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327_1991 AT

327. Verordnung: Erlassung der Prüfungsordnung für die Lehrabschlußprüfung im Lehrberuf Musikalienhändler

1 Artikel / Bestimmungen · Österreich
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Gesetzestext (1 Artikel)

BGBlPdf 327. Verordnung: Erlassung der Prüfungsordnung für die Lehrabschlußprüfung im Lehrberuf Musikalienhändler

Auf Grund des § 24 des Berufsausbildungsgesetzes,

BGBl. Nr. 142/1969, wird verordnet

Für die Lehrabschlußprüfung im Lehrberuf

Musikalienhändler wird folgende Prüfungsordnung

erlassen

Gliederung der Lehrabschlußprüfung

§ 1. (1) Die Lehrabschlußprüfung gliedert sich in

eine praktische und in eine theoretische Prüfung.

(2) Die praktische Prüfung umfaßt die Gegenstände

a) Geschäftsfall Musikalienhandel,

b) Musikliteraturkunde,

c) Verkaufsförderung und Lagerung,

d) Musikhändlerische Fachwarenkunde, Verkauf

und Kundenberatung.

(3) Die theoretische Prüfung umfaßt die Gegenstände

a) Kaufmännisches Rechnen,

b) Buchführung.

(4) Die theoretische Prüfung entfällt, wenn der

Prüfling die Erreichung des Lehrziels der letzten

Klasse der fachlichen Berufsschule nachgewiesen

hat.

Durchführung der praktischen Prüfung

Geschäftsfall Musikalienhandel

§ 2. (1) Die Prüfung hat schriftlich und mündlich

zu erfolgen. Sie ist mit einer Note zu bewerten.

(2) Die schriftliche Arbeit hat einen auf den

Musikalienhandel bezogenen Geschäftsfall einschließlich

des dazugehörigen Schrift- und Zahlungsverkehrs

zu umfassen und sich auf folgende

Bereiche zu erstrecken

a) Verlage, Verlagsprogramme und Vertriebsformen,

b) Auslieferung,

c) Warenbeschaffung,

d) Warenannahme und Warenübernahme,

e) Mängelfeststellung,

f) Reklamation.

Fragen zur Bedarfsermittlung können einbezogen

werden.

(3) Die Prüfungskommission hat unter Bedachtnahme

auf den Zweck der Lehrabschlußprüfung

und die Anforderungen der Berufspraxis jedem

Prüfling eine schriftliche Arbeit zu stellen, die in der

Regel in 60 Minuten ausgearbeitet werden kann. Sie

ist nach 90 Minuten zu beenden. Die schriftliche

Arbeit kann auch in rechnergestützter Form

durchgeführt werden, wobei jedoch alle wesentlichen

Arbeitsschritte für die Prüfungskommission

nachvollziehbar sein müssen.

(4) Für die schriftliche Arbeit gilt im übrigen § 6.

(5) Der mündliche Teil ist vor der gesamten

Prüfungskommission abzulegen und hat sich

ausgehend von der schriftlichen Arbeit auf die

praktische Auswertung von verschiedenen mit dieser

Arbeit zusammenhängenden Fragen zu erstrecken.

Die Themenstellung hat dem Zweck der Lehrabschlußprüfung

und den Anforderungen der Berufspraxis

zu entsprechen und ist auf einen Zeitraum

von 10 Minuten abzustellen. Eine Verlängerung um

höchstens 10 Minuten hat im Einzelfall zu erfolgen,

wenn der Prüfungskommission ansonsten eine

zweifelsfreie Bewertung der Leistung des Prüflings

nicht möglich ist.

Musikliteraturkunde

§ 3. (1) Die Prüfung hat schriftlich und mündlich

zu erfolgen. Sie ist mit einer Note zu bewerten.

(2) Die schriftliche Arbeit hat sich auf die

Ausarbeitung eines Themas aus drei von der

Prüfungskommission aus folgenden Bereichen vorgegebenen

Themen zu erstrecken

a) ein möglichst aktuelles Thema aus dem

allgemeinen Musikleben unter besonderer

Berücksichtigung des Bezuges auf Österreich,

b) ein möglichst aktuelles Thema aus der

abendländischen Musikgeschichte,

c) ein möglichst aktuelles Fachthema aus dem

Musikalienhandel.

(3) Die Prüfungskommission hat unter Bedachtnahme

auf den Zweck der Lehrabschlußprüfung

und die Anforderungen der Berufspraxis jedem

Prüfling eine schriftliche Arbeit zu stellen, die in der

Regel in 2 Stunden ausgearbeitet werden kann. Sie

ist nach 2½ Stunden zu beenden. Die schriftliche

Arbeit kann auch in rechnergestützter Form

durchgeführt werden, wobei jedoch alle wesentlichen

Arbeitsschritte für die Prüfungskommission

nachvollziehbar sein müssen.

(4) Für die schriftliche Arbeit gilt im übrigen § 6.

(5) Der mündliche Teil ist vor der gesamten

Prüfungskommission abzulegen und hat sich

ausgehend von der schriftlichen Arbeit auf die

allgemeinen Grundzüge der Musikliteratur und

Musikgeschichte, auf die musikalischen Grundbegriffe

und auf die gegenwärtigen Musikströmungen

zu erstrecken. Die Themenstellung hat dem Zweck

der Lehrabschlußprüfung und den Anforderungen

der Berufspraxis zu entsprechen und ist auf einen

Zeitraum von 10 Minuten abzustellen. Eine Verlängerung

um höchstens 10 Minuten hat im Einzelfall

zu erfolgen, wenn der Prüfungskommission ansonsten

eine zweifelsfreie Bewertung der Leistung des

Prüflings nicht möglich ist.

Verkaufsförderung und Lagerung

§ 4. (1) Die Prüfung hat mündlich vor der

gesamten Prüfungskommission zu erfolgen und sich

auf folgende Gebiete zu erstrecken

a) Werbung,

b) Verkaufsförderung,

c) Warenpräsentation,

d) Warenlagerung,

e) Verkaufsvorbereitung.

(2) Die Themenstellung hat dem Zweck der

Lehrabschlußprüfung und den Anforderungen der

Berufspraxis zu entsprechen. Bei der Fragestellung

ist auf die verwendungsbezogenen Warenkenntnisse,

auf die Berufsvorschriften des Fachbereichs

und auf spezielle Lagerungsvorschriften Bedacht zu

nehmen.

(3) Die Prüfung soll für jeden Prüfling zumindest

15 Minuten dauern. Sie ist nach 20 Minuten zu

beenden. Eine Verlängerung um höchstens 10 Minuten

hat im Einzelfall zu erfolgen, wenn der

Prüfungskommission ansonsten eine zweifelsfreie

Bewertung der Leistung des Prüflings nicht möglich

ist.

Musikhändlerische Fachwarenkunde, Verkauf und

Kundenberatung

§ 5. (1) Die Prüfung hat mündlich vor der

gesamten Prüfungskommission zu erfolgen und sich

auf folgende Gebiete zu erstrecken

a) Qualitäts- und verwendungsbezogene Kenntnis

über die Waren des Fachbereichs und über

deren Herstellung,

b) Bibliografische Ermittlung und Systematik

der Musikgruppen,

c) Kundenberatung und Information,

d) Verkaufsabwicklung,

e) Anbahnung von Zusatzverkäufen,

f) Verkaufsabrechnung,

g) Behandlung von Reklamationen.

(2) Die Themenstellung hat dem Zweck der

Lehrabschlußprüfung und den Anforderungen der

Berufspraxis zu entsprechen. Unter Bedachtnahme

auf das Warensortiment des Lehrbetriebes und die

branchenspezifischen Besonderheiten des Fachbereichs

ist die Prüfung in der Form eines möglichst

lebendigen Verkaufsgesprächs zu führen. Auf

verkaufsbezogene rechtliche Bestimmungen und

Berufsvorschriften des Fachbereichs ist Bedacht zu

nehmen.

(3) Die Prüfung soll für jeden Prüfling zumindest

15 Minuten dauern. Sie ist nach 20 Minuten zu

beenden. Eine Verlängerung um höchstens 10 Minuten

hat im Einzelfall zu erfolgen, wenn der

Prüfungskommission ansonsten eine zweifelsfreie

Bewertung der Leistung des Prüflings nicht möglich

ist.

Durchführung der theoretischen Prüfung

Allgemeine Bestimmungen

§ 6. (1) Die theoretische Prüfung hat schriftlich

zu erfolgen. Sie kann unter Einschluß der

schriftlichen Arbeiten der Gegenstände „Geschäftsfall

Musikalienhandel" und „Musikliteraturkunde"

für eine größere Anzahl von Prüflingen gemeinsam

durchgeführt werden, wenn dies ohne Beeinträchtigung

des Prüfungsablaufs möglich ist. Die theoretische

Prüfung kann auch in rechnergestützter Form

erfolgen, wobei jedoch alle wesentlichen Arbeitsschritte

für die Prüfungskommission nachvollziehbar

sein müssen.

(2) Die theoretische Prüfung ist grundsätzlich vor

der praktischen Prüfung abzuhalten.

(3) Die Aufgaben haben nach Umfang und

Niveau dem Zweck der Lehrabschlußprüfung und

den Anforderungen der Berufspraxis zu entsprechen.

Sie sind den Prüflingen anläßlich der

Aufgabenstellung getrennt zu erläutern.

(4) Die schriftlichen Arbeiten des Prüflings sind

entsprechend zu kennzeichnen.

Kaufmännisches Rechnen

§ 7. (1) Die Prüfung hat je eine Aufgabe aus den

nachstehenden Bereichen zu umfassen

a) Prozentrechnungen,

b) Schlußrechnungen,

c) Einfache Kalkulation.

(2) Das Verwenden von Rechenbehelfen, Formeln

und Tabellen ist zulässig.

(3) Die Aufgaben sind so zu stellen, daß sie in der

Regel in 60 Minuten durchgeführt werden können.

(4) Die Prüfung ist nach 75 Minuten zu beenden.

Buchführung

§ 8. (1) Die Prüfung hat mehrere, zumindest aber

fünf Buchungen von Geschäftsfällen zu umfassen.

(2) Die Aufgaben sind so zu stellen, daß sie in der

Regel in 60 Minuten durchgeführt werden können.

(3) Die Prüfung ist nach 75 Minuten zu beenden.

Wiederholungsprüfung

§ 9. (1) Die Lehrabschlußprüfung kann wiederholt

werden.

(2) Wenn bis zu drei Gegenstände, sofern jedoch

die theoretische Prüfung entfällt bis zu zwei

Gegenstände, mit „nichtgenügend" bewertet wurden,

ist die Wiederholungsprüfung auf die mit

„nichtgenügend" bewerteten Gegenstände zu beschränken.

Die Prüfungskommission hat in diesem

Fall unter Berücksichtigung der festgestellten

Mängel an Fertigkeiten und Kenntnissen festzulegen,

wann innerhalb des Zeitraums von drei bis

sechs Monaten nach der nichtbestandenen Lehrabschlußprüfung

frühestens die Wiederholungsprüfung

abgelegt werden kann.

(3) Wenn mehr als drei Gegenstände, sofern

jedoch die theoretische Prüfung entfällt mehr als

zwei Gegenstände, mit „nichtgenügend" bewertet

wurden, ist die gesamte Prüfung zu wiederholen. In

diesem Fall kann die Wiederholungsprüfung frühestens

sechs Monate nach der nichtbestandenen

Lehrabschlußprüfung abgelegt werden.

Zusatzprüfung

§ 10. (1) Nach erfolgreich abgelegter Lehrabschlußprüfung

in den Lehrberufen Buchhändler,

Drogist, Einzelhandelskaufmann, Fotokaufmann,

Großhandelskaufmann, Industriekaufmann oder

Waffen- und Munitionshändler kann eine Zusatzprüfung

im Lehrberuf Musikalienhändler abgelegt

werden. Diese hat die Gegenstände „Musikliteraturkunde"

und „Musikhändlerische Fachwarenkunde,

Verkauf und Kundenberatung" zu umfassen.

Für diese Zusatzprüfung gelten die §§ 3, 5, 9

und 11.

(2) Nach erfolgreich abgelegter Lehrabschlußprüfung

in den Lehrberufen Bürokaufmann, Hotel-

und Gastgewerbeassistent, Reisebüroassistent, Speditionskaufmann

oder Versicherungskaufmann

kann eine Zusatzprüfung im Lehrberuf Musikalienhändler

abgelegt werden. Diese hat die Gegenstände

der praktischen Prüfung („Geschäftsfall

Musikalienhandel", „Musikliteraturkunde", „Verkaufsförderung

und Lagerung" und „Musikhändlerische

Fachwarenkunde, Verkauf und Kundenberatung")

zu umfassen. Für diese Zusatzprüfung gelten

die §§ 2 bis 5, 9 und 11.

Schlußbestimmungen

§ 11. Auf die Durchführung der Lehrabschlußprüfung

ist im übrigen die Verordnung BGBl.

Nr. 170/1974 in geltender Fassung anzuwenden.

§ 12. (1) Diese Verordnung tritt mit 1. Jänner

1992 in Kraft.

(2) Die Prüfungsordnung für die Lehrabschlußprüfung

im Lehrberuf Musikalienhändler, Verordnung

BGBl. Nr. 22/1976, tritt — unbeschadet

Abs. 3 — mit Ablauf des 31. Dezember 1991 außer

Kraft.

(3) Für Wiederholungsprüfungen von Lehrabschlußprüfungen,

die gemäß der in Abs. 2 angeführten

Prüfungsordnung abgehalten wurden, gilt

weiterhin die in Abs. 2 angeführte Prüfungsordnung.

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