585. Vereinbarung gemäß Artikel 15 a B-VG zwischen dem Bund und dem Land Niederösterreich über die bezirksgerichtliche Organisation im Land Niederösterreich samt Anlagen
Gesetzestext (1 Artikel)
Der Bund, vertreten durch den Bundesminister
für Justiz,
und
das Land Niederösterreich, vertreten durch den
Landeshauptmann,
sind im Sinne des Art. VIII der Vereinbarung gemäß
Art. 15 a B-VG zwischen dem Bund und dem Land
'Niederösterreich über Vorhaben, deren Verwirklichung
für die Vertragsparteien von besonderem
Interesse ist, BGBl. Nr.. 156/1989, übereingekommen,
gemäß Art. 15 a B-VG nachstehende
Vereinbarung
zwecks Herbeiführung einer den Anforderungen
der rechtsschutzsuchenden Bevölkerung an eine
funktionierende und zweckmäßig eingerichtete
Justiz Rechnung tragenden Gerichtsorganisation
bezüglich der in Niederösterreich gelegenen Bezirksgerichte
zu schließen
Artikel I
Zusammenlegung von
Bezirksgerichten
Die Niederösterreichische Landesregierung
stimmt der vorgesehenen, als Anlage 1 angeschlossenen
Verordnung der Bundesregierung gemäß § 8
Abs. 5 lit. d des Übergangsgesetzes 1920 zu.
Artikel II
Gerichtstage, Gerichtstagsprengel
(1) Für die aus der Anlage 2 ersichtlichen
Gerichtstagsprengel wird an den dort genannten
Orten allwöchentlich ein Gerichtstag (§§ 69,
70 Geo.) abgehalten werden.
(2) Vor der Festlegung des jeweiligen Wochentags
und jeder Änderung der Zahl der Gerichtstage
werden die betroffenen Gemeinden gehört und wird
mit der Niederösterreichischen Landesregierung
das Einvernehmen hergestellt werden.
Artikel III
Aufrechterhaltung der Notarstellen
Notarstellen, die an Orten eingerichtet sind, an
denen nach der Anlage 1 keine Bezirksgerichte
mehr bestehen werden (in der Folge kurz
„Sitzgemeinden" genannt), werden aufrechterhalten
werden.
Artikel IV
Grundbuchsabfragen
(1) Sitzgemeinden wird auf deren Wunsch
kostenlos je eine Erstausstattung einer Bildschirmeinheit
(bestehend aus einem IBM Personal
Computer [Type XT oder PS2/30], einem Monobildschirm,
einer Tastatur und einem Matrixdrucker
[Proprinter]), die für Abfragen aus dem ADV-
Grundbuch nach dem § 8 GUG mittels des
Postdienstes BTX geeignet ist, vom Bundesministerium
für Justiz zur Verfügung gestellt werden.
(2) Die Schaffung der jeweils erforderlichen
Anschlußbedingungen (zB die Herstellung einer
Postleitung) obliegt den Sitzgemeinden.
Artikel V
Verwendung freier
Gerichtsräumlichkeiten
Der Bundesminister für Justiz wird sich darum
bemühen, mit den Sitzgemeinden das Einvernehmen
über die weitere Verwendung jener Räumlichkeiten
zu erzielen, die durch die Zusammenlegung der
Bezirksgerichte frei werden.
Artikel VI
Außenstellen, Amtstage
Der Bund wird abklären, inwieweit — entsprechend
den bisherigen Dezentralisierungsmaßnahmen
des Landes Niederösterreich — einem
allfälligen ergänzenden Bedarf nach dezentralisierten
Zugangsmöglichkeiten zu Bundesbehörden
(Außenstellen, Amtstage) in Sitzgemeinden Rechnung
getragen werden kann.
Artikel VH
Inkrafttreten
Diese Vereinbarung tritt am Tag ihrer beiderseitigen
Unterzeichnung in Kraft.
Artikel VIII
Kundmachung
Diese Vereinbarung wird nach ihrer beiderseitigen
Unterzeichnung umgehend im Bundesgesetzblatt
und im Landesgesetzblatt für Niederösterreich
kundgemacht werden.
Artikel IX
Hinterlegung
Diese Vereinbarung wird in zwei Urschriften
ausgefertigt; nach deren beiderseitiger Unterzeichnung
werden je eine dieser Urschriften beim
Bundeskanzleramt und beim Amt der Niederösterreichischen
Landesregierung hinterlegt.
Geschehen in Wien, am 12. November 1991
Für das Land Niederösterreich
Der Landeshauptmann
Siegfried Ludwig
Für den Bund
Der Bundesminister für Justiz
Nikolaus Michalek
Anlage 1
Verordnung der Bundesregierung über die
Zusammenlegung der Bezirksgerichte Allentsteig,
Gföhl, Groß-Gerungs, Haugsdorf,
Kirchschlag in der Buckligen Welt, Litschau,
Marchegg, Ottenschlag, Persenbeug, Raabs an
der Thaya, Ravelsbach, Schrems, Spitz und
Weitra sowie die Änderung der Sprengel der
Bezirksgerichte Gänserndorf, Gmünd, Hollabrunn,
Krems, Waidhofen an der Thaya,
Wiener Neustadt, Ybbs und Zwettl
Auf Grund des § 8 Abs. 5 lit. d des Übergangsgesetzes
vom 1. Oktober 1920 in der Fassung des
BGBl. Nr. 368 vom Jahre 1925 wird mit Zustimmung
der Niederösterreichischen Landesregierung
verordnet
Artikel I
Die Bezirksgerichte Allentsteig, Groß-Gerungs
und Ottenschlag werden mit dem Bezirksgericht
Zwettl, die Bezirksgerichte Gföhl und Spitz mit dem
Bezirksgericht Krems, die Bezirksgerichte Haugsdorf
und Ravelsbach mit dem Bezirksgericht
Hollabrunn, das Bezirksgericht Kirchschlag in der
Buckligen Welt mit dem Bezirksgericht Wiener
Neustadt, die Bezirksgerichte Litschau, Schrems
und Weitra mit dem Bezirksgericht Gmünd in
Niederösterreich, das Bezirksgericht Marchegg mit
dem Bezirksgericht Gänserndorf, das Bezirksgericht
Persenbeug mit dem Bezirksgericht Ybbs und das
Bezirksgericht Raabs an der Thaya mit dem
Bezirksgericht Waidhofen an der Thaya zusammengelegt.
Artikel II
Der Art. I der Verordnung der Bundesregierung,
BGBl. Nr. 478/1971, über die Sprengel der in
Niederösterreich gelegenen Bezirksgerichte, zuletzt
geändert durch die Verordnung BGBl. Nr. 28/
1975, wird wie folgt geändert
1. Die §§ 1, 9, 13, 17, 22, 29, 31, 37, 38, 42, 43, 47,
49 und 55 werden aufgehoben.
2. Der § 8 hat zu lauten
„§ 8. Der Sprengel des Bezirksgerichts Gänserndorf
umfaßt folgende Gemeinden
1. Gänserndorf, Aderklaa, Angern an der March,
Auersthal, Bad Pirawarth, Deutsch-Wagram,
Ebenthal, Groß-Schweinbarth, Hohenruppersdorf,
Matzen-Raggendorf, Prottes,
Schönkirchen-Reyersdorf, Spannberg, Strasshof
an der Nordbahn, Velm-Götzendorf und
Weikendorf sowie
2. Marchegg, Engelhartstetten, Lassee, Untersiebenbrunn
und Weiden an der March."
3. Der § 11 hat zu lauten
„§ 11. Der Sprengel des Bezirksgerichts Gmünd
in Niederösterreich umfaßt folgende Gemeinden
1. Gmünd, Großdietmanns, Hoheneich und
Waidenstein;
2. Litschau, Eggern, Eisgarn, Haugschlag, Heidenreichstein
und Reingers;
3. Schrems, Amaliendorf-Aalfang, Brand-Nagelberg,
Kirchberg am Walde und Hirschbach
sowie
4. Weitra, Bad Großpertholz, Großschönau,
Moorbad Harbach, St. Martin und Unserfrau-
Altweitra."
4. Der § 19 hat zu lauten
„§ 19. Der Sprengel des Bezirksgerichts Hollabrunn
umfaßt folgende Gemeinden
1. Hollabrunn, Göllersdorf, Grabern, Guntersdorf,
Nappersdorf-Kammersdorf, Sitzendorf
an der Schmida und Wullersdorf;
2. Haugsdorf, Alberndorf im Pulkautal, Hadres,
Mailberg, Pernersdorf und Seefeld-Kadolz
sowie
3. Ravelsbach, Heldenberg, Hohenwarth-Mühlbach
a. M., Maissau und Ziersdorf."
5. Der § 25 hat zu lauten
„§ 25. Der Sprengel des Bezirksgerichts Krems an
der Donau umfaßt die Stadt mit eigenem Statut
Krems an der Donau und folgende Gemeinden
1. Albrechtsberg an der Großen Krems, Bergern
im Dunkelsteinerwald, Dürnstein, Furth bei
Göttweig, Gedersdorf, Mautern an der Donau,
Paudorf, Rohrendorf bei Krems, Rossatz,
Senftenberg, Stratzing-Droß, Weinzierl am
Walde und Weißenkirchen in der Wachau;
2. Gföhl, Jaidhof, Krumau am Kamp, Lichtenau
im Waldviertel, Rastenfeld und St. Leonhard
am Hornerwald sowie
3. Spitz, Aggsbach, Maria Laach am Jauerling
und Mühldorf."
6. Der § 53 hat zu lauten
„§ 53. Der Sprengel des Bezirksgerichts Waidhofen
an der Thaya umfaßt folgende Gemeinden
1. Waidhofen an der Thaya, Dobersberg, Gastern,
Kautzen, Pfaffenschlag bei Waidhofen
an der Thaya, Thaya, Vitis, Waidhofen an der
Thaya-Land, Waldkirchen an der Thaya und
Windigsteig sowie
2. Raabs an der Thaya, Dietmanns, Groß-Siegharts,
Karlstein an der Thaya und Ludweis-Aigen."
7. Der § 56 hat zu lauten
„§ 56. Der Sprengel des Bezirksgerichts Wiener
Neustadt umfaßt die Stadt mit eigenem Statut
Wiener Neustadt und folgende Gemeinden
1. Bad Fischau-Brunn, Bromberg, Ebenfurth,
Eggendorf, Erlach, Felixdorf, Gutenstein,
Hochwolkersdorf, Hohe Wand, Katzelsdorf,
Lanzenkirchen, Lichtenwörth, Markt Piesting,
Matzendorf-Hölles, Miesenbach, Muggendorf,
Pernitz, Rohr im Gebirge, Schwarzenbach,
Sollenau, Theresienfeld, Waidmannsfeld,
Waldegg, Walpersbach, Weikersdorf am
Steinfelde, Wiesmath, Winzendorf-Muthmannsdorf,
Wöllersdorf-Steinabrückl und Zillingdorf
sowie
2. Kirchschlag in der Buckligen Welt, Bad
Schönau, Hochneukirchen-Gschaidt, Hollenthon,
Krumbach und Lichtenegg."
8. Der § 58 hat zu lauten
„§ 58. Der Sprengel des Bezirksgerichts Ybbs
umfaßt folgende Gemeinden
1. Ybbs an der Donau, Bergland, Blindenmarkt,
Neumarkt an der Ybbs, Petzenkirchen und
St. Martin-Karlsbach sowie
2. Persenbeug-Gottsdorf, Dorfstetten, Hofamt
Priel, Marbach an der Donau, Maria Taferl,
Nöchling, St. Oswald und Yspertal."
9. Der § 60 hat zu lauten
„§ 60. Der Sprengel des Bezirksgerichts Zwettl
umfaßt folgende Gemeinden
1. Zwettl-Niederösterreich, Großgöttfritz,
Schweiggers und Waldhausen;
2. Allentsteig, Echsenbach, Göpfritz an der Wild,
Pölla und Schwarzenau;
3. Groß-Gerungs, Altmelon, Arbesbach, Langschlag
und Rappottenstein sowie
4. Ottenschlag, Bärnkopf, Grafenschlag, Gutenbrunn,
Kirchschlag, Kottes-Purk, Martinsberg,
Sallingberg, Schönbach und Traunstein."
Artikel III
Diese Verordnung tritt mit dem 1. Jänner 1992 in
Kraft.
Anlage 2
Erlaß vom XXXXXXXXXXXXX 1991 über
die Abhaltung von Gerichtstagen an den Sitzen
der in Niederösterreich zusammengelegten
Bezirksgerichte sowie an bisherigen Gerichtstagsorten
1. Gemäß Art. II der Verordnung der Bundesregierung,
BGBl. Nr. 586/1991, über die Zusammenlegung
der Bezirksgerichte Allentsteig, Gföhl,
Groß-Gerungs, Haugsdorf, Kirchschlag in der
Buckligen Welt, Litschau, Marchegg, Ottenschlag,
Persenbeug, Raabs an der Thaya, Ravelsbach,
Schrems, Spitz und Weitra wurden die Sprengel der
Bezirksgerichte Gänserndorf, Gmünd, Hollabrunn,
Krems, Waidhofen an der Thaya, Wiener Neustadt,
Ybbs und Zwettl geändert.
2. Gemäß § 29 GOG und § 69 Geo. wird — in
Abstimmung mit dem Land Niederösterreich — die
Abhaltung folgender regelmäßiger Gerichtstage an
den Sitzen der zusammengelegten Bezirksgerichte
sowie an bisherigen Gerichtstagsorten angeordnet
3. Dieser Erlaß tritt mit dem 1. Jänner 1992 in Kraft.
Diese Vereinbarung tritt gemäß Art. VII mit 12. November 1991 in Kraft.