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8 B 4/14 ECLI:DE:BVerwG:2014:221014B8B4.14.0 KI-generiert

Transfer of private estate property: violation of right to be heard and procedural rights in administrative annulment proceedings

Geschäftsnummer 8 B 4/14
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Gutgeheissen (Allowed)

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Administrative Court (BVerwG) upheld the complaint, vacated the lower court’s judgment, and remanded the case to a different chamber of the Administrative Court of Potsdam for renewed proceedings, finding that the first-instance decision violated the parties' rights. The dispute concerned the validity of a 2006 administrative decision by the Federal Estate Management Authority transferring a 22,987 m² property from the historical estate of two deceased brothers to a co-heirship; after a prior annulment was quashed by the BVerwG for procedural defects, the Administrative Court again annulled the transfer but refused to admit revision. The BVerwG determined that the lower court breached the constitutional right to be heard (Article 103(1) Basic Law) and procedural rights under §§ 86(1), 108(1) and (2) of the Code of Administrative Procedure (VwGO), while rejecting the appellants’ arguments regarding principles of law and diverging case law, which were addressed in parallel cases.

Legislator-Regeste

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Art. 103 Abs. 1 GG, § 108 Abs. 2 VwGO, § 86 Abs. 1 VwGO, § 133 Abs. 6 VwGO, § 173 VwGO, § 563 Abs. 1 Satz 2 ZPO; Transfer of private estate property: violation of right to be heard and procedural rights in administrative annulment proceedings: The dispute concerned the validity of a 2006 administrative decision by the Federal Estate Management Authority transferring a 22,987 m² property from the historical estate of two deceased brothers to a co-heirship; after a prior annulment was quashed by the BVerwG for procedural defects, the Administrative Court again annulled the transfer but refused to admit revision. The BVerwG determined that the lower court breached the constitutional right to be heard (Article 103(1) Basic Law) and procedural rights under §§ 86(1), 108(1) and (2) of the Code of Administrative Procedure (VwGO), while rejecting the appellants’ arguments regarding principles of law and diverging case law, which were addressed in parallel cases.

Schlagwörter

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Nichtigkeitsverfahren Anspruch auf rechtliches Gehör Eigentumsübertragung Verletzung von Verfahrensrechten Revision eines Entscheids Eigentumsrecht

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 133 Abs. 6 VwGO

Procedural rule cited for the vacatur of the lower court's judgment.

§ 173 VwGO i.V.m. § 563 Abs. 1 Satz 2 ZPO (analog)

Procedural rule cited for the remand of the case to another chamber for renewed proceedings.

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Volltext

I

Die Beigeladenen wenden sich mit ihrer Beschwerde - ebenso wie in den Parallelverfahren BVerwG 8 B 99.13, 8 B 100.13, 8 B 101.13, 8 B 102.13 und 8 B 3.14 - gegen die in dem aufgrund der mündlichen Verhandlung vom 18. April 2013 ergangenen Urteil des Verwaltungsgerichts erfolgte Nichtzulassung der Revision.

Das Verfahren betrifft das 22 987 qm große Flurstück ... der Flur ... im Gemeindegebiet der Klägerin, die dessen Eigentümerin und Verfügungsberechtigte ist. Das Grundstück gehörte ebenfalls zum historischen Gutsgelände ... der Brüder Albert und Max S. Mit dem hier streitgegenständlichen Bescheid vom 31. Mai 2006 übertrug das Bundesamt das Grundstück auf die Beigeladenen in ungeteilter Erbengemeinschaft.

Nachdem das Verwaltungsgericht Potsdam mit Urteil vom 13. November 2008 - VG 1 K 1399/06 - den streitgegenständlichen Bescheid aufgehoben hatte, hat das Bundesverwaltungsgericht auf die Nichtzulassungsbeschwerde der Beigeladenen mit Beschluss vom 28. März 2011 (BVerwG 8 B 44.10) dieses wegen Verfahrensmängel aufgehoben und die Sache an das Verwaltungsgericht zurückverwiesen. Das Verwaltungsgericht hat mit dem angegriffenen, am 24. September 2013 zugestellten Urteil vom 18. April 2013 - VG 1 K 839/11 - den Bescheid der Beklagten vom 31. Mai 2006 erneut aufgehoben und die Revision nicht zugelassen.

II

Die Beschwerde der Beigeladenen, deren Begründung im Wesentlichen wort-identisch mit der Begründung der in den Parallelverfahren BVerwG 8 B 99.13, 8 B 100.13, 8 B 101.13, 8 B 102.13 und 8 B 3.14 eingelegten Nichtzulassungsbeschwerden ist und alle drei Zulassungsgründe des § 132 Abs. 2 Nr. 1 bis 3 VwGO geltend macht, hat Erfolg. Das angegriffene Urteil verletzt die Beigeladenen in ihrem Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 103 Abs. 1 GG, § 108 Abs. 2 VwGO) sowie in ihren Verfahrensrechten aus § 108 Abs. 1 Satz 1 und 2 VwGO sowie aus § 86 Abs. 1 VwGO.

Dagegen sind die erhobenen Grundsatz- und Divergenzrügen nicht begründet. Zur Vermeidung von unnötigen Wiederholungen wird insoweit auf die Begründung in dem Beschluss des Senats vom heutigen Tage in dem dieselben Beteiligten betreffenden Verfahren BVerwG 8 B 99.13 verwiesen. Das angegriffene Urteil wird gemäß § 133 Abs. 6 VwGO aufgehoben und das Verfahren wird im Interesse des Vertrauens der Beigeladenen in die Rechtspflege und zur Vermeidung erneuter Verfahrensfehler gemäß § 173 VwGO i.V.m. § 563 Abs. 1 Satz 2 ZPO (analog) zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an eine andere Kammer des Verwaltungsgerichts Potsdam zurückverwiesen.

Die Kostenentscheidung muss der Schlussentscheidung vorbehalten bleiben.

Die Streitwertfestsetzung beruht auf § 47 Abs. 1 und 3, § 52 Abs. 1 und 4 GKG. Unter Zugrundelegung des vom Verwaltungsgericht in Ansatz gebrachten Grundstückswerts von 50 €/qm ergibt sich daraus für die Fläche von 22 987 qm und unter Berücksichtigung der in § 52 Abs. 4 Nr. 3 GKG vorgesehenen Begrenzungsregelung ein Wert von 500 000 €.