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10 B 2/20, 10 B 2/20 (10 C 3/21) ECLI:DE:BVerwG:2021:100221B10B2.20.0 KI-generiert

Access to classified archival documents: applicability of sixty-year secrecy period and public authority access obligations under Federal Archives Act

Geschäftsnummer 10 B 2/20, 10 B 2/20 (10 C 3/21)
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Gutgeheissen (Allowed)

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Administrative Court overturned the lower court’s order refusing leave to appeal and granted the revision for both the plaintiff and the defendant, leaving the case costs to the main proceeding. The dispute concerns the plaintiff’s claimed right of access to archival documents older than thirty years that were initially classified as "Verschlusssache" (secret matter) under the Secrecy Act and included in a refusal decision by the defendant. The court found questions of fundamental importance regarding whether the sixty-year protection period under § 11(3) of the Federal Archives Act applies to classified documents involving Federal Security Council deliberations regardless of current secrecy status, and whether public entities must make pre-1945 documents accessible in the same manner as the Federal Archives under § 11(6) and § 10(1) of the Federal Archives Act, potentially including an obligation to process such records.

Legislator-Regeste

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§ 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO; Access to classified archival documents: applicability of sixty-year secrecy period and public authority access obligations under Federal Archives Act: The dispute concerns the plaintiff’s claimed right of access to archival documents older than thirty years that were initially classified as "Verschlusssache" (secret matter) under the Secrecy Act and included in a refusal decision by the defendant. The court found questions of fundamental importance regarding whether the sixty-year protection period under § 11(3) of the Federal Archives Act applies to classified documents involving Federal Security Council deliberations regardless of current secrecy status, and whether public entities must make pre-1945 documents accessible in the same manner as the Federal Archives under § 11(6) and § 10(1) of the Federal Archives Act, potentially including an obligation to process such records.

Schlagwörter

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Recht auf Zugang zu Dokumenten Dienstrechtliche Stellungen Veröffentlichung amtlicher geheimer Verhandlungen Grundrechte Streitgegenstand Staatsorgane

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO

Cited as the legal basis for granting leave to appeal due to the fundamental importance of the questions regarding the sixtieth-year protection period and access to archival documents.

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Volltext

Revisionszulassung; sechzigjährige Schutzfrist von Unterlagen; Verschlusssache gemäß § 4 SÜG

[TENOR]

Die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg über die Nichtzulassung der Revision gegen sein Urteil vom 7. Mai 2020 wird aufgehoben. Die Revisionen der Klägerin und der Beklagten werden zugelassen.

Die Entscheidung über die Kosten des Beschwerdeverfahrens bleibt der Entscheidung in der Hauptsache vorbehalten.

Der Wert des Streitgegenstandes wird für das Revisionsverfahren vorläufig auf 5 000 € festgesetzt.

[GRUENDE]

Die Beschwerden der Klägerin und der Beklagten gegen die Nichtzulassung der Revision sind begründet.

In Ansehung des von der Klägerin behaupteten Anspruchs auf Zugang zu den im Bescheid der Beklagten vom 5. August 2017 aufgeführten noch streitbefangenen Unterlagen kommt der Rechtssache die von beiden Beteiligten - die insofern jeweils teilweise unterlegen sind - übereinstimmend geltend gemachte grundsätzliche Bedeutung zu (§ 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO). Im Revisionsverfahren wird voraussichtlich die Frage zu klären sein, ob die sechzigjährige Schutzfrist des § 11 Abs. 3 BArchG bei Unterlagen, die als Verschlusssache im Sinne des § 4 SÜG eingestuft sind, voraussetzt, dass sie - ursprünglich und noch gegenwärtig - im öffentlichen Interesse geheimhaltungsbedürftige Tatsachen, Gegenstände oder Erkenntnisse enthalten, und ob dies auch dann gilt, wenn die Unterlagen Beratungen und Entscheidungen des Bundessicherheitsrates betreffen.

Die Rechtssache weist auch in Ansehung des von der Klägerin behaupteten Anspruchs auf Zugang zu weiteren, in den vier ergangenen Teilbescheiden nicht einzeln aufgeführten Unterlagen die von der - insofern zur Gänze unterlegenen - Klägerin geltend gemachte grundsätzliche Bedeutung auf (§ 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO). Insofern bietet die Revision der Klägerin dem Senat voraussichtlich Gelegenheit zur Klärung der Frage, ob § 11 Abs. 6 i.V.m. § 10 Abs. 1 BArchG zu entnehmen ist, dass die öffentlichen Stellen, in deren Verfügungsgewalt sich Unterlagen befinden, die älter als dreißig Jahre sind, deren Nutzung in gleicher Weise wie das Bundesarchiv zu ermöglichen haben, und ob dies gegebenenfalls eine Pflicht zur Erschließung solcher Unterlagen einschließt.