308. Verordnung: Einrichtung eines Ausbildungsversuchs im Lehrberuf Werkzeugmechaniker
Gesetzestext (1 Artikel)
Auf Grund des Berufsausbildungsgesetzes, BGBl. Nr. 142/1969, zuletzt geändert durch das Bundesgesetz
BGBl. Nr. 381/1986, insbesondere dessen § 8 a Abs. 1 und § 24, wird verordnet
Teil 1
Allgemeine Bestimmungen
§ 1. (1) Der Lehrberuf „Werkzeugmechaniker" wird als Ausbildungsversuch eingerichtet.
(2) Die Dauer der Ausbildung im Lehrberuf Werkzeugmechaniker beträgt vier Jahre.
(3) Die gleichzeitige Ausbildung im Lehrberuf Werkzeugmechaniker und in einem weiteren Lehrberuf
(Doppellehre) ist unzulässig.
§ 2. (1) Die Ausbildung im Rahmen dieses Ausbildungsversuchs kann ab 1. Juli 1989 bis spätestens
1. Oktober 1995 begonnen werden.
(2) Der Ausbildungsversuch im Lehrberuf Werkzeugmechaniker wird auf die Bundesländer Tirol und
Vorarlberg beschränkt.
§ 3. (1) Mit dem Lehrberuf Werkzeugmechaniker sind folgende Lehrberufe verwandt
Anlagenelektriker (Ausbildungsversuch),
Anlagenmonteur,
Betriebselektriker,
Dreher,
Elektromechaniker und -maschinenbauer,
Elektromechaniker für Schwachstrom,
Elektromechaniker für Starkstrom,
Feinmechaniker,
Maschinenmechaniker (Ausbildungsversuch)',
Maschinenschlosser,
Mechaniker,
Meß- und Regelmechaniker,
Schlosser,
Textilmechaniker,
Werkzeugmacher,
Werkzeugmaschineur.
(2) Die in den verwandten Lehrberufen zurückgelegte Lehrzeit ist auf die Lehrzeit im Lehrberuf
Werkzeugmechaniker im folgenden Ausmaß anzurechnen
(3) Die im Lehrberuf Werkzeugmechaniker zurückgelegte Lehrzeit ist auf die Lehrzeit der verwandten
Lehrberufe in folgendem Ausmaß anzurechnen
Teil 2
Ausbildungsvorschriften
§ 4. Für den Lehrberuf Werkzeugmechaniker wird folgendes Berufsbild festgelegt
§ 5. (1) Die angeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sind dem Lehrling spätestens in dem angegebenen
Lehrjahr beginnend derart zu vermitteln, daß sie nach einer Einführung erweitert und vertieft und
schließlich in der betrieblichen Praxis zur Anwendung gebracht werden.
(2) Zur Erleichterung der betrieblichen Ausbildungsplanung enthält die Anlage einen unverbindlichen
Leitfaden zu den im Berufsbild angeführten Fertigkeiten und Kenntnissen.
Teil 3
Verhältniszahlen
§ 6. (1) Für die Ausbildung im Lehrberuf Werkzeugmechaniker werden folgende Verhältniszahlen
gemäß § 8 Abs. 3 lit. a des Berufsausbildungsgesetzes (fachlich einschlägig ausgebildete Personen — Lehrlinge)
festgelegt
(2) Auf die Verhältniszahlen sind Lehrlinge in den letzten vier Monaten ihrer Lehrzeit und Lehrlinge,
denen unter Anwendung des § 28 oder/und § 29 des Berufsausbildungsgesetzes mindestens drei Lehrjahre
ersetzt wurden, nicht anzurechnen.
(3) Auf die Verhältniszahlen sind fachlich einschlägig ausgebildete Personen, die nur vorübergehend
oder aushilfsweise im Betrieb beschäftigt sind, nicht anzurechnen.
(4) Fachlich einschlägig ausgebildete Personen sind
a) der Lehrberechtigte,
b) der gewerberechtliche Geschäftsführer,
c) einschlägige Ausbilder,
d) Personen mit einer einschlägigen Lehrabschlußprüfung auf dem Gebiete der Metallbearbeitung,
Mechanik oder Elektrotechnik,
e) Personen, die zumindest fünf Jahre einschlägig (Produktion, Montage, Instandhaltung,
Instandsetzung) tätig waren.
(5) Werden in einem Betrieb in mehr als einem Lehrberuf Lehrlinge ausgebildet, dann sind Personen,
die für mehr als einen dieser Lehrberufe fachlich einschlägig ausgebildet sind, nur auf die Verhältniszahl
eines dieser Lehrberufe anzurechnen. Wenn aber in einem Betrieb nur eine einzige, jedoch für alle in
Betracht kommenden Lehrberufe fachlich einschlägig ausgebildete Person beschäftigt ist, dürfen — unter
Beachtung der für die einzelnen in Betracht kommenden Lehrberufe jeweils festgelegten Verhältniszahlen
— insgesamt höchstens zwei Lehrlinge ausgebildet werden.
(6) Ein Ausbilder ist bei der Ermittlung der Verhältniszahl gemäß § 8 Abs. 3 lit. a des Berufsausbildungsgesetzes
als eine fachlich einschlägig ausgebildete Person zu zählen. Wenn er jedoch mit Ausbildungsaufgaben
in mehr als einem Lehrberuf betraut ist, ist er als eine fachlich einschlägig ausgebildete Person
bei den Verhältniszahlen aller Lehrberufe zu zählen, in denen er Lehrlinge ausbildet.
§ 7. (1) Für die Ausbildung im Lehrberuf Werkzeugmechaniker werden folgende Verhältniszahlen
gemäß § 8 Abs. 3 lit. b des Berufsausbildungsgesetzes (Ausbilder — Lehrlinge) festgelegt
a) Auf je 3 Lehrlinge zumindest 1 Ausbilder, der nicht ausschließlich mit Ausbildungsaufgaben
betraut ist.
b) Auf je 10 Lehrlinge zumindest 1 Ausbilder, der ausschließlich mit Ausbildungsaufgaben betraut
ist.
(2) Die Verhältniszahl gemäß § 8 Abs. 3 lit. a des Berufsausbildungsgesetzes darf jedoch nicht überschritten
werden.
(3) Ein Ausbilder, der mit Ausbildungsaufgaben in mehr als einem Lehrberuf betraut ist, darf — unter
Beachtung der für die einzelnen in Betracht kommenden Lehrberufe jeweils festgelegten Verhältniszahlen
gemäß § 8 Abs. 3 lit. b des Berufsausbildungsgesetzes — insgesamt höchstens so viele Lehrlinge ausbilden,
wie es der höchsten Verhältniszahl gemäß § 8 Abs. 3 lit. b des Berufsausbildungsgesetzes der in Betracht
kommenden Lehrberufe entspricht.
Teil 4
Prüfungsordnung
§ 8. (1) Für die Abschlußprüfung, die Teilprüfung und die Zusatzprüfung im Lehrberuf Werkzeugmechaniker
wird die nachstehende Prüfungsordnung erlassen.
(2) Im übrigen ist auf die Durchführung der Abschlußprüfung, der Teilprüfung und der Zusatzprüfung
im Lehrberuf Werkzeugmechaniker die Verordnung BGBl. Nr. 170/1974 in geltender Fassung sinngemäß
anzuwenden.
I. ABSCHNITT
Abschlußprüfung
Gliederung
§ 9. (1) Die Abschlußprüfung im Lehrberuf Werkzeugmechaniker gliedert sich in eine praktische und
in eine theoretische Prüfung.
(2) Die praktische Prüfung umfaßt die Gegenstände
a) Prüfarbeit,
b) Fachgespräch.
(3) Die theoretische Prüfung umfaßt die Gegenstände
a) Fachrechnen,
b) Fachkunde,
c) Fachzeichnen.
(4) Die theoretische Prüfung entfällt, wenn der Prüfling die Erreichung des Lehrziels der letzten
Klasse der fachlichen Berufsschule nachgewiesen hat.
Durchführung der praktischen Prüfung
Prüfarbeit
§ 10. (1) Die Prüfarbeit hat zu umfassen
a) eine mechanische Prüfarbeit, wobei nach Angabe sämtliche nachstehende Fertigkeiten an einschlägigen
Werkstoffen nachzuweisen sind
1. Messen, Anreißen,
2. Feilen, Sägen, Bohren,
3. Reiben, Passen,
4. Gewindeschneiden,
5. Drehen oder Fräsen, Schleifen,
6. Zusammenbauen, Justieren, Prüfen;
b) die Erstellung eines einfachen Fertigungsprogrammes in Maschinensprache zur Herstellung
von mechanischen Teilen (Fräsen und Drehen).
(2) Die Prüfungskommission hat unter Bedachtnahme auf den Zweck der Abschlußprüfung und die
Anforderungen der Berufspraxis jedem Prüfling eine Prüfarbeit zu stellen, die in der Regel in zwölf
Arbeitsstunden ausgeführt werden kann. Hiebei ist der Arbeit gemäß Abs. 1 lit. a eine Dauer von 10 Stunden
und der Arbeit gemäß Abs. 1 lit. b eine Dauer von 2 Stunden zugrunde zu legen.
(3) Die Prüfarbeit ist nach 13, bei Entfall von Teilen der mechanischen Prüfarbeit gemäß Abs. 5 nach
acht Arbeitsstunden zu beenden.
(4) Für die Bewertung der Prüfarbeit sind folgende Kriterien maßgebend
a) bei der mechanischen Prüfarbeit
Maßhaltigkeit und Sauberkeit,
Winkeligkeit und Ebenheit,
fachgerechtes Verwenden der richtigen Werkzeuge und Meßgeräte;
b) beim Erstellen des Fertigungsprogramms
richtiges Erstellen nach vorgegebenen Unterlagen,
Maßhaltigkeit und richtige Funktionsfähigkeit der herzustellenden Teile,
Wirtschaftlichkeit,
fachgerechte Arbeit.
(5) Wenn der Prüfling die erfolgreiche Absolvierung der Teilprüfung nachweist, ist bei der mechanischen
Prüfarbeit das Schwergewicht auf das Zusammenbauen, Justieren und Prüfen zu legen. Hiebei sind
vorgefertigte Teile zu verwenden, die vom Prüfling endzufertigen bzw. anzupassen sind. Der mechanischen
Prüfarbeit ist in diesem Fall eine Dauer von 5Vi Stunden zugrunde zu legen.
Fachgespräch
§ 11. (1) Das Fachgespräch ist vor der gesamten Prüfungskommission abzulegen.
(2) Das Fachgespräch hat sich aus der praktischen Tätigkeit heraus zu entwickeln. Hiebei ist unter
Verwendung von Fachausdrücken das praktische Wissen des Prüflings festzustellen.
(3) Die Themenstellung hat dem Zweck der Abschlußprüfung und den Anforderungen der Berufspraxis
zu entsprechen. Hiebei sind Prüfstücke, Materialproben, Demonstrationsobjekte, Werkzeuge, Bauteile,
Zeichnungen oder Schautafeln heranzuziehen. Fragen über das Programmieren in Maschinensprache
sowie über einschlägige Sicherheitsvorschriften, Schutzmaßnahmen und Unfallverhütung sind miteinzubeziehen.
(4) Das Fachgespräch soll für jeden Prüfling 20 Minuten dauern. Es ist jedenfalls nach 30 Minuten zu
beenden. Eine Verlängerung um höchstens 10 Minuten hat im Einzelfall zu erfolgen, wenn der Prüfungskommission
ansonsten eine zweifelsfreie Bewertung der Leistung des Prüflings nicht möglich ist.
Durchführung der theoretischen Prüfung
Allgemeine Bestimmungen
§ 12. (1) Die theoretische Prüfung hat schriftlich zu erfolgen. Sie kann für eine größere Anzahl von
Prüflingen gemeinsam durchgeführt werden, wenn dies ohne Beeinträchtigung des Prüfungsablaufs möglich
ist.
(2) Die theoretische Prüfung ist grundsätzlich vor der praktischen Prüfung abzuhalten.
(3) Die Aufgaben haben nach Umfang und Niveau dem Zweck der Abschlußprüfung und den Anforderungen
der Berufspraxis zu entsprechen.
(4) Die schriftlichen Arbeiten des Prüflings sind entsprechend zu kennzeichnen.
Fachrechnen
§ 13. (1) Das Fachrechnen hat je eine Aufgabe aus sämtlichen nachstehenden Bereichen zu umfassen
a) Längen-, Flächen-, Volums- und Masseberechnung,
b) Rechnungen aus der Statik und Festigkeitslehre,
c) Stanz- und Drucktechnik,
d) Zerspanung,
e) Meßtechnik,
f) Formenbau.
(2) Das Verwenden von Rechenbehelfen ist zulässig.
(3) Die Aufgaben sind so zu stellen, daß sie in der Regel in 90 Minuten durchgeführt werden können.
(4) Das Fachrechnen ist nach 120 Minuten zu beenden.
Fachkunde
§ 14. (1) Die Fachkunde hat die stichwortartige Durchführung je einer Aufgabe aus sämtlichen nachstehenden
Bereichen zu umfassen
a) Werkstoffkunde,
b) Messen und Meßverfahren,
c) Werkzeuge und rechnergestützte Werkzeugmaschinen,.
d) Maschinenelemente,
e) Steuerungen, Regelungen und Antriebe,
f) einfaches Programmieren in Maschinensprache.
(2) Die Fachkunde kann auch in programmierter Form mit Fragebögen geprüft werden. In diesem
Fall sind aus jedem Bereich fünf Aufgaben zu stellen.
(3) Die Aufgaben sind so zu stellen, daß sie in der Regel in 90 Minuten durchgeführt werden können.
(4) Die Fachkunde ist nach 120 Minuten zu beenden.
Fachzeichnen
§ 15. (1) Das Fachzeichnen hat die Anfertigung einer Fertigungszeichnung eines mechanischen Teils
unter Berücksichtigung der rechnergestützten Fertigung zu umfassen.
(2) Die Aufgabe ist so zu stellen, daß sie in der Regel in 90 Minuten durchgeführt werden kann.
(3) Das Fachzeichnen ist nach 120 Minuten zu beenden.
Wiederholungsprüfung
§ 16. (1) Die Abschlußprüfung kann wiederholt werden.
(2) Wenn bis zu drei Gegenstände mit „nichtgenügend" bewertet wurden, ist die Wiederholungsprüfung
auf die mit „nichtgenügend" bewerteten Gegenstände zu beschränken. Die Prüfungskommission hat
in diesem Fall unter Berücksichtigung der festgestellten Mängel an Fertigkeiten und Kenntnissen festzusetzen,
wann innerhalb des Zeitraums von drei bis sechs Monaten nach der nichtbestandenen Abschlußprüfung
frühestens die Wiederholungsprüfung abgelegt werden kann.
(3) Wenn mehr als drei Gegenstände mit „nichtgenügend" bewertet wurden, ist die gesamte Prüfung
zu wiederholen. In diesem Fall kann die Wiederholungsprüfung frühestens sechs Monate nach der nichtbestandenen
Abschlußprüfung abgelegt werden.
II. ABSCHNITT
Teilprüfung
Gliederung
§ 17. (i) Nach dem 2. Lehrjahr ist eine Teilprüfung abzulegen. Sie umfaßt die Ausbildungsinhalte des
1. und 2. Lehrjahres und besteht aus einer praktischen und theoretischen Prüfung.
(2) Die praktische Prüfung umfaßt die Gegenstände
a) Prüfarbeit,
• b) Fachgespräch.
(3) Die theoretische Prüfung umfaßt die Gegenstände
a) Fachkunde,
b) Fachrechnen.
(4) Die theoretische Prüfung entfällt, wenn der Prüfling in den Gegenständen des Fachunterrichts die
erfolgreiche Absolvierung der 2. Klasse der fachlichen Berufsschule nachweist.
Prüfarbeit
§ 18. (1) Die Prüfarbeit umfaßt eine mechanische Prüfarbeit, wobei nach Angabe sämtliche nachstehende
Fertigkeiten an einschlägigen Werkstoffen nachzuweisen sind
1. Messen, Anreißen,
2. Feilen, Sägen, Bohren,
3. Reiben, Passen,
4. Gewindeschneiden,
5. Drehen oder Fräsen, Schleifen,
6. Zusammenbauen, Justieren, Prüfen.
(2) Die Prüfungskommission hat unter Bedachtnahme auf den Ausbildungsstand, den Zweck der
Teilprüfung und die Anforderungen der Berufspraxis jedem Prüfling eine Prüfarbeit zu stellen, die in der
Regel in fünf Arbeitsstunden ausgeführt werden kann.
(3) Die Prüfarbeit ist nach sechs Arbeitsstunden zu beenden.
(4) Für die Bewertung der Prüfarbeit sind folgende Kriterien maßgebend
Maßhaltigkeit und Sauberkeit,
Winkeligkeit und Ebenheit,
fachgerechtes Verwenden der richtigen Werkzeuge und Meßgeräte.
Fachgespräch
§ 19. (1) Das Fachgespräch ist vor der gesamten Prüfungskommission abzulegen.
(2) Das Fachgespräch hat sich aus der praktischen Tätigkeit heraus zu entwickeln. Hiebei ist unter
Verwendung von Fachausdrücken das praktische Wissen des Prüflings festzustellen.
(3) Die Themenstellung hat dem Ausbildungsstand, dem Zweck der Teilprüfung und den Anforderungen
der Berufspraxis zu entsprechen und sich auf folgende Themenbereiche zu erstrecken
a) Mechanische Arbeiten,
b) Wärmebehandlung,
c) Verbindungselemente und Verbindungstechniken,
d) Lesen von Zeichnungen,
e) Maschinensicherheit,.Schutzmaßnahmen, Unfallverhütung.
Zur Unterstützung des Fachgesprächs sind Prüfstücke, Materialproben, Demonstrationsobjekte, Werkzeuge,
Bauteile, Zeichnungen oder Schautafeln heranzuziehen.
(4) Das Fachgespräch soll für jeden Prüfling 15 Minuten dauern. Es ist jedenfalls nach 20 Minuten zu
beenden. Eine Verlängerung um höchstens 10 Minuten hat im Einzelfall zu erfolgen, wenn der Prüfungskommission
ansonsten eine zweifelsfreie Bewertung der Leistung des Prüflings nicht möglich ist.
Durchführung der theoretischen Prüfung
Allgemeine Bestimmungen
§ 20. (1) Die theoretische Prüfung hat schriftlich zu erfolgen. Sie kann für eine größere Anzahl von
Prüflingen gemeinsam durchgeführt werden, wenn dies ohne Beeinträchtigung des Prüfungsablaufs möglich
ist.
(2) Die theoretische Prüfung ist grundsätzlich vor der praktischen Prüfung abzuhalten.
(3) Die Aufgaben haben nach Umfang und Niveau dem Ausbildungsstand, dem Zweck der Teilprüfung
und den Anforderungen der Berufspraxis zu entsprechen.
(4) Die schriftlichen Arbeiten des Prüflings sind entsprechend zu kennzeichnen.
Fachkunde
§ 21. (1) Die Fachkunde hat die stichwortartige Durchführung je einer Aufgabe aus sämtlichen nachstehenden
Bereichen zu umfassen
a) Werkstoffkunde,
b) Fertigungsverfahren,
c) Mathematik und angewandte Mathematik,
d) Grundlagen der Mechanik,
e) Pneumatik.
(2) Die Fachkunde kann auch in programmierter Form mit Fragebögen geprüft werden. In diesem
Fall sind aus jedem Bereich vier Aufgaben zu stellen.
(3) Die Aufgaben sind so zu stellen, daß sie in der Regel in 60 Minuten durchgeführt werden können.
(4) Die Fachkunde ist nach 80 Minuten zu beenden.
Fachrechnen
§ 22. (1) Das Fachrechnen hat je eine Aufgabe aus sämtlichen nachstehenden Bereichen zu umfassen
a) Längen-, Flächen-, Volums- und Masseberechnung,
b) Winkelfunktionen,
c) Koordinatensysteme,
d) Stanztechnik.
(2) Die Aufgabe ist so zu stellen, daß sie in der Regel in 60 Minuten durchgeführt werden kann.
(3) Das Fachrechnen ist nach 80 Minuten zu beenden.
Wiederholungsprüfung
§ 23. (1) Die Teilprüfung kann einmal wiederholt werden.
(2) Die Wiederholungsprüfung der Teilprüfung ist auf die mit „nichtgenügend" bewerteten Gegenstände
zu beschränken. Die Wiederholungsprüfung kann frühestens zwei Monate nach der nichtbestandenen
Teilprüfung abgelegt werden. Sie ist jedenfalls vor Vollendung des dritten Lehrjahres abzulegen.
III. ABSCHNITT
Zusatzprüfung
§ 24. Nach erfolgreich abgelegter Lehrabschlußprüfung bzw. Abschlußprüfung in den Lehrberufen
Anlagenelektriker, Anlagenmonteur, Betriebselektriker, Dreher, Elektromechaniker und -maschinenbauer,
Elektromechaniker für Schwachstrom, Elektromechaniker für Starkstrom, Feinmechaniker, Maschinenmechaniker,
Maschinenschlosser, Mechaniker, Meß- und Regelmechaniker, Schlosser, Textilmechaniker,
Werkzeugmacher oder Werkzeugmaschineur kann eine Zusatzprüfung im Lehrberuf Werkzeugmechaniker
abgelegt werden. Diese hat die Gegenstände „Prüfarbeit" und „Fachgespräch" zu umfassen. Für diese
Zusatzprüfung gelten die §§ 10, 11 und 16.
Teil 5
Berichtspflicht
§ 25. (1) Lehrberechtigte, die Lehrlinge im Rahmen dieses Ausbildungsversuchs ausbilden, haben hinsichtlich
dieser Lehrlinge jährlich Berichte über den Stand an vermittelten Fertigkeiten und Kenntnissen
sowie über deren Anwendung durch den Lehrling im Betrieb an die Lehrlingsstelle zu erstatten. Die Lehrlingsstelle
hat zur Erleichterung der Berichte den Lehrberechtigten entsprechende Vordrucke zur Verfügung
zu stellen.
(2) Die Berichte der Lehrberechtigten sind von der Lehrlingsstelle zu prüfen und samt Prüfungsergebnis
dem Landes-Berufsausbildungsbeirat zu übermitteln. Dieser hat hiezu eine gutächtliche Äußerung und
allfällige Vorschläge und Anregungen abzugeben.
§ 26. Die Lehrlingsstelle hat dem Bundesminister für wirtschaftliche Angelegenheiten und dem Bundes-
Berufsausbildungsbeirat jährlich einen Bericht über den Stand und die Entwicklung der Ausbildung im
Rahmen dieses Ausbildungsversuchs zu erstatten. Diesem Bericht sind die Gutachten, Vorschläge und
Anregungen des Landes-Berufsausbildungsbeirats, die Berichte der Lehrberechtigten und allfällige
Berichte der Lehrlinge anzuschließen.
Teil 6
Inkrafttreten, Geltungsdauer
§ 27. (1) Diese Verordnung tritt mit 1. Juli 1989 für die Bundesländer Tirol und Vorarlberg in Kraft.
(2) Lehrverträge können bereits vor diesem Zeitpunkt abgeschlossen werden. Der Eintritt in die Ausbildung
ist jedoch frühestens mit dem im Abs. 1 festgelegten Zeitpunkt möglich.
(3) Diese Verordnung tritt mit Ablauf des 31. Dezember 1999 außer Kraft.