Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
AK.2006.254 • KGN SG AK.2006.254 KI-generiert

Appellate Review of Procedural Deadline Setting

Geschäftsnummer AK.2006.254
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Kanton St. Gallen (CH-SG)
Entscheiddatum
Ausgang Teilweise gutgeheissen (Partially Allowed)

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

The Appellate Chamber reviewed a decision where the investigative judge set a deadline for a party submission from September 1st to the "post entry" of September 15th, prompting a supervisory review regarding compliance with procedural time limits. The court reasoned that, pursuant to the law governing court procedures, deadlines should generally be set using a specific number of days, except in urgent cases or by agreement, as the relevant statutes clearly regulate the calculation of such timeframes. Setting a deadline based on a fixed end date for postal receipt, rather than a clearly defined period, was deemed improper, especially since the resulting timeframe was less than the expected fourteen days and improperly shifted the risk of postal delay onto the submitting party.

Legislator-Regeste

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Art. 3 Abs. 2 StP, Art. 179 Abs. 1 StP, Art. 82 Abs. 1 GerG; Appellate Review of Procedural Deadline Setting: The court reasoned that, pursuant to the law governing court procedures, deadlines should generally be set using a specific number of days, except in urgent cases or by agreement, as the relevant statutes clearly regulate the calculation of such timeframes. Setting a deadline based on a fixed end date for postal receipt, rather than a clearly defined period, was deemed improper, especially since the resulting timeframe was less than the expected fourteen days and improperly shifted the risk of postal delay onto the submitting party.

Schlagwörter

KI-generiert
gesetzliche Verfahrensfrist Kontrollfrist Fristenberechnung Unterbrechung der Verjährung Kognitionsbeschränkung Verspätungsausschluss

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Art. 3 Abs. 2 StP
This article confirms the general applicability of procedural rules, including time limits from the Courts Act, in the preliminary investigation.
Art. 179 Abs. 1 StP
Am Gesagten vermag nichts zu ändern, dass gemäss Art. 179 Abs. 1 StP den Parteien "eine angemessene Frist" anzusetzen ist.
Art. 82 Abs. 1 GerG
Art. 82 Abs. 1 GerG), nicht einmal eine Frist von 14 Tagen zur Verfügung stand.
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

KI-generiert
Art. 3 Abs. 2 StP

This article confirms the general applicability of procedural rules, including time limits from the Courts Act, in the preliminary investigation.

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Volltext

Publikationsplattform St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: AK.2006.254 Stelle: Kantonsgericht Rubrik: Strafkammer und Anklagekammer Publikationsdatum: 21.11.2006 Entscheiddatum: 21.11.2006

Entscheid Anklagekammer, 21.11.2006 Art. 3 Abs. 2 StP (sGS 962.1). Die Vorschriften des Gerichtsgesetzes über die Zeitbestimmungen sind grundsätzlich zwingend einzuhalten (Anklagekammer, 21. November 2006, AK.2006.254).

Aus den Erwägungen:

2. Die Fristansetzung in der angefochtenen untersuchungsrichterlichen Mitteilung an die Parteien vom 1. September 2006, nämlich "bis zum 15. September 2006 (Posteingang)", gibt zu folgenden aufsichtsrechtlichen Bemerkungen Anlass:

Die Vorschriften des Gerichtsgesetzes über Ordnungsstrafen, Eingaben, Eröffnung von Mitteilungen und Entscheiden, Zeitbestimmungen und Gebühren werden im Untersuchungsund im Anklageverfahren sowie im Beschwerdeverfahren und in der Jugendstrafrechtspflege sachgemäss angewendet (Art. 3 Abs. 2 StP). Ergänzende Bestimmungen finden sich in der Gerichtsordnung vom 19. April 1991.

Entsprechend den gesetzlichen Fristen für Rechtsmittel (vgl. Art. 232, 239f., 256 StP) und andere Rechtsbehelfe (z.B. Art. 171 Abs. 1, 186 Abs. 1 StP) sowie dem Grundgedanken der Zeitbestimmungen gemäss den Art. 77ff. des Gerichtsgesetzes sind Fristen – abgesehen von Vorladungsterminen – in der Regel mit einer bestimmten Anzahl von Tagen (oder allenfalls einer längeren Zeiteinheit) anzugeben. So enthält das Gerichtsgesetz klare Regelungen über die Berechnung solcher Fristen (vgl. Art. 82 bis

84 GerG). Eine Abweichung vom erwähnten Grundsatz ist grundsätzlich nur ausnahmsweise zulässig, z.B. im Falle zeitlicher Dringlichkeit oder auch nach Vereinbarung. Im vorliegenden Fall sind keine solchen oder ähnlichen Gründe ersichtlich.

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 1/2 Publikationsplattform St.Galler Gerichte

Am Gesagten vermag nichts zu ändern, dass gemäss Art. 179 Abs. 1 StP den Parteien "eine angemessene Frist" anzusetzen ist. Der Gesetzgeber wollte damit offensichtlich dem Umstand Rechnung tragen, dass der Untersuchungsrichter bei der Bestimmung der (angemessenen) Frist dem Umfang und der Schwierigkeit des einzelnen Falles Rechnung tragen kann. Dies entbindet indes den Untersuchungsrichter nicht, im Regelfall die Frist auf eine bestimmte Anzahl einer Zeiteinheit festzusetzen.

Im Übrigen führt im vorliegenden Fall die am 1. September 2006 (Versand der Parteimitteilung) auf den 15. September 2006 (Posteingang) festgesetzte Frist dazu, dass der Beschwerdeführerin, gerechnet ab dem Tag nach dem Eingang (vgl. Art. 82 Abs. 1 GerG), nicht einmal eine Frist von 14 Tagen zur Verfügung stand. Dies umso mehr, als eine allfällige Eingabe innert angesetzter Frist bei der Vorinstanz eingehen musste. Diesbezüglich kommt hinzu, dass es nicht angeht, beim postalischen Versand die Partei das Risiko des fristgerechten Eingangs bei der Behörde tragen zu lassen. Gemäss Art. 84 Abs. 2 zweiter Satz GerG gilt vielmehr die Frist als eingehalten, wenn eine Eingabe bis 24 Uhr des letzten Tages der schweizerischen Post übergeben wurde.

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 2/2