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Lehrpläne – Alevitischer Religionsunterricht an Volksschulen, Hauptschulen, NMS, AHS, BMS, BHS

8 Artikel / Bestimmungen · Österreich
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Inhaltsübersicht (8)

Gesetzestext (8 Artikel)

Bundesrecht Lehrpläne – Alevitischer Religionsunterricht an Volksschulen, Hauptschulen, NMS, AHS, BMS, BHS

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Kurztitel

Lehrpläne – Alevitischer Religionsunterricht an Volksschulen, Hauptschulen, NMS, AHS, BMS, BHS

Kundmachungsorgan

BGBl. II Nr. 14/2014 zuletzt geändert durch BGBl. II Nr. 89/2015

Inkrafttretensdatum

28.04.2015

Langtitel

Bekanntmachung der Bundesministerin für Bildung und Frauen betreffend die Lehrpläne für den Alevitischen Religionsunterricht an Volksschulen, Hauptschulen, Neuen Mittelschulen, allgemein bildenden höheren Schulen, berufsbildenden mittleren Schulen sowie berufsbildenden höheren Schulen

StF: BGBl. II Nr. 14/2014

Änderung

BGBl. II Nr. 89/2015

BGBl. II Nr. 447/2015

Präambel/Promulgationsklausel

Auf Grund des § 2 Abs. 2 des Religionsunterrichtsgesetzes, BGBl. Nr. 190/1949, zuletzt geändert durch das Bundesgesetz BGBl. I Nr. 36/2012, wird bekannt gemacht

Bundesrecht Lehrpläne – Alevitischer Religionsunterricht an Volksschulen, Hauptschulen, NMS, AHS, BMS, BHS

Im Religionsunterricht verwirklicht die Schule in besonderer Weise ihren Auftrag zur Mitwirkung an der religiösen Bildung (Art. 14 Abs. 5a des Bundes-Verfassungsgesetzes und § 2 des Schulorganisationsgesetzes) in Form eines eigenen Unterrichtsgegenstandes. Dieser versteht sich als Dienst an den Schülerinnen und Schülern und an der Schule.

Er nimmt das unterschiedliche Ausmaß religiöser Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler durch Differenzierung und Individualisierung ernst und will alle Schülerinnen und Schüler ansprechen, wie unterschiedlich ihre religiösen Einstellungen auch sein mögen.

Im Sinne ganzheitlicher Bildung hat der Religionsunterricht kognitive, affektive und handlungsorientierte Ziele, die entsprechend dem alevitischen Menschenbild davon ausgehen, dass der Mensch auf Transzendenz ausgerichtet ist. So erhalten die zu behandelnden Grundfragen nach Herkunft, Zukunft und Sinn eine religiöse Dimension.

Der Religionsunterricht ist konfessionell geprägt und gewinnt seinen Standpunkt aus der Orientierung an der koranischen Offenbarung und der alevitischen Tradition.

Die Islamische Weltkommune betreffende und interreligiöse Anliegen sollen nach Möglichkeit Berücksichtigung finden und so ein gelebtes Zeichen des Dialogs zwischen Konfessionen und Religionen sein.

Im Zentrum des Religionsunterrichts stehen die Schülerinnen und Schüler, ihr Leben und ihr Glaube.

Daher sind Inhalt des Religionsunterrichts sowohl das menschliche Leben als auch der Alevitische Glaube, wie er sich im Laufe der Geschichte entfaltet hat und in den Alevitischen Gemeinden gelebt wird. Lebens-, Glaubens- und Welterfahrungen der Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer werden dabei aus der Perspektive des Alevitischen Glaubens reflektiert und gedeutet. Dieser Glaube hat seinen Mittelpunkt bei Gott, dem Propheten Mohammed und dem Heiligen Ali.

Zugleich werden Schülerinnen und Schüler ermutigt, ihre persönlichen Glaubensentscheidungen zu treffen und dementsprechend ihr Leben und ihren Glauben zu gestalten. Damit leistet der Religionsunterricht einen wesentlichen Beitrag zur Sinnfindung, zu religiöser Sachkompetenz und zur Werteerziehung sowie zur Gestaltung des Schullebens und der Schulkultur.

Der Religionsunterricht zielt darauf ab, dass die Schülerinnen und Schüler besser mit sich selbst und mit der eigenen Religion und Konfession vertraut werden. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Herkunft und der Zugehörigkeit zur Alevitischen Gemeinschaft soll einen Beitrag zur Bildung von Identität leisten, die eine unvoreingenommene und angstfreie Öffnung gegenüber dem Anderen erleichtert. Das erfordert eine ausführliche Beschäftigung mit anderen Kulturen, Religionen, Weltanschauungen und Trends, die heute vielfach konkurrierend unsere pluralistische Welt prägen. Es geht sowohl um eine Befähigung zu Toleranz gegenüber Menschen mit unterschiedlichen Überzeugungen, als auch gegebenenfalls um die Kompetenz zu sachlich begründetem Einspruch.

Die Thematisierung der gesellschaftlichen Bedeutung von Alevitischem Glauben soll zum Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung ermutigen und befähigen. Damit verbunden ist die Einladung an die Schülerinnen und Schüler, sich bei Alevitischen Ereignissen, Aktivitäten und in der österreichischen Gesellschaft zu engagieren.

Religiöse Bildung im Religionsunterricht ist ein kommunikatives und prozessorientiertes Geschehen und bringt die dem Alevitischen Glaubensverständnis eigene Sicht von Gott, Mensch und Welt ein. Sie nimmt dabei Rücksicht auf biografische, geschlechtsspezifische und entwicklungspsychologische Gegebenheiten.

Sie leistet einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung und Entwicklung der eigenen Identität durch die Erschließung des Lebens aus der alevitischen Perspektive.

Der Religionsunterricht ist Teil des Bildungs- und Erziehungsauftrages der Schulen. Die allgemeinen Unterrichtsprinzipien gelten auch für den Religionsunterricht. Als Pflichtgegenstand leistet er einen wesentlichen Beitrag zur Allgemein- und Persönlichkeitsbildung.

Der Religionsunterricht lädt ein, aus alevitischen Wurzeln zu leben, eine persönliche Spiritualität zu entwickeln und den Glauben in unterschiedlichen Ausdrucksformen zu feiern.

Der Unterricht in Alevitischer Religion leistet auf dem Hintergrund der alevitischen Botschaft einen eigenständigen Beitrag zu den wesentlichen Aufgaben der Schule

In der Regel sind die Lehrpläne und die individuellen Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler und ihre spezifischen Bedürfnisse Ausgangspunkte der Unterrichtsplanung. Inklusiver Unterricht eröffnet neue Perspektiven schulischen Lernens und ermöglicht Unterrichtsqualitäten zu entwickeln, die im Sinne des gemeinsamen lebensbegleitenden Lernens von Bedeutung sind.

Die jeweiligen allgemeinen didaktischen Grundsätze des Lehrplans der jeweiligen Schulstufe gelten auch für den Religionsunterricht.

Wahrnehmen und Beschreiben

Sensibel werden für die Vielfalt religiöser Ausdrucksformen

Religion äußert sich in Gebet, Feier, Riten, Sprache, Gesang, Malerei, religiöser Argumentation, sozialem Engagement und vielem mehr. Der Religionsunterricht sensibilisiert Schülerinnen und Schüler für die unterschiedlichen Ausdrucksformen Alevitischen Glaubens und gibt ihnen angemessenen Raum.

Spirituelle Wege entdecken

Menschen suchen nach Orientierung und tragfähigen spirituellen Lebensmodellen. Vom differenzierten Wahrnehmen der spirituellen Traditionen Alevitischen Glaubens in der Liturgie, in den lebensbegleitenden Überlieferungen, Niederschriften, Artefakten und Alevitischen Hadithen, unterschiedlichen Alevitischen Lebensformen, in den vielfältigen Formen des Gebets führt der Religionsunterricht in das Geheimnis des Alevitischen Glaubens ein.

Verstehen und Deuten

Fragen – erzählen – lernen

Religion lebt auch vom Fragen, Erzählen und Lernen. Die Inhalte Alevitischen Glaubens sind wesentlicher Teil des Religionsunterrichts und fördern auch das Fragen. Die große Bedeutung von Religion im Leben von Menschen gibt dem Kennenlernen der großen Erzählungen vom gelingenden und angefochtenen Leben im Religionsunterricht ihren besonderen Wert, gerade auch im Blick auf die Quellentexte des Alevitischen Glaubens. Gelebte Religion bedarf des Wissens und der Reflexion dessen, was man glaubt.

Aus Biographien lernen

Biographische Orientierung ermöglicht ein Lernen an Modellen. Gestalten aus den Alevitischen Glaubensquellen, Heilige, aber auch Heldinnen und Helden des Alltags zeigen einen Blick auf die Vielfalt glaubwürdig gelebten Alevitseins.

Gestalten und Handeln

Mitwelt gestalten

Verantwortungsvolle Weltgestaltung war immer ein wesentlicher Teil alevitischer Tradition. Der Religionsunterricht fördert die Ehrfurcht der Schülerinnen und Schüler vor dem Leben, ermutigt zu umfassendem Frieden, zum Einsatz für Gerechtigkeit in der globalisierten Welt und zeigt Handlungsoptionen zur Bewahrung der Schöpfung auf.

Religiöse Ausdrucksformen kultivieren

Auch der religiöse Zugang zur Welt hängt wesentlich von der Sprachfähigkeit ab. Der Religionsunterricht erschließt Sinn durch Sinne und fördert Loben, Danken, Staunen, Klagen, Bitten und Feiern in ihren vielfältigen Formen. Dadurch fördert der Religionsunterricht die umfassende Ausdrucksfähigkeit der Schülerinnen und Schüler. Im Blick auf die Tiefendimension des Lebens können sie etwas vom Geheimnis Gottes und des Menschen erahnen und mit anderen darüber in Austausch treten.

Kommunizieren und (be)urteilen

Über Differenzen ins Gespräch kommen

Schülerinnen und Schüler lernen mit der Vielfalt von Menschen unterschiedlicher Herkunft und Begabungen umzugehen. Alevitischer Religionsunterricht sieht diese Vielfalt als Chance und Reichtum. Er fördert Differenzkompetenz und Toleranz gegenüber Menschen anderen Glaubens und anderer Überzeugungen, was gegebenenfalls auch Auseinandersetzung und Widerspruch in der Sache einschließt.

Religiöse und ethische Vorstellungen bewerten

Europa und seine religiös-weltanschauliche Vielfalt verlangen Orientierung. Der Religionsunterricht fördert die Urteilskompetenz bezüglich religiöser und ethischer Vorstellungen. Die religiösen Vorstellungen der Schülerinnen und Schüler werden im Sinne einer „Alevitisch Islamischen Schülertheologie“ beachtet und geachtet. Sie sind bevorzugter Ort für begründete Kommunikation, kritische Auseinandersetzung und produktive Weiterentwicklung religiösen Lernens.

Teilhaben und entscheiden

Religiöse Praxis kennenlernen

Religiöse Übungen (§ 2a Religionsunterrichtsgesetz) erweitern den Religionsunterricht. Dieser lädt ein zum Leben in den Gebetshäusern (Cem-Evi) mit seinen vielfältigen Möglichkeiten der Beteiligung in der Gemeinde, in der Gottesanbetung, im Gebet, im Umfeld von karitativen Einrichtungen, in Kindergruppen. Die Erfahrung eigener Beteiligung – auch im Unterricht und ihre Reflexion ermöglichen Orientierung und Beheimatung.

Eigene Wege finden

Religion und Bildung sollen die Person stärken. Der Religionsunterricht unterstützt Schülerinnen und Schüler auf der Suche nach einem gelingenden Leben und bietet Hilfe für gelingendes Mensch- und Alevitsein. Es geht ihm daher auch um eine Fragekultur, um Ermutigung bei Suchbewegungen des Denkens, des Handelns und um die Unterstützung beim Finden des persönlichen Lebensweges. Die biographische Reflexion, die Orientierung an Vorbildern und die Begegnung mit verschiedenen Formen der Verwirklichung des Alevitseins stehen im Vordergrund.

Die Lehrpläne für den Religionsunterricht sind kompetenzorientierte Lehrpläne und bilden den Rahmen für den Alevitischen Religionsunterricht. Sie sind klar strukturiert, wodurch Systematisierung, Differenzierung und Individualisierung in Planung und Umsetzung des Unterrichts erleichtert werden.

Die Lehrpläne ermöglichen den Religionslehrerinnen und Religionslehrern Entscheidungsfreiräume hinsichtlich der zeitlichen Verteilung, der Konkretisierung und Strukturierung der Lehrinhalte sowie vor allem ihre Erweiterung. Zudem ist es in begründeten Fällen möglich, Themenfelder auch zwischen den Klassen zu verschieben.

Durch fächerübergreifendes und projektorientiertes Arbeiten unter Wahrung der fachspezifischen Ziele und Inhalte wird ein ganzheitlicher Lernprozess angestrebt.

Bestimmte Feste und Festzeiten sowie Gedenktage der Heiligen prägen das schulische Geschehen. Dies wird auf allen Schulstufen mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung berücksichtigt und gilt ebenso für die Gebetserziehung.

Die Schulstufen gliedern sich jeweils in

Die Schülerinnen und Schüler sollen dabei auf den jeweiligen Kompetenzebenen folgendes lernen

Das eigene Selbst- und Weltverständnis sowie den persönlichen Glauben wahrnehmen und im Gespräch zum Ausdruck bringen.

Die Schülerinnen und Schüler sollen ihr Selbst- und Weltverständnis sowie ihren persönlichen Glauben wahrnehmen. In der Auseinandersetzung mit den großen Fragen des Daseins sollen sie der Einmaligkeit und Selbstachtung des Menschen einen Ausdruck verleihen können.

Widerfahrnisse des Lebens wahrnehmen und im Licht alevitischer Hoffnung deuten.

Die Schülerinnen und Schüler sollen Glück und Unglück, Enttäuschungen und Hoffnungen in ihrem Leben wahrnehmen können.

Quellentexte, Gebete und Glaubensinhalte der eigenen Konfession/Religion kennen und im Blick auf das eigene Leben deuten.

Die Schülerinnen und Schüler sollen den geschichtlichen Ablauf des Alevitentums entdecken. Sie sollen mit den wichtigen Gebeten vertraut werden und sollen die Bedeutung der Cem-Zeremonie in Bezug auf ihren Glauben kennenlernen.

Die Bedeutung von Gott-Mohammed-Ali und Leitmotive der eigenen Religion entdecken und verstehen.

Die Schülerinnen und Schüler sollen sich selbst als Teil des Universums wahrnehmen. Die Schülerinnen und Schüler sollen verstehen, welche Verantwortung sie auf dem Wege des Glaubens übernehmen werden müssen.

Ethische Probleme beschreiben und alevitisch begründete Handlungsentwürfe kennen.

Die Schülerinnen und Schüler sollen aktiv lernen Verantwortung zu übernehmen. Sie sollen ausgewählte Texte aus Alevitischen Quellen zu gelebter Verantwortung kennenlernen.

Cem-Häuser erkunden sowie die wichtigsten Alevitischen Feste beschreiben und mitgestalten.

Die Schülerinnen und Schüler sollen wichtige Alevitische Räumlichkeiten entdecken und sollen wissen, wie eine Cem-Zeremonie aufgebaut ist. Die Schülerinnen und Schüler sollen die Bedeutung des Donnerstag Abends lernen, sollen mit dem Alevitischen Kalender vertraut sein und an Festen und Zeremonien in angemessener Weise teilnehmen können.

Religiös begründete Werte kennen und ihre Bedeutung in Konfliktsituationen abschätzen.

Die Schülerinnen und Schüler sollen humane, religiöse und alevitisch begründete Werte erläutern können. Sie sollen an einzelnen Beispielen konstruieren können, wie die Achtung von Werten Menschen, Mitgeschöpfe und Umwelt miteinander leben lässt.

Religiöse Motive aus Geschichte und Gegenwart in Medien, Kunst und Kultur entdecken, deuten und gestalten.

Die Schülerinnen und Schüler sollen religiöse Darstellungen und Motive im Wandel der Zeit erkennen und deuten können. Sie sollen die Bedeutung der Symbole erkennen und diese mit religiösen Praktiken verbinden können.

Andere Überzeugungen beschreiben und eine wertschätzende Gesprächskultur entwickeln.

Die Schülerinnen und Schüler sollen unterschiedliche religiöse und weltanschauliche Überzeugungen und Lebensstile wahrnehmen und beschreiben. Sie sollen die Regeln für ein gutes Miteinander benennen können und in ihrem Umfeld anwenden können.

Umgang mit Vielfalt in Europa entdecken.

Die Schülerinnen und Schüler sollen die Elemente Alevitischen, Christlichen und Jüdischen Lebens und Glaubens beschreiben können. Sie sollen konfessionelle und religiöse Vielfalt mit ihren unterschiedlichen Lebensweisen zur Sprache bringen können und sich darüber austauschen.

Menschen und ihre Lebensorientierung

Das eigene Selbst- und Weltverständnis sowie den persönlichen Glauben wahrnehmen und im Gespräch zum Ausdruck bringen.

Themen

Zu wem ich gehöre

Widerfahrnisse des Lebens wahrnehmen und im Licht alevitischer Hoffnung deuten.

Themen

Ich kann schon sehr viel

Gelehrte und gelebte Bezugsreligion

Quellentexte, Gebete und Glaubensinhalte der eigenen Konfession/Religion kennen und im Blick auf das eigene Leben deuten.

Themen

Ich bin dir näher als deine Halsschlagader

Ich kann zu Gott rufen

Die Bedeutung von Gott-Mohammed-Ali und Leitmotive der eigenen Religion entdecken und verstehen.

Themen

Kennst du dich selbst, bist du Gottes Licht

Ethische Probleme beschreiben und alevitisch begründete Handlungsentwürfe kennen.

Themen

Wo ich schon helfen kann

Cem-Häuser erkunden sowie die wichtigsten Alevitischen Feste beschreiben und mitgestalten.

Themen

Wie Menschen feiern

Religion in Gesellschaft und Kultur

Religiös begründete Werte kennen und ihre Bedeutung in Konfliktsituationen abschätzen.

Themen

Wie Menschen gut zusammen leben

Religiöse Motive aus Geschichte und Gegenwart in Medien, Kunst und Kultur entdecken, deuten und gestalten.

Themen

Wo ich überall ein Alevitisches Zeichen sehe

Religiöse und weltanschauliche Vielfalt

Andere Überzeugungen beschreiben und eine wertschätzende Gesprächskultur entwickeln.

Themen

Was den Anderen und mir wichtig ist

Andere Überzeugungen beschreiben und eine wertschätzende Gesprächskultur entwickeln.

Themen

Was wir gemeinsam haben, worin ich besonders bin

Menschen und ihre Lebensorientierung

Das eigene Selbst- und Weltverständnis sowie den persönlichen Glauben wahrnehmen und im Gespräch zum Ausdruck bringen.

Themen

Meine Vorstellungen und Bilder von Gott (Hakk); Koran 59, 22–24

Widerfahrnisse des Lebens wahrnehmen und im Licht alevitischer Hoffnung deuten.

Themen

Licht und Dunkel, Freud und Leid in meinem Leben und in der Welt; Gebetskerze (Cerag)

Gelehrte und gelebte Bezugsreligion

Quellentexte, Gebete und Glaubensinhalte der eigenen Konfession/Religion kennen und im Blick auf das eigene Leben deuten.

Themen

Gott ist der Ursprung des Menschen; „Küntü Kenz“

Wie ich meine Dankbarkeit zeigen kann; Das Einverständnis (Rizalik), Das Tischgebet (Sofra duasi)

Die Bedeutung von Gott-Mohammed-Ali und Leitmotive der eigenen Religion entdecken und verstehen.

Themen

Gott im Angesicht des Menschen erblicken; Der Mensch als Träger des Göttlichen Lichts – Hallaci Mansur (Enel Hakk)

Ethische Probleme beschreiben und alevitisch begründete Handlungsentwürfe kennen.

Themen

Verantwortung für Tiere und Umwelt; Die Schöpfung des Schöpfers willen lieben und achten.

Cem-Häuser erkunden sowie die wichtigsten Alevitischen Feste beschreiben und mitgestalten.

Themen

Cem-Haus, ein Ort des heiligen Rituals; Koran 2, 58, Koran 7, 31

Das Hizir Fest; „Eile herbei Hizir!“, Hizir Cem

Religion in Gesellschaft und Kultur

Religiös begründete Werte kennen und ihre Bedeutung in Konfliktsituationen abschätzen.

Themen

Worauf ich mich verlassen kann; Treue – Der Heilige Ali, „In der Treue liegt die Rettung“ (Tanbih Al-Khawatir)

Gottes neue Welt suchen; Frieden – Imam Mehdi

Religiöse Motive aus Geschichte und Gegenwart in Medien, Kunst und Kultur entdecken, deuten und gestalten.

Themen

Schwert (Zülfikar), Taube und der Stein der Ergebenen (Teslim Tasi); Die Gerechtigkeit des Heiligen Ali und Friede

Religiöse und weltanschauliche Vielfalt

Andere Überzeugungen beschreiben und eine wertschätzende Gesprächskultur entwickeln.

Themen

Worauf Menschen vertrauen; vor Gott ist jeder gleich, jeder ist ein Teil Gottes – Tauhid, Koran 15, 29

Andere Überzeugungen beschreiben und eine wertschätzende Gesprächskultur entwickeln.

Themen

Grundsymbole des Alevitentums; Bilder des Heiligen Ali, der 12 Imame, des Haci Bektasch Veli, Balim Sultan und Pir Sultan Abdal

Menschen und ihre Lebensorientierung

Das eigene Selbst- und Weltverständnis sowie den persönlichen Glauben wahrnehmen und im Gespräch zum Ausdruck bringen.

Themen

Wie werde ich von den anderen wahrgenommen? Wie nimmt mich Gott wahr?; Was Du nicht willst, das Dir angetan wird, füge auch nicht anderen zu – Der Heilige Ali

Widerfahrnisse des Lebens wahrnehmen und im Licht alevitischer Hoffnung deuten.

Themen

Gutes tun, Leid vermeiden; Imam Zeynel Abidin

Gelehrte und gelebte Bezugsreligion

Quellentexte, Gebete und Glaubensinhalte der eigenen Konfession/Religion kennen und im Blick auf das eigene Leben deuten.

Themen

Gott ist in mir; Texte aus dem Diwan des Heiligen Alis, Nehcül Belaga, Koran 18,16, Hallaci Mansur

Ich kann frei beten; Morgen- und Abendgebet, Das Bittgebet

Die Bedeutung von Gott-Mohammed-Ali und Leitmotive der eigenen Religion entdecken und verstehen.

Themen

Den Menschen zu dienen gleicht Gott zu dienen

Ethische Probleme beschreiben und alevitisch begründete Handlungsentwürfe kennen.

Themen

Verantwortung gegen Ausgrenzung und Gewalt; Betrachte alle 72 Völker gleich

Cem-Häuser erkunden sowie die wichtigsten Alevitischen Feste beschreiben und mitgestalten.

Themen

Das Alevitische Kulturzentrum

Ghadiri Hum; Bedeutung des Heiligen Ali

Religion in Gesellschaft und Kultur

Religiös begründete Werte kennen und ihre Bedeutung in Konfliktsituationen abschätzen.

Themen

Ich bin weltweit mit anderen Menschen verbunden; Gemeinschaft – Aufnahme in die Gemeinschaft (Ayin-i Cem), Buyruk

Einander trauen können; Wahrhaftigkeit – Wahlgeschwisterschaft (Müsahiplik) Buyruk (Gebot)

Religiöse Motive aus Geschichte und Gegenwart in Medien, Kunst und Kultur entdecken, deuten und gestalten.

Themen

Musik und Dichtkunst; Der Koran mit den Saiten der Langhalslaute, Bilder der 12 Imame und Heiligen

Religiöse und weltanschauliche Vielfalt

Andere Überzeugungen beschreiben und eine wertschätzende Gesprächskultur entwickeln.

Themen

Verschiedenen religiösen und weltanschaulichen Vorstellungen begegnen; Ihr habt eure Religion, und ich habe meine Religion, Koran 109, 6

Andere Überzeugungen beschreiben und eine wertschätzende Gesprächskultur entwickeln.

Themen

Alevitisches Leben in seiner konfessionellen Vielfalt; Aleviten, Bektaschiten

Menschen und ihre Lebensorientierung

Das eigene Selbst- und Weltverständnis sowie den persönlichen Glauben wahrnehmen und im Gespräch zum Ausdruck bringen.

Themen

Meine großen Fragen – Die Fragen der Menschen; Das Leben nach dem Tod

Widerfahrnisse des Lebens wahrnehmen und im Licht alevitischer Hoffnung deuten.

Themen

Der Alevitische Glaube als die Quelle der Hoffnung; Das heilige Licht im Herzen tragen

Gelehrte und gelebte Bezugsreligion

Quellentexte, Gebete und Glaubensinhalte der eigenen Konfession/Religion kennen und im Blick auf das eigene Leben deuten.

Themen

Wer den Heiligen Ali liebt, liebt Gott; Hadis, Ehl-i Beyt, Koran 42, 23

Cem-Gebet in Einheit; Das Gebet des Beobachters, (Gözcü duasi)

Die Bedeutung von Gott-Mohammed-Ali und Leitmotive der eigenen Religion entdecken und verstehen.

Themen

Als Mensch trage ich Verantwortung; Die drei Maxime zur Selbstbeherrschung: Beherrsche deine Hände, deine Zunge und deine Lende

Ethische Probleme beschreiben und alevitisch begründete Handlungsentwürfe kennen.

Themen

Verantwortung gegen Armut und Unrecht; Heile Armut mit Nächstenliebe und Großzügigkeit, der Heilige Ali (al-Khisal, p. 9. No. 22)

Cem-Häuser erkunden sowie die wichtigsten Alevitischen Feste beschreiben und mitgestalten.

Themen

Aufbau und Bedeutung der Cem-Zeremonie; Koran 2, 58, Koran 7, 31, Erkanname

Muharrem-Fasten und das Aschure-Fest; Kerbela und Imam Zeynel Abidin

Religion in Gesellschaft und Kultur

Religiös begründete Werte kennen und ihre Bedeutung in Konfliktsituationen abschätzen.

Themen

Auf die Geringsten schauen; Barmherzigkeit: Bedeutung von Erde-Sein (Ebu Turab; Selman-i Pars)

Mit Verschiedenheit umgehen; Würde – Brief des Heiligen Ali an Malik Ejder

Religiöse Motive aus Geschichte und Gegenwart in Medien, Kunst und Kultur entdecken, deuten und gestalten.

Themen

Das Geheimnis hinter den Zahlen; Die Drei, die Fünf, die Sieben, die Zwölf, die Vierzehn, die Siebzehn, die Vierzig und die Zweiundsiebzig (Buyruk)

Religiöse und weltanschauliche Vielfalt

Andere Überzeugungen beschreiben und eine wertschätzende Gesprächskultur entwickeln.

Themen

Was Zusammenleben oft schwierig macht

Andere Überzeugungen beschreiben und eine wertschätzende Gesprächskultur entwickeln.

Themen

Elemente christlichen Lebens und Glaubens; Koran 19, Koran 3, Koran 16, 93

Menschen und ihre Lebensorientierung

Das eigene Selbst- und Weltverständnis sowie den persönlichen Glauben wahrnehmen und im Gespräch zum Ausdruck bringen.

Themen

Was mir heilig ist; Die Liebe zu Ehl-i Beyt

Widerfahrnisse des Lebens wahrnehmen und im Licht alevitischer Hoffnung deuten.

Themen

Glück und Unglück im Leben; Kerbela und Imam Zeynel Abidin

Gelehrte und gelebte Bezugsreligion

Quellentexte, Gebete und Glaubensinhalte der eigenen Konfession/Religion kennen und im Blick auf das eigene Leben deuten.

Themen

Gott hilft uns; Hadis, Hizir, 12 Imame, Dede

Hakk-Mohammed-Ali Weg; Das Glaubensbekenntnis

Die Bedeutung von Gott-Mohammed-Ali und Leitmotive der eigenen Religion entdecken und verstehen.

Themen

Die vier Pforten und vierzig Stufen; Texte aus dem Makalat

Ethische Probleme beschreiben und alevitisch begründete Handlungsentwürfe kennen.

Themen

Verantwortung für Mitmenschen und mich selbst; Cem – Einvernehmen, öffentliche Reue

Cem-Häuser erkunden sowie die wichtigsten Alevitischen Feste beschreiben und mitgestalten.

Themen

Die zwölf Dienste in einer Cem-Zeremonie; Erkanname

Das Opferfest; Prophet Abraham

Religion in Gesellschaft und Kultur

Religiös begründete Werte kennen und ihre Bedeutung in Konfliktsituationen abschätzen.

Themen

Ich stehe für Gerechtigkeit; Zivilcourage, Pir Sultan Abdal

Was sich im Leben bewährt; Erfüllung – Die vier Pforten und vierzig Stufen

Religiöse Motive aus Geschichte und Gegenwart in Medien, Kunst und Kultur entdecken, deuten und gestalten.

Themen

Das Cem-Haus – Glaube und Architektur; Die vier Pforten und die zwölf Imame

Religiöse und weltanschauliche Vielfalt

Andere Überzeugungen beschreiben und eine wertschätzende Gesprächskultur entwickeln.

Themen

Voraussetzungen für ein gutes Miteinander; Betrachte alle 72 Völker gleich – Brief des Heiligen Ali, Nehcül Belaga

Andere Überzeugungen beschreiben und eine wertschätzende Gesprächskultur entwickeln.

Themen

Elemente jüdischen Lebens und Glaubens; Die Geschichte von Moses und Aaron

Bundesrecht Lehrpläne – Alevitischer Religionsunterricht an Volksschulen, Hauptschulen, NMS, AHS, BMS, BHS

§ 1. Die nachstehend genannten Lehrpläne für den Alevitischen Religionsunterricht wurden von der Islamischen Alevitischen Glaubensgemeinschaft in Österreich hinsichtlich aller Schulstufen mit Wirksamkeit vom 1. September 2013 erlassen und werden hiermit gemäß § 2 Abs. 2 des Religionsunterrichtsgesetzes bekannt gemacht

Anlage 1

Anlage 2

Bundesrecht Lehrpläne – Alevitischer Religionsunterricht an Volksschulen, Hauptschulen, NMS, AHS, BMS, BHS

Im Religionsunterricht verwirklicht die Schule in besonderer Weise ihren Auftrag zur Mitwirkung an der religiösen Bildung (Art. 14 Abs. 5a des Bundes-Verfassungsgesetzes und § 2 des Schulorganisationsgesetzes) in Form eines eigenen Unterrichtsgegenstandes. Dieser versteht sich als Dienst an den Schülerinnen und Schülern und an der Schule.

Er nimmt das unterschiedliche Ausmaß religiöser Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler durch Differenzierung und Individualisierung ernst und will alle Schülerinnen und Schüler ansprechen, wie unterschiedlich ihre religiösen Einstellungen auch sein mögen.

Im Sinne ganzheitlicher Bildung hat der Religionsunterricht kognitive, affektive und handlungsorientierte Ziele, die entsprechend dem alevitischen Menschenbild davon ausgehen, dass der Mensch auf Transzendenz ausgerichtet ist. So erhalten die zu behandelnden Grundfragen nach Herkunft, Zukunft und Sinn eine religiöse Dimension.

Der Religionsunterricht ist konfessionell geprägt und gewinnt seinen Standpunkt aus der Orientierung an der koranischen Offenbarung und der alevitischen Tradition.

Die Islamische Weltkommune betreffende und interreligiöse Anliegen sollen nach Möglichkeit Berücksichtigung finden und so ein gelebtes Zeichen des Dialogs zwischen Konfessionen und Religionen sein.

Im Zentrum des Religionsunterrichts stehen die Schülerinnen und Schüler, ihr Leben und ihr Glaube.

Daher sind Inhalt des Religionsunterrichts sowohl das menschliche Leben als auch der alevitische Glaube, wie er sich im Laufe der Geschichte entfaltet hat und in den alevitischen Gemeinden gelebt wird. Lebens-, Glaubens- und Welterfahrungen der Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer werden dabei aus der Perspektive des alevitischen Glaubens reflektiert und gedeutet. Dieser Glaube hat seinen Mittelpunkt bei Gott, dem Propheten Mohammed und dem Heiligen Ali.

Zugleich werden Schülerinnen und Schüler ermutigt, ihre persönlichen Glaubensentscheidungen zu treffen und dementsprechend ihr Leben und ihren Glauben zu gestalten. Damit leistet der Religionsunterricht einen wesentlichen Beitrag zur Sinnfindung, zu religiöser Sachkompetenz und zur Werteerziehung sowie zur Gestaltung des Schullebens und der Schulkultur.

Der Religionsunterricht zielt darauf ab, dass die Schülerinnen und Schüler besser mit sich selbst und mit der eigenen Religion und Konfession vertraut werden. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Herkunft und der Zugehörigkeit zur Alevitischen Gemeinschaft soll einen Beitrag zur Bildung von Identität leisten, die eine unvoreingenommene und angstfreie Öffnung gegenüber dem Anderen erleichtert. Das erfordert eine ausführliche Beschäftigung mit anderen Kulturen, Religionen, Weltanschauungen und Trends, die heute vielfach konkurrierend unsere pluralistische Welt prägen. Es geht sowohl um eine Befähigung zu Toleranz gegenüber Menschen mit unterschiedlichen Überzeugungen, als auch gegebenenfalls um die Kompetenz zu sachlich begründetem Einspruch.

Die Thematisierung der gesellschaftlichen Bedeutung von alevitischem Glauben soll zum Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung ermutigen und befähigen. Damit verbunden ist die Einladung an die Schülerinnen und Schüler, sich bei Alevitischen Ereignissen, Aktivitäten und in der österreichischen Gesellschaft zu engagieren.

Religiöse Bildung im Religionsunterricht ist ein kommunikatives und prozessorientiertes Geschehen und bringt die dem alevitischen Glaubensverständnis eigene Sicht von Gott, Mensch und Welt ein. Sie nimmt dabei Rücksicht auf biografische, geschlechtsspezifische und entwicklungspsychologische Gegebenheiten.

Sie leistet einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung und Entwicklung der eigenen Identität durch die Erschließung des Lebens aus der alevitischen Perspektive.

Der Religionsunterricht ist Teil des Bildungs- und Erziehungsauftrages der Schulen. Die allgemeinen Unterrichtsprinzipien gelten auch für den Religionsunterricht. Als Pflichtgegenstand leistet er einen wesentlichen Beitrag zur Allgemein- und Persönlichkeitsbildung.

Der Religionsunterricht lädt ein, aus alevitischen Wurzeln zu leben, eine persönliche Spiritualität zu entwickeln und den Glauben in unterschiedlichen Ausdrucksformen zu feiern.

Der Unterricht in Alevitischer Religion leistet auf dem Hintergrund der alevitischen Botschaft einen eigenständigen Beitrag zu den wesentlichen Aufgaben der Schule

In der Regel sind die Lehrpläne und die individuellen Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler und ihre spezifischen Bedürfnisse Ausgangspunkte der Unterrichtsplanung. Inklusiver Unterricht eröffnet neue Perspektiven schulischen Lernens und ermöglicht Unterrichtsqualitäten zu entwickeln, die im Sinne des gemeinsamen lebensbegleitenden Lernens von Bedeutung sind.

Die jeweiligen allgemeinen didaktischen Grundsätze des Lehrplans der jeweiligen Schulstufe gelten auch für den Religionsunterricht.

Wahrnehmen und Beschreiben

Sensibel werden für die Vielfalt religiöser Ausdrucksformen

Religion äußert sich in Gebet, Feier, Riten, Sprache, Gesang, Malerei, religiöser Argumentation, sozialem Engagement und vielem mehr. Der Religionsunterricht sensibilisiert Schülerinnen und Schüler für die unterschiedlichen Ausdrucksformen Alevitischen Glaubens und gibt ihnen angemessenen Raum.

Spirituelle Wege entdecken

Menschen suchen nach Orientierung und tragfähigen spirituellen Lebensmodellen. Vom differenzierten Wahrnehmen der spirituellen Traditionen Alevitischen Glaubens in der Gebetsausübung, in den lebensbegleitenden Überlieferungen, Niederschriften, Artefakten und Alevitischen Hadithen, unterschiedlichen Alevitischen Lebensformen, in den vielfältigen Formen des Gebets führt der Religionsunterricht in das Geheimnis des alevitischen Glaubens ein.

Verstehen und Deuten

Fragen – erzählen – lernen

Religion lebt auch vom Fragen, Erzählen und Lernen. Die Inhalte alevitischen Glaubens sind wesentlicher Teil des Religionsunterrichts und fördern auch das Fragen. Die große Bedeutung von Religion im Leben von Menschen gibt dem Kennenlernen der großen Erzählungen vom gelingenden und angefochtenen Leben im Religionsunterricht ihren besonderen Wert, gerade auch im Blick auf die Quellentexte des alevitischen Glaubens. Gelebte Religion bedarf des Wissens und der Reflexion dessen, was man glaubt.

Aus Biographien lernen

Biographische Orientierung ermöglicht ein Lernen an Modellen. Gestalten aus den alevitischen Glaubensquellen, Heilige, aber auch Heldinnen und Helden des Alltags zeigen einen Blick auf die Vielfalt glaubwürdig gelebten Alevitseins.

Gestalten und Handeln

Mitwelt gestalten

Verantwortungsvolle Weltgestaltung war immer ein wesentlicher Teil alevitischer Tradition. Der Religionsunterricht fördert die Ehrfurcht der Schülerinnen und Schüler vor dem Leben, ermutigt zu umfassendem Frieden, zum Einsatz für Gerechtigkeit in der globalisierten Welt und zeigt Handlungsoptionen zur Bewahrung der Schöpfung auf.

Religiöse Ausdrucksformen kultivieren

Auch der religiöse Zugang zur Welt hängt wesentlich von der Sprachfähigkeit ab. Der Religionsunterricht erschließt Sinn durch Sinne und fördert Loben, Danken, Staunen, Klagen, Bitten und Feiern in ihren vielfältigen Formen. Dadurch fördert der Religionsunterricht die umfassende Ausdrucksfähigkeit der Schülerinnen und Schüler. Im Blick auf die Tiefendimension des Lebens können sie etwas vom Geheimnis Gottes und des Menschen erahnen und mit anderen darüber in Austausch treten.

Kommunizieren und (be)urteilen

Über Differenzen ins Gespräch kommen

Schülerinnen und Schüler lernen mit der Vielfalt von Menschen unterschiedlicher Herkunft und Begabungen umzugehen. Alevitischer Religionsunterricht sieht diese Vielfalt als Chance und Reichtum. Er fördert Differenzkompetenz und Toleranz gegenüber Menschen anderen Glaubens und anderer Überzeugungen, was gegebenenfalls auch Auseinandersetzung und Widerspruch in der Sache einschließt.

Religiöse und ethische Vorstellungen bewerten

Europa und seine religiös-weltanschauliche Vielfalt verlangen Orientierung. Der Religionsunterricht fördert die Urteilskompetenz bezüglich religiöser und ethischer Vorstellungen. Die religiösen Vorstellungen der Schülerinnen und Schüler werden im Sinne einer „Alevitisch Islamischen Schülertheologie“ beachtet und geachtet. Sie sind bevorzugter Ort für begründete Kommunikation, kritische Auseinandersetzung und produktive Weiterentwicklung religiösen Lernens.

Teilhaben und entscheiden

Religiöse Praxis kennenlernen

Religiöse Übungen (§ 2a Religionsunterrichtsgesetz) erweitern den Religionsunterricht. Dieser lädt ein zum Leben in den Gebetshäusern (Cem-Evi) mit seinen vielfältigen Möglichkeiten der Beteiligung in der Gemeinde, in der Gottesanbetung, im Gebet, im Umfeld von karitativen Einrichtungen, in Kindergruppen. Die Erfahrung eigener Beteiligung – auch im Unterricht und ihre Reflexion ermöglichen Orientierung und Beheimatung.

Eigene Wege finden

Religion und Bildung sollen die Person stärken. Der Religionsunterricht unterstützt Schülerinnen und Schüler auf der Suche nach einem gelingenden Leben und bietet Hilfe für gelingendes Mensch- und Alevitsein. Es geht ihm daher auch um eine Fragekultur, um Ermutigung bei Suchbewegungen des Denkens, des Handelns und um die Unterstützung beim Finden des persönlichen Lebensweges. Die biographische Reflexion, die Orientierung an Vorbildern und die Begegnung mit verschiedenen Formen der Verwirklichung des Alevitseins stehen im Vordergrund.

Die Lehrpläne für den Religionsunterricht sind kompetenzorientierte Lehrpläne und bilden den Rahmen für den alevitischen Religionsunterricht. Sie sind klar strukturiert, wodurch Systematisierung, Differenzierung und Individualisierung in Planung und Umsetzung des Unterrichts erleichtert werden.

Die Lehrpläne ermöglichen den Religionslehrerinnen und Religionslehrern Entscheidungsfreiräume hinsichtlich der zeitlichen Verteilung, der Konkretisierung und Strukturierung der Lehrinhalte sowie vor allem ihre Erweiterung. Zudem ist es in begründeten Fällen möglich, Themenfelder auch zwischen den Klassen zu verschieben.

Durch fächerübergreifendes und projektorientiertes Arbeiten unter Wahrung der fachspezifischen Ziele und Inhalte wird ein ganzheitlicher Lernprozess angestrebt.

Bestimmte Feste und Festzeiten sowie Gedenktage der Heiligen prägen das schulische Geschehen. Dies wird auf allen Schulstufen mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung berücksichtigt und gilt ebenso für die Gebetserziehung.

Die Schulstufen gliedern sich jeweils in

Die Schülerinnen und Schüler sollen dabei auf den jeweiligen Kompetenzebenen folgendes lernen

Das eigene Selbst- und Weltverständnis sowie den persönlichen Glauben wahrnehmen und im Gespräch zum Ausdruck bringen.

Die Schülerinnen und Schüler sollen ihr Selbst- und Weltverständnis sowie ihren persönlichen Glauben wahrnehmen. In der Auseinandersetzung mit den großen Fragen des Daseins sollen sie der Einmaligkeit und Selbstachtung des Menschen einen Ausdruck verleihen können.

Widerfahrnisse des Lebens wahrnehmen und im Licht alevitischer Hoffnung deuten.

Die Schülerinnen und Schüler sollen Glück und Unglück, Enttäuschungen und Hoffnungen in ihrem Leben wahrnehmen können.

Quellentexte, Gebete und Glaubensinhalte der eigenen Konfession/Religion kennen und im Blick auf das eigene Leben deuten.

Die Schülerinnen und Schüler sollen den geschichtlichen Ablauf des Alevitentums entdecken. Sie sollen mit den wichtigen Gebeten vertraut werden und sollen die Bedeutung der Cem-Zeremonie in Bezug auf ihren Glauben kennenlernen.

Die Bedeutung von Gott-Mohammed-Ali und Leitmotive der eigenen Religion entdecken und verstehen.

Die Schülerinnen und Schüler sollen sich selbst als Teil des Universums wahrnehmen. Die Schülerinnen und Schüler sollen verstehen, welche Verantwortung sie auf dem Wege des Glaubens übernehmen werden müssen.

Ethische Probleme beschreiben und alevitisch begründete Handlungsentwürfe kennen.

Die Schülerinnen und Schüler sollen aktiv lernen Verantwortung zu übernehmen. Sie sollen ausgewählte Texte aus alevitischen Quellen zu gelebter Verantwortung kennenlernen.

Cem-Häuser erkunden sowie die wichtigsten alevitischen Feste beschreiben und mitgestalten.

Die Schülerinnen und Schüler sollen wichtige alevitische Räumlichkeiten entdecken und sollen wissen, wie eine Cem-Zeremonie aufgebaut ist. Die Schülerinnen und Schüler sollen die Bedeutung des Donnerstag Abends lernen, sollen mit dem alevitischen Kalender vertraut sein und an Festen und Zeremonien in angemessener Weise teilnehmen können.

Religiös begründete Werte kennen und ihre Bedeutung in Konfliktsituationen abschätzen.

Die Schülerinnen und Schüler sollen humane, religiöse und alevitisch begründete Werte erläutern können. Sie sollen an einzelnen Beispielen konstruieren können, wie die Achtung von Werten Menschen, Mitgeschöpfe und Umwelt miteinander leben lässt.

Religiöse Motive aus Geschichte und Gegenwart in Medien, Kunst und Kultur entdecken, deuten und gestalten.

Die Schülerinnen und Schüler sollen religiöse Darstellungen und Motive im Wandel der Zeit erkennen und deuten können. Sie sollen die Bedeutung der Symbole erkennen und diese mit religiösen Praktiken verbinden können.

Andere Überzeugungen beschreiben und eine wertschätzende Gesprächskultur entwickeln.

Die Schülerinnen und Schüler sollen unterschiedliche religiöse und weltanschauliche Überzeugungen und Lebensstile wahrnehmen und beschreiben. Sie sollen die Regeln für ein gutes Miteinander benennen können und in ihrem Umfeld anwenden können.

Umgang mit Vielfalt in Europa entdecken.

Die Schülerinnen und Schüler sollen die Elemente alevitischen, christlichen und jüdischen Lebens und Glaubens beschreiben können. Sie sollen konfessionelle und religiöse Vielfalt mit ihren unterschiedlichen Lebensweisen zur Sprache bringen können und sich darüber austauschen.

Menschen und ihre Lebensorientierung

Das eigene Selbst- und Weltverständnis sowie den persönlichen Glauben wahrnehmen und im Gespräch zum Ausdruck bringen.

Themen

Meine Vorstellungen und Bilder von Gott (Hakk); Die mythologische Schöpfungsgeschichte des Alevitentums, Das alevitische Gottesbild und Wertesystem, Koran 2, 29 und Buyruk

Widerfahrnisse des Lebens wahrnehmen und im Licht alevitischer Hoffnung deuten.

Themen

Licht und Dunkel, Freud und Leid in meinem Leben und in der Welt; Das Sehen (Ayn’el Yakin), Das Wissen (Ilm’el Yakin), Das Tun (Hakk’el Yakin), Koran 102, Koran 56, 95 und Koran 69, 50-51

Gelehrte und gelebte Bezugsreligion

Quellentexte, Gebete und Glaubensinhalte der eigenen Konfession/Religion kennen und im Blick auf das eigene Leben deuten.

Themen

Gott ist der Ursprung des Menschen; Zurück zum Ursprung, Koran 89, 27

Wie ich meine Dankbarkeit zeigen kann; Dienst an der Gemeinde

Die Bedeutung von Gott-Mohammed-Ali und Leitmotive der eigenen Religion entdecken und verstehen.

Themen

Gott im Angesicht des Menschen erblicken; Mensch als denkendes und handelndes Lebewesen – Phanteismus, Der Heilige Ali

Ethische Probleme beschreiben und alevitisch begründete Handlungsentwürfe kennen.

Themen

Verantwortung für Tiere und Umwelt; Teil des Weges zur Vervollkommnung (Insan-i Kamil) – sich auf den Weg begeben, den Weg bis zum Ende gehen und den Sinn des Kosmos verstehen

Cem-Häuser erkunden sowie die wichtigsten alevitischen Feste beschreiben und mitgestalten.

Themen

Cem-Haus, ein Ort des heiligen Rituals; Der Görgü-Cem: Rituelle Waschung, das Betreten des CemHauses (Buyruk)

Das Hizir Fest; Der alevitische Kalender: Hizir als konfessionenübergreifende Gestalt

Religion in Gesellschaft und Kultur

Religiös begründete Werte kennen und ihre Bedeutung in Konfliktsituationen abschätzen.

Themen

Worauf ich mich verlassen kann; Treue – Die Wahlgeschwisterschaft – Müsahiplik (Buyruk)

Gottes neue Welt suchen; Frieden – Friede ist die Decke dessen, was sich nicht gehört. Diejenigen, die sich selbst sehr loben, werden von anderen geschimpft. (Baris, ayiplarin örtüsüdür. Kendini begenene kizan cok olur – Nehc’ül Belaga)

Religiöse Motive aus Geschichte und Gegenwart in Medien, Kunst und Kultur entdecken, deuten und gestalten.

Themen

Ritueller Tanz – Semah; Semah-Tänze während den Gottesdiensten (Besonderheiten, Durchführung, Bedeutung), Gottesdienst der Vierzig Heiligen (Kirklar Cemi – Buyruk)

Religiöse und weltanschauliche Vielfalt

Andere Überzeugungen beschreiben und eine wertschätzende Gesprächskultur entwickeln.

Themen

Worauf Menschen vertrauen; Die Wahlgeschwisterschaft – Müsahiplik (Buyruk)

Andere Überzeugungen beschreiben und eine wertschätzende Gesprächskultur entwickeln.

Themen

In eine (religiöse) Gemeinschaft aufgenommen werden; Das Gelübde (ikrar) (Buyruk)

Menschen und ihre Lebensorientierung

Das eigene Selbst- und Weltverständnis sowie den persönlichen Glauben wahrnehmen und im Gespräch zum Ausdruck bringen.

Themen

Wie werde ich von den anderen wahrgenommen? Wie nimmt mich Gott wahr?; Das persönliche Verhältnis zu Gott – Hallaci Mansur (Enel Hakk)

Widerfahrnisse des Lebens wahrnehmen und im Licht alevitischer Hoffnung deuten.

Themen

Gutes tun, Leid vermeiden; Diesseits Jenseits (Devriye) Theorie

Gelehrte und gelebte Bezugsreligion

Quellentexte, Gebete und Glaubensinhalte der eigenen Konfession/Religion kennen und im Blick auf das eigene Leben deuten.

Themen

Gott ist in mir; Hadis, Sehen (Vahdet-i Schuhud), Verstehen (Vahdet-i Kuschud) und Erkennen (Vahdet-i Vücud)

Ich kann frei beten; Den Namen des Heiligen Ali zu rufen ist wie ein Gebet

Die Bedeutung von Gott-Mohammed-Ali und Leitmotive der eigenen Religion entdecken und verstehen.

Themen

Den Menschen zu dienen gleicht Gott dienen; Lebensart der Sufis: Den Glauben sieht man in den Taten – mit gutem Beispiel in der Welt auftreten als über den Glauben zu reden

Ethische Probleme beschreiben und alevitisch begründete Handlungsentwürfe kennen.

Themen

Verantwortung gegen Ausgrenzung und Gewalt; Teil des Weges zur Vervollkommnung (Insani Kamil) – Ausgestoßener (Düskünlük) als Negativ-Beispiel

Cem-Häuser erkunden sowie die wichtigsten alevitischen Feste beschreiben und mitgestalten.

Themen

Das alevitische Kulturzentrum; Der Görgü-Cem: Zusammenkunft der Gemeinde und Durchführung von Muhabbets

Nevruz; Der alevitische Kalender: Gedicht von Pir Sultan Abdal

Religion in Gesellschaft und Kultur

Religiös begründete Werte kennen und ihre Bedeutung in Konfliktsituationen abschätzen.

Themen

Ich bin weltweit mit anderen Menschen verbunden; Gemeinschaft – Aleviten auf der ganzen Welt

Einander trauen können; Wahrhaftigkeit – Redet, damit ihr euch kennenlernt, weil der Mensch unter seiner Zunge versteckt ist. (Konusun da tanisin, cünkü insan, dilinin altinda gizlidir – Nehc’ül Belaga)

Religiöse Motive aus Geschichte und Gegenwart in Medien, Kunst und Kultur entdecken, deuten und gestalten.

Themen

Musik und Dichtkunst; Die Sieben großen Dichter – Ihr Leben und ihre Werke (Yedi ulu ozanlar)

Religiöse und weltanschauliche Vielfalt

Andere Überzeugungen beschreiben und eine wertschätzende Gesprächskultur entwickeln.

Themen

Verschiedenen religiösen und weltanschaulichen Vorstellungen begegnen; Kein Zwang in der Religion (Koran 2, 256-257)

Andere Überzeugungen beschreiben und eine wertschätzende Gesprächskultur entwickeln.

Themen

Alevitisches Leben in seiner konfessionellen Vielfalt; Regionale Unterschiede des Alevitentums (Quizilbasch, Bektaschi, Sirnac, Cepni, Tahtaci, Nusayri, Arabische Aleviten, …)

Menschen und ihre Lebensorientierung

Das eigene Selbst- und Weltverständnis sowie den persönlichen Glauben wahrnehmen und im Gespräch zum Ausdruck bringen.

Themen

Meine großen Fragen – Die Fragen der Menschen; Existenz – Philosophie Sufismus

Widerfahrnisse des Lebens wahrnehmen und im Licht alevitischer Hoffnung deuten.

Themen

Der alevitische Glaube als die Quelle der Hoffnung; Inneres vs. Äußeres (Zahir vs. Batin)

Gelehrte und gelebte Bezugsreligion

Quellentexte, Gebete und Glaubensinhalte der eigenen Konfession/Religion kennen und im Blick auf das eigene Leben deuten.

Themen

Wer den Heiligen Ali liebt, liebt Gott; Hinwendung zu Gott, Liebe zu Gott (Gedichte)

Cem-Gebet in Einheit; Sitzordnung, das Niederbeugen, die Haltung, Hände und Füße

Die Bedeutung von Gott-Mohammed-Ali und Leitmotive der eigenen Religion entdecken und verstehen.

Themen

Als Mensch trage ich Verantwortung; Aschina und Peschine (Buyruk)

Ethische Probleme beschreiben und alevitisch begründete Handlungsentwürfe kennen.

Themen

Verantwortung gegen Armut und Unrecht; Teil des Weges zur Vervollkommnung (Insan-i Kamil) – das Teilen der Gabe an den geistlichen Führer, das Teilen des Essens, … (Buyruk)

Cem-Häuser erkunden sowie die wichtigsten alevitischen Feste beschreiben und mitgestalten.

Themen

Aufbau und Bedeutung der Cem-Zeremonie; Der Görgü-Cem: Cem durchführen, Bedeutung des Nefs, und sich loslösen von dem Weltlichen

Das Opferfest; Der alevitische Kalender: Das Opferfest von Abdal Musa (Koran 37, 99–113)

Religion in Gesellschaft und Kultur

Religiös begründete Werte kennen und ihre Bedeutung in Konfliktsituationen abschätzen.

Themen

Auf die Geringsten schauen; Barmherzigkeit – Die Lösungen der Probleme (Buyruk)

Mit Verschiedenheit umgehen; Würde – Unser Recht ist recht, wenn es uns gegeben wird, dann nehmen wir es an, wenn nicht, dann begeben wir uns auf den Weg, auch wenn dieser länger wird (Bizim hakkimiz haktir; verirlerse aliriz; vermezlerse yol uzasa bile develere biner, yürür gideriz – Nehc’ül Belaga)

Religiöse Motive aus Geschichte und Gegenwart in Medien, Kunst und Kultur entdecken, deuten und gestalten.

Themen

Das Geheimnis hinter den Zahlen; Die Drei Lebensweisen Gottes und die Sieben Annahmen (Buyruk)

Religiöse und weltanschauliche Vielfalt

Andere Überzeugungen beschreiben und eine wertschätzende Gesprächskultur entwickeln.

Themen

Was Zusammenleben oft schwierig macht; Geschichte und Vergangenheit (Yezid)

Andere Überzeugungen beschreiben und eine wertschätzende Gesprächskultur entwickeln.

Themen

Elemente christlichen Lebens und Glaubens; Hauptmerkmale des Christentums, Textbeispiele aus der Bibel

Menschen und ihre Lebensorientierung

Das eigene Selbst- und Weltverständnis sowie den persönlichen Glauben wahrnehmen und im Gespräch zum Ausdruck bringen.

Themen

Was mir heilig ist; Die alevitischen Quellen (Buyruk, Hadithen, Nehc’ül Belaga) als heilige Schriften

Widerfahrnisse des Lebens wahrnehmen und im Licht alevitischer Hoffnung deuten.

Themen

Glück und Unglück im Leben; Sich loslösen von der materiellen Welt (Terk-i Dünya), Sich Loslösen von der niederen Seele (Terk-i Ukba) und Gott erfahren (Terk-i Terk)

Gelehrte und gelebte Bezugsreligion

Quellentexte, Gebete und Glaubensinhalte der eigenen Konfession/Religion kennen und im Blick auf das eigene Leben deuten.

Themen

Gott hilft uns; Hadis, Hizir, 12 Imame, Dede

Hakk-Mohammed-Ali Weg; Mein Weg (Yol), Geburt, Heirat und Tod

Die Bedeutung von Gott-Mohammed-Ali und Leitmotive der eigenen Religion entdecken und verstehen.

Themen

Die vier Pforten und vierzig Stufen; Bedeutung von Pir und Rehber auf dem Weg und das Aufsteigen in die nächste Pforte

Ethische Probleme beschreiben und alevitisch begründete Handlungsentwürfe kennen.

Themen

Verantwortung für Mitmenschen und mich selbst; Teil des Weges zur Vervollkommnung (Insani Kamil) – die Wahlgeschwisterschaft (Buyruk), Das menschliche Gewissen (Koran 75, 1-2)

Cem-Häuser erkunden sowie die wichtigsten alevitischen Feste beschreiben und mitgestalten.

Themen

Die zwölf Dienste in einer Cem-Zeremonie; Der Görgü-Cem: Die Gebete der einzelnen Dienste und ihre Durchführung (Buyruk)

Muharrem-Fasten und das Aschure-Fest; Der alevitische Kalender: Die Trauer und die Bedeutung von Aschure

Religion in Gesellschaft und Kultur

Religiös begründete Werte kennen und ihre Bedeutung in Konfliktsituationen abschätzen.

Themen

Ich stehe für Gerechtigkeit; Zivilcourage Politische Verfolgung der Aleviten

Was sich im Leben bewährt; Erfüllung – Sich gut verstehen ist schon der halbe Verstand (Hos gecinmek aklin yarisidir – Nehc’ül Belaga)

Religiöse Motive aus Geschichte und Gegenwart in Medien, Kunst und Kultur entdecken, deuten und gestalten.

Themen

Das Cem-Haus – Glaube und Architektur; Cem Evi, Mescid, Cami: Anerkennung als Gebetshaus, Aktuelle Entwicklungen

Religiöse und weltanschauliche Vielfalt

Andere Überzeugungen beschreiben und eine wertschätzende Gesprächskultur entwickeln.

Themen

Voraussetzungen für ein gutes Miteinander; Regeln der Gemeinschaft (Buyruk)

Andere Überzeugungen beschreiben und eine wertschätzende Gesprächskultur entwickeln.

Themen

Elemente jüdischen Lebens und Glaubens; Hauptmerkmale von Judentum, Textbeispiele aus der Torah

Bundesrecht Lehrpläne – Alevitischer Religionsunterricht an Volksschulen, Hauptschulen, NMS, AHS, BMS, BHS

§ 2. Die nachstehend genannten Lehrpläne für den Alevitischen Religionsunterricht wurden von der Islamischen Alevitischen Glaubensgemeinschaft in Österreich hinsichtlich der Oberstufen allgemein bildender höherer Schulen, berufsbildenden mittleren Schulen und berufsbildenden höheren Schulen mit Wirksamkeit ab dem Schuljahr 2015/16 erlassen und werden hiermit gemäß § 2 Abs. 2 des Religionsunterrichtsgesetzes bekannt gemacht

Anlage 3

Anlage 4

Anlage 5

Bundesrecht Lehrpläne – Alevitischer Religionsunterricht an Volksschulen, Hauptschulen, NMS, AHS, BMS, BHS

Im Religionsunterricht verwirklicht die Schule in besonderer Weise ihren Auftrag zur Mitwirkung an der religiösen Bildung (Art. 14 Abs. 5a des Bundes-Verfassungsgesetzes und § 2 des Schulorganisationsgesetzes) in Form eines eigenen Unterrichtsgegenstandes. Dieser versteht sich als Dienst an den Schülerinnen und Schülern und an der Schule.

Er nimmt das unterschiedliche Ausmaß religiöser Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler durch Differenzierung und Individualisierung ernst und will alle Schülerinnen und Schüler ansprechen, wie unterschiedlich ihre religiösen Einstellungen auch sein mögen.

Im Sinne ganzheitlicher Bildung hat der Religionsunterricht kognitive, affektive und handlungsorientierte Ziele, die entsprechend dem alevitischen Menschenbild davon ausgehen, dass der Mensch auf Transzendenz ausgerichtet ist. So erhalten die zu behandelnden Grundfragen nach Herkunft, Zukunft und Sinn eine religiöse Dimension.

Der Alevitische Religionsunterricht ist konfessionell geprägt und gewinnt seinen Standpunkt aus der Orientierung an der koranischen Offenbarung und der alevitischen Tradition.

Die islamische Weltkommune betreffende und interreligiöse Anliegen sollen nach Möglichkeit Berücksichtigung finden und so ein gelebtes Zeichen des Dialogs zwischen Konfessionen und Religionen sein.

Im Zentrum des Alevitischen Religionsunterrichts stehen die Schülerinnen und Schüler, ihr Leben und ihr Glaube.

Daher sind Inhalt des Alevitischen Religionsunterrichts sowohl das menschliche Leben als auch der alevitische Glaube, wie er sich im Laufe der Geschichte entfaltet hat und in den alevitischen Gemeinden gelebt wird. Lebens-, Glaubens- und Welterfahrungen der Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer werden dabei aus der Perspektive des alevitischen Glaubens reflektiert und gedeutet. Dieser Glaube hat seinen Mittelpunkt bei Gott, dem Propheten Mohammed und dem Heiligen Ali.

Zugleich werden Schülerinnen und Schüler ermutigt, ihre persönlichen Glaubensentscheidungen zu treffen und dementsprechend ihr Leben und ihren Glauben zu gestalten. Damit leistet der Alevitische Religionsunterricht einen wesentlichen Beitrag zur Sinnfindung, zu religiöser Sachkompetenz und zur Werteerziehung sowie zur Gestaltung des Schullebens und der Schulkultur.

Der Alevitische Religionsunterricht zielt darauf ab, dass die Schülerinnen und Schüler besser mit sich selbst und mit der eigenen Religion und Konfession vertraut werden. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Herkunft und der Zugehörigkeit zur alevitischen Gemeinschaft soll einen Beitrag zur Bildung von Identität leisten, die eine unvoreingenommene und angstfreie Öffnung gegenüber dem Anderen erleichtert. Das erfordert eine ausführliche Beschäftigung mit anderen Kulturen, Religionen, Weltanschauungen und Trends, die heute vielfach konkurrierend unsere pluralistische Welt prägen. Es geht sowohl um eine Befähigung zu Toleranz gegenüber Menschen mit unterschiedlichen Überzeugungen, als auch gegebenenfalls um die Kompetenz zu sachlich begründetem Einspruch.

Die Thematisierung der gesellschaftlichen Bedeutung vom alevitischen Glauben soll zum Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung ermutigen und befähigen. Damit verbunden ist die Einladung an die Schülerinnen und Schüler, sich bei alevitischen Ereignissen, Aktivitäten und in der österreichischen Gesellschaft zu engagieren.

Religiöse Bildung im Religionsunterricht ist ein kommunikatives und prozessorientiertes Geschehen und bringt die dem alevitischen Glaubensverständnis eigene Sicht von Gott, Mensch und Welt ein. Sie nimmt dabei Rücksicht auf biografische, geschlechtsspezifische und entwicklungspsychologische Gegebenheiten.

Sie leistet einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung und Entwicklung der eigenen Identität durch die Erschließung des Lebens aus der alevitischen Perspektive.

Der Religionsunterricht ist Teil des Bildungs- und Erziehungsauftrages der Schulen. Die allgemeinen Unterrichtsprinzipien gelten auch für den Religionsunterricht. Als Pflichtgegenstand leistet er einen wesentlichen Beitrag zur Allgemein- und Persönlichkeitsbildung.

Der Religionsunterricht lädt ein, aus alevitischen Wurzeln zu leben, eine persönliche Spiritualität zu entwickeln und den Glauben in unterschiedlichen Ausdrucksformen zu feiern.

Der Unterricht in alevitischer Religion leistet auf dem Hintergrund der alevitischen Botschaft einen eigenständigen Beitrag zu den wesentlichen Aufgaben der Schule

In der Regel sind die Lehrpläne und die individuellen Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler und ihre spezifischen Bedürfnisse Ausgangspunkte der Unterrichtsplanung. Inklusiver Unterricht eröffnet neue Perspektiven schulischen Lernens und ermöglicht Unterrichtsqualitäten zu entwickeln, die im Sinne des gemeinsamen lebensbegleitenden Lernens von Bedeutung sind.

Wahrnehmen und Beschreiben

Sensibel werden für die Vielfalt religiöser Ausdrucksformen

Religion äußert sich in Gebet, Feier, Riten, Sprache, Gesang, Malerei, religiöser Argumentation, sozialem Engagement und vielem mehr. Der Religionsunterricht sensibilisiert Schülerinnen und Schüler für die unterschiedlichen Ausdrucksformen alevitischen Glaubens und gibt ihnen angemessenen Raum.

Spirituelle Wege entdecken

Menschen suchen nach Orientierung und tragfähigen spirituellen Lebensmodellen. Vom differenzierten Wahrnehmen der spirituellen Traditionen alevitischen Glaubens in der Liturgie, in den lebensbegleitenden Überlieferungen, Niederschriften, Artefakten und alevitischen Hadithen, unterschiedlichen alevitischen Lebensformen, in den vielfältigen Formen des Gebets führt der Religionsunterricht in das Geheimnis des alevitischen Glaubens ein.

Verstehen und Deuten

Fragen – erzählen – lernen

Religion lebt auch vom Fragen, Erzählen und Lernen. Die Inhalte alevitischen Glaubens sind wesentlicher Teil des Religionsunterrichts und fördern auch das Fragen. Die große Bedeutung von Religion im Leben von Menschen gibt dem Kennenlernen der großen Erzählungen vom gelingenden und angefochtenen Leben im Religionsunterricht ihren besonderen Wert, gerade auch im Blick auf die Quellentexte des alevitischen Glaubens. Gelebte Religion bedarf des Wissens und der Reflexion dessen, was man glaubt.

Aus Biographien lernen

Biographische Orientierung ermöglicht ein Lernen an Modellen. Gestalten aus den alevitischen Glaubensquellen, Heilige, aber auch Heldinnen und Helden des Alltags zeigen einen Blick auf die Vielfalt glaubwürdig gelebten Alevitseins.

Gestalten und Handeln

Mitwelt gestalten

Verantwortungsvolle Weltgestaltung war immer ein wesentlicher Teil alevitischer Tradition. Der Religionsunterricht fördert die Ehrfurcht der Schülerinnen und Schüler vor dem Leben, ermutigt zu umfassendem Frieden, zum Einsatz für Gerechtigkeit in der globalisierten Welt und zeigt Handlungsoptionen zur Bewahrung der Schöpfung auf.

Religiöse Ausdrucksformen kultivieren

Auch der religiöse Zugang zur Welt hängt wesentlich von der Sprachfähigkeit ab. Der Religionsunterricht erschließt Sinn durch Sinne und fördert Loben, Danken, Staunen, Klagen, Bitten und Feiern in ihren vielfältigen Formen. Dadurch fördert der Religionsunterricht die umfassende Ausdrucksfähigkeit der Schülerinnen und Schüler. Im Blick auf die Tiefendimension des Lebens können sie etwas vom Geheimnis Gottes und des Menschen erahnen und mit anderen darüber in Austausch treten.

Kommunizieren und (be)urteilen

Über Differenzen ins Gespräch kommen

Schülerinnen und Schüler lernen mit der Vielfalt von Menschen unterschiedlicher Herkunft und Begabungen umzugehen. Alevitischer Religionsunterricht sieht diese Vielfalt als Chance und Reichtum. Er fördert Differenzkompetenz und Toleranz gegenüber Menschen anderen Glaubens und anderer Überzeugungen, was gegebenenfalls auch Auseinandersetzung und Widerspruch in der Sache einschließt.

Religiöse und ethische Vorstellungen bewerten

Europa und seine religiös-weltanschauliche Vielfalt verlangen Orientierung. Der Religionsunterricht fördert die Urteilskompetenz bezüglich religiöser und ethischer Vorstellungen. Die religiösen Vorstellungen der Schülerinnen und Schüler werden im Sinne einer „alevitisch islamischen Schülertheologie“ beachtet und geachtet. Sie sind bevorzugter Ort für begründete Kommunikation, kritische Auseinandersetzung und produktive Weiterentwicklung religiösen Lernens.

Teilhaben und entscheiden

Religiöse Praxis kennen lernen

Religiöse Übungen (§ 2a Religionsunterrichtsgesetz) erweitern den Religionsunterricht. Dieser lädt ein zum Leben in den Gebetshäusern (Cem-Evi) mit seinen vielfältigen Möglichkeiten der Beteiligung in der Gemeinde, in der Gottesanbetung, im Gebet, im Umfeld von karitativen Einrichtungen, in Kindergruppen. Die Erfahrung eigener Beteiligung – auch im Unterricht und ihre Reflexion ermöglichen Orientierung und Beheimatung.

Eigene Wege finden

Religion und Bildung sollen die Person stärken. Der Religionsunterricht unterstützt Schülerinnen und Schüler auf der Suche nach einem gelingenden Leben und bietet Hilfe für ein gelingendes Mensch- und Alevitsein. Es geht ihm daher auch um eine Fragekultur, um Ermutigung bei der Entwicklung des Denkens sowie des Handelns als Alevitin und Alevit sowie um die Unterstützung beim Finden des persönlichen Lebensweges. Die biographische Reflexion, die Orientierung an Vorbildern und die Begegnung mit verschiedenen Formen der Verwirklichung des Alevitseins stehen im Vordergrund.

Der Lehrplan für den Alevitischen Religionsunterricht ist kompetenzorientiert und bilden den Rahmen für den Religionsunterricht. Er ist klar strukturiert, wodurch Systematisierung, Differenzierung und Individualisierung in Planung und Umsetzung des Unterrichts erleichtert werden.

Der Lehrplan ermöglicht den Religionslehrerinnen und Religionslehrern Entscheidungsfreiräume hinsichtlich der zeitlichen Verteilung, der Konkretisierung und Strukturierung der Lehrinhalte sowie vor allem ihre Erweiterung. Zudem ist es in begründeten Fällen möglich, Themenfelder auch zwischen den Klassen zu verschieben.

Durch fächerübergreifendes und projektorientiertes Arbeiten unter Wahrung der fachspezifischen Ziele und Inhalte wird ein ganzheitlicher Lernprozess angestrebt.

Bestimmte Feste und Festzeiten sowie Gedenktage der Heiligen prägen das schulische Geschehen. Dies wird auf allen Schulstufen mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung berücksichtigt und gilt ebenso für die Gebetserziehung.

Die Schulstufen gliedern sich jeweils in

Die Schülerinnen und Schüler sollen dabei auf den jeweiligen Kompetenzebenen folgendes lernen

Das eigene Selbst- und Weltverständnis sowie den persönlichen Glauben wahrnehmen und im Gespräch zum Ausdruck bringen.

Die Schülerinnen und Schüler sollen ihr Selbst- und Weltverständnis sowie ihren persönlichen Glauben wahrnehmen. In der Auseinandersetzung mit den großen Fragen des Daseins sollen sie der Einmaligkeit und Selbstachtung des Menschen einen Ausdruck verleihen können.

Widerfahrnisse des Lebens wahrnehmen und im Licht alevitischer Hoffnung deuten.

Die Schülerinnen und Schüler sollen Glück und Unglück, Enttäuschungen und Hoffnungen in ihrem Leben wahrnehmen können.

Quellentexte, Gebete und Glaubensinhalte der eigenen Konfession/Religion kennen und im Blick auf das eigene Leben deuten.

Die Schülerinnen und Schüler sollen den geschichtlichen Ablauf des Alevitentums entdecken. Sie sollen mit den wichtigen Gebeten vertraut werden und sollen die Bedeutung der Cem-Zeremonie in Bezug auf ihren Glauben kennen lernen.

Die Bedeutung von Hakk-Mohammed-Ali und Leitmotive der eigenen Religion entdecken und verstehen.

Die Schülerinnen und Schüler sollen sich selbst als Teil des Universums wahrnehmen. Die Schülerinnen und Schüler sollen verstehen, welche Verantwortung sie auf dem Wege des Glaubens übernehmen werden müssen.

Ethische Probleme beschreiben und alevitisch begründete Handlungsentwürfe kennen.

Die Schülerinnen und Schüler sollen aktiv lernen Verantwortung zu übernehmen. Sie sollen ausgewählte Texte aus alevitischen Quellen zu gelebter Verantwortung kennen lernen.

Cem-Häuser erkunden sowie die wichtigsten alevitischen Feste beschreiben und mitgestalten.

Die Schülerinnen und Schüler sollen wichtige alevitische Räumlichkeiten entdecken und sollen wissen, wie eine Cem-Zeremonie aufgebaut ist. Die Schülerinnen und Schüler sollen die Bedeutung des Donnerstag Abends lernen, sollen mit dem alevitischen Kalender vertraut sein und an Festen und Zeremonien in angemessener Weise teilnehmen können.

Religiös begründete Werte kennen und ihre Bedeutung in Konfliktsituationen abschätzen.

Die Schülerinnen und Schüler sollen humane, religiöse und alevitisch begründete Werte erläutern können. Sie sollen an einzelnen Beispielen konstruieren können, wie die Achtung von Werten Menschen, Mitgeschöpfe und Umwelt miteinander leben lässt.

Religiöse Motive aus Geschichte und Gegenwart in Medien, Kunst und Kultur entdecken, deuten und gestalten.

Die Schülerinnen und Schüler sollen religiöse Darstellungen und Motive im Wandel der Zeit erkennen und deuten können. Sie sollen die Bedeutung der Symbole erkennen und diese mit religiösen Praktiken verbinden können.

Andere Überzeugungen beschreiben und eine wertschätzende Gesprächskultur entwickeln.

Die Schülerinnen und Schüler sollen unterschiedliche religiöse und weltanschauliche Überzeugungen und Lebensstile wahrnehmen und beschreiben. Sie sollen die Regeln für ein gutes Miteinander benennen können und in ihrem Umfeld anwenden können.

Umgang mit Vielfalt in Europa entdecken.

Die Schülerinnen und Schüler sollen die Elemente alevitischen, christlichen und jüdischen Lebens und Glaubens beschreiben können. Sie sollen konfessionelle und religiöse Vielfalt mit ihren unterschiedlichen Lebensweisen zur Sprache bringen können und sich darüber austauschen.

5. Klasse (9. und 10. Semester)

Die Schülerinnen und Schüler sollen

6. Klasse

11. Semester – Kompetenzmodul 11

Bildungs- und Lehraufgabe

Die Schülerinnen und Schüler sollen

12. Semester – Kompetenzmodul 12

Die Schülerinnen und Schüler sollen

7. Klasse

13. Semester – Kompetenzmodul 13

Die Schülerinnen und Schüler sollen

14. Semester – Kompetenzmodul 14

Bildungs- und Lehraufgabe

Die Schülerinnen und Schüler sollen

8. Klasse – Kompetenzmodul 15

15.Semester

Die Schülerinnen und Schüler sollen

16. Semester

Die Schülerinnen und Schüler sollen

Bundesrecht Lehrpläne – Alevitischer Religionsunterricht an Volksschulen, Hauptschulen, NMS, AHS, BMS, BHS

Im Religionsunterricht verwirklicht die Schule in besonderer Weise ihren Auftrag zur Mitwirkung an der religiösen Bildung (Art. 14 Abs. 5a des Bundes-Verfassungsgesetzes und § 2 des Schulorganisationsgesetzes) in Form eines eigenen Unterrichtsgegenstandes. Dieser versteht sich als Dienst an den Schülerinnen und Schülern und an der Schule.

Er nimmt das unterschiedliche Ausmaß religiöser Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler durch Differenzierung und Individualisierung ernst und will alle Schülerinnen und Schüler ansprechen, wie unterschiedlich ihre religiösen Einstellungen auch sein mögen.

Im Sinne ganzheitlicher Bildung hat der Religionsunterricht kognitive, affektive und handlungsorientierte Ziele, die entsprechend dem alevitischen Menschenbild davon ausgehen, dass der Mensch auf Transzendenz ausgerichtet ist. So erhalten die zu behandelnden Grundfragen nach Herkunft, Zukunft und Sinn eine religiöse Dimension.

Der Alevitische Religionsunterricht ist konfessionell geprägt und gewinnt seinen Standpunkt aus der Orientierung an der koranischen Offenbarung und der alevitischen Tradition.

Die islamische Weltkommune betreffende und interreligiöse Anliegen sollen nach Möglichkeit Berücksichtigung finden und so ein gelebtes Zeichen des Dialogs zwischen Konfessionen und Religionen sein.

Im Zentrum des Alevitischen Religionsunterrichts stehen die Schülerinnen und Schüler, ihr Leben und ihr Glaube.

Daher sind Inhalt des Alevitischen Religionsunterrichts sowohl das menschliche Leben als auch der alevitische Glaube, wie er sich im Laufe der Geschichte entfaltet hat und in den alevitischen Gemeinden gelebt wird. Lebens-, Glaubens- und Welterfahrungen der Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer werden dabei aus der Perspektive des alevitischen Glaubens reflektiert und gedeutet. Dieser Glaube hat seinen Mittelpunkt bei Gott, dem Propheten Mohammed und dem Heiligen Ali.

Zugleich werden Schülerinnen und Schüler ermutigt, ihre persönlichen Glaubensentscheidungen zu treffen und dementsprechend ihr Leben und ihren Glauben zu gestalten. Damit leistet der Alevitische Religionsunterricht einen wesentlichen Beitrag zur Sinnfindung, zu religiöser Sachkompetenz und zur Werteerziehung sowie zur Gestaltung des Schullebens und der Schulkultur.

Der Alevitische Religionsunterricht zielt darauf ab, dass die Schülerinnen und Schüler besser mit sich selbst und mit der eigenen Religion und Konfession vertraut werden. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Herkunft und der Zugehörigkeit zur alevitischen Gemeinschaft soll einen Beitrag zur Bildung von Identität leisten, die eine unvoreingenommene und angstfreie Öffnung gegenüber dem Anderen erleichtert. Das erfordert eine ausführliche Beschäftigung mit anderen Kulturen, Religionen, Weltanschauungen und Trends, die heute vielfach konkurrierend unsere pluralistische Welt prägen. Es geht sowohl um eine Befähigung zu Toleranz gegenüber Menschen mit unterschiedlichen Überzeugungen, als auch gegebenenfalls um die Kompetenz zu sachlich begründetem Einspruch.

Die Thematisierung der gesellschaftlichen Bedeutung vom alevitischen Glauben soll zum Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung ermutigen und befähigen. Damit verbunden ist die Einladung an die Schülerinnen und Schüler, sich bei alevitischen Ereignissen, Aktivitäten und in der österreichischen Gesellschaft zu engagieren.

Religiöse Bildung im Religionsunterricht ist ein kommunikatives und prozessorientiertes Geschehen und bringt die dem alevitischen Glaubensverständnis eigene Sicht von Gott, Mensch und Welt ein. Sie nimmt dabei Rücksicht auf biografische, geschlechtsspezifische und entwicklungspsychologische Gegebenheiten.

Sie leistet einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung und Entwicklung der eigenen Identität durch die Erschließung des Lebens aus der alevitischen Perspektive.

Der Religionsunterricht ist Teil des Bildungs- und Erziehungsauftrages der Schulen. Die allgemeinen Unterrichtsprinzipien gelten auch für den Religionsunterricht. Als Pflichtgegenstand leistet er einen wesentlichen Beitrag zur Allgemein- und Persönlichkeitsbildung.

Der Religionsunterricht lädt ein, aus alevitischen Wurzeln zu leben, eine persönliche Spiritualität zu entwickeln und den Glauben in unterschiedlichen Ausdrucksformen zu feiern.

Der Unterricht in alevitischer Religion leistet auf dem Hintergrund der alevitischen Botschaft einen eigenständigen Beitrag zu den wesentlichen Aufgaben der Schule

In der Regel sind die Lehrpläne und die individuellen Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler und ihre spezifischen Bedürfnisse Ausgangspunkte der Unterrichtsplanung. Inklusiver Unterricht eröffnet neue Perspektiven schulischen Lernens und ermöglicht Unterrichtsqualitäten zu entwickeln, die im Sinne des gemeinsamen lebensbegleitenden Lernens von Bedeutung sind.

Die jeweiligen allgemeinen didaktischen Grundsätze des Lehrplans der jeweiligen Schulstufe gelten auch für den Religionsunterricht.

Wahrnehmen und Beschreiben

Sensibel werden für die Vielfalt religiöser Ausdrucksformen

Religion äußert sich in Gebet, Feier, Riten, Sprache, Gesang, Malerei, religiöser Argumentation, sozialem Engagement und vielem mehr. Der Religionsunterricht sensibilisiert Schülerinnen und Schüler für die unterschiedlichen Ausdrucksformen alevitischen Glaubens und gibt ihnen angemessenen Raum.

Spirituelle Wege entdecken

Menschen suchen nach Orientierung und tragfähigen spirituellen Lebensmodellen. Vom differenzierten Wahrnehmen der spirituellen Traditionen alevitischen Glaubens in der Liturgie, in den lebensbegleitenden Überlieferungen, Niederschriften, Artefakten und alevitischen Hadithen, unterschiedlichen alevitischen Lebensformen, in den vielfältigen Formen des Gebets führt der Religionsunterricht in das Geheimnis des alevitischen Glaubens ein.

Verstehen und Deuten

Fragen – erzählen – lernen

Religion lebt auch vom Fragen, Erzählen und Lernen. Die Inhalte alevitischen Glaubens sind wesentlicher Teil des Religionsunterrichts und fördern auch das Fragen. Die große Bedeutung von Religion im Leben von Menschen gibt dem Kennenlernen der großen Erzählungen vom gelingenden und angefochtenen Leben im Religionsunterricht ihren besonderen Wert, gerade auch im Blick auf die Quellentexte des alevitischen Glaubens. Gelebte Religion bedarf des Wissens und der Reflexion dessen, was man glaubt.

Aus Biographien lernen

Biographische Orientierung ermöglicht ein Lernen an Modellen. Gestalten aus den alevitischen Glaubensquellen, Heilige, aber auch Heldinnen und Helden des Alltags zeigen einen Blick auf die Vielfalt glaubwürdig gelebten Alevitseins.

Gestalten und Handeln

Mitwelt gestalten

Verantwortungsvolle Weltgestaltung war immer ein wesentlicher Teil alevitischer Tradition. Der Religionsunterricht fördert die Ehrfurcht der Schülerinnen und Schüler vor dem Leben, ermutigt zu umfassendem Frieden, zum Einsatz für Gerechtigkeit in der globalisierten Welt und zeigt Handlungsoptionen zur Bewahrung der Schöpfung auf.

Religiöse Ausdrucksformen kultivieren

Auch der religiöse Zugang zur Welt hängt wesentlich von der Sprachfähigkeit ab. Der Religionsunterricht erschließt Sinn durch Sinne und fördert Loben, Danken, Staunen, Klagen, Bitten und Feiern in ihren vielfältigen Formen. Dadurch fördert der Religionsunterricht die umfassende Ausdrucksfähigkeit der Schülerinnen und Schüler. Im Blick auf die Tiefendimension des Lebens können sie etwas vom Geheimnis Gottes und des Menschen erahnen und mit anderen darüber in Austausch treten.

Kommunizieren und (be)urteilen

Über Differenzen ins Gespräch kommen

Schülerinnen und Schüler lernen mit der Vielfalt von Menschen unterschiedlicher Herkunft und Begabungen umzugehen. Alevitischer Religionsunterricht sieht diese Vielfalt als Chance und Reichtum. Er fördert Differenzkompetenz und Toleranz gegenüber Menschen anderen Glaubens und anderer Überzeugungen, was gegebenenfalls auch Auseinandersetzung und Widerspruch in der Sache einschließt.

Religiöse und ethische Vorstellungen bewerten

Europa und seine religiös-weltanschauliche Vielfalt verlangen Orientierung. Der Religionsunterricht fördert die Urteilskompetenz bezüglich religiöser und ethischer Vorstellungen. Die religiösen Vorstellungen der Schülerinnen und Schüler werden im Sinne einer „alevitisch islamischen Schülertheologie“ beachtet und geachtet. Sie sind bevorzugter Ort für begründete Kommunikation, kritische Auseinandersetzung und produktive Weiterentwicklung religiösen Lernens.

Teilhaben und entscheiden

Religiöse Praxis kennen lernen

Religiöse Übungen (§ 2a Religionsunterrichtsgesetz) erweitern den Religionsunterricht. Dieser lädt ein zum Leben in den Gebetshäusern (Cem-Evi) mit seinen vielfältigen Möglichkeiten der Beteiligung in der Gemeinde, in der Gottesanbetung, im Gebet, im Umfeld von karitativen Einrichtungen, in Kindergruppen. Die Erfahrung eigener Beteiligung – auch im Unterricht und ihre Reflexion ermöglichen Orientierung und Beheimatung.

Eigene Wege finden

Religion und Bildung sollen die Person stärken. Der Religionsunterricht unterstützt Schülerinnen und Schüler auf der Suche nach einem gelingenden Leben und bietet Hilfe für ein gelingendes Mensch- und Alevitsein. Es geht ihm daher auch um eine Fragekultur, um Ermutigung bei der Entwicklung des Denkens sowie des Handelns als Alevitin und Alevit sowie um die Unterstützung beim Finden des persönlichen Lebensweges. Die biographische Reflexion, die Orientierung an Vorbildern und die Begegnung mit verschiedenen Formen der Verwirklichung des Alevitseins stehen im Vordergrund.

Der Lehrplan für den Alevitischen Religionsunterricht ist kompetenzorientiert und bilden den Rahmen für den Religionsunterricht. Er ist klar strukturiert, wodurch Systematisierung, Differenzierung und Individualisierung in Planung und Umsetzung des Unterrichts erleichtert werden.

Der Lehrplan ermöglicht den Religionslehrerinnen und Religionslehrern Entscheidungsfreiräume hinsichtlich der zeitlichen Verteilung, der Konkretisierung und Strukturierung der Lehrinhalte sowie vor allem ihre Erweiterung. Zudem ist es in begründeten Fällen möglich, Themenfelder auch zwischen den Klassen zu verschieben.

Durch fächerübergreifendes und projektorientiertes Arbeiten unter Wahrung der fachspezifischen Ziele und Inhalte wird ein ganzheitlicher Lernprozess angestrebt.

Bestimmte Feste und Festzeiten sowie Gedenktage der Heiligen prägen das schulische Geschehen. Dies wird auf allen Schulstufen mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung berücksichtigt und gilt ebenso für die Gebetserziehung.

Die Schulstufen gliedern sich jeweils in

Die Schülerinnen und Schüler sollen dabei auf den jeweiligen Kompetenzebenen folgendes lernen

Das eigene Selbst- und Weltverständnis sowie den persönlichen Glauben wahrnehmen und im Gespräch zum Ausdruck bringen.

Die Schülerinnen und Schüler sollen ihr Selbst- und Weltverständnis sowie ihren persönlichen Glauben wahrnehmen. In der Auseinandersetzung mit den großen Fragen des Daseins sollen sie der Einmaligkeit und Selbstachtung des Menschen einen Ausdruck verleihen können.

Widerfahrnisse des Lebens wahrnehmen und im Licht alevitischer Hoffnung deuten.

Die Schülerinnen und Schüler sollen Glück und Unglück, Enttäuschungen und Hoffnungen in ihrem Leben wahrnehmen können.

Quellentexte, Gebete und Glaubensinhalte der eigenen Konfession/Religion kennen und im Blick auf das eigene Leben deuten.

Die Schülerinnen und Schüler sollen den geschichtlichen Ablauf des Alevitentums entdecken. Sie sollen mit den wichtigen Gebeten vertraut werden und sollen die Bedeutung der Cem-Zeremonie in Bezug auf ihren Glauben kennen lernen.

Die Bedeutung von Hakk-Mohammed-Ali und Leitmotive der eigenen Religion entdecken und verstehen.

Die Schülerinnen und Schüler sollen sich selbst als Teil des Universums wahrnehmen. Die Schülerinnen und Schüler sollen verstehen, welche Verantwortung sie auf dem Wege des Glaubens übernehmen werden müssen.

Ethische Probleme beschreiben und alevitisch begründete Handlungsentwürfe kennen.

Die Schülerinnen und Schüler sollen aktiv lernen Verantwortung zu übernehmen. Sie sollen ausgewählte Texte aus alevitischen Quellen zu gelebter Verantwortung kennen lernen.

Cem-Häuser erkunden sowie die wichtigsten alevitischen Feste beschreiben und mitgestalten.

Die Schülerinnen und Schüler sollen wichtige alevitische Räumlichkeiten entdecken und sollen wissen, wie eine Cem-Zeremonie aufgebaut ist. Die Schülerinnen und Schüler sollen die Bedeutung des Donnerstag Abends lernen, sollen mit dem alevitischen Kalender vertraut sein und an Festen und Zeremonien in angemessener Weise teilnehmen können.

Religiös begründete Werte kennen und ihre Bedeutung in Konfliktsituationen abschätzen.

Die Schülerinnen und Schüler sollen humane, religiöse und alevitisch begründete Werte erläutern können. Sie sollen an einzelnen Beispielen konstruieren können, wie die Achtung von Werten Menschen, Mitgeschöpfe und Umwelt miteinander leben lässt.

Religiöse Motive aus Geschichte und Gegenwart in Medien, Kunst und Kultur entdecken, deuten und gestalten.

Die Schülerinnen und Schüler sollen religiöse Darstellungen und Motive im Wandel der Zeit erkennen und deuten können. Sie sollen die Bedeutung der Symbole erkennen und diese mit religiösen Praktiken verbinden können.

Andere Überzeugungen beschreiben und eine wertschätzende Gesprächskultur entwickeln.

Die Schülerinnen und Schüler sollen unterschiedliche religiöse und weltanschauliche Überzeugungen und Lebensstile wahrnehmen und beschreiben. Sie sollen die Regeln für ein gutes Miteinander benennen können und in ihrem Umfeld anwenden können.

Umgang mit Vielfalt in Europa entdecken.

Die Schülerinnen und Schüler sollen die Elemente alevitischen, christlichen und jüdischen Lebens und Glaubens beschreiben können. Sie sollen konfessionelle und religiöse Vielfalt mit ihren unterschiedlichen Lebensweisen zur Sprache bringen können und sich darüber austauschen.

1. Klasse (1. und 2. Semester)

Die Schülerinnen und Schüler sollen

2. Klasse

3. Semester – Kompetenzmodul 3

Die Schülerinnen und Schüler sollen

4. Semester – Kompetenzmodul 4

Die Schülerinnen und Schüler sollen

3. Klasse – Kompetenzmodul 5

5. Semester

6. Semester

Bundesrecht Lehrpläne – Alevitischer Religionsunterricht an Volksschulen, Hauptschulen, NMS, AHS, BMS, BHS

Im Religionsunterricht verwirklicht die Schule in besonderer Weise ihren Auftrag zur Mitwirkung an der religiösen Bildung (Art. 14 Abs. 5a des Bundes-Verfassungsgesetzes und § 2 des Schulorganisationsgesetzes) in Form eines eigenen Unterrichtsgegenstandes. Dieser versteht sich als Dienst an den Schülerinnen und Schülern und an der Schule.

Er nimmt das unterschiedliche Ausmaß religiöser Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler durch Differenzierung und Individualisierung ernst und will alle Schülerinnen und Schüler ansprechen, wie unterschiedlich ihre religiösen Einstellungen auch sein mögen.

Im Sinne ganzheitlicher Bildung hat der Religionsunterricht kognitive, affektive und handlungsorientierte Ziele, die entsprechend dem alevitischen Menschenbild davon ausgehen, dass der Mensch auf Transzendenz ausgerichtet ist. So erhalten die zu behandelnden Grundfragen nach Herkunft, Zukunft und Sinn eine religiöse Dimension.

Der Alevitische Religionsunterricht ist konfessionell geprägt und gewinnt seinen Standpunkt aus der Orientierung an der koranischen Offenbarung und der alevitischen Tradition.

Die islamische Weltkommune betreffende und interreligiöse Anliegen sollen nach Möglichkeit Berücksichtigung finden und so ein gelebtes Zeichen des Dialogs zwischen Konfessionen und Religionen sein.

Im Zentrum des Alevitischen Religionsunterrichts stehen die Schülerinnen und Schüler, ihr Leben und ihr Glaube.

Daher sind Inhalt des Alevitischen Religionsunterrichts sowohl das menschliche Leben als auch der alevitische Glaube, wie er sich im Laufe der Geschichte entfaltet hat und in den alevitischen Gemeinden gelebt wird. Lebens-, Glaubens- und Welterfahrungen der Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer werden dabei aus der Perspektive des alevitischen Glaubens reflektiert und gedeutet. Dieser Glaube hat seinen Mittelpunkt bei Gott, dem Propheten Mohammed und dem Heiligen Ali.

Zugleich werden Schülerinnen und Schüler ermutigt, ihre persönlichen Glaubensentscheidungen zu treffen und dementsprechend ihr Leben und ihren Glauben zu gestalten. Damit leistet der Alevitische Religionsunterricht einen wesentlichen Beitrag zur Sinnfindung, zu religiöser Sachkompetenz und zur Werteerziehung sowie zur Gestaltung des Schullebens und der Schulkultur.

Der Alevitische Religionsunterricht zielt darauf ab, dass die Schülerinnen und Schüler besser mit sich selbst und mit der eigenen Religion und Konfession vertraut werden. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Herkunft und der Zugehörigkeit zur alevitischen Gemeinschaft soll einen Beitrag zur Bildung von Identität leisten, die eine unvoreingenommene und angstfreie Öffnung gegenüber dem Anderen erleichtert. Das erfordert eine ausführliche Beschäftigung mit anderen Kulturen, Religionen, Weltanschauungen und Trends, die heute vielfach konkurrierend unsere pluralistische Welt prägen. Es geht sowohl um eine Befähigung zu Toleranz gegenüber Menschen mit unterschiedlichen Überzeugungen, als auch gegebenenfalls um die Kompetenz zu sachlich begründetem Einspruch.

Die Thematisierung der gesellschaftlichen Bedeutung von alevitischem Glauben soll zum Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung ermutigen und befähigen. Damit verbunden ist die Einladung an die Schülerinnen und Schüler, sich bei alevitischen Ereignissen, Aktivitäten und in der österreichischen Gesellschaft zu engagieren.

Religiöse Bildung im Religionsunterricht ist ein kommunikatives und prozessorientiertes Geschehen und bringt die dem alevitischen Glaubensverständnis eigene Sicht von Gott, Mensch und Welt ein. Sie nimmt dabei Rücksicht auf biografische, geschlechtsspezifische und entwicklungspsychologische Gegebenheiten.

Sie leistet einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung und Entwicklung der eigenen Identität durch die Erschließung des Lebens aus der alevitischen Perspektive.

Der Religionsunterricht ist Teil des Bildungs- und Erziehungsauftrages der Schulen. Die allgemeinen Unterrichtsprinzipien gelten auch für den Religionsunterricht. Als Pflichtgegenstand leistet er einen wesentlichen Beitrag zur Allgemein- und Persönlichkeitsbildung.

Der Religionsunterricht lädt ein, aus alevitischen Wurzeln zu leben, eine persönliche Spiritualität zu entwickeln und den Glauben in unterschiedlichen Ausdrucksformen zu feiern.

Der Unterricht in alevitischer Religion leistet auf dem Hintergrund der alevitischen Botschaft einen eigenständigen Beitrag zu den wesentlichen Aufgaben der Schule

In der Regel sind die Lehrpläne und die individuellen Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler und ihre spezifischen Bedürfnisse Ausgangspunkte der Unterrichtsplanung. Inklusiver Unterricht eröffnet neue Perspektiven schulischen Lernens und ermöglicht Unterrichtsqualitäten zu entwickeln, die im Sinne des gemeinsamen lebensbegleitenden Lernens von Bedeutung sind.

Die jeweiligen allgemeinen didaktischen Grundsätze des Lehrplans der jeweiligen Schulstufe gelten auch für den Religionsunterricht.

Wahrnehmen und Beschreiben

Sensibel werden für die Vielfalt religiöser Ausdrucksformen

Religion äußert sich in Gebet, Feier, Riten, Sprache, Gesang, Malerei, religiöser Argumentation, sozialem Engagement und vielem mehr. Der Religionsunterricht sensibilisiert Schülerinnen und Schüler für die unterschiedlichen Ausdrucksformen alevitischen Glaubens und gibt ihnen angemessenen Raum.

Spirituelle Wege entdecken

Menschen suchen nach Orientierung und tragfähigen spirituellen Lebensmodellen. Vom differenzierten Wahrnehmen der spirituellen Traditionen alevitischen Glaubens in der Liturgie, in den lebensbegleitenden Überlieferungen, Niederschriften, Artefakten und alevitischen Hadithen, unterschiedlichen alevitischen Lebensformen, in den vielfältigen Formen des Gebets führt der Religionsunterricht in das Geheimnis des alevitischen Glaubens ein.

Verstehen und Deuten

Fragen – erzählen – lernen

Religion lebt auch vom Fragen, Erzählen und Lernen. Die Inhalte alevitischen Glaubens sind wesentlicher Teil des Religionsunterrichts und fördern auch das Fragen. Die große Bedeutung von Religion im Leben von Menschen gibt dem Kennenlernen der großen Erzählungen vom gelingenden und angefochtenen Leben im Religionsunterricht ihren besonderen Wert, gerade auch im Blick auf die Quellentexte des alevitischen Glaubens. Gelebte Religion bedarf des Wissens und der Reflexion dessen, was man glaubt.

Aus Biographien lernen

Biographische Orientierung ermöglicht ein Lernen an Modellen. Gestalten aus den alevitischen Glaubensquellen, Heilige, aber auch Heldinnen und Helden des Alltags zeigen einen Blick auf die Vielfalt glaubwürdig gelebten Alevitseins.

Gestalten und Handeln

Mitwelt gestalten

Verantwortungsvolle Weltgestaltung war immer ein wesentlicher Teil alevitischer Tradition. Der Religionsunterricht fördert die Ehrfurcht der Schülerinnen und Schüler vor dem Leben, ermutigt zu umfassendem Frieden, zum Einsatz für Gerechtigkeit in der globalisierten Welt und zeigt Handlungsoptionen zur Bewahrung der Schöpfung auf.

Religiöse Ausdrucksformen kultivieren

Auch der religiöse Zugang zur Welt hängt wesentlich von der Sprachfähigkeit ab. Der Religionsunterricht erschließt Sinn durch Sinne und fördert Loben, Danken, Staunen, Klagen, Bitten und Feiern in ihren vielfältigen Formen. Dadurch fördert der Religionsunterricht die umfassende Ausdrucksfähigkeit der Schülerinnen und Schüler. Im Blick auf die Tiefendimension des Lebens können sie etwas vom Geheimnis Gottes und des Menschen erahnen und mit anderen darüber in Austausch treten.

Kommunizieren und (be)urteilen

Über Differenzen ins Gespräch kommen

Schülerinnen und Schüler lernen mit der Vielfalt von Menschen unterschiedlicher Herkunft und Begabungen umzugehen. Alevitischer Religionsunterricht sieht diese Vielfalt als Chance und Reichtum. Er fördert Differenzkompetenz und Toleranz gegenüber Menschen anderen Glaubens und anderer Überzeugungen, was gegebenenfalls auch Auseinandersetzung und Widerspruch in der Sache einschließt.

Religiöse und ethische Vorstellungen bewerten

Europa und seine religiös-weltanschauliche Vielfalt verlangen Orientierung. Der Religionsunterricht fördert die Urteilskompetenz bezüglich religiöser und ethischer Vorstellungen. Die religiösen Vorstellungen der Schülerinnen und Schüler werden im Sinne einer „alevitisch islamischen Schülertheologie“ beachtet und geachtet. Sie sind bevorzugter Ort für begründete Kommunikation, kritische Auseinandersetzung und produktive Weiterentwicklung religiösen Lernens.

Teilhaben und entscheiden

Religiöse Praxis kennenlernen

Religiöse Übungen (§ 2a Religionsunterrichtsgesetz) erweitern den Religionsunterricht. Dieser lädt ein zum Leben in den Gebetshäusern (Cem-Evi) mit seinen vielfältigen Möglichkeiten der Beteiligung in der Gemeinde, in der Gottesanbetung, im Gebet, im Umfeld von karitativen Einrichtungen, in Kindergruppen. Die Erfahrung eigener Beteiligung – auch im Unterricht und ihre Reflexion ermöglichen Orientierung und Beheimatung.

Eigene Wege finden

Religion und Bildung sollen die Person stärken. Der Religionsunterricht unterstützt Schülerinnen und Schüler auf der Suche nach einem gelingenden Leben und bietet Hilfe für ein gelingendes Mensch- und Alevitsein. Es geht ihm daher auch um eine Fragekultur, um Ermutigung bei der Entwicklung des Denkens sowie des Handelns als Alevitin und Alevit sowie um die Unterstützung beim Finden des persönlichen Lebensweges. Die biographische Reflexion, die Orientierung an Vorbildern und die Begegnung mit verschiedenen Formen der Verwirklichung des Alevitseins stehen im Vordergrund.

Der Lehrplan für den Alevitischen Religionsunterricht ist kompetenzorientiert und bilden den Rahmen für den Religionsunterricht. Er ist klar strukturiert, wodurch Systematisierung, Differenzierung und Individualisierung in Planung und Umsetzung des Unterrichts erleichtert werden.

Der Lehrplan ermöglicht den Religionslehrerinnen und Religionslehrern Entscheidungsfreiräume hinsichtlich der zeitlichen Verteilung, der Konkretisierung und Strukturierung der Lehrinhalte sowie vor allem ihre Erweiterung. Zudem ist es in begründeten Fällen möglich, Themenfelder auch zwischen den Klassen zu verschieben.

Durch fächerübergreifendes und projektorientiertes Arbeiten unter Wahrung der fachspezifischen Ziele und Inhalte wird ein ganzheitlicher Lernprozess angestrebt.

Bestimmte Feste und Festzeiten sowie Gedenktage der Heiligen prägen das schulische Geschehen. Dies wird auf allen Schulstufen mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung berücksichtigt und gilt ebenso für die Gebetserziehung.

Die Schulstufen gliedern sich jeweils in

Die Schülerinnen und Schüler sollen dabei auf den jeweiligen Kompetenzebenen folgendes lernen

Das eigene Selbst- und Weltverständnis sowie den persönlichen Glauben wahrnehmen und im Gespräch zum Ausdruck bringen.

Die Schülerinnen und Schüler sollen ihr Selbst- und Weltverständnis sowie ihren persönlichen Glauben wahrnehmen. In der Auseinandersetzung mit den großen Fragen des Daseins sollen sie der Einmaligkeit und Selbstachtung des Menschen einen Ausdruck verleihen können.

Widerfahrnisse des Lebens wahrnehmen und im Licht alevitischer Hoffnung deuten.

Die Schülerinnen und Schüler sollen Glück und Unglück, Enttäuschungen und Hoffnungen in ihrem Leben wahrnehmen können.

Quellentexte, Gebete und Glaubensinhalte der eigenen Konfession/Religion kennen und im Blick auf das eigene Leben deuten.

Die Schülerinnen und Schüler sollen den geschichtlichen Ablauf des Alevitentums entdecken. Sie sollen mit den wichtigen Gebeten vertraut werden und sollen die Bedeutung der Cem-Zeremonie in Bezug auf ihren Glauben kennenlernen.

Die Bedeutung von Hakk-Mohammed-Ali und Leitmotive der eigenen Religion entdecken und verstehen.

Die Schülerinnen und Schüler sollen sich selbst als Teil des Universums wahrnehmen. Die Schülerinnen und Schüler sollen verstehen, welche Verantwortung sie auf dem Wege des Glaubens übernehmen werden müssen.

Ethische Probleme beschreiben und alevitisch begründete Handlungsentwürfe kennen.

Die Schülerinnen und Schüler sollen aktiv lernen Verantwortung zu übernehmen. Sie sollen ausgewählte Texte aus alevitischen Quellen zu gelebter Verantwortung kennenlernen.

Cem-Häuser erkunden sowie die wichtigsten alevitischen Feste beschreiben und mitgestalten.

Die Schülerinnen und Schüler sollen wichtige alevitische Räumlichkeiten entdecken und sollen wissen, wie eine Cem-Zeremonie aufgebaut ist. Die Schülerinnen und Schüler sollen die Bedeutung des Donnerstag Abends lernen, sollen mit dem alevitischen Kalender vertraut sein und an Festen und Zeremonien in angemessener Weise teilnehmen können.

Religiös begründete Werte kennen und ihre Bedeutung in Konfliktsituationen abschätzen.

Die Schülerinnen und Schüler sollen humane, religiöse und alevitisch begründete Werte erläutern können. Sie sollen an einzelnen Beispielen konstruieren können, wie die Achtung von Werten Menschen, Mitgeschöpfe und Umwelt miteinander leben lässt.

Religiöse Motive aus Geschichte und Gegenwart in Medien, Kunst und Kultur entdecken, deuten und gestalten.

Die Schülerinnen und Schüler sollen religiöse Darstellungen und Motive im Wandel der Zeit erkennen und deuten können. Sie sollen die Bedeutung der Symbole erkennen und diese mit religiösen Praktiken verbinden können.

Andere Überzeugungen beschreiben und eine wertschätzende Gesprächskultur entwickeln.

Die Schülerinnen und Schüler sollen unterschiedliche religiöse und weltanschauliche Überzeugungen und Lebensstile wahrnehmen und beschreiben. Sie sollen die Regeln für ein gutes Miteinander benennen können und in ihrem Umfeld anwenden können.

Umgang mit Vielfalt in Europa entdecken.

Die Schülerinnen und Schüler sollen die Elemente alevitischen, christlichen und jüdischen Lebens und Glaubens beschreiben können. Sie sollen konfessionelle und religiöse Vielfalt mit ihren unterschiedlichen Lebensweisen zur Sprache bringen können und sich darüber austauschen.

I. Jahrgang (1. und 2. Semester)

Die Schülerinnen und Schüler sollen

II. Jahrgang

3. Semester – Kompetenzmodul 3

Die Schülerinnen und Schüler sollen

4. Semester – Kompetenzmodul 4

Die Schülerinnen und Schüler sollen

III. Jahrgang

5. Semester – Kompetenzmodul 5

Die Schülerinnen und Schüler sollen

6. Semester – Kompetenzmodul 6

Die Schülerinnen und Schüler sollen

IV Jahrgang

7. Semester – Kompetenzmodul 7

Die Schülerinnen und Schüler sollen

8. Semester – Kompetenzmodul 8

Die Schülerinnen und Schüler sollen

V Jahrgang – Kompetenzemodul 9

9. Semester

Die Schülerinnen und Schüler sollen

10. Semester

Die Schülerinnen und Schüler sollen

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