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1 B 79/21, 1 B 79/21 (1 C 57/21) ECLI:DE:BVerwG:2021:071221B1B79.21.0 KI-generiert

Conscientious objection to military service: standard for "strong presumption" of persecution under EU Qualification Directive in asylum proceedings

Geschäftsnummer 1 B 79/21, 1 B 79/21 (1 C 57/21)
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Gutgeheissen (Allowed)

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Administrative Court (BVerwG) reversed the Higher Administrative Court of Berlin-Brandenburg’s decision refusing to admit an appeal to the BVerwG and ordered the case to be re-heard, effectively granting the defendant’s objection and allowing the revision. The dispute concerns an asylum application where the lower courts denied protection based on a claim of conscientious objection to military service, challenging whether such refusal can be linked to persecution under the EU Qualification Directive. The BVerwG found that the issue is of fundamental legal significance, specifically regarding the standard of proof required to establish a "strong presumption" of a causal link between the refusal of military service and a listed ground for persecution, as well as the role of this presumption in judicial conviction formation under § 108 VwGO. Key legal provisions include § 132(2)(1) VwGO (grounds for admitting revision), Art. 9(2)(e) and Art. 10 of Directive 2011/95/EU, and corresponding German asylum law (§§ 3a, 3b AsylG).

Legislator-Regeste

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§ 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO, § 3a Abs. 2 Nr. 5 AsylG, § 3b AsylG, § 108 Abs. 1 VwGO; Conscientious objection to military service: standard for "strong presumption" of persecution under EU Qualification Directive in asylum proceedings: Die Revision ist wegen grundsätzlicher Bedeutung der Rechtssache gemäß § 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO zuzulassen. Sie kann dem Senat insgesamt Gelegenheit zur Klärung der Frage geben, welche Anforderungen an die Annahme einer "starken Vermutung" (EuGH, Urteil vom 19. November 2020 - C-238/19 [ECLI:EU:C:2020:945] - Rn. 57) für eine Verknüpfung zwischen der Verweigerung des Militärdienstes unter den in Art. 9 Abs. 2 Buchst. e der Richtlinie 2011/95/EU (§ 3a Abs. 2 Nr. 5 AsylG) genannten Voraussetzungen mit einem der in Art. 10 der Richtlinie 2011/95/EU (§ 3a Abs. 3 i.V.m. § 3b AsylG) genannten Verfolgungsgründe - sowie deren Widerlegung - zu stellen sind und welche Bedeutung einer solchen "starken Vermutung" im Rahmen der richterlichen Überzeugungsbildung (§ 108 Abs. 1 VwGO) zukommt.

Schlagwörter

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Militärdienstverweigerung Asylgesetz Qualifikationsrichtlinie Nachweis der Verfolgung rechtliche Vermutung Revisionsgründe

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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§ 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO
Die Revision ist wegen grundsätzlicher Bedeutung der Rechtssache gemäß § 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO zuzulassen.
§ 3a Abs. 2 Nr. 5 AsylG
e der Richtlinie 2011/95/EU (§ 3a Abs. 2 Nr. 5 AsylG) genannten Voraussetzungen mit einem der in Art.
§ 3b AsylG
§ 3b AsylG) genannten Verfolgungsgründe - sowie deren Widerlegung - zu stellen sind und welche Bedeutung einer solchen "starken Vermutung" im Rahmen der richterlichen Überzeugungsbildung (§ 108 Abs.
§ 108 Abs. 1 VwGO
§ 3b AsylG) genannten Verfolgungsgründe - sowie deren Widerlegung - zu stellen sind und welche Bedeutung einer solchen "starken Vermutung" im Rahmen der richterlichen Überzeugungsbildung (§ 108 Abs. 1 VwGO) zukommt.
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Volltext

Die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg über die Nichtzulassung der Revision gegen sein Urteil vom 8. Juni 2021 wird aufgehoben.

Die Revision wird zugelassen.

Die Entscheidung über die Kosten des Beschwerdeverfahrens folgt der Kostenentscheidung in der Hauptsache.

[GRUENDE]

Die Beschwerde der Beklagten ist zulässig und begründet.

Die Revision ist wegen grundsätzlicher Bedeutung der Rechtssache gemäß § 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO zuzulassen. Sie kann dem Senat insgesamt Gelegenheit zur Klärung der Frage geben, welche Anforderungen an die Annahme einer "starken Vermutung" (EuGH, Urteil vom 19. November 2020 - C-238/19 [ECLI:EU:C:2020:945] - Rn. 57) für eine Verknüpfung zwischen der Verweigerung des Militärdienstes unter den in Art. 9 Abs. 2 Buchst. e der Richtlinie 2011/95/EU (§ 3a Abs. 2 Nr. 5 AsylG) genannten Voraussetzungen mit einem der in Art. 10 der Richtlinie 2011/95/EU (§ 3a Abs. 3 i.V.m. § 3b AsylG) genannten Verfolgungsgründe - sowie deren Widerlegung - zu stellen sind und welche Bedeutung einer solchen "starken Vermutung" im Rahmen der richterlichen Überzeugungsbildung (§ 108 Abs. 1 VwGO) zukommt.