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366_1988 AT

366. Verordnung: Erlassung der Prüfungsordnung für die Lehrabschlußprüfung im Lehrberuf Schalungsbauer

1 Artikel / Bestimmungen · Österreich
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Gesetzestext (1 Artikel)

BGBlPdf 366. Verordnung: Erlassung der Prüfungsordnung für die Lehrabschlußprüfung im Lehrberuf Schalungsbauer

Auf Grund des § 24 des Berufsausbildungsgesetzes,

BGBl. Nr. 142/1969, wird verordnet

Für die Lehrabschlußprüfung im Lehrberuf Schalungsbauer

wird folgende Prüfungsordnung erlassen

Gliederung der Lehrabschlußprüfung

§ 1. (1) Die Lehrabschlußprüfung im Lehrberuf

Schalungsbauer gliedert sich in eine praktische und

in eine theoretische Prüfung.

(2) Die praktische Prüfung umfaßt die Gegenstände

a) Prüfarbeit,

b) Fachgespräch.

(3) Die theoretische Prüfung umfaßt die Gegenstände

a) Fachrechnen,

b) Fachkunde,

c) Werkstoffkunde.

(4) Die theoretische Prüfung entfällt, wenn der

Prüfling die Erreichung des Lehrziels der letzten

Klasse der fachlichen Berufsschule nachgewiesen

hat.

Durchführung der praktischen Prüfung

Prüf arbeit

§ 2. (1) Die Prüfarbeit hat nach Angabe einschlägige

Arbeiten zu umfassen, wobei folgende Fertigkeiten

nachzuweisen sind

a) Messen, Anreißen, Anlegen,

b) Schalen und Herstellen von Bauteilen aus

Beton und Stahlbeton,

c) Versetzen.

(2) Die Prüfungskommission hat unter Bedachtnahme

auf den Zweck der Lehrabschlußprüfung

und die Anforderungen der Berufspraxis jedem

Prüfling eine Prüfarbeit zu stellen, die in der Regel

in fünf Arbeitsstunden ausgeführt werden kann.

(3) Die Prüfarbeit ist nach sechs Arbeitsstunden

zu beenden.

(4) Für die Bewertung der Prüfarbeit sind folgende

Kriterien maßgebend

a) Maßhaltigkeit und Sauberkeit,

b) fachgerechtes Verwenden der Materialien,

c) fachgerechtes Verwenden der richtigen

Werkzeuge, Geräte und Maschinen,

d) fachgerechte Arbeitsweise.

Fachgespräch

§ 3. (1) Das Fachgespräch ist vor der gesamten

Prüfungskommission abzulegen.

(2) Das Fachgespräch hat sich aus der praktischen

Tätigkeit heraus zu entwickeln. Hiebei ist

unter Verwendung von Fachausdrücken das praktische

Wissen des Prüflings festzustellen.

(3) Die Themenstellung hat dem Zweck der

Lehrabschlußprüfung und den Anforderungen der

Berufspraxis zu entsprechen. Hiebei sind Werkzeuge,

Demonstrationsobjekte, Arbeitsbehelfe oder

Schautafeln heranzuziehen. Fragen über einschlägige

Sicherheitsvorschriften, Schutzmaßnahmen

und Unfallverhütung sind miteinzubeziehen.

(4) Das Fachgespräch soll für jeden Prüfling

zumindest 15 Minuten dauern. Es ist nach

20 Minuten zu beenden. Eine Verlängerung um

höchstens 10 Minuten hat im Einzelfall zu erfolgen,

wenn der Prüfungskommission ansonsten eine

zweifelsfreie Bewertung der Leistung des Prüflings

nicht möglich ist.

Durchführung der theoretischen Prüfung

Allgemeine Bestimmungen

§ 4. (1) Die theoretische Prüfung hat schriftlich

zu erfolgen. Sie kann für eine größere Anzahl von

Prüflingen gemeinsam durchgeführt werden, wenn

dies ohne Beeinträchtigung des Prüfungsablaufs

möglich ist.

(2) Die theoretische Prüfung ist grundsätzlich

vor der praktischen Prüfung abzuhalten.

(3) Die Aufgaben haben nach Umfang und

Niveau dem Zweck der Lehrabschlußprüfung und

den Anforderungen der Berufspraxis zu entsprechen.

(4) Die schriftlichen Arbeiten des Prüflings sind

entsprechend zu kennzeichnen.

Fachrechnen und Fachzeichnen

§ 5. (1) Das Fachrechnen hat je eine Aufgabe aus

sämtlichen nachstehenden Bereichen zu umfassen

a) Längen-, Flächen- und Rauminhaltsberechnung,

b) Materialbedarfsberechnung,

c) Berechnung von Mörtel und Betonmischungen.

(2) Das Fachzeichnen hat nach Angabe die

Anfertigung einer Skizze zu umfassen.

(3) Das Verwenden von Rechenbehelfen, Formeln

und Tabellen ist zulässig.

(4) Die Aufgaben sind so zu stellen, daß sie in

der Regel in 75 Minuten durchgeführt werden können.

(5) Das Fachrechnen und Fachzeichnen ist nach

90 Minuten zu beenden.

Fachkunde

§ 6. (1) Die Fachkunde hat die stichwortartige

Durchführung je einer Aufgabe aus sämtlichen

nachstehenden Bereichen zu umfassen

a) Werkzeuge und Geräte,

b) Arbeitsverfahren einschließlich Baugruben-

und Rohrgrabensicherung,

c) Schalungsarten und Schalungssysteme,

d) Wärme- und Schalldämmung bzw. -isolierung,

e) Höhenlinien, Waagriß,

f) Bewehrung,

g) Gerüste.

(2) Die Fachkunde kann auch in programmierter

Form mit Fragebögen geprüft werden. In diesem

Fall sind aus jedem Bereich sechs Aufgaben zu stellen.

(3) Die Aufgaben sind so zu stellen, daß sie in

der Regel in 60 Minuten durchgeführt werden können.

(4) Die Fachkunde ist nach 90 Minuten zu beenden.

Werkstoffkunde

§ 7. (1) Die Werkstoffkunde hat die stichwortartige

Durchführung je einer Aufgabe aus sämtlichen

nachstehenden Bereichen zu umfassen

a) Bau- und Hilfsstoffe und deren Lagerung,

auch unter Berücksichtigung schädlicher Einflüsse,

b) Schalungsmaterialien,

c) Bewehrungsmaterialien,

d) Mörtelarten,

e) Betonherstellung, Betonverarbeitung und

Betonnachbehandlung,

f) Grundlagen der Materialprüfung.

(2) Die Werkstoffkunde kann auch in programmierter

Form mit Fragebögen geprüft werden. In

diesem Fall sind aus jedem Bereich sechs Aufgaben

zu stellen.

(3) Die Aufgaben sind so zu stellen, daß sie in

der Regel in 60 Minuten durchgeführt werden können.

(4) Die Werkstoffkunde ist nach 90 Minuten zu

beenden.

Wiederholungsprüfung

§ 8. (1) Die Lehrabschlußprüfung kann wiederholt

werden.

(2) Wenn bis zu drei Gegenstände mit „nichtgenügend"

bewertet wurden, ist die Wiederholungsprüfung

auf die mit „nichtgenügend" bewerteten

Gegenstände zu beschränken. Die Prüfungskommission

hat in diesem Fall unter Berücksichtigung

der festgestellten Mängel an Fertigkeiten und

Kenntnissen festzulegen, wann innerhalb des Zeitraums

von drei bis sechs Monaten nach der nichtbestandenen

Lehrabschlußprüfung frühestens die

Wiederholungsprüfung abgelegt werden kann.

(3) Wenn mehr als drei Gegenstände mit „nichtgenügend"

bewertet wurden, ist die gesamte Prüfung

zu wiederholen. In diesem Fall kann die Wiederholungsprüfung

frühestens sechs Monate nach

der nichtbestandenen Lehrabschlußprüfung abgelegt

werden.

Zusatzprüfung

§ 9. (1) Nach erfolgreich abgelegter Lehrabschlußprüfung

in den Lehrberufen Betonwarenerzeuger,

Maurer, Wärme-, Kälte- und Schallisolierer

oder Zimmerer kann eine Zusatzprüfung im

Lehrberuf Schalungsbauer abgelegt werden. Diese

hat die Gegenstände „Prüfarbeit" und „Fachgespräch"

zu umfassen. Für diese Zusatzprüfung gelten

die §§ 2, 3, 8 und 10.

(2) Nach erfolgreich abgelegter Lehrabschlußprüfung

im Lehrberuf Betonbauer kann bis

31. Dezember 1995 eine Zusatzprüfung im Lehrberuf

Schalungsbauer abgelegt werden. Diese hat den

Gegenstand „Fachgespräch" zu umfassen. Für

diese Zusatzprüfung gelten die §§ 3, 8 und 10.

Schlußbestimmungen

§ 10. Auf die Durchführung der Lehrabschlußprüfung

im Lehrberuf Schalungsbauer ist im übrigen

die Verordnung BGBl. Nr. 170/1974 in geltender

Fassung anzuwenden.

§ 11. (1) Diese Verordung tritt mit 1. September

1988 in Kraft.

(2) Die Prüfungsordnung für die Lehrabschlußprüfung

im Lehrberuf Betonbauer, Verordnung

BGBl. Nr. 262/1974, in der Fassung der Verordnung

BGBl. Nr. 183/1982 (Art. IV) tritt mit Ablauf

des 31. Dezember 1990 außer Kraft.

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