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2 WD 3/11 KI-generiert

Cost and expense allocation in military disciplinary proceedings following mutual withdrawal of appeals

Geschäftsnummer 2 WD 3/11
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang struck_off
Kostenauflage geteilt

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Administrative Court ordered the costs of the appeal proceedings to be borne equally by the appellant soldier and the Federal State, and apportioned half of the soldier's necessary expenses to the Federal State; the underlying first-instance disciplinary sentence of a 48-month promotion ban and a 60-month reduction of pay by one-fifth remains in force following the mutual withdrawal of appeals. The dispute concerned a military disciplinary offense where both the defense and the military disciplinary prosecution filed appeals for different goals (milder sanction vs. dismissal) before subsequently withdrawing them. The court applied § 139(2) WDO for cost allocation to each withdrawing appellant and, in the absence of a specific statutory rule for mutual withdrawals, derived from the legislative intent of § 140 WDO that the state must partially offset the defendant's necessary expenses on grounds of equity, distinguishing this from scenarios where only one party appeals.

Legislator-Regeste

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§ 139 Abs. 2 WDO, § 140 Abs. 2 Satz 1 und Abs. 3 Satz 1 WDO; Cost and expense allocation in military disciplinary proceedings following mutual withdrawal of appeals: The dispute concerned a military disciplinary offense where both the defense and the military disciplinary prosecution filed appeals for different goals (milder sanction vs. dismissal) before subsequently withdrawing them. The court applied § 139(2) WDO for cost allocation to each withdrawing appellant and, in the absence of a specific statutory rule for mutual withdrawals, derived from the legislative intent of § 140 WDO that the state must partially offset the defendant's necessary expenses on grounds of equity, distinguishing this from scenarios where only one party appeals.

Schlagwörter

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Disziplinarverfahren der Militärjustiz Kostenverlegung Verteidigungskosten Verwaltungskosten disziplinarische Entlassung Parteientschädigung

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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§ 139 Abs. 2 WDO
Legal basis for allocating the costs of the withdrawn appeals to the respective parties who filed them.
§ 140 Abs. 2 Satz 1 und Abs. 3 Satz 1 WDO
Guiding principles applied to determine the apportionment of necessary expenses in the absence of a specific statutory rule for mutual withdrawal.

Zitierte Rechtsprechung

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BVerwGE 46, 101
März 1973 - BVerwG 2 WD 45.72 - BVerwGE 46, 101).
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 139 Abs. 2 WDO

Legal basis for allocating the costs of the withdrawn appeals to the respective parties who filed them.

§ 140 Abs. 2 Satz 1 und Abs. 3 Satz 1 WDO

Guiding principles applied to determine the apportionment of necessary expenses in the absence of a specific statutory rule for mutual withdrawal.

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Volltext

Beiderseitige Berufungsrücknahme; Kostenentscheidung

[GRUENDE]

1. Die 7. Kammer des Truppendienstgerichts Süd hat mit Urteil vom 7. Dezember 2010 gegen den Soldaten wegen eines Dienstvergehens ein Beförderungsverbot für die Dauer von 48 Monaten in Verbindung mit einer Kürzung seiner jeweiligen Dienstbezüge für die Dauer von 60 Monaten um jeweils ein Fünftel verhängt.

Gegen dieses Urteil hat der Verteidiger des Soldaten mit Schriftsatz vom 18. Januar 2011 mit dem Ziel Berufung eingelegt, eine mildere Disziplinarmaßnahme zu verhängen. Die Wehrdisziplinaranwaltschaft hat mit Schriftsatz vom 12. Januar 2011 Berufung mit dem Ziel eingelegt, den Soldaten aus dem Dienstverhältnis zu entfernen.

Der Verteidiger des Soldaten hat seine Berufung mit Schriftsatz vom 31. Oktober 2011, die Wehrdisziplinaranwaltschaft ihre mit Schriftsatz vom 3. November 2011 zurückgenommen.

2. Nach § 139 Abs. 2 WDO treffen die Kosten eines zurückgenommenen Rechtsmittels den, der es eingelegt hat. Da sowohl der Soldat als auch die Wehrdisziplinaranwaltschaft Berufung eingelegt und beide ihre Berufungen zurückgenommen haben, waren die Kosten des Berufungsverfahrens je zur Hälfte dem Soldaten und dem Bund aufzuerlegen (vgl. Beschluss vom 29. Mai 1974 - 2 WD 31.73 -).

3. Für den Ersatz der im Berufungsverfahren erwachsenen notwendigen Auslagen des Soldaten im Falle einer beiderseitigen Berufungsrücknahme trifft das Gesetz keine Regelung (Beschluss vom 27. Juli 2006 - BVerwG 2 WD 11.05 -). Die Vorschrift des § 140 Abs. 3 Satz 1 WDO, wonach die dem Soldaten im Rechtsmittelverfahren erwachsenen notwendigen Auslagen bei Rücknahme der Berufung durch den Wehrdisziplinaranwalt dem Bund aufzuerlegen sind, setzt voraus, dass allein der Wehrdisziplinaranwalt zu Ungunsten des Soldaten Berufung eingelegt hat (Beschlüsse vom 13.

September 2001 - BVerwG 2 WD 14.01 - und vom 25. März 2003 - BVerwG 2 WD 23.02 -). Das ergibt sich mittelbar aus der gesetzlichen Regelung für den umgekehrten Fall, dass nur der Soldat Berufung eingelegt hat; dieser erhält seine notwendigen Auslagen nur dann - ganz oder teilweise - ersetzt, wenn sein Rechtsmittel Erfolg hatte (vgl. § 140 Abs. 4 und 5 WDO). Nimmt er dagegen sein Rechtsmittel zurück, muss er ebenso wie bei einem in vollem Umfang erfolglosen Rechtsmittel (vgl. § 140 Abs. 5 Satz 2 WDO) seine notwendigen Auslagen selbst tragen (vgl. Urteil vom 27.

März 1973 - BVerwG 2 WD 45.72 - BVerwGE 46, 101). Das Fehlen einer gesetzlichen Regelung bei beiderseitiger Berufungsrücknahme schließt jedoch nicht aus, den Soldaten - dem Grundgedanken des § 140 Abs. 2 Satz 1 und Abs. 3 Satz 1 WDO entsprechend - auch in einem solchen Falle aus Billigkeitsgründen von den ihm im Berufungsverfahren erwachsenen notwendigen Auslagen teilweise zu entlasten (vgl. Beschluss vom 27. Juli 2006, a.a.O.). Es erscheint daher angemessen, die Hälfte der dem Soldaten im Berufungsverfahren erwachsenen notwendigen Auslagen dem Bund aufzuerlegen.