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177. Verordnung: Freistellung von vertikalen Vertriebsbindungen

1 Artikel / Bestimmungen · Österreich
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Gesetzestext (1 Artikel)

BGBlPdf 177. Verordnung: Freistellung von vertikalen Vertriebsbindungen

Auf Grund des § 30e des Kartellgesetzes 1988, BGBl. Nr. 600, zuletzt geändert durch das

Bundesgesetz BGBl. I Nr. 126/1999, wird im Einvernehmen mit dem Bundesminister für Wirtschaft und

Arbeit verordnet

§ 1. (1) Für vertikale Vertriebsbindungen, auf die Art. 81 EG-Vertrag nicht anzuwenden ist, liegt

kein Untersagungsgrund nach § 30c KartG 1988 vor, wenn sie sinngemäß den Freistellungsvoraussetzungen

nach den unter Z 1 und 2 genannten Verordnungen nach Art. 81 Abs. 3 EG-Vertrag in der am

1. Jänner 2000 geltenden Fassung entsprechen

1. Verordnung (EG) Nr. 1475/95 der Kommission vom 28. Juni 1995 über die Anwendung von

Artikel 85 Absatz 3 des Vertrages auf Gruppen von Vertriebs- und Kundendienstvereinbarungen

über Kraftfahrzeuge, ABl. Nr. L 145 vom 29. Juni 1995, S 25,

2. Verordnung (EG) Nr. 2790/1999 der Kommission vom 22. Dezember 1999 über die Anwendung

von Artikel 81 Absatz 3 des Vertrages auf Gruppen von vertikalen Vereinbarungen und

aufeinander abgestimmten Verhaltensweisen, ABl. Nr. L 336 vom 29. Dezember 1999, S 21.

(2) Für vertikale Vertriebsbindungen, auf die Art. 81 EG-Vertrag nicht anzuwenden ist, die am

31. Mai 2000 bereits in Kraft waren und die die Voraussetzungen für eine Freistellung nach Abs. 1 nicht

erfüllen, liegt bis 31. Dezember 2001 kein Untersagungsgrund nach § 30c KartG 1988 vor, wenn sie

sinngemäß den Freistellungsvoraussetzungen der unter Z 1 bis 3 genannten Verordnungen nach Art. 81

Abs. 3 EG-Vertrag in der am 1. Jänner 2000 geltenden Fassung entsprechen

1. Verordnung (EWG) Nr. 1983/83 der Kommission vom 22. Juni 1983 über die Anwendung von

Artikel 85 Absatz 3 des Vertrages auf Gruppen von Alleinvertriebsvereinbarungen, ABl.

Nr. L 173 vom 30. Juni 1983, S 1,

2. Verordnung (EWG) Nr. 1984/83 der Kommission vom 22. Juni 1983 über die Anwendung von

Artikel 85 Absatz 3 des Vertrages auf Gruppen von Alleinbezugsvereinbarungen, ABl. Nr. L 173

vom 30. Juni 1983, S 5,

3. Verordnung (EWG) Nr. 4087/88 der Kommission vom 30. November 1988 über die Anwendung

von Artikel 85 Absatz 3 des Vertrages auf Gruppen von Franchisevereinbarungen, ABl.

Nr. L 359 vom 28. Dezember 1988, S 46.

§ 2. § 1 gilt nicht, wenn sinngemäß eine der folgenden besonderen Voraussetzungen nach den dort

angeführten Verordnungen erfüllt ist

1. nach Art. 6 lit. a bis d der Verordnung (EWG) Nr. 1983/83,

2. nach Art. 14 lit. a bis c der Verordnung (EWG) Nr. 1984/83,

3. nach Art. 8 Z 1 bis 3 der Verordnung (EG) Nr. 1475/95,

4. nach Art. 8 lit. a bis e der Verordnung (EWG) Nr. 4087/88,

5. nach Art. 6 oder Art. 7 der Verordnung (EG) Nr. 2790/1999.

§ 3. Bei der sinngemäßen Anwendung von Verordnungen nach den §§ 1 und 2 tritt an die Stelle des

Gemeinsamen Marktes das Bundesgebiet.

§ 4. Die Entscheidung, ob eine vertikale Vertriebsbindung, für die der § 1 nicht gilt, nach § 30c

KartG 1988 zu untersagen ist, wird durch diese Verordnung nicht berührt.

§ 5. (1) Diese Verordnung tritt mit 1. Juli 2000 in Kraft.

(2) Die Verordnung BGBl. Nr. 148/1995, zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 868/1995, wird

aufgehoben.

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