589. Verordnung: Lehrpläne der Pädagogischen Akademien und Festsetzung der Lehrverpflichtungsgruppen der neuen Unterrichtsgegenstände; Bekanntmachung der Lehrpläne für den Religionsunterricht an diesen Schulen
Gesetzestext (1 Artikel)
ARTIKEL I
Auf Grund des Schulorganisationsgesetzes,
BGBl. Nr. 242/1962, in der Fassung der Bundesgesetze
BGBl. Nr. 243/1965, Nr. 173/1966,
Nr. 289/1969, Nr. 234/1971 und Nr. 323/1975,
insbesondere dessen §§ 6 und 120, wird verordnet
§ 1. Für die Pädagogischen Akademien wird
der in der Anlage enthaltene Lehrplan (mit Ausnahme
der darin unter III. wiedergegebenen Lehrpläne
für den Unterricht in Religionspädagogik)
hinsichtlich des Studienganges für das Lehramt
an Volksschulen sowie hinsichtlich des ersten
und zweiten Semesters der Studiengänge für das
Lehramt an Hauptschulen und an Polytechnischen
Lehrgängen sowie für das Lehramt an Sonderschulen
mit 1. September 1976, hinsichtlich des
dritten und vierten Semesters der Studiengänge
für das Lehramt an Hauptschulen und an Polytechnischen
Lehrgängen sowie für das Lehramt
an Sonderschulen mit 1. September 1977 und
hinsichtlich des fünften und sechsten Semesters
dieser Studiengänge mit 1. September 1978 in
Kraft gesetzt.
§ 2. Für die den Pädagogischen Akademien
eingegliederten Übungsvolksschulen, Übungshauptschulen
und Übungssonderschulen gelten
die Lehrpläne der Volksschule, der Hauptschule
und der Sonderschulen gemäß der Verordnung
des Bundesministers für Unterricht vom 4. Juni
1963, BGBl. Nr. 134, in der jeweils geltenden
Fassung.
§ 3. Die Verordnung des Bundesministers für
Unterricht vom 26. Juli 1968, BGBl. Nr. 287,
in der Fassung der Verordnungen BGBl. Nr. 311/
1969 und Nr. 352/1971 tritt mit 31. August
1976 außer Kraft.
ARTIKEL II
Bekanntmachung
Die unter III. der Anlage wiedergegebenen
Lehrpläne für den Unterricht in Religionspädagogik
wurden von den betreffenden Kirchen und
Religionsgesellschaften erlassen und werden hiemit
gemäß § 2 Abs. 2 des Religionsunterrichtsgesetzes,
BGBl. Nr. 190/1949, in der Fassung
der Bundesgesetze BGBl. Nr. 243/1962 und
Nr. 324/1975 bekanntgemacht.
ARTIKEL III
Auf Grund des § 7 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über das Ausmaß der Lehrverpflichtung der
Bundeslehrer, BGBl. Nr. 244/1965, werden die
Unterrichtsgegenstände der in der Anlage enthaltenen
Lehrpläne, soweit sie nicht schon in
den Anlagen 1 bis 6 leg. cit. erfaßt sind, im Einvernehmen
mit dem Bundeskanzler und dem
Bundesminister für Finanzen in die in der Rubrik
„Lehrverpflichtungsgruppe" der Stundentafel der
Lehrpläne angeführten Lehrverpflichtungsgruppen
eingereiht. Hinsichtlich jener Unterrichtsgegenstände,
die bereits in den Anlagen 1 bis 6
leg. cit. erfaßt sind, wird in der Stundentafel in
Klammern hingewiesen.
LEHRPLAN DER PÄDAGOGISCHEN
AKADEMIEN
I. Allgemeines Bildungsziel und didaktische
Grundsätze
Die Pädagogischen Akademien haben gemäß
§ 118 des Schulorganisationsgesetzes, BGBl.
Nr. 242/1962, in der Fassung der 5. Schulorganisationsgesetz-
Novelle, BGBl. Nr. 323/1975,
die Aufgabe, aufbauend auf dem Bildungsgut einer
höheren Schule, Volksschullehrer, Hauptschullehrer,
Sonderschullehrer und Lehrer für Polytechnische
Lehrgänge heranzubilden, die nach
Berufsgesinnung, Berufswissen und Berufskönnen
geeignet sind, die Aufgaben des Lehrberufes zu
erfüllen.
Die theoretische und die schulpraktische Ausbildung
haben eine innere Einheit zu bilden und
den Studierenden die Voraussetzungen für das
spätere Wirken als Lehrer zu vermitteln. Diese
theoretische Grundlegung und das Erleben der
Praxis sollen beim einzelnen Studierenden die
didaktische Urteilsfähigkeit und erzieherische
Entscheidungsreife für eine selbständige und verantwortungsbewußte
Gestaltung der Unterrichts- und
Erziehungsarbeit entwickeln.
Als didaktische Grundsätze sind vor allem die
Konzentration sowie die Berufsnähe der Bildung
zu berücksichtigen, wobei alle Bildungs- und
Erziehungsarbeit auf die künftige Lehrtätigkeit
und ihre Grundsätze zu zielen hat. Dem Charakter
einer Pädagogischen Akademie entsprechend
ist dem selbsttätigen Bildungserwerb
besonderer Raum zu geben und damit eine Grundlage
für die spätere ständige Weiterbildung des
Lehrers zu schaffen.
Die Lehrerbildung an den Pädagogischen
Akademien soll das selbständige Urteil stärken,
das soziale und wirtschaftliche Verständnis der
Studierenden vertiefen, sie für das politische und
weltanschauliche Denken anderer aufgeschlossen
machen und als künftige Lehrer befähigen, durch
ihre Berufsarbeit am Wirtschafts- und Kulturleben
Österreichs, Europas und der Welt Anteil
zu nehmen und in Freiheit und Friedensliebe an
den gemeinsamen Aufgaben der Menschheit
mitzuwirken.
Arten und Gliederung der Unterrichtsveranstaltungen
Die Unterrichtsveranstaltungen an den Pädagogischen
Akademien gliedern sich in Vorlesungen,
Seminare, Übungen, Kurse, Exkursionen
und Einzelvorträge.
Welche dieser Unterrichtsveranstaltungen als
Pflichtgegenstände, welche als Freigegenstände
und welche als zusätzliche Fachgegenstände zu
führen sind, wird durch die Stundentafel sowie
durch entsprechende Erlässe bestimmt.
Lehrstoff der Unterrichtsveranstaltungen
Der Lehrplan für die Pflichtvorlesungen enthält
den Lehrstoff, auf welchen sich der Unterricht
jedenfalls erstrecken muß. Die zeitliche Verteilung
innerhalb eines Semesters steht dem Lehrenden
frei, ebenso kann er aktuelle Fachbereiche einbeziehen.
Er hat die Studierenden anzuleiten,
wie sie sich über Teile des Lehrstoffes durch
Selbststudium genauer zu informieren haben.
Die Seminare und Übungen haben einzelne
Kapitel des Lehrstoffes herauszugreifen und diese
einer sachgerechten Bearbeitung zuzuführen. Dabei
ist durch die Untersuchung von Tatsachen,
durch die Benützung von Primär- und Sekundärliteratur
und durch Diskussionen mit den Techniken
und Problemen der wissenschaftlichen und
schulpraktischen Arbeitsweisen bekanntzumachen.
Bei der thematischen Aufarbeitung des
Lehrstoffes ist stets ein lebensnaher Bezug zum
Lehrberuf wahrzunehmen.
Vorlesungsverzeichnis
Das Vorlesungsverzeichnis enthält die vorgesehenen
Unterrichtsveranstaltungen im jeweiligen
Semester. Es ist von der Direktion der
Pädagogischen Akademie unter Heranziehung
von Vorschlägen der Mitglieder des Lehrerkollegiums
zu erstellen und dem Bundesministerium
für Unterricht und Kunst so rechtzeitig
zur Genehmigung vorzulegen, daß es zu Semesterbeginn
an die Studierenden bekanntgegeben
werden kann.
II. Stundentafeln
III. Religionspädagogik
(Bekanntmachung gemäß § 2 Abs. 2 des Religionsunterrichtsgesetzes)
a) Katholische Religionspädagogik
Bildungs- und Lehraufgabe
Religionspädagogik hat das im Menschen vorhandene
Fundamental-Religiöse und dessen Gestalt
und Ausformung innerhalb des Christentums
unter Beachtung der jeweils adäquaten Methoden
so aufzuweisen, daß der Studierende dessen Bedeutung
im Gesamtauftrag der Pädagogik erkennen
kann. Der Studierende soll befähigt
werden, das Religiöse als unabweisbaren Aspekt
einer ganzheitlichen Erziehung zu sehen und die
für den religiösen Lern- und Entwicklungsprozeß
relevanten Situationen erkennen, beurteilen
und handlungstheoretisch bewältigen können.
Er soll imstande sein, die je gegenwärtige
Situation auf christliche Einflüsse hin zu hinterfragen
und sie sachgerecht zu interpretieren.
Er soll verstehen lernen, daß durch den christlichen
Glauben Hilfen möglich sind
a) in bezug auf Sinngabe und Sinnerfüllung
menschlicher Selbstverwirklichung in ihrer
sozialen und individualen Bestimmtheit,
b) in bezug auf ein zur Transzendenz hin offenes
Welt- und Menschenverständnis,
c) in bezug auf humane Welt- und Lebensbewältigung.
RP soll jenen Hörern, die ihr Interesse durch
Absolvierung der dafür vorgesehenen zusätzlichen
Veranstaltungen dokumentieren, jenes
Wissen und Können vermitteln, das den künftigen
Lehrer zur a. o. Erteilung des Religionsunterrichtes
an Volksschulen bzw. Hauptschulen,
Polytechnischen Lehrgängen und Sonderschulen
befähigt.
Thematische Kernbereiche des religionspädagogischen
Studiums
Einführung in die religionspädagogische Fragestellung.
Religionspädagogik und ihr heutiges Selbstverständnis;
Funktionen der Religionspädagogik
in der Lehrerausbildung; Religionspädagogik
und ihre Bezugswissenschaften; die relevanten
Methoden der Religionspädagogik.
Versuche zur Klärung des Religionsbegriffes
als religionspädagogische Aufgabe; Religion und
Religionen (Relation von abstraktem Religionsbegriff
und geschichtlichen Konkretionen von
Religion) ; unterschiedliches Religionsverständnis
und seine Genese; die Ambivalenz der Religion
und ihre notwendige Partnerschaft mit der
Religionskritik; die Funktion der Religion für
den einzelnen und die Gesellschaft; religiöse
Erziehung als offene und beantwortete Frage;
religiöse Erziehung in ihrer je gegenwärtigen
Situiertheit; die spezifische Art der religiösen
Erziehung.
Theorie des religiösen Lern- und Entwicklungsprozesses.
Die Interdependenz der allgemeinen und
spezifisch religiösen Lern- und Entwicklungsprozesse.
Die generellen Strukturen religiöser Lern-
und Entwicklungsprozesse: Bedeutung und Formen
der religiösen Erfahrung: Möglichkeiten
der Transzendenzerfahrung, Glaube und Liebe
als Grundmodelle menschlichen Daseins, Mutter-
und Vatererfahrung in ihrer Relevanz für die
religiöse Entwicklung.
Bedingungsfaktoren des religiösen Lern-
und Entwicklungsprozesses: Arten und Bereiche
des religiösen Lernens: religiöses Lernen als
soziales Lernen, religiöses Lernen als Finden von
Werteinstellungen (sittliche Erziehung, personale
Dimension der Sexualerziehung, Gewissensbildung,
Normfindung und Normbegründung),
religiöses Lernen als Identitätsfindung; religiöses
Lernen als Innewerden der jeder Wirklichkeit
zugrunde liegenden Tiefendimension (Sensibilisierung
für Beiträge des „Profanunterrichtes"
zur Pflege und Entfaltung religiöser Werte);
Phasen des religiösen Leinens (Fragen der genetischen
Religionspsychologie); Einfluß der
Erziehungsstile auf den religiösen Lern- und Entwicklungsprozeß.
Der Internalisations- und Sozialisationsprozeß
durch Familie und Schule.
Spezifisch christliche Lern- und Entwicklungsprozesse
als Konkretisierung der fundamentalreligiösen
Lern- und Entwicklungsprozesse.
Bedeutung christlicher Inhalte für die religiöse
Erziehung in der konkreten Situation; christliche
Erziehung als Aufweis der Person Jesu
und Einübung in die Existenzform Jesu; die
christliche Sicht des Menschen als nicht voll
verfügbar und machbar; christliche Erziehung
in Vergangenheit und Gegenwart; Möglichkeit,
Notwendigkeit und Grenze eines anthropologischen
Ansatzes für die christliche Erziehung.
Glaube und Erfahrung; theologische Bedenken
gegenüber unzulänglichen Modellentwürfen religiöser
Erfahrung;
christliche Erziehung in Kindergarten und
Volksschule; Hinführung zu Gottesdienst und
Sakramenten als Beispiele fundamental-religiöser
Erziehung; Kirche als Ort religiöser Sozialisation;
Grenzen der Anwendung der Begriffe Internalisation
und Sozialisation im Bereich christlicher
Erziehung; Sprachprobleme in der christlichen
Erziehung; Fehlformen christlicher Erziehung.
Die Theorie des Religionsunterrichtes.
Der Religionsunterricht in Vergangenheit und
Gegenwart; neue Konzepte und Modelle für den
Religionsunterricht; gegenwärtige Schultheorien
und ihre Bedeutung für den Religionsunterricht;
die Stellung des Religionsunterrichtes in der
österreichischen Schule: gesetzliche Bestimmungen,
Schulgebet, Schulgottesdienste, religiöse
Übungen und ähnliches mehr; der Religionsunterricht
auf den verschiedenen Schulstufen.
Thematische Akzente des religionspädagogischen
Studiums zur Lehrerausbildung für Volksschulen.
Die religiöse Entwicklung des Volksschulkindes;
Sensibilisierung des Volksschulkindes
für religiöse Grunderfahrungen (z. B.: Vertrauenkönnen,
Staunenkönnen, Schauenkönnen,
Hörenkönnen); das Kind in der Sicht des christlichen
Welt- und Menschenbildes.
Thematische Akzente des religionspädagogischen
Studiums zur Lehrerausbildung für
Hauptschulen.
Die religiöse Entwicklung des Hauptschulkindes
in der Vorpubertät und Pubertät; Hilfen
zur Konfliktbewältigung in Elternhaus und
Schule; der Beitrag christlicher Erziehung zur
Individuation und Sozialisation.
Thematische Akzente des religionspädagogischen
Studiums zur Lehrerausbildung für Sonderschulen.
Spezielle Probleme der religiösen Erziehung
beim behinderten Kind: der Einfluß der Behinderung
auf Glaubensfindung, Gewissensreifung,
Selbstfindung und Sozialintegration des Kindes in
Familie, Schule, Kirche und Gesellschaft; das
behinderte Kind in der Sicht des christlichen Welt-
und Menschenbildes."
b) Evangelische Religionspädagogik
Bildungs- und Lehraufgabe
Das Fach Religionspädagogik führt den werdenden
Lehrer durch den theologischen Beitrag zur
pädagogischen Gesamtaufgabe zu einem Durchdenken
der Probleme der allgemeinen Pädagogik
in evangelischer Verantwortung. Es leitet ihn an,
die pädagogische Wirklichkeit und die der österreichischen
Schule gestellte Aufgabe aus einem
christlichen Berufsverständnis zu durchdringen
und zu bewältigen. Außerdem ist eine Einführung
in die Didaktik und Methodik des Religionsunterrichtes
zu bieten. — Interessierten Studierenden
ist der Erwerb der kirchlichen Befähigung
zur aushilfsweisen Erteilung des Religionsunterrichtes
an allgemeinbildenden Pflichtschulen zu
ermöglichen.
Lehrstoff
Allgemeine Religionspädagogik; Religion und
Erziehung. Einführung in den Dialog zwischen
Theologie und Pädagogik. Religionspsychologie
mit besonderer Berücksichtigung der Entwicklung
im Kindes- und Jugendalter. Religionssoziologie
mit besonderer Berücksichtigung der schulischen
Gegebenheiten. Spezielle Religionspädagogik; der
Christ als Erzieher. — Die Bibel als Grundlage
christlichen Glaubens. Biblische Anthropologie
als Voraussetzung einer Erziehungslehre aus
christlicher Verantwortung. Christliche Erziehung
in Geschichte und Gegenwart.
Erarbeitung einschlägiger Texte zur Ergänzung
der jeweiligen Vorlesungen. Einführung in die
gesetzlichen Grundlagen des Religionsunterrichtes.
Versuch der Querverbindungen im Gespräch
mit Pädagogen und Psychologen. Fallweises
Hospitieren im Religionsunterricht. Anleitung
zu selbständiger Arbeit an gestellten
Themen in Referat und Diskussion.
Einführung in die Methodik des Religionsunterrichtes.
Exegetisch-hermeneutische Arbeit
an biblischen Texten. Methodisch-praktische
Einführung zur Darbietung im Religionsunterricht
(biblische Texte, Kirchengeschichte, Liedkatechese,
Katechismusunterricht). Katechetische
Übungen (Hospitieren und Lehrauftritte im
Religionsunterricht).
Thematische Akzente des religionspädagogischen
Studiums zum Lehramt für Volksschulen
Der Schulanfänger. Das Kindesalter in religionspädagogischer
Sicht.
Thematische Akzente des religionspädagogischen
Studiums zum Lehramt für Hauptschulen
Führung zur Mündigkeit im Glauben. Die
Schwierigkeiten in der pubertären Entwicklung.
Thematische Akzente des religionspädagogischen
Studiums für Sonderschulen
Das behinderte Kind in der Sicht christlicher
Anthropologie. Glaube als Hilfe zur Lebensbewältigung.
Die Bedeutung der Behinderten
für das Selbstverständnis der Gemeinde.
c) Altkatholische Religionspädagogik
Didaktische Grundsätze
Die im allgemeinen geltenden didaktischen
Grundsätze sind auch für Religionspädagogik anzuwenden,
soweit dessen Eigenart es zuläßt.
Für die Seminartätigkeit im ersten und zweiten
Semester sind Themen aus dem Lehrstoffbereich
lit. b, für die Seminartätigkeit im dritten und
vierten Semester sind Themen aus dem Lehrstoffbereich
lit. d auszuwählen.
Allgemeines Bildungsziel
Der Studierende soll befähigt werden, das von
ihm erworbene Wissen praktisch insbesondere im
Religionsunterricht anzuwenden.
Lehrstoff
1. und 2. Semester
a) Die bisher im Religionsunterricht erworbenen
Kenntnisse sollen vertieft und nach
gegebener Möglichkeit im Hinblick auf den
künftigen Beruf ausgebaut werden.
b) Es sind Gottes Gebote und Sakramente,
der Kindergottesdienst, das Heilige Amt
der Gemeinde und sonstige gottesdienstliche
Handlungen im christlichen Leben zu
behandeln. Auf entsprechende Lieder und
Gebete ist dabei Bedacht zu nehmen.
3. und 4. Semester
c) Es soll ein allgemeiner Überblick über
Fragen des Religionsunterrichtes in religionspädagogischer
Hinsicht geboten werden.
d) Das Leben in Kirche und Welt. Auf Fragen,
die mit der religiösen Erziehung der Kinder
und die mit dem Religionsunterricht verbundenen
gesetzlichen und kirchlichen Bestimmungen
zusammenhängen, ist entsprechend
einzugehen.
d) Israelitische Religionspädagogik
Lehrstoff
Der Lehrstoff für alle vier Semester gliedert
sich in folgende vier Teile
1. Jüdische Geschichte.
2. Hebräische Grammatik und Sprache sowie
Übersetzungen aus der Heiligen Schrift.
3. Religionsphilosophie, Morallehre, Soziallehre,
Liturgie, Riten und Gebräuche.
4. Pädagogik und religiöse Soziologie.
Bei dem im folgenden für jedes Semester erstellten
Lehrplan ist auf diese Gliederung Rücksicht
genommen.
1. Semester
Jüdische Geschichte von der Weltschöpfung bis
701 vor der bürgerlichen Zeitrechnung. — Übersetzung
leichter Texte aus dem Pentateuch. —
Hebräische Grammatik. — Übungen in der
lebenden hebräischen Sprache. — Gebräuche im
Hause. — Übersetzung von Gebeten. — Von der
Religion im allgemeinen: Was ist Religion? Die
Definition der Religion. Ziel und Bedeutung der
Religion. Religion und Wissenschaft.
2. Semester
Jüdische Geschichte von 701 bis 70 nach der
bürgerlichen Zeitrechnung. — Übersetzung ausgewählter
Texte von den ersten Propheten. —
Hebräische Grammatik. — Übungen in der
lebenden hebräischen Sprache. — Gebetstücke
aus dem Sabbatgebetbuch. — Gebräuche in der
Synagoge. — Die Heilige Schrift. — Die Tradition.
— Religionskodexe (Maimonides, Schulchan
Aruch). — Grundideen der jüdischen Religion.
— Die Wahrheit der jüdischen Religion. —
Der Gottesbegriff. — Die jüdische Lehre über
den Menschen.
3. Semester
Jüdische Geschichte von 70 post bis 1492 (Austreibung
der Juden aus Spanien). — Aufgaben
der jüdischen Erziehung. — Übersetzung ausgewählter
Psalmen. — Übungen in der lebenden
hebräischen Sprache. — Gebetstücke aus den
Feiertagsgebetbüchern. — Liturgie. — Geographie
Israels und Geschichte der Entstehung
Israels. — Der Ritus. — Die Bedeutung der
Riten. — Der Gottesdienst. — Geschichtliche
Freuden- und Trauertage. — Der gute und böse
Trieb. — Die Seele. — Jenseits und Auferstehung.
— Begriff und Bedeutung der Auserwähltheit. —
Stellung des Judentums zu den anderen Völkern.
4. Semester
Jüdische Geschichte von 1492 bis zur Gegenwart.
— Aufgaben der jüdischen Erziehung. —
Übersetzungen aus den späteren Propheten und
aus den philosophischen Büchern der Heiligen
Schrift. — Übungen in der lebenden hebräischen
Sprache. — Messianismus. — Morallehre: Grundsätze
der jüdischen Moral (Zehn Gebote, 3. Buch
Moses, 19. Kapitel). Moralische Pflichten des einzelnen
gegenüber der Gesellschaft (Zitate aus der
Bibel und der talmudischen Literatur). — Symbole
des religiösen Lebens (Talit Defilin Mesusa).
— Speisegesetze. — Soziale Institutionen (Die
Familie, die Kultusgemeinde, die Chewra Kadischa).
— Jüdische soziale Weltorganisationen.
— Religiöse Probleme in der Pubertätszeit. —
Trauerriten.
Im dritten und vierten Semester soll jeder
Hörer beim jüdischen Religionsunterricht zumindest
zweimal hospitieren.
IV. Bildungs- und Lehraufgaben sowie Lehrstoff
der einzelnen Unterrichtsgegenstände
A. Pflichtgegenstände
ERZIEHUNGSWISSENSCHAFT
Bildungs- und Lehraufgabe
Die pädagogischen Aussagensysteme (erfahrungswissenschaftliche
Pädagogik, Geschichte der
Erziehung und des Unterrichts, philosophischkritische
Pädagogik, systematisch-praktische Pädagogik)
sind den Studierenden derart zugänglich
zu machen, daß sie die erziehungsrelevanten
Problembereiche erkennen, beurteilen und handlungstheoretisch
bewältigen lernen.
Lehrstoff
Die Fachkenntnisse, Denkstrukturen und Methoden
der Erziehungswissenschaft sind vor
allem unter Berücksichtigung der Hauptaspekte
des hermeneutisch-spekulativen, des deskriptiv-
phänomenologischen und des empirisch-positivistischen
Theorietypus darzubieten.
Die geschichtliche Entwicklung, der vergleichende
Aspekt und die Aktualitätsbe2üge sind
bei der Auseinandersetzung mit den Lehrinhalten
angemessen zu berücksichtigen.
Thematische Kernbereiche des erziehungswissenschaftlichen
Studiums
Probleme der menschlichen Erziehbarkeit und
Bildsamkeit: Die Vielschichtigkeit des Erziehungsphänomens.
Die Bedeutung von Anlage,
Reifung, Umwelt und Lernen für die Erziehung.
Anlage- und Umwelttheorien. Möglichkeiten und
Grenzen der Erziehung.
Anthropologische Fragestellungen und Hypothesen.
Die Bedeutung von Normen und Werten.
Probleme der Zielsetzung in der Erziehung.
Bildungs- und Erziehungsziele und ihr geschichtlicher
Bezug. Sitte und Tradition. Probleme der
Wertvermittlung. Probleme des Zielsetzungsprozesses.
Fragen der Bildungsplanung und
Bildungspolitik.
Relationen von Entwicklung und Erziehung.
Entwicklungstheorien. Entwicklungsbezogene
Erziehungsmaßnahmen. Probleme der Erziehungsmittel
und Erziehungsstile. Sexualerziehung. Erziehungsschwierigkeiten.
Veranstaltungen der Erziehung und ihrer
Faktoren.
Familienerziehung, Frühförderung, Erziehungsprobleme
in der Schule. Erziehungseinstellungen
und -praktiken und ihre pädagogische
Bedeutung. Das pädagogische Berufsfeld. Schule
und Familie.
Probleme der Wissenschaftlichkeit der pädagogischen
Aussagensysteme. Systematisierungsversuche.
Denkstrukturen und Methoden.
Geschichte der Pädagogik.
Die Entwicklung des Erziehungs- und Bildungswesens
ist in exemplarischer Auswahl darzubieten;
dabei sind folgende Schwerpunkte
zu setzen
Die Pädagogik des Mittelalters. Renaissance,
Humanismus, Reformation und Gegenreformation.
Bedeutende Pädagogen und ihr Werk
Comenius, Rousseau, Pestalozzi, Herbart und
andere. Die Entfaltung des österreichischen
Schulwesens seit Maria Theresia. Die Reformpädagogische
Bewegung. Die Pädagogik nach
1945.
Thematische Akzente des erziehungswissenschaftlichen
Studiums zum Lehramt an Volksschulen
Erziehungsprobleme beim Schulneuling. Probleme
der kompensatorischen Erziehung. Fragen
der pädagogischen Beratung.
Thematische Akzente des erziehungswissenschaftlichen
Studiums zum Lehramt an Hauptschulen
bzw. Polytechnischen Lehrgängen
Erziehungsprobleme im Jugendalter. Die Kulturabhängigkeit
der Pubertät. Schülermitverwaltung.
Freizeitprobleme. Bildungsberatung.
Sozialpädagogische Grundfragen. Berufserziehung.
Thematische Akzente des erziehungswissenschaftlichen
Studiums zum Lehramt an Sonderschulen
Grundsätzliches: Die Bearbeitung der thematischen
Kernbereiche muß vor allem in den
Seminarveranstaltungen die Problematik der Erziehung
unter erschwerten Gegebenheiten entsprechend
berücksichtigen.
Anthropologische Prämissen für die Erziehungsnotwendigkeit
behinderter Kinder. Individuallagegerechte
Erziehungsziele im erschwerten
Erziehungsprozeß. Psychohygiene des Lehrers.
UNTERRICHTSWISSENSCHAFT
Bildungs- und Lehraufgabe
Die Themenbereiche, Denkweisen und Methoden
sind so zu vermitteln, daß die Studierenden
grundlegende Kompetenzen für folgende unterrichtliche
Handlungsebenen erwerben: didaktisches
Kontextverständnis, Zielsetzungs- und
Entscheidungsfähigkeit, instrumentelle Kompetenz
und die Fähigkeit zur Evaluation.
Lehrstoff
Unterrichtsplanung
Von der Unterrichtsvorbereitung zur Unterrichtsplanung.
Lehrplan und Curriculum. Unterrichtswissenschaftliche
Grundlagen von Microteaching.
Unterrichtsziele (Lehr- und Lernziele)
Entdeckungs- und Entwicklungsprobleme,
Entscheidungsprobleme, Operationalisierungsprobleme,
Klassifikationsprobleme, Wertungsprobleme.
Lerntheoretische Aspekte des Unterrichts
Unterricht als Anregung und Steuerung von
Lernprozessen.
Motivationsförderung, Aktivitätsförderung und
Kreativitätsförderung im Unterricht.
Inhaltsfragen des Unterrichts
Gegenstandsbereiche und ihr Bildungswert.
Probleme der Auswahl, Anordnung und
didaktischen Umformung von Lehrinhalten (exemplarisches
Prinzip; Epochalunterricht).
Didaktische Entscheidungen in Abhängigkeit
von Sach- und Begriffsstrukturen.
Unterrichtsmethoden
Der Unterrichtsverlauf (die Artikulation des
Unterrichts).
Die Formen des Unterrichts (Aktionsformen,
Sozialformen).
Neuere Methodenkonzeptionen (Planspiel,
Projekt, entdeckendes Lernen).
Unterrichtsmedien
Die didaktische Funktion audiovisueller
Medien.
Das Lehr- und Arbeitsbuch, das Arbeitsblatt,
das Lernprogramm.
Erfassung und Bewertung des Unterrichtserfolges
Funktionen der Lernkontrolle. Beurteilung
der Schülerleistung. Informelle und standardisierte
Tests.
Schulische Organisation
Das österreichische Schulsystem. Differenzierungsformen;
aktuelle Schulreformbestrebungen.
Methoden der Unterrichtswissenschaft.
Didaktische Modelle und Systeme
Bildungstheoretische, unterrichtstheoretische,
informationstheoretische, kommunikative Didaktik.
Die geschichtliche Entwicklung, der vergleichende
Aspekt und Aktualitätsbezüge sind
bei der Auseinandersetzung mit den Lehrinhalten
angemessen zu berücksichtigen.
Thematische Akzente des unterrichtswissenschaftlichen
Studiums zum Lehramt an Volksschulen
Unterrichtskonzeptionen und ihre Brauchbarkeit
für die Grundschule: Gesamtunterricht,
Fachunterricht, fächerübergreifender Unterricht,
vorfachlicher Unterricht. Strukturorientierung
als Konzeption für den Grundschulunterricht.
Möglichkeiten der inneren Differenzierung.
Probleme des Übergangs an weiterführende
Schulen.
Thematische Akzente des unterrichtswissenschaftlichen
Studiums zum Lehramt an Hauptschulen
bzw. Polytechnischen Lehrgängen
Lerntechniken und Sozialformen im Unterricht
der Hauptschule. Die Problematik schulischer
Disziplin. Schülermitverantwortung. Idee, Konzeptionen
und Probleme einer Gesamtschule.
Probleme des Übergangs in die Arbeits- und
Berufswelt.
Thematische Akzente des unterrichtswissenschaftlichen
Studiums zum Lehramt an Sonderschulen
Grundsätzliches: Die Auseinandersetzung mit
den thematischen Kernbereichen hat in besonderem
Maße die Probleme des Unterrichts unter
erschwerten Bedingungen zu berücksichtigen.
Behinderungsspezifische Arrangements von
Lernsituationen. Behinderungsspezifische Möglichkeiten
der Förderung. Analyse und Konstruktion
von Unterrichtssequenzen unter besonderer
Akzentuierung der sachstrukturellen und lernpsychologischen
Bedingungen.
PÄDAGOGISCHE PSYCHOLOGIE
Bildungs- und Lehraufgabe
Die Pädagogische Psychologie hat Kenntnisse
aus der Kinder- und Jugendpsychologie — in Abhängigkeit
von den jeweils wirksamen Faktoren —
so zu vermitteln, daß daraus das Verhalten von
Kindern und Jugendlichen verständlich wird.
Dadurch soll es dem künftigen Lehrer möglich
sein, Erziehungsmaßnahmen, Unterrichtsmethoden
und -situationen psychologisch richtig zu
beurteilen und zu gestalten.
Lehrstoff
Entwicklungspsychologie
Entwicklungsbegriff; Anlage- und Umweltproblematik;
Entwicklungs- und Reifungsprozesse
in Längs- und Querschnitten; Begabungsbegriff.
Lernpsychologie
Gedächtnis- und Lernforschung; dynamische
und funktionale Momente des Lernens; Lernen
und Unterrichtstechnologie; didaktische Folgerungen.
Psychologie des Denkens
Begriffsbildung; Denken als Problemlösen;
Denkstrategien; Psychologie des kreativen Verhaltens;
dynamische Komponenten des Denkprozesses;
didaktische Folgerungen.
Persönlichkeitsforschung
Entwicklung und Entfaltung der Persönlichkeit
aus der Sicht verschiedener psychologischer
Schulen; Verhaltensprobleme; Bedingungsfak-
toren der Schulleistung; Grundlagen der Schülerbeschreibung;
Psychologie der Lehrerpersönlichkeit.
Sozialpsychologie
Sozialpsychologische und gruppendynamische
Prozesse, soweit sie für das Verständnis des Verhaltens
von Kindern und Jugendlichen relevant
sind. Grundfragen der Tiefenpsychologie.
Testpsychologie
Einführung in die Testtheorie unter Berücksichtigung
neuer Ansätze; standardisierte Verfahren
zur Messung der Intelligenz; Leistung und
Entwicklung; informelle und lehrzielorientierte
Tests; Prinzipien projektiver Verfahren.
Einführung in die Forschungsmethoden der
Psychologie
Exemplarische Demonstration einzelner empirischer
Untersuchungstechniken unter Berücksichtigung
schulischer Gegebenheiten.
Thematische Akzente des psychologischen
Studiums zum Lehramt an Volksschulen
Unter Berücksichtigung der entsprechenden
Altersstufen sind folgende Inhalte einer eingehenden
Behandlung zu unterziehen
Einschulproblematik, Testverfahren zur Einstufung;
die sprachliche, soziale und geistige
Entwicklung des Volksschulkindes, Förderungsmöglichkeiten;
Grundlagen der Schüler- und
Elternberatung (Schulbahnberatung) ; Grundbegriffe
der Legasthenie.
Thematische Akzente des psychologischen
Studiums zum Lehramt an Hauptschulen bzw.
Polytechnischen Lehrgängen
Im Sinne einer vertiefenden Auseinandersetzung
sind folgende Inhalte zu behandeln: das
Jugendalter, Intelligenz- und Begabungsforschung;
Einführung in die differentielle Psychologie
des Schülers des Ersten und Zweiten
Klassenzuges; Methoden zur Erfassung verschiedener
Persönlichkeitsbereiche; Übungen im Beraten,
von Kindern und Erwachsenen bei Verhaltens-
und Lernstörungen; Bildungsberatung
für austretende Schüler; Berufsinformation.
Thematische Akzente des psychologischen
Studiums zum Lehramt an Sonderschulen
Die zu behandelnden Stoffe beziehen sich auf
die besondere Situation des Sonderschulkindes
Psychologie der Entwicklungshemmungen, der
Lern- und Verhaltensschwierigkeiten: die psychische
Situation des lern- und erziehungsschwierigen
Kindes, Ursachen, Orientierungshilfen
(Methoden zur Erfassung verschiedener
Persönlichkeitsbereiche) ; Information über
Therapiemaßnahmen, Verhaltenstherapie.
PÄDAGOGISCHE SOZIOLOGIE
Bildungs- und Lehraufgabe
Die Pädagogische Soziologie soll Informationen
über die Struktur und die Entwicklung der
Gesellschaft vermitteln, die für das Verständnis
der gesellschaftlichen Funktion von Erziehung
und Bildung relevant sind.
Die hiefür notwendigen Grundbegriffe, Methoden
und Forschungsergebnisse sollen unter
Berücksichtigung der verschiedenen wissenschaftstheoretischen
Ansätze behandelt werden.
Die Auseinandersetzung mit pädagogisch bedeutsamen
Bereichen der Soziologie soll den
Lehrer befähigen, die gesellschaftlichen Bedingungen
von Erziehung und Unterricht zu erkennen
und im Berufsfeld reflektiert zu handeln.
Lehrstoff
Einführung in die Soziologie der Erziehung
Begriff und Funktion der Soziologie und
deren Bedeutung für den Lehrer. Grundbegriffe
der Soziologie, wie Status, Rolle, soziale Prozesse
und Gebilde, soziale Schichtung, Normen und
Werte, Institution, soziale Kontrolle, sozialer
Konflikt.
Die gesellschaftliche Situation der Gegenwart,
vor allem im Hinblick auf sozialen Wandel in
Arbeitswelt, Schichtung und Familie.
Ergebnisse der Sozialisationsforschung und
ihre Bedeutung für Erziehung und Bildung
Sozialisationstheorien; Sozialisation als gesellschaftlicher
und individueller Vorgang, Sozialisationsinstanzen;
die Internalisierung von Normen
und Werten; Konformität und abweichendes
Verhalten; schichtspezifische Sozialisation; Begabung
als soziales Problem.
Die Funktion der Schule und die Rolle des
Lehrers in der Gesellschaft
Die Schule als Institution der Gesellschaft
und Funktionen der Schule, wie Qualifikation,
Selektion und Integration; soziale Aspekte der
Schulreform; Rekrutierung, Ausbildung, Status,
Rolle und Gesellschaftsbild des Lehrers, organisationssoziologische
Dimensionen der Lehrerrolle.
Schule und Klasse als Sozialgebilde
Soziale Vorgänge und Beziehungen in der
Schule; die Schulklasse als Gruppe: Positionen
und Strukturen, formelle und informelle Ordnung,
Konflikte; Soziometrie und Klassenbeschreibung.
Eine Auswahl für Erziehung und Bildung
bedeutsamer Ergebnisse aus anderen speziellen
Soziologien, wie Soziologie der Familie, Jugend,
Freizeit, Kommunikation, Sprache, der Stadt
und des Landes.
Einführung in fachgemäße Arbeitsmethoden,
wie Beobachtung, Interview, Befragung und
Dokumentenstudium; Forschungsprinzipien und
Methodenkritik; Grundbegriffe der Statistik.
Die Ausbildung zum Volksschullehrer ist vor
allem durch folgende Bereiche der Pädagogischen
Soziologie zu ergänzen bzw. zu erweitern
Soziologische Aspekte der Frühförderung und
der Schulreife; soziales Lernen und Gruppenbildung
in Verbindung mit sozialpädagogischen
Aufgaben, die sich daraus für den Volksschullehrer
ergeben.
Schule und Elternhaus, Bildungs- und Erziehungsansprüche
unter den Aspekten der
sozialen Dynamik und des sozialen Aufstiegsstrebens.
Schullaufbahn- und Bildungsberatung.
Die Ausbildung zum Hauptschullehrer bzw.
Lehrer an Polytechnischen Lehrgängen ist vor
allem durch folgende Bereiche der Pädagogischen
Soziologie zu ergänzen bzw. zu erweitern
Wandlungen im Gefüge von Wirtschaft und
Technik und damit verbundene Veränderungen
in den Arbeitsprozessen und Berufen; Aspekte
der Berufswahl.
Konsum- und Freizeitprobleme; Integration
in die Berufs- und Arbeitswelt. Sozialpädagogische
Maßnahmen und Förderungen.
Soziologische Aspekte der verschiedenen Fachwissenschaften.
Die Ausbildung zum Sonderschullehrer ist
vor allem durch folgende Bereiche der Pädagogischen
Soziologie zu ergänzen bzw. zu erweitern
Die Stellung des Behinderten in der Gesellschaft;
soziale Dimensionen der Behinderung;
Anomie und Devianz. Rehabilitation und Resozialisierung;
Fürsorge und soziale Einrichtungen;
sozialpädagogische Aufgaben der Sonderschule.
Die Stellung der Sonderschule in der Gesellschaft;
soziale Aspekte des Schulversagens;
sozialpädagogische Probleme der Leistungsbehinderung.
Die Rolle des Außenseiters in Schule und
Gesellschaft. Soziale Einstellung und psychohygienische
Belastung des Sonderschullehrers.
SCHWERPUNKTE AUS DEN HUMANWISSENSCHAFTEN
(für den Studiengang zum Lehramt an Hauptschulen
und Polytechnischen Lehrgängen)
Es gelten dieselben Bildungs- und Lehraufgaben,
die den einzelnen Disziplinen vorgegeben
sind.
Die Auseinandersetzung mit einzelnen Fachkenntnissen,
Denkstrukturen und Methoden hat
jedoch intensiver zu erfolgen. Dabei ist auch
der Aktualitätsbezug zu berücksichtigen.
BIOLOGISCHE GRUNDLAGEN DER ERZIEHUNG;
SCHULHYGIENE
Bildungs- und Lehraufgabe
Verständnis für die Bedeutung des biologischen
Entwicklungsvorganges in Kindheit und Jugend
als Grundlage für die seelisch-geistige Entwicklung
und für das Erziehungsgeschehen.
Verständnis für alle Belange der Gesunderhaltung
des Schulkindes und für die Bedeutung
einer gesunden Lebensführung.
Lehrstoff
Die körperliche Entwicklung des Menschen
in einer leib-seelischen Gesamtschau, von der
Keimentwicklung bis zur Lebensreife mit Betonung
des Schulpflichtalters; Sinnesorgane und
Nervensystem als Mittel für die Auseinandersetzung
mit der Umwelt.
Erbbiologische Fragen im Hinblick auf die
Erziehung. Typische Schädigungen und Abnormitäten
des Kindes und Jugendlichen. Einführung
in die Sexualerziehung.
Überblick über die Allgemein-, Sozial- und
Psychohygiene.
Infektionskrankheiten; Impfungen; Erste Hilfe.
Hygienische Anforderungen an das Schulhaus
und seine Einrichtung. Angewandte Hygiene
im Schulalltag (Lüftung, Lichteinfall, Schulfrühstück,
Eßhygiene, Bekleidung).
SCHULRECHT
Bildungs- und Lehraufgabe
Vermittlung der rechtlichen Grundlagen für
die künftige Tätigkeit als Lehrer an allgemeinbildenden
Pflichtschulen.
Durch praktische Beispiele aus dem Schulalltag
ist die Lebensnähe des Unterrichtes zu wahren.
Lehrstoff
Verfassungsrechtliche Grundlagen des österreichischen
Schulwesens; Stellung der Schule in
der Rechtsordnung.
Die Schule: Gliederung des Schulwesens;
bundes- und landesgesetzliche Organisationsvorschriften;
Schulerhaltung; Schulzeit; Schulpflicht;
Schulunterrichtsrecht; Religionsunterricht;
Grundzüge des Privatschulrechtes.
Die Schulverwaltung: Aufgaben und Organisation
der Schulbehörden; Schulinspektion; Amtsverkehr
zwischen Schule und Schulbehörden;
Grundzüge des Verwaltungsverfahrens; Verwaltungsaufgaben
der Schule, Funktion des
Schulleiters, der Lehrerkonferenz und des Lehrers
bei der Erfüllung dieser Aufgaben; Führung
der Amtsschriften; Weisungsrecht und pädagogische
Freiheit.
Das Kind und der Jugendliche: Einführung
in familienrechtliche Fragen (insbesondere Pflichten
und Rechte der Eltern, gesetzliche Vertretung).
Jugendwohlfahrtsrecht, Jugendschutz-
und Jugendbeschäftigungsrecht; Berufsausbildung;
Grundzüge des Jugendstrafrechtes.
Das Dienstrecht: Einführung in das Lehrerdienst-
und -besoldungsrecht, das Diensthoheitsrecht
und das Dienstrechtsverfahren. Fragen der
zivil- und strafrechtlichen Verantwortlichkeit.
Berufliche Weiterbildung.
ALLGEMEINE SONDERPÄDAGOGIK
(für den Studiengang zum Lehramt an Volksschulen,
Hauptschulen und Polytechnischen Lehrgängen)
Bildungs- und Lehraufgabe
Einblick in die anlage-, umwelt- und entwicklungsbedingte
Strukturiertheit der Behinderungen.
Berücksichtigung der besonderen Bedeutung
des pädagogischen Prinzips der Individualisierung
in Erziehung und Unterricht behinderter
Kinder.
Lehrstoff
Überblick über die Symptomatik der Behinderung.
Sonderpädagogische Einrichtungen in Österreich.
Rechtsfragen der Erziehung behinderter Kinder.
Fragen der Früherfassung. Probleme der Elternberatung.
Sonderschule und Gesellschaft.
ALTERNATIVE PFLICHTVERANSTALTUNGEN
ZU DEN HUMANWISSENSCHAFTEN
Bildungs- und Lehraufgabe; Lehrstoff
Diese Studienveranstaltungen dienen zur Konzentration
und Vertiefung einschlägiger Lehrplanaufgaben
sowie zur Einbeziehung aktueller
pädagogischer Fragestellungen.
Die Lehrstoffe sind den Studienbereichen
Religionspädagogik, Erziehungswissenschaft, Unterrichtswissenschaft,
Pädagogische Psychologie,
Pädagogische Soziologie zu entnehmen.
ALLGEMEINE VOLKSSCHULDIDAKTIK
Bildungs- und Lehraufgabe
Die Studienveranstaltungen sollen die Studierenden
befähigen, die Entscheidungs- und Gestaltungsfaktoren
für Lehr- und Lernprozesse
im Unterricht der Volksschule, insbesondere der
Grundschule, zu erkennen, um didaktische Entscheidungen
im Unterricht der Volksschule
begründet treffen zu können.
Lehrstoff
Didaktische Charakteristik der Lehrplanhauptstufen
unter besonderer Berücksichtigung der
Elementarstufe. Zielorientierung im Unterricht
der Grundschule: allgemeine und fachbezogene
Ziele. Lernbereiche der Grundschule: vorfachliche,
fachbezogene und fachübergreifende Gliederungsprinzipien.
Konzentration der Unterrichtsfächer.
Die Problematik des Gesamtunterrichtes.
Unterrichtsverfahren in der Grundschule: Abhängigkeit
des Verfahrens von der Gegenstandsstruktur;
Struktur- und lerngemäße Verfahren.
Arrangement verschiedener Lernsituationen: entdeckendes
Lernen, Problemlösen, selbständiges
Lernen, kooperierendes Lernen. Differenzierende
Maßnahmen, mit besonderer Berücksichtigung
der inneren Differenzierung.
Die angemessene Verwendung von Lehr-,
Lern- und Arbeitsmitteln.
Grundsätzliches für eine sinnvolle Hausaufgabenpraxis.
Besondere Probleme der Volksschuloberstufe.
Grundfragen der Landschuldidaktik.
GRUNDSCHULDIDAKTIK DEUTSCH
Bildungs- und Lehraufgabe
Die Studienveranstaltungen haben die Aufgabe,
den Studierenden jene Kenntnisse, Fertigkeiten
und Einstellungen zu vermitteln, die sie befähigen,
als Volksschullehrer ihren Deutschunterricht
fachgerecht zu planen, durchzuführen und zu
beurteilen.
Als besondere Aufgaben gelten daher: Fähigkeit
zur Bereitstellung verschiedener Kommunikationsanlässe,
-situationen und -rollen; Anregung
der Schüler zu kreativem Umgang mit
Sprache; Anleitung der Schüler zur Reflexion
über Sprache und kommunikatives Handeln;
Fähigkeit zur Analyse und Beurteilung sprachlicher
Äußerungen.
Lehrstoff
Einführung in den Aufbau und die Leistung
wichtiger linguistischer Teilbereiche
Einblick in Grundzüge neuerer Grammatiktheorien
(inhaltbezogene, funktionale, strukturalistische,
generativ-transformationelle).
Kenntnis ausgewählter Methoden der Sprachbeschreibung.
Sprachentwicklung und schichtspezifisches
Sprachverhalten im Hinblick auf die Diagnose
von Sprach- und Kommunikationsschwierigkeiten.
Kompensatorischer Sprachunterricht (geeignete
Unterrichtsmedien).
Didaktische Theorie der Lernbereiche des
Deutschunterrichts
Mündliches Sprachhandeln
Notwendigkeit und Grenzen formal konzipierter
Sprachübungen (Sprachtraining, Einübung
komplexer Satzstrukturen, Reihenübung).
Sprechtechnische Übungsformen.
Verschiedene Formen situationsbezogenen Sprechens
(Alltagsdialoge, soziale Anlässe und
Konflikte, Rollenspiele).
Gesprächssituationen im Deutschunterricht.
Schriftliche Sprachverwendung und Sprachgestaltung
Verfahren zur stufenadäquaten Erweiterung
des schriftlichen Sprachgebrauchs.
Übungsformen zur Variation und Differenzierung
des sprachlichen Ausdrucks.
Anleitungs- und Übungsformen zu den verschiedenen
Arten schriftlicher Sprachverwendung
(= Textsorten) und deren Funktion.
Methoden und Kriterien für die Diagnose
der Entsprechung schriftlicher Äußerungen.
Sprachbetrachtung
Stufenspezifisch orientierte Verfahren der
Sprachanalyse und Sprachbeschreibung zur Bewußtmachung
sprachlicher Strukturen.
Unterrichtliche Maßnahmen, die die Schüler
zur selbständigen Betrachtung und Untersuchung
sprachlicher Phänomene anregen.
Kenntnis von Grundbegriffen der Sprachbeschreibung
(grammatische Termini) im Zusammenhang
mit der Linguistik.
Lese- und Literaturunterricht
Theorie und Praxis des Lesenlernens (Lese-
und Schreiblehrgang).
Medien des Lese- und Schreiblehrganges.
Theorie und Praxis des weiterführenden Lesens
(Leselehre).
Einübung in Formen der Inhaltserfassung
und -wiedergabe.
Analyse und Diagnose von Leseschwierigkeiten.
Fördermaßnahmen zur Überwindung von
Leseschwierigkeiten.
Kinder- und Jugendbücher, -zeitschriften und
-sendungen als Bestandteil des Literaturunterrichts.
Unterrichtliche Maßnahmen zur Aktivierung
des Lesebedürfnisses und der Lesefreude; Privatlektüre,
Klassen-, Schülerbücherei.
Rechtschreibunterricht
Schrift als Zeichensystem.
Orthographie und Interpunktion als historisch
bedingte Konventionen; Tendenzen der Rechtschreibreform.
Theorie und Verfahren des Rechtschreibenlernens;
sprachwissenschaftliche, psychologische
und soziologische Voraussetzungen des Rechtschreibunterrichts.
Analyse von Schreibschwierigkeiten, Fehlerdiagnose.
Methoden zum Abbau von Rechtschreibschwierigkeiten.
Funktion und Verwendung von Nachschlagewerken
(Wörterbuch).
Fachspezifische Unterrichtsverfahren
Methodenkonzeptionen des Deutschunterrichts
im Zusammenhang mit ihren Voraussetzungen.
(Projektorientierter Deutschunterricht, Rollenspiel.)
Das Schulspiel.
Unterrichtsplanung im Deutschunterricht
Modelle von Unterrichtsplanung für den
Deutschunterricht.
Entwicklung von Unterrichtseinheiten aus verschiedenen
Bereichen des Deutschunterrichts auf
Grund sprachlicher und didaktischer Analysen.
Unterrichtsmedien und -materialien
Anwendung von Lehrmaterialien und Medien
in den verschiedenen Lernbereichen.
Analyse und Beurteilung von Sprachbüchern
(Lesebüchern, Kinder- und Jugendliteratur) und
sonstiger Lehr-, Lern- und Arbeitsmittel für den
Deutschunterricht.
Programme und Tests
Anwendbarkeit des programmierten Unterrichts
im Deutschunterricht.
Tests im Deutschunterricht (Lese- und Rechtschreibtests).
Probleme der Leistungsbewertung im Deutschunterricht.
GRUNDSCHULDIDAKTIK MATHEMATIK
Bildungs- und Lehraufgabe
Didaktisch-methodische Bewältigung der
mathematischen Probleme im Grundschulunterricht
unter besonderer Berücksichtigung fachspezifischer
Denk- und Darstellungsformen. Beherrschung
elementarer mathematischer Methoden
und Beweisverfahren. Förderung des kreativen
Verhaltens und der Bereitschaft zur Auseinandersetzung
mit mathematischen Problemen.
Bezüge zwischen mathematischen Modellen und
Anwendungsbeispielen. Kenntnisse über die Entstehung
und Anwendbarkeit mathematischer
Theorien. Fähigkeit, abstrakte oder komplexe
Sachverhalte in angemessener Weise zu elementarisieren
und damit Grundlagen für die weiterführenden
Schulen zu schaffen. Enge Verbindung
mit den humanwissenschaftlichen Fächern sowie
der Schul- und Erziehungspraxis. Einblick in die
entsprechende Fachliteratur. Umfassende Interpretation
des Lehrplanes für die Grundschule.
Lehrstoff
Zielsetzungen und Aufgaben der Neuen
Mathematik nach dem geltenden Lehrplan. Inter-
pretation der Lehrplanforderungen mit mathematischen
Grundlagen. Wesentliche historische
Stationen in der Entwicklung der Schulmathematik.
Operative Lernprinzipien und didaktische
Grundsätze. Möglichkeiten logischer Denkschulung.
Anleitung zur Anwendung angemessener
didaktischer Mittel. Übungen in der
Repräsentation mathematischer Sachverhalte
(handlungsmäßige, bildhafte und symbolische
Darstellungen).
Erweiterung der Kenntnisse über die Teilbereiche
der Mathematik, aus denen die im Lehrplan
angegebenen Stoffgebiete (Menge — Zahl,
kardinaler-ordinaler Zahlaspekt, Zahlenräume,
Mengenoperationen — Zahlenoperationen, Rechengesetze)
stammen und im Zusammenhang damit
die entsprechenden methodischen Modelle.
Unterrichtsplanung und Operationalisierung von
Lehraufgaben des Lehrplans in bezug auf die
oben genannten Inhalte in curricularer Sicht.
Entwicklung des mathematischen Denkens.
Erweiterung der Kenntnisse über die Teilbereiche
der Mathematik, aus denen die im
Lehrplan angegebenen Stoffgebiete (Relationen,
geometrische Grunderfahrungen, Umfang- und
Flächenberechnung, Gleichungen — Ungleichungen,
schriftliche Rechenverfahren, Größen, Sachrechnen)
stammen und im Zusammenhang damit
die entsprechenden methodischen Modelle.
Unterrichtsplanung und Operationalisierung von
Lehraufgaben des Lehrplans in bezug auf die
oben genannten Inhalte in curricularer Sicht. Entwicklung
des mathematischen Denkens (Stadien
der Intelligenz- und der Denkentwicklung sowie
der Raumvorstellung; Stufen des Problemlösens).
Einsatz und Beurteilung von Arbeitsunterlagen.
Planen von Lernsequenzen, Angebote für
Übung und Transfer, Differenzierung und Individualisierung
einschließlich programmierter
Instruktionen. Leistungsmessung; informeller
Test und lernzielorientierter Test. Beispiele für
Mathematisieren. Einblick in die schulpraktische
Literatur. Anlegen von Lehrstoffverteilungen für
die einzelnen Schulstufen.
GRUNDSCHULDIDAKTIK DES SACHUNTERRICHTES
Bildungs- und Lehraufgabe
Didaktisch-methodische Bewältigung des Sachunterrichts
in der Grundschule unter besonderer
Berücksichtigung fachspezifischer Arbeitsweisen
und kindgemäßer Erklärungsmodelle. Beherrschung
elementarer Grundlagen aus den einzelnen
Bereichen des Sachunterrichts. Herausstellen
von sachgemäßen Gesichtspunkten für die
vielseitige Betrachtung der Wirklichkeit sowie
der Stellung des Menschen in ihr. Fähigkeit,
komplexe Sachverhalte zu elementarisieren und
damit fachliche Grundlagen für die weiterführenden
Schulen zu schaffen. Umfassende
Interpretation des Lehrplans für die Grundschule.
Enge Verbindung mit den humanwissenschaftlichen
Fächern sowie der Schul- und Erziehungspraxis.
Einblick in die entsprechende Fachliteratur.
Lehrstoff
Struktureller Aufbau des Sachunterrichts nach
dem geltenden Lehrplan; eingehende Interpretation
der Lehrplanforderungen und Bereitstellen
methodischer Modelle sowohl im heimatkundlichen
als auch naturkundlichen Stoffbereich.
Sachlichkeit und Fachlichkeit als didaktische Begründung.
Bildungsziele des geographisch-wirtschaftskundlichen,
des geschichtlich-sozialkundlichen
und des naturkundlichen sowie des technischen
Bereiches. Wissenschaftliche Grundlagen
von Heimat- und Naturkunde und im Zusammenhang
damit die entsprechenden fachspezifischen
Arbeitsweisen als methodisches Instrumentarium.
Überblick über historische Stationen und gegenwärtige
Konzeptionen.
Spezielle Übungen zur Naturkunde, insbesondere
aus dem Bereich der Pflanzen- und Tierkunde;
Übungen im Gebrauch des Mikroskops;
Durchführung von Demonstrations- und Schülerversuchen
zum biologischen und technischen Bereich.
Herstellen, Sammeln und Auswerten von
Anschauungsmaterialien.
Entwicklungspsychologische Grundlagen der
einzelnen Fachbereiche (Heimat- und Naturkunde).
Unterrichtsplanung und Operationalisierung
von Lehrplanforderungen. Sachunterrichtliche
Grundeinsichten und -begriffe in
curricularer Anordnung. Kriterien zur Stoffauswahl
auf den vier Schulstufen der Grundschule.
Einsatz und Beurteilung von Arbeitsunterlagen.
Einblick in die entsprechende schulpraktische
Literatur. Formen der Leistungsmessung.
Fachübergreifende Unterrichtsplanung (Wochen-
und Jahresstoffverteilung). Übungen zum
Anlegen und zur Auswertung der ortskundlichen
Stoffsammlung unter Berücksichtigung des sozial-
und volkskundlichen Aspekts. Erstellen und Beurteilen
von Arbeitsblättern. Einführung in die
Planung, Durchführung und Auswertung heimatkundlicher
Lehrausgänge.
SCHUL- UND ERZIEHUNGSPRAKTISCHER
WAHLPFLICHTBEREICH
a) Fremdsprachliche Vorschulung
(Englisch oder Französisch)
Bildungs- und Lehraufgabe
Beherrschung der Sprache, und zwar mündlich
und schriftlich in angemessener Weise.
Einblick in die heutigen Lebensformen und
-inhalte der Bewohner der betreffenden Länder,
und zwar in sprachlichen und außersprachlichen
Erscheinungen.
Beherrschung des methodisch-didaktischen
Aufgabengefüges zur Gestaltung eines wirksamen
Unterrichtes aus Fremdsprachlicher Vorschulung.
Lehrstoff
Sprachausbildung
Die Schulung der Sprachfertigkeiten soll in
der Regel an zeitgemäßen gesprochenen und geschriebenen
Texten wie auch kontextbezogenen
Beispielen unter Verwendung von technischen
Medien, wie Tonband, Schallplatte, Sprachlabor,
Film etc. in übender Form erfolgen.
Hör- und Verständnisübungen an vorwiegend
dialogischen Texten; Übungen zu Aussprache,
Betonung, Intonation und Rhythmus; phonemische
Lautlehre, soweit die theoretische Beschreibung
von segmentalen (lautlichen) und
suprasegmentalen Erscheinungen (Betonung,
Stimmhöhe, Intonation, Rhythmus, Wörterverbindung)
zum Einüben einer korrekten Aussprache
und Intonation dienlich ist; Lautschrift
nur passiv zur Unterstützung der Ausspracheschulung;
Festigung des aktiven Grundwortschatzes
von etwa 2000 Wörtern und planmäßige
Erweiterung des aktiven Wortschatzes der
Studierenden unter besonderer Berücksichtigung
der für die Fremdsprachliche Vorschulung relevanten
Sachgebiete; Übungen zur Erweiterung
des passiven Wortschatzes durch Hörverstehen
und Lesen; Übungen zur Beherrschung wesentlicher
grammatischer und syntaktischer Strukturen
unter Anwendung des oben genannten
Wortschatzes; beschreibende Grammatik nur
soweit als sie zum Aufbau des Sprachkönnens
nutzbar ist; Übungen zum Gebrauch grundlegender
mündlicher Sprachfunktionen (z. B. Zustimmung,
Ablehnung äußern; Ansichten mitteilen;
Information erfragen usw.); Übungen zur
argumentativen Stellungnahme zu aktuellen
Themen etc. in Form von gelenkter Konversation
nach ausreichender sprachlicher und thematischer
Vorbereitung; schriftliche Übungen zur Orthographie.
Landeskundlicher Einblick
Die Auswahl des Lehrstoffes soll neben kognitiven
vor allem auch pragmatischen Zielen
dienen.
Heutige wesentliche Lebensformen und -bedingungen
der Bewohner der betreffenden
Länder; dabei sollen Fehlzeichnungen und
Klischeebildungen aufgezeigt und korrigiert
werden; spezifisch sprachliche Inhalte der fremden
Lebensformen und -inhalte (z. B. Sprachformen
der Kontaktnahme, des mitmenschlichen
Verkehrs u. ä.)
Didaktisch-methodische Ausbildung
Die Teilaufgaben und Zielvorstellung des
Fremdsprachenunterrichts in der Grundschule;
der sachinhaltliche, sprachliche und methodische
Aufbau des Lehrstoffes in der Fremdsprachlichen
Vorschulung und seine Gestaltung in den approbierten
Lehrwerken; didaktisch-methodische
Analysen von Unterrichts- und Lehrbucheinheiten;
didaktische und methodische Analyse bei
der Unterrichtsvorbereitung ; didaktisch-methodische
Literatur zur Unterrichtsgestaltung in der
Fremdsprachlichen Vorschulung; Unterrichtstechniken
des elementaren Fremdsprachenerwerbs
anhand praktischer Beispiele; Arbeitsmittel und
Medien im Fremdsprachenunterricht in der
Grundschule; Inbezugsetzung der Mittel und
Medien zu Lehrzielen, Inhalten und methodischen
Entscheidungen ; Lehrbesuche und einzelne Lehrversuche
mit Vor- und Nachbesprechungen.
Sprüche, Rätsel, Lieder, Gedichte und Spiele
zur Gestaltung des Unterrichts im Fach Fremdsprachliche
Vorschulung.
b) Lern- und Verhaltensstörungen
Bildungs- und Lehraufgabe; Lehrstoff
Organische, psychische und soziale Ursachen
von Lern-, Erziehungs- und Verhaltensschwierigkeiten.
Der Einfluß von Milieu, Erziehungsmaßnahmen
und Lehrmethoden auf Ausprägung und
Abklingen von Teilleistungsschwächen. Probleme
der Legasthenie, Linksdominanz, Sprachschwäche
und der minimalen cerebralen Störungen.
Exogen oder endogen bedingte Eigenheiten
des lerngestörten und erziehungsschwierigen
Kindes. Diskussion der Grundlagen und Methoden
der Lernhilfe. Kenntnis und Abstimmung
der Methodik auf das Trieb- und Gefühlsleben
des Kindes entsprechend seinem Alter und
seinem Bildungsstand.
Psychosomatische oder vegetative Störungen
sowie Beeinträchtigungen der Arbeitshaltung,
der Lernmotivation und des Verhaltens als Folge
der Lernbehinderung (Sekundärsymptomatik).
Probleme des Außenseitertums ; Hilfen zur
Integration des Außenseiters in die Klassengemeinschaft.
Diagnosetechniken mit Demonstrationen an
Kindern; Formen der Behandlung von Teilleistungsschwächen;
Übungen in der Anwendung
verschiedener Behandlungsmethoden (insbesondere
für Legasthenie) und unterschiedlichen Behandlungsmaterials.
Probleme der Leistungsdifferenzierung, der
Leistungsmessung und der Leistungsbeurteilung
beim Verhaltens- und lerngestörten Kind. Mögliche
Formen der Zusammenarbeit mit den
Eltern (Einzelgespräche, Elternabende, Elternbriefe).
Situationsgefechtes Verhalten des Lehrers;
Flexibilität und Kreativität in Konfliktsituationen.
Aufgaben und Möglichkeiten des Schulpsychologischen
Dienstes, der Erziehungsberatungsstellen,
der Kinderkliniken, des Jugendamtes und
anderer Einrichtungen.
Diskussion grundlegender Probleme der Heil-
und Sondererziehung. Heilpädagogische Schul-,
Bildungs- und Betreuungseinrichtungen sowie
deren Aufgabenbereiche.
Hospitation und Praktikum in schulischen und
außerschulischen Einrichtungen. Systematische
Behandlung lern- und verhaltensgestörter Kinder
in Kleinstgruppen (klasseninterne Differenzierung)
bzw. in Förderstunden; Einzelbehandlung
in Legasthenikerkursen innerhalb und außerhalb
der Schule; Behandlung von Hauptschülern
in Förderkursen.
c) Vorschulerziehung
Bildungs- und Lehraufgabe
Die Studienveranstaltungen haben die Aufgabe,
den Studierenden jene Kenntnisse und
Fertigkeiten zu vermitteln, die sie befähigen, als
Volksschullehrer eine individualgerechte Förderung
im Sinne der kompensatorischen Erziehung
für die Schulneulinge in den ersten Klassen bzw.
in einer Volksschulklasse zu führen, eine gezielte
Elternberatung und -information über Fördermöglichkeiten
des Kindes im Vorschulalter zu
leisten und mit dem Kindergarten, anderen Einrichtungen
der Vorschulerziehung und speziellen
Institutionen zusammenzuarbeiten.
Lehrstoff
Neue Erkenntnisse der Entwicklungspsychologie
und Motivationspsychologie, im besonderen
zur Entwicklung des Kindes im Vorschulalter.
Bedeutung des frühkindlichen Lernens. Bedeutung
des Milieus für die Entwicklung des Kindes
schichtspezifische Lernanregungen, Milieusprache,
milieutypische Lerndefizite. Einschlägige Forschungsergebnisse
aus dem Bereich der Tiefenpsychologie,
der Ethnologie und der Humangenetik.
Die humanwissenschaftlichen Inhalte
sind durch einschlägige Forschungsergebnisse
über die Dimensionen der frühkindlichen Entwicklung,
Formen der Fehlentwicklung und
Fragen der Schulfähigkeit zu erweitern.
Schwerpunkte im Bereich der Vorschulerziehung
Spielerziehung, Sozialerziehung, sprachliche
Bildung, Denk- und Wahrnehmungsförderung,
Sachbegegnung und Umweltorientierung (einschließlich
Verkehrserziehung), Bildnerisches Gestalten,
Singen und Musizieren, rhythmisch-
musikalische Erziehung, körperliche Erziehung.
Methoden der Zusammenarbeit mit den Eltern,
Aufgaben und Inhalte traditioneller und vorschulischer
Einrichtungen (Kinderkrippe, Kindergarten,
Kinderhort) und neue Modelle. Hospitieren
und Praktizieren in Vorschulklassen,
allenfalls Besuche von anderen vorschulischen
Einrichtungen. Erkenntnisse der österreichischen
Kindergartenpädagogik : Organisationsformen,
Spiel- und Lernanregungen. Die besondere
Stellung der Vorschulklassen.
SPRECHERZIEHUNG
Bildungs- und Lehraufgabe
In diesen Übungen sollen die Studierenden
die für den künftigen Beruf erforderlichen Sprechweisen
und Sprechtechniken erwerben.
Lehrstoff
Einführung in die wesentlichen physiologischen
Vorgänge beim Sprechen; Atmung und Stimme;
Artikulation und Stimme; verschiedene Arten des
Stimmeinsatzes.
Übung im lautreinen Sprechen; Beseitigung
geringfügiger Sprechdefizite.
Übung in Sprech- und Vortragstechnik.
Verschiedene Formen didaktischen Sprechens.
Übung im Gesprächs- und Diskussionsverhalten.
Diagnose und Hilfen zum Abbau geringfügiger
Sprechfehler bei Schülern.
ALTERNATIVE PFLICHTVERANSTALTUNGEN
ZUR VOLKSSCHULDIDAKTIK
Diese Unterrichtsveranstaltungen haben Einzelabschnitte
des Lehrstoffes in Form von Vorlesungen
oder Seminaren zu behandeln. Dabei
ist auf den Zusammenhang mit der sonstigen
theoretischen und schulpraktischen Ausbildung
zu achten. Als alternative Pflichtveranstaltung
zur Volksschuldidaktik kommt in Burgenland
und Kärnten insbesondere in Betracht
Didaktik und Methodik des Minderheitenschulwesens
Bildungs- und Lehraufgabe
Die Didaktik des Minderheitenschulwesens hat
die Aufgabe, die Studierenden mit den besonderen
Verhältnissen des Minderheitenunterrichtes
an allgemeinbildenden Pflichtschulen vertraut zu
machen. In engster Fühlungnahme mit der
Schul- und Erziehungspraxis sind jene Kenntnisse
zu vermitteln, die die Studierenden befähigen,
die Aufgaben des Lehrberufes im Minderheitenschulwesen
zu erfüllen.
Lehrstoff
Hier gelten in analoges Weise die Grundsätze
und Themenkreise, die im Zusammenhang mit
dem Lehrstoff der Allgemeinen Volksschuldidaktik
angegeben wurden.
MUSIKERZIEHUNG
(für den Studiengang zum Lehramt an Volksschulen)
Bildungs- und Lehraufgabe
Vermittlung der notwendigen Kenntnisse und
Ausbildung der entsprechenden Fertigkeiten, die
zur Erteilung des Unterrichts in Musikerziehung
an Volksschulen befähigen.
Lehrstoff
Theoretische Ausbildung
Die wichtigsten musikpädagogischen Grundlagen
in unmittelbarem Zusammenhang mit der
Didaktik und Methodik, der Musikerziehung.
Grundzüge der Melodie- und Harmonielehre
unter Berücksichtigung der Lieder für die Grundschule;
knapper Überblick über die Geschichte
der Schulmusikerziehung und über die Fachliteratur
der Gegenwart.
Methodisch-praktische Ausbildung
Wege der Planung und Gestaltung des Unterrichts
in Musikerziehung gemäß dem Lehrplan
der Volksschule unter besonderer Berücksichtigung
der Grundschule.
Teilbereiche
Grundbegriffe der Musikkunde; Metrum, Takt,
Rhythmus; Melos, Dynamik, Agogik; Kontaktfindung
zu den Notationsformen; Hörerziehung
auch unter Beachtung medienpädagogischer Zielsetzungen;
Kriterien der Liedauswahl, Melodik
heimischer und fremdländischer Kinder- und
Gruppenlieder; Formen der Erarbeitung ein- und
mehrstimmiger Lieder, Chorsingen, Stimmpflege;
vokal-instrumentales Musizieren; Einsatz der
fachspezifischen Lehr- und Lernmittel; Fest- und
Feiergestaltung ; Lehrstoffverteilung.
ERWEITERTER UNTERRICHT AUS MUSIKERZIEHUNG
Bildungs- und Lehraufgabe
Zusätzlich zu den Inhalten der allgemeinen
Ausbildung haben die Studienveranstaltungen
die Aufgabe, jene Kenntnisse und Fertigkeiten
zu vermitteln, die den Studierenden befähigen,
mit fachwissenschaftlichem Grundlagenverständnis
didaktische und methodische Konzepte zu
erstellen und unterrichtspraktisch zu verwirklichen,
durch Unterrichtsdemonstration, Information
und Beratung an der Lehrerfortbildung
mitwirken zu können und im engeren und
weiteren Wirkungsbereich der Schule sowie in
der außerschulischen Jugenderziehung Initiativen
zur Weiterentwicklung der Musikerziehung
setzen zu können.
Lehrstoff
Stimmbildung
Einführung in Theorie und Praxis der Pflege
der Kinderstimme (Singstimme, Sprechstimme);
chorische Stimmbildung; Grundlagen der Diagnose
und Korrektur stimmtechnischer Fehler.
Sing- und Musizierpraktikum
Übungen im vokal-instrumentalen Musizieren
für den Klassenunterricht und die Freigegenstände
Chorgesang und Spielmusik sowie für den
außerschulischen Bereich.
Einsatzmöglichkeiten und Ausbaustufen des
Orff-Instrumentariums im Rahmen des vokalinstrumentalen
Musizierens und den Formen der
Gruppenimprovisation.
Unterrichtspraktisches Seminar
Planung, Durchführung und Analyse von
Unterrichtsmodellen zur Konkretisierung verschiedener
didaktischer Ansätze anhand von
Unterrichtsbehelfen und Lehrmitteln.
Musikpädagogik
Aufarbeitung, Interpretation und unterrichtspraktische
Erschließung ausgewählter Fachbeiträge
zur Musikpädagogik unter besonderer Beachtung
der Situation des Grundschulkindes.
BILDNERISCHE ERZIEHUNG
(für den Studiengang zum Lehramt an Volksschulen)
Bildungs- und Lehraufgabe
Fähigkeit, den Unterricht in den Gegenständen
Bildnerische Erziehung und Schreiben an der
Volksschule zu erteilen und dabei die Entfaltung
schöpferischer Kräfte zu fördern. Vertrautheit
mit den Möglichkeiten des Gestaltens aus verschiedenen
Materialien.
Fähigkeit, einfache Sachverhalte aus den verschiedenen
Stoffgebieten der Volksschule durch
Schrift, Zeichnung, Skizze oder selbsthergestellte
Lehrbehelfe anschaulich zu machen.
Lehrstoff
Methodik der bildnerischen Erziehung
Psychologische und pädagogische Grundlagen
einer entwicklungsgemäßen bildnerischen Erziehung.
Fachpädagogische Theorien und Methoden
von heute. Lesen und Beurteilen von Schülerarbeiten
und ihre psychologische und methodische
Auswertung.
Hinweise zur Erstellung von Lehrstoffverteilungen.
Überblick über bedeutende zeitgemäße Fachliteratur.
Praktische bildnerische Arbeit
Bildnerische Versuche der Studierenden im
Hinblick auf die kunstpädagogischen Aufgaben,
vor allem in den in der Volksschule verwendeten
Techniken. Kennenlernen der Ausdruckswerte
des Materials und der bildnerischen Mittel.
Übungen im Tafelzeichnen und Skizzieren für
verschiedene Unterrichtsgegenstände.
Herstellen einfacher Lehrbehelfe. Unterrichtsmittelkunde.
Kunstbetrachtung
Gesichtspunkte für die Auswahl des Kunstgutes
und die Begegnung mit dem Werk. Übungen
in der Kunstbetrachtung. Lehrausgänge und
Versuche im Führen durch Ausstellungen.
Methodik der Schreiberziehung
Grundlagen und Methoden einer entwicklungsgemäßen
Schreiberziehung. Beurteilung von
Schülerhandschriften.
Behandlung der zeitgemäßen Fachliteratur.
Schriftpflege
Übungen nach den geltenden amtlichen Richtformen
(Schulschrift, deutsche Schreibschrift)
und im Tafelschreiben.
Bau, Rhythmus und Form des Schriftbildes.
Übungen in ornamentaler Schrift und deren
Anwendung.
ERWEITERTER UNTERRICHT AUS BILDNERISCHER
ERZIEHUNG
Die Studienveranstaltungen haben die Aufgabe,
die theoretischen Kenntnisse und praktischen
Erfahrungen in der Bildnerischen Erziehung
zu erweitern und zu vertiefen. Folgende
Teilbereiche sind besonders zu berücksichtigen
Eigene praktische Versuche, die zu einer vertieften
Reflexion über bildnerische Probleme
fuhren.
Planung, Durchführung und Analysen exemplarischer
Unterrichtsmodelle in verschiedenartigen
Lehrverfahren.
Erarbeitung didaktischer Konzepte, die einen
kreativen Unterricht ermöglichen.
Erarbeitung von Unterrichtspassagen und
Lehrstoffverteilungen.
Die Kunst der Gegenwart als kunstpädagogisches
Bezugsfeld.
Analysen von Übungen in der Kunst- und
Werkbetrachtung.
Der visuelle Medienbereich in der Grundschule.
Exemplarische Erschließung von Werken der
Fachliteratur aus dem Angebot.
WERKERZIEHUNG
(für den Studiengang zum Lehramt an Volksschulen)
Bildungs- und Lehraufgabe
Handwerkliche, technische und gestalterische
Fähigkeiten zur Erteilung des Unterrichtes aus
Werkerziehung für Knaben an der Volksschule,
zur sicheren Anleitung der Schüler für sinnvolle
Werkarbeit und zur Herstellung von Unterrichtsbehelfen.
Aufgeschlossenheit für Fragen der Umweltgestaltung.
Lehrstoff
Methodik der Werkerziehung
Grundlagen, Arbeitsbereiche und Methoden
einer entwicklungsgemäßen Werkerziehung und
deren erzieherischer Wert.
Werkräume und ihre Einrichtung; Werkstoff
und Werkzeugkunde im notwendigen Ausmaß.
Hinweise für die Erstellung von Lehrstoffverteilungen.
Überblick über bedeutende zeitgemäße Fachliteratur.
Praktische Arbeit
Versuche im Gestalten aus verschiedenen
Materialien, soweit sie zum Verständnis der
Arbeitsweisen der Werkerziehung in der Volksschule
notwendig sind. Gewinnung einer gewissen
Fertigkeit in der Bearbeitung dieser
Materialien und in der Handhabung der Grundwerkzeuge.
Werkbetrachtung
Versuche in der Werkbetrachtung sollen die
Aufgeschlossenheit für die Qualität des Geformten
steigern, Probleme der Umweltgestaltung
aufzeigen und Grundlagen zur Bildung von
Werturteilen geben.
ERWEITERTER UNTERRICHT AUS WERKERZIEHUNG
Bildungs- und Lehraufgabe; Lehrstoff
Die Studienveranstaltungen haben die Aufgabe,
theoretische Kenntnisse und praktische
Erfahrungen im Fach Werkerziehung zu vermitteln.
Gleichzeitig sind die eigenen Fähigkeiten
in werklicher und technischer Hinsicht
zu erweitern und zu vertiefen.
Im besonderen sind durchzuführen
Eigene praktische Versuche, die zur Reflexion
über werklich-technische Probleme führen.
Erarbeitung didaktischer Konzepte; Zusammenstellung
von Lehrgängen und Unterrichtspassagen,
Analysen von Produkten in bezug auf Funktionstüchtigkeit,
Zweckmäßigkeit und ästhetische
Qualitäten (Design), sowie auf Wirtschaftlichkeit.
Behandlung der wesentlichen Werke der Fachliteratur.
LEIBESERZIEHUNG
(für den Studiengang zum Lehramt an Volksschulen)
Bildungs- und Lehraufgabe; Lehrstoff
Befähigung, einen sachgerechten, den Entwicklungsstand
der Schüler berücksichtigenden
Unterricht aus Leibesübungen an Volksschulen
zu erteilen.
Einsicht in die biologische, kulturelle und
soziale Bedeutung der Leibesübungen.
Pflege der Leibesübungen zur Wahrung der
Gesundheit, zur Entwicklung einer biologisch
adäquaten Motorik und zur Förderung eines
sozialintegrativen Verhaltens des Studierenden.
Theoretische Ausbildung
Allgemeine und spezielle Bildungs- und Lehraufgaben;
Lernziele; fachspezifische Unterrichtsprinzipien;
biologische Grundlagen im Hinblick
auf Motorik und Erste Hilfe.
Methodische Ausbildung
Grundlagen und Methoden eines entwicklungsgemäßen
Unterrichtes in den Leibesübungen
Kenntnis des Übungsgutes, Planung und Organisation
des Unterrichtes, Struktur des Lehr- und
Lernprozesses; besondere Maßnahmen gegen
Haltungsschwächen; Unfallverhütung.
Unterricht unter erschwerten Bedingungen
Arbeit mit Behelfsgeräten, in Behelfsräumen.
Methodik des Anfängerunterrichtes im
Schwimmen, Schi- und Eislaufen. Vorbereitung,
Durchführung und Auswertung von Wandertagen,
Schullandwochen, Schikursen und Sportfesten.
Hinweise auf Fachliteratur. Kenntnis einschlägiger
Erlässe.
Praktische Ausbildung
Fähigkeit, die im Lehrplan der Volksschule
vorgeschriebenen Leibesübungen selbst auszuführen;
einwandfreies Sichern und Helfen.
Verbessern der persönlichen Leistung durch
Übungen im Sinne des individuellen Ausgleiches,
durch Entwickeln motorischer Eigenschaften und
motorischer Fertigkeiten.
Erfolgreiche Teilnahme an einem Schikurs.
Anleitung zur praktischen Erste-Hilfe-Leistung.
ERWEITERTER UNTERRICHT
AUS LEIBESERZIEHUNG
Bildungs- und Lehraufgabe; Lehrstoff
Praktische Ausbildung zur Förderung der
eigenen Leistungsfähigkeit im Turnen (zur Wahl
Schwimmen einschließlich Retten oder Leichtathletik)
und im Eislaufen.
Planen, Durchführen und Analysieren von
Lehreinheiten.
Vermittlung vertiefter Kenntnisse der
Leistungs- und Belastungsfähigkeit des sechs- bis
zehnjährigen Kindes; verschiedene Methoden zur
Konditionsförderung im Grundschulalter; besondere
Maßnahmen gegen Haltungsschwächen;
Behandlung der einschlägigen Fachliteratur.
INSTRUMENTALMUSIKERZIEHUNG
(Klavier, Orgel, Akkordeon, Gitarre, Violine,
Blockflöte c oder f)
Bildungs- und Lehraufgabe
Kenntnisse und Fertigkeiten im Instrumentalspiel,
die den künftigen Lehrer befähigen, ein
Instrument im Unterricht in der richtigen Weise
einzusetzen, um das Singen und Musizieren zu
unterstützen und zu bereichern und das Interesse
für das Instrumentalspiel und für das Musikhören
zu wecken und zu fördern.
Lehrstoff
Die instrumentaltechnische Unterweisung soll
von den jeweiligen Vorkenntnissen ausgehen, aber
schon im elementaren Bereich zur Bewältigung
der folgenden Lehraufgaben führen
Erarbeiten verschiedener Arten des Liedspiels
und der Liedbegleitung. Notenfreie Beherrschung
einer angemessenen Zahl heimischer und fremdländischer
Kinder- und Gruppenlieder. Kadenzen
in ihrer Anwendung bei der Liedbegleitung sowie
bei der Anlage von Vor- und Zwischenspielen
zu Liedern. Melodie-Erfindungsübungen im Bereich
der Lieder für die Grundschule. Pflege des
Einzelgesanges zur Liedbegleitung. Transpositionsübungen
zu Liedern, soweit sie stimmtechnisch
erforderlich sind.
Anwendung und Vertiefung der in den Studienveranstaltungen
aus Musikerziehung erworbenen
Kenntnisse und Fertigkeiten.
Bei der Auswahl von Spielliteratur ist auf
ihre didaktisch-methodische Brauchbarkeit im
Sinne einer altersgemäßen Hörerziehung in der
Volksschule Bedacht zu nehmen.
Bei der Erfüllung dieser Lehraufgaben sind
die didaktischen Möglichkeiten je nach der Eigenart
des einzelnen Instrumentes zu erschließen.
In diesem Sinne kann auch das Zusammenspiel
mehrerer Instrumente gepflegt werden.
SCHULPRAKTISCHE AUSBILDUNG
Bildungs- und Lehraufgabe; Lehrstoff
Die schulpraktische Ausbildung hat die
Studierenden im Sinne einer möglichst umfassenden
Berufsvorbildung für die Tätigkeit als Lehret
und Erzieher zu qualifizieren. Im Laufe des
Studiums muß sie stufenweise zu jener Sicherheit
im Planen und Bewältigen von Unterrichts- und
Erziehungsaufgaben führen, die zur verantwortungsbewußten,
selbständigen Unterrichtsführung
notwendig ist.
I. Semester
Die Einführung in die Schul- und Erziehungspraxis
hat unter Berücksichtigung der Komplexität
von Unterricht schrittweise zu erfolgen. Ausgehend
vom konkreten Unterrichtsgeschehen
(Lehrbesuche, nach Möglichkeit in der Übungsschule)
sind die zunächst für eine gezielte Unterrichtsbeobachtung
erforderlichen Grundbegriffe,
Grundeinsichten und Kategorien zu behandeln.
Von den vier Wochenstunden ist mindestens eine
für Lehrbesuche vorzusehen, die übrigen für die
systematische Behandlung der Grundbegriffe und
der Kategorien. Als weitere Anschauungsgrundlagen
in diesem Zusammenhang sind nach
Möglichkeit Unterrichtsmitschau, Video-Aufzeichnungen,
Filme und spezielle Demonstrationen
vorzusehen.
In einer weiteren Phase steht das gemeinsame
Anwenden einzelner Beobachtungskriterien im
Vordergrund. Von den vier Wochenstunden ist
eine für die Vorbesprechung zur Information
über Planung und zur Beobachtungsanleitung, die
übrigen Wochenstunden für Unterrichtsvorführung
und Unterrichtsbeobachtung (allenfalls
auch mit Unterrichtsaufzeichnung) und für die
Unterrichtsanalyse zu verwenden.
Eine weitere Phase umfaßt erste Kontakte mit
den Schülern durch eng umschriebene Unterrichtsaufgaben
sowie erste Einblicke in die Unterrichtsplanung.
Von den vier Wochenstunden
sind mindestens eine für Lehrbesuche, die übrigen
für Unterrichtsplanung, Unterrichtsanalyse und
Nachbesprechung vorzusehen.
II. bis IV. Semester
des Studienganges für das Lehramt an Volksschulen
sowie
II. bis VI. Semester
der Studiengänge für das Lehramt an Hauptschulen,
Sonderschulen und Polytechnischen
Lehrgängen.
Der Studierende ist schrittweise in die selbständige
Unterrichtsplanung und Unterrichtsdurchführung
einzuführen. Die Lehrübungen sind
in Form von wöchentlichen Tagespraktika durchzuführen.
Diese haben an den Übungs- bzw.
Besuchsschulen stattzufinden. Mit ihnen sind
unter Leitung des Praxisbetreuers und des betreffenden
Klassenlehrers die Lehrbesprechungen
zu verbinden, die vor allem der kritischen Rückschau
auf die Unterrichtsarbeit der Studierenden
sowie der Zielkonkretisierung und der
Operationalisierung der Lernziele der nächstfolgenden
Lehrübungen zu dienen haben. Im
Planungsseminar sollen zunächst Modelle fachspezifischer
Unterrichtsplanung vermittelt werden.
In der Folge soll dieses Planungsseminar dazu
beitragen, die gestellten Themen didaktisch-
methodisch aufzubereiten und schließlich ganze
Stunden, Tage und Wochen (Blockpraktikum)
zu planen und Stundenbilder zu gestalten. Im
Rahmen des Tagespraktikums sind auch jene
Aufgaben zu berücksichtigen, die sich aus der
Klassenführung ergeben, insbesondere das Beurteilen
von Schülerleistungen, die Führung von
Amtsschriften und die Langzeitplanung.
Die Unterrichtsanalyse dient der anspruchsvolleren
Beobachtung von Unterricht nach festgelegten,
begründeten in einem theoretischen
Zusammenhang stehenden Kategorien und soll
unter Zuhilfenahme bekannter Analyseschemata
dazu führen, Unterrichtsgeschehen systematisch
analysieren zu können.
Das Lehrverhaltenstraining ist das kurze Üben
von isolierten Verhaltensfertigkeiten (teaching
skills) vor einigen Studierenden mit kritischer
Besprechung und Wiederholung, meist mit
Video-Aufzeichnung. Es ist unter Berücksichtigung
der jeweiligen Erfahrungen aus den
Lehrübungen und Lehrbesprechungen für den
einzelnen Studierenden vorzusehen und wird
nicht beurteilt.
Im Blockpraktikum soll der Studierende die
Möglichkeit erhalten, größere Unterrichtsabschnitte
selbständig zu planen und zu gestalten.
In diesem Zusammenhang ist das Bekanntwerden
mit den schulischen Verhältnissen und den sozialen
Voraussetzungen der schulischen Arbeit in Stadt
und Land vorzusehen. Auf jeden Fall ist der
Einführung in die Landschularbeit entsprechend
den örtlichen Gegebenheiten hinreichend Raum
zu geben.
Im Burgenland und in Kärnten sind für die
in Betracht kommenden Studierenden auch Lehrbesuche
und Lehrübungen im Minderheiten-
Schulwesen vorzusehen.
UNTERRICHTSTECHNOLOGIE
Bildungs- und Lehraufgabe
Grundkenntnisse über Funktion und Einsatz
der wichtigsten unterrichtstechnologischen Geräte,
Einrichtungen und Systeme. Didaktik und
Methodik der technischen Unterrichtsmedien im
Pflichtschulbereich. Entwicklung von Fertigkeiten
zur Eigengestaltung einfacher Medien.
Grundkenntnisse über Kommunikationsphänomene.
Lehrstoff
Praktische Handhabung aktueller technischer
Unterrichtsmedien; Fragen der Medienwahl
Kriterien für eine didaktische Beurteilung ange-
botener und vorhandener Medien; Planung des
Einsatzes technischer Medien im Unterricht;
Medien in ihrem Einfluß auf Unterrichtsgestaltung
und -verlauf, auf Lehrer- und Schülerverhalten.
Anleitung zur Eigengestaltung von Medien,
wie Diareihen, Overnead-Folien, Tonbänder und
Single-Concept-Filmen.
Kritische Einsicht in die Kommunikationsphänomene.
Analyse von Massenmedien nach pädagogischen,
psychologischen, soziologischen und
ästhetischen Aspekten.
Formen und Methoden der Medienerziehung.
POLITISCHE BILDUNG
Bildungs- und Lehraufgabe
Politische Bildung hat die Aufgabe, jenes
Wissen zu vermitteln oder zu ordnen, das die
Studierenden zur Einsicht und zur Urteilsbildung
über gesellschaftliche Vorgänge und Einrichtungen
befähigt, deren Bereitschaft zu politischer
Verantwortung und Entscheidung im Sinne
eines vertieften und kritischen Demokratieverständnisses
weckt und zum politischen Handeln
anregt.
Die Zielsetzungen der politischen Bildung sollen
in einem lebensnahen und zeitgemäßen Unterricht
in allen seinen Bereichen als Unterrichtsprinzip
zur Geltung kommen.
Lehrstoff
Unter Bedachtnahme auf mögliche Ansatzpunkte
in den Lehrplänen der allgemeinbildenden
Pflichtschulen sind die nachfolgenden Stoffgebiete
in exemplarischer Auswahl zu behandeln.
Der Mensch in der Gesellschaft
Die aus dem Zusammenleben und Wirken der
Menschen erwachsenden oder bewußt gebildeten
Gruppen innerhalb der Gesellschaft und die
Motive ihres Entstehens.
Ursachen und Auswirkungen von Konfliktsituationen
und Möglichkeiten einer sachgemäßen
Bewältigung.
Kenntnis der wichtigsten Gesellschaftsordnungen.
Der Mensch in der Wirtschaft
Die Wittschaft als Grundlage menschlicher
Existenz: Bedürfnisbefriedigung durch Wertschöpfung.
Der Mensch als Träger und Nutznießer der
Wirtschaft; Arbeit und Einkommen, Freiheit und
Ordnung in der Wirtschaft; die Sozialpartnerschaft;
Mitbestimmung und Mitverantwortung;
Wirtschaftssysteme und Wirtschaftsbündnisse in
ihrer politischen Bedeutung. Die Rolle des Verbrauchers;
Konsumentenschutz. Politische und
ökonomische Aspekte von Raumordnung und
Umweltschutz.
Der Mensch im Staat
Der Staat als organisierte Form menschlichen
Zusammenlebens.
Politische Antinomien
Gleichheit und Ungleichheit; Freiheit und
Zwang; Recht und Willkür.
Recht und Gesetz als wesentliche Grundlagen
staatlicher Ordnung und menschlicher Sicherheit.
Das Wesen des österreichischen Staates und der
österreichischen Demokratie, insbesondere Verfassung,
Parteien und Interessensverbände.
Österreichische Neutralität und umfassende
Landesverteidigung.
Die zwischenstaatlichen Beziehungen und übernationalen
Einrichtungen.
EINFÜHRUNG IN DIE ERWACHSENENBILDUNG
UND IN DIE AUSSERSCHULISCHE
JUGENDERZIEHUNG
Erwachsenenbildung
Bildungs- und Lehraufgabe
Einführung in das Wesen, die Aufgaben und
Ziele der Erwachsenenbildung und in die Darstellung
ihrer spezifischen Formen und Einrichtungen.
Lehrstoff
Ausgehend von der Notwendigkeit der
ständigen persönlichen, beruflichen und staatsbürgerlichen
Bildung des Menschen ist die
Stellung der Erwachsenenbildung innerhalb des
gesamten Bildungssystems und die sich daraus
ergebende Aufgabe des Lehrers darzulegen.
Die Inhalte und Methoden in der Erwachsenenbildung
sind unter Bedachtnahme auf die anthropologischen,
psychologischen und soziologischen
Voraussetzungen aufzuzeigen. Der systematische
Teil hat die Entwicklung der Erwachsenenbildung,
ihre gesellschaftlichen Motivationen,
bedeutenden Persönlichkeiten und Bildungsideen
sowie die geistesgeschichtlichen Wurzeln ihrer
Einrichtungen und ihres organisatorisch-rechtlichen
Status aufzuzeigen.
Die Vorlesungen sind durch Hospitationen
an verschiedenen Einrichtungen der Erwachsenenbildung
zu ergänzen.
Außerschulische Jugenderziehung
Bildungs- und Lehraufgabe
Wecken des Verständnisses für die Aufgaben
der außerschulischen Jugenderziehung; Wecken
des Interesses für die Betreuung junger Menschen
außerhalb von Familie und Schule, sowie für das
Anbieten von Erziehungs- und Bildungshilfe.
Lehrstoff
Gemeinschaften und Einrichtungen der außerschulischen
Jugender2iehung. Beispiele für die
Bemühung um zeitgemäße Teilziele, wie etwa
Mithilfe bei der Eingliederung der Jugend in
Staat, Gesellschaft und Wirtschaft; Aufgaben in
Familie und Beruf; Zusammenleben und -wirken
in verschiedenen Gruppen; Aufzeigen der
Möglichkeiten und Grenzen der Technik und
ihrer vernünftigen Nutzung in der modernen
Gesellschaft; Hinführung der jungen Menschen
zur aktiven Anteilnahme an den Fragen des
einzelnen und der Gemeinschaft; Erziehung zu
sinnvollen Gebrauch der Freizeit; Beitrag der
jungen Generation zum internationalen Zusammenleben,
zu gegenseitigem Verständnis und
zur Toleranz in der Welt.
PÄDAGOGISCHE
TATSACHENFORSCHUNG
Bildungs- und Lehraufgabe
Anleitung zur Planung und Durchführung von
wissenschaftlichen Arbeiten zur Pädagogischen
Tatsachenforschung, die die teilnehmenden
Studierenden dazu qualifiziert, in ihrer späteren
Berufstätigkeit theoriebewußt Problemstellungen
des Schulalltages methodengerecht einer Lösung
zuzuführen bzw. im Rahmen breiterer pädagogischer
Forschungsvorhaben mitwirken zu können.
ALLGEMEINE VOLKSSCHULDIDAKTIK
(für den Studiengang zum Lehramt an Hauptschulen
und Polytechnischen Lehrgängen)
Bildungs- und Lehraufgabe
Die Studienveranstaltung soll den Studierenden
Einblick in die Arbeit der Grundschule gewähren,
sie die Voraussetzungen für den weiterführenden
Unterricht in der Hauptschule erkennen lassen
sowie grundlegende methodische Kenntnisse
vermitteln.
Lehrstoff
Aufbau, Inhalt und Prinzipien des Lehrplans
der Volksschule.
Einführung in grundschulspezifische Unterrichtsplanung.
Konzeptionen fachübergreifenden Unterrichts
mit besonderer Berücksichtigung des Gesamtunterrichts.
Arrangement verschiedener Lernsituationen.
Differenzierende Maßnahmen mit besonderer
Berücksichtigung der inneren Differenzierung.
GRUNDSCHULDIDAKTIK DEUTSCH
(für den Studiengang zum Lehramt an Hauptschulen
und Polytechnischen Lehrgängen)
Bildungs- und Lehraufgabe
Die Studienveranstaltung soll den Studierenden
einen Überblick über den Deutschunterricht der
Grundschule geben, Voraussetzungen für den
weiterführenden Unterricht in der Hauptschule
schaffen sowie grundlegende methodische Kenntnisse
vermitteln.
Lehrstoff
Die Lehrinhalte des Deutschunterrichtes im
Lehrplan der Grundschule. Sprachentwicklung
und schichtspezifisches Sprachverhalten. Überblick
über die Lernbereiche des Deutschunterrichtes.
Methodenkonzeptionen des Deutschunterrichts.
Einführung in die Unterrichtsplanung
für den Deutschunterricht. Lehr-, Lern-
und Arbeitsmittel im Deutschunterricht der
Grundschule.
GRUNDSCHULDIDAKTIK MATHEMATIK
(für den Studiengang zum Lehramt an Hauptschulen
und Polytechnischen Lehrgängen)
Bildungs- und Lehraufgabe; Lehrstoff
Interpretation des geltenden Grundschullehrplanes.
Operative Lernprinzipien und didaktische
Grundsätze. Repräsentationsformen mathematischer
Sachverhalte (handlungsmäßige, bildhafte
und symbolische Darstellungen). Entwicklung
des mathematischen Denkens (Stadien
der Intelligenzentwicklung, Raumvorstellung,
Formen des Lernens, Schulung des logischen
Denkens, Stufen des Problemlösens) im Hinblick
auf die Voraussetzungen für die weiterführenden
Schulen. Unterrichtsplanung. Didaktische Aufbereitung
von wesentlichen Teilbereichen der
Grundschuldidaktik. Einblick in die entsprechende
schulpraktische Literatur.
GRUNDSCHULDIDAKTIK DES
SACHUNTERRICHTES
(für den Studiengang zum Lehramt an Hauptschulen
und Polytechnischen Lehrgängen)
Bildungs- und Lehraufgabe; Lehrstoff
Interpretation des geltenden Grundschullehrplans.
Bildungsziele und fachspezifische Arbeitsweisen
der Heimat- und Naturkunde im Hinblick
auf die Voraussetzungen der weiterführenden
Schulen. Beispiele für curriculare Stoffanordnung
und exemplarische Stoffauswahl. Unterrichtsplanung.
Anleitung zur Anwendung angemessener
didaktischer Mittel. Einblick in die entsprechende
schulpraktische Literatur.
MUSIKERZIEHUNG
(für den Studiengang zum Lehramt an Hauptschulen
und Polytechnischen Lehrgängen)
Bildungs- und Lehraufgabe
Die Studienveranstaltung hat die Aufgabe, die
didaktischen und methodischen Grundlagen der
Musikerziehung im Überblick darzustellen. Insbesonders
durch eine exemplarische Auswahl von
Unterrichtsmethoden ist das Verständnis für die
schulpraktische Verwirklichung der Forderungen
des Grundschullehrplanes aus Musikerziehung
anzubahnen.
Lehrstoff
Interpretation des Lehrplanes aus Musikerziehung
in der Grundschule; Unterrichtssequenzen
für die Teilbereiche Singen, Musizieren und
Musikhören in der Unter- und Mittelstufe der
Volksschule unter Einsatz fachspezifischer Lehr-
und Lernmittel und unter Verwendung einschlägiger
Lehrwerke.
Bildungs- und Lehraufgabe der Musikerziehung
in der Hauptschule; fächerübergreifende
didaktische Ansätze für alle Pflichtgegenstände;
der musikalische Anteil bei Fest- und Feiergestaltung,
Schikursen, Schullandwochen.
BILDNERISCHE ERZIEHUNG
UND WERKERZIEHUNG
(für den Studiengang zum Lehramt an Hauptschulen
und Polytechnischen Lehrgängen)
Bildungs- und Lehraufgabe; Lehrstoff
Durch praktische Auseinandersetzung sollen
in den Fachbereichen Bildnerische Erziehung und
Werkerziehung Grunderfahrungen mit Darstellungsmedien
aller Art gewonnen werden.
Die praktische Realisation von bildnerischen und
werkhaften Problemen soll jene Aspekte berücksichtigen,
die zum Verständnis fachgerechter
Unterrichtserteilung in der Grundschule beitragen.
Im Bereich der Bildnerischen Erziehung
Exemplarische Konfrontation mit bildnerischen
Haupttechniken des graphischen, farbigen, typographischen
und plastischen Bereichs.
Verständnis für bildnerische Problemstellung
und mediale Artikulationsweise.
Förderung kreativen Verhaltens.
Anbahnendes Verständnis für Bildstrukturen
im Zusammenhang mit exemplarischen Werkanalysen.
Wahlweise miteingeschlossen die Bedeutung,
Emblematik und Codifizierung der Massenmedien
Comics, Film, Fernsehen und Werbung.
Im Bereich der Werkerziehung
Auseinandersetzung mit Werktechniken und
Materialien, die in besonderer Weise für den
Grundschulbereich relevant sind.
Die Problemstellung ist exemplarisch nach den
Sachbereichen Bau — Gerät — Maschine zu
orientieren.
Anbahnung kreativen Verhaltens bei Problem —
Lösung — Prozessen.
Hinweise zur Organisation, Pflege von Werkzeug
und der Unfallverhütung.
Verständnis für die Abhängigkeit von Form —
Funktion — Fertigung.
Im Rahmen der Werkbetrachtung ist vor allem
die Bedeutung des Design, die serielle Herstellung
von Konsumgütern und konsumkritisches
Reflektieren miteinzubeziehen.
LEIBESERZIEHUNG
(für den Studiengang zum Lehramt an Hauptschulen
und Polytechnischen Lehrgängen)
Bildungs- und Lehraufgabe
Die Studienveranstaltung hat die Aufgabe, die
didaktischen und methodischen Grundlagen der
Leibeserziehung im Überblick darzustellen. Durch
eine exemplarische Auswahl von Unterrichtsmodellen
ist insbesondere das Verständnis für die
schulpraktische Verwirklichung der Forderungen
des Grundschullehrplanes aus Leibesübungen
anzubahnen.
Lehrstoff
Überblick über das Übungsgut entsprechend
dem geltenden Lehrplan; fachspezifische Unterrichtsprinzipien.
Der Lehr- und Lernprozeß aus Leibeserziehung
in der Grundschule; Planung des Unterrichtes;
einwandfreies Sichern und Helfen; Unfallverhütung.
ERSTER FACHGEGENSTAND
1. Für alle Ersten Fachgegenstände zusätzlich
im I. Semester
Bildungs- und Lehraufgabe; Lehrstoff
Orientierung über Umfang und Eigenart des
Fachbereiches. Exemplarische Auseinandersetzung
mit dem Anforderungsniveau des Faches zur
Abklärung der Voraussetzungen für das weitere
Studium desselben.
Information über die Zielsetzungen, Inhalte
und Methoden des entsprechenden Unterrichtsfaches
an der Hauptschule, sowie über die fachspezifische
Voraussetzungen seitens des Lehrers.
Planung, Beratung und Förderung kompensatorischer
Maßnahmen für das selbständige
Studieren im Fachbereich.
2. Für die folgenden Ersten Fachgegenstände
jeweils im I. bis VI. Semester
a) Deutsch
Bildungs- und Lehraufgabe
Sprachverwendung
Klarheit, Geläufigkeit und Sprachrichtigkeit
in Wort und Schrift.
Sprachwissenschaftlicher Bereich
Einblick in Bau und Funktion der deutschen
Sprache; Überblick ihrer Entwicklung.
Einsicht in die soziale Funktion der Sprache.
Literaturwissenschaftlicher Bereich
Fähigkeit, sich auf Grund ausreichender literarischer
Kenntnisse selbständig mit Texten und
ihren historischen und soziokulturellen Zusammenhängen
auseinanderzusetzen.
Vermittlung von Kenntnissen über die verschiedenen
Textarten und der Kriterien zu ihrer
Beurteilung.
Berufspraktische Zielsetzung im Rahmen des
Fachgegenstandes Deutscht ist die Fähigkeit,
Zehn- bis. Vierzehnjährige anzuleiten
zum mündlichen und schriftlichen Sprachgestalten;
zum Verständnis von Texten aller Art;
zur Einsicht in die personelle und soziale
Tragweite von Kommunikationsprozessen.
Die fachwissenschaftliche Ausbildung hat in
enger Verbindung mit der Unterrichtspraxis zu
stehen. Dazu gehört auch die kritische Auseinandersetzung
mit dem jeweiligen Lehrplan und
mit den zur Verfügung stehenden Lehrbüchern.
Lehrstoff
Übungen im Sprachgebrauch
Mündliche Sprachverwendung : Phonetisch
richtiges Sprechen. Sinnerfassendes Lesen. Formen
von Referat und Diskussion. Rhetorische Techniken.
Möglichkeiten des darstellenden Spiels.
Schriftliche Sprachverwendung: Beherrschung
der subjektiven, objektiven und appellativen
Darstellungsformen sowie der Orthographie und
Interpunktion. Nutz- und Spielformen der Sprachgestaltung.
Ausführung von fachbezogenen Projekten.
Einführung in die Technik des fachwissenschaftlichen
Arbeitens.
Sprachwissenschaftlich orientierte Lehrinhalte
Grammatik der Gegenwartssprache: Inhalte,.
Formen und Strukturen im Bereich von Text,
Satz, Wort und Laut. Wortschatz. Wortbildungslehre.
Der Kodierungs- und Dekodierungsprozeß.
Hinweise zur Entwicklung der Sprache.
Sprache und Kommunikation: Der Kommunikationsprozeß
und seine Bestimmungsfaktoren.
Arten der Kommunikation. Sprachliche und
außersprachliche Zeichensysteme, Aufnahme, Verarbeitung,
Speicherung und Wiedergabe von
Information. Kommunikative Kompetenz und
Performanz.
Soziolinguistik : Sprache und ihre sozialen,
regionalen und funktionalen Varianten. Sprachbarrierenproblematik.
Defizit- und Differenzhypothese.
Erwartungsnormen und Sprachverhalten.
Sprachregelung und Sprachlenkung.
Soziales Vorurteil und Kommunikation. Probleme
des Sprachniveaus. Kontrastive Analysen sprachlicher
Varianten.
Literaturwissenschaftlich orientierte Lehrinhalte
Literaturgeschichte: Grundzüge der literarischen
Epochen (gegebenenfalls unter Einbeziehung der
Weltliteratur) mit besonderer Berücksichtigung
der Literatur des 20. Jahrhunderts (Annähernd
50% dieses Stoffangebots muß sich auf das
20. Jahrhundert beziehen). Ältere Literatur bis
zum Barock. Aufklärung, Klassik und Romantik.
19. Jahrhundert. 1900 bis 1945. 1945 bis zur
Gegenwart.
Gattungs- und motivgeschichtliche Längs- und
Querschnitte; Berücksichtigung des sozial- und
volkskundlichen Aspekts.
Kinder- und Jugendliteratur: Charakteristische
Beispiele der einzelnen Gattungen unter Heranziehung
von Textproben. Kurzer Überblick über
die Geschichte der Jugendliteratur. Bedeutende
Jugendschriftsteller. Probleme der Intention und
Adaption. Lesekunde als Voraussetzung der
Leseerziehung.
Textkunde und Texterschließung: (unter besonderer
Beachtung von Texten, die für eine
unterrichtliche Behandlung im Rahmen der Leseerziehung
der Hauptschule in Frage kommen)
Textarten und Mischformen. Literarische Gattungen
und ihre Merkmale. Nichtpoetische und
poetische Texte ab dem Mittelhochdeutschen. Anerkannte
und nichtanerkannte Literatur. Textanalytik.
Interpretationsmethoden. Kritischer Umgang
mit Texten. Beurteilungskriterien. Kontrolle
der Redeabsicht und des ideologischen Hintergrunds.
Wirkung von Testen. Text und gesellschaftliche
Wirklichkeit.. Formen und Wirkungsweisen
des Theaters. Formen der Werbesprache.
Film und Fernsehen: Die Medien in historischer
und sozialpolitischer Sicht. Gestaltungsmittel
und Stile. Rezeptionsvoraussetzungen und
Rezeptionswirkungen. Medienspezifische Analyseverfahren
und Bewertungskriterien. Einfluß
des Medienangebots auf gesellschaftliche Strukturen
und auf den Kulturkonsum.
b) Mathematik
Bildungs- und Lehraufgabe
Studienbereich Fachmathematik
Vertiefter Einblick in die wichtigsten Teilbereiche
der Mathematik. (Funktionenlehre, Ana-
lytische Geometrie, Folgen und Reihen, Analysis,
Wahrscheinlichkeitsrechnung und Statistik).
Kenntnis mathematischer Arbeitsmethoden und
Beweisverfahren, insbesondere der heuristischen
und der axiomatisch-deduktiven Vorgangsweise.
Befähigung, mathematische Probleme selbständig
zu lösen.
Erkenntnis der Bedeutung der Mathematik in
den Exaktheitsbereichen der Wissenschaften.
Studienbereich Höhere Schulmathematik
Kenntnis der Schulmathematik und ihrer
wissenschaftlichen Grundlagen. (Algebra, Zahlenlehre,
Angewandte Mathematik, Elementargeometrie,
Geometrisches Zeichnen).
Sicherheit in der Berechnung mathematischer
Aufgaben aus der Schulpraxis mit und ohne
Verwendung technischer Hilfsmittel.
Beherrschung der mathematischen Fachsprache
in Wort und Schrift.
Berufspraktische Zielsetzung für beide Studienbereiche
Befähigung, Probleme der Umwelt mathematisch
zu erfassen, fachgerecht darzustellen und
einen numerischen oder konstruktiven Lösungsweg
zehn- bis vierzehn- bzw. fünfzehnjährigen
Schülern zu erschließen.
Lehrstoff (Fachmathematik)
Funktionenlehre
Begriff der Relation, Eigenschaften von Relationen,
Äquivalenz- und Ordnungsrelationen.
Reelle Funktionen und ihre Graphen, monotone
und beschränkte Funktionen, Umkehrfunktionen,
Verknüpfung und Verkettung reeller
Funktionen.
Spezielle Funktionen: Betrags-, Signum-, Treppenfunktionen,
lineare Funktionen, rationale
Funktionen, Beispiele irrationaler algebraischer
Funktionen, Exponential- und Logarithmusfunktionen,
goniometrische und zyklometrische Funktionen.
Analytische Geometrie
Vektorbegriff, Addition von Vektoren, der
lineare Vektorraum, lineare Abhängigkeit von
Vektoren.
Lineare Gleichungssysteme mit n Variablen,
Matrix, Determinante.
Skalarprodukt, Vektorprodukt.
Lineare Geometrie der. Ebene und des Raumes
in vektorieller und koordinatenmäßiger Behandlung.
Kreis und Kugel, Kegelschnitte, exemplarische
Behandlung von Flächen zweiten Grades im
Raum.
Folgen und Reihen
Begriff der Folge, Arten der Festlegung von
Folgen, Graph einer Folge, arithmetische und
geometrische Folgen.
Monotonie, Beschränktheit, Häufungswert,
Grenzwert, Konvergenz und Divergenz, Verknüpfung
von Folgen, Grenzwertsätze.
Geometrische Reihen, Reihen als Partialsummenfolgen,
Konvergenz- und Divergenzkriterien.
Analysis
Stetigkeit reeller Funktionen, Stetigkeitssätze.
Differenzierbarkeit und Differentiation von
Funktionen in einer Variablen, erste und höhere
Ablteiungen von Funktionen, Differentiationsregeln.
Mittelwertsatz der Differentialrechnung, Potenzreihenentwicklung,
Anwendungen der Differentialrechnung.
Integrierbarkeit und Integration von Funktionen
in einer Variablen, Integrationsregeln und
Integrationsverfahren, Anwendung der Integralrechnung.
Wahrscheinlichkeitsrechnung und Statistik
Grundbegriffe der Statistik: absolute und
relative Häufigkeit, Staffelbilder, Mittelwert,
Streuungsmaße.
Statistische Auswertung von Messungen.
Grundlagen der Wahrscheinlichkeitsrechnung
Wahrscheinlichkeit, Ereignisraum, Zählverfahren
Permutationen, Variationen, Kombinationen. Bedingte
Wahrscheinlichkeit, Wahrscheinlichkeitsverteilung
einer Zufallsvariablen.
Lehrstoff (Höhere Schulmathematik)
Algebra
Grundlagen der Mengenalgebra und der Aussagenlogik.
Algebraische Strukturen: Gruppe, Ring,
Körper, Verband.
Einführung in die Boolesche Algebra.
Begriff des Terms, Rechnen mit Termen.
Lineare Gleichungen und Ungleichungen mit
einer und zwei Variablen, Aufgaben aus der
Schulpraxis.
Gleichungen zweiten Grades mit einer und
zwei Variablen, Ungleichungen zweiten Grades
mit einer Variablen.
Algebraische Gleichungen n-ten Grades, Fundamentalsatz
der Algebra.
Zahlenlehre
Begründung der natürlichen Zahlen, Zahlensysteme,
Zahlbereichserweiterung, Ring der
ganzen Zahlen.
Teilbarkeitslehre, Fundamentalsatz der Zahlentheorie,
größter gemeinsamer Teiler, kleinstes
gemeinsames Vielfaches, Kongruenzen, Restklassen
und Restklassenringe.
Der angeordnete Körper der rationalen Zahlen,
Rechnen mit Bruchzahlen. Einführung der irrationalen
Zahlen, Berechnung von Näherungswerten,
Vollständigkeit des Körpers der reellen
Zahlen.
Der Körper der komplexen Zahlen, Gauß'sche
Zahlenebene.
Angewandte Mathematik
Direkte und indirekte Proportionalität, Schlußrechnung,
Verhältnisse und Proportionen. Der
Rechenstab, der Elektronenrechner.
Prozentrechnung, Aufgaben aus der Wirtschaftsmathematik
(z. B. Preisgestaltung, Kostenrechnung,
Ertragsrechnung), Aufgaben aus der
Versicherungsmathematik.
Zinsenrechnung, Spar- und Kreditzinsen,
Zinseszinsrechnung, exponentielles Wachstum,
Verwendung mathematischer Tafeln.
Einführung in die EDV.
Elementargeometrie
Punktmengen der Ebene, ihre Eigenschaften
und Beziehungen: Gerade, Halbgerade, Strecke,
Halbebene, Winkelfeld, Winkel, Kreis, Dreieck,
Viereck, Vieleck, Kegelschnitte.
Kongruenzabbildungen : Axialspiegelung,
Schiebung, Drehung.
Verkettung dieser Abbildungen, Kongruenzsätze.
Ähnlichkeitsabbildungen: Zentrische Streckung,
Drehstreckung, Klappstreckung, Strahlensatz.
Exemplarische Behandlung von Affinabbildungen.
Herleitung der Flächeninhaltsformeln für Dreieck,
Viereck, Kreis, der Oberflächen- und Rauminhaltsformeln
einfacher geometrischer Körper.
Lehrsatzgruppe des Pythagoras.
Längen- und Flächenmaßberechnungen an
ebenen Figuren, Längen-, Flächen- und Raummaßberechnungen
an geometrischen Körpern.
Geometrisches Zeichnen
Einführung in das Arbeiten auf Zeichenblättern
in Bleistift- und Tuschetechnik, Verwendung
von Zeichen- und Schriftschablonen
und anderer neuerer Techniken, Normschrift.
Einfache Konstruktionen im Grund-Aufrißverfahren,
Schrägrißdarstellungen, Seitenrisse.
Normalaxonometrie im Einschneideverfahren.
c) Englisch
Bildungs- und Lehraufgabe
Die fachwissenschaftliche Ausbildung des
Englischlehrers für Hauptschulen hat zu sichern
angemessene (d. h. zur Erteilung sprachrichtigen
Englischunterrichts an Hauptschulen erforderliche)
Beherrschung der englischen Sprache in
den Fertigkeiten des Hörverstehens, Sprechens,
Lesens und Schreibens; vertieftes Kennen und
Verstehen der heutigen Kultur und Zivilisation
Großbritanniens und der USA in sprachlichen
und außersprachlichen Erscheinungen; überblicksartige
Kenntnis der Forschungsergebnisse
der modernen angewandten Linguistik, soweit
sie für den Fremdsprachenunterricht relevant
sind.
Die Sprachausbildung soll den zukünftigen
Englischlehrer befähigen, einen einsprachigen
Unterricht führen zu können; Zeitungen, Zeitschriften
sowie Werke der Gegenwartsliteratur
lesen zu können und englischsprachige Radio-
und Fernsehsendungen zu verstehen; im englischsprachigen
Ausland in Alltagssituationen seinen
eigenen Intentionen gemäß sprachlich handeln
zu können.
Lehrinhalte
Mündliches und schriftliches Sprachkönnen und
-wissen
Die Schulung der Sprachfertigkeiten hat im
Vordergrund der fachwissenschaftlichen Ausbildung
zu stehen und soll auf der Basis von
gesprochenen und geschriebenen Texten zu zeitgemäßen,
exemplarischen Themen und Stoffen
erfolgen. Zur Unterstützung der Sprachschulung
sind technische Medien, wie Tonband, Schallplatte,
Sprachlabor u. ä. einzusetzen.
Übungen zum Hörverstehen, vorwiegend auf
dialogischen Texten basierend; Übungen zu Aussprache,
Betonung, Intonation, Rhythmus, Juncture;
phonemische Lautlehre, soweit die Lautbeschreibung
zum Einüben einer korrekten Aussprache
dienlich ist; Lautschrift und Transkriptionsübungen
von englischen Wörtern und
Texten nur zur Unterstützung der Ausspracheschulung.
Übungen zur Festigung des aktiven Grundwortschatzes
von etwa 2000 Wörtern mit besonderer
Berücksichtigung der Sachgebiete des
Englischunterrichts in der Hauptschule; Übungen
zur Erweiterung des aktiven Wortschatzes bis
etwa 4500 Wörter unter besonderer Bedachtnahme
auf die Register mündlicher Kommunikation;
Übungen zur Erweiterung des passiven
Wortschatzes durch Hörverstehen und Lesen.
Übungen zur Beherrschung der wesentlichen
grammatischen und syntaktischen Strukturen
unter Integration des oben genannten Wortschatzes
von etwa 2000 Wörtern; deskriptive
Grammatik, soweit die Regelfassung zum Aufbau
des Sprachkönnens nutzbar ist.
Übungen zum Sprachgebrauch und Sprachregister
(besonders in bezug auf Wortschatz,
Grammatik und Aussprache; auch wesentliche
Unterschiede zwischen dem britischen und amerikanischen
Englisch), soweit ihre Beherrschung
zur Erteilung englischen Sprachunterrichts erforderlich
ist.
Übungen zum Sprachvergleich (besonders in
bezug auf Wortschatz und Grammatik), soweit
kontrastive Sprachanalyse zur Unterstützung der
Sprachausbildung dienen kann.
Übungen zur Schulung des Gebrauchs von
Redemitteln für grundlegende kommunikative
Funktionen (z. B. eine Absicht, Erwartung usw.
mitteilen; eigene Einstellung, Beurteilung darlegen
und begründen usw.); Übungen zur
Schulung der Fähigkeit, sich in der Fremdsprache
nach ausreichender sprachlicher und thematischer
Vorbereitung zu gegenwartsbezogenen Fragen
und Problemen zu äußern; in der Regel in der
Form von gelenkter Konversation und Diskussionen,
wobei der argumentative Aspekt im
Vordergrund stehen soll.
Übungen zur Schulung des Leseverständnisses
anhand zeitgemäßer Texte.
Übungen zur schriftlichen Sprachgestaltung;
Mitschrift (note-taking practice), Umformung
(Veränderung der Form: Dramatisierung, Dialog
zu Erzählform usw.), Zusammenfassung (summary,
précis), Stellungnahme (comment: Stellungnahme
zu einem Problem des vorgelegten
Textes), Aufsatz (im besonderen argumentative
essay).
Die Durchführung obiger Übungen hat nach
Möglichkeit kontextbezogen zu erfolgen. Um
Zersplitterung in isolierte Kurse zu vermeiden,
ist Konzentration der Übungen durch Gruppierung
um gemeinsame Themenkomplexe anzustreben.
Auf theoretische Darstellung (z. B. Lautlehre,
Grammatik) hat praktische Übung zu folgen.
Literatur
Englische und amerikanische Literatur (vor
allem Roman, Kurzgeschichte und Drama) mit
schwerpunktmäßiger Bevorzugung der Literatur
des 20. Jahrhunderts und starker Betonung von
Einzelinterpretationen.
Lektüre von mindestens zwei Werken der
englischen bzw. amerikanischen Literatur (auch
Jugendliteratur) pro Semester durch den
Studierenden.
Landeskunde Großbritanniens und der USA
Die Auswahl des Lehrstoffes soll neben kognitiven
auch pragmatischen Zielen dienen und
unter dem Gesichtspunkt der möglichen Reflexion
über die eigene Kultur erfolgen.
Stellung und Bedeutung der Vereinigten
Staaten und Großbritanniens in der Gegenwart;
kulturelle, wirtschaftliche, soziale und politische
Einflüsse Großbritanniens und der USA, die
dazu beigetragen haben, die Welt von heute zu
prägen; heutige Lebensformen der Bewohner
der USA und Großbritanniens; dabei können
auch Fehlzeichnungen und Klischeebildungen
aufgezeigt werden.
Spezifisch sprachliche Inhalte der fremden
Lebensformen und -inhalte (Sprachformen der
Kontaktnahme und des mitmenschlichen Verkehrs,
sprachliche Tabuerscheinungen u. a.)
Angewandte Linguistik
Wesentliche Erkenntnisse und Theorien der
modernen angewandten Linguistik, soweit sie
für den Englischunterricht verwertbar sind und
ihre Kenntnis zu Verständnis und kritischer
Stellungnahme in der fachdidaktischen Diskussion
notwendig ist.
FACHDIDAKTIK DES ERSTEN FACHGEGENSTANDES
a) Fachdidaktik Deutsch
Bildungs- und Lehraufgabe
Die Fachdidaktik Deutsch soll einen Einblick
in die Theorien der Umsetzung der Lehrinhalte
des Fachgegenstandes in den Deutschunterricht
der Hauptschule geben und die Beherrschung
des Aufgabengefüges der Vermittlung sicherstellen.
Lehrstoff
Die Fachdidaktik muß mit den einzelnen Teilaufgaben
des Deutschunterrichts an der Hauptschule
vertraut machen. Solche Teilaufgaben
sind: Weckung der Aufmerksamkeit und des Interesses
für die Sprache und ihre sozialen Funktionen;
Ausbildung der Fähigkeiten des individuellen
und kommunikativen Sprechens und
Schreibens; Schulung in den Methoden des
kritischen Verstehens mündlicher und schriftlicher
Äußerungen; Vermittlung von Einsichten
in Bau und Leistungen der Sprache; Vermittlung
von Grundkenntnissen, die die Urteilsfähigkeit
für Intention und Wert sprachlicher Erscheinungen
fördern.
Zur Integration der Teilaufgaben ist sicherzustellen,
daß im Deutschunterricht mit möglichst
vielen Formen, Mitteln und Rollen des kritischunterscheidenden
Hörens und Sprechens, Lesens
und Schreibens vertraut gemacht wird.
Der Aufbau des Lehrstoffes gemäß den jeweils
geltenden Lehrplänen ist sachstrukturell und
methodisch für die einzelnen Klassen bzw.
Leistungsgruppen zu erschließen.
Probleme von Stoffverteilungen. Kriterien der
Unterrichtsvorbereitung.
Sprachgebrauch, Sprachbetrachtung und Literaturunterricht
sowie Medienerziehung als konstituierende
didaktische Felder des Deutschunterrichts
und in ihrer unterrichtlichen Integration.
Zuordnung der im Lehrplan angeführten Teilbereiche
des Faches. Die Funktion der Ziele des
Lehrplans und der didaktischen Grundsätze als
Auswahlkriterien für die Inhalte. Kontrollkriterien
Brauchwert im privaten und öffentlichen
Leben; Leistung für das Weltverstehen (Orientierung
und Interpretation); Bedeutung im Gefüge
der Wissenschaft; Bedeutung für weitere
Bildung und Ausbildung.
Jahresstoffverteilung. Unterrichtsvorbereitung.
Beispiele für curriculare Entwicklung und Lernzieloperationalisierung.
Unterrichtsmethoden des Deutschunterrichts
Methodenfreiheit und Methodengerechtigkeit.
Verlaufsstrukturen, didaktische Funktionen (mit
Teilzielen); soziale Organisation und Interaktionsstrategien.
Methodik der Unterrichtsbeobachtung und der
Selbstkontrolle des Lehrers als Voraussetzung
des Lernens am Ergebnis.
Kenntnis der einschlägigen Literatur für die
Unterrichtsgestaltung. Standardwerke zur Didaktik,
Methodik und Unterrichtsforschung. Information
über wichtige fachdidaktische Neuerscheinungen.
Hinführen zur Lektüre fachdidaktischer
Zeitschriften.
Arbeitsmittel und Medien des Deutschunterrichts
Heft, Mappe, Arbeitspapier. Lehr-, Lern- und
Arbeitsbuch. Programme für den Deutschunterricht.
Lesebuch und Ganzschrift; Lesetexte.
Jeweils zugelassene Lehrbücher. Tafel und andere
Sichthilfen.
Dia, Overhead-Folie, Lehr- und Spielfilm,
Schallplatte, Magnetton- und Magnetbildband
im Deutschunterricht. Hörfunk und Fernsehen
im Deutschunterricht. Medienzentralen.
Kenntnis der die Arbeitsmittel und Medien
betreffenden amtlichen Vorschriften.
Aufbau und Instandhaltung von Lehr- und
Arbeitsmittelsammlung. Lehrerbiblio- und Lehrermediothek.
Bücher- und Schallplattenverzeichnisse.
Kartei nach Medien und Sachinhalten.
Schul- und Klassenbücherei. Lesetext-Sammlung.
Aufbau einer eigenen Handbibliothek. Orientierung
auf dem Arbeitsmittelmarkt (Prospekte,
Besuch einschlägiger Buchhandlungen, Bibliotheken,
Ausstellungen usw.).
Spezifische Beiträge des Deutschunterrichts zu
umfassenden Bildungs- und Lehraufgaben der
Hauptschule.
Staatsbürgerliche Erziehung, Medienerziehung,
Jugendschutz, Gesundheitsfür- und Unfallvorsorge,
Verkehrserziehung, Konsumentenerziehung.
Einschlägige Amts- und Sicherheitsvorschriften.
Messung und Beurteilung mündlicher und schriftlicher
Schülerleistungen im Deutschunterricht
Beschreibungskategorien und Erhebungsmethoden
für sozialsprachliche Phänomene. Tests
im Deutschunterricht (Wortschatz, Lesen, Rechtschreiben).
Gruppen- und lernzielbezogene Beurteilungsmodelle.
Das Gewicht der Teilbereiche
des Faches bei der Festsetzung der Gesamtnote.
Die Komponenten der Aufsatznote. Kategorisierung
und Beurteilung von Rechtschreibfehlern.
Rechtliche Bestimmungen hinsichtlich der
Schülerbeschreibung und -beurteilung und der
Folgen der Deutsch-Note.
Methodische Gestaltungsmöglichkeiten von Lehrausgängen
und anderer seltener Unterrichtsorganisationen
Besuch von Gedenkstätten, Theater, Bücherei,
Verlag, Filmatelier, Fernsehstudio. Einrichtungen
des Pressewesens. Lesewettbewerb. Schulfeiern
und festliche Stunden. Innerschulische Filmerziehung.
Autorenlesung.
Zusammenarbeit mit einschlägigen außerschulischen
Institutionen der Jugenderziehung
(Internationales Institut für Jugendliteratur und
Leseforschung, Buchklub der Jugend, Rotes
Kreuz, Tierschutz, Berufsberatung, Sparinstitute
u. a.).
b) Fachdidaktik Mathematik
Bildungs- und Lehraufgabe
Die Fachdidaktik des Mathematikunterrichts
soll einen Einblick in die Theorien der Umsetzung
der Lehrinhalte des Fachgegenstandes in
den Mathematikunterricht der Hauptschule geben
und die Beherrschung des Aufgabengefüges der
Vermittlung sicherstellen.
Lehrstoff
Die Fachdidaktik muß mit den einzelnen Teilaufgaben
des Mathematikunterrichtes an der
Hauptschule vertraut machen. Solche Teilaufgaben
sind: Einführung in die grundlegenden mathematischen
Denkweisen und Verfahren; Förderung
des formal-logischen Denkens; Ausbildung
des räumlichen Vorstellungsvermögens ; Schulung
der Fertigkeiten im Rechnen mit Zahlen und
Termen; Vermittlung der grundlegenden Kenntnisse
und Fertigkeiten aus der Geometrie; Ent-
wicklung der Fähigkeit zum Lösen mathematischer
Aufgaben der Umwelt.
Der Aufbau des Lehrstoffes gemäß den jeweils
geltenden Lehrplänen ist sachstrukturell und methodisch
für die einzelnen Klassen zu erschließen.
Probleme von Stoffverteilungen. Kriterien der
Unterrichtsvorbereitung.
Stoffauswahl. Mindestforderungen und Erweiterungsstoffe.
Möglichkeiten der Differenzierung
vom Stoff her und vom Lernprozeß her.
Die Lernziele des Mathematikunterrichts.
Didaktische Analyse. Sachlogischer und methodischer
Aufbau von Unterrichtseinheiten und
Lernsequenzen. Die Sicherung des Unterrichtsertrages.
Umfang und Bedeutung außerschulischer
Arbeiten.
Unterrichtsmethoden des Mathematikunterrichts
Unterrichtsformen und ihre spezifische Bedeutung
für den Mathematikunterricht. Klassenunterricht,
Gruppenunterricht. Darbietende und
erarbeitende Methode. Lehrgespräch, gebundenes
Unterrichtsgespräch. Bedeutung der operativen
Methode. Möglichkeit und Notwendigkeit exemplarischer
Behandlung einzelner Lehrstoffe.
Selbsttätigkeit der Schüler im Mathematikunterricht.
Arbeitsmittel und Medien des Mathematikunterrichts
Die Zeichengeräte und ihre Verwendung. Einführung
und Gebrauch des Rechenstabes. Verwendung
mathematischer Tafeln und allenfalls
einfacher Rechenmaschinen. Auswertung der
jeweils zugelassenen Lehrbücher. Lehrprogramme
und ihre Einsatzmöglichkeiten. Selbstanzufertigende
Lehr- und Arbeitsmittel. Methodischer
Einsatz des Schreibprojektors im Mathematikunterricht.
Aufbau und Instandhaltung einer
Lehr- und Arbeitsmittelsammlung.
Spezifische Beiträge des Mathematikunterrichts
zu umfassenden Bildungs- und Lehraufgaben der
Hauptschule
Hilfen zur rationalen Bewältigung der Aufgaben
des täglichen Lebens. Schulung der sprachlichen
Formulierungsfähigkeit. Förderung von
Problembewußtsein und Kritikfähigkeit. Einblick
in das Wirtschaftsrechnen. Sparerziehung.
Messung und Beurteilung mündlicher und
schriftlicher Schülerleistungen im Mathematikunterricht
Schriftliche Arbeiten im Mathematikunterricht,
deren Form und Korrektur. Planung und Erstellung
von Schularbeiten und deren Beurteilung.
Kriterien zur Leistungsbeurteilung. Praxis und
Problematik der Notengebung. Die einschlägigen
Amtsvorschriften.
c) Fachdidaktik Englisch
Bildungs- und Lehraufgabe
Die Fachdidaktik des Englischunterrichts soll
einen Einblick in die Theorien der Umsetzung
der Lehrinhalte des Fachgegestandes in den
Englischunterricht der Hauptschule geben und
die Beherrschung des Aufgabengefüges der Vermittlung
sicherstellen.
Lehrstoff
Die Fachdidaktik muß mit den einzelnen Teilaufgaben
des Englischunterrichts an der Hauptschule
vertraut machen. Solche Teilaufgaben
sind: Erwerb der vier Sprachfertigkeiten zur
Ermöglichung von Kommunikation mit Vorrang
des Hör- und Leseverständnisses sowie des
Sprechens; Erleben der anglo-amerikanischen
Kultur mit ihren Menschen und Leistungen, Verstehen
der fremden Wesensart; Abbau von Vorurteilen
und Aufbau von Haltungen der Toleranz
und Völkerverständigung; Erwerb von Einsichten
in das Wesen und die Struktur des Englischen
im Dienst des Sprachkönnens und Sprachwissens ;
Erwerb einiger Elementarkenntnisse der Landes- und
Kulturkunde Großbritanniens und der USA.
Der Aufbau des Lerhstoffes gemäß den jeweils
geltenden Lehrplänen ist sachstrukturell und
methodisch für den elementaren wie weiterführenden
Unterricht in der Fremdsprache zu
erschließen, wobei in der Regel von didaktischen
Grundsätzen, Unterrichtszielen und -inhalten des
Faches und ihrer Gestaltung in den approbierten
Lehrwerken auszugehen ist.
Probleme von Stoffverteilungen
Teilaufgaben und Inhalte des Faches und ihre
Zuordnung im Lehrgang. Jahresstoffverteilung.
Probleme von Stoffverteilungen, gesehen im
Hinblick auf äußere und innere Differenzierung
(Klassenzug, Leistungsgruppe; individuelle Verschiedenheit
des Leistungs- und Motivationsgrades
innerhalb der Klasse).
Überblicksmäßige Darstellung der Aufgaben,
Inhalte und Methoden der Fremdsprachlichen
Vorschulung und die sich daraus ergebenden
speziellen Probleme des fremdsprachlichen Anfangsunterrichts
an der Hauptschule.
Kriterien der Unterrichtsvorbereitung; Erarbeitung
von Unterrichtsentwürfen
Schaffung von Sprachgewohnheiten unter besonderer
Beachtung des kommunikativen Aspekts
des Englischunterrichts. Didaktische und methodische
Analyse bei der Unterrichtsvorbereitung.
Beispiele für Lernzieloperationalisierung. Didaktisch-
methodische Analysen von Lehrbuchsequenzen
und Unterrichtseinheiten unter Berücksich-
tigung der kommunikativen Bedürfnisse der
Schüler. Evaluation von Unterricht.
Unterrichtsmethoden des Englischunterrichts
Methodenfreiheit und Methodengerechtigkeit.
Direkte Methode. Fachspezifische Methoden, wie
audiolinguale Patternpraxis, kognitive Methoden.
Dramatisch-situative Unterrichtsverfahren u. a.
Ihre Arbeitsweisen und Eignung im Hinblick
auf die Lehrziele der Hauptschule und das Leistungsvermögen
des Schülers.
Arbeitsmittel und Medien des Englischunterrichts
Heft u. a.; Lehr-, Lern- und Arbeitsbuch;
Lesetexte u. a. Analyse und Kritik von technischen,
vor allem auditiven und audiovisuellen Medien
und ihren Effekten. Inbezugsetzung der Arbeitsmittel
und Medien zu den Lehrzielen, Inhalten
und methodischen Entscheidungen.
Messung und Beurteilung mündlicher und schriftlicher
Schülerleistungen im Englischunterricht
Die Komponenten der Englischnote. Tests
und herkömmliche Verfahren zur Beurteilung
der Schülerleistung. Vorschriften hinsichtlich der
Messung und Beurteilung mündlicher und
schriftlicher Schülerleistungen.
Fehlerkategorisierung, Fehlerbewertung und
Fehlerbehebung.
ZWEITER FACHGEGENSTAND
1. Für alle Zweiten Fachgegenstände zusätzlich
im I. Semester
Bildungs- und Lehraufgabe; Lehrstoff
Orientierung über Umfang und Eigenart des
Fachbereiches. Exemplarische Auseinandersetzung
mit dem Anforderungsniveau des Faches zur
Abklärung der Voraussetzungen für das weitere
Studium desselben.
Information über die Zielsetzungen, Inhalte
und Methoden des entsprechenden Unterrichtsfaches
an der Hauptschule, sowie über die fachspezifischen
Voraussetzungen seitens des Lehrers.
Planung, Beratung und Förderung kompensatorischer
Maßnahmen für das selbständige Studieren
im Fachbereich.
2. Für die folgendem Zweiten Fachgegenstände
jeweils im I. bis V. Semester
a) Geschichte und Sozialkunde
Bildungs- und Lehraufgabe
Fragestellung und Methoden der Geschichtswissenschaft,
die spezifische Verfahrensweise, die
Begriffsbildung, die problemanalytische Behandlung
exemplarischer Epochen und/oder Sachverhalte,
die Reflexion auf Möglichkeiten und
Grenzen der historischen Erkenntnis und die
kritische Funktion der Geschichtswissenschaft.
Die Problembehandlung des Historischen umfaßt
Aspekte des Politischen, des Wirtschaftlich-
Sozialen und des Geistig-Kulturellen.
Aufgabe der Sozialkunde ist es, die gesellschaftlichen
und politischen Verhältnisse einschließlich
ihrer ökonomischen und kulturellen
Voraussetzungen und Auswirkungen zu analysieren
und zu beurteilen, und zwar nicht primär
unter historischen Gesichtspunkten, sondern
im Hinblick auf die Aufgaben der Gegenwart
und die Tendenzen der Zukunft.
Die berufspraktische Zielsetzung im Rahmen des
Fachgegenstandes „Geschichte und Sozialkunde"
ist die Fähigkeit, Zehn- bis Vierzehnjährige anzuleiten,
die Wirklichkeit der Gegenwart als etwas Gewordenenes
zu verstehen und zu relativieren;
Sachzusammenhänge zu begreifen; sich die Bedingungen
und Wirkungsfelder politischen Handelns
bewußt zu machen und zu gesellschaftlichen
Problemen verantwortlich Stellung zu
nehmen; in demokratischer Gesinnung an der
Gestaltung der Zukunft im Geiste des Friedens
und der Völkerverständigung mitzuwirken.
Lehrstoff
Techniken fachspezifischen Arbeitens
Hinführung zu den Quellen und zur Literatur
an beispielhaft ausgewählten Themen.
Geschichte Europas und der Welt
Einblick in das historische Geschehen. Besondere
Darlegung jener Epochen und Ideen, die
gegenwartswirksam geworden sind. Darstellung
von historischen Grundtypen politischer Systeme
und gegenwartsbezogener politischer Typologien.
Österreichische Geschichte
Darlegung der historisch-politischen Verflechtung
mit der europäischen Geschichte. Besondere
Berücksichtigung der neueren Geschichte und
der Zeitgeschichte. Verfassung und Verwaltung
in Österreich.
Einführung in die Politikwissenschaft
Auffassungen von Politik und Aufgaben der
Polititkwissenschaft; Sachbereiche der Politik;
Politische Ideen und Theorien, mit besonderer
Berücksichtigung der Gegenwart; Elemente und
Hauptformen moderner demokratischer Regierungssysteme.
Faktoren der politischen Meinungs-
und Willensbildung; Hinführung zur
politischen Urteilsbildung. Einführung in die
Wirtschaftsgeschichte. Berücksichtigung des
sozial- und volkskundlichen Aspekts. Einführung
in geschichtsphilosophische Betrachtungsweisen
Exemplarische Problemanalysen zur Ideen- und
Geistesgeschichte Europas.
b) Geographie und Wirtschaftskunde
Bildungs- und Lehraufgaben
Erschließung der fachwissenschaftlichen Denkstrukturen,
Methoden und Arbeitstechniken an
exemplarischen Stoffen.
Entwicklung der Fähigkeiten und Fertigkeiten,
spezifische Phänomene und Probleme naturwissenschaftlicher
Kausalität, biontischer Regelhaftigkeit
und menschlicher Entscheidungsfreiheit
für sich und in ihrem Zusammenwirken zu erfassen
und verständlich zu machen;
grundlegende Komponenten der Mensch-Raum-
Beziehungen in Situationsfeldern analysieren und
strukturieren zu können;
geographische Erscheinungen und wirtschaftskundliche
Fakten in welt- und gegenwartskundliche
Begriffsfelder und Ordnungssysteme eingliedern
zu können;
raumbezogene Problematik und Prozeßhaftigkeit
menschlicher Grunddaseinsfunktionen und
geistig-kultureller Strömungen in wirtschaftlicher,
gesellschaftlicher und politischer Hinsicht erkennen,
kritisch beurteilen und lernzielorientiert darstellen
zu können.
Die berufspraktische Zielsetzung ist die Fähigkeit,
Zehn- bis Vierzehnjährige zur notwendigen
Auseinandersetzung mit dem Beziehungsgefüge
von räumlicher, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher
Umwelt anzuleiten und ihnen Grundeinsichten
und Verhaltensdispositionen zur Bewältigung
von Lebenssituationen motivierend vermitteln
zu können.
Die fachwissenschaftliche Ausbildung hat in
enger Verbindung mit der fachdidaktischen und
der unterrichtspraktischen Ausbildung zu stehen.
Dazu gehört auch die kritische Auseinandersetzung
mit der Fachliteratur und den Unterrichtsmedien.
Die geographisch-wirtschaftskundlichen Sachverhalte
sind dort, wo es möglich ist, unter
Berücksichtigung „politischer Aspekte" darzustellen.
Lehrstoff
Kartenkunde
Darstellung der Erde mit Hilfe von Globen,
topographischen und thematischen Karten, Luftbildern
und anderen Mitteln. Grundbegriffe der
astronomischen Geographie. Übungen mit Karten.
Physiogeographie
Das raumgestaltende Spiel der endogenen und
exogenen Kräfte. Grundbegriffe der Geophysik
und Geologie. Die anorganischen und biologischen
Geofaktoren: Probleme der Elementarkomplexe
unter besonderer Berücksichtigung von
Wetter, Klima, Wasser, Boden und Vegetation.
Formen der Erdoberfläche in exemplarischer
Auswahl. Geoökologische Fragestellungen und
Beiträge zur naturwissenschaftlichen Umweltanalyse.
Humangeographie
Die Erde als Lebensraum des Menschen. Bevölkerung
und Gesellschaft: Wandel und Wachstum.
Der Siedlungsraum in seiner ländlichen und
städtischen Ausprägung. Sozioökonomische Stufen
und Modelle. Wandel und Unterschiede sozioökonomischer
Strukturen in zeitlichen und räumlichen
Einheiten. Aspekte sozialräumlicher Gliederungen.
Die Daseinsgrundfunktionen. Produktionssektoren
und Wirtschaftsstufen. Unterschiedliche
Raum- und Flächennutzungsansprüche
menschlicher Gruppen. Innerstaatliche und internationale
Probleme aus geographischer Sicht.
Wirtschaftliche und politische Großregionen der
Erde. Exemplarische Einblicke in humangeographische
Forschungsprozesse.
Wirtschaftskunde
Der Mensch als Erzeuger und Verbraucher von
Wirtschaftsgütern. Wirtschaftszweige, Wirtschaftseinheiten,
Wirtschaftsformen und Wirtschaftsordnungen.
Die Gesetzmäßigkeiten der
Wirtschaft. Kräfte und Stufen des Wirtschaftswachstums.
Konjunkturzyklen. Ziele und Aufgaben
der Wirtschaftspolitik. Probleme der wirtschaftlichen
und politischen Integrationsversuche.
Geld und Währung, Kapitalbildung und Wertpapiere.
Monetärer Kreislauf. Aufgaben der
Geld- und Kreditinstitute. Sparformen. Öffentliche
Hand. Budget und Steuern. Außenwirtschaft
und Zahlungsbilanz. Die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung.
Planung, Organisation und Kreislauf
im Betrieb. Investitionen, Kostenfaktoren,
Rentabilität und Produktivität. Die Bilanz. Unternehmensformen
und Unternehmenszusammenschlüsse.
Aktuelle Fragen und Probleme der
Volks- und Weltwirtschaft. Konsumentenschutz.
Landes- und Wirtschaftskunde Österreichs
Die naturräumliche Ausstattung. Charakteristische
Merkmale der Großlandschaften und
Bundesländer. Entwicklung, Struktur und Probleme
von Bevölkerung, Siedlung, Arbeitsmarkt,
Wirtschaft und des Verkehrs. Der ländliche und
städtische Lebensraum. Grundlagen und Probleme
der Gemein- und Privatwirtschaft. Der wirtschaftspolitische
Einfluß der Interessensvertretungen.
Fragen der Struktur- und Regionalpolitik
sowie der Raumordnung. Umweltgefahren, Umweltschutz,
Umweltgestaltung. Österreichs Stellung
in der Weltwirtschaft.
Regionalgeographie
Einheit und Vielfalt der Großräume und
Problemregionen. Globaler Überblick und Querschnitte.
Die natur- und kulturräumliche Aus-
stattung der Kulturerdteile und Wirtschaftslandschaften.
Entwicklung, Struktur und Probleme
der Bevölkerung, Siedlung, Wirtschaft
und des Verkehrs. Die Großmächte und ihre
Rolle in der Weltpolitik. Merkmale, Struktur
und Probleme der Entwicklungsländer. Behandlung
von Problemräumen in exemplarischer
Auswahl. Vermittlung grundlegender topographischer
Kenntnisse.
Geographische und wirtschaftskundliche Exkursionen
Geographische und wirtschaftskundliche Exkursionen
im Ausmaß von sechs bis acht Tagen.
c) Biologie und Umweltkunde
Bildungs- und Lehraufgabe
Erschließung der fachspezifischen Denkstrukturen
und Methoden an exemplarischen Stoffen.
Formenkenntnis als Voraussetzung für das Verständnis
allgemein-biologischer, ökologischer und
ethologischer Zusammenhänge.
Einsicht in die Grundstrukturen biologischer
Erscheinungen und deren anorganismischen Voraussetzungen.
Einsicht in die Phänomene der Wechselwirkungen
im Bereich der Gesamtnatur. Das
Selbstverständnis des Menschen als Individuum
und als soziales Wesen. Einsicht in seine Sonderstellung
und die daraus erwachsende Verantwortlichkeit.
Die berufspraktische Zielsetzung ist die Entwicklung
der Fähigkeit, Zehn- bis Vierzehnjährige
anzuleiten, an Hand bedeutsamer biologischer
Inhalte ein differenziertes Verhältnis zur
belebten und unbelebten Natur insbesondere zu
den menschlichen und mitmenschlichen Gegebenheiten
zu entwickeln.
Lehrstoff
Allgemeine Biologie
(Zytologie, Molekularbiologie, Genetik, Entwicklungslehre).
Wesen und Kennzeichen des Lebens. Bau und
Funktion der pflanzlichen und tierischen Zelle;
Bau- und Energiestoffwechsel. Biochemische
Grundlagen. Fortpflanzung und Keimesentwicklung,
Metamorphose, Kernphasenwechsel, Generationswechsel.
Einführung in die klassische
molekulare Genetik. Populationsgenetik. Grundlagen
der Abstammungslehre; Evolution als
dynamischer Prozeß.
Humanbiologie und -ökologie
Bau und Funktion der Organe des menschlichen
Körpers. Werden und Reifen des Menschen.
Biologische Grundlagen des Sexualverhaltens;
Humangenetik. Fossilgeschichte der Menschheit.
Rassenkunde. Mensch und Umwelt. Physikalische,
chemische, biologische und soziale Faktoren als
Grundlagen für eine gesunde Lebensführung.
Gesundheitliche Schäden durch Gewohnheits-,
Rausch- und Suchtgifte. Medikamentenmißbrauch.
Botanik und Zoologie
Überblick über das natürliche System der
Pflanzen und der Tiere. Vergleich der Baupläne
und der Lebensvorgänge. Zusammenhänge
zwischen Bau und Funktion. Tiere und Pflanzen
in ihren Lebensräumen und in ihrer Bedeutung für
den Menschen. Wirtschaftliche Aspekte der
Pflanzen- und Tierzüchtung.
Ökologie
Grundtatsachen der Ökologie. Konkrete Beispiele
einiger Ökosysteme. Natur- und Umweltschutz,
Umweltpflege und Umweltplanung; Bezüge
zu Wirtschaft und Gesellschaft unter besonderer
Berücksichtigung österreichischer
Probleme.
Ethologie
Grundtatsachen der Verhaltensforschung mit
besonderer Bezugnahme auf Verhaltensweisen
des Menschen.
Erdwissenschaften
Grundtatsachen der allgemeinen Mineralogie.
Gesteinsbildende und wirtschaftlich nutzbare
Minerale insbesondere Österreichs. Landschaftsprägende
und wirtschaftlich wichtige Gesteine
und ihre Entstehung. Grundzüge der allgemeinen
Geologie. Der geologische Aufbau Österreichs
als eine der Grundlagen für Eigenart und Gestaltung
der Lebensräume. Bildung und Eigenschaften
heimischer Böden. Einblick in die
Theorien über den Aufbau des Universums und
der Entstehung der Erde. Die Entwicklung der
Lebewesen im Laufe der Erdgeschichte.
Übungen
Einführung in fachspezifische Arbeitsweisen
Beobachten, Untersuchen, Experimentieren,
Mikroskopieren; Erkennen und Bestimmen von
Pflanzen, Tieren, Mineralien, Gesteinen, Fossilien
u. a.
Exkursionen
Fachspezifische Exkursionen im Ausmaß von
sechs bis acht Tagen zu verschiedenen Biotypen,
Landschaftstypen und Einrichtungen des Umweltschutzes.
d) Physik und Chemie
Bildungs- und Lehraufgabe
Vermittlung von Kenntnissen über physikalische
und chemische Naturerscheinungen und technische
Einrichtungen sowie über experimentelle
Zugänge und theoretische Abstraktionen zu
ihrer strukturellen Ordnung.
Übung in der Fähigkeit zur Anwendung der
Kenntnisse beim qualitativen Erklären und Voraussagen
sowie beim Lösen quantitativer Problemstellungen.
Einführung in die Denk- und Arbeitsweisen
von Physik und Chemie.
Gewinnung von Kenntnissen und Einsichten
über Ziele, Möglichkeiten und Grenzen sowie über
die Bedeutung von Physik, Chemie und Technik
für den Menschen.
Erwerb einiger Kenntnisse über die historische
Entwicklung von Physik, Chemie und Technik
sowie über die spezifischen Beiträge österreichischen
Forscher, Erfinder und Techniker zu dieser
Entwicklung.
Vermittlung von Einsichten über die Wechselbeziehungen
zwischen Physik, Chemie und Technik.
Lehrstoff
Mechanik; Teilchenstruktur der Materie
Grundbegriffe: Größenart, Größe, Einheit,
Einheitensystem (insbesondere SI), Grundgrößen
und abgeleitete Größen. Die Grundgrößen Länge
und Zeit. Massenpunkt.
Bewegungen: Bewegung und Bezugssysteme,
Geschwindigkeit, gleichförmige und gleichmäßig
beschleunigte Translation, zusammengesetzte Bewegungen;
die gleichmäßige Kreisbewegung.
Masse und Kraft: Die Grundgröße „Masse".
Dichte. Kräfte und ihre Wirkungen (Übersicht).
Newton-Axiome. Reibung. Gewichtskraft und
Wichte. Trägheitskräfte. Kräfte bei der gleichmäßigen
Kreisbewegung. Drehmoment, Kräftepaar
und Kräftegleichgewicht am starren Körper.
Erhaltungssätze: Arbeit, Formen mechanischer
Energie, Leistung, Wirkung, Energieerhaltungssatz
der Mechanik. Impuls, Kraftstoß, Impulserhaltungssatz.
Massenmittelpunkt, Schwerpunktsatz.
Stoß. — Gleichgewichtslagen und Standfestigkeit
starrer Körper. Rotation des starren
Körpers: Trägheitsmoment, Drehimpuls und
Erhaltung des Drehimpulses. Kreisel.
Planetenbewegung und Gravitation: Überblick
über die Entwicklung der Himmelsmechanik.
Kepler-Gesetze, Gravitationsgesetz, Sonnensystem.
Gravitationsfeld als Potentialfeld. Raumfahrt.
Aufbau und mechanische Eigenschaften der
Körper
Atom, Molekül. Kräfte zwischen Atomen und
Molekülen. Molekularbewegung und. Diffusion.
Aggregatzustände.
Die elastischen Eigenschaften der Festkörper.
Druck in ruhenden Flüssigkeiten und Gasen.
Auftrieb. Die Bewegung idealer Flüssigkeiten
und Gase. Die Bernoullische Gleichung Turbinen.
Grundlagen der Flugphysik.
Mechanische Schwingungen und Wellen
Harmonische Schwingungen: Entstehung,
Arten, Überlagerung. Wellen: Entstehung, Arten,
Interferenz, Polarisation, Huygens-Prinzip,
Reflexion, Brechung, Doppler-Prinzip.
Akustik: Entstehung, Einteilung und
Ausbreitung von Schallwellen, Frequenz und
Tonhöhe, Interferenz, Reflexion, Brechung und
Totalreflexion, Beugung der Schallwellen,
Doppler-Prinzip bei Schallwellen, Schallfeld,
Lautstärke und Lärmschutz, Ultraschall.
Wärmelehre und Meteorologie
Relative Atom- und Molekülmasse, Stoffmenge,
Avogadro-Konstante. Kinetische Deutung von
Temperatur, Wärmemenge und spezifischer
Wärmekapazität. Gasgesetze. Absolute Temperatur.
Änderung der Aggregatzustände. Ausbreitung
der. Wärme.
Erster Hauptsatz der Wärmelehre und Prinzip
von der Erhaltung der Energie. Umwandlung
von Wärme in mechanische Energie, reversible
und irreversible Prozesse, zweiter Hauptsatz der
Wärmelehre, Wärmekraftmaschinen.
Meteorologie: Die Lufthülle der Erde, Wetterelemente,
Wettererscheinungen, Wetterkarte,
Wetterdienst.
Elektrizität
Stationäre elektrische Felder: elektrische
Ladung, Trennung von Ladungen durch Berührung;
Influenz und Polarisation. Elektrische
Feldstärke, Flußdichte. Das homogene und das
kugelsymmetrische Feld; Potential und Spannung.
Coulombsches Gesetz. Kapazität und Kondensator,
Dielektrikum. Piezoelektrizität. Energie
des elektrischen Feldes. Elementarladung. Elektrischer
Strom: Elektrizitätsleitung in Metallen,
Stromstärke, Widerstand, Gesetze des unverzweigten
und des verzweigten Gleichstromkreises.
Elektrische Arbeit und Leistung. Elektrische
Energie und Wärmeenergie: Joulesche Wärme,
Thermoelektrizität.
Magnetfeld und elektrischer Strom: Permanentmagnete,
Materie im Magnetfeld. Magnetfeld
stromdurchflossener Leiter, Kraft auf stromdurchflossene
Leiter im Magnetfeld. Elektromagnetische
Definition des Ampere. Elektromotoren,
Elektromagnetische Induktion : Grundtatsachen,
Induktionsgesetz, Selbstinduktion, Generatoren.
Eigenschaften des Wechselstromes.: Effektivwerte
von Spannung und Stromstärke des Wechselstromes,
induktiver und kapazitiver Widerstand
im Wechselstromkreis, Leistung des Wechselstromes.
Transformatoren Dreiphasenwechselstrom.
Elektroenergie in Österreich.
Elektrizitätsleitung in Elektrolyten: Grundtatsachen
der Elektrolyse, Faraday-Gesetze und
Elementarladung.
Ladungsträger in elektrischen und magnetischen
Feldern: Entladung in Gasen und im Vakuum
und praktische Bedeutung, Elektronenröhren,
Elektronenstrahlröhren, Röntgenstrahlen, Massenspektrograph
und Teilchenbeschleuniger. Fotozelle.
Halbleiterelektronik: Leitungsmechanismus
bei Halbleitern, innerer Photoeffekt, Dioden
und Transistoren, Verstärkerprinzip.
Elektromagnetische Schwingungen und Wellen
Schwingkreis, Senderprinzip, Empfängerprinzip.
Grundlagen von Hör- und Bildfunk. Radar.
Radioastronomie.
Optik
Geometrische Optik: Lichtmessung, Lichtgeschwindigkeit.
Reflexion und Spiegel. Brechung
und Totalreflexion. Prismen und Linsen. Das
menschliche Auge. Optische Instrumente. Dispersion.
Wellennatur des Lichtes: Reflexion und
Brechung im Teilchen- und Wellenbild. Koharenzbegriff.
Laser. Interferenz, Beugung und Polarisation.
Auflösungsvermögen optischer Instrumente.
Grundlagen der Quantenoptik.
Das elektromagnetische Spektrum: Spektren
und Spektralanalyse, UV- und UR-Strahlung,
Temperaturstrahlung.
Einführung in die spezielle Relativitätstheorie
Äther-Problem, Michelson-Versuch, spezielle Relativitätstheorie,
Sternentwicklung.
Atomphysik
Grundlagen der Quantenphysik. Atommodelle
von Thomson, Rutherford, Bohr und Sommerfeld.
Quantenzahlen. Atombau und Spektrallinien.
Franck-Hertz-Versuch. Grundzüge der
Wellenmechanik. Unschärferelation. Wellenmechanisches
Atommodell. Radioaktivität. Kernbau
und Kernreaktionen. Künstliche Radioaktivität.
Strahlenschutz. Elementarteilchen.
Plasma. — Bau und Entwicklung des Univerums.
Allgemeine Chemie
Geschichte der Chemie: Theorien über den
Aufbau der Materie (Demokrit, Platon, Dalton,
Rutherford; Bohr, De Broglie, Schrödinger,
Heisenberg).
Methoden der Erforschung der Feinstruktur
der Materie mit dem Hinweis auf deren dualistische
Natur.
Gegenüberstellung physikalischer und chemischer
Vorgänge. Trennungsmethoden und
Kriterien für die Reinheit von Stoffen. Begriff des
chemischen Elementes und der chemischen Verbindung.
Begriff des Moleküls. Analyse, Synthese.
Chemische Zeichensprache. Atommasse, Mol.
Das Periodensystem der Elemente; Zusammenhänge
mit dem Atombau. Grundgesetze der
Chemie.
Chemische Bindung und Struktur chemischer
Verbindungen ; Elektronegativität, Wasserstoffbrückenbindung.
Wertigkeit. Reaktionskinetik
und Wärmetönung. Katalysatoren, Aktivierungsenergie.
Chemisches Gleichgewicht, Massenwirkungsgesetz,
Prinzip vom kleinsten Zwang, Löslichkeitsprodukt.
Stöchiometrie.
Anorganische Reaktionsmechanismen
Säure-Base-Reaktionen (Protolysen), Ionenprodukt,
pH-Wert und Neutralisation, Hydrolyse,
Pufferlösungen, Indikatoren. Redoxreaktionen,
Oxidationszahl, elektrochemische Reaktionen,
Spannungsreihe, Elektrolyse — galvanische
Elemente ; photochemische Reaktionen. Komplexreaktionen.
Salze.
Erze, Erzaufbereitung, Anreicherungsverfahren,
Verhüttungsmethoden, Legierungen.
Anorganische Chemie
Die Luft. Gasverflüssigung. Wasserstoff, Sauerstoff,
Verbrennung, Feuerlöschmittel, Schweißen
und Schneiden mit der Gebläseflamme.
Das Wasser. Lösungen und Lösungsmittel.
Konzentrationsangaben von Lösungen.
Nichtmetalle: Halogene. Schwefel und Verbindungen.
Stickstoff, Ammoniak, Stickoxide,
Salpetersäure.
Phosphor und Übersicht über die übrigen
Elemente der 5. Gruppe. Düngemittel.
Leichtmetalle: Aluminium, Magnesium, Natrium,
Kalium, Kalzium.
Schwermetalle: Eisen und Stahl, Kupfer,
Quecksilber, Edelmetalle.
Kohlenstoff und anorganische Kohlenstoffverbindungen.
Silikatchemie (Keramik, Glas).
Baustoffe. Halbedelsteine.
Organische Chemie
Geschichte der Entwicklung der Kohlenstoff-
Chemie. Charakteristika organisch-chemischer Verbindungen.
Analyse. Isomeriearten.
Optische Aktivität.
Chemie der Kohlenwasserstoffe. Homologe
Reihen. Bedeutung der Orbitale in der organischen
Chemie. Zyklische, aromatische Kohlenwasserstoffe
und Mesomerie. Benzol und seine Derivate.
Erdöl und seine Aufbereitung. Benzin, Additive,
Oktanzahl, Cracken und Benzinsynthesen.
Kohlenstoff-Wasserstoff-Sauerstoff-Verbindungen
Alkohole, Aldehyde, Ketone, organische
Säuren, Seifen, Ester, Äther, Alkoholate. Gegenüberstellung
anorganischer und organischer
Säuren. Stickstoff- und metallorganische Ver-
bindungen. Aminosäuren, Amine, Amide,
Cyanide, Heterozyklen, Alkaloide, Organische
Gifte. Sprengstoffe. Chemie der Nahrungsmittel.
Stoffwechsel, Vitamine, Hormone. Genußmittel,
Drogen. Konservierung. Arzneimittel.
Kunststoffe, natürliche und künstliche Fasern.
Papier. Farbstoffchemie.
Chemie der Vererbung (Nukleinsäuren, Viren).
Pflanzenschutzmittel. Umweltschutz.
Die chemische Industrie in Österreich.
Grundzüge qualitativer und quantitativer
Analysemethoden.
e) Musikerziehung
Bildungs- und Lehraufgabe
Ausbildung zu einer auf fachwissenschaftlichen
und fachdidaktischen Grundlagen sowie auf
künstlerisch-praktischen Fertigkeiten beruhenden
Fähigkeit, den Unterricht aus Musikerziehung,
Chorgesang und Spielmusik an Hauptschulen
zu erteilen.
Lehrstoff
Gesang
Stimmdiagnostik (Kinderstimmbildung), Pflege
der individuellen Stimmgattung. Erweiterung
des Stimmumfanges, einwandfreie Wiedergabe
von Liedern (auch mit Selbstbegleitung) und
Kunstliedern aus approbierten Liedsammlungen
und Lehrwerken. Darüber hinaus Lieder und
Arien entsprechend den unterrichtspraktischen
Einsatzmöglichkeiten.
Instrumentalmusikerziehung
Instrumente, auf denen die unten angeführten
Anforderungen verwirklicht werden können und
ein entsprechender Unterricht an der Pädagogischen
Akademie angeboten wird. Zwei Instrumente
(Hauptfach, Nebenfach) sind zu wählen.
Nebenfach
Leichte Spielliteratur; Werke aus verschiedenen
Epochen in Ergänzung zur Literatur im Hauptfach
und unter besonderer Berücksichtigung der
unterrichtspraktischen Einsatzmöglichkeiten ;
Kenntnis der Begleittechnik einer ausreichenden
Anzahl von Liedern (notenfreie Beherrschung);
Kadenzen und ihre instrumentalspezifische Anwendung
bei verschiedenen Arten der Liedbegleitung
und bei Vor- und Zwischenspielen zu
Liedern; Transpositionsübungen im Hinblick auf
stimmtechnische Erfordernisse.
Hauptfach
Zusätzlich: Technische Studien; Spielliteratur in
erweitertem Umfang und Schwierigkeitsgrad;
Werke aus verschiedenen Epochen und. Wiedergabe
von Themen und Motiven unter besonderer
Berücksichtigung der unterrichtspraktischen Einsatzmöglichkeiten
und Erfordernisse; Improvisation
im Dienste der Erarbeitung musikkundlicher
Begriffe; Stegreifspiel elementarer Formen.
Gehörbildung
Übungen im Aufnehmen und Niederschreiben
von melodischen und rhythmisch-metrischen
Kleinformen und Akkordfolgen, vor allem im
engen Zusammenhang mit den Lehrinhalten der
Studienveranstaltung aus Musiktheorie.
Instrumentenkunde
Bau, Tonumfang, Klangfarbe, Spielart, Notation
und Möglichkeiten der Gruppierung der
Instrumente unter besonderer Berücksichtigung
der in der Schule und im außerschulischen
Bereich gebräuchlichen Instrumente des Laienmusizierens.
Charakteristische Instrumente musikhistorischer
Epochen.
Formenlehre — Werkkunde
In unterschiedlichen Lehrverfahren wird eine
Auswahl von Werken erarbeitet, die für die
Unterrichtspraxis didaktisch besonders ergiebig
und methodisch beispielgebend sind. Syntaktik
(Motiv, Periode, Formabschnitt); Energetik
(Reihung, Motiv, thematische Entwicklung, dynamische
Verläufe, das Prinzip Spannung — Entspannung).
Satzformen (u. a. Liedformen, Rondo,
Variation, Sonatenhauptsatzform, kontrapunktische
Formen); zyklische Formen (u. a. Suite,
Konzert, Sinfonie und Sonate, Kantate, Oper,
Oratorium, Kunstlied, Operette und Musical),
U-Musik, E-Musik, Jazz, absolute Musik, Programmusik.
Musiktheorie
Intervalle, Tonreihensysteme, Drei- und Vierklänge
und ihre Umkehrungen; harmoniefremde
Töne, alterierte Akkorde, Nebendominanten;
Mehrdeutigkeit der Dreiklänge (Modulation).
Einführung in folgende Bereiche: Generalbaß,
Kontrapunkt, romantische Harmonik, erweiterte
Tonalität, Zwölftonkomposition und Kompositionstechniken
der Gegenwart.
Tonsatz
Vertiefung und Veranschaulichung der in der
Studienveranstaltung aus Musiktheorie erworbenen
Kenntnisse durch Übungen auf Instrumenten
im Hinblick auf die entsprechenden
unterrichtspraktischen Anwendungsmöglichkeiten.
Erstellen von Partituren (Volksliedsätze,
Liedkantaten, Musizierstücke) für das vokal- und/
oder instrumentale Musizieren nach verschiedenen
unterrichtspraktischen Erfordernissen und Gegebenheiten.
Einrichtung und Umarbeiten von vorgegebenen
Sätzen.
Partitur und Klavierauszug.
Sing- und Musikpraktikum — Ensembleleitung
Übungen im vokal- und/oder instrumentalen
Musizieren für den Klassenunterricht und die
Freigegenstände Chorgesang und Spielmusik
sowie für den außerschulischen Bereich. Chorische
Stimmbildung.
Erwerb eines reichen Liederschatzes (mehrere
Sätze verschiedenen Schwierigkeitsgrades zu
einem Lied); Pflege der Volksmusik. Literaturkenntnis
(Lied- und Spielmusiksammlungen,
Chorblätter) in Querverbindung zur Studienveranstaltung
aus Musikgeschichte.
Einsatzmöglichkeiten und Ausbaustufen des
Orff-Instrumentariums im Rahmen des vokalinstrumentalen
Musizierens ; Improvisation (pentatonisch,
tonal, erweitert tonal, freitonal, Gestaltungsversuche
mit Klängen); Bewegungserziehung
in Verbindung mit dem Orff-Instrumentarium.
Einstudieren, Interpretieren und Dirigieren von
entsprechenden Werken und eigenen Arbeiten
(Lehraufgaben der Studienveranstaltung aus Tonsatz).
Blattlesen von Stimmen aus Chorsätzen.
Musikpädagogik
Die Funktion des Unterrichtsgegenstandes
Musikerziehung (Definition, Analyse). Musikpädagogik
und ihre Verbindung zu den Humanwissenschaften.
Musikpädagogische Grundlagenforschung;
vergleichende Musikpädagogik. Anleitung
zu wissenschaftlicher Arbeit.
Geschichte der Musikerziehung: Lehrinhalte
und Wege der Musikerziehung von den Anfängen
bis in die Gegenwart unter besonderer Berücksichtigung
des mitteleuropäischen Raumes.
Wandel der Funktion des Gegenstandes im Zusammenhang
mit der Lern-, Arbeits-, Erlebnis-
und Erziehungsschule und den Gesellschaftsordnungen;
Methodenstreit; Theorien und
Ideologien.
Musikpsychologie: Musikalische Begabung
und ihre Meßbarkeit; Musikalität in entwicklungspsychologischer
Sicht; Grundlage der Musik-
und Gehörpsychologie (Musikästhetik) ; Psychologie
der tönenden Bildmedien.
Musiksoziologie: Funktion der Musik in der
Gesellschaft. Einfluß der musikalischen Umwelt.
Musikgeschichte
Überblick über die Entwicklung der Musik.
Vertiefte Kenntnis der Epochen: Barock, Klassik,
Romantik. Moderne Lebensbilder unter besonderer
Berücksichtigung österreichischer
Meister. Musikergedenkstätten und Pflegestätten
der Musik.
Grundlagen der Musikethnologie (Volksliedkunde).
f) Bildnerische Erziehung
Bildungs- und Lehraufgabe
Praktische bildnerische Arbeit und deren
Theorie
Steigerung der Sensitivität; Entwicklung und
Förderung kreativen Verhaltens ; Reflexion visuell
und haptisch wahrnehmbarer Objekte und Situationen
aus der Position sowohl des Herstellers als
des Betrachters und damit die Förderung des
kritischen Bewußtseins.
Die Elemente bildnerischen Gestaltens unter
physiologischem, psychologischem, anthropologischem
und semiotischem Aspekt.
Funktionen und Ordnungssysteme der Elemente
bildnerischen Gestaltens im gesellschaftlich-
historischen Zusammenhang. Motivierte Auseinandersetzung
mit gegenständlichen und ungegenständlichen
Problemstellungen und Lösungen
und ihren Darstellungsmöglichkeiten. Der
technologische Aspekt.
Kunst und visueller Medienbereich
Grundlagen und Funktionen der Kunst und
des visuellen Medienbereiches.
Einsichten in die kunsttheoretischen und kunstgeschichtlichen
Grundbegriffe.
Vermittlung von Kriterien zur Beurteilung von
Bildaussagen visueller Medien.
Kritische Auseinandersetzung mit der Kunst
des 20. Jahrhunderts und der Rolle des Künstlers
in der Gesellschaft.
Die fachwissenschaftliche und fachpraktische
Ausbildung hat in enger Verbindung mit der
Unterrichtspraxis zu stehen.
Lehrstoff
Der farbige Bereich
Theoretische Grundlagen der Farbe
Verschiedene Aspekte, Funktionen und Ordnungssysteme
der Farbe; die Elemente des farbigen
Gestaltens: Kontrast, Helligkeit, Intensität,
Qualität; der technologische Aspekt: Farbsubstanzen
und Techniken.
Gestalten im farbigen Bereich
Motivierte Auseinandersetzung mit gegenständlichen
und ungegenständlichen Problemstellungen;
Darstellungsmöglichkeiten: flächig,
körperhaft, räumlich, transparent; Verfahren zur
Realisation der Problemstellung: Wachskreidentechnik,
Deckfarbenmalerei, Aquarell, Dispersionsfarben,
Mischtechniken ; experimentelle Verfahren
wie Collage, Decollage, Montage, Demontage.
Der grafische Bereich
Theoretische Grundlagen der Grafik
Verschiedene Aspekte und Funktionen der
grafischen Mittel, die Abstraktionsqualität der
Grafik, die Zeichnung als Mittel zur Sachinformation,
grafische Verfahren und Zwischenverfahren;
der technologische Aspekt: Materialien
der Handzeichnung und der verschiedenen Drucktechniken;
die Elemente des grafischen Gestaltens
Punkt, Linie, Fläche; Form, Schraffur, Material-
und Strukturstrich.
Gestalten im grafischen Bereich
Motivierte Auseinandersetzung mit gegenständlichen
und ungegenständlichen Problemstellungen;
Darstellungsmöglichkeiten: linear,
flächig, transparent, körperlich, räumlich; Verfahren
zur Realisation der Problemstellung
im Bereich der Handzeichnung Bleistift, Filzstift,
Grafitstift, Rohrfeder, Metallfeder, Pinsel, Kohle,
Kreiden; im Bereich der Druckgrafik Linolschnitt,
Holzschnitt, Kaltnadel, Ätzradierung,
Siebdruck, grafische Zwischenverfahren, experimentelle
Verfahren.
Der plastische Bereich
Theoretische Grundlagen der Plastik
Verschiedene Aspekte, Funktionen und Ordnungssysteme
der Plastik, die Elemente des
plastischen Gestaltens: Raum, Volumen, Oberfläche
(flach, kantig, spitz, steil, konkav, konvex,
rauh, glatt, eckig, rund); der technologische
Aspekt: Modellieren, Meißeln, Schnitzen, Treiben,
Schrauben, Kleben, Montieren, Schweißen;
Gestalten im plastischen Bereich
Motivierte Auseinandersetzung mit gegenständlichen
und ungegenständlichen Problemstellungen,
Darstellungsmöglichkeiten : geschlossene
und offene Form, Massen und Raumstrukturen,
konstruktivistische und kinetische
Objekte; Verfahren zur Realisation der Problemstellungen
Treibarbeiten, Montageplastik, Freiplastik,
Reliefplastik, experimentelle Verfahren.
Fotografie
Theoretische Grundlagen der Fotografie
Verschiedene Aspekte der Fotografie als
Medium der visuellen Bildung, fotografisches
Sehen und Komposition; Bereiche: Straight-
Fotos (Dokumentation, Reproduktion, Reportage...);
foto-kreative Arbeiten: Fotogramm,
Fotomontagen u. a.; Technologie: Aufnahmetechnik,
Filmmaterial, schwarz-weiß, negativ-
positiv Prozeß, Fotografie in der Reproduktionsgrafik.
Gestalten im fotografischen Bereich
Aufnahmetechnik in Schwarz-Weiß und Farbe,
Laborpraxis in Schwarz-Weiß
Schriftgestaltung
Theoretische Grundlagen der Schriftgestaltung
Verschiedene Aspekte der Schrift, Entwicklung
von Schrift; Funktion der Schrift und ihre Gestaltung
als Zeichen, Signal, Handschrift, skripturales
Zeichen, Ornament; Anwendungsmöglichkeiten
und Anwendungsbereiche der Schrift;
Elemente der Schriftgestaltung: Form, Rhythmus,
Proportion, Geläufigkeit, Form-Grundbezeichnung;
Lesbarkeit — Verfremdung.
Schriftgestaltung
Ausgangsschrift Antiqua, Übungen in verschiedenen
Anwendungsbereichen und Techniken.
Kunst und visueller Medienbereich
Grundlagen der Kunst und des visuellen Medienbereiches
Wahrnehmungstheoretische Grundlagen, kunsttheoretische
und kunstgeschichtliche Grundbegriffe;
Kunst und Ästhetik, Kunst und Gesellschaft.
Kunstgeschichte unter kunstpädagogischer Sicht
Architektur und Umweltgestaltung : Architektur
der Gegenwart unter Berücksichtigung historischer,
gesellschaftlicher und künstlerischer Gegebenheiten;
Probleme der Grafik, Malerei und
Plastik: Ausgewählte Beispiele aus verschiedenen
Epochen und Kulturen, Längs- und Querschnitte;
Kunst des 20. Jahrhunderts: die Rolle des
Künstlers in der modernen Gesellschaft, Kunstproduktion
— Kunstkonsum; Werkanalysen und
Werkinterpretation, Ausstellungs- und Museumsbesuche,
Kunstreisen; Kunst in Österreich: Besuch
von Museen, Galerien, Werkstätten und
Ateliers, Umweltanalysen in architektonischer und
städtebaulicher Hinsicht, Versuche im Führen.
Visueller Medienbereich
Medienträger, Ästhetische Kommunikation,
Design, Warenästhetik.
g) Werkerziehung
Bildungs- und Lehraufgabe
Theoriebezogene Inhalte
Einsicht in die Problembereiche der Architektur
und Umweltgestaltung, der Technik, des Design
und des Handwerks.
Einsicht in rationalisierte Arbeitsmethoden.
Erwerb fachspezifischen Wissens.
Fachpraktische Inhalte
Die Einsichten, Kenntnisse und Fertigkeiten
sind in praktischer und theoretischer Auseinandersetzung
mit den Lehrinhalten zu gewinnen, wobei
der praktischen Arbeit der höhere Zeitaufwand
einzuräumen ist.
Entwickeln von Fähigkeiten und Fertigkeiten
in den Bereichen des Technischen, Handwerklichen
und des Design.
Förderung von kreativem Verhalten gegenüber
der Konsum-, Wohn-, Arbeits- und Umwelt.
Entwicklung fachspezifischen Denkens.
Verständnis für kategorale Problemstellung zur
Unterrichtserteilung auf allen Schulstufen der
Hauptschule.
Lehrstoff
Theoriebezogene Inhalte
Einblick in die Arbeitswelt und in die technologischen
Arbeitsverfahren
Gewinnung von Einsichten in industrielle und
handwerkliche Fertigungsprozesse und in die
kritische Auseinandersetzung mit den Problemen
Mensch — Maschine — Industrie — Wirtschaft
und Umwelt. Erkenntnis der Folgen der Technik
als Daseinserhöhung und Daseinserniedrigung.
Durch Simulation, visuelle Medien und Exkursionen
ist der Transfer zur Wirklichkeit herzustellen.
Gebrauchsgut und Design
Nutzung von Gebrauchsgegenständen soll
nach Gebrauchswert, Wirtschaftlichkeit, ästhetischer
Qualität, sozialer Funktion, Sinn und Mißbrauch
des Design analysiert und nach den Möglichkeiten
zur Erziehung zum konsumkritischen
Verhalten überprüft werden.
Architektur und Umweltgestaltung
Innerhalb des Sachgebietes reichen die Probleme
vom Wohnraum über die Wohnung zum Wohnhaus,
weiterhin zum Wohnviertel und zur
städtischen und ländlichen Verbauungsform.
Zu berücksichtigen sind : traditionelle und neue
Bauweisen; Wohn- und Lebensbedingungen
(Wohnwert, Nutzwert, Sozialwert und Standortwert);
Einbeziehung der Verkehrsverhältnisse;
Problematik der verbauten Umwelt.
Einführung in die elementare Statik, Mechanik,
Regel- und Steuerungstechnik
Elementare Gesetzmäßigkeiten aus dem Bereich
Statik sowie Verständnis für die Grundprinzipien
der Maschinentechnik (Fahrzeug, Schwimm- und
Flugkörper, Heben und Fördern); Regel- und
Steuerungstechnik sind zu vermitteln.
Technisches Zeichnen
Im technischen Zeichnen sind die einfachen
Risse (Grundriß, Aufriß, Kreuzriß inklusive der
Önorm. Bemaßung, sowie einfache räumliche
Darstellungen) durchzuführen.
Die Werkskizze und die technische Zeichnung
sind als Darstellungsmittel anzuwenden.
Fachpraktische Inhalte
Werkstattpraxis: Papier, Pappe (u. verschiedene
Materialien); Kunststoffe; Holz; Metall; Keramik;
Formen, Abformen, Gießen (Gips, Ton, Beton,
Ytong).
Innerhalb der Werkstattpraxis soll der Studierende
im Umgang mit Werkzeug, Material und
Maschinen elementare Kenntnisse der Werkzeug-
und Materialkunde sowie der Unfallverhütung
erlangen. Einsichten, Kenntnisse und Fertigkeiten
im Design sind zu vermitteln.
Es sollen Verfahren wie Urformen (Gießen)
und Abformen; Trennen (Zerteilen, Abtragen,
Spanen und Zerlegen); Umformen (Falten,
Knicken, Ziehen, Strecken, Biegen); Fügen (lösbare
und nichtlösbare Verbindungen) ; Beschichten
(Anstreichen, Glasieren, Emaillieren) materialspezifisch
eingesetzt werden.
Diese Verfahren sollen vor allem an Objekten
aus den Sachbereichen Gerät, Bau und Maschine
konkretisiert werden.
Projektarbeit: Technisch-konstruktiver und
technisch-funktionaler Bereich.
Die elementaren Kenntnisse aus technischer
Mechanik, Grundlagen der Maschinenlehre, Regel-
und Steuerungstechnik sind die Voraussetzungen
für das Erarbeiten von Projekten im technisch-
konstruktiven und technisch-funktionalen Bereich.
Im technischen Bereich sind Problemlösungen
unter herkömmlich-systematischen sowie kreativen
Aspekten anzustreben.
Projektarbeit: Bauen — Wohnen — Umwelt.
Die Projektarbeit Bauen — Wohnen — Umwelt
soll unter technischen, ökonomischen und gesellschaftlichen
und ästhetischen Gesichtspunkten
durchgeführt werden.
Die Voraussetzung für das Erarbeiten von
Projekten im Bereich Bauen—Wohnen — Umwelt
bildet das Seminar Architektur und Umweltgestaltung.
h) Leibeserziehung
Bildungs- und Lehraufgabe
Befähigung, einen sachgerechten, den Entwicklungsstand
der Schüler berücksichtigenden
Unterricht aus Leibesübungen an Hauptschulen
zu erteilen.
Kenntnis der wissenschaftlichen Grundlagen der
Leibeserziehung und deren Relevanz für die
Unterrichtspraxis in den Leibesübungen.
Verbessern der motorischen Grundeigenschaften
und Erwerben jener Fertigkeiten, die in
den Ausbildungsbereichen vorgesehen sind; Entwickeln
von Verhaltensweisen und Werthaltungen
sportspezifischer und fachübergreifender Art.
Lehrstoff
Sportpädagogik
Grundbegriffe; Wert- und Bildungsbereiche der
Leibesübungen (des Sports); Strukturprobleme
und Systematiken; Lehrplan — Curriculum.
Sportpsychologie
Entwicklungs- und lernpsychologische Aspekte ;
Methoden der sportpsychologischen Forschung
und ihre Relevanz für die Unterrichtspraxis;
Motivation, Aggression, Transfer im Sport;
Leistung — Leistungssport; Erziehungsstile.
Sportsoziologie
Der Sport in seiner Abhängigkeit von Kultur,
Gesellschaft und Staat; Funktionen des Sports für
diese Systeme; die Sozialstruktur des Sports;
Sport und soziale Probleme (Freizeit, Arbeit,
Kriminalität).
Bewegungslehre
Grundfragen einer allgemeinen Bewegungslehre;
Funktionen und Prinzipien der Motorik;
Bewegungsbeobachtung, Bewegungsmerkmale ;
verschiedene Ansatzmöglichkeiten der Bewegungslehre
(Biomechanik, Sensomotorik).
Funktionelle Anatomie und Physiologie
Skelett- und Organsystem im Hinblick auf die
Bewegungsfunktion; physiologische Bedingungen
für die Leistungs- und Belastungsfähigkeit des
Organismus bei Leibesübungen und Sport.
Erste Hilfe und Hygiene
Praktische Belange der Ersten Hilfe bei Sportverletzungen
und lebensbedrohlichen Zuständen;
Umwelt- und Schulhygiene.
Praxisbezogene Lehrinhalte
Die praktische Ausbildung dient der Steigerung
des eigenen Könnens in den Übungsbereichen
Turnen, Spiele, Leichtathletik, Schwimmen, Eislauf,
Schilauf und Gymnastisch-tänzerische Bewegungskunst
(verpflichtend für Frauen). Dabei
ist auf die didaktisch-methodischen Erfordernisse
des Unterrichtens in der Hauptschule Rücksicht
zu nehmen und der methodische Aufbau der
Übungen des Hauptschullehrplanes, sowie das
einwandfreie Sichern und Helfen zu vermitteln.
Zusätzlich können nach örtlichen Gegebenheiten
weitere Veranstaltungen, vor allem aus
folgenden Bereichen der schulischen Leibesübungen,
eingerichtet werden: Bergwandern,
Gemeinschafts- und Volkstänze, Gymnastik für
Männer, Orientierungslauf, Ringen und Judo,
Rudern, Schilanglauf, Tennis, Trampolinspringen.
i) Sozial- und wirtschaftskundlicher
Studienbereich
Bildungs- und Lehraufgabe
Erschließung der fachspezifischen Denkstrukturen
und Methoden an exemplarisch ausgewählten
Stoffgebieten des gesellschaftlichen, politischen,
kulturellen, wirtschaftlichen und rechtlichen
Bereichs im Zusammenhang mit den
wesentlichen Ereignissen und Wandlungen vom
Ende des Ersten Weltkrieges bis zur Gegenwart.
Entwicklung des Verständnisses für die Abhängigkeit
jedes Staatsbürgers von Gesellschaft,
Politik, Kultur, Wirtschaft und Rechtsnormen
wie auch für die Zusammenhänge dieser Lebensbereiche.
Hauptaufgabe der Sozialkunde ist es, die gesellschaftlichen
und politischen Verhältnisse einschließlich
ihrer ökonomischen und kulturellen
Voraussetzungen und Auswirkungen zu analysieren
und zu beurteilen, und zwar nicht primär
unter historischen Gesichtspunkten, sondern im
Hinblick auf die Aufgaben der Gegenwart und
die Tendenzen der Zukunft.
Die Wirtschaftskunde hat die Aufgabe, einzel-
und gesamtwirtschaftliche Kenntnisse als Grundlage
für das Verständnis der wirtschaftlichen
Vorgänge in der österreichischen Volkswirtschaft
und in der Weltwirtschaft zu vermitteln.
Berufspraktische Zielsetzung im Rahmen des
Fachgegenstandes Sozialkunde und Wirtschaftskunde
(einschließlich der Zeitgeschichte) ist die
Fähigkeit, Fünfzehnjährige zu motivieren, daß
sie sich mit den Beziehungsgefügen der gesellschaftlichen,
politischen, kulturellen, wirtschaftlichen
und rechtlichen Umwelt auseinandersetzen;
die Zusammenhänge begreifen; die Wirklichkeit
der Gegenwart als etwas Gewordenes
verstehen und relativieren; sich die Bedingungen
und Wirkungsfelder politischen und wirtschaftlichen
Handelns bewußt machen und zu gesellschaftlichen
und wirtschaftlichen Problemen verantwortlich
Stellung nehmen; die Möglichkeiten
und Grenzen der Verantwortlichkeit für sich
selbst, für die Gemeinschaft, den österreichischen
Staat und die Menschheit erkennen; in demokratischer
Gesinnung an der Gestaltung der
Zukunft, des Friedens und der Völkerverständigung
mitzuwirken bereit sind.
Lehrstoff
Individuum und Gesellschaft
Mensch und Gemeinschaft. Kind, Elternhaus,
Ehe, Familie. Die moderne Bildungsgesellschaft.
Betrieb und Industriegesellschaft der Gegenwart.
Gemeinde, Bezirk, Bundesland.
Wesen und Aufgabe des modernen Staates
Macht, Recht und Gesetz. Allgemeine Rechtsbegriffe.
Rechtsleben und Rechtsfragen des Alltags.
Entstehung, Aufbau und Prinzipien der
österreichischen Verfassung. Politische Meinungs- und
Willensbildung in der Demokratie. Rechtsstaatliche
Demokratie und totalitäre Diktatur.
Internationale Beziehungen und Organisationen;
ihre Aufgaben, Ordnung und Probleme.
Wirtschaftskunde
Der Mensch als Erzeuger, Verteiler und Verbraucher
von Wirtschaftsgütern. Wirtschaftsein-
heiten und Wirtschaftsaggregate. Geld und
Währung. Entscheidungsbereiche der Wirtschaft.
Wirtschaftlicher Kreislauf. Überstaatliche Wirtschaftsorganisationen.
Der Wandel und die Unterschiede der sozio-
ökonomischen Strukturen in zeitlichen und
räumlichen Einheiten. Aktuelle Fragen der Wirtschaft.
Wirtschaftskunde Österreichs
Besondere Berücksichtigungen der österreichischen
Wirtschaftsstruktur, des Strukturwandels,
der Wirtschaftspolitik (Strukturpolitik, Konjunkturpolitik),
der Raumordnung und des Umweltschutzes.
Zeitgeschichte
Die wichtigsten kulturellen, gesellschaftlichen,
wirtschaftlichen und politischen Ereignisse, Entwicklungen
und Wandlungen seit dem Ersten
Weltkrieg und ihre Triebkräfte.
Sozialkundliche und wirtschaftskundliche Exkursionen
Während des Ausbildungsganges sind sozialkundliche
und wirtschaftskundliche Exkursionen
im Ausmaß von sechs bis acht Tagen zu veranstalten.
j) Naturkundlicher Studienbereich
Bildungs- und Lehraufgabe
Vermittlung von Kenntnissen über Aufbau
und Wirkungsweise wichtiger technischer Geräte
und Einrichtungen unserer Umwelt sowie über
jene physikalischen und chemischen Naturgesetze,
auf denen sie beruhen; über die Entwicklung
und Vielfalt des Lebens auf der Erde; über die
Bedeutung naturwissenschaftlicher Forschung
und technischen Fortschritts für den Menschen
sowie über die damit verbundenen Veränderungen
seiner Umwelt und die Gefahren, die sich
aus diesen Veränderungen ergeben können.
Einsicht in die Sonderstellung des Menschen
in der Natur und seine daraus erwachsende Verantwortlichkeit
gegenüber dem Leben, insbesondere
durch Sicherung der Lebensgrundlagen im
Sinne des Natur- und Umweltschutzes.
Einführung in die Denk- und Arbeitsweisen
von Naturwissenschaft und Technik.
Lehrstoff
Wichtige technische Einrichtungen unserer
Umwelt und ihre physikalischen Grundlagen.
Gewinnung und Verteilung elektrischer Energie
Wasserkraftwerke, kalorische und Kernkraftwerke.
Fernleitung des elektrischen Stromes.
Galvanische Elemente und Akkumulatoren.
Sonnenbatterien.
Elektrische Geräte, Maschinen und Einrichtungen
in Haushalt, Industrie und Landwirtschaft
Schalter, Hausinstallation, Elektromotoren in
verschiedenen Geräten, thermische elektrische
Haushaltsgeräte, Glühlampen und Leuchtstoffröhren,
Kühl- und Klimaanlagen. Gefahren des
elektrischen Stromes, Sicherungen, Schutzerdung,
Trenntrafo, Schutzschalter, Blitzschutzanlagen.
Zähler und Stromkosten.
Nachrichtentechnik
Telefon, Fernschreiber, Sprechfunk, Grundlagen
von Hör- und Bildfunk, Radar. Tonbandgeräte
und Schallplatten. Buchdruck und
Zeitungen.
Verkehrs- und Transportwesen
Straßen-, Bahn-, Schiffs- und Flugverkehrsmittel
und ihre Antriebs-, (Brems-) und Steuerungsmechanismen.
Physikalische und technische
Fragen der Raumfahrt. Physikalische Aspekte
der Verkehrserziehung.
Optische Technik
Fotografie und Film. Mikroskope, Projektionsgeräte
und Fernrohre.
Grundzüge der Regelungs- und Steuerungstechnik
Regelkreissysteme, ihre Elemente und Wirkungsweise
an einigen Beispielen.
Heizungstechnik
Brennstoffe, Heizungsanlagen, Wärmeisolation;
einfache Wärmebedarfsrechnungen. Feuerlöschgeräte.
Physikalisch-technische Aspekte der Wasserversorgung
und der Abwässer
Brunnen, Pumpen, Ortswasserleitung; Kanalisation.
Allgemeine Chemie
Der Aufbau der Materie. Gegenüberstellung
physikalischer und chemischer Vorgänge. Reinstoff,
Element, chemische Verbindung.
Molekülebegriff. Analyse, Synthese,
Chemische Zeichensprache. Atommasse, Mol.
Das Periodensystem der Elemente und Zusammenhänge
mit dem Atombau. Grundgesetze der
Chemie.
Chemische Bindung und Struktur chemischer
Verbindungen.
Elektronegativität, Wasserstoffbrückenbindung.
Wertigkeit.
Chemisches Gleichgewicht, Massenwirkungsgesetz,
Prinzip vom kleinsten Zwang. Löslichkeitsprodukt.
Stöchiometrie.
Säure-Base-Reaktionen, Ionenprodukt, pH-
Wert und Neutralisation, Hydrolyse, Pufferlösungen,
Indikatoren.
Redoxreaktionen, Oxidationszahl, elektrochemische
Reaktionen, Spannungsreihe, Elektrolyse,
galvanische Elemente, photochemische Reaktionen.
Komplexreaktionen. Salze. Erze, Erzaufbereitung,
Anreicherungsverfahren, Verhüttungsmethoden,
Legierungen.
Anorganische Chemie
Einige Nichtmetalle und ihre Gewinnung,
Eigenschaften und wirtschaftliche Bedeutung
Wasserstoff, Sauerstoff, Halogene, Stickstoff,
Schwefel, Phosphor und ihre Verbindungen.
Chemie der Handelsdünger. Silikate (Keramik,
Glas, Email) und Baustoffe.
Einige wirtschaftlich wichtige Metalle und
deren Gewinnung, Eigenschaften und Verwendung
Aluminium, Magnesium; Eisen, Stahl und
Stahllegierungen; Quecksilber; Edelmetalle.
Organische Chemie
Einführung in die Grundlagen der Chemie der
Kohlenstoffverbindungen. Kohlenwasserstoffe
und einige Derivate. Erdöl und Erdölprodukte.
Einige sauerstoffhaltige Verbindungen: Alkohole,
Phenole; Aldehyde, Ketone. Gerbvorgang.
Einige Carbonsäuren und ihre wichtigsten
Derivate: Fette, Seifen, Waschmittel.
Stickstoff- und schwefelhaltige Verbindungen
Nitroverbindungen, Amine und Amide, Aminosäuren.
Sulfonsäuren und Sulfonamide.
Kohlenhydrate, Holz als Rohstoff, Proteine und
Proteide.
Entstehung des Lebens. Ernährung (Zusammensetzung,
Zubereitung, Verdauung und Konservierung
der Nahrungsmittel).
Genußmittel, Suchtgifte. Lebensmittelkontrolle.
Farbstoffe: Lichtabsorption und Zustandekommen
der Farbe; einige Farbstoffe und Färbeverfahren.
Kunststoffe und Kunstfasern: Polymerisate,
Polykondensate, Polyaddukte. Gemeinsame Eigenschaften
hochmolekularer Stoffe. Rohstoffe, Herstellungsverfahren
und Verwendung in Übersicht.
Organische Reaktionen, Stereochemie organischer
Moleküle, Probleme der Strukturbestimmung.
Biologie und Umweltkunde
Lebensvorgänge bei Pflanzen und Tieren
Aufbau der Zelle und Zellvorgänge, Kriterien
des Lebens. Selbständige Zellen und spezialisierte
Zellen. Zellen im pflanzlichen und tierischen Gewebeverband.
Pflanzliche und tierische Organe
und Organsysteme. Grundtypen der Lebewesen;.
Fortpflanzung und Entwicklungsvorgänge bei
Pflanzen und Tieren. Pflanzen- und Tierökologie.
Stoffwechsel. Hormonale Regulation. Sinnesleistungen.
Nervenphysiologie. Bewegung und
Verhalten. Vererbung und Genom-Änderung.
Evolution.
Haustiere und Nutztiere und ihre Haltung und
Zucht. Nutzpflanzen in Feld-, Wald-, Garten-,
Obst- und Weinkulturen. Pflanzenzüchtung.
Schädlingsbekämpfung.
Der geologische Aufbau Österreichs. Wirtschaftlich
nutzbare Minerale und Gesteine.
Natur- und Landschaftsschutz.
Übungen im Erkennen und Bestimmen von
heimischen Mineralien, Gesteinen, Pflanzen und
Tieren.
Einführung in verschiedene Techniken naturwissenschaftlichen
Arbeitens : Beobachten, Untersuchen,
Experimentieren, Gebrauch von Mikroskop
und Mikroprojektor usw.
Gesundheitslehre
Bau und Funktion der Organe des menschlichen
Körpers. Das Werden und Reifen des Menschen.
Physiologische Voraussetzungen der Sexualerziehung.
Humangenetik und Erbhygiene. Grundzüge
der Entwicklungsgeschichte des Menschen.
Gesundheitliche Schäden durch Gewohnheits-,
Rausch- und Suchtgifte. Medikamentenmißbrauch.
Infektions- und Volkskrankheiten. Persönliche
Gesundheitspflege. Öffentliche Einrichtungen zur
Erhaltung der Gesundheit.
Unfallverhütung. Erste Hilfe und Hauskrankenpflege.
Grundtatsachen der Verhaltensforschung mit
besonderer Bezugnahme auf die Verhaltensweisen
des Menschen.
k) Lebens- und berufskundlicher
Studienbereich
Bildungs- und Lehraufgabe
Der Mensch als Individuum und als Mitglied
der verschiedenen Sozietäten sowie als Produzent
und Konsument materieller und geistiger Güter.
Das Zusammenspiel von Freiheit und Ordnung,
von Bedürfnissen und Angeboten, von Rechten
und Pflichten.
Richtungen und Stufen menschlicher Selbstverwirklichung
und Sinnfindung: Verständnis für
Emanzipations- und Sozialisationsprozesse. Berufspraktische
Anforderungen und Berufswahl.
Lebens- und berufskundliche Einsichten in die
Vielfalt von Beziehungen, durch die das Leben
der Jugendlichen bestimmt wird, als Voraussetzung
der gesamten Erziehungsarbeit im Polytechnischen
Lehrgang.
Möglichkeiten einer sinnvollen Konzentration
mit wirtschaftskundlichen, sozialen und religiösen
Fragestellungen im Hinblick auf die wissenschaftlichen
und technischen Bedingungen der bestehenden
und veränderbaren menschlichen Verhältnisse.
Lehrstoff
Lebenskunde
Mensch und Gesellschaft
Der Mensch in der gesellschaftlichen Ordnung.
Familie, Nachbarschaft, Klassengemeinschaft,
Klubs, Vereine, Arbeitsgemeinschaften und Berufsverbände,
Gemeinde, Land, Staat. Überblick
über die wichtigsten Gesellschaftssysteme und die
Lebensprobleme anderer Völker. Rechtsleben
und Rechtsfragen des Alltags, insbesondere das
Jugendschutzgesetz und das Jugendstrafrecht. Die
öffentliche Meinung und die Mitverantwortung
des einzelnen für sie. Selbstverwirklichung und
Sinnfindung
Das für eine gesunde Lebensführung erforderliche
Wissen aus der Somatologie und Hygiene;
Verständnis für die Fragen richtiger Kleidung,
der Mode und der Schönheitspflege. Fragen der
Sexualerziehung, der Familienführung und der
Wohnungsgestaltung. Freizeitgestaltung und
Kulturkonsum; sinnvolle Verwendung der
Massenmedien. Vertrautheit mit Fragen der
Wirtschaftsführung und der Geldgebarung im
Haushalt sowie des allgemeinen Konsums. Auseinandersetzung
mit Problemen der Berufswahl
und der Arbeitsmoral. Einrichtungen der Erwachsenenbildung.
Pflege des Gemeinschaftslebens.
Berufskunde und Praktische Berufsorientierung
Allgemeine Berufskunde
Vertrautheit mit den Begriffen der allgemeinen
Berufskunde (Beruf, Berufswahl, Berufsinteressen,
Berufsanforderungen, Berufsfelder, Feststellen der
Berufseignung) sowie Einsichten in die Grundlagen
der Arbeitsleistung. Überblick über die gesetzlichen
Grundlagen der Berufsausbildung,
Berufsausbildungsgesetz, Sozial- und Arbeitsrecht
(Grundlagen aus dem Arbeitsvertragsrecht der
Arbeitsverfassung, dem Arbeitsschutz, der Arbeitsgerichtsbarkeit
und der Sozialversicherung).
Kenntnis der beruflichen Organisationen und
Interessenvertretungen. Gewerbebehörden, Kammern,
Arbeitsgerichte, Arbeitsamt und Berufsberatung.
Möglichkeiten der schulischen und
außerschulischen Weiterbildung.
Berufe und Berufsgruppen
Die wichtigsten Berufe der einzelnen Wirtschaftszweige
Berufe in der Land- und Forstwirtschaft, der
Nahrungs- und Genußmittelerzeugung, Textil-
und Bekleidungsberufe, Holzberufe sowie Berufe
der Papiererzeugung und Papierverarbeitung,
Elektroberufe, Metallberufe, Berufe im Bereich
der Chemie, Berufe im Bau- und im Bauhilfsgewerbe,
Handelsberufe, Fremdenverkehrsberufe,
Sozialberufe, Der öffentliche Dienst. Elementares
Wissen über volks- und betriebswirtschaftliche
Zusammenhänge und Begriffe. Konsumentenerziehung.
Vorbereitung und Durchführung berufskundlicher
Betriebsbesichtigungen sowie deren
Auswertung.
FACHDIDAKTIK DES ZWEITEN FACHGEGENSTANDES
a) Fachdidaktik Geschichte
und Sozialkunde
Bildungs- und Lehraufgabe
Die Fachdidaktik Geschichte und Sozialkunde
soll einen Einblick in die Theorien der Umsetzung
der Lehrinhalte des Fachgegenstandes in den
Unterricht des Lehrfaches Geschichte und Sozialkunde
der Hauptschule geben und die Beherrschung
des Aufgabengefüges der Planung, Durchführung
und Kontrolle sicherstellen.
Lehrstoff
Weckung des Interesses und Verständnisses für
die Dimensionen des Historischen als Ergebnis
gemeinsamer Erinnerung; als rational erklärbares
Geschehen, das mehr als Veränderung, Wandel
und Entwicklung darstellt; als komplexes Bedingungsgefüge
vieler, sehr unterschiedlicher
Faktoren; als geistige Betätigung, die die Welt
auf besondere Weise zu begreifen sucht; als
Geschichtlichkeit, die jene Schichten aufdeckt,
aus denen die einzelnen Züge des Gegenwärtigen
verständlich werden; als Existenzerfahrung des
Menschen.
Weckung des Interesses und Verständnisses für
die Dimensionen des Sozialen und Politischen
als Ergebnis gemeinsamen Handelns; als Geistes- und
Willenstätigkeit, die die Welt auf besondere
Weise zu verstehen und zu gestalten sucht; als
Vielzahl von Sachbereichen und Sachaufgaben,
die das Leben des einzelnen wie das der Gesellschaft
bestimmen.
Vermittlung von Einsichten in historische, gesellschaftliche,
politische und kulturelle Zusammenhänge
und Befähigung zu selbständigem und
kulturellem Denken und Stellungnehmen.
Hinführung zu einem den Mitmenschen und
der Gemeinschaft gegenüber verantwortungsvollem,
auf demokratischer Gesinnung beruhendem
Handeln, insbesondere im Hinblick
auf Konfliktbewältigung und tolerantes Verhalten,
Friedenserziehung und Völkerverständigung,
Erziehung zum mündigen Staatsbürger.
Kriterien der Unterrichtsvorbereitung und Stoffauswahl
Berücksichtigung der sachstrukturellen Gegebenheit
des Lehrstoffes. Beachtung der psychologischen
Voraussetzungen des Geschichtsverständnisses
im Kind. Lebensverwertbarkeit ge-
schichtlicher und S02ialkundlicher Erkenntnisse,
2. B. Verständnis für das Zeitgeschehen, Einsicht
in die Triebkräfte politischen und sozialen
Handelns, Hilfe beim Aufbau einer Wertwelt im
Schüler, Suche nach besseren Wegen der Daseinsbewältigung
in der Zukunft. Bedeutung und
Übung der schriftlichen und mündlichen Fixierung
der angestrebten Lehr- und Lernziele.
Methoden des Unterrichts in Geschichte und
Sozialkunde
Bedeutung der Motivation für den Geschichtsunterricht.
Formen der Darbietung. Die Erzählung
des Lehrers und ihre technischen Ersatzformen.
Der historische Bericht, das Sachbuch,
die Zeitung als Geschichtsquelle, der Fernsehbericht,
Hörspiele, Schulfunk, das Interview.
Die Geschichtsquelle als Sachobjekt, Text oder
Bild; Lehrwanderungen, Museumsbesuche.
Formen der Erarbeitung im Klassenverband
oder in Gruppen
Die verbalen Arbeitsformen: das entwickelnde
Lehrverfahren, das Unterrichtsgespräch, die
Partnerarbeit, die Diskussion und szenische Darstellung,
das historische Rollenspiel. Die Arbeit
mit Karten, Texten und Bildern. Versuche der
Interpretation. Sachgerechte Auswertung statistischen
Materials. Erstellen und Kommentieren von
Zeitstreifen und zusammenfassenden Übersichten.
Unter Berücksichtigung der Sozialformen ist
eine Erfolgssicherung im Geschichtsunterricht
anzustreben und zielstrebig durchzuführen.
Arbeitsmittel und Medien des Geschichtsunterrichtes
Das Lehr-, Lern- und Arbeitsbuch; die zeitgeschichtliche
Sammlung; Lehrprogramme;
synoptische Tabellen und Übersichten; Historische
Wandkarten und Wandbilder. Das Tafelbild,
die Tafelskizze, Diapositive, Filme, Tonbänder,
Schallplatten, Schulfunk; Oberhead-Folien im
Überdeckverfahren, Magnetton- und Magnetbildbänder,
die Tonbandkartei.
Kenntnis der Gesichtspunkte für die Beurteilung
und den Einsatz der Arbeitsmittel und
technischen Medien. Aufbau und Wartung der
Lehr- und Arbeitsmittelsammlung.
Methodische Gestaltungsmöglichkeiten von
Lehrausgängen und anderer besonderer Unterrichtsorganisationen
Besuch historischer Stätten (Vorbereitung und
Auswertung); Denkmalschutz; Museen und Ausstellungen;
Feste und Schulfeiern; der Nationalfeiertag.
Zusammenarbeit mit außerschulischen
Organisationen: Heimatmuseen, Volksbildungsvereinigungen.
Der Lehrer als Heimatforscher.
Messung und Beurteilung mündlicher und
schriftlicher Schülerleistungen.
b) Fachdidaktik Geographie und Wirtschaftskunde
Bildungs- und Lehraufgabe
Der Fachdidaktik kommt die Aufgabe zu, Einblicke
in die unterrichtlichen Theorien der Umsetzung
fachspezifischer Bildungsaufgaben und
Lehrinhalte der Geographie und Wirtschatfskunde
zu geben und Voraussetzungen für ein
schulpraktisch anwendbares, methodenbewußtes
Lehrverhalten zu schaffen.
Lehrstoff
Grundzüge der Entwicklung und Stellung der
Geographie als Wissenschaft und Schulfach.
Inhalte, Methoden, Beziehungen zu den Nachbardisziplinen.
Die Bezugswissenschaften der Wirtschaftskunde.
Neue Lernbereiche und Problemfelder.
Aufgaben für die Gesellschaft.
Interpretation der allgemeinen Bildungsziele
und didaktischen Grundsätze des Lehrplanes an
Hauptschulen, der Zielsetzungen und Inhalte für
das Unterrichtsfach Geographie und Wirtschaftskunde.
Analyse, Vergleich und kritische Reflexion
alternativer Lehrplankonzepte. Diskussion von
Geographie-Curricula. Probleme der Lehrstoffverteilung.
Erschließung von Beiträgen der Geographie
und Wirtschaftskunde für politische Bildung
(Weckung des Verständnisses für kommunale,
Staats-, wirtschafts- und weltpolitische Probleme;
Verantwortungsbewußtsein des Menschen gegenüber
der Natur u. ä.).
Aufbereitung und Vermittlung des komplexen
Gefüges der raumbedingten Natur- und Humanfaktoren
an Beispielen.
Aufschließung geographisch-wirtschaftlicher
Grundeinsichten, Strukturen, Prozesse, Regelhaftigkeiten,
Ordnungssysteme, Konflikt- und
Entscheidungssituationen. Einblicke in die
Arbeitswelt des wirtschaftenden Menschen. Berücksichtigung
der für das Fach und in den
Altersstufen spezifischen pädagogisch-psychologischen
und pädagogisch-soziologischen Voraussetzungen.
Auseinandersetzung mit den Unterrichtsformen,
Verfahren und dem Instrumentarium fachspezifischer
Lehr- und Lernmethoden. Vermittlung und
Entwicklung eines methodenkritischen Bewußtseins.
Strategien und Planungswege zu Unterrichtseinheiten.
Didaktische Grundlegung, Formulierung,
Gliederung und Operationalisierung von
Lernzielen. Kriterien thematischer Unterrichtskonzepte
und der stufengemäßen Stoffauswahl.
Gestaltung von Unterrichtsentwürfen. Systematisierung
und Materialisierung des Unterrichtsablaufes.
Probleme der Planung und Realisierung
von Unterricht.
Sensibilisierung für fächerübergreifende Kooperationsmöglichkeiten.
Analyse, Organisation, Einsatz und Auswertung
von audiovisuellen Medien im Fachbereich.
Möglichkeiten des Medienverbundes.
Vermittlung unterrichtsrelevanter Techniken
des Beobachtens, Orientierens, der Arbeit mit
Karten und Globen, der grafischen und zeichnerischen
Darstellung und Herstellung von Arbeitsmitteln.
Vermittlung von Einsichten in die Problematik
der Effizienz von Lernprozessen. Unterrichtsbeobachtung
und Lehrverhalten. Fragen der
Absicherung des Unterrichtsertrages. Analyse,
Differenzierung und Messung von Leistungen.
Kenntnisse der Bestimmungen über die Leistungsfeststellung
und Leistungsbeurteilung im Fachgegenstand.
Entwurf, Durchführung, Analyse
und Auswertung von informellen Tests.
Erschließung von Möglichkeiten eines weiterführenden
fachspezifischen Bildungserwerbs.
Kritische Analyse und Auswertung der Fachliteratur.
Probleme der Lehrerfortbildung.
Kenntnis der Amts- und Sicherheitsvorschriften,
der Voraussetzungen und Probleme des Aufbaues
und der Ausgestaltung von Unterrichtsräumen,
Lehr- und Arbeitsmittelsammlungen.
Organisatorisch, fachlich und methodisch zielführende
Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung
von Schulveranstaltungen (Lehrwanderungen,
Betriebsbesichtigungen, Wandertage,
Schullandwochen u. a.).
c) Fachdidaktik Biologie und Umweltkunde
Bildungs- und Lehraufgabe
Die Fachdidaktik des Unterrichts in Biologie
und Umweltkunde soll einen Einblick in die
Theorien der Umsetzung der Lehrinhalte des
Fachgegenstandes in den Unterricht Biologie und
Umweltkunde geben und die Beherrschung des
Aufgabengefüges der Vermittlung sicherstellen.
Lehrstoff
Die Fachdidaktik muß mit den Lehrplanforderungen
des Gegenstandes Biologie und Umweltkunde
vertraut machen.
Solche Forderungen sind : Erwerben von Formenkenntnissen;
Finden ordnender Gesichtspunkte;
Verknüpfen von Bau und Funktion;
Aufsuchen von Zusammenhängen zwischen
Lebensweise, Lebensraum, Vermehrung und
Verbreitung; Aufzeigen der Bedeutung der
Verhaltensweisen für die Erhaltung der Art;
Ableiten der Regeln für eine gesunde Lebensführung
aus der Erkenntnis der Ganzheitsstruktur
des Menschen; Gewinnen eines Einblicks in den
geologischen Aufbau Österreichs.
Erlernen und Üben der naturwissenschaftlichen
Arbeitsweisen des Betrachtens, Beobachtens,
Untersuchens, Vergleichens und Experimentierens,
des Führens von Protokollen, des Lesens
und Aufsteilens von Tabellen, des Deutens und
Anfertigens abstrakter Darstellungen. Erwerben
der für die naturwissenschaftlichen Arbeitsweisen
notwendigen manuellen Fertigkeiten.
Aufbau und Auswahl des Lehrstoffes gemäß
den jeweils geltenden Lehrplänen sind sachstrukturell
und methodisch auf Grund der
geistigen Fähigkeiten, des Entwicklungsstandes
und der Interessen der Schüler für die einzelnen
Klassen zu erschließen, sowie Kriterien für die
Auswahl zu erarbeiten.
Probleme von Stoffverteilungen. Kriterien der
Unterrichtsvorbereitung. Analyse und Planung
von Lehrstoffverteilungen unter den Aspekten
einer altersgemäßen Behandlung sowie einer
ständigen stufengerechten Erweiterung und Vertiefung
der Lehrinhalte durch alle Schuljahre.
Koordination mit dem Ablauf der Jahreszeiten.
Berücksichtigung der durch die Lage der Schule
gegebenen besonderen Umweltbedingungen. Bezugnahme
zu aktuellen Problemen der Umwelt
und der Volksgesundheit. Beachtung sachlichwissenschaftlicher,
methodisch und organisatorischer
Komponenten sowie der didaktischen
Grundsätze bei der Unterrichtsvorbereitung.
Insbesondere ist das Setzen von Schwerpunkten
sowie das Aufstellen und Operationalisieren von
Lernzielen zu üben.
Unterrichtsmethoden des Unterrichts in Biologie
und Umweltkunde. Individual- und Sozialformen
des Unterrichts: Gruppenunterricht,
Partner- und Einzelarbeit. Arbeit am Objekt.
Arbeitsunterrichtliches Lehrgespräch. Darbietung
durch Lehrer und Schüler. Üben naturwissenschaftlicher
Arbeitsweisen. Arbeit mit Texten
und Arbeitsblättern.
Arbeitsmittel und Medien des Unterrichts in
Biologie und Umweltkunde. Der Einsatz von
Naturobjekten (lebende Pflanzen und Tiere;
Biologien; Holzproben, Skelette und andere
Teile von Pflanzen und Tieren; Minerale, Gesteine
Fossilien), von Präparaten verschiedener Art,
von gegenständlichen Darstellungen (Lauf- und
Stehbilder, Wandtafeln, Tafelzeichnungen), von
Symbolen (Modelle, Skizzen, schematische Darstellungen
größerer Zusammenhänge). Anlegen
und Instandhalten von Schau- und Arbeitssammlungen.
Sinn des Sammeins und richtig
gelenkte Sammeltätigkeit. Bedeutung einer ortskundlichen
Sammlung. Anfertigen von Frisch-
und Dauerpräparaten. Einrichten und Pflegen
von Aquarien und Terrarien. Durchführung von
Keimversuchen. Pflege von Zimmerpflanzen.
Gestalten von Ausstellungen.
Spezifische Beiträge des Unterrichts in Biologie
und Umweltkunde zu umfassenden Bil-
dungs- und Lehraufgaben der Hauptschule.
Vermitteln von Grundwissen und Grundeinsichten
als Beitrag zum Aufbau eines Weltbildes.
Positive Einstellung zum Lebendigen,
Achtung vor der Eigenart jeden Lebewesens,
Liebe zur Natur. Verantwortlichkeit gegenüber
dem Leben; Selbstverständnis des Menschen;
Verständnis für die Umweltverhältnisse und
Fähigkeit, sie kritisch zu beurteilen. Einflüsse
der Technik auf die Landschaft. Entwicklung
eines Umweltbewußtseins.
Messung und Beurteilung mündlicher und
schriftlicher Schülerleistungen im Unterricht in
Biologie und Umweltkunde. Schülerbeobachtung,
Schülermitarbeit, Schülereinstellung bei der Erarbeitung
neuer Erkenntnisse, Arbeitshaltung
des Schülers, informelle Tests, schriftliche und
mündliche Wiederholungen.
Methodische Gestaltungsmöglichkeiten von
Lehrausgängen und besonderen Unterrichtsveranstaltungen.
Lehrausgänge zu verschiedenen
Jahreszeiten. Tiergartenbesuche. Museums- und
Ausstellungsbesuche. Besuche von Einrichtungen
des Umweltschutzes. Schullandwochen.
d) Fachdidaktik Physik und Chemie
Bildungs- und Lehraufgabe
Die Fachdidaktik soll einen Einblick in die
Theorien der Umsetzung der Lehrinhalte des
Fachgegenstandes in den Physik/Chemie-Unterricht
der Hauptschule geben und die Beherrschung
des Aufgabengefüges der Vermittlung
sicherstellen.
Lehrstoff
Die Fachdidaktik hat mit den einzelnen Teilaufgaben
des Physik/Chemie-Unterrichts an der
Hauptschule vertraut zu machen. Solche Teilaufgaben
sind: die Schüler zu lehren, Vorgänge
in der Umwelt auch unter physikalischem oder
chemischem Aspekt zu sehen; den Schülern
zu helfen, Erfahrungen zu machen und Kenntnisse
zu erwerben über Einzelphänomene in der
Natur und deren kausale Verknüpfung sowie
über Zweck und Aufbau technischer Einrichtungen;
dieses Wissen in einer Struktur aus
Begriffen, Gesetzen, Theorien und Modellvorstellungen
zu ordnen und für Erklärungen und
Voraussagen im Zusammenhang mit neuen
Beobachtungen anwenden zu lernen; die Alltagssprache
allmählich durch eine präzisere Fachsprache
zu ergänzen und an einigen Beispielen
zu erfahren, was die Mathematik für die Formulierung
von Gesetzen leistet; die Wirkungsweise
technischer Geräte und Einrichtungen sowie
wichtige technische Prozesse mit Hilfe physikalischer
und chemischer Gesetze erklären zu
lernen; durch möglichst selbständiges Entdecken
bzw. Nacherfinden die besonderen Methoden
der Naturwissenschaften und der Technik kennenzulernen
und die Äußerung kreativer Verhaltensweisen
als befriedigend zu erleben (z. B. Hypothesen
finden und prüfen); frühzeitig grundlegende
wissenschaftliche Einstellungen zu erwerben,
von denen erwartet wird, daß sie auch
im gesellschaftlichen Leben von Nutzen sind
Objektivität, Suspension des Urteils u. a.; in
ersten Ansätzen über Ziele, Ergebnisse, Methoden,
Möglichkeiten und Grenzen sowie über
die Bedeutung von Naturwissenschaft und Technik
für den Menschen zu reflektieren.
Der Aufbau des Lehrstoffes gemäß den jeweils
geltenden Lehrplänen ist sachstrukturell und
methodisch für die einzelnen Klassen zu erschließen.
Ein besonderes Gewicht ist auf eine enge Verbindung
mit Beobachtungen und Erfahrungen
aus dem Alltag sowie auf eine ausreichende
experimentelle Fundierung zu legen.
Probleme von Stoffverteilungen. Kriterien der
Unterrichtsvorbereitung. Möglichkeiten der Aufteilung
des Lehrstoffes auf größere und kleinere
Zeitabschnitte innerhalb eines Schuljahres und
dabei zu beachtende Kriterien: Konzentration
mit anderen Fächern, jahreszeitliche Bedingungen,
Gewichtung der Inhalte, Einplanen von Zeiträumen
für Wiederholung, Übung und Ergebniskontrolle
u. a.
Vorschläge für die Gestaltung in bezug auf
Inhalte und äußere Struktur (Sachanalyse als
Struktur des Inhalts, Begründung und Formulierung
präziser und konkreter, wenn möglich
überprüfbarer Lernziele und Verwendung der
angebotenen Möglichkeiten ihrer Klassifikation;
Verlaufsplanung usw.). Praxisnahe Formen der
täglichen Unterrichtsvorbereitung.
Unterrichtsmethoden des Physik/Chemie-
Unterrichts. Grundlage für die methodischen
Überlegungen ist die Struktur der Erkenntnisse
und Erkenntniswege in Physik und Chemie.
Neben motivations-, denk- und lernpsychologischen
Erkenntnissen sind vor allem auch
Aspekte des sachstrukturellen Entwicklungsstandes
mit zu berücksichtigen sowie didaktische
Grundsätze der Unterrichtsgestaltung und Ergebnisse
der empirischen Unterrichtsforschung zur
Effektivität von Unterrichtsmethoden im Physik/
Chemie-Unterricht: Konzeptionen und Ansätze
für den Physik/Chemie-Unterricht. Artikulationsschemata
für Grundformen der Erstbegegnung,
der Wiederholung, Übung und Anwendung im
Unterricht. Sozialformen, ihr didaktischer Ort
und ihre Organisation im Physik/Chemie-Unterricht
Einzel-, Partner-, Gruppen- und Klassenarbeit
(insbesondere Schülergruppenexperiment,
Unterrichtsgespräch). Möglichkeiten der Differenzierung
im Physik/Chemie-Unterricht. Einsatzmöglichkeiten
der programmierten Instruktion.
Bedeutung des Lehrerverhaltens für bestimmte
Realisationsformen des Physik/Chemie-Unterrichts.
Arbeitsmittel und Medien im Physik/Chemie-
Unterricht. Kenntnis von Demonstrations- und
Schülerexperimentiergeräten. Tafeln und Wandbilder.
Lehrmittel: Kenntnis der approbierten Lehr-,
Lern- und Arbeitsbücher. Ihre Funktion im
Unterricht. Kriterien für ihre Beurteilung.
Technische Medien: fachspezifische Aspekte
ihres Einsatzes (Dia- und Overhead-Projektor, Episkop,
Stumm- und Tonfilm u. a.).
Aufbau und Instandhaltung der Lehrmittelsammlung
(Organisation der Geräte und Materialien
im Sammlungsraum). Kenntnis der Sicherheitsvorschriften
für die Aufbewahrung und
Handhabung giftiger, explosions- und feuergefährlicher
Stoffe. Modelle zur Einrichtung von
Unterrichts räumen für den Physik/Chemie-Unterricht.
Kriterien für die Beurteilung der Funktionstüchtigkeit.
Spezifische Beiträge des Physik/Chemie-Unterrichts
zu umfassenden Bildungs- und Lehraufgaben
der Hauptschule.
Überlegungen zur Begründung und Rechtfertigung
des physikalisch-chemisch-technischen
Unterrichts.
Bedingungen, Möglichkeiten und Grenzen des
Physik/Chemie-Unterrichts, an der Erreichung
von Globalzielen mitzuwirken, wie Kommunikations-
und Handlungsfähigkeit und -bereitschaft,
Kritik- und Urteilsfähigkeit, Verantwortungs-
und Kooperationsfähigkeit und -bereitschaft,
Fähigkeit und Bereitschaft zu Veränderung
u. a.
Messung und Beurteilung mündlicher und
schriftlicher Schülerleistungen im Physik/Chemie-
Unterricht.
Unterrichtspraktische Organisationsformen ;
Vorteile, Schwierigkeiten und Grenzen der
Messung und Beurteilung mündlicher Schülerleistungen.
Kenntnis verschiedener Antwortformen
für informelle Tests sowie von Kriterien
ihrer Einsatzmöglichkeiten. Erstellen, Auswerten
und Beurteilen informeller Tests zur
Prüfung der Lernzielklassen Wissen, Verstehen
und Anwenden sowie von Funktionszielen.
Schülerleistungen als Grundlage für die Zeugnisnote.
Methodische Gestaltungsmöglichkeiten für
Lehrausgänge und andere besondere Formen
der Unterrichtsorganisation.
Lehrausgängen, Betriebsbesichtigungen, Beobachtungen
und Experimente im Freien; ihre
didaktische Begründung, ihre Vorbereitung,
Durchführung und Auswertung.
e) Fachdidaktik Musikerziehung
Bildungs- und Lehraufgabe
Die Fachdidaktik Musikerziehung hat das
Grundlagenverständnis zu vermitteln, das dazu
befähigt, die Lehrinhalte des Unterrichtsgegen-
Musikerziehung an der Hauptschule in die Unterrichtspraxis
umzusetzen.
Die Auseinandersetzung mit den Lehrinhalten
der Fachdidaktik hat insbesondere folgende
Ziele
Erkennen der Wechselwirkungen und der Zusammenhänge
zwischen Stoffauswahl und Methodenwahl
unter Beachtung schulorganisatorischer
Gegebenheiten; didaktische und methodische
Analyse von Unterrichtssequenzen; methodische
Erschließung und Variation didaktischer Ansätze;
Anwendung methodischer Modelle auf unterschiedliche
didaktische Inhalte.
Lehrstoff
Die Teilbereiche des Unterrichtsgegenstandes
Musikerziehung und deren mögliche Verflechtung
innerhalb von Unterrichtseinheiten durch entsprechende
didaktische Auswahl und methodische
Formgebung.
Musikpflege
Singen und Musizieren in den vielfältigen
Formen der Wiedergabe und des schöpferischen
Umgangs im vokalen, instrumentalen und tontechnischen
Bereich.
Musikkunde
Lernstoffe mit kognitiven Lernzielen als Noten-,
Melodie-, Harmonie- und Formenlehre, Musikgeschichte
und Werkkunde; Inhalte, die durch
Lebensnähe und Aktualitätsbezug Lernmotivationen
schaffen und deren methodische Erschließung;
Notenschrift und Notationsweisen als
methodische Hilfen der optischen Wahrnehmung
des Klanggeschehens für das Singen; Musizieren
und Hören; musikhistorische und kulturkundliche
Aspekte zur Verstärkung der Motivation beim
Singen, Musizieren und bei aktivem Hörverhalten.
Musikhören
Musikhören als Bildungsinhalt, als Freizeitverhalten
und als Mittel zur Einübung kritischen
Hörverhaltens.
Der Aufbau des Lehrstoffes gemäß den jeweils
geltenden Lehrplänen ist sachstrukturell und methodisch
für die einzelnen Schulstufen zu erschließen.
Die Lehrplanbestimmungen als Ausgangspunkt
für didaktische Modelle und unterschiedliche
Lehrwege (einschließlich der Freigegenstände
Chorgesang und Spielmusik).
Probleme von Stoffverteilungen. Kriterien der
Unterrichtsvorbereitung. Vorbereitung und
Nacharbeit. Konkretisierung und Operationalisierung
von Lernzielen. Methodische und didaktische
Analyse als Kern der Unterrichtsvorbereitung.
Jahreslehrstoffverteilung, Unterrichtsplanung (einschließlich
der Freigegenstände).
Unterrichtsmethoden der Musikerziehung
Wichtige fachterminologische Begriffe der
Musikdidaktik. Einführung in das Studium und
den ständigen Gebrauch der Fachliteratur und
der Fachzeitschriften. Methodische Modelle zur
unterrichtspraktischen Erschließung von musikkundlichen
Begriffen. Methodisch-didaktische
Problemkreise zu den Funktionsfeldern Musikpflege
und Musikhören, aufgezeigt an folgenden
unterrichtspraktischen Situationen: Singen im
Dienste der Werkbegegnung (stimmlicher Mit-
und Nachvollzug) und der Liederarbeitung (nachschöpferische
Synthese); Möglichkeiten der
vokalen und/oder instrumentalen Mehrstimmigkeit;
das spontane Singen; Stimmschulung, Anleitung
zur Behandlung von Stimmhemmungen,
Singen mit Mutanten.
Der Einsatz der Lehrer- und Schülerinstrumente
in Verknüpfung mit Singen und Musikhören;
die Einsatzmöglichkeiten und methodischen
Grundlagen des Orff-Instrumentariums; Geräusch-,
Schall- und Klangexperimente; schöpferischer
Umgang mit elektro-akustischen Geräten.
Lehrverfahren und Lehrwege zum „bewußten"
Musikhören; traditionelle entwicklungspsychologisch
und bildungstheoretisch orientierte Lehrwege
und medienpädagogisch ausgerichtete didaktische
Ansätze und deren methodische Modelle.
Arbeitsmittel und Medien der Musikerziehung
Anleitung zur Analyse und zum kritischen Vergleich
von Lehrwerken und Liedsammlungen;
Lern-, Arbeits- und Anschauungsmittel und ihr
methodengerechter Einsatz (Notenflanell,
Glockenturm, Tafelbild, Tonband, Schallplatte,
Dias, Overheadprojektor, Schulfunk, Schulfernsehen);
Instandhaltung von Instrumenten, Aufbaumöglichkeiten
eines Orff-Instrumentariums ;
Auswahlkriterien bei der Anschaffung von elektroakustischen
Geräten; Anleitung zum Aufbau einer
Diskothek, Phonothek; Herstellen von Hörmaterialien
mit einfachsten Mitteln (Speicherung,
Katalogisierung, Montage).
Die allgemeinen Bildungsziele und didaktischen
Grundsätze des Lehrplanes der Hauptschule und
ihre anteilige Verwirklichung in den Bildungs- und
Lehraufgaben des Unterrichtsgegenstandes
Musikerziehung (z. B.: Teilnahme am Kulturleben,
Gemeinschaftserziehung, Konsumerziehung,
Medienpädagogik, Freizeitverhalten).
Messung und Beurteilung mündlicher und
schriftlicher Schülerleistungen. Lernzielorientierte
Tests, Übungs- und Arbeitsblätter zur Lernkontrolle,
Kriterien ihrer Verwendbarkeit für die
fachspezifischen Probleme der Benotung; Begabung,
Motivation, Arbeitshaltung und
Leistungswille in den Teilbereichen der Musikerziehung
und ihr Stellenwert zur Ermittlung
der Gesamtnote; einschlägige Vorschriften über
Prüfen und Klassifizieren.
Methodische Gestaltungsmöglichkeiten von
Lehrausgängen und anderen besonderen Unterrichtsveranstaltungen.
Planung, Vorbereitung, methodische Erschließung
und Auswertung von Hörerziehungsstunden
und Konzertbesuchen; das Österreichische
Jugendsingen; der Anteil der Musikerziehung bei
Schullandwochen, Wandertagen, Schikursen sowie
bei der Fest- und Feiergestaltung des schulischen
und öffentlichen Lebens; Möglichkeiten
der Zusammenarbeit mit außerschulischen Institutionen
der Jugenderziehung (Theater der
Jugend, Musikalische Jugend, Schallplattenklub,
Musikschulen und Volkshochschulen, Jugendzentren).
f) Fachdidaktik
Bildnerische Erziehung
Bildungs- und Lehraufgabe
Die Fachdidaktik Bildnerische Erziehung soll
einen Einblick in die Theorien der Umsetzung
der Lehrinhalte des Fachgegenstandes in den
Unterricht aus Bildnerischer Erziehung an der
Hauptschule geben und die Beherrschung des
Aufgabengefüges der Vermittlung sicherstellen.
Lehrstoff
Die Fachdidaktik hat mit den einzelnen Teilaufgaben
des Unterrichts aus Bildnerischer Erziehung
an der Hauptschule vertraut zu machen
Erarbeitung und Anwendung eines strukturalen
Instrumentariums, um die bildnerische Sprache
als Ausdruckstechnik gebrauchen zu können;
um an der bildnerischen Kultur reflektierend teilnehmen
zu können und eine den bildnerischen
Bereichen entsprechende Verhaltensweise zu entwickeln.
Orientierung, Kritik und Veränderungsfähigkeit
im Umweltbereich. Die Rolle des Menschen
als Produzent und Konsument von ästhetischen
Objekten.
Psychologische, anthropologische, soziologische
und kunstpädagogische Grundlagen der Bildnerischen
Erziehung im Kindes- und Jugendalter.
Kunstpädagogische Theorien.
Der Aufbau des Lehrstoffes gemäß den jeweils
geltenden Lehrplänen ist sachstrukturell und
methodisch für die einzelnen Klassen zu erschließen.
Probleme von Stoffverteilungen. Kriterien der
Unterrichtsvorbereitung. Beschreibung und Konstruktion
plangebundener und effektiver Lehr-
und Lernprozesse in der Bildnerischen Erziehung;
kognitive, affektive und sensumotorische Verhaltenserwartungen;
Lernzielkatalog im kognitiven
und sensumotorischen Bereich; Probleme
der praktischen Erarbeitung des strukturalen
Instrumentariums ; Erörterung bildnerischer
Problemlösungen und ihrer Bedingungen in verschiedenartigen
Objekten; Problemfindung —
Problemstellung; Abhängigkeit der didaktischen
Entscheidungen von anthropologischen, psychologischen
und sozio-kulturellen Bedingungen;
Situationsanalyse, Verhaltensanalyse und Sachanalyse
und deren Zusammenhänge; Material
und Verfahrensaspekte, strukturale Aspekte, Frage
der Organisation.
Unterrichtsmethoden der Bildnerischen Erziehung.
Entscheidungen und Maßnahmen des
Lehrers, die auf ein Erlernen der bildnerischen
Denkart und des bildnerischen Handelns zielen.
Diese Maßnahmen beziehen sich auf kognitives
und sensumotorisches Strukturieren, auf
Strukturieren-Kommunizieren-Produzieren und
auf den Zusammenhang von Prozeß und Produkt,
von Lernprozeß und kreativem Prozeß.
Methodenkonzept, Aktionsform, Sozialform
und deren Zusammenhang.
Arbeitsmittel und Medien der Bildnerischen
Erziehung. Lehr-Lern-Medien als Präsentationsmedien;
Lehr-Lern-Medien als Realisationsmedien.
Spezielle Beiträge der Bildnerischen Erziehung
zu umfassenden Bildungs- und Lehraufgaben
der Hauptschule. Gestaltung von Festen,
Feiern; Ausstellungen; Veränderung und Ausgestaltung
von Räumen; Bühnen- und Kostümgestaltung
im Zusammenhang mit Theateraufführungen
u. a.
Messung und Beurteilung von Schülerleistungen
im kognitiven und pragmatischen Bereich; Bewertungskriterien
Sachliches Können im Bereich
der handwerklich-technischen und der bildnerischen
Inhalte, Arbeitsmethoden, antizipatorische
Fähigkeiten.
Methodische Gestaltungsmöglichkeiten von
Lehrausgängen und anderer seltener Unterrichtsanlässe.
g) Fachdidaktik Werkerziehung
Bildungs- und Lehraufgabe
Die Fachdidaktik Werkerziehung soll einen
Einblick in die Theorien der Umsetzung der Lehrinhalte
des Fachgegenstandes in den Werkunterricht
der Hauptschule geben und de Beherrschung
des Aufgabengefüges der Vermittlung sicherstellen.
Lehrstoff
Die Fachdidaktik muß mit den einzelnen Teilaufgaben
des Werkunterrichtes an der Hauptschule
vertraut machen
Gebrauchsform/Plastik — Design. Fähigkeiten
zur Gestaltung und Beurteilung im Hinblick
auf Form-, Farb- und Oberflächenwirkung; Beziehung
zwischen Form und Funktion, auch im
Verhältnis zur Wirtschaftlichkeit.
Bauen — Wohnen — Umweltgestaltung, insbesondere
in Beziehung zu Wohn- und Lebensbedingungen.
Einsichten in räumliche, körperhafte
und statische Sachverhalte; Probleme der
Wohn- und Umweltgestaltung.
Technisch-funktionaler Bereich. Einsichten in
statische und kinetische Sachverhalte; Funktion
und Arbeitsweise einfacher Maschinen.
Der Aufbau des Lehrstoffes gemäß den jeweils
geltenden Lehrplänen ist sachstrukturell und
methodisch für die einzelnen Klassen zu erschließen.
Probleme von Stoffverteilungen. Kriterien der
Unterrichtsvorbereitung. Sichtbarmachen der Abhängigkeit
von Form — Funktion — Fertigung
bei der Erstellung von Werkaufgaben.
Vorstrukturieren von Problemen unter den
Gesichtspunkten des materialtechnologischen,
technisch-funktionalen und formalästhetischen
Aspektes. Lösung technischer Probleme durch
praktisches Handeln in den Bereichen der Formgebung
und den technisch-funktionalen Bereichen.
Disponibilität zur Systembildung bei der Beurteilung
technischer Objekte. Spezifisches Problemlösungsverhalten
bei technischen Werkaufgaben.
Berücksichtigung anthropogener, psychologischer
und soziokultureller Bedingungen. Abhängigkeit
von Material, Werkzeug und Verfahren bei der
Realisierung von technischen Lösungsgestalten.
Unfallverhütung.
Unterrichtsmethoden des Werkunterrichtes.
Intentionale Maßnahmen zum Anbahnen technischen
Denkens und Handelns. Konstruktive
und operative Fertigkeiten. Analyse von Aufgabensituationen
und Synthese von Lösungselementen.
Entwicklung technischer Kreativität
und technischen Problemlösungsvermögens. Vermittlung
von Verhaltensmodellen für die Lösung
technischer Problemsituationen. Aufbau von
Bezugssystemen zur Beurteilung von Technik.
Arbeitsmittel und Medien des Werkunterrichts.
Materialien, Werkzeuge, Maschinen und Baukastensysteme
für die Realisation technischer
Lösungsgestalten. Technische Geräte als Demontagemedien.
Technische Objekte zur Transfer-
und Systembildung. Ingenieur-, Architekten-
und Werkerzeichung als Lösungskonzepte. Audio-
visuelle Medien für den Wirklichkeitsbezug.
Spezifische Beiträge des Werkunterrichtes zu
umfassenden Bildungs- und Lehraufgaben der
Hauptschule. Berufsorientierung und Freizeitgestaltung.
Umgang mit technischem Gerät.
Geschmacksbildung. Gestaltung von Ausstellungen,
Klassenräumen und Wandkästen. Erziehung
zum kritischen Konsumverhalten.
Messung und Beurteilung mündlicher und
schriftlicher Schülerleistungen im Werkunterricht.
Analytische Beurteilung komplexer Werkaufgaben
(Kategorienbildung). Engagement des
Schülers. Sachgemäße Verwendung von Material
und Werkzeug. Idee und Realisation. Korrespondierende
Bedeutung von Alterslage, Werkverfahren
und Problemsituation. Arbeitstugenden
mit besonderer Verpflichtung zur Verantwortung,
Vollendungstendenz und Werkfreude.
Methodische Gestaltungsmöglichkeiten von
Lehrausgängen und anderer besonderer Unterrichtsorganisationen.
Konfrontation mit dem
technischen Objekt und Gerät. Einsichten in
Fertigungsprozesse. Beobachtungsfähigkeit, Detailwissen,
Begriffs- und Systembildung, Aktualisierung
von Kenntnissen.
h) Fachdidaktik Leibeserziehung
Bildungs- und Lehraufgabe; Lehrstoff
Fachspezifische Unterrichtsprinzipien.
Lernziele und Lerninhalte: sportmotorische
Eigenschaften und Fertigkeiten, sportspezifische
und fachübergreifende Verhaltensweisen und
Werthaltungen; Ausgleich und Kondition, Formen,
Leisten, Spielen und Tanzen.
Struktur des Lehr- und Lernprozesses.
Methodische Verfahren und Maßnahmen
induktives, deduktives, synthetisches, analytisches
Verfahren; Ganz-Teil-Ganz-Methode; methodische
Reihen, programmierter Unterricht; Lehr-
und Lernhilfen, Sichern und Helfen.
Organisation des Unterrichts: Aufstellungs- und
Betriebsformen.
Planen (Analyse) des Unterrichts: Inhaltsplanung
— Lehrplan, Schulplan, Lehrstoffverteilung;
methodische Planung — Lernprozeßabschnitt,
Lehrmethode, Lehr- und Lernhilfen;
Organisationsplanung — Aufstellungsformen,
Übungsablauf, Betriebsformen; Stundenbild.
Kontrolle des Unterrichts: sportmotorische
Tests, Leistungserhebung, audiovisuelle Medien,
Schülerbeurteilung.
Intensivieren des Unterrichts : Organisatorische
Maßnahmen — Betriebsformen, Übungsablauf;
methodische Maßnahmen — Differenzieren,
Individualisieren.
Planen und Durchführen von Wettkämpfen,
Wettspielen, Wandertagen und Schikursen.
Leibesübungen unter erschwerten Bedingungen.
Unfallverhütung.
Fachspezifische Gesetze, Erlässe und Verordnungen;
Fachliteratur.
i) Fachdidaktik des sozial- und Wirtschaftskundlichen
Studienbereiches
Bildungs- und Lehraufgabe
Die Fachdidaktik Sozialkunde und Wirtschaftskunde
(einschließlich der Zeitgeschichte) soll
einen Einblick in die Theorien der Umsetzung
der Lehrinhalte des Fachgegenstandes in den
Sozial- und Wirtschaftskundeunterricht des Polytechnischen
Lehrganges geben und die Beherrschung
des Aufgabengefüges der Vermittlung
sicherstellen.
Lehrstoff
Die Fachdidaktik muß mit den einzelnen Teilaufgaben
des Sozialkunde- und Wirtschaftskundeunterrichtes
im Polytechnischen Lehrgang vertraut
machen. Solche Teilaufgaben sind
Kenntnis und Interpretation der im Lehrplan
aufgezeigten Sachkreise. Weckung des Interesses
und Verständnisses für die gesellschaftlichen,
politischen, kulturellen, wirtschaftlichen und
rechtlichen Dimensionen des Lebens als Ergebnis
gemeinsamen Handelns; als Geistes- und Willenstätigkeit,
die die Welt auf besondere Weise zu
verstehen und zu gestalten sucht; als Vielzahl
von Sachbereichen und Sachaufgaben, die das
Leben des einzelnen wie das der Gesellschaft
bestimmen.
Anleitung zu dem Bestreben, aus der Zeitgeschichte
zu lernen, um die Gegenwart besser
zu verstehen.
Erarbeitung sozialkundlicher und wirtschaftskundlicher
Grundbegriffe und Grundeinsichten.
Vermittlung von Einblicken in gesellschaftliche,
politische, kulturelle, historische und wirtschaftliche
Zusammenhänge.
Vermittlung von Einsichten in Wirtschaftsstrukturen,
Wirtschaftsabläufe und Wirtschaftsordnungen.
Befähigung zu selbständigem sozialkundlichem
und wirtschaftskundlichem Denken und eigener
Stellungnahme.
Erschließung der Arbeitswelt des wirtschaftlichen
Menschen.
Erziehung zu volkswirtschaftlich bewußtem
Verhalten.
Hinführen zu einem den Mitmenschen und
der Gemeinschaft gegenüber verantwortlichem,
auf demokratischer Grundlage beruhendem
Handeln.
Probleme der Stoffverteilung. Kriterien der
Unterrichtsvorbereitung. Berücksichtigung der
sachstrukturellen Gegebenheiten des Lehrstoffes.
Rücksicht auf die psychologischen Voraussetzungen
des Geschichtsverständnisses bei Fünfzehnjährigen.
Auswertung von interessens- und
leistungsbedingten Motivationen sozialkundlichen
und wirtschaftskundlichen Erkennens und Lernens.
Die Lebensverwertbarkeit geschichtlicher
Erkenntnisse (Verständnis für das Zeitgeschehen;
Möglichkeiten der Austragung von Konfliktsituationen;
Politische Bildung; Hilfe beim Aufbau
einer Wertwelt im Schüler). Analyse und
Planung von Unterrichtsbeispielen (Organisatorische
und methodisch-didaktische Möglichkeiten
der Unterrichtsvorbereitung; Form und
Gestaltung der Unterrichtsentwürfe; Sichtung
und Auswahl von Rechtsfällen des Alltags nach
Aktualität und Schülerrelevanz eines Falles.)
Nachbereitung sozialkundlicher und wirtschaftskundlicher
Unterrichtsstunden.
Unterrichtsmethoden des Sozialkunde- und
Wirtschaftskundeunterrichtes. Aktionsformen
(Diskussion, Interview, Befragung, Aussprachen,
Vorträge mit Anfragen, Planung von Unterrichtsveranstaltungen
und Exkursionen im Rahmen
des Schulgemeinschaftsausschusses, sozialkundliche
und wirtschaftskundliche Exkursionen).
Arbeitsformen (Fallmethode, Brainstorming, Rollenspiel,
Planspiel). Sozialformen (Einzel-, Partner-,
Gruppen- und Klassenarbeit). Sachgerechte
Auswertung von Statistiken (Volkszählungen,
Gemeindeerhebungen). Anleitung zur Führung
einer gegenwartskundlichen Mappe.
Arbeitsmittel und Medien für den Sozialkunde-
und Wirtschaftskundeunterricht (einschließlich
der Zeitgeschichte). Interpretation der jeweiligen
Lehr-, Lern- und Arbeitsbücher. Sichtung und
Auswertung einschlägiger Fachliteratur. Anlegung
einer zeitgeschichtlichen Sammlung. Einsatz
von Lehrprogrammen. Analyse, Einsatz und
Auswertung audiovisueller Unterrichtsmedien.
Probleme des Medienverbundes.
Spezifische Beiträge des Sozialkunde- und
Wirtschaftskundeunterrichtes zu umfassenden
Bildungs- und Lehraufgaben des Polytechnischen
Lehrganges. Erziehung zum mündigen und verantwortungsbewußten
Staatsbürger im Rahmen
einer umfassenden politischen Bildung, und zwar
besonders Konfliktbewältigung und Toleranz,
Erziehung zu Friedens- und Freiheitsliebe,
Heimat- und Weltverständnis. Weckung des Verständnisses
für kommunal-, Staats-, wirtschafts-
und weltpolitische Probleme. Anleitung zu verantwortlichem,
sozialem Verhalten und richtigem,
wirtschaftsbewußtem Handeln. Weckung des
Verständnisses für dauernde Fort- und Weiterbildung.
Erschließung von Methoden des selbständigen
Bildungserwerbs.
Leistungsfeststellung und Leistungsbeurteilung
mündlicher und schriftlicher Schülerleistungen.
Leistungsfeststellungen aus der ständigen Beobachtung
der Mitarbeit der Schüler im Unterricht;
mündliche Leistungsfeststellungen; schriftliche
Leistungsfeststellungen; Entwicklung informeller
Tests; Verwendung von Arbeitsblättern.
Methodische Gestaltungsmöglichkeiten von
Lehrausgängen, Wandertagen, Schulschikursen,
Exkursionen, Schullandwochen („Wien-Aktion")
und sonstiger Unterrichtsveranstaltungen. Fachspezifische
Planung, Organisation, Durchführung
und Auswertung.
Zusammenarbeit mit außerschulischen Organisationen
und Institutionen, insbesondere der
außerschulischen Jugenderziehung und der Erwachsenenbildung.
Probleme der Jugendgerichtsbarkeit und des
Strafvollzuges.
j) Fachdidaktik des naturkundlichen
Studienbereiches
Bildungs- und Lehraufgabe; Lehrstoff
Die Fachdidaktik soll einen Einblick in die
Theorien der Umsetzung der Lehrinhalte der betreffenden
Fachbereiche in den Unterricht im
Polytechnischen Lehrplan geben und die Beherrschung
des Aufgabengefüges der Vermittlung
sicherstellen.
Allgemeine Bildungsaufgaben der Unterrichtsgegenstände
„Naturkundliche Grundlagen der
modernen Wirtschaft" und „Gesundheitslehre"
sowie spezifische Beiträge des naturwissenschaftlich-
technischen Unterrichts zu umfassenden
Bildungszielen des Polytechnischen Lehrganges.
Sachstrukturelle und didaktische Erschließung
des Lehrstoffes gemäß den jeweils geltenden
Lehrplänen. Probleme und Kriterien der Auswahl
und Anordnung des Lehrstoffes. Die didaktische
Analyse von Unterrichtsinhalten an einigen
Beispielen. Anthropogene Bedingungen des
naturwissenschaftlich-technischen Unterrichts und
die besonderen Aspekte des sachstrukturellen
Entwicklungsstandes der Schüler im Polytechnischen
Lehrgang.
Didaktische Grundsätze der Unterrichtsgestaltung;
Konzeptionen und Ansätze für den naturwissenschaftlich-
technischen Unterricht unter
wirtschaftlichem Aspekt; Möglichkeiten der Berücksichtigung
motivations-, lern- und denkpsychologischer
Erkenntnisse; Artikulationsschemata
für die Organisation verschiedener
Lernsituationen; Lehr- und Sozialformen und
ihr didaktischer Ort im naturwissenschaftlichtechnischen
Unterricht; Formen der Differenzierung
sowie Einsatzmöglichkeiten der programmierten
Unterweisung; die Bedeutung des
Lehrerverhaltens für bestimmte Realisationsformen
des naturwissenschaftlich-technischen
Unterrichts im Polytechnischen Lehrgang.
Fächspezifische Aspekte des Einsatzes von
Experimenten, Tafeln, Wandbildern, Lehr- und
Arbeitsbüchern; deren Funktion im Unterricht;
Kriterien für ihre Beurteilung; der Einsatz von
Projektoren, Filmen u. a. Aufbau und Instandhaltung
der Lehrmittelsammlung.
Kenntnis der Sicherheitsvorschriften für die
Aufbewahrung und Handhabung giftiger, explosions-
und feuergefährlicher Stoffe. Modelle
zur Einrichtung von naturwissenschaftlichen
Unterrichtsräumen.
Probleme und Formen der Messung und Beurteilung
mündlicher und schriftlicher Schülerleistungen.
Elemente und Kriterien der Unterrichtsplanung
sowie Hilfen für ihre Gestaltung, insbesondere
als praxisnahe Formen der täglichen Unterrichtsvorbereitung.
k) Fachdidaktik des lebens- und berufskundlichen
Studienbereiches
Bildungs- und Lehraufgabe
Die Didaktik des lebens- und berufskundlichen
Studienbereiches soll einen Einblick in die Theorien
der Umsetzung der Lehrinhalte des Gegenstandes
in den Unterricht des Polytechnischen
Lehrgangs geben und die Beherrschung des Aufgabengefüges
der Vermittlung sicherstellen.
Lehrstoff
Die Fachdidaktik muß mit den einzelnen Teilaufgaben
des lebens- und berufskundlichen
Unterrichts vertraut machen. Solche Teilaufgaben
sind: Weckung des Verständnisses für Möglichkeiten
individueller und gesellschaftlicher Lebensgestaltung.
Lebens- und berufspraktische Orientierung.
Wahrnehmung der an den Polytechnischen
Lehrgang anschließenden Bildungs- und
Freizeitangebote.
Die Erfüllung dieser Teilaufgaben, die in enger
Verbindung mit den humanwissenschaftlichen
Fächern sowie der Schul- und Erziehungspraxis
gesehen werden müssen, hat unter Anwendung
altersentsprechender Formen und Arbeitsweisen
sowie sach- und adressatengemäßer Lernhilfen zu
erfolgen.
Der Aufbau des Lehrstoffes gemäß dem jeweils
geltenden Lehrplan ist sachstrukturell und methodisch
für den Polytechnischen Lehrgang zu
erschließen.
Probleme von Stoffverteilungen. Kriterien der
Unterrichtsvorbereitung. Unterrichtsplanung und
Operationalisierung. Beispiele für Lernsequenzen
und curriculare Entwicklung. Lehrstoffverteilung
für die Jahresarbeit des Polytechnischen Lehrgangs.
Unterrichtsmethoden. Besondere Arbeitsformen
im Unterricht mit Fünfzehnjährigen. Gesprächsunterricht,
Planspiel, Rollenspiel, Fallstudien,
gruppendynamische Prozesse. Lern- und
Verhaltensschwierigkeiten, bedingt durch Lebensgestaltung
und Lebensformen der Jugendlichen
in der heutigen Welt; Möglichkeiten pädagogischer
Bewältigung. Methodik der Unterrichtsbeobachtung
und der Selbstkontrolle des Lehrers.
Kenntnis der einschlägigen Literatur für die
Unterrichtsgestaltung. Gewöhnung an ständige
fachdidaktische Lektüre.
Arbeitsmittel und Medien: Angebot, Beurteilung
und Einsatzmöglichkeit. Wissensvermittlung
im Medienverbund mit begleitendem Textmaterial.
Beschaffung von Arbeitsmitteln und
Medien.
Amts- und Sicherheitsvorschriften. Führung
der Amtsschriften.
Spezifische Beiträge des lebens- und berufskundlichen
Bereiches zu umfassenden Bildungs- und
Lehraufgaben des Polytechnischen Lehrgangs.
Staatsbürgerliche Erziehung und politische
Bildung. Jugendschutz, Umweltschutz, Gesundheitsfürsorge
und Unfallvorsorge. Verkehrserziehung.
Medienerziehung. Konsumerziehung.
Freizeiterziehung. Sexualerziehung.
Leistungsmessung und Leistungsbeurteilung.
Pädagogischer und rechtlicher Aspekt. Die Funktion
der Leistungskontrolle im Lernprozeß.
Methodische Gestaltungsmöglichkeiten von
Lehrausgängen und anderer seltener Unterrichtsorganisationen.
Planung, Durchführung und Auswertung.
Zusammenarbeit mit außerschulischen
Institutionen der Jugenderziehung sowie mit entsprechenden
Institutionen der Wirtschaft und der
Erwachsenenbildung.
ALLGEMEINE SONDERPÄDAGOGIK
Bildungs- und Lehraufgabe; Lehrstoff
Symptomatik der Behinderung. Entwicklung
behinderter Kinder.
Ätiologien. Theorie der Sondererziehung.
Geschichte und Strukturwandel der Sonderpädagogik.
Systematisierungsversuche.
Aufgabenbereiche, Institutionen und Sozialformen
der Sonderpädagogik. Heimerziehung.
Rechtsfragen der Erziehung behinderter
Kinder. Sozialgesetzgebung. Behindertengesetz,
Fürsorgeerziehung. Das Jugendamt und seine
Aufgaben. Jugendgerichtsbarkeit. Sonderpädagogische
Einrichtungen in Österreich.
SONDERSCHULDIDAKTIK
Bildungs- und Lehraufgabe
Bei lernschwachen, leistungsbehinderten,
Schwerstbehinderten und/oder erziehungsschwierigen
Kindern gilt es das Erziehungs- und Unterrichtsprinzip
der Individualisierung in gesteigertem
Ausmaß zu berücksichtigen.
Lernwiderstände und Lernstörungen müssen
in ihrer vielschichtigen anlage-, umwelt- und entwicklungsbedingten
Strukturiertheit erkannt und
durch differenzierte und individualisierte Formen
des Unterrichts berücksichtigt und nach Möglichkeit
verringert bzw. abgebaut werden.
Die pädagogische Förderung muß vom jeweiligen
Lernverhalten der Sonderschüler ausgehen.
Das verlangsamte Lerntempo muß berücksichtigt
werden. Gestörte Aufnahmevorgänge (z. B. Unsicherheiten
im Erfassen des Wesentlichen, im
Erkennen des Vorteils von Abstraktionsvorgängen
usw.) und geringe Behaltensleistungen
sind bei der Unterrichtsplanung und bei der
Unterrichtsdurchführung zu beachten. Motivationsmängel,
Aufmerksamkeitsdefekte, Anomalien
des Gefühls- und Willenslebens müssen ebenfalls
als mögliche Faktoren von Lernerschwernissen
bedacht bzw. berücksichtigt werden.
Der Zusammenhang von Lernleistung und
Lernerfolg des Sonderschülers mit der Art der
Unterrichtsgestaltung und dem Unterrichtsstil ist
zu berücksichtigen.
Die Auswahl der Unterrichtsmittel und ihre
Anpassung an die jeweilige Unterrichtssituation
hat nach sonderpädagogischen Kriterien zu
erfolgen. Zur Schaffung eigener Lehrmittel ist
durch die Heranziehung zur Mitarbeit an exemplarischen
Projekten zu motivieren.
Da die geistige Entwicklung der lernschwachen
Kinder mit der Sprache und an der Sprache
erfolgt, hat jegliche sonderpädagogische Hilfe
(jeder Unterrichtsgegenstand) auch der Sprachentfaltung
zu dienen. Für den Unterricht an
Sonderschulen ist die Sprachentwicklungsförderung
ein Unterrichtsprinzip.
Lehrstoff
Der sachstrukturelle Aufbau der didaktischen
Fächer Deutsch, Mathematik, Sachunterricht,
Musikerziehung, Bildnerische Erziehung, Werkerziehung
und Leibeserziehung für das Lehramt
an Sonderschulen entspricht teilweise der Grundschuldidaktik.
Die konkrete Ausgestaltung hat
jedoch unter Berücksichtigung der umschriebenen
Bildungs- und Lehraufgaben zu erfolgen. Eine
zusätzliche Elementarisierung der Grundschuldidaktik
hat daher genauso zu erfolgen, wie eine
Erweiterung derselben zu einer Didaktik der
Oberstufe der Sonderschule. Der Lehrplan der
Allgemeinen Sonderschule. Arbeitsmittel für den
Unterricht an der Allgemeinen Sonderschule.
Jahres- und Wochenpläne.
RHYTHMISCHE ERZIEHUNG
Bildungs- und Lehraufgabe
Dem Studierenden ist bewußtzumachen, daß
das Unterrichtsprinzip der rhythmischen Erziehung
das Zusammenspiel der Faktoren Zeit,
Kraft, Raum und Form zu einer personalen Integration
ansteuert. Für das sonderpädagogisch zu
fördernde Kind sind durch dieses Prinzip sicherzustellen
konfliktfreies Leistungserleben, Möglichkeiten
des spontanen Reagierens und Anpassens
(bei einem Minimum an verbaler Steuerung),
Aufbau eventuell versäumter Primärerfahrungen,
Beobachtungskriterien zu zusätzlicher psychologischer
Diagnostik.
Lehrstoff
Die theoretische und praktische Ausbildung
in der rhythmischen Erziehung umfaßt folgende
Grundbereiche
Körperbildung: Erfassen der Funktionen eines
gesunden menschlichen Bewegungsapparates mit
Bezug auf die motorischen Probleme bei Sonderschülern.
Rhythmik: Methodisches Aufgliedern und
Realisieren des Prinzips der rhythmischen Erziehung
mit den Studierenden. Verständnis für die
Modifikation des Übungsgutes für behinderte
Kinder gegenüber den voll entwicklungsfähigen.
Materialkunde: Kennen- und Erprobenlernen
der einschlägigen Unterrichtsmittel.
Schulpraktische Ausbildung in rhythmischer
Erziehung: Hospitation und praktische Übungen
mit Kindern an Sonderschulen.
SPRACHHEILKUNDE
Bildungs- und Lehraufgabe
Kenntnis der normalen und der von der Norm
abweichenden Sprachentwicklung. Erkennen von
Sprach- und Stimmstörungen. Sachrichtiges Mitwirken
bei der Behebung von Sprach- und
Stimmstörungen.
Lehrstoff
Einführung in die Sprach- und Stimmheilkunde
(Aufgabenbereich, theoretische Konzepte, praktische
Möglichkeiten). Vorstufen der Sprachentwicklung.
Phasen der Sprachentwicklung.
Pathologische Formen : Dysgrammatismus,
Stammeln, Stottern, Poltern, Näseln, Dysarthrien
u. a.
Atem- und Stimmhygiene, Stimmstörungen.
Einführung in die Techniken der Sprachheilpädagogik.
Kenntnis, Erlernung und Anwendung
adäquater Methoden.
Exkursionen in logopädisch-phoniatrische Einrichtungen.
Hospitationen an Sprachheilklassen.
THERAPEUTISCHE UND FUNKTIONELLE
ÜBUNGEN
Bildungs- und Lehraufgabe
Die begriffliche und inhaltliche Abklärung der
therapeutischen Maßnahmen und des funktionellen
Trainings hat von der Kenntnis um Fehl-
entwicklungen und Fehlverhalten, Störungen und
dominante Schwächen lernbehinderter Kinder
auszugehen. Vorwiegend sind Handlungskompetenzen
für den gezielten Aufbau und Einsatz
therapeutischer und funktioneller Übungen zu
erwerben.
Lehrstoff
Besonders zur Kenntnis zu bringen sind Maßnahmen,
die die Wiederherstellung oder die
Neueinstellung verlorengegangener oder noch
nicht entwickelter Funktionen und Kräfte bewirken,
die Steigerung der verbliebenen oder
erreichten Leistungsfähigkeit anregen und ein
effizienteres Lernverhalten steuern. Zur Förderung
psychischer Funktionen, wie Wahrnehmung,
Denken, Gedächtnis u. a., sind in vielfältiger
Weise Material zu Übungen sowie Trainings- und
Lernspiele anzubieten.
Die Behebung psychomotorischer Beeinträchtigungen,
der Abbau motorischer Insuffizienzen
und der Aufbau eines sicheren Körperbewußtseins
soll durch ein qualifiziertes Trainingsprogramrn
angestrebt werden.
Die Beherrschung von therapeutischen und
funktioneilen Übungen ist durch umfassende
praktische Selbsterfahrungen sicherzustellen, die
auf einem fundierten heilpädagogischen Wissen
über Verursachung und adäquater Entsprechung
beruhen.
SPEZIELLE SONDERPÄDAGOGIK I
Lernbehindertenpädagogik
Bildungs- und Lehraufgabe; Lehrstoff
Theorie der Erziehung Lernbehinderter
Personenkreis, Erscheinungsformen und Ätiologien.
Erziehungs- und Sozialisationsvarianten bei
Lernbehinderten.
Fragen der Früherfassung und der außerschulischen
Betreuung.
Probleme der Elternberatung.
Schulpädagogik der Lernbehinderten
Aufgaben der schulischen Erziehung Lernbehinderter.
Lehren und Lernen bei Lernbehinderten.
Curriculare Erfordernisse. Probleme der Umschulung
Lernbehinderter.
Beurteilung und Leistungsdiagnostik.
Soziologie der Erziehung Lernbehinderter
Die Familie und das lernbehinderte Kind.
Individuum und Gesellschaft (Rolle, Status,
Identität).
Sonderschule und Gesellschaft. Sozialstatus
und Behinderung.
Kommunikationsprobleme der Lernbehinderten
in der Gesellschaft.
Geschützte Werkstätten.
Vergleichende sonderpädagogische Aspekte
Exemplarische Vergleiche mit ausländischen
sonderpädagogischen Einrichtungen und deren
Förderungsmaßnahmen.
Medizinische Aspekte der Erziehung Lernbehinderter
Psychopathologie des Kindes und Jugendalters.
Jugendpsychiatrie.
Physiologie der Sinnesorgane und des zentralen
Nervensystems.
SPEZIELLE SONDERPÄDAGOGIK II
Erziehungsschwierigenpädagogik
Schwerstbehindertenpädagogik
Bildungs- und Lehraufgabe; Lehrstoff
Psychologische, soziologische und tiefenpsychologische
Aspekte der Verhaltensschwierigkeiten.
Konfliktfelder und ihre pädagogische
Aufarbeitung. Erziehungshilfen bei Verhaltensauffälligkeiten.
Schulpädagogische Konsequenzen gegenüber
verhaltensschwieriger Schüler bzw. Schülergruppen.
Psychologische und soziologische Aspekte der
Schwerstbehinderung. Der Erziehungs- und Bildungsanspruch
des Schwerstbehinderten.
Schulpädagogische Grundsätze und Möglichkeiten
zur Förderung der Schwerstbehinderten.
B. Freigegenstände
KURZSCHRIFT
Bildungs- und Lehraufgabe
Fähigkeit, ein Diktat fehlerfrei und sauber
aufzunehmen, sicher zu lesen und wortgetreu
in Langschrift wiederzugeben. Erziehung zur
Wendigkeit im Erfassen des gesprochenen Wortes
und zur Genauigkeit.
Die Anmeldung zum Kurs für Fortgeschrittene
setzt voraus, daß der Studierende bereits einen
Kurzschriftunterricht in der Verkehrsschrift mit
Erfolg besucht hat. Im Kurs für Fortgeschrittene
soll bei entsprechenden Vorkenntnissen eine
Schnelligkeit von etwa 100 bis 120 Silben in der
Minute erreicht werden.
Lehrstoff
Kurs für Anfänger
Die Verkehrsschrift.
Kurs für Fortgeschrittene
Festigung der Verkehrsschrift, Einführung in
die Eilschrift. Auf grafische und systemale
Korrektheit im Schreiben und auf sicheres Lesen
nicht nur der eigenen, sondern auch fremder
Niederschriften ist zu achten.
Die Beherrschung der Kürzel ist besonders
einzuüben.
MASCHINSCHREIBEN
Bildungs- und Lehraufgabe
Einige Gewandtheit im Zehn-Finger-Blindschreiben
und im selbständigen Abfassen verschiedenartiger
Schriftstücke für den Gebrauch
im Lehrberuf und im täglichen Leben. Fähigkeit,
die Schreibmaschine ordnungsgemäß zu
pflegen und kleine Schäden selbständig zu beheben.
Lehrstoff
Richtige Körper- und Handhaltung ; Erarbeiten
des Griffeides im Zehn-Finger-Blindschreiben
(Grundstellung asdf jklö); möglichst fehlerfreies
und sauberes Abschreiben und Schreiben nach
Diktat ohne Anforderungen hinsichtlich Geschwindigkeit;
richtige Anwendung der Hervorhebungsarten
(Unterstreichen, Sperrschrift, Mittestellen,
Großschreiben) wie auch der Zahlen und
Zeichen. Allenfalls Schreiben auf Wachs- und
Spirit-Carbon-Matrizen. Hinsichtlich der Anordnungsregeln
im Maschinschreibunterricht ist
auf die vom Bundesministerium für Unterricht
und Kunst allgemein erlassenen Richtlinien Bedacht
zu nehmen.
CHORGESANG
Bildungs- und Lehraufgabe
Pflege des vokal-instrumentalen Musizierens
zur Förderung technischer Fertigkeiten mit dem
Ziel einer möglichst umfassenden Kenntnis des
Lied- und Spielgutes der Pflichtschule.
Lehrstoff
Erarbeiten eines umfangreichen Liedschatzes
im Hinblick auf die musikerziehliche Tätigkeit
des künftigen Lehrers auf schulischem und außerschulischem
Gebiet. Bei der Auswahl mehrstimmiger
Chorsätze ist in erster Linie jene
Literatur zu berücksichtigen, deren Kenntnis für
die Leitung von Chorgruppen im Altersbereich
der Pflichtschule nutzbringend sein kann; Pflege
des vokal-instrumentalen Musizierens gegebenenfalls
im Zusammenwirken mit der Spielmusik.
Allenfalls Übungen im Einstudieren von Chorsätzen.
Mitwirkung bei der Fest- und Feiergestaltung
der Pädagogischen Akademie.
SPIELMUSIK
Bildungs- und Lehraufgabe
Pflege des vokal-instrumentalen Musizierens
zur Förderung technischer Fertigkeiten mit dem
Ziel einer möglichst umfassenden Kenntnis des
Lied- und Spielgutes der Pflichtschule.
Lehrstoff
Im Rahmen der gegebenen Besetzungsmöglichkeiten
ist vor allem jene Spielliteratur zu berücksichtigen,
deren Kenntnis für die Leitung von
Spielmusikgruppen im Altersbereich der Pflichtschule
nutzbringend sein kann. Pflege des vokalinstrumentalen
Musizierens, auch im Zusammenwirken
mit dem Chor. Allenfalls Übungen im
Einstudieren von Instrumentalsätzen. Mitwirkung
bei der Fest- und Feiergestaltung der Pädagogischen
Akademie.
LEIBESÜBUNGEN
Bildungs- und Lehraufgabe sowie Lehrstoff
wie für den Pflichtgegenstand Leibeserziehung.
AKTUELLE FACHBEREICHE
Bildungs- und Lehraufgabe
Vermittlung grundlegender oder ergänzender
Kenntnisse beziehungsweise praktischer Fertigkeiten
in bestimmten, im Hinblick auf die Berufsausbildung
aktueller Fachbereiche.
Lehrstoff
Der Lehrstoff ist dementsprechend aus aktuellen
Forschungs- und Arbeitsgebieten zu wählen und
auf die besonderen Bedürfnisse der Pädagogischen
Akademie abzustimmen.
C. Zusätzliche Fachgegenstände
GEOMETRISCHES ZEICHNEN
Bildungs- und Lehraufgabe
Beherrschung der Grundaufgaben des Geometrischen
Zeichnens.
Der Studierende muß in der Lage sein, einfache
technische Objekte im Schrägriß, im Normalrißverfahren
und in der Perspektive darzustellen
und zusammengesetzte geometrische Probleme
auf einfache Grundaufgaben zurückzuführen.
Die entsprechenden Aufgaben, welche exemplarisch
die Bewältigung des Werkzeichnens gemäß
dem Hauptschullehrplan vorbereiten sollen,
sind vom Studierenden in einwandfreier Fachsprache
klar darzustellen.
Lehrstoff
Einführung
Grundlegende Techniken und Normen.
Begriff und Eigenschaften von Projektionen,
insbesondere der Parallelprojektion, als Grundlage
der darstellend-geometrischen Abbildungsverfahren.
Zugeordnete Normalrisse
Grund- und Aufrißverfahren (Zweibilderprinzip;
Darstellung von Punkten, Geraden und
Ebenen; Rekonstruktion der Raumlage), Seitenrisse
— insbesondere auch Kreuzriß, Darstellung
einfacher technischer Objekte.
Grundaufgaben
Herstellung projizierender Lage von Ebenen
und Geraden; Lagenaufgaben (Schnittpunkt einer
Geraden mit einer Ebene, Schnittgerade zweier
Ebenen, Schnittpunkt dreier Ebenen, parallele
Lage) ,Maßaufgaben (wahre Länge einer Strecke,
wahre Gestalt einer ebenen Figur, normale Lage
von Gerade und Ebene, Umkehraufgaben, Darstellung
einfacher Polyeder.
Schrägrisse
Darstellung einfacher und komplexer Objekte
in besonderer und allgemeiner Lage; Schnitte
mit projizierenden Ebenen, Darstellung der Restkörper.
Aufbau- und Einschneideverfahren. Darstellung
der in zugeordneten Normalrissen behandelten
Kurven, Flächen und Körper.
Kreisdarstellung
Ellipse als Normalriß des Kreises; Ellipsenkonstruktionen.
Darstellung von. Drehzylinder und Drehkegel.
Kugel
Darstellung (Umriß), ebener Schnitt, Schnitt
mit einer Geraden.
Geometrie auf der Erdkugel (Meridian- und
Breitenkreis, geographische Koordination, geodätische
Linien).
Kegelschnitte
Ellipse als ebener Schnitt eines Drehzylinders,
Brennpunkteigenschaften, Affinität.
Ebene Schnitte des Drehkegels (Hyperbel- und
Parabelkonstruktionen), Kollineation.
Verebnungen von Drehzylinder und -kegel;
technische Anwendung bei Rohrkrümmern und
Rohrverzweigungen.
Axonometrie
Allgemein axonometrisches Prinzip, normale
Axonometrie (Aufbau- Einschneideverfahren.;
Darstellung der in zugeordneten Normalrissen
behandelten Kurven und Flächen, Drehflächen).
Durchdringen von eckigen Körpern, Zylindern
und Kegeln.
Begriff und Eigenschaften der Zentralprojektion,
Kollineation.
Durchschnittsmethode. Freie Perspektive.
Kreis und Kugeldarstellung.
Kotierung
Lesen und Zeichnen von Plänen.
Vergrößern und Verkleinern.
Kotierte Projektion
Prinzip. Darstellung von Geraden und Ebenen.
Grundaufgaben.
Geländefläche (Schichtenplan, Profile, Anwendung
im Straßenbau).
FACHDIDAKTIK GEOMETRISCHES
ZEICHNEN
Bildungs- und Lehraufgabe; Lehrstoff
Die Fachdidaktik für „Geometrisches Zeichnen"
vermittelt jene unterrichtswissenschaftlichen und
unterrichtspraktischen Kenntnisse und Fertigkeiten,
welche zu einem effektiven Unterricht
erforderlich sind.
Die Fachdidaktik muß mit. den Teilaufgaben
des Unterrichts an der Hauptschule vertraut
machen. Dazu gehören
Förderung des räumlichen Vorstellungsvermögens;
Verarbeitung grundlegender Kenntnisse
der ebenen und räumlichen Geometrie; einfache
Konstruktionen aus dem Gebiete der Planimetrie
und Darstellung einfacher Körper; Sicherheit
im Gebrauch der Zeichenbehelfe und sauberes
und genaues Zeichnen und Schreiben (Normschrift).
Interpretation, des geltenden Lehrplanes und
Umsetzung der Lehrplanbestimmungen in Lehrstoffverteilungen.
Differenzierung nach stofflichen, methodischen
und didaktischen Gesichtspunkten bezüglich
des I. und II. Klassenzuges. Kriterien der Unterrichtsvorbereitung
im Hinblick auf Ausgangslage
der Schüler, Stoffverteilung, Lernzieldefinition,
sachlogischen und methodischen Aufbau, Veranschaulichung,
Lehrmittel und Sicherung des
Unterrichtsertrages.
Unterrichtsformen und Lernschritte, besonders
darbietende und erarbeitende Methoden. Möglichkeiten
der Selbsttätigkeit und Schülermitarbeit.
Kritische Auseinandersetzung mit Arbeitsmitteln
und Medien; Anschauungsmodelle aus
diversen Materialien, Wandbilder, Overheadfolien,
Lehr- und Arbeitsbücher. Erstellung von
Arbeitsmitteln (Overheadfolien, Arbeitsblätter).
Erstellen eines Kataloges für ständig greifbare
Hilfs- und Veranschauungsmittel.
Zeichentechnik an Tafel und Overheadprojektor
für den Lehrer. Kenntnis von Zeichen-
und Schreibtechniken und entsprechenden Geräten.
Leistungsfeststellung im Unterricht.
KURZSCHRIFT
Bildungs- und Lehraufgabe
Vermittlung von Kenntnissen und Fertigkeiten
aus Kurzschrift, die zur Erteilung des
Unterrichtes an der Hauptschule und am Polytechnischen
Lehrgang befähigen.
Lehrstoff
Systemkunde der Kurzschrift
Genaue Kenntnis des amtlich vorgeschriebenen
Kurzschriftsystems („Wiener Urkunde" 1968).
Praxis der Kurzschrift
Diktate in der Dauer von mindestens drei Minuten
in einer Geschwindigkeit von 140 Silben
je Minute. Tafelschrift. Übertragung in Langschrift
oder Maschinschrift.
FACHDIDAKTIK KURZSCHRIFT
Bildungs- und Lehraufgabe
Die Fachdidaktik soll den Lehrer befähigen,
an der Hauptschule und am Polytechnischen
Lehrgang Kurzschrift so zu unterrichten, daß
die Schüler auf die Bewältigung lebenspraktischer
Situationen in diesem Bereiche vorbereitet werden.
Die Fachdidaktik hat daher einen Einblick in
die Theorien der Umsetzung der Lehrinhalte
des Kurzschriftunterrichtes zu geben und die
Beherrschung des Aufgabengefüges der Vermittlung
sicherzustellen.
Lehrstoff
Methodik des Kurzschriftunterrichts. Bildungswert
der Kurzschrift. Voraussetzungen für das
Erlernen der Kurzschrift. Einblick in die Psychologie
des Stenografierens. Der Übertragungsvorgang
und der Vorgang des Kürzens als
Abstraktion. Hilfen bei Schwierigkeiten des
Erlernens der Kurzschrift. Methodik des Diktierens.
KROATISCH
Bildungs- und Lehraufgabe
Im sprachwissenschaftlichen Bereich
Sichere Beherrschung der Sprache, sowohl der
Hochsprache als auch des burgenländisch-kroatischen
Dialekts. Flüssigkeit des Ausdrucks,
Korrektheit in idiomatischer, phonetischer und
grammatischer Hinsicht, Kenntnis der Laut-,
Wort-, Formen- und Satzlehre.
Im literaturwissenschaftlichen Bereich
Kenntnis der Kultur des kroatischen Volkes
unter besonderer Berücksichtigung der kroatischen
Volksgruppe im Burgenland.
Erkennung der geographisch-wirtschaftlichen
Gegebenheiten, der Gesellschaftsstruktur im
kroatischen Sprachraum. Fähigkeit, sich selbständig
mit Literatur und ihren Normen, Ideen,
Strömungen und Werten auseinanderzusetzen.
Vermittlung von Kriterien zur Beurteilung,
Interpretation und Auslegung literarischer
Schöpfungen.
Landeskunde, Geschichte, Literatur, Sprachentwicklung,
Kulturgeschichte und Kulturleben,
soziale und wirtschaftliche Aspekte.
Im methodisch-didaktischen Bereich
Methodisch-didaktische Kenntnisse und Probleme
des zweisprachigen Unterrichtes aus der
Altersstufe der Zehn- bis Fünfzehnjährigen.
Lehrübungen in kroatischer Unterrichtssprache
an Minderheiten-Pflichtschulen oder Hauptschulen,
die Kroatisch zusätzlich führen.
Lehrstoff
Mündliche Sprachgestaltung
Laut- und Ausspracheschwierigkeiten. Mundartliche
und gemeinschaftliche (schriftsprachliche)
Formen. Gepflegte Umgangssprache als
Grundlage für die Hochsprache. Vergleichung
der burgenländischen kroatischen Dialekte mit
der Schriftsprache. Betonung und Satzmelodie.
Übungen; Berichte über Erlebtes und Gelesenes,
Eindrücke aus den Massenmedien.
Schriftliche Sprachgestaltung
Erlebnisbericht, Nacherzählung, Phantasieaufsatz.
Bereicherung des Wortschatzes. Künstlerische
Sprachgestaltung. Orthographie und
Interpunktion. Sinnverwandte Ausdrücke.
Schwierige Texte richtig schreiben und lesen.
Gegenwartssprache
Kurze Entwicklungsgeschichte der kroatischen
Schriftsprache. Die Unterschiede zwischen serbischen,
kroatischen und burgenländisch-kroatischen
Ausdrucksmöglichkeiten. Hervorhebungen
und Zusammenfassungen aus der Grammatik.
Formulierungen und Strukturen der Gegenwartssprache.
Grammatikalische Interpretation. Satz-
und Wortanalysen. Stilistische Betrachtungen an
Hand der Lektüre. Übersetzungsübungen.
Literaturgeschichte
Grundzüge der literarischen Epochen. Volksdichtung,
Märchen, Epen. Die ersten literarischen
Denkmäler. Die Literatur Dubrovniks. Die
kajkavische Literatur. Romantik und der Realismus.
Die kroatische Moderne und die Gegenwartsliteratur.
Kinder- und Jugendliteratur
Jugendbücher, Autoren, erzieherische, pädagogische
und unterhaltende Werte der Jugendbücher.
Rezitationskunde
Rezitation als Kunstausdruck. Aufgaben und
Ausdrucksmöglichkeiten. Die Technik der Rezitation.
Die Sprache, Betonung, Intonation und
das Tempo. Schulische und außerschulische Festlichkeiten.
Kulturgeschichte
Die wichtigsten Epochen der kroatischen
Kultur, insbesondere die eigenständige Periode
im Mittelalter und die Entwicklung seit dem
19. Jahrhundert. Der Kampf um die slawische
Liturgie. Die Türken und ihre Abwehr. Die
Herrschaft der Habsburger, Illyrismus. Zusammenfassungen
über Kunst-, Musikgeschichte,
geographische Gegebenheiten, wirtschaftliche
und politische Zustände der Gegenwart. Die
Bedeutung der slavischen Literaturen für Österreich.
Die burgenländischen Kroaten
Umsiedlung der Kroaten ins heutige Burgenland
und ihre wirtschaftliche und politische
Bedeutung. Das kirchliche und weltliche Schrifttum.
Das Schulwesen, die kulturellen Einrichtungen
und der Minderheitenschutz in Österreich.
FACHDIDAKTIK KROATISCH
Die Fachdidaktik muß mit den einzelnen Teilaufgaben
des Kroatischunterrichtes an der Hauptschule
vertraut machen.
Solche Teilaufgaben sind
Weckung des Verständnisses, der Aufmerksamkeit
und des Interesses für die Sprache, ihre
sozialen Aufgaben und Funktionen.
Erziehung zur Zweisprachigkeit, Stärkung der
mitmenschlichen Beziehungen.
Ausbildung der Fähigkeiten des individuellen
und kommunikativen Sprechens und Schreibens.
Schulung des methodischen und kritischen Verstehens
mündlicher und schriftlicher Äußerungen.
Vermittlung von Einsichten in Bau und Leistungen
der Sprache.
Vermittlung von Grundkenntnissen, die die
Urteilsfähigkeit für Intention und Wert sprachlicher
Erscheinungen fördern.
Sicherstellung der Normen für die kritisch-
unterscheidende Auseinandersetzung mit dem
gesprochenen und geschriebenen Sprachgut der
Kroaten unter Berücksichtigung regionaler
sprachlicher Eigenheiten.
Probleme von Stoffverteilungen. Kriterien der
Unterrichtsvorbereitung
Das Sprechen in der gepflegten Umgangssprache
als Grundlage für die Schriftsprache.
Der Weg von den sprachlichen Ausdrucksformen
(Erzählen, Berichten, Fragen und Antworten,
Dramatisieren) zu richtiger Lautbildung, natürlichem
Sprechen, diphtongfreier Aussprache und
Erwerb eines großen Wortschatzes.
Auswahlkriterien für die lehrplanmäßigen Ziele
und Inhalte des Lehrstoffes. Kontrollkriterien
Brauchwert im privaten und kulturellen Leben,
Leistungen für das Verstehen unserer Nachbarstaaten
und der slawischen Kulturen, Bedeutung
für das Wirtschaftsleben.
Jahresstoffverteilung. Unterrichtsvorbereitung.
Unterrichtsmethoden des Kroatischunterrichts
Methodenfreiheit und Methodengerechtheit. Konzentration
der Bildung. Methodik der Unterrichtsbeobachtung
und der Selbstkontrolle des Lehrers
als Voraussetzung des Lernens am Erfolg.
Arbeitsmittel und Medien des Kroatischunterrichts
Heft, Mappe, Arbeitspapier, Lern- und Lesebuch,
Lesetexte, Dia, Overhead-Folie, Schallplatten.
Kenntnis der die Arbeitsmittel und Medien
betreffenden amtlichen Vorschriften.
Aufbau und Instandhaltung von Lehr- und
Arbeitsmittelsammlung. Lehrerbibliothek. Bücher
und Schallplattenverzeichnisse. Orientierung auf
dem Arbeitsmittelmarkt.
Messung und Beurteilung mündlicher und schriftlicher
Schülerleistungen im Kroatischunterricht
Tests im Kroatischunterricht. Die Komponenten
der Aufsatznote. Rechtschreibfehler. Mündliche
Prüfungen. Selbsttätigkeit und Mitarbeit des
Schülers.
Lehrausgänge und andere Unterrichtsorganisationen
Besuch von Gedenkstätten (z. B. Miloradić-
Park in Frankenau), Besuch größerer kroatischer
Siedlungsgebiete im Burgenland. Briefaustausch,
Veranstaltungen zu besonderen Anlässen (Weihnachten,
Muttertag, Nationalfeiertag).
Arbeit mit Laienspiel- und Schülergruppen.
Besuch von Darbietungen solcher Gruppen.
Ausstellungen.
SLOWENISCH
Bildungs- und Lehraufgabe
Die Ausbildung des Slowenischlehrers für
Hauptschulen hat zu sichern
Im sprachwissenschaftlichen Bereich
Sichere Beherrschung der Sprache in Wort und
Schrift; Flüssigkeit des Ausdrucks, Korrektheit
in ideomatischer, phonetischer und grammatischer
Hinsicht, Kenntnis der Laut-, Wort-, Formen- und
Satzlehre.
Überblick über die Eigenarten und die Entwicklung
der slowenischen Sprache.
Einsicht in die soziale Funktion der gesprochenen
und geschriebenen Sprache.
Im literaturwissenschaftlichen Bereich
Kenntnis des Schrifttums des slowenischen
Volkes unter Beachtung des literarischen Schaffens
der slowenischen Volksgruppe in Kärnten.
Landeskunde und Geschichte der Slowenen mit
Einblick in die geographisch-wirtschaftlichen
Gegebenheiten, in die Gesellschaftsstruktur und
das Kulturleben im slowenischen Sprachraum.
Im didaktisch-methodischen Bereich
Die Entwicklung des Minderheiten-Schulwesens
in Kärnten und Einführung in die geltenden
schulgesetzlichen Bestimmungen auf diesem
Gebiet.
Beherrschung der didaktischen und methodischen
Kenntnisse zur Gestaltung eines lehrplangerechten
und ertragsreichen Slowenischunterrichts
auf der Altersstufe der Hauptschüler.
Lehrübungen in slowenischer Unterrichtssprache
sind an Minderheitenschulen anzusetzen.
Lehrstoff
Aus dem sprachwissenschaftlichen Bereich
Mündliche Sprachgestaltung : Mundartliche und
gemeinsprachliche (schriftsprachliche) Formen.
Gemeinslowenische Aspekte der Sprachentwicklung,
die slowenischen Dialekte, das Slowenisch
des Mittelalters, die gepflegte Umgangssprache
und die Hochsprache. Betonung und Satzmelodie.
Festigen, Erweitern und Anwenden des Wortschatzes.
Korrekte Aussprache, Technik des
Sprechens, rhetorische Praktiken, Redeübungen,
Referate und Diskussionen.
Schriftliche Sprachgestaltung: Subjektive, objektive
und appelative Darstellungsformen. Orthographie
und Interpunktion. Künstlerische Sprachgestaltung.
Formen der Sprachgestaltung. Kennenlernen
und Lesen alter Texte (Sprachdenkmäler).
Einführung in die Technik fachwissenschaftlichen
Arbeitens.
Gegenwartssprache: Die Entwicklung der slowenischen
Schriftsprache. Erweiterung und Vertiefung
des Wortschatzes durch Lektüre. Statistische
Betrachtungen und Erkenntnisse an Hand
der Lektüre und der Analyse von Texten. Inhalte,
Formen und Strukturen im Bereich der
Laut-, Wort- und Satzlehre. Wortbildungslehre.
Wortschatz, Grammatik und sprachlicher Formulierungsprozeß.
Die Sprache als komplexe
Einheit und Mittel der Kommunikation. Übersetzungsübungen
verschiedener Schwierigkeitsgrade.
Die befruchtende Funktion der Auseinandersetzung
mit der Sprache der Nachbarn. Vom
Gefühlswert der Sprache; Probleme der Soziolinguistik
Einblick in das Wesen sprachlicher
Veränderung, Mundart, Namenskunde.
Aus dem literaturwissenschaftlichen und kulturellen
Bereich
Volksdichtung, Märchen, Epen. Die Freisinger
Sprachdenkmäler. Die protestantische
Literatur. Im Überblick die wesentlichen Grundzüge
der literarischen Epochen mit besonderer
Bedachtnahme auf die slowenische Moderne und
die Gegenwartsliteratur. Das literarische Schaffen
der Kärntner Slowenen. Die slowenische Kinder-
und Jugendliteratur.
Gemeinsame Motive in der slowenischen und
deutsch-österreichischen Literatur; motivgeschichtliche
Querschnitte; vergleichende Literaturbetrachtung.
Fähigkeit, sich selbständig mit Literatur und
ihren Formen, Ideen, Strömungen und Werten
auseinanderzusetzen.
Vermittlung von Kriterien zur Beurteilung,
Interpretation und Auslegung von Texten und
Angeboten visueller Kommunikation.
Die wichtigsten Fakten aus dem Kulturleben
der Slowenen mit Berücksichtigung der slowenischen
Volksgruppe in Kärnten: Einwanderung
der Slowenen in die neue Heimat, die gesellschaftliche,
materielle und geistige Kultur vor
und nach der Christianisierung, die Entwicklung
der rechtlich-kulturellen Verhältnisse zwischen
beiden Volksteilen in Kärnten, die Namenskunde
und der Prozeß der Assimilation der Alpenslawen
sowie das deutsch-slowenische Zusammenleben
unter Darlegung der frühen Verflechtungen mit
Österreich. Einblick in das historische Geschehen
an exemplarischen Beispielen.
Sprachvielfalt als Bereicherung; Hervorheben
von Gemeinsamkeiten.
Die Vermittlung der Landeskunde soll sowohl
geographisch erfolgen als auch wirtschaftlichsoziale
Aspekte beinhalten und, von Kärnten ausgehend,
den Siedlungsraum der Slowenen in
Jugoslawien und Italien erfassen.