241. Verordnung: Änderung des Lehrplanes des Polytechnischen Lehrganges
Gesetzestext (1 Artikel)
ARTIKEL I
Auf Grund des Schulorganisationsgesetzes, BGBl. Nr. 242/1962, zuletzt geändert durch das Bundesgesetz
BGBl. Nr. 327/1988, insbesondere dessen §§ 6 und 29, wird verordnet
Die Verordnung des Bundesministers für Unterricht und Kunst, BGBl. Nr. 301/1981, über den Lehrplan
des Polytechnischen Lehrganges in der Fassung der Verordnung BGBl. Nr. 479/1986 wird hinsichtlich
der Anlage (Lehrplan des Polytechnischen Lehrganges) wie folgt geändert
1. Im § 2
a) erhält der bisherige Text die Absatzbezeichnung „(1)",
b) lautet lit. a
„a) Soweit im Lehrplan des Polytechnischen Lehrganges nur die Mindest- und Höchstzahl des
Wochenstundenausmaßes angegeben ist, haben sie das Stundenausmaß nach den örtlichen Erfordernissen
im Rahmen der vorgesehenen Grenzen für das gesamte Bundesland oder die einzelnen
Polytechnischen Lehrgänge festzulegen; hiebei kann bei den zusätzlichen alternativen Pflichtgegenständen
und den Freigegenständen auch bestimmt werden, daß diese entsprechend dem Rahmen
auch im Ausmaß von 1, 2, 3 oder 4 Wochenstunden angeboten werden können.",
c) wird folgender Abs. 2 angefügt
„(2) Die Landesschulräte können durch zusätzliche Lehrplanbestimmungen gemäß § 6 Abs. 1 des
Schulorganisationsgesetzes nach den örtlichen Erfordernissen nähere Bestimmungen betreffend die Blockung
des Pflichtgegenstandes „Gesundheitslehre" gemäß Fußnote 1 zur Stundentafel erlassen."
2. Im ersten Teil (Allgemeine Bestimmungen und didaktische Grundsätze), Abschnitt A (Allgemeine
Bestimmungen) lautet
a) in Z 3 (Differenzierung im Polytechnischen Lehrgang) der erste Satz des Unterabschnittes „Differenzierung
nach Leistungsgruppen"
„In den Unterrichtsgegenständen Deutsch, Mathematik und Lebende Fremdsprache sind die Schüler
nach ihrer Leistung in drei Leistungsgruppen zusammenzufassen, denen bei Vorliegen der gesetzlichen
Voraussetzung Schülergruppen zu entsprechen haben.",
b) in Z 4 (Fach- und fächerübergreifender Unterricht [Unterrichtsprinzipien]) der dritte Absatz
„Folgende Bildungs- und Erziehungsaufgaben sind als Unterrichtsprinzipien besonders zu beachten
— Gesundheitserziehung mit dem Schwerpunkt in Lebenskunde, Gesundheitslehre und in Leibensübungen;
— Leseerziehung mit dem Schwerpunkt in Deutsch;
— Medienerziehung mit dem Schwerpunkt in Lebenskunde und in Deutsch;
— musische Erziehung mit dem Schwerpunkt in Lebenskunde, in Werkerziehung und in Deutsch;
— Politische Bildung (einschließlich staatsbürgerliche Erziehung) mit dem Schwerpunkt in Lebenskunde,
in Sozial- und Wirtschaftskunde, in Berufskunde und Praktische Berufsorientierung sowie
im Sozial- und lebenskundlichen und im Wirtschaftskundlichen Seminar;
— Sexualerziehung mit dem Schwerpunkt in Lebenskunde und Gesundheitslehre;
— Sprecherziehung mit dem Schwerpunkt in Deutsch und in Lebender Fremdsprache;
— Umwelterziehung mit dem Schwerpunkt in den Naturkundlichen Grundlagen der modernen
Wirtschaft, in Landwirtschaftskunde, in Berufskunde und Praktische Berufsorientierung sowie im
Wirtschaftskundlichen und im Naturkundlich-technischen Seminar;
— Verkehrserziehung mit dem Schwerpunkt in Lebenskunde;
— Wirtschaftserziehung (einschließlich Sparerziehung und Konsumentenerziehung) mit dem
Schwerpunkt in Wirtschaftskunde, in Berufskunde und Praktische Berufsorientierung, in Werkerziehung
sowie im Wirtschaftskundlichen und im Naturkundlich-technischen Seminar;
— Vorbereitung auf neue Techniken, insbesondere Kommunikations- und Informationstechniken."
3. Im ersten Teil, Abschnitt B (Didaktische Grundsätze) in Z 3 (Zeit- und Lebensnähe des Unterrichts;
Berufsbezogenheit der Bildung)
a) lautet die Überschrift
„Zeit- und Lebensnähe des Unterrichts; Berufsbezogenheit und Zukunftsorientierung
der Bildung",
b) lautet der erste Satz
„In allen Unterrichtsgegenständen werden Bildungsstoffe heranzuziehen sein, die zeitnah, lebenspraktisch
und zukunftsorientiert sind.",
c) wird nach dem zweiten Absatz folgender Absatz eingefügt
„Die ständige Auseinandersetzung mit neuen Techniken, insbesondere mit neuen Kommunikations- und
Informationstechniken, muß wesentlicher Bestandteil einer lebensnahen und zukunftsorientierten Bildung
sein. Im Bereich der Pflichtgegenstände wie Deutsch, Mathematik, Sozial- und Wirtschaftskunde,
Naturkundliche Grundlagen der modernen Wirtschaft, Berufskunde und Praktische Berufsorientierung,
Lebenskunde sowie Gesundheitslehre wird die Auseinandersetzung mit neuen Techniken und neuen Technologien
in bezug auf gesellschaftliche, wirtschaftliche, berufliche und persönliche Auswirkungen im Vordergrund
stehen. Diese Auseinandersetzung soll in den „alternativen Pflichtgegenständen (Seminare)"
erweitert, spezialisiert und vertieft werden. Der Anwendungsumgang mit Informations- und Kommunikationstechniken
soll in den „zusätzlichen alternativen Pflichtgegenständen" praktiziert und geübt werden.
Die kontinuierliche und berufsbezogene Nutzung der Computer soll vor allem in Buchhaltung, Maschinschreiben,
Technischem Zeichnen sowie Technischem Werken und allenfalls Fremdenverkehrskunde
erfolgen.",
d) lautet im vorletzten Absatz der Klammerausdruck
„(Modell, Bild, Film, Funk, Fernsehen, Computer)".
4. Im ersten Teil, Abschnitt B wird der Z 6 (Konzentration der Bildung) folgender Absatz angefügt
„Um allen Schülern eine Zusammenschau der verschiedenen Fachaspekte neuer Techniken zu ermöglichen,
ist je nach Vorbildung der Schüler eine Einführungs- oder eine Projektwoche durchzuführen. Im
Rahmen dieser Woche bearbeiten und reflektieren alle Unterrichtsgegenstände diesen Themenbereich
gemeinsam und auch fachspezifisch. Dabei soll dem Sammeln praktischer Erfahrungen ein angemessener
Raum eingeräumt werden."
5. Der zweite Teil lautet
„ZWEITER TEIL
GESAMTSTUNDENANZAHL UND STUNDENAUSMASSE
(Stundentafel)
Bemerkungen zur Stundentafel
1. Die Schüler haben gemäß § 11 Abs. 1 des Schulunterrichtsgesetzes eines der im Rahmen der alternativen
Pflichtgegenstände angebotenen vier Seminare sowie zusätzliche alternative Pflichtgegenstände im
Ausmaß von insgesamt fünf bzw. sechs Wochenstunden zu wählen. Sofern an einklassigen Polytechnischen
Lehrgängen die alternativen Pflichtgegenstände (Seminare) im Ausmaß von je 1½ Wochenstunden
geführt werden (Verordnung des Landesschulrates gemäß § 2 lit. b), haben die Schüler zwei der vier angebotenen
Seminare zu wählen.
2. Gemäß § 12 Abs. 1 des Schulunterrichtsgesetzes können sich die Schüler zur Teilnahme an Freigegenständen
und unverbindlichen Übungen anmelden. Hiebei ist die Verordnung über die Beschränkung
der Zahl der Freigegenstände und unverbindlichen Übungen, BGBl. Nr. 438/1977, zu beachten.
3. Unterrichtsgegenstände, die als zusätzliche alternative Pflichtgegenstände und als Freigegenstände
angeboten werden, können auch im Rahmen einer gemeinsamen Unterrichtsveranstaltung im gleichen
Wochenstundenausmaß geführt werden. Wird ein Unterrichtsgegenstand als zusätzlicher alternativer
Pflichtgegenstand und als Freigegenstand jeweils getrennt angeboten, darf er nur einmal gewählt werden.
Wird das Landwirtschaftskundliche Seminar gewählt, ist der Besuch des zusätzlichen alternativen Pflichtgegenstandes
bzw. des Freigegenstandes Landwirtschaftskunde nicht zulässig.
4. Der Förderunterricht findet in Form von Kursen von jeweils insgesamt acht Unterrichtsstunden
statt, wobei wöchentlich eine Unterrichtsstunde anzubieten ist; aus pädagogischen Gründen oder —
sofern diese nicht dagegen sprechen — auch aus organisatorischen Gründen darf der Förderunterricht
geblockt geführt werden. In jedem Unterrichtsjahr dürfen für einen Unterrichtsgegenstand jeweils höchstens
zwei Kurse angeboten werden. Ein Schüler darf in einem Unterrichtsjahr höchstens vier Kurse besuchen.
5. Sofern der Unterricht in Hauswirtschaft und Kinderpflege mit zwei Wochenstunden geführt wird,
ist eine Blockung zu je vier Wochenstunden in jeder zweiten Woche zulässig.
Weiters ist eine Blockung bei den Unterrichtsgegenständen „Erweiterte Gesundheitslehre", „Projektorientierter
Unterricht" und bei den unverbindlichen Übungen „Verkehrserziehung" und „Hobbygruppe"
besonders empfehlenswert.
6. Im fünften Teil (Bildungs- und Lehraufgaben sowie Lehrstoff der einzelnen Pflichtgegenstände,
didaktische Grundsätze), Abschnitt Pflichtgegenstände
a) lautet der Pflichtgegenstand „Lebenskunde"
„Lebenskunde"
(mit Hinweisen zu einer sinnvoll gestalteten Freizeit)
Bildungs- und Lehraufgaben
Hauptaufgabe der Lebenskunde ist es, die Entwicklung der Schüler zu selbstbewußten, gemeinschaftsfähigen,
kritischen, verantwortungsvollen und schöpferischen Persönlichkeiten zu fördern, damit
sie eigene Lebenssituationen (auch im Hinblick auf Freizeit) sinnvoll bewältigen bzw. gestalten können.
Lebenskunde fördert Lebensfreude.
Der Lebenskunde kommt grundsätzlich eine fachintegrative Funktion zu
Zur Bewältigung komplexer Lebenssituationen sind jeweils mehrere Fachdisziplinen zu nutzen. Der
emotionalen und musischen Seite des Lebens kommt durchgängig Bedeutung zu. Zur Aneignung und Subjektivierung
der verschiedenen Bildungsbereiche (Fachbereiche) ist weiters die Auseinandersetzung mit
eigenen Erfahrungen notwendig, die üblicherweise die Sichtweisen mehrerer Fachbereiche berühren. Auch
die Entwicklung, Verwirklichung und Generalisierung von Handlungsplänen vollzieht sich meist in Überschreitungen
von Fachgrenzen. Zur Realisierung komplexer Anliegen der Lebenskunde bieten sich daher
fächerübergreifende Projekte bzw. andere handlungs- und erfahrungsorientierte Vorhaben an.
Die Lebenskunde ist dem Konzept einer Allgemeinbildung verpflichtet, welche ausdrücklich lebenslange
Bildungsbereitschaft und Bildungsfähigkeit grundlegt.
Der Hauptbereich der Lebenskunde ist
Bewältigung komplexer Lebenssituationen und Zukunftsorientierung
Die Schüler sollen zu eigenständiger, vorausschauender und planvoller Lebensgestaltung geführt werden.
Dabei sind die eigene Klasse, die eigene Schule und das jeweilige familiäre, regionale und schulische
Umfeld als Lern- und Gestaltungsräume zu nutzen. Problemorientierte und engagierte Mitgestaltung soll
eingeübt werden.
Darüber hinaus sollen subjektive Hoffnungen und Wünsche, Erwartungen und Ansprüche an Schulabgänger
bzw. Jugendliche in Berufsausbildung, Freizeit, Partnerschaft, Familie und Freundeskreis thematisiert
und bearbeitet werden. Auch andere Fragen der Zukunft und Utopien sollen den Jugendlichen
nähergebracht werden.
Die wesentlichen Aspekte dieses Hauptbereiches sind
Sensible Wahrnehmung und kommunikative Handlungsweisen
Die Schüler sollen auf Grundlage sensibilisierter Wahrnehmung mit den verschiedenen Möglichkeiten
und Intentionen zwischenmenschlicher Kommunikation vertraut werden sowie situationsgerechte
kommunikative Handlungsweisen entwickeln und einüben.
Entwicklung von Lebensbedingungen und generationsübergreifendes
Lernen
Die Schüler sollen gegenwärtige Lebensbedingungen als Ergebnis von Entwicklungsprozessen verstehen
können sowie zu generationsübergreifendem Lernen angeregt werden. Damit sollen solidarische Lernprozesse
der Älteren wie der Jüngeren angeregt werden. Dies ist ein Beitrag zur realistischen Einschätzung
und Förderung ihrer eigenen Handlungsmöglichkeiten, vor allem im Hinblick auf Verstehen, Akzeptieren,
Mitfühlen, Tolerieren, Abgrenzen, Helfen und Erziehen.
Zeitgemäßes Weltbild
Jeder Schüler soll Hilfen zur Entwicklung des eigenen zeitgemäßen Weltbildes angeboten erhalten.
Dies versetzt ihn zunehmend in die Lage, Erscheinungen, mit denen er sich konfrontiert sieht, einzuordnen,
zu benennen, miteinander in Beziehung zu setzen und zu beurteilen.
Im Vordergrund steht dabei die persönliche Betroffenheit und die Erfahrungswelt der Lernenden als
eine wichtige Leitlinie für den Zugang zum Bildungs- und Kulturgut, um die persönliche Sinnhaftigkeit
von Bildungsanstrengungen zu erleben und zu verstärken.
Dabei soll es auch zur Auseinandersetzung mit bisherigen Bildungs- und Erziehungserfahrungen
kommen.
Ich-Stärke und Werthaltungen
Die Schüler sollen in ihrer Ich-Stärke gefördert werden; das heißt, befähigt werden, persönliche
Erfahrungen auf stabile, positive und sinnvolle Weise zu ordnen.
Die Lernenden sollen befähigt werden, bei der Auseinandersetzung mit konkreten Lebenssituationen
Regeln, Normen und Gesetze zu beachten, sie zu hinterfragen und mit ihnen umzugehen.
Dabei kommt der Herausbildung begründeter Werthaltungen als Grundlage für verantwortliches
Handeln große Bedeutung zu.
Lehrstoff
Überblick
Der Aufbau des Lehrstoffes folgt der Konzeption des Hauptbereiches und seiner Aspekte im Kapitel
der Bildungs- und Lehraufgaben
Hauptbereich: Bewältigung komplexer Lebenssituationen und Zukunftsorientierung
Themenbereich 1: Analyse von Lebenssituationen
Themenbereich 2: Handlungsrahmen
Themenbereich 3: Handlungspläne
Aspekte
Sensible Wahrnehmung und kommunikative Handlungsweisen
Themenbereich 1: Bewältigen von Anfangssituationen
Themenbereich 2: Sensible Wahrnehmung
Themenbereich 3: Verständnisvoller Umgang mit anderen
Entwicklung von Lebensbedingungen und generationsübergreifendes
Lernen
Themenbereich 1: Auseinandersetzen mit der Lebensgeschichte
Themenbereich 2: Generationsübergreifendes Lernen
Ein zeitgemäßes Weltbild
Themenbereich 1: Was subjektive Weltbilder leisten
Themenbereich 2: Aktualisierung des Weltbildes
Ich-Stärke und Werthaltungen
Themenbereich 1: Persönlicher Umgang mit Normen
Themenbereich 2: Entwicklung von Verantwortung
Themenbereich 3: Zur Bedeutung des Individuums heute
Jeder Themenbereich enthält Bildungsziele und entsprechend zugeordnete Lehrstoffe. Im Anschluß
daran werden didaktische Grundsätze angeführt und zum Teil mit Anregungen und Vorschlägen näher
erläutert.
Die Lehrstoffe haben Angebotscharakter. Es ist vom Lehrer im Rahmen des Hauptbereiches und seiner
Aspekte eine Auswahl zu treffen; auch Modifizierungen und Ergänzungen können vorgenommen
werden.
Reihenfolge und Anordnung werden in der jeweiligen Klassenplanung getroffen.
HAUPTBEREICH: Bewältigung komplexer Lebenssituationen und Zukunftsorientierung
THEMENBEREICH 1: Analyse von Lebenssituationen
In diesem gesamten Hauptbereich ist das Lehrstoffangebot als eine breite Palette von Möglichkeiten
zu verstehen, wodurch einer überlegten situationsgemäßen Stoffauswahl durch den Lehrer besondere
Bedeutung zukommt. Die Beschränkung auf einige wenige Themen ist wichtig, um den Lernenden genügend
Zeit für ihre Entwicklungen zu geben. Oft ist die Auseinandersetzung mit nur einem Thema über
einen längeren Zeitraum hinweg in bezug auf Bearbeitung, Vertiefung und Reflexion sinnvoll. Der
gesamte Hauptbereich bedingt auf Grund seiner komplexen Aufgabenstellungen themenübergreifende und
zum Teil fächerübergreifende Arbeitsweisen. Diese sollen in Form von Projekten und anderen kooperativen,
erfahrungs- und handlungsorientierten Vorhaben umgesetzt werden.
HAUPTBEREICH: Bewältigung komplexer Lebenssituationen und Zukunftsorientierung
THEMENBEREICH 2: Handlungsrahmen
Oft sehen Jugendliche nur wenige Einflußmöglichkeiten auf ihren Lebensweg. Die Lebenskunde hat
daher die Aufgabe, dem Schüler jeweilige Rahmenbedingungen auf Grund gesellschaftlicher, fremder und
eigener Grenzen aufzuzeigen; gleichzeitig sollen ihm Wege bewußt werden, Handlungsspielräume schöpferisch
und kreativ zu nutzen.
Unter dem Aspekt eines einfühlsamen und verantwortungsvollen Umganges mit sich selbst und anderen
Mitmenschen soll der Jugendliche befähigt werden, seinen Lebensraum innerhalb und außerhalb der
Schule aktiv zu gestalten.
Dabei sollen schöpferische und kreative Fähigkeiten etwa durch Projekte geweckt und gefördert werden.
Dies betrifft vor allem auch den Bereich einer sinnvollen Freizeitgestaltung, wobei der Jugendliche
individuelle Entfaltungsmöglichkeiten suchen soll.
HAUPTBEREICH: Bewältigung komplexer Lebenssituationen und Zukunftsorientierung
THEMENBEREICH 3: Handlungspläne
In Kenntnis der individuellen aktuellen Lebenssituation und deren Grenzen eröffnet sich für den
Menschen die Möglichkeit realistischer Zielformulierungen persönlicher Handlungspläne. Er nimmt somit
sein eigenes Leben selbst in die Hand und entwickelt individuelle Lebensziele bzw. Utopien.
Diese Komponenten tragen dazu bei, die Jugendlichen zu aktiven, selbständig handelnden, mündigen
Menschen entwickeln zu lassen.
Schöpferisches, kreatives Denken und Handeln erfordert eine entsprechende Förderung im schulischen
Bereich. Dies bedingt auch adäquate Umsetzungsformen, die zum Beispiel anhand fächerübergreifender
Projekte sowie anderer handlungs- und erfahrungsorientierter Vorhaben realisiert werden können.
ASPEKT: Sensible Wahrnehmung und kommunikative Handlungsweisen
THEMENBEREICH 1: Bewältigen von Anfangssituationen
Im Schulbereich bietet sich der Wechsel des Jugendlichen von der zuletzt besuchten Schule in den
Polytechnischen Lehrgang als exemplarische Anfangssituation an, die vom Lernenden bewältigt werden
muß.
Es bietet sich die Förderung von Erlebnissen mit vertrauensbildenden Maßnahmen an. Sie sollen den
jungen Menschen befähigen, wahrzunehmen und zu erfahren, welche Bedeutung seinem Sozialverhalten
zukommt.
ASPEKT: Sensible Wahrnehmung und kommunikative Handlungsweisen
THEMENBEREICH 2: Sensible Wahrnehmung
Meistens ist die Wahrnehmung der eigenen Person und der Umwelt ein wenig bewußter Vorgang.
Um sich selbst und die Mitmenschen besser zu verstehen bzw. einzuschätzen, soll der Schüler vorerst
Wahrnehmungsformen und -strukturen kennenlernen, bearbeiten und einüben.
ASPEKT: Sensible Wahrnehmung und kommunikative Handlungsweisen
THEMENBEREICH 3: Verständnisvoller Umgang mit anderen
Kommunikation ist nicht das, was man sagt, sondern was der andere versteht. Die Lernarrangements
sollen auf Selbsterfahrung (und Generalisierung) ausgerichtet sein.
Die Jugendlichen sollen daher im kognitiven und affektiven Bereich ihr Repertoir an kommunikativen
Handlungsweisen vergrößern, wobei besonders einfühlsame, verständnisvolle Formen der Begegnung
gefördert werden sollen.
ASPEKT: Entwicklung von Lebensbedingungen und generationsübergreifendes
Lernen
THEMENBEREICH 1: Auseinandersetzen mit der Lebensgeschichte
Rückschauend macht sich jeder ein Bild von seiner Identität. Lernen ist oft auch ein Aufarbeiten und
Neueinschätzen von Teilen der eigenen Vergangenheit.
Daraus ergibt sich die Chance für zusätzliche Lernmotivationen und Lernmöglichkeiten. Die Lernenden
sollen erfahren, wie Bearbeiten ihrer Vergangenheit möglich ist. Dabei sind auch von Laien anwendbare
Forschungsweisen mittlerweile in vielen Wissenschaften verbreitet, weil sie tradierte Formen der
Überlieferung anwenden und auch Volkswissen zugänglich machen.
Im Vordergrund sollte jedenfalls stehen, daß jeder Schüler selbst Experte für seine lebensgeschichtliche
Entwicklung ist: er selbst erinnert sich, denkt, sieht Zusammenhänge, verschafft sich andere Sichtweisen
und berücksichtigt auch objektive Erkenntnisse aus den jeweiligen Wissenschaften.
Die Verbindung zu allgemeinen Erkenntnissen, zB aus dem Bereich der Entwicklungspsychologie,
bietet sich an. Erfahrungen mit den Sichtweisen aber auch Schicksalen anderer Menschen fördern die
Bearbeitung und Bewältigung der eigenen Geschichte.
ASPEKT: Entwicklung von Lebensbedingungen und generationsübergreifendes
Lernen
THEMENBEREICH 2: Generationsübergreifendes Lernen
Dieser Themenbereich gibt den Schülern die Chance, Lebensbedingungen der Erwachsenenwelt
wahrzunehmen und damit ihre eigene Entwicklung besser zu verstehen.
Darüber hinaus soll aber auch das Verständnis und die Verständigung zwischen Generationen gefördert
werden, was letztlich auf generationsübergreifendes, solidarisches Handeln abzielt. Persönliche Sichtweisen
von Jugendlichen und Erwachsenen sollen aber auch auf Grund gesicherter zeitgeschichtlicher,
sozialer, wirtschaftlicher und politischer Erkenntnisse relativiert werden.
ASPEKT: Ein zeitgemäßes Weltbild
THEMENBEREICH 1: Was subjektive Weltbilder leisten
Die Erfahrung zeigt, daß ein vorgegebener Kulturkreis die Grundstruktur des jeweiligen individuellen
Weltbildes weitgehend bestimmt. Wahrnehmungen, Assoziationen, Ansichten sowie Wertungen werden
in eine bestimmte Richtung gelenkt. Daraus resultierende Handlungsmöglichkeiten sind durch diesen
Umstand geprägt. Erfahrungen mit Weltbildern sollen daher die Jugendlichen zur weiteren Bearbeitung
ihrer Sichtweisen anregen.
Typische Merkmale von Weltbildern können auch durch Medienanalysen herausgearbeitet werden,
wobei auf eine kritische Auseinandersetzung mit den transportierten Inhalten der Massenmedien besonders
Wert zu legen ist.
ASPEKT: Ein zeitgemäßes Weltbild
THEMENBEREICH 2: Aktualisierung des Weltbildes
Weltbilder sind einem permanenten Veränderungsprozeß unterworfen. Erfahrungen mit neuen
Erkenntnissen (auch aus wissenschaftlichen Disziplinen) regen den Menschen an, sich selbst immer wieder
zu relativieren, den anderen zu interpretieren, Widersprüche zu bearbeiten und den eigenen Bildungsstand
zu verbessern.
Der Förderung der Bereitschaft, sich Informationen von geeigneten Einrichtungen zu beschaffen, und
deren Sinnhaftigkeit zu schätzen, kommt in diesem Themenbereich größte Bedeutung zu.
Anhand konkreter Beispiele aus Gegenwart und Vergangenheit können die Lernenden selbst nachvollziehen,
wie neu auftauchende Erfahrungen in ein Weltbild integriert werden und älteren Erfahrungen
dadurch ein neuer Stellenwert zugewiesen wird (zB: Umdenken beim Thema Atomkraftwerke).
ASPEKT: Ich-Stärke und Werthaltungen
THEMENBEREICH 1: Persönlicher Umgang mit Normen
In diesem Themenbereich geht es um die Gegenüberstellung von Erfahrungen mit Normen und
Regeln in der Lebenswelt einerseits (weitgehend privat organisierter Bereich) und in der staatlich und wirtschaftlich
dominierten „Welt" andererseits.
Dadurch sollen die Jugendlichen zu Vorstellungen bezüglich ihrer Mitwirkungsmöglichkeiten, auch
im Sinne des Akzeptierens bestehender Normen, in beiden Bereichen kommen.
ASPEKT: Ich-Stärke und Werthaltungen
THEMENBEREICH 2: Entwicklung von Verantwortung
Die Moralentwicklung ist beim 14- bzw. 15-jährigen noch im Gang und einer Kultivierung zugänglich.
Dabei könnten Kenntnisse aus der Entwicklungspsychologie (Stufen der Moralentwicklung) mit eigenen
Erfahrungen in Verbindung gesetzt werden.
Über die Thematisierung exemplarischer Bereiche sollen die Lernenden dazu geführt werden, aus
innerer Einsicht heraus ein verantwortungsvolles Verhalten sich selbst und der Umwelt gegenüber zu entwickeln.
ASPEKT: Ich-Stärke und Werthaltungen
THEMENBEREICH 3: Zur Bedeutung des Individuums heute
Im Zuge der gesellschaftlichen Entwicklung vergrößern sich die Anforderungen in allen Lebensbereichen
(zB Arbeitswelt, soziales Umfeld).
Die Verantwortung gegenüber Mitmenschen, der Natur, wie auch gegenüber Schöpfungen des
menschlichen Geistes bzw. Produkte menschlicher Arbeit bedingen ein hohes Maß an Ich-Stärke.
Didaktische Grundsätze
Die besondere Betrachtungsweise der Lebenskunde hat den einzelnen Menschen, seine situative
Betroffenheit und die Entwicklung seiner Handlungsfähigkeit im Mittelpunkt, ohne die Einbeziehung seiner
Umwelt zu vernachlässigen.
Der Mensch soll einen Kultivierungsprozeß vollziehen, indem er seine Situation ganzheitlich (mit
Kopf, Herz und Hand) begreift, seine Interessen erkennt sowie selbst zu Schlußfolgerungen und Praxisformen
kommt. Allgemeine Erfahrungen werden berücksichtigt, indem man sie sich aneignet bzw. auf
seine eigenen Lebensbedingungen hin modifiziert. Individuelle Konsequenzen, Handlungsmöglichkeiten
und Werthaltungen müssen gegenseitig respektiert werden.
Eigene Wert- und Handlungsvorstellungen des Lehrers sollen in den Hintergrund treten, um die
Jugendlichen die Wichtigkeit ihrer subjektiven Denk- und Handlungsmöglichkeiten erleben zu lassen.
Damit ist jedoch keineswegs Standpunktlosigkeit der Lehrer gemeint. Auch sie sollen sich entsprechend
einbringen und erklären.
Unter jenem Blickwinkel wären auch jeweilige Lernarrangements zu entwicklen, die den jungen
Menschen in geeigneter Form als Betroffenen ernstnehmen und motivieren.
Zur besonderen Arbeitsweise der Lebenskunde
Bei der Bewältigung des umfassenden Bildungsauftrags der Lebenskunde kommt der Gewährung ausreichender
Entscheidungspielräume für die Jugendlichen große Bedeutung zu. Dies schließt ausdrücklich
ein, daß auf Grund der selbstbestimmten Freiräume auch Unwägbarkeiten akzeptiert werden. Diese sind
aber durch sorgfältige Planung, welche auch das Antizipations- und Abstraktionsvermögen schulen, im
Einvernehmen mit dem allenfalls betroffenen schulischen Umfeld in vertretbaren Grenzen zu halten. In
diesem Zusammenhang sollen Problemfelder in ihrer Komplexität erfaßt und zB in Form von Projekten
umgesetzt werden, um Kritik- und Verantwortungsfähigkeit möglichst umfassend zu fördern.
Bei dieser besonderen Arbeitsweise der „Lebenskunde" kommt der Sicherung des jeweiligen Bildungsertrages
durch entsprechend sorgfältige, selbstbestimmte Planung, tiefgehende Reflexion und systematische
Dokumentation ein wichtiger Stellenwert zu.
Der Zugang zu komplexen und oft alltäglichen Lebenssituationen soll so gewählt werden, daß die
Wahrnehmungsfähigkeit geschult wird, Auseinandersetzung mit eigenen Erfahrungen häufig im Vordergrund
steht sowie eigene Handlungsmöglichkeiten und Handlungsalternativen wahrgenommen und nach
Möglichkeit auch realisiert werden können.
Unterrichtssequenzen, in denen komplexe Arbeitsvorhaben bewältigt werden sollen, wechseln mit
Unterrichtsphasen, die der Bearbeitung stärker abgegrenzter Bereiche dienen.
Bei der Verwirklichung der Lehrplanintentionen sollen abwechslungsreiche Arbeits-, Aktions- und
Unterrichtsformen (Projektunterricht, Rollenspiel, Interview, Gesprächskreis, Fallbeispiel, spielerische und
musische Arrangements) angewandt, wie auch der zweckmäßige Einsatz verschiedener Unterrichtsmittel
(Plakat, bewegliche Folienteile, bezeichenbare Dias, Spiel- und Musikutensilien) und in besonderer Weise
neue technische Medien bzw. neue Informations- und Kommunikationstechniken (Videokamera, Computer
. . .) eingesetzt werden."
b) lautet beim Pflichtgegenstand „Deutsch" der zweite Absatz des Unterabschnittes „Bildungs- und
Lehraufgaben"
„Unbeschadet der besonderen Aufgabe des Polytechnischen Lehrganges (§ 28 des Schulorganisationsgesetzes)
ist bei der Planung und Gestaltung der Unterrichtsarbeit auf den Lehrplan der Hauptschule
Bedacht zu nehmen; im Hinblick auf das nachträgliche Erreichen von Lehrzielen in der Hauptschule hat
sich die I. Leistungsgruppe daher auch an den Anforderungen der I. Leistungsgruppe der Hauptschule zu
orientieren."
c) lautet beim Pflichtgegenstand „Mathematik" der fünfte Absatz des Unterabschnittes „Bildungs- und
Lehraufgaben"
„Unbeschadet der besonderen Aufgabe des Polytechnischen Lehrganges (§ 28 des Schulorganisationsgesetzes)
ist bei der Planung und Gestaltung der Unterrichtsarbeit auf den Lehrplan der Hauptschule
Bedacht zu nehmen; im Hinblick auf das nachträgliche Erreichen von Lehrzielen in der Hauptschule hat
sich die I. Leistungsgruppe auch an den Anforderungen der I. Leistungsgruppe der Hauptschule zu orientieren."
d) wird nach dem Pflichtgegenstand „Mathematik" der folgende Pflichtgegenstand „Lebende Fremdsprache"
eingefügt
„Lebende Fremdsprache
(Englisch, Französisch, Kroatisch, Slowenisch oder Ungarisch)
Englisch
Bildungs- und Lehraufgaben
Englisch dient Menschen verschiedener Muttersprachen international als Kommunikationsmittel im
privaten und beruflichen Bereich. Daher soll der Englischunterricht am Polytechnischen Lehrgang
zunächst die Einsicht der Schüler verstärken, daß Fremdsprachenkenntnisse die Teilnahme an mündlicher
und schriftlicher Kommunikation mit Angehörigen verschiedener Sprachgemeinschaften ermöglichen,
aber auch Zugang zu wichtigen Informationsquellen verschaffen.
Die wichtigste Aufgabe des Englischunterrichtes am Polytechnischen Lehrgang besteht in der Weiterentwicklung
einer altersgemäßen, interessenspezifischen Kommunikations- und Handlungsfähigkeit unter
besonderer Berücksichtigung künftiger, berufsbezogener Erfordernisse.
Die Lernenden sollen in zunehmendem Maße lernen, bei der praktischen Anwendung der Fremdsprache
im privaten oder beruflichen Bereich situationsgerecht und flexibel zu handeln, dh. Gehörtes und
Gelesenes zu verstehen, sich mündlich auszudrücken und sich im Rahmen ihrer privaten und beruflichen
Interessen auch schriftlich zu verständigen. Im Unterricht kommt der Entwicklung des Hörverstehens und
der Sprechfertigkeit größte Bedeutung zu. Das Leseverstehen ist verstärkt nach beruflichen Interessen weiterzuführen.
Darüber hinaus soll die Freude am Lesen anhand besonders ausgewählter Texte gefördert
werden. Das Schreiben wird vor allem jene Formen betonen, die für die spätere Verwendung bei privaten
und beruflichen Kontakten von Bedeutung sind. Somit soll eine solide Basis grundlegender Kenntnisse
und Fertigkeiten geschaffen werden, die es den Schülern ermöglicht, in weiterführenden Bildungswegen
Spezialkenntnisse für künftige Berufe zu erwerben.
Da der Erwerb und Gebrauch einer Fremdsprache eng mit der Gesamtpersönlichkeit und dem sozialen
Verhalten eines Menschen verbunden sind, sollen im Englischunterricht auch die Bereitschaft zum
Zuhören, zum Gespräch, zur Zusammenarbeit, zur kritischen Toleranz und zum Übernehmen von Verantwortung
in der Gemeinschaft gefördert werden. Weiters soll der Fremdsprachenunterricht eine aufgeschlossene
Haltung gegenüber Menschen anderer Sprachgemeinschaften, deren Lebensweise und Kultur
vertiefen und die Offenheit für Kontakte von Mensch zu Mensch fördern.
Der Englischunterricht am Polytechnischen Lehrgang setzt sich auch zum Ziel, eine positive Einstellung
zum Fremdsprachenerwerb zu fördern sowie die Bereitschaft der Schüler zu unterstützen, sich aus
eigenem Interesse mit der englischen Sprache zu beschäftigen. Sie sollen motiviert und angeleitet werden,
die erworbenen Fähigkeiten und Fertigkeiten in neuen Situationen kreativ anzuwenden und für selbständiges
Weiterlernen zu nutzen. Daher sind Ziele und Arbeitsweisen im Unterricht nach Möglichkeit einsichtig
zu machen sowie Lerntechniken zu vermitteln, die den selbständigen Fremdsprachenerwerb unterstützen
und die Flexibilität im Umgang mit der Fremdsprache fördern.
Unbeschadet der besonderen Aufgabe des Polytechnischen Lehrganges (§ 28 des Schulorganisationsgesetzes)
ist bei der Planung und Gestaltung der Unterrichtsarbeit auf den Lehrplan der Hauptschule
Bedacht zu nehmen; im Hinblick auf das nachträgliche Erreichen von Lehrzielen in der Hauptschule hat
sich die I. Leistungsgruppe daher auch an den Anforderungen der I. Leistungsgruppe der Hauptschule zu
orientieren.
Lehrstoff
Lebens- und berufspraktische Themen
Unter Berücksichtigung der aus dem vorangegangenen Unterricht bekannten Situationen ist bei der
Auswahl der Themen am Polytechnischen Lehrgang verstärkt auf die Persönlichkeit der heranwachsenden
Jugendlichen, ihre schulischen und außerschulischen Interessen und ihre beruflichen Zukunftspläne einzugehen.
Zu berücksichtigen sind auch standortbedingte Schwerpunkte (Industriegebiet, ländlicher Bereich,
Ballungszentren,...). Weiters sind Themenbereiche anderer Gegenstände (vor allem Lebenskunde,
Berufskunde und Deutsch) zu beachten, um nach Möglichkeit einen fächerübergreifenden Unterricht
durchführen zu können. Die Themen sollen von konkreten Kommunikationsanlässen ausgehen, persönlichkeitsbildend
sein und den Schülern Freude bereiten.
Aus folgenden Themenkreisen sind Schwerpunkte auszuwählen
Der bisher erworbene Wortschatz ist zu festigen und systematisch zu erweitern. Dabei sind die neuen
Themenbereiche und berufsspezifischen Anforderungen zu berücksichtigen (einige wichtige technische
Anweisungen und Fachtermini, einfaches kaufmännisches Englisch, Englisch zur Bedienung der Computerperipherie
usw.). Die selbständige Verwendung eines zweisprachigen Wörterbuches soll gefördert werden.
Kommunikationssituation und Sprachfunktionen
Ziel des Fremdsprachenunterrichts am Polytechnischen Lehrgang ist die Vorbereitung der Schüler
auf die Bewältigung außerschulischer Realsituationen, in welchen sie die Fremdsprache als Verständigungsmittel
benötigen. Es ist anzunehmen, daß sich künftige Kontakte mit der englischen Sprache auf vier
große Anwendungsbereiche erstrecken
— persönliche Kontakte mit Ausländern im In- und Ausland
— berufliche Kontakte mit Ausländern im In- und Ausland
— Kontakte als Tourist im Ausland
— Kontakte mit der Kultur des englischen Sprachraumes
Dabei ist auf folgende Rollen besonders einzugehen
— Gast/Gastgeber/Besucher/Freund
— Verkehrsteilnehmer/Exekutivbeamter
— Käufer/Verkäufer
— Benützer/Personal öffentlicher Einrichtungen (Theater, Kino)
— Gast/Kunde/Angestellter
— Patient/Personal im Krankenhaus
— Leser/Hörer englischer Texte/Sendungen.
Die in den vorangegangenen Jahren erarbeiteten Sprachfunktionen sind zu festigen, nach Bedarf zu
erweitern und in neuen Situationen verfügbar zu machen. Der Lernfortschritt ergibt sich aus der Spontaneität
und Geläufigkeit sowie der Länge und Komplexität der sprachlichen Äußerungen. Sprachfunktionen
stehen im untrennbaren Zusammenhang mit konkreten Kommunikationssituationen, die sich im Klassengespräch
oder in Anlehnung an die vorgesehenen Themen ergeben.
Soziale Kontakte herstellen und fortführen, zB
— jemanden ansprechen/grüßen, sich selbst und andere vorstellen
— jemanden einladen/eine Einladung annehmen/ablehnen
— Dank ausdrücken
— sich entschuldigen
— sich am Telefon melden
Beziehungen regeln, zB
— Erlaubnis/Rat geben, loben/warnen
— nach dem Befinden fragen
— eine Bedingung und deren Folgen ausdrücken
Kommunikation sicherstellen, zB
— um Aufmerksamkeit/Wiederholung/langsameres Sprechen bitten/buchstabieren
— Nichtwissen/Nichtverstehen/Rückfragen formulieren
Stellungnahmen abgeben, zB
— zustimmen/ablehnen/widersprechen/bezweifeln
— vermuten/begründen/vergleichen
— Erwartung/Vorliebe ausdrücken
— Absichten äußern
Wünsche/Bitten/Meinungen ausdrücken, zB
— Glückwünsche aussprechen
— Wünsche/Bitten vorbringen/erfüllen/abschlagen
— Gefallen/Mißfallen/Interesse/Begeisterung/Freude/Angst ausdrücken
Handlungen veranlassen bzw. zur Unterlassung auffordern, zB
— Anordnungen erteilen/Vorschläge machen/annehmen/ablehnen
— jemanden ersuchen, etwas (nicht) zu tun, etwas verbieten
— um Hilfe bitten/Hilfe anbieten
— Fähigkeit/Unfähigkeit ausdrücken
Informationen geben und erfragen, zB
— über den Zeitpunkt, die Dauer, die Häufigkeit
— über die Zahl, die Menge, den Grad
— berichten/erklären/benennen/beschreiben
— Verwendungszweck/Eigenschaften angeben
— Besitzverhältnisse/Zugehörigkeit angeben.
Hörverstehen
Die Schulung des Hörverstehens (Global-/Detailverstehen) bildet im Unterricht am Polytechnischen
Lehrgang einen Schwerpunkt und wird daher systematisch weitergeführt und vertieft. Die. Lernenden
sollen unter Berücksichtigung ihrer Interessen und im Rahmen der vorgesehenen Themen in zunehmendem
Maße imstande sein, Englisch im direkten Kontakt (zB im Klassengespräch) oder über Medien zu
verstehen.
Die Texte sollen von kommunikativem Wert sein und authentischen Vorbildern nahekommen. Die
Anforderungen an die Schüler richten sich nach dem Schwierigkeitsgrad (Länge, Tempo, regionale
Sprachfärbung, Komplexität der Sprachmittel, Nebengeräusche) und der Funktion der Texte (Dialoge,
Telefongespräche, touristische Informationen und längere Texte), die auch unbekannte Elemente enthalten
können.
Sprechen
Der Unterricht soll die Schüler in zunehmendem Maße zur Sicherheit im mündlichen Gebrauch der
englischen Sprache führen. Dazu gehört auch eine phonetisch verständliche Aussprache und die entsprechende
Tonführung.
Die Schulung der mündlichen Ausdrucksfähigkeit bildet einen der Schwerpunkte des Unterrichts. Die
in den vorangegangenen Jahren erworbenen Sprachkenntnisse sind zu vertiefen und zu erweitern, wobei
die selbständige und möglichst spontane Anwendung im Vordergrund steht.
Die Schüler sollen im Klassengespräch (auch in Diskussionen) eine der jeweiligen Situation entsprechende
Redehaltung erlangen, die sie ua. dazu befähigt, Informationen zu geben und herauszufinden
(auch durch Buchstabieren) sowie Wünsche, Bedürfnisse, Gefühle und Meinungen zu äußern und zu
erfragen und über Erlebtes oder Beobachtetes zu berichten usw. Weiters sollen sich die Schüler im Rahmen
der behandelten Themen auch in den wichtigsten Alltagssituationen außerhalb der Schule sach-,
situations- und partnergerecht ausdrücken können. Dabei ist der kommunikativen Leistung grundsätzlich
Vorrang zu geben.
Leseverstehen
Die Schulung des Leseverstehens, dh. des stillen sinnerfassenden Lesens, wird systematisch weitergeführt.
Dabei soll sowohl der selbständige Umgang mit Texten (ggf. mit Hilfe des Wörterbuches) als auch
die Freude am Lesen gefördert werden.
Die Anforderungen bezüglich Detail- und Globalverstehen richten sich nach der Funktion der Texte,
zB Detailverstehen anhand von Sachtexten oder Globalverstehen anhand von erzählenden Texten.
Die Texte sollen von kommunikativem Wert sein und authentischen Vorbildern nahekommen. Ihre
Auswahl richtet sich nach den beruflichen und privaten Interessen der Schüler: Sachtexte aus Bereichen
des täglichen Lebens, zB Zeitungsausschnitte, touristisches Informationsmaterial, Gebrauchsanweisungen,
Reparaturanleitungen, Aufschriften, Liedertexte usw., persönliche Mitteilungen (auch in englischer/amerikanischer
Handschrift).
Schreiben
Die in den vorangegangenen Jahren erworbenen Kenntnisse sind zu festigen, im Rahmen der vorgesehenen
Themen zu erweitern und für das selbständige Abfassen verschiedener Texte verfügbar zu
machen. Die Lernenden sollen imstande sein, sich vor allem in jenen Formen auszudrücken, die von kommunikativem
Wert und für die spätere Verwendung im Alltag von Bedeutung sind, zB Notizen machen
und verwerten, Formulare ausfüllen, über Erlebtes, Beobachtetes kurz berichten, Gegenstände und Personen
beschreiben, einen Lebenslauf abfassen usw.
Weiters sollen sie in der Lage sein, einfache Briefe persönlichen Inhalts zu schreiben. Im Vordergrund
wird das Verfassen von Standardtexten für den privaten und beruflichen Schriftverkehr stehen (fächerübergreifender
Aspekt); zB Einladungen, Dankschreiben, Erkundigungen über Unterkunftsmöglichkeiten,
Preise, Anmeldungen, Bestellungen, Bewerbungen usw. Der kommunikativen Leistung ist grundsätzlich
Vorrang zu geben.
Sprachbetrachtung
Die Schwerpunktsetzung im Bereich der Grammatik richtet sich nach den Erfordernissen der Gruppe
und hat zum Ziel, die genannten mündlichen und schriftlichen Kommunikationsfertigkeiten zu unterstützen.
Dabei werden die in den vorangegangenen Lernjahren erworbenen Strukturen nach Bedarf wiederholt.
Im Vordergrund steht die Anwendung in neuen bzw. erweiterten Situationen.
Allenfalls notwendige Regelerarbeitung und formale Übungen sollen aus Kommunikationssituationen
erwachsen und auf diese bezogen sein.
Übersetzungen
Gelegentlich können kurze Übersetzungen von praktischem Wert (Kochrezepte, Bedienungsanweisungen,
Annoncen usw.) geübt sowie berufsspezifische Sachverhalte interpretierend bzw. sinngemäß wiedergegeben
werden. Übersetzungen dürfen nicht Gegenstand von Leistungsfeststellungen sein.
Schriftliche Arbeiten
Vier Schularbeiten, die erste nicht vor der zehnten Schulwoche.
Didaktische Grundsätze
Ausgehend von den Vorkenntnissen der Schüler ist das Ziel der ersten Unterrichtswochen, eine
gemeinsame Arbeitsgrundlage zu schaffen. Grundsätzlich soll Englisch Unterrichtssprache sein.
Bei der Erarbeitung des Lehrstoffes sind die Schüler zu möglichst großer Selbsttätigkeit anzuleiten,
wofür sich soziale Arbeisformen (zB Partner- und Gruppenarbeit) besonders eignen.
Grundsätzlich ist größtmögliche Sprachrichtigkeit anzustreben. Dennoch ist den Schülern in verstärktem
Maß Gelegenheit zu geben, das bisher Gelernte in berufs- und lebenspraktischen Situationen frei zu
erproben, auch wenn dabei Fehler gemacht werden. Korrekturen sollen das jugendliche Selbstwertgefühl
und die Sprechfreudigkeit nicht beeinträchtigen und die kommunikative Situation nicht stören.
Motivation
Es soll in erster Linie die Einsicht vermittelt werden, daß Englisch als Zweitsprache eine Verständigung
in sehr vielen Situationen ermöglicht.
Eine offene, kooperative Einstellung des Lehrers schafft ein positives Lernklima und bewirkt eine
aktivere Teilnahme am Unterricht. Um das Interesse der Schüler zu wecken und ihre Bereitschaft zur Mitarbeit
zu fördern, soll ihnen Mitspracherecht bei der Wahl und Gewichtung der Themen eingeräumt werden.
Die im folgenden angeführten Maßnahmen sind geeignet, die Motivation zu fördern und somit zu
einem soliden Unterrichtserfolg auf weite Sicht beizutragen
— Ausnützen spontan geäußerter Schülerinteressen
— Lustbetonte, abwechslungsreiche Unterrichtsgestaltung durch Verwendung altersadäquater
Anschauungsmittel und Arbeitsformen
— Mitarbeit der Schüler bei der Erstellung von Unterrichtsmitteln
— Regelmäßiges Einplanen von Phasen der Entspannung
— Positive Verstärkung durch Lob und Ermutigung
— Abstimmung der Arbeitsaufgaben auf die Leistungsfähigkeit der Schüler
— Einsatz von Kassetten, Videofilmen, Computerprogrammen
— Einsatz von Liedern und altersadäquaten Lernspielen
— wenn möglich: Exkursionen zu fremdsprachigen Einrichtungen (englisches Theater, fremdsprachige
Führungen, Flughafen usw.)
— wenn möglich: Einladen von englischsprechenden Ausländern in den Unterricht.
Projekte
Die Vielfalt der dem Polytechnischen Lehrgang gestellten Bildungs- und Lehraufgaben legt nahe,
einige komplexe Themenbereiche im Rahmen von Projekten zu erarbeiten.
Drei Arten bieten sich an
— Kleinprojekte innerhalb der Leistungsgruppe (zB: Hobby, Freizeit)
— interessensdifferenzierte, leistungsgruppenübergreifende Projekte (zB: Leseprojekte, berufsspezifische
Projekte)
— fächerübergreifende Projekte (zB: Umweltprobleme, Berufsfelder).
Auswahl, Anzahl und Ausmaß der Projekte richten sich nach örtlichen, organisatorischen und gruppenspezifischen
Gegebenheiten. Bei der Auswahl, Gestaltung und Auswertung der Projekte sollen die
Schüler mitentscheiden und möglichst selbständig arbeiten.
Nutzung neuer Informations- und Kommunikationstechniken
Beim Arbeiten mit Texten werden in vielen Lebens- und Berufsbereichen neue Techniken genutzt, die
zum Beispiel das Verändern (Ergänzen, Mischen, Verschieben, Verbessern), das Vervielfältigen sowie das
Speichern und Abrufen von geschriebenen Texten und Textteilen wesentlich erleichtern; im Englischunterricht
bietet sich daher die Nutzung des Computers als zeitgemäßes Schreib-, Speicher- bzw. Kommunikationswerkzeug
und auch als lernunterstützendes Medium an.
Drei Vorteile sprechen für den Einsatz des Computers: Die Schüler sind motiviert, den Computer zu
benützen; gute Lernprogramme ermöglichen eine Individualisierung der Lernens durch die Möglichkeit
mehrfacher Versuche und die Inanspruchnahme verschiedener Hilfestellungen; Computer sind beim Lernen
„geduldige Helfer", die sofortige Erfolgsrückmeldung geben können bzw. über die Art der Fehler
aufklären.
Computerprogramme werden daher in jenen Lern- und Übungsphasen didaktisch sinnvoll eingesetzt
werden können, wo eine Individualisierung des Lernens sinnvoll und wünschenswert ist (zB Förderunterricht,
Leseprojekte usw.).
Das derzeitige Angebot an Software umfaßt Programme zur Übung und Festigung von Grammatik
und Wortschatz, zum Training von sprachlichen Teilfertigkeiten, wie Lesen und Schreiben sowie zur allgemeinen
Sprachanwendung. Viele Programme arbeiten auf der Basis von Wort-, Satz- oder Textrekonstruktionen,
wobei Lücken gefüllt, Sätze oder Texte ergänzt werden oder aus verschiedenen Möglichkeiten
ausgewählt werden muß. Lernprogramme, die nicht speziell für die Erfordernisse des Englischunterrichtes
am Polytechnischen Lehrgang entwickelt worden sind, können dennoch fruchtbringend eingesetzt
werden, wenn sie dem generellen Sprachtraining dienen oder sprachliche Teilfertigkeiten üben. Besonderes
Augenmerk ist den sogenannten „Autorenprogrammen" zu schenken, die eine Adaptierung eines Programmtyps
auf die spezielle Unterrichtssituation bis zu einem gewissen Grad ermöglichen.
Erwerb der vier Fertigkeiten
Die Fertigkeiten können in der Regel nicht isoliert voneinander unterrichtet werden, da Sprachhandeln
meist mehrere Fertigkeiten umfaßt und die Fertigkeiten einander in vielfältiger Weise beeinflussen.
Die Schüler werden mit einer Vielzahl von Situationen und Texten in verschiedenen thematischen Zusammenhängen
konfrontiert. Sie sollen sich mit ihnen auseinandersetzen, dh. sich mündlich oder schriftlich
dazu äußern.
Grundsätzlich wird zwischen Textsorten unterschieden, die produktiv beherrscht werden sollen (zB
Brief), und solchen, bei denen das Verstehen der Hauptzweck ist (zB: Aufschriften, Gebrauchsanweisungen,
erzählende Texte).
Mündliche und schriftliche Übungen sollen dem Erwerb von Kommunikationsfähigkeit dienen. Auch
beim Üben von Teilfertigkeiten (zB: Üben sprachlicher Formen) soll deren Wert für eine spätere kommunikative
Aufgabe ersichtlich sein. Die Wahl der Übungsformen richtet sich nach den Situationen und Textsorten.
Hören
Regelmäßige Hörübungen schulen das Verstehen von akustisch wahrgenommenem Englisch und
zwar
— das Erfassen des inhaltlich Wesentlichen (listening for gist), vor allem von längeren Texten
— das Erfassen bestimmter Einzelheiten (listening for detail)
— das Erschließen von unbekanntem Sprachmaterial aus dem Zusammenhang.
Außerdem leisten sie einen Beitrag
— zur Verbesserung der Aussprache und Intonation
— zur Erweiterung und Festigung des Wort- und Phrasenschatzes und der Strukturen
— zur Sachinformation
— zur Gesprächsmotivation.
Als Textsorten kommen vor allem in Frage
— Gespräche, Interviews
— Lieder
— einfache Sachtexte, Erzählungen, Beschreibungen, Berichte
— Lautsprecheransagen.
Hörtexte sollen anregend und informativ sein, sowie Anreiz zu Gesprächen bieten. Wenn nötig, ist
sprachliche und situative Vorentlastung vorzusehen.
Als Übungs- und Überprüfungsformen eignen sich besonders
— Aufträge ausführen (zB: Zeichnungen anfertigen bzw. vervollständigen)
— Bilder/Textteile usw. zuordnen
— Aussagen als richtig oder falsch erkennen
— Auswahlantworten
— Aussagen/Bilder in eine dem Text entsprechende Reihenfolge bringen
— Informationen in einen Raster eintragen (Zeit-, Ortsangaben, Eigenschaften usw.)
— Notizen machen, kurze Zusammenfassungen erstellen
— in einfacher Form Stellung nehmen
— buchstabierte Wörter verstehen.
Sprechen
Der Unterricht soll den Schülern Gelegenheit geben, in zunehmendem Maße die englische Sprache
selbständig anzuwenden, wobei Themenvielfalt und größtmögliche Beteiligung aller wichtig sind. Grundsätzlich
ist ein natürliches Sprechtempo anzustreben.
Als Übungs- und Überprüfungsformen eigenen sich besonders
— Dialoge, Rollenspiele, Interviews, Diskussionen
— Partnergespräche, Gespräche in der Kleingruppe, Klassengespräche
— Lernspiele, Aufführen von Spielszenen
— kurze Berichte und Beschreibungen, Sprechen über Bilder
— Wörter buchstabieren
Innerhalb der Vielfalt der Übungsformen sind zwei grundlegende Vorgangsweisen zu unterscheiden,
deren Einsatz vom jeweiligen Übungszweck abhängt
— Redemittel werden erarbeitet bzw. vorgegeben; davon ausgehend, erbringen die Schüler in
gelenkter Form oder in freiem Transfer eigene Leistungen.
— Die Schüler versuchen, eine Sprechsituation ohne gezielte Vorbereitung zu bewältigen; der Lehrer
hilft unaufdringlich und ohne Zeitdruck zu erzeugen weiter, damit einerseits das Gespräch
nicht versiegt, andererseits ein Übersetzen aus der Muttersprache vermieden wird.
Die Zeichen der internationalen Lautschrift dienen als Hilfe, damit man sich selbständig an die Aussprache
bekannter Wörter erinnern bzw. die Aussprache unbekannter Wörter erschließen kann. Es ist aber
unzulässig, die Übertragung von Sätzen oder Texten in die Lautschrift zu verlangen.
Lesen
Regelmäßige Leseübungen schulen das stille, sinnerfassende Lesen. Dieses zielt darauf ab,
— Freude am Lesen zu fördern
— einem Text Einzelinformationen zu entnehmen (intensives Lesen, reading for detail)
— das Wesentliche eines Textes zu erfassen (extensives Lesen, reading for gist)
— unbekanntes Sprachmaterial aus dem Zusammenhang zu erschließen.
Außerdem leistet es einen Beitrag
— zur Erweiterung und Festigung des Wort- und Phrasenschatzes sowie der Strukturen
— zur Gesprächsmotivation.
Die Art der Darbietung und Auswertung von Texten richtet sich nach der Textsorte und dem Unterrichtsziel.
Beim extensiven Lesen werden längere Texte mit dem Ziel gelesen, den Inhalt im allgemeinen zu
verstehen und auch die Freude am selbständigen Lesen persönlicher Lektüre zu wecken. Die dafür verwen-
deten Texte sollen die rezeptiven Sprachkenntnisse der Schüler in den wesentlichen Abschnitten möglichst
nicht übersteigen.
Als Textsorten kommen vor allem in Frage
— verschiedene Aufschriften, Briefe, Sachtexte (Rezepte, Spiel- und Bastelanleitungen, Preislisten,
Stadtpläne, Speisekarten, Veranstaltungsprogramme, Annoncen, Prospekte, Berichte usw.)
— erzählende Texte (Anekdoten, Geschichten aus Alltag und Phantasiewelt, Abenteuergeschichten,
Comics usw.)
— Lieder, Reime, Rätsel.
Als Übungs- und Überprüfungsformen eignen sich besonders
— Aufträge ausführen (zB: etwas basteln, kochen, Taschenrechner bedienen usw.)
— Aussagen als richtig oder falsch erkennen
— Auswahlantworten
— Textteile/Bilder in der richtigen Reihenfolge anordnen
— Wesentliches hervorheben
— Informationen in einen Raster eintragen
— Notizen machen und zu kurzen Zusammenfassungen verwerten
— in einfacher Form mündlich oder schriftlich Stellung nehmen.
Lautes Lesen dient der Mitteilung (Hausübung vorlesen, Ergebnis einer Gruppenarbeit vortragen
usw.) und der Vorbereitung auf szenische Darstellung. Darüber hinaus erfüllt es eine wichtige Aufgabe bei
der Schulung der Aussprache und Intonation sowie beim Einprägen der Beziehung Schriftbild — Aussprache.
In der Regel sollen nur erarbeitete Texte von den Schülern laut gelesen werden. Leseverstehen wird
durch lautes Lesen nicht erreicht.
Schreiben
Zu unterscheiden sind Übungen, die der Fertigkeit des produktiven Schreibens dienen, und Übungen,
die lernunterstützende Funktion haben. Die schriftlichen Übungen richten sich in den Anforderungen
nach dem jeweiligen Fertigkeitsziel. Sie sollen aus dem Unterrichtsgeschehen erwachsen und in einem zeitlich
angemessenen Verhältnis zu den übrigen Phasen des Lernprozesses stehen. Schriftliche Übungen sind
in der Regel mündlich vorzubereiten. Bei produktiven Übungsformen soll der Kreativität und Eigenständigkeit
Spielraum gegeben werden; der kommunikativen Leistung ist Vorrang zu geben.
Geeignete Übungs- und Überprüfungsformen, die der Entwicklung schriftlicher Kommunikation dienen,
sind vor allem
— Einsetz- und Zuordnungsübungen
— Formulare ausfüllen
— Notizen machen (note taking und note making)
— Notizen schriftlich verwerten
— Sammeln von Aussagen zu einem Thema
— Variieren vorgegebener Textmuster
— Abfassen kurzer Texte: private und berufsbezogene Mitteilungen und Briefe, Berichte, Beschreibungen
— buchstabierte Wörter schriftlich festhalten.
Für das Abfassen eigener Texte sind den Schülern nach Möglichkeit Muster zur Verfügung zu stellen;
mit zunehmendem Lernfortschritt ist die Unabhängigkeit von vorgegebenen Hilfen anzustreben.
Hinweise zur Leistungsdifferenzierung
Bei der Ein- und Umstufung in die drei Leistungsgruppen ist unter Bedachtnahme auf deren Anforderungen
(siehe Erster Teil, A Z 3 [Differenzierung nach Leistungsgruppen], zweiter, dritter und vierter
Absatz) zu beachten
Leistungsschwache Schüler bedürfen in besonderem Maße der Zuwendung des Lehrers sowie der
Ermutigung durch die Vermittlung kleiner Erfolgserlebnisse.
Differenzierungsmaßnahmen dienen der bestmöglichen individuellen Förderung der Schüler. Ein differenzierter
Unterricht bietet allen Schülern die Möglichkeit, die wichtigsten Lehrziele des Englischunterrichtes
zu erreichen. Die Zielsetzung, die englische Sprache als Verständigungsmittel gebrauchen zu können,
ist für alle Schüler verbindlich.
Die Differenzierung berücksichtigt die Verschiedenheit der Schüler in bezug auf Lernvoraussetzungen,
Lernverhalten und Lernergebnisse. Sie erfolgt durch die unterschiedliche Art und Weise, in der ver-
schiedene Schüler mit denselben Inhalten umgehen. Sie wird vor allem die Lernorganisation (methodische
Maßnahmen, wie zB Art und Umfang der Hilfestellung, Art der Darstellung, Arbeitsformen), den Umfang
des Lehrstoffes und den Schwierigkeitsgrad bei der Aufgabenstellung betreffen. Es genügt nicht, nur Lehrstoff
wegzulassen und/oder das Arbeitstempo zu verlangsamen.
Entscheidend für den Lernerfolg ist, daß der Lehrer in Kenntnis der besonderen Lernsituation und
der Lerntypen seiner Schüler auf der Grundlage einer sorgfältigen Unterrichtsplanung entsprechende
methodische Maßnahmen trifft.
Hör- und Leseverstehen bieten auch leistungsschwächeren Schülern zahlreiche Möglichkeiten,
sich mit der Fremdsprache erfolgreich zu beschäftigen. Dabei sind folgende Differenzierungskriterien
zu beachten
— Schwierigkeit, Umfang und Layout der Texte
— Interesse der Schüler für den Inhalt
— Art der Aufgabenbearbeitung, zB in kleineren Lernschritten mit zusätzlichen Verstehenshilfen
und mehrmaligen Wiederholungen
— Ausmaß des Textverständnisses.
Allenfalls können kurze mündliche Zusammenfassungen auch in der Muttersprache erarbeitet werden.
Leistungsschwache Schüler sollen auch zum freien SPRECHEN ermutigt werden. Die Schüler der
III. Leistungsgruppe werden sich in diesem Zusammenhang in einfachster Weise ausdrücken, unterstützt
durch ein Angebot von elementaren, vielseitig verwendbaren Redemitteln.
Im Bereich der SPRACHBETRACHTUNG steht für die Schüler der III. Leistungsgruppe die Festigung
des in der Hauptschule erarbeiteten Stoffes und eine behutsame Erweiterung im Vordergrund.
SCHREIBEN hat vorwiegend lernunterstützende Funktionen, jedoch sollen auch die Schüler der
III. Leistungsgruppe angeleitet werden — ausgehend von gelenkten Arbeitsformen — selbständig einfache,
kurze, schriftliche Äußerungen von kommunikativem Wert zu formulieren.
Als Grundlage zur Differenzierung können ua. folgende Kriterien herangezogen werden
— Form und Ausmaß der Vorbereitung (zB: Musterdialoge/Lückentexte usw.)
— Anzahl und Komplexität der vorgegebenen Redemittel
— Komplexität der selbständigen mündlichen und schriftlichen Schüleräußerungen
— Grad der formalen Korrektheit.
Außerdem sind noch folgende allgemeine Gesichtspunkte zu beachten
— Grad des Verständnisses sprachlicher Gesetzmäßigkeiten
— Bereitschaft, selbständig zu arbeiten
— Zeitausmaß, das die Schüler zur Erreichung der Lehrziele benötigen.
Weiters kann gegebenenfalls im Rahmen fachspezifischer Projekte eine Differenzierung nach Interessen
erfolgen. Damit sollen die unterschiedlichen Neigungen in bestimmten Bereichen (zB: Freizeitgestaltung,
Berufe, Lektüre, Computer) bestmöglich berücksichtigt werden.
Lernunterstützende Maßnahmen
Die Schüler sind durch regelmäßige mündliche bzw. schriftliche Arbeitsaufträge zu ökonomischem
und selbständigem Lernen anzuleiten. Sie sollen fertigkeitsorientierte Arbeits- und Lerntechniken gezielt
anwenden, zB: Lesetechniken, Notizen machen, Wichtiges unterstreichen, Arten des Vokabellernens, richtiger
Umgang mit dem Wörterbuch. Video- und Tonbandaufzeichnungen geben den Schülern Gelegenheit,
die eigene Leistung zu überprüfen, Fehler zu erkennen und diese zu korrigieren.
Der Veranschaulichung kommt in allen Phasen des Spracherwerbs größte Bedeutung zu. Durch den
Einsatz audio-visueller Medien (Tafelskizze, Folie, Dias, Video, Tonträger, Wort- und Bildkarten, Zeitschriften,
Prospekte) sollen die Schüler gezielt motiviert und der Lernprozeß unterstützt werden.
Förderunterricht ist als umfassende Lerntherapie zu verstehen, die sich an den Lerndefiziten der einzelnen
orientiert, sie darüber hinaus aber auch emotional ansprechen soll. Die lustbetonte Gestaltung des
Förderunterrichts soll Schüler motivieren, sich gezielt mit ihren Lernproblemen auseinanderzusetzen.
Schriftliche Arbeiten
Einer der Schwerpunkte der Unterrichtsarbeit am Polytechnischen Lehrgang liegt in der Vertiefung
der mündlichen Kommunikationsfertigkeit, die sich im Rahmen von Schularbeiten nur in eingeschränktem
Maße überprüfen läßt. Daher sind nur vier Schularbeiten (je zwei pro Semester), die erste nicht vor der
zehnten Schulwoche, vorgesehen.
Zu überprüfen sind vor allem Hör- und Leseverstehen, Wortschatz und kommunikatives Schreiben.
Als schriftliche Arbeiten eignen sich auch Präsentationen aus der Projektarbeit (zB: Notizen, Interview,
Plakate, Planungsskizzen, Berichte, Collagen).
Termin für die Einstufung
Die Schüler sind in die I., II. und III. Leistungsgruppe einzustufen. Die Einstufung erfolgt nach einem
Zeitraum von sechs bis acht Wochen auf der Grundlage der ständigen Beobachtung der Mitarbeit der
Schüler im Unterricht unter Berücksichtigung der Beurteilung in Englisch im Jahreszeugnis der zuletzt
besuchten Schulstufe sowie allenfalls unter Verwendung von mündlichen und schriftlichen Leistungsfeststellungen.
Französisch
Bildungs- und Lehraufgaben
Der Französischunterricht am Polytechnischen Lehrgang soll die Einsicht der Schüler verstärken, daß
Fremdsprachenkenntnisse die Teilnahme an mündlicher und schriftlicher Kommunikation mit Angehörigen
verschiedener Sprachgemeinschaften ermöglichen. Er soll auch Zugang zu wichtigen Informationsquellen
erleichtern.
Die wichtigste Aufgabe des Französischunterrichts am Polytechnischen Lehrgang besteht in der Weiterentwicklung
einer altersgemäßen, interessenspezifischen Kommunikations- und Handlungsfähigkeit
unter besonderer Berücksichtigung künftiger berufsbezogener Erfordernisse.
Die Lernenden sollen in zunehmendem Maße lernen, bei der praktischen Anwendung der Fremdsprache
im privaten oder beruflichen Bereich situationsgerecht und flexibel zu handeln, dh. Gehörtes und
Gelesenes zu verstehen, sich mündlich auszudrücken und sich im Rahmen ihrer privaten und beruflichen
Interessen auch schriftlich zu verständigen. Im Unterricht kommt der Entwicklung des Hörverständnisses
und der Sprechfertigkeit größte Bedeutung zu. Das Leseverstehen ist verstärkt nach beruflichen Interessen
weiterzuführen. Darüber hinaus soll die Freude am Lesen anhand besonders ausgewählter Texte gefördert
werden. Das Schreiben wird vor allem jene Formen betonen, die für die spätere Verwendung bei privaten
und beruflichen Kontakten von Bedeutung sind. Somit soll eine solide Basis grundlegender Kenntnisse
und Fertigkeiten geschaffen werden, die es den Lernenden ermöglicht, in weiterführenden Bildungswegen
Spezialkenntnisse für künftige Berufe zu erwerben.
Da der Erwerb und Gebrauch einer Fremdsprache eng mit der Gesamtpersönlichkeit und dem sozialen
Verhalten eines Menschen verbunden sind, soll im Fremdsprachenunterricht auch die Bereitschaft zum
Zuhören, zum Gespräch, zur Zusammenarbeit, zur kritischen Toleranz und zum Übernehmen von Verantwortung
in der Gemeinschaft gefördert werden. Weiters soll er eine aufgeschlossene Haltung gegenüber
Menschen anderer Sprachgemeinschaften, deren Lebensweise und Kultur vertiefen und die Offenheit
für Kontakte von Mensch zu Mensch fördern.
Der Französischunterricht am Polytechnischen Lehrgang setzt sich demnach zum Ziel, eine positive
Einstellung zum Fremdsprachenerwerb zu fördern sowie die Bereitschaft der Schüler zu unterstützen, sich
aus eigenem Interesse mit der französischen Sprache zu beschäftigen. Sie sollen motiviert und angeleitet
werden, die erworbenen Fähigkeiten und Fertigkeiten in neuen Situationen kreativ anzuwenden und für
selbständiges Weiterlernen zu nutzen. Daher sind Ziele und Arbeitsweisen im Unterricht nach Möglichkeit
einsichtig zu machen sowie Lerntechniken zu vermitteln, die den selbständigen Fremdsprachenerwerb
unterstützen und die Flexibilität im Umgang mit der Fremdsprache fördern. Weiters sind Einblicke in
staatliche, wirtschaftliche und kulturelle Einrichtungen der Länder des frankophonen Sprachraumes zu
gewähren und deren Beziehungen und Eigenarten im Vergleich mit Österreich zu beleuchten.
Unbeschadet der besonderen Aufgabe des Polytechnischen Lehrganges (§ 28 des Schulorganisationsgesetzes)
ist bei der Planung und Gestaltung der Unterrichtsarbeit auf den Lehrplan der Hauptschule
Bedacht zu nehmen; im Hinblick auf das nachträgliche Erreichen von Lehrzielen in der Hauptschule hat
sich die I. Leistungsgruppe daher auch an den Anforderungen der I. Leistungsgruppe der Hauptschule zu
orientieren.
Lehrstoff
Teillernziele
Hörverstehen
Die Schulung des Hörverstehens (Global- und Detailverstehen) bildet im Unterricht am Polytechnischen
Lehrgang einen Schwerpunkt und wird systematisch weitergeführt bzw. vertieft. Es sollen kurze,
authentische Texte in einfacher Standardsprache bei annähernd normaler Sprachgeschwindigkeit und bei
mitunter veränderten Hörbedingungen (Störgeräusche) verstanden werden. Die ausgewählten Texte sollen
die vorgesehenen Themen und die Interessen der Schüler nach Möglichkeit berücksichtigen.
Sprechen
Der Unterricht soll die Lernenden in zunehmendem Maße zur Sicherheit im mündlichen Gebrauch
der französischen Sprache führen. Dazu gehört auch eine phonetisch verständliche Aussprache und die
entsprechende Tonführung. Als Unterrichtssprache ist soweit wie möglich die Fremdsprache zu verwenden.
Die in den vergangenen Jahren erworbenen Sprachkenntnisse sind zu vertiefen und zu erweitern. Der
Schüler soll die vorgegebenen Sprachmittel in neuen Sprachsituationen mit größerer Selbständigkeit einsetzen
und über Gehörtes, Gelesenes und Erlebtes spontan sprechen. Zum Argumentieren sind die dazu
erforderlichen sprachlichen Mittel bereitzustellen.
Leseverstehen und Lesen
Stilles und sinnerfassendes Lesen wird systematisch weitergeführt. Dabei soll sowohl der selbständige
Umgang mit Texten — gegebenenfalls mit Hilfe eines zweisprachigen Wörterbuches — als auch die
Freude am Lesen gefördert werden. Die Anforderungen bezüglich Detail- und Globalverstehen richten
sich nach der Funktion der Texte. Zur Verwendung eignen sich Sachtexte aus Bereichen des täglichen
Lebens, zB Zeitungsausschnitte, Werbetexte, Anleitungen, touristisches Informationsmaterial, Aufschriften,
Liedertexte, persönliche Mitteilungen (auch in französischer Handschrift).
Schreiben und schriftlicher Ausdruck
Die Lernenden sollen die Grundzüge der französischen Rechtschreibung beherrschen und zwischen
„discours parlé" und „discours écrit" unterscheiden können
— Verfassen kurzer, einfacher Mitteilungen (petit mot, Einkaufslisten, Postkarten)
— Formulare ausfüllen
— Gegenstände und Personen beschreiben
— Berichten über Gehörtes, Gelesenes und Erlebtes mit/ohne helfender Sprachmittel.
Dem Schreiben kommt vor allem instrumentale Bedeutung zu (Lernhilfe). Das kommunikative
Schreiben sollte Elemente der „correspondance personnelle" und „correspondance fonctionnelle" beinhalten
(Briefkopf, Einleitungs- und Schlußformeln). Die Schüler sollen in der Lage sein, einfache Briefe persönlichen
Inhalts zu schreiben, zB Einladungen, Dankschreiben, Erkundigungen über Unterkunftsmöglichkeiten,
Preise, Anmeldungen, Bestellungen, Bewerbungen (fächerübergreifender Aspekt). Der kommunikativen
Leistung ist grundsätzlich Vorrang zu geben.
Lerninhalte
Lebenskundliche und berufspraktische Themen
Unter Berücksichtigung der aus dem vorangegangenen Unterricht bekannten Situationen ist bei der
Auswahl der Themen verstärkt auf die Persönlichkeit der heranwachsenden Jugendlichen, ihre schulischen
und außerschulischen Interessen und ihre beruflichen Zukunftspläne einzugehen. Zu berücksichtigen sind
auch standortbedingte Schwerpunkte (Industriegebiet, ländlicher Bereich, Ballungszentren,. . .). Weiters
sind Themenbereiche anderer Gegenstände (Lebenskunde, Berufskunde, Naturkunde, Sozial- und Wirtschaftskunde,
. . .) zu beachten, um nach Möglichkeit einen fächerübergreifenden Unterricht durchführen
zu können. Die Themen sollen von konkreten Kommunikationsanlässen ausgehen, persönlichkeitsbildend
sein und den Lernenden Freude bereiten.
Aus folgenden Themenkreisen sind Schwerpunkte auszuwählen
Kommunikationssituationen
Ziel des Fremdsprachenunterrichts ist die Vorbereitung der Schüler auf die Bewältigung außerschulischer
Realsituationen, in welchen sie die Fremdsprache als Verständigungsmittel benötigen. Es ist anzunehmen,
daß sich künftige Kontakte mit der französischen Sprache auf folgende Anwendungsbereiche
erstrecken
— persönliche Kontakte mit Ausländern im In- und Ausland
— berufliche Kontakte mit Ausländern im In- und Ausland
— Kontakte als Tourist im frankophonen Ausland
— Kontakte mit der Kultur des französischen Sprachraumes.
Dabei ist auf folgende Rollen besonders einzugehen
— Gast/Gastgeber/Besucher/Freund
— Verkehrsteilnehmer/Exekutivbeamter
— Käufer/Verkäufer
— Benützer/Personal öffentlicher Einrichtungen/Theater/Kino
— Gast/Kunde/Angestellte
— Patient/Personal im Krankenhaus
— Leser/Hörer französischer Texte/Sendungen.
Sprachfunktionen
Die in den vorangegangenen Jahren erarbeiteten Sprachfunktionen sind zu festigen, nach Bedarf zu
erweitern und in neuen Situationen verfügbar zu machen. Der Lernfortschritt ergibt sich aus der Spontaneität
und Geläufigkeit sowie der Länge und Komplexität der sprachlichen Äußerungen. Sprachfunktionen
stehen in untrennbarem Zusammenhang mit konkreten Kommunikationssituationen, die sich im Klassengespräch
in Anlehnung an die vorgesehenen Themen ergeben.
Soziale Kontakte herstellen und fortführen, zB
— jemanden ansprechen/Grüßen/sich selbst und andere vorstellen
— jemanden einladen/eine Einladung annehmen/ablehnen
— Auskunft erfragen/erteilen
— Dank ausdrücken
— sich entschuldigen
— sich am Telefon melden;
Beziehungen regeln, zB
— Erlaubnis/Rat geben/loben/warnen
— nach dem Befinden fragen/Gefühle äußern
— eine Bedingung und deren Folgen ausdrücken;
Kommunikation sicherstellen, zB
— um Aufmerksamkeit/Wiederholung/langsameres Sprechen bitten
— buchstabieren
— nicht wissen/nicht verstehen/Rückfragen formulieren;
Stellungnahmen abgeben, zB
— zustimmen/ablehnen/widersprechen
— bezweifeln/vermuten
— vergleichen/eine Vorliebe ausdrücken
— erwarten/hoffen
— Absichten äußern;
Wünsche/Bitten/Meinungen ausdrücken, zB
— Glückwünsche aussprechen
— Wünsche/Bitten vorbringen/erfüllen/abschlagen
— Gefallen/Mißfallen/Interesse/Begeisterung/Freude/Angst ausdrücken
— reklamieren;
Handlungen veranlassen bzw. untersagen, zB
— Anordnungen erteilen
— Vorschläge machen/annehmen/ablehnen
— jemanden ersuchen, etwas (nicht) zu tun/etwas verbieten
— um Hilfe bitten/Hilfe anbieten
— Fähigkeiten/Unfähigkeiten ausdrücken;
Informationen geben und erfragen, zB
— über den Zeitpunkt/die Dauer/die Häufigkeit
— über die Zahl/die Menge/den Grad (im Vergleich)
— berichten/erklären/benennen/beschreiben
— Verwendungszweck/Eigenschaften nennen
— Besitzverhältnisse/Zugehörigkeit angeben.
Sprachliche Mittel
Zur Bewältigung der genannten Kommunikationssituationen und Themenkreise benötigt der Schüler
folgende sprachliche Mittel
Phonetik
— Inventar der französischen Phoneme
— die wesentlichen französischen Intonationsmuster (intonation expressive)
— Rhythmus, annähernd natürliches Sprachtempo (chaîne sonore)
— satzphonetische Varianten (liaison, / /instable usw.).
Wortschatz
Die Auswahl der einzelnen Wortschatzgebiete wird von den jeweiligen Kommunikationssituationen
her bestimmt. Als Grundlage dient ein Mindestwortschatz, der die Kriterien der Häufigkeit und der Verwendbarkeit
durch die Lernenden berücksichtigt. Der Umgang mit dem zweisprachigen Wörterbuch ist zu
üben.
Grammatik
Behandlung einiger wesentlicher Elemente der Grundgrammatik zur Bewältigung der jeweiligen
Kommunikationssituationen, jedoch unter Berücksichtigung der Leistungsdifferenzierung.
Die Satzarten
— Aussagesatz: gerade Wortfolge
— Frage- und Antwortsatz
reine Intonationsfrage mit/ohne Fragewort
Inversionsfrage mit „que" (Que fais-tu? Que fait papa?) und in formelhaften Wendungen (Comment
vas-tu?)
Frage mit „Est-ce que" mit/ohne Fragewort, jedoch nicht „qu'est-ce qui, qui est-ce qui, qui est-ce
que". Die wichtigsten Fragewörter mit Präpositionen
— Aufforderungssatz (Imperativ)
— Verneinung
ne . . . pas, personne, rien, jamais, plus,... als Antwort auf eine Frage (Qui est venu? Personne.
Qu'est-ce que tu fais? Rien.).
Nominale Gruppe
— Nomen
Genus, Numerus
— Bestimmter und unbestimmter Artikel
— Teilungsartikel: insbesondere nach Verben mit „de" (j'ai besoin de chocolat/pommes)
— Demonstrativ- und Possessivpronomen
— Objektspronomina: kombinierte Formen (le, la, les; me, te, se . . ./moi, toi, lui, leur; en, y)
— Numerale
— Adjektiv
Genus, Numerus
Vergleich (les degrés des adjectifs)
Adjektiv mit Ergänzungen (zB content du cadeau).
Verb
— Konjugationen der drei Verbgruppen
— Modalverben vouloir, pouvoir, devoir
— Hilfsverben avoir, être; aller (futur proche), venir de (passe recent)
— Zeitfolgen: présent, passé composé (Übereinstimmungen der Verben mit/ohne avoir) imparfait,
futur
— Modi (Aktionsarten): impératif, conditionnel, subjonctif nach il faut que sowie den Ausdrücken
des Wollens und gefühlsmäßiger Wertungen.
Erweiterung des einfachen Satzes
— Attribute: Relativsatz mit „qui, que, dont, où, préposition + qui"
— adverbiale Bestimmungen: Adverbien zu Ort, Zeit, Art, Grund
— Ergänzungen: complément d'object/direct/indirect, complement infinitif.
Zusammengesetzter Satz
Adverbialsätze
si + present/present
si + present/futur simple
si + imparfait/conditionnel I
avant que, pour que, jusqu'à ce que, Sans que . . . (subj.)
Übersetzungen
Gelegentlich können kurze Übersetzungen von praktischem Wert (Kochrezepte) geübt sowie berufsspezifische
Sachverhalte interpretierend bzw. sinngemäß wiedergegeben werden. Übersetzungen dürfen
nicht Gegenstand von Leistungsfeststellungen sein.
Schriftliche Arbeiten
Einer der Schwerpunkte des Fremdsprachenunterrichts liegt in der Vertiefung der mündlichen Kommunikationsfertigkeit,
die sich im Rahmen von Schularbeiten nur in eingeschränktem Maße überprüfen
läßt. Daher sind nur vier Schularbeiten (zwei pro Semester) vorgesehen.
Die erste Schularbeit ist nicht vor der zehnten Schulwoche abzuhalten. Zu überprüfen sind vor allem
Hör- und Leseverstehen, Wortschatz und kommunikatives Schreiben. Letzteres kann in Form von Schulübungen
vorbereitet und durch Hausübungen gefestigt werden. Zu den schriftlichen Arbeiten zählen auch
Notizen, niedergeschriebene Interviews, Plakate, beschriftete Planskizzen, Kurzberichte usw., soweit sie
aus einem Projekt hervorgehen.
Didaktische Grundsätze
Ausgehend von den Vorkenntnissen der Schüler ist das Ziel der ersten Unterrichtswochen, eine
gemeinsame Arbeitsgrundlage zu schaffen. Grundsätzlich soll Französisch Unterrichtssprache sein. Die
„langue parlée" ist in möglichst hohem Maße durch authentische Sprecher (locuteurs natifs) einzusetzen
(Tonträger). Die Muttersprache kann, soweit erforderlich
— für Arbeitsanweisungen,
— zur Klärung von Kommunikationssituationen und damit in Verbindung stehenden Fragen der
Landeskunde,
— zum Überprüfen des Globalverstehens (Wiedergabe der Hauptgedanken durch Hör- und Lesetests),
— zur Klärung schwieriger Fragen der Grammatik,
— zur Sicherung des Verständnisses schwieriger Sätze und Satzteile (fallweises Übersetzen)
erfolgen. Bei der Erarbeitung des Lehrstoffes sind die Lernenden zu möglichst kreativer Selbsttätigkeit
anzuleiten, wofür sich soziale Arbeitsformen (zB Partner- und Gruppenarbeit) besonders eignen.
Grundsätzlich ist größtmögliche Sprechrichtigkeit anzustreben. Dennoch ist den Jugendlichen in verstärktem
Maß Gelegenheit zu geben, das bisher Gelernte in berufs- und lebenspraktischen Situationen frei
(zB fremdsprachige Führungen, direkter Kontakt mit Ausländern) und im Klassenbereich zu erproben,
auch wenn dabei Fehler gemacht werden. Korrekturen sollen die Sprechfreudigkeit nicht beeinträchtigen
und die kommunikative Situation nicht stören.
Motivation
Es soll die Einsicht vermittelt werden, daß Französisch als Zweitsprache in vielen Erwerbszweigen
notwendig (kaufmännischer Bereich, Gastronomie, Tourismus, Modebranche) und in Zeiten engerer
Kommunikation zwischen Ländern von großer Bedeutung ist.
Die im folgenden angeführten Maßnahmen sind geeignet, die Motivation zu fördern und zu einem
soliden Unterrichtserfolg auf weite Sicht beizutragen
— Ausnützen spontan geäußerter Schülerinteressen
— lustbetonte, abwechslungsreiche Unterrichtsgestaltung durch Verwendung altersadäquater
Anschauungsmittel und Arbeitsformen
— Mitarbeit der Schüler bei der Erstellung von Unterrichtsmitteln
— regelmäßiges Einplanen von Phasen der Entspannung
— positive Verstärkung durch Lob und Ermutigung
— Abstimmung der Arbeitsaufgaben auf die Leistungsfähigkeit der Schüler
— Einsatz von Liedern und Kassetten, Videofilmen, Computerprogrammen und altersgemäßen
Lernspielen
— wenn möglich: Exkursionen zu französischsprachigen Einrichtungen (französische Schule, französisches
Theater) und Einladung frankophoner Ausländer in den Unterricht
— Einsatz neuer Informations- und Kommunikationstechniken (zB Computer).
Projekte
Die Vielfalt der dem Polytechnischen Lehrgang gestellten Bildungs- und Lehraufgaben legt nahe,
einige komplexe Themenbereiche im Rahmen von Projekten zu erarbeiten. Drei Arten bieten sich an
— Kleinprojekte innerhalb der Leistungsgruppe (zB Hobby, Freizeit)
— interessensdifferenzierte, leistungsgruppenübergreifende Projekte (zB landeskundliche, berufsspezifische
Projekte)
— fächerübergreifende Projekte (zB Umweltprobleme, neue Technologien, wirtschafts- und sozialkundliche
Themen).
Bei der Auswahl, Gestaltung und Auswertung der Projekte sollen die Jugendlichen mitentscheiden
und möglichst selbständig arbeiten.
Erwerb der vier Fertigkeiten
Die sprachlichen Grundfertigkeiten dürfen nicht voneinander isoliert betrachtet werden. Im Gegenteil,
sie bedingen einander. Die sprachlichen und außersprachlichen Lerninhalte müssen der Altersgruppe
der 14- bis 15jährigen entsprechen und sollen eine Vielfalt von Situationen, Texten und Textsorten aufweisen.
Die Schüler sollen sich mit ihnen auseinandersetzen können und sich mündlich oder schriftlich
dazu äußern. Grundsätzlich ist zwischen Textsorten zu unterscheiden, die produktiv beherrscht werden
sollen (zB petit mot, Brief), und solchen, bei denen das Verstehen der Hauptzweck ist (zB Aufschriften,
Anleitungen, erzählende Texte). Mündliche und schriftliche Übungen sollen dem Erwerb von Kommunikationsfähigkeit
dienen. Auch beim Üben von Teilfertigkeiten (zB Üben sprachlicher Formen) soll der
Wert für eine spätere kommunikative Aufgabe ersichtlich sein.
Hörverstehen
Das Einhören in die von locuteurs natifs dargebotene Originalsprache muß regelmäßig geübt werden.
Der Schüler filtert immer wieder fremdsprachige Laute durch das Lautsystem seiner Muttersprache und
hört deshalb bedeutungsdifferenzierende Unterschiede zwischen den einzelnen Lauten nicht. Dasselbe gilt
für Intonation und Rhythmus, die gleichfalls von der Muttersprache verschieden sind. Besonderes Augenmerk
ist dabei zu richten auf
— die „groupe rythmique"
— die „liaison"
— das „/ /instable" sowie
— Kurzformen der gesprochenen Sprache (zB: „pa" für „je ne sais pas").
Intensives Hörtraining mittels Tonträger (Kassetten, Sprachlabor) führt zur Gewöhnung an normales
Sprechtempo. Tonträger geben die Lautung stets unverändert wieder und bewirken ein unentwegtes
Bewußtmachen des Unterschiedes zwischen fremdsprachlichen und muttersprachlichen Lauten, ebenso
von Intonation und Rhythmus.
Übungs- und Überprüfungsformen
— Aufträge ausführen
— Zuordnungen treffen
— Informationen in Raster eintragen
— Übungen vrai-faux
— Auswahlantworten
— Leitfragen
— Vorgaben der Textstruktur
— Neuordnung und Umformung eines Textes
— Wiedergabe der Hauptgedanken oder einzelner Details in der Muttersprache.
Sprechen
Aussprache
Zur Kommunikationsfähigkeit ist ein intensives Einüben der richtigen Aussprache unbedingt notwendig
(Einsatz von Tonträgern zur Überprüfung). Besonderer Wert ist dabei auf die bedeutungsdifferenzierenden
Unterschiede zwischen den einzelnen Phonemen zu legen, die österreichischen Schülern Schwierigkeiten
bereiten, zB
— Unterscheidung zwischen stimmhaften und stimmlosen Konsonanten
— Unterschied zwischen den drei Nasalen der Standardsprache
— Grundintonationstypen
— richtiger Sprechrhythmus (Gliederung der „chaîne sonore" in „groupes rythmiques").
Aussprachemodell ist die gesprochene Standardsprache mit ihren typischen Sprechformen (zB Varianten
des / / instable, gewisse Kurzformen bei normalem Sprechrhythmus).
Sprachliche und außersprachliche Inhalte
Im Vordergrund steht der Erwerb jener sprachlichen Mittel, die für Sprechakte in Alltagssituationen
erforderlich sind, zB
— Gespräche beginnen
— Kontaktaufnahme
— Informationen erfragen und geben
— Erlebnisse erzählen
— Vorhaben darstellen.
Der mündliche Ausdruck hat sich an der gesprochenen Alltagssprache zu orientieren.
Übungs- und Überprüfungsformen
— Reproduktion und Variation von auswendig Gelerntem und Erarbeitetem
— Reaktionen auf Sprechimpulse
— Situationstransfer (Anwendung des Gelernten in abgewandelten und neuen Situationen)
— Klassengespräch und Partnergespräch
— Dialoge, Rollenspiele, Interview, Stellungnahmen
— Lernspiele, Aufführung von Spielszenen
— Berichte, Beschreibungen, Kommentare
— Wörter buchstabieren
— Sprechen über Bilder.
Lesen und Leseverstehen
Zur Schulung des Leseverstehens sind grundsätzlich Texte heranzuziehen, die zur Lektüre konzipiert
sind (Lehrwerk) und die den Interessen und der Reife der Jugendlichen entsprechen. Die Freude am Lesen
als autonomer Faktor soll gefördert werden. Insbesondere kommt dabei dem stillen Lesen, mit dem Ziel
des globalen Verstehens, große Bedeutung zu. Lautes Lesen ist keine Übung zur Förderung des Leseverstehens.
Es ist nur an bereits bekannten Texten und nach Anhören eines Modells (Tonträger, Lehrer) vorzusehen
und dient der Aussprache, Intonations- und Rhythmusschulung. Den Schwierigkeiten bei der
Umsetzung des phonetischen Bildes in das Schriftbild ist besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Fehlerquellen
sind immer wieder
— fälschliche Gleichsetzung von Graphemen und Morphemen zwischen Fremd- und Muttersprache
— / / instable
— groupes rythmiques
— intonation.
Daher: graphische Hilfestellungen
— zur Kennzeichnung der groupes rythmiques
— zur Darstellung der Intonationskurven
— Streichung der nicht realisierten / / instables
— Kennzeichnung der liaison.
Globalverstehen — Detailverstehen
Beides hängt von der Natur des Textes und dem angestrebten Teillernziel ab.
Übungs- und Überprüfungsformen
— Leitfragen
— Übungen vrai-faux
— Auswahlantworten
— Wesentliches hervorheben
— Informationen in einem Raster eintragen
— Zuordnungen treffen
— Erkennen des Aufbaues
— Vorgabe der Textstruktur
— Erarbeitung des Hauptgedankens
— unbekannte Wörter durch Synonyme ersetzen oder in Übersetzung angeben
— Textnotizen zu kurzen Zusammenfassungen verwerten
— sprachlich Unbekanntes soll aus dem Textzusammenhang erschlossen und aus der Aufmachung
des Textes verständlich werden.
Schriftlicher Ausdruck
Schreiben ohne Kommunikationssituation
— der Festigung der französischen Rechtschreibung,
— dem schriftlichen Festhalten von im Unterricht Erarbeitetem,
— verschiedene Formen des schriftlichen Ausdrucks wie zB Umformungen, Beantwortung von Fragen,
résumé usw.
— zur Festigung des Unterrichtsertrages.
Schreiben in Kommunikationssituationen dient dem Abfassen von Texten in lebensnahen Schreibsituationen,
zB petit mot, lettres personnelles, lettres fonctionnelles (demande d'emploi, curriculum vitae).
Die Rechtschreibung ist Voraussetzung für jede Form des Schreibens. Der Unterschied von „discours
écrit" und „discours parlé" ist durch Analyse von Texten festzustellen und durch die Gegenüberstellung
mit „documents sonores" deutlich zu machen. Auf Schreibformen, die der Schüler unmittelbar zur praktischen
Kommunikation verwenden kann, ist das Hauptaugenmerk zu legen (zB Antwort auf eine
Annonce).
Übungs- und Überprüfungsformen
— Einsetz- und Zuordnungsübungen
— Formulare ausfüllen
— Notizen machen und schriftlich verwerten
— variieren vorgegebener Textmuster
— Abfassen kurzer Texte (zB private und berufsbezogene Mitteilungen und Briefe, Berichte und
Beschreibungen)
— schriftliche Spiele und Rätsel
— Abfassen kurzer Texte, ausgehend von Bildern, Impulswörtern und Texten (Erzählung mit offenem
Ende).
Für das Abfassen eigener Texte sind den Lernenden nach Möglichkeit Muster zur Verfügung zu stellen.
Mit zunehmendem Lernfortschritt ist die Unabhängigkeit von vorgegebenen Hilfen anzustreben.
Einsichten in das Funktionieren von Sprache als Mittel der Kommunikation
Den Lernenden soll anhand des jeweiligen Lernmaterials bewußt gemacht werden, daß sprachliche
Äußerungen von der Situation, in der sie gemacht werden, abhängig sind. Dadurch soll erreicht werden,
daß sich die Lernenden möglichst authentisch kommunikativen Sprachgebrauch aneignen. In diesem
Zusammenhang ist die Kreativität der Jugendlichen immer wieder anzuregen. Geeignete Mittel dazu sind
— das Erfinden eines Dialoges zu Bildserien
— das Variieren einzelner Dialogrepliken („paraphrases situationnelles")
— das Erfinden von Dialogen in geänderten Situationen.
Die „travail sur paraphrases" (Erstellen von Texten in geänderten Situationen) ist auch im Bereich
des Schriftlichen zu üben. Der Schüler soll weiters erkennen, daß jeder Sprechakt durch verschiedenartige
sprachliche Äußerungen verwirklicht werden kann, zB
„dire de fermer la fenêtre" — Tu peux fermer la fenêtre.
— Vous seriez gentil de fermer la fenêtre.
— II fait froid ici ... usw.
. . . daß andererseits eine sprachliche Äußerung verschiedenen Sprechintentionen dienen kann
„Ça va?" kann zB heißen: — (Ça va bien?
— Ce que je fais, ca te plait? ... oder
— Ça suffit?
Damit lernt der Schüler die Sprechintentionen zu erkennen und entsprechend darauf zu reagieren.
Arbeitsformen
Im Fremdsprachenunterricht ist insbesondere darauf zu achten, daß der Schüler selbst in der fremden Sprache aktiv ist. Infolgedessen sind jene Arbeitsformen vorzuziehen, bei denen die Tätigkeit über bloßes Zuhören und Mitschreiben hinausgeht. Die Arbeitsformen müssen mit den jeweiligen Teillernzielen im Einklang stehen. Dem Frontalunterricht sind dialogische und kollektive Unterrichtsformen bzw. Einzelarbeit vorzuziehen. Die Korrektur gemeinsam mit den Jugendlichen ist zu fördern.
Die Lernenden sollen im Rahmen aller Arbeitsformen zum kritischen und möglichst selbständigen Gebrauch der Lernhilfen erzogen werden. Zur Aufrechterhaltung des Interesses sind die Arbeitsformen (Lehrer-Schüler-Gespräch, Schülergespräch, Rollenspiele, Sprachspiele, Gruppenarbeit usw.) zu variieren und dem jeweiligen Teillernziel anzupassen.
Hinweise zur Leistungsdifferenzierung
Bei der Ein- und Umstufung in die drei Leistungsgruppen ist unter Bedachtnahme auf deren Anforderungen (siehe Erster Teil, A Z 3 [Differenzierung nach Leistungsgruppen] zweiter, dritter und vierter Absatz) zu beachten
Leistungsschwache Schüler bedürfen in besonderem Maße der Zuwendung des Lehrers sowie der Ermutigung durch Vermittlung kleiner Erfolgserlebnisse.
Differenzierungsmaßnahmen dienen der bestmöglichen individuellen Förderung der Schüler. Ein differenzierter Unterricht bietet allen Schülern die Möglichkeit, die wichtigsten Lehrziele des Französischunterrichtes zu erreichen. Die Zielsetzung, die französische Sprache als Verständigungsmittel gebrauchen zu können, ist für alle verbindlich.
Die Differenzierung berücksichtigt die Verschiedenheit der Schüler in bezug auf Lernvoraussetzungen, Lernverhalten und Lernergebnisse. Sie erfolgt durch die unterschiedliche Art und Weise, in der verschiedene Schüler mit denselben Inhalten umgehen. Sie wird vor allem die Lernorganisation (methodische Maßnahmen wie zB Art und Umfang der Hilfestellung, Art der Darstellung, Arbeitsformen), den Umfang des Lehrstoffes und den Schwierigkeitsgrad bei der Aufgabenstellung betreffen. Es genügt nicht, nur Lehrstoff wegzulassen und/oder das Arbeitstempo zu verlangsamen.
Entscheidend für den Lernerfolg ist, daß der Lehrer in Kenntnis der besonderen Lernsituation und der Lerntypen seiner Schüler auf der Grundlage einer sorgfältigen Unterrichtsplanung entsprechende methodische Maßnahmen trifft.
Hör- und Leseverstehen bieten auch leistungsschwächeren Jugendlichen zahlreiche Möglichkeiten, sich mit der Fremdsprache erfolgreich zu beschäftigen. Dabei sind folgende Differenzierungskriterien zu beachten
— Schwierigkeit, Umfang und Layout der Texte
— Interesse der Schüler für den Inhalt
— Art der Aufgabenbearbeitung, zB kleinere Lernschritte mit zusätzlichen Verstehenshilfen und mehrmaligen Wiederholungen
— Ausmaß des Textverständnisses.
Allenfalls können kurze mündliche Zusammenfassungen auch in der Muttersprache erfolgen.
Leistungsschwache Schüler sollen auch zum freien SPRECHEN ermutigt werden. Die Jugendlichen der III. Leistungsgruppe werden sich in diesem Zusammenhang in einfachster Weise ausdrücken, unterstützt durch ein Angebot von elementaren, vielseitig verwendbaren Redemitteln.
Im Bereich der SPRACHBETRACHTUNG steht für die Schüler der III. Leistungsgruppe die Festigung des in der Hauptschule erarbeiteten Stoffes und eine behutsame Erweiterung im Vordergrund.
SCHREIBEN hat vorwiegend lernunterstützende Funktionen, jedoch sollen auch die Lernenden der III. Leistungsgruppe angeleitet werden — ausgehend von gelenkten Arbeitsformen — selbständig einfache, kurze, schriftliche Äußerungen von kommunikativem Wert zu formulieren.
Durch einen differenzierten Unterricht soll allen Schülern Gelegenheit gegeben werden, die wichtigsten
Lernziele des Französischunterrichts zu erreichen. Als Grundlage der Differenzierung können ua. folgende
Kriterien herangezogen werden
— Grad des Verständnisses gehörter oder gelesener Texte
— Umfang der mündlichen und schriftlichen Schüleräußerungen
— Komplexität der Ausdrucksmittel
— Grad ihrer formalen Korrektheit
— Grad des Verständnisses sprachlicher Gesetzmäßigkeiten
— Selbständigkeit der Arbeit
— Zeitausmaß, das die Schüler zur Erreichung der Lernziele benötigen.
Die Differenzierung dient der größtmöglichen individuellen Förderung der Lernenden. Sie wird
daher die Lernorganisation (methodische Maßnahmen, wie zB Art und Umfang der Hilfestellung, Arbeitstechnik,
Art der Darstellung), den Umfang des Lernstoffes und die Komplexität in den Anforderungen
betreffen.
Im Rahmen fallspezifischer Projekte kann auch eine Differenzierung nach Interessen erfolgen. Damit
sollen die unterschiedlichen Neigungen in bestimmten Bereichen (zB Berufe, Freizeitgestaltung, Lektüre)
bestmöglich berücksichtigt werden.
Lernunterstützende Maßnahmen
Entscheidend für die Unterrichtsgestaltung ist, daß der Lehrer in Kenntnis der besonderen Lernsituationen
und der Lerntypen seiner Schüler auf der Grundlage einer sorgfältigen Unterrichtsplanung entsprechende
methodische Maßnahmen trifft. Eine bloße Verlangsamung des Lerntempos genügt nicht. Die Lernenden
sind durch klar formulierte, regelmäßige, mündliche bzw. schriftliche Arbeitsaufträge zu Ökonomischem
und selbständigem Lernen anzuleiten. Sie sollen fertigkeitsorientierte Arbeits- und Lerntechniken
gezielt anwenden, zB Lesetechniken beherrschen, Notizen machen, Wichtiges unterstreichen, diverse
Arten des Vokabellernens kennenlernen, richtigen Umfang mit dem Wörterbuch pflegen. Video- und
Tonbandaufzeichnungen geben Gelegenheit durch Analyse mit dem Lehrer, die eigene Leistung zu überprüfen,
Fehler zu erkennen und diese zu korrigieren.
Der Veranschaulichung kommt in allen Phasen des Spracherwerbs größte Bedeutung zu. Durch den
Einsatz audiovisueller Medien (Tafelskizze, Folie, Dias, Video, Tonträger, Wort- und Bildkarten, Zeitschriften,
Comics, Prospekte) sollen die Schüler gezielt motiviert und der Lernprozeß unterstützt werden.
Förderunterricht ist als umfassende Lerntherapie zu verstehen, die sich an den Lerndefiziten der einzelnen
Schüler orientiert und sie auch emotional ansprechen soll. Die lustbetonte Gestaltung des Förderunterrichts
soll die Lernenden veranlassen, sich gezielt mit ihren Lernproblemen auseinanderzusetzen. Leistungsschwache
Jugendliche bedürfen in besonderem Maße der Zuwendung des Lehrers, seiner pädagogischen
und methodischen Betreuung. Daher ist der Aufbau eines positiven Lernklimas von größter Wichtigkeit.
Termin für die Einstufung
Die Schüler sind in erste, zweite und dritte Leistungsgruppen einzustufen. Die Einstufung erfolgt
nach einem Zeitraum von sechs bis acht Wochen auf der Grundlage der ständigen Beobachtung der Mitarbeit
der Lernenden im Unterricht, allenfalls unter Heranziehung der Beurteilung aus Französisch im Jahreszeugnis
der zuletzt besuchten Schulstufe sowie mündlicher und schriftlicher Leistungsfeststellungen.
Kroatisch
Bildungs- und Lehraufgaben
Die wichtigste Aufgabe des Kroatischunterrichtes am Polytechnischen Lehrgang besteht in der Weiterentwicklung
einer altersgemäßen, interessensspezifischen Kommunikations- und Handlungsfähigkeit
im Burgenländischkroatischen.
Darüber hinaus soll der Kroatischunterricht die Einsicht der Jugendlichen verstärken, daß durch die
Verbesserung der Kommunikationsmöglichkeiten die Distanz zur Standardsprache (Schriftkroatisch) verringert,
die Teilnahme an mündlicher und schriftlicher Kommunikation mit Angehörigen verschiedener
Sprachgemeinschaften ermöglicht und Zugang zu berufsbezogenen aber auch kulturellen Informationsquellen
verschafft wird.
Auf die Verwandtschaft slawischer Sprachen soll besonders hingewiesen werden.
Die Kroatischkenntnisse sollen aufgrund der Gegebenheiten verstärkt entfaltet und im Hinblick auf
die praktischen Erfordernisse des täglichen Lebens und der beruflichen Interessen weitergeführt werden.
Durch Vergleiche zwischen Burgenländischkroatisch und Schriftkroatisch soll die Annäherung an die
Schriftsprache soweit wie möglich gefördert und vor allem berufsbezogen erweitert werden.
Hörverstehen und Sprechfreudigkeit sollen verstärkt weiterentwickelt sowie Freude am Lesen ausgewählter
Texte gefördert werden.
Im Schreiben sind besonders jene Formen zu betonen, die für die spätere Verwendung bei privaten
und beruflichen Kontakten von Bedeutung sind.
Die Vermittlung von Toleranz und Vorurteilsabbau, die Bereitschaft zum Zuhören, zur Zusammenarbeit
sowie zum Übernehmen von Verantwortung in der Gemeinschaft sind im Kroatischunterricht des
Polytechnischen Lehrganges zu fördern.
Weiters soll der Kroatischunterricht eine aufgeschlossene Haltung gegenüber Menschen anderer
Sprachgemeinschaften, deren Lebensweise und Kultur vertiefen.
Unbeschadet der besonderen Aufgabe des Polytechnischen Lehrganges (§ 28 des Schulorganisationsgesetzes)
ist bei der Planung und Gestaltung der Unterrichtsarbeit auf den Lehrplan der Hauptschule
Bedacht zu nehmen; im Hinblick auf das nachträgliche Erreichen von Lehrzielen in der Hauptschule hat
sich die I. Leistungsgruppe daher auch an den Anforderungen der I. Leistungsgruppe der Hauptschule zu
orientieren.
Lehrstoff
Lebens- und berufspraktische Themen
Im Polytechnischen Lehrgang ist bei der Auswahl der Themen besonders auf die Interessen und die
beruflichen Zukunftspläne der Jugendlichen sowie auf die Möglichkeit eines fächerübergreifenden Unterrichts
(zB zu Deutsch, Lebenskunde, Berufskunde) Bedacht zu nehmen. Die Themen sollen persönlichkeitsbildend
sein und sind so zu wählen, daß sie den Schülern Freude bereiten. Zu berücksichtigen sind
auch landesbedingte Schwerpunkte (gesellschaftliche Pluralität in ihrer sprachlich-kulturellen und ethnischen
Differenzierung; friedliches Zusammenleben der Mehrheitsbevölkerung mit den Minderheiten;
Pendlerproblem, . . .).
Aus folgenden Themenkreisen sind Schwerpunkte auszuwählen
Der bisher erworbene Wortschatz ist zu festigen und berufsspezifisch zu erweitern.
Die selbständige Verwendung eines zweisprachigen Wörterbuches soll gefördert werden.
Kommunikationssituationen und Sprachfunktionen
Die sprachlichen Fähigkeiten sollen durch Sprachhandeln in simulierten und realen Situationen erweitert
sowie die Annäherung an die Schriftsprache soweit wie möglich erreicht und gefestigt werden.
Dabei ist auf folgende Rollen besonders einzugehen
— Gast/Gastgeber/Besucher/Freund
— Verkehrsteilnehmer/Exekutivbeamter
— Gast/Kunde/Angestellter
— Patient/Personal im Krankenhaus
— Käufer/Verkäufer
— Leser/Hörer kroatischer Texte und Sendungen;
Sprachfunktionen stehen in untrennbarem Zusammenhang mit konkreten Kommunikationssituationen,
die sich im Klassengespräch oder in Anlehnung an die vorgesehenen Themen ergeben.
Soziale Kontakte herstellen, zB
— einander kennenlernen/grüßen, sich selbst und andere vorstellen
— miteinander ins Gespräch kommen
— jemanden einladen
— sich entschuldigen
— sich am Telefon melden
— gemeinsam planen und handeln
— nach dem Befinden fragen;
Kommunikation sicherstellen, zB
— um Aufmerksamkeit/Wiederholung/langsameres Sprechen bitten
— buchstabieren
— Rückfragen formulieren;
Stellungnahmen abgeben, zB
— zustimmen/ablehnen/widersprechen/bezweifeln
— vermuten/begründen/vergleichen
— Vorliebe ausdrücken
— Absichten äußern;
Wünsche, Bitten und Meinungen ausdrücken, zB
— Glückwünsche aussprechen
— Wünsche und Bitten vorbringen/erfüllen oder abschlagen
— Gefallen/Mißfallen/Interesse/Begeisterung/Freude/Angst ausdrücken;
Handlungen veranlassen bzw. zur Unterlassung auffordern, z. B.
— Anordnungen erteilen
— Vorschläge machen/annehmen oder ablehnen
— jemanden ersuchen, etwas (nicht) zu tun, etwas zu verbieten
— um Hilfe bitten/Hilfe anbieten;
Informationen geben und erfragen, zB
— über den Zeitpunkt/die Dauer/die Häufigkeit
— über die Zahl/die Menge/den Grad
— berichten/erklären/benennen/beschreiben
— Verwendungszweck/Eigenschaften angeben
— Besitzverhältnisse/Zugehörigkeit angeben.
Hörverstehen
Die Schulung des Hörverstehens (Global- und Detailverstehen) wird im Polytechnischen Lehrgang
systematisch weitergeführt und vertieft. Die Schüler sollen unter Berücksichtigung ihrer Interessen und im
Rahmen der vorgesehenen Themen in zunehmendem Maße imstande sein, Kroatisch in direktem Kontakt
zu verwenden oder über Medien die kroatische Schriftsprache zu verstehen.
Sprechen
Die lokalen und regionalen Dialektgrenzen sollen überschritten und größere Kommunikationsmöglichkeiten
eröffnet werden. Durch Vergleiche des Burgenländischkroatischen und des Schriftkroatischen
sollen die Lernenden in zunehmendem Maße zur Sicherheit im Gebrauch der kroatischen Sprache (Burgenländischkroatisch
und Schriftkroatisch) geführt werden. Die Schulung der mündlichen Ausdruckskraft
bildet einen der Schwerpunkte des Unterrichts.
Erweiterung des Sprachschatzes auf Bereiche, die für die Schüler aufgrund der voraussichtlichen
Berufswahl von Bedeutung sind. Geeignete Übungsformen: Klassengespräche und Diskussionen, Fragen
stellen und beantworten, über Erlebtes oder Beobachtetes berichten usw.
Leseverstehen
Das stille, sinnerfassende Lesen wird systematisch weitergeführt. Der selbständige Umgang mit geeigneten
Sachtexten und erzählenden Texten sowie die Freude am Lesen sollen gefördert werden.
Texte von kommunikativem Wert im Zusammenhang mit den Sachgebieten, unter besonderer
Berücksichtigung der Berufswünsche der Schüler, Originaltexte (Gebrauchsanweisungen, Reparaturanleitungen,
Rezepte, ...), Texte, die Einblick in das Leben in Kroatien gewähren und Übungen im Gebrauch
des zweisprachigen Wörterbuches bilden die Schwerpunkte im Lesen.
Schreiben
Die bisher erworbenen Kroatischkenntnisse sind im Rahmen der vorgesehenen Texte zu erweitern.
Die Jugendlichen sollen selbständig verschiedene Texte abfassen können. Geübt werden besonders jene
Formen, die von kommunikativem Wert und für die spätere Verwendung im Alltag von Bedeutung sind,
zB Notizen machen und verwerten, Formulare ausfüllen, einen Lebenslauf abfassen, über Erlebtes kurz
berichten, usw. Besonders geübt werden Texte für den Schriftverkehr, zB Einladungen, Dankschreiben,
das Abfassen einfacher persönlicher Briefe, Bewerbungen, Anmeldungen, Bestellungen, Erkundigungen
über Unterkunftsmöglichkeiten usw.
Sprachbetrachtung
Der Bereich der Grammatik hat eine unterstützende Funktion bei Kommunikationsfertigkeiten. Aufgabe
dieses Lernbereiches ist vor allem das Nachdenken über Sprache und deren Verwendung — „bewußtes
Sprechen über Sprache" und die Bewältigung verschiedener Sprachsituationen durch Wahl der richtigen
sprachlichen Mittel (Wortschatz, Satzbau, Aussprache, . . .). Weiters soll der Unterschied zwischen
dem Burgenländischkroatischen und dem Schriftkroatischen besprochen werden (Erkennen der Merkmale
an ausgewählten Beispielen).
Sprachliche Besonderheiten des Burgenländischkroatischen (nach Regionen) sollen aufgezeigt und
verschiedene Ausdrucksweisen verglichen (gehobene und derbe Sprache) werden.
Der Wortschatz wird gefestigt und erweitert (Wortfamilien, Wortfelder, berufsspezifische Fremdwörter).
Auf die Vermeidung von Germanismen in der geschriebenen und gesprochenen Sprache ist besonders
zu achten. Die Fälle (auch mit Vorwörtern) sollen gefestigt, die Verneinung und Fragestellung erkannt
und geübt werden.
Übersetzen
Gelegentlich können kurze Übersetzungen von praktischem Wert (Zeitungsberichte, Rezepte,
Annoncen, . . .) geübt, berufsspezifische Sachverhalte interpretiert und sinngemäß wiedergegeben werden.
Literatur- und Kulturgeschichte (Erste und allenfalls zweite Leistungsgruppe)
— einige bedeutende kroatische Dichter und ihre Werke
— soziale und kulturelle Aussagen literarischer Werke erkennen und einen Bezug zur Gegenwart
schaffen
— bekannte Maler und Bildhauer.
— burgenländische Kroaten mit besonderen Verdiensten; Vereine der burgenländischen Kroaten
— Übersicht über die wichtigsten Epochen aus der kroatischen Geschichte (Herkunft, Bijela
Hrvatska na Visli — kneževina — borba za samostalnost — kraljevina — 1102 „pacta conventa"
— Hrvatska pod Turcima — Habsburgovci — XX. stoljeće)
— heutige Siedlungsgebiete der Kroaten im Burgenland und in Jugoslawien.
Schriftliche Arbeiten
Vier Schularbeiten, je zwei im Semester; die erste Schularbeit nicht vor der zehnten Schulwoche.
Didaktische Grundsätze
Ausgehend von den Vorkenntnissen der Lernenden ist das Ziel der ersten Unterrichtswochen, eine
gemeinsame Arbeitsgrundlage zu schaffen. Bei der Erarbeitung des Lehrstoffes sind die Lernenden zu
möglichst großer Selbsttätigkeit anzuleiten, wofür sich Partner- und Gruppenarbeit besonders eignen.
Auf größtmögliche Sprachrichtigkeit ist Wert zu legen. Korrekturen sollen so vorgenommen werden,
daß sie das jugendliche Selbstwertgefühl und die Sprachfreudigkeit nicht beeinträchtigen.
183
Motivation
Das Mitspracherecht bei der Wahl der Themen fördert die Bereitschaft zur Mitarbeit. Eine kooperative
Einstellung schafft ein positives Lernklima und eine aktivere Teilnahme am Unterricht.
Die Motivation kann unter anderem auch durch folgende Maßnahmen gefördert werden
— lustbetonte, abwechslungsreiche Unterrichtsgestaltung
— positive Verstärkung durch Lob und Ermutigung
— Abstimmung der Arbeitsaufgaben auf die Leistungsfähigkeit der Schüler
— das Prinzip der Anschaulichkeit soll möglichst oft angewandt werden (Verwendung altersadäquater
Anschauungsmittel)
— häufiger Wechsel zwischen lehrergesteuerten Unterrichtsphasen und schülerzentrierten Arbeitsformen
— Einsatz zeitgemäßer Arbeits- und Unterrichtsmittel, insbesondere neuer Informations- und Kommunikationstechniken
(zB des Computers).
Projektunterricht
Die Vielfalt der gestellten Bildungs- und Lehraufgaben legt nahe, einige komplexe Themenbereiche
im Rahmen von Projekten zu erarbeiten, zB
— fächerübergreifende Projekte (Umweltprobleme, Berufsfelder)
— Projekte, die das Leben der burgenländischen Kroaten betreffen (Siedlungsgebiete im Burgenland;
Strukturwandel im nördlichen, mittleren und südlichen Burgenland; Presse- und Vereinswesen).
Auswahl, Anzahl und Ausmaß der Projekte richten sich nach den örtlichen Gegebenheiten. Bei der
Auswahl, Gestaltung und Auswertung der Projekte sollen die Schüler mitentscheiden und möglichst selbständig
arbeiten.
Erwerb der vier Fertigkeiten
Hören
Verstehen des akustisch Wahrgenommenen durch regelmäßige Hörübungen, welche
— die Aussprache und Intonation verbessern
— den Wort- und Phrasenschatz sowie die Strukturen erweitern und festigen
— zum Gespräch motivieren.
Als Textsorten kommen vor allem in Frage
— Gespräche, Interviews
— einfache Sachtexte, Erzählungen, Beschreibungen, Berichte.
Hörtexte sollen im Interessenbereich der Schüler liegen, anregend und informativ sein sowie Anreiz
zu Gesprächen bieten.
Als Übungsformen wären geeignet
— Aufträge ausführen
— Bilder/Textteile zuordnen
— Aussagen als richtig oder falsch erkennen
— Auswahlantworten
— Notizen machen, kurze Zusammenfassungen erstellen
— in einfacher Form Stellung nehmen.
Sprechen
Die Schüler sollen die sprachlichen Mittel in neuen Gesprächssituationen mit größerer Selbständigkeit
einsetzen können, wobei Themenvielfalt und größtmögliche Beteiligung aller Lernenden wichtig sind.
Als Übungsformen eignen sich besonders
— Dialoge, Interviews, Diskussionen, Rollenspiele
— Partnergespräch, Gruppengespräch, Klassengespräch
— kurze Berichte und Beschreibungen, Sprechen über Bilder
— Wörter buchstabieren.
Innerhalb der Vielfalt der Übungsformen sollen
— Redemittel erarbeitet bzw. vorgegeben werden; davon ausgehend erbringen die Schüler eigene
Leistungen
— die Lernenden versuchen, Sprechsituationen ohne gezielte Vorbereitung und unter weitgehender
Zurückhaltung des Lehrers zu bewältigen.
Lesen
Der Schwerpunkt liegt auf dem stillen, sinnerfassenden Lesen.
Dieses zielt darauf ab,
— Freude am Lesen zu fördern
— einem Text Einzelinformationen zu entnehmen
— das Wesentliche eines Textes zu erfassen.
Die Art der Darbietung und Auswertung von Texten richtet sich nach der Textsorte und dem Unterrichtsziel.
Beim extensiven Lesen werden längere Texte mit dem Ziel gelesen, den Inhalt im allgemeinen zu
erfassen und auch die Freude an selbständiger persönlicher Lektüre zu wecken.
Als Textsorten eignen sich besonders
— Sachtexte, Briefe, verschiedene Aufschriften
— erzählende und dramatische Texte aus der kroatischen Literatur
— Lieder, Reime
— geschichtliche Texte (Vergangenheit der burgenländischen Kroaten).
Geeignete Übungsformen
— Wesentliches hervorheben
— Notizen machen und zu kurzen Zusammenfassungen verwerten
— in einfacher Form mündlich und schriftlich Stellung nehmen
— Textteile in der richtigen Reihenfolge anordnen
— Auswahlantworten.
Lautes Lesen dient der Mitteilung (Hausübungen vorlesen, Ergebnis einer Gruppenarbeit vortragen,...).
Darüber hinaus erfüllt es eine wichtige Aufgabe bei der Schulung der Aussprache und Intonation.
Leseverstehen wird durch lautes Lesen nicht erreicht.
Schreiben
Die schriftlichen Übungen sollen aus dem Unterrichtsgeschehen erwachsen und in einem zeitlich
angemessenen Verhältnis zu den übrigen Phasen des Lernprozesses stehen. Schriftliche Übungen sind in
der Regel mündlich vorzubereiten; der kommunikativen Leistung ist Vorrang zu geben.
Die Übungen können lernunterstützende Funktion haben oder produktive Übungsformen sein; bei
letzteren soll der Kreativität der Schüler größerer Spielraum gegeben werden.
Geeignete Übungsformen
— Einsetz- und Zuordnungsübungen
— Formulare ausfüllen
— Notizen machen und schriftlich verwerten
— Sammeln von Aussagen zu einem Thema
— Abfassen kurzer Texte: private und berufsbezogene Mitteilungen bzw. Briefe, Berichte, Beschreibungen
— buchstabierte Wörter schriftlich festhalten.
Für das Abfassen eigener Texte sind den Jugendlichen nach Möglichkeit Muster zur Verfügung zu
stellen; mit zunehmendem Lernfortschritt ist die Unabhängigkeit von vorgegebenen Hilfsmitteln anzustreben.
Hinweise zur Leistungsdifferenzierung
Bei der Ein- und Umstufung in die drei Leistungsgruppen ist unter Bedachtnahme auf deren Anforderungen
(siehe Erster Teil, A Z 3 [Differenzierung nach Leistungsgruppen] zweiter, dritter und vierter
Absatz) zu beachten
Leistungsschwache Schüler bedürfen in besonderem Maße der Zuwendung des Lehrers sowie der
Ermutigung durch die Vermittlung auch kleiner Erfolgserlebnisse.
Ein differenzierter Unterricht soll allen Lernenden die Möglichkeit bieten, die wichtigsten Lernziele
des Kroatischunterrichtes zu erreichen. Die Zielsetzung, neben dem Burgenländischkroatischen auch die
Annäherung an das Schriftkroatische soweit wie möglich zu erreichen, gilt vor allem für die I. Leistungsgruppe.
Die Differenzierung berücksichtigt die Verschiedenheit der Jugendlichen in bezug auf Lernvoraussetzungen,
Lernverhalten und Lernergebnisse. Sie wird vor allem die Lernorganisation (methodische Maßnahmen
wie zB Art und Umfang der Hilfestellung, Art der Darstellung, Arbeitsformen), den Umfang des
Lehrstoffes und den Schwierigkeitsgrad bei der Aufgabenstellung betreffen.
Der Lehrer wird in Kenntnis der besonderen Lernsituation seiner Schüler auf Grundlage sorgfältiger,
durchdachter Unterrichtsplanung entsprechende Maßnahmen treffen.
Beim Hör- und Leseverstehen sind für die III. Leistungsgruppe folgende Differenzierungskriterien zu
beachten
— Auswahl der Texte nach Schwierigkeitsgrad, Umfang, Interesse
— Bearbeitung der Aufgaben in kleineren Teilschritten
— mehrmalige Wiederholungsphasen.
Leistungsschwache Schüler sollen auch zum freien Sprechen ermutigt werden. Die Schüler der
III. Leistungsgruppe werden sich in diesem Zusammenhang in einfachster Weise ausdrücken, unterstützt
durch ein Angebot von elementaren, vielseitig verwendbaren Redemitteln.
Im Bereich der Sprachbetrachtung steht für die III. Leistungsgruppe die Festigung des in der Hauptschule
erarbeiteten Stoffes und eine behutsame Erweiterung im Vordergrund.
Schreiben hat vorwiegend lernunterstützende Funktionen, jedoch sollen auch die Schüler der III. Leistungsgruppe
angeleitet werden — ausgehend von gelenkten Arbeitsformen — selbständig einfache,
kurze, schriftliche Äußerungen von kommunikativem Wert zu formulieren.
Das Zeitausmaß, das die Schüler zur Erreichung der Lernziele benötigen und die Bereitschaft, selbständig
zu arbeiten, soll besonders bei leistungsschwächeren Jugendlichen beachtet werden.
Lernunterstützende Maßnahmen
Die Lernenden sind durch regelmäßige mündliche oder schriftliche Arbeitsaufträge zu ökonomischem
und selbständigem Lernen anzuleiten (zB Notizen machen, Wichtiges unterstreichen, richtiger
Umgang mit dem Wörterbuch,. . .). Durch Einsatz audio-visueller Medien (Tafelskizzen, Folien, Dias,
Tonträger, Zeitschriften, Prospekte,. . .) bzw. neuer Informations- und Kommunikationstechniken (zB
Computer) sollen die Lernenden gezielt motiviert und aktiviert werden.
Förderunterricht ist als umfassende Lerntherapie zu verstehen. Er soll lustbetont gestaltet werden und
die Schüler motivieren, sich gezielt mit ihren Lernproblemen auseinanderzusetzen.
Schriftliche Arbeiten
Zu Überprüfen sind vor allem Hör- und Leseverstehen, Wortschatz und kommunikatives Schreiben.
Termin für die Einstufung
Die Schüler sind in die L, II. und III. Leistungsgruppe einzustufen. Die Einstufung erfolgt nach einem
Zeitraum von sechs bis acht Wochen auf der Grundlage der ständigen Beobachtung der Mitarbeit, allenfalls
unter Berücksichtigung der Beurteilung in Kroatisch im Jahreszeugnis der zuletzt besuchten Schulstufe
und allenfalls unter Berücksichtigung von mündlichen und schriftlichen Leistungsfeststellungen.
Slowenisch
Bildungs- und Lehraufgaben
Slowenisch dient Menschen als Kommunikationsmittel im privaten und beruflichen Bereich. Daher
soll der Slowenischunterricht am Polytechnischen Lehrgang zunächst die Einsicht der Schüler verstärken,
daß Slowenischkenntnisse die Teilnahme an mündlicher und schriftlicher Kommunikation mit Angehörigen
verschiedener Sprachgemeinschaften im Lande ermöglichen, aber auch Zugang zu wichtigen Informationsquellen
verschaffen.
Die wichtigste Aufgabe des Slowenischunterrichtes am Polytechnischen Lehrgang besteht in der Weiterentwicklung
einer altersgemäßen, interessensspezifischen Kommunikations- und Handlungsfähigkeit
unter besonderer Berücksichtigung künftiger, berufsbezogener Erfordernisse.
Die Schüler sollen in zunehmendem Maße lernen, bei der praktischen Anwendung der slowenischen
Sprache im privaten oder beruflichen Bereich situationsgerecht und flexibel zu handeln, dh. Gehörtes und
Gelesenes zu verstehen, sich mündlich auszudrücken und sich im Rahmen ihrer privaten und beruflichen
Interessen auch schriftlich zu verständigen. Im Unterricht kommt der Entwicklung des Hörverstehens und
der Sprechfertigkeit größte Bedeutung zu. Das Leseverstehen ist verstärkt nach beruflichen Interessen weiterzuführen.
Darüber hinaus soll die Freude am Lesen anhand besonders ausgewählter Texte gefördert
werden. Das Schreiben wird vor allem jene Formen betonen, die für die spätere Verwendung bei privaten
und beruflichen Kontakten von Bedeutung sind. Somit soll eine solide Basis grundlegender Kenntnisse
und Fertigkeiten geschaffen werden, die es den Schülern ermöglicht, in weiterführenden Bildungswegen
Spezialkenntnisse für künftige Berufe zu erwerben.
Da der Erwerb und Gebrauch einer Fremdsprache eng mit der Gesamtpersönlichkeit und dem sozialen
Verhalten eines Menschen verbunden sind, sollen im Slowenischunterricht auch die Bereitschaft zum
Zuhören, zum Gespräch, zur Zusammenarbeit, zur kritischen Toleranz und zum Übernehmen von Verantwortung
in der Gemeinschaft gefördert werden. Weiters soll der Slowenischunterricht eine aufgeschlossene
Haltung gegenüber Menschen anderer Sprachgemeinschaften, deren Lebensweise und Kultur
vertiefen und die Offenheit für Kontakte von Mensch zu Mensch fördern (interkulturelles Lernen).
Der Slowenischunterricht am Polytechnischen Lehrgang setzt sich auch zum Ziel, eine positive Einstellung
zum Fremdsprachenerwerb zu fördern sowie die Bereitschaft der Schüler zu unterstützen, sich aus
eigenem Interesse mit der slowenischen Sprache zu beschäftigen. Sie sollen motiviert und angeleitet werden,
die erworbenen Fähigkeiten und Fertigkeiten in neuen Situationen kreativ anzuwenden und für selbständiges
Weiterlernen zu nutzen. Daher sind Ziele und Arbeitsweisen im Unterricht nach Möglichkeit
einsichtig zu machen sowie Lerntechniken zu vermitteln, die den selbständigen Fremdsprachenerwerb
unterstützen und die Flexibilität im Umgang mit der Fremdsprache fördern.
Unbeschadet der besonderen Aufgabe des Polytechnischen Lehrganges (§ 28 des Schulorganisationsgesetzes)
ist bei der Planung und Gestaltung der Unterrichtsarbeit auf den Lehrplan der Hauptschule
Bedacht zu nehmen; im Hinblick auf das nachträgliche Erreichen von Lehrzielen in der Hauptschule hat
sich die I. Leistungsgruppe daher auch an den Anforderungen der I. Leistungsgruppe der Hauptschule zu
orientieren.
Lehrstoff
Lebens- und berufspraktische Themen
Unter Berücksichtigung der aus dem vorangegangenen Unterricht bekannten Situationen ist bei der
Auswahl der Themen am Polytechnischen Lehrgang verstärkt auf die Persönlichkeit der heranwachsenden
Jugendlichen, ihre schulischen und außerschulischen Interessen und ihre beruflichen Zukunftspläne einzugehen.
Zu berücksichtigen sind auch standortbedingte Schwerpunkte (Industriegebiet, ländlicher Bereich,
Ballungszentren,. . .). Weiters sind Themenbereiche anderer Gegenstände (vor allem Lebenskunde,
Berufskunde und Deutsch) zu beachten, um nach Möglichkeit einen fächerübergreifenden Unterricht
durchführen zu können. Die Themen sollen von konkreten Kommunikationsanlässen ausgehen, persönlichkeitsbildend
sein und den Schülern Freude bereiten.
Aus folgenden Themenkreisen sind Schwerpunkte auszuwählen
Der bisher erworbene Wortschatz ist zu festigen und systematisch zu erweitern. Dabei sind die neuen
Themenbereiche und berufsspezifischen Anforderungen zu berücksichtigen (einige wichtige technische
Anweisungen und Fachtermini, einfaches kaufmännisches Slowenisch). Die selbständige Verwendung
eines zweisprachigen Wörterbuches soll gefördert werden.
Kommunikationssituationen und Sprachfunktionen
Ziel des Fremdsprachenunterrichtes am Polytechnischen Lehrgang ist die Vorbereitung der Schüler
auf die Bewältigung außerschulischer Realsituationen, in welchen sie die Fremdsprache als Verständigungsmittel
benötigen. Es ist anzunehmen, daß sich künftige Kontakte mit der slowenischen Sprache auf
vier große Anwendungsbereiche erstrecken
— persönliche Kontakte mit Slowenen im In- und Ausland
— berufliche Kontakte mit Slowenen im In- und Ausland
— Kontakte als Tourist im Ausland
— Kontakte mit der Kultur des slowenischen Sprachraumes.
Dabei ist auf folgende Rollen besonders einzugehen
— Gast/Gastgeber/Besucher/Freund
— Verkehrsteilnehmer/Exekutivbeamter
— Käufer/Verkäufer
— Benützer/Personal öffentlicher Einrichtungen (Theater, Kino)
— Gast/Kunde/Angestellter
— Patient/Personal im Krankenhaus
— Leser/Hörer slowenischer Texte/Sendungen.
Die in den vorangegangenen Jahren erarbeiteten Sprachfunktionen sind zu festigen, nach Bedarf zu
erweitern und in neuen Situationen verfügbar zu machen. Der Lernfortschritt ergibt sich aus der Spontaneität
und Geläufigkeit sowie aus der Länge der Komplexität sprachlicher Äußerungen. Sprachfunktionen
stehen im untrennbaren Zusammenhang mit konkreten Kommunikationssituationen, die sich im Klassengespräch
oder in Anlehnung an die vorgesehenen Themen ergeben.
Soziale Kontakte herstellen und fortführen, zB
— jemanden ansprechen/grüßen, sich selbst und andere vorstellen
— jemanden einladen/eine Einladung annehmen/ablehnen
— Dank ausdrücken
— sich entschuldigen
— sich am Telefon melden;
Beziehungen regeln, zB
— Erlaubnis/Rat geben, loben/warnen
— nach dem Befinden fragen
— eine Bedingung und deren Folgen ausdrücken;
Kommunikation sicherstellen, zB
— um Aufmerksamkeit/Wiederholung/langsameres Sprechen bitten/buchstabieren
— Nichtwissen/Nichtverstehen/Rückfragen formulieren;
Stellungnahmen abgeben, zB
— zustimmen/ablehnen/widersprechen/bezweifeln
— vermuten/begründen/vergleichen
— Erwartung/Vorliebe ausdrücken
— Absichten äußern;
Wünsche/Bitten/Meinungen ausdrücken, zB
— Glückwünsche aussprechen
— Wünsche/Bitten vorbringen/erfüllen/abschlagen
— Gefallen/Mißfallen/Interesse/Begeisterung/Freude/Angst ausdrücken;
Handlungen veranlassen bzw. zur Unterlassung auffordern, zB
— Anordnungen erteilen/Vorschläge machen/annehmen/ablehnen
— jemanden ersuchen, etwas (nicht) zu tun, etwas verbieten
— um Hilfe bitten/Hilfe anbieten
— Fähigkeit/Unfähigkeit ausdrücken;
Informationen geben und erfragen, zB
— über den Zeitpunkt, die Dauer, die Häufigkeit
— über die Zahl, die Menge, den Grad
— berichten/erklären/benennen/beschreiben
— Verwendungszweck/Eigenschaften angeben
— Besitzverhältnisse/Zugehörigkeit angeben.
Hörverstehen
Die Schulung des Hörverstehens (Global-/Detailverstehen) bildet im Unterricht am Polytechnischen
Lehrgang einen Schwerpunkt und wird daher systematisch weitergeführt und vertieft. Die Schüler sollen
unter Berücksichtigung ihrer Interessen und im Rahmen der vorgesehenen Themen in zunehmendem
Maße imstande sein, Slowenisch im direkten Kontakt (zB im Klassengespräch) oder über Medien zu verstehen.
Die Texte sollen von kommunikativem Wert sein und authentischen Vorbildern nahekommen. Die
Anforderungen an die Schüler richten sich nach dem Schwierigkeitsgrad (Länge, Tempo, regionale
Sprachfärbung, Komplexität der Sprachmittel, Nebengeräusche) und der Funktion der Texte (Dialoge,
Telefongespräche, touristische Informationen und längere Texte), die auch unbekannte Elemente enthalten
können.
Sprechen
Der Unterricht soll die Lernenden in entsprechendem Maße zur Sicherheit im mündlichen Gebrauch
der slowenischen Sprache führen. Dazu gehört auch eine phonetisch verständliche Aussprache und die
entsprechende Tonführung.
Die Schulung der mündlichen Ausdrucksfähigkeit bildet einen der Schwerpunkte des Unterrichts. Die
in den vorangegangenen Jahren erworbenen Sprachkenntnisse sind zu vertiefen und zu erweitern, wobei
die selbständige und möglichst spontane Anwendung im Vordergrund steht.
Die Schüler sollen im Klassengespräch (auch in Diskussionen) eine der jeweiligen Situation entsprechende
Redehaltung erlangen, die sie ua. dazu befähigt, Informationen zu geben und herauszufinden
(auch durch Buchstabieren) sowie Wünsche, Bedürfnisse, Gefühle und Meinungen zu äußern und zu
erfragen und über Erlebtes oder Beobachtetes zu berichten usw. Weiters sollen sich die Schüler im Rahmen
der behandelten Themen auch in den wichigsten Alltagssituationen außerhalb der Schule sach-, situations-
und partnergerecht ausdrücken können. Dabei ist der kommunikativen Leistung grundsätzlich Vorrang
zu geben.
Leseverstehen
Die Schulung des Leseverstehens, dh. des stillen, sinnerfassenden Lesens wird systematisch weitergeführt.
Dabei soll sowohl der selbständige Umgang mit Texten (gegebenenfalls mit Hilfe des Wörterbuches)
als auch die Freude am Lesen gefördert werden.
Die Anforderungen bezüglich Detail- und Globalverstehen richten sich nach der Funktion der Texte,
zB Detailverstehen anhand von Sachtexten oder Globalverstehen anhand von erzählenden Texten.
Die Texte sollen von kommunikativem Wert sein und authentischen Vorbildern nahekommen. Ihre
Auswahl richtet sich nach den beruflichen und privaten Interessen der Schüler: Sachtexte aus Bereichen
des täglichen Lebens, zB Zeitungsausschnitte, touristisches Informationsmaterial, Gebrauchsanweisungen,
Reparaturanleitungen, Aufschriften, Liedertexte usw., persönliche Mitteilungen (auch in slowenischer
Handschrift).
Schreiben
Die in den vorangegangenen Jahren erworbenen Kenntnisse sind zu festigen, im Rahmen der vorgesehenen
Themen zu erweitern und für das selbständige Abfassen verschiedener Texte verfügbar zu
machen. Die Schüler sollen imstande sein, sich vor allem in jenen Formen auszudrücken, die von kommunikativem
Wert und für die spätere Verwendung im Alltag von Bedeutung sind, zB Notizen machen und
verwerten, Formulare ausfüllen, über Erlebtes, Beobachtetes kurz berichten, Gegenstände und Personen
beschreiben, einen Lebenslauf abfassen usw.
Weiters sollen sie in der Lage sein, einfache Briefe persönlichen Inhalts zu schreiben. Im Vordergrund
wird das Verfassen von Standardtexten für den privaten und beruflichen Schriftverkehr stehen (fächerübergreifender
Aspekt), zB Einladungen, Dankschreiben, Erkundigungen über Unterkunftsmöglichkeiten,
Preise, Anmeldungen, Bestellungen, Bewerbungen usw. Der kommunikativen Leistung ist grundsätzlich
Vorrang zu geben.
Sprachbetrachtung
Die Schwerpunktsetzung im Bereich der Grammatik richtet sich nach den Erfordernissen der Schülergruppe
und hat zum Ziel, die genannten mündlichen und schriftlichen Kommunikationsfertigkeiten zu
unterstützen. Dabei werden die in den vorangegangenen Lernjahren erworbenen Strukturen nach Bedarf
wiederholt. Im Vordergrund steht die Anwendung in neuen bzw. erweiterten Situationen.
Allenfalls notwendige Regelerarbeitung und formale Übungen sollen aus Kommunikationssituationen
erwachsen und auf diese bezogen sein.
Übersetzung
Gelegentlich können kurze Übersetzungen von praktischem Wert (Kochrezepte, Bedienungsanweisungen,
Annoncen usw.) geübt sowie berufsspezifische Sachverhalte interpretierend bzw. sinngemäß wiedergegeben
werden. Übersetzungen dürfen nicht Gegenstand von Leistungsfeststellungen sein.
Schriftliche Arbeiten
Vier Schularbeiten, je zwei pro Semester, und die erste nicht vor der zehnten Schulwoche.
Didaktische Grundsätze
Ausgehend von den Vorkenntnissen der Schüler ist das Ziel der ersten Unterrichtswochen, eine
gemeinsame Arbeitsgrundlage zu schaffen. Grundsätzlich soll Slowenisch Unterrichtssprache sein.
Bei der Erarbeitung des Lehrstoffes sind die Lernenden zu möglichst großer Selbsttätigkeit anzuleiten,
wofür sich soziale Arbeitsformen (zB Partner- und Gruppenarbeit) besonders eignen.
Grundsätzlich ist größtmögliche Sprachrichtigkeit anzustreben. Dennoch ist den Schülern in verstärktem
Maß Gelegenheit zu geben, das bisher Gelernte in berufs- und lebenspraktischen Situationen frei zu
erproben, auch wenn dabei Fehler gemacht werden. Korrekturen sollen das jugendliche Selbstwertgefühl
und die Sprechfreudigkeit nicht beeinträchtigen und die kommunikative Situation nicht stören.
Motivation
Es soll in erster Linie die Einsicht vermittelt werden, daß Slowenisch als Zweitsprache eine Verständigung
in sehr vielen Situationen ermöglicht.
Eine offene, kooperative Einstellung des Lehrers schafft ein positives Lernklima und bewirkt eine
aktivere Teilnahme am Unterricht. Um das Interesse zu wecken und Bereitschaft zur Mitarbeit zu fördern,
soll ein Mitspracherecht bei der Wahl und Gewichtung der Themen eingeräumt werden.
Die im folgenden angeführten Maßnahmen sind geeignet, die Motivation zu fördern und somit zu
einem soliden Unterrichtserfolg auf weite Sicht beizutragen
— Ausnützen spontan geäußerter Schülerinteressen
— Lustbetonte, abwechslungreiche Unterrichtsgestaltung durch Verwendung altersadäquater
Anschauungsmittel und Arbeitsformen
— Mitarbeit der Schüler bei der Erstellung von Unterrichtsmitteln
— regelmäßiges Einplanen von Phasen der Entspannung
— positive Verstärkung durch Lob und Ermutigung
— Abstimmung der Arbeitsaufgaben auf die Leistungsfähigkeit der Schüler
— Einsatz von Kassetten, Videofilmen, Computerprogrammen
— Einsatz von Liedern und altersadäquaten Lernspielen
— wenn möglich: Exkursionen zu fremdsprachigen Einrichtungen (slowenisches Theater, fremdsprachige
Führungen, Bahnhöfe, Flughafen usw.).
— wenn möglich: Einladen von slowenischsprechenden In- und Ausländern in den Unterricht.
Projekte
Die Vielfalt der dem Polytechnischen Lehrgang gestellten Bildungs- und Lehraufgaben legt nahe,
einige komplexe Themenbereiche im Rahmen von Projekten zu erarbeiten.
Drei Arten bieten sich an
— Kleinprojekte innerhalb der Leistungsgruppe (zB Hobby, Freizeit)
— interessensdifferenzierte, leistungsgruppenübergreifende Projekte (zB Leseprojekte, berufsspezifische
Projekte)
— fächerübergreifende Projekte (zB Umweltprobleme, Berufsfelder).
Auswahl, Anzahl und Ausmaß der Projekte richten sich nach örtlichen, organisatorischen und gruppenspezifischen
Gegebenheiten: Bei der Auswahl, Gestaltung und Auswertung der Projekte sollen die
Schüler mitentscheiden und möglichst selbständig arbeiten.
Erwerb der vier Fertigkeiten
Die Fertigkeiten können in der Regel nicht isoliert voneinander unterrichtet werden, da Sprachhandeln
meist mehrere Fertigkeiten umfaßt, und die Fertigkeiten einander in vielfältiger Weise beeinflussen.
Die Schüler werden mit einer Vielzahl von Situationen und Texten in verschiedenen thematischen Zusammenhängen
konfrontiert. Sie sollen sich mit ihnen auseinandersetzen, dh. sich mündlich oder schriftlich
dazu äußeren.
Grundsätzlich wird zwischen Textsorten unterschieden, die der Schüler positiv beherrschen soll (zB
Brief), und solchen, bei denen das Verstehen der Hauptzweck ist (zB: Aufschriften, Gebrauchsanweisungen,
erzählende Texte).
Mündliche und schriftliche Übungen sollen dem Erwerb von Kommunikationsfähigkeit dienen. Auch
beim Üben von Teilfertigkeiten (zB: Üben sprachlicher Formen) soll deren Wert für eine spätere kommunikative
Aufgabe ersichtlich sein. Die Wahl der Übungsformen richtet sich nach den Situationen und Textsorten.
Hören
Regelmäßige Hörübungen schulen das Verstehen von akustisch wahrgenommenem Slowenisch und
zwar
— das Erfassen des inhaltlich Wesentlichen, vor allem von längeren Texten
— das Erfassen bestimmter Einzelheiten
— das Erschließen von unbekanntem Sprachmaterial aus dem Zusammenhang.
Außerdem leisten sie einen Beitrag
— zur Verbesserung der Aussprache und Intonation
— zur Erweiterung und Festigung des Wort- und Phrasenschatzes und der Strukturen
— zur Sachinformation
— zur Gesprächsmotivation.
Als Textsorten kommen vor allem in Frage
— Gespräche, Interviews
— Lieder
— einfache Sachtexte, Erzählungen, Beschreibungen, Berichte
— Lautsprecheransagen.
Hörtexte sollen anregend und informativ sein sowie Anreiz zu Gesprächen bieten. Wenn nötig, ist
sprachliche und situative Vorentlastung vorzusehen.
Als Übungs- und Überprüfungsformen eignen sich besonders
— Aufträge ausführen (zB: Zeichnungen anfertigen bzw. vervollständigen)
— Bilder/Textteile usw. zuordnen
— Aussagen als richtig oder falsch erkennen
— Auswahlantworten
— Aussagen/Bilder in eine dem Text entsprechende Reihenfolge bringen
— Informationen in einen Raster eintragen (Zeit-, Ortsangaben, Eigenschaften usw.)
— Notizen machen, kurze Zusammenfassungen erstellen
— in einfacher Form Stellung nehmen
— buchstabierte Wörter verstehen.
Sprechen
Der Unterricht soll den Schülern Gelegenheit geben, in zunehmendem Maße die slowenische Sprache
selbständig anzuwenden, wobei Themenvielfalt und größtmögliche Beteiligung aller Schüler wichtig sind.
Grundsätzlich ist ein natürliches Sprechtempo anzustreben.
Als Übungs- und Überprüfungsformen eignen sich besonders
— Dialoge, Rollenspiele, Interviews, Diskussionen
— Partnergespräche, Gespräche in der Kleingruppe, Klassengespräche
— Lernspiele, Aufführen von Spielszenen
— kurze Berichte und Beschreibungen, Sprechen über Bilder
— Wörter buchstabieren.
Innerhalb der Vielfalt der Übungsformen sind zwei grundlegende Vorgangsweisen zu unterscheiden,
deren Einsatz vom jeweiligen Übungszweck abhängt
— Redemittel werden erarbeitet bzw. vorgegeben; davon ausgehend, erbringen die Schüler in
gelenkter Form oder in freiem Transfer eigene Leistungen.
— Die Schüler versuchen, eine Sprechsituation ohne gezielte Vorbereitung zu bewältigen; der Lehrer
hilft unaufdringlich und ohne Zeitdruck zu erzeugen weiter, damit einerseits das Gespräch
nicht versiegt, andererseits ein Übersetzen aus der Muttersprache vermieden wird.
Lesen
Regelmäßige Leseübungen schulen das stille, sinnerfassende Lesen. Dieses zielt darauf ab,
— Freude am Lesen zu fördern
— einem Text Einzelinformationen zu entnehmen (intensives Lesen)
— das Wesentliche eines Textes zu erfassen (extensives Lesen)
— unbekanntes Sprachmaterial aus dem Zusammenhang zu erschließen.
Außerdem leistet es einen Beitrag
— zur Erweiterung und Festigung des Wort- und Phrasenschatzes sowie der Strukturen
— zur Gesprächsmotivation.
Die Art der Darbietung und Auswertung von Texten richtet sich nach der Textsorte und dem Unterrichtsziel.
Beim extensiven Lesen werden längere Texte mit dem Ziel gelesen, den Inhalt im allgemeinen zu
verstehen und auch die Freude am selbständigen Lesen persönlicher Lektüre zu wecken. Die dafür verwendeten
Texte sollen die rezeptiven Sprachkenntnisse in den wesentlichen Abschnitten möglichst nicht übersteigen.
Als Textsorten kommen vor allem in Frage
— verschiedene Aufschriften, Briefe, Sachtexte (Rezepte, Spiel- und Bastelanleitungen, Preislisten,
Stadtpläne, Speisekarten, Veranstaltungsprogramme, Annoncen, Prospekte, Berichte usw.)
— erzählende Texte (Anekdoten, Geschichten aus Alltag und Phantasiewelt, Abenteuergeschichten,
Comics usw.)
— Lieder, Reime, Rästel
— einfachste Hinweise zu Texten in der cyrillischen Schrift.
Als Übungs- und Überprüfungsformen eignen sich besonders
— Aufträge ausführen (zB: etwas basteln, kochen, Taschenrechner bedienen usw.)
— Aussagen als richtig oder falsch erkennen
— Auswahlantworten
— Textteile/Bilder in der richtigen Reihenfolge anordnen
— Wesentliches hervorheben
— Informationen in einen Raster eintragen
— Notizen machen und zu kurzen Zusammenfassungen verwerten
— in einfacher Form mündlich oder schriftlich Stellung nehmen.
Lautes Lesen dient der Mitteilung (Hausübung vorlesen, Ergebnis einer Gruppenarbeit vortragen
usw.) und der Vorbereitung auf szenische Darstellung. Darüber hinaus erfüllt es eine wichtige Aufgabe bei
der Schulung der Aussprache und Intonation sowie beim Einprägen der Beziehung Schriftbild-Aussprache.
In der Regel sollen nur erarbeitete Texte von den Schülern laut gelesen werden. Leseverstehen wird durch
lautes Lesen nicht erreicht.
Schreiben
Zu unterscheiden sind Übungen, die der Fertigkeit des produktiven Schreibens dienen und Übungen,
die lernunterstützende Funktion haben. Die schriftlichen Übungen richten sich in den Anforderungen
nach dem jeweiligen Fertigkeitsziel. Sie sollen aus dem Unterrichtsgeschehen erwachsen und in einem zeitlich
angemessenen Verhältnis zu den übrigen Phasen des Lernprozesses stehen. Schriftliche Übungen sind
in der Regel mündlich vorzubereiten. Bei produktiven Übungsformen soll der Kreativität und Eigenständigkeit
Spielraum gegeben werden; der kommunikativen Leistung ist Vorrang zu geben.
Geeignete Übungs- und Überprüfungsformen, die der Entwicklung schriftlicher Kommunikation dienen,
sind vor allem
— Einsetz- und Zuordnungsübungen
— Formulare ausfüllen
— Notizen machen
— Notizen schriftlich verwerten
— Sammeln von Aussagen zu einem Thema
— Variieren vorgegebener Textmuster
— Abfassen kurzer Texte: private und berufsbezogene Mitteilungen und Briefe, Berichte, Beschreibungen
— buchstabierte Wörter schriftlich festhalten.
Für das Abfassen eigener Texte sind den Schülern nach Möglichkeit Muster zur Verfügung zu stellen;
mit zunehmendem Lernfortschritt ist die Unabhängigkeit von vorgegebenen Hilfen anzustreben.
Hinweise zur Leistungsdifferenzierung
Bei der Ein- und Umstufung in die drei Leistungsgruppen ist unter Bedachtnahme auf deren Anforderungen
(siehe erster Teil, A Z 3 [Differenzierung nach Leistungsgruppen] zweiter, dritter und vierter
Absatz) zu beachten
Leistungsschwache Schüler bedürfen in besonderem Maße der Zuwendung des Lehrers sowie der
Ermutigung durch Vermittlung kleiner Erfolgserlebnisse.
Differenzierungsmaßnahmen dienen der bestmöglichen individuellen Förderung der Schüler. Ein differenzierter
Unterricht bietet allen Schülern die Möglichkeit, die wichtigsten Lehrziele des Slowenischunterrichtes
zu erreichen. Die Zielsetzung, die slowenische Sprache als Verständigungsmittel gebrauchen zu
können, ist für alle Schüler verbindlich.
Die Differenzierung berücksichtigt die Verschiedenheit der Schüler in bezug auf Lernvoraussetzungen,
Lernverhalten und Lernergebnisse. Sie erfolgt durch die unterschiedliche Art und Weise, in der verschiedene
Schüler mit denselben Inhalten umgehen. Sie wird vor allem die Lernorganisation (methodische
Maßnahmen wie zB Art und Umfang der Hilfestellung, Art der Darstellung, Arbeitsformen), den Umfang
des Lehrstoffes und den Schwierigkeitsgrad bei der Aufgabenstellung betreffen. Es genügt nicht, nur Lehrstoff
wegzulassen und/oder das Arbeitstempo zu verlangsamen.
Entscheidend für den Lernerfolg ist, daß der Lehrer in Kenntnis der besonderen Lernsituation und
der Lerntypen der Schüler auf der Grundlage einer sorgfältigen Unterrichtsplanung entsprechende methodische
Maßnahmen trifft.
Hör- und Leseverstehen bieten auch leistungsschwächeren Schülern zahlreiche Möglichkeiten,
sich mit der Fremdsprache erfolgreich zu beschäftigen. Dabei sind folgende Differenzierungskriterien
zu beachten
— Schwierigkeit, Umfang und Layout der Texte
— Interesse der Jugendlichen für den Inhalt
— Art der Aufgabenbearbeitung, zB in kleineren Lernschritten mit zusätzlichen Verstehenshilfen
und mehrmaligen Wiederholungen
— Ausmaß des Textverständnisses.
Allenfalls können kurze mündliche Zusammenfassungen auch in der Muttersprache erarbeitet werden.
Leistungsschwache Jugendliche sollen auch zum freien SPRECHEN ermutigt werden. Die Schüler
der III. Leistungsgruppe werden sich in diesem Zusammenhang in einfachster Weise ausdrücken, unterstützt
durch ein Angebot von elementaren, vielseitig verwendbaren Redemitteln.
Im Bereich der SPRACHBETRACHTUNG steht für die Schüler der III. Leistungsgruppe die Festigung
des in der Hauptschule erarbeiteten Stoffes und eine behutsame Erweiterung im Vordergrund.
SCHREIBEN hat vorwiegend lernunterstützende Funktionen, jedoch sollen auch die Schüler der
III. Leistungsgruppe angeleitet werden — ausgehend von gelenkten Arbeitsformen — selbständig einfache,
kurze, schriftliche Äußerungen von kommunikativem Wert zu formulieren.
Als Grundlage zur Differenzierung können ua. folgende Kriterien herangezogen werden
— Form und Ausmaß der Vorbereitung (zB: Musterdialoge/Lückentexte)
— Anzahl und Komplexität der vorgegebenen Redemittel
— Komplexität der selbständigen mündlichen und schriftlichen Schüleräußerungen
— Grad der formalen Korrektheit.
Außerdem sind noch folgende allgemeine Gesichtspunkte zu beachten
— Grad des Verständnisses sprachlicher Gesetzmäßigkeiten
— Bereitschaft, selbständig zu arbeiten
— Zeitausmaß, das die Schüler zur Erreichung der Lernziele benötigen.
Weiters kann gegebenenfalls im Rahmen fachspezifischer Projekte eine Differenzierung nach Interessen
erfolgen. Damit sollen die unterschiedlichen Neigungen in bestimmten Bereichen (zB: Freizeitgestaltung,
Berufe, Lektüre, Computer) bestmöglich berücksichtigt werden.
Lernunterstützende Maßnahmen
Die Schüler sind durch regelmäßige mündliche bzw. schriftliche Arbeitsaufträge zu ökonomischem
und selbständigem Lernen anzuleiten. Sie sollen fertigkeitsorientierte Arbeits- und Lerntechniken gezielt
anwenden, zB: Lesetechniken, Notizen machen, Wichtiges unterstreichen, Arten des Vokabellernens, richtiger
Umgang mit dem Wörterbuch. Video- und Tonbandaufzeichnungen geben den Schülern Gelegenheit,
die eigene Leistung zu überprüfen, Fehler zu erkennen und diese zu korrigieren.
Der Veranschaulichung kommt in allen Phasen des Spracherwerbs größte Bedeutung zu. Durch den
Einsatz audiovisueller Medien (Tafelskizzen, Folie, Dias, Video, Tonträger, Wort- und Bildkarten, Zeitschriften,
Prospekte) sollen die Lernenden gezielt motiviert und der Lernprozeß unterstützt werden.
Förderunterricht ist als umfassende Lerntherapie zu verstehen, die sich an den Lerndefiziten der einzelnen
Schüler orientiert, sie darüber hinaus aber auch emotional ansprechen soll. Die lustbetonte Gestaltung
des Förderunterrichts soll Schüler motivieren, sich gezielt mit ihren Lernproblemen auseinanderzusetzen.
Schriftliche Arbeiten
Einer der Schwerpunkte der Unterrichtsarbeit am Polytechnischen Lehrgang liegt in der Vertiefung
der mündlichen Kommunikationsfertigkeit, die sich im Rahmen von Schularbeiten nur in eingeschränktem
Maße überprüfen läßt. Daher sind nur vier Schularbeiten vorgesehen. Zu überprüfen sind vor allem Hör-
und Leseverstehen, Wortschatz und kommunikatives Schreiben. Als schriftliche Arbeiten eignen sich auch
Präsentationen aus der Projektarbeit (zB: Notizen, Interviews, Plakate, Planungsskizzen, Berichte, Collagen).
Termin für die Einstufung
Die Schüler sind in die I., II. und III. Leistungsgruppe einzustufen. Die Einstufung erfolgt nach einem
Zeitraum von sechs bis acht Wochen auf der Grundlage der ständigen Beobachtung der Mitarbeit im
Unterricht, allenfalls unter Berücksichtigung der Beurteilung in Slowenisch im Jahreszeugnis der zuletzt
besuchten Schulstufe und allenfalls unter Berücksichtigung von mündlichen und schriftlichen Leistungsfeststellungen.
Ungarisch
Bildungs- und Lehraufgaben
Oberstes Ziel des Ungarischunterrichtes am Polytechnischen Lehrgang ist die Fähigkeit, sich im Hinblick
auf die Bewältigung außerschulischer (privater und beruflicher) Situationen dieser Sprache (als
Fremd- oder Muttersprache) als Mittel zur Verständigung und Zusammenarbeit zu bedienen, Gehörtes
und Gelesenes zu verstehen und sich mündlich und schriftlich auszudrücken.
Anzustreben sind daher
— Der Aufbau einer altersgemäßen, sich an den Interessen der Jugendlichen orientierende Kommunikations-
und Handlungsfähigkeit unter besonderer Berücksichtigung künftiger, berufsbezogener
Erfordernisse. Dabei soll eine solide sprachliche Basis geschaffen werden, die es den Schülern
ermöglicht, in weiterführenden Bildungswegen Spezialkenntnisse für künftige Berufe zu erwerben;
— phonemrichtige Aussprache;
— Sicherheit in der Verwendung der wesentlichen grammatischen Strukturen und deren Rechtschreibung;
— Weckung der Lesefreude anhand besonders ausgewählter berufs- und interessensorientierter
Texte;
— Fähigkeit zu mündlicher und einfacher schriftlicher Wiedergabe von Gehörtem und Gelesenem;
— Fähigkeit und Bereitschaft zur Anwendung des Gelernten in neuen Situationen und zum selbständigen
Weiterlernen;
— aufgeschlossene Haltung gegenüber den Menschen des betreffenden Sprachraumes und deren
Kultur, Bereitschaft zu Toleranz und Zusammenarbeit.
Unbeschadet der besonderen Aufgabe des Polytechnischen Lehrganges (§ 28 des Schulorganisationsgesetzes)
ist bei der Planung und Gestaltung der Unterrichtsarbeit auf den Lehrplan der Hauptschule
Bedacht zu nehmen; im Hinblick auf das nachträgliche Erreichen von Lehrzielen in der Hauptschule hat
sich die I. Leistungsgruppe daher auch an den Anforderungen der I. Leistungsgruppe der Hauptschule zu
orientieren.
Lehrstoff
Thematische Bereiche
a) Der Mensch und seine Umwelt: zB Familie, Haus, Schule, Kleidung, Mahlzeiten, Wetter, Zeit,
Geld
b) Der Mensch in der Gemeinschaft
und in der Arbeitswelt: zB Berufe, Berufswünsche, Kauf und Verkauf, Werbung, Fremdenverkehr;
staatliche Einrichtungen; Erteilen von Auskünften
und Informationen; Grußformen
c) Der Mensch in seiner Freizeit: Sport, Unterhaltung, Freizeiteinrichtungen, Reisen
Bei der Wahl der Themen sind standortbedingte Schwerpunkte besonders zu berücksichtigen.
Hörverstehen
Die Schüler sollen imstande sein, ihren Interessen und dem vorgegebenen Thema entsprechende
Texte im direkten Gespräch oder als Zuhörer zu verstehen. Zur Schulung des Hörverstehens sollen Texte
von kommunikativem Wert herangezogen werden, wobei sich deren Schwierigkeitsgrad am sprachlichen
Können der Schüler zu orientieren hat.
Sprechen
Durch eine schwerpunktmäßige Schulung der mündlichen Ausdrucksfähigkeit sollen die Lernenden
befähigt werden, Informationen zu geben und zu erfragen sowie Wünsche, Bedürfnisse, Gefühle und Meinungen,
Erlebtes und Beobachtetes in Alltagssituationen in einfacher Form und verständlich zum Ausdruck
zu bringen.
Telefonieren; Schulung der richtigen Aussprache und Intonation; Anleitung zum Gebrauch des Wörterbuches.
Schreiben
Die Schüler sollen in der Lage sein, sich in jenen Formen in einfacher Weise auszudrücken, die für
das spätere Alltagsleben von Bedeutung sind: Formulare, Notizen, Beschreibungen, Kurzberichte, Lebenslauf,
. . . Sprachbetrachtung
Zur Ermöglichung einer alters- und alltagsbezogenen Kommunikationsfähigkeit sollen folgende
Grundkenntnisse aus der Formen- und Satzlehre vermittelt werden
Hauptwort und seine wichtigsten Suffixe, Artikel, Eigenschaftswort, Zahlwort, Hilfszeitwort, Zeitwort
in der subjektiven und objektiven Abwandlung, Fürwort, einfacher und erweiterter Satz; Frage und
Antwort.
Die erworbenen Kenntnisse können gelegentlich durch Übersetzungen einfacher und alltagsnaher
Texte bewußtgemacht und gefestigt werden.
Leseverstehen
Die Auswahl der Texte soll sich an den beruflichen und privaten Interessen der Schüler orientieren
und von kommunikativem Wert sein: Zeitungsausschnitte, Werbetexte, diverses Informationsmaterial,
Liedtexte usw.
Lesestoffe können auch zum Bewußtmachen bereits erarbeiteter sprachlicher Strukturen herangezogen
werden.
Die Freude am selbständigen Umgang mit Texten (unter der Verwendung eines Wörterbuches) ist zu
fördern.
Didaktische Grundsätze
Die vier Fertigkeiten Hörverstehen, Leseverstehen, Sprechen und Schreiben sind Voraussetzung für
eine interessens- und alltagsbezogene Kommunikationsfähigkeit. Sie sind im Unterricht nicht getrennt
voneinander, sondern integriert zu üben.
Als Unterrichtssprache ist nach Möglichkeit die ungarische Sprache zu verwenden.
Audiovisuelle Mittel sollen den Unterricht veranschaulichen, intensivieren und aktualisieren. Durch
ihren Einsatz sollen die Schüler gezielter motiviert werden.
Der Einsatz verschiedener Sozialformen (Partner- und Gruppenarbeit) dient der abwechslungsreicheren
Gestaltung des Unterrichtes und fördert die Sprechfertigkeit.
Die Kommunikationsformen sind in den im thematischen Bereich aufgegebenen Sachbereichen
mündlich, aber auch schriftlich zu üben.
Erst die Vermittlung eines Grundwortschatzes und der gebräuchlichen Wendungen sichert die Kommunikationsfähigkeit
der Schüler. Unbekannte Wörter sollen in erster Linie im Satzzusammenhang dargeboten
werden.
Für das Abfassen eigener Texte sollten nach Möglichkeit Muster in mündlich besprochener oder gelesener
Form vorgegeben werden.
Hinweise zur Leistungsdifferenzierung
Bei der Ein- und Umstufung in die drei Leistungsgruppen ist unter Bedachtnahme auf deren Anforderungen
(siehe erster Teil, A Z 3 [Differenzierung nach Leistungsgruppen] zweiter, dritter und vierter
Absatz) zu beachten
Leistungsschwache Schüler bedürfen in besonderem Maße der Zuwendung des Lehrers sowie der
Ermutigung durch Vermittlung kleiner Erfolgserlebnisse.
Differenzierungsmaßnahmen dienen der bestmöglichen individuellen Förderung der Schüler. Ein differenzierter
Unterricht bietet allen die Möglichkeit, die wichtigsten Lehrziele des Ungarischunterrichtes
zu erreichen. Die Zielsetzung, die ungarische Sprache als Verständigungsmittel gebrauchen zu können, ist
verbindlich.
Die Differenzierung berücksichtigt die Verschiedenheit der Schüler in bezug auf Lernvoraussetzungen,
Lernverhalten und Lernergebnisse. Sie erfolgt durch die unterschiedliche Art und Weise, in der verschiedene
Jugendliche mit denselben Inhalten umgehen. Sie wird vor allem die Lernorganisation (methodische
Maßnahmen wie zB Art und Umfang der Hilfestellung, Art der Darstellung, Arbeitsformen), den
Umfang des Lehrstoffes und den Schwierigkeitsgrad bei der Aufgabenstellung betreffen. Es genügt nicht,
nur Lehrstoff wegzulassen und/oder das Arbeitstempo zu verlangsamen.
Entscheidend für den Lernerfolg ist, daß der Lehrer in Kenntnis der besonderen Lernsituation und
der Lerntypen der Schüler auf der Grundlage einer sorgfältigen Unterrichtsplanung entsprechende methodische
Maßnahmen trifft.
Hör- und Leseverstehen bieten auch leistungsschwächeren Lernenden zahlreiche Möglichkeiten,
sich mit der Fremdsprache erfolgreich zu beschäftigen. Dabei sind folgende Differenzierungskriterien
zu beachten
— Schwierigkeit, Umfang und Layout der Texte
— Interesse der Schüler für den Inhalt
— Art der Aufgabenbearbeitung, zB kleinere Lernschritte mit zusätzlichen Verstehenshilfen und
mehrmaligen Wiederholungen
— Ausmaß des Textverständnisses.
Allenfalls können kurze mündliche Zusammenfassungen auch in der Muttersprache erarbeitet werden.
Leistungsschwache sollen auch zum freien SPRECHEN ermutigt werden. Die Schüler der III. Leistungsgruppe
werden sich in diesem Zusammenhang in einfachster Weise ausdrücken, unterstützt durch
ein Angebot von elementaren, vielseitig verwendbaren Redemitteln.
Im Bereich der SPRACHBETRACHTUNG steht für die Schüler der III. Leistungsgruppe die Festigung
des in der Hauptschule erarbeiteten Stoffes und eine behutsame Erweiterung im Vordergrund.
SCHREIBEN hat vorwiegend lernunterstützende Funktionen, jedoch sollen auch die Schüler der
III. Leistungsgruppe angeleitet werden — ausgehend von gelenkten Arbeitsformen — selbständig einfache,
kurze, schriftliche Äußerungen von kommunikativem Wert zu formulieren.
Schriftliche Arbeiten
Vier Schularbeiten, je zwei pro Semester, die erste nicht vor der zehnten Schulwoche."
e) lauten die Pflichtgegenstände „Berufskunde und Praktische Berufsorientierung", „Leibesübungen"
und „Alternative Pflichtgegenstände (Seminare)"
„Berufskunde und Praktische Berufsorientierung
Bildungs- und Lehraufgaben
Im Rahmen der Berufskunde und Praktischen Berufsorientierung sollen die Schüler Haltungen bzw.
Einstellungen entwickeln sowie sich Kenntnisse aneignen, die ihnen eine Grundorientierung in der
Arbeitswelt ermöglichen, zur Erleichterung ihres Berufsfindungsprozesses beitragen und Hilfen für ihre
Berufsentscheidung darstellen.
Während die Praktische Berufsorientierung eine anschauliche Begegnung mit der Arbeitswelt in einigen
wichtigen Zweigen herbeiführt, soll die Berufskunde diese Begegnung vorbereiten und vertiefen, darüber
hinaus aber die persönliche und gesellschaftliche Bedeutung der Berufsarbeit vor Augen führen.
Realbegegnungen mit der Arbeitswelt bieten dabei unter anderem die Möglichkeit, Informationen
übergreifend für alle Lehr- und Lernbereiche einzuholen. Eine ganzheitliche, projektorientierte, themen-
und fächerübergreifende Bearbeitung soll den Schülern den Rahmen für einen zusammenhängenden Wissenserwerb
schaffen.
Diesen Zielvorgaben entsprechend wird der Unterrichtsgegenstand Berufskunde und Praktische
Berufsorientierung in folgender Weise aufgebaut
Der Hauptbereich des Unterrichtsgegenstandes „Berufskunde und Praktische Berufsorientierung"
heißt „Von der Schule in die Arbeitswelt". Dieser Hauptbereich wird von mehreren Blickwinkeln (Aspekten)
aus erweitert, vertieft und nuanciert betrachtet; Aspekte dieses Hauptbereiches sind
— gesellschaftliche Bedingungen von Arbeit und Beruf
— allgemeine Berufskunde
— menschengerechte Arbeitswelt.
Mit dem Hauptbereich „Von der Schule in die Arbeitswelt" wird die Orientierung in der Arbeits- und
Berufswelt in den Mittelpunkt des Unterrichts gestellt. Dabei sollen sich die Schüler erfahrungsorientiert
mit Begriff und Stellenwert der Arbeitswelt in bezug auf persönliche Entfaltungsmöglichkeiten und das
Zusammenleben der Menschen auseinandersetzen.
In diesem Zusammenhang steht zwar die Erwerbsarbeit im Vordergrund, Arbeit im weiteren Sinn soll
jedoch auch berücksichtigt werden. Den Jugendlichen soll bewußt werden, daß menschliche Arbeit die
Lebensplanung, die Lebensgestaltung sowie die Persönlichkeit des einzelnen und die Gesellschaft stark
und grundlegend beeinflußt. Identitäts- und Sinnstiftung von Arbeit und Beruf soll erfahrbar werden.
Arbeitshaltungen wie Verantwortungs- und Problembewußtsein, Zielstrebigkeit und Verläßlichkeit sowie
Kooperationsfähigkeit sollen den Jugendlichen nähergebracht werden.
Die Schüler sollen auch anschaulich erfahren, daß berufliche Überlegungen ein lebenslanger Prozeß
sind, mit dem lebenslanges Lernen sowie kontinuierliches Neuorientieren und Qualifizieren eng verbunden
sind. Dadurch soll ein Berufsfindungsprozeß der Jugendlichen in Gang gesetzt und weiterentwickelt
werden. Sie sollen Hilfen erhalten, um sich in der Arbeits- und Berufswelt orientieren zu können. Dabei
kommt jenen Erfahrungen eine besondere Bedeutung zu, die die Lernenden auch durch eigene Anschauung
der konkreten Arbeitswelt in verschiedenen Berufsfeldern gewinnen können.
Der Aspekt „Gesellschaftliche Bedingungen von Arbeit und Beruf" soll Schüler anregen, sich mit den
historischen, sozialen, ökonomischen und technischen Zusammenhängen auseinanderzusetzen, die in
Arbeit und Beruf eingebunden sind.
Im Aspekt „Allgemeine Berufskunde" liegt der unterrichtliche Schwerpunkt auf der Erörterung wichtiger
Bereiche des rechtlichen Ordnungsrahmens, in den Arbeit und Beruf eingebettet sind. Die Jugendlichen
sollen eine grundlegende Vorstellung über Entwicklung und Funktion der Einrichtungen und legistischen
Regelungen dieses Bereichs gewinnen sowie die aktuellen Hauptlinien der einschlägigen Diskussionen
nachvollziehen können.
Im Zusammenhang mit dem Aspekt „Menschengerechte Arbeitswelt" sollen die Schüler jene Kenntnisse
erwerben, die sie befähigen, den Arbeitsbedingungen, mit denen sie sich vorwiegend als Arbeitnehmer
konfrontiert sehen, sowohl verständnisvoll als auch kritisch gegenüberzutreten, mit ihnen umgehen zu
lernen und wenn nötig, sich für deren Veränderung einzusetzen.
Lehrstoff
Dieser Bereich gliedert sich wie folgt
Der Aufbau des Lehrstoffes folgt in den Bildungs- und Lehraufgaben der dargestellten Konzeption
des Hauptbereiches und seiner Aspekte.
Hauptbereich
Von der Schule in die Arbeitswelt
Themenbereich 1: Arbeit und Leben
Themenbereich 2: Berufsfelder und Berufe
Themenbereich 3: Die Arbeitswelt erfahren
Themenbereich 4: Berufsfindungsprozeß und Berufswahlvorbereitung
Aspekte
Gesellschaftliche Bedingungen von Arbeit und Beruf
Themenbereich 1: Arbeit und Beruf im historischen Prozeß — Neue Technologien
und Zukunftsorientierung
Themenbereich 2: Frauen und Männer in der Arbeitswelt
Allgemeine Berufskunde
Themenbereich 1: Berufs- und arbeitsrechtliche Bestimmungen
Themenbereich 2: Die Sozialgesetzgebung und ihre Bedeutung
Themenbereich 3: Berufsbegleitende Institutionen und Weiterbildungsmöglichkeiten
Menschengerechte Arbeitswelt
Themenbereich 1: Arbeitsbedingungen
Themenbereich 2: Mitbestimmung, Mitgestaltung und Mitverantwortung im
Betrieb
Themenbereich 3: Aspekte des Umweltschutzes im Betrieb
Der Hauptbereich und seine Aspekte werden in den nachfolgenden Lehrplanteilen näher ausgeführt,
wobei sie jeweils mehrere Themenbereiche umfassen. Zu jedem Themenbereich werden die Bildungsziele
mit dem dazugehörenden Lehrstoff angeführt. Daran sind jeweils didaktische Überlegungen angefügt, mit
denen auch eine knappe Begründung der Zielbestimmung und der Lehrstoffangebote gegeben wird und
damit Kriterien für Auswahl und Gewichtung erstellt werden können.
Der Lehrplan stellt einen Rahmen dar, wobei Reihenfolge und Schwerpunktsetzungen innerhalb des
Hauptbereiches und seiner Aspekte offen je nach Klassensituation und regionalen Gegebenheiten gestaltet
werden können.
HAUPTBEREICH: Von der Schule in die Arbeitswelt
THEMENBEREICH 1: Arbeit und Leben
Der Themenbereich „Arbeit und Leben" soll vor allem Grundlagen schaffen, um Zusammenhänge im
Berufsleben und in der Arbeitswelt besser verstehen zu können. Der Auseinandersetzung mit der Arbeit
kommt daher ein hoher Stellenwert zu.
Bezüge zur unmittelbaren Erlebnis- und Erfahrungswelt der Lernenden sollen gefördert werden.
Arbeit ist ein wesentlicher Bestandteil des menschlichen Lebens.
Die Schüler sollen ihre persönlichen Auffassungen über die Wertigkeit der Arbeit in Relation zu ihren
sonstigen Wünschen, Bedürfnissen und Zielvorstellungen setzen.
HAUPTBEREICH: Von der Schule in die Arbeitswelt
THEMENBEREICH 2: Berufsfelder und Berufe
Die in früheren Jahren weitgehende Übereinstimmung von in Berufsbildern definierten und an
Arbeitsplätzen tatsächlich geforderten Qualifikationen wird immer geringer. Die permanente Umstrukturierung
der Arbeitswelt in bezug auf Arbeitsmittel, Arbeitsinhalte sowie Arbeitsorganisation (zB durch den
Einsatz neuer Techniken) führt dazu, daß sich manche tradierte Vorstellungen von Berufen in der betrieblichen
Realität kaum mehr wiederfinden lassen. Aufgrund dieses Sachverhalts wird verstärkt eine berufsfeldorientierte
Information angestrebt.
Die Bearbeitung von Berufsfeldern stellt nicht nur einen Moment der Praxisorientierung des Berufskundeunterrichts
dar, sondern erweist sich zugleich auch als die geeignetere Orientierungshilfe für
Jugendliche. Damit wird die unübersichtliche Vielzahl der Ausbildungsberufe in einer überschaubaren
Anzahl von Berufsfeldern zusammengefaßt. Zugleich wird ermöglicht, daß Jugendliche mit einem breiteren
Spektrum von Tätigkeitsbereichen bekannt gemacht werden, wodurch auch die Bereitschaft zu beruflicher
Flexibilität und Mobilität gefördert wird. Außerdem sollen die Schüler die Möglichkeit erhalten,
Berufe ihrer persönlichen Wahl ausführlich und umfassend kennenzulernen.
HAUPTBEREICH: Von der Schule in die Arbeitswelt
THEMENBEREICH 3: Die Arbeitswelt erfahren
Schulveranstaltungen wie berufskundliche Führungen, die berufspraktische Woche, Lehrausgänge
und andere schulbezogene Aktivitäten „dienen in Ergänzung des Unterrichtes im Polytechnischen Lehrgang,
insbesondere im Unterrichtsgegenstand Berufskunde und Praktische Berufsorientierung, einer
lebens- und berufsnahen Information über die Berufswelt. Sie sollen zur Berufsfindung beitragen, die
Berufswahlreife fördern und darüber hinaus auch konkrete sozial- und wirtschaftskundliche Einblicke in
die Arbeitswelt sowie ein Kennenlernen der Aufgaben und Tätigkeiten der Organe der Betriebsvertretung
ermöglichen".
Es soll eine situationsangemessene Auswahl aus dem Lehrstoff des Hauptbereiches und seiner
Aspekte erfolgen.
Voraussetzungen für einen sinnvollen Ablauf und Erfolg dieser Realitätserfahrungen sind umfassende
Vorbereitungen und Auswertungen, die zu gezielter Sensibilisierung der Wahrnehmung und anschließender
Aufarbeitung des Erlebten für bestimmte Bereiche und Aspekte der Berufskunde hinführen sollen.
Durch eigene Anschauungen und Gespräche mit Beschäftigten in Betrieben sollen die Jugendlichen
zu praktischem Erfahrungs- und Informationsaustausch kommen. Zum Beispiel könnten sie dadurch
Merkmale der Berufe erarbeiten und Rückschlüsse auf Eignungsvoraussetzungen ziehen. Die auf diese
Weise gewonnenen Erfahrungen sind Gegenstand einer intensiven unterrichtlichen Nachbereitung der
berufskundlichen Praxisteile.
HAUPTBEREICH: Von der Schule in die Arbeitswelt
THEMENBEREICH 4: Berufsfindungsprozeß und Berufswahlvorbereitung
Einschlägige Untersuchungen gelangen immer wieder zu dem Ergebnis, daß die Familie für Jugendliche
die wichtigste Beratungsinstanz bei der Berufswahl darstellt. Dagegen üben Beratungen in Schulen
und Arbeitsämtern häufig nur einen geringen Einfluß auf die Berufswahl aus.
Die Schule soll dazu beitragen, daß die Schüler verschiedene Beratungsinstanzen besser nützen können.
Bei der Ausbildungs- bzw. Arbeitsplatzvergabe setzen immer mehr Betriebe relativ umfangreiche Auswahlverfahren
ein, denen sich die Bewerber zu unterziehen haben. Eine Vorbereitung der Jugendlichen
auf diese Auswahlprozeduren gehört mit zu den Aufgaben des Berufskundeunterrichtes.
ASPEKT: Gesellschaftliche Bedingungen von Arbeit und Beruf
THEMENBEREICH 1: Arbeit und Beruf im historischen Prozeß — Neue Technologien
und Zukunftsorientierung
Der permanente Wandel von Arbeit und Beruf im historischen Prozeß verweist zum einen auf das
Moment der Gestaltbarkeit dieses Prozesses und zum anderen auf jene, die Entwicklung der Produktivkräfte
begleitenden, gesellschaftlichen Auseinandersetzungen.
Im Rahmen des Unterrichts zu diesem Themenbereich kommt es darauf an, den Lernenden die
Aneignung ordnender Kategorien für ein vertieftes Verständnis des geschichtlichen Entwicklungsprozesses
gesellschaftlicher Arbeit zu ermöglichen. Diese Arbeitsweise trägt dazu bei, aktuelle Fragen und Probleme
angemessen bearbeiten zu können.
ASPEKT: Gesellschaftliche Bedingungen von Arbeit und Beruf
THEMENBEREICH 2: Frauen und Männer in der Arbeitswelt
Frauen und Männer sind dem Gesetz nach gleichberechtigt. In vielen alltäglichen Lebenssituationen,
vor allem in Zusammenhang mit Arbeit und Beruf, zeigt sich jedoch, daß dieses gleiche Recht noch nicht
zur Gleichstellung von Mann und Frau geführt hat.
Durch Erhellung der Hintergründe und Auswirkungen der geschlechtsspezifisch geprägten Arbeitswelt
sollen überkommene Ideologien und Vorurteile aufgezeigt und Ansätze zu deren Überwindung entwickelt
bzw. verstärkt werden.
ASPEKT: Allgemeine Berufskunde
THEMENBEREICH 1: Berufs- und arbeitsrechtliche Bestimmungen
Die mit diesem Themenbereich verknüpften Bildungsziele und der Lehrstoff haben jene rechtlichen
Rahmenbedingungen zum Gegenstand, die auf die Situation von Lehrlingen bzw. jugendlichen Arbeitnehmern
bezogen sind.
Obwohl als Lehrstoff eine Reihe von gesetzlichen Bestimmungen und Gesetzeswerken aufgeführt
werden, besteht die Lehraufgabe nicht darin, den Schülern Paragraphenkenntnisse zu vermitteln. Den Bildungszielen
in ihrer Gesamtheit entspricht vielmehr, die Lernenden zu befähigen, ihren Übergang vom Bildungs-
ins Beschäftigungssystem zunehmend unter eigene Kontrolle und Verantwortung nehmen zu können.
Dies erfordert eine inhaltliche Orientierung des Unterrichts an den Vorstellungen, die den jeweiligen
gesetzlichen Regelungen zugrunde liegen.
Für die Unterrichtsgestaltung bedeutet diese Zielsetzung, daß jenen Methoden eine besondere Bedeutung
zukommt, die den Schülern Möglichkeiten eröffnen, sich aktiv mit Problemstellungen und Situationen
auseinanderzusetzen, denen sie sich als zukünftige Lehrlinge bzw. Arbeitnehmer gegenüber sehen
werden; (neun von zehn Schülern werden unselbständig Erwerbstätige).
ASPEKT: Allgemeine Berufskunde
THEMENBEREICH 2: Die Sozialgesetzgebung und ihre Bedeutung
Die moderne Sozialgesetzgebung ist das Resultat einer Auseinandersetzung, welche die gesellschaftliche
Entwicklung begleitet.
Neben der Vermittlung eines Grundwissens, zu dem die Kenntnis der wichtigsten Bereiche, Einrichtungen
und Funktionen des sozialen Sicherungssystems gehört, erfordern die Bildungsziele einen Unterricht,
der schwerpunktmäßig dazu beiträgt, daß die Lernenden den Entwicklungsprozeß des sozialen
Sicherungssystems nachvollziehen können, sich mit aktuellen sozialpolitischen Problemstellungen beschäftigen
und eigene Standpunkte in bezug auf öffentlich-kontroversiell diskutierte Fragen entwickeln können.
Dabei ist darauf zu achten, daß die in diesem Zusammenhang erforderliche Institutionenkunde auf
ein Mindestmaß beschränkt wird.
ASPEKT: Allgemeine Berufskunde
THEMENBEREICH 3: Berufsbegleitende Institutionen und Weiterbildungsmöglichkeiten
Die fortwährende und zum Teil rasche Umgestaltung der Arbeitswelt erhöht die Bedeutung einer
sachgerechten Information sowohl für die sich im Berufsfindungsprozeß befindlichen Jugendlichen als
auch für die Berufstätigen. Die Lernenden sollen dazu befähigt werden, entsprechende Quellen zu nutzen
und sich die gewünschte Information beschaffen zu können.
ASPEKT: Menschengerechte Arbeitswelt
THEMENBEREICH 1: Arbeitsbedingungen
Die menschliche Arbeitstätigkeit bringt immer ein zweifaches Resultat hervor: Zum einen das Produkt,
das durch die Aufgabenstellung gefordert wird, und zum zweiten die Veränderungen, welche sich im
Arbeitsprozeß beim arbeitenden Menschen selbst vollziehen. Diese Veränderungen können sich auf die
Persönlichkeitsentwicklung entweder fördernd oder beeinträchtigend auswirken; welche Tendenz überwiegt,
hängt von den jeweiligen Arbeitsbedingungen ab.
ASPEKT: Menschengerechte Arbeitswelt
THEMENBEREICH 2: Mitbestimmung, Mitgestaltung und Mitverantwortung im
Betrieb
Mit den an der betrieblichen Leistungserstellung beteiligten Produktionsfaktoren sind jeweils Interessen
verknüpft, die sowohl übereinstimmende als auch unterschiedliche Orientierungen aufweisen. Mit
einer Reihe gesetzlicher Bestimmungen (Betriebsverfassung) hat der Gesetzgeber einen Rechtsrahmen
geschaffen, durch den die Modalität der Wahrung, Artikulation und Durchsetzung von Interessen geregelt
werden sollen.
Der Unterricht soll dazu beitragen, daß die Lernenden den Entstehungszusammenhang und die Entwicklung
dieser Gesetzgebung im wesentlichen nachvollziehen und deren Bedeutung für die Beschäftigten
beurteilen können. Darüber hinaus soll die Bereitschaft der Jugendlichen geweckt bzw. erhöht werden, an
der Gestaltung der Arbeitswelt mitzuwirken.
Für das zu realisierende Lehr-/Lernarrangement haben diese Zielperspektiven zur Konsequenz, daß
es nicht ausreicht, die Jugendlichen über die einschlägigen gesetzlichen Regelungen zu informieren und sie
mit Representanten der Interessensvertretungen zu konfrontieren; vielmehr sind Schule und Unterricht
selbst als exemplarische und experimentelle Felder der Mitwirkung, Mitbestimmung und Mitverantwortung
zu begreifen.
ASPEKT: Menschengerechte Arbeitswelt
THEMENBEREICH 3: Aspekte des Umweltschutzes im Betrieb
Eine umweltschädigende Produktion beeinträchtigt nicht nur die natürlichen Lebensbedingungen des
Menschen sondern gefährdet zumeist auch die Beschäftigten des betreffenden Betriebs an ihrem Arbeitsplatz.
Diese Einsicht und ebenso die Erkenntnis, daß eine umweltverträgliche Produktion auch ökonomisch
vernünftig ist, beginnen sich allmählich durchzusetzen.
Bildungsziele und Lehrstoff sind darauf ausgerichtet, daß die Lernenden solche Zusammenhänge
erkennen und Kenntnisse bezüglich häufig auftretender Gefährdungen und deren Auswirkungen erwerben.
Darüber hinaus soll durch den Unterricht die Bereitschaft der Schüler verstärkt werden, sich an der
Lösung bestehender Probleme in diesem Bereich zu beteiligen.
Jene Betriebe sollten besonders berücksichtigt werden, in denen Schutzmaßnahmen gegenüber
Beschäftigten und Umwelt bereits in vorbildlicher Weise realisiert werden.
Didaktische Grundsätze
Eine methodisch-didaktisch optimale Unterrichtsgestaltung geht von den Hauptintentionen der
Berufskunde und Praktischen Berufsorientierung aus. Aufbauend auf die bisherigen unmittelbaren Erfahrungen
der Jugendlichen mit Arbeit soll daher dieser Erfahrungs- und Erlebnisraum vergrößert werden,
um Haltungen und Einstellungen zu entwickeln sowie eine Grundorientierung in der Arbeitswelt zu
gewinnen.
Um diese Orientierung in der Arbeits- und Berufswelt besser zu vermitteln, sollen verstärkt auch
außerschulische Lernorte (im Wege von Schulveranstaltungen) ergänzend einbezogen werden. Diese Realbegegnungen
bedürfen einer entsprechend intensiven inhaltlichen Vorbereitung, wodurch die Wahrnehmung
der Schüler sensibilisiert werden soll. Diese Sensibilisierung auf bestimmte Bereiche und Aspekte der
Berufskunde erleichtert die entsprechende Nachbereitung und Aufarbeitung des Erlebten und kann nur so
als sinnvolle Ergänzung des Unterrichtes betrachtet werden.
Durch diesen Praxisbezug gewinnt der Unterricht zusätzliche und lebensnahe Impulse. Diese motivieren
die Schüler, sich mit sich selbst und der Umwelt näher auseinanderzusetzen. Berufskunde und Praktische
Berufsorientierung leistet somit einen Beitrag zur Persönlichkeitsfindung und -entwicklung.
Ein erfahrungs- und schülerorientierter Unterricht, der auch generationsübergreifendes Lernen stark
berücksichtigt, vermag die Jugendlichen letztlich zu befähigen, berufliche Überlegungen als lebenslangen
Prozeß zu begreifen, der durch ständiges Neuorientieren und -qualifizieren gekennzeichnet ist.
Eine Orientierung in der vielfältigen und komplexen Arbeits- und Berufswelt wird nachvollziehbar,
wenn diese Komplexität auch in der Schule erlebbar wird. Ausgehend vom Erfahrungs- und Erlebnisraum
der Jugendlichen sollen daher vor allem auch kooperative und selbständige Arbeits- und Sozialformen
angewandt werden, erfahrungs- und handlungsorientierte Vorhaben bzw. themen- oder fächerübergreifende
Projekte bieten sich an.
Der praktischen Umsetzungsmöglichkeit des Gelernten soll besonderer Wert beigemessen werden. In
diesem Zusammenhang sei auf die Optimierung und Einübung von Beratungssituationen sowie zielführende
Informationsbeschaffung hingewiesen.
Rollen-, Plan- und Simulationsspiele, Collagen, Biographien, Lehrausgänge zu Interessenvertretungen,
Statistiken und ähnliche Unterlagen, Filme, Literaturbeispiele aus der Arbeitswelt, Museen-, Messe-
und Ausstellungsbesuche, Diskussionen, Interviews, Zeitungsberichte, einschlägiges Textmaterial und
Medienanalysen usw. sollen die Lebens- und Berufsnähe des Unterrichtsgegenstandes unterstreichen.
Dabei sollen auch neue Techniken (Computer, Video,. . .) eingesetzt werden.
Leibesübungen
Siehe den Lehrplan BGBl. Nr. 37/1989.
ALTERNATIVE PFLICHTGEGENSTÄNDE (SEMINARE)
Sozial- und lebenskundliches Seminar
(Vertiefter Unterricht in Sozialkunde und Wirtschaftskunde, Lebenskunde sowie angewandte Informatik)
Bildungs- und Lehraufgaben
Einblick in die komplexen Zusammenhänge zwischenmenschlicher Beziehungen gewinnen. Erkennen
von sozialen Gesetzmäßigkeiten und deren Bedeutung für verschiedene Formen des gesellschaftlichen
Zusammenlebens. Kennenlernen der aus dem Zusammenleben und Zusammenwirken der Menschen entstandenen
Gruppen (Primärgruppen); bewußt gebildeten Gruppen innerhalb der Gesellschaft; Motive
ihres Entstehens.
Ursachen und Folgen von Konfliktsituationen aus dem Erfahrungsbereich der Schüler; Suchen von
Möglichkeiten ihrer Bewältigung.
Erkennen von sozialen Rollen und sozialem Status innerhalb der Gruppe. Erkennen von persönlichen
Freiräumen und Verhaltensspielräumen; spielerisches Üben von Interaktionsformen in der Seminargruppe.
Gewinnen von Werthaltungen und Grundsätzen für das persönliche Leben. Vorbereitung auf neue
Formen des Zusammenlebens in der künftigen Arbeitswelt.
Wissen um Funktionen, Möglichkeiten, Nutzen, Auswirkungen und Grenzen der modernen Informationstechnologien.
Kennenlernen EDV-unterstützter betrieblicher Organisationsformen (Aufbauorganisation, Ablauforganisation, . . .).
Bewußt machen, daß ständige Weiterbildung, Flexibilität und Mobilität notwendig werden und damit
höhere Qualifikationen erreicht werden können.
Hinführen zu einem verantwortungsbewußten Umgang mit betrieblichen und personenbezogenen
Daten sowie mit technischen Geräten und Anlagen.
Sensibilisierung für die ethischen Grenzen der Anwendungsmöglichkeiten neuer Technologien sowie
für gesellschaftliche Folgen.
Beachtung und Bearbeitung der emotionalen und sozialen Aspekte des Verhältnisses Menschen und
Technik.
Förderung kritischer Einschätzung von Software.
Lehrstoff
Das Entstehen von Gruppen und Gruppenprozessen: Entstehung von Gruppen durch Gemeinsamkeiten;
spontane Gruppenbildung; Grundlagen zwischenmenschlicher Beziehungen; der einzelne und die
Gruppe; Erkennen von Gesetzmäßigkeiten in Gruppen; neue Gruppen an der Schule; soziale Kommunikations-
und Interaktionsübungen; technische und technokratische Beeinflussung sozialer Prozesse.
Gemeinschaften und Gruppen der sozialen Umwelt
Die Familie als primäre Erziehungs-, Kultur- und Wirtschaftsgemeinschaft; der einzelne in seinem
Verhältnis zur Gemeinde; Kontakte mit der Gemeindeverwaltung; Vereine und Organisationen; Parteien
und Interessenverbände in Österreich; die Bedeutung der Religionsgemeinschaften in der Gesellschaft.
Probleme des menschlichen Zusammenlebens
Die persönlichen Freiräume, Meinungsbildung und Manipulation; Freizeitindustrie; Wohnprobleme
in Stadt und Land, alternative Wohn- und Lebensformen; Probleme der Erhaltung einer menschengerechten
Umwelt; Recht und Gesetz im Alltag; Mensch und Technik.
Die Gesellschaft von heute
Aufbau, Veränderungen und Entwicklungstendenzen der Gesellschaft; Frau und Mann in verschiedenden
Bereichen des gesellschaftlichen Zusammenlebens; die Rolle der Jugendlichen.
Der Mensch in der Arbeitswelt
Aufgaben und Zusammenwirken von Arbeitnehmer und Arbeitgeber am Arbeitsplatz; die Arbeit als
Mittel des Lebensunterhalts und als Mittel der Selbstverwirklichung; Arbeitsbedingungen und Arbeitsklima;
die Sozialpartnerschaft und ihre Auswirkungen.
Probleme in der Welt von heute
Politische Krisenherde; Terrorismus; Ursachen und Folgen von kriegerischen Auseinandersetzungen;
Erhaltung und Sicherung des Weltfriedens; Grenzen des Wachstums und des Wohlstands.
Neue Technologien im sozial- und lebenskundlichen Bereich
Der Einfluß von Wirtschaft und Forschung auf moderne Arbeits- und Produktionstechniken (Rationalisierung,
Automation) und deren Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt unter Betonung sozialer und persönlicher
Aspekte.
Darstellung betrieblicher Organisationsformen und beruflicher Anforderungen beim Einsatz der
Mikroelektronik. Aufbau einer betrieblichen EDV-Organisation (Software — Hardware).
Kennenlernen von Anwenderprogrammen, vor allem Adressenverwaltung und Personaldaten sowie
allenfalls Buchhaltung, Lagerhaltung, auch in bezug auf das Schulleben.
Praktische Erprobung von Geschäftsfällen unter Einsatz besonders von Textverarbeitung, Dateiverwaltung
und Grafik; allenfalls Betriebs- und Wirtschaftssimulationen sowie Planspiele.
Formen der Computervernetzung (innerbetrieblich — Datenfernübertragung).
Exemplarische Betrachtung von Arbeitssituationen im wirtschaftlichen und sozialen Bereich und Veränderungen
durch den Computereinsatz (Rationalisierung, Personifizierung und Mystifizierung des Computers,
Informationszugang, Kontrollmechanismen, Personalinformationssysteme, Vereinsamung). Menschengerechter
Einsatz neuer Technologien — Ergonomie des Arbeitsplatzes, Humanisierung.
Didaktische Grundsätze
Aus den im Lehrstoff angegebenen Stoff- und Problemkreisen ist eine den jeweiligen Gegebenheiten
und Möglichkeiten entsprechende Auswahl zu treffen, wobei die angegebene Reihenfolge nicht verbindlich
ist. Sollte die Aktualität dies erfordern, so können im Sinne eines zeit- und lebensnahen Unterrichts
auch andere als die angegebenen Stoffgebiete behandelt werden.
Im Seminar sind die Schüler durch vertieften und erweiterten Unterricht in den entsprechenden Bereichen
ihren speziellen Interessen gemäß zu fördern. Darüber hinaus dienen die Seminare einer berufsvorfeldbezogenen
Auseinandersetzung mit den Inhalten der korrespondierenden Pflichtgegenstände.
Zu den zusätzlichen alternativen Pflichtgegenständen sind nach Möglichkeit Querverbindungen herzustellen
(fächerübergreifender Aspekt).
Eine wesentliche Grundlage für eine erfolgreiche Seminararbeit ist der verstärkte Einsatz von zeitgemäßen
Arbeitsmitteln als Informationsquelle, als Mittel zur Veranschaulichung und als Grundlage für das
Erlernen und Einüben von Arbeitstechniken.
Etwa ein Drittel der Gesamtunterrichtszeit im Seminar soll den neuen Kommunikations- und Informationstechniken
vorbehalten sein. Im Sinne einer zeitgemäßen und zukunftsorientierten Bildung sind
ausgewählte Lehrbereiche durch praktisches Tun mit neuen Techniken anzueignen.
Dabei ist der lernzielorientierte Einsatz von Computern als Arbeitsmittel in der Hand der Schüler in
den Vordergrund zu stellen;
Software soll bedienerfreundlich sein;
exemplarischer Vertiefung durch ganzheitliche, realitätsnahe Aufgabenstellungen kommt zur Förderung
von Orientierungsfähigkeit, Problemlösevermögen und Reflexionsfähigkeit zur Entwicklung angemessener
Arbeitstechniken und Einstellungen große Bedeutung zu.
Als spezifische Unterrichtsmethoden bieten sich an
Aktionsformen (Diskussion, Interview, Befragung, Aussprachen, Vorträge mit Anfragen, gemeinsame
Planung von Unterrichtsveranstaltungen und Exkursionen);
Arbeitsfomen (Fallstudie, Brain-Storming, Rollenspiel, Planspiel);
Sozialformen (Einzel-, Partner- und Gruppenarbeit, Arbeit im Plenum).
Projekte bzw. andere fächer- und themenübergreifende Vorhaben.
Im besonderen sollten folgende methodisch-didaktische Zielstellungen berücksichtigt werden
Spontaneität und Selbsttätigkeit
Individualisierung und Differenzierung nach Schülerinteressen
Betonung des selbständigen Bildungserwerbes
Aktivierung der Schüler (bei Arbeit mit dem Computer zwei Schüler pro Gerät)
Schulung der selbständigen Urteilsbildung
Förderung der sozialen Kooperation
Erwerb sozialer Einstellungen und Verhaltensweisen
Zurücktreten des Lehrers zugunsten schülerzentrierter Arbeits- und Unterrichtsformen
Anbahnen von Formen der Selbstorganisation des Unterrichts.
Wirtschaftskundliches Seminar
(Vertiefter Unterricht in Wirtschaftskunde sowie angewandte Informatik)
Bildungs- und Lehraufgaben
Vertiefung und Erweiterung des Wissens über die umfassende Bedeutung der Wirtschaft in der heutigen
Industriegesellschaft.
Anbahnung eines grundlegenden Verständnisses für Wechselwirkungen von Politik, Wirtschaft und
Gesellschaft.
Wecken eines Verständnisses für die wirtschaftlichen Probleme Österreichs und der Welt.
Erkennen von Verflechtungen nationaler und multinationaler Unternehmenszusammenschlüsse und
ihrer wirtschaftlichen und politischen Macht.
Durchschaubarmachen der Funktion von Betrieb und Unternehmungen im Rahmen der Volkswirtschaft
mit besonderer Berücksichtigung betriebswirtschaftlicher Aspekte.
Wissen um Funktionen, Möglichkeiten, Nutzen, Auswirkungen und Grenzen der modernen Informationstechnologien.
Kennenlernen EDV-unterstützter betrieblicher Organisationsformen (Aufbauorganisation, Ablauforganisation).
Bewußtmachen, daß ständige Weiterbildung, Flexibilität und Mobilität notwendig werden und damit
höhere Qualifikationen erreicht werden können.
Hinführen zu einem verantwortungsbewußten Umgang mit betrieblichen und personenbezogenen
Daten sowie technischen Geräten und Anlagen.
Sensibilisierung für die ethischen Grenzen und gesellschaftlichen Folgen der Anwendungsmöglichkeiten
neuer Technologien.
Beachtung und Bearbeitung der emotionalen und sozialen Aspekte des Verhältnisses Menschen und
Technik.
Förderung kritischer Einschätzung von Software.
Lehrstoff
Strukturen der Wirtschaft
Das österreichische Wirtschaftssystem mit seinen Besonderheiten
Sozialpartnerschaft; der Einfluß von Staat (Bund, Länder, Gemeinden), Genossenschaften, Banken,
Privaten ua. auf das Wirtschaftsleben.
Soziale Marktwirtschaft als Wirtschaftsmodell; allenfalls Vergleich mit zentralgelenkter Planwirtschaft
und freier Marktwirtschaft.
Dynamik der wirtschaftlichen Strukturen als Auswirkungen wirtschaftlicher und politischer Handlungen.
Wirtschaftszweige
Exemplarische Behandlung von im regionalen Bereich dominierenden Wirtschaftszweigen und ihrer
Beziehung zu anderen Wirtschaftszweigen unter besonderer Berücksichtigung ihrer Stellung und des
Bedeutungswandels innerhalb der Gesamtwirtschaft.
Betriebe und Unternehmungen
Gründung, Finanzierung und Organisation eines Unternehmens (Motive, Wahl des Standorts, rechtliche
Voraussetzungen; Eigen- und Fremdfinanzierung, Kreditbeschaffung; räumliche, zeitliche und personelle
Organisation, getrennt nach technischem und kaufmännischem Aufgabenbereich eines Unternehmens);
Eigentumsformen und Eigentumsverhältnisse (Grundbuch, Handelsregister); nationale und internationale
Unternehmenszusammenschlüsse und ihre wirtschaftliche und politische Bedeutung; Geschäftsverkehr
zwischen Unternehmen (Kaufvertrag: Bestellung, Lieferung, Zahlung; Rechte und Pflichten der
Vertragspartner); Inhalte des Konsumentenschutzgesetzes und andere Maßnahmen zum Konsumentenschutz;
vom Risiko wirtschaftlicher Entscheidungen und ihre Folgen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer.
Neue Technologien in der Wirtschaft
Der Einfluß von Wirtschaft und Forschung auf moderne Arbeits- und Produktionstechniken (Rationalisierung,
Automation) und deren Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt (Basisqualifikationen, räumliche
und berufliche Mobilität, lebenslanges Lernen).
Darstellung betrieblicher Organisationsformen und beruflicher Anforderungen beim Einsatz der
Mikroelektronik; Aufbau einer betrieblichen EDV-Organisation (Software-Hardware). Allenfalls
Betriebs- und Wirtschaftssimulationen sowie Planspiele, . . .
Schwerpunktmäßiger Einsatz von Tabellenkalkulation, Textverarbeitung oder Dateiverwaltung zur
Lösung konkreter Aufgaben aus dem wirtschaftlichen, schulischen und privaten Leben. Zusätzlich bieten
sich graphische Darstellungsweisen an.
Allenfalls Kennenlernen von Anwenderprogrammen: Lagerhaltung, Adressenverwaltung, Personaldaten,
Buchhaltung.
Formen der Computervernetzung (innerbetrieblich — Datenfernübertragung).
Exemplarische Betrachtung von Arbeitssituationen im wirtschaftlichen Bereich und Veränderungen
durch den Computereinsatz (Rationalisierung, Personifizierung und Mystifizierung des Computers, Informationszugang,
Kontrollmechanismen, Personalinformationssysteme, Vereinsamung). Menschengerechter
Einsatz neuer Technologien — Ergonomie des Arbeitsplatzes, Humanisierung.
Probleme und Ziele der Wirtschaftspolitik
Geldwertstabilität, Vollbeschäftigung, Wirtschaftswachstum, Ausgleich der Zahlungsbilanz, freie
Lohn- und Preisbildung. Der Arbeitnehmer als Einkommensbezieher, Konsument und Sparer; Zusammenhang
von Sparen und Investieren mit der Schaffung von Arbeitsplätzen; Schattenwirtschaft; Konjunktur
und Lebensstandard. Unterschiedliche Interessenslagen und Auffassungen, Wege zu Lösungen; Interessensvertretungen.
Weltweite wirtschaftliche Probleme
Rohstoff- und Energiehaushalt der Erde; unterschiedliche Verteilung der Rohstoffe; unterschiedliche
Austauschverhältnisse (zB Rohstoffe — Industrieprodukte,. . .); Verhältnis der Wirtschaftszweige in Ländern
mit verschiedenen Wirtschaftsstrukturen (Anteil der Wirtschaftszweige am Bruttoinlandsprodukt);
wirtschaftliche Kooperation von Staaten unterschiedlichen Entwicklungsstandes und unterschiedlicher
Wirtschaftsordnung; Ursachen von Unterentwicklung und wirtschaftlichen Abhängigkeiten.
Didaktische Grundsätze
Wie Sozial- und lebenskundliches Seminar.
Naturkundlich-technisches Seminar
(Vertiefter Unterricht in Naturkundlichen Grundlagen der modernen Wirtschaft sowie angewandte
Informatik)
Bildungs- und Lehraufgaben
Schulung des technischen Denkens, des Anschauungsvermögens, der Genauigkeit und Aufmerksamkeit.
Einblicke in den Zusammenhang zwischen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen und technischen
Strukturen in unserem Wirtschaftsleben.
Förderung der Kritikfähigkeit und des Verantwortungsbewußtseins bei der Einschätzung und Umsetzung
von naturwissenschaftlich-technischen Erkenntnissen.
Wecken der Kreativkräfte und des Forschungsdranges. Erkennen und Überprüfen von gesetzmäßigen
Zusammenhängen im Experiment und Anwendungsmöglichkeiten in Beruf und Alltag.
Festhalten eines Versuchs- oder Arbeitsablaufes in einem Arbeitsprotokoll mit systematischen, kurzen
und einfachen Aufzeichnungen.
Weckung eines Verständnisses für komplexe Zusammenhänge und Abhängigkeiten innerhalb eines
Biotops.
Wissen um Funktionen, Möglichkeiten, Nutzen, Auswirkungen und Grenzen der modernen Informationstechnologien.
Kennenlernen EDV-unterstützter betrieblicher Organisationsformen (Aufbauorganisation, Ablauforganisation).
Bewußtmachen, daß ständige Weiterbildung, Flexibilität und Mobilität notwendig werden und damit
höhere Qualifikationen erreicht werden können.
Hinführen zu einem verantwortungsbewußten Umgang mit betrieblichen und personenbezogenen
Daten sowie mit technischen Geräten und Anlagen.
Kennenlernen und Nutzenlernen von zumindest einer bedienerfreundlichen Software im technischen
Anwendungsbereich (zB zum Entwerfen von Schaltplänen).
Sensibilisierung für die ethischen Grenzen der Anwendungsmöglichkeiten neuer Technologien sowie
für gesellschaftliche Folgen. Beachtung und Bearbeitung der sozialen und emotionalen Aspekte des Verhältnisses
Menschen und Technik.
Förderung kritischer Einschätzung von Software.
Lehrstoff
Beziehungen und Abhängigkeiten im Bereich der belebten und unbelebten Natur (das biologische
Gleichgewicht; Ökosysteme und Biotope).
Die Umsetzung von naturwissenschaftlich-technischen Erkenntnissen zu wirtschaftlichen Zwecken
und ihre Folgen für den Naturhaushalt und den Menschen (Boden, Luft, Wasser, Lärm).
Aktivitäten und Maßnahmen zum Umweltschutz (zB gesetzliche Bestimmungen und Normierungen,
andere Verhaltensweisen).
Die Verfügbarkeit und Wiederverwertbarkeit von organischen und anorganischen Rohstoffen
Materialien in der Bauwirtschaft (Calcium- und Siliziumverbindungen).
Anwendung von Grundkenntnissen der Chemie (zB Indikatoren, Gemenge) in ausgewählten Lebens- und
Berufsbereichen (Kunststoffchemie; die Chemie in der Landwirtschaft; Brandverhütung, Brandbekämpfung).
Versuche zur Nahrungsmittelchemie (Kohlehydrate, Fette, Eiweiß). Wichtige physikalische Vorgänge,
wie
— Kraft — Arbeit/Energie — Leistung
— Erkennen von Zusammenhängen in der Elektrizität
— Anwendung in praktischen Beispielen aus der Erfahrungwelt der Schüler
— Verkehrsmittel, Verkehrssicherheit usw.
— Praktische Übungen mit Bausteinen der Elektronik und elektronischen Geräten.
Ausgewählte Beispiele aus der Meß-, Steuerungs- und Regeltechnik.
Der Einfluß von Technik und Forschung auf moderne Arbeits- und Produktionstechniken (Rationalisierung,
Automation) und deren Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt.
Vertiefung der Kenntnisse der Mikroelektronik
— Grundlegende Wiederholung des technischen Aufbaues und der Funktionsweise eines Computers
(Prozessor, Speicher, Peripherie, Chips, Binäres System, Disketten,. . .)
— Schwerpunktmäßiger Einsatz eines CAD Programms oder Textverarbeitung oder Tabellenkalkulation
oder Dateiverwaltung
— Kennenlernen von Simulationsprogrammen, Regel- und Steuerungsprogrammen,. . .
Exemplarische Betrachtung von Arbeitssituationen im wirtschaftlichen technischen Bereich und die
Veränderungen durch den Computereinsatz (Rationalisierung, Personifizierung und Mystifizierung des
Computers, Informationszugang, Kontrollmechanismen, Personalinformationssysteme, Vereinsamung).
Menschengerechter Einsatz neuer Technologien — Ergonomie des Arbeitsplatzes, Humanisierung.
Didaktische Grundsätze
Wie Sozial- und lebenskundliches Seminar.
Landwirtschaftskundliches Seminar
(Vertiefter Unterricht in Naturkundlichen Grundlagen der modernen Wirtschaft, Sozialkunde und
Wirtschaftskunde, Lebenskunde sowie angewandte Informatik)
Bildungs- und Lehraufgaben
Erweitern und Vertiefen des Verständnisses für die Aufgaben der Land- und Forstwirtschaft innerhalb
der gesamten Volkswirtschaft. Wecken eines Problembewußtseins für die vielseitigen Anforderungen
der in der Land- und Forstwirtschaft Tätigen im kaufmännischen, technischen, arbeitswirtschaftlichen,
ökologischen, technologischen und datenverarbeitenden Bereich.
Kennenlernen der zeitgemäßen land- und forstwirtschaftlichen Produktionsformen und ihrer Erzeugnisse.
Hinführen zum Verständnis für die enge Beziehung des Land- und Forstwirtes zu seiner Arbeit.
Die Bedeutung der Land- und Forstwirtschaft für Staat und Gesellschaft und die soziale Stellung der
bäuerlichen Bevölkerung. Die Aufgaben des Bauern als Erhalter des Lebensraumens, als Landschaftspfleger
und als Träger bäuerlicher Kultur.
Wissen um Funktionen, Möglichkeiten, Nutzen, Auswirkungen und Grenzen der modernen Informationstechnologien.
Kennenlernen EDV-unterstützter betrieblicher Organisationsformen (Aufbauorganisation, Ablauforganisation).
Bewußt machen, daß ständige Weiterbildung, Flexibilität und Mobilität notwendig werden und damit
höhere Qualifikationen erreicht werden können.
Hinführen zu einem verantwortungsbewußten Umgang mit betrieblichen und personenbezogenen
Daten sowie mit technischen Geräten und Anlagen.
Sensibilisierung für die ethischen Grenzen der Anwendungsmöglichkeiten neuer Technologien sowie
für gesellschaftliche Folgen. Beachtung und Bearbeitung der emotionalen und sozialen Aspekte des Verhältnisses
Menschen und Technik.
Förderung kritischer Einschätzung von Software.
Lehrstoff
Landwirtschaft und Staat
Aufgaben und Bedeutung der Landwirtschaft, Marktordnungsgesetze, Förderung der Landwirtschaft,
Grüner Plan (Betriebskennziffer, Einheitswert, Bergbauernzonierung), Verwendung der Förderungsmittel,
landwirtschaftliche Genossenschaften, Kammern für Land- und Forstwirtschaft, Stellung der Bauernfamilie
in Gesellschaft und Staat, die Frau in der Landwirtschaft, Erhaltung der Natur- und Kulturlandschaft,
Nebenerwerbs-, Zuerwerbs- und Vollerwerbsbauern, industrielle Tierhaltung, Strukturwandel, Importe,
Exporte.
Tierproduktion
Tierhaltung an ausgewählten Beispielen (zB Rinder-, Schweine-, Geflügel-, Schaf- und Pferdehaltung),
Aufgaben und Formen, Rassen, Zuchtverfahren, Leistungsprüfungen, Zuchtverbände, Tierschutz
und Erhaltung der Rassenvielfalt, Haltung und Pflege, Stall, Grundzüge der Fütterung, Vermarktung.
Pflanzenproduktion
Boden und Pflanze (Bodenarten, Bodenbearbeitung, Nährstoffe), Düngung (Wirtschaftsdünger,
Mineraldünger), biologischer Landbau, Futterbau (Formen, Pflanzen, Düngung, Nutzung, Futterkonservierung).
Getreidebau und Hackfruchtbau (Bedeutung, Sorten, Pflege, Düngung, Unkraut- und Schädlingsbekämpfung,
Ernte, Lagerung, Vermarktung).
Gartenbau, Feldgemüsebau, alternativer Feldbau, Zierpflanzenbau, Hydrokultur; Vermarktung.
Forstwirtschaft
Besitzverhältnisse, Holzarten, Bestandsbegründung, Pflege, Ernte, Abmaß und Verkauf, Forstschutz,
Forstrecht.
Obstbau
Anbaugebiete, Obstarten, Pflanzen, Schneiden, Veredeln, Ernte, Verwertung, Düngung, Schädlingsbekämpfung;
Vermarktung.
Weinbau
Anbaugebiete, Rebsorten, Unterlagen, Veredelungsarten, Rebschnitt, Pflege, Krankheiten und Schädlinge,
Weinlese und Verarbeitung, Lagerung und Vermarktung.
Technik in der Landwirtschaft
Wichtige Landmaschinen und Geräte für die entsprechenden Produktionszweige in den Produktionsgebieten;
Instandhaltung und Pflege; Unfallverhütung; organisierter Maschineneinsatz (zB Maschinenring).
Neue Technologien in der Landwirtschaft
Der Einfluß von Wirtschaft und Forschung auf moderne Arbeits- und Produktionstechniken (Rationalisierung,
Automation) und deren Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt.
Darstellung betrieblicher Organisationsformen und beruflicher Anforderungen bei Einsatz der
Mikroelektronik. Aufbau einer betrieblichen EDV-Organisation (Software — Hardware).
Formen der Computervernetzung (innerbetrieblich — Datenfernübertragung).
Schwerpunktmäßiger Einsatz von Tabellenkalkulation oder Textverarbeitung bzw. Dateiverwaltung
zur Lösung konkreter Aufgaben aus dem landwirtschaftlichen, schulischen und privaten Leben.
Exemplarische Betrachtung von Arbeitssituationen im landwirtschaftlichen Bereich und die Veränderungen
durch den Computereinsatz: zB Rationalisierung, Personifizierung und Mystifizierung des Computers,
Informationszugang, Kontrollmechanismen, Personalinformationssysteme, Vereinsamung, Fütterungspläne,
Einsatz von Überwachungs- und Steuersystemen, Biotechnik (Samenbanken, Embryoverpflanzung,
Genmanipulation,. . .), Energiekette (Sonne, Pflanze, Tier, Mensch), menschengerechter Einsatz
neuer Technologien — Ergonomie des Arbeitsplatzes, Humanisierung.
Didaktische Grundsätze
Wie Sozial- und lebenskundliches Seminar."
f) lauten die Überschriften der zusätzlichen alternativen Pflichtgegenstände „Lebende Fremdsprache
(Englisch — lebens- und berufspraktischer Grundkurs)" und „Lebende Fremdsprache (Englisch für Fortgeschrittene)"
wie folgt
„Zweite Lebende Fremdsprache — lebens- und berufspraktischer Grundkurs
(Englisch, Französisch, Kroatisch, Slowenisch, Ungarisch, Italienisch, Russisch)"
bzw.
„Zweite Lebende Fremdsprache — für Fortgeschrittene
(Englisch, Französisch, Kroatisch, Slowenisch, Ungarisch, Italienisch, Russisch)"
g) wird dem Unterabschnitt Zusätzliche alternative Pflichtgegenstände angefügt
„Informatik
Bildungs- und Lehraufgaben
Vermittlung grundlegender Kenntnisse und Erfahrungen über bzw. mit der Informationstechnologie
im Zusammenhang mit den allgemeinen Bildungszielen des Polytechnischen Lehrganges.
Ausgehend vom lebenskundlichen Aspekt und von der berufsvorbereitenden Funktion des Polytechnischen
Lehrganges soll der Schüler den gegenwärtigen Stand der Informatik, ihrer Denk- und Arbeitsweisen,
die vielfältigen Möglichkeiten der praktischen Anwendung und die Perspektiven ihrer Weiterentwicklung
kennenlernen.
In diesem Zusammenhang soll bzw. sollen
— die Fähigkeit des Problemlösens geweckt und gefördert werden,
— die Bereitschaft für kooperative Arbeitsformen gefestigt werden,
— die Chancen, Möglichkeiten und Grenzen der Anwendungsmöglichkeiten der neuen Technologien
aufgezeigt werden,
— die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen des Mikroelektronik-Einsatzes diskutiert werden,
— auf mögliche Gefahren des Mißbrauches und der unkontrollierten Abhängigkeit hingewiesen werden,
— ein konstruktiv-kritisches Verhältnis für sämtliche Anwendungsformen der Mikroelektronik entwickelt
werden.
Lehrstoff
Grundlagen für Informatik
Begriffe und Elemente der Informatik
Geschichtliche Entwicklung
Verfahren zur Problemlösung
Problemstellung
Problemaufbereitung
Problemlösung
Organisation und Planung (Grundlagen)
Hardware
Geräte und Verfahren zur Datenerfassung
Datenspeicherung
Datenübertragung
Datenausgabe
Elemente des Computers: Prozessor, Speicher, Peripherie
Software
Arbeiten mit Anwendersoftware
Kennenlernen eines Betriebssystems
Grundzüge einer höheren Programmiersprache
Strukturieren und Kodieren von Problemstellungen
Aufzeigen und kritisches Bewerten von Anwendungsmöglichkeiten und Auswirkungen des Computer-
Einsatzes unter Einbezug der gegenwärtigen und zukünftigen Lebenssituation der Schüler
Anwendungsbereiche
Meß-, Steuerungs- und Regeltechnik
— Industrie (zB Robotertechnik, computerunterstützte Fertigung, computerunterstütztes Konstruieren)
— Medizin (zB Karteiverwaltung, Analysegeräte)
— Verkehr (zB KFZ-Elektronik, Verkehrsleitsysteme)
Datenverabeitung
Nachrichtentechnik
Büro und Verwaltung (zB Textverarbeitung, Bürokommunikation und -organisation)
Haushaltsgeräte
Unterhaltungs- und Freizeitelektronik
Weltraumforschung, eventuell auch Fragen der militärischen Anwendung
Auswirkungen des Computer - Einsatzes
— Veränderungen im Produktionsprozeß und in der Berufsstruktur (neue Formen der Arbeitsteilung
und Kooperation, Rationalisierungsmaßnahmen/positive und negative Auswirkungen)
— Veränderungen am Arbeitsplatz (neue Qualifikationen, entlastende und belastende Faktoren)
— Elektronische Kommunikationseinrichtungen (im öffenlichen/beruflichen und privaten Bereich)
— Datenschutzpraxis
Didaktische Grundsätze
Alle im Lehrplan angeführten Themenkreise sind integrative Bestandteile des Informatikunterrichtes;
sie sollen nicht in sukzessiver Abfolge, sondern in vernetzter Form unterrichtet werden.
Die Auseinandersetzung mit dem Lehrstoff soll anhand von konkreten Beispielen aus allen Lernbereichen
unter besonderer Berücksichtigung der künftigen Berufs- und Arbeitswelt der Schüler erfolgen und
durch Aufzeigen der Einsatzmöglichkeiten des Computers vertieft werden. Praktische Übungen an EDV-
Geräten dienen insbesondere auch dem Abbau der Schwellenangst und dem Kennenlernen wichtiger
Funktionen der technischen Geräte. Der Schüler soll bei dieser Arbeit angeregt werden, sich auch mit den
wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Hintergründen und Folgen des Mikroelektronik-Einsatzes zu
beschäftigen.
Formen des sozialen Lernens, wie Gruppenarbeit, Teamarbeit, Unterrichtsprojekte und Formen des
projektorientierten Unterrichtes, sind anzuwenden, wobei das fächerübergreifende Prinzip besonders zu
berücksichtigen ist. Die exemplarische Anwendung in den einzelnen Unterrichtsgegenständen soll die Einsatzmöglichkeiten
des Computers in der Lebens- und Berufspraxis verdeutlichen. Die Lebensnähe des
Unterrichtes ist durch die Wahl der Aufgabenstellungen zu erreichen, wobei nach Möglichkeit von der
Erlebniswelt der Schüler und der berufsorientierten Aufgabe des Polytechnischen Lehrganges auszugehen
ist.
Das Verständnis für die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Konsequenzen, die sich aus dem Einsatz
der Mikroelektronik ergeben, soll nach Möglichkeit im Rahmen der berufspraktischen Vorbereitung
durch Exkursionen, durch Projekte und durch Gespräche mit einschlägig informierten außerschulischen
Personen (Hersteller, Anwender, von der Anwendung Betroffene uam.) gefördert werden.
Fremdenverkehrskunde
Bildungs- und Lehraufgaben
Weckung des Verständnisses für die Bedeutung des Fremdenverkehrs in wirtschaftlicher, sozialer und
kultureller Hinsicht für den einzelnen und die Gesellschaft.
Überblick über die Organisationsformen und Einrichtungen des inländischen und fallweise auch des
internationalen Fremdenverkehrs.
Kennenlernen der Objekte des Fremdenverkehrsgewerbes sowie der Möglichkeiten und Arten der
Fremdenverkehrswerbung.
Vermittlung von Einsichten in die Beweggründe von Einzelpersonen und Gruppen, die Fremdenverkehrseinrichtungen
in Anspruch zu nehmen.
Lehrstoff
Allgemeiner Überblick über örtliche, regionale und überregionale Fremdenverkehrseinrichtungen.
Gastgewerbliche Betriebsformen (Hotel, Restaurant, Kaffeehaus ua.).
Verkehr und Verkehrsmittel als Grundlagen der Fremdenverkehrswirtschaft (Eisenbahn, Flugverkehr,
Fluß- und Binnenschiffahrt, Sessel- und Schleppliftbetriebe, Kraftfahrlinienverkehr, Autobusgelegenheitsverkehr
Mietwagen, Ausflugswagen- und Hotelwagenverkehr).
Reisebüro, Informationsstellen ua.
Umgang mit Fahrplänen (Eisenbahn-, Kraftfahrlinien, Flug- und Schiffsverkehr ua.).
Fremdenverkehrsstatistik (Statistik der Fremdenverkehrsämter und -verbände; statistische Handbücher
ua.).
Werbemittel des Fremdenverkehrs und ihre technischen Grundlagen (Prospekt, Plakat, Zeitung, Zeitschrift,
Rundfunk, Fernsehen ua.).
Didaktische Grundsätze
Der Unterricht ist überwiegend exemplarisch, durchgehend und praxisnahe (Berücksichtigung örtlicher
Gelegenheiten) sowie aktualitätsbezogen zu gestalten und durchzuführen.
Auf Querverbindungen zu anderen Unterrichtsgegenständen, insbesondere zu Sozialkunde und Wirtschaftskunde,
Berufskunde und Praktische Berufsorientierung, Lebenskunde uä., ist besonders Bedacht zu
nehmen.
Formen der Werbung sind in enger Kooperation mit den Unterrichtsgegenständen Deutsch und
Lebenskunde (allenfalls Bildnerischer Erziehung) zu erarbeiten."
7. Im Sechsten Teil (Bildungs- und Lehraufgaben sowie Lehrstoff der Freigegenstände und unverbindlichen
Übungen)
a) lautet der Freigegenstand „Lebende Fremdsprache"
„Zweite Lebende Fremdsprache
(Englisch, Französisch, Kroatisch, Slowenisch, Ungarisch, Italienisch oder Russisch)
Die Bildungs- und Lehraufgaben, der Lehrstoff sowie die Didaktischen Grundsätze entsprechen sinngemäß
den Bestimmungen des zusätzlichen alternativen Pflichtgegenstandes."
b) lautet der Freigegenstand „Fremdenverkehrskunde"
„Fremdenverkehrskunde
Bildungs- und Lehraufgaben sowie Lehrstoff wie im zusätzlichen alternativen Pflichtgegenstand."
c) lautet der Freigegenstand „Informatik"
„Informatik
Bildungs- und Lehraufgaben sowie Lehrstoff wie im zusätzlichen alternativen Pflichtgegenstand
,Informatik'."
ARTIKEL II
Diese Verordnung tritt mit 1. September 1989 in Kraft.
ARTIKEL III
Bekanntmachung
Gemäß § 2 Abs. 2 des Religionsunterrichtsgesetzes, BGBl. Nr. 190/1949, zuletzt geändert durch das
Bundesgesetz BGBl. Nr. 329/1988, wird bekanntgemacht
Im Vierten Teil (Lehrpläne für den Religionsunterricht) der Anlage zur Verordnung des Bundesministers
für Unterricht, Kunst und Sport, BGBl Nr. 301/1988, über den Lehrplan des Polytechnischen Lehrganges
a) lautet lit. a
„a) Katholischer Religionsunterricht
Siehe die Bekanntmachung BGBl. Nr. 149/1987."
b) wird nach lit. d angefügt
„e) Islamischer Religionsunterricht
Siehe Bekanntmachung BGBl. Nr. 421/1983.
f) Neuapostolischer Religionsunterricht
Siehe Bekanntmachung BGBl. Nr. 269/1986.
g) Religionsunterricht der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage
Siehe Bekanntmachnung BGBl. Nr. 239/1988.
f) Syrisch-orthodoxer Religionsunterricht
Siehe Bekanntmachnung BGBl. Nr. 467/1988."