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X B 162/21 ECLI:DE:BFH:2022:B.080622.XB162.21.0 KI-generiert

Ineffectiveness of mutual declaration of mootness for non-admission complaint lacking statutory reasoning

Geschäftsnummer X B 162/21
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Fiscal Court (BFH) dismissed the taxpayer's complaint for non-admission of revision as inadmissible, ordering the taxpayer to bear the costs of the appellate proceedings, thereby leaving the lower court's judgment upholding the tax office's position in force. The dispute arose when the taxpayer, after the tax court dismissed his claim, failed to substantiate his complaint for non-admission of revision as required by law and instead declared the main case moot, a declaration the tax office accepted; however, this joint declaration of mootness did not result in procedural termination because it was ineffective without a permissible underlying complaint. The court held that under established case law and § 138 para. 1 of the Fiscal Court Code (FGO), a joint declaration of mootness in the main proceeding only takes effect if the non-admission complaint or revision is statutorily permissible and otherwise admissible, a condition not met here due to the taxpayer's failure to provide the mandatory legal reasoning required by § 116 para. 3 FGO, rendering the complaint inadmissible and precluding the mootness declaration from terminating the proceedings.

Legislator-Regeste

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§ 135 Abs. 2 FGO; Ineffectiveness of mutual declaration of mootness for non-admission complaint lacking statutory reasoning: The dispute arose when the taxpayer, after the tax court dismissed his claim, failed to substantiate his complaint for non-admission of revision as required by law and instead declared the main case moot, a declaration the tax office accepted; however, this joint declaration of mootness did not result in procedural termination because it was ineffective without a permissible underlying complaint. The court held that under established case law and § 138 para. 1 of the Fiscal Court Code (FGO), a joint declaration of mootness in the main proceeding only takes effect if the non-admission complaint or revision is statutorily permissible and otherwise admissible, a condition not met here due to the taxpayer's failure to provide the mandatory legal reasoning required by § 116 para. 3 FGO, rendering the complaint inadmissible and precluding the mootness declaration from terminating the proceedings.

Schlagwörter

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gesetzliche Voraussetzungen Steuerrecht Revision eines Entscheids Verfahrensabschreibung Prozessvoraussetzung Verletzung der Begründungspflicht

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 135 Abs. 2 FGO

Cited in the dispositive to justify the allocation of costs to the plaintiff following the dismissal of the complaint.

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Volltext

Erledigungserklärung und Nichtzulassungsbeschwerde

[LEITSATZ]

NV: Erklären die Beteiligten während eines Nichtzulassungsbeschwerdeverfahrens den gesamten Rechtsstreit in der Hauptsache übereinstimmend für erledigt, tritt hierdurch keine Verfahrensbeendigung ein, wenn die Beschwerde z.B. wegen fehlender Begründung nicht zulässig war.

[TENOR]

Die Beschwerde des Klägers wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts Nürnberg vom 27.09.2021 - 7 K 247/20 wird als unzulässig verworfen.

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat der Kläger zu tragen.

[TATBESTAND]

I. Das Finanzgericht hat die Klage des Klägers und Beschwerdeführers (Kläger) abgewiesen. Die daraufhin eingelegte Nichtzulassungsbeschwerde hat der Kläger nicht begründet, sondern mit Schreiben vom 11.02.2022 den Rechtsstreit in der Hauptsache für erledigt erklärt. Dieser Erklärung hat sich der Beklagte und Beschwerdegegner (Finanzamt) mit Schreiben vom 25.03.2022 angeschlossen.

[ENTSCHEIDUNGSGRUENDE]

II. Die Nichtzulassungsbeschwerde ist unzulässig und durch Beschluss zu verwerfen. Die übereinstimmenden Erklärungen der Beteiligten, die Hauptsache sei erledigt, sind wegen der Unzulässigkeit der Beschwerde unwirksam und haben daher nicht zur Erledigung des Rechtsstreits in der Hauptsache geführt. Vielmehr ist über die Beschwerde zu entscheiden.

1. Beiderseitige Erklärungen der Beteiligten, der (gesamte) Rechtsstreit sei in der Hauptsache erledigt, sind auch im Beschwerdeverfahren wegen Nichtzulassung der Revision und im Revisionsverfahren möglich und zulässig. Die verfahrensrechtliche Wirkung, d.h. die aufgrund der übereinstimmenden Erklärungen anzunehmende Erledigung des Rechtsstreits (§ 138 Abs. 1 der Finanzgerichtsordnung --FGO--), tritt jedoch nur ein, wenn die Beschwerde oder Revision statthaft und auch im Übrigen zulässig ist (ständige Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs --BFH--, u.a. Beschlüsse vom 23.03.2009 - II B 119/08, juris, unter II.1.; vom 14.04.2011 - IV B 81/09, BFH/NV 2011, 1181, Rz 3, sowie vom 10.11.2015 - VII B 113/15, BFH/NV 2016, 220, Rz 3).

2. Hieran fehlt es im Streitfall. Die Beteiligten haben ausdrücklich auf die Hauptsache --und nicht nur auf die Beschwerde selbst-- bezogene Erledigungserklärungen abgegeben. Eine verfahrensbeendende Wirkung kommt diesen Erklärungen allerdings nicht zu, da der Kläger die nach § 116 Abs. 3 FGO erforderliche Begründung seiner Nichtzulassungsbeschwerde nicht beim BFH eingereicht hat. Dies führt zur Unzulässigkeit der Beschwerde.

3. Die Kostenentscheidung beruht auf § 135 Abs. 2 FGO.