Reimbursement for Post-Separation Payment of Joint Tax Debts During Property Liquidation
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe court addressed a husband's claim to equally divide joint tax debts incurred before the dissolution of the marital property regime, which he had paid post-separation, arguing his earlier conditional offer to cover these debts was improperly considered by the lower court after settlement talks failed. The court reasoned that while paying a joint debt post-separation grants the paying spouse a claim for reimbursement against the other, this internal claim can only be asserted and settled during the liquidation of the matrimonial property regime, pursuant to the rules governing matrimonial property relations.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 176 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB, Art. 209 ZGB, Art. 163 ZGB; Reimbursement for Post-Separation Payment of Joint Tax Debts During Property Liquidation: The court reasoned that while paying a joint debt post-separation grants the paying spouse a claim for reimbursement against the other, this internal claim can only be asserted and settled during the liquidation of the matrimonial property regime, pursuant to the rules governing matrimonial property relations.
Schlagwörter
KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertThis article is cited in the headnote to explain that a claim for reimbursement for joint debts paid after separation can only be made during the division of matrimonial property.
Cited in the reasoning to indicate that the internal assumption of tax debt is based on the agreement during cohabitation under this article, which supports the application of Art. 176 ZGB.
Cited in the reasoning to support the principle that claims for reimbursement of paid joint debts are settled during the division of matrimonial property.
Volltext
Publikationsplattform St.Galler Gerichte
Fall-Nr.: RF.2009.120.1 Stelle: Kantonsgericht Rubrik: Zivilkammern (inkl. Einzelrichter)
Publikationsdatum: 29.01.2020 Entscheiddatum: 26.02.2010
Entscheid Kantonsgericht, 26.02.2010 Art. 176 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB: Bezahlt ein Ehegatte nach der Trennung gemeinsame Schulden, so erhält er im Innenverhältnis gegenüber dem anderen zwar eine Ersatzforderung. Er kann diese aber erst bei der güterrechtlichen Auseinandersetzung geltend machen (Kantonsgericht, Einzelrichter im Familienrecht, 26. Februar 2010, RF.2009.120).
Aus den Erwägungen:
Der Ehemann verlangt, dass eine Nachsteuer für das Jahr 2007 und die Steuern für das Jahr 2008 aus der Zeit des Zusammenlebens beiden Ehegatten je zur Hälfte aufzuerlegen seien. Das Zugeständnis, diese Schulden zu übernehmen, habe er in den Vergleichsgesprächen nur unter der Bedingung gemacht, dass eine Gesamtlösung zustande komme. Die Vorinstanz hätte im Entscheidfall nicht darauf abstellen dürfen.
Sind Vergleichsverhandlungen gescheitert, darf der Umfang der Vergleichsbereitschaft einer Partei bei einer nachfolgenden prozessuallen Auseinandersetzung vom Gericht nicht zu ihren Ungunsten ausgelegt werden (Meier-Hayoz, Vergleich, in: Schweizerische Juristische Kartothek, Karte Nr. 463, 6). Die Vorinstanz hätte daher die vom Ehemann gemachten Zugeständnisse nicht übernehmen dürfen. Die geltend gemachten Steuerschulden betreffen jedoch den Zeitraum vor Auflösung des Güterstands im Frühjahr 2009. Für diese Schulden haften die Ehegatten im Aussenverhältnis solidarisch. Bezahlt sie ein Ehegatte nach der Trennung, so erhält er im Innenverhältnis gegenüber dem anderen zwar eine Ersatzforderung. Er kann diese aber erst bei der güterrechtlichen Auseinandersetzung zur Abrechnung bringen (BernerKomm/Hausheer/Reusser/Geiser, Art. 209 ZGB N 12 ff., 18). Die interne Übernahme der Steuerschuld richtet sich dabei nach der Vereinbarung während des
© Kanton St.Gallen 2024 Seite 1/2 Publikationsplattform St.Galler Gerichte
Zusammenlebens gestützt auf Art. 163 ZGB (BernerKomm/Hausheer/ Reusser/Geiser, Art. 163 ZGB N 11 sowie Art. 209 ZGB N 9). Soweit der Ehemann gemeinsame Steuerschulden aus den Jahren 2007 und 2008 übernommen hat, kann er die endgültige Regelung dieser Schulden somit erst verlangen, wenn die Ehe in vermögensrechtlicher Hinsicht auseinandergesetzt wird.
© Kanton St.Gallen 2024 Seite 2/2