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VIII R 11/24 ECLI:DE:BFH:2025:B.280325.VIIIR11.24.0 KI-generiert

Retroactive repeal of futures loss-offset restriction during litigation and equitable cost allocation to tax authority

Geschäftsnummer VIII R 11/24
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang struck_off
Kostenauflage zulasten Vorinstanz / Staat

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Fiscal Court (BFH) issued a final order allocating the costs of the entire proceeding to the defendant tax office, while declaring the prior lower court judgment moot; the plaintiffs effectively prevailed on the merits. The dispute concerned a challenge to the loss offset restriction for futures and options transactions under § 20(6) sentence 5 of the Income Tax Act (EStG), which was retroactively repealed for all open cases by the 2024 Annual Tax Act. The court determined that because the legislature amended the law in the plaintiffs' favor during the pendency of the litigation and the tax office subsequently issued a corrective assessment satisfying the claim, it was in the spirit of equity ("billiges Ermessen") to impose the litigation costs on the tax office under § 143(1) in conjunction with § 138(1) of the Fiscal Court Rules of Procedure (FGO), treating the plaintiffs as successful parties despite the procedural termination of the case.

Legislator-Regeste

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§ 143 Abs. 1 i.V.m. § 138 der Finanzgerichtsordnung; Retroactive repeal of futures loss-offset restriction during litigation and equitable cost allocation to tax authority: The dispute concerned a challenge to the loss offset restriction for futures and options transactions under § 20(6) sentence 5 of the Income Tax Act (EStG), which was retroactively repealed for all open cases by the 2024 Annual Tax Act. The court determined that because the legislature amended the law in the plaintiffs' favor during the pendency of the litigation and the tax office subsequently issued a corrective assessment satisfying the claim, it was in the spirit of equity ("billiges Ermessen") to impose the litigation costs on the tax office under § 143(1) in conjunction with § 138(1) of the Fiscal Court Rules of Procedure (FGO), treating the plaintiffs as successful parties despite the procedural termination of the case.

Schlagwörter

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Steuerjustizverfahren Steuerrecht Verlustverrechnung Klageänderung Termingeschäft Verfahrensabschreibung

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 143 Abs. 1 i.V.m. § 138 der Finanzgerichtsordnung

Procedural basis for deciding the case by order after the main subject matter became moot and for allocating litigation costs.

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Volltext

Erledigung der Hauptsache wegen nachträglicher Aufhebung der Verlustverrechnungsbeschränkung für Termingeschäfte

[LEITSATZ]

NV: Ändert der Gesetzgeber während eines Rechtsstreits ein Gesetz zu Gunsten des Klägers (hier: rückwirkende Aufhebung der Verlustverrechnungsbeschränkung in § 20 Abs. 6 Satz 5 des Einkommensteuergesetzes a.F. für Termingeschäfte durch das Jahressteuergesetz 2024) und wird hierauf basierend dem Klagebegehren durch Erlass eines entsprechenden Bescheids abgeholfen, entspricht es billigem Ermessen, die Kosten unter Berücksichtigung des bisherigen Sach- und Streitstandes dem Finanzamt aufzuerlegen.

[TENOR]

Nach Erledigung des Rechtsstreits in der Hauptsache werden die Kosten des gesamten Verfahrens nach § 143 Abs. 1 i.V.m. § 138 der Finanzgerichtsordnung dem Beklagten auferlegt.

Das Urteil des Finanzgerichts Baden-Württemberg vom 29.04.2024 - 10 K 1091/23 ist gegenstandslos.

[GRUENDE]

Das Urteil des Finanzgerichts ist durch die Bekanntgabe des Abhilfebescheids zur Einkommensteuer für 2021 vom 14.02.2025 gegenstandslos geworden. Aufgrund der übereinstimmenden Erledigungserklärungen der Beteiligten ist der Rechtsstreit in der Hauptsache erledigt und nur noch durch Beschluss über die Kosten des Verfahrens zu entscheiden (§ 143 Abs. 1 i.V.m. § 138 der Finanzgerichtsordnung --FGO--).

Es kann dahingestellt bleiben, ob die Kostenentscheidung nach § 138 Abs. 2 Satz 1 FGO oder nach § 138 Abs. 1 FGO zu treffen ist. Denn die in § 138 Abs. 2 Satz 1 FGO vorgesehene Kostenfolge ergibt sich auch dann, wenn von § 138 Abs. 1 FGO ausgegangen wird. Ändert der Gesetzgeber --wie im Streitfall-- während eines Rechtsstreits ein Gesetz zu Gunsten der Kläger und wird hierauf basierend dem Klagebegehren durch Erlass eines entsprechenden Bescheids abgeholfen, entspricht es billigem Ermessen, die Kosten unter Berücksichtigung des bisherigen Sach- und Streitstandes dem Beklagten und Revisionsbeklagten (Finanzamt) aufzuerlegen (vgl. Beschluss des Bundesfinanzhofs vom 17.10.2013 - III R 29/13, Rz 5, m.w.N.). Die Kläger und Revisionskläger hätten unter Berücksichtigung der Streichung der Verlustverrechnungsbeschränkung für Termingeschäfte durch das Jahressteuergesetz 2024 vom 02.12.2024 --JStG 2024-- (BGBl. 2024 I Nr. 387), die in allen offenen Fällen Wirkung entfaltet (§ 52 Abs. 28 Satz 25 des Einkommensteuergesetzes i.V.m. Art. 3 Nr. 25 Buchst. e Doppelbuchst. bb JStG 2024), in der Hauptsache obsiegt.