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1 B 16/17, 1 B 16/17 (1 C 11/17) ECLI:DE:BVerwG:2017:080617B1B16.17.0 KI-generiert

Deportation Threat Lawfulness: Mandatory Assessment of National Deportation Bans Relative to Destination State in Inadmissible Asylum Cases

Geschäftsnummer 1 B 16/17, 1 B 16/17 (1 C 11/17)
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Gutgeheissen (Allowed)

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Administrative Court granted the defendant's leave to appeal on grounds of subsequent divergence, effectively reversing the lower court's denial of appeal and allowing the case to proceed to the Senate for merits review. The dispute concerned whether an administrative order threatening deportation was unlawful solely because it omitted the statutory determination of national deportation bans under § 60(5) and (7) of the Residence Act when the underlying asylum application was deemed inadmissible under § 29(1) No. 1 to 4 of the Asylum Act. The court held that the decisive legal question, diverging from the Oberverwaltungsgericht’s view that such an omission automatically renders the threat unlawful, requires assessing national deportation bans in reference to the destination state of deportation rather than the applicant's country of origin, as established in the Senate's prior decision of April 3, 2017.

Legislator-Regeste

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§ 132 Abs. 2 Nr. 2 VwGO, § 31 Abs. 3 Satz 1 AsylG, § 34a AsylG, § 35 AsylG, § 133 Abs. 3 Satz 3 VwGO; Deportation Threat Lawfulness: Mandatory Assessment of National Deportation Bans Relative to Destination State in Inadmissible Asylum Cases: The dispute concerned whether an administrative order threatening deportation was unlawful solely because it omitted the statutory determination of national deportation bans under § 60(5) and (7) of the Residence Act when the underlying asylum application was deemed inadmissible under § 29(1) No. 1 to 4 of the Asylum Act. The court held that the decisive legal question, diverging from the Oberverwaltungsgericht’s view that such an omission automatically renders the threat unlawful, requires assessing national deportation bans in reference to the destination state of deportation rather than the applicant's country of origin, as established in the Senate's prior decision of April 3, 2017.

Schlagwörter

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Prüfung des Asylgesuchs rechtmässige Wegweisung Aberkennung der Flüchtlingseigenschaft gesetzliche Voraussetzungen Internierung im Ausländerrecht Aufenthaltsbestimmungsrecht

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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§ 132 Abs. 2 Nr. 2 VwGO
Basis for granting leave to appeal on the ground of subsequent divergence.
§ 31 Abs. 3 Satz 1 AsylG
April 2017 - 1 C 9.16 - hat der Senat entschieden, dass die nach § 31 Abs. 3 Satz 1 AsylG zu treffende Feststellung, ob die Voraussetzungen des § 60 Abs.
§ 34a AsylG
Abschiebung bezieht und eine Abschiebungsanordnung nach § 34a AsylG bzw.
§ 35 AsylG
eine Abschiebungsandrohung nach § 35 AsylG nicht allein deswegen rechtswidrig ist, weil in dem Bescheid die gemäß § 31 Abs.
§ 133 Abs. 3 Satz 3 VwGO
In Bezug auf diese Frage hatte die Beschwerde der Beklagten die erhobene Grundsatzrüge auch in einer den Anforderungen des § 133 Abs. 3 Satz 3 VwGO entsprechenden Weise begründet; die Voraussetzungen einer Revisionszulassung unter dem Gesichtspunkt nachträglicher Divergenz (s.
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 132 Abs. 2 Nr. 2 VwGO

Basis for granting leave to appeal on the ground of subsequent divergence.

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Volltext

Revisionszulassung; nachträgliche Divergenz; Rechtswidrigkeit einer Abschiebungsanordnung bzw. -androhung

[GRUENDE]

Die Beschwerde der Beklagten ist zulässig und begründet. Die Revision ist nach § 132 Abs. 2 Nr. 2 VwGO wegen nachträglicher Divergenz zuzulassen.

Mit Beschluss vom 3. April 2017 - 1 C 9.16 - hat der Senat entschieden, dass die nach § 31 Abs. 3 Satz 1 AsylG zu treffende Feststellung, ob die Voraussetzungen des § 60 Abs. 5 oder 7 AufenthG vorliegen, sich in Fällen unzulässiger Asylanträge nach § 29 Abs. 1 Nr. 1 bis 4 AsylG nicht auf den Herkunftsstaat des Asylbewerbers, sondern auf den Zielstaat der Überstellung bzw. Abschiebung bezieht und eine Abschiebungsanordnung nach § 34a AsylG bzw. eine Abschiebungsandrohung nach § 35 AsylG nicht allein deswegen rechtswidrig ist, weil in dem Bescheid die gemäß § 31 Abs. 3 Satz 1 AsylG vorgesehene Feststellung zu nationalen Abschiebungsverboten nach § 60 Abs. 5 und 7 AufenthG fehlt.

Von diesem Rechtssatz weicht das Urteil des Oberverwaltungsgerichts ab. Ihm lässt sich ein Rechtssatz des Inhalts entnehmen, dass die in einem Bescheid, der einen Asylantrag als unzulässig ablehnt, enthaltene Abschiebungsandrohung schon dann rechtswidrig ist, wenn das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge der Beklagten keine Feststellung über das Vorliegen bzw. Nichtvorliegen der nationalen Abschiebungsverbote nach § 60 Abs. 5 oder 7 AufenthG getroffen hat. In Bezug auf diese Frage hatte die Beschwerde der Beklagten die erhobene Grundsatzrüge auch in einer den Anforderungen des § 133 Abs. 3 Satz 3 VwGO entsprechenden Weise begründet; die Voraussetzungen einer Revisionszulassung unter dem Gesichtspunkt nachträglicher Divergenz (s. BVerwG, Beschluss vom 6.

April 2009 - 10 B 62.08) liegen mithin vor.

Ist die Revision in dem Umfange, in dem die Berufung der Beklagten zurückgewiesen worden ist, bereits aus diesem Grunde zuzulassen, bedürfen die weiterhin von der Beklagten erhobenen Rügen keiner Bescheidung.