286. Verordnung: Änderung der Verordnung, mit welcher Lehrpläne für die allgemeinbildenden höheren Schulen erlassen werden sowie Festsetzung der Lehrverpflichtungsgruppen
Gesetzestext (1 Artikel)
Auf Grund des Schulorganisationsgesetzes,
BGBl. Nr. 242/1962, in der Fassung der Bundesgesetze
BGBl. Nr. 243/1965, 173/1966, 289/1969,
234/1971, 323/1975 und 142/1980, insbesondere
dessen §§ 6 und 39, sowie hinsichtlich der Einstufung
in die Lehrverpflichtungsgruppen im Einvernehmen
mit dem Bundeskanzler und dem Bundesminister
für Finanzen auf Grund des § 7 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über das Ausmaß der Lehrverpflichtung
der Bundeslehrer, BGBl. Nr. 244/1965,
in der Fassung der Bundesgesetze BGBl.
Nr. 297/1968, 228/1972, 339/1975 und 567/1981
wird verordnet
Die Verordnung des Bundesministers für Unterricht,
BGBl. Nr. 163/1964, mit der die Lehrpläne
für die allgemeinbildenden höheren Schulen erlassen
werden, in der Fassung der Verordnungen
BGBl. Nr. 146/1966, 216/1966, 295/1967,
363/1967, 2/1969, 174/1969, 324/1972, 63/1974,
614/1974, 577/1976, 15/1977, 113/1978 und 145/
1979 wird wie folgt geändert
1. In der Anlage A (Lehrplan der allgemeinbildenden
höheren Schulen)
a) Abschnitt I (Stundentafeln)
aa) Unterabschnitt 1 (Stundentafeln des
Gymnasiums) lit. a (Unterstufe des Gymnasiums)
ist nach dem Freigegenstand
„Slowenisch" folgende Zeile einzufügen
„Ungarisch 3 3 3 3 12 I";
bb) Unterabschnitt 2 (Stundentafeln des
Realgymnasiums) lit. a (Unterstufe des
Realgymnasiums) ist nach dem Freigegenstand
„Slowenisch" folgende Zeile
einzufügen
„Ungarisch 3 3 3 3 12 I";
cc) Unterabschnitt 3 (Stundentafeln des
Wirtschaftskundlichen Realgymnasiums
für Mädchen) lit. a (Unterstufe des Wirtschaftskundlichen
Realgymnasiums für
Mädchen) hat der Abschnitt „Freigegenstand"
zu lauten
b) Abschnitt V (Bildungs- und Lehraufgaben der
einzelnen Unterrichtsgegenstände, Lehrstoff,
didaktische Grundsätze), Freigegenstände
aa) ist nach dem Freigegenstand „Slowenisch"
folgender Freigegenstand „Ungarisch"
einzufügen
„UNGARISCH
Unterstufe
Bildungs- und Lehraufgabe
Die Bildungs- und Lehraufgabe richtet sich nach
der für den Pflichtgegenstand Zweite lebende
Fremdsprache.
Der besondere Bildungswert des Ungarisch-
Unterrichts liegt im Kennenlernen des Aufbaues
einer nicht-indoeuropäischen Sprache.
Gleichzeitig wird dem Schüler die Kulturgemeinschaft
während einer vielhundertjährigen gemeinsamen
Geschichte deutlich, was das Verständnis
gegenüber dem Nachbarvolk fördert.
Der kulturkundliche Anteil im Rahmen des
Ungarischunterrichtes soll dem Schüler die ungarische
Geschichte, die Volkskultur, die Landeskunde
und ganz besonders das ungarische Schrifttum
eröffnen.
Besonderes Augenmerk ist auf die literarische
Befruchtung des pannonischen Raumes durch die
ungarische Literatur zu richten.
Lehrstoff
1. Klasse (3 Wochenstunden)
Aussprache
Aneignung einer klaren Aussprache durch Vor-
und Nachsprechen. Besondere Übung der kurzen
und langen Vokale und die deutliche Unterscheidung
von a, á, e, é. Aussprache der stimmhaften
und der stimmlosen Konsonanten. Hinweis auf die
Betonung. Übung der zusammengesetzten und der
Doppelkonsonanten.
Schreibung
Groß- und Kleinschreibung. Durch Hör- und
Sprechübung richtiges Schreiben der kurzen und
langen Vokale, richtiges Schreiben der von der
deutschen Sprache abweichenden Lautwerte.
Gesprächs- und Lesestoff, Wortschatz
Einführung in den Wortgebrauch. Aussage und
Fragestellung, einfache Redewendungen,
Gesprächsstoff aus der nächsten Umgebung des
Schülers (etwa Schule, Heim und Familie, Körper
und Kleidung, Mahlzeiten, Tages- und Jahresablauf,
Uhr, Datum). Erweiterung des Wortschatzes.
Einfache Gedichte und Lieder. Grußformen.
Mündliche und schriftliche Übungen
Einfache Diktate auf der Grundlage bekannter
Texte. Einsetzübungen. Fragen und Antworten im
Anschluß an die Lesestücke. Auswendiglernen kurzer
Texte. Niederschrift auswendig gelernter Texte
zur Kontrolle der Rechtschreibung.
Schriftliche Arbeiten
Hausübungen.
Vier Schularbeiten, je zwei im Semester.
2. Klasse (3 Wochenstunden)
Aussprache
Weiterführung der Übungen zur Festigung der
reinen Aussprache. Übungen mit schwerer aussprechbaren
Wörtern und Wortgruppen.
Schreibung
Vertiefende Einübung des in der 1. Klasse Gelernten.
Regel der Worttrennung.
Gesprächs- und Lesestoff, Wortschatz
Erweiterung des Wortschatzes unter ständiger
Wiederholung des Erlernten. Fabeln und Märchen.
Erweiterung der Themenkreise auf den weiteren
Lebensbereich des Schülers auf Grund von leichten
Lesestücken (etwa Leben in der Stadt und auf dem
Land, Ferien, Haushalt und Einkauf, Jahreszeiten
und Feste, Wetter, Krankheit). Wortschatzübungen.
Übungstexte mit Ergänzungsaufgaben und
Möglichkeiten der Selbstkontrolle.
Leichte Lesestücke, Lieder und Gedichte. Redewendungen
des Alltags.
Sprachlehre
Gebrauch der Suffixe bei Orts-, Zeit- und
Umstandsbestimmungen. Wesen der Vokalharmonie
und der Agglutination. Vergangenheit und
Zukunft der regelmäßigen Zeitwörter. Possessivsuffixe.
Mündliche und schriftliche Übungen
Auswendiglernen sprachlich ergiebiger Stellen.
Umformungen und Erweiterungen. Versuche im
Berichten über Selbsterlebtes und Beobachtetes.
Bildbeschreibungen und Bildbesprechungen.
Zusammenhängende Wiedergabe von Gehörtem
und Gelesenem. Diktate mit etwas stärkerer Loslösung
vom Text. Einfache Nacherzählungen und
Zusammenfassungen. Gelegentlich einfache Übersetzungen
und Rückübersetzungen.
Schriftliche Arbeiten
Hausübungen.
Vier Schularbeiten, je zwei im Semester.
3. Klasse (3 Wochenstunden)
Aussprache
Berücksichtigung der Sprachmelodie. Übungen
zur Steigerung des Sprechtempos.
Schreibung
Weiterführende Übung der Rechtschreibung und
Steigerung des Schwierigkeitsgrades.
Gesprächs- und Lesestoff, Wortschatz
Erweiterung des Wortschatzes durch Redewendungen
und Kombinationen. Wortschatzübungen
mit Wortfamilien. Erweiterung der Themenkreise
unter Berücksichtigung der Verhältnisse in Ungarn
(etwa moderner Verkehr, Großstadt, Geschäftsleben,
Post, Hörfunk und Fernsehen, Theater und
Film, Freizeitgestaltung, Fremdenverkehr). Sagen,
historische Schilderungen.
Sprachlehre
Objektive Konjugation des Zeitwortes in Gegenwart,
Zukunft und Vergangenheit. Wichtige unregelmäßige
Zeitwörter. Steigerung. Gebrauch der
Präfixe und der Postpositionen. Imperativ.
Mündliche und schriftliche Übungen
Wie in der 2. Klasse, jedoch mit erhöhten Anforderungen.
Freiere Aufsätze, Vortrag von Gedichten.
Intensivierung des Gesprächs.
Schriftliche Arbeiten
Hausübungen.
Vier Schularbeiten, je zwei im Semester.
4. Klasse (3 Wochenstunden)
Aussprache
Ständige Kontrolle der Aussprache und Beseitigung
von Ungenauigkeiten. Übungen im Anschluß
an den Lesestoff.
Schreibung
Schreibübungen von Fachausdrücken aus dem
Gebiet des Handels, der Wirtschaft, des Berufslebens
usw. Phonetische Schreibweise von allgemein
gebräuchlichen Fremdwörtern.
Gesprächs- und Lesestoff, Wortschatz
Wechselgespräche und Diskussionen über aktuelle,
altersgemäße Problemkreise. Einführung des
Schülers in die dem Alter entsprechende ungarische
Jugendliteratur. Besprechung von gelesenen Erzählungen,
Novellen und Gedichten. Stoffgebiete, die
mit dem Berufsleben im Zusammenhang stehen.
Erweiterung des Wortschatzes durch ausgefallenere
Ausdrücke.
Sprachlehre
Allmähliche Weiterführung; Möglichkeits- und
Faktitivformen der Zeitwörter. Formen der wichtigsten
unregelmäßigen Zeitwörter. Unregelmäßigkeiten
bei der Steigerung der Eigenschaftswörter.
Modalbestimmung. Überblick über die ungarische
Syntax.
Mündliche und schriftliche Übungen
Mündliche und schriftliche Stellungnahme des
Schülers zu Problemen, die seinen Lebensbereich
berühren. Freiere Wiedergabe von Sachverhalten,
wie sie sich aus Erlebnis, Beobachtung und Lektüre
(insbesondere von Abschnitten der ungarischen
Jugendlektüre und geeigneten Zeitungsausschnitten)
ergeben.
Übersetzungs- und Rückübersetzungsübungen.
Gesuche und Eingaben. Einfache Geschäftsbriefe.
Schriftliche Arbeiten
Hausübungen.
Vier Schularbeiten, je zwei im Semester.
Didaktische Grundsätze
Es ist zu berücksichtigen, welche Vorkenntnisse
die Schüler mitbringen. Der Lehrer wird vom
Anfang an möglichst viel die ungarische Sprache
verwenden und nur die reine Schriftsprache lehren.
Auf örtliche Dialektfärbungen kann hingewiesen
werden; bei der reinen Aussprache einzelner Laute
ist dies besonders wichtig. Durch ständige Wiederholungen
und durch allmähliche Vermehrung des
Wortschatzes soll die Redegewandtheit und die
Sprechbereitschaft der Schüler gesteigert werden.
Durch das Sprechen zusammenhängender Sätze
vom Anfang an und durch das Lesen kurzer Lesestücke
soll der erste Schritt zur ungarischen
Jugendliteratur unternommen werden. Die Privatlektüre
soll gefördert werden. Durch die Benützung
audio-visueller Mittel sollen dem Schüler die
ungarische Landeskunde und Beispiele der ungarischen
Volkskultur verständlich gemacht werden;
dasselbe gilt beim Singen einfacher Volkslieder und
bei der Durchführung von Tanzspielen.
Die Sprachlehre soll ein notwendiges Maß nicht
überschreiten.";
bb) hat der Freigegenstand „Geometrisches
Zeichnen" zu lauten
„GEOMETRISCHES ZEICHNEN
3. oder 4. Klasse (2 Wochenstunden)
Wie Lehrplan für den Pflichtgegenstand „Geometrisches
Zeichnen" des Realgymnasiums für die
3. Klasse."
2. In der Anlage C/zS [Lehrplan des Realgymnasiums
für Berufstätige (zeitverpflichtete Soldaten)
(Mathematisches Realgymnasium)],
Abschnitt I (Stundentafel), hat die Fußnote 1) zu
lauten
„1) Im 1. Halbjahrslehrgang werden in
Geschichte und Sozialkunde sowie in Geographie
und Wirtschaftskunde die Stoffgebiete
in Überblicken und Zusammenfassungen
behandelt; im 3. bis 6. Halbjahrslehrgang
werden die beiden Pflichtgegenstände
unter dem Aspekt der Österreichkunde verbunden.
Auf die Bildungs- und Lehraufgabe
und auf die Didaktischen Grundsätze wird
besonders verwiesen."