-

und Sozialformen, wie Unterrichtsgespräch, Partner-

und Gruppenarbeit, das Lernen im sozialen

und emotionalen Bereich fördern.

Der Prozeß der Verallgemeinerung sollte nach

Möglichkeit von konkreten Situationen, Objekten

oder Handlungen und über bildlich anschauliche

Darstellung der Sachverhalte zu symbolischen Formen

gelangen. Bei der Formulierung von Gesetzen

ist auf qualitative und Je-desto-Fassungen besonderer

Wert zu legen. An geeigneten Beispielen soll die

Leistungsfähigkeit mathematischer Methoden für

die Chemie gezeigt werden. Modellvorstellungen

(zB Teilchenmodell) sowie das Periodensystem der

Elemente sollen an allen geeigneten Stellen zur

Erklärung von Erscheinungen herangezogen werden.

Bei der Gewinnung von Gesetzen soll neben der

Verallgemeinerung von Beobachtungen aufgrund

von Experimenten gelegentlich auch die gedankliche

Herleitung und anschließende experimentelle

Überprüfung von Lösungsansätzen (Hypothesen)

angewendet werden. Bei der Unterrichtsplanung ist

ein ausgewogenes Verhältnis von exemplarischer

Vertiefung (zB durch Projektunterricht, Lehrausgänge

und Exkursionen) und informierender Darbietung

(womöglich unterstützt durch Experimente

oder Formen des Medieneinsatzes) anzustreben.

Im Sinne einer vertiefenden Betrachtungsweise

können in Einzelfällen auch über die einschränkenden

Hinweise beim Lehrstoff hinausgehende

Zusatzinformationen angeboten werden, die

jedoch bei der Leistungsbeurteilung nicht zu

berücksichtigen sind. Jedem Erkenntnisgewinnungsprozeß

soll eine Phase der Wiederholung, der

Übung und des Lösens von Verständnisaufgaben

folgen.

15. In Anlage A, sechster Teil, wird beim Pflichtgegenstand

„Musikerziehung" dem Unterabschnitt

„Lehrstoff" angefügt

„3. Klasse (2 Wochenstunden)

Singen, Musizieren, Gestalten

Singen, Stimmbildung und Sprechpflege sind im

Zusammenhang mit der Erarbeitung von Liedern

unter Berücksichtigung der Mutation mit erhöhten

Anforderungen fortzusetzen.

Neben Liedern aus Österreich sollen auch Lieder

anderer europäischer Länder und anderer Kontinente

ein- und mehrstimmig gesungen werden.

Die instrumentale Musizierpraxis ist in Form von

Liedbegleitungen und Spielstücken verschiedener

Epochen zu pflegen. Anregung zur Bildung von

Musiziergruppen.

Experimentieren mit Klängen soll zum bewußten

Hören von musikalischen Strukturen in Werken

der Vergangenheit und Gegenwart dienen: tonale

und freitonale Melodik und Harmonik; Konsonanz

und Dissonanz, einfache Akkordverbindungen.

Musikkunde

Im Zusammenhang damit sollen weitere vokale

und instrumentale Formen exemplarisch vorgestellt

werden: Kunstlied, Ballade, Szenen aus Oper, Operette

und Musical, Programmusik, einzelne Sätze

aus Konzerten, Suiten, Symphonien, Kirchenmusikwerken.

Bewegungserziehung mit besonderem Schwerpunkt

auf Verbindung von Tanz und Musik

(Volkstänze aus Österreich und dem Ausland).

Ausgehend von den Grundlagen der Akustik sollen

die Schüler mit der sinnvollen Verwendung verfügbarer

Aufnahme- und Wiedergabegeräte vertraut

gemacht werden (Querverbindung zum Physikunterricht).

Die menschliche Stimme: Stimmlage, Gattungen,

Ausdrucksbereiche.

Überblick über die Saiten-, Blas-, Schlaginstrumente,

elektronische Instrumente, Ensemble- und

Orchesterbesetzungen.

Erkennen von Beziehungen zwischen Volksmusik,

Kunstmusik und Unterhaltungsmusik.

Wirkung von Musik (zB Manipulation, Werbung,

Therapie).

Anbahnen des Verständnisses für die gesellschaftliche

Funktion der Musik im Wandel der Zeiten

durch Hinweise auf musikhistorische Tatsachen,

die die soziale Stellung des Komponisten und

des Musikers sowie die Funktion der Musik in verschiedenen

Gesellschaftsordnungen erläutern.

4. Klasse (1 Wochenstunde am Gymnasium und

Realgymnasium; 2 Wochenstunden am Wirtschaftskundlichen

Realgymnasium für Mädchen)

Singen, Musizieren, Gestalten

Neben den bereits bekannten Liedern sind

besonders dieser Altersstufe angemessene zu singen

(Lieder für den geselligen Kreis, Worksongs, Spirituals

usw.).

Stimmbildung und Sprechpflege unter Berücksichtigung

der Mutation.

Instrumentales und vokal-instrumentales Musizieren;

Anregung zur Bildung und Weiterführung

von Musiziergruppen.

Bewußtmachen und praktisches Erarbeiten musikalischer

Strukturen, besonders zur Vorbereitung

des Verständnisses neuer Musik (zB Spannung —

Lösung; Symmetrie — Asymmetrie; Kontrast und

Übergangsdynamik).

Musikkunde

Die Kadenz als Grundlage für das Verständnis

tonaler Musik. Homophonie und Polyphonie.

Hinweise auf die Grundlagen der Musik des

20. Jahrhunderts (zB erweiterte Tonalität, Zwölftontechnik,

Klangflächentechnik, elektronische

Musik).

Bewegungserziehung mit besonderem Schwerpunkt

auf Verbindung von Tanz und Musik (öster-

reichische Volkstänze — Folklore — historische

und moderne Tänze).

Anhand von instruktiven Hörbeispielen sind im

Verlauf einer übersichtlichen und kurz gefaßten

Darstellung der Entwicklung der europäischen

Musik ihre bedeutendsten Meister in ihrer historischen

und sozialen Stellung sowie die wichtigsten

Gattungen und Formen darzubieten (ua. aus den

Bereichen Lied, Chormusik, Oper, Konzert, Symphonie,

Operette, Musical, Jazz, Pop).

Eine kritische Haltung im Bereich des Musikkonsums

ist zu entwickeln.

Die Stellung Österreichs im internationalen

Musikleben."

16. In Anlage A, sechster Teil, lautet der Pflichtgegenstand

„Bildnerische Erziehung"

„Bildnerische Erziehung

Bildungs- und Lehraufgabe

Durch vielseitige Aktivitäten sind die schöpferischen

Kräfte der Schüler zu entfalten sowie Möglichkeiten

zur Selbstverwirklichung im visuellen

und haptischen Bereich anzubieten. Dabei sollen

Wahrnehmungsfähigkeit und Vorstellungskraft

gesteigert sowie das eigenständige Darstellungs- und

Gestaltungsvermögen entwickelt und gefördert

werden.

Das bildnerische Gestalten und die Auseinandersetzung

mit geeigneten Objekten sollen zur Erweiterung

von Erfahrungen, Kenntnissen und Werthaltungen

im Bereich der Kunst und visuellen Kommunikation

führen.

Die Bildnerische Erziehung hat die Fähigkeit zur

Kommunikation, zur Selektion und zur Kritik zu

fördern, um auch dadurch einen wesentlichen Beitrag

zur Persönlichkeits- und Allgemeinbildung zu

leisten. Die Schüler sollen dazu hingeführt werden,

an den Kulturbereichen Kunst, Umweltgestaltung

und Medien verantwortungsbewußt teilzuhaben.

Lehrstoff

1. Klasse (2 Wochenstunden)

Grafik — Malerei

Ziele der bildnerischen Tätigkeit

Erweitern und Differenzieren der individuellen

Bildsprache des Schülers. Sammeln von Erfahrungen

im Umgang mit formalen und technischen

Gestaltungsmitteln.

Abstimmen der einzelnen Bildelemente (zB

durch Setzen von Kontrasten, Form-Grundbezug)

im Hinblick auf. Thematik, Aussage und Wirkung,

Ziele der Werkbetrachtung

Erkennen angestrebter Lösungen durch Besprechen

und Gegenüberstellen von Schülerarbeiten.

Durch Bildbeschreibungen Erkennen von Inhalt,

Aussage und Wirkung; Bedeutung der Grafik,

Malerei und Farbe in Kunst und Umwelt.

Klären und Verwenden von Fachbegriffen, zB

Zeichnung, Malerei, Bildformat, Umriß, Binnenzeichnung,

Linie, Fläche, Primär-, Sekundär-Kontrast.

Arbeitsmittel und Verfahren

Verschiedene Materialien und Arbeitsmittel wie

Bleistift, Faserstift, Feder; Deckfarben, Haar- und

Borstenpinsel ua; verschiedene Zeichen- und Malgründe,

verschiedene Formate (auch Großformat).

Zeichnen, Malen, allenfalls Collagieren.

Plastik — Objekt

Ziele der bildnerischen Tätigkeit

Erweitern von Erfahrungen vorwiegend beim

Gestalten von Vollplastik (allenfalls von Reliefs) im

figuralen Bereich (zB durch Detailausformung,

Oberflächengestaltung, Gestaltung von Bewegung,

Raumbezug).

Ziele der Werkbetrachtung

Auseinandersetzen mit Schülerarbeiten, Werken

der Kunst (Plastiken und Objekte vorwiegend in

formgebenden, additiven Verfahren) und Beispielen

aus dem Alltag (zB Spielzeug, Geschenkartikel)

hinsichtlich Thematik, Aussage, Gestaltungsweise,

Raumbezug, Material, Arbeitsverfahren und Wirkung.

Klären und Verwenden von Fachbegriffen, zB

Plastik, Vollplastik, Oberflächengestaltung, additives

Formen, Raum, Raumbeziehungen.

Arbeitsmittel und Verfahren

Materialien von geringerem Bearbeitungswiderstand

(zB Ton, Wachs, Papiermache), Papier, Karton,

Textilien, eventuell Einbeziehen von Farbe und

Licht. Formgebende (plastizierende) und additive

Verfahren.

Schrift — Typografie

Ziele der bildnerischen Tätigkeit

Erarbeiten prägnanter Buchstabengestalt und

rhythmischer Buchstabenfolge. Blockschrift und

von ihr abgeleitete Schriften (allenfalls Gemischtantiqua,

Schreibschrift) zur Mitteilung und Dokumentation

in Schule und Alltag.

Ziele der Werkbetrachtung

Auseinandersetzen mit Buchstabengestalt und

Schriftrhythmus anhand von Schülerarbeiten, Bei-

spielen der Kunst und der Gebrauchsgrafik. Gewinnen

von Einsichten in die Zusammenhänge von

Schreibwerkzeug und Schriftform, Kennenlernen

von Schrift- und Bildzeichen als Mittel der Information.

Klären und Verwenden von Fachbegriffen, zB

Buchstabe, Blockschrift, Gemischtantiqua, Schreibschrift,

Druckschrift, Schriftrhythmus, Bildzeichen,

Schriftzeichen, Information.

Arbeitsmittel und Verfahren

Verschiedene Schreibgeräte, Schreibgründe und

Schreibflüssigkeiten.

2. Klasse (2 Wochenstunden)

Grafik — Malerei

Ziele der bildnerischen Tätigkeit

Erweitern der Erfahrungen beim grafischen

Gestalten (zB Ausdrucksqualitäten der Linie, grafisch

strukturierte Flächen) sowie beim farbigen

Gestalten (zB Ausdruckswert und Symbolwert der

Farbe, Farbmischungen zur Gestaltungsdifferenzierung)

vorwiegend im gegenständlichen Bereich.

Räumliche Darstellungsversuche (Überdeckung,

Staffelung). Allenfalls ornamentales Gestalten.

Ziele der Werkbetrachtung

Gewinnen von Einsichten in Zusammenhänge

von Inhalt, Aussage, Darstellungsweise, Material,

Arbeitsverfahren und Wirkung durch Auseinandersetzen

mit Einzelwerken und durch Bildvergleiche

aus den Bereichen Kunst und Umwelt.

Klären und Verwenden von Fachbegriffen, zB

Bildordnung, Symmetrie, Asymmetrie, Reihung,

Gruppierung, linear, flächig, räumlich, Überdeckung,

Staffelung, Farbordnung, Farbkontrast, Farbwirkung;

deckend, lasierend; Deckfarbe, Aquarellfarbe;

Hochdruck; Ornament.

Arbeitsmittel und Verfahren

Verschiedene Materialien und Arbeitsmittel, wie

Kreide, Druckfarben und geräte, Deck- und

Aquarellfarben, verschiedene Zeichen-, Druck- und

Malgründe; Collagematerialien.

Einsatz von Schraffur und Textur.

Möglichkeiten des Farbauftrages (zB deckend,

lasierend; flächenhafte und strukturierende Malweisen),

allenfalls eingeschränkte Palette. Hochdrucktechniken

(zB Materialdruck, Schablonendruck).

Plastik — Objekt

Ziele der bildnerischen Tätigkeit

Erweitern von Erfahrungen vorwiegend beim

Gestalten von Reliefs (allenfalls von Vollplastiken)

vorzugsweise im figuralen Bereich. Allenfalls Auseinandersetzung

mit raum- und platzgestaltender

Wirkung von Plastik auch unter Einbeziehung von

Farbe.

Ziele der Werkbetrachtung

Auseinandersetzen mit Schülerarbeiten, Werken

der Kunst, zB Reliefs und Vollplastiken aus verschiedenen

Epochen, auch als Element der Architektur,

Assemblage; Gußplastik; allenfalls Auseinandersetzung

mit raum- und platzgestaltender Wirkung

von Plastik auch unter Einbeziehung von

Farbe und Licht und Beispielen aus dem Alltag (wie

Münzen, Medaillen, Reliefbilder) hinsichtlich Thematik,

Gestaltungsweisen, Aussage und Wirkung.

Klären und Verwenden von Fachbegriffen, zB

Relief (erhaben, vertieft), subtraktive Verfahren,

montierende Verfahren, Gußplastik, Bauplastik,

Assemblage.

Arbeitsmittel und Verfahren

Verschiedene Materialien (zB Ton, Wachs, Gips,

Karton, leicht prägbare Bleche, vorgefundene

Gegenstände, Farbe) und Arbeitsmittel (zB Modellierhölzer,

Spachteln, Gießgefäße, Schneidewerkzeuge)

für additive und subtraktive Verfahren,

Montagen und allenfalls Gußverfahren.

Visuelle Medien

Ziele der bildnerischen Tätigkeit

Erfinden von Bildzeichen (wie Piktogramme,

Embleme) und Bildgeschichten.

Allenfalls Erfahren von elementaren fotografischen

Darstellungsmöglichkeiten mit und ohne

Kamera. Fotografieren von Objekten und Situationen

aus dem Erlebnisbereich der Schüler. Herstellen

von Fotogrammen, Chemogrammen.

Ziele der Werkbetrachtung

Erkennen von Informationswert und Gestaltungsqualität

verschiedenartiger Bildzeichen und

Bildgeschichten. Erweitern der Fähigkeit zur Auseinandersetzung

mit Bildgeschichten und Fotografien.

Klären und Verwenden von Fachbegriffen, zB

Zeichen, Signal, Symbol; Comic, Karikatur; allenfalls

auch grundlegende Fachbegriffe aus dem

Bereich der Fotografie.

Arbeitsmittel und Verfahren

Verschiedene Materialien und Arbeitsmittel für

zeichnerische, druckgrafische, malerische und collagierende

Verfahren.

Allenfalls Materialien und Geräte für Fotografie

mit und ohne Kamera.

3. Klasse (2 Wochenstunden)

Grafik

Ziele der bildnerischen Tätigkeit

Erweitern der Erfahrungen mit Darstellungs- und

Gestaltungsmitteln (allenfalls auch mit Mitteln

aus dem Bereich Foto, Film, Video), auch in Verbindung

mit der Förderung körperhafter und räumlicher

Darstellung (zB Schrägbild, transparente

Darstellung), vorwiegend im gegenständlichen

Bereich.

Ziele der Werkbetrachtung

Erkennen charakteristischer Gestaltungsweisen

(zB flächig, räumlich) und deren Wirkung in

Zeichnungen und Druckgrafiken der Gegenwart

und Vergangenheit aus den Bereichen Kunst und

Umwelt.

Klären und Verwenden von Fachbegriffen, zB

Entwurf, Skizze, Studie, Handzeichnung, Druckgrafik,

Originalgrafik, Reproduktionsgrafik; Tiefdruck,

Flachdruck, Siebdruck; Raumillusion.

Arbeitsmittel und Verfahren

Verschiedene Materialien, Arbeitsmittel und

Geräte, zB Kohle, Grafit, Zeichenfedern verschiedener

Beschaffenheit; Druckfarben, Walzen,

Spachteln, Siebe, Presse für druckgrafische Verfahren,

wie Hoch- oder Tiefdruck, allenfalls Siebdruck;

allenfalls Materialien und Geräte für fotografische

Verfahren (Foto, Film, Video).

Malerei

Ziele der bildnerischen Tätigkeit

Darstellen des Körperhaften und Räumlichen

durch Farbe (Farbabstufung, Farbmodulation) vorwiegend

im gegenständlichen Bereich (allenfalls

auch mit Mitteln aus dem Bereich Foto, Film,

Video).

Ziele der Werkbetrachtung

Kennenlernen von Gestaltungsweisen mit Farbe

(zB flächig, räumlich) in Kunst und Umwelt.

Klären und Verwenden von Fachbegriffen, zB

Gouache-, Tempera-, Ölmalerei, Fresko; Farbmodulation,

Farbabstufung, Raumillusion, Farbperspektive.

Arbeitsmittel und Verfahren

Verschiedene Farb- und Malmaterialien (zB

Deck- oder Dispersionsfarben). Differenziertere

Arbeitsweisen, Kombination verschiedener Verfahren.

Allenfalls Materialien und Geräte für fotografische

Verfahren (eventuell Foto, Film; Video).

Plastik — Objekt

Ziele der bildnerischen Tätigkeit

Differenzieren von Erfahrungen beim Gestalten

von Skulpturen, vorwiegend im figuralen Bereich,

allenfalls auch von Objekten (zB geschlossene und

offene Form, starre oder bewegliche Montagen,

Raumbezug).

Ziele der Werkbetrachtung

Auseinandersetzen mit Schülerarbeiten, Werken

der Kunst (zB Stein- und Holzskulpturen, Objekten)

und Beispielen aus dem Alltag (zB Andenkenobjekte,

Objekte für Festumzüge) hinsichtlich

Inhalt, Gestaltungsweise und Wirkung. Gewinnen

von Einblicken in Aufgaben und Zweckbestimmung

plastischer Gestaltung in Gegenwart und

Vergangenheit.

Klären und Verwenden von Fachbegriffen, zB

Skulptur, Bildhauerei, Objekt, Mobile.

Arbeitsmittel und Verfahren

Verschiedene Materialien, auch von größerem

Bearbeitungswiderstand (zB Gips, Holz, Rinde,

Hartschaumstoff, Schaumbeton) und Arbeitsmittel

(zB Schnitzmesser, Schneidewerkzeuge, Meißel,

Knüpfel) für subtraktive und allenfalls montierende

Verfahren; Farbe.

Schrift — Typografie

Ziele der bildnerischen Tätigkeit

Gestalten von Schriftfeldern. Erproben der Ausdrucksqualität

von Schrift, Bildzeichen und visuellen

Zeichensystemen. Erkunden des Zusammenhanges

von Schriftgröße, Schriftstärke, Rhythmus,

und Farbe im Hinblick auf Leserlichkeit, Inhalt und

Wirkung zur Verwendung in Schule und Alltag.

Ziele der Werkbetrachtung

Erfassen von Schrift als Information und Ausdrucksmittel.

Gewinnen von Einsichten in die

Grundlagen der Typografie (zB Layout, Lettern,

Satz, Satzspiegel; Gebrauchsgrafik).

Klären und Verwenden von Fachbegriffen, zB

Schriftfeld, Typografie, Layout, Gebrauchsgrafik,

Lettern, Satz, Satzspiegel.

Arbeitsmittel und Verfahren

Verschiedene Schreibgeräte, Schreibgründe und

Materialien; Arbeiten mit vorgefertigten Buchstaben.

4. Klasse (2 Wochenstunden)

Grafik

Ziele der bildnerischen Tätigkeit

Hinführen zu einem gestaltenden Naturstudium

an geeigneten Objekten der Natur und des

Gebrauchsgutes. Erkennen und Umsetzen von proportionalen,

funktionalen, körperhaften und räumlichen

Zusammenhängen, allenfalls Oberflächenbeschaffenheit.

Vertiefen der Fähigkeit zur körperhaften

und räumlichen Darstellung (zB durch Einsetzen

von Tonwerten oder grafischen Strukturen).

Bereichern der individuellen Ausdrucksfähigkeit

durch Experimentieren mit grafischen Verfahren.

Ziele der Werkbetrachtung

Verstehenlernen der Zeichnung als künstlerische

Aussage sowie als sachliche Mitteilung. Erkennen

elementarer körperhaft-räumlicher Darstellungsmöglichkeiten

einschließlich der Zentralperspektive.

Erkennen von Stufen der Abstraktion anhand

von Beispielen aus Gegenwart und Vergangenheit.

Exemplarisches Kennenlernen von Stilformen.

Auseinandersetzen mit Werturteilen (zB Zustandekommen

von Werturteilen, der Einfluß von meinungsbestimmenden

Gruppen auf Werturteile).

Bedeutung der Zeichnung für verschiedene Berufe

und Lebenssituationen.

Klären und Verwenden von Fachbegriffen, zB

experimentelle Verfahren, Perspektive, Abstraktion.

Arbeitsmittel und Verfahren

Verschiedene Materialien und Zeichentechniken

(zB lavierte Federzeichnung, Pinselzeichnung,

Kreidezeichnung). Experimentelle Verfahren (zB

Monotypie, Frottage, selbstgefundene Verfahren).

Malerei

Ziele der bildnerischen Tätigkeit

Anwenden der bisher erworbenen Erfahrungen

im Bereich Malerei — Farbe zur Steigerung des

individuellen Ausdrucks- und Mitteilungsvermögens

in Schule und Alltag.

Ziele der Werkbetrachtung

Aufgaben und Zweckbestimmung der Malerei in

Gegenwart und Vergangenheit und ihre gesellschaftliche

Bedingtheit.

Kennenlernen von verschiedenen Möglichkeiten

des Einsatzes von Farbe in der Malerei (zB Farbe

als Mittel zur realistischen Wiedergabe, als Ausdrucksträger,

als Mittel der Verfremdung).

Erfahren der Relativität von Farberscheinungen.

Exemplarisches Kennenlernen von Stilformen.

Auseinandersetzen mit Werturteilen.

Klären und Verwenden von Fachbegriffen, zB

realistisch, idealistisch, impressiv, expressiv,

abstrakt; Gegenstandsfarbe, Erscheinungsfarbe,

Symbolfarbe, Farbperspektive; autonome Kunst,

engagierte Kunst.

Arbeitsmittel und Verfahren

Verschiedene Materialien und Arbeitsmittel für

experimentelle Verfahren, zB Mischtechnik, Collage,

Frottage, Montage.

Visuelle Medien

Ziele der bildnerischen Tätigkeit

Entwerfen und Ausarbeiten von Plakaten, Aufklebern

ua. Dabei Kennenlernen und versuchsweises

Anwenden von Mitteln der Werbung mit besonderer

Berücksichtigung des bildnerischen Anteils.

Erarbeiten von Mitteln der Bildgestaltung und

deren Wirkung im Bereich der Fotografie. Herstellen

von gestalteten Fotogrammen. Hinführen zum

bewußten Einsatz von Kamerastandpunkt, Bildausschnitt,

Schärfe, Beleuchtung und Belichtung.

Allenfalls Erweiterung der Erfahrungen im

Umgang mit Video und Film.

Einsatz von Fotografie (allenfalls Video — Film)

zur Dokumentation oder gestaltenden Darstellung

von Objekten und Situationen aus Schule und

Umwelt.

Ziele der Werkbetrachtung

Verstehenlernen visueller Informationen und

Entwicklung einer sachlich-kritischen Einstellung

zu deren Aussage. Erkennen von Manipulationsmöglichkeiten,

Klischeevorstellungen, verschlüsselten

Aussagen ua.

Auseinandersetzen mit grafischen und fotografischen

— allenfalls filmischen — Schülerarbeiten

sowie mit Beispielen aus der Kunst und der Erlebniswelt

der Schüler im Hinblick auf verwendete

Gestaltungsmittel.

Klären und Verwenden von Fachbegriffen, zB

visuelle Medien, Massenmedien, Werbung, Plakat,

Collage, Montage, Manipulation.

Aus dem Bereich der Fotografie, allenfalls Film

und Video: zB Perspektive (Blickwinkel), Bildausschnitt,

Belichtung, Objektiv, Brennweite, Blende,

Schärfentiefe, Kameraführung, Fotogramm, entwickeln,

fixieren; Sofortbildkamera.

Arbeitsmittel und Verfahren

Verschiedene Materialien und Arbeitsmittel (zB

Materialien aus Zeitschriften; Fotos, Plakate, Aufkleber,

Prospekte) zum Zeichnen, Drucken, Malen,

Montieren, Collagieren und für gebrauchsgrafische

Techniken. Für Fotografie (Film, Video) zB

Kamera, Fotomaterial, Dia-Zubehör; allenfalls

Materialien und Arbeitsmittel für Negativ- und

Positivprozesse.

Handhabung von Fotoapparaten; allenfalls Film-

und Videokamera; allenfalls Negativ- und Positivprozesse

für den Bereich Fotografie.

Erweiterungsstoff

Plastik — Objekt

Ziele der bildnerischen Tätigkeit

Gewinnen von Erfahrungen beim Gestalten von

statischen und beweglichen Objekten (zB kinetische

Konstruktionen).

Erweitern der plastischen Erfahrungen im Hinblick

auf Beziehungen von Figuren und Objekten

zueinander und zum umgebenden Raum.

Ziele der Werkbetrachtung

Auseinandersetzen mit Schülerarbeiten, Werken

der Kunst (zB Figurengruppen; Plastik mit platzgestaltender

Funktion, wie Brunnen, Denkmal;

Ready-made, kinetisches Objekt, Environment)

und Beispielen aus dem Alltag (zB Jahrmarkt, Vorgarten,

Auslagengestaltung) hinsichtlich Inhalt,

Gestaltungsweise, Aussage und Wirkung.

Exemplarisches Kennenlernen von Stilformen.

Klären und Verwenden von Fachbegriffen, zB

kinetisches Objekt, Ready-made, Environment.

Arbeitsmittel und Verfahren

Verschiedene Materialien (zB Draht, Bleche,

Plexiglas, Holz, Spanplatten, Textilien, Farbe) und

Arbeitsmittel (zB Zange, Blechschere, Säge, Hammer),

kombinatorische Verfahren zur Herstellung

von Plastiken und Objekten unter Einbeziehung

des umgebenden Raumes.

Didaktische Grundsätze

Der Unterricht soll auf den in der Grundschule

erworbenen Erfahrungen, Kenntnissen und Fertigkeiten

in einer der Altersstufe der Schüler angemessenen

Weise aufbauen.

Zur Durchführung des Unterrichts ist die

wöchentliche Doppelstunde eine unerläßliche Voraussetzung.

Die vorgesehenen Bildungs- und Lehraufgaben

können nur in einer aufbauenden Unterrichtsführung

verwirklicht werden; daher sind die in den

einzelnen Klassen angegebenen Ziele auch im

Unterricht der folgenden Schulklassen zu berücksichtigen.

Es ist sicherzustellen, daß alle Bereiche des Lehrplanes

in ausreichendem Maße berücksichtigt werden.

Die im Lehrplan angegebene Reihenfolge der

Bereiche innerhalb der einzelnen Klassen ist nicht

bindend. Die einzelnen Bereiche sind nicht als in

sich geschlossene Teilgebiete zu betrachten, sondern

übergreifend und zusammenwirkend zu verstehen.

Querverbindungen zwischen den einzelnen

Bereichen sind anzustreben; fächerübergreifende

Unterrichtsformen werden empfohlen.

Soziale und entwicklungsbedingte sowie räumliche

und ausstattungsmäßige Gegebenheiten sind zu

berücksichtigen.

Aufgabenstellungen, die sich aus aktuellen Anlässen

anbieten, sind wegen ihres besonderen Motivationscharakters

fallweise in den geplanten aufbauenden

Unterricht einzubeziehen (zB Schülerzeitung,

Plakat, Bühnenbild und Ausstattung,

mimisch-gestische Bewegung).

Bei der bildnerischen Tätigkeit darf keine Häufung

von darstellungs- und verfahrensmäßigen

Schwierigkeiten auftreten. Der Zeitaufwand für die

einzelne Aufgabe soll so bemessen sein, daß die

Intensität der Auseinandersetzung und die Erfüllung

des Lehrplanes gewährleistet sind.

Aufgabenstellungen sollen der Aufnahmefähigkeit

und dem unterschiedlichen Entwicklungsstand

der Schüler Rechnung tragen und Motivationscharakter

haben.

Das gelegentliche Erproben von Materialien und

Verfahren darf nicht zum Selbstzweck werden.

Den Schülern soll die Möglichkeit geboten werden,

fallweise Arbeitsmittel, Verfahren und inhaltliche

Schwerpunkte zu wählen.

Kooperative Arbeitsweisen sollen gelegentlich

ermöglicht werden.

Beim Naturstudium soll die Wahrnehmungsfähigkeit

durch klärende und anschauliche Hinweise

auf Größenverhältnisse, Richtungen, Bau- und

Funktionszusammenhänge eine Erweiterung und

Vertiefung erfahren. Es wird ein Aufbau in Teilschritten

empfohlen, dabei sollen Objekte gewählt

werden, die für die Schüler inhaltlich und formal

erschließbar sind und sie ansprechen.

Im Bereich der Medien Fotografie, Film, Video

soll der Ausgangsschwerpunkt bei den Darstellungsprinzipien

und Anwendungsmöglichkeiten der

Medien und nicht im technischen Bereich liegen.

Zur Werkbetrachtung

Die Werkbetrachtung schließt in allen Schulstufen

das Besprechen von Schülerarbeiten ein. Sie soll

nach Möglichkeit in Verbindung mit der praktischen

Arbeit gebracht werden.

Das Klären und Verwenden von Begriffen, wie

sie im Lehrstoff genannt werden, soll in möglichst

anschaulicher Weise sowohl bei der praktischen

Tätigkeit wie auch bei der Werkbetrachtung erfolgen.

Bei der Werkbetrachtung werden die inhaltliche

Bedeutung, formale Qualitäten, historische und

soziokulturelle Entstehungsbedingungen und anderes

mehr zu behandeln sein. Die Gewichtung einzelner

Aspekte der Werkbetrachtung soll vom

Objekt und der Verstehensdisposition der Schüler

mitbestimmt werden. Eine Auseinandersetzung mit

Teilaspekten eines Werkes darf das Bewußtsein von

seiner Komplexität nicht beeinträchtigen.

Die theoretischen Erörterungen sollten sich in

der Regel nur auf anschaulich Vorhandenes beziehen.

Für den Unterricht sollen Einzelwerke, Gegenüberstellungen

von Werken und Arbeitsreihen herangezogen

werden. Die Begegnung mit dem Original

ist anzustreben (Ausstellungsbesuche, Exkursionen).

Als Anschauungsmaterial können zB auch

Kunstdrucke, Dia-Reihen und Filme dienen.

Zur Intensivierung der Werkbetrachtung soll das

Sammeln von Reproduktionen, Fotos, Zeitungsausschnitten,

Plakaten, Katalogen und ähnlichem

angeregt werden.

Der Unterrichtsertrag in der Werkbetrachtung

ist in geeigneter Form zu sichern (zB Aufzeichnungen,

Skizzen, Übersichten, Zeittafeln).

Bei der Auswahl der Werke ist die Kunst Österreichs

und des jeweiligen Bundeslandes zu berücksichtigen.

Durch die Auseinandersetzung mit Kunst, visuellen

Medien und Umwelt soll ein höherer Grad an

Reflexionsfähigkeit erworben werden.

Neben historischen Erscheinungsformen der

Kunst sind zeitgenössische entsprechend zu

berücksichtigen.

Zu visuelle Medien

Bei der Auseinandersetzung mit den Medien

steht der visuelle Anteil im Vordergrund.

Es ist bewußt zu machen, daß die durch die

Medien vermittelten Informationen in aufbereiteter

und subjektiv gestalteter Form herangetragen werden

und daher die Gefahr der Manipulation miteinschließen

können.

Die Gestaltungsmittel der Medien Fotografie,

Film, Video sollen nicht als Fachbegriffe aufgezählt

und definiert, sondern möglichst anschaulich in

ihrer Funktion als Vermittler von Inhalten erfahrbar

gemacht werden."

17. In Anlage A, sechster Teil, wird der Unterabschnitt

„Lehrstoff" des Pflichtgegenstandes „Werkerziehung"

wie folgt geändert

a) dem Lehrstoff für Knaben wird angefügt

„3. Klasse (2 Wochenstunden am Realgymnasium)

Bauen — Wohnen — Umweltgestaltung

Teilziele der praktischen und theoretischen Auseinandersetzung

Herstellen und Erproben von Konstruktionen

mit vorgefertigten Bauelementen, vorwiegend für

Tragwerke. Verstehenlernen von Konstruktionsprinzipien

in Natur und Technik (zB Form, Funktion,

Werkstoff und Ökonomie).

Vergleichen von Bauten mit gleicher Zweckbestimmung

anhand von Beispielen aus verschiedenen

Epochen.

Begriffe

Konstruktion (zB Zug-Druck-Spannung, Biegebelastung,

Torsionsbelastung, Fertigteilbau), Baukörper,

Fassade, Bauplan (Grund- und Aufriß).

Maschinentechnik

Teilziele der praktischen und theoretischen Auseinandersetzung

Beim Bau von Objekten Untersuchen von Übertragungsmöglichkeiten

von Bewegung (zB Erkunden

von Übersetzungen ins Langsame und ins

Schnelle, vorwiegend an Rädergetrieben), Lenkmöglichkeiten

bei Fahrzeugen ua.

Begriffe

Getriebe, Maschine (Antriebsteil, Arbeitsteil,

Übertragungsteil), Drehsinn, Drehzahl, Übersetzung,

Zahnrad, Riemenscheibe, Kegelrad.

Produktgestaltung

Teilziele der praktischen und theoretischen Auseinandersetzung

Gestalten und Herstellen von Produkten in

Serienanfertigung. Planen und Darstellen von

Patrizen und Matrizen. Ausführung in verschiedenen

Verfahren (zB Gießen, Laminieren, Tiefziehen

ua.).

Begriffe

Proportion, Maß, Patrize, Matrize, Gießen,

Schwund, hinterschnittene Form, Produktion.

4. Klasse (2 Wochenstunden am Realgymnasium)

Bauen — Wohnen — Umweltgestaltung

Teilziele der praktischen und theoretischen Auseinandersetzung

Planen von Wohnungen (Skizze, Modell).

Lesenlernen von Bauplänen. Kritische Auseinandersetzung

mit Wohneinrichtungen (Detailanalysen

zB von Form — Funktion — Werkstoff, Wohnwert

und Kosten). Artikulation von Wohnbedürfnissen.

Erschließen des Verständnisses für Umweltschutz

(zB Zersiedelung, Problematik von Verkehrsflächen,

Industrie- und Wohnbau, Landschafts- und

Denkmalschutz).

Begriffe

Flächenwidmungsplan, Lageplan, Einreichungsplan,

Detailplan, Wohnwert, Wohnbedürfnis, Zersiedelung,

Verkehrsflächen, Denkmalschutz.

Produktgestaltung

Teilziele der praktischen und theoretischen Auseinandersetzung

Gestalten und Herstellen von Gebrauchsgegenständen

nach vorangegangener Produktanalyse.

Entwickeln eines Problembewußtseins für ein

konsumkritisches Verhalten gegenüber dem

Gebrauchsgut (zB durch Unterscheidenlernen von

Design, Industrial Design als Produktgestaltung

und Styling als Modetrend).

Erarbeiten einfacher Produktanalysen (zB von

Haushaltsgeräten, Möbeln und Fahrzeugen). Auseinandersetzung

mit Funktionswert, persönlichem

Gebrauchswert und der Kosten-Nutzen-Relation

sowie dem Problem Mensch — Maschine — Industrie

— Wirtschaft — Umwelt.

Begriffe

Design, Industrial Design, Styling, Produktanalyse,

Wirtschaftlichkeit (Kosten-Nutzen-Verhältnis,

Stückzahl, Preis, Unikat, Massenware, Qualität,

Anmutung, Kitsch).

Erweiterungsstoff

Maschinentechnik

Herstellen mechanischer oder elektrischer Schaltungen.

Begriffe

Schaltung, Licht- und Tonschranken, Thermowächter."

b) dem Lehrstoff für Mädchen wird angefügt

„3. Klasse (2 Wochenstunden am Realgymnasium;

3 Wochenstunden am Wirtschaftskundlichen

Realgymnasium für Mädchen)

Kleidung — Mode — Wohnen —

Produktgestaltung

Teilziele der praktischen Tätigkeit

Fördern kreativen Verhaltens durch Anwendung

und Kombinieren unterschiedlicher Materialien

unter besonderer Berücksichtigung des Farbsinnes

Festigen der Grundkenntnisse in den erworbenen

Techniken durch höhere Anforderungen an Ausdauer,

Fertigkeit und Gestaltungsfähigkeit. Stricken

(nach Schnitt), Weben (Bildwebe, experimentelles

Weben), Knüpfen.

Stoffdruck (Stempel aus Naturmaterialien oder

selbstgefertigten Linolschnitten).

(Am Wirtschaftskundlichen Realgymnasium für

Mädchen außerdem: allenfalls Stickerei; Durchbruch

oder Kreuzstich oder Tüllstickerei ua.)

Herstellung von Bekleidung nach modischen

Gesichtspunkten: Lernen weiterer nähtechnischer

Details zur Anfertigung eines einfachen Wäsche- oder

Kleidungsstückes.

(Am Wirtschaftskundlichen Realgymnasium für

Mädchen: Anfertigung von zwei Wäsche- und zwei

Kleidungsstücken.)

Fachgebundenes Zeichnen; Herstellen plastischräumlicher

Objekte. Anbahnung räumlicher Vorstellung

Entwicklung eines Schnittes von der Fläche zur

Form für das geplante Werkstück.

Anfertigen eines Verständigungsmodelles nach

Plan für einen Raum (nach Maßstab). Erproben

verschiedener Möglichkeiten von Möbelgruppierung

mit dreidimensionalen Elementen.

Erlangen von Fertigkeiten im Umgang mit nichttextilen

Materialien (Papier, Karton ua.) und den

entsprechenden Werkzeugen.

Materialienkunde

Erkennen der gebräuchlichsten Bindungs- und

Stoffarten.

Wirtschaftliches Verhalten

Fördern wirtschaftlichen Verhaltens durch Qualitäts-

und Preisvergleiche.

Erweiterungsstoff

Gestalten von Objekten für den persönlichen

Gebrauch und den Wohnbereich (Draht, Peddigrohr

ua.).

Teilziele der Werkbetrachtung

Erfassen des Zusammenhanges von Material,

Form, Farbe und Funktion, erläutert an praktischen

Arbeiten, allenfalls an Beispielen aus dem Bereich

der Mode.

Lesenlernen von Bauplänen und Planzeichen.

An ausgewählten Beispielen die Abhängigkeit

der Raumwirkung von Farbkombinationen veranschaulichen.

Textile Gestaltung als wesentlicher Beitrag zur

Wohnatmosphäre.

Begriffe

Experiment, Formaufgabe, Verständigungsmodell,

dreidimensional, Element, Wohnatmosphäre.

4. Klasse (2 Wochenstunden am Realgymnasium;

4 Wochenstunden am Wirtschaftskundlichen

Realgymnasiums für Mädchen)

Kleidung — Mode — Wohnen —

Produktgestaltung

Teilziele der praktischen Tätigkeit

Erkennen unterschiedlicher Wirkungen textiler

Materialien und Verfahren. Befähigen zu richtiger

Einplanung der Werkstücke in den Wohnbereich

und richtiger Zuordnung zur Kleidung

Kreatives Gestalten in einer aktuellen Technik

nach Wahl; Weben, Knüpfen, Fadengraphik, Sticken,

Stricken, Häkeln ua. Textilfärben in Reservetechnik

(Tritik- oder Plangi-Technik oder Batik).

Berücksichtigung modischer und persönlicher

Gegebenheiten bei der Herstellung von Kleidung

Anstreben weitgehender Selbständigkeit im

Zuschneiden und Nähen eines einfachen Kleidungsstückes

mit schwierigeren nähtechnischen

Details.

Fachgebundenes Zeichnen; Entwickeln räumlicher

Vorstellung

Zeichnen des Grundschnittes für das gewählte

Werkstück nach persönlichen Maßen. Entwickeln

des Schnittes von der Fläche zur körpergerechten

Paßform.

Abnehmen von Schnitten aus Modejournalen.

Planen unterschiedlicher Wohnmöglichkeiten (in

Zusammenhang mit der Werkbetrachtung).

Materialienkunde

Kenntnis der im Werkunterricht verwendeten

Materialien und deren sinnvoller Einsatz.

Arbeitsanleitungen aus Büchern und Zeitschriften

verstehen und anwenden. Kennenlernen und

Auswerten internationaler Pflegekennzeichen.

Pflege und Instandhaltung von Wäsche- und Kleidungsstücken.

Sachgerechter und ökonomischer Einsatz sowie

Pflege der verwendeten Werkzeuge und Maschinen.

Wirtschaftliches Verhalten

Bewußtseinsbildung zu konsumkritischem Verhalten.

Erweiterungsstoff

Experimentelles Gestalten mit verschiedenen

Materialien (Leder, Metall ua.).

Teilziele der Werkbetrachtung

Ausgehend von der praktischen Arbeit und durch

entsprechende Beispiele der Werkbetrachtung soll

der Schüler befähigt werden, das Zusammenwirken

der Persönlichkeit, der Zweckmäßigkeit und der

Mode zu erkennen und zu beurteilen.

Zeigen von Wohnmodellen zum Erkennen von

Wohnqualitäten (Wohnraumbedarf, Raumgröße,

Proportionierung, Raumordnung, Funktionswege,

Einrichtung, Raumerlebnis). Wohnwert und

Wohnkosten. Anbahnen des Verständnisses für

Umweltgestaltung und Umweltschutz.

Begriffe

Wohnqualität, Proportionierung, Wohnwert,

Umweltgestaltung, Landschafts- und Denkmalschutz.

Lageplan, Einreichungsplan, Detailplan.

Reservetechnik, Tritik- oder Plangi-Technik,

Batik.

Am Wirtschaftskundlichen Realgymnasium für

Mädchen hat der Absatz „Berücksichtigung modischer

und persönlicher Gegebenheiten bei der Herstellung

von Kleidung:" zu lauten

„Anstreben weitgehender Selbständigkeit im

Zuschneiden und Nähen. Zwei Kleidungsstücke

mit schwierigeren schnitt- und nähtechnischen

Details. Vertiefen der Kenntnisse und Steigern der

Fertigkeiten in Hinblick auf kompliziertere Schnittformen

der aktuellen Mode."

18. In Anlage A, sechster Teil, wird dem Pflichtgegenstand

„Leibesübungen" der Unterabschnitt

„Lehrstoff" angefügt

„3. und 4. Klasse (4 bzw. 3 Wochenstunden)

Motorische Grundlagen

An die gesteigerte Leistungsfähigkeit angepaßtes

Fortführen der im Lehrstoff der 1. und 2. Klasse

enthaltenen Lerninhalte zur Erhaltung/Verbesserung

der motorischen Eigenschaften und diesbezüglicher

Kenntnisse. Konditionelle Grundlagen

sind in dieser Entwicklungsstufe besonders gut trainierbar.

Kenntisse

Im Zusammenhang mit jahreszeitlichen und

räumlichen Gegebenheiten sind im Angebot der

Lerninhalte besonders zu berücksichtigen: Haltungs-

und koordinationsfördernde Übungen, Leistungsmessungen

(Konditionstests), einfache

Grundkenntnisse sportlichen Trainings, Erfahrungen

zur gesundheitlichen und freizeitbezogenen

Bedeutung der Leibesübungen.

Ausdauer

Verbessern der allgemeinen Ausdauer

Durch abwechslungsreiche-spielerische Belastung

(Plus zwischen 140 und 170/min); Kreis-

und Intervalltraining.

Annähernd gleichmäßige Belastung mit erhöhten

Anforderungen im Laufen (Gelände, freie Tempowahl),

Schwimmen, Skilanglaufen, Orientierungslauf,

Gymnastik mit Musik.

Ausdauertests: zB 12-Minuten-Lauf.

Verbessern der Schnelligkeitsausdauer

In Form von Fangenspielen, Wettläufen, Staffeln,

bewegungsreichen Ballspielen.

Submaximale Belastungen im Laufen, Springen,

Schwimmen, Skilanglauf,. .. (Pulsfrequenz zwischen

160 und 190).

Kraft

Verbessern der Kraft aller wesentlichen Muskelgruppen,

besonders der Rumpfmuskulatur (Haltungsprophylaxe)

durch Belastungen im Schnellkraft-

und Kraftausdauerbereich.

Unter besonderer Berücksichtigung der Ausführungsqualität

(Vermeiden von Fehlbelastungen,

besonders der Wirbelsäule).

Sprünge: Weit-, Hoch-, Strecksprünge; auf und

über Hindernisse.

Klettern/Hangeln/Hängen: an Stangen, Tauen,

Leitern, Sprossenwand, Ringen, Reck.

Stützen: am Boden; Reck; Barren; Seitpferd.

Ziehen/Schieben: Taue, Partner, Gegenstände,

. . .

Kräftigende Übungen mit Partnern, Langbänken,

Medizinbällen, an der Sprossenwand,. . .

Schnelligkeit

Erhalten und Verbessern der Aktions- und Reaktionsschnelligkeit,

der Kraftschnelligkeit und des

Beschleunigungsvermögens.

Durch Reaktionsspiele, Ballspiele, Abschußspiele;

Fangen von Gegenständen; Starts,

Sprints; Seilspringen, Sprunggewandtheitsübungen.

Gelenkigkeit

Verbessern und Erhalten der Gelenkigkeit im

Bereich von Schultern, Hüfte, Wirbelsäule und

Sprunggelenk.

Nach ausreichender Erwärmung

Dehnübungen (auch mit Partner (Achtung auf

mögliche Gefahren), mit Seilen, Stäben,. . .)

An Sprossenwand, Tauen, Stangen, Ringen,. . .

Schwingen und Pendeln mit den Extremitäten;

Arm- und Beinkreisen; Rumpfbeugen vorwärts,

seitwärts; Hürdensitz; Stretching.

Kein Beckenkreisen

Kein Kopfkreisen

Gleichgewicht

Verbessern des Gleichgewichts.

Im Stehen, Gehen, Laufen, Hüpfen, Springen;

Handstand, Kopfstand;. . .

Alpiner und nordischer Skilauf, Eislauf, Rodeln,

Rollschuhlauf; Trampolinspringen; Balancieren

auf Langbänken, Schwebebalken, . . .

Verbessern des Balancierens von Geräten.

Gewandtheit

Erhalten und Verbessern der Bewegungskoordination.

Vorbeugen vor durch Wachstumsschub bedingten

koordinativen Leistungseinbußen.

Durch Kombination der Fertigkeiten Laufen,

Springen, Werfen, Drehen, Hüpfen; Koordination

von Arm- und Beinbewegungen; Hindernisaufgaben;

rhythmische Gymnastik; Gymnastik

mit Musik.

Geschicklichkeit

Vermittlung reicher Bewegungserfahrung und

Selbständigkeit im Lösen von Bewegungsaufgaben;

Erfahren biomechanischer Grundlagen (Auftrieb,

Antriebskräfte; Luftwiderstand, . ,.).

Gestaltungsfähigkeit

Verbessern der schöpferischen Eigentätigkeit

(Kreativität) im Variieren, Kombinieren und Erfinden

von Bewegungen.

Interaktionsspiele,. . .

Verbessern der Fähigkeit, Erlebnisse, Stimmungen

und Gefühle in der Bewegung zum Ausdruck zu

bringen

Gymnastik mit Musik, Tanz,.. .

Verbessern der Fähigkeit zum Setzen taktischer

Maßnahmen.

Im Mannschaftsspiel und Einzelwettkampf; Fair-

Play und Teamwork.

Lernfähigkeit

Vermitteln vielseitiger Bewegungserfahrungen

durch wesentliche motorische Grundfertigkeiten;

Abschätzen der persönlichen motorischen Leistungsfähigkeit,

Erfahren der Leistungsverbesserung;

Kenntnis und Anwendung von Prinzipien der

Bewegung (zB Ökonomie,. . .); Bewegungsaufgaben

mit angepaßtem Schwierigkeitsniveau.

Kenntnisse

über Grundlagen motorischer Leistungsfähigkeit

(motorische Eigenschaften, motorische Fertigkeiten);

über grundlegende Maßnahmen der Leistungsverbesserung/

des Trainings (Kraft, Ausdauer,

Schnelligkeit,...); Ernährung; Ermüdung;

Hygiene; Ursachen und Prophylaxe von Haltungsschwächen;

einfache Leistungs- bzw. Fitneßtests;

sportspezifische Ausrüstung.

Das Abschätzen der persönlichen Leistungsfähigkeit

ist zu fördern.

Spiele

Spontanes und kreatives Spielen

Im Hinblick auf

— materiale Erfahrungen (Fahrradschläuche, Luftballons, . . .)

— soziale Erfahrungen (Vertrauensspiele, Kooperationsspiele, ...)

— personale Erfahrungen (Körpererfahrungen,

wie Körperfunktionen wahrnehmen; Sinneserfahrungen

machen,...).

Kleine Spiele

Weiterführen der Kleinen Spiele auch mit gesteigerten

Anforderungen im Hinblick auf Schnelligkeit,

Geschicklichkeit, Koordination, Kraft, Reaktion,

Regelverständnis und Kooperationsbereitschaft.

Sportspiele

Vorbereiten auf die Sportspiele im Hinblick auf

vielfältige Situationen und sportspezifische Fertigkeiten

— Ball erobern

— Ball befördern

— Ball in/auf ein Ziel

— Kooperieren mit dem Partner

— Gegner stören.

Erlernen von Sportspielen wie zB Badminton, Basketball,

Faustball, Fußball, Handball, Hockey, Tennis,

Tischtennis, Volleyball, . . .

— Erwerben, Festigen und Anwenden der sportspezifischen

Techniken und Grundtaktiken;

— Vertiefen des Spiel- und Regelverständnisses.

Spezifische Kenntnisse

— Das eigene Verhalten und das der Partner im

Hinblick auf Zielsetzung und Erfolg prüfen

können;

— Spiele organisieren und leiten können;

— Schiedsrichterzeichen verstehen und anwenden

können;

— Regeln nach unterschiedlichen Spielinteressen

und unterschiedlichem Spielkönnen verändern

können;

— sportartspezifische Geräteausrüstung und Kleidung

kennen.

Boden- und Gerätturnen

Bewegen an und mit Geräten

Gezieltes Sammeln von Bewegungserfahrungen.

Erweitern und Festigen der bisher erworbenen

motorischen Fertigkeiten zur Bewußtmachung

der Körperlage bzw. Orientierung im Raum

sowie zur Erfahrung des ökonomischen Krafteinsatzes

und des Materials.

Spielen an und mit Geräten

Spielen mit dem Partner und in der Kleingruppe;

Anregen zum selbständigen spielerischen Handeln

durch Aufgabenstellungen, welche eine vielseitige

Verwendung der Geräte ermöglichen.

Hindernisturnen

Komplexe und kombinierte Formen des Überwindens

von Hindernissen beim Turnen an Gerätebahnen

und Gerätekombinationen.

Gerätekombinationen auf mögliche Gefahren

und Sicherungsmaßnahmen überprüfen.

Schaukeln und Schwingen

An verschiedenen Geräten in unterschiedlicher

Ausführung; mit einfachen Abgängen.

Spezielle Fertigkeiten am Boden und an den Geräten

Rollen

— Rollen vorwärts, rückwärts und seitwärts in

Variationen und Verbindungen, auch als

Spielform (Doppel-, Dreierrolle,. . .);

— auf Geräte und über Hindernisse;

— Rollen mit Flugphasen aus dem Stand und

aus dem Anlauf;

— Rolle rückwärts über den flüchtigen Handstütz

(Handstand);

— auch Judorolle, Fallübungen.

Stände

— Handstütz (Handstand), auch in Übungsverbindungen.

Überschläge

— Handstützüberschlag seitwärts (Rad), Handstützüberschlag

seitwärts mit 1/4-Drehung

(Radwende) mit längerer Flugphase und in

Übungsverbindungen;

— Handstützüberschlag vorwärts aus dem

Anlauf, Landung ein- oder beidbeinig;

— Freier Überschlag (Salto) vorwärts gehockt;

— Überschläge über den Kasten (allenfalls

Pferd);

— Kopfstützüberschlag.

Sprünge

— Freie Sprünge (auch mit Absprunghilfen . . .)

(Hock- und Strecksprünge) unter veränderten

und erschwerten Bedingungen;

— Stützsprünge

Festigen der erlernten Stützsprünge (mit und

ohne Drehung um eine Stützhand, Steigern

der Schwierigkeit durch Erhöhen der

Geräte,. . .).

Der Einsatz von stark schleudernden Absprunghilfen

(zB Doppel-Reutherbrett, Minitrampolin,

. . .) ist vom Könnensstand und der Bereitschaft

der Schüler abhängig.

Verwendung dieser Geräte nur durch Lehrer,

die in Aus- oder Fortbildung nachweislich mit

den Einsatzmöglichkeiten vertraut gemacht

worden sind. Bei der Verwendung von Weichböden

als Aufsprungfläche sind diese allenfalls

durch eine härtere Matte zu ergänzen.

Auf-, Ab-, Um- und Unterschwünge

— Festigen der bisherigen erlernten Übungen.

— Umschwünge (zB Spreizumschwung vorlings

vorwärts (Mühlwelle), Kniehangumschwung

rückwärts mit beiden Beinen (Sitzwelle).

— Kippen (zB Kippen als Aufschwung am Stufenbarren,

Reck, Barren,. . .).

— Allenfalls Stemmschwünge (zB Schwungstemme

vorwärts, rückwärts am Barren).

— Wenden, Kehren, Flanken als Abgänge von

verschiedenen Geräten.

— Übungsverbindungen mit unterschiedlichen

Auf- und Abgängen.

— Felgbewegungen als Aufgänge und

Umschwünge.

Schwebegehen

— Gehen und Drehen, Sprünge und Halten mit

gesteigerten Anforderungen (zB auf erhöhter

Unterstützungsfläche,. . .);

— Festigen der Übungsverbindungen aus dynamischen

und statischen Teilen auch mit Auf-

und Abgängen.

Spezifische Kenntnisse

Umgang mit Geräten/Fachsprache

— Selbständige Organisation des Auf- und

Abbaues von Geräten und Gerätekombinationen;

— Übungsbeschreibungen (Fachsprache) lesen

und verstehen können;

— Allenfalls Formen des programmierten

Unterrichts (etwa als Stationsbetrieb) kennen

und durchführen können.

Helfen und Sichern

— Sachgerechtes Sichern und Helfen; auch

Wecken des Verantwortungsgefühles für den

Mitschüler und des Verständnisses für unterschiedliche

Leistungsfähigkeit;

— Erweitern der Kenntnisse über Helfen und

Sichern, elementare Kenntnisse der Ersten

Hilfe sowie über spezifische Unfallgefahren

(Bergen, Lagern, einfache Versorgung von

Sportverletzungen auch im Hinblick auf

andere Sportarten);

— Bewegungsabläufe beim Partner beobachten

und korrigieren lernen.

Leichtathletik

Lauf

Übungen zur Verdeutlichung der leistungsbestimmenden

Elemente (zB Abdruck, Schrittgeschwindigkeit,

Schrittlänge, Armeinsatz, Funktion der

Körperlage).

Anpassung an das Gelände (bergauf, bergab,

über Gräben und Hindernisse).

Fahrtspiele.

Sprintstart (Tiefstart).

Fallstart.

Formen des Ausdauertrainings

Dauerläufe im Gelände und auf der Bahn, Intervalläufe,

Tempoläufe,. . .

Anwendung der Pulskontrolle als ein Kriterium

der Belastung; Berücksichtigung der individuellen

Leistungsfähigkeit und Leistungsmöglichkeit.

Hürdenlauf

Finden des Schrittrhythmus bei den Schülern

angepaßtem Abstand, rasches Überwinden der

Hindernisse, Grobform der Hürdentechnik, Verwenden

von Hilfsgeräten (zB Medizinbälle,

Turnbank, gekippte Matten, Übungshürden,. . .).

Staffelläufe

Mit fliegendem Wechsel ohne und mit Stab.

Verschiedene Formen der Stabübergabe.

Sprung

Verbessern der Technik und Verdeutlichung der

leistungsbestimmenden Elemente

— im Weitsprung.

Durch Absprungübungen mit verkürztem

Anlauf, aus der Zone, mit Geländehilfe;

Schritt- und Hangtechniken;

— im Hochsprung.

Durch Übungen in verschiedenen Sprungtechniken,

wie Scher-, Roll-, Wälz- und

Floptechnik;

durch Verbesserung des Anlauf- und Absprungverhaltens;

— Mehrfachsprünge.

Durch Sprungformen aus dem Gehen, aus

dem langsamen Lauf, auf Matten und in

Sprungserien;

— im Stabspringen.

Hinführen zur sicheren Landung auf Sprungmatte

und in die Sprunggrube.

Wurf /Stoß

Erfahren

— der Flugeigenschaften verschiedener altersgemäßer

Wurf- und Stoßgeräte (Ball, Staffelholz,

Steine, Speer, Medizinball, Kugel,...);

— des Krafteinsatzes beim Schlagwurf, Stoß,

Schockwurf.

Üben sicherheitsorientierten Verhaltens (Sicherheitsabstand,

richtige Aufstellung, Orientierung,

Beachtung äußerer Gegebenheiten, wie Bodenbeschaffenheit,

Windverhältnisse,....).

Organisation

Selbständige Durchführung einfacher Wettkämpfe

und Übernahme der Kampfrichtertätigkeit.

Mehrkämpfe in verschiedenster Form aus dem

Bereich Lauf, Sprung, Wurf/Stoß (zB Hindernislauf,

Fünfsprungserie, Medizinballstoßen) bis zu

den Wettkampfformen der jeweiligen Altersstufe.

Kenntnisse und Betreuung von Übungsstätten und

Geräten.

Richtige Handhabung der Geräte (Startmaschinen,

Startklappe, Stoppuhr, Maßband,...).

Instandhaltung der Übungsstätten wie Sprunggrube,

Sprungmatten, Stoßkreis usw.

Der Erwerb des ÖSTA-Jugend-Sportabzeichens

ist anzustreben.

Schwimmen

Bewegen im, unter und ins Wasser

Erlernen und Verbessern von Schwimmarten.

Neue Schwimmarten (er-)finden (zB verschiedene

Arm-Bein-Kombinationen, Seitenschwimmen,

„Fußwärts-Schwimmen").

Tauchen; auch mit Hilfsmitteln (zB ABC-Ausrüstung).

Streckentauchen auch bis etwa 15 m.

Tieftauchen bis etwa 3 m.

Druckausgleich !

Volkstümliche Sprünge, auch vom 1-m- und

3-m-Brett (zB Fußsprünge mit verschiedener

Aufgabenstellung, Zielsprünge; auch Paar- und

Gruppensprünge).

Wassergymnastik (mit und ohne Musik).

Spielen im Wasser

Kleine Spiele mit und ohne Geräte.

Geeignete Geräte sind zB Luftballon, Bälle,

Ringe, Autoschläuche, Brett, Luftmatratze,...).

Fang-, Tauch- und Neckspiele.

Staffeln mit und ohne Geräte.

Ballspiele im Wasser (auch Wasserball mit vereinfachten

Regeln, Wasservolleyball).

Schnellschwimmen

Verbesserung der Schwimmtechniken einschließlich

Starten und Wenden.

Wettschwimmen über kurze Strecken; auch als

Staffel.

Wasserspringen (auch vom 1-m- oder 3-m-Brett)

Kopfsprünge aus dem Stand oder Anlauf, Abfaller

vorwärts und rückwärts, Kopfsprung rückwärts, . . .).

Einfache Drehsprünge aus dem Stand oder

Anlauf (zB Salto vorwärts und rückwärts,. . .).

Dem Könnensstand und möglichen Angstbarrieren

bei den Schülern ist durch den Lehrer bei der

Wahl der Unterrichtsmethode Rechnung zu tragen.

Dauerschwimmen

Schwimmen bis zu einer Dauer von 15 Minuten

in verschiedenen Körperlagen.

Erwerb des Österreichischen Schwimmerabzeichens

(Frei-, Fahrten- und Allroundschwimmabzeichen).

Rettungsschwimmen

Selbstrettung (zB Über-Wasser-Halten mit sparsamen

Bewegungen, Verhalten bei Krämpfen,

Kleiderschwimmen).

Einfache Fremdrettung (zB Ziehen, Schieben,

Brücke; Transport-, Befreiungs-, Rettungs- und

Bergegriffe).

Allenfalls Erwerb des Österreichischen Rettungsschwimmerabzeichens

(Helferschein) bei erwiesenen

Voraussetzungen.

Spezifische Kenntnisse

Baderegeln; allenfalls Wettkampfbestimmungen.

Wert des Schwimmens im Hinblick auf Gesundheit

und als lebensbegleitende Sportart.

Gefahrenquellen bei Fremdrettung.

Gefahren bei Springen und Tauchen (zB Wassertiefe,

Absprungflächen,. . .).

Gymnastik und Tanz

Bewegen (ohne Geräte)

Gymnastische Grundformen: Laufen, Gehen,

Hüpfen, Springen, Federn, Drehen, Schwingen.

Auch technisch schwierige Bewegungsvarianten.

Besonderes Augenmerk auf die schwingende

Bewegung unter Beachtung der Bewegungskriterien

Spannung und Lösung.

Gegenüberstellung: Gymnastische Bewegungstechnik

und Alltagsbewegung.

Erfinden von Hüpf-, Sprung- und Schwungformen.

Grundelemente in der Bewegungstechnik des

Jazz Dance.

Bewegen mit Geräten

Erfinden von Bewegungsvarianten mit einem

oder mehreren, auch verschiedenen Handgeräten.

Bewußtes Anpassen der Bewegung an die Form

und Eigenart des Gerätes (zB Reifen, Stab).

Besonders Schwingen mit Handgeräten; zB

Gymnastikband, Handkreise mit Keulen, Verwendung

von verschiedenen Ballarten, Stäben

(besonders für Burschen), Verwendung von

Gerätekombinationen.

Räumliches und zeitliches Gestalten als Einzel-

und Gruppengestaltung in freier und gebundener

Form.

Verwendung von Musik, Körper- und

Rhythmusinstrumenten (zB Klatschen, Stampfen,

Tamburin).

Wecken des Interesses an der Bewegungsqualität.

Spielen

Spielen mit Objekten und Materialien, auch mit

traditionellen Handgeräten.

Spielerisches Erproben und Erfahren der Bewegungsmöglichkeiten

des eigenen Körpers im

Tanz; Erfahren von Zeit, Dynamik und Raum.

Spielerisches Erproben rhythmusspezifischer

Techniken.

Bewegungsideen durch Musik provozieren.

Spielideen (Bewegungsideen) zur Verbindung

von Musik, Sprache und Bewegung.

Rhythmische Sportgymnastik

Technische Grundformen mit und ohne Handgeräte.

Räumliches und zeitliches Gestalten als Einzel-

und Gruppenübung.

Allenfalls auch Handgerätekombinationen.

Tänze

Österreichische und internationale Volkstänze.

Gesellschaftstänze (zB Rock'n Roll, Jive).

Formationstänze.

Allenfalls Jazz Dance.

Spezifische Kenntnisse

Wissen um Ursprung und Bewegungsgrundformen

von Volkstänzen, Gesellschaftstanz, des

Jazz Dance,. . .

Wissen über die Zusammenhänge von körpergerechtem

Bewegen, richtiger Haltung und

Gesundheit.

Die Vermittlung dieser Kenntnisse auch als Vorbereitung

auf die Arbeits- und Berufswelt; Ausgleich

und sinnvolle Freizeitgestaltung eingeschlossen.

Skilauf/Alpin

Bewegen im Schnee

Spiele ohne, mit einem und mit zwei Ski.

Fangspiele, Rollerfahren, Staffeln,. . .

Aufstiegsarten mit Ski.

Stürzen lernen.

Springen über kleine Hindernisse.

Spielen auf Ski

Spiele mit Geräten.

Torstangen, Bälle,. . .

Geschicklichkeitsspiele.

Einskifahren, Innenskischwingen, Zwergerlwedeln,

Skiwalzer, kleine Sprünge,. . .

Geschicklichkeitsparcours, Er-und-Sie-

Lauf,. . .

Alpine Skitechnik

Erlernen, Festigen und Verbessern der alpinen

Skitechnik gemäß dem „Österreichischen Skilehrplan".

Der Österreichische Skilehrplan ist als ein Teil

der Lehrgänge zur Ausbildung von Skilehrern

und Skilehrwarten veröffentlicht.

Rennlauf

Grundtechniken des Riesentorlaufes und Torlaufes.

Verschiedene Formen der Wettkämpfe (zB auch

Handicap- und Mannschaftsbewerbe, Parallelbewerbe,. . .).

Kenntnisse über Tore und Torkombinationen,

Wettkampfbestimmungen, Trainingsformen,. . .

Tourenskilauf

Tiefschneefahren.

Skitouren in kleinen Gruppen.

Kenntnisse über sicheren Skilauf

Kennen und Einhalten der Pistenregeln.

Erkennen und Vermeiden subjektiver und objektiver

Gefahren.

Konditionelle Vorbereitung, Ausrüstung, Kleidung,

Skipflege, Aufwärmen, Wahl der Abfahrtsroute, . . .

Kenntnisse über

— Routenwahl und Orientierung im Gelände;

— Lawinen- und Wetterkunde;

— Verantwortliches Verhalten gegenüber anderen

Skiläufern und Umwelt;

— Richtiges Verhalten bei Skiunfällen.

Skilauf/Nordisch

Bewegen und Spielen

Vielfältige Bewegungsaufgaben innerhalb und

außerhalb des verspurten Geländes für das

Gleichgewicht, für das Abstoßen und für die

Rhythmusverbesserung.

Skiwandern und Skiorientierungslauf mit gesteigerten

Anforderungen hinsichtlich Geländewahl

und Aufgaben.

Ausdauerspiele.

Geschicklichkeitsspiele.

Erlernen und Verbessern der Grundtechniken

Diagonalschritt.

Doppelstockschub.

In Verbindung mit anderen Techniken (Umtreten,

Technikwechsel).

Schlittschuhschritt.

Beidseitig und einseitig (Siitonen, Skating) ohne

und mit Stockunterstützung.

Anstiegstechniken.

Grätenschritt, Treppenschritt,. . .

Abfahrten in der Spur und ohne Spur (zB Pflug

zur Tempoverminderung, Schwingen).

Technikparcours.

Wettkampfformen (Streckenlänge bis 6 km)

Speziallanglauf.

Staffellauf.

Technikwettkampf.

Wettkampfformen mit zusätzlichen Aufgaben

(zB Volkstümlicher Biathlon).

Spezifische Kenntnisse

Merkmale konditioneller Vorbereitung.

Loipenregeln.

Schnee- und Wachskunde; Materialkunde.

Wissen um den gesundheitlichen Wert des Skilanglaufes

und des Skiwanderns.

Sicheres Verhalten im Gelände; Wissen um

alpine Gefahren; richtiges Verhalten bei Skiunfällen.

Eislauf

Bewegen und Spielen auf dem Eis

Gleiten auf den Kanten (Innen- und Außenkanten).

Bogen vorwärts und rückwärts.

Bewegungsaufgaben auf Kreisen, im Schlangenbogen

(zB Übersteigen, Rollerschritt; auch nach

Musik).

Bremsen (Pflugbremse).

Nummernwettläufe (zB im Kreis, vorwärts, rückwärts).

Fangspiele (zB vorwärts, rückwärts und im

Wedellauf).

Hindernisläufe (zB Slalom, Staffeln, Partnerläufe).

Ringhockey.

Allenfalls Vorformen des Eishockeys; Eisstockschießen.

Eisschnellauf

Startübungen.

Kurvenläufe.

Zeitläufe.

Eiskunstlauf

Halbbögen (links und rechts; vorwärts einwärts

und auswärts, rückwärts auswärts und allenfalls

rückwärts einwärts).

Achterlauf (auf Spur); Bogenachter; Schlangenbogen

(Paragraph).

Dreier (vorwärts auswärts und einwärts; rückwärts

auswärts).

Mohawk; Engel; Schlitten; Pirouette (zB beidbeinig).

Froschsprung; Laufsprung; Häschen; Dreiersprung

(Kadettensprung);...

Eistanz

Voraussetzung: gute Grundschule im Eislauf (richtiger

Abstoß, kantenreine Viertelbögen, exakte

Laufschritte).

Laufschritte zu verschiedenen Rhythmen, vorwärts

und rückwärts, links- und rechtsherum

(vorwiegend im 3/4- und 4/4-Takt).

Übersteigen rückwärts, links- und rechtsherum.

Schwungbögen vorwärts und rückwärts, links

und rechts; auch nach Musik (4/4- und 6/8-Takt).

Chassé vorwärts und rückwärts; auch zu verschiedenen

Rhythmen.

Mohawk (offen) vorwärts, einwärts und auswärts,

rechts und links.

Foxtrott-Movement; auch nach Musik.

Im Kreis in Tanzrichtung mit Handhaltung

(Stirnkreis) auch nach Walzermusik.

Halbbögen, Laufschritte, Chassé und Schwungbögen;

auch mit Partner, auch in Kilianhaltung.

Allenfalls Foxtrott-Movement in Kilianhaltung.

Allenfalls Schöller-Walzer.

Orientierungswandern/Orientierungslaufen

Weiterführende Übungen der im Lehrplan der 1.

und 2. Klasse angeführten Methoden unter

gesteigerter Berücksichtigung des natürlichen

Orientierungsvermögens (Himmelsrichtungen,

Naturobjekte, Kulturgrenze) und vermehrtem

Einsatz von künstlichen Hilfsmitteln (Skizzen,

Pläne, Postkarten, Land- und Wanderkarten,

OL-Spezialkarten, Kompaß).

Formen des Orientierungslaufes

Alters- und leistungsadäquate Wettkämpfe (Einzel-

und Mannschaftswettkämpfe); allenfalls Erweiterung

durch das Fortbewegen mit Sportgeräten

(zB Langlaufski).

Mitarbeit an der Vorbereitung und Durchführung

einfacher Übungsformen, Kampfrichtertätigkeit."

19. In Anlage A, sechster Teil, wird beim Freigegenstand

„Kroatisch" dem Unterabschnitt „Lehrstoff"

angefügt

„3. Klasse (3 Wochenstunden)

Aussprache

Allmähliche Steigerung des Sprechtempos.

Schreibung

Rechtschreibübungen mit steigendem Schwierigkeitsgrad.

Gesprächs- und Lesestoff

Kurzgeschichten, kurze Szenen; geographische

Schilderungen und geschichtliche Erzählungen zur

Vermittlung von Kenntnissen über die Eigenart des

kroatischen Volkes und seines Lebensraumes.

Wortschatz- und Sprechübungen

Planmäßige Übungen im freien Sprechen; Erweiterung

des Wortschatzes (Wortfamilien; wichtigste

Präfixe und Suffixe; einfache Worterklärungen);

Sachgebiete (etwa: Reisen, Restaurant, Großstadtverkehr,

Berufe, Kleidung, Sport).

Sprachlehre

Wiederholen und Festigen der Grammatikkenntnisse,

vor allem der Zeitwortformen; Mittelwörter,

Leideform, Möglichkeitsform. Unregelmäßige

Zeitwortformen. Unregelmäßige Hauptwörter.

Wörtliche und abhängige Rede. Übungen mit dem

Teilgenitiv. Fürwörter.

Schriftliche Arbeiten

Berichte über Erlebtes und Gelesenes. Briefe.

Schul- und Hausübungen.

Sechs Schularbeiten, je drei im Semester.

4. Klasse (3 Wochenstunden)

Aussprache

Weiterführende Übungen.

Schreibung

Weiterführende Übungen.

Gesprächs- und Lesestoff

Gespräche über Tagesereignisse. Erzählungen

und Lesestücke aus Arbeits- und Berufsleben, aus

Wirtschaft und Technik; internationale Zusammenarbeit.

Lyrische Gedichte und Prosastücke, die

einen Einblick in die Entwicklung des kroatischen

Schrifttums vermitteln.

Wortschatz- und Sprechübungen

Wiederholung und Festigung des Wort- und

Phrasenschatzes, neue Sachgebiete. Idiomatische

Wendungen. Freie Wiedergabe von Sachverhalten.

Sprache des Alltags, der Dichtung, der Wissenschaft,

der Zeitung.

Sprachlehre

Zusammenfassender Überblick über Formen-

und Satzlehre. Zusammenstellung der Vorwörter.

Unpersönliche Form des Zeitwortes, rückbezügliche

Formen des Zeitwortes.

Schriftliche Arbeiten

Gesuche und Eingaben; Geschäftsbriefe. Kurze

Übersetzungen, Aufsätze, Inhaltsangaben.

Schul- und Hausübungen.

Sechs Schularbeiten, je drei im Semester."

20. In Anlage A, sechster Teil, wird beim Freigegenstand

„Slowenisch" dem Unterabschnitt „Lehrstoff"

angefügt

„3. Klasse (3 Wochenstunden)

Aussprache

Beachtung der Qualität und Quantität der

Vokale.

Schreibung

Groß- und Kleinschreibung, Schreibung von

Eigennamen und von aus Eigennamen abgeleiteten

Eigenschaftswörtern. Silbentrennung. Besonderheit

in der Schreibung der Vorwörter k — h und s — z.

Gesprächs- und Lesestoff

Darstellungen aus Sachgebieten wie: Technik,

Sport, Verwaltung, Zeitung. Kurzgeschichten,

Schilderungen aus Tierwelt, Geschichte und

Gemeinschaft.

Wortschatz- und Sprechübungen

Fortsetzung der Wortschatzübungen mit Hinweis

auf die besondere Bedeutung gebräuchlicher

Suffixe und Präfixe. Erweiterung durch neue Sachgebiete.

Vortrag von Gedichten und geeigneten

Prosastücken. Gespräche.

Sprachlehre

Fürwörter, besonders Gebrauch der rückbezüglichen

Fürwörter. Einführung in die Begriffe Aspekt

und Lautwandel. Häufigste Nebensätze.

Schriftliche Arbeiten

Berichte über Erlebtes und Gelesenes. Briefe.

Schul- und Hausübungen.

Sechs Schularbeiten, je drei im Semester.

4. Klasse (3 Wochenstunden)

Aussprache

Weiterführende Übungen im Anschluß an den

Lesestoff.

Schreibung

Weiterführende Übungen.

Gesprächs- und Lesestoff

Gespräch über Tagesereignisse. Proben aus dem

slowenischen Schrifttum. Geschichtliche Erzählungen,

Gedichte, Lieder.

Wortschatz- und Sprechübungen

Einfache Nacherzählungen. Freie Wiedergabe

von Sachverhalten. Sprache des Alltags, der Dichtung,

der Wissenschaft, der Zeitung.

Sprachlehre

Mittelwörter, Leideform, Bedingungsform,

Wunschform, Supinum. Aspekte. Verneinungswörter

und doppelte Verneinung.

Schriftliche Arbeiten

Gesuche und Eingaben, Geschäftsbriefe. Aufsätze.

Gelegentlich Bildbeschreibungen. Inhaltsangaben.

Schul- und Hausübungen.

Sechs Schularbeiten, je drei im Semester."

21. In Anlage A, sechster Teil, wird beim Freigegenstand

„Ungarisch" dem Unterabschnitt „Lehrstoff"

angefügt

„3. Klasse (3 Wochenstunden)

Aussprache

Berücksichtigung der Sprachmelodie. Übungen

zur Steigerung des Sprechtempos.

Schreibung

Weiterführende Übung der Rechtschreibung und

Steigerung des Schwierigkeitsgrades.

Gesprächs- und Lesestoff, Wortschatz

Erweiterung des Wortschatzes durch Redewendungen

und Kombinationen. Wortschatzübungen

mit Wortfamilien. Erweiterung der Themenkreise

unter Berücksichtigung der Verhältnisse in Ungarn

(etwa moderner Verkehr, Großstadt, Geschäftsleben,

Post, Hörfunk und Fernsehen, Theater und

Film, Freizeitgestaltung, Fremdenverkehr). Sagen,

historische Schilderungen.

Sprachlehre

Objektive Konjugation des Zeitwortes in Gegenwart,

Zukunft und Vergangenheit. Wichtige unregelmäßige

Zeitwörter. Steigerung. Gebrauch der

Präfixe und Postpositionen. Imperativ.

Mündliche und schriftliche Übungen

Wie in der 2. Klasse, jedoch mit erhöhten Anforderungen.

Freiere Aufsätze, Vortrag von Gedichten.

Intensivierung des Gesprächs.

Schriftliche Arbeiten

Hausübungen.

Vier Schularbeiten, je zwei im Semester.

4. Klasse (3 Wochenstunden)

Aussprache

Ständige Kontrolle der Aussprache und Beseitigung

von Ungenauigkeiten. Übungen im Anschluß

an den Lesestoff.

Schreibung

Schreibübungen von Fachausdrücken aus dem

Gebiet des Handels, der Wirtschaft, des Berufslebens

usw. Phonetische Schreibweise von allgemein

gebräuchlichen Fremdwörtern.

Gesprächs- und Lesestoff, Wortschatz

Wechselgespräche und Diskussionen über aktuelle,

altersgemäße Problemkreise. Einführung des

Schülers in die dem Alter entsprechende ungarische

Jugendliteratur. Besprechung von gelesenen Erzählungen,

Novellen und Gedichten. Stoffgebiete, die

mit dem Berufsleben im Zusammenhang stehen.

Erweiterung des Wortschatzes durch ausgefallenere

Ausdrücke.

Sprachlehre

Allmähliche Weiterführung; Möglichkeits- und

Faktitivformen der Zeitwörter. Formen der wichtigsten

unregelmäßigen Zeitwörter. Unregelmäßigkeiten

bei der Steigerung der Eigenschaftswörter.

Modalbestimmung. Überblick über die ungarische

Syntax.

Mündliche und schriftliche Übungen

Mündliche und schriftliche Stellungnahme des

Schülers zu Problemen, die seinen Lebensbereich

berühren. Freiere Wiedergabe von Sachverhalten,

wie sie sich aus Erlebnis, Beobachtung und Lektüre

(insbesondere von Abschnitten der ungarischen

Jugendlektüre und geeigneten Zeitungsausschnitten)

ergeben.

Übersetzungs- und Rückübersetzungsübungen.

Gesuche und Eingaben. Einfache Geschäftsbriefe.

Schriftliche Arbeiten

Hausübungen.

Vier Schularbeiten, je zwei im Semester."

22. In Anlage A, sechster Teil, wird nach dem

Freigegenstand „Ungarisch" eingefügt

„LEBENDE FREMDSPRACHE

(Englisch, Französisch, Italienisch, Ungarisch, Russisch,

Spanisch, Tschechisch)

3. bis 8. Klasse (in vier aufeinanderfolgenden

Klassen je 3 Wochenstunden)

Der Unterricht im Freigegenstand „Lebende

Fremdsprache" richtet sich in Englisch, Französisch,

Italienisch, Ungarisch, Russisch und Spanisch

bezüglich der Bildungs- und Lehraufgabe, des

Lehrstoffes (ausgenommen die Schularbeiten) und

der Didaktischen Grundsätze nach dem jeweiligen

Lehrplan des Pflichtgegenstandes Zweite lebende

Fremdsprache (siehe bezüglich Englisch, Französisch,

Italienisch und Russisch die Verordnung

BGBl. Nr. 275/1970 in der Fassung der Verordnung

BGBl. Nr. 470/1982 und bezüglich Unga-

risch und Spanisch die Verordnung BGBl.

Nr. 295/1967 in der Fassung der Verordnung

BGBl. Nr. 577/1976) und in Tschechisch hinsichtlich

der Bildungs- und Lehraufgabe, des Lehrstoffes

(ausgenommen die Schularbeiten) und der

Didaktischen Grundsätze nach dem Lehrplan des

Freigegenstandes Tschechisch in der Verordnung

BGBl. Nr. 295/1967 in der Fassung der Verordnung

BGBl. Nr. 577/1976.

Wird die Fremdsprache in einem Mehrklassenkurs

geführt, so ist im Hinblick auf die verschiedenen

von den Schülern mitgebrachten Voraussetzungen

der Lehrstoff entsprechend zu gliedern.

Schularbeiten

1. Kursjahr: Vier Schularbeiten, davon eine oder

zwei im ersten Semester.

2. Kursjahr: Sechs Schularbeiten, je drei im Semester.

3. Kursjahr: Sechs Schularbeiten, je drei im Semester.

4. Kursjahr: Zwei Schularbeiten, je eine im Semester.

GEOMETRISCHES ZEICHNEN

Bildungs- und Lehraufgabe

Wie für den Pflichtgegenstand am Realgymnasium.

Lehrstoff

3. oder 4. Klasse (2 Wochenstunden)

Es ist eine geeignete Auswahl aus dem Lehrstoff

des Pflichtgegenstands am Realgymnasium (3. und

4. Klasse) zu treffen.

Didaktische Grundsätze

Wie für den Pflichtgegenstand am Realgymnasium."

23. In Anlage A, sechster Teil, lautet der Freigegenstand

„Instrumentalmusik"

„INSTRUMENTALMUSIK

(Klavier, Orgel, Elektronische Orgel, Gitarre,

Blockflöte, Querflöte, Oboe, Fagott, Klarinette,

Saxophon, Horn, Trompete, Posaune, Schlagzeug,

Violine, Viola, Violoncello, Kontrabaß)

Bildungs- und Lehraufgabe

Ziel des Unterrichts ist das Erlernen von Fertigkeiten

und der Erwerb von Fähigkeiten im Instrumentalspiel

mit den Gegebenheiten des Gruppenunterrichts.

Dabei sind dem Schüler vielfältige

Möglichkeiten des praktischen Musizierens in

eigenständiger Betätigung im Solo- und Ensemblespiel

zu eröffnen, die ihn zur aktiven Teilnahme am

Musikleben befähigen und zu seiner Persönlichkeitsbildung

beitragen.

Ausgehend von den individuellen Anlagen und

Fähigkeiten der Schüler sind daher im besonderen

zu fördern

— die Wahrnehmungs- und Konzentrationsfähigkeit

durch Steigerung der Hörfähigkeit und des

Unterscheidungsvermögens für akustisch-musikalische

Eindrücke,

— die Fähigkeit zur Rücksichtnahme auf einzelne

und die Gruppe bei gemeinsamen musikalischen

Aktivitäten.

Lehrstoff

1. und 2. Kursjahr

Erwerb elementarer instrumentaltechnischer Fertigkeiten.

Vertrautwerden mit den Möglichkeiten

des Instruments, auch im Zusammenhang mit

Improvisationsübungen.

Gestaltung musikalischer Verläufe unter wechselnder

Aufgabenstellung zur Übung instrumentalspezifischer

Tonbildung und zum Bewußtmachen

musikalischer Parameter.

Ausgewählte Spielliteratur für das Solo- und

Ensemblemusizieren, auch in Verbindung mit anderen

Instrumenten, gegebenenfalls im Rahmen eines

fallweisen gruppenübergreifenden Unterrichts bei

Wahrung stilistischer Gesichtspunkte.

Ein- und mehrstimmiges Musizieren, Liedbegleitung.

Methoden des selbständigen Übens.

Pflege des Instruments.

3. und 4. Kursjahr

Erweiterung instrumentaltechnischer Fertigkeiten,

auch im Zusammenhang mit Improvisationsübungen

und im Zusammenspiel mit anderen

Instrumenten unter Berücksichtigung stilistischer

Gesichtspunkte.

Gesteigerte Anforderungen bei der Gestaltung

musikalischer Verläufe unter wechselnder Aufgabenstellung

zur Übung instrumentenspezifischer

Tonbildung und zum Bewußtmachen musikalischer

Parameter.

Hinführen zum selbständigen Erarbeiten angemessener

Spielliteratur.

Ein- und mehrstimmiges Musizieren, Liedbegleitung.

Methoden selbständigen Übens.

Pflege des Instruments.

Klavier

1. und 2. Kursjahr (je 1 oder 2 Wochenstunden)

Improvisationsübungen in kleinen Tonräumen.

Erziehung zur Selbständigkeit beider Hände hinsichtlich

der Bewegungsrichtung, des Rhythmus,

des Anschlages und der Dynamik.

Anleitung zu einer effizienten Spieltechnik. Tonleitern

und Etüden.

Aufbau des Akkordspiels in enger Lage und einfache

Harmonisierungen von Liedern und Tänzen.

Bewußtmachen der stilistischen Unterschiede der

Musik einzelner Stilepochen anhand der gespielten

Literatur.

Die Verbindung von grundlegenden theoretischen

Begriffen mit dem Spielgut herstellen. Formale

Betrachtung einfachster Formen anhand des

Spielgutes.

Gegebenenfalls Auswendigspiel einfacher

Stücke. Blattspiel. Zusammenspiel auch mit anderen

Instrumenten. Vierhändiges Spiel.

Erlernen der Grundlagen des Pedalgebrauchs.

3. und 4. Kursjahr (je 1 oder 2 Wochenstunden)

Fortführen der Erziehung zur Selbständigkeit

beider Hände hinsichtlich der Bewegungsrichtung,

des Rhythmus, des Anschlags und der Dynamik.

Anregung zu einem den eigenen physischen

Möglichkeiten entsprechenden rationellen Fingersatz.

Spielen erweiterter Kadenzen. Harmonisieren

von Liedern und Tänzen.

Formale Betrachtung der gespielten Werke.

Ausgewählte Spielstücke, auch der zeitgenössischen

Musik.

Anleitung zum Pedalgebrauch.

Einfache Improvisations- und Gestaltungsversuche

im tonalen und freitonalen Bereich.

Blattspiel und Zusammenspiel mit anderen

Instrumenten.

Vierhändiges Spiel.

Orgel

1. und 2. Kursjahr (je 1 oder 2 Wochenstunden)

Elementartechnische Übungen (Pedalübungen,

Zusammenspiel von Manual und Pedal).

Grundsätze des Registrierens.

Mehrstimmige Liedsätze, leichte Präludien.

Einfache Improvisations- und Gestaltungsversuche.

Akkordverbindungsübungen.

Spielliteratur im Schwierigkeitsgrad leichter

Choralvorspiele, Präludien und Fugen.

Blattspiel.

3. und 4. Kursjahr (je 1 oder 2 Wochenstunden)

Fortführen der technischen Übungen mit gesteigerten

Anforderungen.

Spielliteratur aus verschiedenen Stilepochen,

etwa im Schwierigkeitsgrad leichter Choralvorspiele,

Präludien und Fugen unter Berücksichtigung

auch der zeitgenössischen Literatur.

Fortführen der Gestaltungs- und Improvisationsübungen.

Harmonisieren einfacher Melodien.

Grundsätze des Orgelbaus.

Schwierigere Spielliteratur aus allen Stilepochen

bei besonderer Berücksichtigung der zeitgenössischen

Literatur. Zusammenspiel mit anderen

Instrumenten; Gesangsbegleitung.

Elektronische Orgel

1. und 2. Kursjahr (je 1 oder 2 Wochenstunden)

Anleitung zur technischen Handhabung des

Instruments.

Elementartechnische Übungen für beide Hände.

Spielen einfacher Musikstücke mit Hilfe der

Symbolschrift bei anfänglicher Anwendung der

Begleitautomatik.

Blues-Harmonien und einfaches Harmonisieren

von Unterhaltungsmusik und jazzverwandter

Musik.

Spieltechnische Übungen auf der zweimanualigen

Orgel, vorerst auf zwei Spielebenen, anschließend

auch auf drei.

Improvisationsübungen, Blattspiel und Zusammenspiel

mit anderen Instrumenten.

Anleitung zur Verwendung der Rhythmussektion

und der Registrierung.

3. und 4. Kursjahr (je 1 oder 2 Wochenstunden)

Erweiterte Blues-Harmonien und- Harmonien

einfacher Melodien.

Blockharmonien (Harmonisieren der Melodie in

der rechten Hand).

Analyse und Realisieren verschiedener Klangfarben.

Arrangieren ausgewählter Musikstücke (Registrierung,

Rhythmuswahl, stilistische Aspekte).

Blattspiel; Auswendigspiel; Zusammenspiel mit

anderen Instrumenten.

Ausgewählte Spielstücke auch aus der Klavier-

und Orgelliteratur unter Berücksichtigung stilistischer

Aspekte.

Gitarre

1. und 2. Kursjahr (je 1 oder 2 Wochenstunden)

Anleitung zum selbständigen Stimmen des

Instruments.

Einfache Anschlagsarten (Wechselschlag, Daumenschlag,

Akkordanschlag, Zerlegungen).

Einfache Schlagtechnik.

Lagenspiel und einfacher Lagenwechsel.

Tonleiterspiel bis zu zwei Oktaven.

Doppelgrifftechnik der linken Hand. Fingersatz.

Quergrifftechnik und Bindetechnik.

Einfache Kadenzen. Begleiten von Liedern und

Tänzen, auch nach Gehör.

Improvisation und Blattspiel.

Solo- und Ensemblespiel von einfacher Literatur.

Zusammenspiel auch mit anderen Instrumenten.

Gegebenenfalls auch Einbeziehung von elektronischen

Instrumenten (E-Gitarre, E-Baß).

3. und 4. Kursjahr (je 1 oder 2 Wochenstunden)

Erlernen schwierigerer Anschlagsarten (etwa Flamencotechnik).

Erweiterung des Lagenspiels und des Lagenwechsels

sowie der Quergriff- und der Bindetechnik.

Verzierungen.

Kadenzen, auch in erweiterter Ausführung.

Blattspiel. Nach Gehör spielen und begleiten.

Solo- und Ensembleliteratur aus verschiedenen

Stilepochen, auch in Kombination mit anderen

Instrumenten.

Gegebenenfalls auch Einbeziehung von elektronischen

Instrumenten (E-Gitarre, E-Baß).

Blockflöte

(Sopranflöte, Altflöte; gegebenenfalls Tenor-,

Baßflöte)

1. und 2. Kursjahr (je 1 oder 2 Wochenstunden)

Erlernen der Atemtechnik.

Haltetöne in hoher und tiefer Lage, unterschiedliche

Blasintensitäten, Beachten der richtigen Intonation.

Übungen zur Artikulation (legato, non legato,

portato, staccato); Phrasierung auch im Hinblick

auf gezielte Atemführung.

Blattspiel, nach Gehör spielen.

Erfahren, Finden und Notieren von Griffen,

allenfalls von Griffkombinationen.

Improvisation.

Einfache Verzierungen wie Vorschlag, Praller,

Triller, Mordent.

Zusammenspiel mit anderen Instrumenten.

Erarbeiten des gesamten Tonumfanges.

Einfache Liedsätze, Spielstücke und Tänze.

3. und 4. Kursjahr (je 1 oder 2 Wochenstunden)

Fortführen von Übungen, die der Reinheit von

Intonation und Tonqualität dienen.

Vorstellen und Erfahren verschiedener Artikulationsformen

(Doppelzunge) und Spieltechniken.

Hinführen zum selbständigen Erarbeiten auch

selbstgewählter Literatur.

Blattspiel, nach Gehör spielen.

Schwierigere Griffkombinationen und Verzierungen.

Improvisation.

Zusammenspiel mit anderen Instrumenten. Schulung

der Geläufigkeit unter Einbeziehung der

Chromatik und gebrochener Akkorde.

Ausgewählte Beispiele aus der Literatur für

Blockflöte aus verschiedenen Stilrichtungen.

Querflöte

1. und 2. Kursjahr (je 1 oder 2 Wochenstunden)

Übungen zur Zwerchfell-Atemstütze. Schulung

von Ansatz, Ton und Intonation.

Übungen zur Artikulation.

Grundlegende Technik der Tonbildung und

schrittweise Erarbeitung des Tonraumes von c1 bis

c4.

Übungen zur Darstellung dynamischer Unterschiede

anhand von Haltetönen.

Einfacher und doppelter Zungenstoß. Schrittweiser

Aufbau von Tonleiter-, Akkord- und Intervallübungen.

Einfache Verzierungen.

Melodische und rhythmische Erfindungsübungen,

Improvisation.

Blattspiel, nach Gehör spielen.

Zusammenspiel mit anderen Instrumenten.

Einfache Spielstücke und Tanzsätze.

3. und 4. Kursjahr (je 1 oder 2 Wochenstunden)

Fortführen von Übungen, die der Reinheit von

Intonation und Tonqualität dienen.

Haltetöne mit Vibrato und dynamischen Veränderungen.

Schulung der Geläufigkeit unter Einbeziehen der

Chromatik und gebrochener Akkorde.

Tripelzunge.

Artikulation und Dynamik als Gestaltungsmittel.

Blattspiel, nach Gehör spielen.

Zusammenspiel mit anderen Instrumenten.

Weitere Pflege der Improvisation.

Schwierigere Griffkombinationen und Verzierungen.

Ausgewählte Beispiele der Querflötenliteratur

aus verschiedenen Stilrichtungen.

Oboe

1. und 2. Kursjahr (je 1 oder 2 Wochenstunden)

Übungen zur Atemtechnik und Stütze.

Ansatz-, Ton- und Intonationsübungen; Haltetöne;

Artikulation.

Erarbeitung des Tonraumes h bis etwa c3, ausgehend

von der mittleren Lage.

Tonleiter- und Intervallübungen; Akkordzerlegungen.

Einführung in die Verzierungstechnik.

Blattspiel; Improvisation.

Einfache Spielstücke aus verschiedenen musikalischen

Epochen.

Zusammenspiel mit anderen Instrumenten.

Pflege des Instruments und Grundlagen des

Rohrbaus.

3. und 4. Kursjahr (je 1 oder 2 Wochenstunden)

Arbeit an der Tonqualität und am natürlichen

Vibrato.

Haltetöne mit dynamischen Veränderungen und

Vibrato.

Tonraum: 3. Oktave.

Trillertechnik; Ornamentik; Blattspiel; Improvisation.

Schwierigere Griffkombinationen; Chromatik.

Spezielle Techniken wie permanente Atmung,

Doppelzunge, Flageolett usw.

Originalliteratur aus allen musikalischen Epochen.

Zusammenspiel mit anderen Instrumenten.

Fagott

1. und 2. Kursjahr (je 1 oder 2 Wochenstunden)

Übungen zur Atemtechnik und Stütze.

Ansatz-, Ton- und Intonationsübungen; Haltetöne;

Artikulation.

Erarbeitung des Tonraumes B_ bis etwa c2, ausgehend

von der mittleren Lage.

Tonleiter- und Intervallübungen; Akkordzerlegungen.

Einführung in die Verzierungstechnik.

Blattspiel; Improvisation.

Einfache Spielstücke aus verschiedenen musikalischen

Epochen.

Zusammenspiel mit anderen Instrumenten.

Pflege des Instruments und Grundlagen des

Rohrbaus.

3. und 4. Kursjahr (je 1 oder 2 Wochenstunden)

Arbeit an der Tonqualität und am natürlichen

Vibrato.

Haltetöne mit dynamischen Veränderungen und

Vibrato.

Tonraum cis2 bis e2.

Schwierigere Griffkombinationen; Chromatik.

Trillertechnik; Ornamentik.

Blattspiel; Improvisation.

Spezielle Techniken wie Doppelzunge, Triolenzunge

usw.

Originalliteratur aus allen musikalischen Epochen.

Zusammenspiel mit anderen Instrumenten.

Klarinette

1. und 2. Kursjahr (1 oder 2 Wochenstunden)

Erlernen der Atemtechnik.

Haltetöne im unteren und mittleren Register mit

an- und abschwellender. Tongebung. Intervallübungen.

Intonationsübungen.

Entwickeln der Grifftechnik (Abdecktechnik).

Blattspiel, nach Gehör spielen.

Improvisation.

Zusammenspiel mit anderen Instrumenten.

Grundlegende Techniken des Blattschnitzens.

Einfache Liedsätze, Spielstücke und Tänze.

3. und 4. Kursjahr (1 oder 2 Wochenstunden)

Fortführen von Übungen, die der Reinheit von

Intonation und Tonqualität dienen.

Erweitern des Tonumfanges.

Entwickeln der Fähigkeit zu differenzierterem

Spiel, Phrasieren und zu verschiedener Artikulation.

Schnelle Staccatoübungen.

Blattspiel, nach Gehör spielen, Transponieren

nach „c".

Selbständigkeit im Improvisieren.

Fähigkeit der selbständigen Blattbearbeitung.

Ausgewählte Beispiele der Klarinettenliteratur

verschiedener Stilrichtungen.

Saxophon

1. und 2. Kursjahr (je 1 oder 2 Wochenstunden)

Atemtechnik, Haltung, Ansatzübungen, Verwendung

des geeigneten Blattes.

Schulung von Ton und Intonation.

Übungen zur Artikulation.

Haltetöne im unteren und mittleren Tonbereich

mit an- und abschwellender Tongebung.

Intervallübungen. Entwickeln der Grifftechnik.

Blattspiel, nach Gehör spielen.

Elementare Improvisationsübungen.

Zusammenspiel mit anderen Instrumenten. Einfache

Melodiebögen.

Duette und mehrstimmige Sätze aus verschiedenen

Stilbereichen.

3. und 4. Kursjahr (je 1 oder 2 Wochenstunden)

Fortführung der Intonationsübungen.

Erweitern des Tonumfanges. Entwickeln der

Fähigkeit zu differenzierterem Spiel, zu Phrasierung

und zu verschiedener Artikulation.

Schnelle Staccatoübungen.

Blattspiel, nach Gehör spielen, Transponieren.

Entwickeln der Selbständigkeit im Improvisieren.

Transkription einfacher Jazzmelodien. Melodie-

Akkord-Beziehung.

Ausgewählte Beispiele der Saxophonliteratur verschiedener

Stilrichtungen.

Horn

1. und 2. Kursjahr (je 1 oder 2 Wochenstunden)

Bewußte Atmung bei kontrollierter Körperhaltung

(Atemübungen, Übungen zur „Körperfindung").

Tonbildung, kontrollierter Ansatz durch gebundene

(legato) Tonfolgen mit allen 7 Griffkombinationen

(„Mundstückspiele", gebundene Intervalle

innerhalb einer Dezime mit bewußtem Körperengagement).

Erweiterung des Tonumfanges mit Berücksichtigung

der physischen Gegebenheiten anhand entsprechender

Literatur (Erweiterung der Naturtonreihe).

Tonleiterübungen in Kombination mit melodischem

Etüdenmaterial.

Leichte Spielstücke, Choräle, Lieder und Tänze.

In diesem Zusammenhang Vorstellen und Erfahren

verschiedener Artikulationsformen und Phrasierungen

— legato, portato. Improvisation.

Einführung in verschiedene musikalische Epochen;

Zusammenspiel und Bewußtmachen der sich

daraus ergebenden Probleme (Intonation, Dynamik,

musikalische Gestaltung und Differenzierung).

Blattspiel, nach Gehör spielen.

3. und 4. Kursjahr (je 1 oder 2 Wochenstunden)

Fortführen von Übungen, die Atemtechnik, Körperhaltung

betreffend.

Erweiterung des Tonraumes.

Tonleitern, Akkordzerlegungen.

Zungenstoßübungen in Doppel- und Tripelzunge.

Artikulationsübungen bis zum Staccato erweitern.

Spielstücke aus verschiedenen Stilepochen.

Improvisation, auch im Ensemble.

Blattspiel, nach Gehör spielen.

Zusammenspiel mit anderen Instrumenten.

Transpositionsübungen.

Trompete

1. und 2. Kursjahr (je 1 oder 2 Wochenstunden)

Bewußte Atmung bei kontrollierter Körperhaltung

(Atemübungen, Übungen zur „Körperfindung").

Tonbildung, kontrollierter Ansatz durch gebundene

(legato) Tonfolgen mit allen 7 Griffkombinationen

(„Mundstückspiele", gebundene Intervalle

innerhalb einer Dezime mit bewußtem Körperengagement).

Erweiterung des Tonumfanges mit Berücksichtigung

der physischen Gegebenheiten anhand entsprechender

Literatur (Erweiterung der Naturtonreihe).

Tonleiterübungen in Kombination mit melodischem

Etüdenmaterial.

Leichte Spielstücke, Choräle, Lieder und Tänze.

In diesem Zusammenhang Vorstellen und Erfahren

verschiedener Artikulationsformen und Phrasierungen

— legato, portato. Improvisation.

Einführung in verschiedene musikalische Epochen;

Zusammenspiel und Bewußtmachen der sich

daraus ergebenden Probleme (Intonation, Dynamik,

musikalische Gestaltung und Differenzierung).

Blattspiel, nach Gehör spielen.

3. und 4. Kursjahr (je 1 oder 2 Wochenstunden)

Fortführen von Übungen, die Atemtechnik, Körperhaltung

betreffend.

Erweiterung des Tonraumes in der zweigestrichenen

Oktave.

Tonleitern, Akkordzerlegungen.

Zungenstoßübungen in Doppel- und Tripelzunge.

Artikulationsübungen bis zum Staccato erweitern.

Spielstücke aus verschiedenen Stilepochen.

Improvisation, auch im Ensemble.

Blattspiel, nach Gehör spielen.

Zusammenspiel mit anderen Instrumenten.

Transpositionsübungen.

Posaune

1. und 2. Kursjahr (je 1 oder 2 Wochenstunden)

Bewußte Atmung bei kontrollierter Körperhaltung

(Atemübungen, Übungen zur „Körperfindung").

Tonbildung, kontrollierter Ansatz durch gebundene

(legato) Tonfolgen mit allen Zugkombinationen

(„Mundstückspiele", gebundene Intervalle

innerhalb einer Dezime mit bewußtem Körperengagement).

Erweiterung des Tonumfanges mit Berücksichtigung

der physischen Gegebenheiten anhand entsprechender

Literatur (Erweiterung der Naturtonreihe).

Tonleiterübungen in Kombination mit melodischem

Etüdenmaterial.

Leichte Spielstücke, Choräle, Lieder und Tänze.

In diesem Zusammenhang Vorstellen und Erfahren

verschiedener Artikulationsformen und Phrasierungen

— legato, portato. Improvisation.

Einführung in verschiedene musikalische Epochen;

Zusammenspiel und Bewußtmachen der sich

daraus ergebenden Probleme (Intonation, Dynamik,

musikalische Gestaltung und Differenzierung).

Blattspiel, nach Gehör spielen.

3. und 4. Kursjahr (je 1 oder 2 Wochenstunden)

Fortführen von Übungen, die Atemtechnik, Körperhaltung

betreffend.

Erweiterung des Tonraumes.

Tonleitern, Akkordzerlegungen.

Zungenstoßübungen in Doppel- und Tripelzunge.

Artikulationsübungen bis zum Staccato erweitern.

Spielstücke aus verschiedenen Stilepochen.

Improvisation, auch im Ensemble.

Blattspiel, nach Gehör spielen.

Zusammenspiel mit anderen Instrumenten.

Transpositionsübungen.

Schlagzeug

1. und 2. Kursjahr (je 1 oder 2 Wochenstunden)

Körperhaltung, traditionelle Stockhaltung, „Paukenhaltung".

Korrektes Zusammenstellen des

Drumsets. Übungen auf der kleinen Trommel

(Paradiddle-Technik).

Wechsel von der kleinen Trommel auf Becken,

Hi-Hat, Toms und Bass-Drum.

Vermitteln einfacher Schlagzeugnotation. Hinführen

zum Formdenken.

Call-and-response-Übungen in der Gruppe.

Einfache Improvisationsübungen.

Claps-and-voice- und Bodydrumming-Übungen.

Bildung von Ensembles und Anregungen zu

selbstgestalteten Übungen.

3. und 4. Kursjahr (je 1 oder 2 Wochenstunden)

Eartraining: Entwicklung der Transkriptionsfähigkeit

auf einem und mehreren Instrumenten.

Vermitteln von Formabläufen.

Einfaches Two-beat-Feeling (Marsch, Polka) als

Grundlage für komplexere polyrhythmische Formen

(Jazz, Rock-Jazz, afrikanische Musik).

Entwicklung des Solospiels.

Förderung des Melodie- und Harmoniedenkens.

Verwendung von Stabspielen (Stabspieltechnik).

Einstudieren gängiger Tanzrhythmen (Samba,

Bossa Nova, Rumba, Cha-Cha-Cha usw.).

Ungerade Metren: 5/4, 7/4 usw. anhand bekannter

Tonbeispiele.

Akzentüberlagerungen innerhalb einer vorgegebenen

Form.

Gegebenenfalls: der Drumcomputer; Vor- und

Nachteile; elektronisches Drumset.

Hörbeispiele und Filme über afrikanische und

südamerikanische Musik.

Entwickeln des Verständnisses für verschiedene

Stilarten.

Violine

1. und 2. Kursjahr (1 oder 2 Wochenstunden)

Grundübungen zur Geigenhaltung und exakten

Bogenführung.

Entwicklung zur Klang- und Intervallvorstellung

und deren Realisierung auf dem Instrument.

Übungen für die linke Hand zur Unabhängigkeit

der Finger und zur Festigung der Halb- und Ganztonstellungen.

Spiel in der 1. Lage. Einführung in das Spiel nach

Noten. Literaturspiel anhand von einfachsten Beispielen.

Hinführung zu reiner Intonation.

Vorübungen zum Lagenwechsel und Vibrato.

Stricharten: legato, portato und staccato.

Auswendigspiel von Liedern und Übungen.

Improvisationsspiele und Anfänge des Zusammenspiels.

3. und 4. Kursjahr (1 oder 2 Wochenstunden)

Erweiterung des Lagenspiels, Intonationsübungen,

Tonleiterstudien und leichte Etüden.

Zusammengesetzte Stricharten in Verbindung

mit rhythmischen Übungen.

Aktivierung des Vibratos.

Übungen zur Entwicklung der Klangqualität und

Dynamik.

Improvisation, leichtes Blattspiel, Zusammenspiel

in der Gruppe und mit anderen Instrumenten.

Auswahl geeigneter Spielstücke aus verschiedenen

Stilepochen.

Viola

1. und 2. Kursjahr (je 1 oder 2 Wochenstunden)

Grundübungen zur Violahaltung und exakten

Bogenführung.

Entwicklung zur Klang- und Intervallvorstellung

und deren Realisierung auf dem Instrument.

Übungen für die linke Hand zur Unabhängigkeit

der Finger und zur Festigung der Halb- und Ganztonstellungen.

Einführung in das Spiel nach Noten. Spiel in der

1. Lage.

Hinführung zu reiner Intonation.

Vorübungen zum Lagenwechsel und Vibrato.

Stricharten: legato, portato und staccato.

Auswendigspiel von Liedern und Übungen.

Improvisationsspiele und Anfänge des Zusammenspiels.

3. und 4. Kursjahr (je 1 oder 2 Wochenstunden)

Erweiterung des Lagenspiels, Intonationsübungen,

Tonleiterstudien und leichte Etüden.

Zusammengesetzte Stricharten in Verbindung

mit rhythmischen Übungen.

Aktivierung des Vibratos.

Übungen zur Entwicklung der Klangqualität und

Dynamik.

Improvisation, leichtes Blattspiel, Zusammenspiel

in der Gruppe und mit anderen Instrumenten.

Auswahl geeigneter Spielstücke aus verschiedenen

Stilepochen.

Einfache Streichquartette.

Violoncello

1. und 2. Kursjahr (je 1 oder 2 Wochenstunden)

Grundübungen zur Sitzhaltung und exakten

Bogenführung.

Entwicklung zur Klang- und Intervallvorstellung

und deren Realisierung auf dem Instrument.

Übungen zur Kräftigung der linken Hand.

Hinführung zur reinen Intonation.

Vorübungen zum Vibrato.

Stricharten: legato, portato und staccato.

Auswendigspiel von Liedern und Übungen.

Improvisationsspiele und Anfänge des Zusammenspiels,

möglichst in der Gruppe.

Spiel in der 1. Lage. Einführung in das Spiel nach

Noten.

Literaturspiel anhand von einfachsten Beispielen.

3. und 4. Kursjahr (je 1 oder 2 Wochenstunden)

Vorbereitung zum Lagenspiel, Intonationsübungen,

Tonleiterstudien und leichte Etüden.

Zusammengesetzte Stricharten in Verbindung

mit rhythmischen Übungen.

Übungen zur Entwicklung der Klangqualität und

Dynamik.

Aktivierung des Vibratos.

Improvisation, leichtes Blattspiel, Zusammenspiel

(möglichst in der Gruppe und mit anderen Instrumenten).

Auswahl geeigneter Spielstücke aus verschiedenen

Stilepochen.

Kontrabaß

1. und 2. Kursjahr (je 1 oder 2 Wochenstunden)

Grundübungen zur richtigen Haltung.

Übungen zur exakten Bogenführung.

Übungen zur Kräftigung beider Hände.

Entwicklung von Klang- und Intervallvorstellung

und deren Realisierung am Instrument.

Pizzicato.

Stricharten: legato, portato, staccato.

Vorübungen zum Lagenspiel unter besonderer

Berücksichtigung des natürlichen Flageoletts.

Auswendigspiel und leichte Improvisationsübungen.

Anfänge des Zusammenspiels.

3. und 4. Kursjahr (je 1 oder 2 Wochenstunden)

Lagenspiel.

Intonationsübungen.

Tonleiterstudien und leichte Etüden.

Zusammengesetzte Stricharten in Verbindung

mit rhythmischen Übungen.

Vibrato.

Blattspiel.

Zusammenspiel (möglichst in der Gruppe mit

anderen Instrumenten).

Auswahl geeigneter Spielstücke aus verschiedenen

Stilepochen.

Einführung in die Jazzbaßtechnik.

Unterweisung in der Jazzharmonik.

Einfache Improvisationsübungen.

Didaktische Grundsätze

Der Gruppenunterricht ist so zu planen und

durchzuführen, daß er für den Schüler auch dann

sinnvoll ist, wenn dieser nicht Musik als Beruf ausüben

will.

Andererseits sollen aus der Vielzahl der im

Gruppenunterricht erfaßbaren Schüler die besonders

Begabten erkannt und gefördert werden.

Ihnen wären besondere instrumentale Ausbildungsmöglichkeiten,

die über den Gruppenunterricht

hinausgehen, vorzuschlagen.

Schüler einer gleichen Leistungsstufe sind möglichst

in einer Gruppe zusammenzufassen, daher

können auch Schüler verschiedener Schulstufen

eine Gruppe bilden.

Vor der Wahl des Instruments sollte eine Beratung

von Eltern und Schülern zeitgerecht stattfinden.

Das Instrumentalfach Orgel kann nur gewählt

werden, wenn ausreichende Vorkenntnisse im Klavierspiel

nachgewiesen werden.

Von Anfang an sind/ist

— die Gestaltungs- und Erfindungskraft der

Gruppe zu fördern,

— die Möglichkeit des notationsfreien Spieles in

wechselnder methodischer Aufbereitung zu

erlernen,

— die allgemeine Musiklehre, verschiedene Notationsarten

und die Gehörbildung in den Ausbildungsprozeß

zu integrieren,

— Musikliteratur vielfältigster Art, den Möglichkeiten

der verschiedenen Instrumente entsprechend,

in die Unterrichtsarbeit einzubauen,

— der Schüler zum selbständigen Erarbeiten von

Spielliteratur zu motivieren,

— Methoden des selbständigen Übens zu vermitteln.

Die Auswahl der Spielliteratur hat sich den

Gegebenheiten der einzelnen Instrumentalgruppen

anzupassen; es wird daher ein einheitlicher Lei-

stungsfortschritt aller Gruppen eines Kursjahres

nicht möglich sein.

Um dem selbständigen Musizieren zu entsprechen,

sind verschiedene Methoden des Übens und

der Selbstkontrolle zu erarbeiten. Das Erlernte soll

in geeigneter Weise in der Klasse; im Rahmen der

Schulgemeinschaft und darüber hinaus präsentiert

werden. Die Bildung von Musikgruppen außerhalb

der Schule ist nach Möglichkeit zu fördern. Dazu

bedarf es der Zusammenarbeit zwischen den Lehrern

für Instrumentalmusik und den Lehrern für

Musikerziehung.

Der Erfolg aller didaktischen Bemühungen des

Lehrers wird wesentlich davon abhängen, ob es ihm

gelingt, durch sein persönliches Beispiel die Schüler

zur Nachahmung zu motivieren. Es ist daher unerläßlich,

daß der Lehrer seine methodisch-didaktischen

Anregungen durch das eigene Vorspiel untermauert.

Durch geschickten Einsatz seines Instruments

beim Vor- und Mitspiel sowie bei der Übernahme

fehlender Stimmen wird es ihm gelingen, den

Unterricht zu beleben und unsichere Schüler zu

ermutigen."

24. In Anlage A, sechster Teil, wird nach dem

Freigegenstand „Instrumentalmusik" eingefügt

„WERKERZIEHUNG

(am Gymnasium)

Für Knaben/für Mädchen

Bildungs- und Lehraufgabe

Lehrstoff

3. Klasse (2 Wochenstunden)

4. Klasse (2 Wochenstunden)

Didaktische Grundsätze

Wie für den Pflichtgegenstand Werkerziehung

für Knaben bzw. für Mädchen der 3. und 4. Klasse

am Realgymnasium.

KURZSCHRIFT

Bildungs- und Lehraufgabe

Die Fähigkeit, ein Diktat fehlerfrei und sauber

aufzunehmen, sicher zu lesen und wortgetreu in

Langschrift wiederzugeben, ist zu erreichen.

Dadurch soll die Erziehung zur Wendigkeit im

Erfassen des gesprochenen Wortes und zur Genauigkeit

gefördert werden.

Im Kurs für Fortgeschrittene soll eine Schnelligkeit

von etwa 120 bis 140 Silben in der Minute

erreicht werden. Der Unterricht ist nach dem

System der Deutschen Einheitskurzschrift (Wiener

Urkunde), Verordnung des Bundesministeriums für

Unterricht BGBl. Nr. 171/1969, zu erteilen.

Lehrstoff

4. bis 7. Klasse (in zwei aufeinanderfolgenden

Klassen je 2 Wochenstunden)

1. Kursjahr (Kurs für Anfänger)

Die Verkehrsschrift.

2. Kursjahr (Kurs für Fortgeschrittene)

Festigung der Verkehrsschrift, allenfalls Einführung

in die Eilschrift.

Stenotypie-Übungen

In Verbindung mit Maschinschreiben Übertragen

von Stenogrammen allgemeiner Art sowie

Schreiben einfacher Brieftexte vom Stenogramm in

die Maschine als Reinschriften.

Didaktische Grundsätze

Auf graphische und systemale Korrektheit im

Schreiben und auf sicheres Lesen nicht nur der

eigenen, sondern auch fremder Niederschriften ist

zu achten. Die Beherrschung der Kürzel ist besonders

einzuüben. Durch entsprechende Fühlungnahme

mit den Lehrern anderer Unterrichtsgegenstände

ist die vielfältige Anwendung der Kurzschrift

zu sichern. Das Ausmaß der Kürzungslehre

sowie die Schreibfertigkeit sind dem Aufnahmevermögen

der Schüler der Klasse anzupassen. Die

Systemrichtigkeit und die Genauigkeit der Übertragung

haben den Vorzug gegenüber der Schreibgeschwindigkeit.

Die Ansage- und Abschreibübungen

sind der Umwelt des Schülers und den Stoffgebieten

anderer Unterrichtsgegenstände zu entnehmen,

sodaß die kurzschriftliche Praxis der Schüler möglichst

umfassend wird.

Fortlaufende schriftliche Übungen.

Nach Bedarf durchzuführende schriftliche Arbeiten

sind zu beurteilen.

MASCHINSCHREIBEN

Bildungs- und Lehraufgabe

Sicheres Beherrschen der Schreibmaschine durch

Schreiben nach der Zehnfinger-Tastschreibmethode

ist anzustreben. Die Schüler sind mit den einschlägigen

Normen (zB Neue Richtlinien für

Maschinschreiben ÖNORM A 1080) vertraut zu

machen. Das Anfertigen wichtiger Schriftstücke

des privaten, geschäftlichen und amtlichen

Gebrauchs ist zu üben.

Die Schüler sollen eine einfache Wartung der

Schreibmaschine durchführen können (zB Farbbandwechsel).

Lehrstoff

3. bis 7. Klasse (in zwei aufeinanderfolgenden

Klassen je 2 Wochenstunden)

Kurs für Anfänger (1. Kursjahr)

Richtige Körper- und Handhaltung. Bekanntmachen

mit den wichtigsten Bestandteilen der Schreibmaschine.

Gründliches Kennenlernen der Tastatur.

Tastschreiben nach der Zehnfinger-Tastschreibmethode.

Großschreibung. Ziffern und Zeichen.

Erreichen einer Schreibgeschwindigkeit von etwa

100 Reinanschlägen pro Minute. Ansagen ohne

Geschwindigkeitsforderung. Ansagen und Abschreibübungen,

die ihren Stoff der Umwelt des

Schülers, vor allem auch dem Inhalt anderer Unterrichtsgegenstände,

entnehmen.

Hervorhebungsarten (Unterstreichen, Sperrschrift,

Mittestellen und Großschreiben usw.).

Die Anschrift. Brief einfachster Art. Brief ohne

Vordruck. Gebrauch des Kohlepapiers. Briefkuvert.

Nach Bedarf durchzuführende schriftliche Arbeiten

sind zu beurteilen.

Kurs für Fortgeschrittene (2. Kursjahr)

Vertiefung der Kenntnis des Griffeids. Der Mittelstrich

in seinen Anwendungen. Zeichen, die

Wörter ersetzen.

Zeichen, die keine Wörter ersetzen. Zusammengesetzte

Zeichen, Abkürzungen, Ziffern und Zahlen.

Papier- und Briefformate. Wiederholung: der

Brief ohne Vordruck. Tabellenschreiben. Der

genormte Brief.

Bewerbungsschreiben. Lebenslauf. Schreiben auf

Doppelbogen mit und ohne Durchschlag. Anfertigen

mehrerer Durchschläge. Vervielfältigungsarten.

Verträge, Statuten, Listen, Preisverzeichnisse.

Schriftstücke des Verkehrs mit Behörden, auf nicht

vorgedrucktem Papier. Erziehung zu weitgehend

selbständiger Gestaltung von Maschin-Schriftstücken

aller Art.

Ansagen und Abschreibübungen, die ihren Stoff

der Umwelt des Schülers, vor allem auch dem Stoff

anderer Unterrichtsgegenstände, entnehmen.

Erreichen einer Schreibgeschwindigkeit von etwa

140 Reinanschlägen pro Minute.

Maschinenkunde: Tabulator, Stechwalze, Walzenfreilauf.

Pflege der Schreibmaschine. Behebung

kleiner Schäden.

Nach Bedarf durchzuführende schriftliche Arbeiten

sind zu beurteilen.

Didaktische Grundsätze

Dem Schüler ist ausreichendes Verständnis für

ein gutes Schriftbild zu vermitteln. Es ist darauf zu

achten, daß die im Unterricht angefertigten Schriftstücke

sprachlich und orthographisch einwandfrei

sind und sich zum Teil mit Sachverhalten befassen,

die Gegenstand des Unterrichtes anderer Unterrichtsgegenstände

sind. Stets ist auf Brauchbarkeit

des Schriftstückes größter Wert zu legen. Nach

Möglichkeit sollen auch Hausübungen in anderen

Fächern mit der Schreibmaschine abgefaßt werden.

Die Steigerung der Schreibgeschwindigkeit darf

nicht auf Kosten der Genauigkeit erfolgen.

Um eine zu starke Beanspruchung der Schüler

zu vermeiden, sind nach Möglichkeit in den unteren

Klassen keine Doppelstunden anzusetzen."

25. In Anlage A, sechster Teil, wird nach der

unverbindlichen Übung „Spielmusik" eingefügt

„HAUSWIRTSCHAFT

Bildungs- und Lehraufgabe, Lehrstoff

4. bis 7. Klasse (in zwei aufeinanderfolgenden

Klassen je 4 Wochenstunden)

Vermittlung grundlegender Kenntnisse im

Kochen und in der Führung eines Haushaltes;

Erfassen der Bedeutung einer gesunden Ernährung.

Kurs für Anfänger (1. Kursjahr)

Erarbeitung der wichtigsten Grundrezepte; einfache

. Menügestaltung; Tischdecken; Servieren,

Gestaltung von Familienfesten.

Bedienung der Küchen- und Haushaltsmaschinen;

hauswirtschaftliche Übungen.

Kurs für Fortgeschrittene (2. Kursjahr)

Speisen, deren Zubereitung höhere Anforderungen

stellt.

Büffetgestaltung; Zubereitung von Festmenüs;

Grundlegendes über die wichtigsten Diäten.

Didaktische Grundsätze

Die im Chemieunterricht erworbenen Kenntnisse

sind zu verwerten.

Hauswirtschaftliche Arbeiten sollen im Rahmen

der Küchenarbeit durchgeführt werden.

Auf richtig überlegtes, zweckmäßiges Hantieren

ist zu achten."

26. In Anlage A, sechster Teil, wird nach der

unverbindlichen Übung „Leibesübungen" eingefügt

„CHEMIE

Bildungs- und Lehraufgabe

Kennenlernen der Stoffe und ihrer Eigenschaften

aus eigener Erfahrung.

Kennenlernen der Möglichkeiten, welche die

Chemie zur Stoffveränderung bietet.

Förderung der Freude an experimentellen Aktivitäten,

die unter zielführender Anleitung erfolgen —

Vermeidung der Gefahren des Experimentierens

auf eigene Faust.

Förderung der Selbständigkeit, des Verantwortungsbewußtseins

und der manuellen Geschicklichkeit.

Förderung des kreativen Denkens durch Entwicklung

von einfachen Experimenten.

Einsichten in die Probleme des Umweltschutzes

Das Verhalten von Stoffen in der Luft, im Wasser

und im Boden kennenlernen.

Einsichten in die Arbeitswelt der chemischen

Industrie.

Lehrstoff

4. Klasse (2 Wochenstunden)

Lösungen : Löslichkeiten, Züchten von Kristallen

(allenfalls Kristallwachstum unter dem Mikroskop).

Gase: Wasserstoff und/oder Sauerstoff: Herstellung,

Eigenschaften. Kohlendioxid: Herstellung,

Eigenschaften; festes Kohlendioxid — Verhalten

von Stoffen bei tiefen Temperaturen. Kohlenmonoxid

Herstellung, Eigenschaften; Umweltbelastung.

Flammen: Verbrennungsvorgänge, Flammenfärbung.

Schwefel: Eigenschaften des elementaren Schwefels,

Schwefeldioxid (Umweltbelastung durch

Schwefeldioxid bei der Verbrennung fossiler

Brennstoffe). Sulfate: Kupfersulfat, Gips.

Stickstoff: Ammoniak; stickstoffhältige Düngemittel

(Problem der Überdüngung, Wasserverschmutzung);

Nitrate.

Säuren und Basen: Neutralisation, Indikatoren;

Säuren in Lebensmitteln (Fruchtsäfte, Zitronensaft,

saure Milch, Essig).

Elektrochemie: elektrische Leitfähigkeit von

Lösungen, Elektrolysen.

Kohlenwasserstoffe: Eigenschaften von Erdgas

bzw. Propan, Benzin, Acetylen.

Alkohol: Herstellung, Gehaltsbestimmung

(Alkotest).

Ester: Herstellung von Fruchtestern, Bedeutung

für die Getränkeindustrie.

Nahrungsmittel

Fett: Extraktion von Fetten aus Samen. Margarine;

Fettgehalt der Milch.

Zucker: Einfachzucker (Traubenzucker): Nachweis.

Rohrzucker: Gewinnung aus Zuckerrüben.

Stärke: Nachweis in verschiedenen Lebensmitteln.

Eiweiß: Nachweis in verschiedenen Lebensmitteln.

Farbstoffe: Färben von Textilien (allenfalls in

Zusammenarbeit mit Werkerziehung für Mädchen).

Chromatographie: Säulenchromatographie von

Blattfarbstoffen. Papierchromatographie von Filzstiftfarben,

Tinten.

Kunststoffe: Eigenschaften und Verhalten, ihre

Herstellung.

Papier und Holz: Papierherstellung.

Photographie: Entwickeln und Fixieren von

Schwarzweißbildern.

Didaktische Grundsätze

Bei der praktischen Arbeit sind Gruppen zu zwei

Schülern zu bilden. Gefahrenquellen müssen durch

sorgfältige Auswahl geeigneter Arbeiten, durch entsprechende

Vorkehrungen und Anweisungen ausgeschaltet

werden. Auf Genauigkeit bei der Durchführung

der Versuche ist stets Wert zu legen.

Exkursionen können eingeplant werden.

Aktuelle Ereignisse sollen Anlaß zu ihrer Auswertung

sein.

Die Schüler sind zur Führung von Protokollen

anzuleiten (Ausgabe von Arbeitsblättern).

Aus den angebotenen Themenkreisen ist eine

Auswahl zu treffen.

PHYSIK

Bildungs- und Lehraufgabe, Lehrstoff, Didaktische

Grundsätze

2. bis 4. Klasse (insgesamt 2 Wochenstunden)

In der Unverbindlichen Übung Physik ist in

Ergänzung und Vertiefung des Unterrichts des

Pflichtgegenstands Physik die Freude an experimentellen

Aktivitäten, die unter zielführender

Anleitung und unter Vermeidung der Gefahren des

Experimentierens auf eigene Faust erfolgen, zu

pflegen. Die Selbsttätigkeit der Schüler, die Förderung

des Verantwortungsbewußtseins und der

manuellen Geschicklichkeit sowie des kreativen

Denkens durch Entwicklung von einfachen Experimenten

stehen dabei im Vordergrund. Auf Genauigkeit

bei der Durchführung von Versuchen ist stets

Wert zu legen; die Schüler sind zur Führung von

Protokollen anzuleiten. Exkursionen können eingeplant

werden.

Die Zielsetzungen der einschlägigen Unterrichtsprinzipien

sind zu beachten.

BIOLOGIE UND UMWELTKUNDE

Bildungs- und Lehraufgabe

Der Schüler soll Naturobjekte und Ökosysteme

bewußt sehen können und erkennen, daß am Aufbau

der letzteren unbelebte und belebte Faktoren

beteiligt sind. Er soll sowohl Einzellebewesen als

auch Ökosysteme und deren Glieder benennen

oder bestimmen und Wechselbeziehungen zwischen

ihnen darstellen können. Der Schüler soll

Geräte und einfache Fachbücher sachgemäß verwenden

können. Er soll das Baugefüge von Lebewesen

(Zellen, Gewebe und Organe) erfassen. Weiters

soll der Schüler eine Gefährdung biologischer

Systeme erkennen, Möglichkeiten zur Sanierung

bzw. Vorbeugung erlernen und diese auch durchführen

können. Er soll die wichtigsten Bio-Indikatoren

kennen.

Außerdem soll der Schüler Bereitschaft zeigen,

in seinem gegenwärtigen und zukünftigen Wirkungsbereich

wertvolle Biotope zu erhalten und zu

fördern oder fallweise auch neu zu schaffen.

Schließlich soll der Schüler die vielfältige Verflechtung

der Biotope mit dem täglichen Leben begreifen

und daraus Einsichten in biologische, biochemische

und technische Praktiken gewinnen. Dabei

sollte auch die humanbiologisch richtige Gestaltung

des Arbeitsplatzes erkannt werden.

Lehrstoff

3. oder 4. Klasse (2 Wochenstunden)

Aufsammeln, Kennen, Ordnen und Zuordnen

von Mineralen, Gesteinen und Fossilien; Herstellung

von Bezügen zwischen Entstehung und Lagerung

geologischer und bodenkundlicher Aufschlüsse.

Sehen und Erkennen unterschiedlicher Lebensräume

und ihrer Glieder, Wahrnehmung von

Gemeinsamkeiten und Ordnungsprinzipien (Exkursionen

zu verschiedenen Lebensräumen: Wald,

Feuchtbiotope, Hecken, Wiesen, Ruderalfluren,

Steinbrüche, Schottergruben, Bodenaufschlüsse).

Kenn- und Bestimmungsübungen an Pflanzen

und Tieren unter Berücksichtigung des Natur- und

des Landschaftsschutzes. Erkennen gleicher

Lebensräume an verschiedenen Orten (Bestimmungsübungen,

Umgang mit einfachen Geräten

wie Lupe und Fernglas, Verwendung von Bestimmungsbüchern.

— Exkursionen zu pflanzensoziologisch

gleichen Standorten).

Mikroskopische Übungen, Umgang mit dem

Planktonnetz, einfache Techniken der Konservierung,

der Herstellung von Präparaten, abermals

unter strikter Beachtung von Natur- und Umweltschutz.

Zugang zu Fachliteratur (mikroskopische

Präparate, Herbar einschließlich einer korrekten

Beschriftung, Präparation einfacher Naturkörper

wie Skelette und Skeletteile; Auffinden im Fachbuch

und Vergleichen; Ausstellung/Dokumentation).

Exkursionen zu gefährdeten Lebensräumen.

Aktionen zur Abhilfe (Pflege und Reinigung von

Biotopen; Nisthilfen, Ameisenschutzgitter, Schutz

von Tierwanderwegen, zB Krötenwechsel).

Schaffung und Pflege neuer Biotope: Schulgarten,

Schulteich, „Patenschaftsbiotop". Pflege von

Zimmerpflanzen, Aquarien, Terrarien.

Exkursionen zu biologisch einschlägigen Betrieben

und Örtlichkeiten (Bauernhöfe diverser Produktionsrichtungen,

Tierhaltungsbetriebe, Molkereien,

Käsereien, Gerbereien; Nahrungsmittelindustrie;

Kläranlagen, Mülldeponien).

Didaktische Grundsätze

Aus den angeführten Lehrstoffen ist nach den

jeweiligen Gegebenheiten und Möglichkeiten auszuwählen,

wobei auf die Selbsttätigkeit der Schüler

(auch in Gruppenarbeit, in projektorientiertem

Unterricht uä.) besonderer Wert zu legen ist. Die

Schüler sind zur Führung von Protokollen anzuleiten."

27. In Anlage A/i lautet die Überschrift des vierten Teiles „STUNDENTAFELN", und wird in lit. b

beim Pflichtgegenstand Geometrisches Zeichnen die Lehrverpflichtungsgruppe in „(IV)" geändert; folgender

Teil wird angefügt

„d) bei Führung als Realgymnasium unter besonderer Berücksichtigung der musischen Ausbildung (siehe

Anlage A/m 2)

Unterstufe

Freigegenstände

Wie Anlage A für das Realgymnasium; der Freigegenstand

Instrumentalmusik jedoch nur, sofern

das betreffende Instrument nicht Pflichtgegenstand

des Schülers ist.

Unverbindliche Übungen

Wie Anlage A für das Realgymnasium.

Förderunterricht

Wie Anlage A für das Realgymnasium.

e) bei Führung als Realgymnasium unter besonderer Berücksichtigung der sportlichen Ausbildung

(siehe Anlage A/sp)

Unterstufe

Freigegenstände

Wie Anlage A für das Realgymnasium; der Freigegenstand

Werkerziehung jedoch wie am Gymnasium.

Unverbindliche Übungen

Wie Anlage A für das Realgymnasium.

Förderunterricht

Wie Anlage A für das Realgymnasium. Die

Durchführung von Förderstunden ist in allen

Gegenständen nach Maßgabe der Notwendigkeit

zur Kompensierung von Versäumnissen aus intensiver

Wettkampf- und Trainingsarbeit möglich."

28. In Anlage A/i, sechster Teil, wird vor dem

Pflichtgegenstand „Fremdsprachliche Konversation"

eingefügt

„ZWEITE LEBENDE FREMDSPRACHE

Bei Führung als Realgymnasium und als Wirtschaftskundliches

Realgymnasium für Mädchen

Englisch

Bildungs- und Lehraufgabe

Wie Lehrplan für den Pflichtgegenstand Erste

lebende Fremdsprache, Englisch, des Gymnasiums,

Anlage A.

Lehrstoff

3. Klasse (4 Wochenstunden)

Der Erwerb der Kommunikationsfähigkeit erfordert

die situationsgerechte Integration der im folgenden

ausgeführten Lernbereiche (siehe Didaktische

Grundsätze).

Hörverstehen

Bei der Schulung des Hörverstehens sind Texte

heranzuziehen, die von kommunikativem Wert

sind und authentischen Vorbildern nahekommen.

Die Anforderungen an die Schüler (Global- bzw.

Detailverständnis) richten sich nach der Art und

Funktion des Textes (Textsorten siehe Didaktische

Grundsätze).

Die Schüler sollen

— einfache Äußerungen, wie Anweisungen, Fragen

und Auskünfte des Lehrers, verstehen,

— das Klassengespräch verstehen,

— kurze Texte verstehen, die aus bekannten Elementen

in veränderter Anordnung bestehen,

— themenbezogene Hörtexte verstehen, auch

wenn einige unbekannte Elemente mitverstanden

werden müssen, die keine Schlüsselfunktion

haben,

— gegen Ende des Schuljahres einen längeren fiktionalen

Hörtext im wesentlichen erfassen, der

den rezeptiven Wortschatz der Schüler kaum

übersteigt.

Sprechen

Die Schulung der mündlichen Ausdrucksfähigkeit

(einschließlich der Hinführung zur richtigen

Aussprache und Intonation) soll einen Schwerpunkt

des Unterrichts der 3. Klasse (1. Lernjahr)

bilden. Der kommunikativen Leistung ist Vorrang

zu geben. Die Sprechanlässe sollen auf die Erfahrungen

und Interessen der Schüler abgestimmt sein

bzw. die Schüler auf mögliche Situationen und Rollen

vorbereiten, in denen sie sich der Fremdsprache

bedienen müssen.

Die Schüler sollen

— sich am Gespräch mit dem Lehrer und den Mitschülern

beteiligen,

— Kontakte aufnehmen und fortführen,

— Gefühle und Wünsche in einfacher Form erfragen

und äußern,

— Informationen im Rahmen erarbeiteter Themen

und Texte in einfacher Weise erfragen und

geben,

— einfache Reime und Sprüche aufsagen; kurze

Spielszenen planen und realisieren,

— in gelenkter Form kurze, zusammenhängende

Äußerungen zu einzelnen erarbeiteten Themen

und Texten machen.

Leseverstehen

Die Anbahnung und der Aufbau des Leseverstehens,

dh. des stillen, sinnerfassenden Lesens, sind

Ziele des Unterrichts in der 3. Klasse (Textsorten

und Hinweise zum lauten Lesen siehe Didaktische

Grundsätze).

Die Schüler sollen

— Aufschriften, Hinweise, kurze Mitteilungen,

Glückwünsche, Anordnungen usw. verstehen,

— einfache Briefe persönlichen Inhalts verstehen,

— dialogische Texte verstehen, welche die Basis

für die Entwicklung der Sprechfertigkeit bilden,

— einfache fiktionale Texte, die den rezeptiven

Wortschatz der Schüler kaum übersteigen, auch

selbständig lesen und verstehen,

— einfache Lieder und Gedichte verstehen.

Schreiben

Das Schreiben hat zunächst vorwiegend lernunterstützende

Funktion (zB Abschreib- und

Gedächtnisübungen, Diktate, Fragen beantworten).

Allmählich ist es zu einer eigenständigen Fertigkeit

zu entwickeln. Dabei sollen die Erfahrungen und

Interessen der Schüler entsprechend berücksichtigt

werden. Der kommunikativen Leistung ist Vorrang

zu geben.

Die Schüler sollen

— erarbeitetes Textmaterial umgestalten, mit dem

Ziel, einfache persönliche Aussagen zu verfassen,

— kurze schriftliche Äußerungen (zB Bitten, Aufforderungen,

Hinweise, Einladungen) abfassen,

— einfache Briefe persönlichen Inhalts verfassen,

— gegen Ende des Schuljahres kurze Texte in einfacher

Form verfassen, die in unmittelbarem

Zusammenhang mit Erlebtem, Gehörtem und

Gelesenem stehen.

a) Themen und Wortschatz

Die Auseinandersetzung mit den Themen soll die

Schüler auf eine vorstellbare Wirklichkeit vorbereiten,

persönlichkeitsbildend sein, den Schülern Vergnügen

bereiten und von konkreten Kommunikationsanlässen

ausgehen (schulischer und außerschulischer

Erlebnisbereich der Kinder, Begegnung mit

Texten, mögliche Begegnung mit Ausländern).

Für die 3. Klasse sind Themen aus dem unmittelbaren

Erlebnisbereich der Schüler mit folgenden

Schwerpunkten zu wählen

— das Kind und seine Familie (zB Name, Alter,

Wohnen, Familienmitglieder, Beruf, Telefonieren, . . .),

— das Kind und sein Freundeskreis (zB Freundschaft

schließen, gemeinsame Beschäftigung,

Feste, Feiern,...),

— das Kind und sein Alltag (zB Tagesablauf, Uhrzeit,

Essen und Trinken, Bekleidung, Jahresablauf, . . .),

— das Kind in der Schule (zB Klassenzimmer,

Buchstabieren, Hausübung,. . .),

— das Kind, seine Interessen, sein Erleben (zB

Spiele, Hobbys, Haustiere, Sport, Brieffreundschaften,

andere Länder,. . .).

Anzustreben ist zunächst ein Basiswortschatz,

der sich aus den behandelten Themen, Situationen,

Sprachfunktionen sowie Rede- und Schreibanlässen

unter Beachtung der Kriterien der Häufigkeit,

Verwendbarkeit und Erlernbarkeit ergibt.

b) Grammatik

Der Erwerb von Kenntnissen und Fertigkeiten

auf dem Gebiet der Grammatik soll der Sicherstellung

der Kommunikation dienen. Für die Bereiche

des Lese und Hörverstehens steht die Grammatik

daher im Dienste der Bedeutungserfassung, für die

Bereiche der mündlichen und schriftlichen Kommunikation

im Dienste der Ausdruckssicherung.

Regelerarbeitung und Grammatikübungen sollen

aus Kommunikationssituationen erwachsen und auf

diese bezogen sein.

Auswahl und Vermittlung der grammatischen

Formen und syntaktischen Strukturen für die

3. Klasse richten sich nach den Erfordernissen der

Fertigkeitsbereiche und Themen.

Folgende Schwerpunkte sollen gesetzt werden

Sentence, sentence pattern: Fragen (mit und ohne

„do"), Verneinung, Imperativ in Anweisungen

und Verboten, question-tags (rezeptiv), Kurzantworten,

Wortstellung im einfachen Satz; Satzverknüpfung

(zB and, or, but, because, that).

Verb : Present simple,

Present progressive (current action),

Past simple,

Verwendung wichtiger Formen,

„going to": Absicht,

„can, may, must": Erlaubnis, Fähigkeit, Möglichkeit,

Verpflichtung,

„willcommasuperior'-Future.

Noun, article: Pluralbildung (auch einige unregelmäßige

Formen), bestimmter und unbestimmter

Artikel, 's-Genitiv (Zugehörigkeit ausdrücken).

Pronouns, quantifiers: persönliche, besitzanzeigende,

hinweisende, unbestimmte Pronomen;

Fragewörter, einige Mengenangaben (zB some, a

lot of, many, . . .).

Adjective, adverb: Comparison: auch einige unregelmäßige

Formen. Bildung (Suffix-ly) und

Gebrauch des abgeleiteten Adverbs anhand einfacher,

häufig auftretender Beispiele; einige

„adverbs of frequency" (often, usually,. . .).

Numerals: Grundzahlwörter, Ordnungszahlwörter

(zB Datumsangaben).

Prepositions, prepositional phrases: einige wichtige

Orts- und Zeitangaben (zB at home, in the morning, . . .).

c) Sprachfunktionen und Rollen

Sprachfunktionen stehen im untrennbaren

Zusammenhang mit konkreten Kommunikationssituationen,

die sich im Klassengespräch oder in

Anlehnung an die vorgesehenen Themen ergeben.

Eine auf einzelne Schulstufen bezogene Festlegung

ist nicht möglich. Der Lernfortschritt im Laufe der

Jahre ergibt sich aus der Spontaneität und Geläufigkeit

sowie der Länge und Komplexität des

sprachlichen Ausdrucks.

Die Sprachfunktionen können in folgenden Rollen

verwirklicht werden

— Rezeptiv

Die Schüler in ihrer aktiven Rolle als Hörer

und Leser von Textmaterial.

— Produktiv

Die Schüler in der Klassengemeinschaft, in

ihrer Familie und Umwelt; die Schüler im Kontakt

mit englischsprachigen Menschen bzw. mit

Menschen anderer Sprachgemeinschaften —

Englisch als Verkehrssprache — im eigenen

Land und im Ausland; die Schüler in Situationen,

in denen sie ihre Kreativität und Phantasie

einsetzen können.

Soziale Kontakte herstellen und fortführen, zB

— jemanden ansprechen,

— jemanden/sich vorstellen,

— jemanden grüßen,

— jemanden einladen, eine Einladung annehmen/

ablehnen,

— sich entschuldigen,

— sich am Telefon melden,

— Dank ausdrücken.

Beziehungen regeln, zB

— Erlaubnis erbitten, erteilen, verweigern,

— Rat geben,

— nach dem Befinden fragen,

— jemanden warnen,

— jemanden loben,

— eine Bedingung und deren Folgen ausdrücken.

Kommunikation sicherstellen, zB

— um Aufmerksamkeit bitten,

— um Wiederholung und langsameres Sprechen

bitten,

— Nichtverstehen/Nichtwissen äußern,

— Rückfragen äußern.

Stellungnahmen abgeben, zB

— Zustimmung/Ablehnung ausdrücken,

— widersprechen/verneinen,

— eine Begründung geben/erfragen,

— Vermutung/Zweifel äußern,

— Erwartung ausdrücken,

— Vorliebe ausdrücken,

— Vergleiche anstellen,

— sich über Vorhaben/Absichten äußern.

Wünsche und Bitten äußern bzw. erfragen, zB

— Glückwünsche aussprechen,

— Wünsche und Bitten vorbringen,

— Bitten erfüllen/abschlagen,

— etwas anbieten, annehmen/ablehnen.

Gefühle, Meinungen erfragen bzw. ausdrücken,

zB

— Gefallen, Mißfallen, Interesse, Begeisterung,

— Zuneigung, Abneigung, Freude, Angst.

Handlungen veranlassen bzw. zur Unterlassung

auffordern, zB

— Anordnungen erteilen,

— einen Vorschlag machen, annehmen/ablehnen,

— jemanden ersuchen, etwas (nicht) zu tun,

— Fähigkeit/Unfähigkeit ausdrücken,

— jemandem etwas verbieten,

— um Hilfe bitten/Hilfe anbieten.

Informationen geben und erfragen, zB

— berichten, erzählen, erklären,

— benennen, Aussehen beschreiben, Eigenschaft

angeben,

— Zustand beschreiben,

— Verwendungszweck angeben,

— Besitzverhältnisse, Zugehörigkeit angeben,

— etwas einordnen nach Ort, Richtung, Entfernung,

— etwas einordnen nach Zeitpunkt, Dauer, Häufigkeit,

— etwas einordnen nach Zahl, Menge, Grad,

— Meinung (Aussage) eines anderen wiedergeben.

d) Aussprache

Die Schüler sollen eine Aussprache erwerben, die

einer in einem englischsprachigen Land geltenden

Standardaussprache möglichst nahe kommt. Dazu

ist es notwendig, daß die Schüler lernen,

— die der Muttersprache fremden Laute auszusprechen,

— die bedeutungsunterscheidenden Phoneme zu

erkennen und zu beachten,

— stimmhafte und stimmlose Konsonanten zu

unterscheiden,

— Stark- und Schwachtonformen zu unterscheiden,

— Wortbindungen zu erkennen und zu verwenden,

— sinngemäß zu betonen,

— die wichtigsten Intonationsmuster zu verstehen

und zu verwenden,

— die Symbole der Internationalen Lautschrift als

Anleitung zur Aussprache zu verstehen.

e) Rechtschreibung

Die Schüler sollen lernen, jenen Wort- und Phrasenschatz

möglichst fehlerfrei zu schreiben, der

dem zu erwartenden Lernfortschritt der Schülergruppe

entspricht.

Schriftliche Arbeiten

Schul- und Hausübungen.

Vier Schularbeiten, davon eine im ersten Semester

(nicht vor Ende November).

4. Klasse (4 Wochenstunden)

Der Erwerb der Kommunikationsfähigkeit erfordert

die situationsgerechte Integration der im folgenden

ausgeführten Lernbereiche (siehe Didaktische

Grundsätze).

Hörverstehen

Die Schulung des Hörverstehens wird in der

4. Klasse systematisch weitergeführt. Die Schüler

sollen in zunehmendem Maße verschiedenartige

Textsorten aus ihrem Interessensbereich verstehen

können. Die Texte sollen authentisch sein oder authentischen

Vorbildern nahekommen.

Die Schüler sollen

— das Klassengespräch verstehen,

— auch komplexere Lehreräußerungen verstehen,

— touristische Informationen verstehen (zB Bahnhof,

Flugplatz, Kaufhaus, Telefon,...),

— längere Texte im wesentlichen bzw. im Detail

verstehen; diese sollen auf bekannte Themen

und Situationen bezogen sein und den rezeptiven

Wortschatz der Schüler kaum übersteigen,

— längere fiktionale Texte im wesentlichen verstehen.

Textsorten: siehe Didaktische Grundsätze.

Sprechen

Die Schüler sollen in zunehmendem Maße

imstande sein, die im ersten Lernjahr erworbenen

Redemittel selbständig anzuwenden; die vorhandenen

Kenntnisse sind zu festigen und systematisch

zu erweitern. Die Sprechanlässe sollen auf Erfahrungen

und Interessen der Schüler abgestimmt sein

bzw. die Schüler auf mögliche Situationen und Rollen

vorbereiten, in denen sie sich der Fremdsprache

bedienen müssen.

Die Schüler sollen

— sich am Gespräch mit dem Lehrer und den Mitschülern

beteiligen und sich zu den behandelten

Themen äußern,

— Kontakte aufnehmen und fortführen,

— über Erlebtes, Beobachtetes, Gehörtes und

Gelesenes zusammenhängend sprechen,

— für sie Wichtiges (Menschen, Tiere, Gegenstände

und Situationen) beschreiben,

— Wünsche, Meinungen, Absichten und Bedürfnisse

erfragen und äußern,

— Informationen erfragen und geben,

— emotioneile Haltungen (Freude, Furcht, Vorliebe

und Abneigung usw.) erfragen und ausdrücken,

— Spielszenen kreativ gestalten.

Leseverstehen

Die Schulung des Leseverstehens wird in der

4. Klasse systematisch mit dem Ziel weitergeführt,

die Schüler in zunehmendem Maße zu befähigen,

verschiedenartige Textsorten aus ihrem Interessensbereich

zu verstehen sowie ihre Freude am Lesen

zu fördern.

Die Schüler sollen

— persönliche Mitteilungen (Briefe, Notizen, Einladungen,

auch in englischer/amerikanischer

Handschrift) verstehen,

— kurze einfache Sachtexte aus Bereichen des täglichen

Lebens und der Landeskunde, auch mit

Hilfe des Wörterbuchs, verstehen,

— fiktionale Texte, die den rezeptiven Wortschatz

nicht maßgeblich übersteigen, selbständig lesen

und im wesentlichen verstehen,

— Lieder und einfache Gedichte verstehen.

Textsorten: siehe Didaktische Grundsätze.

Schreiben

Der im ersten Jahr erworbene Sprachschatz soll

zunehmend selbständig angewendet werden; die

Vorkenntnisse sind systematisch zu festigen und zu

erweitern. Die schriftlichen Äußerungen sollen den

Erfahrungen und Interessen der Schüler entsprechen,

wobei die kommunikative Funktion deutlich

erkennbar sein soll.

Die Schüler sollen

— selbständig Mitteilungen und Briefe persönlichen

Inhalts abfassen,

— Personen, Situationen, Gegenstände usw.

beschreiben,

— einfache Texte verfassen, die in unmittelbarem

Zusammenhang mit Erlebtem, Gehörtem, Beobachtetem

und Gelesenem stehen,

— einfache Zusammenfassungen schreiben,

— gegen Ende des Jahres eine Erzählung fortsetzen,

einen Erzählkern ausbauen.

Themen und Wortschatz

Es gelten weiterhin die für die 3. Klasse angeführten

Grundsätze. Bei der Auswahl und Behandlung

der Themen ist in der 4. Klasse darüber hinaus

der zunehmenden Reife und erweiterten Interessenslage

der Schüler Rechnung zu tragen. Dabei

sind auch die Gegebenheiten in englischsprachigen

Ländern (Landeskunde) zu berücksichtigen.

Anknüpfend an bisher behandelte Themenbereiche

sind neue Themen mit folgenden Schwerpunkten

zu wählen

— der einzelne in der Gemeinschaft (zB Familie,

Freundeskreis, Jugendliche und Erwachsene,

Klassengemeinschaft, Gruppen,. . .),

— Alltag (zB Gesundheit, Wohnverhältnisse, Menschen

bei der Arbeit, gefährdete Umwelt,. . .),

— Freizeit (zB Medien, Musik, Lesen, Sport, Reisen

und Tourismus,. . .),

— Arbeitswelt (zB Berufswünsche, Arbeitssuche,

Berufsmöglichkeiten, Englisch im Beruf,. . .).

Der bisher erworbene Wortschatz ist systematisch

zu festigen und zu erweitern. In den

Gebrauch des Wörterbuches ist einzuführen.

Grammatik

Grammatische Strukturen dienen der Bedeutungserfassung

und Ausdruckssicherung. Daher

richten sich Auswahl und Vermittlung nach den

Erfordernissen der Fertigkeitsbereiche, Themen

und der jeweiligen Unterrichtssituation. Viele

grammatische Besonderheiten, die vorwiegend in

einigen gebräuchlichen Wendungen auftreten, können

im Rahmen der Wortschatzarbeit eingeübt

werden (keep listening, I wish I had, how to

repair, . . .).

Der Grammatikstoff des ersten Lernjahres ist

gezielt zu wiederholen und zu erweitern.

Folgende Schwerpunkte sollen gesetzt werden

Sentence, sentence pattern: Hauptsatzreihen und

einfache Satzgefüge; Einführung in den

Gebrauch der „reported speech"; einfache Formen,

Bedingung und Folge ausdrücken (conditional).

Verb: Past progressive: Beschreibung von Vorgängen

(zB They were all working hard).

Present perfect („past up to now", zB I haven't

seen her for ages. They have been working).

Gebräuchliche Formen des Passivs.

Past perfect: Zeitbezüge in der Vergangenheit,

in Verbindung mit „reported speech".

Nominale Verbformen in häufigen Fügungen.

Modals: Wiederholung und Festigung des

Gebrauchs der Modalverben, Ergänzungen unter

Berücksichtigung häufig auftretender Situationen,

zB need not, should, be allowed to, have to,

must not, be able to, could.

Pronouns: Vertiefung der Kenntnisse, notwendige

Ergänzungen (some, any, every, each; reflexive

pronouns).

Prepositions, prepositional phrases: Erweiterung

der Kenntnisse in Zusammenhang mit dem Ausbau

des Wortschatzes und der Syntax.

Sprachfunktionen und Rollen

Siehe 3. Klasse.

Aussprache

Siehe 3. Klasse.

Rechtschreibung

Siehe 3. Klasse.

Schriftliche Arbeiten

Schul- und Hausübungen.

Sechs Schularbeiten, je drei im Semester.

Didaktische Grundsätze

Allgemeines

Die Wahl der Unterrichtsmethoden steht dem

Lehrer grundsätzlich frei; auf den neuesten Stand

der Wissenschaft sowie auf die spezifischen Bedürfnisse

der Klassen ist Bedacht zu nehmen. Der

Methodenvielfalt ist gegenüber jeder einseitigen

Vorgangsweise der Vorzug zu geben.

Bei der Erarbeitung des Lehrstoffes sind die

Schüler zu möglichst großer Selbsttätigkeit anzuleiten,

wofür sich soziale Arbeitsformen (zB Partner-

und Gruppenarbeit) besonders eignen.

Von Beginn an ist der Gebrauch des Englischen

als Unterrichtssprache anzustreben. In Einzelfällen

kann von diesem Grundsatz gelegentlich abgewichen

werden (Erklärungen von Strukturen usw.).

Der Veranschaulichung kommt in allen Phasen

des Spracherwerbs größte Bedeutung zu. Audiovisuelle

Medien (Tuchtafel, Tafelskizze, Folie,

Gegenstände, Wandbilder, Filme, Dias, Video,

Tonträger, Wort- und Bildkarten) sollen gezielt

eingesetzt werden.

Dem Spielerischen und Musischen kommt im

Englischunterricht eine große Bedeutung zu.

Reime, Lieder und Spiele (Rollenspiele, Ratespiele,

Denkspiele usw.) sind wirkungsvolle Motivationsträger.

Sie ermöglichen es dem Lehrer, sehr viel

Abwechslung in das Unterrichtsgeschehen zu bringen,

darüber hinaus auch grundlegende Redemittel

in einer die Schüler sehr ansprechenden Form zu

üben, zu festigen und anzuwenden. Zu beachten

ist, daß das Nachspielen von Lehrbuchdialogen

nicht zum Selbstzweck wird.

Zur Absicherung des Unterrichtsertrages ist

gezielten, abwechslungsreichen Wiederholungen

genügend Zeit zu widmen.

Bei der Auswahl und Gewichtung der Themen

ist innerhalb des vorgesehenen Rahmens auf die

individuellen Bedürfnisse der Klasse einzugehen.

Die Auseinandersetzung mit den Themen soll

persönlichkeitsbildend sein und von konkreten

Kommunikationssituationen ausgehen. Landes- und

kulturkundliche Informationen sollen mit den

übrigen Themen sinnvoll verbunden werden. Das

Vermitteln und Abprüfen von isolierten Informationen

ist zu vermeiden.

Bei der Behandlung der Themen sind nach Möglichkeit

Querverbindungen zu anderen Gegenständen

herzustellen.

Größere Themengebiete, zB aus Bereichen der

Umwelt, Arbeitswelt und zwischenmenschlichen

Beziehungen, sollen gelegentlich als Projekte —

auch in Zusammenarbeit mit Lehrern anderer

Gegenstände — erarbeitet werden.

Grundsätzlich ist das Erreichen von größtmöglicher

Sprachrichtigkeit anzustreben. Andererseits ist

den Schülern in bestimmten Phasen des Lernprozesses

Gelegenheit zu geben, im freien Gebrauch

das bisher Gelernte zu „erproben", auch wenn dabei

Fehler gemacht werden.

Das Hinweisen auf Fehler soll die Schüler zum

richtigen Sprachgebauch und längerfristig zu einer

Erweiterung ihrer sprachlichen Kompetenz führen.

Korrekturen sind so vorzunehmen, daß das Selbstwertgefühl

der Schüler nicht beeinträchtigt wird.

Beim Sprechen sollen die natürliche Sprechsituation

und Kommunikation durch Korrekturen möglichst

wenig gestört werden. Dies bedingt aber

regelmäßige Diagnose mit zielgerichteten Übungen

in späteren Phasen.

Die geforderten Leistungen sollen alle vier Fertigkeiten

in gleichem Maße erfassen. Die Aufgabenstellungen

sollen sich vor allem an den Zielen in

den Fertigkeitsbereichen orientieren. Wesentlich

ist, inwieweit die angestrebten fertigkeitsorientierten

Ziele erreicht worden sind. Daher stellt die

Zahl der formalen Fehler nur eines der Kriterien

dar.

Schularbeiten sollen auf mündlichem und schriftlichem

Üben aufbauen; die Aufgabenstellungen

müssen im Rahmen der schriftlichen Übungsformen

bleiben, die in der Unterrichtsarbeit verwendet

wurden. Schularbeiten können kleinere, isolierte

und ganzheitliche, fertigkeitsorientierte Aufgabengruppen

umfassen, wobei mit zunehmendem Lernfortschritt

längere, geschlossene Aufgabenstellungen

(zB Kurzdialoge, Briefe, Aufgaben zum Hör-

und Leseverstehen) überwiegen sollen.

Erwerb der vier Fertigkeiten

Die Fertigkeiten können in der Regel nicht isoliert

voneinander unterrichtet werden, da Sprachhandeln

meist mehrere Fertigkeiten umfaßt und die

Fertigkeiten einander in vielfältiger Weise beeinflussen.

Die Schüler werden mit einer Vielzahl

von Situationen und Texten in verschiedenen

thematischen Zusammenhängen konfrontiert. Sie

sollen sich mit ihnen auseinandersetzen, sie müssen

reagieren und sollen eigene sprachliche Äußerungen

bzw. Texte produzieren.

Grundsätzlich wird zwischen Textsorten unterschieden,

die der Schüler produktiv beherrschen

soll (zB Brief), und solchen, bei denen das Verstehen

der Hauptzweck ist (zB Aufschriften,

Gebrauchsanweisungen, längere fiktionale Texte).

Übungen sind dann sinnvoll, wenn erkennbar ist,

daß sie Voraussetzung für das Gelingen von Kommunikation

sind. Auch beim Üben von Teilfertigkeiten

(zB Üben sprachlicher Formen) soll deren

Wert für eine spätere kommunikative Aufgabe

ersichtlich sein. Die Wahl der Übungsformen richtet

sich nach den Situationen und Textsorten.

Hören

Regelmäßige Hörübungen sollen das Verstehen

von akustisch wahrgenommenem Englisch schulen,

und zwar

— das Erfassen des inhaltlich Wesentlichen (listening

for gist),

— das Erfassen bestimmter Einzelheiten (listening

for detail),

— das Erschließen von unbekanntem Sprachmaterial

aus dem Zusammenhang.

Außerdem leisten sie einen Beitrag

— zur Verbesserung der Aussprache und der Intonation,

— zur Erweiterung und Festigung des Wort- und

Phrasenschatzes und der Strukturen,

— zur Sachinformation,

— zur Gesprächsmotivation.

Als Textsorten kommen vor allem in Frage

— Gespräche, Interviews, kurze Spielszenen,

— einfache Sachtexte, Erzählungen, Fabeln, Märchen,

Beschreibungen, Berichte.

Hörtexte sollen möglichst anregend und informativ

sein sowie einen Anreiz zum Gespräch bieten.

Wenn nötig, soll sprachliche und situative Vorentlastung

geboten werden.

Als Übungs- und Überprüfungsformen eignen

sich besonders

— Aufträge ausführen (zB Zeichnungen anfertigen,

bzw. vervollständigen),

— Aussagen als richtig oder falsch erkennen,

— Auswahlantworten,

— Aussagen in eine dem Text entsprechende Reihenfolge

bringen,

— Informationen in einen Raster eintragen (Zeit-,

Ortsangaben, Eigenschaften usw.),

— Notizen machen, Zusammenfassungen erstellen,

— mündlich oder schriftlich Stellung nehmen.

Lesen

Der Schwerpunkt des Lesens liegt auf dem stillen,

sinnerfassenden Lesen. Dieses zielt darauf ab,

— Freude am Lesen zu fördern,

— einem Text Einzelinformationen zu entnehmen

(intensives Lesen, reading for detail),

— das Wesentliche eines Textes zu erfassen

(extensives Lesen, reading for gist),

— unbekanntes Sprachmaterial aus dem Zusammenhang

zu erschließen.

Außerdem leistet es einen Beitrag

— zur Erweiterung und Festigung des Wort- und

Phrasenschatzes und der Strukturen,

— zur Gesprächsmotivation.

Die Art der Darbietung und Auswertung von

Texten richtet sich nach der Textsorte und dem

Unterrichtsziel. Beim extensiven Lesen werden längere

Texte mit dem Ziel gelesen, den Inhalt im allgemeinen

zu verstehen und auch die Freude am

Lesen zu wecken (auch als Anregung zur persönlichen

Lektüre). Die dafür verwendeten Texte sollen

die Sprachkenntnisse der Schüler in den sinntragenden

Teilen möglichst nicht übersteigen. Das Abprüfen

unwesentlicher Einzelheiten kann diese Zielsetzung

zunichte machen.

Beim intensiven Lesen steht das Detailverstehen

im Vordergrund. An die inhaltliche Auswertung

der Texte kann eine sprachliche angeschlossen werden

(zB Unterstreichen bestimmter Formen).

Als Textsorten kommen vor allem in Frage

— verschiedene Aufschriften, Briefe, Sachtexte

(Rezepte, Spiel- und Bastelanleitungen, Preislisten,

Stadtpläne, Speisekarten, Veranstaltungsprogramme,

Annoncen, Prospekte, Plakate

usw.),

— erzählende Texte (Anekdoten, Geschichten aus

Alltag und Phantasiewelt, Abenteuergeschichten,

Comics usw.),

— Berichte und Beschreibungen,

— Gedichte, Lieder (auch folk- und popsongs).

Als Übungs- und Überprüfungsformen eignen

sich besonders

— Aussagen als richtig oder falsch erkennen,

— Auswahlantworten,

— Textteile in der richtigen Reihenfolge anordnen,

— Informationen in einen Raster eintragen,

— Notizen machen,

— Zusammenfassungen erstellen,

— in geeigneter Form mündlich oder schriftlich

Stellung nehmen.

Lautes Lesen dient der Mitteilung (Hausübung,

Ergebnis einer Gruppenarbeit usw.) und der Vorbereitung

auf szenische Darstellung. Darüber hinaus

erfüllt es eine wichtige Aufgabe bei der Schulung

der Aussprache und Intonation sowie beim Einprägen

der Beziehung Schriftbild — Aussprache. In

der Regel sollen nur erarbeitete Texte von den

Schülern laut gelesen werden. Leseverstehen wird

durch lautes Lesen nicht erreicht.

Sprechen

Im Unterricht soll möglichst viel gesprochen

werden, wobei Themenvielfalt und größtmögliche

Beteiligung aller Schüler anzustreben sind. Das

natürliche Mitteilungsbedürfnis und die Sprechfreudigkeit

der Schüler sollen genützt und gefördert

werden. Dafür eignen sich

— Themen, die die Schüler interessieren,

— natürliche Gesprächssituationen in der Klasse

(classroom discourse),

— spielerisches Simulieren von Situationen,

— Sprechanreize durch Bilder (Cartoons und ähnliches)

und Texte,

— Sprechimpulse, die durch den Lehrer gesetzt

werden,

— der Einsatz von Austauschassistenten oder englischsprachigen

Gästen.

Als Übungs- und Überprüfungsformen des Sprechens

bzw. des Gesprächs eigenen sich besonders

— Nachsprechen, Wiedergeben von Auswendiggelerntem,

— Antworten auf Lehrer- und Schülerfragen,

— kurze Dialoge, Partnergespräche, Rollenspiele,

— Interviews,

— Gruppengespräch, Klassengespräch,

— Spiele, Aufführen von Spielszenen, Singen,

Reime, Sprüche,

— Berichte, Beschreibungen, Sprechen über Bilder,

freie Wiedergabe des Inhalts von Gelesenem

und Gehörtem, Stellungnahmen.

Innerhalb der Vielfalt der Übungsformen sind

zwei grundlegende Vorgangsweisen zu unterscheiden,

deren Einsatz vom jeweiligen Übungszweck

abhängt

— Redemittel werden erarbeitet bzw. vorgegeben;

davon ausgehend erbringen die Schüler in

gelenkter Form oder in freiem Transfer eigene

Leistungen,

— die Schüler versuchen eine Sprechsituation

ohne gezielte Vorbereitung zu bewältigen; der

Lehrer hilft unaufdringlich und ohne Zeitdruck

zu erzeugen weiter, damit einerseits das

Gespräch nicht versiegt, andererseits ein Übersetzen

aus der Muttersprache vermieden wird.

Von Beginn an soll ein natürliches Sprechtempo

angestrebt werden. Die dem Deutschen fremden

Laute, die bedeutungsunterscheidenden Phoneme,

die Schwachtonformen, die Intonation und der

englische Sprechrhythmus müssen vor allem imitativ

eingeübt und bei Bedarf wiederholt werden.

Die Zeichen der Internationalen Lautschrift dienen

dem Schüler nur als Hilfe, damit er sich selbständig

an die Aussprache bekannter Wörter erinnern bzw.

die Aussprache unbekannter Wörter erschließen

kann. Es ist daher unzulässig, von den Schülern die

Übertragung von Sätzen oder Texten in die Lautschrift

zu verlangen.

Schreiben

Zu unterscheiden sind Übungen, die der Fertigkeit

des produktiven Schreibens dienen, und Übungen,

die lernunterstützende Funktion haben. Die

schriftlichen Übungen richten sich in den Anforderungen

nach dem jeweiligen Fertigkeitsziel. Sie sollen

organisch aus dem Unterrichtsgeschehen

erwachsen und in einem zeitlich angemessenen

Verhältnis zu den übrigen Phasen des Lernprozesses

stehen. Sie sollen kontextualisierbar sein, der

kommunikativen Leistung ist Vorrang zu geben.

Schriftliche Übungen sind in der Regel mündlich

vorzubereiten. Bei produktiven Übungsformen soll

der Kreativität und Eigenständigkeit der Schüler

Spielraum gegeben werden.

Geeignete Übungs- und Überprüfungsformen,

die der Vorbereitung und Entwicklung schriftlicher

Kommunikation dienen, sind vor allem

— Einsetz- und Zuordnungsübungen,

— Fragen stellen und beantworten,

— Diktate (Lückendiktate),

— schriftliche Spiele und Rätsel,

— Notizen machen (note taking und note

making),

— Sammeln von Aussagen zu einem Thema,

— Abfassen persönlicher Briefe, Berichte,

Beschreibungen, Zusammenfassungen und kurzer

Erzählungen,

— Abfassen kurzer Texte; ausgehend von Bildern,

Impulswörtern, Impulstexten (zB Erzählkern,

open-ended story uä.). Für das Abfassen eigener

Texte sind den Schülern nach Möglichkeit

Muster zur Verfügung zu stellen; mit zunehmendem

Lernfortschritt ist die Unabhängigkeit

von vorgegebenen Hilfen anzustreben.

Übersetzungen

Gelegentlich können kurze Übersetzungen von

praktischem Wert (Rezepte, Arbeitsanweisungen,

Annoncen, Dolmetschen einfacher Sachverhalte)

geübt werden. Übersetzungen zur Erarbeitung von

grammatischen und idiomatischen Eigentümlichkeiten

können in Ausnahmefällen als lernunterstützende

Maßnahme eingesetzt werden. (Sie dürfen

nicht Gegenstand von Leistungsfeststellungen sein.)

Grammatik

Der Erwerb von Kenntnissen und Fertigkeiten

auf dem Gebiet der Grammatik hat der Sicherstellung

der Kommunikation zu dienen. Daraus ergibt

sich, daß der funktionale Aspekt der Grammatik

gegenüber dem formalen Vorrang hat. Ihrem

rezeptiven Aspekt nach steht die Grammatik im

Dienste der Bedeutungserfassung (verstehen, was

gemeint ist); ihrem produktiven Aspekt nach dient

die Grammatik der Ausdruckssicherung (ausdrücken,

was man sagen will).

Zu berücksichtigen ist, daß die Fähigkeit, eine

Struktur zu verstehen, schneller entwickelt werden

kann als die Fähigkeit, sie produktiv anzuwenden.

Grammatikstoffe werden nicht in all ihren Erscheinungen

in einem Arbeitsgang vermittelt („das

Adverb" oder „die indirekte Rede"). Vielmehr werden

die ausgewählten Teilbereiche über einen längeren

Zeitraum hinweg — jeweils in sinnvollen

Verwendungszusammenhängen — erarbeitet und

wiederholt. Von zu frühem Kontrastieren (zB"

Past Tense" und "Present Perfect Tense") ist

abzuraten.

Der Begriff „Schwerpunkt" im Lehrstoff bezieht

sich auf grammatische Fertigkeiten und Kenntnisse,

deren produktive Beherrschung auf der jeweiligen

Schulstufe angestrebt werden soll. Die Ausführlichkeit

der grammatischen Benennung und Beschreibung

jedes Teilbereiches bleibt dem Ermessen des

Lehrers überlassen und orientiert sich am Lernstand

und Abstraktionsvermögen der Schüler.

Zusammenfassungen und Übersichten dienen der

Verdeutlichung, zum besseren kognitiven Verständnis

und zum Einprägen. Lückenlose Darstellungen

(auch von Teilbereichen) um der systematischen

Vollständigkeit willen werden nicht angestrebt.

Zu beachten ist, daß die Grammatik, die der

Schüler beim Sprechen und Schreiben frei verfügbar

hat, nicht identisch ist mit der im Unterricht

erarbeiteten. Die Fähigkeit der Schüler, in einer

Übung eine bestimmte Struktur korrekt einzusetzen,

bedeutet noch nicht, daß diese Struktur jederzeit

frei verfügbar ist.

Auch im kommunikativen Englischunterricht bildet

das Üben grammatischer Formen einen wichtigen

Bestandteil des Lernprozesses. Da die Beachtung

formalgrammatischer Richtigkeit allein noch

keine sinnvolle Äußerung gewährleistet, sollen

grammatische Formen nicht losgelöst von Redeabsicht

und Situationsbezug geübt werden.

Wortschatz

Im Bereich des Wortschatzes muß rezeptiv und

produktiv beherrschtes Wortmaterial unterschieden

werden. Der rezeptive Wortschatz gewinnt vor

allem bei der Entwicklung des sinnerfassenden

Hörens und Lesens große Bedeutung.

Wörter sollen im allgemeinen in sinnvollen Kontexten

vermittelt, eingeübt und überprüft werden.

Entscheidend für den Unterrichtserfolg ist nicht die

Zahl isoliert gelernter Wörter, sondern die Verfügbarkeit.

Unerläßliche Voraussetzung dafür ist

gründliches Einüben, ständiges Wiederholen und

häufiges Anwenden des Wortmaterials.

Bei der systematischen Wortschatzarbeit im

Unterricht muß das Vokabular so angeordnet werden,

daß begriffliche Zusammenhänge entstehen

(zB durch Gliederung nach Sach- und Handlungszusammenhängen,

Wortfeldern, Wortfamilien;

Verknüpfung mit Synonymen).

Lernunterstützende Maßnahmen

1. Die Schüler sind von Beginn an zu ökonomischem

und selbständigem Lernen anzuleiten. Sie

sollen in fertigkeitsorientierten Arbeits- und Lerntechniken

wiederholt geschult werden: zB Lesetechniken,

Notizenmachen, Wichtiges unterstreichen,

Arten des Vokabellernens, Gebrauch von

Wörterbüchern.

2. Schriftliche bzw. mündliche Hausübungen

sind regelmäßig und in angemessenem Umfang zu

geben und in die Unterrichtsarbeit einzubeziehen.

3. Förderunterricht.

29. In Anlage A/i, sechster Teil, lautet der

Pflichtgegenstand „Fremdsprachliche Konversation"

„FREMDSPRACHLICHE KONVERSATION

Bildungs- und Lehraufgabe

Ziel des Unterrichts in Fremdsprachlicher Konversation

ist die Erweiterung und Vertiefung des im

Unterricht der betreffenden Fremdsprache erworbenen

Sprachkönnens (vor allem des Hörverstehens

und des Sprechens). Die Schüler sollen dabei

zu möglichst eigenständigem Gebrauch der Fremdsprache

als Kommunikationsmittel hingeführt werden.

Das erworbene Können in der Fremsprache ist

zu aktivieren und der Wortschatz auch unter Einbeziehung

neuer Sachgebiete zu erweitern.

Lehrstoff

Erste lebende Fremdsprache

1.. Klasse (1 Wochenstunde)

Themen, die sich eng an den Lehrstoff des

Unterrichts in der Fremdsprache anlehnen und von

der Umwelt des Schülers ausgehen.

Erweiterung und Vertiefung einiger Themen,

wie: Kind und Familie, Kind und Schule/Internat,

Kind und Freunde.

2. Klasse (1 Wochenstunde)

Themen, die sich eng an den Lehrstoff des

Unterrichts in der Fremdsprache anlehnen oder

sich aus aktuellen Ereignissen ergeben.

Erweiterung und Vertiefung einiger Themen,

wie: Kind und Umwelt (Verkehr, Wetter, gefährdete

Natur), Freizeitgestaltung, Phantasiewelt

(Wünsche, Ängste, Träume).

3. Klasse (1 Wochenstunde)

Themen aus dem Alltag und zu aktuellen Ereignissen.

Erweiterung und Vertiefung einiger Themen,

wie: Der einzelne in der Gemeinschaft, Jugendliche

und Erwachsene, Sport, Reisen; Beiträge zur Landeskunde.

4. Klasse (1 Wochenstunde)

Themen aus dem Alltag und zu aktuellen Ereignissen.

Erweiterung und Vertiefung einiger Themen,

wie: Arbeitswelt, Berufswünsche und -möglichkeiten,

Konsumverhalten; Beiträge zur Landeskunde.

Zweite lebende Fremdsprache

(bei Führung als Realgymnasium und als Wirtschaftskundliches

Realgymnasium für Mädchen)

3. Klasse (1 Wochenstunde)

Themen, die sich eng an den Lehrstoff des

Unterrichts in der Fremdsprache anlehnen oder

sich aus aktuellen Ereignissen ergeben.

Erweiterung und Vertiefung einiger Themen,

wie: Der einzelne in der Gemeinschaft, Jugendliche

und Erwachsene, Sport, Reisen.

4. Klasse (1 Wochenstunde)

Themen aus dem Alltag und zu aktuellen Ereignissen.

Erweiterung und Vertiefung einiger Themen,

wie: Arbeitswelt, Berufswünsche und -möglichkeiten,

Konsumverhalten; Beiträge zur Landeskunde.

Didaktische Grundsätze

Die Didaktischen Grundsätze für den jeweiligen

Pflichtgegenstand Lebende Fremsprache sind sinngemäß,

jedoch mit folgenden Ergänzungen, anzuwenden.

Der Unterricht ist so zu gestalten, daß die Eigenständigkeit

des Pflichtgegenstandes Fremdsprachliche

Konversation gewahrt bleibt.

Lernziel ist die Entwicklung des Hörverstehens

und des mündlichen Ausdrucks. Das Lesen kürzerer

Texte kann fallweise Ausgangspunkt für

Gespräche sein. Dem Schreiben kommt lediglich

lernunterstützende Funktion zu (Vokabelsammlung,

Notizen als Gesprächsgrundlage, auch als

Ergebnis von Hör- und Leseverstehen).

Die Verwendung eines eigenen Lehrbuches

sowie schriftliche Hausübungen sind nicht vorzusehen.

Fremdsprachliche Konversation eignet sich

besonders dazu, bei der Wahl der Gesprächsthemen

Wünsche und Interessen der Schüler zu

berücksichtigen.

In jeder Phase des Unterrichts soll die Sprech-,

Imitations- und Spielfreude der Schüler für ein

aktives, handlungsorientiertes Sprechverhalten

genützt werden, indem alle Formen der szenischen

Darstellung, des Dialognachspielens, der Lernspiele

und des authentischen situativen Sprechens geübt

werden. Das Gespräch der Schüler untereinander

und damit die Übung in der Fremdsprache als

Kommunikationsmittel ist besonders zu fördern."

30. In Anlage A/i sechster Teil, treten an die

Stelle des Unterabschnittes „Werkerziehung" folgende

Bestimmungen

„WERKERZIEHUNG

Bei Führung als Gymnasium und als Realgymnasium

wie Anlage A für das Realgymnasium, bei

Führung als Wirtschaftskundliches Realgymnasium

für Mädchen wie Anlage A für das Wirtschaftskundliche

Realgymnasium für Mädchen.

Bei Führung als Realgymnasium unter besonderer

Berücksichtigung der musischen Ausbildung

wie Anlage A für das Realgymnasium, bei Führung

als Realgymnasium unter besonderer Berücksichtigung

der sportlichen Ausbildung wie Anlage A für

das Gymnasium.

HAUSWIRTSCHAFT

Bei Führung als Gymnasium an Höheren Internatsschulen

für Mädchen

Bildungs- und Lehraufgabe

Die Schüler sollen angeleitet und motiviert werden,

Kenntnisse der Ernährungslehre, Gesundheitslehre

und Lebensmittelkunde in der Praxis anzuwenden.

Es soll ihnen grundlegendes Wissen über

rationelle und kultivierte Führung, Planung und

Pflege des Haushalts vermittelt werden. Die Art

und Weise der gesunden Ernährung von Kindern,

kranken und alten Menschen soll einen wichtigen

Teilaspekt darstellen. Dabei sind moderne Erkenntnisse

der Medizin und der Biochemie zu berücksichtigen.

Ordnungsliebe und Sparsamkeit im

Umgang mit Lebensmitteln und Energie, vor allem

im Hinblick auf volkswirtschaftliche Gegebenheiten,

sollen im Laufe eines Schuljahres zur Selbstverständlichkeit

werden. Der gesamte Unterricht soll

auf den in Physik und Chemie erworbenen Kenntnissen

aufbauen und sie sinnvoll erweitern.

Lehrstoff

4. Klasse (4 Wochenstunden)

Ernährungslehre (Nährstoffe und ihre Auswertung

im menschlichen Körper);

Nahrungsmittelkunde (Zusammensetzung, Gewinnung

und Verwertung der wichtigsten Nahrungsmittel);

Kochen (Menüzusammenstellung, Grundrezepte

und ihre Abwandlungen, Servierübungen, Kostformen

insbesondere Schon- und Diätkost, internationale

Küche, Vorratswirtschaft, Restverwertung);

Gestaltung von Festen (Tischschmuck) ;

Marktlage, Preisbildung, Lebensmittelüberwachung;

Verhütung von Gesundheitsschäden durch falsche

Ernährung;

Unfallverhütung;

richtige Pflege und Bedienung moderner Haushaltsgeräte;

Exkursionen in einschlägige Fachbetriebe.

Didaktische Grundsätze

Der Unterricht hat die in den Unterrichtsgegenständen

Physik, Chemie sowie Biologie und

Umweltkunde erworbenen Kenntnisse zu verwerten

und auf ihnen aufzubauen. Das Unterrichtsziel

liegt darin, das Wesen einer biologisch richtigen

Ernährung zu erkennen und die praktische Arbeit

danach auszurichten. Dabei ist die Vermittlung von

Kochkenntnissen stets in Verbindung mit der kultivierten

Pflege der gesamten Wohnung zu sehen.

Schöpferische Kräfte der Phantasie und handwerkliche

Begabung sind durch Gestaltung festlichen

Tischschmucks und durch sorgfältiges und

geschmackvolles Anrichten der Speisen im praktischen

Kochunterricht besonders zu pflegen.

Zur Unterstützung des Unterrichtsertrages sind

nach Möglichkeit audio-visuelle Unterrichtsmittel

(Film, Video) einzusetzen.

Das Verhältnis vom theoretischen zum praktischen

Unterricht soll etwa 1 : 3 betragen."

31. In Anlage A/i, sechster Teil, lautet der Freigegenstand

„Instrumentalmusik"

„INSTRUMENTALMUSIK

Wie für den Freigegenstand am Gymnasium,

Anlage A, jedoch im Ausmaß von je 2 Wochenstunden."

32. In Anlage A/ml, sechster Teil, lautet der

Pflichtgegenstand „Musikerziehung"

„MUSIKERZIEHUNG

Bildungs- und Lehraufgabe

Die Schüler sollen auf Grund der musikalischen

Begabung und durch Einbeziehung der akustischen

Umwelt zu musikalischer Aktivität motiviert werden,

und zwar zu

— Singen und instrumentalem Musizieren,

— bewußtem Hören,

— schöpferischem Gestalten,

— Musik und Bewegung und

— darstellendem Spiel.

Durch aktives Musizieren, Hörerziehung und

musikkundliche Kenntnisse sollen die Schüler einen

Überblick über die Musikkultur Österreichs und

anderer Länder erhalten. Das Bemühen um eine

Bereicherung individueller Erlebnisfähigkeit soll im

Mittelpunkt des Musikunterrichtes stehen.

Lehrstoff

1. Klasse (3 Wochenstunden)

Musizierpraxis

Stimmpflege, Stimmbildung und Sprecherziehung.

Ein- und mehrstimmige Lieder (Kanons) aus

dem deutschen Sprachraum.

Instrumentale Liedbegleitung, einfache Instrumentalstücke,

schöpferisches Gestalten von musikalischen

Strukturen und Klangbildern. Realisieren

auch selbsterfundener graphischer Notationen.

Musik und Bewegung

Lockerungs- und Entspannungsübungen mit und

ohne Musik; Bewegungsgrundformen, Orientierung

im Raum, Erfinden von Bewegungsabläufen

zu Musik.

Tanzlieder und Gruppentänze.

Hörerziehung und Musikkunde

Geräusch, Klang, Ton; Takt, Rhythmus, Notation;

Intervalle; Pentatonik, diatonische Leitern

(Dur, Moll); Einführung in die Akkordlehre,

Dynamik, Tempoangaben; melodisch-rhythmische

Entwicklungselemente und daraus resultierende

formale Gliederungen (Wiederholung, Reihung,

Wiederkehr, Variation, Sequenz, Imitation).

Leben und Werke einzelner allgemein bekannter

Komponisten; Herkunft und Funktionsbereiche

einzelner Musikgattungen (Volksmusik, Unterhaltungsmusik,

Tanzmusik, Kirchenmusik).

Einfluß der Gesellschaft auf die akustisch-musikalische

Umwelt (Medien).

Bau und Funktion gebräuchlicher Instrumente.

2. Klasse (2 Wochenstunden)

Musizierpraxis

Stimmpflege, Sprecherziehung und Stimmbildung

unter Berücksichtigung des Stimmwechsels.

Einstimmige Lieder; zwei- und mehrstimmige

Liedsätze aus dem deutschsprachigen Raum und

anderen Ländern.

Klangliche Bereicherung durch Verwendung von

Instrumenten unter Berücksichtigung stilistischer

Gesichtspunkte.

Instrumentales Musizieren innerhalb von Klassenspielgruppen.

Musik und Bewegung

Erfinden von Bewegungsabläufen zu Musik,

freie und gebundene Bewegungsimprovisation,

Tanzlieder, Einbeziehung einfacher österreichischer

Volkstänze.

Hörerziehung und Musikkunde

Verschiedene Notationsarten, Notation von

Rhythmus und Tonhöhe, Übersicht über die Intervalle.

Zusammensetzen von Tonreihen als Grundlage

für die Bildung von Akkorden und Klangflächen,

Akkordlehre; melodisch-rhythmische Entwicklungselemente

und daraus resultierende formale

Gliederungen (Da-Capo-Form, Ritornellform, Reihungsform).

Leben und Werke einzelner Komponisten.

Herkunft und Funktionsbereiche einzelner

Musikgattungen (Lied, Tanzmusik, Instrumentalmusik,

Gegenüberstellung von Volks- und Kunstmusik).

Musik und ihre Stellung in der Gesellschaft.

Bau, Funktion und Klang einzelner Orchesterinstrumente.

Die menschliche Stimme (Stimmlagen, Gattungen,

Ausdrucksbereiche).

Handhabung handelsüblicher Geräte zur Aufnahme

und Wiedergabe von Musik.

3. Klasse (2 Wochenstunden)

Musizierpraxis

Stimmpflege, Sprecherziehung und Stimmbildung

unter Berücksichtigung des Stimmwechsels.

Gesteigerte Anforderungen im vokalen und

vokal-instrumentalen Musizieren.

Schöpferisches musikalisches Gestalten, auch in

freitonaler Melodik und Harmonik.

Musik und Bewegung

Erfinden von Bewegungsabläufen zu Musik, insbesondere

zu historischer und aktueller Tanzmusik.

Hörerziehung und Musikkunde

Erweiterung der allgemeinen Musiklehre: Konsonanz-

und Dissonanzbegriff, Akkordlehre,

Klangflächen, Tonsysteme.

Hörtests und melodisch-rhythmische Diktate.

Grundlagen der Akustik.

Überblick über die gebräuchlichsten Orchesterinstrumente,

österreichische Volksmusikinstrumente,

außereuropäische Musikinstrumente und

elektroakustische Instrumente.

Instrumentale und vokale Formen und Gattungen

der Musik (zB Sonate, Symphonie, Konzert,

Suite, Programmusik, Lied, Chormusik, Oper).

Gegenüberstellung von Kunstmusik und kommerzieller

Musik.

Leben und Werke einzelner Komponisten unter

besonderer Berücksichtung des 20. Jahrhunderts.

Gesellschaftliche Funktion der Musik im "Wandel

der Zeiten.

4. Klasse (2 Wochenstunden)

Musizierpraxis

Stimmpflege, Sprecherziehung und Stimmbildung

unter Berücksichtigung des Stimmwechsels.

Vokales und vokal-instrumentales Musizieren

unter Einbeziehung der mutierenden Stimmen.

Musizieren und schöpferisches Gestalten auf verschiedenen

Instrumenten. Gegenüberstellung von

selbsterarbeiteten Klangbildern und Werken der

Gegenwartsmusik.

Musizieren in Verbindung mit audiovisuellen

Medien: Herstellen von Playbacks zu Liedern,

Tänzen und szenischen Darstellungen, musikalische

Gestaltung von Bildreihen, Filmen und Tonbandcollagen.

Musik und Bewegung

Szenisches Gestalten zu Musik; historische und

moderne Tänze.

Hörerziehung und Musikkunde

Zusammenfassender Überblick über Tonsysteme

und Akkordlehre (besonders Kadenzen und Klangflächentechniken),

Notationsarten, melodischrhythmische

Entwicklungselemente und daraus

resultierende formale Gliederungen, dynamische

und agogische Strukturen, Musikgattungen.

Leben, Werke und Bedeutung von Komponisten.

Kurzgefaßte Darstellung der historischen und

sozialen Entwicklung der Musik anhand von Beispielen.

Die Stellung Österreichs im internationalen

Musikleben.

Didaktische Grundsätze

1. Im Mittelpunkt der Musikerziehung

steht das musikalische Handeln. Die

Selbsttätigkeit des Schülers wird angeregt durch

— eigenständiges musikalisches Nachgestalten

und Gestalten,

— bewußtes Aufnehmen von Musik und

— kritische Auseinandersetzung mit Musik.

2. Musikerziehung entfaltet die

— kognitiven,

— emotionalen,

— psycho-motorischen,

— kreativen und

— sozialen Fähigkeiten.

Sie dient damit der Entwicklung der Gesamtpersönlichkeit.

Bei der Unterrichtsplanung und

-gestaltung ist dies durch ausgewogenen Wechsel

der Lernbereiche und Arbeitsweisen

entsprechend zu berücksichtigen.

3. Musikerziehung dient auch der Orientierung

im vielfältigen Musikangebot unserer Zeit und

erfordert daher die ständige Bezugnahme

auf das Musikleben und die verschiedenen

Arten von Musik.

Musizierpraxis

Dem Singen und Musizieren ist in besonderem

Ausmaß Raum zu geben. Dabei soll eine Einseitigkeit

in ästhetischer bzw. stilistischer Hinsicht vermieden

werden, indem Lieder und Musikstücke

verschiedener Herkunft und Zeitung Berücksichtigung

finden. Auf qualifiziertes Musizieren soll auf

jeder Altersstufe geachtet werden.

Bei Stimmpflege, Sprecherziehung und Stimmbildung

hat der Lehrer durch eigenes instruktives

Demonstrieren stimmtechnische Hilfen zu gewähren.

Der Zusammenhang mit dem gesungenen

Liedgut ist erforderlich. Auch Mutanten sollen

nach Möglichkeit in das gemeinsame Musizieren

einbezogen werden.

Das instrumentale Musizieren ist bei Liedbegleitungen

und als eigenständige Musizierleistung

durch die Schüler in den Unterricht einzubauen.

Ausgehend von den unterschiedlichen musikalischen

Voraussetzungen der Schüler ist von Anfang

an die Fähigkeit zur Rücksichtnahme auf einzelne

und die Gruppe beim gemeinsamen Musizieren zu

fördern.

Kreatives Gestalten

Das schöpferische Gestalten ist in allen Bereichen

der Musikerziehung zu berücksichtigen.

Stimmungen und Gefühle, programmatische Themen

aus literarischen Vorlagen sowie Ereignisse

und Handlungsabläufe sind vielfach Anregung und

Hilfe zur improvisatorischen Gestaltung.

Konkrete Beispiele sind ua.

— Motive erfinden und erweitern,

— Erfinden von Texten und Melodien,

— Variieren von Themen,

— Improvisieren über vorgegebene Akkorde,

— Erweitern und Variieren gegebener oder erfundener

Rhythmen,

— Improvisieren von Klangfarben und Klangflächen.

Alle vokalen und instrumentalen Möglichkeiten

sollen dabei genützt werden.

Musik und Bewegung

In der Bewegungs- und Tanzerziehung soll dem

Bewegungs- und Ausdrucksbedürfnis der Schüler

in Verbindung mit Musik entsprochen werden.

Dadurch sind den Schülern ein weiterer Zugang

zur Musik und ein individuelles Körperbewußtsein

zu erschließen. Der Spontaneität ist ausreichend

Raum zu geben.

Ausgehend von der Orientierung in Raum und

Zeit soll die Erarbeitung von Grundlagen der elementaren

Musiklehre (Rhythmus, Takt, Metrum,

Melodie usw.) mit Bewegung verbunden und gefestigt

werden. Musik soll in Bewegung und Bewegung

in Musik umgesetzt werden.

Über einfache Bewegungsformen und Tanzschritte

ist bis zu fixierten Tanzschritten hinzuführen.

Auch Pantomime und darstellendes Spiel können

einbezogen werden.

Hörerziehung und Musikkunde

Die Bereiche

— Melodie und Rhythmus,

— Musiklehre,

— Formenlehre,

— Musikgeschichte,

— Instrumentenkunde,

— Akustik,

— Musik und Technik

sind aus dem Gehörten, Gesungenen

und Gespielten integrativ zu erarbeiten.

Von Anfang an ist jede Gelegenheit zur Entwicklung

und Schulung des musikalischen Vorstellungsvermögens

wahrzunehmen, was zum Singen

nach Noten, zum Mitlesen musikalischer Verläufe

und zum verständnisvollen Hören führen soll

Hörerziehung ist so durchzuführen, daß sie den

Schüler befähigt, Gehörtes kritisch zu beurteilen,

aktiv nachzuvollziehen und als Anregung zu selbständigem

Gestalten anzuwenden.

An charakteristischen Hörbeispielen ist — verteilt

über vier Jahre, jedoch zusammenfassend in

der vierten Klasse — ein Einblick in die Entwicklung

der Musik in ihrer stilistischen Vielfalt zu

geben. Wichtiger als die Zahl der Werke ist die

sorgfältige Auswahl von Musik der verschiedenen

Epochen. Leben, historisches Umfeld und Werk

einzelner Komponisten sind in altersgemäßer Form

zu vermitteln.

Ein wichtiges Teilgebiet der Hörerziehung ist die

Darbietung von Musik durch Schüler, Lehrer,

außerschulische Kräfte (Musikhörstunden) und

durch audio-visuelle Medien. Theater- und Konzertbesuche

sowie die Einladung von Künstlern

können den Unterricht in wertvoller Weise bereichern.

Ausgehend von der altersgemäßen Erklärung

gebräuchlicher Instrumente sind die Schüler in die

Grundlagen der mechanischen Akustik und der

Elektroakustik einzuführen; dabei ist nicht nur auf

die Produktion von audio-visuellen Medien einzugehen,

sondern auch auf die Bedienung handelsüblicher

Geräte sowie auf deren Funktion in der heutigen

Gesellschaft. Methoden der Produktion und

Vermarktung von Musik sind aufzuzeigen.

Bei der Erarbeitung musikalischer Gliederungen

und Formen ist weniger auf eine Systematik im

Sinne einer Formenlehre Wert zu legen, als vielmehr

auf ein altersgemäßes Erfassen von Strukturen

und Verlaufsgestalten. In exemplarischen Werken

ist — verteilt über die ganze Unterstufe — die

Entwicklung der abendländischen Musik in ihrer

stilistischen Pluralität zu vermitteln.

Querverbindungen zu allen möglichen Unterrichtsgegenständen

sind herzustellen und damit

auch die Zusammenarbeit der Lehrer untereinander

zu fördern.

Auf die Musik des 20. Jahrhunderts ist dem Alter

der Schüler entsprechend einzugehen."

33. In Anlage A/ml, sechster Teil, wird beim

Pflichtgegenstand „Bildnerische Erziehung" dem

Unterabschnitt „Lehrstoff" angefügt

„3. und 4. Klasse (je 2 Wochenstunden; dazu

jeweils 2 Wochenstunden Bildnerisches Gestalten)

Zeichnen und grafisches Gestalten

Aufbauend auf die in der 1. und 2. Klasse erworbenen

Erfahrungen und Kenntnisse Erweitern und

Differenzieren gestalterischer Möglichkeiten in

zeichnerischen und grafischen Techniken.

Einbau weiterer Arbeitsverfahren, wie Zeichenkreide,

Kohle, Farbtuschen, Monotypie, Kaltnadelradierung,

Kartondruck, Collagen.

Einsatz entwicklungsgemäß motivierter Aufgaben

zur Darstellung des Körperhaften und Räumlichen

und zum Erfassen des Wesens sichtbarer

Wirklichkeit. Im Sinne der Entwicklung verstärkter

Umwelterfahrung Auseinandersetzung mit Vorgängen

und Erscheinungsbildern in der Umwelt im

Sinne eines anbahnenden Naturstudiums und Sachzeichnens.

Experimentelle Arbeit durch selbstgewählte

Aufgaben und Arbeitsverfahren zur individuellen

kreativen Auswertung von Gestaltungsmöglichkeiten.

Werkbetrachtung

Ausgehend von in der bildnerischen Arbeit

erworbenen Einsichten und Erfahrungen Besprechung

und Klärung der Sachverhalte wie Wesensunterschiede

Handzeichnung als Unikat und

Druckgrafik als Vervielfältigungsmittel. Vorstellen

der aus den eingesetzten Arbeitsverfahren resultierenden

charakteristischen Erscheinungsweisen.

Arten der Abstraktion durch Umsetzen der

Wirklichkeit bei grafischen Darstellungen sowie

Umwertung der Wirklichkeit zur bildnerischen

Form.

Farbiges Gestalten

Erweiterung der Arbeitsmittel und Arbeitsverfahren

durch Einsatz von Mischtechniken, wie Gouache

und anderes, und konsequentes Erarbeiten

differenzierter Gestaltungsweisen und Ausdruckswerte

der Farbe. Farbe als optisches Signal, Kontrastwerte

(komplementär, kalt — warm, hell —

dunkel, Qualitäts- und Simultanwirkung der Farbe)

sowie Abstufungsprozesse im Sinne von Aufhellung

oder Abstumpfung der Farben zwecks Sensibilisierung

der Farberfahrung. Einsetzen vorgegebener

Farbwerte, wie Farbpapiere, Zeitungs- und Bildausschnitte

bei Collagen, Arbeiten auf farbigen Bildgründen.

Werkbetrachtung

Ausgehend von in der bildnerischen Arbeit

erworbenen Einsichten und Erfahrungen Besprechung

und Klärung der Skala differenzierter Ausdrucksmöglichkeiten

der Farbe, Wesensunterschiede

lokalgebundenen Farbgeschehens und bildnerisch

freier Farbklänge. Anhand gut gewählter

Beispiele aus der Malerei sollen ähnliche Vorgänge

insbesondere in Hinsicht auf Realismus und

Abstraktion, Abbildung und Umwertung bzw. Verfremdung

aufgezeigt werden. Dabei sollten die

jeweils angewandten kunstterminologischen

Begriffe geklärt werden.

Plastisches Gestalten

Erweitern des Arbeitsprogrammes durch Einsatz

neuer Materialien, wie Dünnbleche, Ytong, Holz,

Gips, Kunststoffe, und der plastisch-räumlichen

Problemstellung. Besondere Beachtung von Volumen

und Raum als gestaltenden Werten im plastischen

Gebilde. Erfinden plastischer Grundwerte,

Ordnen zu Formationen und plastisch-räumlichen

Strukturen, die bereits Bezug zu architektonischen

Gebilden aufnehmen können. Erarbeiten der

Wesensunterschiede der in sich geschlossenen

Form, differenzierter Formgefüge bzw. raumoffener

Strukturen. Objektgestaltung und Montage aus

vorgefundenen Werten technischer oder naturhafter

Art.

Werkbetrachtung

Ausgehend von den im Arbeitsprogramm angebotenen

Erfahrungen und Einsichten Klärung und

Vertiefung durch Besprechung der Schülerarbeiten

und Vorstellen geeigneter plastischer Werke.

Umwertung der Wirklichkeit durch Verdichtung

der plastischen Form in der Kunst, plastische Strukturen

als Akzente in der Umwelt, Plastik im

Umraum.

Schrift

Wechselwirkung von Schriftgröße, Schriftstärke

und Farbe im Hinblick auf die Schriftgestaltung

und auf den zu gestaltenden Inhalt.

Erkennen von Ausdruckswerten der Schrift.

Verwendung verschiedener Schreibgeräte.

Architektonisches Gestalten

Erarbeiten erster Raumerfahrungen durch Erfinden

einfacher Raumformen und Ordnen hergestellter

Bauelemente zu Raumformationen im Sinne

von Architektur, Lösen einfacher tektonischer Probleme,

zB. Stabilisieren von Kartonflächen durch

Faltprozesse und Ausbilden von Tragwerken.

Werkbetrachtung

Die Raumform als tektonischer und plastischer

Wert. Erfassen von Ordnungsprinzipien, Wesensunterschiede,

Rastersystem und freie Formation in

Bauwerk und Architekturanlagen. Funktion und

Form von Gebrauchsgut (Design).

Vergleich von Bauten mit gleicher Zweckbestimmung

aus wichtigen Stilepochen anhand weniger

Beispiele.

Aneignung grundlegender Begriffe

Fassade und Baukörper, Grund- und Aufriß.

Kennenlernen der Faktoren, die das Bauen

beeinflussen. Bauen und Umwelt. Probleme des

Wohnens (Wohnformen als Lebensformen, Einrichtung

und Ausstattung einer Wohnung).

Geschlossene und offene Siedlungsformen; Hinweise

auf Freiräume, Fragen des Umweltschutzes

(zB: Zersiedlung, Verschandelung, Problematik

von Verkehrsflächen, Denkmalschutz).

Medien

Mittel der Bildgestaltung in den Bildmedien, das

Bild als Aussagemittel geistiger Anliegen, die Manipulation

der Wirklichkeit durch Veränderung der

Sicht und durch Schwerpunktverlagerung. Bildkomposition

und Ausschnitt.

Auseinandersetzung mit Film und Fernsehen und

weiteren visuellen Massenmedien zur Anbahnung

einer kritisch-selektiven Konsumhaltung."

34. In Anlage A/ml, sechster Teil, lauten die

Pflichtgegenstände „Werkerziehung" und „Leibesübungen"

„WERKERZIEHUNG

Wie Anlage A für das Realgymnasium.

LEIBESÜBUNGEN

Wie Anlage A, mit folgenden Änderungen

Im Abschnitt „Bildungs- und Lehraufgabe" ist

anzufügen

„Die rhythmische und gymnastische Erziehung

ist besonders zu berücksichtigen."

Ferner hat im Abschnitt „Lehrstoff" auch bezüglich

der 1. bis 3. Klasse die Wochenstundenangabe

zu lauten: „3 Wochenstunden"."

35. In Anlage A/m², vierter Teil, lautet der die Pflichtgegenstände betreffende Teil der Stundentafel

36. In Anlage A/m² lautet der sechste Teil

„SECHSTER TEIL

LEHRPLÄNE DER EINZELNEN UNTERRICHTSGEGENSTÄNDE

Wie Anlage A, mit folgenden Ausnahmen

MATHEMATIK

Wie Lehrplan des Gymnasiums, Anlage A.

MUSIKERZIEHUNG

Bildungs- und Lehraufgabe

Musikerziehung hat die Aufgabe, alle musikalischen

Anlagen und Fähigkeiten des Schülers unter

Berücksichtigung der akustisch-musikalischen

Umwelt zu wecken und zu fördern. Dabei ist auf

die besondere Eigenart des Schülers Bedacht zu

nehmen.

Ziel des Unterrichts ist es, den Schüler

— zum vokalen und instrumentalen Musizieren,

— zum bewußten Hören,

— zu kreativem Gestalten,

— zur Bewegung zur Musik und

— zu grundlegenden Einsichten in musikalische

Zusammenhänge

zu führen.

Aktive Musikpflege und schöpferisches Musizieren

sollen der Persönlichkeitsbildung und einem

sinnvollen Freizeitverhalten dienen. Das Bemühen

um eine Bereicherung individueller Erlebnisfähigkeit

ist ein zentrales Anliegen des Musikunterrichtes.

Lehrstoff

1. Klasse (3 Wochenstunden)

Singen, Musizieren, Gestalten

Von der vokalen Musizierpraxis ausgehend

gezielte Stimmbildung, Sprechpflege und Sprecherziehung

als Grundlage eines kultivierten Singens.

Einstimmige Lieder, einfache mehrstimmige

Liedsätze, Kanons und Volkslieder. Einbeziehung

von Instrumenten zur klanglichen Bereicherung.

Gemeinsame Erfindungsübungen; Gruppenimprovisation

als Anregung zu kreativem Gestalten.

Umsetzen geeigneter Musik in Bewegung und

Tanz. Erfassen und Darstellen musikalischer

Gestaltungsprinzipien durch Bewegung.

Hörerziehung und Musikkunde

Vertrautmachen mit den Grundbegriffen der elementaren

Musiklehre am Notenbild des Sing- und

Spielgutes.

Ton, Klang, Geräusch

Metrum, Rhythmus, Takt, Notation; Pentatonik,

Intervalle, Konsonanz und Dissonanz, Dur- und

Molltonleitern; Einführung in die Akkordlehre;

Dynamik; Tempoangaben; melodisch-rhythmische

Entwicklungselemente und daraus resultierende

formale Gliederungen (Wiederholung, Reihung,

Wiederkehr, Variation, Sequenz, Imitation).

Ausgewählte Werke bedeutender Komponisten

in Verbindung mit Lebensbildern. Hinweis auf die

vielfältigen Funktionsbereiche der Musik.

Die menschliche Stimme; bekannte Instrumentenfamilien.

2. Klasse (3 Wochenstunden)

Singen, Musizieren, Gestalten

Aufbauend auf die vokale Musizierpraxis der

1. Klasse Stimmbildung und Sprecherziehung unter

Berücksichtigung des Stimmwechsels. Einstimmige

Lieder; zwei- und mehrstimmige Liedsätze aus dem

deutschsprachigen Raum und anderen Ländern.

Klangliche Bereicherung durch Verwendung von

Instrumenten unter Berücksichtigung stilistischer

Gesichtspunkte; Bildung von Klassenspielgruppen.

Fortsetzung der musikalischen Tanz- und Bewegungserziehung.

Freie und gebundene Bewegungsimprovisation.

Verständnis für Erscheinungsformen zeitgenössischer

Musik durch Klangexperimente und schöpferisches

Gestalten.

Hörerziehung und Musikkunde

Erweiterung der musikalischen Grundbegriffe.

Quintenzirkel; Haupt- und Nebendreiklänge, einfache

Kadenzen; die Intervallbestimmung; der

Dominantseptakkord; Tonsysteme.

Grundlagen der, Tonerzeugung; Bauweise und

Einteilung der Orchesterinstrumente mit Hinweisen

auf ihre Entwicklung.

Der Aufbau der Orchesterpartitur.

Die menschliche Stimme (Stimmlagen, Gattungen,

Ausdrucksbereiche).

Formale Gliederungen (Da-capo-Form, Rondo,

Ritornell, Reihenform).

Ausgewählte Hörbeispiele aus verschiedenen

Stilepochen mit Hinweisen auf Leben und Schaffen

der betreffenden Komponisten.

Musik und ihre Stellung in der Gesellschaft.

Handhabung handelsüblicher Geräte zur Aufnahme

und Wiedergabe von Musik.

3. Klasse (4 Wochenstunden)

Singen, Musizieren, Gestalten

Weiterführung der Stimmbildung und der

Sprechpflege unter Berücksichtigung des Stimmwechsels.

Gesteigerte Anforderungen im vokalen

und vokal-instrumentalen Musizieren.

Fortführen der Tanz- und Bewegungserziehung;

Erfinden von Bewegungsabläufen zu Musik.

Hörerziehung und Musikkunde

Kritische Auseinandersetzung mit der zeitgenössischen

Unterhaltungsmusik anhand von Tonträgern

und eigenem Singen und Musizieren.

Experimentieren mit Klängen zum bewußten

Hören von musikalischen Strukturen. Tonale und

freitonale Melodik und Harmonik. Bildung von

Klangflächen; Nebenseptakkorde, erweiterte

Kadenzen.

Exemplarisches Vorstellen vokaler und instrumentaler

Formen und Gattungen wie Kunstlied,

Ballade, Oper, Singspiel, Operette, Musical, Programmusik.

Die gesellschaftliche Funktion der Musik im

Wandel der Zeiten; die soziale Stellung des Komponisten.

Kammermusik- und Orchesterbesetzungen;

Instrumentalgruppen der Unterhaltungsmusik.

Besprechung und Handhabung elektronischer

und elektroakustischer Musikinstrumente.

Wirkung von Musik (Manipulation, Werbung,

Therapie).

Hinführen zum Verständnis für einzelne Musikepochen

und deren stilistische Merkmale.

4. Klasse (4 Wochenstunden)

Singen, Musizieren, Gestalten

Weiterführung der Stimmbildung und der

Sprechpflege mit Einbeziehung der Mutanten.

Fortsetzung des vokalen und vokal-instrumentalen

Musizierens.

Wiederholung des bereits bekannten Liedgutes

unter besonderer Berücksichtigung der Lieder für

den geselligen Kreis, Worksongs, Spirituals ua.

Melodieerfindungen zu selbsterfundenen Texten.

Anregung zur Bildung und Weiterführung von

Musiziergruppen.

Bewußtmachen und praktisches Erarbeiten musikalischer

Strukturen und Klangverläufe, besonders

zur Vorbereitung des Verständnisses neuer Musik

(Spannung, Lösung, Symmetrie, Asymmetrie, Kontrast-

und Übergangsdynamik, Steigerung, Rückbildung

ua.).

Bewegungserziehung mit besonderem Schwerpunkt

auf Verbindung von Tanz und Musik (österreichische

Volkstänze, Folklore, historische und

moderne Tänze).

Hörerziehung und Musikkunde

Wiederholen und Vertiefen der allgemeinen

Musiklehre.

Übersichtliche Darstellung der Entwicklung der

europäischen Musik anhand instruktiver Hörbeispiele.

Üben im Partiturlesen.

Musikalische Formen wie Suite, Konzert, Sinfonie,

Formen der sakralen Musik; homophone und

polyphone Musik.

Die wichtigsten Gattungen der zeitgenössischen

Unterhaltungsmusik (Jazz, Pop, Rock ua.).

Entwicklung einer kritischen Haltung im Bereich

des Musikkonsums.

Information über Musikberufe und die Möglichkeit

musikalischer Weiterbildung.

Die Stellung Österreichs im internationalen

Musikleben.

Didaktische Grundsätze

Vorbemerkung: Im Mittelpunkt der Musikerziehung

steht das musikalische Handeln. Die Förderung

der musikalischen Anlagen des Schülers ist

eine zentrale Aufgabe dieser musischen Sonderform

und wird erreicht durch

— eigenständiges musikalisches Nachgestalten

und Gestalten,

— bewußtes Aufnehmen von Musik,

— kritische Auseinandersetzung mit Musik.

Musikerziehung dient der Entwicklung der

Gesamtpersönlichkeit und entfaltet die

— emotionalen,

— kreativen,

— psycho-motorischen,

— sozialen und

— kognitiven Fähigkeiten.

Ausgehend von den unterschiedlichen musikalischen

Voraussetzungen der Schüler ist von Anfang

an die Fähigkeit zur Rücksichtnahme auf einzelne

und die Gruppe beim gemeinsamen Musizieren zu

fördern.

Vokales und instrumentales Musizieren

Da der Klassengesang einen breiten Raum einnimmt,

ist auf gepflegtes Singen zu achten. Mängel

(Schreien, falsche Atmung, schlechte Textaussprache

ua.) sollen erkannt und nach Möglichkeit behoben

werden. Dazu ist die stetige, in Beziehung zum

Liedgut stehende Stimmbildung und Sprechpflege

erforderlich. Unerläßlich ist das Beispiel des Lehrers

(Vorsingen, Gegenüberstellen von falsch und

richtig).

Mutanten sollen vom Klassengesang nicht ausgeschlossen

werden, doch darf ihnen nur der Tonumfang

zugemutet werden, den sie mühelos bewältigen.

Der Tonumfang der Schüler soll durch gezielte

Stimmbildungsübungen behutsam erweitert werden.

Entsprechend dem Leistungsvermögen der

Klasse kann das Liedgut fallweise nach oben oder

unten transportiert werden.

Bei der Liedauswahl soll sich der Lehrer auch am

Lebens- und Interessensbereich der Schüler orientieren.

Das Singen nach Noten und das eigenständige

Erarbeiten von Liedern sind anzustreben.

Lieder sind in vielfältiger Weise zu wiederholen;

eine angemessene Anzahl davon ist auswendig zu

singen.

Alle Schüler sind ihrem Ausbildungsstand entsprechend

zum instrumentalen und vokal-instrumentalen

Musizieren heranzuziehen. Instrumentalstimmen

sollen außerhalb der Unterrichtszeit geübt

werden.

Möglichkeiten zum instrumentalen Gruppenmusizieren

im Unterricht und außerhalb der Schule

sollen gefördert werden.

Die dazu erforderliche Zusammenarbeit mit den

Instrumentallehrern ist anzustreben,

Hörerziehung

Hörerziehung ist als Unterrichtsprinzip aller

Teilbereiche der Musikerziehung zu verstehen. Das

musikalische Vorstellungsvermögen ist von Anfang

an zu üben und weiterzuentwickeln. Singen und

instrumentales Musizieren, Übungen im Intervall-,

Akkord- und Klangfarbenhören und im Erfassen

von Rhythmen sollen zu differenziertem Hören

führen.

Hörerziehung ist so durchzuführen, daß sie den

Schüler befähigt, Gehörtes kritisch zu beurteilen,

aktiv nachzuvollziehen und als Anregung zu selb-

ständigem Gestalten anzuwenden. Alle Übungen

zur Hörerziehung sind den durchschnittlichen

Fähigkeiten der Klasse anzupassen.

Ein wichtiges Teilgebiet der Hörerziehung ist die

Darbietung von Musik durch Schüler, Lehrer,

außerschulische Kräfte (Musikhörstunden) und

durch audio-visuelle Medien. Theater- und Konzertbesuche

sowie die Einladung von Künstlern

können den Unterricht in wertvoller Weise bereichern.

Durch die Kenntnis der Vielfalt der musikalischen

Erscheinungsformen soll der Schüler befähigt

werden, sich ein eigenständiges Urteil über die ihn

umgebende Musik zu bilden.

Weitere Aspekte der Hörerziehung sind

— Mitlesen verschiedener Notationsarten,

— Erfassen von Merkmalen verschiedener musikalischer

Stilepochen,

— kritische Einstellung zu — und sinnvoller

Umgang mit — den Medien.

Bewußtes Hören ist als Hilfe bei der Konfrontation

mit der zunehmenden Reizüberflutung zu verstehen.

Kreatives Gestalten

Das schöpferische Gestalten ist in allen Bereichen

der Musikerziehung zu berücksichtigen.

Stimmungen und Gefühle, programmatische Themen

aus literarischen Vorlagen sowie Ereignisse

und Handlungsabläufe sind vielfach Anregung und

Hilfe zu improvisatorischer Gestaltung. Konkrete

Beispiele wären unter anderen

— Motive erfinden und erweitern,

— Erfinden von Texten und Melodien,

— Themen variieren,

— Improvisieren über vorgegebene Akkorde,

— Erweitern und Variieren gegebener oder erfundener

Rhythmen,

— Improvisieren von Klangfarben und Klangflächen.

Alle vokalen und instrumentalen Möglichkeiten

sollen dabei genützt werden.

Musik und Bewegung

In der Bewegungs- und Tanzerziehung soll dem

Bewegungs- und Ausdrucksbedürfnis der Schüler

in Verbindung mit Musik entsprochen werden.

Dadurch ist den Schülern ein weiterer Zugang zur

Musik und ein individuelles Körperbewußtsein zu

erschließen. Der Spontaneität ist ausreichend Raum

zu geben. Musik soll in Bewegung und Bewegung

in Musik umgesetzt werden.

Ausgehend von der Orientierung in Raum und

Zeit soll die Erarbeitung von Grundlagen der elementaren

Musiklehre (Rhythmus, Takt, Metrum,

Melodie usw.) mit Bewegung verbunden und gefestigt

werden. Über einfache Bewegungsformen und

Tanzschritte ist bis zu fixierten Tanzformen hinzuführen.

Bewegungs- und Tanzerziehung ist nicht

mit Tanzunterricht im eigentlichen Sinn zu verwechseln.

Querverbindungen zu Leibesübungen sind herzustellen.

Musikkunde

In der Musikkunde ist stets von der praktischen

Erfahrung auszugehen. Sie ist in engem Zusammenhang

mit dem Sing- und Spielgut und mit der

Hörerziehung zu erarbeiten.

Zu den Teilbereichen der Musikkunde gehören

— Musiklehre,

— Formenlehre,

— Akustik und Instrumentenkunde,

— Musikgeschichte,

— Musik und Technik.

Die elementaren Begriffe der Musiklehre sind in

der 1. und 2. Klasse zu erarbeiten und in den folgenden

Klassen zu erweitern und zu festigen.

Die vielfältigen Möglichkeiten der Koordination

von Unterrichtsinhalten in Musikkunde und Instrumentalmusik

sollen wahrgenommen werden.

Die Entwicklung der Musik und ihre stilistische

Vielfalt soll an charakteristischen Beispielen aufgezeigt

werden. Wichtiger als die Zahl der Werke ist

die sorgfältige Auswahl der Hörbeispiele. Leben,

historisches Umfeld und Werke einzelner Komponisten

sind in altersgemäßer Form zu vermitteln.

Ausgehend von der altersgemäßen Erklärung

gebräuchlicher Instrumente sind die Schüler in die

Grundlagen der mechanischen Akustik und der

Elektroakustik einzuführen; dabei ist nicht nur auf

die Produktion von audio-visuellen Medien einzugehen,

sondern auch auf die Bedienung handelsüblicher

Geräte sowie auf deren Funktion in der heutigen

Gesellschaft. Methoden der Produktion und

Vermarktung von Musik sind aufzuzeigen. Aufnahmetechnisches

Experimentieren und Tonbandmontagen

sind in den Unterricht einzubeziehen.

Querverbindungen zu allen in Betracht kommenden

Unterrichtsgegenständen sollen — auch im

Projektunterricht — einen kulturellen Überblick

geben und die Zusammenarbeit der Lehrer fördern.

INSTRUMENTALMUSIK

Wie für den Freigegenstand Instrumentalmusik

am Gymnasium, Anlage A, jedoch im Ausmaß von

2 Wochenstunden und mit folgender Ergänzung

der Bildungs- und Lehraufgabe

„Durch die Zielsetzung des Pflichtgegenstands

Instrumentalmusik soll die besondere Berücksichtigung

der musischen Ausbildung auch am Instrument

dokumentiert werden."

BILDNERISCHE ERZIEHUNG

1. und 2. Klasse (je 2 Wochenstunden: wie

Lehrplan des Realgymnasiums, Anlage A; je

5 Wochenstunden: wie Lehrplan des Realgymnasiums,

Anlage A, darüber hinaus)

Bildnerische Arbeit

Kennenlernen einfacher bildnerischer Vorgänge.

Beachtung von Klarheit und Ordnung des Bildgefüges

durch Abstimmung von Haupt- und Nebensache,

eingebunden in Themen kindlicher Vorstellungsbereiche.

Zeichnen und Druckgrafik: Zeichnen mit verschiedenen

Materialien (Bleistift, Feder ua.).

Papierschnitte, Kordeldruck, Materialdruck, Kartonschnitt

sowie einfache Hochdruckverfahren wie

Linolschnitte.

Erproben der Wirkung bei Hand- und Maschindruck,

verschiedenen Papieren ua.

Schrift: Schreibschrift; Blockschrift. Entwickeln

klarer Buchstabengestalt, ausgewogener rhythmischer

Buchstabenfolgen und der Gestaltungsweise

von Schriftflächen (symmetrische oder asymmetrische

Anordnung) unter Anwendung verschiedener

Materialien.

Farbiger Bereich — Malerei: Abstimmung der

Themen auf bestimmte Farbklänge und Farbmischungen

(kalt — warm, farbig, monochrom),

Wechsel der Bildformate und der Maltechnik

(Tempera, Gouache); fallweises Anwenden anderer

Verfahren (Schneiden, Reißen mit buntem Papier),

Kratztechnik ua.

Plastischer Bereich: Gestalten von körperhaften

Gebilden (Formen, Abtragen, Montieren); Relief,

Vollplastik, hohlplastische Form. Einführung in die

Besonderheiten der Eigenschaften spezieller Materialien

(Papier, Ton, Gips, Draht, Styropor ua.).

Anwenden additiver und subtraktiver Arbeitsweisen.

Werkbetrachtung

Regelmäßiges Betrachten und Besprechen der

unmittelbar vorher angefertigten Schülerarbeiten

hinsichtlich der Lösung gestellter Aufgaben.

Vorstellen geeigneter Werke aus Kunst und

Umwelt, die ähnliche Probleme in Technik, Verfahren

und Gestaltung aufweisen. Erörterung fachlicher

Grundprobleme (zB Original und Reproduktion,

Linien- und Flächenschnitt, Farbklang, Farbkontrast,

Farbordnung, Vollplastik, Relief ua.).

Aufschließen des Interesses für Grafik, Malerei,

Schrift und Plastik aus Gegenwart und Vergangenheit.

3. und 4. Klasse (je 2 Wochenstunden: wie

Lehrplan des Realgymnasiums, Anlage A; je

6 Wochenstunden: wie Lehrplan des Realgymnasiums,

Anlage A, darüber hinaus)

Bildnerische Arbeit

Aufbauend auf die in der 1. und 2. Klasse erworbenen

Erfahrungen und Kenntnisse: Erweitern und

Differenzieren gestalterischer Möglichkeiten. Im

Sinne der Weiterentwicklung verstärkter Umwelterfahrung

Einsetzen der Darstellung von Körper

und Raum.

Auseinandersetzungen mit Vorgängen und

Erscheinungsbildern der Umwelt im Sinne eines

beginnenden Naturstudiums und Sachzeichnens.

Zeichnen und Druckgraphik: Federzeichnung,

Kohlezeichnung, Einsetzen anspruchsvoller grafischer

Techniken wie Monotypie, Hoch- und Tiefdruckverfahren

(Kaltnadelradierung). Im körperlich-

räumlichen Bereich Finden von Tonwerten

durch Linienverbände oder Punktgefüge (Verdichten,

Streuen). Verwendung verschiedener Druckpapiere,

allenfalls Zweifarbendruck.

Schrift: Wechsel von Schriftgröße und Schriftstärke

in bezug auf die Gesamtwirkung des Schriftbildes.

Anstreben der Einheit von Schriftart, Farbe,

Form und Inhalt. Gelegentliches Ausschneiden und

Montieren der Buchstaben aus Zeitschriften zur

rascheren Übung rhythmischer Schriftblöcke.

Farbiger Bereich — Malerei; ausgehend von elementaren

Gesetzmäßigkeiten: Farbe im Dienste des

körperhaften und räumlichen Gestaltens.

Grundfarben, Sekundärfarben, ihre Abfolge im

Farbkreis. Aufhellung und Trübung der rein-bunten

Farben. Abstufung, Mischung mit den Nachbarfarben

im Farbkreis. Kontraste, Farbfamilien,

Verdichtung und Sensibilisierung für Farbtonunterschiede

durch Beschränkung der Palette (zur

Modellierung, Transparenz, Raumwerte der Farbe

ua.).

Deckfarben, Farbpapiere (für Collagen), lasierender

Farbauftrag ua.

Plastik: Erweitern der räumlich-plastischen

Gestaltungsmöglichkeiten.

Besondere Bedeutung von Volumen und Raum

im plastischen Gebilde.

Erarbeiten der dem Material gemäßen Form und

Ausdrucksmöglichkeit. Verfeinerung der Oberflächenbehandlung.

Einsatz neuer Materialien, wie

leicht zu bearbeitende Metalle, Dünnblech, Draht,

Ytong, Holz, Gips ua. Objektgestaltung und Montage

aus vorgefundenen Formen (Naturobjekte und

Industrieabfälle).

Architektur: erste Raumerlebnisse durch vorgeformte

oder selbst hergestellte Bauelemente an veränderbaren

und begehbaren Raumgebilden.

Medienkunde: Mittel der Bildgestaltung in Zeitung,

Zeitschrift, Verpackung, Film und Fernsehen.

Zeigen der spezifischen Gestaltungselemente in

Hinblick auf die von Medien verlangte Aufgabe

(Layout, Bildkomposition und Ausschnitt, Aufnahmetechnik,

Kamerabewegung ua.).

Werkbetrachtung

Betrachtung und Besprechen der Schülerarbeiten.

Vorstellen geeigneter Werke aus Kunst und

Umwelt, die ähnliche Probleme wie jene der praktischen

Arbeit aufweisen, zB Hoch- und Tiefdrucke,

Künstlerhandzeichnungen und ihre verschiedenen

Zwecke und Aufgaben (Entwurf, Studie, Skizze);

Sinnbild, Abbild, Raumwirkungen der Farbe, Erörtern

fachlicher Begriffe der Farbe, Beziehung von

Plastik und Umraum; Funktion, Zweck und Form

von Bauwerken; Medienkunde, an motivierten Filmen

herangetragen (Werbefilm, Trickfilm ua.).

Kennenlernen der Faktoren, die das Bauen

beeinflussen; Bauen und Umwelt; Probleme des

Wohnens (Wohnformen als Lebensformen, Einrichtung

und Ausstattung einer Wohnung).

Aufschließen des Interesses für Grafik, Schrift,

Malerei, Plastik, Architektur und Medienkunde."

37. In Anlage A/sp, sechster Teil, treten an die

Stelle des Einleitungssatzes folgende Bestimmungen

„Wie Lehrplan des Realgymnasiums, Anlage A,

mit folgenden Abweichungen

MATHEMATIK

Wie Lehrplan des Gymnasiums, Anlage A.

WERKERZIEHUNG

Wie Lehrplan des Gymnasiums, Anlage A."

38. In Anlage A/sp, sechster Teil, wird beim

Pflichtgegenstand „Leibesübungen" dem Unterabschnitt

„Lehrstoff" angefügt

„3. und 4. Klasse (je 8 Wochenstunden)

Motorische Grundlagen

An die gesteigerte Leistungsfähigkeit angepaßtes

Fortführen der im Lehrstoff der 1. und 2. Klasse

enthaltenen Lerninhalte zur Erhaltung/Verbesserung

der motorischen Eigenschaften und diesbezüglicher

Kenntnisse.

Ausdauer

Fortführung der Verbesserung der allgemeinen

Ausdauer

Durch abwechslungsreich-spielerische Belastung

(Puls zwischen 140 und 180/min).

Annähernd gleichmäßige Belastung mit erhöhten

Anforderungen durch Läufe im Gelände mit

freier Tempowahl, Gymnastik mit Musik, Zirkeltraining;

Fahrtenspiel, Schwimmen, Skilanglauf,

Wandern, Orientierungslauf, bewegungsreiche

Ballspiele,.. .

Fortführung der Verbesserung der spezifischen

Ausdauer, zB: Schnelligkeitsausdauer (anaerob)

Belastungen im Laufen, Springen, Schwimmen,

Skilanglauf,... (Pulsfrequenz zwischen 160 und

190).

In Form von Fangspielen, Wettläufen, Staffeln,

bewegungsreichen Ballspielen.

Kraft

Weitere Verbesserung der Kraft aller wesentlichen

Muskelgruppen.

Besondere Berücksichtigung der Schnellkraft der

Beinstreck-, Rumpf-, Schulter- und Armmuskulatur

— durch Springen

Weit- und Hochsprünge;

Sprünge auf und über Hindernisse, Strecksprünge, ...

— durch Steigen

auf und über Hindernisse,. . .

— durch Klettern und Hangeln

auf Stangen, Tauen, Leitern, Sprossenwand,

Wanderklettern,. . .

Überdrehen, Klimmzüge (im Hangstand)

— durch Stützen

Stützsprünge an Sprossenwand, Reck; mit

Partner,. . .

Laufen auf allen Vieren, Liegestütz, Schubkarrenfahren, . . .

— durch Beugen und Strecken in der Hüfte

Aufrichten aus der Rückenlage mit

gebeugten Beinen und rundem Rücken, Beinkreisen

im Schwebesitz,. . .

Heben des Oberkörpers oder der Beine aus

der Bauchlage,. . .

— durch Ziehen und Schieben

Tauziehen, Gegenstände, Partner,. . .

Weitere kräftigende Übungen mit Medizinbällen,

Langbänken, Partnern, Sprossenwand,. . .

Schnelligkeit

Weiteres Verbessern der Aktions-, Reaktions- und

Kraftschnelligkeit.

Motorische Beantwortung von optischen, akustischen

und taktilen Signalen durch Weiterführung

und Intensivierung der im Lehrplan der 1.

und 2. Klasse angeführten Übungen.

Gelenkigkeit

Weiteres Erhalten und Verbessern der Gelenkigkeit

in allen wesentlichen Gelenksystemen: Schulter-

gelenk, Hüftgelenk, Kniegelenk, Sprunggelenk;

Wirbelsäule; durch Pendeln, Schwingen, Kreisen,

Dehnen (aktiv und passiv); Stretching.

Kein Kopf-, Beckenkreisen.

Gleichgewicht

Weiteres Erhalten und Verbessern des statischen

und dynamischen Gleichgewichts sowie des Balancierens

von Geräten durch Fortführung und

Intensivierung der im Lehrplan der 1. und

2. Klasse angeführten Übungen und Übungsreihen.

Skilauf, Eislauf, Rollschuhlauf; Trampolinspringen;

Balancieren auf Langbänken, Schwebebalken.

Gewandtheit und Geschicklichkeit

Weiteres Erhalten und Verbessern der Bewegungskoordination

und Ökonomisierung der Bewegung

durch Vermittlung reicher Bewegungserfahrung

und Selbständigkeit im Lösen bekannter und neuer,

verschiedenartiger Bewegungsaufgaben mit dem

Ziel der Beherrschung vielseitiger Bewegungsfertigkeiten.

Gestaltungsfähigkeit

Verbessern der schöpferischen Eigentätigkeit

(Kreativität) im Variieren, Kombinieren und Erfinden

von Bewegungen; Verbessern der Fähigkeit,

Erlebnisse, Stimmungen und Gefühle in der Bewegung

zum Ausdruck zu bringen

Gymnastik mit Musik, Tanz,. . .

Verbessern der Fähigkeit zum Setzen taktischer

Maßnahmen

Im Mannschaftsspiel und Einzelwettkampf.

Spezifische Kenntnisse

Vertiefung der im Lehrplan der 1. und 2. Klasse

vorgesehenen und durch unmittelbare Erfahrung

erworbenen spezifischen Kenntnisse

— über Grundlagen motorischer Leistungsfähigkeit

(motorische Eigenschaften, motorische Fertigkeiten);

— über grundlegende Maßnahmen der Leistungsverbesserung/

Training (Kraft, Ausdauer,

Schnelligkeit,. . .); Ernährung, Ermüdung;

Hygiene;

— über Ursachen und Prophylaxe von Haltungsschwächen;

einfache Leistungs- bzw. Fitneßtests;

— über sportorganisatorische Grundfragen (Wettkampfbestimmungen;

Spielregeln; Organisation

und Durchführung von Wettkämpfen und

Spielfesten);

— über sportspezifische Ausrüstung;

— über Sport und Gesellschaft (Familie, Beruf,

Freizeit, Politik, Massenmedien, Wirtschaft, . . .).

Spiele

Spontanes und kreatives Spielen

im Hinblick auf

— materiale Erfahrungen (Fahrradschläuche, Luftballons, . . .);

— soziale Erfahrungen (Vertrauensspiele, Kooperationsspiele, . . .);

— personale Erfahrungen (Körpererfahrungen,

wie Körperfunktionen wahrnehmen; Sinneserfahrungen

machen, . . .).

Kleine Spiele (Abschießspiele, Schnappballspiele,

Laufspiele, . . .)

Weiterführen der Kleinen Spiele mit gesteigerten

Anforderungen im Hinblick auf Schnelligkeit,

Geschicklichkeit, Koordination, Kraft, Reaktion,

Regelverständnis und Kooperationsbereitschaft.

Torballspiele, Rückschlagspiele

Vorbereiten auf die Sportspiele im Hinblick auf

vielfältige Situationen und sportspezifische Fertigkeiten.

Sportspiele (Fußball, Handball, Basketball, Volleyball,

Faustball,. . .) im Hinblick auf

— Erwerben, Festigen und Verbessern sportartspezifischer

Techniken;

— Vertiefen des Spiel- und Regelverständnisses;

— Einführen in technisch-taktische Grundformationen;

— Anwendung einfacher taktischer Konzepte.

Spezifische Kenntnisse

— Das eigene Verhalten und das der Partner im

Hinblick auf Zielsetzung und Erfolg prüfen

können;

— Spiele organisieren und leiten können;

— Schiedsrichterzeichen verstehen und anwenden

können;

— Regeln nach unterschiedlichen Spielinteressen

und unterschiedlichem Spielkönnen verändern

können;

— sportartspezifische Geräteausrüstung und Kleidung

kennen.

Boden- und Gerätturnen

Gezieltes Sammeln von Bewegungserfahrungen

Erweitern und Festigen der bisher erworbenen

motorischen Fertigkeiten zur Bewußtmachung

der Körperlage bzw. Orientierung im Raum

sowie zur Erfahrung des ökonomischen Krafteinsatzes

und des Materials.

Möglichkeiten der eigenständigen Entwicklung

von Problemlösungsstrategien durch bewegungsoffene

Unterrichtsgestaltungen hinsichtlich

geräteturnspezifischer Bewegungsabläufe.

Hindernisturnen

Komplexe und kombinierte Formen des Überwindens

von Hindernissen beim Turnen an

Gerätebahnen und Gerätekombinationen.

Schaukeln und Schwingen

An verschiedenen Geräten mit Rotationen um

die Längsachse und um die Querachse als

Abgänge.

Rollen

Rollen vorwärts, rückwärts und seitswärts in

Variationen und Verbindungen, auch als Spielform

(Doppel-, Dreierrolle,. . .).

Rollen mit Flugphasen aus dem Stand und aus

dem Anlauf (Sprungrolle, Flugrolle).

Rolle rückwärts über den flüchtigen Handstütz

(Handstand). Auch Judorolle; Fallübungen.

Stände

Handstütz (Handstand) mit erhöhten Anforderungen,

auch in Übungsverbindungen.

An verschiedenen Geräten (Barren, Reck,

Kasten, Ringe, Schwebebalken).

Allenfalls „Schweizerhandstand".

Überschläge

Freie Überschläge (Salti vorwärts, rückwärts,

seitwärts), auch auf, über und von Geräten.

Auch mit Absprunghilfen (Minitrampolin,. . .).

Sprünge

Freie Sprünge.

Unter veränderten und erschwerten Bedingungen.

Auch mit Absprunghilfen.

Stützsprünge.

Festigen der erlernten Stützsprünge (mit und

ohne Drehung um eine Stützhand, Steigern

der Schwierigkeit durch Erhöhen der

Geräte,...).

Auf-, Ab-, Um- und Unterschwünge

Festigen der bisher erlernten Übungen.

Umschwünge [zB Spreizumschwung vorlings

vorwärts („Mühlwelle"), Kniehangumschwung

rückwärts mit beiden Beinen („Sitzwelle")].

Kippen, (zB Kippen als Aufschwung am Stufenbarren,

Reck, Barren,. ..).

Felgbewegungen als Aufgänge und Umschwünge

an Geräten (Reck, Barren, Ringe).

Wenden, Kehren, Flanken als Abgänge von

verschiedenen Geräten.

Übungsverbindungen mit unterschiedlichen

Auf- und Abgängen.

Schwebegehen

Gehen und Drehen, Sprünge und Halten mit

gesteigerten Anforderungen (zB auf erhöhter

Unterstützungsfläche,. . .).

Festigen der Übungsverbindungen aus dynamischen

und statischen Teilen auch mit Auf- und

Abgängen.

Spezifische Kenntnisse

Umgang mit Geräten/Fachsprache

Selbständige Organisation des Auf- und Abbaues

von Geräten und Gerätekombinationen.

Übungsbeschreibungen (Fachsprache) lesen und

verstehen können.

Allenfalls Formen des programmierten Unterrichts

(etwa als Stationsbetrieb) kennen und

durchführen können.

Helfen und Sichern

— sachgerechtes Sichern und Helfen; auch Wecken

des Verantwortungsgefühles für den Mitschüler

und des Verständnisses für unterschiedliche

Leistungsfähigkeit.

— Erweitern der Kenntnisse über Helfen und

Sichern, elementare Kenntnisse der Ersten

Hilfe sowie über spezifische Unfallgefahren

(Bergen, Lagern, einfache Versorgung von

Sportverletzungen, auch im Hinblick auf

andere Sportarten).

— Bewegungsabläufe beim Partner beobachten

und korrigieren lernen.

Leichtathletik

Fortführen der im Lehrplan der 1. und 2. Klasse

angeführten Übungen im Laufen, Springen, Werfen

und Stoßen mit erhöhten Anforderungen hinsichtlich

Form und Leistung.

Übungen zur Erweiterung der Bewegungserfahrung

und Bewegungskoordination, sowie Verbesserung

der leistungsbestimmenden Faktoren in bezug

auf

— Schnelligkeit

zB fliegende Sprints (bis 30 m).

— Schnelligkeitsausdauer

zB. Steigerungsläufe, Sprints (bis 100 m), Intervalläufe.

— Ausdauer

zB Verbesserung der aeroben Ausdauer durch

Läufe in der Bahn und im Gelände, Festigung

des Tempogefühls.

— Kraft

zB durch Springen, Steigen, Beugen und Strecken

in der Hüfte, Ziehen und Schieben, Klettern

und Hangeln, Stützen.

— Gewandtheit

zB Läufe über Hindernisse, Staffelläufe, Läufe

in Geländeformen (Fahrtspiel).

Lauf

Verbesserung der Lauftechniken

Sprint.

Dauerlauf.

Hürdenlauf.

Start (Hoch- und Tiefstart).

Sprung

Verbesserung der Sprungtechniken.

Weitsprung (zB Schwebehangsprung, Schrittweitsprung,

Laufsprung).

Hochsprung (zB Scherhochsprung, Flop,

Straddle).

Stabhochsprung.

Wurf/Stoß

Wurf (Schlagballweitwurf, Speerwurf, Diskuswurf).

Stoß.

Mit Schwerbällen, Kugeln, Medizinbällen,. . .

Mit geeigneten Behelfsgeräten bis 5 kg.

Spezifische Kenntnisse

Selbständige Durchführung einfacher Wettkämpfe

und Übernahme der Kampfrichtertätigkeit.

Mehrkämpfe in verschiedenster Form aus den

Bereichen Lauf, Sprung, Wurf/Stoß (zB Hindernislauf,

Fünfsprungserie, Medizinballstoßen) bis

zu den Wettkampfformen der jeweiligen Altersstufe.

Kenntnisse und Betreuung von Übungsstätten und

Geräten

Richtige Handhabung der Geräte (Startmaschinen,

Startklappe, Stoppuhr, Maßband,. . .).

Instandhaltung der Übungstätten wie Sprunggrube,

Sprungmatten, Stoßkreis, usw.

Der Erwerb des ÖSTA-Jugend-Sportabzeichens ist

anzustreben.

Schwimmen

Fortführen der im Lehrplan der 1. und 2. Klasse

angeführten Übungen im Schwimmen, Wasserspringen,

Tauchen und Spielen im Wasser hinsichtlich

Form und Leistung sowie Verbesserung

der leistungsbestimmenden Faktoren in Bezug

auf

— Schnelligkeit

Sprintstrecken bis 15 m (auch in Form von

Intervallen).

— Gewandtheit

Reaktionsübungen im und ins Wasser.

— Ausdauer

Schwimmen über längere Strecken ohne

Schnelligkeitsanforderungen.

— Kraft

Schwimmen unter erschwerten Bedingungen

(zB. Paddels, Zugbojen).

Bewegen und Spielen im und unter Wasser

Fang- und Tauchspiele mit und ohne Geräte.

Geeignete Geräte sind zB Luftballon:, Bälle,

Ringe, Autoschläuche, Brett, Luftmatratze, . . .).

Kennenlernen des Kunstschwimmens.

Ballspiele im Wasser (auch Wasserball mit vereinfachten

Regeln, Wasservolleyball).

Tauchen

Streckentauchen bis etwa 15 m.

Tieftauchen bis etwa 3 m.

Auch mit Hilfsmitteln (zB ABC-Ausrüstung).

Schwimmtechniken

Verbessern der drei mit dazugehörigem Start

und Wende.

Einführung in die vierte Schwimmtechnik.

Staffelformen.

Wettkampfschwimmen.

Wasserspringen (auch vom 1-m- oder 3-m-Brett)

Einfache Fußsprünge.

Abfaller vorwärts und rückwärts.

Kopfsprünge aus dem Stand oder Anlauf.

Kopfsprung rückwärts.

Salto vorwärts, Salto rückwärts aus dem Stand

oder Anlauf (auch vom 1-m- und 3-m-Brett).

Mit halber bzw. ganzer Drehung um die

Längsachse.

In gehockter, gestreckter und gehechteter

Form.

Rettungsschwimmen

Selbstrettung (zB Über-Wasser-Halten mit sparsamen

Bewegungen, Verhalten bei Krämpfen,

Kleiderschwimmen).

Einfache Fremdrettung (zB Ziehen, Schieben,

Brücke; Transport-, Befreiungs-, Rettungs- und

Bergegriffe).

Allenfalls Erwerb des Österreichischen Rettungsschwimmerabzeichens

(Helferschein) bei erwiesenen

Voraussetzungen.

Spezifische Kenntnisse

Baderegeln; allenfalls Wettkampfbestimmungen.

Wert des Schwimmens im Hinblick auf Gesundheit

und als lebensbegleitende Sportart.

Gefahrenquellen bei Fremdrettung.

Gefahren bei Springen und Tauchen (zB Wassertiefe,

Absprungflächen, . . .).

Gymnastik und Tanz

Bewegen

Gymnastische Grundformen: Laufen, Gehen,

Hüpfen, Springen, Federn, Drehen, Schwingen.

Grundformen unter dem Aspekt der Spannung

und Entspannung.

Einbeziehen von Alltagsbewegungen.

Erfinden von Hüpf-, Sprung-, Schwungformen.

Grundelemente des Jazz Dance.

Verwendung von Musik-, Körper- und

Rhythmusinstrumenten (zB Klatschen, Stampfen,

Tamburin).

Räumliches und zeitliches Verbinden.

Bewegen mit Geräten

Erfinden von Bewegungsvarianten mit einem

oder mehreren, auch verschiedenen Handgeräten.

Bewußtes Anpassen des Körpers an die Form

und Eigenart des Gerätes (zB Reifen, Stab).

Räumliches und zeitliches Gestalten als Einzel-

und Gruppengestaltung in freier und gebundener

Form.

Verwendung von Musik,- Körper- und

Rhythmusinstrumenten (zB Klatschen, Stampfen,

Tamburin).

Wecken des Interesses an der Bewegungsqualität.

Spielen

Spielen mit Objekten und Materialien, auch mit

traditionellen Handgeräten.

Spielerisches Erproben und Erfahren der Bewegungsfähigkeit

des eigenen Körpers.

Spielerisches Erproben jazzspezifischer Techniken.

Bewegungsideen durch Musik provozieren.

Rhythmische Sportgymnastik

Technische Grundformen mit und ohne Handgeräte.

Räumliches und zeitliches Gestalten.

Tänze

Österreichische und internationale Volkstänze.

Jazz Dance.

Gesellschaftstänze (zB Rock'n Roll, Jive).

Formationstänze.

Spezifische Kenntnisse

Wissen um Ursprung und Bewegungsgrundformen

der Tänze.

Wissen über die Zusammenhänge von körpergerechtem

Bewegen und Gesundheit.

Wissen über die Wechselbeziehung von richtiger

Haltung und Gesundheit.

Die Vermittlung dieser Kenntnisse auch als Vorbereitung

auf die Arbeits- und Berufswelt; Ausgleich

und sinnvolle Freizeitgestaltung eingeschlossen.

Skilauf/Alpin

Bewegen im Schnee

Spiele ohne, mit einem und mit zwei Ski.

Fangspiele, Rollerfahren, Staffeln,. . .

Aufstiegsarten mit Ski.

Stürzen lernen.

Springen über kleine Hindernisse.

Spielen auf Ski

Spiele mit Geräten.

Torstangen, Bälle,. . .

Geschicklichkeitsspiele.

Einskifahren, Innenskischwingen, Zwergerlwedeln,

Skiwalzer, kleine Sprünge, . . .

Geschicklichkeitsparcours, Er-und-Sie-

Lauf, . . .

Alpine Skitechnik

Erlernen, Festigen und Verbessern der alpinen

Skitechnik gemäß dem „Österreichischen Skilehrplan".

Der Österreichische Skilehrplan ist als ein Teil

der Lehrgänge zur Ausbildung von Skilehrern

und Skilehrwarten veröffentlicht.

Rennlauf

Grundtechniken des Riesentorlaufes und Torlaufes.

Verschiedene Formen der Wettkämpfe (zB. auch

Handicap- und Mannschaftsbewerbe, Parallelbewerbe, . . .).

Kenntnisse über Tore und Torkombinationen,

Wettkampfbestimmungen, Trainingsformen,. . .

Tourenskilauf

Tiefschneefahren.

Skitouren in kleinen Gruppen.

Kenntnisse über sicheren Skilauf

Kennen und Einhalten der Pistenregeln.

Erkennen und Vermeiden subjektiver und objektiver

Gefahren.

Konditionelle Vorbereitung, Ausrüstung, Kleidung,

Skipflege, Aufwärmen, Wahl der

Abfahrtsroute,. ..

Kenntnisse über

— Routenwahl und Orientierung im Gelände.

— Lawinen- und Wetterkunde.

— Verantwortliches Verhalten gegenüber anderen

Skiläufern und Umwelt.

— Richtiges Verhalten bei Skiunfällen.

Skilauf/Nordisch

Bewegen und Spielen

Vielfältige Bewegungsaufgaben innerhalb und

außerhalb des verspurten Geländes für das

Gleichgewicht, für das Abstoßen und für die

Rhythmusverbesserung.

Skiwandern und Skiorientierungslauf mit gesteigerten

Anforderungen hinsichtlich Geländewahl

und Aufgaben.

Ausdauerspiele.

Geschicklichkeitsspiele.

Erlernen und Verbessern der Grundtechniken

Diagonalschritt.

Doppelstockschub in Verbindung mit anderen

Techniken (Umtreten, Technikwechsel).

Schlittschuhschritt.

Beidseitig und einseitig (Siitonen) ohne und

mit Stockunterstützung.

Anstiegstechniken.

Grätenschritt, Treppenschritt,. . .

Abfahrten in der Spur und ohne Spur (zB Pflug

zur Tempoverminderung, Schwingen).

Technikparcours.

Allenfalls Wettkampfformen (Streckenlänge bis

6 km)

Speziallanglauf.

Staffellauf.

Technikwettkampf.

Wettkampfformen mit zusätzlichen Aufgaben

(zB Volkstümlicher Biathlon).

Spezifische Kenntnisse

Merkmale.

Konditionelle Vorbereitung.

Loipenregeln.

Schnee- und Wachskunde.

Materialkunde.

Wissen um den gesundheitlichen Wert des Skilanglaufes

und des Skiwanderns.

Sicheres Verhalten im Gelände; alpine Gefahren.

Eislauf

Bewegen und Spielen auf dem Eis

Gleiten auf den Kanten (Innen- und Außenkanten).

Bogen vorwärts und rückwärts.

Bewegungsaufgaben auf Kreisen, im Schlangenbogen

(zB. Übersteigen, Rollerschritt; auch nach

Musik).

Bremsen (Pflugbremse).

Nummernwettläufe (zB im Kreis, vorwärts,

rückwärts).

Fangspiele (zB vorwärts, rückwärts und im

Wedellauf).

Hindernisläufe (zB Slalom, Staffeln, Partnerläufe).

Ringhockey.

Allenfalls Vorformen des Eishockeys; Eisstockschießen.

Eisschnellauf

Startübungen.

Kurvenläufe.

Zeitläufe.

Eiskunstlauf

Halbbögen (links und rechts; vorwärts einwärts

und auswärts, rückwärts auswärts und allenfalls

rückwärts einwärts).

Achterlauf (auf Spur); Bogenachter; Schlangenbogen

(Paragraph); Dreier (vorwärts auswärts

und einwärts; rückwärts auswärts); Mohawk;

Engel; Schlitten; Pirouette (zB beidbeinig);

Froschsprung; Laufsprung; Häschen; Dreiersprung

(Kadettensprung),.. .

Allenfalls Erwerb eines Eistest-Abzeichens des

Österreichischen Eislaufverbandes.

Eistanz

Voraussetzung: gute Grundschule im Eislauf

(richtiger Abstoß, kantenreine Viertelbögen,

exakte Laufschritte).

Laufschritte zu verschiedenen Rhythmen, vorwärts

und rückwärts, links- und rechtsherum

(vorwiegend im 3/4- und 4/4-Takt).

Übersteigen rückwärts, links- und rechtsherum.

Schwungbögen vorwärts und rückwärts, links

und rechts; auch nach Musik (4/4- und 6/8-Takt).

Chassé vorwärts und rückwärts; auch zu verschiedenen

Rhythmen.

Mohawk (offen) vorwärts, einwärts und auswärts,

rechts und links.

Foxtrott-Movement; auch nach Musik.

Im Kreis in Tanzrichtung mit Handhaltung

(Stirnkreis) auch nach Walzermusik.

Halbbögen, Laufschritte, Chassé und Schwungbögen;

auch mit Partner, auch in Kilianhaltung.

Allenfalls Foxtrott-Movement in Kilianhaltung.

Allenfalls Schöller-Walzer.

Orientierungswandern/Orientierungslauf

Weiterführende Übungen der im Lehrplan der 1.

und 2. Klasse angeführten Methoden.

Unter gesteigerter Berücksichtigung des natürlichen

Orientierungsvermögens (Himmelsrichtungen,

Naturobjekte, Kulturgrenze) und vermehrtem

Einsatz von künstlichen Hilfsmitteln (Skizzen,

Pläne, Postkarten, Land- und Wanderkarten,

OL-Spezialkarten, Kompaß).

Formen des Orientierungslaufes.

Stern-, Schmetterlings-, Score OL, . . .

Alters- und leistungsadäquate Wettkämpfe.

Einzel- und Mannschaftswettkämpfe.

Mitarbeit an der Vorbereitung und Durchführung

einfacher Übungsformen, Kampfrichtertätigkeit."

39. In Anlage A/sp, sechster Teil, wird beim

Pflichtgegenstand „Leibesübungen" im Unterabschnitt

„Didaktische Grundsätze" im achten

Absatz die Wendung „Schulbehörde II. Instanz"

durch die Wendung „Schulbehörde I. Instanz"

ersetzt.

40. In Anlage A/sl, sechster Teil, wird beim Pflichtgegenstand

„Slowenisch" dem Unterabschnitt

„Lehrstoff" angefügt

3. Klasse (4 Wochenstunden)

Sprechen

a) Erweiterung der sprachlichen Fähigkeiten durch

Sprachhandeln in modellhaft ausgewählten und in

realen Situationen

Durch Sprechen gemeinsames Lernen und Handeln

ermöglichen

Überblick über Problembereiche von allgemeiner

Bedeutung gewinnen und in Gesprächen behandeln

(zB Wohnen, Spiel und Sport, Berufs- und Arbeitswelt,

Güterverteilung in der Welt, Krieg und Frieden);

Wünsche und Bedürfnisse thematisieren,

Konflikte erkennen und Lösungswege suchen.

Handlungs- bzw. Lernziele (zB für Projektarbeit)

suchen und auswählen; Zusammenarbeit planen

und steuern (zB Vereinbarungen treffen und

sie geänderten Bedingungen anpassen, auf fördernde

bzw. hemmende Umstände und Verhaltensweisen

reagieren).

Informieren, erzählen und unterhalten

Informationen beschaffen (zB durch Befragen

sachkundiger Personen, durch gezieltes Beobachten,

aus Büchern und Zeitschriften) (siehe Schreiben).

Informationen aufbereiten und weitergeben

(Informationsmaterial gliedern, Schwerpunkte setzen,

Anschauungsmaterial einsetzen).

Schüler, die sich auf ein bestimmtes Thema vorbereitet

haben, interviewen (dazu Fragen ausarbeiten).

Über Ergebnisse von Gruppenarbeiten berichten.

Von Erlebnissen, Erfahrungen und Problemen

erzählen; Geschichten erfinden; Unterschiede beim

Erzählen beachten; die Sprechweise spielerisch verändern

(zB Sprechtempo, Lautstärke, Gestik).

Appellieren

Verschiedene appellative Sprachhandlungen

erproben und ihre Wirkung besprechen (zB zum

Handeln auffordern, für etwas werben); sich/

jemanden/etwas entschuldigen bzw. rechtfertigen,

Rechtfertigung verlangen (verschiedene Formen

erproben, vergleichen und beurteilen).

b) Gesprächs-, Sozial- und Sprachverhalten

Gesprächs- und Redeverhalten weiterentwickeln

und aufgrund von Beobachtungen (zB auch durch

eine Außengruppe) beurteilen; nonverbales Verhalten

besprechen; aktives Zuhören üben; den

Gebrauch der Standardsprache festigen.

Verständlichkeit verbessern durch

Übungen zur deutlichen Artikulation

Variieren des Sprechtempos und der Stimmführung

Erweiterung des Stimmvolumens und der Resonanz

in Verbindung mit Atemübungen.

c) Rede- und Gesprächsformen

Berichterstattung; Interview; Kurzreferat; Diskussion;

Rollenspiel.

Schreiben

a) Verfassen von Texten

Erzählen/Spielen mit Sprache

Schreiben über sich

Von Erlebnissen, Erfahrungen und Problemen

erzählen; besondere Möglichkeiten des Aufbaus

verwenden (zB direkter Einstieg ins Thema).

Erzählen nach Vorgaben

ZB Erzählkerne ausbauen.

Ein Thema in verschiedenen Erzählmustern darstellen.

Bilder/Fotos als Themen benützen.

Die Erzählperspektiven wechseln.

Geschichten erfinden

Geschichten zB phantastischer oder utopischer

Natur schreiben.

Mit Sprache spielen/Freies Schreiben

ZB Parodieren.

Sketches entwerfen.

Reime verfassen.

Mit Sprache experimentieren (Textcollagen,

-montagen uä.).

Schreiben nach Impulsen (Musikj Bilder usw.).

Informieren/Erklären/Argumentieren

Informationen speichern und Inhalte wiedergeben

(siehe Sprechen)

ZB. einem Text Informationen nach bestimmten

Gesichtspunkten entnehmen; Sachtexte kürzen.

Anhand von Notizen Verlaufs- und Ergebnisprotokolle

anlegen (ua. im projektorientierten Unterricht).

Den Inhalt dichterischer Texte zusammenfassen

und den persönlichen Eindruck darlegen.

Praktische Mitteilungen aus dem Schüleralltag

adressatengerecht formulieren (ua. Krankmeldung,

Verleihordnung in der Schülerbücherei).

Sachverhalte für sich und andere verständlich

erklären

ZB über Ereignisse berichten.

Spielregeln, Gebrauchsanweisungen, Verlustanzeigen

formulieren, auch mit graphischen Hilfen.

Einfache Begriffe erläutern.

Leitfragen zu Texten schriftlich beantworten

(siehe Lesen und Textbetrachtung).

Begründen und Bewerten

ZB Begründungen formulieren und zu widersprüchlichen

Meinungen Stellung nehmen.

Verantwortlich Stellung beziehen.

Appellieren

Zu Handlungen auffordern

ZB Flugblätter, Aufrufe, Plakate entwerfen;

Ansuchen, Vorschläge schreiben (ua. für ein persönliches

Anliegen).

Anfragen, Anträge, Beschwerden formulieren.

Partnerschaftliche Beziehungen herstellen und fördern

ZB Einladungen schreiben (in Brief- und Plakatform

u. ä.).

Sich bedanken, entschuldigen.

Eine Bitte, einen Wunsch äußern.

Ermuntern, trösten, Hilfe anbieten u. ä.

b) Übungen zur Textgestaltung

Einüben des schriftlichen Sprachgebrauchs im

Sinne von Wortbedeutung, Satzbau, Gliederung

und Verständlichkeit

ZB die Bedeutung von Fachwörtern sichern und

im Textzusammenhang gezielt verwenden.

Wortfolge im Satz, Satzfolge und Verschachtelung

erproben.

Adressatengerechter Einsatz formelhafter Wendungen,

besonders in appellativen Texten (Anrede-

und Grußformeln u. ä.).

Verschiedene Textanfänge erproben und vergleichen.

Den Text durch Absätze übersichtlicher gliedern.

Sätze und Absätze sinnvoll verknüpfen.

c) Rechtschreiben

Festigung des Rechtschreibbewußtseins

Nach der Schreibweise eines Wortes gezielt fragen.

Die Schreibweise eines Wortes kontrollieren (zB

durch Nachschlagen).

Einsichten in Regelhaftigkeiten der Rechtschreibung

vertiefen.

Orthographische Sicherung des Wortschatzes

Verschiedene Lernhilfen kombiniert verwenden

(optische, akustische, schreib- und sprechmotorische).

Großschreibung

Vorwörter k—h, z—s.

Beachtung von Quantität und Qualität der

Vokale (Wechsel o—e, s stricem, s klobukom).

Beachtung der regressiven Assimilierung.

Auslautverhärtung.

Gleich oder ähnlich klingende Laute (lj—1,

nj—n, v—u).

Schreibung häufiger Fremdwörter

Abteilen von Wörtern

Zeichensetzung (siehe Sprachbetrachtung und

Sprachübung)

Der Beistrich zwischen Teilsätzen (Hauptsatz —

Hauptsatz, Hauptsatz — Gliedsatz).

In verschiedenen Wörterbüchern nachschlagen.

Individuelle Rechtschreibschwächen beheben

Selbständige Fehlerkontrolle (zB Rechtschreibkartei,

Partner- und Zweistufendiktat).

Lesen und Textbetrachtung

a) Lesetechniken

Anwenden der erworbenen Lesetechniken zur

raschen Sinnerfassung und Sinnvermittlung

Stilles sinnerfassendes Lesen

Zusammenhänge in Texten erfassen (Inhalt, Aufbau,

Form).

Sinnvermittelndes Vorlesen

Vorlesen dichterischer und nichtdichterischer

Texte.

Vortragen dichterischer Texte.

Vorbereitetes Vortragen auch von auswendiggelernten

Texten, zB von Szenen und Gedichten.

b) Texte und Textverständnis

Dichterische Texte erleben, erschließen und gelegentlich

vortragen, besonders Texte österreichischer

Autoren; (eventuell auch Mundarttexte).

Epische Texte, zB Erzählungen (auch Ausschnitte

aus umfangreicheren Werken), Kurzgeschichten,

Kalendergeschichten, Kriminal- und Detektivgeschichten

Lyrische Texte, zB Stimmungsgedichte, engagierte,

experimentelle Lyrik, Erzählgedichte, Balladen,

Lieder und Songs, auf Inhalt und Wirkung

untersuchen (fächerübergreifender Unterricht).

Dramatische Texte, zB kurze Bühnenstücke (auch

auszugsweise), Einzelszenen, Sketches (auch

spielen).

Jugendliteratur

Bücher vorstellen (mit Leseproben) und zur eigenen

Lektüre anregen.

Themen mit Hilfe von Leitfragen erarbeiten.

Über Jugendbücher sprechen.

Texte erlebnishafter und sachbezogener Art lesen,

gelegentlich vergleichen sowie ihre Absicht und

Wirkung untersuchen. (Mögliche Themen

Arbeitswelt und Beruf, Sport, Umwelt, Natur,

Technik, Friede, Gewalt.)

Sachtexte und Sachbücher

Selbständig Informationen entnehmen (zB aus

Lehrbüchern, Sachbüchern und Nachschlagewerken),

auch fächerübergreifend Zusammenhänge

herstellen, zB bei der Ausarbeitung von

Projekten (siehe Sprechen, Schreiben).

c) Medienerziehung

Fernsehen und Hörfunk

Aus dem Programmangebot kritisch auswählen

lernen. Fernseh- und Hörfunksendungen (insbesondere

Jugendprogramm) besprechen. Gestaltungsmittel

von Fernsehen und Hörfunk erkennen

lernen.

Film

Gemeinsam gesehene Filme besprechen.

Zugang zu Büchern

Büchereien benützen, Entscheidungshilfen zum

Erwerb von Büchern gewinnen (zB durch Klappentexte,

Verlagsverzeichnisse, Buchbesprechungen).

Aufmachung eines Buches besprechen.

Jugendzeitschriften

Arten, Inhalte und Ziele besprechen.

Aufmachung und Bildmaterial untersuchen.

Tageszeitungen, Wochenzeitungen

Sich in Zeitungen zurechtfinden lernen und einzelne

Bereiche unterscheiden (zB Politik, Wirtschaft,

Kultur, Lokales, Werbung, Sport).

d) Literaturkunde

Texte besser verstehen lernen, zB durch Einbettung

in den historischen, politischen, sozialen, kulturellen

und biographischen Zusammenhang, gelegentlich

auch durch Einbeziehung formaler Merkmale

des Werkes.

Merkmale gebundener Sprache (Vers, Reim,

Strophe, Rhythmus, Klanggestalt) und ihre Wirkung

in Texten untersuchen.

Sprachbetrachtung und Sprachübung

a) Sprache im Verwendungszusammenhang

(siehe Sprechen/Schreiben)

Situationsgemäßes sprachliches Verhalten

Nähe und Distanz der Partner (zB familiäres,

freundschaftliches, sachliches, offenes, feindseliges

. . . Gesprächsklima) ; Auswirkungen des Verhältnisses

der Kommunikationspartner auf die

Wahl der sprachlichen Mittel (Wortwahl, Satzbau,

Aussprache) beobachten und beschreiben.

Formelhafte Sprache in standardisierten Situationen,

zB beim Telefonieren, Gratulieren, in Wetterberichten,

Kochrezepten, Unfallberichten.

Formelhaftigkeit der verwendeten Sprache

erkennen und ihre Leistung besprechen (ua.

Ökonomie; Hilfe bei der sprachlichen Bewältigung

der Situation).

b) Bedeutung sprachlicher Zeichen

Erweiterung des Wortschatzes

Bedeutungsumfang von Wörtern abgrenzen,

Überschneidungen aufzeigen. Wörter mit ähnlicher

und gegensätzlicher Bedeutung ordnen.

Bedeutung von Fremdwörtern klären.

Abstufung von Äußerungen

Aufzeigen, wie zB Gewißheit, Ungewißheit,

Möglichkeit, Wahrscheinlichkeit und Zweifel

ausgedrückt werden.

Wortbildung

Wörter durch Wechsel der Wortart bilden. Möglichkeiten

der Wortbildung mit Hilfe des Ablautes

erkennen. Hinweise auf die verschiedenartige

Wortbildung bei Substantiven im Deutschen

(Kompositum) und im Slowenischen (Wortverbindung)

šolska torba — die Schultasche.

c) Text-, Satz- und Wortgrammatik

Textgrammatik

Einige sprachliche Mittel erkennen, die in einem

Text den Zusammenhang herstellen (insbesondere

Zeitform, Modus, Verweiswörter).

Erkennen, wie in einem Text die Stellungnahme

des Sprechers/Schreibers deutlich werden kann

(zB Redekommentierung mit Konditional, zB

naj, bi und situativ gebrauchten Wörtern).

Feststellen, in welchem Zusammenhang das Passiv

die übliche Darstellungsform ist.

Satzgrammatik

Teilsätze eines Ganzsatzes abgrenzen.

Merkmale von Hauptsatz und Gliedsatz erkennen.

Funktion abhängiger Sätze feststellen (zB Darstellung

von Zeit, Mittel, Zweck, näherer Bestimmung,

Ergänzung von Personen, Sachen ua.) im

Zusammenhang mit der Herstellung und Deutung

von Texten. Teilsätze durch Satzglieder mit

gleichem Aussagewert ersetzen und mögliche

Bedeutungsveränderungen beobachten.

Fallwechsel in verneinten Sätzen (bewußtmachen

und üben).

Wortgrammatik

Maskuline Akkusativformen im Singular unterscheiden

lernen.

Bildung des Modus und des Passivs besprechen.

Funktion von Konjunktionen und Relativpronomen

als Einleitewörter von abhängigen Sätzen

erkennen (siehe Schreiben).

Interrogativpronomen erkennen, seine Funktion

im Fragesatz und in der Ersatzprobe feststellen.

Demonstrativpronomen erkennen, seine Funktion

als Begleiter, Ersatz- und Verweisform

unterscheiden.

Adverbien nach inhaltlichen Gesichtspunkten

unterscheiden (zB Raum, Zeit, Art, Grad).

d) Sprachübung (siehe Sprechen und Schreiben)

Ausdrucksmöglichkeiten erweitern durch

Umformen zB von Satzgliedern in Gliedsätze.

Sprachliche Mittel zum Ausdruck von Gewißheit,

Zweifel, Wahrscheinlichkeit uä. erwerben und

erweitern (etwa entsprechende Verben, situativ

gebrauchte Adverbien, Modus).

Die standardsprachlich richtige Fügung von

mehrteiligen Satzgliedern üben (zB flektiertes

Adjektiv, Apposition).

Schriftliche Arbeiten

Schul- und Hausübungen.

Sechs Schularbeiten, je drei im Semester.

4. Klasse (4 Wochenstunden)

Sprechen

a) Erweiterung der sprachlichen Fähigkeiten

durch Sprachhandeln in modellhaft ausgewählten

und in realen Situationen

Durch Sprechen gemeinsames Lernen und Handeln

ermöglichen

Überblick über Problembereiche von allgemeiner

Bedeutung gewinnen; Problembewußtsein entwickeln

durch Darstellen, Vergleichen und Beurteilen

von Sachverhalten anhand von Themen,

wie zB Bildungs- und Berufslaufbahn, Arbeitswelt,

Interessengruppierung, Vorurteile, Medien,

Werbung, Mode, Ernährung und Gesundheit,

Beziehungen zwischen den Geschlechtern, Partnerschaft.

Interessen aussprechen und Klarheit über verschiedene

Interessenslagen erlangen; Interessen

vergleichen, gewichten, bewerten und vertreten.

Interessensausgleich anstreben: Konflikte zwischen

verschiedenen Gesprächspartnern (zB

Erwachsene — Jugendliche, Vorgesetzte —

Untergebene, Produzenten — Konsumenten)

thematisieren und Lösungen suchen.

Informieren, erzählen und unterhalten

ZB Sachverhalte darstellen, über die die Schüler

im Unterricht und außerhalb des Unterrichtes

Erfahrungen gesammelt und Kenntnisse gewonnen

haben (fächerübergreifende Thematik); von

Erlebnissen, Erfahrungen und Problemen erzählen,

die sich in Lern- und Arbeitssitutionen ergeben

(ua. auch im Hinblick auf die Schul- und

Berufslaufbahn).

Interviews vorbereiten, durchführen und auswerten.

Eindrücke und Erfahrungen in Sprache umsetzen

(Reportage; auch in spielerischer Form).

Argumentieren

Gründe für eigene und fremde Meinungen

anführen; erläuternde Beispiele geben; Widersprüche

aufzeigen; Gegenargumente erwägen

und zu entkräften versuchen.

Appellieren

ZB Wünsche und Interessen einer Gruppe als

deren Sprecher vertreten (auch im Rahmen von

Unterrichtsprojekten).

Informationen, Argumente und Beispiele beim

Appellieren einsetzen.

Die Interessen, Erfahrungen und Erwartungen

der Gesprächspartner bzw. Zuhörer abschätzen

und bei der Gestaltung der Appelle berücksichtigen.

b) Gesprächs-, Sozial- und Sprachverhalten

In verschiedenen Gesprächsformen eigene Meinungen

und Handlungen sowie die anderer

begründen.

Auseinandersetzungen sachlich führen.

Gegensätzliche Positionen erkennen und anerkennen.

Manipulationen für sich und andere durchschaubar

machen.

Standardsprache zweckmäßig einsetzen lernen

und ihren Gebrauch festigen.

c) Rede- und Gesprächsformen

Diskussion und Debatte (auch Leitung eines

Gesprächs); Referat; kurze Rede zu aktuellen

Anlässen; Rollenspiel; Interview und Reportage.

Schreiben

a) Verfassen von Texten

Erzählen/Spielen mit Sprache

Schreiben über sich

Von Erlebnissen und Erfahrungen erzählen;

besondere Berücksichtigung der Darstellungsweise

(Gliederung, sprachliche Formulierung).

Erzählen nach Vorgaben

Kurze Prosatexte umformen.

Geschichten erfinden

Literarische Kleinformen schreiben (zB Fabeln,

Märchen, Schlager, Gedichte, Rätsel).

Mit Sprache spielen/Freies Schreiben

ZB mit Sprache experimentieren.

Parodieren.

Assoziatives Schreiben nach optischen und musikalischen

Impulsen.

Informieren/Erklären/Argumentieren

Informationen speichern und Inhalte wiedergeben

ZB Stichwortzettel anlegen.

Sachtexte exzerpieren und kürzen.

Fragenkatalog für Meinungsumfragen und Interviews

ausarbeiten.

Verlaufs- und Ergebnisprotokolle anlegen (ua.

im projektorientierten Unterricht).

Lebenslauf abfassen.

Den Inhalt dichterischer Texte zusammenfassen

und den persönlichen Eindruck darlegen (siehe

Lesen und Textbetrachtung).

Sachverhalte für sich und andere verständlich

erklären (siehe Sprechen)

ZB graphische Darstellungen, Skizzen erläutern,

einfache Begriffe sowie ursächliche Zusammenhänge

und Sachverhalte erklären (ua. im projektorientierten

Unterricht).

Begründen und Bewerten (siehe Sprechen)

ZB Probleme aus dem Erfahrungsbereich der

Schüler darstellen. Zu unterschiedlichen Meinungen

Stellung beziehen.

Begründungen für die eigene Meinung formulieren.

Kurztexte mit argumentierender Stellungnahme

schreiben.

Appellieren

Zu Handlungen auffordern

Mit Argumenten auffordern und werben (zB für

persönliche, schulische und außerschulische

Anliegen) — (siehe Sprechen).

Leserbriefe zu aktuellen Anlässen verfassen.

Appellative Textsorten aus dem praktischen Schriftverkehr

verfassen

ZB Inserate, Bestellungen, Stellengesuche

(Bewerbungen), Anträge, Ansuchen, Beschwerden,

Reklamationen schreiben; Formulare ausfüllen.

b) Übungen zur Textgestaltung

Fachausdrücke klären und gezielt verwenden

Verbal- bzw. Nominalstil probieren (zB durch

Umformen) und funktionsgerecht verwenden

Die äußere Form und optische Gestaltung von Texten

des praktischen Schriftverkehrs berücksichtigen

Informierende, erklärende und argumentierende

Texte verständlich gestalten durch

Einfachheit: überschaubare Sätze, bekannte

Wörter, anschauliche. Beispiele;

Übersichtlichkeit: geordnete Gedankenfolge,

Hervorheben von Wichtigem;

Kürze: Beschränkung auf das Wesentliche.

c) Rechtschreiben

Sicherung des Rechtschreibbewußtseins

Regeln und Rechtschreibhilfen gezielt anwenden.

Schreibweise eines Wortes kommentieren

Orthographische Sicherung des Wortschatzes

Verschiedene Lernhilfen kombiniert verwenden

(besonders im Sinne des grammatischen, semantischen

und etymologischen Prinzips).

Groß- und Kleinschreibung

Schreibung häufiger Fremdwörter (Unterschiede

zum Deutschen).

Abteilen von Wörtern.

Getrennt- und Zusammenschreibung.

Wortverbindungen wie medtem, zato usw.

Zusammenfassen der häufigsten Fälle der Zeichensetzung

Im Wörterbuch nachschlagen

Individuelle Rechtschreibschwächen beheben

Selbständige Fehlerkontrolle.

Lesen und Textbetrachtung

a) Lesetechniken

Die erworbenen Lesetechniken zur raschen Sinnentnahme

und zur Sinnvermittlung weiterentwickeln.

b) Texte und Textverständnis

Dichterische Texte (besonders österreichischer

Autoren) erleben, erschließen und gelegentlich

vortragen

Epische Texte, zB Kurzgeschichten, Anekdoten;

Erzählungen, Novellen, Romane (auch Ausschnitte);

Inhalt und Form besprechen

Lyrische Texte, unterschiedliche Arten von Gedichten,

zB auch Texte von Liedern und Songs auf

Inhalt und Wirkung untersuchen, Themen,

Motive und kennzeichnende Merkmale besprechen

Dramatische Texte, zB Hörspiele, Szenen und

Bühnenstücke lesen, spielen oder durch Theater

und Medien kennenlernen (siehe Schreiben).

Jugendliteraur

Bücher vorstellen (mit Leseproben), besprechen

und dabei Urteilsvermögen entwickeln.

Berichtende und beschreibende Texte auf ihre

Absicht und Wirkung untersuchen, zB Texte

über künstlerische und wissenschaftliche Leistungen,

wirtschaftliche und politische Fragen, Beruf

und Arbeitswelt, Freizeit, Umweltschutz (mit

besonderer Berücksichtigung Österreichs).

Sachbücher

Informationen sammeln, vergleichen und auswerten

(auch in Projekten) — (siehe Schreiben,

Sprechen).

c) Medienerziehung

Fernsehen/Hörfunk/Film

Sendungen besprechen und den Bereichen der

Unterhaltung, Information und Bildung zuordnen.

Medienkonsum besprechen.

Merkmale und Wirkungen von Sendungen

untersuchen. Sendungen gegebenenfalls imitieren.

Einige Mittel der Filmgestaltung besprechen (zB

Einstellung, Kameraführung, Schnitt, Trickaufnahme)

und nach Möglichkeit in Eigenproduktionen

erproben.

Zugang zu Büchern

Büchereien benützen.

Buch als Ware besprechen.

Tageszeitungen, Wochenzeitungen

Einige tatsachen- und meinungsorientierte journalistische

Stilformen unterscheiden.

Berichte über ein Ereignis in verschiedenen

Tageszeitungen vergleichen und dazu Stellung

nehmen.

Gegebenenfalls eine Schülerzeitung, Wandzeitung

oder eine Seite für eine Tageszeitung herstellen

(siehe Schreiben).

d) Literaturkunde

Merkmale epischer, lyrischer und dramatischer

Formen in Texten erkennen

ZB: Ich- und Er-Form in epischen Texten; Strophe

im Gedicht; die Entwicklung der Handlung

in Dramen durch Rede und Gegenrede (Dialog).

Ästhetische Merkmale in Texten erkennen

ZB: Aufbau, Sprachform, sprachliche Bilder;

besondere Wirkungsmöglichkeiten gebundener

Sprache.

Textverständis vertiefen durch Einbeziehung der

historischen, politischen, sozialen, kulturellen

und biographischen Entstehungsbedingungen.

Sprachbetrachtung und Sprachübung

a) Sprache im Verwendungszusammenhang

Rolle und Sprachgebrauch

Auswirkungen der Kommunikationssituation (zB

symmetrisches und asymmetrisches Verhältnis;

gesprochene und geschriebene Sprache) auf den

Einsatz der sprachlichen Mittel beobachten.

Emotionalität und Sachlichkeit im sprachlichen

Ausdruck (siehe Sprechen)

Inhalts- und Beziehungsaspekt in

Gesprächssituationen unterscheiden lernen.

Verschiedene Sprachformen (siehe Lesen und Textbetrachtung)

Das Auftreten und die Bedeutung verschiedener

Sprachformen (zB Standardsprache, Umgangs-

sprache, Mundart) besprechen; an ausgewählten

Beispielen Merkmale erkennen.

Sprachliche Besonderheiten, die für bestimmte

Gruppen (zB soziale Gruppen, Alters- und

Berufsgruppen), ethnische Gruppen) kennzeichnend

sind, besprechen.

Verschiedene Ausdrucksweisen (wie etwa gehobene,

saloppe, derbe) unterscheiden und ihre

Intentionen und Wirkungen besprechen. Verschiedene

Stilebenen in der Literatur vergleichen.

b) Bedeutung sprachlicher Zeichen

Erweiterung des Wortschatzes

Wortfelder ausbauen; Bedeutung mit Hilfe von

Merkmalen unterscheiden; Bedeutung von Wörtern

in verschiedenen Zusammenhängen feststellen.

Ober- und Unterbegriffe erarbeiten.

Bedeutung von Fremdwörtern klären.

Bedeutungsunterschiede

Bedeutung ähnlicher Wörter gegeneinander

abgrenzen; regionale und gruppenspezifische

Besonderheiten im Wortschatz feststellen.

Abstufung von Äußerungen (siehe Sprechen)

Unterschiedliche Wiedergabe von Äußerungen

anderer besprechen (zB indirekte Rede).

Feststellen, ob eine persönliche Deutung in der

Wiedergabe zum Ausdruck gebracht wird.

Übertragene Bedeutung (siehe Lesen und Textbetrachtung)

Sprachliches Bild, Vergleich, Metapher in Texten

feststellen; Wirkung bildhafter Ausdrucksweise

besprechen.

Wortbildung (siehe Schreiben)

Neue und ungewöhnliche Wortzusammensetzungen,

besonders in der Werbung und in den

Zeitungen, feststellen, ihre Bedeutung klären;

ähnliche Möglichkeiten auf spielerische Art

erproben.

c) Text-, Satz- und Wortgrammatik

Textgrammatik

Den thematischen Zusammenhang eines Textes

durch die Mittel der Wiederholung (Rekurrenz)

und des Ersatzes (Paraphrase, Substitution) feststellen.

Die Modifizierung der Aussage mit Hilfe von

Modalverben, modifizierenden Verben, konditionalen,

futurischen Formen und situativ

gebrauchten Adverbien erproben.

Satzgrammatik

Die Verknüpfung von Sätzen und Satzteilen

besprechen: die logischen, räumlichen, zeitlichen

ua. Beziehungen feststellen; Konjunktionen,

Adverbien, Relativpronomen ua. Mittel zur Satzverknüpfung

erkennen.

Möglichkeiten des Ausbaus von Satzgliedern mit

verschiedenen Mitteln (zB nominale und satzwertige

Erweiterungen) erkennen und erproben

(siehe Schreiben). Das Bewußtsein der unterschiedlichen

Verwendung des Passivs im Deutschen

und im Slowenischen festigen.

Wortgrammatik

Die Fügung von mehreren Wörtern zu Gruppen

mit fester Bedeutung unter grammatischen,

orthographischen und semantischen Gesichtspunkten

besprechen (zB iz dneva v dan, tjavdan...).

Die Verwendung von Adverbien zur räumlichen,

zeitlichen, emotionalen ua. Situierung der Rede

feststellen (Situative).

d) Sprachübung

Die standardsprachlich richtige Verwendung von

Infinitiv und Supinum, Konjuktionen und Präpositionen

sowie des Duals, insbesondere beim

Femininum und Neutrum, üben.

Den richtigen Fall von Relativpronomen in Satzverknüpfungen

bilden.

Die richtige Verwendung des reflexiven Possessivpronomen

„svoj" festigen. Standardsprachliche

Formen der Attribuierung (besonders Genitivattribut,

Apposition) üben.

Schriftliche Arbeiten

Schul- und Hausübungen.

Sechs Schularbeiten, je drei im Semester."

Artikel II

§ 1. (1) Diese Verordnung tritt hinsichtlich der 1.

und 3. Klasse (bei Freigegenständen auch des 1.

und 3. Kursjahres) mit 1. September 1987 und der

2. und 4. Klasse (bzw. Kursjahres) mit 1. September

1988 in Kraft.

(2) Soweit der Lehrstoff der im § 1 genannten

Lehrpläne nicht auf bestimmte einzelne Klassen

oder Kursjahre bezogen ist, sondern für die

gesamte Dauer der Führung des betreffenden

Unterrichtsgegenstandes gilt, treten die in diesen

Lehrplänen enthaltenen Bestimmungen des betreffenden

Unterrichtsgegenstandes für alle Klassen

bzw. Kursjahre, für die dieser Unterrichtsgegenstand

vorgesehen ist, mit 1. September 1987 in

Kraft.

§ 2. Mit dem Inkrafttreten dieser Verordnung

treten die entsprechenden Bestimmungen der mit

Verordnung des Bundesministers für Unterricht

vom 22. Juni 1964, BGBl. Nr. 163, zuletzt geändert

durch die Verordnung BGBl. Nr. 286/1982, bzw.

der Verordnung des Bundesministers für Unterricht

und Kunst vom 13. August 1970, BGBl.

Nr. 275, zuletzt geändert durch die Verordnung

BGBl. Nr. 583/1983, erlassenen Lehrpläne für die

allgemeinbildenden höheren Schulen außer Kraft.

Artikel III

Bekanntmachung

Die folgenden Ergänzungen der Lehrpläne für

den Religionsunterricht wurden von den betreffenden

Kirchen und Religionsgesellschaften erlassen

und werden hiemit gemäß § 2 Abs. 2 des Religionsunterrichtsgesetzes,

BGBl. Nr. 190/1949, zuletzt

geändert durch das Bundesgesetz BGBl.

Nr. 324/1975, bekanntgemacht

In Anlage A, fünfter Teil, (Lehrpläne für den

Religionsunterricht des Gymnasiums, des Realgymnasiums

und des Wirtschaftskundlichen Realgymnasiums

für Mädchen) wird

1. im Abschnitt b (evangelischer Religionsunterricht)

dem Unterabschnitt „Lehrstoff" angefügt

„3. Klasse

Leitthema: Denn ich schäme mich des Evangeliums

von Christo nicht; denn es ist eine Kraft Gottes,

die da selig macht alle, die daran glauben

(Röm. 1, 16).

Biblische Geschichte des Neuen Testamentes

Apostelgeschichte, ausgewählte Stellen aus den

Apostelbriefen und der Offenbarung des Johannes.

Kirchengeschichte: Von der Urgemeinde bis zur

Reformation, mit besonderer Berücksichtigung der

Kirchengeschichte in Österreich.

Katechismus: Das Glaubensbekenntnis mit

Erklärungen.

Kirchenkunde: Vom Leben in der evangelischen

Gemeinde; Sprüche, Gebete und Lieder.

4. Klasse

Leitthema: Wenn nun mich bekennt vor den

Menschen, den will ich auch bekennen vor meinem

himmlischen Vater. Wer mich aber verleugnet vor

den Menschen, den will ich auch verleugnen vor

meinem himmlischen Vater (Matth. 10, 32—33).

Lesen ausgewählter Bibelabschnitte.

Kirchengeschichte : Von der Reformation bis zur

Gegenwart mit besonderer Berücksichtigung der

Kirchengeschichte in Österreich.

Katechismus: Taufe, Beichte und Abendmahl,

Gesamtwiederholung.

Lebensformen der Kirche: Diakonie, Mission,

Ökumene.

Kirchenkunde: Aufbau und Verfassung der

Evangelischen Kirche in Österreich.

Einführung in den Gebrauch des Kirchengesangbuches.

2. im Abschnitt c (altkatholischer Religionsunterricht)

dem Unterabschnitt „Bildungs- und Lehraufgaben,

einschließlich Lehrstoff" angefügt

„3. Klasse

Im Unterricht sind Bilder aus der Kirchengeschichte

zu bieten, soweit sie in das Verständnis der

heutigen christlichen Situation hineinführen: Die

Kirche bis 313. — Östliches und westliches Christentum

bis zur Trennung. — Die Entwicklung des

Papsttums. — Kirchlicher Verfall und Reformversuche

(Reformation — Die Anglikanische Kirche

— Die Kirchenversammlung zu Trient). — Die

kirchlichen Verhältnisse im 18. und 19. Jahrhundert.

— Die Enstehung der altkatholischen Bewegung.

4. Klasse

Die Altkatholische Kirche: Von der gegenwärtigen

kirchlichen Situation ausgehend ist die Lehre

und Verfassung der Altkatholischen Kirche, ihr

Verhältnis zur anglikanischen Kirchengemeinschaft

und zu den Ostkirchen und ihre Stellung in der

Ökumene zu behandeln."

3. im Abschnitt d (israelitischer Religionsunterricht)

dem Unterabschnitt „Lehrstoffverteilung"

angefügt

„3. Klasse

a) Erzählungen aus der Biblischen Geschichte.

Vom „Babylonischen Exil" bis zur „Zweiten

Tempelzerstörung".

b) Bibellektüre: Aus „Hiob", „Ezechiel" 18, 37,

Psalmen 137, 113 bis 118 (Auswahl).

c) Hebräisch: Rosch Haschanah: Maariw und

Mussar aus dem Gebetbuch, mit besonderer

Hervorhebung folgender Stellen: Tikeu,

Sachrenu, M'loch, B'sefer-Chajim, Awinu

Malkenu (übersetzen : die ersten fünf und die

„Katwenu"). Synagogengesang.

d) Sprachliches: Wiederholung des bisher

durchgenommenen Lehrstoffes und Hinweis

auf die Niphal-Form. Sprechübungen.

4. Klasse

a) Wiederholung des bisher durchgenommenen

Lehrstoffes. Erzählungen aus der jüdischen

Geschichte vom Jahre 70 unserer Zeit bis zur

Gegenwart. Der Jüdische Kalender.

b) Bibellektüre: Aus dem Pentateuch, H. B. M.,

Kapitel 19, Vers 3 bis 6, Kapitel 20, Vers 1

bis 3, 7, 8, 12 bis 17. Ferner Lesestoff: Auswahl

aus „Sprüche der Väter".

c) Hebräisch: Jörn Kippur: Kol-Nidre, Mussaph,

Neila im Zusammenhang mit besonderer

Betonung folgender Stellen: Watiten

lanu, Mechal, Aschamnu, einige „Al-Chet",

Awinu Malkenu (Chassmenu). Synagogengesang.

d) Sprachliches: Wiederholung des durchgenommenen

Lehrstoffes und Sprechübungen

im Rahmen desselben."

Fragen Sie sich, wie diese Gesetzesbestimmung auf Ihren Fall anwendbar ist?

Prüfen Sie diesen Erlass zusammen mit Rechtsprechung, Kommentaren und verwandten Gesetzesbestimmungen in Legislator AI.

Fall in Legislator öffnen →