Post-Marital Maintenance Calculation Based on Equal Surplus Division
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertIn a case concerning post-marital maintenance, the court determined that the method of calculating basic needs involving an equal division of any surplus income is the most appropriate approach, even in slightly below-average financial circumstances where childcare support remains due, because this method fairly accounts for separation-related extra costs, ensures a comparable continuation of the marital living standard for both parties, and maintains equal treatment between the earning and non-earning spouse. The court reasoned that while it retains broad discretion in selecting the calculation method, the chosen approach—which first establishes basic needs based on the debtor's legally protected minimum—best meets the requirements for equitable results in the given situation.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 125 ZGB; Post-Marital Maintenance Calculation Based on Equal Surplus Division: The court reasoned that while it retains broad discretion in selecting the calculation method, the chosen approach—which first establishes basic needs based on the debtor's legally protected minimum—best meets the requirements for equitable results in the given situation.
Schlagwörter
KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
KI-generiertZitierte Rechtsprechung
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertThis article concerning spousal support (Unterhalt) is cited in the headnote, indicating it is the core legal basis for the decision regarding the calculation method.
Volltext
Publikationsplattform St.Galler Gerichte
Fall-Nr.: FO.2011.28 Stelle: Kantonsgericht Rubrik: Zivilkammern (inkl. Einzelrichter)
Publikationsdatum: 03.09.2012 Entscheiddatum: 03.09.2012
Entscheid Kantonsgericht, 03.09.2012 Art. 125 ZGB: Die Methode der Grundbedarfsberechnung mit hälftiger Überschussteilung verspricht auch in leicht unterdurchschnittlichen Verhältnissen, in denen noch immer Betreuungsunterhalt geschuldet ist, am ehesten angemessene Resultate (Kantonsgericht, II. Zivilkammer, 3. September 2012, FO.2011.28).
Aus den Erwägungen:
Zu prüfen ist sodann, nach welcher Methode der nacheheliche Unterhalt zu bemessen ist. Das Gericht ist an keine bestimmte Methode zur Unterhaltsberechnung gebunden, sondern geniesst dabei grosses Ermessen (BGE 128 III 411, 414; 127 III 136, 141; BGer 5A_589/2009, E. 2.3; 5C.53/2007, E. 3.1). Die Vorinstanz wandte die Grundbedarfsberechnung mit hälftiger Überschussteilung an. Die Parteien beanstanden das nicht. Diese Methode verspricht in den vorliegenden, leicht unterdurchschnittlichen Verhältnissen, in denen noch immer Betreuungsunterhalt geschuldet ist, am ehesten angemessene Resultate (BGE 128 III 411, 414 = Pra 2003 Nr. 5; 134 III 577, 579; BGer 5A_292/2009, E. 2.2; 5A_384/2008, E. 4.2.3; 5A_288/2008,
E. 5.4; BGer, FamPra.ch 2002, 148, 149; Hausheer/Spycher, Urteilsanmerkung, ZBJV 2009, 59 ff.; FamKomm Scheidung/Schwenzer, Art. 125 ZGB, N 75 ff. m.w.H.; Schwenzer, Betreuungsunterhalt – Gretchenfrage des Unterhaltsrechts, Fampra.ch 2010, 18, 29 ff.). Sie bietet denn auch mehrere Vorteile: So berücksichtigt sie einerseits die trennungsbedingten Mehrkosten und gewährleistet, dass beide Parteien das eheliche Lebensniveau nach der Trennung gleichermassen fortführen können. Andererseits stellt sie sicher, dass der haushaltführende und der erwerbstätige Ehegatte weiterhin gleich behandelt werden. Schliesslich ist die Methode klar und verständlich (vgl. Hausheer, Die privatrechtliche Rechtsprechung des Bundesgerichts
© Kanton St.Gallen 2024 Seite 1/2 Publikationsplattform St.Galler Gerichte
2007, ZBJV 2008, 553, 568 ff.; Spycher, Urteilsanmerkung, ZBJV 2008, 514 ff.; Aeschlimann, Urteilsanmerkung, FamPra.ch 2008, 395 f.; Vetterli, Zur Bemessung des nachehelichen Unterhalts – ein Klärungsversuch, AJP 2009, 575 ff.).
Nach dieser Berechnungsweise sind zunächst die massgebenden Einkommen der beiden Ehegatten zu bestimmen; in einem zweiten Schritt sind ausgehend vom betreibungsrechtlichen Existenzminimum die individuellen familienrechtlichen Grundbedürfnisse der Parteien festzulegen. In einem dritten Schritt ist der Gesamtbedarf dem Gesamteinkommen gegenüberzustellen und ein allfälliger Überschuss gleichmässig aufzuteilen (BGE 134 III 577, 579; BGer 5A_288/2008, E. 5; KGer SG, FamPra.ch 2002, 375, 379; Raselli/Möckli, Aktuelle Fragen des nachehelichen Unterhalts, in Schwenzer/ Büchler, Dritte Schweizer Familienrecht§tage, 19). Der Unterhaltspflichtige darf jedoch stets das Lebensnotwendige für sich behalten; sein Existenzminimum wird nicht angetastet (BGE 135 III 66; 121 I 97 ff.; 121 III 301 ff.;
112 III 4 ff.; 126 III 356). Einen Mangel hat also immer die Unterhaltsberechtigte zu tragen.
© Kanton St.Gallen 2024 Seite 2/2