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IX B 20/18 ECLI:DE:BFH:2018:B.121218.IXB20.18.0 KI-generiert

Inadmissibility of complaint substantiated by foreign legal partner partnership lacking postulation capacity under StBerG

Geschäftsnummer IX B 20/18
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Fiscal Court (BFH) dismissed the plaintiffs' complaint against the non-admission of revision as inadmissible, upholding the judgment of the Cologne Finance Court. The dispute concerned a tax case where the plaintiffs failed to submit a timely substantiation of their complaint, which had been signed and submitted by a London-headquartered partnership comprising British advocates and Dutch tax advisors rather than a German lawyer. The court held that the foreign partnership lacked procedural capacity to represent parties before the BFH under German law, rendering the unsigned or improperly signed filing ineffective. Relying on § 62 Abs. 2 Satz 1 FGO and § 3 Nr. 2 and 3 StBerG, the BFH determined that only German-registered partnerships consisting exclusively of German lawyers, tax advisors, or equivalent professionals are postulation-capable, and ruled that the inclusion of a German partner did not cure the defect caused by the majority of non-qualifying foreign partners, while noting that such restrictions on the freedom to provide services were justified by quality requirements for representation before a supreme federal court.

Legislator-Regeste

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§ 135 Abs. 2 FGO; Inadmissibility of complaint substantiated by foreign legal partner partnership lacking postulation capacity under StBerG: The dispute concerned a tax case where the plaintiffs failed to submit a timely substantiation of their complaint, which had been signed and submitted by a London-headquartered partnership comprising British advocates and Dutch tax advisors rather than a German lawyer. The court held that the foreign partnership lacked procedural capacity to represent parties before the BFH under German law, rendering the unsigned or improperly signed filing ineffective. Relying on § 62 Abs. 2 Satz 1 FGO and § 3 Nr. 2 and 3 StBerG, the BFH determined that only German-registered partnerships consisting exclusively of German lawyers, tax advisors, or equivalent professionals are postulation-capable, and ruled that the inclusion of a German partner did not cure the defect caused by the majority of non-qualifying foreign partners, while noting that such restrictions on the freedom to provide services were justified by quality requirements for representation before a supreme federal court.

Schlagwörter

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registrierte Partnerschaft Fremdes Recht Rechtsfähigkeit gesetzliche Vertretung Prozessvoraussetzung Steuerrecht

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 135 Abs. 2 FGO

Cited in the dispositive as the basis for the decision on costs, obliging the plaintiffs to bear the costs of the proceedings.

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Volltext

Vertretungsmangel bei Einreichung der Rechtsmittelbegründung

[LEITSATZ]

NV: Eine Partnerschaftsgesellschaft, zu deren Partnern auch Advocates nach britischem und Belastingsadviseure nach niederländischem Recht gehören, ist vor dem BFH als solche nicht postulationsfähig .

[TENOR]

Die Beschwerde der Kläger wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts Köln vom 24. Januar 2018 - 14 K 2974/17 wird als unzulässig verworfen.

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens haben die Kläger zu tragen.

[GRUENDE]

Die Beschwerde ist unzulässig. Die fristgerecht eingegangene Begründung ist von einem nicht postulationsfähigen Bevollmächtigten unterzeichnet und eingereicht worden. Sie muss deshalb unberücksichtigt bleiben.

Es bedarf keiner Entscheidung, ob sich die Kläger und Beschwerdeführer bei Einlegung der Beschwerde durch den in der Bundesrepublik Deutschland (Deutschland) zugelassenen Rechtsanwalt ... wirksam haben vertreten lassen. Den Schriftsatz, der die Begründung der Beschwerde enthielt, hat Rechtsanwalt ... jedenfalls nicht unterzeichnet. Er ist von einem Belastingadviseur (NL), Advocate (GB) unterzeichnet.

Die im Beschwerdeverfahren als Prozessbevollmächtigte aufgetretene ... LLP (... LLP englischen Rechts mit Hauptsitz in London und Eintragung im Partnerschaftsregister am Amtsgericht ... PR ...) ist als Gesellschaft vor dem Bundesfinanzhof (BFH) nicht postulationsfähig.

Zur Vertretung vor dem BFH befugt sind nach § 62 Abs. 2 Satz 1 2. Halbsatz der Finanzgerichtsordnung (FGO) nur Gesellschaften i.S. von § 3 Nr. 2 und 3 des Steuerberatungsgesetzes (StBerG), die durch Rechtsanwälte, Steuerberater, Steuerbevollmächtigte, Wirtschaftsprüfer oder vereidigte Buchprüfer handeln. Das sind entweder (§ 3 Nr. 2 StBerG) Partnerschaftsgesellschaften, deren Partner ausschließlich die in Nummer 1 genannten Personen sind (Steuerberater, Steuerbevollmächtigte, Rechtsanwälte, niedergelassene europäische Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer oder vereidigte Buchprüfer) oder (§ 3 Nr. 3 StBerG) nach deutschem Recht und in Deutschland zugelassene Steuerberatungs-, Rechtsanwalts-, Wirtschaftsprüfungs- oder Buchprüfungsgesellschaften. Letzteres ist ersichtlich nicht der Fall. Aber auch die Voraussetzungen von § 3 Nr. 2 StBerG liegen nicht vor. Die zur Vertretung befugten Gesellschafter der ... LLP sind überwiegend Advocates nach britischem und Belastingadviseure nach niederländischem Recht und gehören als solche nicht zum Personenkreis des § 3 Nr. 1 StBerG (vgl. BFH-Beschlüsse vom 10. Juni 2014 II R 53/13, BFH/NV 2014, 1557; vom 8. August 2017 V B 12/17, BFH/NV 2017, 1464). Es genügt nicht, dass zu den Partnern auch ein in Deutschland zugelassener Rechtsanwalt gehört. Nach dem eindeutigen Wortlaut des Gesetzes müssen die Partner "ausschließlich" die Voraussetzungen von § 3 Nr. 1 StBerG erfüllen. Das ist nicht der Fall.

Mögliche Beschränkungen der Dienstleistungsfreiheit (Art. 56 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union) durch diese Regelungen hält der beschließende Senat für offensichtlich gerechtfertigt im Hinblick auf die qualitativen Anforderungen an eine sachgerechte Vertretung vor einem obersten Bundesgericht.

Die Kostenentscheidung beruht auf § 135 Abs. 2 FGO.