Correctional Facility Dress Code Sanctions Appeal
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe administrative court considered appeals against disciplinary sanctions imposed for repeatedly violating a newly introduced dress code prohibiting the visible wearing of long underpants under athletic shorts in a correctional facility. The court ruled that it had jurisdiction and decided to hear the appeals despite the direct punishment being served, as the case held fundamental importance regarding the application of rules in correctional facilities. The court found that the disciplinary measures were unlawful because the prior practice of allowing long underpants was not formally revoked in writing, which was required due to a lack of time-sensitive urgency, and no overarching public interest justifying the stricter interpretation of the existing regulation was established, leading to the acceptance of the appeals and the granting of legal aid for the proceedings.
Legislator-Regeste
AmtlichDisziplinarstrafe | Strafvollzug: Disziplinarmassnahmen wegen wiederholten Verstossens gegen eine neue Kleidervorschrift (Verbot des sichtbaren Tragens langer Unterhosen). Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts (E. 1.2). Eintreten auf die Beschwerde, obwohl bezüglich des bereits vollzogenen Arrests ein aktuelles Rechtsschutzinteresse fehlt (E. 1.3). Zuständigkeit der Kammer, da dem Fall eine grundsätzliche Bedeutung zukommt (E. 1.4). Die ungenügende Vollmacht kann dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers nicht entgegengehalten werden, da Anhaltspunkte für ein Vertretungsverhältnis bestanden, der Beschwerdegegner es jedoch unterliess, darüber Klarheit zu schaffen. Damit begann die Rekursfrist grundsätzlich erst mit der Zustellung der Verfügungen an den Rechtsvertreter zu laufen, weshalb die Justizdirektion auf den Rekurs hätte eintreten müssen (E. 3.2). Da ein Bekleidungsreglement besteht, welches das Tragen langer Unterhosen unter der kurzen Trainerhose nicht untersagt, und dies auch in der Vergangenheit geduldet wurde, hätte die Aufhebung dieser Praxis mangels zeitlicher Dringlichkeit schriftlich erfolgen müssen. Die mündliche Bekanntgabe an einzelne Gefangene genügte jedenfalls nicht (E. 5.1). Art. 75 Abs. 1 StGB, der hinsichtlich der Art und Weise des Vollzugs zumindest analog auch auf die Verwahrung anzuwenden ist, konkretisiert das öffentliche Interesse betreffend Anordnungen im Strafvollzug. Ein öffentliches Interesse an der Verschärfung der Kleiderregel wurde weder überzeugend dargelegt noch ist es sonstwie ersichtlich (E. 5.2). Die gestützt auf die (unzulässige) neue Kleidervorschrift ergangen Verfügungen erweisen sich demnach als nicht rechtmässig (E. 5.3). Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung für die Rekurs- und Beschwerdeverfahren (E. 6). Gutheissung der Beschwerden.
Schlagwörter
KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
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KI-generiertCited in the reasoning as the provision detailing the public interest concerning orders in the execution of sentences, which was relevant to the court's finding that the disciplinary measure was unlawful.
Cited among the legal norms used, likely relevant to the court's decision to hear the appeal despite the lack of current interest regarding the completed arrest.
Cited among the legal norms, likely related to the justification for granting the appeal or the overall procedural handling by the administrative court.
Cited among the legal norms, likely relevant to the court's finding on the procedural requirement for written communication regarding the change in the dress code.
Cited among the legal norms, likely relevant to the court's assessment of the admissibility or merits of the appeal.
Cited among the legal norms, likely relevant to the court's decision regarding the timeliness of the appeal and the running of the deadline.
Cited among the legal norms, related to the regulations governing the execution of sentences, which formed the basis for the disputed disciplinary measure.
Cited among the legal norms, related to the regulations governing the execution of sentences, which formed the basis for the disputed disciplinary measure.
Cited among the legal norms, related to the regulations governing the execution of sentences, which formed the basis for the disputed disciplinary measure.
Cited among the legal norms, related to the regulations governing the execution of sentences, which formed the basis for the disputed disciplinary measure.
Provision governing the granting of legal aid, as the court granted the appellant the benefit of uncompensated legal assistance for the appeal procedures.
Volltext
Verwaltungsgericht des Kantons Zürich: VB.2009.00120
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--- · --- · --- · Geschäftsnummer: · VB.2009.00120 · Entscheidart und -datum: · Endentscheid vom 20.08.2009 · Spruchkörper: · 3. Abteilung/3. Kammer · Weiterzug: · Dieser Entscheid ist rechtskräftig. · Rechtsgebiet: · Straf- und Massnahmenvollzug · Betreff: · Disziplinarstrafe · Strafvollzug: Disziplinarmassnahmen wegen wiederholten Verstossens gegen eine neue Kleidervorschrift (Verbot des sichtbaren Tragens langer Unterhosen). Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts (E. 1.2). Eintreten auf die Beschwerde, obwohl bezüglich des bereits vollzogenen Arrests ein aktuelles Rechtsschutzinteresse fehlt (E. 1.3).
Zuständigkeit der Kammer, da dem Fall eine grundsätzliche Bedeutung zukommt (E. 1.4). Die ungenügende Vollmacht kann dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers nicht entgegengehalten werden, da Anhaltspunkte für ein Vertretungsverhältnis bestanden, der Beschwerdegegner es jedoch unterliess, darüber Klarheit zu schaffen. Damit begann die Rekursfrist grundsätzlich erst mit der Zustellung der Verfügungen an den Rechtsvertreter zu laufen, weshalb die Justizdirektion auf den Rekurs hätte eintreten müssen (E. 3.2). Da ein Bekleidungsreglement besteht, welches das Tragen langer Unterhosen unter der kurzen Trainerhose nicht untersagt, und dies auch in der Vergangenheit geduldet wurde, hätte die Aufhebung dieser Praxis mangels zeitlicher Dringlichkeit schriftlich erfolgen müssen.
Die mündliche Bekanntgabe an einzelne Gefangene genügte jedenfalls nicht (E. 5.1). Art. 75 Abs. 1 StGB, der hinsichtlich der Art und Weise des Vollzugs zumindest analog auch auf die Verwahrung anzuwenden ist, konkretisiert das öffentliche Interesse betreffend Anordnungen im Strafvollzug. Ein öffentliches Interesse an der Verschärfung der Kleiderregel wurde weder überzeugend dargelegt noch ist es sonstwie ersichtlich (E. 5.2). Die gestützt auf die (unzulässige) neue Kleidervorschrift ergangen Verfügungen erweisen sich demnach als nicht rechtmässig (E. 5.3).
Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung für die Rekurs- und Beschwerdeverfahren (E. 6). Gutheissung der Beschwerden. · --- · Stichworte: · AKTUELLES INTERESSE ANORDNUNG IM STRAF- UND MASSNAHMENVOLLZUG DISZIPLINARMASSNAHME DRINGLICHKEIT FRISTENLAUF FRISTWAHRUNG GESETZLICHE GRUNDLAGE GRUNDSÄTZLICHE BEDEUTUNG KENNTNISNAHME ÖFFENTLICHE INTERESSEN RECHTSSCHUTZINTERESSE RECHTSVERTRETUNG REKURSFRIST SCHRIFTLICHKEIT TREU UND GLAUBEN ÜBERSPITZTER FORMALISMUS UNENTGELTLICHER RECHTSBEISTAND (URB) VOLLMACHT WEISUNG ZUSTELLUNG ZUSTELLUNGSZEITPUNKT · Rechtsnormen:
· Art. 78 Abs. II lit. b BGG § 126 JVV § 127 lit. b JVV § 153 JVV § 154 JVV Art. 75 Abs. I StGB § 16 Abs. II VRG § 22 Abs. I VRG § 38 Abs. III VRG § 43 Abs. I lit. g VRG · Publikationen: · - keine - · Gewichtung: (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung) · Gewichtung: 2