504. Verordnung: Änderung der Verordnung über den Lehrplan für den Ausbildungslehrgang im Skilauf für Lehrer ohne Lehramt für Leibesübungen an Pädagogischen Instituten
Gesetzestext (1 Artikel)
Auf Grund des Schulorganisationsgesetzes, BGBl. Nr. 242/1962, zuletzt geändert durch das Bundesgesetz BGBl. Nr. 408/1991, insbesondere dessen §§ 6 und 126 a, wird verordnet
Die Verordnung des Bundesministers für Unterricht und Kunst über den Lehrplan für den Ausbildungslehrgang im Skilauf für Lehrer ohne Lehramt für Leibesübungen an Pädagogischen Instituten, BGBl. Nr. 439/1992, wird wie folgt geändert
1. § 2 lautet
„§ 2. Diese Verordnung in der Fassung der Verordnung BGBl. Nr. 504/1992 tritt mit 1. September 1992 in Kraft."
2. In der Anlage (Lehrplan für den Ausbildungslehrgang im Skilauf für Lehrer ohne Lehramt für Leibesübungen) wird nach Abschnitt I (Stundentafel) angefügt
„II. BILDUNGS- UND LEHRAUFGABE, LEHRSTOFF DER EINZELNEN
UNTERRICHTSGEGENSTÄNDE SOWIE DIDAKTISCHE GRUNDSÄTZE
Bildungs- und Lehraufgabe
Die Ausbildungen im Skilauf für Lehrer ohne Lehramt für Leibesübungen haben jene Kenntnisse und Fertigkeiten zu vermitteln, die den Lehrer befähigen, im Rahmen von Schulveranstaltungen Skiunterricht zu erteilen und bei der Planung, Gestaltung und Durchführung einer Wintersportwoche (Skikurs) mitzuwirken.
Ein Ausbildungskurs umfaßt die Bereiche alpiner Skilauf (allenfalls unter Einschluß verwandter Formen des Gleitens auf Schnee) oder des Skilanglaufes.
Lehrstoff
Alpiner Skilauf Unterrichts- und Bewegungslehre
Erwerb von pädagogisch-didaktischen Kenntnissen und Fähigkeiten im alpinen Skiunterricht. Entwickeln der Fähigkeit zu Bewegungsanalysen und der Umsetzung für den methodisch-praktischen Unterricht. Kenntnisse zu den Vorgaben des „Österreichischen Skilehrplans" über Lehrwege, Auswahlkriterien (zB zeitliche Reihung, strukturelle Zusammenhänge), Unterrichtsplanung, Lehrmethoden (induktiv, deduktiv, ua.), Lernphasen (Grobkoordination, Feinkoordination, ua.), Lehr- und Lernhilfen, Organisationsformen (Formen des Kreisbetriebes, Rudel, Einzelfahren, ua.) und ändere Auswahlkriterien (Lern- und Festigungsphase, Sicherheit, Lebensnähe, ua.), Bewältigung hemmender Faktoren (unterschiedliches Können innerhalb der Gruppen, große Schüleranzahl, Angst, Ermüdung, ua.). Grundmechanismen des alpinen Skilaufes (Be- und Entlastung, Drehen, ua.), Kräfte, die auf den Skiläufer einwirken (Fliehkraft, Führungskräfte der Ski, Beschleunigung, ua.), Bewegungsstruktur und beispielhafte Bewegungsanalysen mit Auswertung für den Lehr- und Lernprozeß.
Ausrüstungs- und Gerätekunde
Wissen um die Funktion der verschiedenen Ausrüstungsgegenstände (zB Ski, Schuh, Bindung, Stöcke; andere Wintersportgeräte). Wecken der Bereitschaft zur regelmäßigen Wartung und Pflege des Materials. Auswahl des dem jeweiligen Fahrkönnen entsprechenden Ski-, Bindungs- und
Schuhmaterials. Umgang mit Geräten zur Präparierung bzw. Ausbesserung und Pflege schadhafter Teile sowie kreativer Umgang mit Geräten als Möglichkeit im Bereich Spiel und Aktion.
Skilauf und Umwelt
Wissen um die Veränderung und Belastung der Umwelt durch den alpinen Skilauf (Luft — Lärm — Wasser — Abfall). Schutz- und Erholungswirkung des Waldes, der Wiesen und Matten. Fragen des Wildschutzes. Aufklärung über die Folgen einer uneingeschränkten Nutzung des Naturraums zu Wintersportzwecken. Aspekte einer positiven Einstellung zur Natur und der Wertschätzung einer intakten Umwelt. Fragen der Landschaftsplanung und -erhaltung.
Gefahrenkunde und spezielle Erste-Hilfe
Wissen um die Grundlagen der subjektiven und objektiven Gefahren beim alpinen Skilauf und deren Vermeidung. Schulung des Erkennens von Gefahren und der daraus resultierenden Verhütungsmaß.nahmen. Pistenregeln, Verhalten bei der Benützung von Aufstiegshilfen.
Wissen zur Schneekunde (Meteorologie der Lawinen). Abschätzen der Lawinengefahr auf Grund der eigenen Beobachtung im Gelände und Interpretation des Lawinenlageberichtes. Finden einer sicheren Route im Gelände, lawinengefahrenbewußtes Verhalten im freien Skiraum (Tourenplanung). Einsatz von Verschüttetensuchgeräten.
Erwerb von Kenntnissen und Verhaltensmaßnahmen, um Erste Hilfe bei Unfällen beim alpinen Skilauf leisten zu können: Richtiges Erkennen und Beurteilen von Verletzungen und ihre Versorgung, im besonderen lebensrettende Sofortmaßnahmen wie Atemspende und Herzmassage und deren praktische Durchführung.
Skikursorganisation
Planung, Organisation und Durchführung eines Skikurses und exemplarische Kenntnis der einschlägigen sehulrechtlichen und anderen Rechtsvorschriften. Modelle der fächerübergreifenden Vorbereitung einer Klasse auf eine Wintersportwoche.
Skikursgestaltung
Kennenlernen der Landschaft und Kultur der Wintersportorte und deren Umgebung. Gestaltung von Gemeinschaftsabenden (zB mit Kontaktspielen, Tanzspielen, Volkstanz, Musizieren, Gesang, Quiz, Theater, Kabarett ua.). Nutzung der Freizeit entsprechend den vorhandenen Möglichkeiten.
Fachbezogene Arbeitskreise
Aktuelle Ereignisse aus dem täglichen Lehrbetrieb sind (in den Ausbildungsgruppen) in Zusammenschau mit den theoretischen Ausbildungsbereichen zu besprechen.
Methodisch-praktischer Unterricht
Lehrbereiche: Gewöhnen ans Gerät; Schußfahren/Gleiten; Pflug; Pflugbogen; vom Pflugbogen zum Schwingen; Schwingen (und Kurzschwingen); Stangenfahren; Springen; Spielerische Formen; Skilauf und Bergwelt erfahren Und erleben.
Die Lehrinhalte dieser Lehrbereiche („Österreichischer Skilehrplan" gemäß den Lehrgängen zur Ausbildung von Skilehrern und Skiführern bzw. Skilehrwarten) sind als jenes methodisch-praktische Eigenkönnen (spezielles Fertigkeitsniveau), das zur personen- und sachgerechten Demonstration spezieller Bewegungsabläufe zum Zweck des visuellen Lernens (zB Demonstration von wichtigen Bewegungselementen, von fehlerhaften Bewegungsabläufen, ua.) erforderlich ist, sicherzustellen.
Skilanglauf Unterrichts- und Bewegungslehre
Erwerb von pädagogisch-didaktischen Kenntnissen und Fähigkeiten im nordischen Skiunterricht. Entwickeln der Fähigkeit zu Bewegungsanalysen und deren Umsetzung für den methodisch-praktischen Unterricht. Kenntnisse über Lehrwege, Auswahlkriterien (zB zeitliche Reihung, strukturelle Zusammenhänge), Unterrichtsplanung, Lehrmethoden (induktiv, deduktiv, ua.), Lernphasen (Grobkoordination, Feinkoordination, ua.), Lehr- und Lernhilfen, Organisationsformen und andere Auswahlkriterien (Lern- und Festigungsphase, Sicherheit, Lebensnähe, ua.), Bewältigung hemmender Faktoren (unterschiedliches Können innerhalb der Gruppen, große Schüleranzahl, Angst, Ermüdung, ua.). Grundmechanismen des Skilanglaufes, Bewegungsstruktur und beispielhafte Bewegungsanalysen mit Auswertung für den Lehr- und Lernprozeß.
Ausrüstungs- und Gerätekunde
Wissen um die Funktion der verschiedenen Ausrüstungsgegenstände (zB Ski, Schuh, Bindung, Stöcke, ua.). Wecken der Bereitschaft zur regelmäßigen Wartung und Pflege des Materials. Umgang mit Geräten zur Präparierung bzw. Ausbesserung und Pflege schadhafter Teile.
Skilauf und Umwelt
Wissen um die Veränderung und Belastung der Umwelt durch den nordischen Skilauf (Luft — Lärm — Wasser — Abfall). Schutz- und Erholungswirkung des Waldes, der Wiesen und Matten. Fragen des Wildschutzes. Aufklärung über die Folgen einer uneingeschränkten Nutzung des Naturraums zu Wintersportzwecken. Aspekte einer positiven Einstellung zur Natur und der Wertschätzung einer intakten Umwelt. Fragen der Landschaftsplanung und -erhaltung.
Gefahrenkunde und spezielle Erste-Hilfe
Erwerb von Kenntnissen und Verhaltensmaßnahmen, um Erste Hilfe bei Unfällen beim Skilanglauf leisten zu können: Richtiges Erkennen und Beurteilen von Verletzungen und ihre Versorgung, im besonderen lebensrettende Sofortmaßnahmen wie Atemspende und Herzmassage und deren praktische Durchführung.
Skikursorganisation
Planung, Organisation und Durchführung eines Skikurses und exemplarische Kenntnis der einschlägigen schulrechtlichen und anderen Rechtsvorschriften. Modelle der fächerübergreifenden Vorbereitung einer Klasse auf eine Wintersportwoche.
Skikursgestaltung
Kennenlernen der Landschaft und Kultur der Wintersportorte und deren Umgebung. Gestaltung von Gemeinschaftsabenden (zB mit Kontaktspielen, Tanzspielen, Volkstanz, Musizieren, Gesang, Quiz, Theater, Kabarett, ua.). Nutzung der Freizeit entsprechend den vorhandenen Möglichkeiten.
Fachbezogene Arbeitskreise
Aktuelle Ereignisse aus dem täglichen Lehrbetrieb sind (in den Ausbildungsgruppen) in Zusammenschau mit den theoretischen Ausbildungsbereichen zu besprechen.
Methodisch-praktischer Unterricht
Lehrbereiche: Gewöhnung ans Gerät; Schußfahren; Gleiten (auf beiden/auf einem Ski); Spiele und Spielformen; Richtungsänderung durch Pflugstellung, Umtreten, Telemark-Haltung; Bremsen; Skiwandern; Gewöhnung an die Spur: Diagonalschritt; Doppelstockschub; Doppelstockschub mit Zwischenschritt; Viertakt-Diagonalschritt (Pendelschritt) ; Halbschlittschuhschritt; Schlittschuhschritt (symmetrisch und asymmetrisch); Diagonalschlittschuhschritt; Abfahrtstechniken; Technikwechsel und Technikanwendung auf der Geländespur; Skilauf und Umwelt erfahren und erleben.
Die Lehrinhalte dieser Lehrbereiche sind als jenes methodisch-praktische Eigenkönnen (spezielles Fertigkeitsniveau), das zur personen- und sachgerechten Demonstration spezieller Bewegungsabläufe zum Zweck des visuellen Lernens (zB Demonstration von wichtigen Bewegungselementen, von fehlerhaften Bewegungsabläufen, ua.) erforderlich ist, sicherzustellen.
Didaktische Grundsätze
Bewegungsaufzeichnungen (zB Videoaufnahmen) sind für Bewegungsanalysen und Bewegungskorrekturen vorzusehen. Der Einsatz und die Handhabung von Aufzeichnungsgeräten soll auch von den Auszubildenden erfahren werden.
Referate sollen vorrangig an den praktischen Erfahrungen der Auszubildenden im Rahmen des Ausbildungskurses anknüpfen.
Die Schulung des Eigenkönnens im Zusammenhang mit den Lehrinhalten des methodisch-praktischen Unterrichtes ist in Abhängigkeit von der Dauer der Ausbildung vorzunehmen. Die unterrichtspraktische Erfahrung, einschließlich organisatorischer und gestaltender Fähigkeiten ist vor allem zu vermitteln."