141. Verordnung: Höchstsätze der Inkassoinstituten gebührenden Vergütungen
Gesetzestext (1 Artikel)
Auf Grund des § 69 Abs. 2 Z 5 der Gewerbeordnung 1994, BGBl. Nr. 194, in der Fassung des Bundesgesetzes
BGBl. Nr. 314/1994 wird verordnet
§ 1. Für die den Inkassoinstituten für ihre Tätigkeiten bei der Einziehung fremder Forderungen gebührenden
Vergütungen werden in den §§ 2 und 3 folgende Höchstbeträge festgelegt.
§ 2. Die Auftraggebergebühr darf jenen Höchstbetrag, der sich aus der Summe der nachstehenden
Höchstsätze für vom Auftraggeber zu begleichende Vergütungen ergibt, nicht übersteigen
1. Im voraus zu entrichtende Auftragsgebühr für jede zum Einzug übertragene Forderung
bis zu 6 vH der Forderung,
bei Forderungen unter 180 S bis zu 28 S.
2. Ermittlung der Anschrift eines Schuldners
im Bereich der Standortgemeinde des Inkassoinstitutes: bis zu 112 S zuzüglich Barauslagen,
außerhalb der Standortgemeinde im Inland bis zu 170 S zuzüglich Barauslagen,
im Ausland bis zu 330 S zuzüglich Barauslagen.
3. Ermittlung der Einkommens- oder Vermögensverhältnisse des Schuldners: bis zu 700 S zuzüglich
Barauslagen, wenn diese Kosten beim Schuldner uneinbringlich sein sollten.
4. Hundertsatz auf diejenigen Beträge, um die sich die Schuld durch Leistungen des Schuldners
oder eines Dritten zugunsten des Schuldners während der Vertragsdauer mindert. Dieser Hundertsatz
beträgt
a) bei ausgeklagten Forderungen bis zu 30 vH des eingebrachten Betrages zuzüglich Gerichts-,
Rechtsanwalts-, Gerichtsvollzieher- und Portokosten,
bei nicht ausgeklagten Forderungen bis zu 15 vH des eingebrachten Betrages,
bei erst nach wiederholten Interventionen und vergeblichen Inkassoversuchen zur Einbringung
gebrachten Forderungen, verjährten Forderungen, Konkursforderungen oder Forderungen
gegen Schuldner, die das eigenhändig unterschriebene Vermögensverzeichnis abgegeben
haben, bis zu 40 vH des eingebrachten Betrages;
b) wenn sich die zum Einzug übergebene Forderung als nicht bestehend erweist
bei nicht ausgeklagten Forderungen bis zu 20 vH der Forderung,
bei erst nach wiederholten Interventionen und vergeblichen Inkassoversuchen zur Einbringung
gebrachten Forderungen, verjährten Forderungen, Konkursforderungen oder Forderungen
gegen Schuldner, die das eigenhändig unterschriebene Vermögensverzeichnis abgegeben
haben, bis zu 50 vH der Forderung.
§ 3. Die Schuldnergebühr darf jenen Höchstbetrag, der sich aus der Summe der nachstehenden
Höchstsätze für vom säumigen Schuldner zu begleichende Vergütungen ergibt, nicht übersteigen
1. Allgemeine Bearbeitungskosten bei Forderungen
bis 1000 S .................................................................................................................... bis 280 S
von 1001 S bis 5000 S ................................................................................................ bis zu 22%
von 5001 S bis 10000 S .............................................................................................. bis zu 17%
über 10001 S ............................................................................................................... bis zu 8%
2. Erste Mahnung bei Forderungen
bis 250 S ....................................................................................................................... bis zu 60 S
von 251 S bis 1000 S ................................................................................................... bis zu 100 S
von 1001 S bis 5000 S ................................................................................................ bis zu 200 S
von 5001 S bis 10000 S .............................................................................................. bis zu 340 S
über 10001 S ............................................................................................................... bis zu 700 S
Zweite Mahnung bei Forderungen
bis 250 S ....................................................................................................................... bis zu 70 S
von 251 S bis 1000 S ................................................................................................... bis zu 130 S
von 1001 S bis 5000 S ................................................................................................ bis zu 240 S
von 5001 S bis 10000 S .............................................................................................. bis zu 380 S
über 10001 S ............................................................................................................... bis zu 800 S
Für die dritte Mahnung und jede weitere Mahnung sowie für Telefoninkasso, Ratenzahlungsvereinbarungen,
Stundungsvereinbarungen und außergerichtliche Vergleichsvereinbarungen gelten
die gleichen Höchstsätze wie für die zweite Mahnung.
3. Anschriftenerhebung
Nachforschung innerhalb der Standortgemeinde des Inkassoinstitutes bis zu 240 S zuzüglich
Barauslagen,
Nachforschung außerhalb der Standortgemeinde bis zu 420 S zuzüglich Barauslagen,
Nachforschung im Ausland bis zu 1400 S zuzüglich Barauslagen.
4. Wegentgelt
Bei Entfernungen vom Standort des Inkassoinstitutes unter 10 km bis zu 170 S zuzüglich Reisekosten,
bei Entfernungen von 10 km bis 50 km bis zu 250 S zuzüglich Reisekosten,
bei Entfernungen von 51 km bis 100 km bis zu 360 S zuzüglich Reisekosten und
bei Entfernungen über 100 km bis zu 530 S zuzüglich Reisekosten.
5. Ermittlung der Einkommens- oder Vermögensverhältnisse bis zu 700 S zuzüglich Barauslagen.
6. Evidenzhaltung pro angefangenes Vierteljahr bei Forderungen
bis 250 S ....................................................................................................................... bis zu 40 S
von 251 S bis 1000 S ................................................................................................... bis zu 60 S
von 1001 S bis 5000 S ................................................................................................ bis zu 140 S
über 5001 S ................................................................................................................. bis zu 280 S
§ 4. (1) In den sich aus den §§ 2 und 3 ergebenden Höchstbeträgen ist die Umsatzsteuer nicht enthalten.
(2) Die in Schillingbeträgen ausgewiesenen Gebührensätze erhöhen oder vermindern sich in jenem
Ausmaß, in dem der Jahresdurchschnitt des VPI 1986 (Basis Jahresdurchschnitt 1994 = 100%) oder ein
an seine Stelle tretender Index von der jeweils letzten vom Statistischen Zentralamt veröffentlichten
Jahresdurchschnittszahl abweicht.