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IX B 25/25 ECLI:DE:BFH:2025:B.180725.IXB25.25.0 KI-generiert

Res judicata of an annulment action bars a subsequent invalidity declaration action due to identity of the subject matter.

Geschäftsnummer IX B 25/25
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Finance dismissed the taxpayers' non-admission complaint, ordering them to bear the costs of the proceedings, thereby leaving the lower court's judgment in force. The dispute concerned the admissibility of a declaratory action regarding the invalidity of tax assessment notices for the years 2010 to 2017, which the lower court had rejected as inadmissible. The decisive legal basis was the binding effect of prior final judgments under § 110(1) Sentence 1 FGO, establishing that when an action for annulment of a tax notice is dismissed on the merits, the resulting res judicata also encompasses the finding that the underlying notice is not void; consequently, a subsequent action for a declaration of nullity is inadmissible due to the identity of the subject matter. The Court further determined that allegations of insufficient engagement with prior factual considerations do not constitute a procedural error warranting the admission of a revision under § 119 No. 6 FGO.

Legislator-Regeste

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§ 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO, § 135 Abs. 2 FGO; Res judicata of an annulment action bars a subsequent invalidity declaration action due to identity of the subject matter: The dispute concerned the admissibility of a declaratory action regarding the invalidity of tax assessment notices for the years 2010 to 2017, which the lower court had rejected as inadmissible. The decisive legal basis was the binding effect of prior final judgments under § 110(1) Sentence 1 FGO, establishing that when an action for annulment of a tax notice is dismissed on the merits, the resulting res judicata also encompasses the finding that the underlying notice is not void; consequently, a subsequent action for a declaration of nullity is inadmissible due to the identity of the subject matter. The Court further determined that allegations of insufficient engagement with prior factual considerations do not constitute a procedural error warranting the admission of a revision under § 119 No. 6 FGO.

Schlagwörter

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Nichtigkeitsklage im Gemeinschaftsrecht Feststellungsklage Rechtskraft Nichtigerklärung Steuerveranlagungsverfahren Streitgegenstand

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO

The procedural provision under which the non-admission complaint based on procedural errors was examined and ultimately dismissed as unfounded.

§ 135 Abs. 2 FGO

The provision cited as the basis for the order that the losing appellants must bear the costs of the proceedings.

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Volltext

Nichtzulassungsbeschwerde - Verhältnis Anfechtungsklage - Nichtigkeitsfeststellungsklage - Bindungswirkung rechtskräftiger Urteile

[LEITSATZ]

NV: Wird eine Anfechtungsklage durch Sachurteil abgewiesen, erfasst die Rechtskraft des Urteils auch die Feststellung, dass der zugrunde liegende Bescheid nicht nichtig ist.

[TENOR]

Die Beschwerde der Kläger wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 16.01.2025 - 13 K 13059/24 wird als unbegründet zurückgewiesen.

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens haben die Kläger zu tragen.

[GRUENDE]

Die allein auf Verfahrensfehler gestützte Nichtzulassungsbeschwerde der Kläger und Beschwerdeführer (Kläger) ist unbegründet. Es liegt kein Verfahrensfehler nach § 115 Abs. 2 Nr. 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) vor.

1. Die angefochtene Entscheidung des Finanzgerichts (FG) hat nicht verfahrensfehlerhaft die Bindungswirkung der vorangegangenen Entscheidungen (§ 110 Abs. 1 Satz 1 FGO) missachtet.

a) Wird eine Anfechtungsklage durch Sachurteil abgewiesen, erfasst die Rechtskraft des Urteils auch die Feststellung, dass der zugrunde liegende Bescheid nicht nichtig ist. Dies gilt nur dann nicht, wenn eine Anfechtungsklage wegen Unzulässigkeit oder fehlender Rechtsverletzung des Klägers abgewiesen wird. Eine Nichtigkeitsfeststellungsklage ist daher wegen Identität des Streitgegenstands unzulässig, wenn zuvor bereits eine Anfechtungsklage erhoben und über diese in der Sache entschieden worden ist (vgl. Beschlüsse des Bundesfinanzhofs vom 30.05.2012 - III B 239/11, Rz 29; vom 27.08.2014 - XI B 32/14, Rz 19 und vom 03.09.2015 - III B 39/15, Rz 8, m.w.N.).

b) Daher hat das FG ohne Verfahrensfehler die Klage der Kläger als unzulässig abgewiesen. Denn im Streitfall binden die rechtskräftigen Entscheidungen vom 15.08.2019 - 13 K 13100/15 (für das Streitjahr 2010) und vom 23.03.2023 - 13 K 13215/20 (für die Streitjahre 2011 bis 2017) die Beteiligten mit der Folge, dass sich jede neue Entscheidung über die bereits rechtskräftig festgestellte Rechtsfolge verbietet. Den Urteilen vom 15.08.2019 - 13 K 13100/15 und vom 23.03.2023 - 13 K 13215/20 sowie der angefochtenen Entscheidung des FG liegen mit den Bescheiden über die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen für 2010 bis 2017 identische Streitgegenstände zugrunde. In den beiden erstgenannten Verfahren hat das FG die Klage jeweils als unbegründet abgewiesen und damit zur Sache entschieden. Das FG hat daher in diesen Verfahren mit Bindungswirkung nach § 110 Abs. 1 Satz 1 FGO entschieden, dass die angefochtenen Bescheide nicht nichtig sind.

2. Soweit die Kläger in ihrer Beschwerdebegründung unter anderem eine unzureichende Auseinandersetzung mit den tragenden tatsächlichen Erwägungen der vorangegangenen klageabweisenden Entscheidungen rügen, beanstanden sie zwar eine nicht vollständige Begründung der angefochtenen Entscheidung. Eine kurze, lückenhafte, fehlerhafte oder nicht überzeugende Begründung ist allerdings kein Verfahrensmangel im Sinne des § 119 Nr. 6 FGO, der zur Zulassung der Revision führt (vgl. Gräber/Ratschow, Finanzgerichtordnung, 9. Aufl., § 119 Rz 36, m.w.N.).

3. Von einer weiteren Begründung sieht der Senat ab (§ 116 Abs. 5 Satz 2 Halbsatz 2 FGO).

4. Die Kostenentscheidung beruht auf § 135 Abs. 2 FGO.