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1 B 60/21, 1 B 60/21 (1 C 47/21) ECLI:DE:BVerwG:2021:231121B1B60.21.0 KI-generiert

Admission of revision on the standard of proof for a strong presumption linking military service refusal in Syria to persecution under Art. 10 Directive 2011/95/EU.

Geschäftsnummer 1 B 60/21, 1 B 60/21 (1 C 47/21)
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Gutgeheissen (Allowed)

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Administrative Court of Germany (BVerwG) ordered the admission of a further appeal on points of law, overturning the higher regional court’s refusal to permit it, thereby allowing the case to proceed to a final merits decision by the BVerwG itself. The dispute concerned the asylum status of a claimant who refused military service in Syria, challenging the lower courts’ assessment of whether this refusal was linked to a protected characteristic. The decisive legal basis for the admission is § 132(2) No. 1 VwGO, citing the fundamental significance of the issue in determining the standard for a "strong presumption" that connects conscientious objection to military service (under Art. 9(2)(e) and Art. 10 of Directive 2011/95/EU, reflected in § 3a AsylG) with persecution, and the weight such a presumption carries in judicial fact-finding under § 108(1) VwGO.

Legislator-Regeste

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§ 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO, § 3a Abs. 2 Nr. 5 AsylG, § 3b AsylG, § 108 Abs. 1 VwGO; Admission of revision on the standard of proof for a strong presumption linking military service refusal in Syria to persecution under Art. 10 Directive 2011/95/EU: Die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg über die Nichtzulassung der Revision gegen sein Urteil vom 19. Mai 2021 wird aufgehoben.

Schlagwörter

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Asylrevision Verfolgung Beweismass Militärdienstverweigerung rechtliche Vermutung Beurlaubung zum Wehrdienst

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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§ 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO
Die Revision ist wegen grundsätzlicher Bedeutung der Rechtssache gemäß § 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO zuzulassen.
§ 3a Abs. 2 Nr. 5 AsylG
e der Richtlinie 2011/95/EU (§ 3a Abs. 2 Nr. 5 AsylG) genannten Voraussetzungen mit einem der in Art.
§ 3b AsylG
§ 3b AsylG) genannten Verfolgungsgründe - sowie deren Widerlegung - zu stellen sind und welche Bedeutung einer solchen "starken Vermutung" im Rahmen der richterlichen Überzeugungsbildung (§ 108 Abs.
§ 108 Abs. 1 VwGO
§ 3b AsylG) genannten Verfolgungsgründe - sowie deren Widerlegung - zu stellen sind und welche Bedeutung einer solchen "starken Vermutung" im Rahmen der richterlichen Überzeugungsbildung (§ 108 Abs. 1 VwGO) zukommt.
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Volltext

Revisionszulassung; Überzeugungsbildung Wehrdienstentziehung Syrien

[TENOR]

Die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg über die Nichtzulassung der Revision gegen sein Urteil vom 19. Mai 2021 wird aufgehoben.

Die Revision wird zugelassen.

Die Entscheidung über die Kosten des Beschwerdeverfahrens folgt der Kostenentscheidung in der Hauptsache.

[GRUENDE]

Die Beschwerde der Beklagten ist zulässig und begründet.

Die Revision ist wegen grundsätzlicher Bedeutung der Rechtssache gemäß § 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO zuzulassen. Sie kann dem Senat insgesamt Gelegenheit zur Klärung der Frage geben, welche Anforderungen an die Annahme einer "starken Vermutung" (EuGH, Urteil vom 19. November 2020 - C-238/19 [ECLI:​EU:​C:​2020:​945] - Rn. 57) für eine Verknüpfung zwischen der Verweigerung des Militärdienstes unter den in Art. 9 Abs. 2 Buchst. e der Richtlinie 2011/95/EU (§ 3a Abs. 2 Nr. 5 AsylG) genannten Voraussetzungen mit einem der in Art. 10 der Richtlinie 2011/95/EU (§ 3a Abs. 3 i.V.m. § 3b AsylG) genannten Verfolgungsgründe - sowie deren Widerlegung - zu stellen sind und welche Bedeutung einer solchen "starken Vermutung" im Rahmen der richterlichen Überzeugungsbildung (§ 108 Abs. 1 VwGO) zukommt.