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3 B 25/16, 3 B 25/16 (3 B 39/15) ECLI:DE:BVerwG:2016:270516B3B25.16.0 KI-generiert

Gegenvorstellung against final revision admissibility decision: uncodified extraordinary remedy inadmissible under East German rehabilitation law

Geschäftsnummer 3 B 25/16, 3 B 25/16 (3 B 39/15)
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Administrative Court rejected the applicant's "Gegenvorstellung" (counter-representation) as inadmissible, upholding the prior decision of the same Senate that had dismissed the application for leave to file a revision. The case involved a challenge to the interpretation of the Administrative Rehabilitation Act concerning East German administrative decisions, where the applicant argued that the established legal requirement that consequences of a rights-abusing administrative decision must still persist "immediately, severely, and intolerably" should be abandoned. The court held that a "Gegenvorstellung" against a final and binding court decision is an uncodified extraordinary legal remedy that is impermissible because the court lacks statutory authority to amend its own final decisions, thereby protecting legal certainty. Additionally, any alleged procedural defects or violations of the right to be heard could not be reviewed through this channel, as they were only remediable via a specific complaint regarding non-hearing, which the applicant had failed to file within the prescribed deadline.

Legislator-Regeste

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§ 133 Abs. 5 Satz 3 VwGO, § 152a VwGO, § 154 Abs. 2 VwGO; Gegenvorstellung against final revision admissibility decision: uncodified extraordinary remedy inadmissible under East German rehabilitation law: The case involved a challenge to the interpretation of the Administrative Rehabilitation Act concerning East German administrative decisions, where the applicant argued that the established legal requirement that consequences of a rights-abusing administrative decision must still persist "immediately, severely, and intolerably" should be abandoned. The court held that a "Gegenvorstellung" against a final and binding court decision is an uncodified extraordinary legal remedy that is impermissible because the court lacks statutory authority to amend its own final decisions, thereby protecting legal certainty. Additionally, any alleged procedural defects or violations of the right to be heard could not be reviewed through this channel, as they were only remediable via a specific complaint regarding non-hearing, which the applicant had failed to file within the prescribed deadline.

Schlagwörter

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Anfechtung von Verwaltungsverfügungen Verletzung von Verfahrensrechten ausserordentliche Revision Anspruch auf rechtliches Gehör erworbener Anspruch Rechtssicherheit
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 154 Abs. 2 VwGO

Provision cited in the dispositive to justify the decision on costs.

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Volltext

Gegenvorstellung; Unstatthaftigkeit; ungeschriebener außerordentlicher Rechtsbehelf; Unzulässigkeit; Nichtzulassungsbeschwerde; Zurückweisung; Rechtskraft; Verfahrensmängel; Anhörungsrüge

[LEITSATZ]

Eine Gegenvorstellung gegen den Beschluss, mit dem die Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision zurückgewiesen wird, ist unstatthaft.

[GRUENDE]

Der ausdrücklich als Gegenvorstellung bezeichnete Antrag mit dem sinngemäßen Inhalt,

den Beschluss des Senats vom 18. April 2016 (BVerwG 3 B 39.15) abzuändern und die Revision zuzulassen,

ist unstatthaft.

Die Zulässigkeit einer Gegenvorstellung erfordert jedenfalls, dass das Gericht nach einer gesetzlichen Regelung zur Abänderung seiner angegriffenen Entscheidung befugt ist (BVerfG, Beschluss vom 25. November 2008 - 1 BvR 848/07 [ECLI:DE:BVerfG:2008:rs20081125.1bvr084807] - BVerfGE 122, 190 ; BVerwG, Beschluss vom 24. Juli 2014 - 4 B 19.14 - m.w.N.). Das ist hier nicht der Fall. Mit der Zurückweisung der Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision in dem angegriffenen Beschluss vom 18. April 2016 ist die verwaltungsgerichtliche Entscheidung rechtskräftig geworden (§ 135 i.V.m. § 133 Abs. 5 Satz 3 VwGO). Gegen rechtskräftige Entscheidungen der Gerichte sind außerordentliche Rechtsbehelfe nur dann zulässig, wenn sie in der geschriebenen Rechtsordnung geregelt sind (BVerfG, Beschluss vom 30. April 2003 - 1 PBvU 1/02 [ECLI:DE:BVerfG:2003:up20030430.1pbvu000102] - BVerfGE 107, 395 ). Es widerspräche der Rechtssicherheit und der Rechtsklarheit, gegen rechtskräftige Entscheidungen neben der ausdrücklich geregelten Anhörungsrüge (§ 152a VwGO), die der Kläger nicht erhoben hat und fristgemäß nicht mehr erheben könnte, eine Gegenvorstellung als ungeschriebenen außerordentlichen Rechtsbehelf zuzulassen (vgl. BVerfG, Kammerbeschluss vom 8. Februar 2006 - 2 BvR 575/05 [ECLI:DE:BVerfG:2006:rk20060208.2bvr057505] - NJW 2006, 2907; BVerwG, Beschlüsse vom 28. März 2008 - 8 B 20.08 - juris und vom 25. Juni 2012 - 8 B 49.12 - juris Rn. 4; dazu BVerfG, Nichtannahmebeschluss vom 12. Februar 2015 - 1 BvR 1948/12 -).

Abgesehen davon hätte die Gegenvorstellung auch deshalb keinen Erfolg, weil die Ausführungen des Klägers keine Veranlassung geben, die bisherige gefestigte Rechtsprechung zu § 1 des Verwaltungsrechtlichen Rehabilitierungsgesetzes zu ändern und rechtsstaatswidrige Verwaltungsentscheidungen der DDR-Behörden ohne Rücksicht auf das Gewicht der durch sie ausgelösten Folgen für den Betroffenen für rehabilitierungsfähig zu erachten. Der Gesetzgeber wollte ausschließen, sämtliches Verwaltungsunrecht der DDR rehabilitieren zu müssen (vgl. die Begründung des 2. SED-Unrechtsbereinigungsgesetzes BT-Drs. 12/4994 S. 16 ff.). Deshalb hat er das Erfordernis, dass die rechtsstaatswidrige Verwaltungsentscheidung Folgen für eines der genannten Rechtsgüter (Leib oder Leben, Vermögen, Beruf) hatte, die "noch unmittelbar schwer und unzumutbar fortwirken", in § 1 Abs. 1 Satz 1 VwRehaG ausdrücklich vorgesehen.

Soweit der Kläger meint, das Bundesverwaltungsgericht habe sich mit seinem Vortrag zu Verfahrensmängeln nicht hinreichend befasst, rügt er eine Verletzung seines Anspruchs auf rechtliches Gehör. Diese Rüge hätte er nur mit einer Anhörungsrüge nach § 152a VwGO erheben können.

Die Kostenentscheidung folgt aus § 154 Abs. 2 VwGO.