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AK.2011.19 • KGN SG AK.2011.19 KI-generiert

Interim Cost Allocation in Procedurally Suspended Case with Deported Legal Aid Client

Geschäftsnummer AK.2011.19
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Kanton St. Gallen (CH-SG)
Entscheiddatum
Ausgang Gutgeheissen (Allowed)

Legislator-Zusammenfassung

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The court addressed the issue of cost allocation in a procedural suspension order where a private plaintiff, granted legal aid, was deported and his current location was unknown, making a confrontation hearing impossible for an indefinite and uncertain period. Reasoning that requiring the legal aid attorney to wait until a final decision—potentially years later upon statutory limitation—was unduly burdensome, the court ruled that under Article 421(2)(a) of the Code of Criminal Procedure, a decision on costs, specifically the compensation for the legal aid attorney's past work, is permissible in an interim suspension order, thereby overturning the lower authority's decision to reserve cost decisions for the final judgment.

Legislator-Regeste

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Art. 421 Abs. 2 lit. a StPO, Art. 314 StPO, Art. 421 Abs. 1 StPO, Art. 319 Abs. 1 lit. d StPO, Art. 123 i.V.m, Art. 97 Abs. 1 lit. b StGB; Interim Cost Allocation in Procedurally Suspended Case with Deported Legal Aid Client: Reasoning that requiring the legal aid attorney to wait until a final decision—potentially years later upon statutory limitation—was unduly burdensome, the court ruled that under Article 421(2)(a) of the Code of Criminal Procedure, a decision on costs, specifically the compensation for the legal aid attorney's past work, is permissible in an interim suspension order, thereby overturning the lower authority's decision to reserve cost decisions for the final judgment.

Schlagwörter

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Kosten der unentgeltlichen Rechtspflege Kostenverlegung prozessleitende Verfügungen Aussetzungsfrist gesetzliche Reserve Anwaltsdisziplinarverfahren

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 421 Abs. 2 lit. a StPO

Cited as the legal basis allowing the court to rule on costs in an interlocutory decision (suspension order).

Art. 421 Abs. 1 StPO

Cited to distinguish the rule for ruling on costs in the final decision, which is not applicable here.

Art. 319 Abs. 1 lit. d StPO

Cited in the context of how the question of compensation might be addressed upon the discontinuance of proceedings.

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Volltext

Publikationsplattform St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: AK.2011.19 Stelle: Kantonsgericht Rubrik: Strafkammer und Anklagekammer Publikationsdatum: 29.03.2011 Entscheiddatum: 29.03.2011

Entscheid Anklagekammer, 29.03.2011 Art. 421 Abs. 2 lit. a StPO (SR 321.0). Verlegung der Kosten in Sistierungsverfügungen. (Anklagekammer, 29. März 2011, AK.2011.19).

2. Bei der angefochtenen Sistierungsverfügung handelt es sich um einen Zwischenentscheid (Nathan Landshut in: Donatsch Andreas/Hansjakob Thomas/Lieber Viktor, Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, Art. 314 StPO N 1; BGE

122 II 211 E. 1c). In Art. 421 Abs. 2 lit. a StPO ist die Möglichkeit vorgesehen, bereits in einem Zwischenentscheid – und nicht erst im Endentscheid (Art. 421 Abs. 1 StPO) – über die Kosten zu befinden.

Im vorlieenden Fall wurde das Strafverfahren für unbestimmte Zeit sistiert, weil der (unentgeltlich verbeiständete) Privatkläger als Asylbewerber nach Spanien ausgeschafft wurde, keine Adresse von ihm ausfindig gemacht weden konnte und damit – zumindest zur Zeit – keine Konfrontationseinvernahme zwischen ihm und der beschuldigten Person stattfinden kann. Wann und ob der Sistierungsgrund wegfällt, ist äusserst ungewiss. Da aber mit der Wiederaufnahme des Verfahrens in absehbarer Zukunft nicht zu rechnen ist, kann ein Entscheid über die Verfahrenskosten, der erst im Endentscheid ergeht (vgl. Art. 421 Abs. 1 StPO), dem unentgeltlichen Rechtsbeistand nicht zugemutet werden. Allenfalls würde erst mit der Einstellung des Strafverfahrens wegen Eintritts der Verjährung über die ihm zustehende Entschädigung befunden (vgl. Art. 319 Abs. 1 lit. d StPO). Die Verjährung würde im vorliegenden Fall erst 15 Jahre nach der mutmasslichen Tatbegehung vom 27. Mai 2010, somit im Jahre 2025, eintreten (vgl. Art. 123 i.V.m. Art. 97 Abs. 1 lit. b StGB). Unter solchen Voraussetzungen macht es Sinn, über die Entschädigung des unentgeltlichen Rechtsbeistands des

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 1/2 Publikationsplattform St.Galler Gerichte

Privatklägers für den bisherigen Aufwand zu entscheiden. In einem derartigen Fall ist ein Kostenentscheid in der Sistierungsverfügung angebracht und der unentgeltliche Rechtsbeistand auf Ersuchen hin vorläufig zu entschädigen. Ziffer 3 der angefochtenen Sistierungsverfügung, wonach die Kosten bei der Hauptsache bleiben, ist aufzuheben. Die Vorinstanz hat über die Entschädigung des Anwalts des Beschwerdeführers als unentgeltlicher Rechtsbeistand noch zu entscheiden.

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