591. Verordnung: Änderung der Lehrpläne der allgemeinbildenden höheren Schulen; Bekanntmachung der Lehrpläne für den Religionsunterricht an diesen Schulen
Gesetzestext (1 Artikel)
Artikel I
Auf Grund des Schulorganisationsgesetzes,
BGBl. Nr. 242/1962, zuletzt geändert durch BGBl.
Nr. 271/1985, insbesondere dessen §§ 6 und 39,
des § 29 des Minderheiten-Schulgesetzes für Kärnten,
BGBl. Nr. 101/1959, sowie hinsichtlich der
Einstufungen in die Lehrverpflichtungsgruppen im
Einvernehmen mit dem Bundeskanzler und dem
Bundesminister für Finanzen auf Grund des § 7
Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Ausmaß der
Lehrverpflichtung der Bundeslehrer, BGBl.
Nr. 244/1965, zuletzt geändert durch das Bundesgesetz
BGBl. Nr. 389/1986, wird verordnet
Die Verordnung des Bundesministers für Unterricht
und Kunst, BGBl. Nr. 88/1985, über die Lehrpläne
der allgemeinbildenden höheren Schulen
wird wie folgt geändert
1. § 2 lautet
„§ 2. Die im § 1 genannten Lehrpläne enthalten
die Allgemeinen Bestimmungen, das Allgemeine
Bildungsziel und die Allgemeinen didaktischen
Grundsätze für die gesamte Unter- und Oberstufe,
die Stundentafeln sowie die Bildungs- und Lehraufgabe,
den Lehrstoff und die Didaktischen Grundsätze
der einzelnen Unterrichtsgegenstände für die
gesamte Unterstufe; sofern Freigegenstände und
unverbindliche Übungen sich im Lehrstoff nicht auf
bestimmte Klassen beziehen, gelten die Lehrplanbestimmungen
für diese Unterrichtsgegenstände entsprechend
der Stundentafel für den Bereich der
Unter- und Oberstufe."
2. In Anlage A (Lehrplan der allgemeinbildenden
höheren Schulen), vierter Teil (Stundentafeln), lautet
der die unverbindlichen Übungen betreffende
Teil der Stundentafeln der Unterstufe des Gymnasiums,
der Unterstufe des Realgymnasiums und der
Unterstufe des Wirtschaftskundlichen Realgymnasiums
für Mädchen
3. In Anlage A, sechster Teil (Lehrpläne der einzelnen
Unterrichtsgegenstände), wird beim Pflichtgegenstand
„Deutsch" dem Unterabschnitt „Lehrstoff"
angefügt
„3. Klasse (4 Wochenstunden)
Sprechen
a) Erweiterung der sprachlichen Fähigkeiten
durch Sprachhandeln in modellhaft ausgewählten
und in realen Situationen
Durch Sprechen gemeinsames Lernen und Handeln
ermöglichen
Überblick über Problembereiche von allgemeiner
Bedeutung gewinnen und in Gesprächen behandeln
(zB Wohnen, Spiel und Sport, Berufs- und Arbeitswelt,
Güterverteilung in der Welt, Krieg und Frieden);
Wünsche und Bedürfnisse thematisieren,
Konflikte erkennen und Lösungswege suchen.
Handlungs- bzw. Lernziele (zB für Projektarbeit)
suchen und auswählen; Zusammenarbeit planen
und steuern (zB Vereinbarungen treffen und
sie geänderten Bedingungen anpassen, auf fördernde
bzw. hemmende Umstände und Verhaltensweisen
reagieren).
Informieren, erzählen und unterhalten
Informationen beschaffen (zB durch Befragen
sachkundiger Personen, durch gezieltes Beobachten,
aus Büchern und Zeitschriften) (siehe Schreiben).
Informationen aufbereiten und weitergeben
(Informationsmaterial gliedern, Schwerpunkte setzen,
Anschauungsmaterial einsetzen).
Schüler, die sich auf ein bestimmtes Thema vorbereitet
haben, interviewen (dazu Fragen ausarbeiten).
Über Ergebnisse von Gruppenarbeiten berichten.
Von Erlebnissen, Erfahrungen und Problemen
erzählen; Geschichten erfinden; Unterschiede beim
Erzählen beachten; die Sprechweise spielerisch verändern
(zB Sprechtempo, Lautstärke, Gestik).
Appellieren
Verschiedene appellative Sprachhandlungen
erproben und ihre Wirkung besprechen (zB zum
Handeln auffordern, für etwas werben); sich/
jemanden/etwas entschuldigen bzw. rechtfertigen,
Rechtfertigung verlangen (verschiedene Formen
erproben, vergleichen und beurteilen).
b) Gesprächs-, Sozial- und Sprachverhalten
Gesprächs- und Redeverhalten weiterentwickeln
und auf Grund von Beobachtungen (zB auch durch
eine Außengruppe) beurteilen; nonverbales Verhalten
besprechen; aktives Zuhören üben; den
Gebrauch der Standardsprache festigen.
Verständlichkeit verbessern durch
Übungen zur deutlichen Artikulation
Variieren des Sprechtempos und der Stimmführung
Erweiterung des Stimmvolumens und der Resonanz
in Verbindung mit Atemübungen.
c) Rede- und Gesprächsformen
Berichterstattung; Interview; Kurzreferat; Diskussion;
Rollenspiel.
Schreiben
a) Verfassen von Texten
Erzählen/Spielen mit Sprache
Schreiben über sich
Von Erlebnissen, Erfahrungen und Problemen
erzählen; besondere Möglichkeiten des Aufbaus
verwenden (zB direkter Einstieg ins Thema).
Erzählen nach Vorgaben
ZB Erzählkerne ausbauen.
Ein Thema in verschiedenen Erzählmustern darstellen.
Bilder/Fotos als Themen benützen.
Die Erzählperspektiven wechseln.
Geschichten erfinden
Geschichten zB phantastischer oder utopischer
Natur schreiben.
Mit Sprache spielen/Freies Schreiben
ZB Parodieren.
Sketches entwerfen.
Reime verfassen.
Mit Sprache experimentieren (Textcollagen,
-montagen und ähnliches).
Schreiben nach Impulsen (Musik, Bilder usw.).
Informieren/Erklären/Argumentieren
Informationen speichern und Inhalte wiedergeben
(siehe Sprechen)
ZB einem Text Informationen nach bestimmten
Gesichtspunkten entnehmen; Sachtexte kürzen.
Anhand von Notizen Verlaufs- und Ergebnisprotokolle
anlegen (ua. im projektorientierten Unterricht).
Den Inhalt dichterischer Texte zusammenfassen
und den persönlichen Eindruck darlegen.
Praktische Mitteilungen aus dem Schüleralltag
adressatengerecht formulieren (ua. Krankmeldung,
Verleihordnung in der Schülerbücherei).
Sachverhalte für sich und andere verständlich
erklären
ZB über Ereignisse berichten.
Spielregeln, Gebrauchsanweisungen, Verlustanzeigen
formulieren, auch mit graphischen Hilfen.
Einfache Begriffe erläutern.
Leitfragen zu Texten schriftlich beantworten
(siehe Lesen und Textbetrachtung).
Begründen und Bewerten
ZB Begründungen formulieren und zu widersprüchlichen
Meinungen Stellung nehmen.
Verantwortlich Stellung beziehen.
Appellieren
Zu Handlungen auffordern
ZB Flugblätter, Aufrufe, Plakate entwerfen;
Ansuchen, Vorschläge schreiben (ua. für ein persönliches
Anliegen).
Anfragen, Anträge, Beschwerden formulieren.
Partnerschaftliche Beziehungen herstellen und fördern
ZB Einladungen schreiben (in Brief- und Plakatform
und ähnliches).
Sich bedanken, entschuldigen.
Eine Bitte, einen Wunsch äußern.
Ermuntern, trösten, Hilfe anbieten und ähnliches.
b) Übungen zur Textgestaltung
Einüben des schriftlichen Sprachgebrauchs im
Sinne von Wortbedeutung, Satzbau, Gliederung
und Verständlichkeit
ZB die Bedeutung von Fachwörtern sichern und
im Textzusammenhang gezielt verwenden.
Wortfolge im Satz, Satzfolge und Verschachtelung
erproben.
Adressatengerechter Einsatz formelhafter Wendungen,
besonders in appellativen Texten (Anrede-
und Grußformeln und ähnliches).
Verschiedene Textanfänge erproben und vergleichen.
Den Text durch Absätze übersichtlicher gliedern.
Sätze und Absätze sinnvoll verknüpfen.
c) Rechtschreiben
Festigung des Rechtschreibbewußtseins
Nach der Schreibweise eines Wortes gezielt fragen.
Die Schreibweise eines Wortes kontrollieren (zB
durch Nachschlagen).
Einsichten in Regelhaftigkeiten der Rechtschreibung
vertiefen.
Orthographische Sicherung des Wortschatzes
Verschiedene Lernhilfen kombiniert verwenden
(optische, akustische, schreib- und sprechmotorische).
Großschreibung
Nominal gebrauchte Wörter, Fürwörter der höflichen
Anrede.
Schärfung/Dehnung
s-Schreibung, das — daß.
Unterschiedliche Schreibung langgesprochener
Vokale.
Harte und weiche Verschlußlaute: b — p, d — t,
g — k im Auslaut.
Gleich oder ähnlich klingende Laute
e — ä, ei — ai, eu — äu, x — chs — ks — cks —
gs.
Schreibung häufiger Fremdwörter
Abteilen von Wörtern
Zeichensetzung (siehe Sprachbetrachtung und
Sprachübung)
Der Beistrich zwischen Teilsätzen (Hauptsatz —
Hauptsatz, Hauptsatz — Gliedsatz).
In verschiedenen Wörterbüchern nachschlagen.
Individuelle Rechtschreibschwächen beheben
Selbständige Fehlerkontrolle (zB Rechtschreibkartei,
Partner- und Zweistufendiktat).
Lesen und Textbetrachtung
a) Lesetechniken
Anwenden der erworbenen Lesetechniken zur
raschen Sinnerfassung und Sinnvermittlung
Stilles sinnerfassendes Lesen
Zusammenhänge in Texten erfassen (Inhalt, Aufbau,
Form).
Sinnvermittelndes Vorlesen
Vorlesen dichterischer- und nichtdichterischer
Texte.
Vortragen dichterischer Texte.
Vorbereitetes Vortragen auch von auswendiggelernten
Texten, zB von Szenen und Gedichten.
b) Texte und Textverständnis
Dichterische Texte erleben, erschließen und gelegentlich
vortragen, besonders Texte österreichischer
Autoren; (eventuell auch Mundarttexte).
Epische Texte, zB Erzählungen (auch Ausschnitte
aus umfangreichen Werken), Kurzgeschichten,
Kalendergeschichten, Kriminal- und Detektivgeschichten.
Lyrische Texte, zB Stimmungsgedichte, engagierte,
experimentelle Lyrik, Erzählgedichte, Balladen,
Lieder und Songs, auf Inhalt und Wirkung untersuchen
(fächerübergreifender Unterricht).
Dramatische Texte, zB kurze Bühnenstücke (auch
auszugsweise), Einzelszenen, Sketches (auch spielen).
Jugendliteratur
Bücher vorstellen (mit Leseproben) und zur eigenen
Lektüre anregen.
Themen mit Hilfe von Leitfragen erarbeiten.
Über Jugendbücher sprechen.
Texte erlebnishafter und sachbezogener Art lesen,
gelegentlich vergleichen sowie ihre Absicht und
Wirkung untersuchen. (Mögliche Themen: Arbeitswelt
und Beruf, Sport, Umwelt, Natur, Technik,
Friede, Gewalt.)
Sachtexte und Sachbücher
Selbständig Informationen entnehmen (zB aus
Lehrbüchern, Sachbüchern und Nachschlagewerken),
auch fächerübergreifend Zusammenhänge
herstellen, zB bei der Ausarbeitung von Projekten
(siehe Sprechen, Schreiben).
c) Medienerziehung
Fernsehen und Hörfunk
Aus dem Programmangebot kritisch auswählen
lernen. Fernseh- und Hörfunksendungen (insbesondere
Jugendprogramm) besprechen. Gestaltungsmittel
von Fernsehen und Hörfunk erkennen
lernen.
Film
Gemeinsam gesehene Filme besprechen.
Zugang zu Büchern
Büchereien benützen, Entscheidungshilfen zum
Erwerb von Büchern gewinnen (zB durch Klappentexte,
Verlagsverzeichnisse, Buchbesprechungen).
Aufmachung eines Buches besprechen.
Jugendzeitschriften
Arten, Inhalte und Ziele besprechen.
Aufmachung und Bildmaterial untersuchen.
Tageszeitungen
Sich in Tageszeitungen zurechtfinden lernen und
einzelne Bereiche unterscheiden (zB Politik, Wirtschaft,
Kultur, Lokales, Werbung, Sport).
d) Literaturkunde
Texte besser verstehen lernen, zB durch Einbettung
in den historischen, politischen, sozialen, kulturellen
und biographischen Zusammenhang, gelegentlich
auch durch Einbeziehung formaler Merkmale
des Werkes.
Merkmale gebundener Sprache (Vers, Reim,
Strophe, Rhythmus, Klanggestalt) und ihre Wirkung
in Texten untersuchen.
Sprachbetrachtung und Sprachübung
a) Sprache im Verwendungszusammenhang
(siehe Sprechen/Schreiben)
Situationsgemäßes sprachliches Verhalten
Nähe und Distanz der Partner (zB familiäres,
freundschaftliches, sachliches, offenes, feindseliges...
Gesprächsklima); Auswirkungen des Verhältnisses
der Kommunikationspartner auf die Wahl
der sprachlichen Mittel (Wortwahl, Satzbau, Aussprache)
beobachten und beschreiben.
Formelhafte Sprache in standardisierten Situationen,
zB beim Telefonieren, Gratulieren, in Wetterberichten,
Kochrezepten, Unfallberichten. Formelhaftigkeit
der verwendeten Sprache erkennen und
ihre Leistung besprechen (ua. Ökonomie; Hilfe bei
der sprachlichen Bewältigung der Situation).
b) Bedeutung sprachlicher Zeichen
Erweiterung des Wortschatzes
Bedeutungsumfang von Wörtern abgrenzen,
Überschneidungen aufzeigen. Wörter mit ähnlicher
und gegensätzlicher Bedeutung ordnen. Bedeutung
von Fremdwörtern klären.
Abstufung von Äußerungen
Aufzeigen, wie zB Gewißheit, Ungewißheit,
Möglichkeit, Wahrscheinlichkeit und Zweifel ausgedrückt
werden.
Wortbildung
Wörter durch Wechsel der Wortart bilden. Möglichkeiten
der Wortbildung mit Hilfe des Ablautes
erkennen.
c) Text-, Satz- und Wortgrammatik
Textgrammatik
Einige sprachliche Mittel erkennen, die in einem
Text den Zusammenhang herstellen (insbesondere
Zeitform, Modus, Verweiswörter).
Erkennen, wie in einem Text die Stellungnahme
des Sprechers/Schreibers deutlich werden kann (zB
mit dem Konjunktiv in der indirekten Rede oder
mit situativ gebrauchten Wörtern).
Feststellen, in welchem Zusammenhang das Passiv
die übliche Darstellungsform ist.
Satzgrammatik
Teilsätze eines Ganzsatzes abgrenzen.
Merkmale von Hauptsatz und eingeleitetem
Gliedsatz erkennen.
Funktion abhängiger Sätze für die Aussage des
Ganzsatzes, besonders im Hinblick auf die Herstellung
und Deutung von Texten, feststellen.
Gliedsätze und Attributsätze durch ihnen entsprechende
Satzglieder bzw. Attribute ersetzen und
dadurch bewirkte inhaltliche und stilistische Veränderungen
erkennen.
Wortgrammatik
Konjunktiv und Passiv erkennen.
Funktion von Konjunktionen und Relativpronomen
als Einleitewörter von abhängigen Sätzen
erkennen (siehe Schreiben).
Interrogativpronomen erkennen; seine Funktion
im Fragesatz und in der Ersatzprobe feststellen.
Demonstrativpronomen erkennen, seine Funktion
als Begleiter, Ersatz- und Verweisform unterscheiden.
Adverbien nach inhaltlichen Gesichtspunkten
unterscheiden (zB Raum, Zeit, Art, Grad).
d) Sprachübung (siehe Sprechen und Schreiben)
Ausdrucksmöglichkeiten erweitern durch
Umformen zB von Satzgliedern in Gliedsätze oder
Nennform- und Mittelwortgruppen oder von
Gliedsätzen in Nennformgruppen.
Sprachliche Mittel zum Ausdruck von Gewißheit,
Zweifel, Wahrscheinlichkeit und ähnlichem
erwerben und erweitern (etwa entsprechende Verben,
situativ gebrauchte Adverbien und Adjektive,
Konjunktiv).
Gebräuchliche Formen des Konjunktivs in der
Standardsprache üben.
Die standardsprachlich richtige Fügung von
mehrteiligen Satzgliedern üben (zB Deklination
von Attributen, Fall der Apposition).
Schriftliche Arbeiten
Schul- und Hausübungen.
Sechs Schularbeiten, je drei im Semester.
4. Klasse (4 Wochenstunden)
Sprechen
a) Erweiterung der sprachlichen Fähigkeiten
durch Sprachhandeln in modellhaft ausgewählten
und in realen Situationen
Durch Sprechen gemeinsames Lernen und Handeln
ermöglichen
Überblick über Problembereiche von allgemeiner
Bedeutung gewinnen.
Problembewußtsein entwickeln durch Darstellen,
Vergleichen und Beurteilen von Sachverhalten
anhand von Themen, wie zB Bildungs- und Berufslaufbahn,
Arbeitswelt, Interessengruppierung, Vorurteile,
Medien, Werbung, Mode, Ernährung und
Gesundheit, Beziehung zwischen den Geschlechtern,
Partnerschaft.
Interessen aussprechen und Klarheit über verschiedene
Interessenslagen erlangen; Interessen
vergleichen, gewichten, bewerten und vertreten.
Interessensausgleich anstreben: Konflikte zwischen
verschiedenen Gesprächspartnern (zB
Erwachsene — Jugendliche, Vorgesetzte — Untergebene,
Produzenten — Konsumenten) thematisieren
und Lösungen suchen.
Informieren, erzählen und unterhalten
ZB Sachverhalte darstellen, über die die Schüler
im Unterricht und außerhalb des Unterrichtes
Erfahrungen gesammelt und Kenntnisse gewonnen
haben (fächerübergreifende Thematik); von Erlebnissen,
Erfahrungen und Problemen erzählen, die
sich in Lern- und Arbeitssituationen ergeben (ua.
auch im Hinblick auf die Schul- und Berufslaufbahn).
Interviews vorbereiten, durchführen und auswerten.
Eindrücke und Erfahrungen in Sprache umsetzen
(Reportage; auch in spielerischer Form).
Argumentieren
Gründe für eigene und fremde Meinungen
anführen; erläuternde Beispiele geben; Widersprüche
aufzeigen; Gegenargumente erwägen und zu
entkräften versuchen.
Appellieren
ZB Wünsche und Interessen einer Gruppe als
deren Sprecher vertreten (auch im Rahmen von
Unterrichtsprojekten).
Informationen, Argumente und Beispiele beim
Appellieren einsetzen.
Die Interessen, Erfahrungen und Erwartungen
der Gesprächspartner bzw. Zuhörer abschätzen
und bei der Gestaltung der Appelle berücksichtigen.
b) Gesprächs-, Sozial- und Sprachverhalten
In verschiedenen Gesprächsformen eigene Meinungen
und Handlungen sowie die anderer
begründen.
Auseinandersetzungen sachlich führen.
Gegensätzliche Positionen erkennen und anerkennen.
Manipulationen für sich und andere durchschaubar
machen.
Standardsprache zweckmäßig einsetzen lernen
und ihren Gebrauch festigen.
c) Rede- und Gesprächsformen
Diskussion und Debatte (auch Leitung eines
Gesprächs); Referat; kurze Reden zu aktuellen
Anlässen; Rollenspiel; Interview und Reportage.
Schreiben
a) Verfassen von Texten
Erzählen/Spielen mit Sprache
Schreiben über sich
Von Erlebnissen und Erfahrungen erzählen;
besondere Berücksichtigung der Darstellungsweise
(Gliederung, sprachliche Formulierung).
Erzählen nach Vorgaben
Kurze Prosatexte umformen.
Geschichten erfinden
Literarische Kleinformen schreiben (zB Fabeln,
Märchen, Schlager, Gedichte, Rätsel).
Mit Sprache spielen/Freies Schreiben
ZB mit Sprache experimentieren.
Parodieren.
Assoziatives Schreiben nach optischen und musikalischen
Impulsen.
Informieren/Erklären/Argumentieren.
Informationen speichern und Inhalte wiedergeben
ZB Stichwortzettel anlegen.
Sachtexte exzerpieren und kürzen.
Fragenkatalog für Meinungsumfragen und Interviews
ausarbeiten.
Verlaufs- und Ergebnisprotokolle anlegen (ua.
im projektorientierten Unterricht).
Lebenslauf abfassen.
Den Inhalt dichterischer Texte zusammenfassen
und den persönlichen Eindruck darlegen (siehe
Lesen und Textbetrachtung).
Sachverhalte für sich und andere verständlich
erklären (siehe Sprechen)
ZB Graphische Darstellungen, Skizzen erläutern,
einfache Begriffe sowie ursächliche Zusammenhänge
und Sachverhalte erklären (ua. im projektorientierten
Unterricht).
Begründen und Bewerten (siehe Sprechen)
ZB Probleme aus dem Erfahrungsbereich der
Schüler darstellen.
Zu unterschiedlichen Meinungen Stellung beziehen.
Begründungen für die eigene Meinung formulieren.
Kurztexte mit argumentierender Stellungnahme
schreiben.
Appellieren
Zu Handlungen auffordern
Mit Argumenten auffordern und werben (zB für
persönliche, schulische und außerschulische Anliegen)
(siehe Sprechen).
Leserbriefe zu aktuellen Anlässen verfassen.
Appellative Textsorten aus dem praktischen Schriftverkehr
verfassen
ZB Inserate, Bestellungen, Stellengesuche
(Bewerbungen), Anträge, Ansuchen, Beschwerden,
Reklamationen schreiben; Formulare ausfüllen.
b) Übungen zur Textgestaltung
Fachausdrücke klären und gezielt verwenden
Verbal- bzw. Nominalstil probieren (zB durch
Umformen) und funktionsgerecht verwenden
Die äußere Form und optische Gestaltung von Texten
des praktischen Schriftverkehrs berücksichtigen
Informierende, erklärende und argumentierende
Texte verständlich gestalten durch
Einfachheit: überschaubare Sätze, bekannte
Wörter, anschauliche Beispiele;
Übersichtlichkeit: geordnete Gedankenfolge,
Hervorheben von Wichtigem;
Kürze: Beschränkung auf das Wesentliche.
c) Rechtschreiben
Sicherung des Rechtschreibbewußtseins
Regeln und Rechtschreibhilfen gezielt anwenden.
Schreibweise eines Wortes kommentieren (im
Sinne des phonematischen, morphematisch-etymologischen
und syntaktischen Prinzips — siehe
Österreichisches Wörterbuch).
Orthographische Sicherung des Wortschatzes
Verschiedene Lernhilfen kombiniert verwenden.
Groß- und Kleinschreibung
Besonderheiten von Nominalisierungen (zB
Eigennamen, verblaßte Nomen, Redewendungen).
Schärfung/Dehnung
Wiederholen und Kommentieren der typischen
Fälle.
Schreibung häufiger Fremdwörter
Abteilen von Wörtern
Sprech- und Sprachsilben unterscheiden.
Getrennt- und Zusammenschreibung
Zusammenfassen der häufigsten Fälle der Zeichensetzung
Im Wörterbuch nachschlagen
Individuelle Rechtschreibschwächen beheben
Selbständige Fehlerkontrolle.
Lesen und Textbetrachtung
a) Lesetechniken
Die erworbenen Lesetechniken zur raschen Sinnentnahme
und zur Sinnvermittlung weiterentwickeln.
b) Texte und Textverständnis
Dichterische Texte (besonders österreichischer
Autoren) erleben, erschließen und gelegentlich vortragen
Epische Texte, zB Kurzgeschichten, Anekdoten;
Erzählungen, Novellen, Romane (auch Ausschnitte);
Inhalt und Form besprechen
Lyrische Texte, unterschiedliche Arten von Gedichten,
zB auch Texte von Liedern und Songs auf
Inhalt und Wirkung untersuchen, Themen, Motive
und kennzeichnende Merkmale besprechen
Dramatische Texte, zB Hörspiele, Szenen und
Bühnenstücke lesen, spielen oder durch Theater
und Medien kennenlernen (siehe Schreiben).
Jugendliteratur
Bücher vorstellen (mit Leseproben), besprechen
und dabei Urteilsvermögen entwickeln.
Berichtende und beschreibende Texte auf ihre
Absicht und Wirkung untersuchen, zB Texte über
künstlerische und wissenschaftliche Leistungen,
wirtschaftliche und politische Fragen, Beruf und
Arbeitswelt, Freizeit, Umweltschutz (mit besonderer
Berücksichtigung Österreichs).
Sachbücher
Informationen sammeln, vergleichen und auswerten
(auch in Projekten) — (siehe Schreiben,
Sprechen).
c) Medienerziehung
Fernsehen/Hörfunk/Film
Sendungen besprechen und den Bereichen der
Unterhaltung, Information und Bildung zuordnen.
Medienkonsum besprechen.
Merkmale und Wirkungen von Sendungen
untersuchen.
Sendungen gegebenenfalls imitieren.
Einige Mittel der Filmgestaltung besprechen (zB
Einstellung, Kameraführung, Schnitt, Trickaufnahme)
und nach Möglichkeit in Eigenproduktionen
erproben.
Zugang zu Büchern
Büchereien benützen.
Buch als Ware besprechen.
Tageszeitungen
Einige tatsachen- und meinungsorientierte journalistische
Stilformen unterscheiden.
Berichte über ein Ereignis in verschiedenen
Tageszeitungen vergleichen und dazu Stellung nehmen.
Gegebenenfalls eine Schülerzeitung, Wandzeitung
oder eine Seite für eine Tageszeitung herstellen
(siehe Schreiben).
d) Literaturkunde
Merkmale epischer, lyrischer und dramatischer
Formen in Texten erkennen
ZB: Ich- und Er-Form in epischen Texten; Strophe
im Gedicht; die Entwicklung der Handlung in
Dramen durch Rede und Gegenrede (Dialog).
Ästhetische Merkmale in Texten erkennen
ZB: Aufbau, Sprachform, sprachliche Bilder;
besondere Wirkungsmöglichkeiten gebundener
Sprache.
Textverständnis vertiefen durch Einbeziehung
der historischen, politischen, sozialen, kulturellen
und biographischen Entstehungsbedingungen.
Sprachbetrachtung und Sprachübung
a) Sprache im Verwendungszusammenhang
Rolle und Sprachgebrauch
Auswirkungen der Kommunikationssituation (zB
symmetrisches und asymmetrisches Verhältnis;
gesprochene und geschriebene Sprache) auf den
Einsatz der sprachlichen Mittel beobachten.
Emotionalität und Sachlichkeit im sprachlichen
Ausdruck (siehe Sprechen)
Inhalts- und Beziehungsaspekt in Gesprächssituationen
unterscheiden lernen.
Verschiedene Sprachformen (siehe Lesen und Textbetrachtung)
Das Auftreten und die Bedeutung verschiedener
Sprachformen (zB Standardsprache, Umgangssprache,
Mundart) besprechen; an ausgewählten Beispielen
Merkmale erkennen.
Sprachliche Besonderheiten, die für bestimmte
Gruppen (zB soziale Gruppen, Alters- und Berufsgruppen,
ethnische Gruppen) kennzeichnend sind,
besprechen.
Verschiedene Ausdrucksweisen (wie etwa gehobene,
saloppe, derbe) unterscheiden und ihre Intentionen
und Wirkungen besprechen. Verschiedene
Stilebenen in der Literatur vergleichen.
b) Bedeutung sprachlicher Zeichen
Erweiterung des Wortschatzes
Wortfelder aufbauen; Bedeutungen mit Hilfe
von Merkmalen unterscheiden; Bedeutung von
Wörtern in verschiedenen Zusammenhängen feststellen.
Ober- und Unterbegriffe erarbeiten.
Bedeutung von Fremdwörtern klären.
Bedeutungsunterschiede
Bedeutung ähnlicher Wörter gegeneinander
abgrenzen; regionale und gruppenspezifische
Besonderheiten im Wortschatz feststellen.
Abstufung von Äußerungen (siehe Sprechen)
Unterschiedliche Wiedergabe von Äußerungen
anderer besprechen (zB indirekte Rede).
Feststellen, ob eine persönliche Deutung in der
Wiedergabe zum Ausdruck gebracht wird.
Übertragene Bedeutung (siehe Lesen und Textbetrachtung)
Sprachliches Bild, Vergleich, Metapher in Texten
feststellen; Wirkung bildhafter Ausdrucksweise
besprechen.
Wortbildung (siehe Schreiben)
Neue und ungewöhnliche Wortzusammensetzungen,
besonders in der Werbung und in den Zeitungen,
feststellen, ihre Bedeutung klären; ähnliche
Möglichkeiten auf spielerische Art erproben.
c) Text-, Satz- und Wortgrammatik
Textgrammatik
Den thematischen Zusammenhang eines Textes
durch die Mittel der Wiederholung und des Ersatzes
feststellen.
Die Modifizierung der Aussage mit Hilfe von
Modalverben, modifizierenden Verben, konjunktivischen,
futurischen Formen und situativ gebrauchten
Adverbien erproben.
Satzgrammatik
Die Verknüpfung von Sätzen und Satzteilen
besprechen: die logischen, räumlichen, zeitlichen
ua. Beziehungen feststellen; Konjunktionen,
Adverbien, Relativpronomen ua. Mittel zur Satzverknüpfung
erkennen.
Möglichkeiten des Ausbaus von Satzgliedern mit
verschiedenen Mitteln (zB nominale und satzwertige
Erweiterungen) erkennen und erproben (siehe
Schreiben).
Wortgrammatik
Die Fügung von mehreren Wörtern zu Gruppen
mit fester Bedeutung unter grammatischen, orthographischen
und semantischen Gesichtspunkten
besprechen (zB auf den Grund gehen — aufgrund
von; an der Hand — anhand von ...).
Adverbien, Konjunktionen und Modalverben
erkennen.
d) Sprachübung
Die standardsprachlich richtige Verwendung von
Konjunktionen und Präpositionen üben.
Den richtigen Fall von Relativpronomen in Satzverknüpfungen
bilden.
Standardsprachliche Formen der Attribuierung
(besonders Genitivattribut, Apposition) üben.
Schriftliche Arbeiten
Schul- und Hausübungen.
Sechs Schularbeiten, je drei im Semester."
4. In Anlage A, sechster. Teil, wird beim Pflichtgegenstand
„Englisch" dem Unterabschnitt „Lehrstoff"
angefügt
„3. Klasse (3 Wochenstunden)
Der Erwerb der Kommunikationsfähigkeit erfordert
die situationsgerechte Integration der im fol-
genden ausgeführten Lernbereiche (siehe Didaktische
Grundsätze).
Hörverstehen
Die Schulung des Hörverstehens wird in der
dritten Klasse systematisch weitergeführt. Die
Schüler sollen in zunehmendem Maße verschiedenartige
Textsorten aus ihrem Interessensbereich
sowie in verstärktem Ausmaß „native speakers"
verstehen können. Die Texte sollen authentisch
sein oder authentischen Vorbildern nahekommen.
Die Schüler sollen
— das Klassengespräch verstehen;
— auch komplexere Lehreräußerungen verstehen;
— touristische Informationen verstehen (zB Bahnhof,
Flugplatz, Kaufhaus, Telefon . . .);
— längere Texte im wesentlichen bzw. im Detail
verstehen; diese sollen auf bekannte Themen
und Situationen bezogen sein und den rezeptiven
Wortschatz der Schüler kaum übersteigen;
— längere fiktionale Texte im wesentlichen verstehen.
Textsorten: siehe Didaktische Grundsätze.
Sprechen
Die Schüler sollen in zunehmendem Maße
imstande sein, die in den ersten beiden Lernjahren
erworbenen Redemittel selbständig anzuwenden;
die vorhandenen Kenntnisse sind zu festigen und
systematisch zu erweitern. Die Sprechanlässe sollen
auf Erfahrungen und Interessen der Schüler abgestimmt
sein bzw. die Schüler auf mögliche Situationen
und Rollen vorbereiten, in denen sie sich der
Fremdsprache bedienen müssen.
Die Schüler sollen
— sich am Gespräch mit dem Lehrer und den Mitschülern
beteiligen und sich zu den behandelten
Themen äußern;
— Kontakte aufnehmen und fortführen;
— über Erlebtes, Beobachtetes, Gehörtes und
Gelesenes zusammenhängend sprechen;
— für sie Wichtiges (Menschen, Tiere, Gegenstände
und Situationen) beschreiben;
— Wünsche, Meinungen, Absichten und Bedürfnisse
erfragen und äußern;
— Informationen erfragen und geben;
— emotionelle Haltungen (Freude, Furcht, Vorliebe
und Abneigung usw.) erfragen und ausdrücken;
— Spielszenen kreativ gestalten.
Leseverstehen
Die Schulung des Leseverstehens wird in der
dritten Klasse systematisch mit dem Ziel weitergeführt,
die Schüler in zunehmendem Maße zu befähigen,
verschiedenartige Textsorten aus ihrem
Interessensbereich zu verstehen sowie ihre Freude
am Lesen zu fördern.
Die Schüler sollen
— persönliche Mitteilungen (Briefe, Notizen, Einladungen,
auch in englischer/amerikanischer
Handschrift) verstehen;
— kurze einfache Sachtexte aus Bereichen des täglichen
Lebens und der Landeskunde, auch mit
Hilfe des Wörterbuchs, verstehen;
— fiktionale Texte, die den rezeptiven Wortschatz
nicht maßgeblich übersteigen, selbständig lesen
und im wesentlichen verstehen;
— Lieder und einfache Gedichte verstehen.
Textsorten: siehe Didaktische Grundsätze.
Schreiben
Der in den ersten beiden Jahren erworbene
Sprachschatz soll zunehmend selbständig angewendet
werden; die Vorkenntnisse sind systematisch zu
festigen und zu erweitern. Die schriftlichen Äußerungen
sollen den Erfahrungen und Interessen der
Schüler entsprechen, wobei die kommunikative
Funktion deutlich erkennbar sein soll.
Die Schüler sollen
— selbständig Mitteilungen und Briefe persönlichen
Inhalts abfassen;
— Personen, Situationen, Gegenstände usw.
beschreiben;
— einfache Texte verfassen, die in unmittelbarem
Zusammenhang mit Erlebtem, Gehörtem, Beobachtetem
und Gelesenem stehen;
— einfache Zusammenfassungen schreiben.
Themen und Wortschatz
Es gelten weiterhin die für die 1. Klasse angeführten
Grundsätze. Bei der Auswahl und der
Behandlung der Themen ist in der 3. Klasse darüber
hinaus der zunehmenden Reife und erweiterten
Interessenslage der Schüler Rechnung zu tragen.
Dabei sind die Gegebenheiten in englischsprachigen
Ländern (Landeskunde) zu berücksichtigen.
Anknüpfend an bisher behandelte Themenbereiche
sind neue Themen mit folgenden Schwerpunkten
zu wählen
— der einzelne in der Gemeinschaft (zB Familie,
Freundeskreis, Jugendliche und Erwachsene,
Klassengemeinschaft, Gruppen . . .) ;
— Alltag (zB Gesundheit, Wohnverhältnisse, Menschen
bei der Arbeit, gefährdete Umwelt. . .),
vgl. Lehrpläne für Deutsch, Biologie und
Umweltkunde, Geographie und Wirtschaftskunde;
— Freizeit (zB Medien, Musik, Lesen, Sport, Reisen
und Tourismus...), vgl. Lehrpläne für
Deutsch, Geographie und Wirtschaftskunde;
— Erlebtes und Erdachtes (zB eigene Erlebnisse,
„detective stories", Abenteuer, Lebensbilder
. . .), vgl. Lehrplan für Deutsch.
Der bisher erworbene Wortschatz ist systematisch
zu festigen und zu erweitern.
In den Gebrauch des Wörterbuches ist einzuführen.
Grammatik
Grammatische Strukturen dienen der Bedeutungserfassung
und Ausdruckssicherung. Daher
richten sich Auswahl und Vermittlung nach den
Erfordernissen der Fertigkeitsbereiche, Themen
und der jeweiligen Unterrichtssituation. Viele
grammatische Besonderheiten, die vorwiegend in
einigen gebräuchlichen Wendungen auftreten, können
im Rahmen der Wortschatzarbeit eingeübt
werden (keep listening, I wish I had, how to
repair. . .).
Der Grammatikstoff der ersten beiden Klassen
ist gezielt zu wiederholen und zu erweitern.
Folgende Schwerpunkte sollen gesetzt werden
Sentence, sentence pattern: Hauptsatzreihen und
einfache Satzgefüge; Satzerweiterungen (zB
durch adverbielle Bestimmungen); einfache Beispiele
der „reported speech"; einfache Formen,
Bedingung und Folge auszudrücken (conditional)
Verb: Past progressive: Beschreibung von Vorgängen
(zB: They were all working hard)
Present perfect („past up to now")
Passiv: im Textzusammenhang verstehen
Past perfect: Zeitbezüge in der Vergangenheit,
zB: in Verbindung mit „reported speech"
Modals: Wiederholung und Festigung des
Gebrauchs der Modalverben, Ergänzungen unter
Berücksichtigung häufig auftretender Situationen,
zB: need not, should, be allowed to
Pronouns: Vertiefung der Kenntnisse, notwendige
Ergänzungen (some, any, every, each; reflexive
pronouns)
Prepositions, prepositional phrases: Erweiterung
der Kenntnisse in Zusammenhang mit dem Ausbau
des Wortschatzes und der Syntax.
Ergänzungsstoffe
Wenn die jeweiligen Schwerpunktstoffe von der
Mehrzahl der Schüler in kommunikativer Anwendung
im wesentlichen beherrscht werden, können
im Laufe des Jahres folgende Ergänzungsstoffe
behandelt werden
Form und Gebrauch des Passivs im „present simple"
und „past simple"; einschränkende Relativsätze
(insbesondere „contact clauses", zB: That's
the book I told you about.)
Sprachfunktionen und Rollen: siehe
1. Klasse
Aussprache: siehe 1. Klasse
Rechtschreibung: siehe 1. Klasse
Schriftliche Arbeiten
Schul- und Hausübungen.
Sechs Schularbeiten, je drei im Semester.
4. Klasse (3 Wochenstunden)
Der Erwerb der Kommunikationsfähigkeit erfordert
die situationsgerechte Integration der im folgenden
ausgeführten Lernbereiche (siehe Didaktische
Grundsätze).
Hörverstehen
Die Schulung des Hörverstehens wird in der
vierten Klasse systematisch weitergeführt und vertieft.
Die Schüler sollen in zunehmendem Maße
verschiedenartige Textsorten aus ihrem Interessensbereich
sowie in verstärktem Ausmaß „native speakers"
verschiedener Herkunft verstehen können.
Die Texte sollen authentisch sein oder authentischen
Vorbildern nahekommen.
Die Schüler sollen
— das Klassengespräch verstehen;
— auch komplexere Lehreräußerungen verstehen;
— touristische Informationen verstehen (zB Bahnhof,
Flugplatz, Kaufhaus, Telefon ...);
— längere Texte im wesentlichen bzw. im Detail
verstehen; diese sollen auf bekannte Themen
und Situationen bezogen sein und den rezeptiven
Wortschatz der Schüler kaum übersteigen;
— längere fiktionale Texte, die auch unbekannte
Elemente in größerem Ausmaß enthalten, im
wesentlichen verstehen.
Textsorten: siehe Didaktische Grundsätze.
Sprechen
Die bisher erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten
sollen gefestigt und erweitert werden. Ihre selbständige
Anwendung soll im Vordergrund stehen.
Die Sprechanlässe sollen weiterhin auf Erfahrungen
und Interessen der Schüler abgestimmt sein
bzw. die Schüler auf mögliche Situationen und Rollen
vorbereiten, in denen sie sich der Fremdsprache
bedienen müssen.
Die Schüler sollen
— sich am Gespräch mit dem Lehrer und den Mitschülern
beteiligen und sich zu den behandelten
Themen äußern;
— Kontakte aufnehmen und fortführen;
— über Erlebtes, Beobachtetes, Gehörtes und
Gelesenes zusammenhängend sprechen;
— für sie Wichtiges (Menschen, Tiere, Gegenstände,
Situationen) beschreiben;
— Wünsche, Meinungen, Absichten und Bedürfnisse
erfragen und äußern;
— Informationen erfragen und geben;
— emotionelle Haltungen (Freude, Furcht, Vorliebe
und Abneigung usw.) erfragen und ausdrücken;
— Spielszenen kreativ gestalten.
Leseverstehen
Die Schulung des Leseverstehens wird in der
vierten Klasse systematisch mit dem Ziel weitergeführt,
die Schüler zu befähigen, mit verschiedenartigen
Textsorten umzugehen, sowie ihre Freude am
Lesen zu fördern.
Die Schüller sollen
— persönliche Mitteilungen (Briefe, Notizen, Einladungen,
auch in englischer/amerikanischer
Handschrift) verstehen;
— einfache Sachtexte aus Bereichen des täglichen
Lebens und der Landeskunde, auch mit Hilfe
des Wörterbuches, verstehen;
— längere fiktionale Texte, die den rezeptiven
Wortschatz nicht maßgeblich übersteigen, selbständig
lesen und im wesentlichen verstehen;
— für die Lösung gestellter Aufgaben selbständig
Informationen im Text finden;
— Liedtexte und einfache Gedichte verstehen.
Textsorten: siehe Didaktische Grundsätze.
Schreiben
Der bisher erworbene Sprachschatz soll systematisch
gefestigt und erweitert werden, um für das
Abfassen verschiedenartiger Texte verfügbar zu
sein. Die schriftlichen Äußerungen sollen den
Erfahrungen und Interessen der Schüler entsprechen,
wobei die kommunikative Funktion deutlich
erkennbar sein soll.
Die Schüler sollen
— selbständig Notizen machen und verwerten;
— selbständig Mitteilungen und Briefe persönlichen
Inhalts abfassen;
— Personen, Situationen, Gegenstände usw.
beschreiben;
— einfache Texte erfassen, die in unmittelbarem
Zusammenhang mit Erlebtem, Gehörtem, Beobachtetem
und Gelesenem stehen und gegebenenfalls
die eigene Meinung dazu wiedergeben;
— eine Erzählung fortsetzen, einen Erzählkern
ausbauen bzw. kurze Szenen verfassen, soweit
dies unter Verwendung sprachlich vertrauten
Materials möglich ist;
— Zusammenfassungen schreiben.
Themen und Wortschatz
Es gelten weiterhin die für die 1. Klasse angeführten
Grundsätze. Bei der Auswahl und Behandlung
der Themen ist in der 4. Klasse darüber hinaus
der zunehmenden Reife und erweiterten Interessenslage
der Schüler Rechnung zu tragen. Dabei
sind die Gegebenheiten in englischsprachigen Ländern
(Landeskunde) zu berücksichtigen. Darüber
hinaus soll bei der Auswahl und Gestaltung der
Themen nach Möglichkeit der weitere Bildungsweg
der Schüler berücksichtigt werden.
Anknüpfend an bisher behandelte Themenbereiche
sind neue Themen mit folgenden Schwerpunkten
zu wählen
— der einzelne in der Gemeinschaft (zB Freundschaften,
Beziehungen, Erwachsenwerden, Rollenverhalten,
Konsumverhalten, Werbung, Freizeit
...), vgl. Lehrpläne für Deutsch, Biologie
und Umweltkunde, Geschichte und Sozialkunde
— Arbeitswelt (zB Berufswünsche, Arbeitssuche,
Berufsmöglichkeiten, Englisch im Beruf . . .),
vgl. Lehrplan für Deutsch
— Reisen (zB Werbung, Fremdenverkehr, Reise
planen, Reisebericht, Sehenswürdigkeiten, sich
im fremden Land zurechtfinden, Englisch als
Weltsprache . . .),
— Aspekte englischsprachiger Länder (zB Einblicke
in die konkrete Lebenswelt der Bewohner,
aktuelle Anlässe, Minderheiten, Probleme
der Dritten Welt. . .), vgl. Lehrpläne für Geographie
und Wirtschaftskunde, Geschichte und
Sozialkunde
— Erlebtes und Erdachtes (zB eigene Erlebnisse,
„detective stories", Science Fiction, Abenteuer,
Lebensbilder. . .).
Der bisher erworbene Wortschatz ist systematisch
zu festigen und zu erweitern.
Die selbständige Arbeit mit dem Wörterbuch ist
zu fördern.
Grammatik
Der Grammatikstoff der ersten, zweiten und
dritten Klasse ist gezielt zu wiederholen und zu
erweitern. Die Anwendung in konkreten Situationen
soll im Vordergrund stehen. Einzelne grammatische
Besonderheiten, deren Beherrschung für die
Unterrichtsarbeit erforderlich ist, können im Rahmen
der Wortschatzarbeit eingeübt werden (zB
He wants me to help him. Stop Talking! I must
remember to tell her).
Folgende Schwerpunkte sollen gesetzt werden
Sentence, sentence pattern: Notwendige Ergänzungen
der Grundmuster; einschränkende Relativsätze
(insbesondere „contact clauses"); gängige
Formen der „reported speech" („Statements",
„commands", „requests", „questions"); gängige
Formen, Bedingung und Folge auszudrücken
(conditional).
Verb: Festigung des situationsgerechten Gebrauchs
der bisher erarbeiteten Zeitwortformen
Erweiterung um etwa folgende Bereiche
gebräuchliche Formen des Passivs („progressive
forms" nur rezeptiv);
-ing-Formen in häufig verwendeten Fügungen
Prepositions, prepositional phrases: Präpositionalverbindungen,
auch mit -ing-Formen (zB He
crossed the street without looking).
Sprachfunktionen und Rollen: siehe
1. Klasse
Aussprache: siehe 1. Klasse
Rechtschreibung: siehe 1. Klasse
Schriftliche Arbeiten
Schul- und Hausübungen.
Sechs Schularbeiten, je drei im Semester."
5. In Anlage A, sechster Teil, lauten die Unterabschnitte
„Lehrstoff" und „Didaktische Grundsätze"
des Pflichtgegenstandes „Französisch"
„Lehrstoff
1. Klasse (5 Wochenstunden)
Teillernziele
Hörverstehen
Der Schüler soll sehr kurze Texte in einfacher
Standardsprache bei annähernd normaler Sprechgeschwindigkeit
und ungestörten Hörbedingungen
verstehen.
Sprechen
Der Schüler soll einfache Gespräche, ausgehend
von erarbeiteten Modellen unter geringfügiger
Änderung einzelner Parameter, führen können
(weitgehendes Überwiegen des imitativen Elements).
Leseverstehen und Lesen
Der Schüler soll einfachste Texte verstehen. In
der ersten Klasse kommt dem Lesen vor allem eine
instrumentale Aufgabe zu (Merkfunktion).
Schreiben und schriftlicher Ausdruck
Der Schüler soll die Grundzüge der französischen
Rechtschreibung beherrschen und kurze, einfache
Mitteilungen (petit mot, Einkaufslisten usw.)
abfassen können. In der ersten Klasse kommt dem
Schreiben vor allem eine instrumentale Aufgabe zu
(Lernhilfe).
Lerninhalte
Kommunikationssituationen und Themenkreise
Der simulierte Rahmen, in dem der Schüler
sprachlich handelt, ist vorwiegend Frankreich und
die französischsprachige Welt. Folgende Kommunikationssituationen
und Themenkreise sind zu
erarbeiten
— die Identität des Kindes, der ihn unmittelbar
umgebende Personenkreis (Familie), seine
Interessen,
— seine Freunde und deren Interessen,
— sein Tagesablauf,
— seine Wünsche und Bedürfnisse,
— seine Reaktionen auf Sachverhalte, Vorschläge,
Meinungen,
— Alltagssituationen, wie zB Einkauf, Post,
Begegnungen, wobei die Sprechakte „Auskunft
erfragen" und „Auskunft geben" sowie einfache
Gefühls- und Meinungsäußerungen im
Vordergrund stehen.
Sprachliche Mittel
Zur Bewältigung der genannten Kommunikationssituationen
und Themenkreise benötigt der
Schüler folgende sprachliche Mittel
Phonetik
— Inventar der französischen Phoneme,
— die wesentlichen französischen Intonationsmuster,
— Rhythmus, annähernd natürliches Sprechtempo,
— satzphonetische Varianten (liaison, [ ] instable
usw.).
Wortschatz
Die Auswahl der einzelnen Wortschatzgebiete
wird von den jeweiligen Kommunikationssituationen
und Themenkreisen her bestimmt. Als Grundlage
dient ein Mindestwortschatz, der die Kriterien
der Häufigkeit und der Verwendbarkeit durch den
Schüler berücksichtigt.
Grammatik
Die Satzarten
— Aussagesatz: gerade Wortfolge; extraposition
du sujet (Jean, il est malade).
— Frage- und Antwortsatz: reine Intonationsfrage,
mit oder ohne Fragewort (vorangestellt
und nachgestellt). Inversionsfrage mit QUE
(Que fais-tu? Que fait papa?) und in formelhaften
Wendungen (Comment vas-tu?). Frage mit
EST-CE QUE (mit und ohne Fragewort,
jedoch nicht Qu'est-ce qui, Qui est-ce qui, Qui
est-ce que). Die wichtigsten Fragewörter.
— Antwortsatz auf Entscheidungs- und Ergänzungsfrage.
— Aufforderungssatz (Imperativ).
Verneinung (aller Satzarten) : ne ... pas, personne,
rien als Antwort auf eine Frage (Qui est
absent? — Personne ... Qu'est-ce que tu fais? —
Rien).
Die Nominalgruppe
— Nomen: Genus, Numerus.
— Begleiter und Stellvertreter des Nomens
Bestimmter und unbestimmter Artikel, adjectif
démonstratif, adjectif possessif,
Grundzahlwörter,
Adjektiv: Genus, Numerus, Übereinstimmung
mit dem Nomen,
Personalpronomina: Subjektspronomen tonique/
atone,
Objektspronomina: y, le la les, me/moi, te/toi,
nous, vous nicht kombiniert, Reflexivpronomen
tonique/atone.
Das Verb
Infinitiv und Konjugation der Verben auf -er
und anderer Verben (auch rückbezügliche und
Modalverben) nach Maßgabe der Kommunikationssituationen
und Themenkreise: Indicatif présent,
futur composé, impératif. Dazu: je voudrais,
J'aimerais (als Einzelformen).
Erweiterungen des einfachen Satzes
— Ergänzungen: Complément d'objet direct, complément
d'objet indirect, complément infinitif
ohne Erweiterungen.
— Attribute: Attribut mit Präposition (la porte de
la salle).
— Adverbiale Bestimmungen: nicht abgeleitete
Adverbien (alors, puis usw.): andere adverbiale
Bestimmungen, wie zB le matin, samedi soir
usw.
— Die häufigsten Präpositionen.
Der zusammengesetzte Satz
— Beiordnung mit den Konjunktionen et, ou,
mais.
— Unterordnung mit den Konjunktionen que, si;
Objektsatz der indirekten Rede; Adverbialsatz
mit den Konjunktionen parce que, quand.
Schriftliche Arbeiten
Schul- und Hausübungen.
Vier Schularbeiten, davon eine im ersten Semester
(nicht vor Ende November).
2. Klasse (4 Wochenstunden)
Teillernziele
Hörverstehen
Wie 1. Klasse, jedoch etwas längere und schwierigere
Texte.
Sprechen
Wie 1. Klasse, jedoch mit zunehmender Loslösung
vom imitativen Sprechen.
Leseverstehen und Lesen
Wie 1. Klasse, jedoch etwas schwierigere Texte,
das kommunikative Lesen tritt gegenüber dem
instrumentalen zunehmend in den Vordergrund.
Schreiben und schriftlicher Ausdruck
Wie 1. Klasse, dazu erste Unterscheidungen zwischen
discours écrit und discours parlé; neue Textsorten
(Postkarten, einfache Briefe, Einladungen
usw.). Das kommunikative Schreiben tritt gegenüber
dem instrumentalen Schreiben zunehmend
hervor.
Lerninhalte
Kommunikationssituationen und Themenkreise
Wie 1. Klasse, jedoch stärkere Zuwendung zu
Umwelt und Mitmenschen unter Einbeziehung
konfliktueller Situationen.
— contacts sociaux, Besuche,
— Beschreibung von Personen,
— Wünsche, Absichten, Pläne,
— Freizeitgestaltung,
— Erzählen von Erlebtem und Erfundenem.
Sprachliche Mittel
Phonetik
Wie 1. Klasse, dazu stärkere Berücksichtigung
der intonation expressive.
Wortschatz
Erweiterung entsprechend den neu hinzugekommenen
Kommunikationssituationen und Themenkreisen
unter Berücksichtigung der in der 1. Klasse
angeführten Kriterien.
Grammatik
Die Satzarten
— Aussagesatz: wie 1. Klasse, dazu extraposition
de l'objet (Jean, tu l'invites?)
— Fragesatz: wie 1. Klasse unter Verwendung von
Präpositionen in Verbindung mit qui und quoi.
Inversionsfrage: wie 1. Klasse, dazu andere Fragewörter
bei einfacher Inversion (Où habite ton
ami? Où vas-tu?). Frage mit QUI EST-CE QUI
und QU'EST-CE QUI.
Verneinung: ne ... jamais, ne ... personne, ne
. . . rien, ne ... plus.
Die Nominalgruppe
Teilungsartikel: bei Mengenangaben (beaucoup
de chocolat/pommes); ohne Mengenangaben (du
chocolat/des pommes); in der Verneinung (je ne
prends pas de chocolat/pommes, aber : C'est un
ami — Ce n'est pas un ami/Ce sont des amis — Ce
ne sont pas des amis).
Ordnungszahlwörter
Adjektiv: Stellung des attributiven Adjektivs,
Vergleichsformen.
Personalpronomina: wie 1. Klasse, dazu
Objektspronomen lui/leur, en; Stellung des einfachen
Objektspronomen beim Infinitiv.
Indefinitpronomen : tout + Begleiter + Nomen.
Das Verb
Wie 1. Klasse, dazu Verben auf -ir mit Stammerweiterung;
Zusammenstellung der Verben, die im
indicatif présent singulier auf -s, -s, -t/d enden.
Passé composé — imparfait.
Übereinstimmung des participe passé der nichtrückbezüglichen
Verben mit être.
Futur simple.
Conditionnel I.
Erweiterungen des einfachen Satzes
— Ergänzungen: erweiterter Infinitiv (j'aime jouer
au football), dire de faire (Dis-lui de venir).
— Attribute: Relativsatz mit où, qui, que.
— Adverbiale Bestimmungen: weitere häufige,
nicht abgeleitete Adverbien; das abgeleitete
Adverb (Bildung, Stellung); Vergleichsformen
des Adverbs.
— pour + infinitif; sans + infinitif.
Der zusammengesetzte Satz
Wie 1. Klasse, dazu Unterordnung mit pendant
que, lorsque, comme.
Schriftliche Arbeiten
Schul- und Hausübungen.
Sechs Schularbeiten, je drei im Semester.
3. Klasse (3 Wochenstunden)
Teillernziele
Hörverstehen
Wie 2. Klasse, dazu Globalverstehen kurzer authentischer
Texte bzw. Herausfiltern von Einzelinformationen
(repérage) aus diesen Texten, auch bei
erschwerten Hörbedingungen (Störgeräusche).
Sprechen
Der Schüler soll imstande sein, die sprachlichen
Mittel in neuen Gesprächssituationen mit größerer
Selbständigkeit einzusetzen und über Gehörtes,
Gelesenes und Erlebtes spontan zu sprechen. Einfaches
Argumentieren unter Bereitstellung der erforderlichen
sprachlichen Mittel.
Leseverstehen und Lesen
Globalverstehen unbekannter Texte mit Hilfestellungen
durch den Lehrer (Leitfragen, Schlüsselwörter
usw.). Dazu Detailverstehen unter Zuhilfenahme
des Wörterbuches.
Schreiben und schriftlicher Ausdruck
Wie 2. Klasse, dazu weitere Unterscheidungen
zwischen discours parlé und discours écrit; Berichten
über Gehörtes, Gelesenes und Erlebtes in möglichst
selbständiger Form. Abfassen von einfachen
begründenden Stellungnahmen.
Lerninhalte
Kommunikationssituationen und Themenkreise
Die Kommunikationssituationen und Themenkreise
bleiben grundsätzlich dieselben wie in den
vorhergehenden Klassen, jedoch treten solche in
den Vordergrund, die den Schüler zu einfachen
Stellungnahmen, Erwägungen und Wertungen veranlassen.
In zunehmendem Maße sind explizite landeskundliche
Informationen einzubeziehen.
Anknüpfend an das bisher Behandelte bieten sich
im Hinblick auf die zunehmende Reife und die
erweiterten Interessen der Schüler folgende Kommunikationssituationen
und Themenkreise an
— Erweiterung des sozialen Umfeldes (zB Menschen
bei der Arbiet, Wohnverhältnisse, Verkehr
. . .).
— Medien (zB Fernsehen, Film, Hörfunk usw.).
— Reisen und Urlaub.
— Spezifisch französische Lebensgewohnheiten.
— Erzählen von Gehörtem, Gesehenem, Gelesenem,
Erfundenem.
Sprachliche Mittel
Phonetik
Wie 2. Klasse, dazu fallweises Heranziehen der
Lautschrift zur Klärung von Ausspracheproblemen
und im Hinblick auf den Gebrauch des Wörterbuches.
Wortschatz
Erweiterung entsprechend den neu hinzugekommenen
Kommunikationssituationen und Themenkreisen
sowie den Lese- und Hörtexten unter
Berücksichtigung der in der 1. Klasse angeführten
Kriterien und der Tatsache, daß nur ein Teil des
Wort- und Phrasenschatzes aktiv beherrscht werden
muß.
Einführung in die Arbeit mit dem zweisprachigen
Wörterbuch.
Grammatik
Die Satzarten : wie 2. Klasse, dazu
— Fragesatz mit komplexer Inversion, mit und
ohne Fragewort;
— Passivsatz.
Nominale Gruppe
Teilungsartikel nach Verben mit de (j'ai besoin
de chocolat/pommes); pronom démonstratif; pronom
possessif; pronom indéfini; adjectif indéfini.
Objektspronomina: kombinierte Formen.
Adjektiv mit Ergänzungen (content du cadeau).
Das Verb
Wie 2. Klasse, dazu plus-que-parfait, participe
présent in adjektivischer Verwendung;
Zeitenfolge.
Passé composé: Übereinstimmung der Verben
mit avoir.
Subjonctif présent nach il faut que sowie den
Ausdrücken des Wollens und gefühlsmäßiger Wertungen.
Erweiterungen des einfachen Satzes
Wie 2. Klasse, dazu
Attribute: Relativsatz mit dont, préposition + qui;
Adverbiale Bestimmungen: weitere Adverbien.
Zusammengesetzter Satz
Adverbialsätze: weitere häufige Konjunktionen
mit dem Indikativ.
Bedingungssatz: si + présent/présent; si + présent/futur simple;
si + imparfait/conditionnel I.
Gérondif.
Schriftliche Arbeiten
Schul- und Hausübungen.
Sechs Schularbeiten, je drei im Semester.
4. Klasse (3 Wochenstunden)
Teillernziele
Hörverstehen
Wie 3. Klasse bei steigendem Schwierigkeitsgrad
(neue Textsorten, Textlänge, Sprechgeschwindigkeit,
höhere Anforderungen an das Verstehen
usw.).
Sprechen
Wie 3. Klasse, dazu differenzierteres Argumentieren.
Leseverstehen und Lesen
Wie 3. Klasse.
Schreiben und schriftlicher Ausdruck
Wie 3. Klasse, dazu Abfassen längerer strukturierter
Texte (Gliederungselemente wie articulateurs
temporels et logiques, Vor- und Rückverweise
usw.).
Elemente der correspondance fonctionelle
(Briefkopf, Einleitungs- und Schlußformeln usw.).
Lerninhalte
Kommunikationssituationen und Themenkreise
Wie 3. Klasse, Erweiterung der Themenkreise
durch zB
— Arbeitswelt (Berufswünsche und -möglichkeiten),
— Technik und Natur,
— Stadt/Land,
— Leben in der Gemeinschaft (Beziehungen, Probleme,
Lösungen).
Lektüre: eine bis zwei Ganzschriften.
Sprachliche Mittel
Phonetik
Wie 3. Klasse, jedoch natürliches Sprechtempo.
Wortschatz
Wie 3. Klasse, dazu Einführung in die Arbeit mit
dem einsprachigen Wörterbuch sowie in die kombinierte
Arbeit mit dem ein- und zweisprachigen
Wörterbuch.
Grammatik
Die Satzarten: wie 3. Klasse, dazu
Verneinung: doppelte Verneinung (ne ... ni ...
ni . . .), Personne ne, Rien ne als Subjekt (Kopfstellung).
Aufforderungssatz: Formen des Aufforderungssatzes
ohne Imperativ (Si vous voulez bien vous
asseoir. Tu viens, enfin! Entrer sans frapper).
Passivsatz: andere Konstruktionen mit passiver
Bedeutung (on, reflexive Verben).
Nominalgruppe
— Teilungsartikel vor Adjektiv + Nomen,
— Plural der zusammengesetzten Nomina,
— Zahlwörter: Bruchzahlen, Sammelzahlen.
Verb
Wie 3. Klasse, dazu passé simple zur Lektüre,
conditionnel II, futur antérieur. Die übrigen häufigen
Verwendungen des Subjonctifs (nach bestimmten
Konjunktionen, nach Ausdrücken des
Fürchtens und des Zweifelns usw.).
Passé composé: Übereinstimmung der rückbezüglichen
Verben.
Der zusammengesetzte Satz
Wie 3. Klasse, dazu
— Adverbialsätze mit avant que, pour que, bien
que, sans que, jusqu'à ce que,
— Satzwertige Infinitivkonstruktionen: Après +
infinitif passé, avant de + infinitif,
— Satzwertige Mittelwortkonstruktionen,
— Bedingungssatz: si + plus-que-parfait/conditionnel
II
Grundregeln der Zeichensetzung.
Schriftliche Arbeiten
Schul- und Hausübungen.
Sechs Schularbeiten, je drei im Semester.
Didaktische Grundsätze
1.Rezeptive und produktive sprachliche
Fertigkeiten
Sprachliche Kompetenz umfaßt sowohl rezeptive
als auch produktive Fertigkeiten (Hören — Lesen/
Sprechen — Schreiben). Wie bei der Muttersprache
ist der Bereich der rezeptiven Kompetenzen um ein
Vielfaches größer als der der produktiven Kompetenzen.
Jeder Sprachbenützer kann mehr verstehen
als schriftlich oder mündlich ausdrücken. Beim
Fremdsprachenerwerb kann vieles, was sprachlich
nicht unmittelbar verstanden wird, durch diverse
Verfahren dank der Erfahrung, dem Wissen und
der muttersprachlichen kommunikativen Kompetenz
erschlossen werden. Diese Tatsache gilt — in
steigendem Maße — auf allen Lernstufen und für
alle sprachlichen Bereiche (Wortschatz, Strukturen,
Sprechintentionen) und bietet eine wertvolle
methodische Hilfe. So brauchen die meisten Textsorten
von den Schülern bloß verstanden, nicht
aber produziert werden. Viele Formen, Strukturen,
Wörter und Wendungen müssen zwar im Zusammenhang
verstanden, vom Schüler selbst aber nicht
verwendet werden (zB passé simple; „avoir beau
faire" usw.). Hingegen ist es in vielen Fällen für das
Verstehen eines Textes nicht erforderlich, den Subjonctif
als solchen zu erkennen, obwohl der Schüler
ab einer gewissen Lernstufe imstande sein muß,
Subjonctifformen zu bilden und zu verwenden.
Sowohl die rezeptiven als auch die produktiven
Fertigkeiten müssen ausreichend erarbeitet und
geübt und bei der Leistungskontrolle in etwa gleichem
Maße berücksichtigt werden.
Zur Erlangung der Fertigkeit im Gebrauch des
Französischen ist die kreative Selbständigkeit des
Schülers unerläßlich und daher in besonderem
Maße anzuregen. Die gerade bei 10- bis 14jährigen
besonders hohe Bereitschaft zu spielerischen Tätigkeiten
ist für den Sprachunterricht zu nützen (Rollenspiel,
Singen, Sprachspiele, Rätsel, Wettbewerbe
usw.).
2. Sprachliche Grundfertigkeiten
Das vom Lehrer und vom Lehrwerk dargebotene
Französisch hat sich an authentischer Gegenwartssprache
zu orientieren. Die zu didaktischen Zwecken
erstellten Texte sollen authentischen Texten
soweit wie möglich angenähert sein und allmählich
durch authentische Texte ersetzt werden. Dabei ist
den Kommunikationsinteressen der betreffenden
Altersstufe Rechnung zu tragen. Die Darbietung
der langue parlée hat von Anfang an in möglichst
hohem Maße durch locuteurs natifs zu erfolgen
(Tonträger, Video, Assistenten).
Im Unterricht sollten sich Lehrer und Schüler
vorwiegend der Fremdsprache bedienen. Der Einsatz
der Muttersprache kann, soweit erforderlich,
erfolgen
— bei Arbeitsanweisungen,
— zur Bedeutungserschließung,
— bei kognitiven Lernprozessen: Klärung von
Kommunikationssituationen und Fragen der
Landeskunde, Darlegung grammatischer und
textgrammatischer Probleme (Aufbau von Texten),
Sprachvergleich usw.,
— durch fallweises Übersetzen zur Sicherung des
Verständnisses schwieriger Sätze und Satzteile
und als Mittel des Sprachvergleichs (unter
Umständen unter Beibehaltung der fremdsprachlichen
Struktur); gelegentlich zur Einübung
bestimmter Strukturen und Idiomatismen,
— durch gelegentliches Rückübersetzen zur
Selbstkontrolle des Schülers und als Mittel des
Sprachvergleichs,
— zur Überprüfung des Globalverstehens.
Hörverstehen
Die Schulung des Hörverstehens dient
— der Entwicklung des phonetisch richtigen
Hörens,
— der Vorbereitung des phonetisch richtigen Sprechens,
— dem Erfassen des Wesentlichen eines Textes
(Globalverstehen),
— dem Erfassen von Einzelinformationen (Detailverstehen).
Das Hörverstehen ist von Anfang an intensiv zu
üben, und zwar unter Verwendung von Texten, die
von locuteurs natifs mit möglichst natürlicher Aussprache
und in normaler Sprechgeschwindigkeit
gesprochen werden. Die Darbietung erfolgt vor
allem mit Hilfe von Tonträgern, da diese die Lautung
stets unverändert wiedergeben.
Folgende Hauptschwierigkeiten sind zu beachten
— Der Schüler, der eine Fremdsprache lernt,
nimmt zunächst die fremdsprachlichen Laute
nicht in ihrer spezifischen Form wahr, sondern
filtert sie durch das Lautsystem seiner Mutter-
sprache. Deshalb hört er gewisse bedeutungsdifferenzierende
Unterschiede zwischen den
einzelnen Lauten nicht.
— Dasselbe gilt für Intonation und Rhythmus, die
gleichfalls von der Muttersprache verschieden
sind.
— Besonderes Augenmerk ist zu richten auf die
„groupes rythmiques", die „liaison", das [d]
instable sowie Kurzformen der gesprochenen
Sprache (zB [Sepa] für ,je ne sais pas' usw.).
Die Unterschiede zwischen Fremdsprache und
Muttersprache hinsichtlich der Artikulation, Intonation
und Rhythmus müssen dem Schüler immer
wieder bewußt gemacht werden.
Zur Schulung des Hörverstehens sind grundsätzlich
Texte heranzuziehen, die tatsächlich zum
Hören (perception auditive) bestimmt sind. Die
Verwendung von Texten, die zur Lektüre konzipiert
sind, ist in diesem Zusammenhang nicht zielführend.
Globalverstehen — Detailverstehen
Da bei natürlichem Sprachgebrauch mündliche
Äußerungen in der Regel nicht wiederholt werden,
kommt der Entwicklung dieser beiden Verstehenstechniken
besondere Bedeutung zu. Ob man beim
Anhören eines Textes Globalverstehen oder Detailverstehen
eines Teils des Textes, gewisser Textmerkmale,
einzelner Informationen (repérage) oder
des ganzen Textes anstrebt, hängt von der Natur
des Textes bzw. den Erwartungen und Bedürfnissen
des Hörers (jeweiliges Teillernziel) ab.
Das Hörverstehen muß im Laufe der Ausbildung
stets verfeinert werden, sodaß der Schüler allmählich
imstande ist, Texte bei verschiedenen Stimmen,
Artikulationsgewohnheiten individueller, sozialer
oder regionaler Natur, bei verschiedenen Sprechtempos,
Sprachregistern sowie unter erschwerten
Hörbedingungen zu verstehen.
Hilfestellungen, Übungs- und Überprüfungsformen
sind ua.
— Aufträge ausführen,
— Zuordnungen treffen,
— Informationen in Raster eintragen,
— Übungen vrai — faux,
— Auswahlantworten,
— Leitfragen,
— Lückentexte,
— Vorgabe der Textstruktur,
— Neuordnung und Umformung eines Textes,
— Wiedergabe der Hauptgedanken oder einzelner
Details in der Muttersprache.
Sprechen
Aussprache
Für den Gebrauch der Sprache in mündlichen
Kommunikationssituationen ist ein intensives Einüben
der richtigen Aussprache unbedingt notwendig
(Tonträger, Sprachlabor, Video, Assistent).
Besonderer Wert ist dabei auf die bedeutungsdifferenzierenden
Unterschiede zwischen den einzelnen
Phonemen zu legen, die dem österreichischen
Schüler Schwierigkeiten bereiten, zB Unterschied
zwischen stimmhaften und stimmlosen Konsonanten,
Unterschied zwischen den drei Nasalen der
Standardsprache; Grundintonationstypen, richtiger
Sprechrhythmus (Gliederung des Lautstromes in
„groupes rythmiques").
Aussprachemodell ist die gesprochene Standardsprache
mit ihren typischen Sprechformen (zB
Varianten des [ ] instable, gewisse Kurzformen
usw.) bei natürlichem Sprechrhythmus.
Sprachliche und außersprachliche Inhalte
Für die Entwicklung der Sprechfertigkeit ist von
Anfang an neben der imitativen Erarbeitung der
Lehrwerktexte den kreativen Fähigkeiten des Schülers
Rechnung zu tragen, damit er nach und nach
befähigt wird, sich seinen eigenen Bedürfnissen
gemäß auszudrücken. Im Vordergrund steht der
Erwerb jener sprachlichen Mittel, die für die
Sprechakte in Alltagssituationen erforderlich sind
(zB Gespräche beginnen, Kontaktaufnahme; Informationen
erfragen und geben; Erlebnisse erzählen
und Vorhaben darstellen).
Der mündliche Ausdruck hat sich an der gesprochenen
Standardsprache zu orientieren. Eine zu
gewählte bzw. zu umgangssprachliche Ausdrucksweise
ist zu vermeiden.
Übungs- und Überprüfungsformen
— Reproduktion und Variation von Auswendiggelerntem
und Erarbeitetem,
— Reaktionen auf Sprechimpulse,
— Situationstransfer (Anwendung des Gelernten
in abgewandelten und neuen Situationen),
— Klassendiskussion,
— Szenisches Spiel,
— Berichte, Beschreibungen, Kommentare, Sprechen
über Bilder, freie Wiedergabe von Gelesenem
und Gehörtem, Stellungnahmen usw.
Lesen und Leseverstehen
Die Aufgaben des Lesens bestehen in der
— Förderung der Freude am Lesen,
— Entwicklung der Lesefähigkeit,
— Entwicklung des Leseverstehens,
— Erweiterung der sprachlichen Kompetenz,
— Vermittlung von Sachinformationen.
Zur Schulung des Leseverstehens sind grundsätzlich
Texte heranzuziehen, die zur Lektüre konzipiert
sind und die den Interessen und der Reife des
Schülers entsprechen. Die Freude am Lesen als
autonome Tätigkeit soll gefördert werden, wozu
sich einfache literarische Texte besonders eignen.
Stilles Lesen — lautes Lesen
Wegen seiner praktischen Verwertbarkeit auch
außerhalb des Unterrichts, seinem bildenden und
erzieherischen Wert kommt dem Lesen, insbesondere
dem stillen Lesen, als autonome Tätigkeit mit
dem Ziel des globalen Verstehens große Bedeutung
zu.
Das stille Lesen als Normalfall des Kontaktes mit
schriftlichen Texten mit dem Ziele des Leseverstehens
ist mit wachsender Häufigkeit etwa ab der
Mitte des ersten Lernjahres, insbesondere aber ab
dem dritten Lernjahr, zu üben.
In den ersten beiden Lernjahren wird der mündliche
Unterricht überwiegen, dem Lesen kommt
dabei eine notwendige Hilfsfunktion zu. Daher
wird während dieses Zeitraumes das laute Lesen
stärker gepflegt werden, als dies später der Fall sein
wird.
Jedoch ist das laute Lesen keine Übung zur Förderung
des Leseverstehens. Es ist daher nur bei
bereits bekannten Texten und nach Anhören eines
Modells (Tonträger, Assistent, Lehrer) vorzusehen
und dient der Aussprache-, Intonations- und
Rhythmusschulung. Den Schwierigkeiten, die bei
der phonetischen Umsetzung des Schriftbildes auftreten
(fälschliche Gleichsetzung der Beziehung
Grapheme — Morpheme zwischen Fremd- und
Muttersprache, [d] instable, groupes rythmiques,
intonation usw.) ist besondere Aufmerksamkeit zu
widmen. Dabei können graphische Hilfestellungen
erfolgen: Kennzeichnung der groupes rythmiques,
Darstellung der Intonationskurven, Streichung der
nicht realisierten [d] instables, Kennzeichnung der
liaisons.
Globalverstehen — Detailverstehen
Nur über die Hinführung zum Globalverstehen
ist es dem Schüler möglich, sich auch unabhängig
vom Unterricht mit französischen Texten auseinanderzusetzen.
Daher ist diese Form des sinnerfassenden
Lesens in besonderem Maße zu üben. Ob man
bei der Lektüre eines Textes Globalverstehen oder
Detailverstehen eines Teiles des Textes, gewisser
Textmerkmale, einzelner Informationen oder des
ganzen Textes anstrebt, hängt von der Natur des
Textes, den Erwartungen und Bedürfnissen des
Lesers (jeweiliges Teillernziel) ab.
Hilfestellungen, Übungs- und Überprüfungsformen
sind ua.
— Zuordnungen treffen,
— Informationen in einen Raster eintragen,
— Übungen vrai — faux,
— Auswahlantworten,
— Leitfragen,
— Lückentexte ausfüllen,
— Vorgabe der Textstruktur;
— Neuordnung eines Textes,
— Erkennen des Aufbaus,
— Erarbeitung des/der Hauptgedanken(s).
Schreiben und schriftlicher Ausdruck
Prinzipiell sind folgende Arten des Schreibens zu
unterscheiden
Schreiben ohne Kommunikationssituation.
Es ist Mittel
— zum schriftlichen Festhalten von im Unterricht
Erarbeitetem,
— zur Festigung des Unterrichtsertrages,
— zur Erlernung der Formen des schriftlichen
Ausdrucks (Umformungen, Beantwortung von
Fragen usw.).
Dem Schreiben ohne Kommunikationssituation
kommt auch eine lernpsychologisch-instrumentale
Rolle zu (motorische Tätigkeit, Änderung der
Unterrichtsstrategie zur Erneuerung der Motivation
usw.).
Schreiben in Kommunikationssituation.
Es dient
— dem Erlernen des Abfassens von Texten zum
Gebrauch in lebensnahen Schreibsituationen
(petit mot, lettres personnelles et fonctionnelles,
cartes postales),
— der Schulung des schriftlichen Ausdrucks und
des allgemeinen Textverständnisses durch
Abfassen von Texten anderer Art.
Die Beherrschung der Rechtschreibung ist Voraussetzung
für jede Form des Schreibens und wird
im Zusammenhang mit jeder Schreibtätigkeit erarbeitet
und gefestigt. Der Unterschied zwischen
„discours parlé" und „discours écrit" ist durch die
Analyse von Texten, die Eigenheiten des „discours
écrit" aufweisen, und durch die Gegenüberstellung
dieser Texte mit „documents sonores" deutlich zu
machen. Auf jene Schreibformen, die der Schüler
unmittelbar zur praktischen Kommunikation verwenden
kann, ist das Hauptaugenmerk zu richten.
Es sind jedoch auch solche Formen zu üben, die im
allgemeinen in dieser Form keine praktische
Anwendung durch den Schüler finden werden (zB
fait divers). Sie ermöglichen einen besseren Einblick
in die Eigenheiten des „discours écrit", fördern
somit auch die Lesefähigkeit, regen die Kreativität
an und tragen zur Schulung des kritischen
Denkens bei.
Übungs- und Überprüfungsformen sind ua.
— Einsetz- und Zuordnungsübungen,
— Diktate (Lückendiktate),
— schriftliche Spiele und Rätsel,
— Fragen stellen und beantworten,
— Notizen machen,
— Sammeln von Aussagen zu einem Thema,
— Abfassen von Briefen und Postkarten mit persönlichem
Inhalt bzw. Anfragen und Bestellungen,
Berichten, Beschreibungen und kurzen
Erzählungen,
— Abfassen kurzer Texte, ausgehend von Bildern,
Impulswörtern und -texten (Erzählung mit
offenem Ende),
wobei im allgemeinen von Modellen auszugehen
ist.
3. Einsichten in das Funktionieren
der Sprache als Mittel der Kommunikat
ion
Die formalen Aspekte der Sprache (Morphologie,
Syntax, Textgrammatik) sind vor allem in Hinblick
auf ihre kommunikative Funktion zu sehen.
Dem Schüler soll anhand des jeweiligen Lernmaterials
bewußt gemacht werden, daß sprachliche
Äußerungen von der Situation, in der sie gemacht
werden, abhängig sind. Er soll erkennen, daß einerseits
jeder Sprechakt durch verschiedenartige
sprachliche Äußerungen verwirklicht werden kann
(zB „dire de fermer la fenêtre" : „Tu peux fermer la
fenêtre?!", „Vous seriez gentil de fermer la
fenêtre", „Il fait froid ici!" usw.), daß andererseits
eine sprachliche Äußerung verschiedenen Sprechintentionen
dienen kann („Ça va" kann zB heißen
„Ça va bien?", „Ce que je fais, ça te plaît?" oder
„Ça suffit!"). Damit lernt der Schüler, Sprechintentionen
zu erkennen und entsprechend darauf zu
reagieren.
Ferner kann das Verständnis für das Funktionieren
von Sprache durch Sprachvergleich vermittelt
werden: Interner Sprachvergleich fördert das Verständnis
dafür, wie Beziehungen innerhalb einer
Sprache zum Ausdruck gebracht werden können
(zB „du lait" — „un peu de lait"; „j'ai besoin d'un
crayon" — „il me faut un crayon"), externer
Sprachvergleich hingegen zeigt, wie verschiedene
Sprachen mit verschiedenen lexikalischen und formalen
Mitteln gleiche oder ähnliche Inhalte ausdrücken.
Grundsätzlich kann auf kognitive Durchdringung
des Sprachaufbaues und des Funktionierens
von Sprache auch bei 10- bis 14jährigen nicht verzichtet
werden. Zu Beginn überwiegt wohl das
imitativ-konditionierte Lernen, mit zunehmender
Reife der Schüler ist der Anteil kognitiver Lernprozesse
am Unterrichtsgeschehen zu steigern. Dabei
ist zu beachten, daß nicht alle Schüler zum selben
Zeitpunkt dasselbe geistige Reifestadium erlangen.
4. Landes- und Kulturkunde, Literatur
Der Aufbau einer sprachlichen Kompetenz soll
in erster Linie anhand von Inhalten erfolgen, die
dem Lebensbereich der französischsprechenden
Länder entnommen sind. Damit ist Sprachunterricht
immer auch landeskundlicher Unterricht. Im
allgemeinen wird von konkreten Kommunikationssituationen
und Texten auszugehen sein; die darin
enthaltenen landeskundlichen Inhalte sind bewußt
zu machen und fallweise mit Bedacht zu ergänzen
und zu erweitern, von umfassenden Darstellungen
auch nur einzelner Bereiche ist jedoch abzusehen.
Auch literarische Texte und Chansons gehören
zu den landes- und kulturkundlichen Inhalten. Sie
tragen zur Sensibilisierung für wesentliche Aspekte
des französischsprachigen Kulturbereiches bei.
Literaturkundliche Darstellungen sind jedoch zu
vermeiden. Vergleiche zwischen Österreich und
den französischsprechenden Ländern wecken das
kritische Verständnis für Gemeinsamkeiten sowie
für das typisch Andersartige. Dabei sollen Klischeevorstellungen
sowohl von der eigenen als auch von
der fremden Kultur korrigiert werden.
5. Arbeitsformen
Die Arbeitsformen im Fremdsprachenunterricht
sind jeweils
— der Erarbeitung neuer Lerninhalte,
— der Sicherung und
— Kontrolle des Unterrichtsertrages,
— dem Erwerb von Techniken zum selbständigen
Spracherwerb
anzupassen. Sie sind so zu wählen, daß jeder Schüler
aktiviert und seine Kreativität gefördert wird.
Sie müssen außerdem im Einklang mit den jeweiligen
Teillernzielen stehen.
Zur Sicherung des Unterrichtsertrages ist den
mündlichen und schriftlichen Übungen und dem
Wiederholen (Automatisierung) breitester Raum zu
widmen. Die laufende Kontrolle des Unterrichtsertrages
ist unerläßlich, und zwar zur Kontrolle und
Selbstkontrolle des Schülers sowie zur Selbstkontrolle
des Lehrers. Der Schüler soll im Rahmen
aller Arbeitsformen zum kritischen und möglichst
selbständigen Gebrauch der Lernhilfen, vor allem
des Wörterbuchs, erzogen werden.
Folgende Arbeitsformen — gegebenenfalls unter
Einsatz audio-visueller Hilfsmittel — bieten sich
an
— Lehrer-Schüler-Gespräch
Die Aufgabe des Lehrers ist es vor allem, die
nötigen Gesprächsanleitungen und Stimuli zu
geben.
— Schülergespräch
Die Gesprächsinitiative ist weitgehend den
Schülern zu überlassen, der Lehrer greift nur
ein, um Anweisungen zu geben, um die erforderlichen
sprachlichen Mittel bereitzustellen
und um zu korrigieren.
— Rollenspiel und szenische Darstellung
Dieser Arbeitsform kommt zur Erlangung einer
kommunikativen Kompetenz große Bedeutung
zu. Außerdem trägt sie der auf dieser Altersstufe
besonders ausgeprägten Spielbereitschaft
Rechnung. Sie reicht von der wörtlichen Wiederverwendung
vorgegebener Dialoge bis zur
spontanen Gesprächserfindung.
— Sprachspiele und Wettbewerbe.
— Partner- und Gruppenarbeit
Sie fördert soziales Verhalten (Teamwork) und
eignet sich insbesondere zur Einübung von
Strukturen (Mikrokonversation), zur Ausarbeitung
von Kurzdialogen, zur Erarbeitung und
Ausarbeitung von Texten usw. Die Gruppengröße
soll im allgemeinen vier Schüler nicht
übersteigen.
— Einzelarbeit des Schülers
Verschiedene schriftliche Übungen, stilles
Lesen, gelegentliches Übersetzen usw.
— Kurze Redeübungen
Aus dem persönlichen Erlebnis- und Interessensbereich
des Schülers (Hobby, Konflikte
usw.) frei oder mit Hilfe eines Stichwortkonzeptes.
Das Vorlesen oder Aufsagen fertig formulierter
Texte widerspricht dem Zweck dieser
Arbeitsform.
— Lehrervortrag
Vor allem zur Darbietung von Lerninhalten, die
durch andere Arbeitsformen nicht auf ökonomische
Weise vermittelt werden können.
Zur Aufrechterhaltung des Interesses sind die
Arbeitsformen zu variieren. Die Arbeitsaufträge
müssen stets klar sein, ihre Durchführung darf den
Schüler weder von der Sprache noch vom Inhalt
her überfordern.
6. Progression
Die Progression im Bereich der sprachlichen
Mittel richtet sich nach der Häufigkeit der sprachlichen
Elemente, nach den Erfordernissen der jeweiligen
Kommunikations- bzw. Unterrichtssituation
und nach lernökonomischen Erwägungen (aufsteigend
vom Leichteren zum Schwierigeren). Neben
der systematischen Progression, wie sie der Lehrplan
vorsieht, kann die Vorwegnahme einzelner
Elemente aus späteren Progressionsstufen erforderlich
sein, ohne daß jedoch diese Elemente in ein
vollständiges System eingeordnet werden müssen
(zB „Je voudrais" ohne die Kategorie „conditionnel";
fallweises gérondif ohne die Kategorie „participe
présent"). Diese vorweggenommenen Elemente
haben jedoch i. a. nicht Gegenstand der
Benotung zu sein.
Mit zunehmenden Kenntnissen tritt das Kriterium
der Häufigkeit immer mehr in den Hintergrund.
Die Grundtypen der Kommunikationssituationen
bleiben im wesentlichen dieselben, doch ergibt
sich eine Steigerung der sprachlichen Kompetenz
der Schüler durch
— komplexere und abstraktere Themenbereiche,
— erhöhte Anforderungen beim Verstehen von
Hör- und Lesetexten (genaueres Verstehen
schwierigerer und/oder längerer Texte, eventuell
erschwerte Hörbedingungen usw.),
— den nuancierteren Ausdruck von Redeabsichten
und Gefühlen,
— die sprachliche Bewältigung einer längeren
zusammenhängenden Gedankenfolge,
— erhöhte Verfügbarkeit und Geläufigkeit im
sprachlichen Ausdruck.
7. Querverbindungen
Querverbindungen vom Französischen sind
grundsätzlich zu allen Gegenständen möglich und
wünschenswert. Sie können sowohl durch Hereinnahme
von Kenntnissen, Fertigkeiten, Erfahrungen
und Informationen aus anderen Gegenständen in
den Französischunterricht als auch durch gemeinsame
Unterrichtsplanung zweier oder mehrerer
Gegenstände verwirklicht werden. Zu den Sprachgegenständen
werden die Querverbindungen vor
allem nach kontrastiven Prinzipien erfolgen, während
die in den anderen Gegenständen erworbenen
Fertigkeiten, Kenntnisse, Erfahrungen und Informationen
zum besseren Verständnis der Hör- und
Lesetexte beitragen und die richtige Anwendung
des Französischen in den verschiedenen Kommunikationssituationen
fördern.
8. Lehrwerke und Lehrmaterialien
Grundlage für den Unterricht ist der Lehrplan
(Lernziele, Lerninhalte, Progression, didaktische
Grundsätze usw.).
Das Lehrwerk („Lehrbuch" mit Ergänzungen,
wie Arbeitsbuch, grammatisches Beiheft, audiovisuelle
Materialien usw.) ist ein Hilfsmittel zur
Erreichung der Bildungs- und Lernziele des Lehrplans.
Von einem Lehrwerk ist einerseits nicht zu
erwarten, daß es alle Bereiche, die der Lehrplan
vorsieht, abdeckt, noch ist der Lehrer verpflichtet,
alles im Unterricht darzubieten, was im Lehrwerk
aufscheint.
Zur besseren Motivation und zur Erfüllung des
Lehrplanes ist die Heranziehung von Zusatzmaterialien
unerläßlich (aktuelle Texte aus den Medien,
literarische Texte, bandes dessinées, Diapositive,
Filme, Tonbandaufnahmen usw.).
Das Lehrwerk kann nach den Bedürfnissen des
Unterrichts abgeändert, ergänzt oder gekürzt werden.
Dabei ist darauf zu achten, daß für den Schüler
keine Unklarheiten hinsichtlich der Anforderungen
entstehen.
Der wohlüberlegte, gezielte Einsatz von audiovisuellen
Hilfsmitteln (Tonband, Kassette, Schallplatte,
Sprachlabor, Bildprojektion, Video, Film)
fördert die Motivation und steigert in vielen Bereichen
den Unterrichtsertrag. Jedoch darf der Einsatz
der audio-visuellen Hilfsmittel nicht Selbstzweck
sein."
6. In der Anlage A, sechster Teil, lautet der die
Pflichtgegenstände „Italienisch" und „Russisch"
betreffende Teil
„Italienisch
Bildungs- und Lehraufgabe
Wichtigstes Ziel des Fremdsprachenunterrichtes
ist der Aufbau einer altersgemäßen Kommunikationsfähigkeit.
Dadurch sollen die Schüler in die
Lage versetzt werden, in der Fremdsprache situationsgerecht
zu handeln, dh. Gehörtes und Gelesenes
zu verstehen und sich mündlich und schriftlich
auszudrücken. Weiters sollen durch den Erwerb
einer Fremdsprache und von Kenntnissen aus Landes-
und Kulturkunde eine aufgeschlossene Haltung
gegenüber Menschen anderer Sprachgemeinschaften
und deren Lebensweise entwickelt und
entfaltet werden.
Eine positive Einstellung zum Fremdsprachenerwerb
wird dadurch erreicht, daß die Schüler die
Möglichkeit vorfinden, einerseits ihre Interessen
und Bedürfnisse auszudrücken, andererseits durch
Zuhören und Gespräch zur Zusammenarbeit in der
Gemeinschaft geführt werden.
Hörverstehen
Die Schüler sollen fähig werden, gesprochene
Sprache in direktem Kontakt über die Medien zu
verstehen. Diese Forderung bezieht sich auf die
Aussprachen mit nur geringen regionalen soziokulturellen
Varianten sowie durchschnittliche Sprechgeschwindigkeit.
Sprechen
Schüler sollen
1. in der Fremdsprache am Unterricht teilnehmen,
2. auftretende Sprachanlässe in der Klassensituation
bewältigen,
3. wichtige Alltagssituationen außerhalb der
Schule sach-, situations- und partnergerecht
ausdrücken.
Leseverstehen
Die Schüler sollen erlernen, den Sinn von für sie
altersadäquaten fremdsprachigen Texten selbständig
zu erfassen, damit die Freude am Umgang mit
altersgemäßer fremdsprachlicher Lektüre geweckt
wird.
Schreiben
Die Schüler sollen lernen, sich in der Fremdsprache
zu altersgemäßen Anliegen vorwiegend in
jenen Formen schriftlich auszudrücken, welche von
kommunikativem Wert sind und/oder die Kreativität
fördern.
Die Schüler sollen das Funktionieren der Sprache
als Mittel der Kommunikation erleben. Sie sollen
die Beziehungen der sprachlichen Äußerungen
zueinander und deren Gebundenheit an bestimmte
Situationen verstehen sowie imstande sein, Sprechintentionen
zu erkennen und darauf entsprechend
zu reagieren.
Lehrstoff
1. Klasse (5 Wochenstunden)
Hörverstehen
Der Schüler soll dazu gebracht werden, sehr
kurze Texte, die jedoch authentischen Vorbildern
bei annähernd normaler Sprechgeschwindigkeit
und ungestörten Hörbedingungen entsprechen, zu
verstehen.
Der Schüler soll
— einfache Äußerungen, wie Anweisungen, Fragen
und Auskünfte des Lehrers, verstehen,
— das Klassengespräch verstehen,
— kurze Texte verstehen, die aus bekannten Elementen
in veränderter Anordnung bestehen,
— Hörtexte über schon behandelte Themen verstehen,
auch wenn einige unbekannte Elemente
mitverstanden werden müssen, die keine Schlüsselfunktion
haben.
Leseverstehen
In der 1. Klasse wird der Schüler zum stillen
sinnerfassenden Lesen hingeführt (Textsorten siehe
Didaktische Grundsätze).
Der Schüler soll
— Aufschriften, Hinweise, kurze Mitteilungen,
Glückwünsche, Anordnungen usw. verstehen,
— kurze Briefe persönlichen Inhalts verstehen,
— dialogische Texte verstehen, welche die Basis
für die Entwicklung der Sprechfertigkeit bilden,
— einfache Erzähltexte, die die passive, kommunikative
Kompetenz der Schüler kaum übersteigen,
auch selbständig lesen und verstehen,
— einfache Lieder und Gedichte verstehen.
Sprechen
Unter Ausnützung der für diese Altersstufe charakteristischen
Sprechfreudigkeit bildet die Schulung
der mündlichen Ausdrucksfähigkeit (einschließlich
der Hinführung zur richtigen Aussprache
und Intonation und Sprechrhythmus) einen
Schwerpunkt des Unterrichts der 1. Klasse. Der
kommunikativen Aktivität ist Vorrang zu geben.
Die Sprechanlässe sollen auf die Erfahrungen und
Interessen der Schüler abgestimmt sein bzw. die
Schüler auf mögliche Situationen und Rollen vorbereiten,
in denen sie sich der Fremdsprache bedienen
müssen.
Der Schüler soll
— sich am Gespräch mit dem Lehrer und den Mitschülern
beteiligen,
— situationsbedingte Sprechinitiativen aufnehmen
und fortführen,
— Gefühle und Wünsche in einfacher Form erfragen
und äußern,
— Informationen im Rahmen erarbeiteter Themen
in einfacher Weise erfragen und geben,
— einfache Reime und Sprüche aufsagen; kurze
Spielszenen planen und realisieren,
— in gelenkter Form kurze zusammenhängende
Äußerungen zu einzelnen erarbeiteten Themen
machen, zB Personen und Tiere beschreiben.
Schreiben
Das Schreiben hat in der 1. Klasse zunächst vorwiegend
die Funktion, das im Gesprochenen
Erworbene zu festigen; es ist allmählich zu einer
eigenständigen Fertigkeit zu entwickeln. Die
schriftlichen Äußerungen sollen den Erfahrungen
und Interessen der Schüler entsprechen, wobei die
kommunikative Funktion am jeweiligen Text
erkennbar sein soll.
Der Schüler soll
— mit Hilfe erarbeiteten Textmaterials kurze, persönliche
Aussagen verfassen,
— kurze schriftliche Äußerungen (Bitten, Aufforderungen,
Hinweise, Einladungen usw.) abfassen,
— einfachste Briefe persönlichen Inhalts verfassen.
Themen und Wortschatz
Die Auseinandersetzung mit den Themen soll
von konkreten Kommunikationsanlässen ausgehen,
die Schüler auf eine vorstellbare Wirklichkeit vorbereiten
und ihnen Freude machen.
Für die 1. Klasse sind Themen aus dem unmittelbaren
Erlebnisbereich der Schüler mit folgenden
Schwerpunkten zu wählen
— das Kind und seine Familie (zB Familienmitglieder,
Beruf, Wohnen, Name, Alter . . .),
— das Kind und sein Freundeskreis (zB Freundschaft
schließen, gemeinsame Beschäftigung
— das Kind und sein Alltag (zB Kalender, Uhrzeit,
Essen, Trinken, Bekleidung . . .),
— das Kind in der Schule (zB Klassenzimmer,
Hausübung, Tagesablauf . . .),
— das Kind, seine Interessen, sein Erleben (zB
Märchen, Fabeln, Spiele, Hobbies, Haustiere
Sprachliche Mittel
Zur Bewältigung der genannten Kommunikationssituationen
und Themenbereiche benötigt der
Schüler folgende sprachliche Mittel
a) Phonetik
— Zusammenstellung jener italienischen Phoneme,
die zur Bewältigung spezifischer Schwierigkeiten
deutschsprachiger Schüler erforderlich
sind (vor allem: Unterschied zwischen
stimmhaften und stimmlosen Konsonanten und
zwischen einfachen und Doppelkonsonanten),
— die wesentlichen italienischen Intonationsmuster,
— Rhythmus, annähernd natürliches Sprechtempo.
b) Wortschatz
Anzustreben ist zunächst ein Basiswortschatz,
der sich aus den behandelten Themen, Situationen,
Sprechfunktionen sowie Rede- und Schreibanlässen
bzw. deren Häufigkeit, Brauchbarkeit und
Erlernbarkeit ergibt.
c) Grammatik
Der Erwerb von Kenntnissen und Fertigkeiten
auf dem Gebiet der Grammatik soll ständig im
Dienste der Kommunikation stehen. Rezeptiv
ermöglicht sie das Lese- und Hörverstehen; produktiv
sichert sie den mündlichen und schriftlichen
Ausdruck. Regelerarbeitung und Grammatikübungen
sollen aus Kommunikationssituationen erwachsen
und auf diese bezogen sein.
Auswahl und Vermittlung der grammatikalischen
Formen und syntaktischen Strukturen richten
sich nach Erfordernissen der Fertigkeitsbereiche
und Themen.
Aussprache
Die Schüler sollen eine Aussprache erwerben, die
dem gebräuchlichen Italienisch möglichst nahekommt.
Dazu ist es notwendig, daß die Schüler lernen
— die der Muttersprache fremden Phoneme auszusprechen
(zB gn, gl, r, Doppelkonsonanten,
stimmhaftes und stimmloses „s" und „z" ...),.
— die bedeutungsunterscheidenden Phoneme zu
erkennen und zu beachten (zB prenderai —
prenderei),
— sinngemäß zu betonen,
— die wichtigsten Intonationsmuster zu erkennen
und zu verwenden.
Sprachfunktionen und Situationen
Sprachfunktionen stehen grundsätzlich im
Zusammenhang mit konkreten Kommunikationssituationen,
die sich im Klassengespräch oder in
Anlehnung an die vorgesehenen Themen ergeben.
Sie können in folgenden Situationen verwirklicht
werden
— Rezeptiv
Die Schüler in ihrer aktiven Rolle als Hörer
und Leser von Textmaterial.
— Produktiv
Die Schüler in der Klassengemeinschaft, in
ihrer Familie und Umwelt.
— Die Schüler in Kontakt mit italienischsprachigen
Menschen im eigenen Land und im Ausland.
— Die Schüler in Situationen, in denen sie ihre
Kreativität und Fantasie einsetzen können.
Schriftliche Arbeiten
Schul- und Hausübungen.
Vier Schularbeiten, davon eine im ersten Semester
(nicht vor Ende November).
2. Klasse (4 Wochenstunden)
Hörverstehen
Die Schulung des Hörverstehens wird in der
2. Klasse systematisch weitergeführt. Art und Funktion
der Hörtexte bedingen die Aufgabenstellung
(Global-, Detailverstehen). Es sind Texte heranzuziehen,
die von kommunikativem Wert sind und
authentischen Vorbildern nahekommen (Textsorten
siehe Didaktische Grundsätze).
Der Schüler soll wie in der 1. Klasse, jedoch in
entsprechend schwieriger Form
— einfache Äußerungen, wie Anweisungen, Fragen
und Auskünfte des Lehrers, verstehen,
— das Klassengespräch verstehen,
— kurze Texte verstehen, die aus bekannten Elementen
in veränderter Anordnung bestehen,
— Hörtexte zu einem zu behandelnden Thema
verstehen, auch wenn einige unbekannte Elemente
mitverstanden werden müssen, die keine
Schlüsselfunktion haben,
— zusätzlich einen längeren Hörtext, der den
rezeptiven Wortschatz der Schüler kaum übersteigt,
im wesentlichen erfassen.
Leseverstehen
Die Schulung des Leseverstehens wird in der
2. Klasse weitergeführt. Der Schwerpunkt innerhalb
dieser Fertigkeit liegt dabei auf dem stillen,
sinnerfassenden Lesen. Im Bereich des Leseverstehens
werden die Anforderungen an die Schüler von
der Textsorte (siehe Didaktische Grundsätze) und
vom Zweck des Lesens (globales Verstehen — Verstehen
von Details) bestimmt.
Der Schüler soll
— Aufschriften, Hinweise, kurze Mitteilungen,
Glückwünsche, Anordnungen usw. verstehen,
die in morphologischer, syntaktischer und
inhaltlicher Hinsicht auf die im ersten Lernjahr
erworbene kommunikative Kompetenz aufbauen,
— kurze Briefe altersbezogenen Inhaltes verstehen,
— einfache Texte, die den rezeptiven Wortschatz
der Schüler nicht wesentlich übersteigen, auch
selbständig lesen und verstehen,
— kurze und einfache Texte verstehen, die ein zu
behandelndes Thema illustrieren,
— einfache Lieder und Gedichte verstehen.
Sprechen
Einen Schwerpunkt im Unterricht bildet die
Schulung der mündlichen Ausdrucksfähigkeit unter
Ausnützung der Sprechfreudigkeit der Schüler. Der
kommunikativen Betätigung ist Vorrang zu geben.
Die Sprechanlässe sollen auf die Erfahrungen und
Interessen der Schüler abgestimmt sein bzw. die
Schüler auf mögliche Situationen und Rollen vorbereiten,
in denen sie sich der Fremdsprache bedienen
müssen.
Die Schüler sollen
— sich am Gespräch mit dem Lehrer und den Mitschülern
beteiligen,
— Kontakte aufnehmen und fortführen,
— Gefühle, Wünsche, Meinungen, Absichten und
Bedürfnisse in einfacher Form erfragen und
äußern,
— Informationen im Rahmen erarbeiteter Themen
in einfacher Weise erfragen und geben,
— kurze Spielszenen planen und realisieren,
— in gelenkter Form kurze, zusammenhängende
Äußerungen über Erlebtes, Beobachtetes oder
Gelesenes machen.
Schreiben
Der Aufbau der schriftlichen Kommunikationsfertigkeit
wird in der 2. Klasse weitergeführt. Die
schriftlichen Äußerungen sollen den Erfahrungen
und Interessen der Schüler entsprechen, wobei die
kommunikative Funktion erkennbar sein soll.
Der kommunikativen Betätigung ist Vorrang zu
geben.
Der Schüler soll
— kurze schriftliche Äußerungen (Bitten, Aufforderungen,
Hinweise, Einladungen usw.) abfassen,
— einfache Briefe altersgemäßen Inhalts verfassen,
— kurze Texte in einfacher Form verfassen, die in
unmittelbarem Zusammenhang mit Erlebtem,
Gehörtem, Beobachtetem und Gelesenem stehen,
— kurze, einfache Zusammenfassungen schreiben.
Themen und Wortschatz
Aufgreifen und fallweise Erweiterung der Themenbereiche
aus der 1. Klasse; es gelten weiterhin
die für die 1. Klasse angeführten Grundsätze.
Themen aus dem Erlebnisbereich der Schüler mit
folgenden Schwerpunkten sind zu wählen
— das Kind, seine Familie (zB Zusammenleben,
Einladen, Feste feiern, Telefonieren, Buchstabieren
. . .),
— das Kind und seine Umwelt (zB Verkehr,
Unfall, Schulweg, Wetter, Natur, gefährdete
Umwelt...),
— das Kind und seine Wünsche (zB Sport, Spiele,
Brieffreundschaften, andere Länder ...),
— das Kind und sein Alltag (zB Schule, Tagesablauf,
Einkaufen, Essen, Trinken ...),
— das Kind und sein Erleben (zB Freundschaften,
Konflikte ...),
— das Kind und seine Phantasiewelt (zB Märchen,
Fabeln, Abenteuer, Träume ...).
Der Aufbau und die Festigung eines grundlegenden,
dem täglichen Leben und der Umwelt der
Schüler entsprechenden Wort- und Phrasenschatzes
ist weiterzuführen.
Grammatik
Grammatische Strukturen dienen der Bedeutungserfassung
und Ausdruckssicherung. Daher
richten sich Auswahl und Vermittlung nach den
Erfordernissen der Fertigkeitsbereiche und Themen.
Der kommunikativ aufbereitete Grammatikstoff
der 1. Klasse ist gezielt zu wiederholen und zu
erweitern.
Sprachfunktionen und Situationen: wie 1. Klasse.
Aussprache: wie 1. Klasse.
Rechtschreibung: wie 1. Klasse.
Schriftliche Arbeiten
Schul- und Hausübungen.
Sechs Schularbeiten, je drei im Semester.
3. Klasse (3 Wochenstunden)
Hörverstehen
Weiterführung der Schulung des Hörverstehens
mit dem Ziel, die Schüler in zunehmendem Maße
zu befähigen, verschiedene Textsorten aus ihrem
Interessensbereich zu verstehen; der rezeptive
Wortschatz soll nicht überschritten werden.
Leseverstehen
Weiterführung des Leseverstehens mit dem Ziel,
die Schüler im zunehmendem Maße zu befähigen,
verschiedene Textsorten aus ihrem Interessensbereich
zu verstehen und ihre Freude am Lesen zu
fördern; Benützung des Wörterbuches.
Sprechen
Erweiterung und Vertiefung der Vorkenntnisse,
Hinführen zu selbständiger Anwendung des in den
ersten beiden Lernjahren Erarbeiteten (zB über
Erlebtes, Beobachtetes oder Gelesenes zusammenhängend
sprechen; Wünsche, Meinungen, Absichten
und Bedürfnisse erfragen und äußern).
Schreiben
Erweiterung und Festigung des erworbenen
Sprachschatzes, Hinführen zur zunehmend selbständigen
Anwendung (zB selbständig Briefe abfassen,
kurze Texte in einfacher Form verfassen, die in
unmittelbarem Zusammenhang mit Erlebtem,
Gehörtem, Beobachtetem und Gelesenem stehen).
Themen und Wortschatz
In der 3. Klasse ist der zunehmenden Reife und
der erweiterten Interessenslage bei der Themenwahl
und ihrer Behandlung Rechnung zu tragen;
landeskundliche Informationen, die für diese
Altersstufe von Interesse sein können (zB Alltag
und Schule, Freizeit, in Italien Erlebtes und
Erdachtes) sollen eingebracht werden können.
Grammatik
Der Grammatikstoff der ersten beiden Klassen
ist, stets kommunikationsbezogen, gezielt zu wiederholen
und zu erweitern.
Sprachfunktionen und Situationen: (siehe Didaktische
Grundsätze).
Schriftliche Arbeiten
Schul- und Hausübungen.
Sechs Schularbeiten, je drei im Semester.
4. Klasse (3 Wochenstunden)
Hörverstehen
Weiterführung der Schulung des Hörverstehens;
die Schüler sollen in zunehmendem Maße befähigt
werden, Hörtexte zu verschiedenen Themen zu
verstehen; es sollen auch längere und komplexere
Texte mit einer größeren Anzahl an unbekannten
Sprachelementen im wesentlichen verstanden werden.
Leseverstehen
Weiterführung der Schulung des Leseverstehens
mit dem Ziel, die Schüler zu befähigen, mit fremdsprachigen
Texten umzugehen und ihre Freude am
Lesen zu fördern (Erzählungen, Sachtexte aus
Bereichen des täglichen Lebens und der Landeskunde,
persönliche Mitteilungen auch in Handschrift);
Benützung des Wörterbuches.
Sprechen
Erweiterung und Vertiefung der Vorkenntnisse
(zB über Erlebtes, Beobachtetes, Gehörtes oder
Gelesenes zusammenhängend berichten, Wichtiges
beschreiben, emotioneile Haltungen ausdrücken,
Spielszenen planen und realisieren).
Schreiben
Der in den vorhergehenden Lernjahren erworbene
Sprachschatz soll gefestigt werden und für das
Abfassen einer Reihe verschiedener Textarten verfügbar
sein (zB selbständig Notizen machen und
verwerten; nach Muster Anfragen an Institutionen
richten, eine Erzählung fortsetzen).
Themen und Wortschatz
Einerseits wird der zunehmenden Reife und
erweiterten Interessenslage Rechnung zu tragen
sein, andererseits ist bei der Themenwahl und ihrer
Behandlung darauf bedacht zu nehmen, daß die
Imaginationsbereitschaft in diesem Alter stark ausgeprägt
ist (zB Tatendrang, Abenteuerlust ...).
Grammatik
Der Grammatikstoff der vorangegangenen Jahre
ist, stets kommunikationsbezogen, zu wiederholen
und zu erweitern.
Sprachfunktionen und Situationen: (siehe Didaktische
Grundsätze).
Schriftliche Arbeiten
Schul- und Hausübungen.
Sechs Schularbeiten, je drei im Semester.
Didaktische Grundsätze
1. Allgemeines
Die Wahl der Unterrichtsmethoden steht dem
Lehrer grundsätzlich frei; auf den neuesten Stand
der Wissenschaft sowie auf die spezifischen Bedürfnisse
der Klassen ist Bedacht zu nehmen. Der
Methodenvielfalt ist gegenüber jeder einseitigen
Vorgangsweise der Vorzug zu geben.
Bei der Erarbeitung des Lehrstoffes sind die
Schüler zu möglichst großer Selbsttätigkeit anzuleiten,
wofür sich soziale Arbeitsformen (zB Partner-
und Gruppenarbeit) besonders eignen.
Von Beginn an ist Italienisch die Unterrichtssprache.
Von diesem Grundsatz kann gelegentlich
abgewichen werden (Erklärungen von Strukturen
usw.).
Der Veranschaulichung kommt in allen Phasen
des Spracherwerbes größte Bedeutung zu. Audiovisuelle
Medien (Tuchtafel, Tafelskizze, Folie,
Gegenstände, Wandbilder, Filme, Dias, Video,
Tonträger, Wort- und Bildkarten) sind möglichst
häufig einzusetzen. Dem Spielerischen und Musischen
kommt Bedeutung zu. Reime, Lieder und
Spiele (Rollenspiele, Ratespiele, Denkspiele usw.)
sind wirkungsvolle Motivationsträger. Sie ermöglichen
es dem Lehrer, sehr viel Abwechslung in das
Unterrichtsgeschehen zu bringen, darüber hinaus
auch grundlegende Redemittel in einer die Schüler
sehr ansprechenden Form zu üben, zu festigen und
anzuwenden. Lehrbuchdialoge sollen möglichst
situativ umgesetzt werden.
Bei der Auswahl der Themen ist innerhalb des
vorgesehenen Rahmens auf die individuellen
Bedürfnisse der Klasse einzugehen.
Die Auseinandersetzung mit Themen soll von
Kommunikationssituationen ausgehen. Landes- und
kulturkundliche Informationen sollen mit den
übrigen Themen sinnvoll verbunden werden. Das
Vermitteln und Abprüfen von isolierten Informationen
ist zu vermeiden.
Bei der Behandlung von Themen sind nach Möglichkeit
Querverbindungen zu anderen Gegenständen
herzustellen.
Einerseits ist das Erreichen von Sprachrichtigkeit
anzustreben. Andererseits ist den Schülern auch
Gelegenheit zu geben, im freien Gebrauch das bisher
Gelernte zu „erproben", auch wenn dabei Fehler
gemacht werden.
Das Hinweisen auf Fehler soll die Schüler zum
richtigen Sprachgebrauch und längerfristig zu einer
Erweiterung ihrer sprachlichen Kompetenz führen.
Korrekturen sind so vorzunehmen, daß das Selbstwertgefühl
der Schüler nicht beeinträchtigt wird.
Beim Sprechen sollen die natürlichen Sprechsituationen
und die Kommunikation durch Korrekturen
möglichst wenig gestört werden. Dies bedingt aber
regelmäßige Diagnose mit zielgerichteten Übungen
in späteren Phasen.
2. Erwerb der vier Fertigkeiten
Die Fertigkeiten können in der Regel nicht isoliert
voneinander unterrichtet werden, da Sprachhandeln
mehrere Fertigkeiten umfaßt und die Fertigkeiten
einander in vielfältiger Weise beeinflussen.
Die Schüler werden mit einer Vielzahl von
Situationen und Texten in verschiedenen thematischen
Zusammenhängen konfrontiert. Sie sollen
sich mit ihnen auseinandersetzen, sie müssen
reagieren und sollen eigene sprachliche Äußerungen
bzw. Texte produzieren.
Grundsätzlich wird zwischen Textsorten unterschieden,
die der Schüler produktiv beherrschen
soll (zB: Brief), und solchen, bei denen das Verstehen
der Hauptzweck ist (zB: Aufschriften,
Gebrauchsanweisungen, längere erzählende Texte).
Übungen sind nur dann sinnvoll, wenn erkennbar
ist, daß sie Voraussetzung für das Gelingen von
Kommunikation sind. Auch beim Üben von Teilfertigkeiten
(zB: Üben sprachlicher Formen) soll
deren Wert für eine spätere kommunikative Aufgabe
ersichtlich sein. Die Wahl der Übungsformen
richtet sich nach den Situationen und Textsorten.
Hören
Regelmäßige Hörübungen sollen das Verstehen
von akustisch wahrgenommenem Italienisch schulen,
und zwar
— das Erfassen des inhaltlich Wesentlichen,
— das Erfassen bestimmter Einzelheiten,
— das Erschließen von unbekanntem Sprachmaterial
aus dem Zusammenhang.
Außerdem leisten sie einen Beitrag
— zur Verbesserung der Aussprache und der Intonation,
— zur Erweiterung und Festigung des Wort- und
Phrasenschatzes und der Strukturen,
— zur Sachinformation,
— zur Gesprächsmotivation.
Als Textsorten kommen vor allem in Frage
— Gespräche, Interviews, kurze Spielszenen,
— einfache Sachtexte, Erzählungen, Fabeln, Märchen,
Beschreibungen, Berichte.
Hörtexte sollen einen Anreiz zum Gespräch bieten.
Wenn nötig, soll sprachliche und situative Vorentlastung
geboten werden.
Als Übungs- und Überprüfungsformen eignen
sich besonders
— Aufträge ausführen (zB: Zeichnungen anfertigen
bzw. vervollständigen),
— Aussagen als richtig oder falsch erkennen,
— Aussagen in eine dem Text entsprechende Reihenfolge
bringen,
— Notizen machen, Zusammenfassungen erstellen,
— Informationen in einen Raster eintragen (Zeit-,
Ortsangaben, Eigenschaften usw.).
Lesen
Der Schwerpunkt des Lesens liegt auf dem stillen,
sinnerfassenden Lesen. Dieses zielt darauf ab
— Freude am Lesen zu fördern,
— einem Text Einzelinformationen zu entnehmen
(intensives Lesen),
— das Wesentliche eines Textes zu erfassen
(extensives Lesen),
— unbekanntes Sprachmaterial aus dem Zusammenhang
zu erschließen.
Außerdem leistet es einen Beitrag
— zur Erweiterung und Festigung des Wort- und
Phrasenschatzes und der Strukturen,
— zur Gesprächsmotivation.
Die Arbeit mit den Texten richtet sich nach der
Textsorte und dem Unterrichtsziel. Beim extensiven
Lesen werden längere Texte mit dem Ziel gelesen,
den Inhalt im allgemeinen zu verstehen und
auch die Freude am Lesen zu wecken (auch als
Anregung zur persönlichen Lektüre). Die dafür
verwendeten Texte sollen die Sprachkenntnis der
Schüler in den sinntragenden Teilen möglichst
nicht übersteigen. Das Verlangen unwesentlicher
Einzelheiten kann diese Zielsetzung zunichte
machen.
Beim intensiven Lesen steht das Detailverstehen
im Vordergrund. An die inhaltliche Auswertung
des Textes kann eine sprachliche angeschlossen
werden (zB: Unterstreichen bestimmter Formen).
Das stille Lesen als Normalfall des Kontaktes mit
schriftlichen Texten mit dem Ziele des Leseverstehens
ist etwa ab der Mitte des ersten Lernjahres,
besonders aber ab dem dritten Lernjahr, mit wachsender
Häufigkeit zu üben.
Als Textsorten kommen vor allem in Frage Informationen
wie
— verschiedene Aufschriften, Briefe, Sachtexte
(Rezepte, Spiel- und Bastelanleitungen, Preislisten,
Stadtpläne, Speisekarten, Veranstaltungsprogramme,
Annoncen, Prospekte, Plakate
usw.),
— erzählende Texte (Märchen, Fabeln, Anekdoten,
Geschichten aus Alltag und Phantasiewelt,
Abenteuergeschichten, Fumetti usw.),
— Berichte und Beschreibungen,
— Gedichte, Lieder.
Als Übungs- und Überprüfungsformen eignen
sich besonders
— Aussagen als richtig oder falsch erkennen,
— Textteile in der richtigen Reihenfolge anordnen,
— Notizen machen,
— Informationen in einen Raster eintragen,
— Zusammenfassungen erstellen,
— in einfacher Form mündlich oder schriftlich
Stellung nehmen.
Lautes Lesen dient zur Schulung der Aussprache
und Intonation, der Mitteilung (Hausübung,
Ergebnis einer Gruppenarbeit usw.) und der Vorbereitung
auf szenische Darstellung. In der Regel sollen
nur vorbereitete Texte von den Schülern laut
gelesen werden. Leseverstehen wird durch lautes
Lesen nicht erreicht.
Sprechen
Im Unterricht soll viel gesprochen werden, wobei
Themenvielfalt und Beteiligung aller Schüler anzustreben
sind. Das natürliche Mitteilungsbedürfnis
und die Sprechfreudigkeit der Schüler sollen
genützt und gefördert werden.
Dafür eignen sich
— Themen, die die Schüler interessieren,
— natürliche Gesprächssituationen in der Klasse,
— spielerisches Simulieren von Situationen,
— Sprechanreize durch Bilder (fumetti usw.) und
Texte,
— Sprechimpulse, die durch den Lehrer gesetzt
werden,
— der Einsatz von Austauschassistenten oder italienischsprachigen
Gästen.
Als Übungs- und Überprüfungsformen des Sprechens
bzw. des Gespräches eignen sich besonders
— Nachsprechen, Wiedergeben von Auswendiggelerntem
(Artikulationsschulung, Transferübung),
— Antworten auf Lehrer- und Schülerfragen,
— kurze Dialoge, Partnergespräche, Rollenspiele,
Interviews,
— Gruppengespräche, Klassengespräche,
— Spiele, Aufführen von Spielszenen, Singen,
Reime, Sprüche,
— Berichte, Beschreibungen, Sprechen über Bilder,
freie Wiedergabe des Inhaltes von Gelesenem
und Gehörtem, Stellungnahmen,
— zusammengefaßte mündliche Wiedergabe eines
schriftlich erarbeiteten Themas.
Innerhalb der Vielfalt der Übungsformen sind
zwei grundlegende Vorgangsweisen zu unterscheiden,
deren Einsatz vom jeweiligen Übungszweck
abhängt
— Redemittel werden erarbeitet bzw. vorgegeben;
davon ausgehend, erbringen die Schüler in
gelenkter Form oder in freiem Transfer eigene
Leistungen;
— die Schüler versuchen eine Sprechsituation
ohne gezielte Vorbereitung zu bewältigen; der
Lehrer hilft unaufdringlich und ohne Zeitdruck
zu erzeugen weiter, damit einerseits das
Gespräch nicht versiegt, andererseits ein Übersetzen
aus der Muttersprache vermieden wird.
Von Beginn an soll ein natürliches Sprechtempo
angestrebt werden. Die dem Deutschen fremden
Laute, die bedeutungsunterscheidenden Phoneme,
die Intonation und der italienische Sprechrhythmus
müssen vor allem imitativ eingeübt und bei Bedarf
wiederholt werden.
Für die Entwicklung der Sprechfertigkeit ist von
Anfang an neben der imitativen Erarbeitung der
Lehrwerkstexte den reaktiven Fähigkeiten des
Schülers Rechnung zu tragen, damit er nach und
nach befähigt wird, sich seinen eigenen Bedürfnissen
gemäß auszudrücken.
Schreiben
Übungen sollen organisch aus dem Unterrichtsgeschehen
erwachsen, in einem zeitlich angemessenen
Verhältnis zu den übrigen Phasen des Lernprozesses
stehen und kontextualisierbar sein. Schriftliche
Übungen sind in der Regel mündlich vorzubereiten;
bei produktiven Übungsformen soll der
Kreativität und Eigenständigkeit der Schüler Spielraum
gegeben werden.
Geeignete Übungs- und Überprüfungsformen,
die der Vorbereitung und Entwicklung schriftlicher
Kommunikation dienen, sind vor allem
— Einsetz- und Zuordnungsübungen,
— Diktate (Lückendiktate),
— schriftliche Spiele und Rätsel,
— Notizenmachen,
— Sammeln von Aussagen zu einem Thema,
— Abfassen von persönlichen Briefen, Berichten,
Beschreibungen, Zusammenfassungen und kurzen
Erzählungen.
Für das Abfassen eigener Texte sind den Schülern
nach Möglichkeit Muster zur Verfügung zu
stellen; mit zunehmendem Lernfortschritt ist die
Unabhängigkeit von vorgegebenen Hilfen anzustreben.
3. Übersetzen
Gelegentlich können Übersetzungen von Texten
praktischen Inhalts (Rezepte, Arbeitsanweisungen,
Annoncen, Dolmetschen einfacher Sachverhalte)
geübt werden. Übersetzungen zur Erarbeitung von
grammatischen und idiomatischen Eigentümlichkeiten
können in Ausnahmefällen als lernunterstützende
Maßnahme eingesetzt werden. Sie dürfen
nicht Gegenstand von Leistungsfeststellungen sein.
4. Grammatik
Der Erwerb von Kenntnissen und Fertigkeiten
auf dem Gebiet der Grammatik soll ständig im
Dienst der Kommunikation stehen. Rezeptiv
ermöglicht sie das Lese- und Hörverstehen; produktiv
sichert sie den mündlichen und schriftlichen
Ausdruck. Regelerarbeitungen und Grammatikübungen
sollen aus Kommunikationssituationen
erwachsen und auf diese bezogen sein.
Auswahl und Vermittlung der grammatikalischen
Formen und syntaktischen Strukturen richten
sich nach den Erfordernissen der Fertigkeitsbereiche
und Themen.
Der Begriff „Schwerpunkt" im Lehrstoff bezieht
sich auf grammatische Fertigkeiten und Kenntnisse,
deren aktive Beherrschung auf der jeweiligen
Schulstufe angestrebt werden soll. Die allfällige
Auswahl weiterer Grammatikstoffe für den vorwiegend
rezeptiven Gebrauch richtet sich nach den
Bedürfnissen, die aus der jeweiligen Lernsituation
entstehen.
Auch im kommunikativen Italienischunterricht
bildet das Üben grammatischer Formen einen wichtigen
Bestandteil des Lernprozesses. Da jedoch die
Beachtung formalgrammatischer Richtigkeit allein
noch keine sinnvolle Äußerung gewährleistet, sollen
grammatische Formen nicht losgelöst von
Redeabsicht und Situationsbezug geübt werden.
Zusammenfassungen und Übersichten dienen der
Verdeutlichung, zum besseren kognitiven Verständnis
und zum Einprägen. Lückenlose Darstellungen
(auch von Teilbereichen) um der systematischen
Vollständigkeit willen sind zu unterlassen.
Zu beachten ist, daß die Grammatik, die der
Schüler beim Sprechen und Schreiben frei verfügbar
hat, nicht identisch ist mit der im Unterricht
erarbeiteten. Die Fähigkeit der Schüler, in einer
Übung eine bestimmte Struktur korrekt einzusetzen,
bedeutet noch nicht, daß diese Struktur jederzeit
frei verfügbar ist.
5. Wortschatz
Im Bereich des Wortschatzes muß zwischen
rezeptiv und produktiv beherrschtem Wortmaterial
unterschieden werden. Der rezeptive Wortschatz
gewinnt vor allem bei der Entwicklung des sinnerfassenden
Hörens und Lesens große Bedeutung.
Wörter sollen in sinnvollen Kontexten vermittelt,
eingeübt und überprüft werden. Entscheidend für
den Unterrichtserfolg ist nicht die Zahl gelernter
Wörter, sondern ihre Verfügbarkeit für die Kommunikation;
unerläßliche Voraussetzung dafür ist
gründliches Einüben, ständiges Wiederholen und
häufiges Anwenden des kommunikationsbezogenen
Materials.
Bei der systematischen Arbeit am Wortschatz im
Unterricht muß das Vokabular so angeordnet werden,
daß begriffliche Zusammenhänge entstehen
(zB durch Gliederung nach Sach- und Handlungszusammenhängen,
Wortfeldern, Wortfamilien,
Erklärung durch Synonyme).
6. Sprachfunktionen und Situationen
Sprachfunktionen können in folgenden Situationen
verwirklicht werden
Soziale Kontakte herstellen und fortführen, zB
— jemanden ansprechen,
— jemanden/sich vorstellen,
— jemanden grüßen,
— jemanden einladen, eine Einladung annehmen/
ablehnen,
— sich entschuldigen,
— sich am Telefon melden,
— Dank ausdrücken;
Beziehungen regeln, zB
— Erlaubnis erbitten, erteilen, verweigern,
— Rat geben,
— nach dem Befinden fragen,
— jemanden warnen,
— jemanden loben,
— eine Bedingung und deren Folgen ausdrücken;
Kommunikation sicherstellen, zB
— um Aufmerksamkeit bitten,
— um Wiederholung und langsameres Sprechen
bitten,
— Nichtverstehen/Nichtwissen äußern,
— Rückfragen äußern;
Stellungnahmen abgeben, zB
— Zustimmung/Ablehnung ausdrücken,
— widersprechen/verneinen,
— eine Begründung geben/ erfragen,
— Vermutung/Zweifel äußern,
— Erwartung ausdrücken,
— Vorliebe ausdrücken,
— Vergleiche anstellen,
— sich über Vorhaben/Absichten äußern;
Wünsche und Bitten äußern bzw. erfragen, zB
— Glückwünsche aussprechen,
— Wünsche und Bitten vorbringen,
— Bitten erfüllen/abschlagen,
— etwas anbieten, annehmen/ablehnen;
Gefühle, Meinungen erfragen bzw. ausdrücken,
zB
— Gefallen, Mißfallen, Interesse, Begeisterung,
— Zuneigung, Abneigung, Freude, Angst;
Handlungen veranlassen bzw. zur Unterlassung
auffordern, zB
— Anordnungen erteilen,
— einen Vorschlag machen, annehmen/ablehnen,
— jemanden ersuchen, etwas (nicht) zu tun,
— Fähigkeit/Unfähigkeit ausdrücken,
— jemandem etwas verbieten,
— um Hilfe bitten/Hilfe ablehnen/Hilfe anbieten;
Informationen geben und erfragen, zB
— berichten, erzählen, erklären,
— benennen, Aussehen beschreiben, Eigenschaften
angeben,
— Zustand beschreiben,
— Verwendungszweck angeben,
— Besitzverhältnisse, Zugehörigkeit angeben,
— etwas einordnen nach Ort, Richtung, Entfernung,
— etwas einordnen nach Zeitpunkt, Dauer, Häufigkeit,
— etwas einordnen nach Zahl, Menge, Grad,
— Meinung (Aussage) eines anderen wiedergeben.
7. Lernunterstützende Maßnahmen
1. Die Schüler sind von Beginn an zu ökonomischem
und selbständigem Lernen anzuleiten. Sie
sollen in fertigkeitsorientierten Arbeits- und Lerntechniken
wiederholt geschult werden: zB Lesetechniken,
Notizenmachen, Wichtiges unterstreichen,
Arten der Wortschatzerarbeitung, Gebrauch
von Wörterbüchern.
2. Schriftliche bzw. mündliche Hausübungen
sind regelmäßig und in pädagogisch vertretbarem
Umfang zu geben, zu verbessern und in die Unterrichtsarbeit
einzubeziehen.
3. Förderunterricht.
8. Einsichten in das Funktionieren
der Sprache als Mittel der Kommunikation
Die formalen Aspekte der Sprache dürfen nicht
zum Selbstzweck werden, sondern müssen immer
in Hinblick auf deren kommunikative Funktion
betrachtet werden.
Das Funktionieren von Sprache ist dem Schüler
gelegentlich anhand des sprachlichen Lernmaterials
zu verdeutlichen. Das kann einerseits durch die
Gegenüberstellung verschiedener Sprachstrukturen
für gleiche oder ähnliche Bedeutungsinhalte im Italienischen
(interner Sprachvergleich: comprami del
pane/un pò' di pane — se me l'avessi detto/se me
lo dicevi), oder für dieselbe Aussage im Italienischen
und Deutschen bzw. in einer anderen dem
Schüler bekannten Sprache erfolgen
zB: Deutsch: einen Kurs besuchen,
Ital.: frequentare un corso,
Franz. : fréquenter un cours,
Engl. : attend a course
oder Deutsch: wenn ich das gewußt hätte .. .
Ital.: se l'avessi saputo . . .
Franz. : si j'avais su ...
Engl. : if I had known .. .
Um zu einem kommunikativen Sprachgebrauch
zu gelangen, sollen Strukturen anhand von Beispielen
eingeübt werden. Erst dann soll der Schüler
dazu angeleitet werden, selbständig aus den Beispielen
eine Regel abzuleiten. Diese induktive
Methode der Spracherlernung gewährleistet, daß
der Schüler die Sprache gebrauchen lernt und nicht
bloß über die Sprache redet.
Kreativität der Sprache
Anhand des Lernmaterials soll dem Schüler
bewußt gemacht werden, daß sprachliche Äußerungen,
von der Situation, in der sie gemacht werden,
abhängig sind, sodaß er schließlich zu einem intentionsgerechten
sprachlichen Reagieren hingeführt
wird.
Dem Schüler ist auch bewußt zu machen, daß
eine Aussage durch verschiedenartige sprachliche
Formulierungen ausgedrückt werden kann (zB
„chiudere la porta": chiudi la porta! chiudi la
porta? potresti chiudere la porta? mi fai il favore di
chiudere la porta? va' a chiudere la porta per piacere
! qui c' è corrente! ... usw.).
9. Landes- und Kulturkunde
Der Aufbau einer sprachlichen Kompetenz hat
anhand von Inhalten zu erfolgen, die dem italienischen
Kulturbereich entnommen sind. Daher ist
Sprachunterricht von Anfang an auch landeskundlicher
Unterricht. Dieser wird sich vor allem an den
jeweiligen Kommunikationssituationen und Texten
orientieren. Die darin enthaltenen Inhalte sind
bewußt zu machen und fallweise mit Bedacht zu
ergänzen und zu erweitern. Von umfassenden Darstellungen
auch nur einzelner Bereiche ist abzusehen.
Russisch
Bildungs- und Lehraufgabe
Wichtigstes Ziel des Fremdsprachenunterrichtes
ist der Aufbau einer altersgemäßen Kommunikationsfähigkeit.
Dadurch sollen die Schüler in die
Lage versetzt werden, in der Fremdsprache situationsgerecht
zu handeln, dh. Gehörtes und Gelesenes
zu verstehen und sich mündlich und schriftlich
richtig auszudrücken. Weiters sollen durch den
Erwerb einer Fremdsprache und von Kenntnissen
aus Landes- und Kulturkunde eine aufgeschlossene
Haltung gegenüber Menschen anderer Sprachgemeinschaften
und deren Lebensweise entwickelt
und das Wertbewußtsein entfaltet werden.
Da der Erwerb und der Gebrauch einer Fremdsprache
eng mit der Gesamtpersönlichkeit und dem
sozialen Verhalten eines Menschen verbunden sind,
sollen die Schüler sowohl ihre Interessen und
Bedürfnisse ausdrücken können als auch in ihrer
Bereitschaft zum Zuhören, zum Gespräch, zur
Zusammenarbeit und zur Verantwortung in der
Gemeinschaft gefördert werden. Schließlich sollen
sie zu einer positiven Einstellung zum Fremdsprachenerwerb
im allgemeinen hingeführt werden. Die
Schüler sollen auch motiviert und angeleitet werden,
die erworbenen Fähigkeiten und Fertigkeiten
selbständig anzuwenden und weiterzuentwickeln,
und so auf die Fortsetzung ihres Bildungsganges an
der Oberstufe (bzw. an einer berufsbildenden
Schule) vorbereitet werden.
Die Schüler sollen auch Einsichten in das Funktionieren
der Sprache als Mittel der Kommunikation
gewinnen. Sie sollen die Beziehungen der
sprachlichen Äußerungen zueinander und deren
Gebundenheit an bestimmte Situationen verstehen
sowie imstande sein, Sprechintentionen zu erkennen
und darauf entsprechend zu reagieren.
Im Rahmen des Unterrichts sind den Schülern
nach Möglichkeit Ziele und Arbeitsweisen einsichtig
zu machen sowie Lerntechniken zu vermitteln,
die den selbständigen Fremdsprachenerwerb unterstützen.
Hörverstehen
Die Schüler sollen unter Berücksichtigung der
vorgesehenen Themen und Sprachmittel imstande
sein, gesprochene Sprache in direktem Kontakt
oder über Medien zu verstehen. Diese Anforderung
bezieht sich auf die Standardaussprache bei durchschnittlicher
Sprechgeschwindigkeit.
Sprechen
Die Schüler sollen imstande sein, in der Fremdsprache
einerseits am Unterrichtsgeschehen teilzunehmen,
andererseits auch in den wichtigsten Alltagssituationen
außerhalb der Schule sich sach-,
situations- und partnergerecht auszudrücken.
Leseverstehen
Die Schüler sollen unter Berücksichtigung der
vorgesehenen Themen und Sprachmittel imstande
sein, den Sinn fremdsprachiger Texte selbständig
zu erfassen. Darüber hinaus soll die Freude am
Umgang mit altersgemäßer fremdsprachiger Lektüre
geweckt werden.
Schreiben
Die Schüler sollen unter Berücksichtigung der
vorgesehenen Themen und Sprachmittel imstande
sein, sich in der Fremdsprache vorwiegend in jenen
Formen schriftlich auszudrücken, welche von kommunikativem
Wert sind bzw. die Kreativität erfordern.
Fachspezifische Bildungs- und Lernziele für Russisch
1. Beherrschung sprachlicher Fertigkeiten (Hörverstehen,
Sprechen, Leseverstehen, Schreiben).
2. Einsichten in das Funktionieren von Sprache
als Mittel der Kommunikation.
3. Kenntnisse aus ausgewählten Bereichen der
Landes- und Kulturkunde der Sowjetunion.
4. Beherrschung grundlegender Lern- und
Arbeitstechniken.
Lehrstoff
1. Klasse (5 Wochenstunden)
1. Teillernziele
1.1. Hörverstehen
Verstehen von sehr kurzen Texten (einfachste
Alltagssituationen) in einfachem, authentischem,
stilistisch neutralem Russisch in mittlerem Sprechtempo
bei ungestörten Hörbedingungen.
1.2. Sprechen
Bewältigung von im Unterricht erarbeiteten einfachsten
Grundsituationen des Alltags (einfache
Gespräche).
1.3. Leseverstehen und Lesen
Verstehen einfachster kurzer Texte, die in cyrillischer
Druckschrift vorliegen; phonetisch weitgehend
richtiges Lesen.
1.4. Schreiben
Beherrschung der cyrillischen Schreibschrift.
Schriftliche Bewältigung der sich aus dem Unterricht
ergebenden Aufgaben und Abfassen von einfachsten
Mitteilungen.
2. Lerninhalte
2.1. Themen und Situationen
— Themen und Situationen aus der unmittelbaren
Umwelt des Schülers, zB Personalia, Familie,
Schulalltag, Tagesablauf, Freizeitbeschäftigung,
Haus und Wohnung, Freunde;
— Themen und Situationen, die sich im Sprachunterricht
ergeben;
— Themen, durch die elementare Kenntnisse über
die Sowjetunion vermittelt werden (zB Moskau,
Leningrad, sowjetisches Geld . . .).
2.2. Sprachliche Mittel
Zur Bewältigung der genannten Kommunikationssituationen
und Themenbereiche benötigt der
Schüler die folgenden sprachlichen Mittel
a) Orthoepie
Grundlagen der russischen Artikulation mit besonderer
Berücksichtigung der dem Deutschen
fremden Laute und der Eigenart der russischen
Aussprache: freier, dynamischer Akzent; regressive
Assimilation; Palatalisation; die Opposition stimmlos — stimmhaft;
von den Intonationskonstruktionen
vor allem die Frageintonationen.
b) Schrift und Orthographie
Möglichst fehlerfreies Schreiben des gelernten
Wort- und Phrasenschatzes. Transkription des
eigenen Namens und der Adresse.
c) Wortschatz
Grundlegender Wort- und Phrasenschatz im
Ausmaß von etwa 600 Einheiten. Die Auswahl der
Lexik beruht auf dem Prinzip der allgemeinen und
der themenbezogenen Häufigkeit.
d) Grammatik
Wesentliche Elemente der Grundgrammatik auf
syntaktischer Ebene (Aussage- und Fragesätze, einfache
Gliedsätze, Verneinung) und auf morphologischer
Ebene, unter anderem die Geschlechtsregeln,
die nominale Deklination und einige Fälle der
pronominalen Deklination (Adjektiv, Demonstrativ-,
Possesiv- und Interrogativpronomen), die
regelmäßige Konjugation im Präsens, das Präteritum
und Futurum einiger unvollendeter Verben,
die Grundzahlwörter bis 60 und ihre Rektion, das
Adverb; die Wiedergabe des deutschen „haben",
„nicht haben".
Manche darüber hinausgehende grammatische
Erscheinungen und Strukturen mit hoher Häufigkeit
werden wohl lexikalisch geboten werden (zB
chotetcommasuperior, moč', kak . . . zovut? . . .).
3. Schriftliche Arbeiten
Schul- und Hausübungen.
Vier Schularbeiten, davon eine im ersten Semester
(nicht vor Ende November).
2. Klasse (4 Wochenstunden)
1. Teillernziele
1.1 Hörverstehen
Wie in der 1. Klasse, jedoch etwas längere Texte.
1.2. Sprechen
Wie in der 1. Klasse, darüber hinaus kurze
Berichte.
1.3. Leseverstehen und Lesen
Verstehen einfacher kurzer Texte.
1.4. Schreiben
Wie in der 1. Klasse, darüber hinaus Abfassen
kurzer persönlicher Briefe.
2. Lerninhalte
2.1. Themen und Situationen
Erweiterung der Themen und Situationen der
1. Klasse.
2.2. Sprachliche Mittel
a) Orthoepie
Wie in der 1. Klasse.
b) Schrift und Orthographie
Wie in der 1. Klasse.
c) Wortschatz
Erweiterung des grundlegenden Wort- und
Phrasenschatzes auf etwa 1200 Einheiten. Die
Auswahl der Lexik beruht auf dem Prinzip der allgemeinen
und der themenbezogenen Häufigkeit.
d) Grammatik
Erweiterung der Grundgrammatik auf syntaktischer
Ebene (zB weitere Gliedsätze) und auf morphologischer
Ebene: nominale Deklination (zB
3. Deklination und häufigste unregelmäßige Formen,
zB: domá, v uglú,. . .); pronominale Deklination
(Adjektive, häufige Pronomen, zB sebja); häufige
modale Strukturen; einige häufige Kurzformen
der Adjektive; Erweiterung der Grundzahlwörter
bis 1000; Deklination der Ordnungszahlwörter;
Alters- und Datumsangabe; häufigste Verben mit
schwieriger Konjugation (zB: bratcommasuperiorvzjatcommasuperior, est',
pitcommasuperior . . .); reflexive Verben; häufige Imperativformen;
Präteritum und Futurum vollendeter und
unvollendeter Verben in typischen sprachlichen
Situationen (Aspekt). Manche darüber hinausgehende
grammatische Erscheinung und Struktur mit
hoher Häufigkeit wird wohl lexikalisch geboten
werden (zB: dvoe detej, obe podrugi,. . .).
3. Schriftliche Arbeiten
Schul- und Hausübungen.
Sechs Schularbeiten, je drei im Semester.
3. Klasse (3 Wochenstunden)
1. Teillernziele
1.1. Hörverstehen
Verstehen von kürzeren Texten (einfache Alltagssituationen)
in authentischem, stilistisch neutralem Russisch
in mittlerem Sprechtempo bei ungestörten
Hörbedingungen.
1.2. Sprechen
Wie in der 1. und 2. Klasse; darüber hinaus
Bewältigung weiterer einfacher Alltagssituationen,
insbesondere in dialogischer Form, die im Unterricht
erarbeitet wurden. Wiedergabe und Zusammenfassung
von Gehörtem und Gelesenem, Berichten
über Erlebtes.
1.3. Leseverstehen und Lesen
Verstehen einfacher, nicht zu langer Texte, auch
solcher, die das Sprachkönnen der Schüler auf lexikalischer
Ebene geringfügig übersteigen (Globalverstehen).
1.4. Schreiben
Wie in der 1. und 2. Klasse; darüber hinaus Wiedergabe
und Zusammenfassung von Gelesenem
und Gehörtem, Berichten über Erlebtes.
2. Lerninhalte
2.1. Themen und Inhalte
— Vertiefung der Themen und Situationen der 1.
und 2. Klasse, weitere Themen und Situationen,
zB Sport, Einkaufen, Reisen, Ferien, Feiertage, . . .
— weitere Themen und Situationen, die Sich im
Unterricht ergeben,
— Themen und Situationen, die in die Kenntnis
von Land und Volk der Sowjetunion einführen.
2.2 Sprachliche Mittel
a) Orthoepie
Wie in der 1. und 2. Klasse.
b) Schrift und Orthographie
Wie in der 1. und 2. Klasse.
c) Wortschatz
Erweiterung des grundlegenden Wort- und
Phrasenschatzes auf etwa 1800 Einheiten. Die
Auswahl der Lexik beruht auf dem Prinzip der allgemeinen
und der themenbezogenen Häufigkeit.
d) Grammatik:.
Besonderheiten in der nominalen Deklination,
zB Deklination der Familiennamen, matcommasuperior, doč',
ljudi, deti, vremja,...
Besonderheiten in der pronominalen Deklination,
zB häufigste Kasus der Negativpronomen und
der Grundzahlwörter (zB bei Zeitangaben);
die Sammelzahlwörter oba, obe, dvce, troe, čet-
vero und ihre Rektion; Adjektive: weiche Adjektive,
Steigerung, weitere Kurzformen; weitere Pronomen.
Verb: der Gebrauch des Verbalaspektes (in Präteritum,
Futurum, Imperativ und Infinitiv) und der
Verben der Fortbewegung in typischen sprachlichen
Situationen; häufige Verben mit vom Deutschen
abweichender Rektion; weitere wichtige
modale Strukturen und unpersönliche Konstruktionen;
Konjunktiv in häufigen Wendungen, zB onotel
by; häufige Verben mit schwieriger Konjugation.
Darüber hinausgehende grammatische
Erscheinungen und Strukturen mit hoher Häufigkeit
werden wohl lexikalisch geboten werden, zB
otkryt, osnovana,...
3. Schriftliche Arbeiten
Schul- und Hausübungen.
Sechs Schularbeiten, je drei im Semester.
4. Klasse (3 Wochenstunden)
1. Teillernziele
1.1. Hörverstehen
Verstehen von nicht zu langen Texten (Alltagssituationen,
Gespräche, Berichte, ...) in authentischem,
stilistisch neutralem Russisch in mittlerem
Tempo bei weitgehend ungestörten Hörbedingungen
(einige Hintergrundgeräusche).
1.2. Sprechen
Wie in der 3. Klasse; darüber hinaus einfache
Stellungnahmen und Wertungen, Darstellung von
einfachen Sachverhalten.
1.3. Leseverstehen und Lesen
Globalverstehen einfachster Originaltexte oder
geringfügig adaptierter Texte.
1.4. Schreiben
Verfassen von persönlichen Briefen, Darstellung
von einfacheren Sachverhalten, Wiedergabe und
Zusammenfassung von Gehörtem und Gelesenem,
Berichten über Erlebtes, einfache Stellungnahmen.
2. Lerninhalte
2.1. Themen und Situationen
— bisher behandelte Themen und Situationen und
ihre Erweiterung (zB Massenmedien, Verkehr,
Wohnverhältnisse, Umwelt, Technik,
Schule,...);
— Themen und Situationen, die die Kenntnis von
Land und Volk der Sowjetunion erweitern.
2.2. Sprachliche Mittel
a) Orthoepie
Wie bisher.
b) Schrift und Orthographie
Wie bisher.
c) Wortschatz
Erweiterung des grundlegenden Wort- und
Phrasenschatzes auf etwa 2400 Einheiten. Die
Auswahl der Lexik beruht auf dem Prinzip der allgemeinen
und der themenbezogenen Häufigkeit.
d) Grammatik
Nominale Deklination: wichtige Ergänzungen
und Ausnahmen (zB angličanin — angličane,
derevo — derev'ja, ucho — uši,...); pronominale
Deklination: wichtige Ergänzungen und Ausnahmen
(zB Deklination der Grundzahlwörter,. . .).
Verwendung der Indefinitpronomen (-to,
-nibudcommasuperior); Verb: Konjunktiv, insbesondere in Strukturen
wie chotetcommasuperior/nužno/nado/važno, čtoby,...
und im Konditionalsatz; Wiedergabe der russischen
Partizipien, einschließlich der Adverbialpartizipien,
im Deutschen; häufige passivische und
unpersönliche Konstruktionen (zB dorn stroitsja;
dorn byl postroen; tam mnogo strojat,... esli voj-
deš'/vojdete v komnatu,...); Besonderheiten im
Gebrauch des Verbalaspekts und der Verben der
Fortbewegung.
3. Schriftliche Arbeiten
Schul- und Hausübungen;
Sechs Schularbeiten, je drei im Semester.
Didaktische Grundsätze
Sprachliche Fertigkeiten
Zur Erreichung des Zieles ist ein ausgewogener
Einsatz aller Unterrichtsträger, das sind Lehrer,
Lehrbücher, Lehrbehelfe und Medien, erforderlich.
Besonders die Tonträger dürfen nicht vernachlässigt
werden, damit eine Vielfalt von muttersprachlichen
Sprechern in den Unterricht eingebracht wird.
Das von diesen Unterrichtsträgern dargebotene
Russisch hat sich an der standardisierten Umgangssprache
zu orientieren und der authentischen russischen
Gegenwartssprache zu entsprechen. Demzu-
folge sind die aus didaktischen Gründen erstellten
Texte bald durch dem Lernfortschritt entsprechend
adaptierte Originaltexte zu ersetzen, die allmählich
zu authentischen Originaltexten hinführen.
Im Unterricht sollen Lehrer und Schüler sich
vorwiegend des Russischen bedienen. Der
Gebrauch der deutschen Muttersprache sollte auf
die folgenden Fälle beschränkt werden
1. Erklärung grammatischer, lexikalischer und
idiomatischer Erscheinungen,
2. Erklärung von Kommunikationssituationen
(besonders im Anfangsunterricht); Arbeitsanweisungen,
3. Gewährleistung des Verständnisses schwieriger
spachlicher Erscheinungen (zB fallweises
Übersetzen),
4. Strukturvergleich beider Sprachen.
Obwohl die vier sprachlichen Fertigkeiten eine
Einheit bilden und nicht isoliert entwickelt werden
sollen, ist ihrer verschiedenen Gewichtung insofern
Rechnung zu tragen, als Hörverstehen, Sprechen
und Leseverstehen dem Schreiben gegenüber Vorrang
haben.
Die schöpferische, über mechanisches Lernen,
Imitation und Automatisation hinausgehende
Tätigkeit des Schülers ist von Anfang an zu fördern.
Die gerade in dieser Altersstufe besonders
hohe Sprechfreudigkeit und Bereitschaft zu spielerischen
Tätigkeiten ist für den Unterricht zu nützen
(Lieder, Reime, Gedichte, Wettbewerbe, Rätsel,
Sprachspiele,...).
Hörverstehen
Dem Hörverstehen ist von allem Anfang an
große Aufmerksamkeit zu widmen. Es soll zu Globalverstehen
hinführen. Damit soll auch die Fähigkeit
entwickelt werden, sprachlich Unbekanntes auf
Grund des Zusammenhangs zu verstehen. Hörverstehen
ist einerseits die Voraussetzung für das
eigene, orthoepisch möglichst richtige Sprechen des
Schülers; andererseits soll es ihn immer mehr befähigen,
verschiedene russischsprechende Personen
(direkt oder über Tonträger) zu verstehen. Von
Anfang an ist auf annähernd mittleres Sprechtempo
zu achten.
Durch regelmäßiges und häufiges Üben des Hörverstehens
und Bewußtmachung des Unterschiedes
zwischen muttersprachlicher und fremdsprachlicher
Lautung soll der Schüler lernen, jene für das Russische
wichtigen lautlichen Erscheinungen zu unterscheiden,
die es in der deutschen Muttersprache
entweder nicht gibt oder die darin keine sinntragende
Funktion haben. Dazu gehören insbesondere
der freie, dynamische Akzent; die Reduktion;
die regressive Assimilation und das dadurch
bedingte Fehlen des Knacklautes; die Palatalisation;
die Opposition stimmlos — stimmhaft; von
den Intonationskonstruktionen vor allem die Frageintonation.
Sprechen
Grundlage für den Gebrauch der Sprache als
Kommunikationsmittel ist eine möglichst richtige
Aussprache und Intonation. Beides muß daher von
allem Anfang an regelmäßig geübt und korrigiert
werden.
Besonderes Augenmerk ist dabei auf jene
Aspekte der russischen Orthoepie zu legen, die
bereits unter dem Punkt Hörverstehen angeführt
wurden. Die Voraussetzung für eine möglichst
richtige Aussprache des Schülers ist regelmäßiges
Training des Hörverstehens. Bei der Vermittlung
von neuem sprachlichem Material soll besonders im
Anfangsunterricht nicht nur das Schriftbild, sondern
die Lautgestalt im Vordergrund stehen. Eine
schwierigere, aber wichtige Aufgabe besteht darin,
den Schüler zur Eigenkontrolle seiner Aussprache
zu bringen.
Ebenso wichtig ist, von allem Anfang an ein mittleres
Sprechtempo anzustreben. Eine über das normale
Maß hinausgehende Verlangsamung der
Sprechgeschwindigkeit führt zu einer Verzerrung
der „sprachlichen Wirklichkeit".
In der Entwicklung der Fertigkeit „Sprechen"
wird naturgemäß zunächst die imitative Phase die
erste Stelle einnehmen (besonders geeignet erscheinen
kurze szenische Darstellungen aus dem Alltagsleben),
es muß ihr aber die gestaltende Phase
folgen, die es dem Schüler gestattet, sich seinen
eigenen Bedürfnissen gemäß auszudrücken. In diesem
Zusammenhang ist besonders darauf zu achten,
daß Übungen, die schwierige grammatische
und lexikalische Probleme betreffen, über „Formalübungen"
hinaus zu kommunikativ orientierten
Übungen hinführen. Ziel ist das Sprachkönnen,
nicht das Wissen über die Sprache.
Ein wichtiges Prinzip bei der Entwicklung der
Fertigkeit „Sprechen" besteht darin, daß der
Gesprächsinhalt den Schüler intellektuell weder
über- noch unterfordert und seinen natürlichen
Interessen entspricht. Dabei ist darauf zu achten,
daß nicht der außersprachliche Inhalt Priorität
genießt, sondern seine sprachliche Realisierung,
worauf insbesondere bei Überprüfungen zu achten
ist.
Leseverstehen
Zur Schulung des Leseverstehens sind Texte heranzuziehen,
die zum Lesen konzipiert sind, die den
Interessen, der Reife und dem sprachlichen Können
der Schüler entsprechen und so die Freude am
Lesen fördern. Ziel sind kurze und einfache Originaltexte,
der Weg dazu führt über erstellte und
adaptierte Texte.
Wegen seiner praktischen Verwertbarkeit auch
außerhalb des Unterrichts kommt dem Lesen, insbesondere
dem stillen Lesen mit dem Ziel des globalen
Verstehens, große Bedeutung zu. Im Unterricht
wird zwischen dem lauten und dem stillen
Lesen zu unterscheiden sein.
391
In der Regel dient das laute Lesen nicht der Entwicklung
des Leseverstehens, sondern der Schulung
und Korrektur der Aussprache und Intonation
sowie der Festigung von Lexik und Grammatik.
Diese Hilfsfunktion kommt dem Lesen insbesondere
in den ersten beiden Lernjahren zu. Im
Anfangsunterricht, wo es auch ein wichtiges Mittel
zum Erwerb der cyrillischen Schrift ist, sollte es nur
an bereits bekannten Texten und nach Anhören
eines Modells (Tonträger, Lehrer, . . .) geübt werden.
Das stille Lesen ist der Normalfall des Kontaktes
mit schriftlichen Texten und muß daher auch im
Unterricht geübt werden.
Ziel des Lesens ist in der Regel Globalverstehen.
Damit soll auch die Fähigkeit entwickelt werden,
sprachlich Unbekanntes aus dem Zusammenhang
zu verstehen. Ein Eingehen auf jedes Detail hemmt
die Motivation und widerspricht einer ökonomischen
Unterrichtsführung. Das schließt jedoch
nicht aus, daß je nach Textsorte und Teillernziel
auch Detailverstehen und Übersetzung gefordert
werden können. Die Überprüfung des Leseverstehens
soll aber im allgemeinen nicht durch Übersetzung
erfolgen, sondern durch Fragen, Inhaltsangaben,
Zusammenfassung, Nacherzählung, Erarbeiten
des Hauptgedankens in mündlicher und schriftlicher
Form. Die Entwicklung der Lesefertigkeit ist
nicht Selbstzweck. Sie ist immer mit der Entwicklung
der anderen sprachlichen Fertigkeiten verbunden
und erweitert dadurch das sprachliche Können.
Das Textverständnis bringt Sachinformation, konfrontiert
den Schüler mit Einstellungen und Haltungen
und kann dadurch zu einem wichtigen Faktor
der Motivation werden.
Schreiben
Der schriftliche Gebrauch des Russischen richtet
sich einerseits nach den Erfordernissen des Unterrichts
(Schreiben ohne Kommunikationssituation)
und andererseits nach möglichen Schreibanlässen
in Kommunikationssituationen.
1. Zu den Erfordernissen des Unterrichts gehören
a) das Erlernen der cyrillischen Schrift unter
Beachtung der Schreibnorm,
b) schriftliche Übungen zur Fixierung des im
Unterricht Erarbeiteten und zur Festigung
und Feststellung des Unterrichtsertrages.
(Dazu können im Anfangsunterricht auch
Diktate herangezogen werden.)
2. Zur Vorbereitung und Erstellung schriftlicher
Kommunikation können herangezogen werden
einfache Briefe, Ausfüllen von Formularen,
Darstellung von einfachen Sachverhalten,
Textwiedergabe und Zusammenfassungen,
einfache Stellungnahmen.
Einsichten in das Funktionieren von Sprache als
Mittel der Kommunikation
a) Die russische Sprache ist im Gegensatz
zum Englischen und Französischen eine
synthetische Sprache, die sich in der
Grammatik durch großen Formenreichtum
auszeichnet. Daher bedeutet die
Beschäftigung mit dem Russischen eine
intensive sprachliche Schulung, wobei die
formalen Aspekte der Sprache aber nie
Selbstzweck sein dürfen, sondern immer
im Hinblick auf deren kommunikative
Funktion zu sehen sind. Das Funktionieren
von Sprache kann dem Schüler einerseits
durch die Gegenüberstellung verschiedener
grammatischer und lexikalischer
Strukturen für dieselbe Aussage im
Russischen und im Deutschen bzw. in
einer anderen, dem Schüler bekannten
Sprache verdeutlicht werden, andererseits
durch die Gegenüberstellung verschiedenartiger
grammatischer und lexikalischer
Strukturen zum Ausdruck gleicher oder
ähnlicher Inhalte im Russischen selbst
(interner Sprachvergleich).
b) Der Formenreichtum des Russischen darf
jedoch nicht zu einem Unterricht verführen,
der vorwiegend aus sprachformalem
Training besteht. Ziel ist die Kommunikationsfähigkeit.
Um den Zusammenhang
zwischen sprachlichen Mitteln und Situation
aufzuzeigen, sind entsprechende
Situationen von allem Anfang an im
Unterricht zu nützen bzw. zu simulieren.
Dabei ist die Kreativität des Schülers
anzuregen.
Kenntnisse aus ausgewählten Bereichen der Landes-
und Kulturkunde der Sowjetunion
Da die Sprache eng mit der Kultur eines Volkes
verbunden ist, darf sie auch nicht losgelöst von dieser
vermittelt werden. Landes- und Kulturkunde
zieht sich daher als integrierendes Prinzip durch
den ganzen Fremdsprachunterricht.
Landes- und Kulturkunde ist ein Unterrichtsprinzip
und kein systematisch zu erarbeitendes
Wissensgebiet. Dem Lehrer bleibt es überlassen,
geeignete Texte, Ton- und Bildmaterial oder sich
sonst bietende Anlässe landeskundlich auszuwerten.
Allfällige Vergleiche zwischen den Verhältnissen
in Österreich und der Sowjetunion wecken das kritische
Verstehen für Gemeinsamkeiten und Unterschiede.
Beherrschung grundlegender Lern- und Arbeitstechniken
Aufgabe des Lehrers wird es sein, im Schüler
nicht nur sprachliche Fertigkeiten zu entwickeln
und ihm Wissen zu vermitteln, sondern auch ihm
zu helfen, seinen eigenen Lerntypus zu erkennen
und individuelle Lernstrategien zu entwickeln.
Besonders wichtig ist es, den Schüler zum richtigen
Gebrauch des Wörterbuches hinzuführen.
Die Gestaltung des Russischunterrichts
Die Gestaltung des Russischunterrichts zielt
1. auf die Erarbeitung und Vermittlung neuer
Lerninhalte,
2. auf die Sicherung und Anwendung dieser
Lerninhalte,
3. auf die Kontrolle des Unterrichtsertrages.
Da es im Fremdsprachenunterricht in besonderer
Weise darauf ankommt, daß der Schüler in der
fremden Sprache selbst aktiv ist, sind aus der großen
Zahl möglicher Unterrichtsformen jene zu
bevorzugen, bei denen die Tätigkeit des Schülers
über bloßes Zuhören und Mitschreiben hinausgeht.
Das Variieren der Lehr- und Lernformen sowie
der Sozialformen im Unterricht ist aus sachlogischen
und psychologischen Gründen erforderlich,
weil nicht jede Unterrichtsform zum Erreichen
eines bestimmten Teillernzieles geeignet ist und
weil das Interesse der Schüler nur durch Abwechslung
aufrechterhalten werden kann; unter anderem
bieten sich an: das Gespräch (Lehrer — Schüler,
Schüler — Schüler), Rollenspiele, szenische Darstellungen,
Wettbewerbe; Partner- und Gruppenarbeit,
Einzelarbeit des Schülers,.. .
Eine richtige Verteilung und zeitliche Begrenzung
der verschiedenen Unterrichtsphasen ist anzustreben.
Die Phase der Erarbeitung und Vermittlung
neuer Lerninhalte soll gut motiviert, klar und
kurz sein und muß in die Phase der Sicherung und
Anwendung einmünden, der im Unterrichtsgeschehen
der zentrale Platz zusteht. Unerläßlich sind
dabei regelmäßige, vom Lehrer (fallweise auch vom
Schüler) zu korrigierende mündliche und schriftliche
Schul- und Hausübungen sowie ständiges Wiederholen,
auch von weiter Zurückliegendem. Die
Arbeitsaufträge müssen stets klar und eindeutig
sein; ihre Erfüllung darf die Schüler weder sprachlich
noch inhaltlich überfordern.
Die ständige Kontrolle des Unterrichtsertrages,
die großteils Hand in Hand mit der Sicherung und
Anwendung geht, ist zur Selbstkontrolle des Schülers
und des Lehrers unentbehrlich."
7. In Anlage A, sechster Teil, wird nach dem
Pflichtgegenstand „Russisch" eingefügt
„Latein (am Gymnasium)
Bildungs- und Lehraufgabe (für die 3. bis
8. Klasse)
1 Die Unterrichtsarbeit hat
1.1 die Vermittlung jener Kenntnisse und Fertigkeiten
zum Ziel, die dem Schüler
1.1.1 durch das Verfügen über einen ausreichenden
Wortschatz und
1.1.2 über ausreichende Grammatikkenntnisse
sowie
1.1.3 über ausreichende Sachkenntnisse die Voraussetzung
bieten,
1.2 Texte lateinischer Autoren
1.2.1 lesen und verstehen,
1.2.2 in ein sprachrichtiges und stilistisch ansprechendes
Deutsch übertragen und
1.2.3 in angemessener Weise interpretieren zu
können.
2 Der Schüler soll Einsicht in Strukturen und
Ausdrucksmöglichkeiten der lateinischen
Sprache
2.1 sowohl im Einzelsatz
2.2 wie im Textzusammenhang gewinnen.
3 Der Schüler soll durch die Beschäftigung
mit Sprachen kontrastierender Strukturen,
3.1 vor allem durch die ständige Konfrontation
mit der Problematik der Übersetzbarkeit,
3.2 zu einem spezifischen und allgemeinen
Sprachverständnis gelangen.
4 Durch das Übersetzen sollen Sprachkompetenz
und Ausdrucksvermögen in der Muttersprache
wesentlich gefördert werden.
5 Lektüre, Interpretation und weiterführende
Erschließung lateinischer Texte sollen den
Schüler befähigen,
5.1 zu deren sprachlich-künstlerischen,
5.2 historischen, gesellschaftsbezogenen, kulturellen
und
5.3 anthropologischen Gehalten Zugang zu finden
und sich mit diesen Aspekten auseinanderzusetzen.
6 Durch die Verstandes- und erlebnismäßige
Auseinandersetzung mit Inhalten, Formen
und Gattungen der lateinischen Literatur
soll der Schüler
6.1.1 wesentliche Bereiche des geistigen und kulturellen
Lebens der Antike sowie
6.1.2 entscheidende Phasen der politisch-gesellschaftlichen
Entwicklung Roms und des
römischen Weltreichs und
6.1.3 das politische Leben und staatstheoretische
Denken der Römer in ihrer historischen
Eigenart sowie
6.1.4 Bedeutung und Fortwirken des römischen
Rechts kennenlernen.
6.2 Der Schüler soll auch die sprach- und kulturschöpferischen
Leistungen der Römer
6.2.1 in ihrer Eigenständigkeit wie
6.2.2 in der Auseinandersetzung mit der griechischen
Kultur erfassen.
6.3 Er soll ferner Kultur und staatliches Leben
der Römer
6.3.1 in ihrer Kontinuität und in ihrem Weiterwirken,
6.3.2 in ihrer grundlegenden Bedeutung für
Europa und unsere Zeit, besonders für
Österreich, sowie
6.3.3 in der Auseinandersetzung mit dem Christentum
verstehen und würdigen lernen.
6.4.1 Schließlich soll der Schüler mit Modellen
menschlichen Verhaltens, ebenso
6.4.2 mit Grundfragen und Deutungen menschlicher
Existenz in der Antike konfrontiert
werden und
6.4.3 sich mit deren zeitunabhängiger Bedeutung
im Zusammenhang mit der Sinnfindung des
eigenen Lebens auseinandersetzen.
7 Auf diese Weise soll der Schüler angeregt
und befähigt werden, sich auch im späteren
Leben mit dem Sprach- und Kulturgut der
Antike zu beschäftigen.
8 Die gesamte Unterrichtsarbeit des Gegenstandes
LATEIN soll den Schüler auch zu
folgenden fachübergreifenden
Zielen hinführen
8.1 Kennen und Anwenden verschiedener
Methoden der Texterschließung,
8.2 Verständnisbereitschaft und Kritikfähigkeit
gegenüber den Inhalten von Texten,
8.3 Einsicht in die Möglichkeiten der Wirkung
und Beeinflussung durch Mittel der Sprache
und Textgestaltung,
8.4 Fähigkeit, Fakten, Leistungen und Probleme
der Antike mit den Lerninhalten und Bildungszielen
anderer Unterrichtsfächer in
Verbindung zu setzen.
9 Im besonderen Maß soll der Unterricht im
Gegenstand LATEIN in Zusammenarbeit
mit anderen Fächern dazu beitragen,
9.1 die Erlebnisfähigkeit und Kreativität des
Schülers zu entwickeln und zu stärken,
9.2 sein Verständnis für geistige Zusammenhänge
und Entwicklungen zu wecken,
9.3 ihn zu einer auf Sachkenntnis beruhenden
eigenständigen und kritischen Einstellung
zu führen,
9.4 die Notwendigkeit einer gesprächsbereiten
und toleranten Haltung bewußt zu machen
und
9.5 im Schüler die Bereitschaft zur Verantwortung
gegenüber sich selbst sowie gegenüber
Gesellschaft und Staat zu fördern.
Im 1. und 2. Lateinlernjahr (3. und 4. Klasse)
müssen im allgemeinen folgende Voraussetzungen
erworben werden
ein auf die spätere Originallektüre ausgerichteter
Grundwortschatz;
Sicherheit im Erkennen und Anwenden der Formen
und ihrer Funktionen;
Sicherheit im Erfassen wichtiger syntaktischer
Erscheinungen;
Vertrautheit mit der Eigentümlichkeit des lateinischen
Satzbaus;
Beherrschung von bestimmten Übersetzungstechniken.
Alle diese Punkte sind nicht als isolierte Einzelerscheinungen,
sondern in. funktionalen Zusammenhängen
zu behandeln.
Schon im Anfangsunterricht hat allmählich der
Aufbau eines entsprechenden Sachwissens über die
römische und auch griechische Antike (Geschichte,
Kultur, Sagenwelt ua.) zu erfolgen.
In den ersten beiden Lernjahren ist auf die spätere
Interpretationsarbeit hinzuführen, wobei Verständnis
für Inhalt und Sinn zu wecken und das
Erfassen sprachlicher Strukturen in ihrem Zusammenhang
mit dem Inhalt vorzubereiten ist.
Beim Übersetzen einer zusammenhängenden
Stelle ist die Einsicht in die Bedeutung des Kontextes
zu schulen.
Vom Beginn des Lateinunterrichts an sind alle
Möglichkeiten zu nützen, Verbindungen zu den
lebenden Fremdsprachen herzustellen und auf
Fremd- und Lehnwörter lateinischen Ursprungs
hinzuweisen.
Lehrstoff
3. Klasse (5 Wochenstunden)
Sprachliche Teillernziele
1. Kenntnis der wichtigsten Grundtatsachen der
lateinischen Formen- und Satzlehre
Formenlehre
Alle Deklinationen der Substantiva.
Alle Deklinationen der Adjektiva.
Steigerung der Adjektiva.
Bildung und Steigerung der Adverbia.
Die wichtigsten Pronomina.
Cardinalia und Ordinalia bis 100.
Konjugation des Verbums (einschließlich esse
und Komposita, allenfalls ferre und ire mit Komposita),
ausgenommen: alle Konjunktive, Formen auf
-urus, Deponentia, velie, nolle, malle und fieri,
Gerundium, Gerundivum und Supinum.
Satzlehre
Die wichtigsten Funktionen der einzelnen Casus
und Tempora.
Die wichtigsten Präpositionen und Konjunktionen.
Einfache Hauptsätze im Indikativ.
Die häufigsten indikativischen Gliedsätze.
Einführung in die Partizipialkonstruktionen
Participium coniunctum.
Allenfalls einfache A.C.I.- und N.C.I.-Konstruktionen.
2. Aneignung und Festigung von Wörtern und
Redewendungen, die für den Beginn der Schriftstellerlektüre
notwendig sind (Grundwortschatz).
3. Einblick in die Regelmäßigkeit und Vielfalt
lateinischer Wortbildungen.
4. Einblick in das Weiterleben lateinischen
Sprachgutes durch einfache vergleichende Sprachbetrachtung.
5. Fähigkeit, einfache Einsetz- und Umformungsübungen
richtig auszuführen und deutsche
Sätze in die lateinische Sprache zu übertragen.
6. Beschäftigung mit sprachlichen Erscheinungen
im Sinne der kontrastiven Sprachbetrachtung: zB
Artikel, Tempus, Wortstellung.
7. Fähigkeit, lateinische Sätze und Texte aus dem
Lese- und Übungsstoff betonungsgerecht und sinngemäß
zu lesen sowie in klares und richtiges
Deutsch zu übertragen.
Inhaltliche Teillernziele
1. Eindrücke vom Alltagsleben der Römer.
2. Kennenlernen einiger mythologischer Erzählungen
der Antike.
3. Kennenlernen einiger Erzählungen aus der
Geschichte der Römer.
4. Kennenlernen einfacher lateinischer Sprichwörter.
Schriftliche Arbeiten
Schul- und Hausübungen.
Fünf Schularbeiten, davon zwei im ersten Semester.
Alle Schularbeiten sollen überwiegend Übersetzungen
aus dem Lateinischen ins Deutsche umfassen,
wobei ein zusammenhängender Text Einzelsätzen
vorzuziehen ist. Außerdem sind deutsch-
lateinische Sätze als Aufgabe zu stellen; ein Teil
dieser deutsch-lateinischen Sätze kann durch
Trefformen oder Einsetzübungen ersetzt werden.
Umfang der Schularbeiten: etwa 50 bis 80 lateinische
Wörter, je nach der durch das verwendete
Lehrbuch vorgegebenen Methode.
4. Klasse (5 Wochenstunden)
Sprachliche Teillernziele
1. Festigung und Vervollständigung der Kenntnisse
der Grundtatsachen der lateinischen Formen-
und Satzlehre.
Formenlehre
Ergänzung der Pronomina.
Ergänzung der Numeralia.
Verbum: alle Konjunktive, Formen auf -urus,
Deponentia, ferre, ire, velie, nolle, malle, fieri,
Gerundium, Gerundivum, Supinum.
Satzlehre
Weitere Funktionen der lateinischen Casus und
Tempora.
Ergänzung der Präpositionen und Konjunktionen.
Relativer Anschluß.
Weitere Gliedsätze im Indikativ.
Ergänzung der Infinitivkonstruktionen.
Konjunktive im Haupt- und Gliedsatz.
Consecutio temporum.
Erweiterung der Partizipialkonstruktionen
Ablativus absolutus.
Verwendung des Gerundiums, Gerundivums und
Supinums.
Verwendung der Formen auf -urus.
Indirekte Rede.
2. Festigung der Sicherheit im Erkennen lateinischer
Endungen und Formen.
3. Planmäßige Festigung und Vervollständigung
des Grundwortschatzes.
4. Verstehen gebräuchlicher lateinischer Fremdwörter
und Fachausdrücke.
5. Erweiterung der Kenntnisse für die kontrastive
Sprachbetrachtung.
6. Fähigkeit, Trefformen, Einsetz- und Umformungsübungen
auszuführen und, deutsche Sätze in
die lateinische Sprache zu übertragen.
7. Fähigkeit, lateinische Sätze und Texte aus
dem Lese- und Übungsstoff — es können auch einfache
originallateinische Prosatexte verwendet werden
— betonungsgerecht und sinngemäß zu lesen
sowie in klares und richtiges Deutsch zu übertragen.
Inhaltliche Teillernziele
1. Einblick in Geschichte und Kultur der Griechen
und Römer.
2. Einblick in den Themenkreis „Die Römer in
Österreich".
3. Kennenlernen lateinischer Sprichwörter, Sentenzen
und Zitate in Prosa und Versform.
Schriftliche Arbeiten
Schul- und Hausübungen.
Sechs Schularbeiten, je drei im Semester.
1. Semester: Alle Schularbeiten sollen überwiegend
Übersetzungen aus dem Lateinischen ins
Deutsche umfassen, wobei ein zusammenhängender
Text Einzelsätzen vorzuziehen ist. Außerdem
sind deutsch-lateinische Sätze oder Trefformen,
Einsetz- bzw. Umformungsübungen als Aufgabe zu
verlangen.
Im 2. Semester sind bei allen Schularbeiten ausschließlich
Übersetzungen aus dem Lateinischen als
Aufgabe zu stellen.
Umfang der Schularbeiten: etwa 70 bis 100 lateinische
Wörter, je nach der durch das verwendete
Lehrbuch vorgegebenen Methode.
Didaktische Grundsätze für die 3. und 4.Klasse
Im Anfangsunterricht ist der Lehrstoff so zu gliedern,
daß planmäßig die Sprachkenntnisse aufgebaut,
das Sprachverständnis entwickelt und
geschärft und die Einsicht in die Eigenart der lateinischen
Sprache gefördert wird. Dem Unterricht ist
ein Lese- und Übungsstoff zugrunde zu legen, der
unter Bedachtnahme auf die Altersadäquatheit
möglichst in zusammenhängenden Stücken Informationen
über Sage, Geschichte und Kultur der
Griechen und Römer bringt.
Einfache originallateinische Prosatexte können
gegen Ende des Anfangsunterrichts einbezogen
werden.
I. Planung und Vorbereitung
1. Jahresplanung
Der Lehrer hat bei der Jahresplanung die tatsächlich
zur Verfügung stehende Stundenzahl
zu berücksichtigen und dementsprechend die
Lerninhalte aufzuteilen.
Dabei ist darauf Bedacht zu nehmen, daß für
die Einübung und systematische Zusammenfassung
der Formen- und Satzlehre genügend
Zeit eingeplant wird.
2. Planung von Unterrichtseinheiten
Im Anschluß an die Jahresplanung hat der
Lehrer die Aufteilung der Lerninhalte in
Unterrichtseinheiten vorzunehmen. Dabei ist
auf eine sinnvolle zeitliche Abfolge dieser
Unterrichtssequenzen sowie auf die sinngemäße
Gestaltung der einzelnen Sequenz zu
achten, die sich über eine oder mehrere Stunden
erstrecken kann.
3. Vorbereitung auf die einzelne Stunde
Der Lehrer hat Überlegungen hinsichtlich folgender
Aspekte anzustellen
a) zeitlicher Ablauf der Stunde,
b) Anknüpfen an die letzte Stunde,
c) die Stunde als geschlossenes Ganzes,
d) Inhalt des Textes,
e) mögliche Schwierigkeiten der Lerninhalte,
f) angemessene Methoden für die Erarbeitung
der Lerninhalte,
g) Motivierung und Aktivierung der Schüler
(zB Fragestellung, Gruppenarbeit),
h) Bereitstellen von Übungsmaterial (zB
Übungssätze, Trefformen),
i) Bereitstellen von Arbeitsmitteln (zB Overheadfolien,
Übersichtstabellen),
j) Bereitstellen von Anschauungsmaterial,
k) Aufbau eines entsprechenden Sachwissens,
1) Sicherung des Unterrichtsertrages (zB
Wiederholung, Zusammenfassung, Gestaltung
und Umfang der Hausübung).
Um die entsprechende Planung für die nächste
Stunde treffen zu können, sind Überlegungen über
den Verlauf der vorangegangenen Unterrichtsstunde
(„Nachbereitung") notwendig.
II. Motivation
Zur Motivation des Schülers bieten sich ua. als
Möglichkeiten an
Anknüpfen an sprachlich Bekanntes sowie Wecken
der Wißbegierde des Schülers und seiner
Freude am Entdecken von Neuem (zB Lateinische
Vornamen, Fremdwörter, Lehnwörter, Hinweis auf
lebende Fremdsprachen).
Ausgehen von aktuellen Anlässen (zB Theateraufführungen,
Kirchenmusik, akademische Feiern,
Übertragungen in Hörfunk und Fernsehen).
III. Formen des Lehrens und Lernens
Lesen
Vorlesen und Lesen lateinischer Texte.
Allmähliche Hinführung zu betonungsgerechtem
Lesen unter Berücksichtigung der syntaktischen
Zusammenhänge.
Erwerbung und Sicherung des Wortschatzes
durch oftmaliges Lesen und Übersetzen,
durch schriftliches Festhalten neuvorkommender
Wörter in einem Vokabelheft oder in einer Wortkartei,
durch Auswendiglernen prägnanter Sätze,
durch Zusammenstellen von Elementen der
Wortbildung, von Wortfamilien, Begriffsfeldern
(Synonyma),
durch Beachtung der Bedeutungsvielfalt einzelner
Wörter,
durch Hinweis auf lebende Sprachen,
durch Anleitung zur Technik des Vokabellernens.
Grammatik
Anknüpfen an die Grammatikterminologie des
Deutschunterrichts.
Erarbeitung von grammatikalischen Einzelerscheinungen
und nachfolgende systematische
Zusammenfassung.
Erkennungs-, Zuordnungs-, Einsetz-, Differenzierungs-,
Mechanisierungsübungen (unter
Umständen Einsatz des Sprachlabors), Umwandlungsübungen.
Zur Sicherung des Lernertrages Übersetzungsübungen
vom Lateinischen ins Deutsche, gelegentlich
auch einfache Übersetzungsübungen vom
Deutschen ins Lateinische (Häufung von grammatikalischen
Schwierigkeiten in einem Satz ist zu
vermeiden!).
Hinweis auf Parallelen und Unterschiede in
anderen Sprachen.
Übersetzung
Bei der Übersetzung von lateinischen Texten
sind vor allem folgende Gesichtspunkte zu berücksichtigen
a) Eigenart und Aufbau des lateinischen Satzes
(Wortstellung, Wortgruppen) ;
b) Zeit, Zeitverhältnis und Aktionsart eines Verbums;
c) satzgliedernde und satzverbindende sprachliche
Mittel;
d) Anwendung verschiedener Übersetzungsmethoden
(zB Konstruktions-, Wortblockmethode);
e) das sinnvolle Ganze eines Satzes an sich und
seine Bedeutung im Kontext.
Förderung der Übersetzungsfähigkeit durch
gemeinsames Erarbeiten der Übersetzung im
Unterricht.
Schrittweises Hinführen zur Fähigkeit, selbständig
zu übersetzen.
Interpretation
Schon im Anfangsunterricht allmählicher Aufbau
eines Sachwissens (im Bereich der Mythologie, der
Geschichte, der Landes- und Kulturkunde) durch
Anknüpfen an Bekanntes und anhand der Texte.
Die Interpretationsarbeit wird sich im Anfangsunterricht
zunächst darauf beschränken, Verständnis
für Inhalt und Aussage der gelesenen Texte zu wecken.
Dazu eignen sich ua. Beantwortung von Fragen
zum Verständnis des Textes, Darlegung des
Sachverhaltes durch den Schüler.
Audio-visuelle Unterrichtsmittel
Audio-visuelle Hilfsmittel sollen vor allem eingesetzt
werden
zur Illustration des Textes,
zur Erweiterung des Sachwissens,
zur Verdeutlichung grammatikalischer Erscheinungen.
Schulveranstaltungen
Erweiterung und Verlebendigung der Kenntnisse
durch Schulveranstaltungen: zB Lehrausgänge
(etwa Lesen und Übersetzen lateinischer Inschriften
auf Denkmälern, Besuch von Ausstellungen,
Museen), Exkursionen zu Römerstätten, Schultheater.
Fachübergreifender Unterricht
Absprache mit den zuständigen Fachprofessoren
bei Durchnahme gleicher oder verwandter Lerninhalte
in verschiedenen Unterrichtsgegenständen auf
der gleichen Schulstufe.
IV. Häusliches Studium
Ständige Übungen zur Sicherung der Kenntnisse
aus der Formenlehre und Syntax.
Dauernde Festigung und Erweiterung der Vokabelkenntnisse,
zB Schreiben der Vokabel, Erkennen
von Wortstämmen, Auswendiglernen prägnanter
lateinischer Sätze.
Mündliche, fallweise schriftliche Wiederholung
des in der Schule erarbeiteten Textes.
Einsetz- und Treffübungen.
Schriftliche Übersetzungsübungen mit neuen
lateinisch-deutschen und deutsch-lateinischen Sätzen.
Jede Aufgabenstellung für das häusliche Studium
ist durch den Lehrer vorzubereiten. Dabei sind
sowohl die zeitliche Belastung des Schülers als auch
der Schwierigkeitsgrad der Aufgabe zu beachten.
V. Sozialformen des Unterrichts
Förderung der Selbsttätigkeit der Schüler durch
Partner- und Gruppenarbeit (zB gemeinsame
Arbeit an leichten kurzen Texten, Erstellen von
Zusammenstellungen, Wiederholungen).
Spielerisch aufgelockerte Formen der Darbietung
und der Wiederholung (zB Vokabelquiz,
Lesen mit verteilten Rollen, szenische Darstellung).
Förderung des Schülergesprächs.
Anregung zu Schülerfragen.
VI. Sicherung und Kontrolle des
Unterrichtsertrages
a) Sicherung des Lernertrages
Wiederholung des in der letzten Stunde erarbeiteten
Stoffes.
Ständiges Wiederholen von Formenlehre, Syntax
und Vokabeln.
Aktivieren der Schüler durch kurze mündliche
und schriftliche Übungen (auch Gruppenarbeit,
Vokabelquiz).
Hinführen des Schülers zu selbständiger Arbeit
(kleinere Arbeitsaufträge).
Anknüpfen an Bekanntes aus anderen Gegenständen.
Wiederholung und Zusammenfassung am Ende
der Stunde.
Zusammenfassung von Stoffeinheiten (zB Partizipialkonstruktionen,
Verwendung des Konjunktivs
im Hauptsatz, cum-Sätze).
Aufzeichnungen einiger wichtiger Sachinformationen
(biographischer, historischer, kultureller
Art).
b) Kontrolle der Lehrarbeit
Der Lehrer soll überprüfen,
ob Aufbau und Gestaltung der einzelnen Stunde
zielführend waren,
ob die Lernziele entsprechend berücksichtigt
wurden,
ob die Darbietung der Lerninhalte genügend
abwechslungsreich war,
ob nicht durch Häufung von Schwierigkeiten
eine Überforderung der Schüler eingetreten ist,
ob Ausmaß und Schwierigkeitsgrad der Hausübung
richtig waren,
ob die entsprechenden Hilfen im Unterricht bzw.
für die Hausübung gegeben worden sind,
ob möglichst viele Schüler motiviert und aktiviert
werden konnten.
c) Kontrolle der Lernarbeit
Die Kontrolle der Lernarbeit dient zur Information
des Lehrers und zur Selbstüberprüfung des
Schülers; sie bildet einen integrierenden Bestandteil
der ständigen Beobachtung der Mitarbeit der Schüler
im Unterricht
Wiederholung der in der letzten Stunde erarbeiteten
Lerninhalte,
Überprüfung der Hausübungen auf Vollständigkeit
und Richtigkeit,
Stellen von kleinen schriftlichen Kontrollfragen
zur Anwendung des Gelernten (zB Formen, Einsetzübungen,
Einzelsätze),
Kontrollfragen zur Überprüfung der Vokabel-
und Grammatikkenntnisse,
Kontrollfragen zur Überprüfung der Aufmerksamkeit
und Mitarbeit der Schüler,
Kontrolle der schriftlichen Aufzeichnungen der
Schüler."
8. In Anlage A, sechster Teil, wird beim Pflichtgegenstand
„Geschichte und Sozialkunde" dem
Unterabschnitt „Lehrstoff" angefügt
„3. Klasse (2 Wochenstunden)
Vom Beginn der Neuzeit bis zum Ende des
Ersten Weltkrieges.
Glaubenskonflikte und Machtpolitik
Lernziele
Erfassen der Aufbruchstimmung am Beginn der
Neuzeit
Erkennen von Ursachen reformatorischer Bestrebungen
Gewinnen von Einblicken in Zusammenhänge
zwischen religiösen Bewegungen, sozialen Konflikten
und Machtpolitik
Lerninhalte
Wirtschaftlicher Wandel und soziale Spannungen
— Bauernkriege, Niedergang des Rittertums
Religiöse Krisen im Spätmittelalter — Schisma,
Primat des Papstes und konziliare Bewegung
Reformation und katholische Erneuerungsbewegung
Machtpolitische Hintergründe der Glaubenskriege
— wirtschaftliche und soziale Folgen
Die Politik des Hauses Habsburg im Spannungsfeld
von Macht und Glauben
Absolutismus und Aufklärung
Lernziele
Erkennen von Wesensmerkmalen des Absolutismus
und des Parlamentarismus
Erkennen grundlegender Ideen der Auflärung
und ihres Weiterwirkens bis in die Gegenwart
Gewinnen von Einblicken in die politische und
kulturelle Entwicklung Österreichs
Lerninhalte
Politische Organisation, gesellschaftliche und
wirtschaftliche Verhältnisse im absolutistischen
Staat
Die Entwicklung des Parlamentarismus in England
Mensch und Gesellschaft in den Ideen der Aufklärung
Die vielfältigen Auswirkungen der Aufklärung
Gottesgnadentum — Volkssouveränität
Österreich: Großmachtpolitik und innerstaatliche
Entwicklung, Aufgeklärter Absolutismus,
Barockkultur
Revolutionen und Gegenbewegungen
Lernziele
Erkennen von Ursachen für Revolutionen und
Freiheitsbewegungen
Erkennen charakteristischer Entwicklungen im
Verlauf von revolutionären Veränderungen
Erfassen von Ursachen und Wirkungen restaurativer
Gegenbewegungen
Lerninhalte
Entstehung der USA — Erklärung der Menschenrechte
Die Französische Revolution und ihre Auswirkungen
Das napoleonische Hegemonialsystem und seine
Überwindung
Liberale und nationale Bewegungen
Wiener Kongreß — Vormärz — Revolution von
1848
Biedermeierkultur
Industrielle Revolution, Kapitalismus,
Sozialismus
Lernziele
Verstehen grundlegender Voraussetzungen für
wirtschaftliche Revolutionen
Gewinnen von Einblicken in den technischen,
wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungsprozeß
im Verlauf der ersten industriellen
Revolution
Erkennen der sich neu ergebenden gesellschaftlichen
Konflikte und der Versuche zu ihrer Bewältigung
Erkennen der Bedeutung und Problematik der
fortschreitenden Industrialisierung und Technisierung
für die Gegenwart
Lerninhalte
Erste industrielle Revolution: wissenschaftliche,
technologische, ökonomische und gesellschaftliche
Grundlagen
Wirtschaftsliberalismus — Kapitalistisches Wirtschaftssystem
Neue Produktionsweisen in Industrie und Landwirtschaft;
Lohnarbeit
Entwicklungen im Bereich von Verkehr, Handel
und Nachrichtenwesen
Bevölkerungswachstum; Veränderungen in
Gesellschaft, Arbeitswelt und Familie
Die soziale Frage und ihre Lösungsversuche
Sozialistische Ideen, christliche Soziallehre
Selbsthilfeorganisationen (gewerkschaftliche,
genossenschaftliche, parteipolitische Interessenverbände,
Unternehmerverbände) und staatliche
Sozialpolitik
Liberalismus und Nationalismus
Lernziele
Erkennen der Wirkungen des Nationalismus in
der europäischen Politik
Erfassen der Bedeutung des Liberalismus für den
Demokratisierungsprozeß
Gewinnen von Einblicken in die besondere
Situation der Donaumonarchie
Lerninhalte
Nationale Ideen — Bildung von Nationalstaaten
Das Rote Kreuz und Friedensbewegungen
Der Liberalismus als politische Kraft
Österreich: Nationalitätenfrage; Demokratisierungsbestrebungen
— Verfassung, Bildung gewerkschaftlicher
Organisationen und politischer Parteien,
Entwicklung des Wahlrechts; Lebensverhältnisse,
Arbeitsbedingungen und kulturelle Leistungen
um die Jahrhundertwende
Imperialismus — Erster Weltkrieg
Lernziele
Gewinnen von Einblicken in die Entwicklung des
europäischen Kolonialismus
Erkennen wirtschaftlicher und machtpolitischer
Interessen als Ursachen imperialistischer Expansion
Erkennen der Ursachen des Ersten Weltkrieges
Erkennen der Bedeutung des Ersten Weltkrieges
für Europa
Lerninhalte
Kolonialismus am Beginn der Neuzeit — merkantilistische
Kolonialpolitik
Ursachen und Formen imperialistischer Kolonialpolitik
Folgen der europäischen Herrschaft für die
Kolonialvölker
Die Europäisierung der Erde
Imperialistische Machtpolitik und nationale
Spannungen als Ursachen des Ersten Weltkrieges
Die Umgestaltung der europäischen Staatenwelt
als Folge des Ersten Weltkrieges
4. Klasse (2 Wochenstunden)
Von 1918 bis zur Gegenwart
Wirtschaftliche und politische Krisen
in der Zwischenkriegszeit
Lernziele
Gewinnen von Einblicken in die geänderten wirtschaftlichen,
gesellschaftlichen, kulturellen und
politischen Verhältnisse
Erkennen des Zusammenhanges zwischen den
geänderten Verhältnissen und den sich daraus ergebenden
Krisen
Erkennen von Kräften und Vorgängen, durch
welche demokratische Systeme gefährdet werden
können
Lerninhalte
Veränderungen in Gesellschaft und Arbeitswelt
Neue Ansätze in der Kunst
Errichtung von Demokratien — Gefahren für
das demokratische System
Inflation, Weltwirtschaftskrise — soziale, ökonomische
und politische Auswirkungen
Österreich von 1918 bis 1938
Lernziele
Erkennen der Probleme eines neu entstandenen
Staates
Gewinnen von Einblicken in den Aufbau einer
demokratischen Ordnung
Erkennen der Folgen ideologischer Polarisierung
und der Radikalisierung des politischen Lebens
Erkennen des Einflusses auswärtiger Mächte auf
die innerstaatliche Entwicklung
Lerninhalte
Gründung der Republik und Konsolidierung des
Staates
Grundzüge der Verfassung
Die politischen Lager
Wirtschaftliche Probleme und soziale Folgen
Krise der Demokratie
Das autoritäre System
Der Verlust der staatlichen Selbständigkeit
Diktatorische Systeme
Lernziele
Erkennen der Unterschiede zwischen demokratischen
und diktatorischen Systemen
Erfassen der Stellung des Menschen in einem
totalitären Staat
Erkennen verschiedener Möglichkeiten und Formen
der Manipulation und Indoktrination
Lerninhalte
Die russische Revolution; Grundlagen und Entwicklung
des Sowjetstaates
Faschismus
Der Nationalsozialismus — Beispiel einer totalitären
Herrschaft
Jugendbewegungen — Wirkung und Mißbrauch
Rassenideologie — Antisemitismus
Propaganda und Terror
Organisierter Massenmord
Unterdrückung und Widerstand, Leben im Exil
Der Zweite Weltkrieg
Lernziele
Erkennen von Entwicklungen, die zum Krieg
führen
Erfassen des Spannungsverhältnisses zwischen
Machtpolitik und dem Eintreten für den Frieden
Erfassen der Auswirkungen eines totalen Krieges
Erkennen der moralischen Verpflichtung für den
einzelnen, an der Lösung von Konflikten aktiv und
verantwortungsbewußt mitzuwirken.
Lerninhalte
Aufrüstung und Expansionspolitik Deutschlands,
Italiens und Japans
Wirtschaftspolitik, Jugenderziehung und Propaganda
im Dienste der Kriegsvorbereitung
Der Ausbruch des Krieges, seine Ausweitung
und Eskalation zum totalen Krieg
Die Schrecken des Krieges
Der organisierte Widerstand
Das Ende des Krieges
Versuche einer künftigen Friedensordnung —
die Vereinten Nationen
Österreich nach dem Zweiten Weltkrieg
bis 1955
Lernziele
Erkennen der Bemühungen zur Wiederherstellung
der Eigenstaatlichkeit Österreichs und zur
Gewinnung der vollen Souveränität
Erfassen der Bedeutung der Zusammenarbeit für
den Wiederaufbau und die politische Stabilität
Lerninhalte
Der österreichische Widerstand gegen das NS-
Regime; die Moskauer Deklaration
Die Neukonstituierung der politischen Parteien;
die Gründung des österreichischen Gewerkschaftsbundes;
die Kammern
Die Wiedererrichtung der österreichischen
Republik
Der Wiederaufbau — wirtschaftliche und politische
Probleme in der Besatzungszeit
Staatsvertrag und Neutralitätserklärung — die
Umfassende Landesverteidigung
Die Welt im Zeitalter des Ost-
West - Konfliktes
Lernziele
Gewinnen von Einblicken in die Entwicklung
zweier Machtblöcke nach dem Zweiten Weltkrieg
Erkennen der wesentlichen wirtschaftlichen,
gesellschaftlichen und politischen Unterschiede der
konkurrierenden Weltmächte
Erkennen der veränderten Stellung Europas
Lerninhalte
Zerfall der Siegerkoalition — Blockbildung
Unterschiedliche Systeme in den USA und der
UdSSR
Kalter Krieg — Koexistenz — Entspannung —
neue Konflikte
Europa: Verlust an, weltpolitischer Bedeutung;
Teilung und Integrationsversuche
Entkolonialisierung und Dritte
Welt
Lernziele
Gewinnen von Einblicken in die Veränderungen
der außereuropäischen Welt
Erwerben eines Verständnisses für die gegenwärtigen
Probleme der Entwicklungsländer
Entwickeln der Bereitschaft, an der Lösung von
Problemen der Dritten Welt mitzuwirken
Lerninhalte
Beispiele für Ursachen, Abläufe und Folgen der
Entkolonialisierung
Charakteristische wirtschaftliche, gesellschaftliche,
politische und kulturelle Unterschiede zwischen
Industrieländern und Ländern der Dritten
Welt
Krisenanfälligkeit der Entwicklungsländer —
weltpolitische Folgen
Formen der gegenseitigen Abhängigkeit von Entwicklungsländern
und Industrieländern
Der Nord-Süd-Konflikt — Lösungsversuche
Österreich von 1955 bis heute
Lernziele
Erkennen der Stellung des neutralen Österreich
in der Welt
Gewinnen von Einblicken in die verfassungsrechtliche
Ordnung und in den tatsächlichen
Ablauf politischer Entscheidungsprozesse
Entwickeln der Bereitschaft zur politischen Mitwirkung
und Mitverantwortung
Lerninhalte
Das Wirken Österreichs in übernationalen
Gemeinschaften — Möglichkeiten eines neutralen
Staates in der internationalen Politik
Politische Willensbildung
Die Rolle von politischen Parteien und von
Interessenvertretungen — Konflikt und Konsens in
der Innenpolitik
Die Sozialpartnerschaft
Staatsbürgerliche Verantwortung: Rechte,
Pflichten, Möglichkeiten
Die Bürger und ihre Gemeinde
Wirtschaftliche und gesellschaftliche
Probleme der Gegenwart
Dieser Themenbereich eignet sich besonders für
einen fächerübergreifenden und projektorientierten
Unterricht. Es wird zielführend sein, diese Lernziele
geeigneten historischen Sachverhalten im Verlauf
der 4. Klasse zuzuordnen. Damit ist eine stärkere
Integration von Geschichte, Sozialkunde und
Politischer Bildung zu erreichen.
Lernziele
Entwickeln der Bereitschaft, Problemen und
Herausforderungen der Zeit in verantwortungsbewußter
und humaner Weise zu begegnen
Gewinnen von Einblicken in die Arbeitswelt der
Industriegesellschaft
Erkennen der Auswirkungen der wirtschaftlichen
und gesellschaftlichen Veränderungen auf den einzelnen
und die Familie
Lerninhalte
Neue Formen politischer Mitbestimmung
Der einzelne und die Gemeinschaft: Konflikt
und Einordnung
Atomares Wettrüsten — Friedensbestrebungen
Gefährdung der Menschenrechte — Bestrebungen
zum Abbau von Gewalt
Flüchtlinge in aller Welt
Diskriminierung und Schutz von Minderheiten
Bildungsgesellschaft und Mobilität
Wechselwirkung zwischen Wirtschaftswachstum,
Erhaltung gesunder Lebensgrundlagen und sozialer
Sicherheit
Emanzipation und Veränderung von Rollenbildern
in Familie und Arbeitswelt
Freizeit: Selbstgestaltung — Fremdbestimmung
— Freizeitindustrie
Ausdrucksformen der Kunst
Jugend einst und heute
9. In Anlage A, sechster Teil, wird beim Pflichtgegenstand
„Geographie und Wirtschaftskunde"
dem Unterabschnitt „Lehrstoff" angefügt
„3. Klasse (2 Wochenstunden)
Vertiefende Kenntnisse und Einsichten über
Österreich unter Berücksichtigung des Raumes, der
Raumordnung, der Wirtschaft, der Arbeitswelt und
des Umweltschutzes. Darstellung in Einzelbildern
und Übersichten. Anbahnung von Bereitschaft und
Fähigkeiten, sich aktuellen politischen, gesellschaftlichen
und wirtschaftlichen Fragen der näheren
Umwelt zuzuwenden. Erweiterung der topographischen
Kenntnisse über Österreich und seine Bundesländer.
Österreichische Landschaften
Anhand von Karten und kartenähnlichen Darstellungen
sowie Luft- und Satellitenbildern die
Eigenart ausgewählter Landschaften erfassen.
Sich mit großmaßstäbigen Karten im Raum
zurechtfinden.
Orientierungsübungen.
Gliederung Österreichs nach Großlandschaften.
Wohnen in Österreich
Die Bevölkerungsverteilung und die Bevölkerungsentwicklung
begründen, sowie einige sich
daraus ergebende Auswirkungen erkennen.
Fähigkeit, die Wohnsituation im ländlichen und
städtischen Lebensraum vergleichend zu erfassen.
Die Notwendigkeit der Raumordnung begreifen.
Dicht und dünn besiedelte Räume, Zentralräume.
Das Dorf und seine Veränderung, Ortsbildschutz.
Die Stadt, Altstadterhaltung, Wohnungsbeschaffung.
Zersiedelung, Raumordnungsmaßnahmen
(Flächenwidmungsplan).
Unterwegs in Österreich
Erkennen, daß Räume unterschiedlich gut
erreichbar sind.
Eine Reise planen.
Verkehrsnetz und Verkehrsknoten.
Lokal-, Regional- und Transitverkehr.
Öffentlicher Verkehr und Individualverkehr
(Verkehrsträger).
Fahrpläne, Liniennetzpläne, Straßenkarten.
Arbeiten in Österreich
Erfassen, daß Landwirtschaft, Industrie und
Fremdenverkehr Räume unterschiedlich prägen.
Erkennen, daß Arbeits- und Berufswelt einem
ständigen Wandel unterliegen.
Räume, in denen Landwirtschaft, Industrie
bzw. Fremdenverkehr vorherrschen.
Berufsvielfalt, Berufsanforderungen, Ausbildungsmöglichkeiten.
Unterschiedliche Arbeitsbedingungen.
Der Jugendliche Und die Frau in der Arbeitswelt.
Arbeitsmarkt.
Die Verflechtung Österreichs mit
dem Ausland
Erkennen, daß Österreich als kleines Land auf
die wirtschaftlichen Beziehungen mit dem Ausland
angewiesen ist.
Einsicht gewinnen, daß wir alle unsere Fähigkeiten
nützen müssen, um bei der harten Konkurrenz
auf dem Weltmarkt bestehen zu können.
Beispiele zur Außenwirtschaft Österreichs
unter Beachtung der Wirtschaftsbündnisse
(EG, RGW,. . .).
Die volkswirtschaftliche Bedeutung des Fremdenverkehrs.
Leistungsbilanz.
Vom Geldausgeben und Geldanlegen
Erkennen der Notwendigkeit, im privaten Haushalt
Ausgaben den finanziellen Möglichkeiten
entsprechend zu planen.
Erfassen, welche Möglichkeiten, Freiheiten,
Rechte und Zwänge sich für den Verbraucher in
der Marktwirtschaft ergeben.
Einkommensbeschaffung und -verwendung.
Konsumentenverhalten, Konsumentenschutz,
Wirkung der Werbung.
Preisbildung (Markt, amtliche Preisregelung,
Verbraucherpreisindex).
Spar- und Kreditformen (Konto, Scheck, Kreditkarte).
Das Ergebnis des gemeinsamen
Wirtschaftens
Erkennen, daß Arbeitgeber und Arbeitnehmer
teils gleiche, teils unterschiedliche Interessen
haben; einsehen, daß ihre Zusammenarbeit für
die österreichische Volkswirtschaft erforderlich
ist.
Erfassen, wie das Sozialprodukt zustande
kommt.
An einfachen und aktuellen Beispielen zeigen,
wie die öffentliche Hand Raum und Wirtschaft
beeinflußt.
Eigentumsverhältnisse, Interessenvertretungen,
Sozialpartnerschaft.
Wertschöpfung, Bruttoinlandsprodukt.
Konjunkturverlauf.
Wirtschaftspolitische Aufgaben und Maßnahmen
(Budget).
Regionale Fallstudie als Projektarbeit
Erfassen räumlicher und wirtschaftlicher
Erscheinungen, Zusammenhänge und Probleme
an einem kleinräumigen Beispiel.
Informationen sammeln, ordnen, bearbeiten, darstellen
und bewerten.
Berücksichtigung zB von
naturräumlichen Gegebenheiten;
Arbeitsmarktsituation ;
Maßnahmen der Regionalpolitik;
örtlicher und überörtlicher Raumplanung;
Natur- und Umweltschutz.
4. Klasse (2 Wochenstunden)
Auseinandersetzung mit grundlegenden Gegenwartsfragen
Österreichs, Europas und der Erde
sowie mögliche Zukunftsperspektiven. Kenntnisse
über bedeutende Staaten und Machtgruppen unter
Berücksichtigung naturräumlicher Ausstattung
sowie der wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und
politischen Ordnungen. Darstellung in Einzelbildern
und vergleichenden Gegenüberstellungen.
Weiterentwicklung topographischer Kenntnisse.
Zusammenarbeit mit anderen Unterrichtsgegenständen
ist verstärkt anzustreben.
Unser Europa
Die geographische Vielfalt Europas anhand von
Bildern und Karten erkennen. Räumliche und
wirtschaftliche Informationen über ausgewählte
Regionen bzw. Staaten sammeln und auswerten.
Offenheit gegenüber europäischen Fragen als
Österreicher und Europäer gewinnen.
Landschaften.
Leben unter unterschiedlichen politischen,
gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Voraussetzungen.
Integrationsbestrebungen.
Wirtschaftlich und politisch einflußreiche
Staaten
Räumliche und wirtschaftliche Informationen
über ausgewählte außereuropäische Staaten sammeln
und auswerten.
Einblicke in unterschiedliche Gesellschaftssysteme
und ihre Auswirkungen auf den Raum, die
Wirtschaft und die Lebensweise der Bevölkerung
insbesondere am Beispiel der USA und der
UdSSR gewinnen.
Bevölkerungsstruktur.
Inwertsetzung des Raumes.
Wirtschaftspotential.
Wirtschaftsordnung.
Die „Dritte Welt"
Entwicklungsunterschiede von Staaten der Erde
wahrnehmen. Einige Erklärungsansätze für die
Ursachen unterschiedlicher Entwicklung vergleichen
und überprüfen.
Die Notwendigkeit und Problematik von Entwicklungshilfe
erkennen.
Bereitschaft anbahnen, Entwicklungshilfemaßnahmen
zu unterstützen.
Hohes Bevölkerungswachstum, unzureichende
Ernährung, geringer Bildungsstand, starke
soziale Unterschiede, geringe Wirtschaftskraft.
Frau und Kind in der „Dritten Welt".
Unterschiedliche Ziele und Maßnahmen von
Entwicklungshilfe und ihre Auswirkungen.
Nord-Süd-Konflikt.
Fragen der Weltwirtschaft
Die zunehmende Verflochtenheit der Weltwirtschaft
und Ungleichgewichte im Welthandel
erkennen.
Internationale Arbeitsteilung, Gastarbeiter.
Preisverhältnisse zwischen Rohstoffen und
Fertigwaren.
Währung, Wechselkurs, Inflation.
Bedeutung und Einfluß multinationaler Unternehmen.
Arbeitslosigkeit als weltweites Problem.
Neue Technologien und ihre Auswirkungen
auf die Arbeitswelt
Wechselbeziehungen zwischen der sozioökonomischen
und der technischen Entwicklung erfassen.
Bereitschaft anbahnen, sich mit dem Einfluß
neuer Technologien kritisch auseinanderzusetzen,
sich fortzubilden und damit berufliche
Mobilität zu gewinnen.
Innovation.
Veränderungen von Arbeitswelt, Güterproduktion,
Lebensweise (Arbeitszeit, Freizeit),
Gesellschaftsstrukturen.
Höhere Qualifikation.
Räumliche und berufliche Mobilität.
Die Erde ist einem stetigen Wandel
unterworfen
Erkennen, daß der in Raum und Wirtschaft
tätige Mensch unter dem Einfluß unterschiedlicher
Werthaltungen handelt.
Erfassen, daß dieses Handeln Raum und Wirtschaft
verändert, zukunftswirksam ist und oft
unerwünschte Folgen nach sich zieht.
Einsehen, daß der Mensch für seine Handlungen
in Raum und Wirtschaft Verantwortung trägt.
Aktuelle Fallstudie bzw. Projekt.
Betrachtung aus geographischer, historischer,
gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Sicht.
Grenzen der Raum-, Rohstoff- und Energienutzung
— Natur- und Umweltschutz."
10. In Anlage A, sechster Teil, werden beim
Pflichtgegenstand „Mathematik" die Unterabschnitte
„Lehrstoff" und „Didaktische Grundsätze"
wie folgt geändert
a) an die Stelle des zweiten Absatzes des Unterabschnittes
„Lehrstoff" treten folgende Absätze
„In manchen Fällen sind diese Tätigkeiten nicht
verpflichtend vorgesehen, was durch das Wort
„allenfalls" aufgezeigt wird; des öfteren haben sie
den Charakter eines Vorschlages, was durch
„etwa" oder „beispielsweise" gekennzeichnet ist.
Beispiele zur Erläuterung von Aktivitäten sind
durch „zB" gekennzeichnet. Im Unterricht können
selbstverständlich auch andere Typen von Beispielen
behandelt werden."
b) dem Unterabschnitt „Lehrstoff" wird angefügt
„3. Klasse (3 Wochenstunden am Gymnasium
und am Wirtschaftskundlichen Realgymnasium für
Mädchen; 4 Wochenstunden am Realgymnasium)
Positive rationale Zahlen, Taschenrechner
Für das Arbeiten in den meisten Stoffgebieten
der Mathematik ist es notwendig, daß die Schüler
Gewandtheit im Umgang mit positiven rationalen
Zahlen (natürliche Zahlen, Bruchzahlen in Dezimal-
und Bruchschreibweise) und Verständnis für
Beziehungen zwischen Zahlen besitzen. Diesbezügliche
Mängel sind durch Wiederholungen und
durch Übungen, vielfach im Rahmen von Anwendungen,
auszugleichen. Auch das Arbeiten mit dem
Taschenrechner, vor allem in Verbindung mit
Kopfrechnen und Abschätzen, kann die Gewandtheit
im Umgang mit Zahlen und das Verständnis
für Beziehungen zwischen Zahlen verstärken.
Dabei soll den Schülern auch bewußt werden, daß
bei einfachen Rechnungen die Verwendung des
Taschenrechners nicht immer zweckmäßig ist. Der
Einsatz des Taschenrechners entlastet bei umfangreicher
Rechenarbeit, sodaß eine Konzentration
auf wesentliche Überlegungen und Beziehungen
erleichtert wird. Eine Behandlung des Taschenrechners
als eigenes Thema wird nicht erforderlich
sein, sein Einsatz in verschiedenen Stoffgebieten ist
wünschenswert. Durch das Arbeiten mit dem
Taschenrechner sollen die Schüler außerdem
Erfahrungen im Umgang mit elektronischen
Rechengeräten gewinnen.
Arbeiten mit dem Taschenrechner in verschiedenen
Stoffgebieten
Bearbeiten von Rechenausdrücken unter Ausnützung
von Möglichkeiten des verwendeten Gerätes,
etwa Benützen von Funktionstasten, von
Speichern, Benützen von Bedienungsanleitungen.
Untersuchen der Auswirkung von Änderungen
einer Rechengröße auf das Rechenergebnis
(Fehlerauswirkungen, Rechengenauigkeit),
Angeben von Schranken; kritisches Betrachten
von Rechenergebnissen auf sinnvolle Genauigkeit.
Ganze und rationale Zahlen
Beim Arbeiten in der Menge der ganzen Zahlen
und der Menge der rationalen Zahlen sollen die
Schüler mit den Gesetzmäßigkeiten des Rechnens
in diesen Bereichen vertraut werden und Fertigkeiten
und Einsichten erwerben, die für die Algebra
von Bedeutung sind. Daher kann das Rechnen auf
einfache, leicht handhabbare Zahlen und Rechenausdrücke
beschränkt werden.
Darstellen, Deuten und Vergleichen von ganzen
und rationalen Zahlen
Beschreiben von Zuständen (etwa Temperatur,
Kontostand) und von Zustandsänderungen. Darstellen
durch Punkte und Pfeile auf der Zahlengeraden.
Erkennen und Beschreiben von Kleiner-Größer-
Beziehungen; Beschreiben von Zahlenmengen
durch Ungleichungen.
Rechnen mit ganzen und rationalen Zahlen
Veranschaulichen des Addierens und Subtrahierens,
insbesondere auf der Zahlengeraden. Deuten
des Subtrahierens als Umkehren des Addierens
und als Addieren des inversen Elements (der
Gegenzahl); Deuten des Dividierens als Umkehren
des Multiplizierens und bei rationalen Zahlen
als Multiplizieren mit dem inversen Element
(dem Kehrwert).
Die vier Grundrechenoperationen mit einfachen
Zahlen sicher durchführen.
Erkennen verschiedener Bedeutungen des
Minuszeichens (zB: 5 — 3; —3; — a, wobei — a
auch eine positive Zahl sein kann).
Zusammenfassendes Betrachten der behandelten
Zahlenmengen
Insbesondere Erkennen der Gültigkeit von
Rechengesetzen in verschiedenen Zahlenmengen;
Untersuchen der Ausführbarkeit von
Rechenoperationen.
Elementare Algebra
Die Schüler sollen auf verschiedene Weisen mit
Variablen arbeiten und dabei mit grundlegenden
mathematischen Arbeitsweisen vertraut werden.
Das Beschreiben von Sachverhalten mit Variablen,
insbesondere das Beschreiben von funktionalen
Beziehungen (also das Aufstellen von Formeln) und
das Arbeiten mit Formeln sollen — wegen ihrer
großen Bedeutung in der Mathematik und bei
deren Anwendungen — von den Schülern in steigendem
Maße beherrscht werden. Ebenso sind das
Umformen von Termen und das Lösen von Gleichungen
für viele mathematische Tätigkeiten unerläßlich;
anzustreben ist ein sicheres und verständnisvolles
Umgehen, das durch Rechenregeln
begründet werden kann. Dazu soll die Komplexität
entsprechender Aufgaben eingeschränkt werden;
diese Komplexität kann in der 4. Klasse etwas
erweitert werden.
Beschreiben von inner- und außermathematischen
Sachverhalten mit Variablen, Aufstellen von Formeln
Beschreiben von Rechenvorschriften, Problemlösungen,
Beziehungen, Gesetzmäßigkeiten mit
Variablen (zB: Beschreiben der Berechnung der
Umsatzsteuer; Aufstellen einer Formel, mit der
man die Masse eines Prismas berechnen kann;
Beschreiben, daß das Quadrat jeder natürlichen
Zahl um 1 größer ist als das Produkt der Nachbarzahlen).
Interpretieren von Formeln
In Formeln Zahlen einsetzen; gegebenenfalls
Veranschaulichen oder Deuten von Formeln in
Sachsituationen (zB Z = X.Y deuten als
Weg = Geschwindigkeit mal Zeit oder als Flächeninhalt
eines Rechtecks = Länge mal Breite).
Untersuchen von Auswirkungen der Änderung
einer Größe auf andere (zB: Wie ändert sich s in
s = v . t, wenn t verdreifacht wird und v konstant
bleibt? Wie ändert sich t, wenn v verdreifacht
wird und s konstant bleibt?).
Untersuchen und zusammenfassendes Betrachten
von direkten und indirekten Proportionalitäten
Lösen von Gleichungen mit einer Variablen
Lösen von linearen Gleichungen und von Gleichungen,
die sich durch einfache Umformungen
auf lineare Gleichungen zurückführen lassen;
Begründen von Umformungsschritten durch
Rechenregeln und durch Umformungsregeln für
Gleichungen (zB: A + B = C <=> B = C—Aoder
A = B<=> A+C = B + C).
Gelegentliches Durchführen von Proben.
Anwenden von Gleichungen in Sachsituationen;
Untersuchen, inwieweit mathematische Beschreibungen
den Sachsituationen entsprechen; kritisches
Betrachten der Ergebnisse.
Gegebenenfalls Deuten von Gleichungen (zB
Formulieren von passenden Texten).
Allenfalls Untersuchen von Lösungsfällen linearer
Gleichungen, Erkennen der Abhängigkeit
der Lösungsmenge von der Grundmenge.
Umformen von Formeln
Insbesondere Ausdrücken einer Variablen durch
die anderen in der Formel enthaltenen Variablen.
Begründen von Umformungsschritten durch
Rechenregeln und durch Umformungsregeln für
Gleichungen.
Substituieren in Formeln (zB: Oberflächeninhalt
eines Prismas: O = 2.G + M; spezialisiere diese
Formel für einen Quader mit den Kantenlängen
a, b, c).
Bearbeiten von Verzinsungsproblemen
Aufstellen von Formeln für einfache Zinsen und
für Zinseszinsen (zB: Ein Betrag k ergibt mit 5%
verzinst in 1 Jahr k + k . 0,05 = k . 1,05), in 2 Jahren
(k. 1,05). 1,05 = k. 1,052); Anwenden solcher
Formeln auf Spar- und Kreditprobleme.
Geometrie
Durch das Arbeiten mit ähnlichen Figuren und
das Berechnen von Flächen- und Rauminhalten soll
das geometrische Grundwissen der Schüler erweitert
werden. Ebenso soll die Fähigkeit im zeichnerischen
Darstellen von ebenen und räumlichen
Objekten — und zwar konstruktiv und skizzenhaft
— ausgebaut werden. Zeichnungen sollen auch
dazu dienen, Längen (vor allem im Hinblick auf
Berechnungen von Flächen- und Rauminhalten)
und Winkelmaße zu ermitteln. Der Ausbildung des
räumlichen Vorstellungsvermögens dienen Untersuchungen
und zeichnerische Darstellungen von
räumlichen Objekten, die durch ebene Flächen
begrenzt sind, sowie Berechnungen an geometrischen
Körpern. Beim Arbeiten mit Flächen- und
Rauminhalten stehen auch algebraische Aspekte im
Vordergrund, wie das Aufstellen und Umformen
von Formeln und das Untersuchen von funktionalen
Beziehungen (Auswirkungen von Längenänderungen
auf Flächen- und Rauminhalte). Sachsituationen
sollen — so wie bisher — sowohl Ausgangspunkt
für die Entwicklung geometrischer Begriffe
und Erkenntnisse als auch ein Feld zum Anwenden
der Geometrie sein.
Darstellen von Punkten und von einfachen geometrischen
Figuren in ebenen rechtwinkeligen Koordinatensystemen
Zeichnen insbesondere von Punkten, Strecken
und Vielecken, gegebenenfalls unter Wahl eines
geeigneten Maßstabes; Ablesen der Koordinaten
von Punkten; allenfalls Anwenden bei Vermessungsaufgaben
(zB ausgehend von einer durch zwei
Punkte gegebenen Strecke und von dazugehörigen
Winkeln die Koordinaten weiterer Punkte bestimmen).
Arbeiten mit Flächeninhalten von Vielecken
Herleiten einer Formel für den Flächeninhalt des
Dreiecks, Anwenden dieser Formel bei der
Berechnung von Vierecken, gegebenenfalls Messen
dazu notwendiger Längen; Darstellen solcher
Berechnungsmöglichkeiten mit Variablen
(Aufstellen von Formeln). Allenfalls Begründen
von Flächeninhaltsformeln durch Vergleichen
von Figuren unter Einbeziehung von Kongruenzbetrachtungen.
Allenfalls Berechnen von
Flächeninhalten von Vielecken mit mehr als vier
Eckpunkten und von Vielecken, deren Eckpunkte
in einem Koordinatensystem gegeben
sind.
Umformen von Formeln, Lösen von Umkehraufgaben.
Untersuchen der Auswirkungen von Längenänderungen
auf den Flächeninhalt (zB
Wie ändert sich A, wenn c verdoppelt
und h verdreifacht wird? Wie kann A verdoppelt
werden?).
Vergrößern und Verkleinern, Untersuchen ähnlicher
Figuren
Vergrößern und Verkleinern von Figuren.
Kennen von Maßbeziehungen zwischen ähnlichen
Figuren (Gleichheit von Winkelmaßen,
Beziehungen zwischen Streckenlängen sowie
Beziehungen zwischen Streckenlängen und Flächeninhalten).
Allenfalls Begründen von Eigenschaften
ähnlicher Figuren.
Erkennen von ähnlichen Figuren; Begründen
von Ähnlichkeiten. Beschreiben von Maßbeziehungen
in ähnlichen Figuren, insbesondere von
Proportionalitäten von Streckenlängen (Strahlensatz);
Anwenden für Berechnungen.
Teilen von Strecken.
Untersuchen und Darstellen von räumlichen, ebenflächig
begrenzten Objekten
Beschreiben von Eigenschaften räumlicher
Objekte, die unmittelbar betrachtet werden oder
durch ein Bild bzw. eine Zeichnung dargestellt
sind; allenfalls Aufzeigen von Ähnlichkeitsbeziehungen.
Zeichnerisches Darstellen (auch skizzenhaft) von
Gegenständen, welche die Gestalt von Prismen
oder Pyramiden haben oder aus solchen Körpern
aufgebaut werden können; insbesondere Zeichnen
von Schrägrissen solcher Gegenstände in
besonderen Lagen (möglichst viele Kanten oder
Flächen sollen parallel oder normal zur Zeichenebene
sein), Zeichnen von charakteristischen
Schnittfiguren. Einzeichnen von Neigungswinkeln
zwischen Kanten und ebenen Flächen,
sowie zwischen zwei ebenen Flächen; Ermitteln
der Größe von Neigungswinkeln aus geeigneten
Schnittfiguren.
Arbeiten mit Oberflächen- und Rauminhalten von
Prismen und Pyramiden
Berechnen von Oberflächen- und Rauminhalten
unter Verwendung bekannter Flächeninhaltsformeln
sowie der Volumsformeln für Prisma und
Pyramide (besondere Berücksichtigung von
Anwendungssituationen); gegebenenfalls Messen
der dazu notwendigen Längen in geeigneten
Zeichnungen.
Aufstellen von Formeln, Umformen von Formeln,
Lösen von Umkehraufgaben.
Allenfalls Untersuchen der Auswirkungen von
Längenänderungen auf Oberflächen- und Rauminhalt.
Statistik
Die Schüler sollen Sachsituationen anhand von
Datenmaterial, das von ihnen selbst gesammelt
wurde oder vorgegeben ist, mit Methoden der
beschreibenden Statistik untersuchen. Dabei können
außer den bereits bekannten auch neue Darstellungsformen
und statistische Kennzahlen, die
der jeweiligen Situation und dem Untersuchungszweck
angepaßt sind, eingeführt bzw. von den
Schülern selbst erarbeitet werden. Es ist nicht notwendig,
solche neuen Darstellungsformen und
Kennzahlen, von denen im folgenden einige beispielhaft
angeführt sind, als eigene Unterrichtsthemen
zu behandeln. Selbst die Verwendung der
unten angeführten Fachausdrücke ist entbehrlich.
Wichtig ist, daß die Schüler erfahren, daß je nach
Sachsituation und Untersuchungszweck unterschiedliche
statistische Beschreibungsformen vorteilhaft
oder sinnvoll sein können.
Untersuchen von Datenmengen, etwa zum Gewinnen
von Vermutungen oder zum Erkennen von
Besonderheiten mit verschiedenen Methoden
Beispielsweise durch Bestimmen des Mittelwertes,
des gewogenen Mittelwertes, des Modus, des
Medians, der Quartile, der Spannweite, der mittleren
Abweichung vom Mittelwert (Mittel der
Beträge der Differenzen), Darstellen der Häufigkeitsverteilungen,
gegebenenfalls unter Variation
von Klasseneinteilungen, durch Darstellen in
Stengel-Blatt-Diagrammen oder in Kastenschaubildern.
Bearbeiten von Sachthemen mit
mathematischen Methoden
Um Unterrichtsprinzipien, vor allem den Prinzipien
„Vorbereitung auf die Arbeits- und Berufswelt",
„Wirtschaftserziehung einschließlich Sparerziehung
und Konsumentenerziehung", „Politische
Bildung" und „Umwelterziehung", gerecht zu werden
und um zu zeigen, wie man mathematische
Methoden in verschiedenen Wirklichkeitsbereichen
einsetzen kann, sollen Probleme etwa aus den
Bereichen der Wirtschaft, der Lebenshaltung (Einkommen,
Konsum, Sparen), des Budgets, der
Gesundheit und Umwelt oder des Schulwesens
bearbeitet werden.
Dies kann entweder im Zusammenhang mit der
Behandlung einzelner mathematischer Stoffgebiete
oder bei der Behandlung vorgegebener Sachthemen
erfolgen. Dabei kann von Erfahrungen der Schüler
ausgegangen werden, oder es können Informationen
durch den Lehrer beigestellt bzw. von den
Schülern eingeholt werden. In diesem Zusammenhang
ist es notwendig, daß die Schüler lernen, sich
aus Texten, Tabellen oder graphischen Darstellungen
Informationen zu beschaffen.
Die Schüler sollen dabei erfahren, daß je nach
Zweck und Interessenlage Fragestellungen und
mathematische Methoden variiert werden können.
Bei der Bearbeitung derartiger Sachthemen sollen
möglichst viele, bereits erworbene mathematische
Fähigkeiten eingesetzt werden, wie zB
Abschätzen von Ergebnissen, Arbeiten mit unterschiedlichen
Darstellungsformen, Verwenden von
statistischen Methoden, kritisches Betrachten von
Voraussetzungen, Daten und Ergebnissen, Feststellen
des Gültigkeitsbereiches funktionaler Zusammenhänge.
Damit soll eine möglichst umfangreiche
Einsicht in die Zusammenhänge der behandelten
Sachgebiete gewonnen werden.
Im Unterricht sollen mehrere der folgenden Themen,
allenfalls auch andere, bearbeitet werden;
dabei sollen Aktualität und Querverbindungen zu
anderen Unterrichtsgegenständen beachtet werden.
Mindestens auf ein Thema soll umfassender in
Form eines Projekts — nach Möglichkeit fächerübergreifend —
eingegangen werden.
Behandeln von Themen, vorwiegend auf Österreich
bezogen
Beispiele für Themen
Österreichs arbeitende Bevölkerung (unselbständig
und selbständig Erwerbstätige), Österreichs
Handel (Export, Import), Landwirtschaft, Energieversorgung,
Fremdenverkehr, industrielle
Erzeugung;
Löhne, Gehälter; Lohn- und Gehaltsänderungen;
Preise, Preisentwicklung;
Verbrauchsausgaben einer Familie;
Bar- und Ratenkauf;
Taschengeld, Familienbudget, Budget von
Gemeinde, Land, Bund;
Konto, Sparen, Kredite, Zinsen (Zinseszinsen);
Deviseneinnahmen und -ausgaben, Devisenbilanz;
Ausgaben des Staates, der Länder, der Gemeinden
für Schulen, Gesundheit, Sport, Freizeit;
Schülerzahlen;
Umweltschutz.
Schriftliche Arbeiten
Schul- und Hausübungen.
Sechs Schularbeiten, je drei im Semester, im
Realgymnasium; fünf Schularbeiten, mindestens
zwei im Semester, im Gymnasium und im Wirtschaftskundlichen
Realgymnasium für Mädchen.
4. Klasse (3 Wochenstunden am Gymnasium
und am Wirtschaftskundlichen Realgymnasium für
Mädchen; 4 Wochenstunden am Realgymnasium)
Reelle Zahlen, Wurzeln
Die Schüler sollen an Beispielen die Zweckmäßigkeit
der Einführung der reellen Zahlen erkennen
und Erfahrungen mit näherungsweisen Berechnungen
gewinnen.
Kennen und Darstellen reeller Zahlen, Arbeiten mit
Näherungswerten
Bearbeiten von Problemen, die in der Menge der
rationalen Zahlen nicht lösbar sind (zB Lösen
der Gleichung x2 = 2, Berechnen des Umfanges
oder Flächeninhaltes eines Kreises mit dem
Radius 1); Berechnen von Näherungswerten
(Schranken) für Lösungen solcher Probleme,
Abschätzen der Genauigkeit; Erkennen, daß solche
Probleme durch Einführung der reellen Zahlen
lösbar werden.
Kennen der Dezimaldarstellung reeller Zahlen.
Kennen der Zuordnung zwischen den reellen
Zahlen und den Punkten einer Zahlengeraden;
Einzeichnen einiger reeller Zahlen auf der Zahlengeraden.
Kennen von Nachteilen des Rechnens mit
Näherungswerten
Arbeiten mit Wurzeln
Definieren des Begriffes der Quadratwurzel,
allenfalls auch der 3. Wurzel.
Schätzen von Wurzeln, Bestimmen von Quadratwurzeln
(Näherungswerten) mit dem Taschenrechner.
Allenfalls Kennen und Anwenden der Regeln
Elementare Algebra
Die Schüler, die durch das Untersuchen funktionaler
Beziehungen, etwa direkter und indirekter
Proportionalitäten, und das Arbeiten mit Formeln
bereits verschiedene Aspekte des Funktionsbegriffes
kennengelernt haben — ohne daß dieser Begriff
definiert wurde —, sollen nun weitere Erfahrungen
im Umgang mit diesem Begriff gewinnen. Dazu
sollen sie mit einzelnen reellen Funktionen (also
mit eindeutigen Zuordnungen von reellen Zahlen
zu reellen Zahlen) in verschiedenen Darstellungsformen,
nämlich in graphischer Darstellung, in
Tabellendarstellung und in Termdarstellung, exemplarisch
arbeiten.
Die Schüler sollen ferner das Umformen von
Termen und Formeln sowie das Lösen von Gleichungen
unter Verwendung bereits bekannter
Rechenregeln festigen; sie sollen bei vorgegebenen
Termen verschiedenartige Strukturen im Hinblick
auf mögliche und zielführende Umformungen
erkennen. Die Komplexität der entsprechenden
Aufgabenstellungen sollte gegenüber der 3. Klasse
nicht allzu sehr gesteigert werden. Durch das
Arbeiten mit linearen Gleichungen mit zwei Variablen
sollen erste Erfahrungen mit einer neuen Problemlösetechnik
gewonnen werden.
Arbeiten mit Formeln
Aufstellen von Formeln (Beschreiben von
Rechenvorschriften, Beziehungen, Gesetzmäßigkeiten)
in verschiedenen Bereichen der Mathematik
und in Anwendungssituationen; gegebenenfalls
Veranschaulichen von Formeln, Deuten
in Sachsituationen.
Einsetzen von Zahlen in Formeln, Berechnen
einer Größe aus einer Formel, wenn die anderen
Größen gegeben sind. Umformen von Formeln;
Begründen von Umformungsschritten durch
Rechenregeln und durch Umformungsregeln für
Gleichungen.
Untersuchen von Auswirkungen der Änderung
einer Größe auf die anderen, Erkennen von Proportionalitäten
(zB: Wie ändert sich F in der Formel
,
wenn r vergrößert wird, wenn r verdreifacht
wird, wenn v verdoppelt wird; wie
ändert sich F, wenn r um 1 vergrößert wird, etwa
für r=1 oder r=1000). Substituieren in Formeln
Arbeiten mit graphischen Darstellungen von funktionalen
Zusammenhängen in Anwendungssituationen
Untersuchen von graphischen Darstellungen (zB
Temperaturkurve, Zeit-Weg-Diagramm, graphische
Darstellung des Preisindex zu verschiedenen
Zeitpunkten), insbesondere Ablesen von
Werten, Beschreiben von Änderungen; Erkennen
von Abweichungen von der Realität (zB: Den
Verbindungsstrecken der Meßpunkte einer Fieberkurve
entsprechen keine gemessenen Temperaturen);
Erkennen von unterschiedlichen Interpretationsmöglichkeiten
(zB: Welche Ursachen
kann eine Ausgabensteigerung haben?).
Graphisches Darstellen von funktionalen Zusammenhängen,
die durch (vorgegebene oder selbst
erarbeitete) Tabellen oder durch Formeln gegeben
sein können; Wählen geeigneter Maßstäbe
auf den Achsen; Wählen geeigneter Abschnitte
(Intervalle) auf den Achsen.
Arbeiten mit verschiedenen Darstellungsformen
einfacher reeller Funktionen
Zu vorgegebenen Funktionstermen
Tabellen
bestimmen und Graphen unter Wahl geeigneter
Maßstäbe zeichnen.
Aus graphischen Darstellungen Werte ablesen
(Tabellen aufstellen), Änderungen beschreiben.
Zu Funktionen, die durch Terme, Tabellen oder
graphische Darstellungen gegeben sind, Beispiele
in Anwendungssituationen angeben. Allenfalls
begründen, warum eine lineare Funktion [zB
f(x) = 2x— 1] durch eine Gerade dargestellt werden
kann.
Arbeiten mit Termen
Umformen von Termen, auch von Bruchtermen,
unter Anwenden unterschiedlicher Rechenregeln,
im allgemeinen eingeschränkt auf wenige
Umformungsschritte.
Analysieren von Termstrukturen, um die
Anwendbarkeit von Rechenregeln zu erkennen
Darstellen solcher Strukturen
Begründen von Umformungen durch Rechenregeln.
Gelegentliches Überprüfen der. Umformungen
durch Einsetzen von einfachen Zahlen.
Allenfalls Untersuchen, welche Zahlen man in
einem Term sinnvoll einsetzen kann.
Lösen von Gleichungen mit einer Variablen
Lösen von Gleichungen, die durch einfache
Umformungen auf lineare Gleichungen zurückgeführt
werden können.
Begründen von, Umformungsschritten durch
Rechenregeln und durch Umformungsregeln für
Gleichungen. Erkennen, daß bei Gleichungsumformungen
die Lösungsmenge verändert werden
kann [zB: Multiplizieren einer Gleichung mit
(x — 3) kann dazu führen, daß auch die Zahl 3
eine Lösung wird].
Gelegentliches Durchführen von Proben.
Anwenden in Sachsituationen; Untersuchen,
inwieweit mathematische Beschreibungen den
Sachsituationen entsprechen, kritisches Betrachten
der Ergebnisse.
Allenfalls Lösen von einfachen Ungleichungen,
vergleichendes Betrachten von Gleichungen und
Ungleichungen, insbesondere Gegenüberstellen
von Umformungsregeln.
Lösen von Systemen von zwei linearen Gleichungen
mit zwei Variablen
Rechnerisches Lösen von Gleichungssystemen.
Allenfalls graphisches Lösen solcher Systeme.
Allenfalls Beschreiben einzelner Probleme durch
Gleichungssysteme und Lösen solcher Probleme.
Geometrie
Das grundlegende geometrische Wissen der
Schüler soll durch die Behandlung des pythagoräischen
Lehrsatzes, durch Berechnungen an Kreisen
und durch Arbeiten mit Drehzylindern, Drehkegeln
und Kugeln erweitert werden. Dabei sollen
auch das räumliche Vorstellungsvermögen verstärkt
und die Fähigkeit im Anwenden algebraischer
Methoden gefestigt und erweitert werden.
Darüber hinaus sollen die Schüler Erfahrungen zur
Problematik der irrationalen Zahlen gewinnen und
erkennen, daß bei Kreisen für die Bestimmung von
Bogenlängen und Flächeninhalten die bisher
bekannten Meßmethoden nicht ausreichen.
Im Geometrieunterricht sollen die Schüler ihre
Fähigkeit im Problemlösen und im Argumentieren
erweitern, wozu gezielte Aufgabenstellungen in
Verbindung mit einer Wiederholung der wichtigsten
grundlegenden Kenntnisse und gegebenenfalls
mit einer Erweiterung dieser Kenntnisse dienen sollen.
Arbeiten mit dem pythagoräischen Lehrsatz
Kennen eines Beweises des pythagoräischen
Lehrsatzes.
Formulieren des pythagoräischen Lehrsatzes für
vorgegebene rechtwinklige Dreiecke in unterschiedlichen
Lagen und unter Verwendung verschiedener
Bezeichnungen.
Anwenden des Satzes für Berechnungen in ebenen
Figuren und in Körpern (bei Pyramiden im
allgemeinen eingeschränkt auf solche mit quadratischer
Grundfläche); Darstellen solcher
Berechnungsmöglichkeiten mit Variablen (Aufstellen
von Formeln); Kennen der Anwendung
des pythagoräischen Lehrsatzes beim Bestimmen
von rechten Winkeln.
Arbeiten mit Umfängen und Flächeninhalten von
Kreisen und Kreisteilen
Näherungsweises Bestimmen des Umfanges und
des Inhaltes von Kreisen, insbesondere Ermitteln
von Schranken; näherungsweises Bestimmen von
π Wissen, daß π eine irrationale Zahl ist.
Erkennen, daß der Umfang eines Kreises zum
Radius und der Flächeninhalt zum Quadrat des
Radius direkt proportional ist (etwa aus den entsprechenden
Proportionalitäten bei Näherungsvielecken
oder aus Formeln).
Anwenden von Formeln für Umfang und Inhalt
des Kreises.
Aufstellen und Anwenden von Formeln für
Kreisteile.
Umformen von Formeln (Umkehraufgaben).
Untersuchen von Drehzylindern, Drehkegeln und
Kugeln; Berechnen von Oberflächen- und Rauminhalten
Beschreiben von Eigenschaften von Körpern, die
unmittelbar betrachtet werden oder durch ein
Bild bzw. eine Zeichnung dargestellt sind; fallweise
Anfertigen von Handskizzen.
Zeichnen charakteristischer Schnittfiguren.
Erkennen von Winkeln, die geographische Längen
und Breiten festlegen.
Untersuchen der Schnitte von Ebenen mit Drehzylindern
und Drehkegeln; allenfalls Konstruieren
von Kegelschnittlinien einer bestimmten Art
(zB von Ellipsen auf Grund der Brennpunktdefinition).
Berechnungen von Drehzylindern, Drehkegeln
und Kugeln; Anwenden von Formeln zur
Berechnung von Oberflächen- und Rauminhalten;
Umformen von Formeln.
Lösen von Problemen und Begründen von geometrischen
Aussagen im Zusammenhang mit einer
Wiederholung, Vertiefung und Erweiterung geometrischer
Kenntnisse
Erkennen von Maß- und Lagebeziehungen in
vorgegebenen Figuren (zB Erkennen kongruenter
oder ähnlicher Dreiecke, auch unter Einbeziehen
von Vorstellungen des Spiegeins, des
Schiebens, des Drehens und Streckens).
Begründen von Maß- und Lagebeziehungen (zB
Die Seitensymmetralen eines Dreiecks schneiden
einander in einem Punkt; Satz von Thales, Satz
vom Peripheriewinkel).
Allenfalls Lösen von Konstruktionsaufgaben
auch unter Verwendung von Ortslinien, Begründen
von Lösungswegen, Untersuchen von
Lösungsfällen.
Berechnen von Winkelgrößen, Längen und Flächeninhalten,
wobei zusätzliche geometrische
Überlegungen erforderlich sind (zB: Berechnen
der Winkel eines regelmäßigen n-Ecks; Berechnen
des Flächeninhaltes eines Quadrates, das
einem Rhombus eingeschrieben ist).
Statistik
Die Schüler sollen Sachsituationen anhand von
Datenmaterial, das von ihnen selbst gesammelt
wurde oder vorgegeben ist, mit Methoden der
beschreibenden Statistik untersuchen. Dabei können
außer den bereits bekannten auch neue Darstellungsformen
und statistische Kennzahlen, die
der jeweiligen Situation und dem Untersuchungszweck
angepaßt sind, eingeführt bzw. von den
Schülern selbst erarbeitet werden. Es ist nicht notwendig,
solche neue Darstellungsformen und
Kennzahlen, von denen im folgenden einige beispielhaft
angeführt sind, als eigene Unterrichtsthemen
zu behandeln. Selbst die Verwendung der
unten angeführten Fachausdrücke ist entbehrlich.
Wichtig ist, daß die Schüler erfahren, daß je nach
Sachsituation und Untersuchungszweck unterschiedliche
statistische Beschreibungsformen vorteilhaft
oder sinnvoll sein können.
Untersuchen von Datenmengen etwa zum Gewinnen
von Vermutungen oder zum Erkennen von
Besonderheiten mit verschiedenen Methoden
Beispielsweise durch Bestimmen von Mittelwerten,
des gewogenen Mittelwerts, des Modus, des
Medians, der Quartile, der Spannweite, der mittleren
Abweichung vom Mittelwert (Mittel der
Beträge der Differenzen), durch Darstellen von
Häufigkeitsverteilungen, gegebenenfalls unter
Variation von Klasseneinteilungen, durch Darstellen
in Stengel-Blatt-Diagrammen oder in
Kastenschaubildern.
Untersuchen der Abhängigkeit zweier Merkmale
Beispielsweise mit Hilfe von Kontingenztafeln
oder mit Hilfe der Darstellung von Paaren von
Merkmalwerten in einem Koordinatensystem.
Bearbeiten von Sachthemen mit
mathematischen Methoden
Um Unterrichtsprinzipien, vor allem den Prinzipien
„Vorbereitung auf die Arbeits- und Berufswelt",
„Wirtschaftserziehung einschließlich Sparerziehung
und Konsumentenerziehung", „Politische
Bildung" und „Umwelterziehung", gerecht zu werden
und um zu zeigen, wie man mathematische
Methoden in verschiedenen Wirklichkeitsbereichen
einsetzen kann, sollen Probleme etwa aus den
Bereichen der Wirtschaft, der Lebenshaltung (Einkommen,
Konsum, Sparen), des Sozialwesens, des
Versicherungswesens, des Budgets oder des
Umweltschutzes bearbeitet werden.
Dies kann entweder im Zusammenhang mit der
Behandlung einzelner mathematischer Stoffgebiete
oder bei der Behandlung vorgegebener Sachthemen
erfolgen. Dabei kann von Erfahrungen der Schüler
ausgegangen werden. In diesem Zusammenhang ist
es notwendig, daß die Schüler lernen, sich aus Texten,
aus Tabellen oder graphischen Darstellungen
Informationen zu beschaffen. Die Schüler sollen
erfahren, daß je nach Zweck und Interessenlage
Fragestellungen und mathematische Methoden
variiert werden können. Bei der Bearbeitung derartiger
Sachthemen sollen möglichst viele, bereits
erworbene mathematische Fähigkeiten eingesetzt
werden. Es soll eine möglichst umfangreiche Einsicht
in die Zusammenhänge der behandelten Sachgebiete
gewonnen werden.
Im-Unterricht sollen mehrere der folgenden Themen,
allenfalls auch andere, bearbeitet werden.
Dabei sollen Aktualität und Querverbindungen
zu anderen Unterrichtsgegenständen beachtet
werden. Mindestens auf ein Thema soll umfassender
in Form eines Projekts — nach Möglichkeit
fächerübergreifend — eingegangen werden.
Behandeln von Themen, bezogen auf Österreich
und andere Länder
Beispiele für Themen
Beschäftigte in den Wirtschaftssektoren Urproduktion,
Industrie und Gewerbe, Dienstleistungen;
Arbeitnehmer, Arbeitgeber, Interessensvertretungen,
Gastarbeiter, Arbeitslosigkeit;
Handel und Fremdenverkehr;
einfache Kalkulation, Umsatzsteuer, Preisgestaltung;
Einkommen, insbesondere Löhne, Lohnarten;
Preisindex;
Sozialabgaben, Steuern;
Lohnnebenkosten ;
Pflichtversicherungen, freiwillige Versicherungen;
Spar- und Kreditwesen, Tilgungspläne;
Sozialstatistiken;
Verteilung von Staatsausgaben etwa für den
Sozialbereich, für Bildung, Umwelt und Rüstung;
Umweltschutz — ein internationales Problem;
Abfallbeseitigung, Abfallverwertung.
Schriftliche Arbeiten
Schul- und Hausübungen.
Sechs Schularbeiten, je drei im Semester, im
Realgymnasium; fünf Schularbeiten, mindestens
zwei im Semester, im Gymnasium und im Wirtschaftskundlichen
Realgymnasium für Mädchen."
c) lautet der Unterabschnitt „Didaktische
Grundsätze" ab der Zwischenüberschrift „Hinweise
zur Behandlung einzelner Themen"
„Hinweise zur Behandlung einzelner
Themen
Umgang mit Zahlen
In allen Schulstufen soll das Kopfrechnen regelmäßig
geübt werden, sodaß die Schüler einfache
Rechnungen im Kopf rascher als mit dem Taschenrechner
ausführen können und auf diesen dabei
verzichten. Ebenso ist das Abschätzen von Rechenergebnissen
sowohl vor als auch bei der Verwendung
des Taschenrechners ständig zu schulen. Der
Taschenrechner selbst bietet die Möglichkeit, Zahlenangaben
(etwa beim Einsetzen in Formeln) zu
variieren und so das Gefühl für Zahlenbeziehungen
weiterzuentwickeln und Probleme der Rechengenauigkeit
und Fehlerauswirkungen zu behandeln.
Er ermöglicht ferner die Bearbeitung von Problemen
mit größerem Rechenaufwand (etwa Aufarbeiten
umfangreicherer statistischer Daten, näherungsweises
Berechnen von irrationalen Zahlen).
Die zweifache Darstellung der Bruchzahlen in
Bruchschreibweise und in endlicher Dezimalschreibweise
— letztere kann vielfach nur eine
näherungsweise sein — hat unterschiedliche Bedeutung
für das Rechnen: Das Rechnen mit Dezimalzahlen
ist für Anwendungen wichtig, das Rechnen
mit Brüchen hat Bedeutung im Hinblick auf die
Algebra und sollte deshalb auf einfache Zahlen
beschränkt bleiben. Bruchzahlen, vor allem in
Bruchschreibweise, können vielfältig zur Beschreibung
von Beziehungen (etwa Größenverhältnissen)
verwendet werden. Die Deutung von Bruchzahlen
als relativer Anteil und ihre Darstellung in Prozentschreibweise
ermöglichen eine einfache Behandlung
der Prozentrechnung. (Beispielsweise: 3 m
sind 3/40 von 40 m, also 7,5%, weil 3/40 = 0,075 = 7,5%
ist; 5% von a ist 5/100 von a, also 5/100 ∙ a = 0,05 ∙ a.)
Beim Rechnen mit Dezimalzahlen sollte das
Bestimmen des Stellenwertes von Rechenergebnissen
auch durch Abschätzen erfolgen.
Da beim Arbeiten mit ganzen und rationalen
Zahlen, insbesondere mit negativen Zahlen, die
Schüler vor allem Fertigkeiten und Einsichten
erwerben sollen, die für die Algebra von Bedeutung
sind, sollte bei diesem Thema der Schwerpunkt auf
innermathematische Beziehungen (Gesetzmäßigkeiten)
gelegt werden. Deutungen der Rechenoperationen
in außermathematischen Bereichen können
wegen der dabei auftretenden Schwierigkeiten
weitgehend entfallen. (Beispielsweise kann die Subtraktion
von negativen Zahlen als Umkehrung der
Addition erklärt werden: ( + 5) —( — 3) = x ist jene
Zahl, für die ( —3) + x = ( + 5) gilt; eine außermathematische
Deutung kann unterbleiben.)
Auch die Behandlung der reellen Zahlen kann
auf einige innermathematische Gesichtspunkte eingeschränkt
werden: Durch die Einführung der reellen
Zahlen ist es möglich, unendlichen Näherungsprozessen,
wie sie bei Berechnungen von Wurzeln
oder bei Kreisberechnungen auftreten, Zahlen als
Ergebnisse zuzuordnen, die man zwar durch rationale
Zahlen nur näherungsweise beschreiben kann,
mit denen man aber nach den gleichen Regeln wie
für rationale Zahlen rechnen kann.
Umgang mit Variablen
Durch vielseitige Verwendung von Buchstaben
zum Beschreiben von Sachverhalten sollen die
Schüler erfahren, daß Variable ein Mittel sind, um
Beziehungen zwischen Größen, Rechenstrukturen,
Rechenregeln ua. übersichtlich darzustellen und
mathematische Zusammenhänge deutlich zu
machen. Solche Beschreibungen, insbesondere das
Aufstellen von Formeln, sollen in allen Schulstufen
von den Schülern durchgeführt werden. Umgekehrt
sollen auch Aufgaben gestellt werden, solche
Darstellungen (Formeln) zu interpretieren, etwa
durch Einsetzen von Zahlen, durch geometrisches
Veranschaulichen oder durch Deuten in Sachsituationen,
sodaß die Schüler mit Variablen Vorstellungen
verbinden.
Das Arbeiten mit solchen Darstellungen, insbesondere
das Umformen von Formeln und das
Lösen von Gleichungen, soll in erster Linie ein
Hilfsmittel sein, um Probleme der Mathematik und
Probleme in Sachsituationen zu lösen. Dazu ist
notwendig, daß die Schüler Sicherheit im Umformen
von einfachen Termen und Formeln bzw.
Gleichungen erlangen. Solche Umformungen können
in besonders einfachen Fällen im Zusammenhang
mit Deutungen erfolgen. (Beispielsweise ist
,
weil die Hälfte einer Zahl a in der Zahl
selbst zweimal enthalten ist; dies kann auch geometrisch
veranschaulicht werden.) Doch sind
Umformungen auch ohne Deutung regelhaft
durchzuführen. Um ein fehlerfreies Arbeiten anzustreben,
sollen die Schüler die den Umformungen
zugrunde liegenden Regeln angeben können.
Der Übergang zur Umformung von komplexeren
Termen und Formeln bzw. Gleichungen ist sehr
behutsam (in Phasen) vorzunehmen. Dabei ist zu
überlegen, welches Maß an Komplexität noch sinnvoll
ist. Zum Arbeiten mit komplexeren Ausdrücken
ist notwendig, daß die Schüler das Erkennen
von Termstrukturen üben, um die jeweils richtigen
Rechen- bzw. Umformungsregeln anwenden zu
können. (Hat man beispielsweise erkannt, daß der
Ausdruck y . (x + l) + 2 . (x + 1) von der Struktur
A . C + B . C ist, dann kann man durch Anwenden
des Rechengesetzes A.C + B.C = (A + B).C diesen
Ausdruck auf die Form (y + 2) . (x+1) bringen.)
Funktionen
Die Schüler sollen ab der 1. Klasse in zunehmendem
Maße mit verschiedenen Aspekten des Funktionsbegriffes
vertraut werden. Dazu dienen verschiedene
beim Lehrstoff angeführte Tätigkeiten
das Untersuchen von funktionalen Beziehungen,
zB von direkten und indirekten Proportionalitäten;
das Bearbeiten entsprechender Probleme in außermathematischen
Sachsituationen oder in der Geometrie;
das Darstellen solcher Beziehungen in
Tabellen oder in verschiedenen graphischen Formen;
das Beschreiben solcher Beziehungen mit
Variablen, insbesondere das Aufstellen von Formeln;
das Untersuchen von Auswirkungen der
Änderung einer Rechengröße auf ein Rechenergebnis;
das Untersuchen von Abhängigkeiten von
Variablen in Formeln, etwa das Erkennen von Auswirkungen
der Änderung einer Größe auf eine
andere oder das Erkennen von Proportionalitäten;
das Untersuchen von graphischen Darstellungen
funktionaler Zusammenhänge in Anwendungssituationen,
insbesondere das Ablesen von Werten und
das Beschreiben von Änderungen. Für diese Schüleraktivitäten
ist es nicht notwendig, den Begriff
der Funktion zu definieren.
Das zusammenfassende Betrachten von direkten
und indirekten Proportionalitäten in der 3. Klasse
und das Arbeiten mit verschiedenen Darstellungsformen
einfacher reeller Funktionen in der
4. Klasse sollen zu bewußtem Umgang mit reellen
Funktionen unter formalen Aspekten führen. Hier
kann auch eine Definition des Begriffs der reellen
Funktion (etwa als eindeutige Zuordnung zwischen
zwei Mengen reeller Zahlen) erfolgen.
Geometrie
Beim Erwerb grundlegender geometrischer
Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten sollen in
allen Schulstufen die folgenden Aspekte beachtet
werden
Geometrie ist ein Mittel zur Umwelterschließung;
geometrische Begriffe und deren Eigenschaften
sowie Maßbeziehungen an geometrischen
Objekten sollen möglichst oft mit Objekten unserer
Umwelt in Beziehung gebracht werden; die Schüler
sollen besonders mit zeichnerischen Darstellungen
von solchen Objekten vertraut werden; ihr räumliches
Vorstellungsvermögen soll geschult werden.
Geometrie ist ein Bereich, in dem beim Konstruieren
zur Sorgfalt und Genauigkeit erzogen werden
kann. Die Schüler sollen aber auch skizzenhaftes
Zeichnen üben.
In der Geometrie sind vielfältige Problemstellungen
möglich, die produktives Denken fördern können;
dafür sind insbesondere Aufgaben nützlich,
die verschiedene Lösungsmöglichkeiten bieten;
auch das selbständige Entwerfen von Zeichnungen
kann dazu dienen. Das Begründen geometrischer
Beziehungen ist eine Gelegenheit, das Argumentieren
zu üben, die häufig genützt werden soll.
Geometrisch-anschauliche Darstellungen und
die Interpretation solcher Darstellungen können
ein wichtiges Mittel zu einem vertieften Verständnis
mathematischer Inhalte sein. Hervorzuheben
sind Veranschaulichungen von Zahlenbeziehungen,
Rechenoperationen und Rechenregeln sowie graphische
Darstellungen von funktionalen Beziehungen
und von statistischen Ergebnissen. Eine Vertiefung
und Erweiterung des Begriffes der direkten
Proportionalität (und des zugehörigen Begriffes
der Proportion) kann im Zusammenhang mit dem
Vergrößern und Verkleinern von Figuren (maßstäbliches
Zeichnen) und dem Untersuchen von
ähnlichen Figuren erfolgen.
Die Geometrie bietet viele Möglichkeiten für das
Arbeiten mit Formeln. Dabei sind nicht nur das
Einsetzen von Zahlen in Formeln und das Umformen
von Formeln wichtig. Ein Schwerpunkt soll
auch das Aufstellen von Formeln sein. (Beispielsweise
kennen die Schüler selbständig Formeln für
Umfänge von Vielecken aufstellen und durch
Betrachten verschiedener Formen von Formeln
Einsichten in Umformungsregeln gewinnen. Flächeninhaltsformeln
für Trapez, Deltoid ua. können
von Schülern durch Zerlegen dieser Figuren in
Teildreiecke aus der Formel für den Flächeninhalt
eines Dreiecks selbständig hergeleitet werden.)
Anwenden von Mathematik in Sachsituationen
Probleme aus verschiedenen Lebens- und Wissensbereichen
können Ausgangspunkt für die Entwicklung
mathematischen Wissens und Könnens
sein; umgekehrt soll dieses Wissen und Können in
solchen Bereichen vielseitig angewendet und damit
vertieft werden.
Dabei sollen die unmittelbare Erlebenswelt des
Schülers (zB Familie, Haushalt, Freizeit, Verkehr,
Sport), Probleme der Umwelt, der Arbeits- und
Berufswelt, Fragen der Wirtschaft und der Landwirtschaft,
aktuelle Probleme auf der Erde (zB
Ernährungsprobleme, Rohstoff- und Energieprobleme),
Fragen aus den Naturwissenschaften, der
Technik und der Geographie Beachtung finden.
Beim Arbeiten in Sachsituationen sollen die
Schüler nicht nur vorgegebene Fragen beantworten,
sondern sie sollen auch selbst versuchen, Fragestellungen
zu finden. Ferner sollen einerseits
mathematische Inhalte Ausgangspunkt für Anwendungen
sein, bei denen diese Inhalte verwendet
werden (zB können im Zusammenhang mit dem
Lösen von Gleichungen passende Anwendungsaufgaben
etwa in Form von Textgleichungen gestellt
werden); andererseits soll auch von Sachsituationen
ausgegangen werden und die Schüler müssen erst
untersuchen, welche mathematischen Inhalte oder
Methoden zu dieser Situation passen.
Um eine Sachsituation erfolgreich bearbeiten zu
können, müssen die Schüler mit der Situation und
passenden mathematischen Strukturen (Modellen)
vertraut werden. Sie sollen deshalb angeleitet werden,
notwendige Informationen einzuholen, etwa
durch Stellen von Fragen oder durch Lesen passender
Texte. Knappe übersichtliche oder anschauliche
Darstellungen können dazu dienen, eine Situation
besser zu erfassen. Überlegungen, welche Folgerungen
aus vorliegenden Daten gezogen werden
können, und ein experimentierendes Umgehen mit
den Angaben (etwa versuchsweise irgendwelche
sinnvolle Berechnungen anstellen) können helfen,
mathematische Strukturen zu erkennen; gegebenenfalls
kann man dabei auch erkennen, daß Daten
überflüssig sind oder fehlen. Das Erfassen einer
mathematischen Struktur durch eine Formel kann
eine weitere Hilfe sein. Beschreibt man etwa eine
direkte oder indirekte Proportionalität durch eine
Formel, dann können Probleme, die man nach der
Methode der „Schlußrechnung" lösen kann, auch
durch Einsetzen von Zahlen in diese Formel und
gegebenenfalls durch Auflösen einer elementaren
Gleichung gelöst werden. (Besteht beispielsweise
zwischen Preis P und Gewicht G einer Ware die
Beziehung P = 7,2 . G, dann kann man daraus zu
jedem Gewicht G den zugehörigen Preis P berechnen
und auch zu einem gegebenen Preis, etwa zu
P=1000, das zugehörige Gewicht bestimmen
1000 = 7,2 . G, also G = 1000 : 7,2.)
Die durch mathematische Verfahren und Überlegungen
gefundenen Ergebnisse sollen kritisch
betrachtet werden, etwa im Hinblick auf ihre
Genauigkeit oder ob sie sinnvoll sind. Ferner kann
untersucht werden, wie genau eine mathematische
Struktur die Wirklichkeit beschreibt, in welchen
Bereichen sie sinnvoll angewendet werden kann
und welche Vernachlässigungen und Vereinfachungen
beim Beschreiben mit mathematischen Mitteln
vorgenommen wurden. Schließlich können auch
die gegebenen Daten kritisch betrachtet und durch
ihre Variation weitere Erkenntnisse gewonnen werden.
Die für die Bearbeitung von Sachsituationen
nötigen Kenntnisse über Maßeinheiten und Beziehungen
von Maßeinheiten werden größtenteils
schon in der Volksschule vermittelt und teilweise
auch im Geometrieunterricht der 1. Klasse behandelt.
Im Bedarfsfall sollen solche Kenntnisse wiederholt
oder entsprechende Informationen gegeben
werden. Bei einem verständnisvollen Anwenden
dieser Kenntnisse werden sie im allgemeinen ausreichen,
um die bei praktischen Aufgaben nötigen
Umrechnungen vornehmen zu können; ein Mechanisieren
des Umrechnens von Maßeinheiten soll
nicht angestrebt werden. Lediglich das Rechnen
mit Zeitunterschieden (etwa beim Arbeiten mit
Fahrplänen) bedarf einiger Übung.
Projektorientierter Unterricht
Es ist dies eine Form des Lernens, bei der eine
intensivere Auseinandersetzung mit praxisbezogenen
Sachverhalten möglich ist.
Projektorientierter Unterricht bedeutet: größere
Schülerzentriertheit des Unterrichts; Verbindung
von Theorie und Praxis; bessere Motivation der
Schüler durch Lernen an realen Handlungsabläufen;
Anwendung mathematischer Modelle an problembezogenen,
realitätsnahen Situationen; Verbindung
von schulischem und außerschulischem
Lernen; Sammlung von Erfahrungen im sozialen
Lernen; Erleben der Grenzen der Anwendbarkeit
von Mathematik.
Projektorientierter Unterricht erfordert sorgfältige
Planung, um eine erfolgreiche Durchführung
sicherzustellen.
Der Organisationsplan eines Projekts kann etwa
folgende Überlegungen beinhalten
Planung, Vorbereitung
—Themenfindung (etwa Schülerbefragung, Eltern-
und Lehrervorschläge, aktuelle Anlässe),
— notwendige Informationen und Materialien,
— Zeitplan,
— Raumbedarf,
— Kostenfrage,
— Zielgruppen.
Durchführung
— Vergabe der Arbeitsaufträge,
— Datenbeschaffung (Kontaktaufnahme mit
Eltern und anderen außerschulischen Informationsträgern),
— Bereitstellen von Medien,
— Auswertung der Daten,
— Aufarbeiten des Themas.
Dokumentation, Präsentation.
Projektorientierter Unterricht sollte nach Möglichkeit
fächerübergreifend betrieben werden, doch
ist auch eine Beschränkung auf das Fach Mathematik
möglich.
In jedem Schuljahr soll mindestens ein Projekt
bearbeitet werden.
Einschränkungen im Gymnasium und im Wirtschaftskundlichen
Realgymnasium für Mädchen
Am Gymnasium und am Wirtschaftskundlichen
Realgymnasium für Mädchen soll in der 3. und
4. Klasse, wegen der geringeren Wochenstundenzahl
gegenüber dem Realgymnasium, eine Einschränkung
der Vielfalt der Aufgabentypen und
der Komplexität der einzelnen Aufgaben erfolgen.
Für Reduzierungen bieten sich die mit „allenfalls"
gekennzeichneten Schüleraktivitäten an. Es sind
jedoch in dieser Schulform alle in der Bildungs- und
Lehraufgabe genannten Ziele gleichmäßig
anzustreben. Keinesfalls soll eine Einschränkung
auf das Lernen von Verfahren zu Lasten von
Anwendungen der Mathematik und von Aufgaben
zu den mathematischen Grundtätigkeiten (produktives
geistiges Arbeiten, Argumentieren und exaktes
Arbeiten, kritisches Denken, Darstellen und Interpretieren)
erfolgen."
11. In Anlage A, sechster Teil, wird nach dem
Pflichtgegenstand „Mathematik" eingefügt
„Geometrisches Zeichnen
Bildungs- und Lehraufgabe
Der Unterrichtsgegenstand Geometrisches
Zeichnen soll zur Erreichung folgender fachübergreifender
Ziele beitragen
— Ausbilden und Schulen der Raumvorstellung,
— Erziehen zu sauberem und genauem Arbeiten
sowie zu präzisem sprachlichen Ausdruck,
— Weiterentwickeln der Konzentrationsfähigkeit
und Ausdauer,
— Fördern der Kreativität.
Insbesondere sind folgende fachspezifische Ziele
anzustreben
— Erlangen von Fertigkeit in der Handhabung
zweckmäßiger Zeichengeräte;
— Erlernen von Zeichentechniken für das Anfertigen
sauberer und genauer Bleistift- und
Tuschezeichnungen mit entsprechender
Beschriftung und gegebenenfalls sinnvoller
Farbgestaltung ;
— zeichnerisches Lösen von Konstruktionsaufgaben
der ebenen Geometrie;
— Erfassen, Analysieren und sprachlich angemessenes
Beschreiben von Eigenschaften geometrischer
ebener Figuren und räumlicher Objekte;
— Darstellen räumlicher Objekte durch geeignete
Abbildungsmethoden;
— Erkennen und Beschreiben von Form, Größe
und Aufstellung eines Objekts aus der zeichnerischen
Darstellung (Diskutieren eines Risses);
— selbständiges Entwerfen einfacher räumlicher
Objekte: Anfertigen von Handskizzen, Erkennen
der für die Festlegung räumlicher Objekte
notwendigen Maße sowie eines passenden
Maßstabs.
Der Unterricht im Geometrischen Zeichnen soll
auch auf das Erkennen und Herstellen von Querverbindungen
abzielen, insbesondere zur Mathematik,
Werkerziehung und Bildnerischen Erziehung.
Weiters sollten Einblicke in die Arbeit des Technischen
Zeichners sowie in das computerunterstützte
Konstruieren geboten werden.
Lehrstoff
Bei den einzelnen Stoffgebieten sind Tätigkeiten
angeführt, die von den Schülern durchgeführt werden
sollen. Diese Schüleraktivitäten beschreiben
Lernrichtungen für die Behandlung der Stoffgebiete
im Unterricht. Sie sind einerseits unmittelbare
Lernziele, andererseits sollen durch sie die in der
Bildungs- und Lehraufgabe formulierten allgemeinen
Lernziele angestrebt werden. Das Ausmaß, in
dem die verschiedenen Tätigkeiten durchgeführt
werden, ist entsprechend ihrem Beitrag zu allgemeinen
Lernzielen und entsprechend den Didaktischen
Grundsätzen des Lehrplans vom Lehrer im
Rahmen des § 17 des Schulunterrichtsgesetzes festzulegen.
In manchen Fällen sind diese Tätigkeiten nicht
verpflichtend vorgesehen, was durch das Wort
„allenfalls" (Erweiterungsstoff) aufgezeigt wird.
Die Reihenfolge, in der die einzelnen Schüleraktivitäten
angegeben sind, entspricht einer gewissen
systematischen Darstellung, ist aber keine methodische
Festlegung und für den Unterricht nicht verbindlich.
Vielmehr ist ein sinnvolles Verbinden verschiedener
Tätigkeiten und verschiedener Aspekte
eines Themenbereiches wünschenswert.
3. Klasse (2 Wochenstunden am Realgymnasium)
Durchführen von einfachen Konstruktionen
(auch von geometrischen Mustern) zur Schulung
im Gebrauch von Zeichengeräten, zur Aneignung
von Zeichentechniken, zur Förderung der Sauberkeit,
Genauigkeit und Ästhetik; Beschriften in
Normschrift.
Lösen von Aufgaben in Verbindung mit Lerninhalten
der Geometrie aus dem Mathematikunterricht
der 1. bis 3. Klasse, gegebenenfalls unter Verwendung
eines ebenen kartesischen Koordinatensystems.
Allenfalls Anfertigen und Lesen statistischer
Schaubilder.
Zeichnen und Diskutieren von Schrägrissen in
horizontalen Bildebenen (Horizontalrisse bzw.
Militärrisse) und von Schrägrissen in frontalen
Bildebenen (Frontalrisse bzw. Kavalierrisse) einfacher
ebenflächig begrenzter Körper (insbesondere
Objekte aus dem Erfahrungsbereich der Schüler) in
besonderer Lage zur Bildebene.
Arbeiten mit einem räumlichen kartesischen
Rechtskoordinatensystem; Zeichnen und Diskutieren
von axonometrisehen Rissen einfacher ebenflächig
begrenzter Körper (insbesondere Objekte aus
dem Erfahrungsbereich der Schüler) in besonderer
Lage zu den Koordinatenebenen durch koordinatenmäßiges
Aufbauen (Konstruieren solcher Risse
unter Verwendung der Achsenbilder mit den zugehörigen
Verzerrungen und den für Parallelrisse
gültigen Eigenschaften).
Allenfalls Anfertigen von Explosionszeichnungen.
Zeichnen und Diskutieren von Grund- und Aufrissen
(als Normalrisse in Koordinatenebenen) einfacher
ebenflächig begrenzter Körper (insbesondere
Objekte aus dem Erfahrungsbereich des Schülers)
in besonderer Lage zu den Koordinatenebenen.
Konstruieren axonometrischer Risse aus
Grund- und Aufriß und umgekehrt.
Konstruieren von Netzen einfacher ebenflächig
begrenzter Körper.
Allenfalls Bestimmen der (wahren) Länge
von Raumstrecken.
4. Klasse (2 Wochenstunden am Realgymnasium)
Lösen von Aufgaben in Verbindung mit Lerninhalten
der Geometrie aus dem Mathematikunterricht.
Allenfalls Anfertigen und Lesen statistischer
Schaubilder.
Konstruieren von Ellipsen, Parabeln und Hyperbeln.
Allenfalls Ermitteln von Tangenten an
Ellipsen, Parabeln und Hyperbeln.
Zeichnen und Diskutieren von axonometrischen
Rissen ebenflächig begrenzter Körper und technischer
Objekte in besonderer Lage zu den Koordinatenebenen
durch koordinatenmäßiges Aufbauen.
Zeichnen und Diskutieren von zugeordneten
Normalrissen (Grund-, Auf-, Seitenrisse) ebenflächig
begrenzter Körper und technischer Objekte in
besonderer Lage zu mindestens einer Koordinatenebene;
Lesen und Anfertigen von Werkzeichnungen.
Zeichnen und Diskutieren zugeordneter Normalrisse
von Prismen und Pyramiden in besonderer
Lage zu mindestens einer Koordinatenebene, die
mit projizierenden Ebenen geschnitten werden;
Zeichnen dieser Schnittfiguren in unverzerrter
Gestalt.
Allenfalls Zeichnen und Diskutieren axonometrischer
Risse von eben geschnittenen Prismen
und Pyramiden.
Zeichnen und Diskutieren zugeordneter Normalrisse
oder besonderer axonometrischer Risse
(Horizontal- bzw. Frontalrisse) von Drehzylindern
und Drehkegeln, deren Basiskreise in Hauptebenen
(parallel zur Bildebene) liegen; Konstruieren von
Netzen (Abwicklungen, Verebnungen).
Allenfalls Zeichnen und Diskutieren zugeordneter
Normalrisse von Drehzylindern, deren
Basiskreise in projizierenden Ebenen liegen.
Allenfalls Zeichnen und Diskutieren zugeordneter
Normalrisse von Drehzylindern und
Drehkegeln, deren Basiskreise in Hauptebenen
(parallel zur Bildebene) liegen und die mit projizierenden
Ebenen geschnitten werden; Zeichnen dieser
Schnittfiguren in unverzerrter Gestalt.
Allenfalls Ermitteln von Kurven, die in der
ebenen Kinematik auftreten.
Didaktische Grundsätze
Eine möglichst saubere und genaue Ausführung
unter Beachtung der Übersichtlichkeit (Platzeinteilung)
und der entsprechenden Beschriftung in
Normschrift (mit oder ohne Schablone) ist laufend
anzustreben. Dies gilt sowohl für Bleistift- als auch
für Tuschearbeiten bei zweckmäßiger und normgerechter
Verwendung verschiedener Linienbreiten
und Linienarten. Das Ausmaß der Zeichnungen,
die mit Tusche ausgeführt werden, ist vom Lehrer
unter Berücksichtigung der zur Verfügung stehenden
Zeichengeräte und der zeitlichen Möglichkeiten
festzulegen. Zur Erhöhung der Bildwirkung
bzw. zur Betonung des Wesentlichen können einzelne
Flächen in sinnvoller Weise auch farbig ausgestaltet
werden. Der Schüler ist zu laufender Kontrolle
der Richtigkeit und Genauigkeit seiner Arbeit
anzuhalten. Die Normschrift ist im wesentlichen
nur für die Beschriftung der Arbeiten einzusetzen.
Das Format A 3 sollte nicht über- und das Format
A 4 nicht unterschritten werden.
Im Unterricht soll den Schülern Gelegenheit zu
selbständigem und produktivem Arbeiten geboten
werden. Damit sollen auch die Freude an der Form
geweckt und das ästhetische Empfinden geschult
werden.
Bei der Körperdarstellung ist von bekannten
räumlichen Objekten auszugehen, wobei außer der
sprachlichen Beschreibung auch andere Hilfsmittel,
wie etwa Modelle, anschauliche Skizzen, Overhead-
Folien, Fotos, Dias, Anaglyphen (3-D-Bilder)
und Körpernetze eingesetzt werden können. Insbesondere
sollen die Schüler selbst zum Anfertigen
anschaulicher Skizzen und zum sprachlich richtigen
Beschreiben der Objekte angeleitet werden.
Zur Erhöhung der Anschaulichkeit bei zugeordneten
Normalrissen können die Objekte um projizierende
Achsen gedreht werden. Unter Rücksichtnahme
auf Anwendungen in der Technik ist die
Darstellung von Voll- und Halbschnitten vor allem
bei Drehzylinder und Drehkegel sinnvoll. Im
Zusammenhang mit Netzkonstruktionen ist die
Herstellung von Modellen zweckmäßig.
Im Hinblick auf die jeweils verwendete Abbildungsmethode
ist auf die Lage der (parallelen) Projektionsstrahlen
zur Bildebene hinzuweisen, wobei
der Unterschied zwischen Projektionsvorgang und
Ergebnis der Projektion (Riß) und somit auch zwischen
Objekt und dessen Bild verständlich gemacht
werden muß.
In diesem Zusammenhang ist auch die Gegenüberstellung
bzw. gegenseitige Ergänzung von axonometrischem
Riß und den zugeordneten Normalrissen
eines Objekts zu pflegen. Das Koordinatensystem
dient hier als wesentliches Orientierungsmittel.
Es gestattet außerdem eine einheitliche
Behandlung des Aufbauverfahrens in den verschiedenen
Abbildungsmethoden. Unter Umständen
können auch geeignete Rasterverfahren herangezogen
werden."
12. In Anlage A, sechster Teil, werden beim
Pflichtgegenstand „Biologie und Umweltkunde"
die Unterabschnitte „Lehrstoff" und „Didaktische
Grundsätze" wie folgt geändert
a) dem Unterabschnitt „Lehrstoff" wird angefügt
„3. Klasse (2 Wochenstunden)
Geologie
Lernziele
Der Schüler soll den geologischen Aufbau und
die Entstehungsgeschichte seiner engeren Heimat
kennen. Er soll die wichtigsten Gesteine und Minerale
sowie den Kreislauf in der Gesteinsbildung
kennen. Er soll erkennen, daß die Gesteinsumwandlungsprozesse
auch zur Bildung des Bodens
führen. Schließlich soll er den geologischen Aufbau
von Österreich in groben Umrissen darstellen und
das Vorkommen von Bodenschätzen daraus erklären
können. Die aus der Gewinnung und Nutzung
von Bodenschätzen erwachsende Umweltproblematik
soll ihm bewußt sein.
Lerninhalte
Gesteine der engeren Heimat und deren mineralische
Zusammensetzung. Exemplarische Beispiele
für Erstarrungs-, Sediment- und Umwandlungsgesteine.
Minerale als Bestandteile der Gesteine.
Kreislauf in der Gesteinsbildung. Bodenbildung.
Überblick über den geologischen Aufbau von
Österreich. Die wichtigsten Bodenschätze Österreichs.
Der Boden
Lernziele
Der Schüler soll verstehen, daß der Boden aus
leblosen und lebenden Anteilen besteht und soll die
zwischen diesen bestehenden Wechselwirkungen
kennen. Er soll die Bedeutung des Bodens kennen,
die Notwendigkeit des Bodens und seiner Pflege
für die Existenz aller Lebewesen einschließlich des
Menschen erkennen und die Notwendigkeit seiner
Pflege verstehen.
Lerninhalte
Zusammensetzung und Aufbau eines Bodens.
Bodenorganismen, ihre Anpassung, ihre Wechselbeziehungen
und ihre Bedeutung für den Boden.
Vegetation in Abhängigkeit vom Boden. Boden als
Grundlage für die Ernährung.
Lebensräume
Lernziele
Der Schüler soll die heimischen und die wichtigsten
fremdländischen Lebensräume und die sie
kennzeichnenden bzw. für sie bedeutsamen Lebewesen
sowie deren Anpassung an die spezifischen
Umweltgegebenheiten kennenlernen und verstehen.
Er soll unter Einbeziehung der in den erarbeiteten
Lebensräumen vorkommenden Lebewesen und aus
einem Verständnis ihrer verwandtschaftlichen
Beziehungen zu einem erweiterten Überblick über
das natürliche System der Organismen gelangen.
Er soll die wichtigsten Kultur-, Nutz- und Wildpflanzen
sowie Tiere der genannten Lebensräume
kennen, vor allem jene, die die heimische Ernährung
sichern. Der Schüler soll am Beispiel ausgewählter
Lebensräume ökologische Systemzusammenhänge
altersgemäß erkennen und erklären können
und um die begrenzte Belastbarkeit ökologischer
Systeme wissen. Der Schüler soll verstehen,
daß Eingriffe in Ökosysteme nur sehr behutsam
vorgenommen werden dürfen, und soll erkennen,
daß es zielführender ist, durch verantwortliche Planung
mögliche Schäden von vornherein zu vermeiden.
Der Schüler soll vom Menschen verursachte
Störungen des ökologischen Gleichgewichtes in
diesen Lebensräumen erkennen und mögliche
Ursachen und Zusammenhänge sowie einfache
Ansätze zu ihrer Sanierung angeben oder entwickeln
können. Er soll auch wissen, daß durch Eingriffe
in Ökosysteme die Lebensgrundlagen vieler
Tier- und Pflanzenarten bedroht sind und daß
besonders bedrohte Arten in „Roten Listen" verzeichnet
sind. Er soll mögliche Schutzmaßnahmen
für Biotope und Arten kennen und für diese nicht
nur Verständnis, sondern auch Bereitschaft zur
Durchführung entwickeln bzw. bekunden.
Lerninhalte
Wohnbereich des Menschen: Tiere und Pflanzen
in Wohnung, Haus und Garten. Gärten als vom
Menschen besonders intensiv beeinflußte Lebensräume.
Dem Gartentyp entsprechend gewünschte
und unerwünschte Pflanzen und Tiere und deren
Anpassungen. Das Gartenjahr, Anlage und Pflegearbeiten.
Möglichkeiten der Hege und Förderung
gefährdeter Tiere und Pflanzen im naturnahen
Garten.
Äcker und Felder als intensiv beeinflußte Lebensräume.
Nutzpflanzen. Probleme der Monokulturen.
Verantwortungsbewußter Pflanzenschutz.
Bodenbearbeitung und Düngung. Formen des
Landbaues.
Feldraine und Hecken. Ihre Bedeutung als Restflächen
naturnaher Lebensräume, als ökologische
Brücken und als Biotope für Schädlingsvertilger.
Biotopschutz.
Wiesen als natürliche und künstliche Ökosysteme.
Anpassungen der Organismen an Mahd und
Beweidung. Biotop- und Artenschutz.
Städtische Lebensräume, wie Parkanlagen, Höfe,
Straßen- und Uferböschungen.
Ruderalflächen als Lebensräume von Arten mit
besonderen Besiedlungsstrategien und Rückzugsgebiete
bestimmter, oft gefährdeter Tiere und Pflanzen.
Lebensräume im Hochgebirge. Vegetationsstufen.
Lebewesen und deren Anpassungen an die
Bedingungen des Hochgebirges. Probleme, die sich
aus der Erschließung und Nutzung der Gebirge
ergeben. Landschaftsschutz.
Lebensräume heimischer Gewässer. Biotope und
Lebensgemeinschaften stehender und fließender
Gewässer. Kennzeichnende Organismen und deren
Anpassungen. Veränderungen und Gefährdungen
des biologischen Gleichgewichts durch menschliche
Eingriffe. Gewässerschutz.
Feuchtbiotope als Beispiele besonders bedrohter
Lebensräume. Naßwiesen, Tümpel, Verlandungen,
Moore, Auen. Trockenlegungen und Flurbereinigungen.
Beispiele für typische Lebewesen und
deren Anpassungen. Biotop- und Artenschutz.
Meer. Seine Kennzeichnung und Gliederung.
Meeresorganismen unter besonderer Berücksichtigung
der Beziehungen zwischen Umweltbedingungen,
Lebensweisen und Körperbau. Bedeutung der
Meere für die Ernährung der Menschheit und für
die Sauerstoffproduktion. Gefahren der Meeresverschmutzung
und Übernutzung.
Fremdländische Lebensräume, ihre typischen
Lebensgemeinschaften, charakteristische Tiere und
Pflanzen und deren Anpassungen. Eingriffe des
Menschen und ihre Auswirkungen auf diese Ökosysteme.
Schutzmaßnahmen.
4. Klasse (2 Wochenstunden)
Entwicklung der Erde und der
Lebewesen
Lernziele
Der Schüler soll einen altersgemäßen Überblick
über die Entwicklungsgeschichte der Erde und
ihrer Lebewesen einschließlich des Menschen sowie
Einblicke in die Evolution geben können.. Er soll
die Vererbungsvorgänge und deren Gesetzmäßigkeiten
in groben Zügen darstellen können.
Lerninhalte
Die Fossilien, ihre Entstehung und ihre Rolle bei
der Erforschung der Entwicklungsgeschichte der
Pflanzen- und Tierwelt sowie des Menschen. Entwicklung
der Lebewesen bis zur Gegenwart.
Grundlagen der Vererbungslehre. Beispiele für
einfache Erbgänge. Vom. Menschen beeinflußte
Entwicklungsprozesse (Nutztiere, Nutzpflanzen).
Zusammenhänge zwischen Umweltbedingungen
und Entwicklung der Lebewesen. Veränderungen
der körperlichen Eigenschaften, Anpassung, Auslese,
Evolution.
Umwelt und Mensch
Lernziele
Der Schüler soll erkennen, daß die Menschen die
Umwelt verändert haben und daß diese Veränderungen
nicht unbegrenzt fortgesetzt werden dürfen,
weil sie auch Folgen haben, die das Gleichgewicht
in der Natur und die Existenz aller Lebewesen
einschließlich der Menschen beeinträchtigen.
Aus diesen Einsichten soll der Schüler die Bereitschaft
zum umweltgerechten Verhalten entwickeln.
Der Schüler soll über Einflüsse der Umwelt und der
Lebensweise auf Gesundheit und Wohlbefinden
Bescheid wissen und darüber, wie der Körper
innerhalb gewisser Grenzen diese Veränderungen
zu kompensieren imstande ist.
Der Schüler soll einen altersgemäßen Überblick
über die Organsysteme des Menschen, deren
Zusammenspiel und deren Schädigungsmöglichkeiten
haben. Er soll die körperlichen und psychischen
Probleme, die sich für ihn im Entwicklungsstadium
der Pubertät ergeben, erkennen und daraus
Ansätze zu ihrer Bewältigung entwickeln können,
im besonderen auch das Phänomen der menschlichen
Sexualität vorurteilslos betrachten und verstehen.
Er soll ethisch positive Werthaltungen für
Partnerschaftsbeziehungen entwickeln und Methoden
der Empfängnisregelung kennen. Er soll um
die verschiedenen Abschnitte der Entwicklung
eines Menschen wissen, sie verstehen und achten
lernen und sein Hineinwachsen in immer bedeutendere
Positionen der Gesellschaft auch als zunehmende
Verantwortung begreifen.
Lerninhalte
Ungestörte, beeinflußte und gestörte Umwelt.
Verantwortungsbewußte Nutzung. Ursachen von
Störungen. Vorsorge, Pflege und Abhilfemaßnahmen.
Bau und Arbeitsweise der Organe und Organsysteme
und deren Koordination durch Nervensystem
und Hormonsystem. Krankheiten und Krankheitsursachen
(zB Krankheitserreger und -überträger,
tierische Schmarotzer, Umwelteinflüsse,
Medikamenten-, Drogen-, Genußmittelmißbrauch,
Fehlernährung, Fehlverhalten). Prophylaxe.
Erste Hilfe, Therapien. Die Arbeitswelt des Menschen.
Fortpflanzung und Entwicklung, körperliche
und geistige Entwicklung des Menschen.
Verhalten des Menschen
Lernziele
Der Schüler soll erkennen, daß das Verhalten
des Menschen auch genetisch bedingt, jedoch weitgehend
durch Einsicht und Lernen veränderbar ist.
Er soll daraus die Bereitschaft zur Korrektur von
Verhaltensweisen entwickeln, wenn diese Korrektur
aus Verantwortung gegenüber sich selbst, den
anderen Menschen oder der Umwelt gegenüber
erforderlich erscheint.
Lerninhalte
Beispiele für ererbtes, erlerntes und einsichtiges
Verhalten von Menschen. Typische Verhaltensweisen
verschiedener Altersstufen der Menschen.
Zusammenhänge zwischen einsichtigem Handeln,
der Sonderstellung der Menschen und der Fähigkeit,
verantwortliche Entscheidungen zu treffen.
Biologie und Gesellschaft
Lernziele
Aufbauend auf die Lernziele aller bisherigen
Schulstufen soll der Schüler altersgemäß die vielfältigen
Verknüpfungen zwischen Umwelt und
Menschheit erfassen. Er soll begreifen, daß die Existenz
des Menschen in ein vielfach vernetztes
System biologischer Vorgänge eingebunden ist. Er
soll daraus erkennen, daß jeder Mensch verantwortungsbewußt
sein muß und daß die Existenz und
das Wohlbefinden aller Menschen diese Gesichtspunkte
zur Voraussetzung haben.
Lerninhalte
Situation der Menschheit in der gegebenen
Umwelt. Zivilisationsgesellschaft, Lage in den Entwicklungsländern.
Weltbevölkerung, Welternährung,
Verantwortlichkeit des einzelnen gegenüber
den Mitmenschen und der Umwelt.
b) dem Unterabschnitt „Didaktische Grundsätze"
wird angefügt
„3. Klasse
Der Bezug zur Geologie sollte mit einer Exkursion
ausgehend vom Schulstandort hergestellt werden.
Anschließend sollte das Wissen durch sorgfältig
ausgewählte Lehrausgänge, Museumsbesuche,
Arbeiten in der Schulsammlung usw. erweitert und
die gewünschten Formenkenntnisse vermittelt werden.
Das Anlegen einer mit dem Schulstandort in
Beziehung stehenden Sammlung von Handstücken
kann besonders motivierend auf die Schüler wirken.
Bestimmungsübungen, Ordnen nach Kriterien,
wie wirtschaftliche Bedeutung, regionale Lage,
Aktualität, ästhetische Gesichtspunkte (Schmucksteine)
usw., werden als Methoden empfohlen.
Unter Verwendung des Atlas und unter besonderer
Berücksichtigung des Schulstandortes ist eine einfache
Beschreibung der Geologie von Österreich zu
erarbeiten. Auch die Besprechung der Gesteine und
Minerale sollte in einfachsten Grundzügen erfolgen.
Auf die aus der Nutzung von Bodenschätzen
entstehende Umweltproblematik (zB Grundwasserverschmutzung,
Abraumhalden, Versturz, Luftverschmutzung)
sollte ebenso hingewiesen werden wie
auf die Möglichkeiten ihrer Vermeidung bzw.
Sanierung.
Das Kapitel Boden schließt an das Kapitel Geologie
an, bietet aber darüber hinaus auch die Basis
zum Verständnis des Beziehungsgefüges der im folgenden
zu besprechenden Lebensräume. Ein
Zugang zum Kapitel Boden wäre zB über die
Untersuchung der oberen belebten Bodenschicht zu
finden. An geeigneten Beispielen soll dem Schüler
der Begriff Bodenstruktur und das Verständnis für
die Anpassungen der Bodenorganismen an ihren
Lebensraum nahegebracht werden.
Der Bedeutung der Ökologie soll durch die
intensivierte Erarbeitung der Lebensräume Rechnung
getragen werden. In sinnvoller Ergänzung
zum in der vorhergegangenen Schulstufe erarbeiteten
Lebensraum Wald sollen aus der Vielfalt der
Lebensräume exemplarisch jene ausgewählt werden,
die schulnah sind, sich zur Erarbeitung ökologischer
Grundbegriffe besonders eignen oder von
sonstiger Bedeutung sind. Sie sind nach Möglichkeit
jahreszeitlich zugeordnet zu besprechen. Bei
der Auswahl ist eine sinnvolle Kombination von
terrestrischen und aquatischen, heimischen und
fremdländischen Lebensräumen anzustellen. Zu
besprechen sind mindestens ein heimisches terrestrisches,
ein heimisches aquatisches System und ein
vom Menschen stark beeinflußtes System. Desgleichen
mindestens ein fremdländisches terrestrisches
und ein fremdländisches aquatisches System.
In Erweiterung und Fortsetzung der Formenkenntnisse
auch aus dem Bereich jener Organismengruppen,
die bereits in vergangenen Klassen
bearbeitet worden sind, sind besonders jene taxonomischen
Gruppen zu berücksichtigen, deren
Bearbeitung bislang noch nicht vorgenommen worden
ist. Lehrausgänge und Exkursionen sind bei der
Erarbeitung der heimischen Lebensräume sowohl
als Einstieg als auch zum Sammeln und Einbringen
von Arbeitsmaterial besonders geeignet. Die geltenden
Naturschutzbestimmungen sind stets zu beachten.
Zur Beschaffung von Arbeitsmaterial bieten
sich auch Schulgärten günstig an.
Bei der Auswahl der Objekte ist auf die Bedürfnisse
weiterführender Schulstufen und Schultypen
und auf die zukünftige Berufswelt Bedacht zu nehmen.
Der Garten bildet für einen erheblichen Teil der
Menschen einen wesentlichen Zugang zur Natur.
Aussaat, Betreuung und Ernte bilden Erlebnisse
von biologischen Abläufen. Formen von naturnahen
Gärten sind ein wesentlicher Beitrag zur Erhaltung
gefährdeter Organismenarten. Aus der
Behandlung der modernen Formen der Landwirtschaft
und der damit verbundenen Veränderungen
in vielen ökologischen Bereichen ergibt sich die
Problematik der Interessenskonflikte.
Bei aller Problematik der Auswirkungen menschlicher
Eingriffe darf nicht übersehen werden, daß
die Existenz der Menschheit von der Nutzung der
Natur abhängig ist. Die Schüler sollten zu eigenen
Schlüssen über Notwendigkeit und Grenzen der
konventionellen und der sogenannten biologischen
Methoden der Landwirtschaft kommen. Diskussionen
über dieses Thema könnten ein Beitrag zur
politischen Bildung sein. Erst durch exakte Kenntnisse
kann an die Problematik sachlich herangegangen
werden, bzw. können Strategien zu ihrer
Lösung gefunden werden. Diese Fähigkeit ist auch
im späteren Berufsleben notwendig.
Beim Thema Feldrain und Hecke können durch
Anschauung Verständnis und Wissen zu folgenden
Problemen vermittelt werden: Rodungen, Flurausräumung,
Erosionsschäden, Windschutz, Schnee-
und Windschäden, Monokulturen, Schädlingsbefall.
Kleine Wiesenflächen sind selbst im Stadtgebiet
in der Nähe der Schule oder im Schulgarten leicht
zu finden. Unterschiedliche Bearbeitung (Mahd,
Weide, Tritt) führt zu unterschiedlicher Vegetationsausbildung
und eröffnet die Möglichkeit vergleichender
Betrachtung auf engstem Raum.
Städtische Lebensräume sind für Schulen in der
Stadt sehr leicht erreichbar und zu beobachten.
Ihre exemplarische Erarbeitung kann das Verständnis
schwerer zugänglicher Biotope erleichtern.
Brachflächen, Wüstungen, Böschungen und ihre
Wiederbesiedlung stellen nicht nur hervorragende
Beispiele für die Anpassungsfähigkeit der Organismen
dar, sie sind auch oft Rückzugs- und Überlebensraum
gefährdeter Lebewesen. Solche Flächen
sind meist auch leicht zugänglich und eignen sich
bestens für Demonstrationszwecke.
Das Hochgebirge ist einer der wenigen Lebensräume,
in denen noch relativ häufig und großflächig
die ursprünglichen Verhältnisse anzutreffen
sind.
Die extremen klimatischen Bedingungen erfordern
typische Anpassungen der Lebewesen und
bewirken eine besondere Empfindlichkeit dieser
Lebensgemeinschaften an den Grenzen der Exi-
stenzbedingungen gegen Eingriffe. Auch hier stehen
ökologische und ästhetische den wirtschaftlichen
Interessen gegenüber. Die Folgen, die sich aus
der Erschließung der Alpenregion für den Massentourismus
und andere Wirtschaftszweige ergeben
haben, bieten Einstiegsmöglichkeiten für die Diskussion
über Interessenskonflikte.
Der Umstand der räumlichen Begrenztheit von
Gewässern und Feuchtbiotopen erleichtert das Verständnis
für ihre Empfindlichkeit gegenüber Eingriffen.
Im Themenkreis Gewässer bieten sich
besonders günstige Möglichkeiten zur Erweiterung
der Formenkenntnisse und der exemplarischen
Erarbeitung ökologischer Zusammenhänge.
Das Meer ist der größte zusammenhängende
und ein vielfältig gegliederter Lebensraum auf der
Erde. Dementsprechend vielfältig sind auch die
Biotope und die ökologischen Wechselbeziehungen;
auch finden sich hier Vertreter fast aller systematischer
Gruppen der Tiere. Bei der Behandlung
der Meeresorganismen bieten sich zur Ergänzung
der Formenkenntnisse neben den Algen die Meeresfische,
die Stachelhäuter, die Weichtiere, Krebse
und Hohltiere des Meeres an.
Ökologie und Umweltbiologie können nicht
mehr isoliert nur im eigenen Land betrachtet werden.
Einige fremdländische Lebensräume sind
wegen ihrer extremen Verhältnisse zur Darstellung
ökologischer Zusammenhänge besonders geeignet
und einer Vielzahl von Schülern durch Film, Fernsehen
und Bücher bekannt. Auch können die weltweiten
Folgen von großräumigen Eingriffen in
Ökosysteme sowie die wirtschaftlichen Verknüpfungen
im Rahmen des Warenaustausches und die
gesellschaftlichen Probleme im Zusammenhang mit
der Dritten Welt ohne Kenntnisse von diesen fremden
Lebensräumen nicht durchschaut werden.
4. Klasse
Durch Darstellung der geologischen Ereignisse
und der dadurch bewirkten Veränderungen der
Lebensbedingungen in den Erdzeitaltern können
die Zusammenhänge zwischen der Entwicklung der
Lebewesen und den jeweiligen Umweltbedingungen
verständlich gemacht werden. Die Übersicht
über die Erdzeitalter könnte in tabellarischer Art
geboten werden. Handstücke von Fossilien, Bildmaterial,
Museumsbesuche, Exkursionen usw.
erleichtern die Zugänge.
Anhand einfacher Erbgänge kann im Schüler
Verständnis für die Bedeutung der Vererbungsregeln
für die Evolution, aber auch für die Pflanzen-
und Tierzüchtung geweckt werden.
In Parallelität zur Reihung Lebensraum/Lebensweise/
Verhalten/Körperbau früherer Schulstufen
steht die vom Menschen selbst geschaffene Umwelt
an erster Stelle, da diese weitgehend seine Lebensweise
und sein Verhalten beeinflußt.
Durch einen Vergleich der Stellung des Menschen
in der Natur während früherer Abschnitte
seiner Entwicklung und in der Jetztzeit kann dem
Schüler die Problematik der kulturellen Evolution
nahegebracht werden. Ausgehend von der Entwicklungsgeschichte,
während der der Mensch aus der
Abhängigkeit von der Natur hinaustrat und sich die
Natur „Untertan" machte, kann aufgezeigt werden,
daß durch Zunahme von Technisierung, Zivilisation
und Bevölkerungswachstum das Gleichgewicht
zuungunsten der Natur verschoben worden ist.
Umwelt ist heute aber nicht nur Lebensraum, sondern
auch wirtschaftlicher Produktionsfaktor als
Voraussetzung für Wohlstand und soziale Sicherheit.
Unter Würdigung der Problemlösungskapazität
industrieller Forschung und Technologie soll
der Schüler zur Erkenntnis gebracht werden, daß
trotz aller Fortschritte der Technik der Mensch ein
Glied der Natur bleibt und von ihr abhängig ist.
Durch Exkursionen zu exemplarisch ausgewählten
Punkten können dem Schüler die Wechselbeziehungen
zwischen Siedlungsstruktur und Lebensqualität
vor Augen geführt werden (Wohnbauten,
Innenhöfe, Verkehrsflächen, Parkanlagen, Erholungsräume
und dergleichen). Hier ist allerdings
nicht mehr an die Einzelbesprechung städtischer
Biotope gedacht, die bereits in der vorherigen
Schulstufe erarbeitet worden sind. Desgleichen
wird der ländliche Siedlungsraum genug Beispiele
liefern, um Auswirkungen der Eingriffe des Menschen
in die Landschaft verdeutlichen zu können.
Schwerwiegende und teilweise bedrohliche Veränderungen
(Abwässer, Müll, Lärm, Luftverschmutzung)
sollten dabei ebenso bewußtgemacht werden
wie Fragen menschlicher Ernährung. Hier geben
Landbau, Tierhaltung und Nahrungsmittelproduktion
reichlich Anregungen. Durch Betriebsbesichtigungen,
Fallstudien, AV-Medien u. a. kann der
Schüler zu einer Auseinandersetzung mit der
Umwelt „Arbeitsplatz" hingeführt und befähigt
werden, die Zusammenhänge zwischen Arbeitssituation
und Gesundheit bzw. Krankheit zu erkennen
und die Bedeutung der Humanisierung des Arbeitsplatzes
sowie der notwendigen Kontroll- und
Schutzmaßnahmen zu erfassen.
Für viele Schüler ist in dieser Schulstufe die
letzte Gelegenheit in ihrem Leben, daß sie umfassend
über die Ansprüche, den Bau und die Arbeitsweise
ihres Körpers informiert werden, da diese
Inhalte in den meisten weiterführenden Ausbildungen
nicht mehr aufscheinen. Unabhängig von der
Reihenfolge' der Erarbeitung der Organsysteme
sollten immer die Wechselwirkungen der Organe
untereinander herausgearbeitet werden. Ausgehend
von der Erfahrung am eigenen Körper und unter
Einsatz verschiedener Unterrichtsmittel (Modelle,
Wandtafeln, tierische Organe, Röntgenbilder, AV-
Medien usw.) soll der Schüler mit Bau, Funktionen
und Wechselwirkungen seiner Organe vertraut
gemacht werden, wobei auf bisher erworbene
Kenntnisse aufgebaut werden soll. Dabei darf nicht
übersehen werden, daß in weiterbildenden Schultypen
diese anatomischen und physiologischen
Kenntnisse eine unabdingbare Basis darstellen.
Bei der Erarbeitung der Organsysteme kann der
Schüler auf mögliche äußere und innere Faktoren
hingewiesen werden, die Störungen verursachen,
aber auch darauf, daß diese Störungen nicht nur
durch Medikamente behoben werden können, sondern
daß dazu auch Umweltverbesserungen und
Verhaltensänderungen (zB Eßgewohnheiten, Freizeitgestaltung,
Fehlhaltungen) beitragen. Im Unterricht
sollte jedenfalls nicht nur ein Hinweis auf die
Notwendigkeit des gezielten Einsatzes von Heilmitteln
und -methoden enthalten sein, sondern
auch auf die Auswirkungen des Medikamenten-,
Drogen- und Genußmittelmißbrauchs (zB durch
Fallstudien, Medienberichte uam.).
Praktische Übungen im Bereich Erste Hilfe,
Anleitungen zur Krankenpflege und Unfallverhütung
bieten sich als Erweiterung des Unterrichts
ebenso an wie Hinweise auf gesunde Lebensführung,
Sport usw.
In Verbindung mit dem Schularzt könnte ein
positives Verhältnis zur Krankheitsprophylaxe und
zum Arzt gefördert werden. Das Entwicklungsalter
der Schüler erfordert ein Eingehen auf die Probleme
der Pubertät. In diesem Zusammenhang
(eventuell unter Mithilfe des Schularztes) sollten
Fragen wie weiblicher Zyklus, Empfängnisregelung,
Befruchtung, Schwangerschaft, Geburt, körperliche
und geistige Entwicklung, Partnerschaftsbeziehungen,
verantwortungsbewußte Familienplanung,
Verantwortung gegenüber sich selbst, dem
Partner und den Nachkommen usw. behandelt
werden.
Bezüglich des Verhaltens des Menschen liefern
die Alltagserfahrung der Schüler, Kenntnisse aus
früheren Schulstufen, Lehrfilme, Beobachtungen an
Tieren, Einzelpersonen und Gruppen, Material und
Motivation zur Erarbeitung der Lernziele. Vergleiche
zwischen tierischem und menschlichem Verhalten
führen zur Erkenntnis, daß dem Menschen auf
Grund seiner Fähigkeit zu einsichtigen Handlungen
eine Sonderstellung zukommt. Diese überträgt
ihm die Verantwortung für sein Handeln gegenüber
sich selbst und damit die Mitverantwortung
für seine Mitmenschen und seine Umwelt.
Hinsichtlich der Frage Biologie und Gesellschaft
sollte der Schüler seinem Alter entsprechend nunmehr
imstande sein, unter Heranziehung aktueller
Ereignisse und unter Einbeziehung des in den vergangenen
vier Schulstufen angestrebten Umweltdenkens
und der nicht nur im Biologieunterricht,
sondern auch in anderen Unterrichtsgegenständen
erworbenen Kenntnisse, die gegenwärtige Situation
des Menschen im Sinne einer umfassenden, auch
andere Aspekte berücksichtigenden Darstellung zu
begreifen. Dabei wird nicht nur die Umweltsituation
in Industrieländern erkannt werden müssen;
ebenso sollten auch die biologischen Gegebenheiten
der Entwicklungsländer (verursacht durch
Übervölkerung, Raubbau, Dürre, Hunger, Naturkatastrophen
ua.) behandelt werden. Bei dieser Gelegenheit
ist auf die wechselseitige Verantwortlichkeit
hinzuweisen.
Die Verwendung aktueller Medien ist empfehlenswert,
doch sollten keine einseitigen Darstellungen
vorgegeben werden. Der Schüler soll lernen,
selbst zu werten. Das Ziel wäre erreicht, wenn der
Schüler in seinem späteren Leben Maßnahmen und
Entscheidungen stets mit Bedacht auf die biologischen
und ökologischen Zusammenhänge treffen
würde."
13. In Anlage A, sechster Teil, wird beim Pflichtgegenstand
„Physik" dem Unterabschnitt „Lehrstoff"
angefügt
„Lehrstoff am Gymnasium und am Realgymnasium
3. Klasse (2 Wochenstunden)
Stoffe kommen in der Natur selten
rein vor
Beschreibung von Stoffen nach physikalischen
Eigenschaften.
Körper — Stoff.
Auswahl von Stoffen aus dem Erfahrungsbereich
des Schülers. Auswahl nach Ordnungsprinzipien,
wie zB Farbe, Zustandsform, Festigkeit, Dichte,
Metall — Nichtmetall und ähnliches.
Zusammenhang zwischen Eigenschaften und
Verwendung des Materials.
Gemenge, Reinstoff.
Beispiele für physikalische Trennverfahren
Lösen, Filtrieren, Zentrifugieren, Destillieren,
Chromatographie (nur als Phänomene).
PRAXISBEZUG: Gewinnung von Rohstoffen
(zB Salzgewinnung, Erdölverarbeitung), Milchverarbeitung,
Untersuchung von Naturstoffen in
Laboratorien, Kläranlagen, Filter zur Abgasreinigung.
Verbindung, Element.
Zerlegung von Verbindungen durch chemische
Reaktionen.
Aus einer Verbindung ist ein Element zu gewinnen.
PRAXISBEZUG: Gewinnung von Metallen aus
Erzen.
Atome als Bausteine der Materie
Atome — Elemente.
Positive und negative elektrische Ladung: Anziehung
und Abstoßung.
Qualitatives Verständnis auf Grund einfacher
Experimente.
Atombau aus Kern (Protonen und Neutronen) und
Hülle (Elektronen).
Unterscheidung der Atome der einzelnen Elemente
nach ihrem inneren Bau: Atomkern als
Träger der Masse.
Hülle als Aufenthaltsbereich der Elektronen.
Symbolschreibweise für Elemente bzw. Atome.
Erste Einführung in das Periodensystem.
Zusammenhang zwischen Anzahl der Valenzelektronen
und der Stellung des Elementes im
Periodensystem.
Verteilung der Metalle und Nichtmetalle im
Periodensystem.
Elektrische Leiter und Isolatoren
Elektronenbewegung: unterschiedliche Leitfähigkeit
von Metallen, Nichtmetallen und Nichtmetallverbindungen.
Vertiefende Wiederholung aus der 6. Schulstufe
Stromkreis, Leiter, Isolator.
Metalle als elektrische Leiter: Verwendung des
Teilchenmodells.
Metallbindung. Einführung des Ionenbegriffes.
Isolatoren: Atombindung — Moleküle.
Bindung durch gemeinsame Elektronen, Beispiele
für einfache Moleküle von Elementen und
Verbindungen.
Summenformeln, Elektronenformeln.
Nach Möglichkeit Veranschaulichung durch
Kugel- oder Kalottenmodelle.
PRAXISBEZUG: Isolationstechnik.
Leitfähigkeit von wäßrigen Salzlösungen, von
Leitungswasser bzw. destilliertem Wasser und
festen Salzen.
Ionenbindung, Ionengitter, Ionenbewegung.
Wiederherstellung des Ionengitters durch Eindampfen
einer Kochsalzlösung.
PRAXISBEZUG: Sicherheits- und Vorsichtsmaßnahmen
in Feuchträumen, Salzgewinnung.
QUERVERBINDUNG: Biologie und Umweltkunde
— Bedeutung von Salzlösungen für den
Organismus.
Durch elektrischen Strom lassen
sich neue Stoffe gewinnen
Elektrolyse einer Salzlösung.
Demonstration an einem Beispiel, bei dem die
Bestandteile des Salzes an den Elektroden in elementarer
Form abgeschieden werden. Reaktionsgleichungen.
Elektronenaufnahme und -abgabe an den Elektroden.
Beschränkung der Elektrolyse auf die Umkehrung
der Ionenbildung aus den Atomen der Elemente.
Technische Bedeutung der Elektrolyse.
Beschränkung auf ausgewählte Beispiele technischer
Prozesse.
PRAXISBEZUG: Galvanisieren, Reinmetallgewinnung,
wirtschaftliche Bedeutung.
QUERVERBINDUNG: Biologie und Umweltkunde
— Abwasserprobleme von Elektrolyseanlagen.
Spannung und Widerstand bestimmen
die Stromstärke
Galvanische Zellen, Batterien, Akkumulatoren.
Elektrische Spannung, Einheit.
Demonstration der Spannung zwischen zwei
Materialien in einem Elektrolyten.
PRAXISBEZUG: Monozelle, Autobatterie,
Abfallprobleme, Netzspannung, Batteriespannungen,
Spannungsprüfer, Unfallverhütung.
Gleichstrom und Wechselstrom.
Beschränkung auf qualitative Behandlung.
Stromstärke, Einheit.
Widerstand, Einheit.
Einführung in die Handhabung von elektrischen
Meßgeräten.
Abhängigkeit des Widerstandes von Material,
Länge, Querschnitt und Temperatur eines Leiters.
Abhängigkeit der Stromstärke von Spannung und
Widerstand.
Ohmsches Gesetz.
Gefährdung des Menschen durch den elektrischen
Strom.
E: Serien- und Parallelschaltung von Verbrauchern.
PRAXISBEZUG: Fernleitungen, Elektrisches
Spielzeug, Elektrotechnische Berufe.
QUERVERBINDUNG: Mathematik — Umformen
von Gleichungen.
Elektrizität und Energie
Wärme- und Lichtwirkung des elektrischen Stromes.
Elektrische Energie (Arbeit), elektrische Leistung,
Einheiten.
Verallgemeinerung des Leistungsbegriffes.
Über den Leistungsbedarf elektrischer Geräte
kann die Verallgemeinerung des Leistungsbegriffes
auch auf die mechanische Leistung erreicht
werden.
PRAXISBEZUG: Leistungsbedarf von Elektrogeräten,
Abschätzung des Energieverbrauches
von Elektrogeräten, Probleme der Stromversorgung
(zB Grundlast, Spitzenbedarf), sinnvolles
Sparen elektrischer Energie, Elektrizität im
Haushalt.
QUERVERBINDUNG: Geographie und Wirtschaftskunde
— Energiewirtschaft.
Wärme als eine Form der Energie
Vorgänge, die zeigen, daß Wärme eine Form der
Energie ist.
Wärme durch elektrischen Strom, durch Reibung
und durch Verbrennung.
Wärmeenergie und Teilchenmodell.
PRAXISBEZUG: Prinzip der Brandbekämpfung,
Sicherheitsbestimmungen.
Wärmekapazität, Heizwert.
Hinweis auf die Energieeinheit.
PRAXISBEZUG: Wärmespeichervermögen im
Bauwesen, Kostenvergleich von Brennstoffen
unter Berücksichtigung des Heizwertes.
Übertragung von Wärmeenergie: Wärmeleitung,
Wärmeströmung, Wärmestrahlung.
PRAXISBEZUG: Wärmedämmung, Heizsysteme,
Kaminwirkung, Thermosflasche, Kleidung.
QUERVERBINDUNG: Biologie und Umweltkunde
— Wärmehaushalt von Lebewesen, Geographie
und Wirtschaftskunde — maritimes und
kontinentales Klima.
Umwandlung von Wärmeenergie in Bewegungsenergie.
Verwendung des Teilchenmodells, Hinweis auf
Wärmekraftmaschinen und deren Wirkungsgrad,
Hinweis auf den Ernegieerhaltungssatz.
Wärmeenergie und Zustandsänderungen
von Stoffen
Bedingungen für die Änderungen der Zustandsformen
(Temperatur und Druck).
Schmelzpunkt, Siedepunkt.
Anomalie des Wassers.
PRAXISBEZUG: Druckkochtopf, Zufrieren von
Seen, Eisberge, Sprengwirkung von gefrierendem
Wasser.
QUERVERBINDUNGEN: Geographie und
Wirtschaftskunde — Klimazonen.
Bedeutung von Schmelz- und Verdampfungswärme.
Anwendung des Teilchenmodells.
PRAXISBEZUG: Wiederverwertung von Materialien
durch Einschmelzen. Herstellung von
Werkstoffen, Berufsfelder: Metall- und Kunststoffverarbeitung,
Wettergeschehen.
Destillation.
PRAXISBEZUG: Erdölverarbeitung, Alkoholdestillation.
E: Sublimationsvorgänge.
Kühlschrank, Wärmepumpe.
Beschränkung auf das Prinzip, daß durch Einsatz
von Arbeit Wärmeenergie gegen ein Temperaturgefälle
transportiert wird.
PRAXISBEZUG: Kühlanlagen, Kühlen und
Gefrieren von Nahrungsmitteln, Wärmepumpe
für Heizzwecke und Warmwasserbereitung.
Die Sonne als Motor für das Wettergeschehen
und als Energiequelle
Aufgenommene Strahlungsenergie als Ursache für
Wasserkreisläufe und Luftströmungen.
Hoch- und Tiefdruckgebiete.
Verdunstungsvorgänge in der Natur, Luftfeuchtigkeit.
Nebel- und Wolkenbildung, Niederschläge.
Die Rolle von Kondensationskernen bei der
Nebelbildung (Smog) und bei der Wolkenbildung.
E: Gewitter.
PRAXISBEZUG: Wasserkraft, Fremdenverkehr,
Landwirtschaft, Wetterprognose, Blitzschutz.
QUERVERBINDUNG: Biologie und Umweltkunde
— Problematik von Eingriffen in die
Natur, Sonne als Energielieferant für biochemische
Prozesse.
Speicherung von Strahlungsenergie in lebenden
Pflanzen und fossilen Brennstoffen.
Wesentlich ist die Betrachtung der Energieumwandlungen.
Probleme der nichtregenerierbaren Energieträger.
Umwandlung von Strahlungsenergie in Nutzenergie.
PRAXISBEZUG: Solartechnik.
4. Klasse (2 Wochenstunden)
Das Magnetfeld.
Das Magnetfeld eines Permanentmagneten, Feldlinien.
Magnetische Influenz.
Das Magnetfeld der Erde.
PRAXISBEZUG: Kompaß, Magnetverschlüsse.
Stromfluß bewirkt Magnetfeld
Das Magnetfeld eines stromdurchflossenen Leiters
und einer Spule.
Elektromagnet — praktische Anwendungen.
E: Elektrische Meßgeräte.
Funktionsprinzip des Elektromotors.
Erklärung der Wirkungsweise am Beispiel des
Gleichstrommotors.
E: Wechselstrommotor.
PRAXISBEZUG: Elektrofahrzeuge, elektrische
Haushaltsgeräte und Werkzeuge, Spielzeug.
Änderung. des Magnetfeldes
bewirkt Spannung
Das Prinzip der Induktion.
Funktionsprinzip des Generators.
Funktionsprinzip und einige Anwendungen des
Transformators.
Gewinnung und Transport elektrischer Energie.
E: Dreiphasen-Wechselstrom.
PRAXISBEZUG: Lichtmaschine (Fahrrad,
Auto), Elektrizitätswerk, Verbundnetz.
QUERVERBINDUNG: Geographie und Wirtschaftskunde
— Wirtschaftliche Gesichtspunkte
der Elektrizitätsversorgung, Biologie und
Umweltkunde — Umweltprobleme.
Sicherheit im Umgang mit Elektrogeräten
Gefahren des elektrischen Stromes.
Sicherheitsvorkehrungen und Verhaltensregeln.
Schukosteckdose und Stecker.
Schutzerdung und Schutzisolation.
Schmelzsicherung, Leitungsschutzschalter.
Funktionsprinzip des Fehlerstromschutzschalters
(FI-Schalter).
Sicherung als Schutzeinrichtung für die Elektroinstallation
und -geräte. FI-Schalter als Schutz
für den Menschen.
PRAXISBEZUG: ÖVE-Prüfzeichen, Produktdeklaration;
Berufsfeld Elektrotechnik.
Übertragung, Verarbeitung und
Speicherung von Information
Halbleiterlelemente.
Die Diode als Gleichrichter. Der Transistor als
Schalter und als Verstärkerelement.
Exemplarische Demonstration an einfachen
Schaltungen.
Grundlagen für Hörfunk und Fernsehen.
Informationsübertragung und Informationsspeicherung.
Auswahl: Telefon, Schallplatte, Magnetband ua.
E: Grundlagen der Computertechnik.
Wesentliche Funktionseinheiten.
Einfache logische Schaltungen und Speicherelemente.
PRAXISBEZUG: Einfluß der elektronischen
Medien auf Beruf und Freizeit, Automatisierung,
neue Technologien.
Planeten — Satelliten
Die Zentripetalkraft bei der Kreisbewegung.
Gravitationskraft. Gravitationsfeld.
Abhängigkeit der Gravitationskraft von den
Massen und ihrem Abstand.
Bahnen von Planeten und Satelliten.
E: Der freie Fall. Die Beschleunigung.
PRAXISBEZUG: Fahrzeuge in Kurven, Kreisbewegungen
im Sport, Zentrifugen, Ringelspiel.
Nutzen der Raumfahrt — Gefahren für den
Frieden.
Lichtausbreitung und Reflexion
Voraussetzungen für die Sichtbarkeit von Körpern.
Lichtgeschwindigkeit.
Geradlinige Lichtausbreitung, Schatten.
Reflexionsgesetz: ebener Spiegel, gekrümmte Spiegel.
Bildentstehung, praktische Anwendungen.
Diffuse Reflexion.
E: Einfache Bildkonstruktionen.
PRAXISBEZUG: Arbeitsplatzbeleuchtung, Tag
und Nacht, Mondphasen, Finsternisse, Scheinwerfer,
Rückspiegel, Landvermessung.
Bildentstehung durch Lichtbrechung
Lichtbrechung.
Qualitative Behandlung.
Totalreflexion.
PRAXISBEZUG: Luftspiegelungen, Licht- und
Bildleiter, optische Prismen.
Bildentstehung bei Linsen.
Das optische System Auge.
E: Einfache Bildkonstruktionen.
E: Korrektur von Sehfehlern durch Brillen.
Funktionsprinzip des Fotoapparates.
E: Entstehung eines Fotos.
E: Mikroskop, Fernrohr.
PRAXISBEZUG: Optische Geräte, Berufsfelder
Augenoptik, optische Industrie, Fotografie.
QUERVERBINDUNG: Biologie und Umweltkunde.
Licht und Farben
Zerlegung des weißen Lichtes: Spektrum.
PRAXISBEZUG: Regenbogen.
Farbmischung, Körperfarben.
PRAXISBEZUG: Farbfernsehen, Farbdruck,
Farbfotografie, Malerei.
QUERVERBINDUNG: Bildnerische Erziehung,
Biologie und Umweltkunde.
Energie aus Atomkernen
Radioaktivität: Alpha-, Beta-, Gammastrahlung.
Hinweis auf Veränderungen im Atomkern als
Ursache für Radioaktivität; Abschirmung, Nachweis.
Nutzen und Gefahren radioaktiver Strahlung.
PRAXISBEZUG: Medizin, Materialuntersuchungen;
Altersbestimmung, Landwirtschaft.
Kernspaltung und Kernverschmelzung.
Grundzüge und Bedeutung, Kernreaktor, Kernwaffen,
Sonne. Bedrohung der Menschheit
durch Kernwaffen, Strahlenschutz.
PRAXISBEZUG: Isotopenherstellung in Reaktoren,
Kernkraftwerke, Probleme der Kernenergie,
Zivilschutz.
QUERVERBINDUNG: Biologie und Umweltkunde,
Geschichte und Sozialkunde, Geographie
und Wirtschaftskunde.
Energieumformung und Energiegewinnung
Zusammenfassender Überblick über die Energiearten
und Beispiele für wichtige Umwandlungsvorgänge.
Energieumformende Maschinen am Beispiel des
Viertakt-Ottomotors.
E: Zweitaktmotor, Dieselmotor, Strahltriebwerk,
Raketenantrieb.
Satz von der Erhaltung der Energie.
Wirkungsgrad bei Energieumformungen.
Energiehaushalt der Erde: Energiequellen und
Energieversorgung.
Alternative Formen der Energiegewinnung.
Einblick in deren Grundlagen und Probleme.
Möglichkeiten sinnvollen Energiesparens.
Energiebewußtes Konsumverhalten, Nutzung
der Abwärme.
PRAXISBEZUG: Antriebstechniken, Kraftfahrzeuge,
Solartechnik, Erdwärme, Windenergie,
Gezeitenenergie, Sonnenkollektoren, Wärmepumpe,
Fernwärme.
E: Abschließende Betrachtungen
über die Physik
Überlegungen zu Zielen, Ergebnissen, Methoden
und Grenzen der Physik sowie deren Bedeutung
für den einzelnen und die Gesellschaft.
Anbahnen einer Bereitschaft zur Auseinandersetzung
mit damit zusammenhängenden Fragen.
Lehrstoff am Wirtschaftskundlichen Realgymnasium
für Mädchen
3. Klasse (2 Wochenstunden)
Körper werden elektrisch geladen
Aufladung durch Berührung. Geladene Körper.
Arten der elektrischen Ladungen. Kraftwirkungen.
Vertiefende Wiederholung der Grunderfahrungen
der 6. Schulstufe.
PRAXISBEZUG: Reibungselektrizität von Haaren,
Kleidungsstücken, Fußböden usw.
Atome als Bausteine der Materie
Atombau aus Kern (Protonen und Neutronen) und
Hülle (Elektronen).
Größenvergleiche. Vergleiche zur Erfassung der
großen Anzahl von Atomen beim Aufbau der
Materie.
Atomkern als Träger der Masse.
Hülle als Aufenthaltsbereich der Elektronen.
Unterscheidung der einzelnen Atomarten nach
ihrem inneren Aufbau.
Elementbegriff.
Hinweis auf das Periodensystem — Ordnung der
Elemente.
Elektrische Leiter und Isolatoren
Lockere Bindung der Elektronen in Metallatomen.
Entfernung von Elektronen aus dem Atomverband
Bildung von geladenen Teilchen.
Aufbau der Metalle — frei bewegliche Elektronen
— Elektronengas.
Elektrische Leitfähigkeit.
Isolatoren haben keine frei beweglichen Elektronen.
PRAXISBEZUG: Hochspannungsleitung. Kabel.
Verteilung der elektrischen Energie. Elektrizität
im Haushalt.
QUERVERBINDUNG: Chemie.
PRAXISBEZUG: Fernleitungen. Elektrisches
Spielzeug. Elektrotechnische Berufe.
Spannung und Widerstand bestimmen
die Stromstärke
Galvanische Zellen, Batterien, Akkumulatoren.
Elektrische Spannung. Einheit.
Demonstration der Spannung zwischen zwei
Materialien in einem Elektrolyten.
PRAXISBEZUG: Monozelle, Autobatterie.
Abfallprobleme. Netzspannung, Batteriespannungen.
Spannungsprüfer. Unfallverhütung.
Gleichstrom und Wechselstrom.
Beschränkung auf qualitative Behandlung.
Stromstärke. Einheit.
Widerstand. Einheit.
Einführung in die Handhabung von elektrischen
Meßgeräten.
Abhängigkeit des Widerstandes von Material,
Länge, Querschnitt und Temperatur eines Leiters.
Abhängigkeit der Stromstärke von Spannung und
Widerstand.
Ohmsches Gesetz.
Gefährdung des Menschen durch den elektrischen
Strom.
E: Serien- und Parallelschaltung von Verbrauchern.
PRAXISBEZUG: Fernleitungen. Elektrisches
Spielzeug. Elektrotechnische Berufe.
QUERVERBINDUNG: Mathematik - Umformen
von Gleichungen.
Elektrizität und Energie
Wärme- und Lichtwirkung des elektrischen Stromes.
Elektrische Energie (Arbeit). Elektrische Leistung.
Einheiten.
Verallgemeinerung des Leistungsbegriffes.
Über den Leistungsbedarf elektrischer Geräte
kann die Verallgemeinerung des Leistungsbegriffes
auch auf die mechanische Leistung erreicht
werden.
PRAXISBEZUG: Leistungsbedarf von Elektrogeräten.
Abschätzung des Energieverbrauches
von Elektrogeräten. Probleme der Stromversorgung
(zB Grundlast, Spitzenbedarf). Sinnvolles
Sparen elektrischer Energie. Elektrizität im
Haushalt.
QUERVERBINDUNG: Geographie und Wirtschaftskunde
— Energiewirtschaft.
Ionen in der Umwelt
Ionen als Ladungsträger.
Vertiefende Wiederholung der Bildung und
Eigenschaften von Ionen unter besonderer
Berücksichtigung des Chemieunterrichtes.
Deutung des Stromflusses als Bewegung von
Ladungsträgern: Elektronen oder Ionen.
Ionen in Flüssigkeiten.
Ionen in Salzlösungen. Ionen in biologischen
Systemen. Grundsätzliche Möglichkeit des
Stromflusses in solchen Systemen.
Ionen in Gasen.
Aus neutralen Gasteilchen können durch Energiezufuhr
Ionen entstehen.
Bei genügend hoher Ionenkonzentration fließt
Strom.
PRAXISBEZUG: Wasserhärte. Meerwasser,
Leitungswasser. Kochsalz im Organismus, Spurenelemente.
Reizleitung in Nerven. Blitz, Reklamebeleuchtungen,
Leuchtstoffröhre, Sparlampen.
QUERVERBINDUNG: Chemie - Eigenschaften
von Nichtmetallen; Bindung zwischen Atomen
der Nichtmetalle.
Sicherheit beim Umgang mit Elektrogeräten
Wirkung des elektrischen Stromflusses durch den
menschlichen Körper.
Beschränkte Isolationswirkung der Haut.
Verbrennungen durch Stromfluß. Stromtod.
Muskelkrampf; Herzflimmern.
Hinweis auf Unfallstatistiken.
QUERVERBINDUNG: Chemie, Biologie und
Umweltkunde.
Sicherheitsmaßnahmen im Umgang mit elektrischen
Geräten im Haushalt und Wirtschaftsbereich,
am Arbeitsplatz.
Hinweis auf Gefahrenquellen anhand wichtiger
Geräte. Berührungsschutz — Isolation durch
Kunststoffgehäuse. Gefahrenquellen: Kabel,
Steckverbindungen; mangelhafte und unsachgemäße
Reparatur; Feuchträume uä.
Information über wesentliche einschlägige gesetzliche
Bestimmungen.
Wärme als eine Form der Energie
Vorgänge, die zeigen, daß Wärme eine Form der
Energie ist.
Wärme durch elektrischen Strom, durch Reibung
und durch Verbrennung.
Wärmeenergie und Teilchenmodell.
PRAXISBEZUG: Prinzip der Brandbekämpfung.
Sicherheitsbestimmungen.
Wärmekapazität, Heizwert.
Hinweis auf die Energieeinheit.
PRAXISBEZUG: Wärmespeichervermögen im
Bauwesen. Kostenvergleich von Brennstoffen
unter Berücksichtigung des Heizwertes.
Übertragung von Wärmeenergie: Wärmeleitung,
Wärmeströmung, Wärmestrahlung.
PRAXISBEZUG: Wärmedämmung, Heizsysteme,
Kaminwirkung, Thermosflasche, Kleidung.
Mikrowellenherd.
QUERVERBINDUNG: Biologie und Umweltkunde
— Wärmehaushalt von Lebewesen.
Geographie und Wirtschaftskunde — maritimes
und kontinentales Klima.
Umwandlung von Wärmeenergie in Bewegungsenergie.
Verwendung des Teilchenmodells. Hinweis auf
Wärmekraftmaschinen und deren Wirkungsgrad.
Hinweis auf den Energieerhaltungssatz.
Wärmeenergie und Zustandsänderungen
von Stoffen
Bedingungen für die Änderungen der Zustandsformen
(Temperatur und Druck).
Schmelzpunkt. Siedepunkt.
Anomalie des Wassers.
PRAXISBEZUG: Druckkochtopf. Zufrieren von
Seen. Eisberge. Sprengwirkung von gefrierendem
Wasser.
QUERVERBINDUNG: Geographie und Wirtschaftskunde
— Klimazonen.
Bedeutung von Schmelz- und Verdampfungswärme.
Anwendung des Teilchenmodells.
PRAXISBEZUG: Wiederverwertung von Materialien
durch Einschmelzen. Herstellung von
Werkstoffen. Berufsfelder: Metall- und Kunststoffverarbeitung.
Wettergeschehen.
Destillation.
PRAXISBEZUG: Erdölverarbeitung. Alkoholdestillation.
E: Sublimationsvorgänge.
Kühlschrank. Wärmepumpe.
Beschränkung auf das Prinzip, daß durch Einsatz
von Arbeit Wärmeenergie gegen ein Temperaturgefälle
transportiert wird.
PRAXISBEZUG: Kühlanlagen. Kühlen und
Gefrieren von Nahrungsmitteln. Wärmepumpe
für Heizzwecke und Warmwasserbereitung.
Die Sonne als Motor für das Wettergeschehen
und als Energiequelle
Aufgenommene Strahlungsenergie als Ursache für
Wasserkreisläufe und Luftströmungen.
Hoch- und Triefdruckgebiete.
Verdunstungsvorgänge in der Natur. Luftfeuchtigkeit.
Nebel- und Wolkenbildung. Niederschläge.
Die Rolle von Kondensationskernen bei der
Nebelbildung (Smog) und bei der Wolkenbildung.
E: Gewitter.
PRAXISBEZUG: Wasserkraft. Fremdenverkehr.
Landwirtschaft. Wetterprognose. Blitzschutz.
QUERVERBINDUNG: Biologie und Umweltkunde
— Problematik von Eingriffen in die
Natur. Sonne als Energielieferant für biochemische
Prozesse.
Speicherung von Strahlungsenergie in lebenden
Pflanzen und fossilen Brennstoffen.
Wesentlich ist die Betrachtung der Energieumwandlungen.
Probleme der nichtregenerierbaren Energieträger.
Umwandlung von Strahlungsenergie in Nutzenergie.
PRAXISBEZUG: Solartechnik.
4. Klasse (2 Wochenstunden)
Das Magnetfeld
Das Magnetfeld eines Permanentmagneten. Feldlinien.
Magnetische Influenz.
Das Magnetfeld der Erde.
PRAXISBEZUG: Kompaß. Magnetverschlüsse.
Stromfluß bewirkt ein Magnetfeld
Das Magnetfeld eines stromdurchflossenen Leiters
und einer Spule.
Elektromagnet — praktische Anwendungen.
E: Elektrische Meßgeräte.
Funktionsprinzip des Elektromotors.
Erklärung der Wirkungsweise am Beispiel des
Gleichstrommotors.
E: Wechselstrommotor.
PRAXISBEZUG: Elektrofahrzeuge. Elektrische
Haushaltsgeräte und Werkzeuge. Spielzeug.
Änderung des Magnetfeldes bewirkt
Spannung
Das Prinzip der Induktion.
Funktionsprinzip eines Generators.
Funktionsprinzip und einige Anwendungen des
Transformators.
Gewinnung und Transport elektrischer Energie.
E: Dreiphasen-Wechselstrom.
PRAXISBEZUG: Lichtmaschine (Fahrrad,
Auto). Elektrizitätswerk, Verbundnetz.
QUERVERBINDUNG: Geographie und Wirtschaftskunde
— Wirtschaftliche Gesichtspunkte
der Elektrizitätsversorgung. Biologie und
Umweltkunde — Umweltprobleme.
Sicherheit im Umgang mit Elektrogeräten
Gefahren des elektrischen Stromes.
Sicherheitsvorkehrungen und Verhaltensregeln.
Vertiefende Wiederholung der Gefahren des
Stromflusses durch den menschlichen Körper
(7. Schulstufe).
Schukosteckdose und Stecker.
Schutzerdung und Schutzisolation.
Schmelzsicherung. Leitungsschutzschalter.
Funktionsprinzip des Fehlerstromschutzschalters
(FI-Schalter).
Sicherung als Schutzeinrichtung für die Elektroinstallation
und -geräte. FI-Schalter als Schutz
für den Menschen.
PRAXISBEZUG: ÖVE-Prüfzeichen. Produktdeklaration.
Berufsfeld Elektrotechnik.
Übertragung, Verarbeitung und
Speicherung von Information
Halbleiterelemente.
Die Diode als Gleichrichter. Der Transistor als
Schalter und als Verstärkerelement.
Exemplarische Demonstration an einfachen
Schaltungen.
Grundlagen für Hörfunk und Fernsehen.
Informationsübertragung und Informationsspeicherung.
Auswahl. Telefon, Schallplatte, Magnetband ua.
E: Grundlagen der Computertechnik.
Wesentliche Funktionseinheiten.
Einfache logische Schaltungen und Speicherelemente.
PRAXISBEZUG: Einfluß der elektronischen
Medien auf Beruf und Freizeit. Automatisierung.
Neue Technologien.
Planeten — Satelliten
Die Zentripetalkraft bei der Kreisbewegung.
Gravitationskraft. Gravitationsfeld.
Abhängigkeit der Gravitationskraft von den
Massen und ihrem Abstand.
Bahnen von Planeten und Satelliten.
E: Der freie Fall. Die Beschleunigung.
PRAXISBEZUG: Fahrzeuge in Kurven. Kreisbewegungen
im Sport. Zentrifugen. Ringelspiel.
Nutzen der Raumfahrt — Gefahren für den
Frieden.
Lichtausbreitung und Reflexion
Voraussetzungen für die Sichtbarkeit von Körpern.
Lichtgeschwindigkeit.
Geradlinige Lichtausbreitung. Schatten.
Reflexionsgesetz: ebener Spiegel, gekrümmte Spiegel.
Bildentstehung, praktische Anwendungen.
Diffuse Reflexion.
E: Einfache Bildkonstruktionen.
PRAXISBEZUG: Arbeitsplatzbeleuchtung. Tag
und Nacht. Mondphasen. Finsternisse. Scheinwerfer,
Rückspiegel. Landvermessung.
Bildentstehung durch Lichtbrechung
Lichtbrechung.
Qualitative Behandlung
Totalreflexion.
PRAXISBEZUG: Luftspiegelungen. Licht- und
Bildleiter. Optische Prismen.
Bildentstehung bei Linsen.
Das optische System Auge.
E: Einfache Bildkonstruktionen.
E: Korrektur von Sehfehlern durch Brillen.
Funktionsprinzip des Fotoapparates.
E: Entstehung eines Fotos.
E: Mikroskop. Fernrohr.
PRAXISBEZUG: Optische Geräte. Berufsfelder
Augenoptik, optische Industrie. Fotografie.
QUERVERBINDUNG: Biologie und Umweltkunde.
Licht und Farben
Zerlegung des weißen Lichtes: Spektrum.
PRAXISBEZUG: Regenbogen.
Farbmischung. Körperfarben.
Aspekte der farblichen Gestaltung eines Arbeitsplatzes.
Farbpsychologische Aspekte im Wohnbereich
und beim Servieren von Speisen.
PRAXISBEZUG: Farbfernsehen. Farbdruck.
Farbfotografie. Malerei.
QUERVERBINDUNG: Bildnerische Erziehung.
Biologie und Umweltkunde.
Energie aus Atomkernen
Radioaktivität: Alpha-, Beta-, Gammastrahlung.
Hinweis auf Veränderungen im Atomkern als
Ursache für Radioaktivität. Abschirmung. Nachweis.
Nutzen und Gefahren radioaktiver Strahlung.
PRAXISBEZUG: Medizin. Materialuntersuchungen.
Altersbestimmung. Landwirtschaft.
Konservieren von Lebensmitteln durch Gammastrahlung.
Hinweis auf die Unterschiede in den gesetzlichen
Bestimmungen in Österreich und im Ausland.
Kernspaltung und Kernverschmelzung.
Grundzüge und Bedeutung. Kernreaktor. Kernwaffen.
Sonne. Bedrohung der Menschheit
durch Kernwaffen. Strahlenschutz.
PRAXISBEZUG: Isotopenherstellung in Reaktoren.
Kernkraftwerke. Probleme der Kernenergie.
Zivilschutz.
QUERVERBINDUNG: Biologie und Umweltkunde,
Geschichte und Sozialkunde, Geographie
und Wirtschaftskunde.
Energieumformung und Energieversorgung
Zusammenfassender Überblick über die Energiearten
und Beispiele für wichtige Umwandlungsvorgänge.
Energieumformende Maschinen am Beispiel des
Viertakt-Ottomotors.
E: Zweitaktmotor. Dieselmotor. Strahltriebwerk.
Raketenantrieb.
Satz von der Erhaltung der Energie.
Wirkungsgrad bei Energieumformungen.
Energiehaushalt der Erde: Energiequellen und
Energieversorgung.
Alternative Formen der Energiegewinnung.
Einblick in deren Grundlagen und Probleme.
Möglichkeiten sinnvollen Energiesparens.
Energiebewußtes Konsumverhalten. Nutzung
der Abwärme.
PRAXISBEZUG: Antriebstechniken. Kraftfahrzeuge.
Solartechnik, Erdwärme, Windenergie,
Gezeitenenergie, Sonnenkollektoren, Wärmepumpe.
Fernwärme.
E: Abschließende Betrachtungen
über die Physik
Überlegungen zu Zielen, Ergebnissen, Methoden
und Grenzen der Physik sowie deren Bedeutung
für den einzelnen und die Gesellschaft.
Anbahnen einer Bereitschaft zur Auseinandersetzung
mit damit zusammenhängenden Fragen."
14. In Anlage A, sechster Teil, wird nach dem
Pflichtgegenstand „Physik" eingefügt
„CHEMIE
Bildungs- und Lehraufgabe
Der Chemieunterricht in der Unterstufe soll dem
Schüler helfen, sich in seiner Umwelt zu orientieren
und entsprechend verantwortungsbewußt zu handeln.
Dazu ist es notwendig, dem Schüler das Verständnis
für Zusammenhänge sowohl innerhalb des
Naturgeschehens als auch zwischen Natur, Technik
und Leben in Alltag, Beruf, Freizeit und
Öffentlichkeit zu vermitteln. Dieses Verständnis
setzt den Erwerb von Kenntnissen und Einsichten,
Fähigkeiten und Fertigkeiten, Einstellungen und
Werthaltungen voraus, wobei Querverbindungen
zur Physik, zu Biologie und Umweltkunde sowie
zu den anderen Naturwissenschaften und Wissensbereichen
herzustellen sind. Es ist die Grundlage
für den naturwissenschaftlichen Unterricht an der
Oberstufe zu liefern.
Ausgehend von einfachen, praxisbezogenen Beispielen
soll der Schüler Kenntnisse über chemische
Gesetzmäßigkeiten erwerben, Modellvorstellungen
entwickeln und durch weitere Beispiele deren
Bedeutung erkennen. Dabei ist der Schüler zu
eigenständigem Denken anzuregen und zu selbständigem
Bildungserwerb anzuleiten.
Der Schüler soll einfache Arbeitsweisen der Chemie
kennen und anwenden können, wie etwa Beobachten,
Beschreiben, Messen, Formulieren von Problemfragen;
Durchführen und Auswerten von Versuchen
und Formulieren von Ergebnissen. Der
Schüler soll befähigt werden, in zunehmendem
Maß die Fachsprache richtig zu verwenden.
Die Gültigkeitsgrenzen von Gesetzen sollen dem
Schüler bewußtgemacht werden.
Der Chemieunterricht soll im Schüler das
Bewußtsein für Umweltfragen wecken und verantwortungsvolles
Verhalten fördern. Dazu gehört das
Verständnis für die Vielschichtigkeit des Umweltbegriffes.
Der Schüler soll die Zusammenhänge
zwischen Ökonomie und Ökologie erkennen, um
Einsicht in Ursachen und Folgen von Umweltschäden
zu erhalten. Der Chemieunterricht soll Kenntnisse
über wichtige Schad- und Abfallstoffe, deren
Quellen und Gefahren vermitteln und im Schüler
die Bereitschaft wecken, als Konsument umweltbewußt
zu handeln. Der Unterricht soll neben der
Vermittlung von Wissen über Energie und Rohstoffe
sowie deren Bereitstellung auch die Bereitschaft
zu ihrem sinnvollen und sparsamen
Gebrauch fördern.
Die ständige Erweiterung des Verständnisses,
der Fähigkeiten und des Erkennens von Zusammenhängen
soll den Schüler immer mehr zu einer
möglichst eigenständigen Meinungsbildung hinführen,
die ihn zu einer bewußten, selbstkritischen, der
jeweiligen Altersstufe entsprechenden Handlungsweise
befähigt.
Der Schüler soll Kenntnisse erwerben über mögliche
Gefahren bei Eingriffen in die Natur durch
Anwendung naturwissenschaftlicher Erkenntnisse
im Umgang mit chemischen Produkten, technischen
Geräten und Einrichtungen im Alltag sowie
über Maßnahmen zur Vermeidung dieser Gefahren
(Unfallverhütung, Strahlenschutz, Zivilschutz, Friedenserziehung).
Dabei soll der Schüler zur Eigenverantwortung
hingeführt werden.
Der Schüler soll einen Einblick in die Bedingungen
der Berufs- und Arbeitswelt gewinnen sowie
die Bedeutung neuer Technologien und Produkte
erkennen.
Auf die Beiträge österreichischer Wissenschafter,
Forscher, Techniker, Entdecker und Erfinder ist
besonders einzugehen.
Lehrstoff am Gymnasium und am Realgymnasium
4. K 1 a s s e (2 Wochenstunden)
Chemie — die Welt der Stoffe
Beschreibung der Merkmale von Stoffen und deren
Veränderungen bei chemischen Vorgängen.
Vertiefende Wiederholung des Atombaues, der
Bindungsarten, des Periodensystems und der
chemischen Vorgänge mit Hilfe des Teilchenmodells.
Unterschied zwischen physikalischen und chemischen
Eigenschaften und Vorgängen.
PRAXISBEZUG: Ernährung. Bekleidung. Kosmetik.
Medizin. Werkstoffe. Bewältigung von
Zukunftsproblemen.
Wasser — chemisch betrachtet
Zusammensetzung des Wassers: Zerlegung, Summenformel,
Elektronenformel.
Wasser als Reinstoff und als Lösungsmittel.
PRAXISBEZUG: Leitungswasser, Mineralwasser,
Meerwasser. Unterschiedliche Wasserqualitäten.
Unterschiedliche Eigenschaften der Verbindung
Wasser und der Elemente Wasserstoff und Sauerstoff.
Reaktion von Wasserstoff mit Sauerstoff.
Oxidation und Reduktion als Aufnahme bzw.
Abgabe von Sauerstoff.
Reaktionsgleichungen — Reaktionsenergie.
Exotherme und endotherme Reaktionen je nach
Reaktionsrichtung.
Sicherheitsaspekte (Knallgasprobe).
PRAXISBEZUG: Wasserstoff als Energieträger.
Raketentreibstoff. Knallgaszelle.
Chemikalien im täglichen Leben —
auf die Dosis kommt es an
Die Dosis als Kriterium für die Schädlichkeit von
Stoffen.
Die Bedeutung von MAK, MIK, ppm und ppb.
Gefahrensymbole für Chemikalien. Aufbewahrungsrichtlinien
für Haushaltschemikalien.
Umgang mit brennbaren Stoffen und Lösungsmitteln.
PRAXISBEZUG: Gebrauchsanweisungen für
Haushaltschemikalien und Medikamente.
Arbeitsplatz. Umweltschutz. Giftinformationszentrum
für Österreich.
QUERVERBINDUNG: Physik - Heizwert,
Biologie und Umweltkunde — Lebensräume,
Atmung, Geographie und Wirtschaftskunde —
Wirtschaft und Umwelt.
Säuren und Basen im Alltag
Nachweis von sauren und basischen Stoffen in
wäßrigen Lösungen mittels Indikatoren.
Untersuchung von Stoffen aus dem Erfahrungsbereich
der Schüler.
pH-Wert als Meßgröße für saure, neutrale und
basische Lösungen.
PRAXISBEZUG: Saure und basische Niederschläge
in der Umwelt. Getränke. Badewasser.
Wasserstoffionen als Kennzeichen von sauren
Lösungen.
Hydroxidionen als Kennzeichen für basische
Lösungen.
Ionennachweis durch Leitfähigkeitsbestimmung.
Menge der Ionen als Kennzeichen für stark oder
schwach saure bzw. basische Lösungen.
Kennzeichen von neutralen Lösungen.
Salzsäure, Schwefelsäure, Salpetersäure, Essigsäure.
Beschränkung auf typische Eigenschaften.
Gefahren im Umgang mit Säuren.
PRAXISBEZUG: Schwefelsäure im Bleiakkumulator.
Düngemittelproduktion. Haushak.
Magensaft.
QUERVERBINDUNG: Biologie und Umweltkunde.
Natronlauge, gelöschter Kalk, Ammoniak.
Beschränkung auf typische Eigenschaften.
Gefahr von Verätzungen.
PRAXISBEZUG: Abflußreiniger. Baumaterialien.
Hinweis auf Ammoniak in Reinigungsmitteln.
QUERVERBINDUNG: Biologie und Umweltkunde.
Neutralisation — wichtige Salze.
Behandlung an wenigen ausgewählten, einfachen
Beispielen.
E: Benennung einiger Salzgruppen.
PRAXISBEZUG: Abwasser. Baustoffe. Düngemittel.
Gesteinsbildende Salze.
Der Lebensraum Luft
Zusammensetzung der Luft.
Rasch und langsam verlaufende Oxidationen.
Verbrennung, Explosion, Rosten, Atmen.
Oxide als Reaktionsprodukte von Elementen mit
Sauerstoff.
E : Reaktionen von Oxiden mit Wasser.
Schadstoffe in der Luft durch Verbrennungsvorgänge.
Kohlendioxid, Kohlenmonoxid, Schwefeldioxid,
Stickoxide.
Behandlung, soweit diese Stoffe zum Verständnis
von Alltags- und Umweltproblemen notwendig
sind.
Beachtung regionaler Probleme. Saure Niederschläge.
Smogbildung.
Wirkungsweise von Katalysatoren.
E: Weitere Schadstoffe.
PRAXISBEZUG: Rauchgasvergiftung. Abgase
von Kraftfahrzeugen; Katalysator. Emissionen
von Hausbrand, kalorischen Kraftwerken. Müllverbrennungsanlagen.
Abgasreinigung.
QUERVERBINDUNG: Physik - Heizwert,
Biologie und Umweltkunde — Lebensräume,
Atmung, Geographie und Wirtschaftskunde —
Wirtschaft und Umwelt.
Naturstoffe und Syntheseprodukte
Die Elemente Natrium und Chlor.
Hinweise auf Eigenschaften der Elemente der
ersten und siebenten Hauptgruppe.
Metall- und Nichtmetalleigenschaften; Reaktionsfähigkeit;
Nachweise.
Kochsalz als Naturstoff: Gewinnung. Verwendung.
Nachweis der Bestandteile.
Kochsalz als Syntheseprodukt.
Die Möglichkeit der Kochsalzsynthese aus den
Elementen oder durch Neutralisation.
Nachweis der Bestandteile des Syntheseproduktes.
Unterschiedliches Verhalten der Atome und
Moleküle von Elementen gegenüber den daraus
gebildeten Ionen.
Vergleich von Naturstoff und Syntheseprodukt.
Gleiche Eigenschaften bei gleicher Zusammensetzung.
E: Kochsalzelektrolyse.
PRAXISBEZUG: Erzeugung von Soda, Farbstoffen,
Medikamenten.
Stoffe in der Arbeitswelt
Wirtschaftlich wichtige Metalle: Aluminium und
Eisen.
PRAXISBEZUG: Berufsfeld Metallindustrie.
Energieaufwand bei der Gewinnung von Aluminium
bzw. Eisen. Recycling.
E: Düngemittel.
E: Mineralische Baustoffe.
PRAXISBEZUG: Landwirtschaft. Chemische
Industrie. Bauen und Wohnen.
Kohle, Erdgas, Erdöl.
Grundzüge der Gewinnung und Verarbeitung
(ohne technologische Einzelheiten).
Bedeutung als Energieträger und Rohstoff.
Verwendung einiger wirtschaftlich wichtiger
Erdölprodukte.
PRAXISBEZUG: Verkehr. Heizung. Berufsfelder
Bergbau und erdölverarbeitende Industrie.
Bauprinzip organischer Verbindungen.
Kohlenwasserstoffe — Ketten und Ringe aus Kohlenstoffatomen.
E: Vergleich dieser Strukturen mit jenen des Diamanten
und des Graphits.
Chemie — Synthesen in Natur und
Industrie
Fotosynthese — Zellulose, ein Riesenmolekül.
Holz: Rohstoff für Zellulose.
Hinweis auf die Gewinnung; Verwendung für
die Papier- und Textilfaserherstellung.
Natürliche und synthetische Fasern.
Polykondensation und Polymerisation.
Einfach- und Mehrfachbindung.
Prinzip der Bildung von Riesenmolekülen.
Grundsätzliche Unterschiede verschiedener
Kunststoffklassen und Synthesefasern.
E : Natürlicher und synthetischer Kautschuk.
PRAXISBEZUG: Vielfältige Verwendbarkeit
von Kunststoffen. Pflegesymbole. Verpackungsindustrie.
Müllprobleme.
QUERVERBINDUNG: Physik — Molekülbau
und Stoffeigenschaften, Biologie und Umweltkunde
— Fotosynthese.
Alkohole und Carbonsäuren
Alkoholische Gärung. Ethanol.
Strukturmerkmal von Alkoholen.
Vergleich zwischen Alkohol und Base.
E: Andere Alkohole; Glycerin.
PRAXISBEZUG: Alkoholische Getränke. Alkotest.
Frostschutzmittel. Kosmetische Produkte.
Medizin.
QUERVERBINDUNG: Biologie und Umweltkunde
— Gesundheitsschäden durch Alkohol.
Essigsaure Gärung. Essigsäure (Ethansäure).
Essigsaure Gärung als Beispiel für einen biotechnologischen
Prozeß.
Strukturmerkmal von Carbonsäuren.
PRAXISBEZUG: Haushaltsessig. Konservierungsmittel.
Fotografie.
E: Andere Carbonsäuren; höhere Fettsäuren.
E: Esterbildung.
Beschränkung auf das Prinzip einer Kondensationsreaktion.
PRAXISBEZUG: Aromastoffe. Lösungsmittel.
Lebensmittel — Nährstoffe
Tierische und pflanzliche Fette.
Vergleich der Eigenschaften. Bedeutung für die
Ernährung.
E; Aufbau der Fette.
Gesättigte und ungesättigte Fettsäuren.
Kohlenhydrate: Traubenzucker; Rohrzucker;
Stärke.
Vergleich der Eigenschaften und der Zusammensetzung.
Nachweis; Bedeutung für die Ernährung.
Proteine und ihr Aufbau aus Aminosäuren.
Vielfalt der Kombinationsmöglichkeiten von
Aminosäuren zu Proteinen.
Nährstoffgehalt wichtiger Lebensmittel.
PRAXISBEZUG: Untersuchung und Haltbarkeit
von Lebensmitteln. Konservierung. Lebensmittelgesetz.
Nährwert. Landwirtschaft, biologischer
Anbau. Nahrungsmittelindustrie.
E: Vitamine, Mineralstoffe.
QUERVERBINDUNG: Biologie und Umweltkunde
— Ernährung, Geographie und 'Wirtschaftskunde
— Welternährungsproblem.
Stoffe für Reinigung und Hygiene
Waschmittel.
Hinweis auf allgemeine Eigenschaften.
Hinweis auf die Belastung der Gewässer.
Hartes und weiches Wasser.
Kalkablagerungen. Wasserenthärtung. Wasserhärteskala.
E: Seifen als Salze höherer Fettsäuren.
Verseifung als Umkehrreaktion der Veresterung.
E: Fleckputzmittel.
Einige charakteristische Beispiele.
Wirkungsweise und Eigenschaften.
PRAXISBEZUG: Wäschereien, Putzereien.
QUERVERBINDUNG: Biologie und Umweltkunde
— Hygiene, Abwässer.
Schadstoffe in Wasser und Boden
und ihre Verminderung
Einige Schadstoffe und ihre Wirkungsketten. Einfache
Nachweisreaktionen.
Auswahl aktueller Beispiele.
Verminderung von Schadstoffen.
Eigenverantwortung des Konsumenten.
Beseitigung von Schadstoffen durch chemische
Methoden.
PRAXISBEZUG: Nahrungsketten. Müll.
Gewässerverschmutzung. Abwasserreinigung.
Salzstreuung. Pflanzenschutz.
QUERVERBINDUNG: Biologie und Umweltkunde.
Sparen von Energie und Rohstoffen
Gewinnung von Energie und Rohstoffen aus
Abfall. Abwärme.
Energiebewußtes und rohstoffbewußtes Konsumentenverhalten.
QUERVERBINDUNG: Physik — Energiesparen,
Geographie und Wirtschaftskunde — Rohstoffprobleme.
Lehrstoff am Wirtschaftskundlichen Realgymnasium
für Mädchen
3. Klasse (2 Wochenstunden)
Materialeigenschaften
Beschreibung von Stoffen nach physikalischen
Eigenschaften. Körper — Stoff.
Auswahl von Stoffen aus dem Erfahrungsbereich
des Schülers. Auswahl nach Ordnungsprinzipien,
wie zB Farbe, Dichte, Festigkeit, Zustandsformen,
Metall — Nichtmetall uä.
Zusammenhang zwischen Eigenschaften und
Verwendung eines Materials.
Chemie — die Welt der Stoffe
Beschreibung der Merkmale von Stoffen und deren
Veränderungen bei chemischen Vorgängen.
Vielfalt der Stoffe und Bedeutung der Chemie.
Naturprodukte. Industriprodukte. Einfache chemische
Versuche (Schülerversuche) mit Stoffen
aus dem Alltag.
PRAXISBEZUG: Ernährung, Bekleidung, Kosmetik,
Medizin. Werkstoffe. Bewältigung von
Zukunftsproblemen.
Stoffe kommen in der Natur selten
rein vor
Gemenge. Reinstoff.
Beispiele für physikalische Trennverfahren
Lösen, Filtrieren, Zentrifugieren, Destillieren,
Chromatographie (nur als Phänomene).
PRAXISBEZUG: Gewinnung von Rohstoffen
(zB Salzgewinnung, Erdölverarbeitung).
Milchverarbeitung. Untersuchung von Naturstoffen
in Laboratorien. Kläranlagen. Filter zur
Abgasreinigung.
Verbindung. Element.
Zerlegung von Verbindungen durch chemische
Reaktionen.
Aus einer Verbindung ist ein Element zu gewinnen.
PRAXISBEZUG: Gewinnung von Metallen aus
Erzen.
Atome als Bausteine der Materie
Atome — Elemente.
Einfache Modellvorstellung: Unterscheidung der
Atome der einzelnen Elemente nach ihrer Masse.
Atomaufbau aus Kern (Protonen und Neutronen)
und Hülle (Elektronen).
Unterscheidung der Atome der einzelnen Elemente
nach ihrem inneren Bau: Atomkern als
Träger der Masse. Hülle als Aufenthaltsbereich
der Elektronen.
QUERVERBINDUNG: Physik - Elektrische
Ladungen.
Symbolschreibweise für Elemente bzw. Atome.
Eigenschaften von Elementen
zB Lithium, Natrium, Chlor, Iod; Schwefel.
Erweiterung durch einige ausgewählte Metalle
möglich.
Erste Einführung in das Periodensystem.
Zusammenhang zwischen Anzahl der Valenzelektronen
und Eigenschaften und der Stellung
des Elementes im Periodensystem.
Verteilung der Metalle und Nichtmetalle im
Periodensystem.
Unterschiedliche Teilchen bauen
unterschiedliche Stoffe auf
Elektronenbewegung: Unterschiedliche Leitfähigkeit
von Metallen, Nichtmetallen und Nichtmetallverbindungen.
Metallbindung.
Vertiefende Wiederholung aus der 6. Schulstufe
Stromkreis, Leiter, Isolator. Einführung des
Ionenbegriffes.
QUERVERBINDUNG: Physik - metallische
Leiter.
Isolatoren: Atombindung — Moleküle.
Bindung durch gemeinsame Elektronen. Beispiele
für einfache Moleküle von Elementen und
Verbindungen. Summenformeln. Elektronenformeln.
Nach Möglichkeit Veranschaulichung
durch Kugel- oder Kalottenmodelle.
PRAXISBEZUG: Isolationstechnik.
Elektrische Leitfähigkeit von wäßrigen Salzlösungen,
von Leitungswasser bzw. destilliertem Wasser
und von festen Salzen.
Ionenbindung, Ionengitter, Ionenbewegung.
Wiederherstellung des Ionengitters durch Eindampfen
einer Kochsalzlösung.
PRAXISBEZUG: Sicherheits- und Vorsichtsmaßnahmen
in Feuchträumen. Salzgewinnung.
QUERVERBINDUNG: Biologie und Umweltkunde
— Bedeutung von Salzlösungen für den
Organismus.
Wasser — chemisch betrachtet
Wasser als Reinstoff: wichtige physikalische Eigenschaften.
Zusammensetzung des Wassers: Zerlegung durch
Elektrolyse.
Summenformel, Elektronenformel, Strukturformel.
Erklärung des Experimentes nach Möglichkeit
durch Verwendung von Kugel- oder Kalottenmodellen.
Wasser als Lösungsmittel für Salze und andere
Stoffe.
Erklärung der Leitfähigkeit von Salzlösungen.
PRAXISBEZUG: Leitungswasser, Mineralwasser,
Meerwasser. Unterschiedliche Wasserqualitäten.
Unterschiedliche Eigenschaften der Verbindung
Wasser und der Elemente Wasserstoff und Sauerstoff.
Reaktion von Wasserstoff mit Sauerstoff. Reaktionsgleichung.
Regeln für das Aufstellen von Reaktionsgleichungen.
Reaktionsenergie.
Exotherme und endotherme Reaktionen je nach
Reaktionsrichtung.
Sicherheitsaspekte (Knallgasreaktion).
PRAXISBEZUG: Wasserstoff als Energieträger.
Raketentreibstoff. Knallgaszelle.
Der Lebensraum Luft
Zusammensetzung der Luft.
Oxidation als Aufnahme von Sauerstoff. Rasch und
langsam ablaufende Oxidationen.
Verbrennung, Explosion, Rosten, Atmen.
Flammpunkt. Sicherheit bei Versuchen im Laboratorium.
Sicherheitsbestimmungen für die Lagerung
von brennbaren Stoffen (Rauchverbot uä.).
Reduktion als Abgabe von Sauerstoff.
Bildung eines Metalls aus seinem Oxid.
Wasserstoff als Reduktionsmittel.
PRAXISBEZUG: Feuerwehr, Brandschutz,
Fluchtweg. Korrosionsschutz. Sauerstoffhaushalt
in der Natur, Bedeutung der Pflanzenwelt für
Tiere und Menschen. Atmungsvorgänge.
Reaktionen von Oxiden mit Wasser.
Hinweis auf Oxide, die nicht mit Wasser reagieren.
Schadstoffe der Luft durch Verbrennungsvorgänge.
Kohlendioxid, Kohlenmonoxid, Schwefeldioxid,
Stickoxide.
Folgen der Verbrennung von Kohlen, Erdölprodukten,
Holz. Hinweis auf weitere Schadstoffe
Stäube, unverbrannte Kohlenwasserstoffe. Ozon.
Smog.
Schadstoffemissionen aus natürlichen Quellen
Vulkanismus, Zersetzung organischer Substanzen.
Beachtung regionaler Probleme.
Wirkungsweise von Katalysatoren.
PRAXISBEZUG: Rauchgasvergiftung. Abgase
von Kraftfahrzeugen, Hausbrand, kalorischen
Kraftwerken. Müllverbrennungsanlagen. Abgasreinigung;
Autokatalysatoren. Niederschläge,
Wettergeschehen.
QUERVERBINDUNG: Physik — Heizwert,
Biologie und Umweltkunde — Lebensräume,
Atmung, Geographie und Wirtschaftskunde —
Wirtschaft und Umwelt.
Chemikalien im täglichen Leben —
auf die Dosis kommt es an
Die Dosis als Kriterium für die Schädlichkeit von
Stoffen.
Beurteilung von Stoffen aus dem Erfahrungsbereich
des Schülers. Deutung des Begriffes „Gift".
Bedeutung von MAK, MIK, ppm und ppb.
Gefahrensymbole und Aufbewahrungsrichtlinien
für Haushaltschemikalien.
PRAXISBEZUG: Gebrauchsanweisungen für
Haushaltschemikalien und Medikamente.
Arbeitsplatz. Umweltschutz. Giftinformationszentrum
für Österreich.
Säuren und Basen im Alltag
Nachweis von sauren und basischen Stoffen in
wäßrigen Lösungen mittels Indikatoren.
Untersuchung von Stoffen aus dem Erfahrungsbereich
des Schülers, wie zB Essig, Obstsaft,
Milch, Getränke, Seifenlösung, Waschlaugen.
pH-Wert als Meßgröße für saure, neutrale und
basische Lösungen.
PRAXISBEZUG: Saure und basische Niederschläge
in der Umwelt. Badewasser, Aquarienwasser.
Getränke.
Wasserstoffionen als Kennzeichen von sauren
Lösungen.
Hydroxidionen als Kennzeichen von basischen
Lösungen.
Neutrale Lösungen.
Ionennachweis durch Leitfähigkeitsbestimmung.
Menge der Ionen als Kennzeichen für stark oder
schwach saure bzw. basische Lösungen.
Salzsäure, Schwefelsäure, Salpetersäure, Essigsäure.
Beschränkung auf typische Eigenschaften.
Gefahren im Umgang mit Säuren.
PRAXISBEZUG: Schwefelsäure im Bleiakkumulator.
Düngemittelproduktion. Haushalt.
Magensaft.
QUERVERBINDUNG: Biologie und Umweltkunde
— pH-Wert von Gewässern, Blut und
Magensaft. Umweltschutz.
Natronlauge, gelöschter Kalk, Ammoniak.
Beschränkung auf typische Eigenschaften.
Gefahr von Verätzungen.
PRAXISBEZUG: Abflußreiniger. Baumaterialien.
Hinweis auf Ammoniak in Reinigungsmitteln.
QUERVERBINDUNG: Biologie und Umweltkunde
— Umweltprobleme.
Neutralisation — wichtige Salze.
Behandlung an wenigen ausgewählten, einfachen
Beispielen.
Die Vielfalt der Salzgruppen soll an einigen Beispielen
gezeigt werden.
PRAXISBEZUG: Abwasser. Baustoffe. Düngemittel.
Gesteinsbildende Salze.
Aus Salzen lassen sich Stoffe
gewinnen
Elektrolyse einer Salzlösung.
Demonstration an einem Beispiel, bei dem die
Bestandteile des Salzes an den Elektroden in elementarer
Form abgeschieden werden.
Elektronenaufnahme und -abgabe an den Elektroden.
Beschränkung der Elektrolyse auf die Umkehrung
der Ionenbildung aus den Atomen der Elemente.
Technische Bedeutung der Elektrolyse.
Beschränkung auf ausgewählte Beispiele technischer
Prozesse.
PRAXISBEZUG: Galvanisieren. Reinmetallgewinnung.
Wirtschaftliche Bedeutung.
QUERVERBINDUNG: Biologie und Umweltkunde
— Abwasserprobleme von Elektrolyseanlagen.
Naturstoffe und Syntheseprodukte
Kochsalz als Naturstoff: Gewinnung. Verwendung.
Technische Kochsalzelektrolyse.
Beschränkung auf wenige wichtige Anwendungsbereiche
für die bei der Elektrolyse gebildeten
Stoffe.
Kochsalz als Syntheseprodukt.
Die Möglichkeiten der Kochsalzsynthese aus
den Elementen oder durch Neutralisation.
Nachweis der Bestandteile des Syntheseproduktes.
Vergleich der Eigenschaften von Atomen, Molekülen
und Ionen.
Vergleich von Naturstoff und Syntheseprodukt.
Gleiche Eigenschaften bei gleicher Zusammensetzung.
PRAXISBEZUG: Bereitstellung erforderlicher
Mengen von Soda, Schwefelsäure, Salzsäure;
Farbstoffen, Medikamenten, Kunststoffen; Nahrungsmitteln.
Beispiele für Stoffe in der Arbeitswelt
Wirtschaftlich wichtige Metalle: Aluminium und
Eisen.
Eigenschaften, Gewinnung, Verwendung. Wiederverwertung.
Hinweis auf Reinigungs- und Pflegemöglichkeiten
von Gegenständen aus diesen beiden Metallen
im Alltag.
PRAXISBEZUG: Berufsfeld Metallindustrie.
Energieaufwand bei der Gewinnung. Energienutzung
bei ihrer Verwendung im Haushalt und
in Großküchen. Recycling von Aluminium und
Eisen.
Übersicht über Eigenschaften und Verwendung
von Düngemitteln als wirtschaftlich wichtige Salze.
Gegebenenfalls exemplarische Behandlung einer
Düngemittelgruppe.
Rolle der Düngemittel im Ökosystem.
Beschränkung auf prinzipielle Zusammenhänge.
E: Übersicht über Eigenschaften und Verwendung
von Baustoffen als wirtschaftlich wichtige Salze.
E: Übersicht über Eigenschaften und Verwendung
von Silikaten als wirtschaftlich wichtige Salze
Glas, Porzellan.
Hinweis auf Geschirrspülmaschinenbeständigkeit
von Porzellanglasuren sowie Verzierungen
PRAXISBEZUG: Landwirtschaft. Ernährung.
Handwerk. Chemische Industrie. Gebrauchsgegenstände
im Alltag und in der Gastronomie.
Bauen und Wohnen.
4. Klasse (2 Wochenstunden)
Wenige Elemente bauen viele organische
Verbindungen auf
Wesen organischer Verbindungen.
Enthaltene Elemente in organischen Verbindungen.
Experimenteller Nachweis. Untersuchungen von
Stoffen aus dem Erfahrungsbereich der Schüler.
Berücksichtigung hauswirtschaftlicher Produkte.
Struktur von Diamant und Graphit.
Technische und wirtschaftliche Bedeutung von
Diamant und Graphit: Industriediamanten,
Schmucksteine. Bleistiftminen, Schmiermittel.
Struktur von Kohlenwasserstoffen.
Einfach- und Mehrfachbindung, aromatische
Kohlenwasserstoffe.
Fossile Rohstoffe
Kohle, Erdöl, Erdgas.
Bedeutung als Energieträger und Rohstoff für
die erdölverarbeitende Industrie.
Verwendung wirtschaftlich wichtiger Produkte.
Grundzüge der Gewinnung und Verarbeitung
(ohne technische Einzelheiten).
PRAXISBEZUG: Berufsfelder Bergbau und erdölverarbeitende
Industrie. Verkehr, Heizung.
Kunststoffe — Riesenmoleküle
Eigenschaften von Einfach- und Mehfachbindungen
in Kohlenwasserstoffen.
Gewinnung von Alkenen.
Polymerisation.
Prinzip der Bildung von Riesenmolekülen am
Beispiel Polyethen.
Polypropen, Polyvinylchlorid, Polystyrol.
Beschränkung auf Anwendungsbereiche im Alltag.
Hinweis auf Verbrennungsprodukte.
PRAXISBEZUG: Vielfältige Verwendbarkeit
von Kunststoffen. Verpackungsindustrie. Müllprobleme.
QUERVERBINDUNG: Physik - Molekülaufbau
und Stoffeigenschaften, Biologie und
Umweltkunde — Umweltprobleme.
Alkohole
Experimenteller Vergleich zwischen Alkohol und
Base im chemischen Verhalten.
Strukturprinzip von Alkoholen.
Methanol: Bedeutung. Hinweis auf die Gesundheitsgefährdung.
Alkoholische Gärung. Ethanol.
Grundprinzip biochemischer Prozesse. Enzyme
als Biokatalysatoren.
Gefährdung durch Alkoholmißbrauch.
Brennspiritus. Lösungsmittel. Desinfektionsmittel.
Konservierung. Energieträger.
Glycerin.
Diabetikersüßstoffe: Sorbit, Mannit.
PRAXISBEZUG: Alkoholische Getränke, Alkotest.
Frostschutzmittel. Kosmetische Produkte.
Medizin.
QUERVERBINDUNG: Biologie und Umweltkunde
— Gesundheitsschäden durch Alkohol.
Organische Säuren in Lebensmitteln
Strukturmerkmal von Carbonsäuren.
Essigsaure Gärung. Essigsäure (Ethansäure).
Essigsaure Gärung als Beispiel für einen biotechnologischen
Prozeß. Hinweis auf den Unterschied
zur alkoholischen Gärung.
Essig im Haushalt. Hinweis auf Gefahr bei Verwendung
von Kupfergefäßen zur Aufbewahrung
essighältiger Speisen. Konservierungsmittel.
Höhere Fettsäuren.
Strukturmerkmal. Wasserunlöslichkeit.
Milchsäure. Zitronensäure.
Milchsaure Gärung.
Bildung und Vorkommen in Nahrungsmitteln.
PRAXISBEZUG: Milchprodukte. Zitrusfrüchte.
Sauerteig. Sauerkraut, Salzgurken. Brausepulver.
Erfrischungsgetränke.
Esterbildung
Beschränkung auf das Prinzip einer Kondensationsreaktion.
Beispiele für natürliche und synthetische
Aromastoffe. Lösungsmittel. Sicherheitshinweis
für Lagerung und Verwendung solcher
Lösungsmittel.
QUERVERBINDUNG: Hauswirtschaft -
Ernährungslehre.
Lebensmittel — Nährstoffe
Unterschied zwischen Lebensmittel und Nährstoff.
Aufbau der Fette.
Tierische und pflanzliche Fette
Vergleich der Eigenschaften.
Gesättigte und ungestättigte Fettsäuren und ihre
Bedeutung für die Ernährung.
Überhitzen von Fetten. Ranzigwerden von Fetten.
Butter und Margarine.
Beschränkung auf grundsätzliche Unterschiede.
PRAXISBEZUG: Fritteuse. Verschiedene Fette
im täglichen Gebrauch und ihre Gewinnung.
Kohlehydrate.
Traubenzucker, Fruchtzucker, Rohrzucker und
Stärke, Dextrin.
Vergleich der Eigenschaften und Zusammensetzung.
Nachweisreaktionen.
Beispiele für den jeweiligen Zuckergehalt von
Früchten und anderen Nahrungsmitteln. Bedeutung
für die Ernährung. Ernährung von Zuckerkranken.
Broteinheiten.
Veränderung beim Erhitzen: Zuckerspinnen,
Karamelisieren, Einbrennen, Brotbacken, Stärkekleister.
Fotosynthese.
Prinzip der Fotosynthese.
Prinzip der Kondensationsreaktion für die Bildung
von Polysacchariden aus Monosacchariden.
Prinzip der Spaltung von Polysacchariden.
Vorratswirtschaft bei Pflanzen.
PRAXISBEZUG: Landwirtschaftliche Produkte.
Backwaren, Konditorwaren.
Proteine.
Hinweis auf den Gehalt an Stickstoff und
Schwefel.
Aufbau aus Aminosäuren.
Vielfalt der Kombinationsmöglichkeiten von
Aminosäuren zu Proteinen.
Nachweis von Proteinen. Gerinnen von Proteinen
durch Erhitzen und durch Säuren.
Wichtige proteinhältige Produkte und deren Zubereitung.
Zubereitung von tierischen Nahrungsmitteln.
Milchprodukte.
PRAXISBEZUG: Landwirtschaftliche Produktion.
Fleischverarbeitende Industrie. Gerberei.
Verdauungsvorgänge im menschlichen Organismus.
Beschränkung auf prinzipielle Vorgänge.
Information über den Nährstoffgehalt wichtiger
Nahrungsmittel.
Information über gesetzliche Bestimmungen über
den Frischezustand von Lebensmitteln (Lebensmittelgesetz).
PRAXISBEZUG: Untersuchung und Haltbarkeit
von Lebensmitteln. Konsumentenschutz.
Landwirtschaft. Nahrungsmittelindustrie. Biologischer
Anbau.
QUERVERBINDUNG: Hauswirtschaft -
Ernährungslehre, Biologie und Umweltkunde —
Verdauung, Geographie und Wirtschaftskunde
— Welternährungsprobleme.
E: Vitamine, Mineralstoffe.
Konservierung von Nahrungsmitteln.
Konservierungsmethoden (Überblick). Hinweis
auf mögliche Nebenwirkungen von Konservierungsmitteln
Stoffe für Reinigung und Hygiene
Seifen. Verseifung.
Seifen als Salze höherer Fettsäuren.
Beschränkung der Esterhydrolyse auf die
Umkehrreaktion der Veresterung.
Zusammensetzung handelsüblicher Seifen: Toilette-,
Kern- und Schmierseifen.
Beschränkung auf grundsätzliche Unterschiede.
Kosmetische Gesichtspunkte.
Wirkungsweise der Seifen.
Emulsionswirkung und Lösungseigenschaften.
Hartes und weiches Wasser.
Beschränkung auf die Wirkung der Calcium-
Ionen.
Waschmittel.
Information über die Zusammensetzung verschiedener
Waschmittel. Wirkungsweise der
Waschmittel.
Fleckputzmittel.
Übersicht über Gruppen von Fleckputzmitteln.
Gefahrenhinweise beim Umgang mit verschiedenen
Produkten.
Art der Verschmutzung und Wahl des Lösungsmittels.
Hinweis auf die Belastung der Gewässer durch
Wasch- und Reinigungsmittel, Entsorgungsprobleme.
PRAXISBEZUG: Wäschereien, Putzereien.
Kalkablagerungen, Wasserenthärtung. Wasserhärteskala.
Werbung. Konsumentenverhalten.
Umweltschutz. Kläranlagen.
QUERVERBINDUNG: Biologie und Umweltkunde
— Umweltschutz, Hygiene, Geographie
und Wirtschaftskunde — Wirtschaftliche Bedeutung
der Waschmittelindustrie, Hauswirtschaft
— Säuglingspflege, Reinigungsprobleme.
Chemie — Synthesen in Natur und
Industrie
Pflanzliche und tierische Naturprodukte als Rohstoffe
für die chemische Industrie.
Holz.
Rohstoff für Zellulose.
Prinzip der Zellulosegewinnung.
Hinweis auf die Verwendung der Zellulose für
Papier und Textilfasern.
Natürliche und synthetische Fasern.
Beschränkung auf die Unterschiede in den
Eigenschaften.
Übersicht über verschiedene Gruppen von
Faserstoffen.
Notwendigkeit vom Synthesefasern zur Lösung
des Bekleidungsproblems.
E: Natürlicher und synthetischer Kautschuk.
PRAXISBEZUG: Landwirtschaftliche Faserproduktion.
Synthesefaserproduktion. Textilverarbeitende
Industrie. Recycling.
Farbstoffe
Textilfarbstoffe.
Beschränkung auf die Eigenschaften Lichtechtheit
und Kochfestigkeit.
Bleichmittel.
Lebensmittelfarben.
Beschränkung auf gesetzliche Bestimmungen
(Lebensmittelgesetz).
PRAXISBEZUG: Bekleidungsindustrie. Färbetechnik.
Kunsthandwerk. Wohnbereich.
QUERVERBINDUNG: Physik - Licht und
Farben, Geographie und Wirtschaftskunde —
Wirtschaftliche Bedeutung der Farbstoffindustrie,
Hauswirtschaft — Farben im Wohnbereich.
Didaktische Grundsätze
Der Chemieunterricht geht von konkreten Beobachtungen
und Erfahrungen der Schüler in ihrem
Lebensbereich aus. Er soll zu übergeordneten
Begriffen und allgemeinen Einsichten führen, die
anhand weiterer Beispiele auf konkrete Sachverhalte
angewendet werden.
Altersgemäße Denkwege und Deutungsversuche
der Schüler sind zu berücksichtigen. An geeigneten
Inhalten ist den Schülern Gelegenheit zu möglichst
selbständigem Suchen, Forschen und Entdecken zu
geben. Dies schließt den Einsatz von Schülerversuchen
ein.
Der Unterricht soll durch entsprechende Lehr-
und Sozialformen, wie Unterrichtsgespräch, Partner-
und Gruppenarbeit, das Lernen im sozialen
und emotionalen Bereich fördern.
Der Prozeß der Verallgemeinerung sollte nach
Möglichkeit von konkreten Situationen, Objekten
oder Handlungen und über bildlich anschauliche
Darstellung der Sachverhalte zu symbolischen Formen
gelangen. Bei der Formulierung von Gesetzen
ist auf qualitative und Je-desto-Fassungen besonderer
Wert zu legen. An geeigneten Beispielen soll die
Leistungsfähigkeit mathematischer Methoden für
die Chemie gezeigt werden. Modellvorstellungen
(zB Teilchenmodell) sowie das Periodensystem der
Elemente sollen an allen geeigneten Stellen zur
Erklärung von Erscheinungen herangezogen werden.
Bei der Gewinnung von Gesetzen soll neben der
Verallgemeinerung von Beobachtungen aufgrund
von Experimenten gelegentlich auch die gedankliche
Herleitung und anschließende experimentelle
Überprüfung von Lösungsansätzen (Hypothesen)
angewendet werden. Bei der Unterrichtsplanung ist
ein ausgewogenes Verhältnis von exemplarischer
Vertiefung (zB durch Projektunterricht, Lehrausgänge
und Exkursionen) und informierender Darbietung
(womöglich unterstützt durch Experimente
oder Formen des Medieneinsatzes) anzustreben.
Im Sinne einer vertiefenden Betrachtungsweise
können in Einzelfällen auch über die einschränkenden
Hinweise beim Lehrstoff hinausgehende
Zusatzinformationen angeboten werden, die
jedoch bei der Leistungsbeurteilung nicht zu
berücksichtigen sind. Jedem Erkenntnisgewinnungsprozeß
soll eine Phase der Wiederholung, der
Übung und des Lösens von Verständnisaufgaben
folgen.
15. In Anlage A, sechster Teil, wird beim Pflichtgegenstand
„Musikerziehung" dem Unterabschnitt
„Lehrstoff" angefügt
„3. Klasse (2 Wochenstunden)
Singen, Musizieren, Gestalten
Singen, Stimmbildung und Sprechpflege sind im
Zusammenhang mit der Erarbeitung von Liedern
unter Berücksichtigung der Mutation mit erhöhten
Anforderungen fortzusetzen.
Neben Liedern aus Österreich sollen auch Lieder
anderer europäischer Länder und anderer Kontinente
ein- und mehrstimmig gesungen werden.
Die instrumentale Musizierpraxis ist in Form von
Liedbegleitungen und Spielstücken verschiedener
Epochen zu pflegen. Anregung zur Bildung von
Musiziergruppen.
Experimentieren mit Klängen soll zum bewußten
Hören von musikalischen Strukturen in Werken
der Vergangenheit und Gegenwart dienen: tonale
und freitonale Melodik und Harmonik; Konsonanz
und Dissonanz, einfache Akkordverbindungen.
Musikkunde
Im Zusammenhang damit sollen weitere vokale
und instrumentale Formen exemplarisch vorgestellt
werden: Kunstlied, Ballade, Szenen aus Oper, Operette
und Musical, Programmusik, einzelne Sätze
aus Konzerten, Suiten, Symphonien, Kirchenmusikwerken.
Bewegungserziehung mit besonderem Schwerpunkt
auf Verbindung von Tanz und Musik
(Volkstänze aus Österreich und dem Ausland).
Ausgehend von den Grundlagen der Akustik sollen
die Schüler mit der sinnvollen Verwendung verfügbarer
Aufnahme- und Wiedergabegeräte vertraut
gemacht werden (Querverbindung zum Physikunterricht).
Die menschliche Stimme: Stimmlage, Gattungen,
Ausdrucksbereiche.
Überblick über die Saiten-, Blas-, Schlaginstrumente,
elektronische Instrumente, Ensemble- und
Orchesterbesetzungen.
Erkennen von Beziehungen zwischen Volksmusik,
Kunstmusik und Unterhaltungsmusik.
Wirkung von Musik (zB Manipulation, Werbung,
Therapie).
Anbahnen des Verständnisses für die gesellschaftliche
Funktion der Musik im Wandel der Zeiten
durch Hinweise auf musikhistorische Tatsachen,
die die soziale Stellung des Komponisten und
des Musikers sowie die Funktion der Musik in verschiedenen
Gesellschaftsordnungen erläutern.
4. Klasse (1 Wochenstunde am Gymnasium und
Realgymnasium; 2 Wochenstunden am Wirtschaftskundlichen
Realgymnasium für Mädchen)
Singen, Musizieren, Gestalten
Neben den bereits bekannten Liedern sind
besonders dieser Altersstufe angemessene zu singen
(Lieder für den geselligen Kreis, Worksongs, Spirituals
usw.).
Stimmbildung und Sprechpflege unter Berücksichtigung
der Mutation.
Instrumentales und vokal-instrumentales Musizieren;
Anregung zur Bildung und Weiterführung
von Musiziergruppen.
Bewußtmachen und praktisches Erarbeiten musikalischer
Strukturen, besonders zur Vorbereitung
des Verständnisses neuer Musik (zB Spannung —
Lösung; Symmetrie — Asymmetrie; Kontrast und
Übergangsdynamik).
Musikkunde
Die Kadenz als Grundlage für das Verständnis
tonaler Musik. Homophonie und Polyphonie.
Hinweise auf die Grundlagen der Musik des
20. Jahrhunderts (zB erweiterte Tonalität, Zwölftontechnik,
Klangflächentechnik, elektronische
Musik).
Bewegungserziehung mit besonderem Schwerpunkt
auf Verbindung von Tanz und Musik (öster-
reichische Volkstänze — Folklore — historische
und moderne Tänze).
Anhand von instruktiven Hörbeispielen sind im
Verlauf einer übersichtlichen und kurz gefaßten
Darstellung der Entwicklung der europäischen
Musik ihre bedeutendsten Meister in ihrer historischen
und sozialen Stellung sowie die wichtigsten
Gattungen und Formen darzubieten (ua. aus den
Bereichen Lied, Chormusik, Oper, Konzert, Symphonie,
Operette, Musical, Jazz, Pop).
Eine kritische Haltung im Bereich des Musikkonsums
ist zu entwickeln.
Die Stellung Österreichs im internationalen
Musikleben."
16. In Anlage A, sechster Teil, lautet der Pflichtgegenstand
„Bildnerische Erziehung"
„Bildnerische Erziehung
Bildungs- und Lehraufgabe
Durch vielseitige Aktivitäten sind die schöpferischen
Kräfte der Schüler zu entfalten sowie Möglichkeiten
zur Selbstverwirklichung im visuellen
und haptischen Bereich anzubieten. Dabei sollen
Wahrnehmungsfähigkeit und Vorstellungskraft
gesteigert sowie das eigenständige Darstellungs- und
Gestaltungsvermögen entwickelt und gefördert
werden.
Das bildnerische Gestalten und die Auseinandersetzung
mit geeigneten Objekten sollen zur Erweiterung
von Erfahrungen, Kenntnissen und Werthaltungen
im Bereich der Kunst und visuellen Kommunikation
führen.
Die Bildnerische Erziehung hat die Fähigkeit zur
Kommunikation, zur Selektion und zur Kritik zu
fördern, um auch dadurch einen wesentlichen Beitrag
zur Persönlichkeits- und Allgemeinbildung zu
leisten. Die Schüler sollen dazu hingeführt werden,
an den Kulturbereichen Kunst, Umweltgestaltung
und Medien verantwortungsbewußt teilzuhaben.
Lehrstoff
1. Klasse (2 Wochenstunden)
Grafik — Malerei
Ziele der bildnerischen Tätigkeit
Erweitern und Differenzieren der individuellen
Bildsprache des Schülers. Sammeln von Erfahrungen
im Umgang mit formalen und technischen
Gestaltungsmitteln.
Abstimmen der einzelnen Bildelemente (zB
durch Setzen von Kontrasten, Form-Grundbezug)
im Hinblick auf. Thematik, Aussage und Wirkung,
Ziele der Werkbetrachtung
Erkennen angestrebter Lösungen durch Besprechen
und Gegenüberstellen von Schülerarbeiten.
Durch Bildbeschreibungen Erkennen von Inhalt,
Aussage und Wirkung; Bedeutung der Grafik,
Malerei und Farbe in Kunst und Umwelt.
Klären und Verwenden von Fachbegriffen, zB
Zeichnung, Malerei, Bildformat, Umriß, Binnenzeichnung,
Linie, Fläche, Primär-, Sekundär-Kontrast.
Arbeitsmittel und Verfahren
Verschiedene Materialien und Arbeitsmittel wie
Bleistift, Faserstift, Feder; Deckfarben, Haar- und
Borstenpinsel ua; verschiedene Zeichen- und Malgründe,
verschiedene Formate (auch Großformat).
Zeichnen, Malen, allenfalls Collagieren.
Plastik — Objekt
Ziele der bildnerischen Tätigkeit
Erweitern von Erfahrungen vorwiegend beim
Gestalten von Vollplastik (allenfalls von Reliefs) im
figuralen Bereich (zB durch Detailausformung,
Oberflächengestaltung, Gestaltung von Bewegung,
Raumbezug).
Ziele der Werkbetrachtung
Auseinandersetzen mit Schülerarbeiten, Werken
der Kunst (Plastiken und Objekte vorwiegend in
formgebenden, additiven Verfahren) und Beispielen
aus dem Alltag (zB Spielzeug, Geschenkartikel)
hinsichtlich Thematik, Aussage, Gestaltungsweise,
Raumbezug, Material, Arbeitsverfahren und Wirkung.
Klären und Verwenden von Fachbegriffen, zB
Plastik, Vollplastik, Oberflächengestaltung, additives
Formen, Raum, Raumbeziehungen.
Arbeitsmittel und Verfahren
Materialien von geringerem Bearbeitungswiderstand
(zB Ton, Wachs, Papiermache), Papier, Karton,
Textilien, eventuell Einbeziehen von Farbe und
Licht. Formgebende (plastizierende) und additive
Verfahren.
Schrift — Typografie
Ziele der bildnerischen Tätigkeit
Erarbeiten prägnanter Buchstabengestalt und
rhythmischer Buchstabenfolge. Blockschrift und
von ihr abgeleitete Schriften (allenfalls Gemischtantiqua,
Schreibschrift) zur Mitteilung und Dokumentation
in Schule und Alltag.
Ziele der Werkbetrachtung
Auseinandersetzen mit Buchstabengestalt und
Schriftrhythmus anhand von Schülerarbeiten, Bei-
spielen der Kunst und der Gebrauchsgrafik. Gewinnen
von Einsichten in die Zusammenhänge von
Schreibwerkzeug und Schriftform, Kennenlernen
von Schrift- und Bildzeichen als Mittel der Information.
Klären und Verwenden von Fachbegriffen, zB
Buchstabe, Blockschrift, Gemischtantiqua, Schreibschrift,
Druckschrift, Schriftrhythmus, Bildzeichen,
Schriftzeichen, Information.
Arbeitsmittel und Verfahren
Verschiedene Schreibgeräte, Schreibgründe und
Schreibflüssigkeiten.
2. Klasse (2 Wochenstunden)
Grafik — Malerei
Ziele der bildnerischen Tätigkeit
Erweitern der Erfahrungen beim grafischen
Gestalten (zB Ausdrucksqualitäten der Linie, grafisch
strukturierte Flächen) sowie beim farbigen
Gestalten (zB Ausdruckswert und Symbolwert der
Farbe, Farbmischungen zur Gestaltungsdifferenzierung)
vorwiegend im gegenständlichen Bereich.
Räumliche Darstellungsversuche (Überdeckung,
Staffelung). Allenfalls ornamentales Gestalten.
Ziele der Werkbetrachtung
Gewinnen von Einsichten in Zusammenhänge
von Inhalt, Aussage, Darstellungsweise, Material,
Arbeitsverfahren und Wirkung durch Auseinandersetzen
mit Einzelwerken und durch Bildvergleiche
aus den Bereichen Kunst und Umwelt.
Klären und Verwenden von Fachbegriffen, zB
Bildordnung, Symmetrie, Asymmetrie, Reihung,
Gruppierung, linear, flächig, räumlich, Überdeckung,
Staffelung, Farbordnung, Farbkontrast, Farbwirkung;
deckend, lasierend; Deckfarbe, Aquarellfarbe;
Hochdruck; Ornament.
Arbeitsmittel und Verfahren
Verschiedene Materialien und Arbeitsmittel, wie
Kreide, Druckfarben und geräte, Deck- und
Aquarellfarben, verschiedene Zeichen-, Druck- und
Malgründe; Collagematerialien.
Einsatz von Schraffur und Textur.
Möglichkeiten des Farbauftrages (zB deckend,
lasierend; flächenhafte und strukturierende Malweisen),
allenfalls eingeschränkte Palette. Hochdrucktechniken
(zB Materialdruck, Schablonendruck).
Plastik — Objekt
Ziele der bildnerischen Tätigkeit
Erweitern von Erfahrungen vorwiegend beim
Gestalten von Reliefs (allenfalls von Vollplastiken)
vorzugsweise im figuralen Bereich. Allenfalls Auseinandersetzung
mit raum- und platzgestaltender
Wirkung von Plastik auch unter Einbeziehung von
Farbe.
Ziele der Werkbetrachtung
Auseinandersetzen mit Schülerarbeiten, Werken
der Kunst, zB Reliefs und Vollplastiken aus verschiedenen
Epochen, auch als Element der Architektur,
Assemblage; Gußplastik; allenfalls Auseinandersetzung
mit raum- und platzgestaltender Wirkung
von Plastik auch unter Einbeziehung von
Farbe und Licht und Beispielen aus dem Alltag (wie
Münzen, Medaillen, Reliefbilder) hinsichtlich Thematik,
Gestaltungsweisen, Aussage und Wirkung.
Klären und Verwenden von Fachbegriffen, zB
Relief (erhaben, vertieft), subtraktive Verfahren,
montierende Verfahren, Gußplastik, Bauplastik,
Assemblage.
Arbeitsmittel und Verfahren
Verschiedene Materialien (zB Ton, Wachs, Gips,
Karton, leicht prägbare Bleche, vorgefundene
Gegenstände, Farbe) und Arbeitsmittel (zB Modellierhölzer,
Spachteln, Gießgefäße, Schneidewerkzeuge)
für additive und subtraktive Verfahren,
Montagen und allenfalls Gußverfahren.
Visuelle Medien
Ziele der bildnerischen Tätigkeit
Erfinden von Bildzeichen (wie Piktogramme,
Embleme) und Bildgeschichten.
Allenfalls Erfahren von elementaren fotografischen
Darstellungsmöglichkeiten mit und ohne
Kamera. Fotografieren von Objekten und Situationen
aus dem Erlebnisbereich der Schüler. Herstellen
von Fotogrammen, Chemogrammen.
Ziele der Werkbetrachtung
Erkennen von Informationswert und Gestaltungsqualität
verschiedenartiger Bildzeichen und
Bildgeschichten. Erweitern der Fähigkeit zur Auseinandersetzung
mit Bildgeschichten und Fotografien.
Klären und Verwenden von Fachbegriffen, zB
Zeichen, Signal, Symbol; Comic, Karikatur; allenfalls
auch grundlegende Fachbegriffe aus dem
Bereich der Fotografie.
Arbeitsmittel und Verfahren
Verschiedene Materialien und Arbeitsmittel für
zeichnerische, druckgrafische, malerische und collagierende
Verfahren.
Allenfalls Materialien und Geräte für Fotografie
mit und ohne Kamera.
3. Klasse (2 Wochenstunden)
Grafik
Ziele der bildnerischen Tätigkeit
Erweitern der Erfahrungen mit Darstellungs- und
Gestaltungsmitteln (allenfalls auch mit Mitteln
aus dem Bereich Foto, Film, Video), auch in Verbindung
mit der Förderung körperhafter und räumlicher
Darstellung (zB Schrägbild, transparente
Darstellung), vorwiegend im gegenständlichen
Bereich.
Ziele der Werkbetrachtung
Erkennen charakteristischer Gestaltungsweisen
(zB flächig, räumlich) und deren Wirkung in
Zeichnungen und Druckgrafiken der Gegenwart
und Vergangenheit aus den Bereichen Kunst und
Umwelt.
Klären und Verwenden von Fachbegriffen, zB
Entwurf, Skizze, Studie, Handzeichnung, Druckgrafik,
Originalgrafik, Reproduktionsgrafik; Tiefdruck,
Flachdruck, Siebdruck; Raumillusion.
Arbeitsmittel und Verfahren
Verschiedene Materialien, Arbeitsmittel und
Geräte, zB Kohle, Grafit, Zeichenfedern verschiedener
Beschaffenheit; Druckfarben, Walzen,
Spachteln, Siebe, Presse für druckgrafische Verfahren,
wie Hoch- oder Tiefdruck, allenfalls Siebdruck;
allenfalls Materialien und Geräte für fotografische
Verfahren (Foto, Film, Video).
Malerei
Ziele der bildnerischen Tätigkeit
Darstellen des Körperhaften und Räumlichen
durch Farbe (Farbabstufung, Farbmodulation) vorwiegend
im gegenständlichen Bereich (allenfalls
auch mit Mitteln aus dem Bereich Foto, Film,
Video).
Ziele der Werkbetrachtung
Kennenlernen von Gestaltungsweisen mit Farbe
(zB flächig, räumlich) in Kunst und Umwelt.
Klären und Verwenden von Fachbegriffen, zB
Gouache-, Tempera-, Ölmalerei, Fresko; Farbmodulation,
Farbabstufung, Raumillusion, Farbperspektive.
Arbeitsmittel und Verfahren
Verschiedene Farb- und Malmaterialien (zB
Deck- oder Dispersionsfarben). Differenziertere
Arbeitsweisen, Kombination verschiedener Verfahren.
Allenfalls Materialien und Geräte für fotografische
Verfahren (eventuell Foto, Film; Video).
Plastik — Objekt
Ziele der bildnerischen Tätigkeit
Differenzieren von Erfahrungen beim Gestalten
von Skulpturen, vorwiegend im figuralen Bereich,
allenfalls auch von Objekten (zB geschlossene und
offene Form, starre oder bewegliche Montagen,
Raumbezug).
Ziele der Werkbetrachtung
Auseinandersetzen mit Schülerarbeiten, Werken
der Kunst (zB Stein- und Holzskulpturen, Objekten)
und Beispielen aus dem Alltag (zB Andenkenobjekte,
Objekte für Festumzüge) hinsichtlich
Inhalt, Gestaltungsweise und Wirkung. Gewinnen
von Einblicken in Aufgaben und Zweckbestimmung
plastischer Gestaltung in Gegenwart und
Vergangenheit.
Klären und Verwenden von Fachbegriffen, zB
Skulptur, Bildhauerei, Objekt, Mobile.
Arbeitsmittel und Verfahren
Verschiedene Materialien, auch von größerem
Bearbeitungswiderstand (zB Gips, Holz, Rinde,
Hartschaumstoff, Schaumbeton) und Arbeitsmittel
(zB Schnitzmesser, Schneidewerkzeuge, Meißel,
Knüpfel) für subtraktive und allenfalls montierende
Verfahren; Farbe.
Schrift — Typografie
Ziele der bildnerischen Tätigkeit
Gestalten von Schriftfeldern. Erproben der Ausdrucksqualität
von Schrift, Bildzeichen und visuellen
Zeichensystemen. Erkunden des Zusammenhanges
von Schriftgröße, Schriftstärke, Rhythmus,
und Farbe im Hinblick auf Leserlichkeit, Inhalt und
Wirkung zur Verwendung in Schule und Alltag.
Ziele der Werkbetrachtung
Erfassen von Schrift als Information und Ausdrucksmittel.
Gewinnen von Einsichten in die
Grundlagen der Typografie (zB Layout, Lettern,
Satz, Satzspiegel; Gebrauchsgrafik).
Klären und Verwenden von Fachbegriffen, zB
Schriftfeld, Typografie, Layout, Gebrauchsgrafik,
Lettern, Satz, Satzspiegel.
Arbeitsmittel und Verfahren
Verschiedene Schreibgeräte, Schreibgründe und
Materialien; Arbeiten mit vorgefertigten Buchstaben.
4. Klasse (2 Wochenstunden)
Grafik
Ziele der bildnerischen Tätigkeit
Hinführen zu einem gestaltenden Naturstudium
an geeigneten Objekten der Natur und des
Gebrauchsgutes. Erkennen und Umsetzen von proportionalen,
funktionalen, körperhaften und räumlichen
Zusammenhängen, allenfalls Oberflächenbeschaffenheit.
Vertiefen der Fähigkeit zur körperhaften
und räumlichen Darstellung (zB durch Einsetzen
von Tonwerten oder grafischen Strukturen).
Bereichern der individuellen Ausdrucksfähigkeit
durch Experimentieren mit grafischen Verfahren.
Ziele der Werkbetrachtung
Verstehenlernen der Zeichnung als künstlerische
Aussage sowie als sachliche Mitteilung. Erkennen
elementarer körperhaft-räumlicher Darstellungsmöglichkeiten
einschließlich der Zentralperspektive.
Erkennen von Stufen der Abstraktion anhand
von Beispielen aus Gegenwart und Vergangenheit.
Exemplarisches Kennenlernen von Stilformen.
Auseinandersetzen mit Werturteilen (zB Zustandekommen
von Werturteilen, der Einfluß von meinungsbestimmenden
Gruppen auf Werturteile).
Bedeutung der Zeichnung für verschiedene Berufe
und Lebenssituationen.
Klären und Verwenden von Fachbegriffen, zB
experimentelle Verfahren, Perspektive, Abstraktion.
Arbeitsmittel und Verfahren
Verschiedene Materialien und Zeichentechniken
(zB lavierte Federzeichnung, Pinselzeichnung,
Kreidezeichnung). Experimentelle Verfahren (zB
Monotypie, Frottage, selbstgefundene Verfahren).
Malerei
Ziele der bildnerischen Tätigkeit
Anwenden der bisher erworbenen Erfahrungen
im Bereich Malerei — Farbe zur Steigerung des
individuellen Ausdrucks- und Mitteilungsvermögens
in Schule und Alltag.
Ziele der Werkbetrachtung
Aufgaben und Zweckbestimmung der Malerei in
Gegenwart und Vergangenheit und ihre gesellschaftliche
Bedingtheit.
Kennenlernen von verschiedenen Möglichkeiten
des Einsatzes von Farbe in der Malerei (zB Farbe
als Mittel zur realistischen Wiedergabe, als Ausdrucksträger,
als Mittel der Verfremdung).
Erfahren der Relativität von Farberscheinungen.
Exemplarisches Kennenlernen von Stilformen.
Auseinandersetzen mit Werturteilen.
Klären und Verwenden von Fachbegriffen, zB
realistisch, idealistisch, impressiv, expressiv,
abstrakt; Gegenstandsfarbe, Erscheinungsfarbe,
Symbolfarbe, Farbperspektive; autonome Kunst,
engagierte Kunst.
Arbeitsmittel und Verfahren
Verschiedene Materialien und Arbeitsmittel für
experimentelle Verfahren, zB Mischtechnik, Collage,
Frottage, Montage.
Visuelle Medien
Ziele der bildnerischen Tätigkeit
Entwerfen und Ausarbeiten von Plakaten, Aufklebern
ua. Dabei Kennenlernen und versuchsweises
Anwenden von Mitteln der Werbung mit besonderer
Berücksichtigung des bildnerischen Anteils.
Erarbeiten von Mitteln der Bildgestaltung und
deren Wirkung im Bereich der Fotografie. Herstellen
von gestalteten Fotogrammen. Hinführen zum
bewußten Einsatz von Kamerastandpunkt, Bildausschnitt,
Schärfe, Beleuchtung und Belichtung.
Allenfalls Erweiterung der Erfahrungen im
Umgang mit Video und Film.
Einsatz von Fotografie (allenfalls Video — Film)
zur Dokumentation oder gestaltenden Darstellung
von Objekten und Situationen aus Schule und
Umwelt.
Ziele der Werkbetrachtung
Verstehenlernen visueller Informationen und
Entwicklung einer sachlich-kritischen Einstellung
zu deren Aussage. Erkennen von Manipulationsmöglichkeiten,
Klischeevorstellungen, verschlüsselten
Aussagen ua.
Auseinandersetzen mit grafischen und fotografischen
— allenfalls filmischen — Schülerarbeiten
sowie mit Beispielen aus der Kunst und der Erlebniswelt
der Schüler im Hinblick auf verwendete
Gestaltungsmittel.
Klären und Verwenden von Fachbegriffen, zB
visuelle Medien, Massenmedien, Werbung, Plakat,
Collage, Montage, Manipulation.
Aus dem Bereich der Fotografie, allenfalls Film
und Video: zB Perspektive (Blickwinkel), Bildausschnitt,
Belichtung, Objektiv, Brennweite, Blende,
Schärfentiefe, Kameraführung, Fotogramm, entwickeln,
fixieren; Sofortbildkamera.
Arbeitsmittel und Verfahren
Verschiedene Materialien und Arbeitsmittel (zB
Materialien aus Zeitschriften; Fotos, Plakate, Aufkleber,
Prospekte) zum Zeichnen, Drucken, Malen,
Montieren, Collagieren und für gebrauchsgrafische
Techniken. Für Fotografie (Film, Video) zB
Kamera, Fotomaterial, Dia-Zubehör; allenfalls
Materialien und Arbeitsmittel für Negativ- und
Positivprozesse.
Handhabung von Fotoapparaten; allenfalls Film-
und Videokamera; allenfalls Negativ- und Positivprozesse
für den Bereich Fotografie.
Erweiterungsstoff
Plastik — Objekt
Ziele der bildnerischen Tätigkeit
Gewinnen von Erfahrungen beim Gestalten von
statischen und beweglichen Objekten (zB kinetische
Konstruktionen).
Erweitern der plastischen Erfahrungen im Hinblick
auf Beziehungen von Figuren und Objekten
zueinander und zum umgebenden Raum.
Ziele der Werkbetrachtung
Auseinandersetzen mit Schülerarbeiten, Werken
der Kunst (zB Figurengruppen; Plastik mit platzgestaltender
Funktion, wie Brunnen, Denkmal;
Ready-made, kinetisches Objekt, Environment)
und Beispielen aus dem Alltag (zB Jahrmarkt, Vorgarten,
Auslagengestaltung) hinsichtlich Inhalt,
Gestaltungsweise, Aussage und Wirkung.
Exemplarisches Kennenlernen von Stilformen.
Klären und Verwenden von Fachbegriffen, zB
kinetisches Objekt, Ready-made, Environment.
Arbeitsmittel und Verfahren
Verschiedene Materialien (zB Draht, Bleche,
Plexiglas, Holz, Spanplatten, Textilien, Farbe) und
Arbeitsmittel (zB Zange, Blechschere, Säge, Hammer),
kombinatorische Verfahren zur Herstellung
von Plastiken und Objekten unter Einbeziehung
des umgebenden Raumes.
Didaktische Grundsätze
Der Unterricht soll auf den in der Grundschule
erworbenen Erfahrungen, Kenntnissen und Fertigkeiten
in einer der Altersstufe der Schüler angemessenen
Weise aufbauen.
Zur Durchführung des Unterrichts ist die
wöchentliche Doppelstunde eine unerläßliche Voraussetzung.
Die vorgesehenen Bildungs- und Lehraufgaben
können nur in einer aufbauenden Unterrichtsführung
verwirklicht werden; daher sind die in den
einzelnen Klassen angegebenen Ziele auch im
Unterricht der folgenden Schulklassen zu berücksichtigen.
Es ist sicherzustellen, daß alle Bereiche des Lehrplanes
in ausreichendem Maße berücksichtigt werden.
Die im Lehrplan angegebene Reihenfolge der
Bereiche innerhalb der einzelnen Klassen ist nicht
bindend. Die einzelnen Bereiche sind nicht als in
sich geschlossene Teilgebiete zu betrachten, sondern
übergreifend und zusammenwirkend zu verstehen.
Querverbindungen zwischen den einzelnen
Bereichen sind anzustreben; fächerübergreifende
Unterrichtsformen werden empfohlen.
Soziale und entwicklungsbedingte sowie räumliche
und ausstattungsmäßige Gegebenheiten sind zu
berücksichtigen.
Aufgabenstellungen, die sich aus aktuellen Anlässen
anbieten, sind wegen ihres besonderen Motivationscharakters
fallweise in den geplanten aufbauenden
Unterricht einzubeziehen (zB Schülerzeitung,
Plakat, Bühnenbild und Ausstattung,
mimisch-gestische Bewegung).
Bei der bildnerischen Tätigkeit darf keine Häufung
von darstellungs- und verfahrensmäßigen
Schwierigkeiten auftreten. Der Zeitaufwand für die
einzelne Aufgabe soll so bemessen sein, daß die
Intensität der Auseinandersetzung und die Erfüllung
des Lehrplanes gewährleistet sind.
Aufgabenstellungen sollen der Aufnahmefähigkeit
und dem unterschiedlichen Entwicklungsstand
der Schüler Rechnung tragen und Motivationscharakter
haben.
Das gelegentliche Erproben von Materialien und
Verfahren darf nicht zum Selbstzweck werden.
Den Schülern soll die Möglichkeit geboten werden,
fallweise Arbeitsmittel, Verfahren und inhaltliche
Schwerpunkte zu wählen.
Kooperative Arbeitsweisen sollen gelegentlich
ermöglicht werden.
Beim Naturstudium soll die Wahrnehmungsfähigkeit
durch klärende und anschauliche Hinweise
auf Größenverhältnisse, Richtungen, Bau- und
Funktionszusammenhänge eine Erweiterung und
Vertiefung erfahren. Es wird ein Aufbau in Teilschritten
empfohlen, dabei sollen Objekte gewählt
werden, die für die Schüler inhaltlich und formal
erschließbar sind und sie ansprechen.
Im Bereich der Medien Fotografie, Film, Video
soll der Ausgangsschwerpunkt bei den Darstellungsprinzipien
und Anwendungsmöglichkeiten der
Medien und nicht im technischen Bereich liegen.
Zur Werkbetrachtung
Die Werkbetrachtung schließt in allen Schulstufen
das Besprechen von Schülerarbeiten ein. Sie soll
nach Möglichkeit in Verbindung mit der praktischen
Arbeit gebracht werden.
Das Klären und Verwenden von Begriffen, wie
sie im Lehrstoff genannt werden, soll in möglichst
anschaulicher Weise sowohl bei der praktischen
Tätigkeit wie auch bei der Werkbetrachtung erfolgen.
Bei der Werkbetrachtung werden die inhaltliche
Bedeutung, formale Qualitäten, historische und
soziokulturelle Entstehungsbedingungen und anderes
mehr zu behandeln sein. Die Gewichtung einzelner
Aspekte der Werkbetrachtung soll vom
Objekt und der Verstehensdisposition der Schüler
mitbestimmt werden. Eine Auseinandersetzung mit
Teilaspekten eines Werkes darf das Bewußtsein von
seiner Komplexität nicht beeinträchtigen.
Die theoretischen Erörterungen sollten sich in
der Regel nur auf anschaulich Vorhandenes beziehen.
Für den Unterricht sollen Einzelwerke, Gegenüberstellungen
von Werken und Arbeitsreihen herangezogen
werden. Die Begegnung mit dem Original
ist anzustreben (Ausstellungsbesuche, Exkursionen).
Als Anschauungsmaterial können zB auch
Kunstdrucke, Dia-Reihen und Filme dienen.
Zur Intensivierung der Werkbetrachtung soll das
Sammeln von Reproduktionen, Fotos, Zeitungsausschnitten,
Plakaten, Katalogen und ähnlichem
angeregt werden.
Der Unterrichtsertrag in der Werkbetrachtung
ist in geeigneter Form zu sichern (zB Aufzeichnungen,
Skizzen, Übersichten, Zeittafeln).
Bei der Auswahl der Werke ist die Kunst Österreichs
und des jeweiligen Bundeslandes zu berücksichtigen.
Durch die Auseinandersetzung mit Kunst, visuellen
Medien und Umwelt soll ein höherer Grad an
Reflexionsfähigkeit erworben werden.
Neben historischen Erscheinungsformen der
Kunst sind zeitgenössische entsprechend zu
berücksichtigen.
Zu visuelle Medien
Bei der Auseinandersetzung mit den Medien
steht der visuelle Anteil im Vordergrund.
Es ist bewußt zu machen, daß die durch die
Medien vermittelten Informationen in aufbereiteter
und subjektiv gestalteter Form herangetragen werden
und daher die Gefahr der Manipulation miteinschließen
können.
Die Gestaltungsmittel der Medien Fotografie,
Film, Video sollen nicht als Fachbegriffe aufgezählt
und definiert, sondern möglichst anschaulich in
ihrer Funktion als Vermittler von Inhalten erfahrbar
gemacht werden."
17. In Anlage A, sechster Teil, wird der Unterabschnitt
„Lehrstoff" des Pflichtgegenstandes „Werkerziehung"
wie folgt geändert
a) dem Lehrstoff für Knaben wird angefügt
„3. Klasse (2 Wochenstunden am Realgymnasium)
Bauen — Wohnen — Umweltgestaltung
Teilziele der praktischen und theoretischen Auseinandersetzung
Herstellen und Erproben von Konstruktionen
mit vorgefertigten Bauelementen, vorwiegend für
Tragwerke. Verstehenlernen von Konstruktionsprinzipien
in Natur und Technik (zB Form, Funktion,
Werkstoff und Ökonomie).
Vergleichen von Bauten mit gleicher Zweckbestimmung
anhand von Beispielen aus verschiedenen
Epochen.
Begriffe
Konstruktion (zB Zug-Druck-Spannung, Biegebelastung,
Torsionsbelastung, Fertigteilbau), Baukörper,
Fassade, Bauplan (Grund- und Aufriß).
Maschinentechnik
Teilziele der praktischen und theoretischen Auseinandersetzung
Beim Bau von Objekten Untersuchen von Übertragungsmöglichkeiten
von Bewegung (zB Erkunden
von Übersetzungen ins Langsame und ins
Schnelle, vorwiegend an Rädergetrieben), Lenkmöglichkeiten
bei Fahrzeugen ua.
Begriffe
Getriebe, Maschine (Antriebsteil, Arbeitsteil,
Übertragungsteil), Drehsinn, Drehzahl, Übersetzung,
Zahnrad, Riemenscheibe, Kegelrad.
Produktgestaltung
Teilziele der praktischen und theoretischen Auseinandersetzung
Gestalten und Herstellen von Produkten in
Serienanfertigung. Planen und Darstellen von
Patrizen und Matrizen. Ausführung in verschiedenen
Verfahren (zB Gießen, Laminieren, Tiefziehen
ua.).
Begriffe
Proportion, Maß, Patrize, Matrize, Gießen,
Schwund, hinterschnittene Form, Produktion.
4. Klasse (2 Wochenstunden am Realgymnasium)
Bauen — Wohnen — Umweltgestaltung
Teilziele der praktischen und theoretischen Auseinandersetzung
Planen von Wohnungen (Skizze, Modell).
Lesenlernen von Bauplänen. Kritische Auseinandersetzung
mit Wohneinrichtungen (Detailanalysen
zB von Form — Funktion — Werkstoff, Wohnwert
und Kosten). Artikulation von Wohnbedürfnissen.
Erschließen des Verständnisses für Umweltschutz
(zB Zersiedelung, Problematik von Verkehrsflächen,
Industrie- und Wohnbau, Landschafts- und
Denkmalschutz).
Begriffe
Flächenwidmungsplan, Lageplan, Einreichungsplan,
Detailplan, Wohnwert, Wohnbedürfnis, Zersiedelung,
Verkehrsflächen, Denkmalschutz.
Produktgestaltung
Teilziele der praktischen und theoretischen Auseinandersetzung
Gestalten und Herstellen von Gebrauchsgegenständen
nach vorangegangener Produktanalyse.
Entwickeln eines Problembewußtseins für ein
konsumkritisches Verhalten gegenüber dem
Gebrauchsgut (zB durch Unterscheidenlernen von
Design, Industrial Design als Produktgestaltung
und Styling als Modetrend).
Erarbeiten einfacher Produktanalysen (zB von
Haushaltsgeräten, Möbeln und Fahrzeugen). Auseinandersetzung
mit Funktionswert, persönlichem
Gebrauchswert und der Kosten-Nutzen-Relation
sowie dem Problem Mensch — Maschine — Industrie
— Wirtschaft — Umwelt.
Begriffe
Design, Industrial Design, Styling, Produktanalyse,
Wirtschaftlichkeit (Kosten-Nutzen-Verhältnis,
Stückzahl, Preis, Unikat, Massenware, Qualität,
Anmutung, Kitsch).
Erweiterungsstoff
Maschinentechnik
Herstellen mechanischer oder elektrischer Schaltungen.
Begriffe
Schaltung, Licht- und Tonschranken, Thermowächter."
b) dem Lehrstoff für Mädchen wird angefügt
„3. Klasse (2 Wochenstunden am Realgymnasium;
3 Wochenstunden am Wirtschaftskundlichen
Realgymnasium für Mädchen)
Kleidung — Mode — Wohnen —
Produktgestaltung
Teilziele der praktischen Tätigkeit
Fördern kreativen Verhaltens durch Anwendung
und Kombinieren unterschiedlicher Materialien
unter besonderer Berücksichtigung des Farbsinnes
Festigen der Grundkenntnisse in den erworbenen
Techniken durch höhere Anforderungen an Ausdauer,
Fertigkeit und Gestaltungsfähigkeit. Stricken
(nach Schnitt), Weben (Bildwebe, experimentelles
Weben), Knüpfen.
Stoffdruck (Stempel aus Naturmaterialien oder
selbstgefertigten Linolschnitten).
(Am Wirtschaftskundlichen Realgymnasium für
Mädchen außerdem: allenfalls Stickerei; Durchbruch
oder Kreuzstich oder Tüllstickerei ua.)
Herstellung von Bekleidung nach modischen
Gesichtspunkten: Lernen weiterer nähtechnischer
Details zur Anfertigung eines einfachen Wäsche- oder
Kleidungsstückes.
(Am Wirtschaftskundlichen Realgymnasium für
Mädchen: Anfertigung von zwei Wäsche- und zwei
Kleidungsstücken.)
Fachgebundenes Zeichnen; Herstellen plastischräumlicher
Objekte. Anbahnung räumlicher Vorstellung
Entwicklung eines Schnittes von der Fläche zur
Form für das geplante Werkstück.
Anfertigen eines Verständigungsmodelles nach
Plan für einen Raum (nach Maßstab). Erproben
verschiedener Möglichkeiten von Möbelgruppierung
mit dreidimensionalen Elementen.
Erlangen von Fertigkeiten im Umgang mit nichttextilen
Materialien (Papier, Karton ua.) und den
entsprechenden Werkzeugen.
Materialienkunde
Erkennen der gebräuchlichsten Bindungs- und
Stoffarten.
Wirtschaftliches Verhalten
Fördern wirtschaftlichen Verhaltens durch Qualitäts-
und Preisvergleiche.
Erweiterungsstoff
Gestalten von Objekten für den persönlichen
Gebrauch und den Wohnbereich (Draht, Peddigrohr
ua.).
Teilziele der Werkbetrachtung
Erfassen des Zusammenhanges von Material,
Form, Farbe und Funktion, erläutert an praktischen
Arbeiten, allenfalls an Beispielen aus dem Bereich
der Mode.
Lesenlernen von Bauplänen und Planzeichen.
An ausgewählten Beispielen die Abhängigkeit
der Raumwirkung von Farbkombinationen veranschaulichen.
Textile Gestaltung als wesentlicher Beitrag zur
Wohnatmosphäre.
Begriffe
Experiment, Formaufgabe, Verständigungsmodell,
dreidimensional, Element, Wohnatmosphäre.
4. Klasse (2 Wochenstunden am Realgymnasium;
4 Wochenstunden am Wirtschaftskundlichen
Realgymnasiums für Mädchen)
Kleidung — Mode — Wohnen —
Produktgestaltung
Teilziele der praktischen Tätigkeit
Erkennen unterschiedlicher Wirkungen textiler
Materialien und Verfahren. Befähigen zu richtiger
Einplanung der Werkstücke in den Wohnbereich
und richtiger Zuordnung zur Kleidung
Kreatives Gestalten in einer aktuellen Technik
nach Wahl; Weben, Knüpfen, Fadengraphik, Sticken,
Stricken, Häkeln ua. Textilfärben in Reservetechnik
(Tritik- oder Plangi-Technik oder Batik).
Berücksichtigung modischer und persönlicher
Gegebenheiten bei der Herstellung von Kleidung
Anstreben weitgehender Selbständigkeit im
Zuschneiden und Nähen eines einfachen Kleidungsstückes
mit schwierigeren nähtechnischen
Details.
Fachgebundenes Zeichnen; Entwickeln räumlicher
Vorstellung
Zeichnen des Grundschnittes für das gewählte
Werkstück nach persönlichen Maßen. Entwickeln
des Schnittes von der Fläche zur körpergerechten
Paßform.
Abnehmen von Schnitten aus Modejournalen.
Planen unterschiedlicher Wohnmöglichkeiten (in
Zusammenhang mit der Werkbetrachtung).
Materialienkunde
Kenntnis der im Werkunterricht verwendeten
Materialien und deren sinnvoller Einsatz.
Arbeitsanleitungen aus Büchern und Zeitschriften
verstehen und anwenden. Kennenlernen und
Auswerten internationaler Pflegekennzeichen.
Pflege und Instandhaltung von Wäsche- und Kleidungsstücken.
Sachgerechter und ökonomischer Einsatz sowie
Pflege der verwendeten Werkzeuge und Maschinen.
Wirtschaftliches Verhalten
Bewußtseinsbildung zu konsumkritischem Verhalten.
Erweiterungsstoff
Experimentelles Gestalten mit verschiedenen
Materialien (Leder, Metall ua.).
Teilziele der Werkbetrachtung
Ausgehend von der praktischen Arbeit und durch
entsprechende Beispiele der Werkbetrachtung soll
der Schüler befähigt werden, das Zusammenwirken
der Persönlichkeit, der Zweckmäßigkeit und der
Mode zu erkennen und zu beurteilen.
Zeigen von Wohnmodellen zum Erkennen von
Wohnqualitäten (Wohnraumbedarf, Raumgröße,
Proportionierung, Raumordnung, Funktionswege,
Einrichtung, Raumerlebnis). Wohnwert und
Wohnkosten. Anbahnen des Verständnisses für
Umweltgestaltung und Umweltschutz.
Begriffe
Wohnqualität, Proportionierung, Wohnwert,
Umweltgestaltung, Landschafts- und Denkmalschutz.
Lageplan, Einreichungsplan, Detailplan.
Reservetechnik, Tritik- oder Plangi-Technik,
Batik.
Am Wirtschaftskundlichen Realgymnasium für
Mädchen hat der Absatz „Berücksichtigung modischer
und persönlicher Gegebenheiten bei der Herstellung
von Kleidung:" zu lauten
„Anstreben weitgehender Selbständigkeit im
Zuschneiden und Nähen. Zwei Kleidungsstücke
mit schwierigeren schnitt- und nähtechnischen
Details. Vertiefen der Kenntnisse und Steigern der
Fertigkeiten in Hinblick auf kompliziertere Schnittformen
der aktuellen Mode."
18. In Anlage A, sechster Teil, wird dem Pflichtgegenstand
„Leibesübungen" der Unterabschnitt
„Lehrstoff" angefügt
„3. und 4. Klasse (4 bzw. 3 Wochenstunden)
Motorische Grundlagen
An die gesteigerte Leistungsfähigkeit angepaßtes
Fortführen der im Lehrstoff der 1. und 2. Klasse
enthaltenen Lerninhalte zur Erhaltung/Verbesserung
der motorischen Eigenschaften und diesbezüglicher
Kenntnisse. Konditionelle Grundlagen
sind in dieser Entwicklungsstufe besonders gut trainierbar.
Kenntisse
Im Zusammenhang mit jahreszeitlichen und
räumlichen Gegebenheiten sind im Angebot der
Lerninhalte besonders zu berücksichtigen: Haltungs-
und koordinationsfördernde Übungen, Leistungsmessungen
(Konditionstests), einfache
Grundkenntnisse sportlichen Trainings, Erfahrungen
zur gesundheitlichen und freizeitbezogenen
Bedeutung der Leibesübungen.
Ausdauer
Verbessern der allgemeinen Ausdauer
Durch abwechslungsreiche-spielerische Belastung
(Plus zwischen 140 und 170/min); Kreis-
und Intervalltraining.
Annähernd gleichmäßige Belastung mit erhöhten
Anforderungen im Laufen (Gelände, freie Tempowahl),
Schwimmen, Skilanglaufen, Orientierungslauf,
Gymnastik mit Musik.
Ausdauertests: zB 12-Minuten-Lauf.
Verbessern der Schnelligkeitsausdauer
In Form von Fangenspielen, Wettläufen, Staffeln,
bewegungsreichen Ballspielen.
Submaximale Belastungen im Laufen, Springen,
Schwimmen, Skilanglauf,. .. (Pulsfrequenz zwischen
160 und 190).
Kraft
Verbessern der Kraft aller wesentlichen Muskelgruppen,
besonders der Rumpfmuskulatur (Haltungsprophylaxe)
durch Belastungen im Schnellkraft-
und Kraftausdauerbereich.
Unter besonderer Berücksichtigung der Ausführungsqualität
(Vermeiden von Fehlbelastungen,
besonders der Wirbelsäule).
Sprünge: Weit-, Hoch-, Strecksprünge; auf und
über Hindernisse.
Klettern/Hangeln/Hängen: an Stangen, Tauen,
Leitern, Sprossenwand, Ringen, Reck.
Stützen: am Boden; Reck; Barren; Seitpferd.
Ziehen/Schieben: Taue, Partner, Gegenstände,
. . .
Kräftigende Übungen mit Partnern, Langbänken,
Medizinbällen, an der Sprossenwand,. . .
Schnelligkeit
Erhalten und Verbessern der Aktions- und Reaktionsschnelligkeit,
der Kraftschnelligkeit und des
Beschleunigungsvermögens.
Durch Reaktionsspiele, Ballspiele, Abschußspiele;
Fangen von Gegenständen; Starts,
Sprints; Seilspringen, Sprunggewandtheitsübungen.
Gelenkigkeit
Verbessern und Erhalten der Gelenkigkeit im
Bereich von Schultern, Hüfte, Wirbelsäule und
Sprunggelenk.
Nach ausreichender Erwärmung
Dehnübungen (auch mit Partner (Achtung auf
mögliche Gefahren), mit Seilen, Stäben,. . .)
An Sprossenwand, Tauen, Stangen, Ringen,. . .
Schwingen und Pendeln mit den Extremitäten;
Arm- und Beinkreisen; Rumpfbeugen vorwärts,
seitwärts; Hürdensitz; Stretching.
Kein Beckenkreisen
Kein Kopfkreisen
Gleichgewicht
Verbessern des Gleichgewichts.
Im Stehen, Gehen, Laufen, Hüpfen, Springen;
Handstand, Kopfstand;. . .
Alpiner und nordischer Skilauf, Eislauf, Rodeln,
Rollschuhlauf; Trampolinspringen; Balancieren
auf Langbänken, Schwebebalken, . . .
Verbessern des Balancierens von Geräten.
Gewandtheit
Erhalten und Verbessern der Bewegungskoordination.
Vorbeugen vor durch Wachstumsschub bedingten
koordinativen Leistungseinbußen.
Durch Kombination der Fertigkeiten Laufen,
Springen, Werfen, Drehen, Hüpfen; Koordination
von Arm- und Beinbewegungen; Hindernisaufgaben;
rhythmische Gymnastik; Gymnastik
mit Musik.
Geschicklichkeit
Vermittlung reicher Bewegungserfahrung und
Selbständigkeit im Lösen von Bewegungsaufgaben;
Erfahren biomechanischer Grundlagen (Auftrieb,
Antriebskräfte; Luftwiderstand, . ,.).
Gestaltungsfähigkeit
Verbessern der schöpferischen Eigentätigkeit
(Kreativität) im Variieren, Kombinieren und Erfinden
von Bewegungen.
Interaktionsspiele,. . .
Verbessern der Fähigkeit, Erlebnisse, Stimmungen
und Gefühle in der Bewegung zum Ausdruck zu
bringen
Gymnastik mit Musik, Tanz,.. .
Verbessern der Fähigkeit zum Setzen taktischer
Maßnahmen.
Im Mannschaftsspiel und Einzelwettkampf; Fair-
Play und Teamwork.
Lernfähigkeit
Vermitteln vielseitiger Bewegungserfahrungen
durch wesentliche motorische Grundfertigkeiten;
Abschätzen der persönlichen motorischen Leistungsfähigkeit,
Erfahren der Leistungsverbesserung;
Kenntnis und Anwendung von Prinzipien der
Bewegung (zB Ökonomie,. . .); Bewegungsaufgaben
mit angepaßtem Schwierigkeitsniveau.
Kenntnisse
über Grundlagen motorischer Leistungsfähigkeit
(motorische Eigenschaften, motorische Fertigkeiten);
über grundlegende Maßnahmen der Leistungsverbesserung/
des Trainings (Kraft, Ausdauer,
Schnelligkeit,...); Ernährung; Ermüdung;
Hygiene; Ursachen und Prophylaxe von Haltungsschwächen;
einfache Leistungs- bzw. Fitneßtests;
sportspezifische Ausrüstung.
Das Abschätzen der persönlichen Leistungsfähigkeit
ist zu fördern.
Spiele
Spontanes und kreatives Spielen
Im Hinblick auf
— materiale Erfahrungen (Fahrradschläuche, Luftballons, . . .)
— soziale Erfahrungen (Vertrauensspiele, Kooperationsspiele, ...)
— personale Erfahrungen (Körpererfahrungen,
wie Körperfunktionen wahrnehmen; Sinneserfahrungen
machen,...).
Kleine Spiele
Weiterführen der Kleinen Spiele auch mit gesteigerten
Anforderungen im Hinblick auf Schnelligkeit,
Geschicklichkeit, Koordination, Kraft, Reaktion,
Regelverständnis und Kooperationsbereitschaft.
Sportspiele
Vorbereiten auf die Sportspiele im Hinblick auf
vielfältige Situationen und sportspezifische Fertigkeiten
— Ball erobern
— Ball befördern
— Ball in/auf ein Ziel
— Kooperieren mit dem Partner
— Gegner stören.
Erlernen von Sportspielen wie zB Badminton, Basketball,
Faustball, Fußball, Handball, Hockey, Tennis,
Tischtennis, Volleyball, . . .
— Erwerben, Festigen und Anwenden der sportspezifischen
Techniken und Grundtaktiken;
— Vertiefen des Spiel- und Regelverständnisses.
Spezifische Kenntnisse
— Das eigene Verhalten und das der Partner im
Hinblick auf Zielsetzung und Erfolg prüfen
können;
— Spiele organisieren und leiten können;
— Schiedsrichterzeichen verstehen und anwenden
können;
— Regeln nach unterschiedlichen Spielinteressen
und unterschiedlichem Spielkönnen verändern
können;
— sportartspezifische Geräteausrüstung und Kleidung
kennen.
Boden- und Gerätturnen
Bewegen an und mit Geräten
Gezieltes Sammeln von Bewegungserfahrungen.
Erweitern und Festigen der bisher erworbenen
motorischen Fertigkeiten zur Bewußtmachung
der Körperlage bzw. Orientierung im Raum
sowie zur Erfahrung des ökonomischen Krafteinsatzes
und des Materials.
Spielen an und mit Geräten
Spielen mit dem Partner und in der Kleingruppe;
Anregen zum selbständigen spielerischen Handeln
durch Aufgabenstellungen, welche eine vielseitige
Verwendung der Geräte ermöglichen.
Hindernisturnen
Komplexe und kombinierte Formen des Überwindens
von Hindernissen beim Turnen an Gerätebahnen
und Gerätekombinationen.
Gerätekombinationen auf mögliche Gefahren
und Sicherungsmaßnahmen überprüfen.
Schaukeln und Schwingen
An verschiedenen Geräten in unterschiedlicher
Ausführung; mit einfachen Abgängen.
Spezielle Fertigkeiten am Boden und an den Geräten
Rollen
— Rollen vorwärts, rückwärts und seitwärts in
Variationen und Verbindungen, auch als
Spielform (Doppel-, Dreierrolle,. . .);
— auf Geräte und über Hindernisse;
— Rollen mit Flugphasen aus dem Stand und
aus dem Anlauf;
— Rolle rückwärts über den flüchtigen Handstütz
(Handstand);
— auch Judorolle, Fallübungen.
Stände
— Handstütz (Handstand), auch in Übungsverbindungen.
Überschläge
— Handstützüberschlag seitwärts (Rad), Handstützüberschlag
seitwärts mit 1/4-Drehung
(Radwende) mit längerer Flugphase und in
Übungsverbindungen;
— Handstützüberschlag vorwärts aus dem
Anlauf, Landung ein- oder beidbeinig;
— Freier Überschlag (Salto) vorwärts gehockt;
— Überschläge über den Kasten (allenfalls
Pferd);
— Kopfstützüberschlag.
Sprünge
— Freie Sprünge (auch mit Absprunghilfen . . .)
(Hock- und Strecksprünge) unter veränderten
und erschwerten Bedingungen;
— Stützsprünge
Festigen der erlernten Stützsprünge (mit und
ohne Drehung um eine Stützhand, Steigern
der Schwierigkeit durch Erhöhen der
Geräte,. . .).
Der Einsatz von stark schleudernden Absprunghilfen
(zB Doppel-Reutherbrett, Minitrampolin,
. . .) ist vom Könnensstand und der Bereitschaft
der Schüler abhängig.
Verwendung dieser Geräte nur durch Lehrer,
die in Aus- oder Fortbildung nachweislich mit
den Einsatzmöglichkeiten vertraut gemacht
worden sind. Bei der Verwendung von Weichböden
als Aufsprungfläche sind diese allenfalls
durch eine härtere Matte zu ergänzen.
Auf-, Ab-, Um- und Unterschwünge
— Festigen der bisherigen erlernten Übungen.
— Umschwünge (zB Spreizumschwung vorlings
vorwärts (Mühlwelle), Kniehangumschwung
rückwärts mit beiden Beinen (Sitzwelle).
— Kippen (zB Kippen als Aufschwung am Stufenbarren,
Reck, Barren,. . .).
— Allenfalls Stemmschwünge (zB Schwungstemme
vorwärts, rückwärts am Barren).
— Wenden, Kehren, Flanken als Abgänge von
verschiedenen Geräten.
— Übungsverbindungen mit unterschiedlichen
Auf- und Abgängen.
— Felgbewegungen als Aufgänge und
Umschwünge.
Schwebegehen
— Gehen und Drehen, Sprünge und Halten mit
gesteigerten Anforderungen (zB auf erhöhter
Unterstützungsfläche,. . .);
— Festigen der Übungsverbindungen aus dynamischen
und statischen Teilen auch mit Auf-
und Abgängen.
Spezifische Kenntnisse
Umgang mit Geräten/Fachsprache
— Selbständige Organisation des Auf- und
Abbaues von Geräten und Gerätekombinationen;
— Übungsbeschreibungen (Fachsprache) lesen
und verstehen können;
— Allenfalls Formen des programmierten
Unterrichts (etwa als Stationsbetrieb) kennen
und durchführen können.
Helfen und Sichern
— Sachgerechtes Sichern und Helfen; auch
Wecken des Verantwortungsgefühles für den
Mitschüler und des Verständnisses für unterschiedliche
Leistungsfähigkeit;
— Erweitern der Kenntnisse über Helfen und
Sichern, elementare Kenntnisse der Ersten
Hilfe sowie über spezifische Unfallgefahren
(Bergen, Lagern, einfache Versorgung von
Sportverletzungen auch im Hinblick auf
andere Sportarten);
— Bewegungsabläufe beim Partner beobachten
und korrigieren lernen.
Leichtathletik
Lauf
Übungen zur Verdeutlichung der leistungsbestimmenden
Elemente (zB Abdruck, Schrittgeschwindigkeit,
Schrittlänge, Armeinsatz, Funktion der
Körperlage).
Anpassung an das Gelände (bergauf, bergab,
über Gräben und Hindernisse).
Fahrtspiele.
Sprintstart (Tiefstart).
Fallstart.
Formen des Ausdauertrainings
Dauerläufe im Gelände und auf der Bahn, Intervalläufe,
Tempoläufe,. . .
Anwendung der Pulskontrolle als ein Kriterium
der Belastung; Berücksichtigung der individuellen
Leistungsfähigkeit und Leistungsmöglichkeit.
Hürdenlauf
Finden des Schrittrhythmus bei den Schülern
angepaßtem Abstand, rasches Überwinden der
Hindernisse, Grobform der Hürdentechnik, Verwenden
von Hilfsgeräten (zB Medizinbälle,
Turnbank, gekippte Matten, Übungshürden,. . .).
Staffelläufe
Mit fliegendem Wechsel ohne und mit Stab.
Verschiedene Formen der Stabübergabe.
Sprung
Verbessern der Technik und Verdeutlichung der
leistungsbestimmenden Elemente
— im Weitsprung.
Durch Absprungübungen mit verkürztem
Anlauf, aus der Zone, mit Geländehilfe;
Schritt- und Hangtechniken;
— im Hochsprung.
Durch Übungen in verschiedenen Sprungtechniken,
wie Scher-, Roll-, Wälz- und
Floptechnik;
durch Verbesserung des Anlauf- und Absprungverhaltens;
— Mehrfachsprünge.
Durch Sprungformen aus dem Gehen, aus
dem langsamen Lauf, auf Matten und in
Sprungserien;
— im Stabspringen.
Hinführen zur sicheren Landung auf Sprungmatte
und in die Sprunggrube.
Wurf /Stoß
Erfahren
— der Flugeigenschaften verschiedener altersgemäßer
Wurf- und Stoßgeräte (Ball, Staffelholz,
Steine, Speer, Medizinball, Kugel,...);
— des Krafteinsatzes beim Schlagwurf, Stoß,
Schockwurf.
Üben sicherheitsorientierten Verhaltens (Sicherheitsabstand,
richtige Aufstellung, Orientierung,
Beachtung äußerer Gegebenheiten, wie Bodenbeschaffenheit,
Windverhältnisse,....).
Organisation
Selbständige Durchführung einfacher Wettkämpfe
und Übernahme der Kampfrichtertätigkeit.
Mehrkämpfe in verschiedenster Form aus dem
Bereich Lauf, Sprung, Wurf/Stoß (zB Hindernislauf,
Fünfsprungserie, Medizinballstoßen) bis zu
den Wettkampfformen der jeweiligen Altersstufe.
Kenntnisse und Betreuung von Übungsstätten und
Geräten.
Richtige Handhabung der Geräte (Startmaschinen,
Startklappe, Stoppuhr, Maßband,...).
Instandhaltung der Übungsstätten wie Sprunggrube,
Sprungmatten, Stoßkreis usw.
Der Erwerb des ÖSTA-Jugend-Sportabzeichens
ist anzustreben.
Schwimmen
Bewegen im, unter und ins Wasser
Erlernen und Verbessern von Schwimmarten.
Neue Schwimmarten (er-)finden (zB verschiedene
Arm-Bein-Kombinationen, Seitenschwimmen,
„Fußwärts-Schwimmen").
Tauchen; auch mit Hilfsmitteln (zB ABC-Ausrüstung).
Streckentauchen auch bis etwa 15 m.
Tieftauchen bis etwa 3 m.
Druckausgleich !
Volkstümliche Sprünge, auch vom 1-m- und
3-m-Brett (zB Fußsprünge mit verschiedener
Aufgabenstellung, Zielsprünge; auch Paar- und
Gruppensprünge).
Wassergymnastik (mit und ohne Musik).
Spielen im Wasser
Kleine Spiele mit und ohne Geräte.
Geeignete Geräte sind zB Luftballon, Bälle,
Ringe, Autoschläuche, Brett, Luftmatratze,...).
Fang-, Tauch- und Neckspiele.
Staffeln mit und ohne Geräte.
Ballspiele im Wasser (auch Wasserball mit vereinfachten
Regeln, Wasservolleyball).
Schnellschwimmen
Verbesserung der Schwimmtechniken einschließlich
Starten und Wenden.
Wettschwimmen über kurze Strecken; auch als
Staffel.
Wasserspringen (auch vom 1-m- oder 3-m-Brett)
Kopfsprünge aus dem Stand oder Anlauf, Abfaller
vorwärts und rückwärts, Kopfsprung rückwärts, . . .).
Einfache Drehsprünge aus dem Stand oder
Anlauf (zB Salto vorwärts und rückwärts,. . .).
Dem Könnensstand und möglichen Angstbarrieren
bei den Schülern ist durch den Lehrer bei der
Wahl der Unterrichtsmethode Rechnung zu tragen.
Dauerschwimmen
Schwimmen bis zu einer Dauer von 15 Minuten
in verschiedenen Körperlagen.
Erwerb des Österreichischen Schwimmerabzeichens
(Frei-, Fahrten- und Allroundschwimmabzeichen).
Rettungsschwimmen
Selbstrettung (zB Über-Wasser-Halten mit sparsamen
Bewegungen, Verhalten bei Krämpfen,
Kleiderschwimmen).
Einfache Fremdrettung (zB Ziehen, Schieben,
Brücke; Transport-, Befreiungs-, Rettungs- und
Bergegriffe).
Allenfalls Erwerb des Österreichischen Rettungsschwimmerabzeichens
(Helferschein) bei erwiesenen
Voraussetzungen.
Spezifische Kenntnisse
Baderegeln; allenfalls Wettkampfbestimmungen.
Wert des Schwimmens im Hinblick auf Gesundheit
und als lebensbegleitende Sportart.
Gefahrenquellen bei Fremdrettung.
Gefahren bei Springen und Tauchen (zB Wassertiefe,
Absprungflächen,. . .).
Gymnastik und Tanz
Bewegen (ohne Geräte)
Gymnastische Grundformen: Laufen, Gehen,
Hüpfen, Springen, Federn, Drehen, Schwingen.
Auch technisch schwierige Bewegungsvarianten.
Besonderes Augenmerk auf die schwingende
Bewegung unter Beachtung der Bewegungskriterien
Spannung und Lösung.
Gegenüberstellung: Gymnastische Bewegungstechnik
und Alltagsbewegung.
Erfinden von Hüpf-, Sprung- und Schwungformen.
Grundelemente in der Bewegungstechnik des
Jazz Dance.
Bewegen mit Geräten
Erfinden von Bewegungsvarianten mit einem
oder mehreren, auch verschiedenen Handgeräten.
Bewußtes Anpassen der Bewegung an die Form
und Eigenart des Gerätes (zB Reifen, Stab).
Besonders Schwingen mit Handgeräten; zB
Gymnastikband, Handkreise mit Keulen, Verwendung
von verschiedenen Ballarten, Stäben
(besonders für Burschen), Verwendung von
Gerätekombinationen.
Räumliches und zeitliches Gestalten als Einzel-
und Gruppengestaltung in freier und gebundener
Form.
Verwendung von Musik, Körper- und
Rhythmusinstrumenten (zB Klatschen, Stampfen,
Tamburin).
Wecken des Interesses an der Bewegungsqualität.
Spielen
Spielen mit Objekten und Materialien, auch mit
traditionellen Handgeräten.
Spielerisches Erproben und Erfahren der Bewegungsmöglichkeiten
des eigenen Körpers im
Tanz; Erfahren von Zeit, Dynamik und Raum.
Spielerisches Erproben rhythmusspezifischer
Techniken.
Bewegungsideen durch Musik provozieren.
Spielideen (Bewegungsideen) zur Verbindung
von Musik, Sprache und Bewegung.
Rhythmische Sportgymnastik
Technische Grundformen mit und ohne Handgeräte.
Räumliches und zeitliches Gestalten als Einzel-
und Gruppenübung.
Allenfalls auch Handgerätekombinationen.
Tänze
Österreichische und internationale Volkstänze.
Gesellschaftstänze (zB Rock'n Roll, Jive).
Formationstänze.
Allenfalls Jazz Dance.
Spezifische Kenntnisse
Wissen um Ursprung und Bewegungsgrundformen
von Volkstänzen, Gesellschaftstanz, des
Jazz Dance,. . .
Wissen über die Zusammenhänge von körpergerechtem
Bewegen, richtiger Haltung und
Gesundheit.
Die Vermittlung dieser Kenntnisse auch als Vorbereitung
auf die Arbeits- und Berufswelt; Ausgleich
und sinnvolle Freizeitgestaltung eingeschlossen.
Skilauf/Alpin
Bewegen im Schnee
Spiele ohne, mit einem und mit zwei Ski.
Fangspiele, Rollerfahren, Staffeln,. . .
Aufstiegsarten mit Ski.
Stürzen lernen.
Springen über kleine Hindernisse.
Spielen auf Ski
Spiele mit Geräten.
Torstangen, Bälle,. . .
Geschicklichkeitsspiele.
Einskifahren, Innenskischwingen, Zwergerlwedeln,
Skiwalzer, kleine Sprünge,. . .
Geschicklichkeitsparcours, Er-und-Sie-
Lauf,. . .
Alpine Skitechnik
Erlernen, Festigen und Verbessern der alpinen
Skitechnik gemäß dem „Österreichischen Skilehrplan".
Der Österreichische Skilehrplan ist als ein Teil
der Lehrgänge zur Ausbildung von Skilehrern
und Skilehrwarten veröffentlicht.
Rennlauf
Grundtechniken des Riesentorlaufes und Torlaufes.
Verschiedene Formen der Wettkämpfe (zB auch
Handicap- und Mannschaftsbewerbe, Parallelbewerbe,. . .).
Kenntnisse über Tore und Torkombinationen,
Wettkampfbestimmungen, Trainingsformen,. . .
Tourenskilauf
Tiefschneefahren.
Skitouren in kleinen Gruppen.
Kenntnisse über sicheren Skilauf
Kennen und Einhalten der Pistenregeln.
Erkennen und Vermeiden subjektiver und objektiver
Gefahren.
Konditionelle Vorbereitung, Ausrüstung, Kleidung,
Skipflege, Aufwärmen, Wahl der Abfahrtsroute, . . .
Kenntnisse über
— Routenwahl und Orientierung im Gelände;
— Lawinen- und Wetterkunde;
— Verantwortliches Verhalten gegenüber anderen
Skiläufern und Umwelt;
— Richtiges Verhalten bei Skiunfällen.
Skilauf/Nordisch
Bewegen und Spielen
Vielfältige Bewegungsaufgaben innerhalb und
außerhalb des verspurten Geländes für das
Gleichgewicht, für das Abstoßen und für die
Rhythmusverbesserung.
Skiwandern und Skiorientierungslauf mit gesteigerten
Anforderungen hinsichtlich Geländewahl
und Aufgaben.
Ausdauerspiele.
Geschicklichkeitsspiele.
Erlernen und Verbessern der Grundtechniken
Diagonalschritt.
Doppelstockschub.
In Verbindung mit anderen Techniken (Umtreten,
Technikwechsel).
Schlittschuhschritt.
Beidseitig und einseitig (Siitonen, Skating) ohne
und mit Stockunterstützung.
Anstiegstechniken.
Grätenschritt, Treppenschritt,. . .
Abfahrten in der Spur und ohne Spur (zB Pflug
zur Tempoverminderung, Schwingen).
Technikparcours.
Wettkampfformen (Streckenlänge bis 6 km)
Speziallanglauf.
Staffellauf.
Technikwettkampf.
Wettkampfformen mit zusätzlichen Aufgaben
(zB Volkstümlicher Biathlon).
Spezifische Kenntnisse
Merkmale konditioneller Vorbereitung.
Loipenregeln.
Schnee- und Wachskunde; Materialkunde.
Wissen um den gesundheitlichen Wert des Skilanglaufes
und des Skiwanderns.
Sicheres Verhalten im Gelände; Wissen um
alpine Gefahren; richtiges Verhalten bei Skiunfällen.
Eislauf
Bewegen und Spielen auf dem Eis
Gleiten auf den Kanten (Innen- und Außenkanten).
Bogen vorwärts und rückwärts.
Bewegungsaufgaben auf Kreisen, im Schlangenbogen
(zB Übersteigen, Rollerschritt; auch nach
Musik).
Bremsen (Pflugbremse).
Nummernwettläufe (zB im Kreis, vorwärts, rückwärts).
Fangspiele (zB vorwärts, rückwärts und im
Wedellauf).
Hindernisläufe (zB Slalom, Staffeln, Partnerläufe).
Ringhockey.
Allenfalls Vorformen des Eishockeys; Eisstockschießen.
Eisschnellauf
Startübungen.
Kurvenläufe.
Zeitläufe.
Eiskunstlauf
Halbbögen (links und rechts; vorwärts einwärts
und auswärts, rückwärts auswärts und allenfalls
rückwärts einwärts).
Achterlauf (auf Spur); Bogenachter; Schlangenbogen
(Paragraph).
Dreier (vorwärts auswärts und einwärts; rückwärts
auswärts).
Mohawk; Engel; Schlitten; Pirouette (zB beidbeinig).
Froschsprung; Laufsprung; Häschen; Dreiersprung
(Kadettensprung);...
Eistanz
Voraussetzung: gute Grundschule im Eislauf (richtiger
Abstoß, kantenreine Viertelbögen, exakte
Laufschritte).
Laufschritte zu verschiedenen Rhythmen, vorwärts
und rückwärts, links- und rechtsherum
(vorwiegend im 3/4- und 4/4-Takt).
Übersteigen rückwärts, links- und rechtsherum.
Schwungbögen vorwärts und rückwärts, links
und rechts; auch nach Musik (4/4- und 6/8-Takt).
Chassé vorwärts und rückwärts; auch zu verschiedenen
Rhythmen.
Mohawk (offen) vorwärts, einwärts und auswärts,
rechts und links.
Foxtrott-Movement; auch nach Musik.
Im Kreis in Tanzrichtung mit Handhaltung
(Stirnkreis) auch nach Walzermusik.
Halbbögen, Laufschritte, Chassé und Schwungbögen;
auch mit Partner, auch in Kilianhaltung.
Allenfalls Foxtrott-Movement in Kilianhaltung.
Allenfalls Schöller-Walzer.
Orientierungswandern/Orientierungslaufen
Weiterführende Übungen der im Lehrplan der 1.
und 2. Klasse angeführten Methoden unter
gesteigerter Berücksichtigung des natürlichen
Orientierungsvermögens (Himmelsrichtungen,
Naturobjekte, Kulturgrenze) und vermehrtem
Einsatz von künstlichen Hilfsmitteln (Skizzen,
Pläne, Postkarten, Land- und Wanderkarten,
OL-Spezialkarten, Kompaß).
Formen des Orientierungslaufes
Alters- und leistungsadäquate Wettkämpfe (Einzel-
und Mannschaftswettkämpfe); allenfalls Erweiterung
durch das Fortbewegen mit Sportgeräten
(zB Langlaufski).
Mitarbeit an der Vorbereitung und Durchführung
einfacher Übungsformen, Kampfrichtertätigkeit."
19. In Anlage A, sechster Teil, wird beim Freigegenstand
„Kroatisch" dem Unterabschnitt „Lehrstoff"
angefügt
„3. Klasse (3 Wochenstunden)
Aussprache
Allmähliche Steigerung des Sprechtempos.
Schreibung
Rechtschreibübungen mit steigendem Schwierigkeitsgrad.
Gesprächs- und Lesestoff
Kurzgeschichten, kurze Szenen; geographische
Schilderungen und geschichtliche Erzählungen zur
Vermittlung von Kenntnissen über die Eigenart des
kroatischen Volkes und seines Lebensraumes.
Wortschatz- und Sprechübungen
Planmäßige Übungen im freien Sprechen; Erweiterung
des Wortschatzes (Wortfamilien; wichtigste
Präfixe und Suffixe; einfache Worterklärungen);
Sachgebiete (etwa: Reisen, Restaurant, Großstadtverkehr,
Berufe, Kleidung, Sport).
Sprachlehre
Wiederholen und Festigen der Grammatikkenntnisse,
vor allem der Zeitwortformen; Mittelwörter,
Leideform, Möglichkeitsform. Unregelmäßige
Zeitwortformen. Unregelmäßige Hauptwörter.
Wörtliche und abhängige Rede. Übungen mit dem
Teilgenitiv. Fürwörter.
Schriftliche Arbeiten
Berichte über Erlebtes und Gelesenes. Briefe.
Schul- und Hausübungen.
Sechs Schularbeiten, je drei im Semester.
4. Klasse (3 Wochenstunden)
Aussprache
Weiterführende Übungen.
Schreibung
Weiterführende Übungen.
Gesprächs- und Lesestoff
Gespräche über Tagesereignisse. Erzählungen
und Lesestücke aus Arbeits- und Berufsleben, aus
Wirtschaft und Technik; internationale Zusammenarbeit.
Lyrische Gedichte und Prosastücke, die
einen Einblick in die Entwicklung des kroatischen
Schrifttums vermitteln.
Wortschatz- und Sprechübungen
Wiederholung und Festigung des Wort- und
Phrasenschatzes, neue Sachgebiete. Idiomatische
Wendungen. Freie Wiedergabe von Sachverhalten.
Sprache des Alltags, der Dichtung, der Wissenschaft,
der Zeitung.
Sprachlehre
Zusammenfassender Überblick über Formen-
und Satzlehre. Zusammenstellung der Vorwörter.
Unpersönliche Form des Zeitwortes, rückbezügliche
Formen des Zeitwortes.
Schriftliche Arbeiten
Gesuche und Eingaben; Geschäftsbriefe. Kurze
Übersetzungen, Aufsätze, Inhaltsangaben.
Schul- und Hausübungen.
Sechs Schularbeiten, je drei im Semester."
20. In Anlage A, sechster Teil, wird beim Freigegenstand
„Slowenisch" dem Unterabschnitt „Lehrstoff"
angefügt
„3. Klasse (3 Wochenstunden)
Aussprache
Beachtung der Qualität und Quantität der
Vokale.
Schreibung
Groß- und Kleinschreibung, Schreibung von
Eigennamen und von aus Eigennamen abgeleiteten
Eigenschaftswörtern. Silbentrennung. Besonderheit
in der Schreibung der Vorwörter k — h und s — z.
Gesprächs- und Lesestoff
Darstellungen aus Sachgebieten wie: Technik,
Sport, Verwaltung, Zeitung. Kurzgeschichten,
Schilderungen aus Tierwelt, Geschichte und
Gemeinschaft.
Wortschatz- und Sprechübungen
Fortsetzung der Wortschatzübungen mit Hinweis
auf die besondere Bedeutung gebräuchlicher
Suffixe und Präfixe. Erweiterung durch neue Sachgebiete.
Vortrag von Gedichten und geeigneten
Prosastücken. Gespräche.
Sprachlehre
Fürwörter, besonders Gebrauch der rückbezüglichen
Fürwörter. Einführung in die Begriffe Aspekt
und Lautwandel. Häufigste Nebensätze.
Schriftliche Arbeiten
Berichte über Erlebtes und Gelesenes. Briefe.
Schul- und Hausübungen.
Sechs Schularbeiten, je drei im Semester.
4. Klasse (3 Wochenstunden)
Aussprache
Weiterführende Übungen im Anschluß an den
Lesestoff.
Schreibung
Weiterführende Übungen.
Gesprächs- und Lesestoff
Gespräch über Tagesereignisse. Proben aus dem
slowenischen Schrifttum. Geschichtliche Erzählungen,
Gedichte, Lieder.
Wortschatz- und Sprechübungen
Einfache Nacherzählungen. Freie Wiedergabe
von Sachverhalten. Sprache des Alltags, der Dichtung,
der Wissenschaft, der Zeitung.
Sprachlehre
Mittelwörter, Leideform, Bedingungsform,
Wunschform, Supinum. Aspekte. Verneinungswörter
und doppelte Verneinung.
Schriftliche Arbeiten
Gesuche und Eingaben, Geschäftsbriefe. Aufsätze.
Gelegentlich Bildbeschreibungen. Inhaltsangaben.
Schul- und Hausübungen.
Sechs Schularbeiten, je drei im Semester."
21. In Anlage A, sechster Teil, wird beim Freigegenstand
„Ungarisch" dem Unterabschnitt „Lehrstoff"
angefügt
„3. Klasse (3 Wochenstunden)
Aussprache
Berücksichtigung der Sprachmelodie. Übungen
zur Steigerung des Sprechtempos.
Schreibung
Weiterführende Übung der Rechtschreibung und
Steigerung des Schwierigkeitsgrades.
Gesprächs- und Lesestoff, Wortschatz
Erweiterung des Wortschatzes durch Redewendungen
und Kombinationen. Wortschatzübungen
mit Wortfamilien. Erweiterung der Themenkreise
unter Berücksichtigung der Verhältnisse in Ungarn
(etwa moderner Verkehr, Großstadt, Geschäftsleben,
Post, Hörfunk und Fernsehen, Theater und
Film, Freizeitgestaltung, Fremdenverkehr). Sagen,
historische Schilderungen.
Sprachlehre
Objektive Konjugation des Zeitwortes in Gegenwart,
Zukunft und Vergangenheit. Wichtige unregelmäßige
Zeitwörter. Steigerung. Gebrauch der
Präfixe und Postpositionen. Imperativ.
Mündliche und schriftliche Übungen
Wie in der 2. Klasse, jedoch mit erhöhten Anforderungen.
Freiere Aufsätze, Vortrag von Gedichten.
Intensivierung des Gesprächs.
Schriftliche Arbeiten
Hausübungen.
Vier Schularbeiten, je zwei im Semester.
4. Klasse (3 Wochenstunden)
Aussprache
Ständige Kontrolle der Aussprache und Beseitigung
von Ungenauigkeiten. Übungen im Anschluß
an den Lesestoff.
Schreibung
Schreibübungen von Fachausdrücken aus dem
Gebiet des Handels, der Wirtschaft, des Berufslebens
usw. Phonetische Schreibweise von allgemein
gebräuchlichen Fremdwörtern.
Gesprächs- und Lesestoff, Wortschatz
Wechselgespräche und Diskussionen über aktuelle,
altersgemäße Problemkreise. Einführung des
Schülers in die dem Alter entsprechende ungarische
Jugendliteratur. Besprechung von gelesenen Erzählungen,
Novellen und Gedichten. Stoffgebiete, die
mit dem Berufsleben im Zusammenhang stehen.
Erweiterung des Wortschatzes durch ausgefallenere
Ausdrücke.
Sprachlehre
Allmähliche Weiterführung; Möglichkeits- und
Faktitivformen der Zeitwörter. Formen der wichtigsten
unregelmäßigen Zeitwörter. Unregelmäßigkeiten
bei der Steigerung der Eigenschaftswörter.
Modalbestimmung. Überblick über die ungarische
Syntax.
Mündliche und schriftliche Übungen
Mündliche und schriftliche Stellungnahme des
Schülers zu Problemen, die seinen Lebensbereich
berühren. Freiere Wiedergabe von Sachverhalten,
wie sie sich aus Erlebnis, Beobachtung und Lektüre
(insbesondere von Abschnitten der ungarischen
Jugendlektüre und geeigneten Zeitungsausschnitten)
ergeben.
Übersetzungs- und Rückübersetzungsübungen.
Gesuche und Eingaben. Einfache Geschäftsbriefe.
Schriftliche Arbeiten
Hausübungen.
Vier Schularbeiten, je zwei im Semester."
22. In Anlage A, sechster Teil, wird nach dem
Freigegenstand „Ungarisch" eingefügt
„LEBENDE FREMDSPRACHE
(Englisch, Französisch, Italienisch, Ungarisch, Russisch,
Spanisch, Tschechisch)
3. bis 8. Klasse (in vier aufeinanderfolgenden
Klassen je 3 Wochenstunden)
Der Unterricht im Freigegenstand „Lebende
Fremdsprache" richtet sich in Englisch, Französisch,
Italienisch, Ungarisch, Russisch und Spanisch
bezüglich der Bildungs- und Lehraufgabe, des
Lehrstoffes (ausgenommen die Schularbeiten) und
der Didaktischen Grundsätze nach dem jeweiligen
Lehrplan des Pflichtgegenstandes Zweite lebende
Fremdsprache (siehe bezüglich Englisch, Französisch,
Italienisch und Russisch die Verordnung
BGBl. Nr. 275/1970 in der Fassung der Verordnung
BGBl. Nr. 470/1982 und bezüglich Unga-
risch und Spanisch die Verordnung BGBl.
Nr. 295/1967 in der Fassung der Verordnung
BGBl. Nr. 577/1976) und in Tschechisch hinsichtlich
der Bildungs- und Lehraufgabe, des Lehrstoffes
(ausgenommen die Schularbeiten) und der
Didaktischen Grundsätze nach dem Lehrplan des
Freigegenstandes Tschechisch in der Verordnung
BGBl. Nr. 295/1967 in der Fassung der Verordnung
BGBl. Nr. 577/1976.
Wird die Fremdsprache in einem Mehrklassenkurs
geführt, so ist im Hinblick auf die verschiedenen
von den Schülern mitgebrachten Voraussetzungen
der Lehrstoff entsprechend zu gliedern.
Schularbeiten
1. Kursjahr: Vier Schularbeiten, davon eine oder
zwei im ersten Semester.
2. Kursjahr: Sechs Schularbeiten, je drei im Semester.
3. Kursjahr: Sechs Schularbeiten, je drei im Semester.
4. Kursjahr: Zwei Schularbeiten, je eine im Semester.
GEOMETRISCHES ZEICHNEN
Bildungs- und Lehraufgabe
Wie für den Pflichtgegenstand am Realgymnasium.
Lehrstoff
3. oder 4. Klasse (2 Wochenstunden)
Es ist eine geeignete Auswahl aus dem Lehrstoff
des Pflichtgegenstands am Realgymnasium (3. und
4. Klasse) zu treffen.
Didaktische Grundsätze
Wie für den Pflichtgegenstand am Realgymnasium."
23. In Anlage A, sechster Teil, lautet der Freigegenstand
„Instrumentalmusik"
„INSTRUMENTALMUSIK
(Klavier, Orgel, Elektronische Orgel, Gitarre,
Blockflöte, Querflöte, Oboe, Fagott, Klarinette,
Saxophon, Horn, Trompete, Posaune, Schlagzeug,
Violine, Viola, Violoncello, Kontrabaß)
Bildungs- und Lehraufgabe
Ziel des Unterrichts ist das Erlernen von Fertigkeiten
und der Erwerb von Fähigkeiten im Instrumentalspiel
mit den Gegebenheiten des Gruppenunterrichts.
Dabei sind dem Schüler vielfältige
Möglichkeiten des praktischen Musizierens in
eigenständiger Betätigung im Solo- und Ensemblespiel
zu eröffnen, die ihn zur aktiven Teilnahme am
Musikleben befähigen und zu seiner Persönlichkeitsbildung
beitragen.
Ausgehend von den individuellen Anlagen und
Fähigkeiten der Schüler sind daher im besonderen
zu fördern
— die Wahrnehmungs- und Konzentrationsfähigkeit
durch Steigerung der Hörfähigkeit und des
Unterscheidungsvermögens für akustisch-musikalische
Eindrücke,
— die Fähigkeit zur Rücksichtnahme auf einzelne
und die Gruppe bei gemeinsamen musikalischen
Aktivitäten.
Lehrstoff
1. und 2. Kursjahr
Erwerb elementarer instrumentaltechnischer Fertigkeiten.
Vertrautwerden mit den Möglichkeiten
des Instruments, auch im Zusammenhang mit
Improvisationsübungen.
Gestaltung musikalischer Verläufe unter wechselnder
Aufgabenstellung zur Übung instrumentalspezifischer
Tonbildung und zum Bewußtmachen
musikalischer Parameter.
Ausgewählte Spielliteratur für das Solo- und
Ensemblemusizieren, auch in Verbindung mit anderen
Instrumenten, gegebenenfalls im Rahmen eines
fallweisen gruppenübergreifenden Unterrichts bei
Wahrung stilistischer Gesichtspunkte.
Ein- und mehrstimmiges Musizieren, Liedbegleitung.
Methoden des selbständigen Übens.
Pflege des Instruments.
3. und 4. Kursjahr
Erweiterung instrumentaltechnischer Fertigkeiten,
auch im Zusammenhang mit Improvisationsübungen
und im Zusammenspiel mit anderen
Instrumenten unter Berücksichtigung stilistischer
Gesichtspunkte.
Gesteigerte Anforderungen bei der Gestaltung
musikalischer Verläufe unter wechselnder Aufgabenstellung
zur Übung instrumentenspezifischer
Tonbildung und zum Bewußtmachen musikalischer
Parameter.
Hinführen zum selbständigen Erarbeiten angemessener
Spielliteratur.
Ein- und mehrstimmiges Musizieren, Liedbegleitung.
Methoden selbständigen Übens.
Pflege des Instruments.
Klavier
1. und 2. Kursjahr (je 1 oder 2 Wochenstunden)
Improvisationsübungen in kleinen Tonräumen.
Erziehung zur Selbständigkeit beider Hände hinsichtlich
der Bewegungsrichtung, des Rhythmus,
des Anschlages und der Dynamik.
Anleitung zu einer effizienten Spieltechnik. Tonleitern
und Etüden.
Aufbau des Akkordspiels in enger Lage und einfache
Harmonisierungen von Liedern und Tänzen.
Bewußtmachen der stilistischen Unterschiede der
Musik einzelner Stilepochen anhand der gespielten
Literatur.
Die Verbindung von grundlegenden theoretischen
Begriffen mit dem Spielgut herstellen. Formale
Betrachtung einfachster Formen anhand des
Spielgutes.
Gegebenenfalls Auswendigspiel einfacher
Stücke. Blattspiel. Zusammenspiel auch mit anderen
Instrumenten. Vierhändiges Spiel.
Erlernen der Grundlagen des Pedalgebrauchs.
3. und 4. Kursjahr (je 1 oder 2 Wochenstunden)
Fortführen der Erziehung zur Selbständigkeit
beider Hände hinsichtlich der Bewegungsrichtung,
des Rhythmus, des Anschlags und der Dynamik.
Anregung zu einem den eigenen physischen
Möglichkeiten entsprechenden rationellen Fingersatz.
Spielen erweiterter Kadenzen. Harmonisieren
von Liedern und Tänzen.
Formale Betrachtung der gespielten Werke.
Ausgewählte Spielstücke, auch der zeitgenössischen
Musik.
Anleitung zum Pedalgebrauch.
Einfache Improvisations- und Gestaltungsversuche
im tonalen und freitonalen Bereich.
Blattspiel und Zusammenspiel mit anderen
Instrumenten.
Vierhändiges Spiel.
Orgel
1. und 2. Kursjahr (je 1 oder 2 Wochenstunden)
Elementartechnische Übungen (Pedalübungen,
Zusammenspiel von Manual und Pedal).
Grundsätze des Registrierens.
Mehrstimmige Liedsätze, leichte Präludien.
Einfache Improvisations- und Gestaltungsversuche.
Akkordverbindungsübungen.
Spielliteratur im Schwierigkeitsgrad leichter
Choralvorspiele, Präludien und Fugen.
Blattspiel.
3. und 4. Kursjahr (je 1 oder 2 Wochenstunden)
Fortführen der technischen Übungen mit gesteigerten
Anforderungen.
Spielliteratur aus verschiedenen Stilepochen,
etwa im Schwierigkeitsgrad leichter Choralvorspiele,
Präludien und Fugen unter Berücksichtigung
auch der zeitgenössischen Literatur.
Fortführen der Gestaltungs- und Improvisationsübungen.
Harmonisieren einfacher Melodien.
Grundsätze des Orgelbaus.
Schwierigere Spielliteratur aus allen Stilepochen
bei besonderer Berücksichtigung der zeitgenössischen
Literatur. Zusammenspiel mit anderen
Instrumenten; Gesangsbegleitung.
Elektronische Orgel
1. und 2. Kursjahr (je 1 oder 2 Wochenstunden)
Anleitung zur technischen Handhabung des
Instruments.
Elementartechnische Übungen für beide Hände.
Spielen einfacher Musikstücke mit Hilfe der
Symbolschrift bei anfänglicher Anwendung der
Begleitautomatik.
Blues-Harmonien und einfaches Harmonisieren
von Unterhaltungsmusik und jazzverwandter
Musik.
Spieltechnische Übungen auf der zweimanualigen
Orgel, vorerst auf zwei Spielebenen, anschließend
auch auf drei.
Improvisationsübungen, Blattspiel und Zusammenspiel
mit anderen Instrumenten.
Anleitung zur Verwendung der Rhythmussektion
und der Registrierung.
3. und 4. Kursjahr (je 1 oder 2 Wochenstunden)
Erweiterte Blues-Harmonien und- Harmonien
einfacher Melodien.
Blockharmonien (Harmonisieren der Melodie in
der rechten Hand).
Analyse und Realisieren verschiedener Klangfarben.
Arrangieren ausgewählter Musikstücke (Registrierung,
Rhythmuswahl, stilistische Aspekte).
Blattspiel; Auswendigspiel; Zusammenspiel mit
anderen Instrumenten.
Ausgewählte Spielstücke auch aus der Klavier-
und Orgelliteratur unter Berücksichtigung stilistischer
Aspekte.
Gitarre
1. und 2. Kursjahr (je 1 oder 2 Wochenstunden)
Anleitung zum selbständigen Stimmen des
Instruments.
Einfache Anschlagsarten (Wechselschlag, Daumenschlag,
Akkordanschlag, Zerlegungen).
Einfache Schlagtechnik.
Lagenspiel und einfacher Lagenwechsel.
Tonleiterspiel bis zu zwei Oktaven.
Doppelgrifftechnik der linken Hand. Fingersatz.
Quergrifftechnik und Bindetechnik.
Einfache Kadenzen. Begleiten von Liedern und
Tänzen, auch nach Gehör.
Improvisation und Blattspiel.
Solo- und Ensemblespiel von einfacher Literatur.
Zusammenspiel auch mit anderen Instrumenten.
Gegebenenfalls auch Einbeziehung von elektronischen
Instrumenten (E-Gitarre, E-Baß).
3. und 4. Kursjahr (je 1 oder 2 Wochenstunden)
Erlernen schwierigerer Anschlagsarten (etwa Flamencotechnik).
Erweiterung des Lagenspiels und des Lagenwechsels
sowie der Quergriff- und der Bindetechnik.
Verzierungen.
Kadenzen, auch in erweiterter Ausführung.
Blattspiel. Nach Gehör spielen und begleiten.
Solo- und Ensembleliteratur aus verschiedenen
Stilepochen, auch in Kombination mit anderen
Instrumenten.
Gegebenenfalls auch Einbeziehung von elektronischen
Instrumenten (E-Gitarre, E-Baß).
Blockflöte
(Sopranflöte, Altflöte; gegebenenfalls Tenor-,
Baßflöte)
1. und 2. Kursjahr (je 1 oder 2 Wochenstunden)
Erlernen der Atemtechnik.
Haltetöne in hoher und tiefer Lage, unterschiedliche
Blasintensitäten, Beachten der richtigen Intonation.
Übungen zur Artikulation (legato, non legato,
portato, staccato); Phrasierung auch im Hinblick
auf gezielte Atemführung.
Blattspiel, nach Gehör spielen.
Erfahren, Finden und Notieren von Griffen,
allenfalls von Griffkombinationen.
Improvisation.
Einfache Verzierungen wie Vorschlag, Praller,
Triller, Mordent.
Zusammenspiel mit anderen Instrumenten.
Erarbeiten des gesamten Tonumfanges.
Einfache Liedsätze, Spielstücke und Tänze.
3. und 4. Kursjahr (je 1 oder 2 Wochenstunden)
Fortführen von Übungen, die der Reinheit von
Intonation und Tonqualität dienen.
Vorstellen und Erfahren verschiedener Artikulationsformen
(Doppelzunge) und Spieltechniken.
Hinführen zum selbständigen Erarbeiten auch
selbstgewählter Literatur.
Blattspiel, nach Gehör spielen.
Schwierigere Griffkombinationen und Verzierungen.
Improvisation.
Zusammenspiel mit anderen Instrumenten. Schulung
der Geläufigkeit unter Einbeziehung der
Chromatik und gebrochener Akkorde.
Ausgewählte Beispiele aus der Literatur für
Blockflöte aus verschiedenen Stilrichtungen.
Querflöte
1. und 2. Kursjahr (je 1 oder 2 Wochenstunden)
Übungen zur Zwerchfell-Atemstütze. Schulung
von Ansatz, Ton und Intonation.
Übungen zur Artikulation.
Grundlegende Technik der Tonbildung und
schrittweise Erarbeitung des Tonraumes von c1 bis
c4.
Übungen zur Darstellung dynamischer Unterschiede
anhand von Haltetönen.
Einfacher und doppelter Zungenstoß. Schrittweiser
Aufbau von Tonleiter-, Akkord- und Intervallübungen.
Einfache Verzierungen.
Melodische und rhythmische Erfindungsübungen,
Improvisation.
Blattspiel, nach Gehör spielen.
Zusammenspiel mit anderen Instrumenten.
Einfache Spielstücke und Tanzsätze.
3. und 4. Kursjahr (je 1 oder 2 Wochenstunden)
Fortführen von Übungen, die der Reinheit von
Intonation und Tonqualität dienen.
Haltetöne mit Vibrato und dynamischen Veränderungen.
Schulung der Geläufigkeit unter Einbeziehen der
Chromatik und gebrochener Akkorde.
Tripelzunge.
Artikulation und Dynamik als Gestaltungsmittel.
Blattspiel, nach Gehör spielen.
Zusammenspiel mit anderen Instrumenten.
Weitere Pflege der Improvisation.
Schwierigere Griffkombinationen und Verzierungen.
Ausgewählte Beispiele der Querflötenliteratur
aus verschiedenen Stilrichtungen.
Oboe
1. und 2. Kursjahr (je 1 oder 2 Wochenstunden)
Übungen zur Atemtechnik und Stütze.
Ansatz-, Ton- und Intonationsübungen; Haltetöne;
Artikulation.
Erarbeitung des Tonraumes h bis etwa c3, ausgehend
von der mittleren Lage.
Tonleiter- und Intervallübungen; Akkordzerlegungen.
Einführung in die Verzierungstechnik.
Blattspiel; Improvisation.
Einfache Spielstücke aus verschiedenen musikalischen
Epochen.
Zusammenspiel mit anderen Instrumenten.
Pflege des Instruments und Grundlagen des
Rohrbaus.
3. und 4. Kursjahr (je 1 oder 2 Wochenstunden)
Arbeit an der Tonqualität und am natürlichen
Vibrato.
Haltetöne mit dynamischen Veränderungen und
Vibrato.
Tonraum: 3. Oktave.
Trillertechnik; Ornamentik; Blattspiel; Improvisation.
Schwierigere Griffkombinationen; Chromatik.
Spezielle Techniken wie permanente Atmung,
Doppelzunge, Flageolett usw.
Originalliteratur aus allen musikalischen Epochen.
Zusammenspiel mit anderen Instrumenten.
Fagott
1. und 2. Kursjahr (je 1 oder 2 Wochenstunden)
Übungen zur Atemtechnik und Stütze.
Ansatz-, Ton- und Intonationsübungen; Haltetöne;
Artikulation.
Erarbeitung des Tonraumes B_ bis etwa c2, ausgehend
von der mittleren Lage.
Tonleiter- und Intervallübungen; Akkordzerlegungen.
Einführung in die Verzierungstechnik.
Blattspiel; Improvisation.
Einfache Spielstücke aus verschiedenen musikalischen
Epochen.
Zusammenspiel mit anderen Instrumenten.
Pflege des Instruments und Grundlagen des
Rohrbaus.
3. und 4. Kursjahr (je 1 oder 2 Wochenstunden)
Arbeit an der Tonqualität und am natürlichen
Vibrato.
Haltetöne mit dynamischen Veränderungen und
Vibrato.
Tonraum cis2 bis e2.
Schwierigere Griffkombinationen; Chromatik.
Trillertechnik; Ornamentik.
Blattspiel; Improvisation.
Spezielle Techniken wie Doppelzunge, Triolenzunge
usw.
Originalliteratur aus allen musikalischen Epochen.
Zusammenspiel mit anderen Instrumenten.
Klarinette
1. und 2. Kursjahr (1 oder 2 Wochenstunden)
Erlernen der Atemtechnik.
Haltetöne im unteren und mittleren Register mit
an- und abschwellender. Tongebung. Intervallübungen.
Intonationsübungen.
Entwickeln der Grifftechnik (Abdecktechnik).
Blattspiel, nach Gehör spielen.
Improvisation.
Zusammenspiel mit anderen Instrumenten.
Grundlegende Techniken des Blattschnitzens.
Einfache Liedsätze, Spielstücke und Tänze.
3. und 4. Kursjahr (1 oder 2 Wochenstunden)
Fortführen von Übungen, die der Reinheit von
Intonation und Tonqualität dienen.
Erweitern des Tonumfanges.
Entwickeln der Fähigkeit zu differenzierterem
Spiel, Phrasieren und zu verschiedener Artikulation.
Schnelle Staccatoübungen.
Blattspiel, nach Gehör spielen, Transponieren
nach „c".
Selbständigkeit im Improvisieren.
Fähigkeit der selbständigen Blattbearbeitung.
Ausgewählte Beispiele der Klarinettenliteratur
verschiedener Stilrichtungen.
Saxophon
1. und 2. Kursjahr (je 1 oder 2 Wochenstunden)
Atemtechnik, Haltung, Ansatzübungen, Verwendung
des geeigneten Blattes.
Schulung von Ton und Intonation.
Übungen zur Artikulation.
Haltetöne im unteren und mittleren Tonbereich
mit an- und abschwellender Tongebung.
Intervallübungen. Entwickeln der Grifftechnik.
Blattspiel, nach Gehör spielen.
Elementare Improvisationsübungen.
Zusammenspiel mit anderen Instrumenten. Einfache
Melodiebögen.
Duette und mehrstimmige Sätze aus verschiedenen
Stilbereichen.
3. und 4. Kursjahr (je 1 oder 2 Wochenstunden)
Fortführung der Intonationsübungen.
Erweitern des Tonumfanges. Entwickeln der
Fähigkeit zu differenzierterem Spiel, zu Phrasierung
und zu verschiedener Artikulation.
Schnelle Staccatoübungen.
Blattspiel, nach Gehör spielen, Transponieren.
Entwickeln der Selbständigkeit im Improvisieren.
Transkription einfacher Jazzmelodien. Melodie-
Akkord-Beziehung.
Ausgewählte Beispiele der Saxophonliteratur verschiedener
Stilrichtungen.
Horn
1. und 2. Kursjahr (je 1 oder 2 Wochenstunden)
Bewußte Atmung bei kontrollierter Körperhaltung
(Atemübungen, Übungen zur „Körperfindung").
Tonbildung, kontrollierter Ansatz durch gebundene
(legato) Tonfolgen mit allen 7 Griffkombinationen
(„Mundstückspiele", gebundene Intervalle
innerhalb einer Dezime mit bewußtem Körperengagement).
Erweiterung des Tonumfanges mit Berücksichtigung
der physischen Gegebenheiten anhand entsprechender
Literatur (Erweiterung der Naturtonreihe).
Tonleiterübungen in Kombination mit melodischem
Etüdenmaterial.
Leichte Spielstücke, Choräle, Lieder und Tänze.
In diesem Zusammenhang Vorstellen und Erfahren
verschiedener Artikulationsformen und Phrasierungen
— legato, portato. Improvisation.
Einführung in verschiedene musikalische Epochen;
Zusammenspiel und Bewußtmachen der sich
daraus ergebenden Probleme (Intonation, Dynamik,
musikalische Gestaltung und Differenzierung).
Blattspiel, nach Gehör spielen.
3. und 4. Kursjahr (je 1 oder 2 Wochenstunden)
Fortführen von Übungen, die Atemtechnik, Körperhaltung
betreffend.
Erweiterung des Tonraumes.
Tonleitern, Akkordzerlegungen.
Zungenstoßübungen in Doppel- und Tripelzunge.
Artikulationsübungen bis zum Staccato erweitern.
Spielstücke aus verschiedenen Stilepochen.
Improvisation, auch im Ensemble.
Blattspiel, nach Gehör spielen.
Zusammenspiel mit anderen Instrumenten.
Transpositionsübungen.
Trompete
1. und 2. Kursjahr (je 1 oder 2 Wochenstunden)
Bewußte Atmung bei kontrollierter Körperhaltung
(Atemübungen, Übungen zur „Körperfindung").
Tonbildung, kontrollierter Ansatz durch gebundene
(legato) Tonfolgen mit allen 7 Griffkombinationen
(„Mundstückspiele", gebundene Intervalle
innerhalb einer Dezime mit bewußtem Körperengagement).
Erweiterung des Tonumfanges mit Berücksichtigung
der physischen Gegebenheiten anhand entsprechender
Literatur (Erweiterung der Naturtonreihe).
Tonleiterübungen in Kombination mit melodischem
Etüdenmaterial.
Leichte Spielstücke, Choräle, Lieder und Tänze.
In diesem Zusammenhang Vorstellen und Erfahren
verschiedener Artikulationsformen und Phrasierungen
— legato, portato. Improvisation.
Einführung in verschiedene musikalische Epochen;
Zusammenspiel und Bewußtmachen der sich
daraus ergebenden Probleme (Intonation, Dynamik,
musikalische Gestaltung und Differenzierung).
Blattspiel, nach Gehör spielen.
3. und 4. Kursjahr (je 1 oder 2 Wochenstunden)
Fortführen von Übungen, die Atemtechnik, Körperhaltung
betreffend.
Erweiterung des Tonraumes in der zweigestrichenen
Oktave.
Tonleitern, Akkordzerlegungen.
Zungenstoßübungen in Doppel- und Tripelzunge.
Artikulationsübungen bis zum Staccato erweitern.
Spielstücke aus verschiedenen Stilepochen.
Improvisation, auch im Ensemble.
Blattspiel, nach Gehör spielen.
Zusammenspiel mit anderen Instrumenten.
Transpositionsübungen.
Posaune
1. und 2. Kursjahr (je 1 oder 2 Wochenstunden)
Bewußte Atmung bei kontrollierter Körperhaltung
(Atemübungen, Übungen zur „Körperfindung").
Tonbildung, kontrollierter Ansatz durch gebundene
(legato) Tonfolgen mit allen Zugkombinationen
(„Mundstückspiele", gebundene Intervalle
innerhalb einer Dezime mit bewußtem Körperengagement).
Erweiterung des Tonumfanges mit Berücksichtigung
der physischen Gegebenheiten anhand entsprechender
Literatur (Erweiterung der Naturtonreihe).
Tonleiterübungen in Kombination mit melodischem
Etüdenmaterial.
Leichte Spielstücke, Choräle, Lieder und Tänze.
In diesem Zusammenhang Vorstellen und Erfahren
verschiedener Artikulationsformen und Phrasierungen
— legato, portato. Improvisation.
Einführung in verschiedene musikalische Epochen;
Zusammenspiel und Bewußtmachen der sich
daraus ergebenden Probleme (Intonation, Dynamik,
musikalische Gestaltung und Differenzierung).
Blattspiel, nach Gehör spielen.
3. und 4. Kursjahr (je 1 oder 2 Wochenstunden)
Fortführen von Übungen, die Atemtechnik, Körperhaltung
betreffend.
Erweiterung des Tonraumes.
Tonleitern, Akkordzerlegungen.
Zungenstoßübungen in Doppel- und Tripelzunge.
Artikulationsübungen bis zum Staccato erweitern.
Spielstücke aus verschiedenen Stilepochen.
Improvisation, auch im Ensemble.
Blattspiel, nach Gehör spielen.
Zusammenspiel mit anderen Instrumenten.
Transpositionsübungen.
Schlagzeug
1. und 2. Kursjahr (je 1 oder 2 Wochenstunden)
Körperhaltung, traditionelle Stockhaltung, „Paukenhaltung".
Korrektes Zusammenstellen des
Drumsets. Übungen auf der kleinen Trommel
(Paradiddle-Technik).
Wechsel von der kleinen Trommel auf Becken,
Hi-Hat, Toms und Bass-Drum.
Vermitteln einfacher Schlagzeugnotation. Hinführen
zum Formdenken.
Call-and-response-Übungen in der Gruppe.
Einfache Improvisationsübungen.
Claps-and-voice- und Bodydrumming-Übungen.
Bildung von Ensembles und Anregungen zu
selbstgestalteten Übungen.
3. und 4. Kursjahr (je 1 oder 2 Wochenstunden)
Eartraining: Entwicklung der Transkriptionsfähigkeit
auf einem und mehreren Instrumenten.
Vermitteln von Formabläufen.
Einfaches Two-beat-Feeling (Marsch, Polka) als
Grundlage für komplexere polyrhythmische Formen
(Jazz, Rock-Jazz, afrikanische Musik).
Entwicklung des Solospiels.
Förderung des Melodie- und Harmoniedenkens.
Verwendung von Stabspielen (Stabspieltechnik).
Einstudieren gängiger Tanzrhythmen (Samba,
Bossa Nova, Rumba, Cha-Cha-Cha usw.).
Ungerade Metren: 5/4, 7/4 usw. anhand bekannter
Tonbeispiele.
Akzentüberlagerungen innerhalb einer vorgegebenen
Form.
Gegebenenfalls: der Drumcomputer; Vor- und
Nachteile; elektronisches Drumset.
Hörbeispiele und Filme über afrikanische und
südamerikanische Musik.
Entwickeln des Verständnisses für verschiedene
Stilarten.
Violine
1. und 2. Kursjahr (1 oder 2 Wochenstunden)
Grundübungen zur Geigenhaltung und exakten
Bogenführung.
Entwicklung zur Klang- und Intervallvorstellung
und deren Realisierung auf dem Instrument.
Übungen für die linke Hand zur Unabhängigkeit
der Finger und zur Festigung der Halb- und Ganztonstellungen.
Spiel in der 1. Lage. Einführung in das Spiel nach
Noten. Literaturspiel anhand von einfachsten Beispielen.
Hinführung zu reiner Intonation.
Vorübungen zum Lagenwechsel und Vibrato.
Stricharten: legato, portato und staccato.
Auswendigspiel von Liedern und Übungen.
Improvisationsspiele und Anfänge des Zusammenspiels.
3. und 4. Kursjahr (1 oder 2 Wochenstunden)
Erweiterung des Lagenspiels, Intonationsübungen,
Tonleiterstudien und leichte Etüden.
Zusammengesetzte Stricharten in Verbindung
mit rhythmischen Übungen.
Aktivierung des Vibratos.
Übungen zur Entwicklung der Klangqualität und
Dynamik.
Improvisation, leichtes Blattspiel, Zusammenspiel
in der Gruppe und mit anderen Instrumenten.
Auswahl geeigneter Spielstücke aus verschiedenen
Stilepochen.
Viola
1. und 2. Kursjahr (je 1 oder 2 Wochenstunden)
Grundübungen zur Violahaltung und exakten
Bogenführung.
Entwicklung zur Klang- und Intervallvorstellung
und deren Realisierung auf dem Instrument.
Übungen für die linke Hand zur Unabhängigkeit
der Finger und zur Festigung der Halb- und Ganztonstellungen.
Einführung in das Spiel nach Noten. Spiel in der
1. Lage.
Hinführung zu reiner Intonation.
Vorübungen zum Lagenwechsel und Vibrato.
Stricharten: legato, portato und staccato.
Auswendigspiel von Liedern und Übungen.
Improvisationsspiele und Anfänge des Zusammenspiels.
3. und 4. Kursjahr (je 1 oder 2 Wochenstunden)
Erweiterung des Lagenspiels, Intonationsübungen,
Tonleiterstudien und leichte Etüden.
Zusammengesetzte Stricharten in Verbindung
mit rhythmischen Übungen.
Aktivierung des Vibratos.
Übungen zur Entwicklung der Klangqualität und
Dynamik.
Improvisation, leichtes Blattspiel, Zusammenspiel
in der Gruppe und mit anderen Instrumenten.
Auswahl geeigneter Spielstücke aus verschiedenen
Stilepochen.
Einfache Streichquartette.
Violoncello
1. und 2. Kursjahr (je 1 oder 2 Wochenstunden)
Grundübungen zur Sitzhaltung und exakten
Bogenführung.
Entwicklung zur Klang- und Intervallvorstellung
und deren Realisierung auf dem Instrument.
Übungen zur Kräftigung der linken Hand.
Hinführung zur reinen Intonation.
Vorübungen zum Vibrato.
Stricharten: legato, portato und staccato.
Auswendigspiel von Liedern und Übungen.
Improvisationsspiele und Anfänge des Zusammenspiels,
möglichst in der Gruppe.
Spiel in der 1. Lage. Einführung in das Spiel nach
Noten.
Literaturspiel anhand von einfachsten Beispielen.
3. und 4. Kursjahr (je 1 oder 2 Wochenstunden)
Vorbereitung zum Lagenspiel, Intonationsübungen,
Tonleiterstudien und leichte Etüden.
Zusammengesetzte Stricharten in Verbindung
mit rhythmischen Übungen.
Übungen zur Entwicklung der Klangqualität und
Dynamik.
Aktivierung des Vibratos.
Improvisation, leichtes Blattspiel, Zusammenspiel
(möglichst in der Gruppe und mit anderen Instrumenten).
Auswahl geeigneter Spielstücke aus verschiedenen
Stilepochen.
Kontrabaß
1. und 2. Kursjahr (je 1 oder 2 Wochenstunden)
Grundübungen zur richtigen Haltung.
Übungen zur exakten Bogenführung.
Übungen zur Kräftigung beider Hände.
Entwicklung von Klang- und Intervallvorstellung
und deren Realisierung am Instrument.
Pizzicato.
Stricharten: legato, portato, staccato.
Vorübungen zum Lagenspiel unter besonderer
Berücksichtigung des natürlichen Flageoletts.
Auswendigspiel und leichte Improvisationsübungen.
Anfänge des Zusammenspiels.
3. und 4. Kursjahr (je 1 oder 2 Wochenstunden)
Lagenspiel.
Intonationsübungen.
Tonleiterstudien und leichte Etüden.
Zusammengesetzte Stricharten in Verbindung
mit rhythmischen Übungen.
Vibrato.
Blattspiel.
Zusammenspiel (möglichst in der Gruppe mit
anderen Instrumenten).
Auswahl geeigneter Spielstücke aus verschiedenen
Stilepochen.
Einführung in die Jazzbaßtechnik.
Unterweisung in der Jazzharmonik.
Einfache Improvisationsübungen.
Didaktische Grundsätze
Der Gruppenunterricht ist so zu planen und
durchzuführen, daß er für den Schüler auch dann
sinnvoll ist, wenn dieser nicht Musik als Beruf ausüben
will.
Andererseits sollen aus der Vielzahl der im
Gruppenunterricht erfaßbaren Schüler die besonders
Begabten erkannt und gefördert werden.
Ihnen wären besondere instrumentale Ausbildungsmöglichkeiten,
die über den Gruppenunterricht
hinausgehen, vorzuschlagen.
Schüler einer gleichen Leistungsstufe sind möglichst
in einer Gruppe zusammenzufassen, daher
können auch Schüler verschiedener Schulstufen
eine Gruppe bilden.
Vor der Wahl des Instruments sollte eine Beratung
von Eltern und Schülern zeitgerecht stattfinden.
Das Instrumentalfach Orgel kann nur gewählt
werden, wenn ausreichende Vorkenntnisse im Klavierspiel
nachgewiesen werden.
Von Anfang an sind/ist
— die Gestaltungs- und Erfindungskraft der
Gruppe zu fördern,
— die Möglichkeit des notationsfreien Spieles in
wechselnder methodischer Aufbereitung zu
erlernen,
— die allgemeine Musiklehre, verschiedene Notationsarten
und die Gehörbildung in den Ausbildungsprozeß
zu integrieren,
— Musikliteratur vielfältigster Art, den Möglichkeiten
der verschiedenen Instrumente entsprechend,
in die Unterrichtsarbeit einzubauen,
— der Schüler zum selbständigen Erarbeiten von
Spielliteratur zu motivieren,
— Methoden des selbständigen Übens zu vermitteln.
Die Auswahl der Spielliteratur hat sich den
Gegebenheiten der einzelnen Instrumentalgruppen
anzupassen; es wird daher ein einheitlicher Lei-
stungsfortschritt aller Gruppen eines Kursjahres
nicht möglich sein.
Um dem selbständigen Musizieren zu entsprechen,
sind verschiedene Methoden des Übens und
der Selbstkontrolle zu erarbeiten. Das Erlernte soll
in geeigneter Weise in der Klasse; im Rahmen der
Schulgemeinschaft und darüber hinaus präsentiert
werden. Die Bildung von Musikgruppen außerhalb
der Schule ist nach Möglichkeit zu fördern. Dazu
bedarf es der Zusammenarbeit zwischen den Lehrern
für Instrumentalmusik und den Lehrern für
Musikerziehung.
Der Erfolg aller didaktischen Bemühungen des
Lehrers wird wesentlich davon abhängen, ob es ihm
gelingt, durch sein persönliches Beispiel die Schüler
zur Nachahmung zu motivieren. Es ist daher unerläßlich,
daß der Lehrer seine methodisch-didaktischen
Anregungen durch das eigene Vorspiel untermauert.
Durch geschickten Einsatz seines Instruments
beim Vor- und Mitspiel sowie bei der Übernahme
fehlender Stimmen wird es ihm gelingen, den
Unterricht zu beleben und unsichere Schüler zu
ermutigen."
24. In Anlage A, sechster Teil, wird nach dem
Freigegenstand „Instrumentalmusik" eingefügt
„WERKERZIEHUNG
(am Gymnasium)
Für Knaben/für Mädchen
Bildungs- und Lehraufgabe
Lehrstoff
3. Klasse (2 Wochenstunden)
4. Klasse (2 Wochenstunden)
Didaktische Grundsätze
Wie für den Pflichtgegenstand Werkerziehung
für Knaben bzw. für Mädchen der 3. und 4. Klasse
am Realgymnasium.
KURZSCHRIFT
Bildungs- und Lehraufgabe
Die Fähigkeit, ein Diktat fehlerfrei und sauber
aufzunehmen, sicher zu lesen und wortgetreu in
Langschrift wiederzugeben, ist zu erreichen.
Dadurch soll die Erziehung zur Wendigkeit im
Erfassen des gesprochenen Wortes und zur Genauigkeit
gefördert werden.
Im Kurs für Fortgeschrittene soll eine Schnelligkeit
von etwa 120 bis 140 Silben in der Minute
erreicht werden. Der Unterricht ist nach dem
System der Deutschen Einheitskurzschrift (Wiener
Urkunde), Verordnung des Bundesministeriums für
Unterricht BGBl. Nr. 171/1969, zu erteilen.
Lehrstoff
4. bis 7. Klasse (in zwei aufeinanderfolgenden
Klassen je 2 Wochenstunden)
1. Kursjahr (Kurs für Anfänger)
Die Verkehrsschrift.
2. Kursjahr (Kurs für Fortgeschrittene)
Festigung der Verkehrsschrift, allenfalls Einführung
in die Eilschrift.
Stenotypie-Übungen
In Verbindung mit Maschinschreiben Übertragen
von Stenogrammen allgemeiner Art sowie
Schreiben einfacher Brieftexte vom Stenogramm in
die Maschine als Reinschriften.
Didaktische Grundsätze
Auf graphische und systemale Korrektheit im
Schreiben und auf sicheres Lesen nicht nur der
eigenen, sondern auch fremder Niederschriften ist
zu achten. Die Beherrschung der Kürzel ist besonders
einzuüben. Durch entsprechende Fühlungnahme
mit den Lehrern anderer Unterrichtsgegenstände
ist die vielfältige Anwendung der Kurzschrift
zu sichern. Das Ausmaß der Kürzungslehre
sowie die Schreibfertigkeit sind dem Aufnahmevermögen
der Schüler der Klasse anzupassen. Die
Systemrichtigkeit und die Genauigkeit der Übertragung
haben den Vorzug gegenüber der Schreibgeschwindigkeit.
Die Ansage- und Abschreibübungen
sind der Umwelt des Schülers und den Stoffgebieten
anderer Unterrichtsgegenstände zu entnehmen,
sodaß die kurzschriftliche Praxis der Schüler möglichst
umfassend wird.
Fortlaufende schriftliche Übungen.
Nach Bedarf durchzuführende schriftliche Arbeiten
sind zu beurteilen.
MASCHINSCHREIBEN
Bildungs- und Lehraufgabe
Sicheres Beherrschen der Schreibmaschine durch
Schreiben nach der Zehnfinger-Tastschreibmethode
ist anzustreben. Die Schüler sind mit den einschlägigen
Normen (zB Neue Richtlinien für
Maschinschreiben ÖNORM A 1080) vertraut zu
machen. Das Anfertigen wichtiger Schriftstücke
des privaten, geschäftlichen und amtlichen
Gebrauchs ist zu üben.
Die Schüler sollen eine einfache Wartung der
Schreibmaschine durchführen können (zB Farbbandwechsel).
Lehrstoff
3. bis 7. Klasse (in zwei aufeinanderfolgenden
Klassen je 2 Wochenstunden)
Kurs für Anfänger (1. Kursjahr)
Richtige Körper- und Handhaltung. Bekanntmachen
mit den wichtigsten Bestandteilen der Schreibmaschine.
Gründliches Kennenlernen der Tastatur.
Tastschreiben nach der Zehnfinger-Tastschreibmethode.
Großschreibung. Ziffern und Zeichen.
Erreichen einer Schreibgeschwindigkeit von etwa
100 Reinanschlägen pro Minute. Ansagen ohne
Geschwindigkeitsforderung. Ansagen und Abschreibübungen,
die ihren Stoff der Umwelt des
Schülers, vor allem auch dem Inhalt anderer Unterrichtsgegenstände,
entnehmen.
Hervorhebungsarten (Unterstreichen, Sperrschrift,
Mittestellen und Großschreiben usw.).
Die Anschrift. Brief einfachster Art. Brief ohne
Vordruck. Gebrauch des Kohlepapiers. Briefkuvert.
Nach Bedarf durchzuführende schriftliche Arbeiten
sind zu beurteilen.
Kurs für Fortgeschrittene (2. Kursjahr)
Vertiefung der Kenntnis des Griffeids. Der Mittelstrich
in seinen Anwendungen. Zeichen, die
Wörter ersetzen.
Zeichen, die keine Wörter ersetzen. Zusammengesetzte
Zeichen, Abkürzungen, Ziffern und Zahlen.
Papier- und Briefformate. Wiederholung: der
Brief ohne Vordruck. Tabellenschreiben. Der
genormte Brief.
Bewerbungsschreiben. Lebenslauf. Schreiben auf
Doppelbogen mit und ohne Durchschlag. Anfertigen
mehrerer Durchschläge. Vervielfältigungsarten.
Verträge, Statuten, Listen, Preisverzeichnisse.
Schriftstücke des Verkehrs mit Behörden, auf nicht
vorgedrucktem Papier. Erziehung zu weitgehend
selbständiger Gestaltung von Maschin-Schriftstücken
aller Art.
Ansagen und Abschreibübungen, die ihren Stoff
der Umwelt des Schülers, vor allem auch dem Stoff
anderer Unterrichtsgegenstände, entnehmen.
Erreichen einer Schreibgeschwindigkeit von etwa
140 Reinanschlägen pro Minute.
Maschinenkunde: Tabulator, Stechwalze, Walzenfreilauf.
Pflege der Schreibmaschine. Behebung
kleiner Schäden.
Nach Bedarf durchzuführende schriftliche Arbeiten
sind zu beurteilen.
Didaktische Grundsätze
Dem Schüler ist ausreichendes Verständnis für
ein gutes Schriftbild zu vermitteln. Es ist darauf zu
achten, daß die im Unterricht angefertigten Schriftstücke
sprachlich und orthographisch einwandfrei
sind und sich zum Teil mit Sachverhalten befassen,
die Gegenstand des Unterrichtes anderer Unterrichtsgegenstände
sind. Stets ist auf Brauchbarkeit
des Schriftstückes größter Wert zu legen. Nach
Möglichkeit sollen auch Hausübungen in anderen
Fächern mit der Schreibmaschine abgefaßt werden.
Die Steigerung der Schreibgeschwindigkeit darf
nicht auf Kosten der Genauigkeit erfolgen.
Um eine zu starke Beanspruchung der Schüler
zu vermeiden, sind nach Möglichkeit in den unteren
Klassen keine Doppelstunden anzusetzen."
25. In Anlage A, sechster Teil, wird nach der
unverbindlichen Übung „Spielmusik" eingefügt
„HAUSWIRTSCHAFT
Bildungs- und Lehraufgabe, Lehrstoff
4. bis 7. Klasse (in zwei aufeinanderfolgenden
Klassen je 4 Wochenstunden)
Vermittlung grundlegender Kenntnisse im
Kochen und in der Führung eines Haushaltes;
Erfassen der Bedeutung einer gesunden Ernährung.
Kurs für Anfänger (1. Kursjahr)
Erarbeitung der wichtigsten Grundrezepte; einfache
. Menügestaltung; Tischdecken; Servieren,
Gestaltung von Familienfesten.
Bedienung der Küchen- und Haushaltsmaschinen;
hauswirtschaftliche Übungen.
Kurs für Fortgeschrittene (2. Kursjahr)
Speisen, deren Zubereitung höhere Anforderungen
stellt.
Büffetgestaltung; Zubereitung von Festmenüs;
Grundlegendes über die wichtigsten Diäten.
Didaktische Grundsätze
Die im Chemieunterricht erworbenen Kenntnisse
sind zu verwerten.
Hauswirtschaftliche Arbeiten sollen im Rahmen
der Küchenarbeit durchgeführt werden.
Auf richtig überlegtes, zweckmäßiges Hantieren
ist zu achten."
26. In Anlage A, sechster Teil, wird nach der
unverbindlichen Übung „Leibesübungen" eingefügt
„CHEMIE
Bildungs- und Lehraufgabe
Kennenlernen der Stoffe und ihrer Eigenschaften
aus eigener Erfahrung.
Kennenlernen der Möglichkeiten, welche die
Chemie zur Stoffveränderung bietet.
Förderung der Freude an experimentellen Aktivitäten,
die unter zielführender Anleitung erfolgen —
Vermeidung der Gefahren des Experimentierens
auf eigene Faust.
Förderung der Selbständigkeit, des Verantwortungsbewußtseins
und der manuellen Geschicklichkeit.
Förderung des kreativen Denkens durch Entwicklung
von einfachen Experimenten.
Einsichten in die Probleme des Umweltschutzes
Das Verhalten von Stoffen in der Luft, im Wasser
und im Boden kennenlernen.
Einsichten in die Arbeitswelt der chemischen
Industrie.
Lehrstoff
4. Klasse (2 Wochenstunden)
Lösungen : Löslichkeiten, Züchten von Kristallen
(allenfalls Kristallwachstum unter dem Mikroskop).
Gase: Wasserstoff und/oder Sauerstoff: Herstellung,
Eigenschaften. Kohlendioxid: Herstellung,
Eigenschaften; festes Kohlendioxid — Verhalten
von Stoffen bei tiefen Temperaturen. Kohlenmonoxid
Herstellung, Eigenschaften; Umweltbelastung.
Flammen: Verbrennungsvorgänge, Flammenfärbung.
Schwefel: Eigenschaften des elementaren Schwefels,
Schwefeldioxid (Umweltbelastung durch
Schwefeldioxid bei der Verbrennung fossiler
Brennstoffe). Sulfate: Kupfersulfat, Gips.
Stickstoff: Ammoniak; stickstoffhältige Düngemittel
(Problem der Überdüngung, Wasserverschmutzung);
Nitrate.
Säuren und Basen: Neutralisation, Indikatoren;
Säuren in Lebensmitteln (Fruchtsäfte, Zitronensaft,
saure Milch, Essig).
Elektrochemie: elektrische Leitfähigkeit von
Lösungen, Elektrolysen.
Kohlenwasserstoffe: Eigenschaften von Erdgas
bzw. Propan, Benzin, Acetylen.
Alkohol: Herstellung, Gehaltsbestimmung
(Alkotest).
Ester: Herstellung von Fruchtestern, Bedeutung
für die Getränkeindustrie.
Nahrungsmittel
Fett: Extraktion von Fetten aus Samen. Margarine;
Fettgehalt der Milch.
Zucker: Einfachzucker (Traubenzucker): Nachweis.
Rohrzucker: Gewinnung aus Zuckerrüben.
Stärke: Nachweis in verschiedenen Lebensmitteln.
Eiweiß: Nachweis in verschiedenen Lebensmitteln.
Farbstoffe: Färben von Textilien (allenfalls in
Zusammenarbeit mit Werkerziehung für Mädchen).
Chromatographie: Säulenchromatographie von
Blattfarbstoffen. Papierchromatographie von Filzstiftfarben,
Tinten.
Kunststoffe: Eigenschaften und Verhalten, ihre
Herstellung.
Papier und Holz: Papierherstellung.
Photographie: Entwickeln und Fixieren von
Schwarzweißbildern.
Didaktische Grundsätze
Bei der praktischen Arbeit sind Gruppen zu zwei
Schülern zu bilden. Gefahrenquellen müssen durch
sorgfältige Auswahl geeigneter Arbeiten, durch entsprechende
Vorkehrungen und Anweisungen ausgeschaltet
werden. Auf Genauigkeit bei der Durchführung
der Versuche ist stets Wert zu legen.
Exkursionen können eingeplant werden.
Aktuelle Ereignisse sollen Anlaß zu ihrer Auswertung
sein.
Die Schüler sind zur Führung von Protokollen
anzuleiten (Ausgabe von Arbeitsblättern).
Aus den angebotenen Themenkreisen ist eine
Auswahl zu treffen.
PHYSIK
Bildungs- und Lehraufgabe, Lehrstoff, Didaktische
Grundsätze
2. bis 4. Klasse (insgesamt 2 Wochenstunden)
In der Unverbindlichen Übung Physik ist in
Ergänzung und Vertiefung des Unterrichts des
Pflichtgegenstands Physik die Freude an experimentellen
Aktivitäten, die unter zielführender
Anleitung und unter Vermeidung der Gefahren des
Experimentierens auf eigene Faust erfolgen, zu
pflegen. Die Selbsttätigkeit der Schüler, die Förderung
des Verantwortungsbewußtseins und der
manuellen Geschicklichkeit sowie des kreativen
Denkens durch Entwicklung von einfachen Experimenten
stehen dabei im Vordergrund. Auf Genauigkeit
bei der Durchführung von Versuchen ist stets
Wert zu legen; die Schüler sind zur Führung von
Protokollen anzuleiten. Exkursionen können eingeplant
werden.
Die Zielsetzungen der einschlägigen Unterrichtsprinzipien
sind zu beachten.
BIOLOGIE UND UMWELTKUNDE
Bildungs- und Lehraufgabe
Der Schüler soll Naturobjekte und Ökosysteme
bewußt sehen können und erkennen, daß am Aufbau
der letzteren unbelebte und belebte Faktoren
beteiligt sind. Er soll sowohl Einzellebewesen als
auch Ökosysteme und deren Glieder benennen
oder bestimmen und Wechselbeziehungen zwischen
ihnen darstellen können. Der Schüler soll
Geräte und einfache Fachbücher sachgemäß verwenden
können. Er soll das Baugefüge von Lebewesen
(Zellen, Gewebe und Organe) erfassen. Weiters
soll der Schüler eine Gefährdung biologischer
Systeme erkennen, Möglichkeiten zur Sanierung
bzw. Vorbeugung erlernen und diese auch durchführen
können. Er soll die wichtigsten Bio-Indikatoren
kennen.
Außerdem soll der Schüler Bereitschaft zeigen,
in seinem gegenwärtigen und zukünftigen Wirkungsbereich
wertvolle Biotope zu erhalten und zu
fördern oder fallweise auch neu zu schaffen.
Schließlich soll der Schüler die vielfältige Verflechtung
der Biotope mit dem täglichen Leben begreifen
und daraus Einsichten in biologische, biochemische
und technische Praktiken gewinnen. Dabei
sollte auch die humanbiologisch richtige Gestaltung
des Arbeitsplatzes erkannt werden.
Lehrstoff
3. oder 4. Klasse (2 Wochenstunden)
Aufsammeln, Kennen, Ordnen und Zuordnen
von Mineralen, Gesteinen und Fossilien; Herstellung
von Bezügen zwischen Entstehung und Lagerung
geologischer und bodenkundlicher Aufschlüsse.
Sehen und Erkennen unterschiedlicher Lebensräume
und ihrer Glieder, Wahrnehmung von
Gemeinsamkeiten und Ordnungsprinzipien (Exkursionen
zu verschiedenen Lebensräumen: Wald,
Feuchtbiotope, Hecken, Wiesen, Ruderalfluren,
Steinbrüche, Schottergruben, Bodenaufschlüsse).
Kenn- und Bestimmungsübungen an Pflanzen
und Tieren unter Berücksichtigung des Natur- und
des Landschaftsschutzes. Erkennen gleicher
Lebensräume an verschiedenen Orten (Bestimmungsübungen,
Umgang mit einfachen Geräten
wie Lupe und Fernglas, Verwendung von Bestimmungsbüchern.
— Exkursionen zu pflanzensoziologisch
gleichen Standorten).
Mikroskopische Übungen, Umgang mit dem
Planktonnetz, einfache Techniken der Konservierung,
der Herstellung von Präparaten, abermals
unter strikter Beachtung von Natur- und Umweltschutz.
Zugang zu Fachliteratur (mikroskopische
Präparate, Herbar einschließlich einer korrekten
Beschriftung, Präparation einfacher Naturkörper
wie Skelette und Skeletteile; Auffinden im Fachbuch
und Vergleichen; Ausstellung/Dokumentation).
Exkursionen zu gefährdeten Lebensräumen.
Aktionen zur Abhilfe (Pflege und Reinigung von
Biotopen; Nisthilfen, Ameisenschutzgitter, Schutz
von Tierwanderwegen, zB Krötenwechsel).
Schaffung und Pflege neuer Biotope: Schulgarten,
Schulteich, „Patenschaftsbiotop". Pflege von
Zimmerpflanzen, Aquarien, Terrarien.
Exkursionen zu biologisch einschlägigen Betrieben
und Örtlichkeiten (Bauernhöfe diverser Produktionsrichtungen,
Tierhaltungsbetriebe, Molkereien,
Käsereien, Gerbereien; Nahrungsmittelindustrie;
Kläranlagen, Mülldeponien).
Didaktische Grundsätze
Aus den angeführten Lehrstoffen ist nach den
jeweiligen Gegebenheiten und Möglichkeiten auszuwählen,
wobei auf die Selbsttätigkeit der Schüler
(auch in Gruppenarbeit, in projektorientiertem
Unterricht uä.) besonderer Wert zu legen ist. Die
Schüler sind zur Führung von Protokollen anzuleiten."
27. In Anlage A/i lautet die Überschrift des vierten Teiles „STUNDENTAFELN", und wird in lit. b
beim Pflichtgegenstand Geometrisches Zeichnen die Lehrverpflichtungsgruppe in „(IV)" geändert; folgender
Teil wird angefügt
„d) bei Führung als Realgymnasium unter besonderer Berücksichtigung der musischen Ausbildung (siehe
Anlage A/m 2)
Unterstufe
Freigegenstände
Wie Anlage A für das Realgymnasium; der Freigegenstand
Instrumentalmusik jedoch nur, sofern
das betreffende Instrument nicht Pflichtgegenstand
des Schülers ist.
Unverbindliche Übungen
Wie Anlage A für das Realgymnasium.
Förderunterricht
Wie Anlage A für das Realgymnasium.
e) bei Führung als Realgymnasium unter besonderer Berücksichtigung der sportlichen Ausbildung
(siehe Anlage A/sp)
Unterstufe
Freigegenstände
Wie Anlage A für das Realgymnasium; der Freigegenstand
Werkerziehung jedoch wie am Gymnasium.
Unverbindliche Übungen
Wie Anlage A für das Realgymnasium.
Förderunterricht
Wie Anlage A für das Realgymnasium. Die
Durchführung von Förderstunden ist in allen
Gegenständen nach Maßgabe der Notwendigkeit
zur Kompensierung von Versäumnissen aus intensiver
Wettkampf- und Trainingsarbeit möglich."
28. In Anlage A/i, sechster Teil, wird vor dem
Pflichtgegenstand „Fremdsprachliche Konversation"
eingefügt
„ZWEITE LEBENDE FREMDSPRACHE
Bei Führung als Realgymnasium und als Wirtschaftskundliches
Realgymnasium für Mädchen
Englisch
Bildungs- und Lehraufgabe
Wie Lehrplan für den Pflichtgegenstand Erste
lebende Fremdsprache, Englisch, des Gymnasiums,
Anlage A.
Lehrstoff
3. Klasse (4 Wochenstunden)
Der Erwerb der Kommunikationsfähigkeit erfordert
die situationsgerechte Integration der im folgenden
ausgeführten Lernbereiche (siehe Didaktische
Grundsätze).
Hörverstehen
Bei der Schulung des Hörverstehens sind Texte
heranzuziehen, die von kommunikativem Wert
sind und authentischen Vorbildern nahekommen.
Die Anforderungen an die Schüler (Global- bzw.
Detailverständnis) richten sich nach der Art und
Funktion des Textes (Textsorten siehe Didaktische
Grundsätze).
Die Schüler sollen
— einfache Äußerungen, wie Anweisungen, Fragen
und Auskünfte des Lehrers, verstehen,
— das Klassengespräch verstehen,
— kurze Texte verstehen, die aus bekannten Elementen
in veränderter Anordnung bestehen,
— themenbezogene Hörtexte verstehen, auch
wenn einige unbekannte Elemente mitverstanden
werden müssen, die keine Schlüsselfunktion
haben,
— gegen Ende des Schuljahres einen längeren fiktionalen
Hörtext im wesentlichen erfassen, der
den rezeptiven Wortschatz der Schüler kaum
übersteigt.
Sprechen
Die Schulung der mündlichen Ausdrucksfähigkeit
(einschließlich der Hinführung zur richtigen
Aussprache und Intonation) soll einen Schwerpunkt
des Unterrichts der 3. Klasse (1. Lernjahr)
bilden. Der kommunikativen Leistung ist Vorrang
zu geben. Die Sprechanlässe sollen auf die Erfahrungen
und Interessen der Schüler abgestimmt sein
bzw. die Schüler auf mögliche Situationen und Rollen
vorbereiten, in denen sie sich der Fremdsprache
bedienen müssen.
Die Schüler sollen
— sich am Gespräch mit dem Lehrer und den Mitschülern
beteiligen,
— Kontakte aufnehmen und fortführen,
— Gefühle und Wünsche in einfacher Form erfragen
und äußern,
— Informationen im Rahmen erarbeiteter Themen
und Texte in einfacher Weise erfragen und
geben,
— einfache Reime und Sprüche aufsagen; kurze
Spielszenen planen und realisieren,
— in gelenkter Form kurze, zusammenhängende
Äußerungen zu einzelnen erarbeiteten Themen
und Texten machen.
Leseverstehen
Die Anbahnung und der Aufbau des Leseverstehens,
dh. des stillen, sinnerfassenden Lesens, sind
Ziele des Unterrichts in der 3. Klasse (Textsorten
und Hinweise zum lauten Lesen siehe Didaktische
Grundsätze).
Die Schüler sollen
— Aufschriften, Hinweise, kurze Mitteilungen,
Glückwünsche, Anordnungen usw. verstehen,
— einfache Briefe persönlichen Inhalts verstehen,
— dialogische Texte verstehen, welche die Basis
für die Entwicklung der Sprechfertigkeit bilden,
— einfache fiktionale Texte, die den rezeptiven
Wortschatz der Schüler kaum übersteigen, auch
selbständig lesen und verstehen,
— einfache Lieder und Gedichte verstehen.
Schreiben
Das Schreiben hat zunächst vorwiegend lernunterstützende
Funktion (zB Abschreib- und
Gedächtnisübungen, Diktate, Fragen beantworten).
Allmählich ist es zu einer eigenständigen Fertigkeit
zu entwickeln. Dabei sollen die Erfahrungen und
Interessen der Schüler entsprechend berücksichtigt
werden. Der kommunikativen Leistung ist Vorrang
zu geben.
Die Schüler sollen
— erarbeitetes Textmaterial umgestalten, mit dem
Ziel, einfache persönliche Aussagen zu verfassen,
— kurze schriftliche Äußerungen (zB Bitten, Aufforderungen,
Hinweise, Einladungen) abfassen,
— einfache Briefe persönlichen Inhalts verfassen,
— gegen Ende des Schuljahres kurze Texte in einfacher
Form verfassen, die in unmittelbarem
Zusammenhang mit Erlebtem, Gehörtem und
Gelesenem stehen.
a) Themen und Wortschatz
Die Auseinandersetzung mit den Themen soll die
Schüler auf eine vorstellbare Wirklichkeit vorbereiten,
persönlichkeitsbildend sein, den Schülern Vergnügen
bereiten und von konkreten Kommunikationsanlässen
ausgehen (schulischer und außerschulischer
Erlebnisbereich der Kinder, Begegnung mit
Texten, mögliche Begegnung mit Ausländern).
Für die 3. Klasse sind Themen aus dem unmittelbaren
Erlebnisbereich der Schüler mit folgenden
Schwerpunkten zu wählen
— das Kind und seine Familie (zB Name, Alter,
Wohnen, Familienmitglieder, Beruf, Telefonieren, . . .),
— das Kind und sein Freundeskreis (zB Freundschaft
schließen, gemeinsame Beschäftigung,
Feste, Feiern,...),
— das Kind und sein Alltag (zB Tagesablauf, Uhrzeit,
Essen und Trinken, Bekleidung, Jahresablauf, . . .),
— das Kind in der Schule (zB Klassenzimmer,
Buchstabieren, Hausübung,. . .),
— das Kind, seine Interessen, sein Erleben (zB
Spiele, Hobbys, Haustiere, Sport, Brieffreundschaften,
andere Länder,. . .).
Anzustreben ist zunächst ein Basiswortschatz,
der sich aus den behandelten Themen, Situationen,
Sprachfunktionen sowie Rede- und Schreibanlässen
unter Beachtung der Kriterien der Häufigkeit,
Verwendbarkeit und Erlernbarkeit ergibt.
b) Grammatik
Der Erwerb von Kenntnissen und Fertigkeiten
auf dem Gebiet der Grammatik soll der Sicherstellung
der Kommunikation dienen. Für die Bereiche
des Lese und Hörverstehens steht die Grammatik
daher im Dienste der Bedeutungserfassung, für die
Bereiche der mündlichen und schriftlichen Kommunikation
im Dienste der Ausdruckssicherung.
Regelerarbeitung und Grammatikübungen sollen
aus Kommunikationssituationen erwachsen und auf
diese bezogen sein.
Auswahl und Vermittlung der grammatischen
Formen und syntaktischen Strukturen für die
3. Klasse richten sich nach den Erfordernissen der
Fertigkeitsbereiche und Themen.
Folgende Schwerpunkte sollen gesetzt werden
Sentence, sentence pattern: Fragen (mit und ohne
„do"), Verneinung, Imperativ in Anweisungen
und Verboten, question-tags (rezeptiv), Kurzantworten,
Wortstellung im einfachen Satz; Satzverknüpfung
(zB and, or, but, because, that).
Verb : Present simple,
Present progressive (current action),
Past simple,
Verwendung wichtiger Formen,
„going to": Absicht,
„can, may, must": Erlaubnis, Fähigkeit, Möglichkeit,
Verpflichtung,
„willcommasuperior'-Future.
Noun, article: Pluralbildung (auch einige unregelmäßige
Formen), bestimmter und unbestimmter
Artikel, 's-Genitiv (Zugehörigkeit ausdrücken).
Pronouns, quantifiers: persönliche, besitzanzeigende,
hinweisende, unbestimmte Pronomen;
Fragewörter, einige Mengenangaben (zB some, a
lot of, many, . . .).
Adjective, adverb: Comparison: auch einige unregelmäßige
Formen. Bildung (Suffix-ly) und
Gebrauch des abgeleiteten Adverbs anhand einfacher,
häufig auftretender Beispiele; einige
„adverbs of frequency" (often, usually,. . .).
Numerals: Grundzahlwörter, Ordnungszahlwörter
(zB Datumsangaben).
Prepositions, prepositional phrases: einige wichtige
Orts- und Zeitangaben (zB at home, in the morning, . . .).
c) Sprachfunktionen und Rollen
Sprachfunktionen stehen im untrennbaren
Zusammenhang mit konkreten Kommunikationssituationen,
die sich im Klassengespräch oder in
Anlehnung an die vorgesehenen Themen ergeben.
Eine auf einzelne Schulstufen bezogene Festlegung
ist nicht möglich. Der Lernfortschritt im Laufe der
Jahre ergibt sich aus der Spontaneität und Geläufigkeit
sowie der Länge und Komplexität des
sprachlichen Ausdrucks.
Die Sprachfunktionen können in folgenden Rollen
verwirklicht werden
— Rezeptiv
Die Schüler in ihrer aktiven Rolle als Hörer
und Leser von Textmaterial.
— Produktiv
Die Schüler in der Klassengemeinschaft, in
ihrer Familie und Umwelt; die Schüler im Kontakt
mit englischsprachigen Menschen bzw. mit
Menschen anderer Sprachgemeinschaften —
Englisch als Verkehrssprache — im eigenen
Land und im Ausland; die Schüler in Situationen,
in denen sie ihre Kreativität und Phantasie
einsetzen können.
Soziale Kontakte herstellen und fortführen, zB
— jemanden ansprechen,
— jemanden/sich vorstellen,
— jemanden grüßen,
— jemanden einladen, eine Einladung annehmen/
ablehnen,
— sich entschuldigen,
— sich am Telefon melden,
— Dank ausdrücken.
Beziehungen regeln, zB
— Erlaubnis erbitten, erteilen, verweigern,
— Rat geben,
— nach dem Befinden fragen,
— jemanden warnen,
— jemanden loben,
— eine Bedingung und deren Folgen ausdrücken.
Kommunikation sicherstellen, zB
— um Aufmerksamkeit bitten,
— um Wiederholung und langsameres Sprechen
bitten,
— Nichtverstehen/Nichtwissen äußern,
— Rückfragen äußern.
Stellungnahmen abgeben, zB
— Zustimmung/Ablehnung ausdrücken,
— widersprechen/verneinen,
— eine Begründung geben/erfragen,
— Vermutung/Zweifel äußern,
— Erwartung ausdrücken,
— Vorliebe ausdrücken,
— Vergleiche anstellen,
— sich über Vorhaben/Absichten äußern.
Wünsche und Bitten äußern bzw. erfragen, zB
— Glückwünsche aussprechen,
— Wünsche und Bitten vorbringen,
— Bitten erfüllen/abschlagen,
— etwas anbieten, annehmen/ablehnen.
Gefühle, Meinungen erfragen bzw. ausdrücken,
zB
— Gefallen, Mißfallen, Interesse, Begeisterung,
— Zuneigung, Abneigung, Freude, Angst.
Handlungen veranlassen bzw. zur Unterlassung
auffordern, zB
— Anordnungen erteilen,
— einen Vorschlag machen, annehmen/ablehnen,
— jemanden ersuchen, etwas (nicht) zu tun,
— Fähigkeit/Unfähigkeit ausdrücken,
— jemandem etwas verbieten,
— um Hilfe bitten/Hilfe anbieten.
Informationen geben und erfragen, zB
— berichten, erzählen, erklären,
— benennen, Aussehen beschreiben, Eigenschaft
angeben,
— Zustand beschreiben,
— Verwendungszweck angeben,
— Besitzverhältnisse, Zugehörigkeit angeben,
— etwas einordnen nach Ort, Richtung, Entfernung,
— etwas einordnen nach Zeitpunkt, Dauer, Häufigkeit,
— etwas einordnen nach Zahl, Menge, Grad,
— Meinung (Aussage) eines anderen wiedergeben.
d) Aussprache
Die Schüler sollen eine Aussprache erwerben, die
einer in einem englischsprachigen Land geltenden
Standardaussprache möglichst nahe kommt. Dazu
ist es notwendig, daß die Schüler lernen,
— die der Muttersprache fremden Laute auszusprechen,
— die bedeutungsunterscheidenden Phoneme zu
erkennen und zu beachten,
— stimmhafte und stimmlose Konsonanten zu
unterscheiden,
— Stark- und Schwachtonformen zu unterscheiden,
— Wortbindungen zu erkennen und zu verwenden,
— sinngemäß zu betonen,
— die wichtigsten Intonationsmuster zu verstehen
und zu verwenden,
— die Symbole der Internationalen Lautschrift als
Anleitung zur Aussprache zu verstehen.
e) Rechtschreibung
Die Schüler sollen lernen, jenen Wort- und Phrasenschatz
möglichst fehlerfrei zu schreiben, der
dem zu erwartenden Lernfortschritt der Schülergruppe
entspricht.
Schriftliche Arbeiten
Schul- und Hausübungen.
Vier Schularbeiten, davon eine im ersten Semester
(nicht vor Ende November).
4. Klasse (4 Wochenstunden)
Der Erwerb der Kommunikationsfähigkeit erfordert
die situationsgerechte Integration der im folgenden
ausgeführten Lernbereiche (siehe Didaktische
Grundsätze).
Hörverstehen
Die Schulung des Hörverstehens wird in der
4. Klasse systematisch weitergeführt. Die Schüler
sollen in zunehmendem Maße verschiedenartige
Textsorten aus ihrem Interessensbereich verstehen
können. Die Texte sollen authentisch sein oder authentischen
Vorbildern nahekommen.
Die Schüler sollen
— das Klassengespräch verstehen,
— auch komplexere Lehreräußerungen verstehen,
— touristische Informationen verstehen (zB Bahnhof,
Flugplatz, Kaufhaus, Telefon,...),
— längere Texte im wesentlichen bzw. im Detail
verstehen; diese sollen auf bekannte Themen
und Situationen bezogen sein und den rezeptiven
Wortschatz der Schüler kaum übersteigen,
— längere fiktionale Texte im wesentlichen verstehen.
Textsorten: siehe Didaktische Grundsätze.
Sprechen
Die Schüler sollen in zunehmendem Maße
imstande sein, die im ersten Lernjahr erworbenen
Redemittel selbständig anzuwenden; die vorhandenen
Kenntnisse sind zu festigen und systematisch
zu erweitern. Die Sprechanlässe sollen auf Erfahrungen
und Interessen der Schüler abgestimmt sein
bzw. die Schüler auf mögliche Situationen und Rollen
vorbereiten, in denen sie sich der Fremdsprache
bedienen müssen.
Die Schüler sollen
— sich am Gespräch mit dem Lehrer und den Mitschülern
beteiligen und sich zu den behandelten
Themen äußern,
— Kontakte aufnehmen und fortführen,
— über Erlebtes, Beobachtetes, Gehörtes und
Gelesenes zusammenhängend sprechen,
— für sie Wichtiges (Menschen, Tiere, Gegenstände
und Situationen) beschreiben,
— Wünsche, Meinungen, Absichten und Bedürfnisse
erfragen und äußern,
— Informationen erfragen und geben,
— emotioneile Haltungen (Freude, Furcht, Vorliebe
und Abneigung usw.) erfragen und ausdrücken,
— Spielszenen kreativ gestalten.
Leseverstehen
Die Schulung des Leseverstehens wird in der
4. Klasse systematisch mit dem Ziel weitergeführt,
die Schüler in zunehmendem Maße zu befähigen,
verschiedenartige Textsorten aus ihrem Interessensbereich
zu verstehen sowie ihre Freude am Lesen
zu fördern.
Die Schüler sollen
— persönliche Mitteilungen (Briefe, Notizen, Einladungen,
auch in englischer/amerikanischer
Handschrift) verstehen,
— kurze einfache Sachtexte aus Bereichen des täglichen
Lebens und der Landeskunde, auch mit
Hilfe des Wörterbuchs, verstehen,
— fiktionale Texte, die den rezeptiven Wortschatz
nicht maßgeblich übersteigen, selbständig lesen
und im wesentlichen verstehen,
— Lieder und einfache Gedichte verstehen.
Textsorten: siehe Didaktische Grundsätze.
Schreiben
Der im ersten Jahr erworbene Sprachschatz soll
zunehmend selbständig angewendet werden; die
Vorkenntnisse sind systematisch zu festigen und zu
erweitern. Die schriftlichen Äußerungen sollen den
Erfahrungen und Interessen der Schüler entsprechen,
wobei die kommunikative Funktion deutlich
erkennbar sein soll.
Die Schüler sollen
— selbständig Mitteilungen und Briefe persönlichen
Inhalts abfassen,
— Personen, Situationen, Gegenstände usw.
beschreiben,
— einfache Texte verfassen, die in unmittelbarem
Zusammenhang mit Erlebtem, Gehörtem, Beobachtetem
und Gelesenem stehen,
— einfache Zusammenfassungen schreiben,
— gegen Ende des Jahres eine Erzählung fortsetzen,
einen Erzählkern ausbauen.
Themen und Wortschatz
Es gelten weiterhin die für die 3. Klasse angeführten
Grundsätze. Bei der Auswahl und Behandlung
der Themen ist in der 4. Klasse darüber hinaus
der zunehmenden Reife und erweiterten Interessenslage
der Schüler Rechnung zu tragen. Dabei
sind auch die Gegebenheiten in englischsprachigen
Ländern (Landeskunde) zu berücksichtigen.
Anknüpfend an bisher behandelte Themenbereiche
sind neue Themen mit folgenden Schwerpunkten
zu wählen
— der einzelne in der Gemeinschaft (zB Familie,
Freundeskreis, Jugendliche und Erwachsene,
Klassengemeinschaft, Gruppen,. . .),
— Alltag (zB Gesundheit, Wohnverhältnisse, Menschen
bei der Arbeit, gefährdete Umwelt,. . .),
— Freizeit (zB Medien, Musik, Lesen, Sport, Reisen
und Tourismus,. . .),
— Arbeitswelt (zB Berufswünsche, Arbeitssuche,
Berufsmöglichkeiten, Englisch im Beruf,. . .).
Der bisher erworbene Wortschatz ist systematisch
zu festigen und zu erweitern. In den
Gebrauch des Wörterbuches ist einzuführen.
Grammatik
Grammatische Strukturen dienen der Bedeutungserfassung
und Ausdruckssicherung. Daher
richten sich Auswahl und Vermittlung nach den
Erfordernissen der Fertigkeitsbereiche, Themen
und der jeweiligen Unterrichtssituation. Viele
grammatische Besonderheiten, die vorwiegend in
einigen gebräuchlichen Wendungen auftreten, können
im Rahmen der Wortschatzarbeit eingeübt
werden (keep listening, I wish I had, how to
repair, . . .).
Der Grammatikstoff des ersten Lernjahres ist
gezielt zu wiederholen und zu erweitern.
Folgende Schwerpunkte sollen gesetzt werden
Sentence, sentence pattern: Hauptsatzreihen und
einfache Satzgefüge; Einführung in den
Gebrauch der „reported speech"; einfache Formen,
Bedingung und Folge ausdrücken (conditional).
Verb: Past progressive: Beschreibung von Vorgängen
(zB They were all working hard).
Present perfect („past up to now", zB I haven't
seen her for ages. They have been working).
Gebräuchliche Formen des Passivs.
Past perfect: Zeitbezüge in der Vergangenheit,
in Verbindung mit „reported speech".
Nominale Verbformen in häufigen Fügungen.
Modals: Wiederholung und Festigung des
Gebrauchs der Modalverben, Ergänzungen unter
Berücksichtigung häufig auftretender Situationen,
zB need not, should, be allowed to, have to,
must not, be able to, could.
Pronouns: Vertiefung der Kenntnisse, notwendige
Ergänzungen (some, any, every, each; reflexive
pronouns).
Prepositions, prepositional phrases: Erweiterung
der Kenntnisse in Zusammenhang mit dem Ausbau
des Wortschatzes und der Syntax.
Sprachfunktionen und Rollen
Siehe 3. Klasse.
Aussprache
Siehe 3. Klasse.
Rechtschreibung
Siehe 3. Klasse.
Schriftliche Arbeiten
Schul- und Hausübungen.
Sechs Schularbeiten, je drei im Semester.
Didaktische Grundsätze
Allgemeines
Die Wahl der Unterrichtsmethoden steht dem
Lehrer grundsätzlich frei; auf den neuesten Stand
der Wissenschaft sowie auf die spezifischen Bedürfnisse
der Klassen ist Bedacht zu nehmen. Der
Methodenvielfalt ist gegenüber jeder einseitigen
Vorgangsweise der Vorzug zu geben.
Bei der Erarbeitung des Lehrstoffes sind die
Schüler zu möglichst großer Selbsttätigkeit anzuleiten,
wofür sich soziale Arbeitsformen (zB Partner-
und Gruppenarbeit) besonders eignen.
Von Beginn an ist der Gebrauch des Englischen
als Unterrichtssprache anzustreben. In Einzelfällen
kann von diesem Grundsatz gelegentlich abgewichen
werden (Erklärungen von Strukturen usw.).
Der Veranschaulichung kommt in allen Phasen
des Spracherwerbs größte Bedeutung zu. Audiovisuelle
Medien (Tuchtafel, Tafelskizze, Folie,
Gegenstände, Wandbilder, Filme, Dias, Video,
Tonträger, Wort- und Bildkarten) sollen gezielt
eingesetzt werden.
Dem Spielerischen und Musischen kommt im
Englischunterricht eine große Bedeutung zu.
Reime, Lieder und Spiele (Rollenspiele, Ratespiele,
Denkspiele usw.) sind wirkungsvolle Motivationsträger.
Sie ermöglichen es dem Lehrer, sehr viel
Abwechslung in das Unterrichtsgeschehen zu bringen,
darüber hinaus auch grundlegende Redemittel
in einer die Schüler sehr ansprechenden Form zu
üben, zu festigen und anzuwenden. Zu beachten
ist, daß das Nachspielen von Lehrbuchdialogen
nicht zum Selbstzweck wird.
Zur Absicherung des Unterrichtsertrages ist
gezielten, abwechslungsreichen Wiederholungen
genügend Zeit zu widmen.
Bei der Auswahl und Gewichtung der Themen
ist innerhalb des vorgesehenen Rahmens auf die
individuellen Bedürfnisse der Klasse einzugehen.
Die Auseinandersetzung mit den Themen soll
persönlichkeitsbildend sein und von konkreten
Kommunikationssituationen ausgehen. Landes- und
kulturkundliche Informationen sollen mit den
übrigen Themen sinnvoll verbunden werden. Das
Vermitteln und Abprüfen von isolierten Informationen
ist zu vermeiden.
Bei der Behandlung der Themen sind nach Möglichkeit
Querverbindungen zu anderen Gegenständen
herzustellen.
Größere Themengebiete, zB aus Bereichen der
Umwelt, Arbeitswelt und zwischenmenschlichen
Beziehungen, sollen gelegentlich als Projekte —
auch in Zusammenarbeit mit Lehrern anderer
Gegenstände — erarbeitet werden.
Grundsätzlich ist das Erreichen von größtmöglicher
Sprachrichtigkeit anzustreben. Andererseits ist
den Schülern in bestimmten Phasen des Lernprozesses
Gelegenheit zu geben, im freien Gebrauch
das bisher Gelernte zu „erproben", auch wenn dabei
Fehler gemacht werden.
Das Hinweisen auf Fehler soll die Schüler zum
richtigen Sprachgebauch und längerfristig zu einer
Erweiterung ihrer sprachlichen Kompetenz führen.
Korrekturen sind so vorzunehmen, daß das Selbstwertgefühl
der Schüler nicht beeinträchtigt wird.
Beim Sprechen sollen die natürliche Sprechsituation
und Kommunikation durch Korrekturen möglichst
wenig gestört werden. Dies bedingt aber
regelmäßige Diagnose mit zielgerichteten Übungen
in späteren Phasen.
Die geforderten Leistungen sollen alle vier Fertigkeiten
in gleichem Maße erfassen. Die Aufgabenstellungen
sollen sich vor allem an den Zielen in
den Fertigkeitsbereichen orientieren. Wesentlich
ist, inwieweit die angestrebten fertigkeitsorientierten
Ziele erreicht worden sind. Daher stellt die
Zahl der formalen Fehler nur eines der Kriterien
dar.
Schularbeiten sollen auf mündlichem und schriftlichem
Üben aufbauen; die Aufgabenstellungen
müssen im Rahmen der schriftlichen Übungsformen
bleiben, die in der Unterrichtsarbeit verwendet
wurden. Schularbeiten können kleinere, isolierte
und ganzheitliche, fertigkeitsorientierte Aufgabengruppen
umfassen, wobei mit zunehmendem Lernfortschritt
längere, geschlossene Aufgabenstellungen
(zB Kurzdialoge, Briefe, Aufgaben zum Hör-
und Leseverstehen) überwiegen sollen.
Erwerb der vier Fertigkeiten
Die Fertigkeiten können in der Regel nicht isoliert
voneinander unterrichtet werden, da Sprachhandeln
meist mehrere Fertigkeiten umfaßt und die
Fertigkeiten einander in vielfältiger Weise beeinflussen.
Die Schüler werden mit einer Vielzahl
von Situationen und Texten in verschiedenen
thematischen Zusammenhängen konfrontiert. Sie
sollen sich mit ihnen auseinandersetzen, sie müssen
reagieren und sollen eigene sprachliche Äußerungen
bzw. Texte produzieren.
Grundsätzlich wird zwischen Textsorten unterschieden,
die der Schüler produktiv beherrschen
soll (zB Brief), und solchen, bei denen das Verstehen
der Hauptzweck ist (zB Aufschriften,
Gebrauchsanweisungen, längere fiktionale Texte).
Übungen sind dann sinnvoll, wenn erkennbar ist,
daß sie Voraussetzung für das Gelingen von Kommunikation
sind. Auch beim Üben von Teilfertigkeiten
(zB Üben sprachlicher Formen) soll deren
Wert für eine spätere kommunikative Aufgabe
ersichtlich sein. Die Wahl der Übungsformen richtet
sich nach den Situationen und Textsorten.
Hören
Regelmäßige Hörübungen sollen das Verstehen
von akustisch wahrgenommenem Englisch schulen,
und zwar
— das Erfassen des inhaltlich Wesentlichen (listening
for gist),
— das Erfassen bestimmter Einzelheiten (listening
for detail),
— das Erschließen von unbekanntem Sprachmaterial
aus dem Zusammenhang.
Außerdem leisten sie einen Beitrag
— zur Verbesserung der Aussprache und der Intonation,
— zur Erweiterung und Festigung des Wort- und
Phrasenschatzes und der Strukturen,
— zur Sachinformation,
— zur Gesprächsmotivation.
Als Textsorten kommen vor allem in Frage
— Gespräche, Interviews, kurze Spielszenen,
— einfache Sachtexte, Erzählungen, Fabeln, Märchen,
Beschreibungen, Berichte.
Hörtexte sollen möglichst anregend und informativ
sein sowie einen Anreiz zum Gespräch bieten.
Wenn nötig, soll sprachliche und situative Vorentlastung
geboten werden.
Als Übungs- und Überprüfungsformen eignen
sich besonders
— Aufträge ausführen (zB Zeichnungen anfertigen,
bzw. vervollständigen),
— Aussagen als richtig oder falsch erkennen,
— Auswahlantworten,
— Aussagen in eine dem Text entsprechende Reihenfolge
bringen,
— Informationen in einen Raster eintragen (Zeit-,
Ortsangaben, Eigenschaften usw.),
— Notizen machen, Zusammenfassungen erstellen,
— mündlich oder schriftlich Stellung nehmen.
Lesen
Der Schwerpunkt des Lesens liegt auf dem stillen,
sinnerfassenden Lesen. Dieses zielt darauf ab,
— Freude am Lesen zu fördern,
— einem Text Einzelinformationen zu entnehmen
(intensives Lesen, reading for detail),
— das Wesentliche eines Textes zu erfassen
(extensives Lesen, reading for gist),
— unbekanntes Sprachmaterial aus dem Zusammenhang
zu erschließen.
Außerdem leistet es einen Beitrag
— zur Erweiterung und Festigung des Wort- und
Phrasenschatzes und der Strukturen,
— zur Gesprächsmotivation.
Die Art der Darbietung und Auswertung von
Texten richtet sich nach der Textsorte und dem
Unterrichtsziel. Beim extensiven Lesen werden längere
Texte mit dem Ziel gelesen, den Inhalt im allgemeinen
zu verstehen und auch die Freude am
Lesen zu wecken (auch als Anregung zur persönlichen
Lektüre). Die dafür verwendeten Texte sollen
die Sprachkenntnisse der Schüler in den sinntragenden
Teilen möglichst nicht übersteigen. Das Abprüfen
unwesentlicher Einzelheiten kann diese Zielsetzung
zunichte machen.
Beim intensiven Lesen steht das Detailverstehen
im Vordergrund. An die inhaltliche Auswertung
der Texte kann eine sprachliche angeschlossen werden
(zB Unterstreichen bestimmter Formen).
Als Textsorten kommen vor allem in Frage
— verschiedene Aufschriften, Briefe, Sachtexte
(Rezepte, Spiel- und Bastelanleitungen, Preislisten,
Stadtpläne, Speisekarten, Veranstaltungsprogramme,
Annoncen, Prospekte, Plakate
usw.),
— erzählende Texte (Anekdoten, Geschichten aus
Alltag und Phantasiewelt, Abenteuergeschichten,
Comics usw.),
— Berichte und Beschreibungen,
— Gedichte, Lieder (auch folk- und popsongs).
Als Übungs- und Überprüfungsformen eignen
sich besonders
— Aussagen als richtig oder falsch erkennen,
— Auswahlantworten,
— Textteile in der richtigen Reihenfolge anordnen,
— Informationen in einen Raster eintragen,
— Notizen machen,
— Zusammenfassungen erstellen,
— in geeigneter Form mündlich oder schriftlich
Stellung nehmen.
Lautes Lesen dient der Mitteilung (Hausübung,
Ergebnis einer Gruppenarbeit usw.) und der Vorbereitung
auf szenische Darstellung. Darüber hinaus
erfüllt es eine wichtige Aufgabe bei der Schulung
der Aussprache und Intonation sowie beim Einprägen
der Beziehung Schriftbild — Aussprache. In
der Regel sollen nur erarbeitete Texte von den
Schülern laut gelesen werden. Leseverstehen wird
durch lautes Lesen nicht erreicht.
Sprechen
Im Unterricht soll möglichst viel gesprochen
werden, wobei Themenvielfalt und größtmögliche
Beteiligung aller Schüler anzustreben sind. Das
natürliche Mitteilungsbedürfnis und die Sprechfreudigkeit
der Schüler sollen genützt und gefördert
werden. Dafür eignen sich
— Themen, die die Schüler interessieren,
— natürliche Gesprächssituationen in der Klasse
(classroom discourse),
— spielerisches Simulieren von Situationen,
— Sprechanreize durch Bilder (Cartoons und ähnliches)
und Texte,
— Sprechimpulse, die durch den Lehrer gesetzt
werden,
— der Einsatz von Austauschassistenten oder englischsprachigen
Gästen.
Als Übungs- und Überprüfungsformen des Sprechens
bzw. des Gesprächs eigenen sich besonders
— Nachsprechen, Wiedergeben von Auswendiggelerntem,
— Antworten auf Lehrer- und Schülerfragen,
— kurze Dialoge, Partnergespräche, Rollenspiele,
— Interviews,
— Gruppengespräch, Klassengespräch,
— Spiele, Aufführen von Spielszenen, Singen,
Reime, Sprüche,
— Berichte, Beschreibungen, Sprechen über Bilder,
freie Wiedergabe des Inhalts von Gelesenem
und Gehörtem, Stellungnahmen.
Innerhalb der Vielfalt der Übungsformen sind
zwei grundlegende Vorgangsweisen zu unterscheiden,
deren Einsatz vom jeweiligen Übungszweck
abhängt
— Redemittel werden erarbeitet bzw. vorgegeben;
davon ausgehend erbringen die Schüler in
gelenkter Form oder in freiem Transfer eigene
Leistungen,
— die Schüler versuchen eine Sprechsituation
ohne gezielte Vorbereitung zu bewältigen; der
Lehrer hilft unaufdringlich und ohne Zeitdruck
zu erzeugen weiter, damit einerseits das
Gespräch nicht versiegt, andererseits ein Übersetzen
aus der Muttersprache vermieden wird.
Von Beginn an soll ein natürliches Sprechtempo
angestrebt werden. Die dem Deutschen fremden
Laute, die bedeutungsunterscheidenden Phoneme,
die Schwachtonformen, die Intonation und der
englische Sprechrhythmus müssen vor allem imitativ
eingeübt und bei Bedarf wiederholt werden.
Die Zeichen der Internationalen Lautschrift dienen
dem Schüler nur als Hilfe, damit er sich selbständig
an die Aussprache bekannter Wörter erinnern bzw.
die Aussprache unbekannter Wörter erschließen
kann. Es ist daher unzulässig, von den Schülern die
Übertragung von Sätzen oder Texten in die Lautschrift
zu verlangen.
Schreiben
Zu unterscheiden sind Übungen, die der Fertigkeit
des produktiven Schreibens dienen, und Übungen,
die lernunterstützende Funktion haben. Die
schriftlichen Übungen richten sich in den Anforderungen
nach dem jeweiligen Fertigkeitsziel. Sie sollen
organisch aus dem Unterrichtsgeschehen
erwachsen und in einem zeitlich angemessenen
Verhältnis zu den übrigen Phasen des Lernprozesses
stehen. Sie sollen kontextualisierbar sein, der
kommunikativen Leistung ist Vorrang zu geben.
Schriftliche Übungen sind in der Regel mündlich
vorzubereiten. Bei produktiven Übungsformen soll
der Kreativität und Eigenständigkeit der Schüler
Spielraum gegeben werden.
Geeignete Übungs- und Überprüfungsformen,
die der Vorbereitung und Entwicklung schriftlicher
Kommunikation dienen, sind vor allem
— Einsetz- und Zuordnungsübungen,
— Fragen stellen und beantworten,
— Diktate (Lückendiktate),
— schriftliche Spiele und Rätsel,
— Notizen machen (note taking und note
making),
— Sammeln von Aussagen zu einem Thema,
— Abfassen persönlicher Briefe, Berichte,
Beschreibungen, Zusammenfassungen und kurzer
Erzählungen,
— Abfassen kurzer Texte; ausgehend von Bildern,
Impulswörtern, Impulstexten (zB Erzählkern,
open-ended story uä.). Für das Abfassen eigener
Texte sind den Schülern nach Möglichkeit
Muster zur Verfügung zu stellen; mit zunehmendem
Lernfortschritt ist die Unabhängigkeit
von vorgegebenen Hilfen anzustreben.
Übersetzungen
Gelegentlich können kurze Übersetzungen von
praktischem Wert (Rezepte, Arbeitsanweisungen,
Annoncen, Dolmetschen einfacher Sachverhalte)
geübt werden. Übersetzungen zur Erarbeitung von
grammatischen und idiomatischen Eigentümlichkeiten
können in Ausnahmefällen als lernunterstützende
Maßnahme eingesetzt werden. (Sie dürfen
nicht Gegenstand von Leistungsfeststellungen sein.)
Grammatik
Der Erwerb von Kenntnissen und Fertigkeiten
auf dem Gebiet der Grammatik hat der Sicherstellung
der Kommunikation zu dienen. Daraus ergibt
sich, daß der funktionale Aspekt der Grammatik
gegenüber dem formalen Vorrang hat. Ihrem
rezeptiven Aspekt nach steht die Grammatik im
Dienste der Bedeutungserfassung (verstehen, was
gemeint ist); ihrem produktiven Aspekt nach dient
die Grammatik der Ausdruckssicherung (ausdrücken,
was man sagen will).
Zu berücksichtigen ist, daß die Fähigkeit, eine
Struktur zu verstehen, schneller entwickelt werden
kann als die Fähigkeit, sie produktiv anzuwenden.
Grammatikstoffe werden nicht in all ihren Erscheinungen
in einem Arbeitsgang vermittelt („das
Adverb" oder „die indirekte Rede"). Vielmehr werden
die ausgewählten Teilbereiche über einen längeren
Zeitraum hinweg — jeweils in sinnvollen
Verwendungszusammenhängen — erarbeitet und
wiederholt. Von zu frühem Kontrastieren (zB"
Past Tense" und "Present Perfect Tense") ist
abzuraten.
Der Begriff „Schwerpunkt" im Lehrstoff bezieht
sich auf grammatische Fertigkeiten und Kenntnisse,
deren produktive Beherrschung auf der jeweiligen
Schulstufe angestrebt werden soll. Die Ausführlichkeit
der grammatischen Benennung und Beschreibung
jedes Teilbereiches bleibt dem Ermessen des
Lehrers überlassen und orientiert sich am Lernstand
und Abstraktionsvermögen der Schüler.
Zusammenfassungen und Übersichten dienen der
Verdeutlichung, zum besseren kognitiven Verständnis
und zum Einprägen. Lückenlose Darstellungen
(auch von Teilbereichen) um der systematischen
Vollständigkeit willen werden nicht angestrebt.
Zu beachten ist, daß die Grammatik, die der
Schüler beim Sprechen und Schreiben frei verfügbar
hat, nicht identisch ist mit der im Unterricht
erarbeiteten. Die Fähigkeit der Schüler, in einer
Übung eine bestimmte Struktur korrekt einzusetzen,
bedeutet noch nicht, daß diese Struktur jederzeit
frei verfügbar ist.
Auch im kommunikativen Englischunterricht bildet
das Üben grammatischer Formen einen wichtigen
Bestandteil des Lernprozesses. Da die Beachtung
formalgrammatischer Richtigkeit allein noch
keine sinnvolle Äußerung gewährleistet, sollen
grammatische Formen nicht losgelöst von Redeabsicht
und Situationsbezug geübt werden.
Wortschatz
Im Bereich des Wortschatzes muß rezeptiv und
produktiv beherrschtes Wortmaterial unterschieden
werden. Der rezeptive Wortschatz gewinnt vor
allem bei der Entwicklung des sinnerfassenden
Hörens und Lesens große Bedeutung.
Wörter sollen im allgemeinen in sinnvollen Kontexten
vermittelt, eingeübt und überprüft werden.
Entscheidend für den Unterrichtserfolg ist nicht die
Zahl isoliert gelernter Wörter, sondern die Verfügbarkeit.
Unerläßliche Voraussetzung dafür ist
gründliches Einüben, ständiges Wiederholen und
häufiges Anwenden des Wortmaterials.
Bei der systematischen Wortschatzarbeit im
Unterricht muß das Vokabular so angeordnet werden,
daß begriffliche Zusammenhänge entstehen
(zB durch Gliederung nach Sach- und Handlungszusammenhängen,
Wortfeldern, Wortfamilien;
Verknüpfung mit Synonymen).
Lernunterstützende Maßnahmen
1. Die Schüler sind von Beginn an zu ökonomischem
und selbständigem Lernen anzuleiten. Sie
sollen in fertigkeitsorientierten Arbeits- und Lerntechniken
wiederholt geschult werden: zB Lesetechniken,
Notizenmachen, Wichtiges unterstreichen,
Arten des Vokabellernens, Gebrauch von
Wörterbüchern.
2. Schriftliche bzw. mündliche Hausübungen
sind regelmäßig und in angemessenem Umfang zu
geben und in die Unterrichtsarbeit einzubeziehen.
3. Förderunterricht.
29. In Anlage A/i, sechster Teil, lautet der
Pflichtgegenstand „Fremdsprachliche Konversation"
„FREMDSPRACHLICHE KONVERSATION
Bildungs- und Lehraufgabe
Ziel des Unterrichts in Fremdsprachlicher Konversation
ist die Erweiterung und Vertiefung des im
Unterricht der betreffenden Fremdsprache erworbenen
Sprachkönnens (vor allem des Hörverstehens
und des Sprechens). Die Schüler sollen dabei
zu möglichst eigenständigem Gebrauch der Fremdsprache
als Kommunikationsmittel hingeführt werden.
Das erworbene Können in der Fremsprache ist
zu aktivieren und der Wortschatz auch unter Einbeziehung
neuer Sachgebiete zu erweitern.
Lehrstoff
Erste lebende Fremdsprache
1.. Klasse (1 Wochenstunde)
Themen, die sich eng an den Lehrstoff des
Unterrichts in der Fremdsprache anlehnen und von
der Umwelt des Schülers ausgehen.
Erweiterung und Vertiefung einiger Themen,
wie: Kind und Familie, Kind und Schule/Internat,
Kind und Freunde.
2. Klasse (1 Wochenstunde)
Themen, die sich eng an den Lehrstoff des
Unterrichts in der Fremdsprache anlehnen oder
sich aus aktuellen Ereignissen ergeben.
Erweiterung und Vertiefung einiger Themen,
wie: Kind und Umwelt (Verkehr, Wetter, gefährdete
Natur), Freizeitgestaltung, Phantasiewelt
(Wünsche, Ängste, Träume).
3. Klasse (1 Wochenstunde)
Themen aus dem Alltag und zu aktuellen Ereignissen.
Erweiterung und Vertiefung einiger Themen,
wie: Der einzelne in der Gemeinschaft, Jugendliche
und Erwachsene, Sport, Reisen; Beiträge zur Landeskunde.
4. Klasse (1 Wochenstunde)
Themen aus dem Alltag und zu aktuellen Ereignissen.
Erweiterung und Vertiefung einiger Themen,
wie: Arbeitswelt, Berufswünsche und -möglichkeiten,
Konsumverhalten; Beiträge zur Landeskunde.
Zweite lebende Fremdsprache
(bei Führung als Realgymnasium und als Wirtschaftskundliches
Realgymnasium für Mädchen)
3. Klasse (1 Wochenstunde)
Themen, die sich eng an den Lehrstoff des
Unterrichts in der Fremdsprache anlehnen oder
sich aus aktuellen Ereignissen ergeben.
Erweiterung und Vertiefung einiger Themen,
wie: Der einzelne in der Gemeinschaft, Jugendliche
und Erwachsene, Sport, Reisen.
4. Klasse (1 Wochenstunde)
Themen aus dem Alltag und zu aktuellen Ereignissen.
Erweiterung und Vertiefung einiger Themen,
wie: Arbeitswelt, Berufswünsche und -möglichkeiten,
Konsumverhalten; Beiträge zur Landeskunde.
Didaktische Grundsätze
Die Didaktischen Grundsätze für den jeweiligen
Pflichtgegenstand Lebende Fremsprache sind sinngemäß,
jedoch mit folgenden Ergänzungen, anzuwenden.
Der Unterricht ist so zu gestalten, daß die Eigenständigkeit
des Pflichtgegenstandes Fremdsprachliche
Konversation gewahrt bleibt.
Lernziel ist die Entwicklung des Hörverstehens
und des mündlichen Ausdrucks. Das Lesen kürzerer
Texte kann fallweise Ausgangspunkt für
Gespräche sein. Dem Schreiben kommt lediglich
lernunterstützende Funktion zu (Vokabelsammlung,
Notizen als Gesprächsgrundlage, auch als
Ergebnis von Hör- und Leseverstehen).
Die Verwendung eines eigenen Lehrbuches
sowie schriftliche Hausübungen sind nicht vorzusehen.
Fremdsprachliche Konversation eignet sich
besonders dazu, bei der Wahl der Gesprächsthemen
Wünsche und Interessen der Schüler zu
berücksichtigen.
In jeder Phase des Unterrichts soll die Sprech-,
Imitations- und Spielfreude der Schüler für ein
aktives, handlungsorientiertes Sprechverhalten
genützt werden, indem alle Formen der szenischen
Darstellung, des Dialognachspielens, der Lernspiele
und des authentischen situativen Sprechens geübt
werden. Das Gespräch der Schüler untereinander
und damit die Übung in der Fremdsprache als
Kommunikationsmittel ist besonders zu fördern."
30. In Anlage A/i sechster Teil, treten an die
Stelle des Unterabschnittes „Werkerziehung" folgende
Bestimmungen
„WERKERZIEHUNG
Bei Führung als Gymnasium und als Realgymnasium
wie Anlage A für das Realgymnasium, bei
Führung als Wirtschaftskundliches Realgymnasium
für Mädchen wie Anlage A für das Wirtschaftskundliche
Realgymnasium für Mädchen.
Bei Führung als Realgymnasium unter besonderer
Berücksichtigung der musischen Ausbildung
wie Anlage A für das Realgymnasium, bei Führung
als Realgymnasium unter besonderer Berücksichtigung
der sportlichen Ausbildung wie Anlage A für
das Gymnasium.
HAUSWIRTSCHAFT
Bei Führung als Gymnasium an Höheren Internatsschulen
für Mädchen
Bildungs- und Lehraufgabe
Die Schüler sollen angeleitet und motiviert werden,
Kenntnisse der Ernährungslehre, Gesundheitslehre
und Lebensmittelkunde in der Praxis anzuwenden.
Es soll ihnen grundlegendes Wissen über
rationelle und kultivierte Führung, Planung und
Pflege des Haushalts vermittelt werden. Die Art
und Weise der gesunden Ernährung von Kindern,
kranken und alten Menschen soll einen wichtigen
Teilaspekt darstellen. Dabei sind moderne Erkenntnisse
der Medizin und der Biochemie zu berücksichtigen.
Ordnungsliebe und Sparsamkeit im
Umgang mit Lebensmitteln und Energie, vor allem
im Hinblick auf volkswirtschaftliche Gegebenheiten,
sollen im Laufe eines Schuljahres zur Selbstverständlichkeit
werden. Der gesamte Unterricht soll
auf den in Physik und Chemie erworbenen Kenntnissen
aufbauen und sie sinnvoll erweitern.
Lehrstoff
4. Klasse (4 Wochenstunden)
Ernährungslehre (Nährstoffe und ihre Auswertung
im menschlichen Körper);
Nahrungsmittelkunde (Zusammensetzung, Gewinnung
und Verwertung der wichtigsten Nahrungsmittel);
Kochen (Menüzusammenstellung, Grundrezepte
und ihre Abwandlungen, Servierübungen, Kostformen
insbesondere Schon- und Diätkost, internationale
Küche, Vorratswirtschaft, Restverwertung);
Gestaltung von Festen (Tischschmuck) ;
Marktlage, Preisbildung, Lebensmittelüberwachung;
Verhütung von Gesundheitsschäden durch falsche
Ernährung;
Unfallverhütung;
richtige Pflege und Bedienung moderner Haushaltsgeräte;
Exkursionen in einschlägige Fachbetriebe.
Didaktische Grundsätze
Der Unterricht hat die in den Unterrichtsgegenständen
Physik, Chemie sowie Biologie und
Umweltkunde erworbenen Kenntnisse zu verwerten
und auf ihnen aufzubauen. Das Unterrichtsziel
liegt darin, das Wesen einer biologisch richtigen
Ernährung zu erkennen und die praktische Arbeit
danach auszurichten. Dabei ist die Vermittlung von
Kochkenntnissen stets in Verbindung mit der kultivierten
Pflege der gesamten Wohnung zu sehen.
Schöpferische Kräfte der Phantasie und handwerkliche
Begabung sind durch Gestaltung festlichen
Tischschmucks und durch sorgfältiges und
geschmackvolles Anrichten der Speisen im praktischen
Kochunterricht besonders zu pflegen.
Zur Unterstützung des Unterrichtsertrages sind
nach Möglichkeit audio-visuelle Unterrichtsmittel
(Film, Video) einzusetzen.
Das Verhältnis vom theoretischen zum praktischen
Unterricht soll etwa 1 : 3 betragen."
31. In Anlage A/i, sechster Teil, lautet der Freigegenstand
„Instrumentalmusik"
„INSTRUMENTALMUSIK
Wie für den Freigegenstand am Gymnasium,
Anlage A, jedoch im Ausmaß von je 2 Wochenstunden."
32. In Anlage A/ml, sechster Teil, lautet der
Pflichtgegenstand „Musikerziehung"
„MUSIKERZIEHUNG
Bildungs- und Lehraufgabe
Die Schüler sollen auf Grund der musikalischen
Begabung und durch Einbeziehung der akustischen
Umwelt zu musikalischer Aktivität motiviert werden,
und zwar zu
— Singen und instrumentalem Musizieren,
— bewußtem Hören,
— schöpferischem Gestalten,
— Musik und Bewegung und
— darstellendem Spiel.
Durch aktives Musizieren, Hörerziehung und
musikkundliche Kenntnisse sollen die Schüler einen
Überblick über die Musikkultur Österreichs und
anderer Länder erhalten. Das Bemühen um eine
Bereicherung individueller Erlebnisfähigkeit soll im
Mittelpunkt des Musikunterrichtes stehen.
Lehrstoff
1. Klasse (3 Wochenstunden)
Musizierpraxis
Stimmpflege, Stimmbildung und Sprecherziehung.
Ein- und mehrstimmige Lieder (Kanons) aus
dem deutschen Sprachraum.
Instrumentale Liedbegleitung, einfache Instrumentalstücke,
schöpferisches Gestalten von musikalischen
Strukturen und Klangbildern. Realisieren
auch selbsterfundener graphischer Notationen.
Musik und Bewegung
Lockerungs- und Entspannungsübungen mit und
ohne Musik; Bewegungsgrundformen, Orientierung
im Raum, Erfinden von Bewegungsabläufen
zu Musik.
Tanzlieder und Gruppentänze.
Hörerziehung und Musikkunde
Geräusch, Klang, Ton; Takt, Rhythmus, Notation;
Intervalle; Pentatonik, diatonische Leitern
(Dur, Moll); Einführung in die Akkordlehre,
Dynamik, Tempoangaben; melodisch-rhythmische
Entwicklungselemente und daraus resultierende
formale Gliederungen (Wiederholung, Reihung,
Wiederkehr, Variation, Sequenz, Imitation).
Leben und Werke einzelner allgemein bekannter
Komponisten; Herkunft und Funktionsbereiche
einzelner Musikgattungen (Volksmusik, Unterhaltungsmusik,
Tanzmusik, Kirchenmusik).
Einfluß der Gesellschaft auf die akustisch-musikalische
Umwelt (Medien).
Bau und Funktion gebräuchlicher Instrumente.
2. Klasse (2 Wochenstunden)
Musizierpraxis
Stimmpflege, Sprecherziehung und Stimmbildung
unter Berücksichtigung des Stimmwechsels.
Einstimmige Lieder; zwei- und mehrstimmige
Liedsätze aus dem deutschsprachigen Raum und
anderen Ländern.
Klangliche Bereicherung durch Verwendung von
Instrumenten unter Berücksichtigung stilistischer
Gesichtspunkte.
Instrumentales Musizieren innerhalb von Klassenspielgruppen.
Musik und Bewegung
Erfinden von Bewegungsabläufen zu Musik,
freie und gebundene Bewegungsimprovisation,
Tanzlieder, Einbeziehung einfacher österreichischer
Volkstänze.
Hörerziehung und Musikkunde
Verschiedene Notationsarten, Notation von
Rhythmus und Tonhöhe, Übersicht über die Intervalle.
Zusammensetzen von Tonreihen als Grundlage
für die Bildung von Akkorden und Klangflächen,
Akkordlehre; melodisch-rhythmische Entwicklungselemente
und daraus resultierende formale
Gliederungen (Da-Capo-Form, Ritornellform, Reihungsform).
Leben und Werke einzelner Komponisten.
Herkunft und Funktionsbereiche einzelner
Musikgattungen (Lied, Tanzmusik, Instrumentalmusik,
Gegenüberstellung von Volks- und Kunstmusik).
Musik und ihre Stellung in der Gesellschaft.
Bau, Funktion und Klang einzelner Orchesterinstrumente.
Die menschliche Stimme (Stimmlagen, Gattungen,
Ausdrucksbereiche).
Handhabung handelsüblicher Geräte zur Aufnahme
und Wiedergabe von Musik.
3. Klasse (2 Wochenstunden)
Musizierpraxis
Stimmpflege, Sprecherziehung und Stimmbildung
unter Berücksichtigung des Stimmwechsels.
Gesteigerte Anforderungen im vokalen und
vokal-instrumentalen Musizieren.
Schöpferisches musikalisches Gestalten, auch in
freitonaler Melodik und Harmonik.
Musik und Bewegung
Erfinden von Bewegungsabläufen zu Musik, insbesondere
zu historischer und aktueller Tanzmusik.
Hörerziehung und Musikkunde
Erweiterung der allgemeinen Musiklehre: Konsonanz-
und Dissonanzbegriff, Akkordlehre,
Klangflächen, Tonsysteme.
Hörtests und melodisch-rhythmische Diktate.
Grundlagen der Akustik.
Überblick über die gebräuchlichsten Orchesterinstrumente,
österreichische Volksmusikinstrumente,
außereuropäische Musikinstrumente und
elektroakustische Instrumente.
Instrumentale und vokale Formen und Gattungen
der Musik (zB Sonate, Symphonie, Konzert,
Suite, Programmusik, Lied, Chormusik, Oper).
Gegenüberstellung von Kunstmusik und kommerzieller
Musik.
Leben und Werke einzelner Komponisten unter
besonderer Berücksichtung des 20. Jahrhunderts.
Gesellschaftliche Funktion der Musik im "Wandel
der Zeiten.
4. Klasse (2 Wochenstunden)
Musizierpraxis
Stimmpflege, Sprecherziehung und Stimmbildung
unter Berücksichtigung des Stimmwechsels.
Vokales und vokal-instrumentales Musizieren
unter Einbeziehung der mutierenden Stimmen.
Musizieren und schöpferisches Gestalten auf verschiedenen
Instrumenten. Gegenüberstellung von
selbsterarbeiteten Klangbildern und Werken der
Gegenwartsmusik.
Musizieren in Verbindung mit audiovisuellen
Medien: Herstellen von Playbacks zu Liedern,
Tänzen und szenischen Darstellungen, musikalische
Gestaltung von Bildreihen, Filmen und Tonbandcollagen.
Musik und Bewegung
Szenisches Gestalten zu Musik; historische und
moderne Tänze.
Hörerziehung und Musikkunde
Zusammenfassender Überblick über Tonsysteme
und Akkordlehre (besonders Kadenzen und Klangflächentechniken),
Notationsarten, melodischrhythmische
Entwicklungselemente und daraus
resultierende formale Gliederungen, dynamische
und agogische Strukturen, Musikgattungen.
Leben, Werke und Bedeutung von Komponisten.
Kurzgefaßte Darstellung der historischen und
sozialen Entwicklung der Musik anhand von Beispielen.
Die Stellung Österreichs im internationalen
Musikleben.
Didaktische Grundsätze
1. Im Mittelpunkt der Musikerziehung
steht das musikalische Handeln. Die
Selbsttätigkeit des Schülers wird angeregt durch
— eigenständiges musikalisches Nachgestalten
und Gestalten,
— bewußtes Aufnehmen von Musik und
— kritische Auseinandersetzung mit Musik.
2. Musikerziehung entfaltet die
— kognitiven,
— emotionalen,
— psycho-motorischen,
— kreativen und
— sozialen Fähigkeiten.
Sie dient damit der Entwicklung der Gesamtpersönlichkeit.
Bei der Unterrichtsplanung und
-gestaltung ist dies durch ausgewogenen Wechsel
der Lernbereiche und Arbeitsweisen
entsprechend zu berücksichtigen.
3. Musikerziehung dient auch der Orientierung
im vielfältigen Musikangebot unserer Zeit und
erfordert daher die ständige Bezugnahme
auf das Musikleben und die verschiedenen
Arten von Musik.
Musizierpraxis
Dem Singen und Musizieren ist in besonderem
Ausmaß Raum zu geben. Dabei soll eine Einseitigkeit
in ästhetischer bzw. stilistischer Hinsicht vermieden
werden, indem Lieder und Musikstücke
verschiedener Herkunft und Zeitung Berücksichtigung
finden. Auf qualifiziertes Musizieren soll auf
jeder Altersstufe geachtet werden.
Bei Stimmpflege, Sprecherziehung und Stimmbildung
hat der Lehrer durch eigenes instruktives
Demonstrieren stimmtechnische Hilfen zu gewähren.
Der Zusammenhang mit dem gesungenen
Liedgut ist erforderlich. Auch Mutanten sollen
nach Möglichkeit in das gemeinsame Musizieren
einbezogen werden.
Das instrumentale Musizieren ist bei Liedbegleitungen
und als eigenständige Musizierleistung
durch die Schüler in den Unterricht einzubauen.
Ausgehend von den unterschiedlichen musikalischen
Voraussetzungen der Schüler ist von Anfang
an die Fähigkeit zur Rücksichtnahme auf einzelne
und die Gruppe beim gemeinsamen Musizieren zu
fördern.
Kreatives Gestalten
Das schöpferische Gestalten ist in allen Bereichen
der Musikerziehung zu berücksichtigen.
Stimmungen und Gefühle, programmatische Themen
aus literarischen Vorlagen sowie Ereignisse
und Handlungsabläufe sind vielfach Anregung und
Hilfe zur improvisatorischen Gestaltung.
Konkrete Beispiele sind ua.
— Motive erfinden und erweitern,
— Erfinden von Texten und Melodien,
— Variieren von Themen,
— Improvisieren über vorgegebene Akkorde,
— Erweitern und Variieren gegebener oder erfundener
Rhythmen,
— Improvisieren von Klangfarben und Klangflächen.
Alle vokalen und instrumentalen Möglichkeiten
sollen dabei genützt werden.
Musik und Bewegung
In der Bewegungs- und Tanzerziehung soll dem
Bewegungs- und Ausdrucksbedürfnis der Schüler
in Verbindung mit Musik entsprochen werden.
Dadurch sind den Schülern ein weiterer Zugang
zur Musik und ein individuelles Körperbewußtsein
zu erschließen. Der Spontaneität ist ausreichend
Raum zu geben.
Ausgehend von der Orientierung in Raum und
Zeit soll die Erarbeitung von Grundlagen der elementaren
Musiklehre (Rhythmus, Takt, Metrum,
Melodie usw.) mit Bewegung verbunden und gefestigt
werden. Musik soll in Bewegung und Bewegung
in Musik umgesetzt werden.
Über einfache Bewegungsformen und Tanzschritte
ist bis zu fixierten Tanzschritten hinzuführen.
Auch Pantomime und darstellendes Spiel können
einbezogen werden.
Hörerziehung und Musikkunde
Die Bereiche
— Melodie und Rhythmus,
— Musiklehre,
— Formenlehre,
— Musikgeschichte,
— Instrumentenkunde,
— Akustik,
— Musik und Technik
sind aus dem Gehörten, Gesungenen
und Gespielten integrativ zu erarbeiten.
Von Anfang an ist jede Gelegenheit zur Entwicklung
und Schulung des musikalischen Vorstellungsvermögens
wahrzunehmen, was zum Singen
nach Noten, zum Mitlesen musikalischer Verläufe
und zum verständnisvollen Hören führen soll
Hörerziehung ist so durchzuführen, daß sie den
Schüler befähigt, Gehörtes kritisch zu beurteilen,
aktiv nachzuvollziehen und als Anregung zu selbständigem
Gestalten anzuwenden.
An charakteristischen Hörbeispielen ist — verteilt
über vier Jahre, jedoch zusammenfassend in
der vierten Klasse — ein Einblick in die Entwicklung
der Musik in ihrer stilistischen Vielfalt zu
geben. Wichtiger als die Zahl der Werke ist die
sorgfältige Auswahl von Musik der verschiedenen
Epochen. Leben, historisches Umfeld und Werk
einzelner Komponisten sind in altersgemäßer Form
zu vermitteln.
Ein wichtiges Teilgebiet der Hörerziehung ist die
Darbietung von Musik durch Schüler, Lehrer,
außerschulische Kräfte (Musikhörstunden) und
durch audio-visuelle Medien. Theater- und Konzertbesuche
sowie die Einladung von Künstlern
können den Unterricht in wertvoller Weise bereichern.
Ausgehend von der altersgemäßen Erklärung
gebräuchlicher Instrumente sind die Schüler in die
Grundlagen der mechanischen Akustik und der
Elektroakustik einzuführen; dabei ist nicht nur auf
die Produktion von audio-visuellen Medien einzugehen,
sondern auch auf die Bedienung handelsüblicher
Geräte sowie auf deren Funktion in der heutigen
Gesellschaft. Methoden der Produktion und
Vermarktung von Musik sind aufzuzeigen.
Bei der Erarbeitung musikalischer Gliederungen
und Formen ist weniger auf eine Systematik im
Sinne einer Formenlehre Wert zu legen, als vielmehr
auf ein altersgemäßes Erfassen von Strukturen
und Verlaufsgestalten. In exemplarischen Werken
ist — verteilt über die ganze Unterstufe — die
Entwicklung der abendländischen Musik in ihrer
stilistischen Pluralität zu vermitteln.
Querverbindungen zu allen möglichen Unterrichtsgegenständen
sind herzustellen und damit
auch die Zusammenarbeit der Lehrer untereinander
zu fördern.
Auf die Musik des 20. Jahrhunderts ist dem Alter
der Schüler entsprechend einzugehen."
33. In Anlage A/ml, sechster Teil, wird beim
Pflichtgegenstand „Bildnerische Erziehung" dem
Unterabschnitt „Lehrstoff" angefügt
„3. und 4. Klasse (je 2 Wochenstunden; dazu
jeweils 2 Wochenstunden Bildnerisches Gestalten)
Zeichnen und grafisches Gestalten
Aufbauend auf die in der 1. und 2. Klasse erworbenen
Erfahrungen und Kenntnisse Erweitern und
Differenzieren gestalterischer Möglichkeiten in
zeichnerischen und grafischen Techniken.
Einbau weiterer Arbeitsverfahren, wie Zeichenkreide,
Kohle, Farbtuschen, Monotypie, Kaltnadelradierung,
Kartondruck, Collagen.
Einsatz entwicklungsgemäß motivierter Aufgaben
zur Darstellung des Körperhaften und Räumlichen
und zum Erfassen des Wesens sichtbarer
Wirklichkeit. Im Sinne der Entwicklung verstärkter
Umwelterfahrung Auseinandersetzung mit Vorgängen
und Erscheinungsbildern in der Umwelt im
Sinne eines anbahnenden Naturstudiums und Sachzeichnens.
Experimentelle Arbeit durch selbstgewählte
Aufgaben und Arbeitsverfahren zur individuellen
kreativen Auswertung von Gestaltungsmöglichkeiten.
Werkbetrachtung
Ausgehend von in der bildnerischen Arbeit
erworbenen Einsichten und Erfahrungen Besprechung
und Klärung der Sachverhalte wie Wesensunterschiede
Handzeichnung als Unikat und
Druckgrafik als Vervielfältigungsmittel. Vorstellen
der aus den eingesetzten Arbeitsverfahren resultierenden
charakteristischen Erscheinungsweisen.
Arten der Abstraktion durch Umsetzen der
Wirklichkeit bei grafischen Darstellungen sowie
Umwertung der Wirklichkeit zur bildnerischen
Form.
Farbiges Gestalten
Erweiterung der Arbeitsmittel und Arbeitsverfahren
durch Einsatz von Mischtechniken, wie Gouache
und anderes, und konsequentes Erarbeiten
differenzierter Gestaltungsweisen und Ausdruckswerte
der Farbe. Farbe als optisches Signal, Kontrastwerte
(komplementär, kalt — warm, hell —
dunkel, Qualitäts- und Simultanwirkung der Farbe)
sowie Abstufungsprozesse im Sinne von Aufhellung
oder Abstumpfung der Farben zwecks Sensibilisierung
der Farberfahrung. Einsetzen vorgegebener
Farbwerte, wie Farbpapiere, Zeitungs- und Bildausschnitte
bei Collagen, Arbeiten auf farbigen Bildgründen.
Werkbetrachtung
Ausgehend von in der bildnerischen Arbeit
erworbenen Einsichten und Erfahrungen Besprechung
und Klärung der Skala differenzierter Ausdrucksmöglichkeiten
der Farbe, Wesensunterschiede
lokalgebundenen Farbgeschehens und bildnerisch
freier Farbklänge. Anhand gut gewählter
Beispiele aus der Malerei sollen ähnliche Vorgänge
insbesondere in Hinsicht auf Realismus und
Abstraktion, Abbildung und Umwertung bzw. Verfremdung
aufgezeigt werden. Dabei sollten die
jeweils angewandten kunstterminologischen
Begriffe geklärt werden.
Plastisches Gestalten
Erweitern des Arbeitsprogrammes durch Einsatz
neuer Materialien, wie Dünnbleche, Ytong, Holz,
Gips, Kunststoffe, und der plastisch-räumlichen
Problemstellung. Besondere Beachtung von Volumen
und Raum als gestaltenden Werten im plastischen
Gebilde. Erfinden plastischer Grundwerte,
Ordnen zu Formationen und plastisch-räumlichen
Strukturen, die bereits Bezug zu architektonischen
Gebilden aufnehmen können. Erarbeiten der
Wesensunterschiede der in sich geschlossenen
Form, differenzierter Formgefüge bzw. raumoffener
Strukturen. Objektgestaltung und Montage aus
vorgefundenen Werten technischer oder naturhafter
Art.
Werkbetrachtung
Ausgehend von den im Arbeitsprogramm angebotenen
Erfahrungen und Einsichten Klärung und
Vertiefung durch Besprechung der Schülerarbeiten
und Vorstellen geeigneter plastischer Werke.
Umwertung der Wirklichkeit durch Verdichtung
der plastischen Form in der Kunst, plastische Strukturen
als Akzente in der Umwelt, Plastik im
Umraum.
Schrift
Wechselwirkung von Schriftgröße, Schriftstärke
und Farbe im Hinblick auf die Schriftgestaltung
und auf den zu gestaltenden Inhalt.
Erkennen von Ausdruckswerten der Schrift.
Verwendung verschiedener Schreibgeräte.
Architektonisches Gestalten
Erarbeiten erster Raumerfahrungen durch Erfinden
einfacher Raumformen und Ordnen hergestellter
Bauelemente zu Raumformationen im Sinne
von Architektur, Lösen einfacher tektonischer Probleme,
zB. Stabilisieren von Kartonflächen durch
Faltprozesse und Ausbilden von Tragwerken.
Werkbetrachtung
Die Raumform als tektonischer und plastischer
Wert. Erfassen von Ordnungsprinzipien, Wesensunterschiede,
Rastersystem und freie Formation in
Bauwerk und Architekturanlagen. Funktion und
Form von Gebrauchsgut (Design).
Vergleich von Bauten mit gleicher Zweckbestimmung
aus wichtigen Stilepochen anhand weniger
Beispiele.
Aneignung grundlegender Begriffe
Fassade und Baukörper, Grund- und Aufriß.
Kennenlernen der Faktoren, die das Bauen
beeinflussen. Bauen und Umwelt. Probleme des
Wohnens (Wohnformen als Lebensformen, Einrichtung
und Ausstattung einer Wohnung).
Geschlossene und offene Siedlungsformen; Hinweise
auf Freiräume, Fragen des Umweltschutzes
(zB: Zersiedlung, Verschandelung, Problematik
von Verkehrsflächen, Denkmalschutz).
Medien
Mittel der Bildgestaltung in den Bildmedien, das
Bild als Aussagemittel geistiger Anliegen, die Manipulation
der Wirklichkeit durch Veränderung der
Sicht und durch Schwerpunktverlagerung. Bildkomposition
und Ausschnitt.
Auseinandersetzung mit Film und Fernsehen und
weiteren visuellen Massenmedien zur Anbahnung
einer kritisch-selektiven Konsumhaltung."
34. In Anlage A/ml, sechster Teil, lauten die
Pflichtgegenstände „Werkerziehung" und „Leibesübungen"
„WERKERZIEHUNG
Wie Anlage A für das Realgymnasium.
LEIBESÜBUNGEN
Wie Anlage A, mit folgenden Änderungen
Im Abschnitt „Bildungs- und Lehraufgabe" ist
anzufügen
„Die rhythmische und gymnastische Erziehung
ist besonders zu berücksichtigen."
Ferner hat im Abschnitt „Lehrstoff" auch bezüglich
der 1. bis 3. Klasse die Wochenstundenangabe
zu lauten: „3 Wochenstunden"."
35. In Anlage A/m², vierter Teil, lautet der die Pflichtgegenstände betreffende Teil der Stundentafel
36. In Anlage A/m² lautet der sechste Teil
„SECHSTER TEIL
LEHRPLÄNE DER EINZELNEN UNTERRICHTSGEGENSTÄNDE
Wie Anlage A, mit folgenden Ausnahmen
MATHEMATIK
Wie Lehrplan des Gymnasiums, Anlage A.
MUSIKERZIEHUNG
Bildungs- und Lehraufgabe
Musikerziehung hat die Aufgabe, alle musikalischen
Anlagen und Fähigkeiten des Schülers unter
Berücksichtigung der akustisch-musikalischen
Umwelt zu wecken und zu fördern. Dabei ist auf
die besondere Eigenart des Schülers Bedacht zu
nehmen.
Ziel des Unterrichts ist es, den Schüler
— zum vokalen und instrumentalen Musizieren,
— zum bewußten Hören,
— zu kreativem Gestalten,
— zur Bewegung zur Musik und
— zu grundlegenden Einsichten in musikalische
Zusammenhänge
zu führen.
Aktive Musikpflege und schöpferisches Musizieren
sollen der Persönlichkeitsbildung und einem
sinnvollen Freizeitverhalten dienen. Das Bemühen
um eine Bereicherung individueller Erlebnisfähigkeit
ist ein zentrales Anliegen des Musikunterrichtes.
Lehrstoff
1. Klasse (3 Wochenstunden)
Singen, Musizieren, Gestalten
Von der vokalen Musizierpraxis ausgehend
gezielte Stimmbildung, Sprechpflege und Sprecherziehung
als Grundlage eines kultivierten Singens.
Einstimmige Lieder, einfache mehrstimmige
Liedsätze, Kanons und Volkslieder. Einbeziehung
von Instrumenten zur klanglichen Bereicherung.
Gemeinsame Erfindungsübungen; Gruppenimprovisation
als Anregung zu kreativem Gestalten.
Umsetzen geeigneter Musik in Bewegung und
Tanz. Erfassen und Darstellen musikalischer
Gestaltungsprinzipien durch Bewegung.
Hörerziehung und Musikkunde
Vertrautmachen mit den Grundbegriffen der elementaren
Musiklehre am Notenbild des Sing- und
Spielgutes.
Ton, Klang, Geräusch
Metrum, Rhythmus, Takt, Notation; Pentatonik,
Intervalle, Konsonanz und Dissonanz, Dur- und
Molltonleitern; Einführung in die Akkordlehre;
Dynamik; Tempoangaben; melodisch-rhythmische
Entwicklungselemente und daraus resultierende
formale Gliederungen (Wiederholung, Reihung,
Wiederkehr, Variation, Sequenz, Imitation).
Ausgewählte Werke bedeutender Komponisten
in Verbindung mit Lebensbildern. Hinweis auf die
vielfältigen Funktionsbereiche der Musik.
Die menschliche Stimme; bekannte Instrumentenfamilien.
2. Klasse (3 Wochenstunden)
Singen, Musizieren, Gestalten
Aufbauend auf die vokale Musizierpraxis der
1. Klasse Stimmbildung und Sprecherziehung unter
Berücksichtigung des Stimmwechsels. Einstimmige
Lieder; zwei- und mehrstimmige Liedsätze aus dem
deutschsprachigen Raum und anderen Ländern.
Klangliche Bereicherung durch Verwendung von
Instrumenten unter Berücksichtigung stilistischer
Gesichtspunkte; Bildung von Klassenspielgruppen.
Fortsetzung der musikalischen Tanz- und Bewegungserziehung.
Freie und gebundene Bewegungsimprovisation.
Verständnis für Erscheinungsformen zeitgenössischer
Musik durch Klangexperimente und schöpferisches
Gestalten.
Hörerziehung und Musikkunde
Erweiterung der musikalischen Grundbegriffe.
Quintenzirkel; Haupt- und Nebendreiklänge, einfache
Kadenzen; die Intervallbestimmung; der
Dominantseptakkord; Tonsysteme.
Grundlagen der, Tonerzeugung; Bauweise und
Einteilung der Orchesterinstrumente mit Hinweisen
auf ihre Entwicklung.
Der Aufbau der Orchesterpartitur.
Die menschliche Stimme (Stimmlagen, Gattungen,
Ausdrucksbereiche).
Formale Gliederungen (Da-capo-Form, Rondo,
Ritornell, Reihenform).
Ausgewählte Hörbeispiele aus verschiedenen
Stilepochen mit Hinweisen auf Leben und Schaffen
der betreffenden Komponisten.
Musik und ihre Stellung in der Gesellschaft.
Handhabung handelsüblicher Geräte zur Aufnahme
und Wiedergabe von Musik.
3. Klasse (4 Wochenstunden)
Singen, Musizieren, Gestalten
Weiterführung der Stimmbildung und der
Sprechpflege unter Berücksichtigung des Stimmwechsels.
Gesteigerte Anforderungen im vokalen
und vokal-instrumentalen Musizieren.
Fortführen der Tanz- und Bewegungserziehung;
Erfinden von Bewegungsabläufen zu Musik.
Hörerziehung und Musikkunde
Kritische Auseinandersetzung mit der zeitgenössischen
Unterhaltungsmusik anhand von Tonträgern
und eigenem Singen und Musizieren.
Experimentieren mit Klängen zum bewußten
Hören von musikalischen Strukturen. Tonale und
freitonale Melodik und Harmonik. Bildung von
Klangflächen; Nebenseptakkorde, erweiterte
Kadenzen.
Exemplarisches Vorstellen vokaler und instrumentaler
Formen und Gattungen wie Kunstlied,
Ballade, Oper, Singspiel, Operette, Musical, Programmusik.
Die gesellschaftliche Funktion der Musik im
Wandel der Zeiten; die soziale Stellung des Komponisten.
Kammermusik- und Orchesterbesetzungen;
Instrumentalgruppen der Unterhaltungsmusik.
Besprechung und Handhabung elektronischer
und elektroakustischer Musikinstrumente.
Wirkung von Musik (Manipulation, Werbung,
Therapie).
Hinführen zum Verständnis für einzelne Musikepochen
und deren stilistische Merkmale.
4. Klasse (4 Wochenstunden)
Singen, Musizieren, Gestalten
Weiterführung der Stimmbildung und der
Sprechpflege mit Einbeziehung der Mutanten.
Fortsetzung des vokalen und vokal-instrumentalen
Musizierens.
Wiederholung des bereits bekannten Liedgutes
unter besonderer Berücksichtigung der Lieder für
den geselligen Kreis, Worksongs, Spirituals ua.
Melodieerfindungen zu selbsterfundenen Texten.
Anregung zur Bildung und Weiterführung von
Musiziergruppen.
Bewußtmachen und praktisches Erarbeiten musikalischer
Strukturen und Klangverläufe, besonders
zur Vorbereitung des Verständnisses neuer Musik
(Spannung, Lösung, Symmetrie, Asymmetrie, Kontrast-
und Übergangsdynamik, Steigerung, Rückbildung
ua.).
Bewegungserziehung mit besonderem Schwerpunkt
auf Verbindung von Tanz und Musik (österreichische
Volkstänze, Folklore, historische und
moderne Tänze).
Hörerziehung und Musikkunde
Wiederholen und Vertiefen der allgemeinen
Musiklehre.
Übersichtliche Darstellung der Entwicklung der
europäischen Musik anhand instruktiver Hörbeispiele.
Üben im Partiturlesen.
Musikalische Formen wie Suite, Konzert, Sinfonie,
Formen der sakralen Musik; homophone und
polyphone Musik.
Die wichtigsten Gattungen der zeitgenössischen
Unterhaltungsmusik (Jazz, Pop, Rock ua.).
Entwicklung einer kritischen Haltung im Bereich
des Musikkonsums.
Information über Musikberufe und die Möglichkeit
musikalischer Weiterbildung.
Die Stellung Österreichs im internationalen
Musikleben.
Didaktische Grundsätze
Vorbemerkung: Im Mittelpunkt der Musikerziehung
steht das musikalische Handeln. Die Förderung
der musikalischen Anlagen des Schülers ist
eine zentrale Aufgabe dieser musischen Sonderform
und wird erreicht durch
— eigenständiges musikalisches Nachgestalten
und Gestalten,
— bewußtes Aufnehmen von Musik,
— kritische Auseinandersetzung mit Musik.
Musikerziehung dient der Entwicklung der
Gesamtpersönlichkeit und entfaltet die
— emotionalen,
— kreativen,
— psycho-motorischen,
— sozialen und
— kognitiven Fähigkeiten.
Ausgehend von den unterschiedlichen musikalischen
Voraussetzungen der Schüler ist von Anfang
an die Fähigkeit zur Rücksichtnahme auf einzelne
und die Gruppe beim gemeinsamen Musizieren zu
fördern.
Vokales und instrumentales Musizieren
Da der Klassengesang einen breiten Raum einnimmt,
ist auf gepflegtes Singen zu achten. Mängel
(Schreien, falsche Atmung, schlechte Textaussprache
ua.) sollen erkannt und nach Möglichkeit behoben
werden. Dazu ist die stetige, in Beziehung zum
Liedgut stehende Stimmbildung und Sprechpflege
erforderlich. Unerläßlich ist das Beispiel des Lehrers
(Vorsingen, Gegenüberstellen von falsch und
richtig).
Mutanten sollen vom Klassengesang nicht ausgeschlossen
werden, doch darf ihnen nur der Tonumfang
zugemutet werden, den sie mühelos bewältigen.
Der Tonumfang der Schüler soll durch gezielte
Stimmbildungsübungen behutsam erweitert werden.
Entsprechend dem Leistungsvermögen der
Klasse kann das Liedgut fallweise nach oben oder
unten transportiert werden.
Bei der Liedauswahl soll sich der Lehrer auch am
Lebens- und Interessensbereich der Schüler orientieren.
Das Singen nach Noten und das eigenständige
Erarbeiten von Liedern sind anzustreben.
Lieder sind in vielfältiger Weise zu wiederholen;
eine angemessene Anzahl davon ist auswendig zu
singen.
Alle Schüler sind ihrem Ausbildungsstand entsprechend
zum instrumentalen und vokal-instrumentalen
Musizieren heranzuziehen. Instrumentalstimmen
sollen außerhalb der Unterrichtszeit geübt
werden.
Möglichkeiten zum instrumentalen Gruppenmusizieren
im Unterricht und außerhalb der Schule
sollen gefördert werden.
Die dazu erforderliche Zusammenarbeit mit den
Instrumentallehrern ist anzustreben,
Hörerziehung
Hörerziehung ist als Unterrichtsprinzip aller
Teilbereiche der Musikerziehung zu verstehen. Das
musikalische Vorstellungsvermögen ist von Anfang
an zu üben und weiterzuentwickeln. Singen und
instrumentales Musizieren, Übungen im Intervall-,
Akkord- und Klangfarbenhören und im Erfassen
von Rhythmen sollen zu differenziertem Hören
führen.
Hörerziehung ist so durchzuführen, daß sie den
Schüler befähigt, Gehörtes kritisch zu beurteilen,
aktiv nachzuvollziehen und als Anregung zu selb-
ständigem Gestalten anzuwenden. Alle Übungen
zur Hörerziehung sind den durchschnittlichen
Fähigkeiten der Klasse anzupassen.
Ein wichtiges Teilgebiet der Hörerziehung ist die
Darbietung von Musik durch Schüler, Lehrer,
außerschulische Kräfte (Musikhörstunden) und
durch audio-visuelle Medien. Theater- und Konzertbesuche
sowie die Einladung von Künstlern
können den Unterricht in wertvoller Weise bereichern.
Durch die Kenntnis der Vielfalt der musikalischen
Erscheinungsformen soll der Schüler befähigt
werden, sich ein eigenständiges Urteil über die ihn
umgebende Musik zu bilden.
Weitere Aspekte der Hörerziehung sind
— Mitlesen verschiedener Notationsarten,
— Erfassen von Merkmalen verschiedener musikalischer
Stilepochen,
— kritische Einstellung zu — und sinnvoller
Umgang mit — den Medien.
Bewußtes Hören ist als Hilfe bei der Konfrontation
mit der zunehmenden Reizüberflutung zu verstehen.
Kreatives Gestalten
Das schöpferische Gestalten ist in allen Bereichen
der Musikerziehung zu berücksichtigen.
Stimmungen und Gefühle, programmatische Themen
aus literarischen Vorlagen sowie Ereignisse
und Handlungsabläufe sind vielfach Anregung und
Hilfe zu improvisatorischer Gestaltung. Konkrete
Beispiele wären unter anderen
— Motive erfinden und erweitern,
— Erfinden von Texten und Melodien,
— Themen variieren,
— Improvisieren über vorgegebene Akkorde,
— Erweitern und Variieren gegebener oder erfundener
Rhythmen,
— Improvisieren von Klangfarben und Klangflächen.
Alle vokalen und instrumentalen Möglichkeiten
sollen dabei genützt werden.
Musik und Bewegung
In der Bewegungs- und Tanzerziehung soll dem
Bewegungs- und Ausdrucksbedürfnis der Schüler
in Verbindung mit Musik entsprochen werden.
Dadurch ist den Schülern ein weiterer Zugang zur
Musik und ein individuelles Körperbewußtsein zu
erschließen. Der Spontaneität ist ausreichend Raum
zu geben. Musik soll in Bewegung und Bewegung
in Musik umgesetzt werden.
Ausgehend von der Orientierung in Raum und
Zeit soll die Erarbeitung von Grundlagen der elementaren
Musiklehre (Rhythmus, Takt, Metrum,
Melodie usw.) mit Bewegung verbunden und gefestigt
werden. Über einfache Bewegungsformen und
Tanzschritte ist bis zu fixierten Tanzformen hinzuführen.
Bewegungs- und Tanzerziehung ist nicht
mit Tanzunterricht im eigentlichen Sinn zu verwechseln.
Querverbindungen zu Leibesübungen sind herzustellen.
Musikkunde
In der Musikkunde ist stets von der praktischen
Erfahrung auszugehen. Sie ist in engem Zusammenhang
mit dem Sing- und Spielgut und mit der
Hörerziehung zu erarbeiten.
Zu den Teilbereichen der Musikkunde gehören
— Musiklehre,
— Formenlehre,
— Akustik und Instrumentenkunde,
— Musikgeschichte,
— Musik und Technik.
Die elementaren Begriffe der Musiklehre sind in
der 1. und 2. Klasse zu erarbeiten und in den folgenden
Klassen zu erweitern und zu festigen.
Die vielfältigen Möglichkeiten der Koordination
von Unterrichtsinhalten in Musikkunde und Instrumentalmusik
sollen wahrgenommen werden.
Die Entwicklung der Musik und ihre stilistische
Vielfalt soll an charakteristischen Beispielen aufgezeigt
werden. Wichtiger als die Zahl der Werke ist
die sorgfältige Auswahl der Hörbeispiele. Leben,
historisches Umfeld und Werke einzelner Komponisten
sind in altersgemäßer Form zu vermitteln.
Ausgehend von der altersgemäßen Erklärung
gebräuchlicher Instrumente sind die Schüler in die
Grundlagen der mechanischen Akustik und der
Elektroakustik einzuführen; dabei ist nicht nur auf
die Produktion von audio-visuellen Medien einzugehen,
sondern auch auf die Bedienung handelsüblicher
Geräte sowie auf deren Funktion in der heutigen
Gesellschaft. Methoden der Produktion und
Vermarktung von Musik sind aufzuzeigen. Aufnahmetechnisches
Experimentieren und Tonbandmontagen
sind in den Unterricht einzubeziehen.
Querverbindungen zu allen in Betracht kommenden
Unterrichtsgegenständen sollen — auch im
Projektunterricht — einen kulturellen Überblick
geben und die Zusammenarbeit der Lehrer fördern.
INSTRUMENTALMUSIK
Wie für den Freigegenstand Instrumentalmusik
am Gymnasium, Anlage A, jedoch im Ausmaß von
2 Wochenstunden und mit folgender Ergänzung
der Bildungs- und Lehraufgabe
„Durch die Zielsetzung des Pflichtgegenstands
Instrumentalmusik soll die besondere Berücksichtigung
der musischen Ausbildung auch am Instrument
dokumentiert werden."
BILDNERISCHE ERZIEHUNG
1. und 2. Klasse (je 2 Wochenstunden: wie
Lehrplan des Realgymnasiums, Anlage A; je
5 Wochenstunden: wie Lehrplan des Realgymnasiums,
Anlage A, darüber hinaus)
Bildnerische Arbeit
Kennenlernen einfacher bildnerischer Vorgänge.
Beachtung von Klarheit und Ordnung des Bildgefüges
durch Abstimmung von Haupt- und Nebensache,
eingebunden in Themen kindlicher Vorstellungsbereiche.
Zeichnen und Druckgrafik: Zeichnen mit verschiedenen
Materialien (Bleistift, Feder ua.).
Papierschnitte, Kordeldruck, Materialdruck, Kartonschnitt
sowie einfache Hochdruckverfahren wie
Linolschnitte.
Erproben der Wirkung bei Hand- und Maschindruck,
verschiedenen Papieren ua.
Schrift: Schreibschrift; Blockschrift. Entwickeln
klarer Buchstabengestalt, ausgewogener rhythmischer
Buchstabenfolgen und der Gestaltungsweise
von Schriftflächen (symmetrische oder asymmetrische
Anordnung) unter Anwendung verschiedener
Materialien.
Farbiger Bereich — Malerei: Abstimmung der
Themen auf bestimmte Farbklänge und Farbmischungen
(kalt — warm, farbig, monochrom),
Wechsel der Bildformate und der Maltechnik
(Tempera, Gouache); fallweises Anwenden anderer
Verfahren (Schneiden, Reißen mit buntem Papier),
Kratztechnik ua.
Plastischer Bereich: Gestalten von körperhaften
Gebilden (Formen, Abtragen, Montieren); Relief,
Vollplastik, hohlplastische Form. Einführung in die
Besonderheiten der Eigenschaften spezieller Materialien
(Papier, Ton, Gips, Draht, Styropor ua.).
Anwenden additiver und subtraktiver Arbeitsweisen.
Werkbetrachtung
Regelmäßiges Betrachten und Besprechen der
unmittelbar vorher angefertigten Schülerarbeiten
hinsichtlich der Lösung gestellter Aufgaben.
Vorstellen geeigneter Werke aus Kunst und
Umwelt, die ähnliche Probleme in Technik, Verfahren
und Gestaltung aufweisen. Erörterung fachlicher
Grundprobleme (zB Original und Reproduktion,
Linien- und Flächenschnitt, Farbklang, Farbkontrast,
Farbordnung, Vollplastik, Relief ua.).
Aufschließen des Interesses für Grafik, Malerei,
Schrift und Plastik aus Gegenwart und Vergangenheit.
3. und 4. Klasse (je 2 Wochenstunden: wie
Lehrplan des Realgymnasiums, Anlage A; je
6 Wochenstunden: wie Lehrplan des Realgymnasiums,
Anlage A, darüber hinaus)
Bildnerische Arbeit
Aufbauend auf die in der 1. und 2. Klasse erworbenen
Erfahrungen und Kenntnisse: Erweitern und
Differenzieren gestalterischer Möglichkeiten. Im
Sinne der Weiterentwicklung verstärkter Umwelterfahrung
Einsetzen der Darstellung von Körper
und Raum.
Auseinandersetzungen mit Vorgängen und
Erscheinungsbildern der Umwelt im Sinne eines
beginnenden Naturstudiums und Sachzeichnens.
Zeichnen und Druckgraphik: Federzeichnung,
Kohlezeichnung, Einsetzen anspruchsvoller grafischer
Techniken wie Monotypie, Hoch- und Tiefdruckverfahren
(Kaltnadelradierung). Im körperlich-
räumlichen Bereich Finden von Tonwerten
durch Linienverbände oder Punktgefüge (Verdichten,
Streuen). Verwendung verschiedener Druckpapiere,
allenfalls Zweifarbendruck.
Schrift: Wechsel von Schriftgröße und Schriftstärke
in bezug auf die Gesamtwirkung des Schriftbildes.
Anstreben der Einheit von Schriftart, Farbe,
Form und Inhalt. Gelegentliches Ausschneiden und
Montieren der Buchstaben aus Zeitschriften zur
rascheren Übung rhythmischer Schriftblöcke.
Farbiger Bereich — Malerei; ausgehend von elementaren
Gesetzmäßigkeiten: Farbe im Dienste des
körperhaften und räumlichen Gestaltens.
Grundfarben, Sekundärfarben, ihre Abfolge im
Farbkreis. Aufhellung und Trübung der rein-bunten
Farben. Abstufung, Mischung mit den Nachbarfarben
im Farbkreis. Kontraste, Farbfamilien,
Verdichtung und Sensibilisierung für Farbtonunterschiede
durch Beschränkung der Palette (zur
Modellierung, Transparenz, Raumwerte der Farbe
ua.).
Deckfarben, Farbpapiere (für Collagen), lasierender
Farbauftrag ua.
Plastik: Erweitern der räumlich-plastischen
Gestaltungsmöglichkeiten.
Besondere Bedeutung von Volumen und Raum
im plastischen Gebilde.
Erarbeiten der dem Material gemäßen Form und
Ausdrucksmöglichkeit. Verfeinerung der Oberflächenbehandlung.
Einsatz neuer Materialien, wie
leicht zu bearbeitende Metalle, Dünnblech, Draht,
Ytong, Holz, Gips ua. Objektgestaltung und Montage
aus vorgefundenen Formen (Naturobjekte und
Industrieabfälle).
Architektur: erste Raumerlebnisse durch vorgeformte
oder selbst hergestellte Bauelemente an veränderbaren
und begehbaren Raumgebilden.
Medienkunde: Mittel der Bildgestaltung in Zeitung,
Zeitschrift, Verpackung, Film und Fernsehen.
Zeigen der spezifischen Gestaltungselemente in
Hinblick auf die von Medien verlangte Aufgabe
(Layout, Bildkomposition und Ausschnitt, Aufnahmetechnik,
Kamerabewegung ua.).
Werkbetrachtung
Betrachtung und Besprechen der Schülerarbeiten.
Vorstellen geeigneter Werke aus Kunst und
Umwelt, die ähnliche Probleme wie jene der praktischen
Arbeit aufweisen, zB Hoch- und Tiefdrucke,
Künstlerhandzeichnungen und ihre verschiedenen
Zwecke und Aufgaben (Entwurf, Studie, Skizze);
Sinnbild, Abbild, Raumwirkungen der Farbe, Erörtern
fachlicher Begriffe der Farbe, Beziehung von
Plastik und Umraum; Funktion, Zweck und Form
von Bauwerken; Medienkunde, an motivierten Filmen
herangetragen (Werbefilm, Trickfilm ua.).
Kennenlernen der Faktoren, die das Bauen
beeinflussen; Bauen und Umwelt; Probleme des
Wohnens (Wohnformen als Lebensformen, Einrichtung
und Ausstattung einer Wohnung).
Aufschließen des Interesses für Grafik, Schrift,
Malerei, Plastik, Architektur und Medienkunde."
37. In Anlage A/sp, sechster Teil, treten an die
Stelle des Einleitungssatzes folgende Bestimmungen
„Wie Lehrplan des Realgymnasiums, Anlage A,
mit folgenden Abweichungen
MATHEMATIK
Wie Lehrplan des Gymnasiums, Anlage A.
WERKERZIEHUNG
Wie Lehrplan des Gymnasiums, Anlage A."
38. In Anlage A/sp, sechster Teil, wird beim
Pflichtgegenstand „Leibesübungen" dem Unterabschnitt
„Lehrstoff" angefügt
„3. und 4. Klasse (je 8 Wochenstunden)
Motorische Grundlagen
An die gesteigerte Leistungsfähigkeit angepaßtes
Fortführen der im Lehrstoff der 1. und 2. Klasse
enthaltenen Lerninhalte zur Erhaltung/Verbesserung
der motorischen Eigenschaften und diesbezüglicher
Kenntnisse.
Ausdauer
Fortführung der Verbesserung der allgemeinen
Ausdauer
Durch abwechslungsreich-spielerische Belastung
(Puls zwischen 140 und 180/min).
Annähernd gleichmäßige Belastung mit erhöhten
Anforderungen durch Läufe im Gelände mit
freier Tempowahl, Gymnastik mit Musik, Zirkeltraining;
Fahrtenspiel, Schwimmen, Skilanglauf,
Wandern, Orientierungslauf, bewegungsreiche
Ballspiele,.. .
Fortführung der Verbesserung der spezifischen
Ausdauer, zB: Schnelligkeitsausdauer (anaerob)
Belastungen im Laufen, Springen, Schwimmen,
Skilanglauf,... (Pulsfrequenz zwischen 160 und
190).
In Form von Fangspielen, Wettläufen, Staffeln,
bewegungsreichen Ballspielen.
Kraft
Weitere Verbesserung der Kraft aller wesentlichen
Muskelgruppen.
Besondere Berücksichtigung der Schnellkraft der
Beinstreck-, Rumpf-, Schulter- und Armmuskulatur
— durch Springen
Weit- und Hochsprünge;
Sprünge auf und über Hindernisse, Strecksprünge, ...
— durch Steigen
auf und über Hindernisse,. . .
— durch Klettern und Hangeln
auf Stangen, Tauen, Leitern, Sprossenwand,
Wanderklettern,. . .
Überdrehen, Klimmzüge (im Hangstand)
— durch Stützen
Stützsprünge an Sprossenwand, Reck; mit
Partner,. . .
Laufen auf allen Vieren, Liegestütz, Schubkarrenfahren, . . .
— durch Beugen und Strecken in der Hüfte
Aufrichten aus der Rückenlage mit
gebeugten Beinen und rundem Rücken, Beinkreisen
im Schwebesitz,. . .
Heben des Oberkörpers oder der Beine aus
der Bauchlage,. . .
— durch Ziehen und Schieben
Tauziehen, Gegenstände, Partner,. . .
Weitere kräftigende Übungen mit Medizinbällen,
Langbänken, Partnern, Sprossenwand,. . .
Schnelligkeit
Weiteres Verbessern der Aktions-, Reaktions- und
Kraftschnelligkeit.
Motorische Beantwortung von optischen, akustischen
und taktilen Signalen durch Weiterführung
und Intensivierung der im Lehrplan der 1.
und 2. Klasse angeführten Übungen.
Gelenkigkeit
Weiteres Erhalten und Verbessern der Gelenkigkeit
in allen wesentlichen Gelenksystemen: Schulter-
gelenk, Hüftgelenk, Kniegelenk, Sprunggelenk;
Wirbelsäule; durch Pendeln, Schwingen, Kreisen,
Dehnen (aktiv und passiv); Stretching.
Kein Kopf-, Beckenkreisen.
Gleichgewicht
Weiteres Erhalten und Verbessern des statischen
und dynamischen Gleichgewichts sowie des Balancierens
von Geräten durch Fortführung und
Intensivierung der im Lehrplan der 1. und
2. Klasse angeführten Übungen und Übungsreihen.
Skilauf, Eislauf, Rollschuhlauf; Trampolinspringen;
Balancieren auf Langbänken, Schwebebalken.
Gewandtheit und Geschicklichkeit
Weiteres Erhalten und Verbessern der Bewegungskoordination
und Ökonomisierung der Bewegung
durch Vermittlung reicher Bewegungserfahrung
und Selbständigkeit im Lösen bekannter und neuer,
verschiedenartiger Bewegungsaufgaben mit dem
Ziel der Beherrschung vielseitiger Bewegungsfertigkeiten.
Gestaltungsfähigkeit
Verbessern der schöpferischen Eigentätigkeit
(Kreativität) im Variieren, Kombinieren und Erfinden
von Bewegungen; Verbessern der Fähigkeit,
Erlebnisse, Stimmungen und Gefühle in der Bewegung
zum Ausdruck zu bringen
Gymnastik mit Musik, Tanz,. . .
Verbessern der Fähigkeit zum Setzen taktischer
Maßnahmen
Im Mannschaftsspiel und Einzelwettkampf.
Spezifische Kenntnisse
Vertiefung der im Lehrplan der 1. und 2. Klasse
vorgesehenen und durch unmittelbare Erfahrung
erworbenen spezifischen Kenntnisse
— über Grundlagen motorischer Leistungsfähigkeit
(motorische Eigenschaften, motorische Fertigkeiten);
— über grundlegende Maßnahmen der Leistungsverbesserung/
Training (Kraft, Ausdauer,
Schnelligkeit,. . .); Ernährung, Ermüdung;
Hygiene;
— über Ursachen und Prophylaxe von Haltungsschwächen;
einfache Leistungs- bzw. Fitneßtests;
— über sportorganisatorische Grundfragen (Wettkampfbestimmungen;
Spielregeln; Organisation
und Durchführung von Wettkämpfen und
Spielfesten);
— über sportspezifische Ausrüstung;
— über Sport und Gesellschaft (Familie, Beruf,
Freizeit, Politik, Massenmedien, Wirtschaft, . . .).
Spiele
Spontanes und kreatives Spielen
im Hinblick auf
— materiale Erfahrungen (Fahrradschläuche, Luftballons, . . .);
— soziale Erfahrungen (Vertrauensspiele, Kooperationsspiele, . . .);
— personale Erfahrungen (Körpererfahrungen,
wie Körperfunktionen wahrnehmen; Sinneserfahrungen
machen, . . .).
Kleine Spiele (Abschießspiele, Schnappballspiele,
Laufspiele, . . .)
Weiterführen der Kleinen Spiele mit gesteigerten
Anforderungen im Hinblick auf Schnelligkeit,
Geschicklichkeit, Koordination, Kraft, Reaktion,
Regelverständnis und Kooperationsbereitschaft.
Torballspiele, Rückschlagspiele
Vorbereiten auf die Sportspiele im Hinblick auf
vielfältige Situationen und sportspezifische Fertigkeiten.
Sportspiele (Fußball, Handball, Basketball, Volleyball,
Faustball,. . .) im Hinblick auf
— Erwerben, Festigen und Verbessern sportartspezifischer
Techniken;
— Vertiefen des Spiel- und Regelverständnisses;
— Einführen in technisch-taktische Grundformationen;
— Anwendung einfacher taktischer Konzepte.
Spezifische Kenntnisse
— Das eigene Verhalten und das der Partner im
Hinblick auf Zielsetzung und Erfolg prüfen
können;
— Spiele organisieren und leiten können;
— Schiedsrichterzeichen verstehen und anwenden
können;
— Regeln nach unterschiedlichen Spielinteressen
und unterschiedlichem Spielkönnen verändern
können;
— sportartspezifische Geräteausrüstung und Kleidung
kennen.
Boden- und Gerätturnen
Gezieltes Sammeln von Bewegungserfahrungen
Erweitern und Festigen der bisher erworbenen
motorischen Fertigkeiten zur Bewußtmachung
der Körperlage bzw. Orientierung im Raum
sowie zur Erfahrung des ökonomischen Krafteinsatzes
und des Materials.
Möglichkeiten der eigenständigen Entwicklung
von Problemlösungsstrategien durch bewegungsoffene
Unterrichtsgestaltungen hinsichtlich
geräteturnspezifischer Bewegungsabläufe.
Hindernisturnen
Komplexe und kombinierte Formen des Überwindens
von Hindernissen beim Turnen an
Gerätebahnen und Gerätekombinationen.
Schaukeln und Schwingen
An verschiedenen Geräten mit Rotationen um
die Längsachse und um die Querachse als
Abgänge.
Rollen
Rollen vorwärts, rückwärts und seitswärts in
Variationen und Verbindungen, auch als Spielform
(Doppel-, Dreierrolle,. . .).
Rollen mit Flugphasen aus dem Stand und aus
dem Anlauf (Sprungrolle, Flugrolle).
Rolle rückwärts über den flüchtigen Handstütz
(Handstand). Auch Judorolle; Fallübungen.
Stände
Handstütz (Handstand) mit erhöhten Anforderungen,
auch in Übungsverbindungen.
An verschiedenen Geräten (Barren, Reck,
Kasten, Ringe, Schwebebalken).
Allenfalls „Schweizerhandstand".
Überschläge
Freie Überschläge (Salti vorwärts, rückwärts,
seitwärts), auch auf, über und von Geräten.
Auch mit Absprunghilfen (Minitrampolin,. . .).
Sprünge
Freie Sprünge.
Unter veränderten und erschwerten Bedingungen.
Auch mit Absprunghilfen.
Stützsprünge.
Festigen der erlernten Stützsprünge (mit und
ohne Drehung um eine Stützhand, Steigern
der Schwierigkeit durch Erhöhen der
Geräte,...).
Auf-, Ab-, Um- und Unterschwünge
Festigen der bisher erlernten Übungen.
Umschwünge [zB Spreizumschwung vorlings
vorwärts („Mühlwelle"), Kniehangumschwung
rückwärts mit beiden Beinen („Sitzwelle")].
Kippen, (zB Kippen als Aufschwung am Stufenbarren,
Reck, Barren,. ..).
Felgbewegungen als Aufgänge und Umschwünge
an Geräten (Reck, Barren, Ringe).
Wenden, Kehren, Flanken als Abgänge von
verschiedenen Geräten.
Übungsverbindungen mit unterschiedlichen
Auf- und Abgängen.
Schwebegehen
Gehen und Drehen, Sprünge und Halten mit
gesteigerten Anforderungen (zB auf erhöhter
Unterstützungsfläche,. . .).
Festigen der Übungsverbindungen aus dynamischen
und statischen Teilen auch mit Auf- und
Abgängen.
Spezifische Kenntnisse
Umgang mit Geräten/Fachsprache
Selbständige Organisation des Auf- und Abbaues
von Geräten und Gerätekombinationen.
Übungsbeschreibungen (Fachsprache) lesen und
verstehen können.
Allenfalls Formen des programmierten Unterrichts
(etwa als Stationsbetrieb) kennen und
durchführen können.
Helfen und Sichern
— sachgerechtes Sichern und Helfen; auch Wecken
des Verantwortungsgefühles für den Mitschüler
und des Verständnisses für unterschiedliche
Leistungsfähigkeit.
— Erweitern der Kenntnisse über Helfen und
Sichern, elementare Kenntnisse der Ersten
Hilfe sowie über spezifische Unfallgefahren
(Bergen, Lagern, einfache Versorgung von
Sportverletzungen, auch im Hinblick auf
andere Sportarten).
— Bewegungsabläufe beim Partner beobachten
und korrigieren lernen.
Leichtathletik
Fortführen der im Lehrplan der 1. und 2. Klasse
angeführten Übungen im Laufen, Springen, Werfen
und Stoßen mit erhöhten Anforderungen hinsichtlich
Form und Leistung.
Übungen zur Erweiterung der Bewegungserfahrung
und Bewegungskoordination, sowie Verbesserung
der leistungsbestimmenden Faktoren in bezug
auf
— Schnelligkeit
zB fliegende Sprints (bis 30 m).
— Schnelligkeitsausdauer
zB. Steigerungsläufe, Sprints (bis 100 m), Intervalläufe.
— Ausdauer
zB Verbesserung der aeroben Ausdauer durch
Läufe in der Bahn und im Gelände, Festigung
des Tempogefühls.
— Kraft
zB durch Springen, Steigen, Beugen und Strecken
in der Hüfte, Ziehen und Schieben, Klettern
und Hangeln, Stützen.
— Gewandtheit
zB Läufe über Hindernisse, Staffelläufe, Läufe
in Geländeformen (Fahrtspiel).
Lauf
Verbesserung der Lauftechniken
Sprint.
Dauerlauf.
Hürdenlauf.
Start (Hoch- und Tiefstart).
Sprung
Verbesserung der Sprungtechniken.
Weitsprung (zB Schwebehangsprung, Schrittweitsprung,
Laufsprung).
Hochsprung (zB Scherhochsprung, Flop,
Straddle).
Stabhochsprung.
Wurf/Stoß
Wurf (Schlagballweitwurf, Speerwurf, Diskuswurf).
Stoß.
Mit Schwerbällen, Kugeln, Medizinbällen,. . .
Mit geeigneten Behelfsgeräten bis 5 kg.
Spezifische Kenntnisse
Selbständige Durchführung einfacher Wettkämpfe
und Übernahme der Kampfrichtertätigkeit.
Mehrkämpfe in verschiedenster Form aus den
Bereichen Lauf, Sprung, Wurf/Stoß (zB Hindernislauf,
Fünfsprungserie, Medizinballstoßen) bis
zu den Wettkampfformen der jeweiligen Altersstufe.
Kenntnisse und Betreuung von Übungsstätten und
Geräten
Richtige Handhabung der Geräte (Startmaschinen,
Startklappe, Stoppuhr, Maßband,. . .).
Instandhaltung der Übungstätten wie Sprunggrube,
Sprungmatten, Stoßkreis, usw.
Der Erwerb des ÖSTA-Jugend-Sportabzeichens ist
anzustreben.
Schwimmen
Fortführen der im Lehrplan der 1. und 2. Klasse
angeführten Übungen im Schwimmen, Wasserspringen,
Tauchen und Spielen im Wasser hinsichtlich
Form und Leistung sowie Verbesserung
der leistungsbestimmenden Faktoren in Bezug
auf
— Schnelligkeit
Sprintstrecken bis 15 m (auch in Form von
Intervallen).
— Gewandtheit
Reaktionsübungen im und ins Wasser.
— Ausdauer
Schwimmen über längere Strecken ohne
Schnelligkeitsanforderungen.
— Kraft
Schwimmen unter erschwerten Bedingungen
(zB. Paddels, Zugbojen).
Bewegen und Spielen im und unter Wasser
Fang- und Tauchspiele mit und ohne Geräte.
Geeignete Geräte sind zB Luftballon:, Bälle,
Ringe, Autoschläuche, Brett, Luftmatratze, . . .).
Kennenlernen des Kunstschwimmens.
Ballspiele im Wasser (auch Wasserball mit vereinfachten
Regeln, Wasservolleyball).
Tauchen
Streckentauchen bis etwa 15 m.
Tieftauchen bis etwa 3 m.
Auch mit Hilfsmitteln (zB ABC-Ausrüstung).
Schwimmtechniken
Verbessern der drei mit dazugehörigem Start
und Wende.
Einführung in die vierte Schwimmtechnik.
Staffelformen.
Wettkampfschwimmen.
Wasserspringen (auch vom 1-m- oder 3-m-Brett)
Einfache Fußsprünge.
Abfaller vorwärts und rückwärts.
Kopfsprünge aus dem Stand oder Anlauf.
Kopfsprung rückwärts.
Salto vorwärts, Salto rückwärts aus dem Stand
oder Anlauf (auch vom 1-m- und 3-m-Brett).
Mit halber bzw. ganzer Drehung um die
Längsachse.
In gehockter, gestreckter und gehechteter
Form.
Rettungsschwimmen
Selbstrettung (zB Über-Wasser-Halten mit sparsamen
Bewegungen, Verhalten bei Krämpfen,
Kleiderschwimmen).
Einfache Fremdrettung (zB Ziehen, Schieben,
Brücke; Transport-, Befreiungs-, Rettungs- und
Bergegriffe).
Allenfalls Erwerb des Österreichischen Rettungsschwimmerabzeichens
(Helferschein) bei erwiesenen
Voraussetzungen.
Spezifische Kenntnisse
Baderegeln; allenfalls Wettkampfbestimmungen.
Wert des Schwimmens im Hinblick auf Gesundheit
und als lebensbegleitende Sportart.
Gefahrenquellen bei Fremdrettung.
Gefahren bei Springen und Tauchen (zB Wassertiefe,
Absprungflächen, . . .).
Gymnastik und Tanz
Bewegen
Gymnastische Grundformen: Laufen, Gehen,
Hüpfen, Springen, Federn, Drehen, Schwingen.
Grundformen unter dem Aspekt der Spannung
und Entspannung.
Einbeziehen von Alltagsbewegungen.
Erfinden von Hüpf-, Sprung-, Schwungformen.
Grundelemente des Jazz Dance.
Verwendung von Musik-, Körper- und
Rhythmusinstrumenten (zB Klatschen, Stampfen,
Tamburin).
Räumliches und zeitliches Verbinden.
Bewegen mit Geräten
Erfinden von Bewegungsvarianten mit einem
oder mehreren, auch verschiedenen Handgeräten.
Bewußtes Anpassen des Körpers an die Form
und Eigenart des Gerätes (zB Reifen, Stab).
Räumliches und zeitliches Gestalten als Einzel-
und Gruppengestaltung in freier und gebundener
Form.
Verwendung von Musik,- Körper- und
Rhythmusinstrumenten (zB Klatschen, Stampfen,
Tamburin).
Wecken des Interesses an der Bewegungsqualität.
Spielen
Spielen mit Objekten und Materialien, auch mit
traditionellen Handgeräten.
Spielerisches Erproben und Erfahren der Bewegungsfähigkeit
des eigenen Körpers.
Spielerisches Erproben jazzspezifischer Techniken.
Bewegungsideen durch Musik provozieren.
Rhythmische Sportgymnastik
Technische Grundformen mit und ohne Handgeräte.
Räumliches und zeitliches Gestalten.
Tänze
Österreichische und internationale Volkstänze.
Jazz Dance.
Gesellschaftstänze (zB Rock'n Roll, Jive).
Formationstänze.
Spezifische Kenntnisse
Wissen um Ursprung und Bewegungsgrundformen
der Tänze.
Wissen über die Zusammenhänge von körpergerechtem
Bewegen und Gesundheit.
Wissen über die Wechselbeziehung von richtiger
Haltung und Gesundheit.
Die Vermittlung dieser Kenntnisse auch als Vorbereitung
auf die Arbeits- und Berufswelt; Ausgleich
und sinnvolle Freizeitgestaltung eingeschlossen.
Skilauf/Alpin
Bewegen im Schnee
Spiele ohne, mit einem und mit zwei Ski.
Fangspiele, Rollerfahren, Staffeln,. . .
Aufstiegsarten mit Ski.
Stürzen lernen.
Springen über kleine Hindernisse.
Spielen auf Ski
Spiele mit Geräten.
Torstangen, Bälle,. . .
Geschicklichkeitsspiele.
Einskifahren, Innenskischwingen, Zwergerlwedeln,
Skiwalzer, kleine Sprünge, . . .
Geschicklichkeitsparcours, Er-und-Sie-
Lauf, . . .
Alpine Skitechnik
Erlernen, Festigen und Verbessern der alpinen
Skitechnik gemäß dem „Österreichischen Skilehrplan".
Der Österreichische Skilehrplan ist als ein Teil
der Lehrgänge zur Ausbildung von Skilehrern
und Skilehrwarten veröffentlicht.
Rennlauf
Grundtechniken des Riesentorlaufes und Torlaufes.
Verschiedene Formen der Wettkämpfe (zB. auch
Handicap- und Mannschaftsbewerbe, Parallelbewerbe, . . .).
Kenntnisse über Tore und Torkombinationen,
Wettkampfbestimmungen, Trainingsformen,. . .
Tourenskilauf
Tiefschneefahren.
Skitouren in kleinen Gruppen.
Kenntnisse über sicheren Skilauf
Kennen und Einhalten der Pistenregeln.
Erkennen und Vermeiden subjektiver und objektiver
Gefahren.
Konditionelle Vorbereitung, Ausrüstung, Kleidung,
Skipflege, Aufwärmen, Wahl der
Abfahrtsroute,. ..
Kenntnisse über
— Routenwahl und Orientierung im Gelände.
— Lawinen- und Wetterkunde.
— Verantwortliches Verhalten gegenüber anderen
Skiläufern und Umwelt.
— Richtiges Verhalten bei Skiunfällen.
Skilauf/Nordisch
Bewegen und Spielen
Vielfältige Bewegungsaufgaben innerhalb und
außerhalb des verspurten Geländes für das
Gleichgewicht, für das Abstoßen und für die
Rhythmusverbesserung.
Skiwandern und Skiorientierungslauf mit gesteigerten
Anforderungen hinsichtlich Geländewahl
und Aufgaben.
Ausdauerspiele.
Geschicklichkeitsspiele.
Erlernen und Verbessern der Grundtechniken
Diagonalschritt.
Doppelstockschub in Verbindung mit anderen
Techniken (Umtreten, Technikwechsel).
Schlittschuhschritt.
Beidseitig und einseitig (Siitonen) ohne und
mit Stockunterstützung.
Anstiegstechniken.
Grätenschritt, Treppenschritt,. . .
Abfahrten in der Spur und ohne Spur (zB Pflug
zur Tempoverminderung, Schwingen).
Technikparcours.
Allenfalls Wettkampfformen (Streckenlänge bis
6 km)
Speziallanglauf.
Staffellauf.
Technikwettkampf.
Wettkampfformen mit zusätzlichen Aufgaben
(zB Volkstümlicher Biathlon).
Spezifische Kenntnisse
Merkmale.
Konditionelle Vorbereitung.
Loipenregeln.
Schnee- und Wachskunde.
Materialkunde.
Wissen um den gesundheitlichen Wert des Skilanglaufes
und des Skiwanderns.
Sicheres Verhalten im Gelände; alpine Gefahren.
Eislauf
Bewegen und Spielen auf dem Eis
Gleiten auf den Kanten (Innen- und Außenkanten).
Bogen vorwärts und rückwärts.
Bewegungsaufgaben auf Kreisen, im Schlangenbogen
(zB. Übersteigen, Rollerschritt; auch nach
Musik).
Bremsen (Pflugbremse).
Nummernwettläufe (zB im Kreis, vorwärts,
rückwärts).
Fangspiele (zB vorwärts, rückwärts und im
Wedellauf).
Hindernisläufe (zB Slalom, Staffeln, Partnerläufe).
Ringhockey.
Allenfalls Vorformen des Eishockeys; Eisstockschießen.
Eisschnellauf
Startübungen.
Kurvenläufe.
Zeitläufe.
Eiskunstlauf
Halbbögen (links und rechts; vorwärts einwärts
und auswärts, rückwärts auswärts und allenfalls
rückwärts einwärts).
Achterlauf (auf Spur); Bogenachter; Schlangenbogen
(Paragraph); Dreier (vorwärts auswärts
und einwärts; rückwärts auswärts); Mohawk;
Engel; Schlitten; Pirouette (zB beidbeinig);
Froschsprung; Laufsprung; Häschen; Dreiersprung
(Kadettensprung),.. .
Allenfalls Erwerb eines Eistest-Abzeichens des
Österreichischen Eislaufverbandes.
Eistanz
Voraussetzung: gute Grundschule im Eislauf
(richtiger Abstoß, kantenreine Viertelbögen,
exakte Laufschritte).
Laufschritte zu verschiedenen Rhythmen, vorwärts
und rückwärts, links- und rechtsherum
(vorwiegend im 3/4- und 4/4-Takt).
Übersteigen rückwärts, links- und rechtsherum.
Schwungbögen vorwärts und rückwärts, links
und rechts; auch nach Musik (4/4- und 6/8-Takt).
Chassé vorwärts und rückwärts; auch zu verschiedenen
Rhythmen.
Mohawk (offen) vorwärts, einwärts und auswärts,
rechts und links.
Foxtrott-Movement; auch nach Musik.
Im Kreis in Tanzrichtung mit Handhaltung
(Stirnkreis) auch nach Walzermusik.
Halbbögen, Laufschritte, Chassé und Schwungbögen;
auch mit Partner, auch in Kilianhaltung.
Allenfalls Foxtrott-Movement in Kilianhaltung.
Allenfalls Schöller-Walzer.
Orientierungswandern/Orientierungslauf
Weiterführende Übungen der im Lehrplan der 1.
und 2. Klasse angeführten Methoden.
Unter gesteigerter Berücksichtigung des natürlichen
Orientierungsvermögens (Himmelsrichtungen,
Naturobjekte, Kulturgrenze) und vermehrtem
Einsatz von künstlichen Hilfsmitteln (Skizzen,
Pläne, Postkarten, Land- und Wanderkarten,
OL-Spezialkarten, Kompaß).
Formen des Orientierungslaufes.
Stern-, Schmetterlings-, Score OL, . . .
Alters- und leistungsadäquate Wettkämpfe.
Einzel- und Mannschaftswettkämpfe.
Mitarbeit an der Vorbereitung und Durchführung
einfacher Übungsformen, Kampfrichtertätigkeit."
39. In Anlage A/sp, sechster Teil, wird beim
Pflichtgegenstand „Leibesübungen" im Unterabschnitt
„Didaktische Grundsätze" im achten
Absatz die Wendung „Schulbehörde II. Instanz"
durch die Wendung „Schulbehörde I. Instanz"
ersetzt.
40. In Anlage A/sl, sechster Teil, wird beim Pflichtgegenstand
„Slowenisch" dem Unterabschnitt
„Lehrstoff" angefügt
3. Klasse (4 Wochenstunden)
Sprechen
a) Erweiterung der sprachlichen Fähigkeiten durch
Sprachhandeln in modellhaft ausgewählten und in
realen Situationen
Durch Sprechen gemeinsames Lernen und Handeln
ermöglichen
Überblick über Problembereiche von allgemeiner
Bedeutung gewinnen und in Gesprächen behandeln
(zB Wohnen, Spiel und Sport, Berufs- und Arbeitswelt,
Güterverteilung in der Welt, Krieg und Frieden);
Wünsche und Bedürfnisse thematisieren,
Konflikte erkennen und Lösungswege suchen.
Handlungs- bzw. Lernziele (zB für Projektarbeit)
suchen und auswählen; Zusammenarbeit planen
und steuern (zB Vereinbarungen treffen und
sie geänderten Bedingungen anpassen, auf fördernde
bzw. hemmende Umstände und Verhaltensweisen
reagieren).
Informieren, erzählen und unterhalten
Informationen beschaffen (zB durch Befragen
sachkundiger Personen, durch gezieltes Beobachten,
aus Büchern und Zeitschriften) (siehe Schreiben).
Informationen aufbereiten und weitergeben
(Informationsmaterial gliedern, Schwerpunkte setzen,
Anschauungsmaterial einsetzen).
Schüler, die sich auf ein bestimmtes Thema vorbereitet
haben, interviewen (dazu Fragen ausarbeiten).
Über Ergebnisse von Gruppenarbeiten berichten.
Von Erlebnissen, Erfahrungen und Problemen
erzählen; Geschichten erfinden; Unterschiede beim
Erzählen beachten; die Sprechweise spielerisch verändern
(zB Sprechtempo, Lautstärke, Gestik).
Appellieren
Verschiedene appellative Sprachhandlungen
erproben und ihre Wirkung besprechen (zB zum
Handeln auffordern, für etwas werben); sich/
jemanden/etwas entschuldigen bzw. rechtfertigen,
Rechtfertigung verlangen (verschiedene Formen
erproben, vergleichen und beurteilen).
b) Gesprächs-, Sozial- und Sprachverhalten
Gesprächs- und Redeverhalten weiterentwickeln
und aufgrund von Beobachtungen (zB auch durch
eine Außengruppe) beurteilen; nonverbales Verhalten
besprechen; aktives Zuhören üben; den
Gebrauch der Standardsprache festigen.
Verständlichkeit verbessern durch
Übungen zur deutlichen Artikulation
Variieren des Sprechtempos und der Stimmführung
Erweiterung des Stimmvolumens und der Resonanz
in Verbindung mit Atemübungen.
c) Rede- und Gesprächsformen
Berichterstattung; Interview; Kurzreferat; Diskussion;
Rollenspiel.
Schreiben
a) Verfassen von Texten
Erzählen/Spielen mit Sprache
Schreiben über sich
Von Erlebnissen, Erfahrungen und Problemen
erzählen; besondere Möglichkeiten des Aufbaus
verwenden (zB direkter Einstieg ins Thema).
Erzählen nach Vorgaben
ZB Erzählkerne ausbauen.
Ein Thema in verschiedenen Erzählmustern darstellen.
Bilder/Fotos als Themen benützen.
Die Erzählperspektiven wechseln.
Geschichten erfinden
Geschichten zB phantastischer oder utopischer
Natur schreiben.
Mit Sprache spielen/Freies Schreiben
ZB Parodieren.
Sketches entwerfen.
Reime verfassen.
Mit Sprache experimentieren (Textcollagen,
-montagen uä.).
Schreiben nach Impulsen (Musikj Bilder usw.).
Informieren/Erklären/Argumentieren
Informationen speichern und Inhalte wiedergeben
(siehe Sprechen)
ZB. einem Text Informationen nach bestimmten
Gesichtspunkten entnehmen; Sachtexte kürzen.
Anhand von Notizen Verlaufs- und Ergebnisprotokolle
anlegen (ua. im projektorientierten Unterricht).
Den Inhalt dichterischer Texte zusammenfassen
und den persönlichen Eindruck darlegen.
Praktische Mitteilungen aus dem Schüleralltag
adressatengerecht formulieren (ua. Krankmeldung,
Verleihordnung in der Schülerbücherei).
Sachverhalte für sich und andere verständlich
erklären
ZB über Ereignisse berichten.
Spielregeln, Gebrauchsanweisungen, Verlustanzeigen
formulieren, auch mit graphischen Hilfen.
Einfache Begriffe erläutern.
Leitfragen zu Texten schriftlich beantworten
(siehe Lesen und Textbetrachtung).
Begründen und Bewerten
ZB Begründungen formulieren und zu widersprüchlichen
Meinungen Stellung nehmen.
Verantwortlich Stellung beziehen.
Appellieren
Zu Handlungen auffordern
ZB Flugblätter, Aufrufe, Plakate entwerfen;
Ansuchen, Vorschläge schreiben (ua. für ein persönliches
Anliegen).
Anfragen, Anträge, Beschwerden formulieren.
Partnerschaftliche Beziehungen herstellen und fördern
ZB Einladungen schreiben (in Brief- und Plakatform
u. ä.).
Sich bedanken, entschuldigen.
Eine Bitte, einen Wunsch äußern.
Ermuntern, trösten, Hilfe anbieten u. ä.
b) Übungen zur Textgestaltung
Einüben des schriftlichen Sprachgebrauchs im
Sinne von Wortbedeutung, Satzbau, Gliederung
und Verständlichkeit
ZB die Bedeutung von Fachwörtern sichern und
im Textzusammenhang gezielt verwenden.
Wortfolge im Satz, Satzfolge und Verschachtelung
erproben.
Adressatengerechter Einsatz formelhafter Wendungen,
besonders in appellativen Texten (Anrede-
und Grußformeln u. ä.).
Verschiedene Textanfänge erproben und vergleichen.
Den Text durch Absätze übersichtlicher gliedern.
Sätze und Absätze sinnvoll verknüpfen.
c) Rechtschreiben
Festigung des Rechtschreibbewußtseins
Nach der Schreibweise eines Wortes gezielt fragen.
Die Schreibweise eines Wortes kontrollieren (zB
durch Nachschlagen).
Einsichten in Regelhaftigkeiten der Rechtschreibung
vertiefen.
Orthographische Sicherung des Wortschatzes
Verschiedene Lernhilfen kombiniert verwenden
(optische, akustische, schreib- und sprechmotorische).
Großschreibung
Vorwörter k—h, z—s.
Beachtung von Quantität und Qualität der
Vokale (Wechsel o—e, s stricem, s klobukom).
Beachtung der regressiven Assimilierung.
Auslautverhärtung.
Gleich oder ähnlich klingende Laute (lj—1,
nj—n, v—u).
Schreibung häufiger Fremdwörter
Abteilen von Wörtern
Zeichensetzung (siehe Sprachbetrachtung und
Sprachübung)
Der Beistrich zwischen Teilsätzen (Hauptsatz —
Hauptsatz, Hauptsatz — Gliedsatz).
In verschiedenen Wörterbüchern nachschlagen.
Individuelle Rechtschreibschwächen beheben
Selbständige Fehlerkontrolle (zB Rechtschreibkartei,
Partner- und Zweistufendiktat).
Lesen und Textbetrachtung
a) Lesetechniken
Anwenden der erworbenen Lesetechniken zur
raschen Sinnerfassung und Sinnvermittlung
Stilles sinnerfassendes Lesen
Zusammenhänge in Texten erfassen (Inhalt, Aufbau,
Form).
Sinnvermittelndes Vorlesen
Vorlesen dichterischer und nichtdichterischer
Texte.
Vortragen dichterischer Texte.
Vorbereitetes Vortragen auch von auswendiggelernten
Texten, zB von Szenen und Gedichten.
b) Texte und Textverständnis
Dichterische Texte erleben, erschließen und gelegentlich
vortragen, besonders Texte österreichischer
Autoren; (eventuell auch Mundarttexte).
Epische Texte, zB Erzählungen (auch Ausschnitte
aus umfangreicheren Werken), Kurzgeschichten,
Kalendergeschichten, Kriminal- und Detektivgeschichten
Lyrische Texte, zB Stimmungsgedichte, engagierte,
experimentelle Lyrik, Erzählgedichte, Balladen,
Lieder und Songs, auf Inhalt und Wirkung
untersuchen (fächerübergreifender Unterricht).
Dramatische Texte, zB kurze Bühnenstücke (auch
auszugsweise), Einzelszenen, Sketches (auch
spielen).
Jugendliteratur
Bücher vorstellen (mit Leseproben) und zur eigenen
Lektüre anregen.
Themen mit Hilfe von Leitfragen erarbeiten.
Über Jugendbücher sprechen.
Texte erlebnishafter und sachbezogener Art lesen,
gelegentlich vergleichen sowie ihre Absicht und
Wirkung untersuchen. (Mögliche Themen
Arbeitswelt und Beruf, Sport, Umwelt, Natur,
Technik, Friede, Gewalt.)
Sachtexte und Sachbücher
Selbständig Informationen entnehmen (zB aus
Lehrbüchern, Sachbüchern und Nachschlagewerken),
auch fächerübergreifend Zusammenhänge
herstellen, zB bei der Ausarbeitung von
Projekten (siehe Sprechen, Schreiben).
c) Medienerziehung
Fernsehen und Hörfunk
Aus dem Programmangebot kritisch auswählen
lernen. Fernseh- und Hörfunksendungen (insbesondere
Jugendprogramm) besprechen. Gestaltungsmittel
von Fernsehen und Hörfunk erkennen
lernen.
Film
Gemeinsam gesehene Filme besprechen.
Zugang zu Büchern
Büchereien benützen, Entscheidungshilfen zum
Erwerb von Büchern gewinnen (zB durch Klappentexte,
Verlagsverzeichnisse, Buchbesprechungen).
Aufmachung eines Buches besprechen.
Jugendzeitschriften
Arten, Inhalte und Ziele besprechen.
Aufmachung und Bildmaterial untersuchen.
Tageszeitungen, Wochenzeitungen
Sich in Zeitungen zurechtfinden lernen und einzelne
Bereiche unterscheiden (zB Politik, Wirtschaft,
Kultur, Lokales, Werbung, Sport).
d) Literaturkunde
Texte besser verstehen lernen, zB durch Einbettung
in den historischen, politischen, sozialen, kulturellen
und biographischen Zusammenhang, gelegentlich
auch durch Einbeziehung formaler Merkmale
des Werkes.
Merkmale gebundener Sprache (Vers, Reim,
Strophe, Rhythmus, Klanggestalt) und ihre Wirkung
in Texten untersuchen.
Sprachbetrachtung und Sprachübung
a) Sprache im Verwendungszusammenhang
(siehe Sprechen/Schreiben)
Situationsgemäßes sprachliches Verhalten
Nähe und Distanz der Partner (zB familiäres,
freundschaftliches, sachliches, offenes, feindseliges
. . . Gesprächsklima) ; Auswirkungen des Verhältnisses
der Kommunikationspartner auf die
Wahl der sprachlichen Mittel (Wortwahl, Satzbau,
Aussprache) beobachten und beschreiben.
Formelhafte Sprache in standardisierten Situationen,
zB beim Telefonieren, Gratulieren, in Wetterberichten,
Kochrezepten, Unfallberichten.
Formelhaftigkeit der verwendeten Sprache
erkennen und ihre Leistung besprechen (ua.
Ökonomie; Hilfe bei der sprachlichen Bewältigung
der Situation).
b) Bedeutung sprachlicher Zeichen
Erweiterung des Wortschatzes
Bedeutungsumfang von Wörtern abgrenzen,
Überschneidungen aufzeigen. Wörter mit ähnlicher
und gegensätzlicher Bedeutung ordnen.
Bedeutung von Fremdwörtern klären.
Abstufung von Äußerungen
Aufzeigen, wie zB Gewißheit, Ungewißheit,
Möglichkeit, Wahrscheinlichkeit und Zweifel
ausgedrückt werden.
Wortbildung
Wörter durch Wechsel der Wortart bilden. Möglichkeiten
der Wortbildung mit Hilfe des Ablautes
erkennen. Hinweise auf die verschiedenartige
Wortbildung bei Substantiven im Deutschen
(Kompositum) und im Slowenischen (Wortverbindung)
šolska torba — die Schultasche.
c) Text-, Satz- und Wortgrammatik
Textgrammatik
Einige sprachliche Mittel erkennen, die in einem
Text den Zusammenhang herstellen (insbesondere
Zeitform, Modus, Verweiswörter).
Erkennen, wie in einem Text die Stellungnahme
des Sprechers/Schreibers deutlich werden kann
(zB Redekommentierung mit Konditional, zB
naj, bi und situativ gebrauchten Wörtern).
Feststellen, in welchem Zusammenhang das Passiv
die übliche Darstellungsform ist.
Satzgrammatik
Teilsätze eines Ganzsatzes abgrenzen.
Merkmale von Hauptsatz und Gliedsatz erkennen.
Funktion abhängiger Sätze feststellen (zB Darstellung
von Zeit, Mittel, Zweck, näherer Bestimmung,
Ergänzung von Personen, Sachen ua.) im
Zusammenhang mit der Herstellung und Deutung
von Texten. Teilsätze durch Satzglieder mit
gleichem Aussagewert ersetzen und mögliche
Bedeutungsveränderungen beobachten.
Fallwechsel in verneinten Sätzen (bewußtmachen
und üben).
Wortgrammatik
Maskuline Akkusativformen im Singular unterscheiden
lernen.
Bildung des Modus und des Passivs besprechen.
Funktion von Konjunktionen und Relativpronomen
als Einleitewörter von abhängigen Sätzen
erkennen (siehe Schreiben).
Interrogativpronomen erkennen, seine Funktion
im Fragesatz und in der Ersatzprobe feststellen.
Demonstrativpronomen erkennen, seine Funktion
als Begleiter, Ersatz- und Verweisform
unterscheiden.
Adverbien nach inhaltlichen Gesichtspunkten
unterscheiden (zB Raum, Zeit, Art, Grad).
d) Sprachübung (siehe Sprechen und Schreiben)
Ausdrucksmöglichkeiten erweitern durch
Umformen zB von Satzgliedern in Gliedsätze.
Sprachliche Mittel zum Ausdruck von Gewißheit,
Zweifel, Wahrscheinlichkeit uä. erwerben und
erweitern (etwa entsprechende Verben, situativ
gebrauchte Adverbien, Modus).
Die standardsprachlich richtige Fügung von
mehrteiligen Satzgliedern üben (zB flektiertes
Adjektiv, Apposition).
Schriftliche Arbeiten
Schul- und Hausübungen.
Sechs Schularbeiten, je drei im Semester.
4. Klasse (4 Wochenstunden)
Sprechen
a) Erweiterung der sprachlichen Fähigkeiten
durch Sprachhandeln in modellhaft ausgewählten
und in realen Situationen
Durch Sprechen gemeinsames Lernen und Handeln
ermöglichen
Überblick über Problembereiche von allgemeiner
Bedeutung gewinnen; Problembewußtsein entwickeln
durch Darstellen, Vergleichen und Beurteilen
von Sachverhalten anhand von Themen,
wie zB Bildungs- und Berufslaufbahn, Arbeitswelt,
Interessengruppierung, Vorurteile, Medien,
Werbung, Mode, Ernährung und Gesundheit,
Beziehungen zwischen den Geschlechtern, Partnerschaft.
Interessen aussprechen und Klarheit über verschiedene
Interessenslagen erlangen; Interessen
vergleichen, gewichten, bewerten und vertreten.
Interessensausgleich anstreben: Konflikte zwischen
verschiedenen Gesprächspartnern (zB
Erwachsene — Jugendliche, Vorgesetzte —
Untergebene, Produzenten — Konsumenten)
thematisieren und Lösungen suchen.
Informieren, erzählen und unterhalten
ZB Sachverhalte darstellen, über die die Schüler
im Unterricht und außerhalb des Unterrichtes
Erfahrungen gesammelt und Kenntnisse gewonnen
haben (fächerübergreifende Thematik); von
Erlebnissen, Erfahrungen und Problemen erzählen,
die sich in Lern- und Arbeitssitutionen ergeben
(ua. auch im Hinblick auf die Schul- und
Berufslaufbahn).
Interviews vorbereiten, durchführen und auswerten.
Eindrücke und Erfahrungen in Sprache umsetzen
(Reportage; auch in spielerischer Form).
Argumentieren
Gründe für eigene und fremde Meinungen
anführen; erläuternde Beispiele geben; Widersprüche
aufzeigen; Gegenargumente erwägen
und zu entkräften versuchen.
Appellieren
ZB Wünsche und Interessen einer Gruppe als
deren Sprecher vertreten (auch im Rahmen von
Unterrichtsprojekten).
Informationen, Argumente und Beispiele beim
Appellieren einsetzen.
Die Interessen, Erfahrungen und Erwartungen
der Gesprächspartner bzw. Zuhörer abschätzen
und bei der Gestaltung der Appelle berücksichtigen.
b) Gesprächs-, Sozial- und Sprachverhalten
In verschiedenen Gesprächsformen eigene Meinungen
und Handlungen sowie die anderer
begründen.
Auseinandersetzungen sachlich führen.
Gegensätzliche Positionen erkennen und anerkennen.
Manipulationen für sich und andere durchschaubar
machen.
Standardsprache zweckmäßig einsetzen lernen
und ihren Gebrauch festigen.
c) Rede- und Gesprächsformen
Diskussion und Debatte (auch Leitung eines
Gesprächs); Referat; kurze Rede zu aktuellen
Anlässen; Rollenspiel; Interview und Reportage.
Schreiben
a) Verfassen von Texten
Erzählen/Spielen mit Sprache
Schreiben über sich
Von Erlebnissen und Erfahrungen erzählen;
besondere Berücksichtigung der Darstellungsweise
(Gliederung, sprachliche Formulierung).
Erzählen nach Vorgaben
Kurze Prosatexte umformen.
Geschichten erfinden
Literarische Kleinformen schreiben (zB Fabeln,
Märchen, Schlager, Gedichte, Rätsel).
Mit Sprache spielen/Freies Schreiben
ZB mit Sprache experimentieren.
Parodieren.
Assoziatives Schreiben nach optischen und musikalischen
Impulsen.
Informieren/Erklären/Argumentieren
Informationen speichern und Inhalte wiedergeben
ZB Stichwortzettel anlegen.
Sachtexte exzerpieren und kürzen.
Fragenkatalog für Meinungsumfragen und Interviews
ausarbeiten.
Verlaufs- und Ergebnisprotokolle anlegen (ua.
im projektorientierten Unterricht).
Lebenslauf abfassen.
Den Inhalt dichterischer Texte zusammenfassen
und den persönlichen Eindruck darlegen (siehe
Lesen und Textbetrachtung).
Sachverhalte für sich und andere verständlich
erklären (siehe Sprechen)
ZB graphische Darstellungen, Skizzen erläutern,
einfache Begriffe sowie ursächliche Zusammenhänge
und Sachverhalte erklären (ua. im projektorientierten
Unterricht).
Begründen und Bewerten (siehe Sprechen)
ZB Probleme aus dem Erfahrungsbereich der
Schüler darstellen. Zu unterschiedlichen Meinungen
Stellung beziehen.
Begründungen für die eigene Meinung formulieren.
Kurztexte mit argumentierender Stellungnahme
schreiben.
Appellieren
Zu Handlungen auffordern
Mit Argumenten auffordern und werben (zB für
persönliche, schulische und außerschulische
Anliegen) — (siehe Sprechen).
Leserbriefe zu aktuellen Anlässen verfassen.
Appellative Textsorten aus dem praktischen Schriftverkehr
verfassen
ZB Inserate, Bestellungen, Stellengesuche
(Bewerbungen), Anträge, Ansuchen, Beschwerden,
Reklamationen schreiben; Formulare ausfüllen.
b) Übungen zur Textgestaltung
Fachausdrücke klären und gezielt verwenden
Verbal- bzw. Nominalstil probieren (zB durch
Umformen) und funktionsgerecht verwenden
Die äußere Form und optische Gestaltung von Texten
des praktischen Schriftverkehrs berücksichtigen
Informierende, erklärende und argumentierende
Texte verständlich gestalten durch
Einfachheit: überschaubare Sätze, bekannte
Wörter, anschauliche. Beispiele;
Übersichtlichkeit: geordnete Gedankenfolge,
Hervorheben von Wichtigem;
Kürze: Beschränkung auf das Wesentliche.
c) Rechtschreiben
Sicherung des Rechtschreibbewußtseins
Regeln und Rechtschreibhilfen gezielt anwenden.
Schreibweise eines Wortes kommentieren
Orthographische Sicherung des Wortschatzes
Verschiedene Lernhilfen kombiniert verwenden
(besonders im Sinne des grammatischen, semantischen
und etymologischen Prinzips).
Groß- und Kleinschreibung
Schreibung häufiger Fremdwörter (Unterschiede
zum Deutschen).
Abteilen von Wörtern.
Getrennt- und Zusammenschreibung.
Wortverbindungen wie medtem, zato usw.
Zusammenfassen der häufigsten Fälle der Zeichensetzung
Im Wörterbuch nachschlagen
Individuelle Rechtschreibschwächen beheben
Selbständige Fehlerkontrolle.
Lesen und Textbetrachtung
a) Lesetechniken
Die erworbenen Lesetechniken zur raschen Sinnentnahme
und zur Sinnvermittlung weiterentwickeln.
b) Texte und Textverständnis
Dichterische Texte (besonders österreichischer
Autoren) erleben, erschließen und gelegentlich
vortragen
Epische Texte, zB Kurzgeschichten, Anekdoten;
Erzählungen, Novellen, Romane (auch Ausschnitte);
Inhalt und Form besprechen
Lyrische Texte, unterschiedliche Arten von Gedichten,
zB auch Texte von Liedern und Songs auf
Inhalt und Wirkung untersuchen, Themen,
Motive und kennzeichnende Merkmale besprechen
Dramatische Texte, zB Hörspiele, Szenen und
Bühnenstücke lesen, spielen oder durch Theater
und Medien kennenlernen (siehe Schreiben).
Jugendliteraur
Bücher vorstellen (mit Leseproben), besprechen
und dabei Urteilsvermögen entwickeln.
Berichtende und beschreibende Texte auf ihre
Absicht und Wirkung untersuchen, zB Texte
über künstlerische und wissenschaftliche Leistungen,
wirtschaftliche und politische Fragen, Beruf
und Arbeitswelt, Freizeit, Umweltschutz (mit
besonderer Berücksichtigung Österreichs).
Sachbücher
Informationen sammeln, vergleichen und auswerten
(auch in Projekten) — (siehe Schreiben,
Sprechen).
c) Medienerziehung
Fernsehen/Hörfunk/Film
Sendungen besprechen und den Bereichen der
Unterhaltung, Information und Bildung zuordnen.
Medienkonsum besprechen.
Merkmale und Wirkungen von Sendungen
untersuchen. Sendungen gegebenenfalls imitieren.
Einige Mittel der Filmgestaltung besprechen (zB
Einstellung, Kameraführung, Schnitt, Trickaufnahme)
und nach Möglichkeit in Eigenproduktionen
erproben.
Zugang zu Büchern
Büchereien benützen.
Buch als Ware besprechen.
Tageszeitungen, Wochenzeitungen
Einige tatsachen- und meinungsorientierte journalistische
Stilformen unterscheiden.
Berichte über ein Ereignis in verschiedenen
Tageszeitungen vergleichen und dazu Stellung
nehmen.
Gegebenenfalls eine Schülerzeitung, Wandzeitung
oder eine Seite für eine Tageszeitung herstellen
(siehe Schreiben).
d) Literaturkunde
Merkmale epischer, lyrischer und dramatischer
Formen in Texten erkennen
ZB: Ich- und Er-Form in epischen Texten; Strophe
im Gedicht; die Entwicklung der Handlung
in Dramen durch Rede und Gegenrede (Dialog).
Ästhetische Merkmale in Texten erkennen
ZB: Aufbau, Sprachform, sprachliche Bilder;
besondere Wirkungsmöglichkeiten gebundener
Sprache.
Textverständis vertiefen durch Einbeziehung der
historischen, politischen, sozialen, kulturellen
und biographischen Entstehungsbedingungen.
Sprachbetrachtung und Sprachübung
a) Sprache im Verwendungszusammenhang
Rolle und Sprachgebrauch
Auswirkungen der Kommunikationssituation (zB
symmetrisches und asymmetrisches Verhältnis;
gesprochene und geschriebene Sprache) auf den
Einsatz der sprachlichen Mittel beobachten.
Emotionalität und Sachlichkeit im sprachlichen
Ausdruck (siehe Sprechen)
Inhalts- und Beziehungsaspekt in
Gesprächssituationen unterscheiden lernen.
Verschiedene Sprachformen (siehe Lesen und Textbetrachtung)
Das Auftreten und die Bedeutung verschiedener
Sprachformen (zB Standardsprache, Umgangs-
sprache, Mundart) besprechen; an ausgewählten
Beispielen Merkmale erkennen.
Sprachliche Besonderheiten, die für bestimmte
Gruppen (zB soziale Gruppen, Alters- und
Berufsgruppen), ethnische Gruppen) kennzeichnend
sind, besprechen.
Verschiedene Ausdrucksweisen (wie etwa gehobene,
saloppe, derbe) unterscheiden und ihre
Intentionen und Wirkungen besprechen. Verschiedene
Stilebenen in der Literatur vergleichen.
b) Bedeutung sprachlicher Zeichen
Erweiterung des Wortschatzes
Wortfelder ausbauen; Bedeutung mit Hilfe von
Merkmalen unterscheiden; Bedeutung von Wörtern
in verschiedenen Zusammenhängen feststellen.
Ober- und Unterbegriffe erarbeiten.
Bedeutung von Fremdwörtern klären.
Bedeutungsunterschiede
Bedeutung ähnlicher Wörter gegeneinander
abgrenzen; regionale und gruppenspezifische
Besonderheiten im Wortschatz feststellen.
Abstufung von Äußerungen (siehe Sprechen)
Unterschiedliche Wiedergabe von Äußerungen
anderer besprechen (zB indirekte Rede).
Feststellen, ob eine persönliche Deutung in der
Wiedergabe zum Ausdruck gebracht wird.
Übertragene Bedeutung (siehe Lesen und Textbetrachtung)
Sprachliches Bild, Vergleich, Metapher in Texten
feststellen; Wirkung bildhafter Ausdrucksweise
besprechen.
Wortbildung (siehe Schreiben)
Neue und ungewöhnliche Wortzusammensetzungen,
besonders in der Werbung und in den
Zeitungen, feststellen, ihre Bedeutung klären;
ähnliche Möglichkeiten auf spielerische Art
erproben.
c) Text-, Satz- und Wortgrammatik
Textgrammatik
Den thematischen Zusammenhang eines Textes
durch die Mittel der Wiederholung (Rekurrenz)
und des Ersatzes (Paraphrase, Substitution) feststellen.
Die Modifizierung der Aussage mit Hilfe von
Modalverben, modifizierenden Verben, konditionalen,
futurischen Formen und situativ
gebrauchten Adverbien erproben.
Satzgrammatik
Die Verknüpfung von Sätzen und Satzteilen
besprechen: die logischen, räumlichen, zeitlichen
ua. Beziehungen feststellen; Konjunktionen,
Adverbien, Relativpronomen ua. Mittel zur Satzverknüpfung
erkennen.
Möglichkeiten des Ausbaus von Satzgliedern mit
verschiedenen Mitteln (zB nominale und satzwertige
Erweiterungen) erkennen und erproben
(siehe Schreiben). Das Bewußtsein der unterschiedlichen
Verwendung des Passivs im Deutschen
und im Slowenischen festigen.
Wortgrammatik
Die Fügung von mehreren Wörtern zu Gruppen
mit fester Bedeutung unter grammatischen,
orthographischen und semantischen Gesichtspunkten
besprechen (zB iz dneva v dan, tjavdan...).
Die Verwendung von Adverbien zur räumlichen,
zeitlichen, emotionalen ua. Situierung der Rede
feststellen (Situative).
d) Sprachübung
Die standardsprachlich richtige Verwendung von
Infinitiv und Supinum, Konjuktionen und Präpositionen
sowie des Duals, insbesondere beim
Femininum und Neutrum, üben.
Den richtigen Fall von Relativpronomen in Satzverknüpfungen
bilden.
Die richtige Verwendung des reflexiven Possessivpronomen
„svoj" festigen. Standardsprachliche
Formen der Attribuierung (besonders Genitivattribut,
Apposition) üben.
Schriftliche Arbeiten
Schul- und Hausübungen.
Sechs Schularbeiten, je drei im Semester."
Artikel II
§ 1. (1) Diese Verordnung tritt hinsichtlich der 1.
und 3. Klasse (bei Freigegenständen auch des 1.
und 3. Kursjahres) mit 1. September 1987 und der
2. und 4. Klasse (bzw. Kursjahres) mit 1. September
1988 in Kraft.
(2) Soweit der Lehrstoff der im § 1 genannten
Lehrpläne nicht auf bestimmte einzelne Klassen
oder Kursjahre bezogen ist, sondern für die
gesamte Dauer der Führung des betreffenden
Unterrichtsgegenstandes gilt, treten die in diesen
Lehrplänen enthaltenen Bestimmungen des betreffenden
Unterrichtsgegenstandes für alle Klassen
bzw. Kursjahre, für die dieser Unterrichtsgegenstand
vorgesehen ist, mit 1. September 1987 in
Kraft.
§ 2. Mit dem Inkrafttreten dieser Verordnung
treten die entsprechenden Bestimmungen der mit
Verordnung des Bundesministers für Unterricht
vom 22. Juni 1964, BGBl. Nr. 163, zuletzt geändert
durch die Verordnung BGBl. Nr. 286/1982, bzw.
der Verordnung des Bundesministers für Unterricht
und Kunst vom 13. August 1970, BGBl.
Nr. 275, zuletzt geändert durch die Verordnung
BGBl. Nr. 583/1983, erlassenen Lehrpläne für die
allgemeinbildenden höheren Schulen außer Kraft.
Artikel III
Bekanntmachung
Die folgenden Ergänzungen der Lehrpläne für
den Religionsunterricht wurden von den betreffenden
Kirchen und Religionsgesellschaften erlassen
und werden hiemit gemäß § 2 Abs. 2 des Religionsunterrichtsgesetzes,
BGBl. Nr. 190/1949, zuletzt
geändert durch das Bundesgesetz BGBl.
Nr. 324/1975, bekanntgemacht
In Anlage A, fünfter Teil, (Lehrpläne für den
Religionsunterricht des Gymnasiums, des Realgymnasiums
und des Wirtschaftskundlichen Realgymnasiums
für Mädchen) wird
1. im Abschnitt b (evangelischer Religionsunterricht)
dem Unterabschnitt „Lehrstoff" angefügt
„3. Klasse
Leitthema: Denn ich schäme mich des Evangeliums
von Christo nicht; denn es ist eine Kraft Gottes,
die da selig macht alle, die daran glauben
(Röm. 1, 16).
Biblische Geschichte des Neuen Testamentes
Apostelgeschichte, ausgewählte Stellen aus den
Apostelbriefen und der Offenbarung des Johannes.
Kirchengeschichte: Von der Urgemeinde bis zur
Reformation, mit besonderer Berücksichtigung der
Kirchengeschichte in Österreich.
Katechismus: Das Glaubensbekenntnis mit
Erklärungen.
Kirchenkunde: Vom Leben in der evangelischen
Gemeinde; Sprüche, Gebete und Lieder.
4. Klasse
Leitthema: Wenn nun mich bekennt vor den
Menschen, den will ich auch bekennen vor meinem
himmlischen Vater. Wer mich aber verleugnet vor
den Menschen, den will ich auch verleugnen vor
meinem himmlischen Vater (Matth. 10, 32—33).
Lesen ausgewählter Bibelabschnitte.
Kirchengeschichte : Von der Reformation bis zur
Gegenwart mit besonderer Berücksichtigung der
Kirchengeschichte in Österreich.
Katechismus: Taufe, Beichte und Abendmahl,
Gesamtwiederholung.
Lebensformen der Kirche: Diakonie, Mission,
Ökumene.
Kirchenkunde: Aufbau und Verfassung der
Evangelischen Kirche in Österreich.
Einführung in den Gebrauch des Kirchengesangbuches.
2. im Abschnitt c (altkatholischer Religionsunterricht)
dem Unterabschnitt „Bildungs- und Lehraufgaben,
einschließlich Lehrstoff" angefügt
„3. Klasse
Im Unterricht sind Bilder aus der Kirchengeschichte
zu bieten, soweit sie in das Verständnis der
heutigen christlichen Situation hineinführen: Die
Kirche bis 313. — Östliches und westliches Christentum
bis zur Trennung. — Die Entwicklung des
Papsttums. — Kirchlicher Verfall und Reformversuche
(Reformation — Die Anglikanische Kirche
— Die Kirchenversammlung zu Trient). — Die
kirchlichen Verhältnisse im 18. und 19. Jahrhundert.
— Die Enstehung der altkatholischen Bewegung.
4. Klasse
Die Altkatholische Kirche: Von der gegenwärtigen
kirchlichen Situation ausgehend ist die Lehre
und Verfassung der Altkatholischen Kirche, ihr
Verhältnis zur anglikanischen Kirchengemeinschaft
und zu den Ostkirchen und ihre Stellung in der
Ökumene zu behandeln."
3. im Abschnitt d (israelitischer Religionsunterricht)
dem Unterabschnitt „Lehrstoffverteilung"
angefügt
„3. Klasse
a) Erzählungen aus der Biblischen Geschichte.
Vom „Babylonischen Exil" bis zur „Zweiten
Tempelzerstörung".
b) Bibellektüre: Aus „Hiob", „Ezechiel" 18, 37,
Psalmen 137, 113 bis 118 (Auswahl).
c) Hebräisch: Rosch Haschanah: Maariw und
Mussar aus dem Gebetbuch, mit besonderer
Hervorhebung folgender Stellen: Tikeu,
Sachrenu, M'loch, B'sefer-Chajim, Awinu
Malkenu (übersetzen : die ersten fünf und die
„Katwenu"). Synagogengesang.
d) Sprachliches: Wiederholung des bisher
durchgenommenen Lehrstoffes und Hinweis
auf die Niphal-Form. Sprechübungen.
4. Klasse
a) Wiederholung des bisher durchgenommenen
Lehrstoffes. Erzählungen aus der jüdischen
Geschichte vom Jahre 70 unserer Zeit bis zur
Gegenwart. Der Jüdische Kalender.
b) Bibellektüre: Aus dem Pentateuch, H. B. M.,
Kapitel 19, Vers 3 bis 6, Kapitel 20, Vers 1
bis 3, 7, 8, 12 bis 17. Ferner Lesestoff: Auswahl
aus „Sprüche der Väter".
c) Hebräisch: Jörn Kippur: Kol-Nidre, Mussaph,
Neila im Zusammenhang mit besonderer
Betonung folgender Stellen: Watiten
lanu, Mechal, Aschamnu, einige „Al-Chet",
Awinu Malkenu (Chassmenu). Synagogengesang.
d) Sprachliches: Wiederholung des durchgenommenen
Lehrstoffes und Sprechübungen
im Rahmen desselben."