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IX B 86/17 ECLI:DE:BFH:2017:B.161117.IXB86.17.0 KI-generiert

Admissibility of non-admission complaint requiring specific factual substantiation of procedural defects in tax litigation

Geschäftsnummer IX B 86/17
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Finance Court (BFH) dismissed the plaintiffs' complaint for non-admission of revision as inadmissible, leaving the decision of the Berlin-Brandenburg Finance Court in force and ordering the plaintiffs to bear the costs of the proceedings. The dispute concerned a complaint against the non-admission of revision from a tax litigation judgment, where the plaintiffs alleged procedural errors, specifically that certain facts were not discussed in the oral hearing. The court held the complaint inadmissible because the plaintiffs failed to sufficiently substantiate a procedural defect under § 116(3) FGO; their arguments merely cited facts allegedly not debated without demonstrating that they had raised these issues or filed evidence applications before the lower court, and any new factual assertions regarding the building's historical monument status were barred as impermissible new matter in this appellate stage. The decisive legal basis was § 116(3) FGO, which requires the precise specification of facts establishing a procedural defect, such as a violation of the right to be heard or the duty to clarify the facts.

Legislator-Regeste

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§ 116 Abs. 3 Satz 1 FGO; Admissibility of non-admission complaint requiring specific factual substantiation of procedural defects in tax litigation: The dispute concerned a complaint against the non-admission of revision from a tax litigation judgment, where the plaintiffs alleged procedural errors, specifically that certain facts were not discussed in the oral hearing. The court held the complaint inadmissible because the plaintiffs failed to sufficiently substantiate a procedural defect under § 116(3) FGO; their arguments merely cited facts allegedly not debated without demonstrating that they had raised these issues or filed evidence applications before the lower court, and any new factual assertions regarding the building's historical monument status were barred as impermissible new matter in this appellate stage. The decisive legal basis was § 116(3) FGO, which requires the precise specification of facts establishing a procedural defect, such as a violation of the right to be heard or the duty to clarify the facts.

Schlagwörter

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Steuerjustizverfahren Verfahrensmangel Streitgegenstand Revisionsverfahren mündliche Verhandlung Sachverhaltsirrtum
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Volltext

Nichtzulassungsbeschwerde: Darlegung eines Verfahrensmangels

[LEITSATZ]

NV: Ein Verfahrensmangel ist ausreichend dargelegt, wenn innerhalb der Frist des § 116 Abs. 3 Satz 1 FGO die Tatsachen genau angegeben werden, die den Mangel ergeben, oder wenn die zu seiner Begründung vorgetragenen Tatsachen --ihre Richtigkeit unterstellt-- einen Verfahrensmangel ergeben können .

[TENOR]

Die Beschwerde der Kläger wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 8. Juni 2017 13 K 13264/15 wird als unzulässig verworfen.

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens haben die Kläger zu tragen.

[GRUENDE]

1

Die Nichtzulassungsbeschwerde ist unzulässig.

2

1. Der von den Klägern und Beschwerdeführern (Kläger) vorgebrachte Verfahrensmangel (§ 115 Abs. 2 Nr. 3 der Finanzgerichtsordnung --FGO--) wurde mangels hinreichender Angaben nicht i.S. des § 116 Abs. 3 Satz 3 FGO dargetan. Ein Verfahrensmangel ist ausreichend dargelegt, wenn innerhalb der Frist des § 116 Abs. 3 Satz 1 FGO die Tatsachen genau angegeben werden, die den Mangel ergeben, oder wenn die zu seiner Begründung vorgetragenen Tatsachen --ihre Richtigkeit unterstellt-- einen Verfahrensmangel ergeben können (vgl. Gräber/Ratschow, Finanzgerichtsordnung, 8. Aufl., § 116 Rz 48, m.w.N.). Dem Vorbringen der Kläger lässt sich kein konkreter Verfahrensfehler, wie z.B. eine Verletzung des rechtlichen Gehörs (§ 96 Abs. 2 FGO, Art. 103 Abs. 1 des Grundgesetzes) oder eine Verletzung der Sachaufklärungspflicht (§ 76 Abs. 1 Satz 1 FGO), entnehmen. Das Vorbringen der Kläger beschränkt sich darauf, Tatsachen vorzubringen, die in der mündlichen Verhandlung nicht erörtert worden sind. Anhaltspunkte dafür, dass diese Gesichtspunkte von den Klägern im Verfahren vor dem Finanzgericht vorgebracht oder Beweisanträge dazu gestellt worden sind, legen die Kläger aber nicht dar. Soweit die Kläger zudem auf die Denkmaleigenschaft des bestehenden Gebäudes hinweisen, handelt es sich um neuen Tatsachenvortrag, der im Verfahren der Nichtzulassungsbeschwerde, das auf die Prüfung von Zulassungsgründen i.S. von § 115 Abs. 2 FGO beschränkt ist, nicht berücksichtigt werden kann.

3

2. Auf die Fragen, ob die Begründung der Kläger fristgerecht eingereicht wurde und ob den Klägern in die Versäumung der Begründungsfrist (§ 116 Abs. 3 Satz 1 FGO) Wiedereinsetzung in den vorigen Stand zu gewähren ist, kommt es mithin nicht mehr an.

4

3. Von einer weiter gehenden Begründung wird gemäß § 116 Abs. 5 Satz 2 FGO abgesehen. Die Kostenentscheidung beruht auf § 135 Abs. 2 FGO.