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6 C 17/19 ECLI:DE:BVerwG:2021:190821B6C17.19.0 KI-generiert

Admission to Human Medicine: Capacity Allocation Between Clinical and Pre-Clinical Teaching Units

Geschäftsnummer 6 C 17/19
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang struck_off
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Administrative Court discontinued the proceedings and declared the prior-instance judgments ineffective regarding the auxiliary claim for admission to a partial study place in pre-clinical medicine, while the judgments concerning the main claim for a full medicine study place remain final and binding; the plaintiff was ordered to bear the procedural costs of the revision instance. The dispute concerned the plaintiff's challenge against a university's refusal to admit her to a study place in Human Medicine, specifically regarding the allocation of quotas between clinical and pre-clinical teaching units. The court applied §§ 141, 125, 92 VwGO to discontinue the case following the parties' joint declaration that the matter was settled, as the plaintiff entered the workforce and abandoned her studies, and § 161 VwGO combined with § 269 ZPO to determine costs and declare the auxiliary claim ineffective. The court explicitly declined to resolve the open legal question of whether the capacity exhaustion mandate requires a proportional reduction of the pre-clinical curricular share when clinical teaching offers exceed norm values, ruling that cost distribution should not necessitate deciding unresolved fundamental legal issues after the main dispute is settled.

Legislator-Regeste

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§ 92 Abs. 3 Satz 1 VwGO, § 173 Satz 1 VwGO, § 269 Abs. 3 Satz 1 ZPO, § 161 Abs. 2 Satz 1 VwGO, Art. 12 Abs. 1 GG, Art. 3 Abs. 1 GG; Admission to Human Medicine: Capacity Allocation Between Clinical and Pre-Clinical Teaching Units: The dispute concerned the plaintiff's challenge against a university's refusal to admit her to a study place in Human Medicine, specifically regarding the allocation of quotas between clinical and pre-clinical teaching units. The court applied §§ 141, 125, 92 VwGO to discontinue the case following the parties' joint declaration that the matter was settled, as the plaintiff entered the workforce and abandoned her studies, and § 161 VwGO combined with § 269 ZPO to determine costs and declare the auxiliary claim ineffective. The court explicitly declined to resolve the open legal question of whether the capacity exhaustion mandate requires a proportional reduction of the pre-clinical curricular share when clinical teaching offers exceed norm values, ruling that cost distribution should not necessitate deciding unresolved fundamental legal issues after the main dispute is settled.

Schlagwörter

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Einstellung des Verfahrens Prozessfähigkeit Streitgegenstand Wirkungen des Urteils Kostenverlegung Entscheidungen auf medizinischem Gebiet

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 141 Satz 1 VwGO

Cited in the reasoning as the basis for discontinuing the proceedings due to the parties' joint declaration that the matter is settled.

§ 125 Abs. 1 Satz 1 VwGO

Cited in the reasoning to support the authority to discontinue the proceedings when the objective purpose of the action can no longer be achieved.

§ 92 Abs. 3 Satz 1 VwGO

Cited in the reasoning in conjunction with § 125 VwGO to apply the rules on mutual declarations of settlement to administrative proceedings.

§ 173 Satz 1 VwGO

Cited in the reasoning to justify declaring the prior-instance judgments ineffective regarding the auxiliary claim.

§ 269 Abs. 3 Satz 1 ZPO

Cited in the reasoning in conjunction with § 173 VwGO to define the effect of the declaration of settlement on the finality of the lower court's judgment.

§ 161 Abs. 2 Satz 1 VwGO

Cited in the reasoning as the basis for the court's discretion to allocate costs fairly after the proceedings were discontinued.

§ 47 Abs. 1 Satz 1 GKG

Cited in the reasoning to establish the basis for fixing the value of the dispute for the revision instance.

§ 52 Abs. 2 GKG

Cited in the reasoning to determine the specific amount of the dispute value.

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Volltext

Einstellung des Verfahrens aufgrund übereinstimmender Erledigungserklärungen

[TENOR]

Das Verfahren wird eingestellt.

Die Urteile des Niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts vom 25. Juni 2019 und des Verwaltungsgerichts Göttingen vom 16. November 2016 sind wirkungslos, soweit sie die Klage auf Zulassung zum Studium der Humanmedizin auf einem Teilstudienplatz für die Lehreinheit Vorklinische Medizin betreffen.

Die Klägerin trägt die Kosten des Verfahrens.

Der Wert des Streitgegenstandes wird für das Revisionsverfahren auf 5 000 € festgesetzt.

[GRUENDE]

Nachdem die Beteiligten den Rechtsstreit übereinstimmend für erledigt erklärt haben, ist das Verfahren einzustellen (§ 141 Satz 1, § 125 Abs. 1 Satz 1 i.V.m. § 92 Abs. 3 Satz 1 VwGO entsprechend). Die vorinstanzlichen Urteile sind für wirkungslos zu erklären, soweit die Vorinstanzen die von der Klägerin mit dem Hilfsantrag angestrebte Verpflichtung der Beklagten zur Studienzulassung auf einen Teilstudienplatz für Vorklinische Medizin abgelehnt haben (§ 173 Satz 1 VwGO i.V.m. § 269 Abs. 3 Satz 1 ZPO). Nur insoweit ist das Klageverfahren in der Revisionsinstanz anhängig geworden. Soweit die Vorinstanzen die mit dem Hauptantrag der Klägerin angestrebte Verpflichtung der Beklagten zur Zulassung auf einen Vollstudienplatz für Humanmedizin kostenpflichtig abgelehnt haben, sind die Urteile rechtskräftig geworden. Der Senat hat über die Verfahrenskosten nach billigem Ermessen unter Berücksichtigung des Sach- und Streitstandes zu entscheiden (§ 161 Abs. 2 Satz 1 VwGO).

Billigem Ermessen entspricht es, der Klägerin auch die Kosten des in der Revisionsinstanz allein noch anhängigen Teils des Klageverfahrens aufzuerlegen. Zwar erweisen sich die Erfolgsaussichten insoweit als offen. Der Senat hätte in dem Revisionsverfahren unter anderem die schwierige, bisher nicht geklärte Frage entscheiden müssen, ob das aus Art. 12 Abs. 1 GG i.V.m. dem Gleichheitssatz (Art. 3 Abs. 1 GG) und dem Sozialstaatsprinzip (Art. 20 Abs. 1, Art. 28 Abs. 1 Satz 1 GG) folgende Kapazitätserschöpfungsgebot dazu verpflichtet, festgestellten Überschreitungen des normativ vorgegebenen Gesamtcurricularnormwerts für den Studiengang Humanmedizin infolge eines erhöhten Lehrangebots der klinischen Lehreinheit dadurch zu begegnen, dass im Rahmen der Kapazitätsberechnung der curriculare Eigenanteil der vorklinischen Lehreinheit proportional gekürzt wird. Es ist nicht Aufgabe der Gerichte, nach Erledigung des Rechtsstreits in der Hauptsache ungeklärt gebliebene Rechtsfragen von grundsätzlicher Bedeutung um der bloßen Kostenverteilung willen zu entscheiden.

Bei der nach billigem Ermessen zu treffenden Kostenentscheidung nach § 161 Abs. 2 VwGO können aber neben den für eine anteilige bzw. hälftige Kostenteilung sprechenden offenen Erfolgsaussichten auch noch andere Gesichtspunkte herangezogen werden. Sie können sich wie vorliegend aus den Gründen ergeben, aus denen ein Verfahrensbeteiligter das zur Erledigung führende Ereignis bewirkt hat (vgl. dazu BVerwG, Beschluss vom 26. November 1991 - 7 C 16.89 - NVwZ 1992, 787 ). Insoweit ist für die Kostenentscheidung nach billigem Ermessen maßgebend, dass die Klägerin ihren ursprünglichen Studienplatzwunsch aufgegeben hat. Die Klägerin hat den Rechtsstreit für erledigt erklärt, weil sie mittlerweile im Erwerbsleben steht und von der erneuten Aufnahme eines Studiums absieht. Damit fällt der die Erledigung des Rechtsstreits auslösende Umstand in ihre Sphäre (vgl. BVerwG, Beschluss vom 9. Juli 2020 - 6 C 13.19 - Rn. 4).

Die Festsetzung des Streitwerts für das Revisionsverfahren beruht auf § 47 Abs. 1 Satz 1 und § 52 Abs. 2 GKG (vgl. Ziffer 18.1 des Streitwertkatalogs für die Verwaltungsgerichtsbarkeit).