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3 B 11/21, 3 B 11/21 (3 C 15/22) ECLI:DE:BVerwG:2022:010822B3B11.21.0 KI-generiert

Transitional scope of § 65 Abs. 3 Nr. 2 StVG: applicability of pre-2014 § 29 StVG to evaluation vs. deletion of traffic register entries

Geschäftsnummer 3 B 11/21, 3 B 11/21 (3 C 15/22)
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Gutgeheissen (Allowed)

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Administrative Court overturned the lower court's refusal to allow an appeal and granted the revision, ordering legal aid for the plaintiff and setting the preliminary amount in dispute at €10,000. This decision concerns a dispute over the transitional provisions of the German Road Traffic Act (StVG), specifically whether the former version of § 29 StVG (applicable until April 30, 2014) governs only the deletion and erasure of entries recorded in the Central Traffic Register by that date, or also their continued use and evaluation. The court found the issue to have fundamental significance under § 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO, noting that given deletion periods of up to ten years, the legal question remains relevant for a significant number of individuals for the foreseeable future. Consequently, the case was remanded for substantive review, and the plaintiff was appointed a court-appointed attorney.

Legislator-Regeste

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§ 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO, § 166 VwGO, § 119 Abs. 1 Satz 1 ZPO, § 63 Abs. 1 Satz 1 GKG, § 52 Abs. 1 GKG, § 166 VwGO i. V. m. § 114 Abs. 1 und § 119 Abs. 1 Satz 1 ZPO; Transitional scope of § 65 Abs. 3 Nr. 2 StVG: applicability of pre-2014 § 29 StVG to evaluation vs. deletion of traffic register entries: This decision concerns a dispute over the transitional provisions of the German Road Traffic Act (StVG), specifically whether the former version of § 29 StVG (applicable until April 30, 2014) governs only the deletion and erasure of entries recorded in the Central Traffic Register by that date, or also their continued use and evaluation. The court found the issue to have fundamental significance under § 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO, noting that given deletion periods of up to ten years, the legal question remains relevant for a significant number of individuals for the foreseeable future. Consequently, the case was remanded for substantive review, and the plaintiff was appointed a court-appointed attorney.

Schlagwörter

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Übergangsvorschriften Kognitionsbefugnis Strassenverkehrsrecht Revisionsgründe Vorentscheid Datenschutzrecht

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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BVerwGE 171, 1
Dezember 2020 - 3 C 5.20 - (BVerwGE 171, 1) in einem Revisionsverfahren nochmals vertiefend mit der Frage zu befassen, ob nach der Übergangsbestimmung des § 65 Abs.
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO

Serves as the main ground for allowing the revision due to the fundamental significance of the legal question regarding transitional provisions.

§ 166 VwGO i. V. m. § 114 Abs. 1 und § 119 Abs. 1 Satz 1 ZPO

Procedural basis for granting legal aid and appointing counsel to the plaintiff.

§ 63 Abs. 1 Satz 1 GKG i. V. m. § 47 Abs. 1 und 3 und § 52 Abs. 1 GKG

Legal basis for the preliminary determination of the amount in dispute for the revision proceedings.

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Volltext

Revisionszulassung; Übergangsbestimmungen in § 65 Abs. 3 Nr. 2 und 3 StVG

[TENOR]

Die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Mecklenburg-Vorpommern über die Nichtzulassung der Revision in seinem Urteil vom 3. November 2020 wird aufgehoben.

Die Revision wird zugelassen.

Die Entscheidung über die Kosten des Beschwerdeverfahrens folgt der Kostenentscheidung in der Hauptsache.

Der Beschluss des Senats vom 23. Februar 2022 wird geändert. Dem Kläger wird für das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht Prozesskostenhilfe gewährt. Ihm wird Rechtsanwalt J. K., ..., ... als Prozessbevollmächtigter beigeordnet.

Der Wert des Streitgegenstandes für das Revisionsverfahren wird vorläufig auf 10 000 € festgesetzt.

[GRUENDE]

Die Sache hat grundsätzliche Bedeutung (§ 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO). Sie kann dem Senat voraussichtlich Gelegenheit geben, sich u. a. mit Blick auf das Urteil vom 4. Dezember 2020 - 3 C 5.20 - (BVerwGE 171, 1) in einem Revisionsverfahren nochmals vertiefend mit der Frage zu befassen, ob nach der Übergangsbestimmung des § 65 Abs. 3 Nr. 2 Satz 1 StVG § 29 StVG in der bis zum Ablauf des 30. April 2014 geltenden Fassung nur hinsichtlich der Tilgung und Löschung von bis zum 30. April 2014 im Verkehrszentralregister gespeicherten Entscheidungen anwendbar ist oder auch hinsichtlich der Verwertung dieser Eintragungen. Die grundsätzliche Bedeutung ist nicht deshalb zu verneinen, weil die Frage eine Übergangsbestimmung betrifft, deren maßgeblicher Stichtag (30. April 2014) mehr als acht Jahre zurückliegt. Im Hinblick auf Tilgungsfristen von bis zu zehn Jahren (§ 29 Abs. 1 Nr. 3 StVG), die in den Fällen des § 29 Abs. 5 Satz 1 StVG erst fünf Jahre nach der Rechtskraft der beschwerenden Entscheidung zu laufen beginnen, ist davon auszugehen, dass sie sich für einen nicht überschaubaren Personenkreis in nicht absehbarer Zukunft weiter stellen kann (vgl. BVerwG, Beschlüsse vom 27. Juni 2013 - 4 B 37.12 - juris Rn. 5 und vom 2. Mai 2018 - 2 B 8.18 - juris Rn. 3).

Im Hinblick darauf wird dem Kläger unter Abänderung des Beschlusses des Senats vom 23. Februar 2022 gemäß seinem Antrag vom 21. Dezember 2020 Prozesskostenhilfe gewährt. Er ist ausweislich der Erklärung über seine persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse vom 21. Dezember 2020 nicht in der Lage, die Kosten der Prozessführung aufzubringen; zugleich bietet die beabsichtigte Rechtsverfolgung hinreichende Aussicht auf Erfolg und erscheint nicht mutwillig (§ 166 VwGO i. V. m. § 114 Abs. 1 und § 119 Abs. 1 Satz 1 ZPO). Ihm wird Rechtsanwalt J. K. als Prozessbevollmächtigter beigeordnet.

Die vorläufige Festsetzung des Streitwerts für das Revisionsverfahren beruht auf § 63 Abs. 1 Satz 1 GKG i. V. m. § 47 Abs. 1 und 3 und § 52 Abs. 1 GKG.