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479_1986 AT

479. Verordnung: Änderung des Lehrplanes des Polytechnischen Lehrganges

1 Artikel / Bestimmungen · Österreich
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Gesetzestext (1 Artikel)

BGBlPdf 479. Verordnung: Änderung des Lehrplanes des Polytechnischen Lehrganges

Auf Grund des Schulorganisationsgesetzes,

BGBl. Nr. 244/1962, zuletzt geändert durch das

Bundesgesetz BGBl. Nr. 371/1986, insbesondere

dessen §§ 6 und 29, wird verordnet

Die Verordnung des Bundesministers für Unterricht

und Kunst, BGBl. Nr. 301/1981, über den

Lehrplan des Polytechnischen Lehrganges wird wie

folgt geändert

1. In der Anlage, 2. Teil (Gesamtstundenzahl

und Stundenausmaße) wird der Z 3 „Unverbindliche

Übungen" folgende Zeile angefügt

„Informatik 2"

2. In der Anlage, 6. Teil (Bildungs- und Lehraufgaben

sowie Lehrstoff der Freigegenstände und

unverbindlichen Übungen) wird dem Unterabschnitt

„Unverbindliche Übungen" angefügt

„Informatik

Bildungs- und Lehraufgabe

Vermittlung grundlegender Kenntnisse und

Erfahrungen über bzw. mit der Informationstechnologie

im Zusammenhang mit den allgemeinen

Bildungszielen des Polytechnischen Lehrganges.

Ausgehend vom lebenskundlichen Aspekt und

von der berufsvorbereitenden Funktion des Polytechnischen

Lehrganges soll der Schüler den gegenwärtigen

Stand der Informatik, ihre Denk- und

Arbeitsweisen, die vielfältigen Möglichkeiten der

praktischen Anwendung und die Perspektiven ihrer

Weiterentwicklung kennenlernen.

In diesem Zusammenhang soll bzw. sollen

— die Fähigkeit des Problemlösens geweckt und

gefördert werden,

— die Bereitschaft für kooperative Arbeitsformen

gefestigt werden,

— die Chancen, Möglichkeiten und Grenzen der

Anwendungsmöglichkeiten der neuen Technologien

aufgezeigt werden,

— die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen

des Mikroelektronik-Einsatzes diskutiert

werden,

— auf mögliche Gefahren des Mißbrauches und

der unkontrollierten Abhängigkeit hingewiesen

werden,

— ein konstruktiv-kritisches Verhältnis für sämtliche

Anwendungsformen der Mikroelektronik

entwickelt werden.

Lehrstoff

Grundlagen für Informatik

Begriffe und Elemente der Informatik

Geschichtliche Entwicklung

Verfahren zur Problemlösung

Problemstellung

Problemaufbereitung

Problemlösung

Organisation und Planung (Grundlagen)

Hardware

Geräte und Verfahren zur Datenerfassung

Datenspeicherung

Datenübertragung

Datenausgabe

Elemente des Computers: Prozessor, Speicher,

Peripherie

Software

Kennenlernen eines Betriebssystems

Grundzüge einer höheren Programmiersprache

Strukturieren und Kodieren von Problemstellungen

Arbeiten mit Anwendersoftware

Aufzeigen und kritisches Bewerten von Anwendungsmöglichkeiten

und Auswirkungen des Computer-

Einsatzes unter Einbezug der gegenwärtigen

und zukünftigen Lebenssituation der Schüler

Anwendungsbereiche

Meß-, Steuerungs- und Regeltechnik

— Industrie (zB Robotertechnik, computerunterstützte

Fertigung, computerunterstütztes

Konstruieren)

— Medizin (zB Karteiverwaltung, Analysegeräte)

— Verkehr (zB KFZ-Elektronik, Verkehrsleitsysteme)

Datenverarbeitung

Nachrichtentechnik

Büro und Verwaltung (zB Textverarbeitung,

Bürokommunikation und -organisation)

Haushaltsgeräte

Unterhaltungs- und Freizeitelektronik

Weltraumforschung, eventuell auch Fragen der

militärischen Anwendung

Auswirkungen des Computer-Einsatzes

— Veränderungen im Produktionsprozeß und in

der Berufsstruktur (neue Formen der Arbeitsteilung

und Kooperation, Rationalisierungsmaßnahmen/

positive und negative Auswirkungen)

— Veränderungen am Arbeitsplatz (neue Qualifikationen,

entlastende und belastende Faktoren)

— Elektronische Kommunikationseinrichtungen

(im öffentlichen/beruflichen und privaten

Bereich)

— Datenschutzpraxis

Didaktische Grundsätze

Alle im Lehrplan angeführten Themenkreise sind

integrative Bestandteile des Informatikunterrichtes;

sie sollen nicht in sukzessiver Abfolge, sondern in

vernetzter Form unterrichtet werden.

Die Auseinandersetzung mit dem Lehrstoff soll

anhand von konkreten Beispielen aus allen Lernbereichen

unter besonderer Berücksichtigung der

künftigen Berufs- und Arbeitswelt der Schüler

erfolgen und durch Aufzeigen der Einsatzmöglichkeiten

des Computers vertieft werden. Praktische

Übungen an EDV-Geräten dienen insbesondere

auch dem Abbau der Schwellenangst und dem Kennenlernen

wichtiger Funktionen der technischen

Geräte. Der Schüler soll bei dieser Arbeit angeregt

werden, sich auch mit den wirtschafts- und gesellschaftspolitischen

Hintergründen und Folgen des

Mikroelektronik-Einsatzes zu beschäftigen.

Formen des sozialen Lernens wie Gruppenarbeit,

Teamarbeit, Unterrichtsprojekte und Formen des

projektorientierten Unterrichtes sind anzuwenden,

wobei das fächerübergreifende Prinzip besonders

zu berücksichtigen ist. Die exemplarische Anwendung

in den einzelnen Unterrichtsgegenständen

soll die Einsatzmöglichkeiten des Computers in der

Lebens- und Berufspraxis verdeutlichen. Die

Lebensnähe des Unterrichtes ist durch die Wahl der

Aufgabenstellungen zu erreichen, wobei nach Möglichkeit

von der Erlebniswelt der Schüler und der

berufsorientierten Aufgabe des Polytechnischen

Lehrganges auszugehen ist.

Das Verständnis für die wirtschaftlichen und

gesellschaftlichen Konsequenzen, die sich aus dem

Einsatz der Mikroelektronik ergeben, soll nach

Möglichkeit im Rahmen der berufspraktischen

Vorbereitung durch Exkursionen, durch Projekte

und durch Gespräche mit einschlägig informierten

außerschulischen Personen (Hersteller, Anwender,

von der Anwendung Betroffene uam.) gefördert

werden."

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