Admissibility of revision to clarify evidentiary standard for "strong presumption" linking military service refusal in Syria to persecution under Directive 2011/95/EU
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Federal Administrative Court overturned the Higher Administrative Court of Berlin-Brandenburg’s decision dismissing the appeal on admissibility and granted permission to file a revision (appeal) on the merits, with costs to follow the main proceedings. The case concerns an asylum application where the lower courts refused to grant protection based on the refusal to perform military service in Syria, a dispute specifically challenging the evidentiary standards for establishing a nexus between such conscription refusal and a protected ground of persecution. The granting of the appeal rests on the fundamental significance of the issue under § 132(2) No. 1 VwGO, necessitating a clarification of the legal requirements for establishing a "strong presumption" of a link between refusal of military service and persecution grounds under Article 9(2)(e) and Article 10 of Directive 2011/95/EU, as well as the significance of such a presumption in the judicial formation of conviction under § 108(1) VwGO.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO, § 3a Abs. 2 Nr. 5 AsylG, § 3b AsylG, § 108 Abs. 1 VwGO; Admissibility of revision to clarify evidentiary standard for "strong presumption" linking military service refusal in Syria to persecution under Directive 2011/95/EU: Die Revision ist wegen grundsätzlicher Bedeutung der Rechtssache gemäß § 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO zuzulassen. Sie kann dem Senat insgesamt Gelegenheit zur Klärung der Frage geben, welche Anforderungen an die Annahme einer "starken Vermutung" (EuGH, Urteil vom 19. November 2020 - C-238/19 [ECLI:EU:C:2020:945] - Rn. 57) für eine Verknüpfung zwischen der Verweigerung des Militärdienstes unter den in Art. 9 Abs. 2 Buchst. e der Richtlinie 2011/95/EU (§ 3a Abs. 2 Nr. 5 AsylG) genannten Voraussetzungen mit einem der in Art. 10 der Richtlinie 2011/95/EU (§ 3a Abs. 3 i.V.m. § 3b AsylG) genannten Verfolgungsgründe - sowie deren Widerlegung - zu stellen sind und welche Bedeutung einer solchen "starken Vermutung" im Rahmen der richterlichen Überzeugungsbildung (§ 108 Abs. 1 VwGO) zukommt.
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Revisionszulassung; Anforderungen an "starke Vermutung" und richterliche Überzeugungsbildung hinsichtlich der Verknüpfung von Kriegsdienstverweigerung in Syrien und Verfolgung
[TENOR]
Die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg über die Nichtzulassung der Revision gegen sein Urteil vom 5. Mai 2021 wird aufgehoben.
Die Revision wird zugelassen.
Die Entscheidung über die Kosten des Beschwerdeverfahrens folgt der Kostenentscheidung in der Hauptsache.
[GRUENDE]
Die Beschwerde der Beklagten ist zulässig und begründet.
Die Revision ist wegen grundsätzlicher Bedeutung der Rechtssache gemäß § 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO zuzulassen. Sie kann dem Senat insgesamt Gelegenheit zur Klärung der Frage geben, welche Anforderungen an die Annahme einer "starken Vermutung" (EuGH, Urteil vom 19. November 2020 - C-238/19 [ECLI:EU:C:2020:945] - Rn. 57) für eine Verknüpfung zwischen der Verweigerung des Militärdienstes unter den in Art. 9 Abs. 2 Buchst. e der Richtlinie 2011/95/EU (§ 3a Abs. 2 Nr. 5 AsylG) genannten Voraussetzungen mit einem der in Art. 10 der Richtlinie 2011/95/EU (§ 3a Abs. 3 i.V.m. § 3b AsylG) genannten Verfolgungsgründe - sowie deren Widerlegung - zu stellen sind und welche Bedeutung einer solchen "starken Vermutung" im Rahmen der richterlichen Überzeugungsbildung (§ 108 Abs. 1 VwGO) zukommt.