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9 B 1/20, 9 B 1/20 (9 C 9/20) ECLI:DE:BVerwG:2020:101120B9B1.20.0 KI-generiert

Hypothetical assessment limitation periods and prohibition of retroactivity upon transfer of facility operation to a new carrier

Geschäftsnummer 9 B 1/20, 9 B 1/20 (9 C 9/20)
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Gutgeheissen (Allowed)

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Administrative Court (BVerwG) reversed the Higher Administrative Court's denial of leave to appeal and granted the plaintiff's request to admit the revision, leaving the underlying merits to be decided in the subsequent appellate proceedings. The case concerns a dispute over hypothetical statutory assessment limitation periods ("hypothetische Festsetzungsverjährung") in social welfare contributions, specifically addressing whether a contributor can invoke the principle of legitimate expectation (prohibition of retroactivity) to defend against a contribution assessment when an existing facility was transferred to a new operator after the statute of limitations had already expired. The court admitted the revision under § 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO due to the fundamental significance of the legal issue, citing the Federal Constitutional Court's precedent from 2015 regarding the limits of retroactive application in assessment limitation doctrines.

Legislator-Regeste

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§ 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO, § 63 Abs. 1 Satz 1 GKG; Hypothetical assessment limitation periods and prohibition of retroactivity upon transfer of facility operation to a new carrier: Die Beschwerde der Klägerin ist zulässig und begründet. Die Revision ist gemäß § 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO wegen grundsätzlicher Bedeutung der Rechtssache zuzulassen. Sie kann im Hinblick auf die sogenannte hypothetische Festsetzungsverjährung (Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 12. November 2015 - 1 BvR 2961/14, 1 BvR 3051/14 - NVwZ 2016, 300 ff.) zur Klärung der Frage beitragen, inwieweit sich ein Beitragsschuldner auf den Grundsatz des Vertrauensschutzes in Gestalt des Rückwirkungsverbots berufen kann, wenn eine bestehende Einrichtung nach Verjährungseintritt auf einen neuen Träger übergegangen ist.

Schlagwörter

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verfassungsmässige Schranken Verjährungsfrist Revisionsgesuch Beitragsdauer gesetzliches Verbot Neuanmeldung

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Volltext

Revisionszulassung; hypothetische Festsetzungsverjährung; Trägerwechsel

[TENOR]

Die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg über die Nichtzulassung der Revision gegen seinen Beschluss vom 23. Oktober 2019 wird aufgehoben.

Die Revision wird zugelassen.

Die Entscheidung über die Kosten des Beschwerdeverfahrens folgt der Kostenentscheidung in der Hauptsache.

Der Streitwert für das Revisionsverfahren wird vorläufig auf 14 430,15 € festgesetzt.

[GRUENDE]

Die Beschwerde der Klägerin ist zulässig und begründet. Die Revision ist gemäß § 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO wegen grundsätzlicher Bedeutung der Rechtssache zuzulassen. Sie kann im Hinblick auf die sogenannte hypothetische Festsetzungsverjährung (Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 12. November 2015 - 1 BvR 2961/14, 1 BvR 3051/14 - NVwZ 2016, 300 ff.) zur Klärung der Frage beitragen, inwieweit sich ein Beitragsschuldner auf den Grundsatz des Vertrauensschutzes in Gestalt des Rückwirkungsverbots berufen kann, wenn eine bestehende Einrichtung nach Verjährungseintritt auf einen neuen Träger übergegangen ist.

Die vorläufige Festsetzung des Streitwertes für das Revisionsverfahren folgt aus § 47 Abs. 1 Satz 1, § 52 Abs. 3, § 63 Abs. 1 Satz 1 GKG.